Nr. l9. Dienstag, 24. Jänner 1888. 107. Iahrssang. Mbacher Zeitung. "".! ^ ° stver, enbun » : »an»lä^ i« fl. Ib. Halljahr!» sl, 7,b0. Im »i ° mpt ° li -«,<«, <>«l '.""^^"N »ls'.no, hilr die Zustellung ln« Hau« «an,llihti» sl, '- Inltrt»°»«gebür: ssl!» ««!>« vin,clatc b,« zu < feilen 2» lr.. glöher« v»>r .^>>Ic, öflelcn W,cbelholun«en hr, .> und Feiertage, Die U>»<»lNl<»tio«, befindet sich Bahühosssaslc lü, dic Nevaltlo» Wienelftraße 1?>. — NnfranNlrte Vri«s« wtldcn n»chl !>n^cnl>mm,n und Vianulcliplc nicht znrilsglstellt. Amtlicher Hheil. An ^'/ "'^ ^ Apostolische Majestät haben mit ^ AllerhoWer Entschließung vom 20. Jänner d. I. dcn! orl dem Fn'anzmmistcm'm in Diensteszntheilung stehcn-m >, 7^?^"' der Direction der Staatsschnld Dr. mudolph A ch zum Ministeual-Secretär in diesem Mini-',.;"""! allergnädigst zu ernennen und demselben gleich-den VI ^""kennung seiner vorzüglichen Dienstleistung all... -5 ."'^ Eharakter eines Sectionsrathes taxfrei auerguadlgst zu verleihen geruht. Dunajewski m. s». All.r^s/' ""b k. Apostolische Majestät haben mit uom 20. Jänner d. I. die m,lmal Vlcesecretäre Maximilian Ritter von Glom- ^,,' w'edrich Vöhm. Guido Freiherr» Conrad vonM . "°oöl)eim und Dr. Friedrich Freiherrn ln"^",^''°nd zu Minislerial-Secretären im Finanz- 'l'ltllum allergnädigst zu ernennen grrnht. Dunajewski m. p. Allprs^/ ""^ k- Apostolische Majestät haben mit S^Mter Entschließung uom 17. Jänner d. I. dem ^r«. > ^ '"^ Director des Oberqymnasiums der lreu ^'^ '" H"ll »'.Flavian Orgler das Ritter- leihen Franz.Ioseph-Ordens allergnädigst zu ver- Aller^/ ""^ k- Apostolische Majestät haben mit Dirrctn '!" ^l'lschlikßung uom 1«. Jänner d. I. dem Doms Lchierinnen-Nildungsanslalt in Przemysl Niick^?" Theophil Lekawsti aiis Anlass seines Iosevs, 5^ "^ Lehramte das Rittcrkrenz des Franz-^^^rdens allergnädigst zu verleihe» geruht. NWanM^^Ijeil. Zum Capitel von Patriotismus. sition^'^"'".^. unsere österreichische Oftpo-Nur d '« '^ ^^er. Der Cardinal-Minister brauchte elbl>>. ^^^ "'^ ber Haud des Feindes, um den-gellil^" ^"^"' ^'^ l'efcr»; unserer Opposition um ^ "" ^ltungsartit,l ans dem gegnerischen Lager, losiak'/^ " "''^ ^"" Stigma der Vaterlands-N>^ " "ub des Landesverrathes zn brandmarken. Die ^'yooe »st alt. al.?r wirksam. Ein slovenisches Blatt verfällt in seiner sinnlosen Jagd nach Abonnenten auf den Einfall, durch eine prononcicrt panslavistische Hal-tnng die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das be« absichtigte Ziel wird nnn zwar nicht erreicht, wohl aber ein anderes: Durch deu oppositionellen Glätter, wald erbraust sofort der Ruf. das ganze slovcnische Volk sei durchtränkt von dem Oifte moskouitischrn Geistes, das slovenische Volk verrathe Oesterreich, die Slovene» geben ihren Staat preis. Ein andermal wieder bringt irgend ein Iung-czechenblatt einen vom Geiste des Gambrinus von Pilsen inspirierten Hymnus auf die russische Knute — natürlich ist es anch hier das czechische Volk als Ganzes, dem die tolle Stilübung auss Kerbholz geschriebeu wird. Nuu wieder fiudeu wir in einem Wiener Oppositionsblatte haarklein nachgewiesen, dass auf die Slaven Oesterreichs kein Verlass ist. dass Polen, Czechen, Slovene». Kroaten sich bloß von der Bedacht-nahme auf ihre nationalen Intcressen leiten lassen. Nun ist es schon an sich ein trauriges Zeugnis von Patriotismus, wenn man für die Verdächtigung des Gegners leine andere Zeit zu wählen weiß, als da sich das Vaterland einer ernsten Lage gegenüber befindet, welche das Zusammenfassen aller Kräfte des Staates erheischt. Doch sehen wir hievon ab; poli-tischer Takt war ja nie eine Schwäche unserer Oftpo-sitionspresse. Fragen wir vielmehr nach den Beweisen, auf welche man die neuerliche Auschuldigung gründet. Da ist vor allem eine Unterredung des Iungczechen Grafen Wenzel Kaunitz mit den» französischen Deputierten Herrn Laur. Kauuitz und Laur - ein edles Paar! Der eine eine politische Größe l.tzten Ranges, von sei»cm Freunde Grögr aus dem Nichts der Ün> bkkannthcit heivurgezogen. ein willenloses Werkzeug dieses seines Schöpfers und Meisters; der andere ein Satellit seines Herrn Boulanger. berüchtigt und lächer« lich zugleich durch seine phantastischen Reiscbriefe aus nnd über Dcntschlaiid, eine komische Figur durch sciue professionelle Spionenrü'cherei nnd der Schreck nüchterner Parlaments-Colll'gen wegen seiner socialistisch-anarchistischen Lustschlösser, kurz. ein Politiker, der selbst zu Hanse in Frankreich von niemandem ernst genommen wird. am wenigste» uou Monsienr Laur selbst. Was also Herr Laur in der «France» über seine Unterredung mit dem Grafen Wenzel berichtet, besitzt für uus dieselbe Glaubwürdigkeit, wie drr erstbeste Verne'sche Roman. Geseht aber. Kamnt) habe wirklich all den Unsinn gesprochen, den Laur ihm iu deu Mund legt; gesetzt, er habe wirklich über die Ziele und Absichten der Czechs, jene Aussprüche gethan, welche nur uuscr Lächelu crwlcken können, so fragen wir: Wer ist Herr Wenzel Kaunch? Ist er das czechische Voll? Und kann man auf ein paar Tiraden dieses Herrn hin einem ganzen Volke die patriotische Gesinnung absprechen, welche es Iahrhuuderte hiudurch auf allen Schlachtfelder» mit seinem Blute bezeugt hat? Auch die süffisante» Bemcrkunge» und die unnütze Gcschäftigthuerei einiger galizischer Blätter werden heute als Waffen gegen das polnische Volk benutzt, um dasselbe ebenfalls im Lichte des rücksichtslosesten nationalen Egoismus erscheinen zu lassen. Das ist eine verwerfliche Methode — verwerflich uud zugleich gefährlich für jene selbst, welche dieselbe prakticieren. «Die Deutschen.» so wird nns versichert, «sind fast der einzige Stamm der Monarchie, der seiner Pflicht bewusst und von derselben durchdrungen ist.» Das ist der Schluss und der eigentliche Zweck der ganzen Auseinandersetzung. In dieser Form nnn, welche eine Verleumdm^ der übrigen Nationen des Reiches enthält, wird lein Gerechter den Satz uuler-schreibeu, wenu er auch die nimmer wankende staatstreue Gesinnung der Dentschen Oesterreichs kennt und würdigt. AUeiu, ein leichtes wäre es. anch den Patriotismus des deutsche,, Volles zu verdächtigen; es bedürfte hiezu nur jeuer verwerflichen Praktiken, deren die Oppositionepresse sich gegen die slavischen Parteien bedient. Man greife einfach gewisse Individuen oder Parteien mit notorisch unpatriotischer Gesinuung heraus, escamotirre die Individuen oder Parteien hinweg, setze an deren Stelle das deutsche Volk — und die Deutschen fitzen auf derselben Schandbank wie die Slovenen, Ezechen und Polen. In welchem Lager wurde denn das Evangelium des extremsten Nationalismus und der absichtlichen Ignorierung staatlicher Gesichtspunkte in so schamloser Weise gepredigt, wie bei den Deutschnationalen? In welchem Lager fand sich der Mann. der in uffener Parlamentssitzung den Namen des Vaterlandes besudelte? Wer hat mit bestialischem Behagen den Vergleich zwischen Oesterreich und dem verglimmenden «Francielerl» citiert? Es waren durchwegs Leute der deutschen Oppo» sition. nnd doch wagte es kein Vernünftiger, den Deutschen Oesterreichs die niedrige Gesinnung Einzelner entgelten zu lassen, denn man wusste sehr wohl. dass diese Deutschen nnd dass speciell die deutschösterreichische Partei mit gerechtem Abscheu von jenem Treiben sich Jeuilleton. «Verlass mich nicht!» «us dem Polnischen des ltlemens Iunoöza. tient?»^!"!!^ '" nicht, mein Lieber, dass ich keine Pa-es n,«,.,''', Mm" Frennde und Collcgen wollten nicht ^/"' '""He"' aber wahr ist es dennoch ich Vin. «> ?"^ oiä) alsoglcich daw» überzeugen, dass sie al^ V "'"" l)"be. Nimm deine» Hut. du sollst du? N- '^" lmleu. Es schickt sich uicht. meinst l'Nschastick'' Dentin legt gar kein Gewicht ans ge- besuche sie regelmäßig zwei- °ll° «!r«de Nesschsta^"'"^ "'" ^'""""' ^"te ist Haar^ ?^ '^ 5"ite bald seine wenigen granen l>>clen K ^. ^"""N Fracht, die Brille mit einem far-ge'wnrs^. ? 9«'P"tzt. den altmodischen Mantel nm-Cond^ ' ^"t anf die Straße. Er war ein alter vebm , 9- ""t> Menschenfeind, dem das allzulauge er a„f^" ^st ward. Vor vieleu Iahreu schuu wär er auck,?/" ^wissen Punkte angelangt, auf welchem ohne ick " bwv' währeud die Well weiterschritt. illtnnlerl? "'" ^" zurückgebliebeueu Marodeur zu Wärts m^'ssruschaft schritt mit Riesenschritten vor-und lZ:7l"""hell nm Vorurtheil cutschwand. Begriffe Noch j ""' äuderten sich, aber der alte Arzt stand ^hren?! ""f demselben Punkte, auf welchem er vor 'U'hcn geblieben war. Nach und nach verlor er seine Patienten, immer seltener kamen die Einwohner zn ihm. bis man ihn schließlich ganz vergessen hatte. Er kleidete sich noch immer wie der erste Stnher vom Jahre 1829, und allabendlich sehte er sich au ein ur» altes Clavier und spielte die lustigen Wciscu, welche uusere Großellcrn zum Tanz zu begleiteu pflegten. . . Wir schritten durch das ruhige, wie aubgeswrbene Städtchen. Alle Läden waren geschlossen, alle Straßen leer, denn es war Samstag. Nnr vor drin großen Bcthausc standen einige Jude» in hohe» Zobelmühcu und Fciertagsklcidcru. Wir gicngen an mehrere» schönere» Häuschc» vorbei, danii an der Kirche und gelangten in ein kleines Scitcngä'ischcn, wo die Häuser verborgen waren in Gärlen. iu deren Hintcrgrnndc sich eine weite Anssicht a»f von Wäldern umrahmte Felder nnd Wiesen erschloss. .Ich glaube, dieftr Weg dürfte uns zum Fricdhof führen?» bemerkte ich nach einer Weile. «Jeder Weg führt zum Friedhof.» e»t-glgllcte der Alte, «aber da sind wir schon am Ziele. Folge mir.» Er öffnete ein knarrendes Gitterthor, und wir traten auf einen ziemlich gr^ß-n Platz, wacher weder eimn Garten noch viel weniger aber rinem Hofranm ähnlich fah. Alles nur denkbare Unkrani wucherte dort in ungebundener Freiheit. Eiuigc altersschwache OM bäume bewegte» ihre Zwlige, verwilderte Swchelbecr-sträuche kämpfleu nm dc» Platz mit einigen Himbeersträuchern. Ebrnso verlassen sah auch das Häusch.'n aus. Die vordem bemalten Wände hatte der Regr» abgespült, die Zeit mit ihren »nächtigen Krallen und Zähnen halte sich in die Fensterladen eingchissen uud die Säule,, zerkratzt, welche die Veranda stützte,,. «Also iu dieser Ruiuc haust Ihre Patientin?» fragte ich den Doctor. «Ja. in dieser Ruine, und sie selbst ist auch nichts anderes als eine Ruine. Der Körper bewegt sich noch halbwegs, aber ihr Geist ist ganz umnachtet.» Er rief laut einen Namen, und alsbald zeigte sich ein altes Weib mit einem gelben Kopftuche. «Hei» liger Gott! Ich habe Sie gar nicht bemerkt, Herr Doctor.» — «Wie geht es der Frau?» — «Sie sitzt wie gewöhnlich still und ruhig auf ihrem Plätzchen. Fränlein Antonic ist in die Stadt gegangen.» — «Die Arau ist also allein geblieben?» fragte er vorwurfsvoll. «Aber, Herr Doctor, ich würde doch nie nnd nimmermehr die gnädige Frau allein lassen!» — «Wer also ist bei ihr?» — «Die Katze, Herr Doctor------» — «Die Katze?» — «Ja. die Katze, ich habe sie ja selbst ins Zimmer gebracht, weil ich bei der Wirtschaft zu thun hatte.» —' «Treten wir ?in.» sagte der Alte zu mir. In einem altmodisch möblierten Zimmer saß eine schwarz gekleidete alte Frau mit schneeweißem Haar. Unsere Ankunft erschreckte die auf ihren Knien schlafende Katze, welche sich blitzschnell zum Feuster hiuaus flüchtete. Ebeuso schm'll erhob sich die alte Frau, faltete wie flehend die Hände, und in chren wettauf-gerisfencn Augen malte sich cin Gemilch von Verzweif-lnng. Zorn und Bitte. . . «Verlajs imch nicht!» tönte es herzzerreißend uo» ihren Lippen, «verlass mich nicht!» In diesen drei Worten lag eine Welt von Schmerz. Unglück uud Klage. Der Arzt uäherte sich ihr, und indem er seine Haud auf ihren Arm legte, sagte er ruhig: «Da biu ich. Mutter!» Sie beruhigte sich augenblicklich, lächelte und sagte flüsternd: «Bist du da Malchen? Das ist schön, sehr schön, dass du da bist.» Laibachcr Zeitung Nr. 19. 152 24, Jänner 1888. abwendeten. Bedauerlich ist nur, dass weder die Partei! noch ihre Presse gegenüber diesem Treiben auch nnr, ein Wort der Abwehr oder der Entrüstung fand, ja dass man es nicht einmal für nöthig hielt, die Parteigenossenschaft solcher Elemente abzulehnen. Heute aber, wo es sich nicht um Knotz. sondern um Kannitz, nicht um die «Abwehr» oder-die «Volkszeitung», sondern um «Slovenski Narod» und «Re« forma» handelt — heute ist den Herren die Zunge urplötzlich gelöst, heute schlägt man die Arme über der Brust zusammen und ruft, die Augen gegen Himmel gerichtet: «Wir danken dir, dass wir nicht sind wie jene!» Daö aber ist lein Meisterstück, feige zu s.in und schwach gegen die Verräthcr im eigenen Lag» r. ^ und dann, weuu mau drüben ein paar räudige Sch^sc erspäht, zu schreien, die ganze Herde sei krank. Das ist ein durchsichtiges Manöver und zu nichts andrrm nütze, als die Beziehungen der Völker des Reiches untereinander zu vergiften. Politische Uebersicht. (Verhandlungen des Reichsrathes.) Die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen des Reichsrathes sind bereits getroffen. Präsident Dr. Smolka ist Sonntag aus Lemberg iu Wien eingetroffen, um die Leitung der Präsidialkanzlei zu übernehmen, und für heute ist auch das Eintreffen der meisten Abgeordneten zu gewärtigen, da schon für heute Abend Clubconfcrenzen anberaumt sind, Gleich die erste Sitzung dürfte zu einer größeren Debatte Veranlassung bieten, da die zweite Lesung der ZuctVrsteuervorlage auf der Tagesordnung steht. Es besteht die Absicht, in der ersten Zeit nur zwei bis drei Pleuarsihuugen Wöchentlich zu halten, um dem Budgetausschusse Zeit zu lassen, die Berathung des Voranschsages mit thuu-lichster Beschleunigung durchzuführen. Seitens der Regierung sind mehrere Vorlagen, darunter jene, betreffend die Spiritussteuer, zu gewärtigen. (Unfallversicherungsgesetz.) Zur Durch« führung des Unfallversicherungsgesrtzes, welche umfang« reiche uud schwierige Vorarbeiten erfordert, wurde im Ministerium des Innern ein eigenes neues Departement creiert, welches, unter der Oberleitung des Sec-tionschefs Dr. Ottokar Weingartner Edlen von Münz< berg steht und dessen Referat dem Leiter des versiche-rungs-technischen Bureaus bei der genannten Centralstelle Regierungsrath Julius Kaan, zugewiesen wurde. (Zur Lage iu Böhmen.) » grässlicher Unglücksfall. Vor einigen Tagen spielte bal zwei Jahre alte Kind des Magistratsbeamten Orasi" in der Küche, näherte sich dem Herde und berührte u»/ vorsichtigerweise einen am Rande stehenden Topf "" siedendheißem Wasser. Der Topf fiel um, das Wasl^ ergoss sich über das Kind und verbrannte förmlich ^ eine Körperseite des Kindes, welches unter fürchterliche" Schmerzen vorgestern verschied. — (Hohes Alter.) Im Dorfe Vrumov in Mäh"" starb kürzlich der Hänsler Josef Mohi im Alters 127 Jahren. Er hinterlässt 14 Kinder, 32 Enkel, lü^ enkel und A Ururenkel. Von den Söhnen ist einer ^' Jahre alt. Der Verstorbene erfreute sich zu scit^ Lebensende einer vollen Rüstigkeit, besuchte sehr oft ^ Kirche, uud erst in seinem 122. Jahre musste er ^ einer Brille bedienen. Er starb infolge eines SchlagslM — (Eine dunkle Affaire.) Aus Graz >^ uns gemeldet: Unmittelbar vor dem letzten University Commers waren die Kaiserbüsten aus dem Festsaale ^ fernt worden. Nachdem nicht eruierbar war, wer die ^ feruung veranlasst habe, wurden sechs Mitglieder ^ Decoratious-Eomitcs vom Senate auf drei Semester " legiert, weil sie den Schuldtragenden nicht nennen. ,. — (Flecktyphus in Schlesien.) In LieB in Schlesien herrscht gegenwärtig eine Tyvhus-EvideA Bisher sind bereits 415 Erkrankungen und 16 T<^ fälle zu verzeichnen. Der Arzt setzte sich an ihre Seite, fragte, ob sie gut geschlafen habe, was sie zu essen wünsche und ob sie gut bedient würde. Auf alle diese Fragen antwortete sie mit einem kurzen «Ja» oder «Nein», wo» bei sie mit einem Ausdrucke unaussprechlicher Zärtlich» keit die Hand des Doctors streichelte. Sodann begann sie in lieblichstem Tone: «Denke doch nicht, dass ich dich nicht verheiraten will. Nein. .. Teine Aussteuer wird ja schon genäht; du bekommst viel Silber und seidene Kleider. Du wirst heiraten, liebes Kind, nur nicht ihn — nein, ihu nicht! Wie konntest du... wie?!, So redete sie fort in abgebrochenen Sätzen, ohne mich oder den Doctor anzusehen. Endlich erhob sich mein Begleiter. In diesem Augenblicke zuckte es auf in ihren Augen, und wieder ertönte der herzzer« reißende Ansruf: «Verlass mich nicht!» Da kam die alte Dienerin, fasste sie bei der Hand, sprach die Beschwörungsformel: «Da bin ich, Mutter!» und also-gleich beruhigte sich die Kranke. Wir entfernten uns. Ich konnte kein Wort sprechen. Immer noch sah ich die bleichen, vom Wahnsinn getrübten Augen, immer noch tönte mir in den Ohren der gellende Schrei: «Verlass mich nicht!» Schweigend kamen wir nach Hause. Der Alte hatte seinen Mantel abgelegt, die Brillen geputzt und eine Pfeife angeraucht. «Nun. wie gefällt dir meine Patientin?» brach er endlich das Schweigen. «Sie ist wahnsinnig.» erwiderte ich. Der Doctor lächelte: «Wahn« sinnig! Ja. so nennt ihr's wohl, aber sind wir denn nicht alle mehr oder weniger wahnsinnig? Kennst du vielleicht einen «Verstandesmesscr». welcher angeben könnte, wie viel Grad über — oder unter dcm Nor- — «Kennen Sie die Geschichte dieser armen Frau?» male der Verstand eines Individuums sich befindet?» uulerbrach ich ihn. «Ob ich sie kenne! Es ist eine gewöhnliche Geschichte, in welcher sich alles logisch ent wickelte. Die Ursachen bedingten die Folgen...» — «Aber diese Ursachen.» unterbrach ich ihn wieder un-gednldig, «Sie kennen doch diese Ursachen?» «Ich kenne diese meine Patientin schon lange — sehr lange. Ich besuchte noch das Grab ihrer Eltern. Sie besaßen ein kleines Gütchen und lebten in ziemlichem Wohlstande. Der Vater, ein alter napoleonischer Soldat, hatte eine Vorliebe für historische Welke uud Kupferstiche, mit denen alle Wände bedeckt waren . . . Die Mutter hatte wieder eine leidenschaftliche Vorliebe für Lieder. . . Warum siehst du mich so verwuudert an? Du glaubst wohl, dass ich unnüt) so weit aus« hole? Ich weiß wohl. was ich sage. Du wolltest die Ursache kennen, ich will sie dir eben zeigen. Mit Büchern. Bildern. Liedern uud den ErMllingen. die der Vater des Abends an, Kamin vorzubringen pflegte, nährte sich die Seele des Mädchens, welches mit den Jahren zu einer wunderschönen Jungfrau heranreifte. Sie heiratete einen innig a/liebten Mann. der ihr jedoch bald vom Tode entrissen wurde. Schon damals fürchtete ich für ihren Geist, aber sie halte die Pflicht, für ein anderes Wesen zu sorgen nnd bezwäng den Schmerz.» «Blieben von dieser Ehe Kinder zurück?» — «Eine Tochter. Alles, was ihre edle Seele fühlte, wollte sie auf d^s geliebte Kind übe»tragen, sie wollte in ihr die verkörperte Tugend sehen, alle ihre Ideale, ihren Glauben, ihre Ueberzeugungen wollte sie wie e!^ Familienschah auf die Tochter vererben. Sie lebte ^ für ihre Tochter. So gieng alles ruhig, bis das ^ chen herangereift war. Unser Städtchen lieqt nahe . der Grenze, und so kommt es, dass viele Fremde '. zeitweilig hier niederlass-n. Unter anderen tan« ^ ein junger Deutscher, gewesener Soldat, nnd si^ sich hier an... Er besuchte das Haus. das Mi^ gefiel ihm, und der Roman begann. Die Mutter ^" gar nichts; es kamen so viele junge Leute, wal". sollte sie eben diesem das Haus verbieten? Uebriö^ siel es ihr im Traume nicht ein zu glauben. '^ Tochter werde das Vaterland verlassen uud die W ^ und werde einem fremden Manne folgen, weit, l" weg an die Ostsee, und dennoch...» ^> «That sie es?» — «Ja wohl! Jetzt, so ui"^, bekannt ist, wohnt sie mit ihrem deutschen Gecken irget^ l in Pommern, strickt ihm baumwollene Schlafinüheti!^>' gedenkt gar nicht mehr des Namens des Ortes, n)" '^ Wiege gestanden hat. Soll ich dir erzählen, was ^ malö zwischen Mutter und Tochter geschah? O"'»^ dem, im Augenblicke des Scheidens entrang M.s! gepressten Brüst der Mntter jener schreckliche Al'^ ß «Verlass mich nicht!» nnd diesen Ansruf niied^ sie bis heute. Alle Gedaulen erstarken in ihrcr ^ plötzlich, wie von einem Blitzschlag — nur dieses '' ^ terliche «Verlass mich nicht!» blieb in ihr zurü"^ spricht sie zu mir. zur Cousine, die sie pflegt, ^ ^ nerin. ja sogar zur Katze, doch sobald jemand a'^l herantritt uud «da bin ich, Mutter», sagt. beniW^ sich augenblicklich.» Der alte Doctor versant in !9 wüthiges Brüten...» Lmlmchcr Zeitung Nr. 19. 453 24. Jänner 1888. — (D,e eingefrorene Zeitung.) Un der ^ftlhe des «Presento», eines in Parma erscheinenden agllchen Mattes, findet sich folgende Erklärung: Sphäre des menschlichen Geistes, dcr voll >?Z".' pichle erkannt, funden die geheimnis-Acen'. " '' °us welchen das Leben oft' teuflische die er I, ^""bringt? Die feinen Saiten im Herzen anämriff""" .W"li"sm"i^n hat das Schicksal so brutal bis a.,s - 'b sic alle auf einmal zersprangen, alle ewia !,/'"^ '" welcher festgezanbert ist eine Nahe. Uch. » c. "?' schmerz und Wehe! Da kann mensch, si/...'""'! "'Hl mchr helfen! Alle Patienten haben bald 5 °°ae"l),nmeu. aber diese >'V'' ^ schelte ironisch: «Bevor irgend ein Patienli -s """Wichten Räthsel löst. wird meine Weit?? „ cH" Wohnung nm einige hundert Schritte '" aufschlagen — anf dem Friedlose!» Patient ^ "Hl' der alte Sonderling: seine einzige lektenn s !"^' ^ld darauf, nachdem sie noch zum Nicht, °"' N"f ausgestoßen hatte! «Verlas« mich (Nachbrull «rdoten.) Stolze Aerzen. No man aus dem Englischen. Von Vlax von Weißenihnrn. (6i1. Fortsetzung.) So laut. alb ez der Graf von Moulövie nur irgeud vermochte, gab er eine Frage zurück, »md alsbald hörte man deutlicher die Antwort: «Rasch — rasch — spät!» Wieder rief der Graf eine Frage, ohne jedoch Ant« wolt zu eihallen. «O. zurilck, nur schnell znrilck!» flehte Sidonie ängstlich, .Es ist keine Gefahr.» beruhigte der Graf. «das Mädchen wird nns jedenfalls beizeiten gewarnt haben!» Doch Sidunic hörte ihn nicht. Kaum vermochte er mit ihr Schritt zn halten. Nach einer Weile rief sie. so laut sie vermochte: «Pamela. Pamela!» Keine Autwort erfolgte. «Warum antwortet' sie nicht, Eugene?» flüsterte Sidonic mit stockendem Herzschlaq. «Zweifelsohne wartet sie draußen vor dem Eingang; wir sind jcht kaum zwanzig oder dreißig Schritte mehr davon entfernt. Wir sind sozusagen in Sicherheit.» «Was ist das?» fchrie Sidome vlöhlich auf. Ein lcmtrs Dröhnen war an ihr Ohr geschlagen. nnd unmittelbar darauf sah man eine schimmernde Masfe, die vom Eingang h.r sich ihnen näher und näher entgegenzliwälzen schien, als sei es eine riesige > Schlange. Der Graf stieß einen Schreckensruf aus und umschlang das Mädchen unwillkürlich mit beiden Armen, als könne er sie so schützen, selbst vor der Gewalt entfesselter Elemente. Das glänzende Unding, welches sich ihnen näherte, war nichts anderes als die Mreresflut. Die beiden waren abgesperrt von allem Leben; zu spät nahten sie dem Ansgange. ein Entkommen war unmöglich. Es war die See. die See, welche in die Höhle bereits eingedrungen war nnd sich schlangenartig ihnen entgegenwälzte. In Todesangst. Kalter Schweiß trat auf Eugene's Stirn; er begriff im Nn die Situation, deren Gefahr und Hoffnungslosigkeit Sidonie noch nicht ahnte. «O. Ellgene, es ist Wasser, es ist die See! Rasch — oder es dürfte zn spät weiden!» rief sie erschreckt. Dürfte zu spät werden! Er wusste, dass es be-reits zn spät war. Trotzdem sprach er ermuthigend: «Fürchte nichts. Sidonie; wir müssen einen kühnen Versuch wagen!» Sidonie halb tragend, rise der Graf fte m,t sich fort; in demselben Momente schlugen ihnen die Wellen bereits hoch entgegen. Sidonie erbleichte und stieß einen Angstschrei aus. Den Lippen des Grafen entschlüpfte unwillkürlich eine Verwünschung, welche Pamrla galt. «Eugene, nicht solche Worte!» flehte Sidonie, sich ängstlich an ihn anschmiea/nd. «Woher wissen wir. dass sie nicht ihr Leben eingebüßt hat in dem Bemühen, »lns Hilfe zu bringen?» Laibüchl'l Zeitung Nr. 19. 154 34. Iäll!ier"l888, musste ich der originellen Auffassung uud glücklichen Vereinigung der Wirklichkeit mit dem Gedankenbilde mein vollstes Lob zollen, und in besonderem Maße erfüllte mich mit freudiger Genugthuung das erwärmende Leben, welches der junge Künstler seinem Werke einzuhauchen verstanden. Der Stadt Laibach muss das fertige Monument zur wahren Zierde gereichen, des Künstlers Landsleuten aber zum Stolze und erfreuenden Bewusstsein, ein Monument zu besitzen, welches eine heimatliche Kraft zum Schöpfer hat. Ich erachte es als eine angenehme Pflicht, Ihrem geschätzten Blatte in kurzen Worten Mittheilung von dieser erfreulichen Thatsache zu machen. — (Die neue Sta a ts-Ge werbe schule in Trieft) wurde Samstag in Anwesenheit des Statthalters Freiherrn van Pretis, des Bischofs Msgr. Glavina, der Spitzen der Civil- und Militärbehörden, des Podestä Dr. Bazzoni mit dem Gemeinderathe und des Handelskammer-Präsidenten Freiherrn von Reinelt mit den Handelskammermitgliedern in festlichster Weise eröffnet. Der Director der Anstalt, Herr He sky, stellte die Entwicklung des industriellen Bildungswesens in Oesterreich und die vielfachen Vortheile dar, welche für Trieft und die südlichen Länder der Monarchie von der Staats-Gewerbeschule zu erhoffen seien, und schloss mit einem dreifachen, begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Der Statthalter erklärte sodann im Namen des Unterrichtsministers die Schule für eröffnet und wünschte ihr das beste Gedeihen. Der Podestä dankte namens der Stadt der Regierung und insbesondere dem Herrn Unterrichtsminister für die allgemein ersehnte und gewürdigte Institution, welchem Dante der Handelskammer-Präsident sich anschloss. — (Neue Cigarren.) Durch die dichten Reihen der Raucher gieng vor kurzem ein Angstschrei, als sich die Nachricht verbreitete, dass das Tabalärar sich mit allerlei schwarzen Gedanken über Erhöhung der Preise unserer beliebtesten Cigarrensorten trage. Aus diesen Preiserhöhungen ist zum Glück nichts geworden, wohl aber beabsichtigt, wie nunmehr verlautet, die Generaldirection der Tabakregie demnächst eine neue Cigarrensorte in Verschleiß zu bringen, deren Preis per Stück zwei Kreuzer, gleich dem der gemischten Ausländer, der sogenannten «Kurzen», betragen wird. Die neue Cigarre soll jedoch trotz des gleichen Preises von bedeutend besserer Qualität sein, ja es heißt sogar, dass die Kostproben ein befriedigendes Resultat ergeben haben. Die Bezeichnung dieser neuen Cigarrensorte ist bisher noch nicht festgesetzt. Ferner soll die Generaldirection der Tabakregie an sämmtliche cisleithanische Tabatfabriken die Aufforderung gerichtet haben, bei der Fabrication von Cigarren von nun an rigoroser vorzugehen, da zahlreiche Klagen aus dein Publicum eingelaufen find. — (Ein Hebung der Brantweinauflage.) Wie man uns mittheilt, sind zu oer gestern stattgefundenen Verhandlung über die Verpachtung der Landcsauflage auf den Verbrauch gebrannter geistiger Getränke zahlreiche Betheiligle erschienen, die für die einzelnen Steuerbczirke Anbote machten - drei Betheiligte boten aber für das ganze Land, und zwar einer 97 000 sl., ein zweiter 105 000 fl. und die jetzigen Pächter 121000 fl. für eilf Monate. Die Auflage wird demnach, wenn das letzte Anbot angenommen wird, etwas über 130 000 st. im laufenden Jahre abwerfen. — (Stand der Blattern.) Stand am 21sten Jänner: 41 Männer, 44 Weiber, zusammen 167 Per- «Hilfe? Für mich unterliegt es keinem Zweifel, das« sie uns absichtlich in Gefahr gebracht. Fasse nach diesem Felsen, Sidonie. und klammere dich so fest daran, als du n»r irgend vermagst. Halte mit der einen Hand die Laterne hoch und versuche der Gewalt des Wassers zu widerstehen. Ich will inzwischen versuchen, vorwärts zu dringen, um das Terrain zu recognoscieren; viel' leicht ist ein Boot in Sicht.» Sidonie gehorchte schweigend. Die Verwünschung, welche der Gras Pamela nachgesendet, hatte das junge Mädchen hinreichend über den Ernst der Situation auf^ geklärt. Sich an den Felsen anklammernd, stehen bleibend, wenn llue ilcne Welle durch die Oeffnung schlug, so nahtr sich der Gras vorsichtig dem Ausgange. Und mit verzweifelnder Gewalt ankämpfend gegen die Kraft der Wogen, gelang es Eugene, weit genug vorzudringen, um während eines momentanen Stillstandes hinaus-znbllcken in das Tageslicht. Was er sah, that ihm deutlich dar. dass jede Hoffnung ailf Rettung vergeblich sei. Er sah den wol-tenln'decktt'n Himmel, er horte das Psnfln des Sturmes, er sah die immer mächtiger anwachsenden Wellen, ja. er sah mehr noch. Er sah Pamela, wclche ans dem oberen Felspfade, von den Wellen umspült, sich mühsam cmporkämpfte nach der gesicherten Stelle dcs Strande. Eine neue Welle, welche in die Höhle hineinschlug, blendete den Grafen, dass cr seinen Stutzpunkt verlor uud zünicklalimeltc. Sidon.e schrie laut auf; der Graf hörte es und raffte sich auf. so rasch er es vermochte, um sie zn beruhign. (Fortsetzung folgt.) sonen. Am 21. bis 22. Jänner sind zugewachsen: drei Männer, 5 Weiber und 4 Kinder, zusammen 12 Personen, Ein Abgang durch Genesung oder Tod fand nicht statt, daher verblieben in Behandlung mit 22. Jänner: 44 Männer, 49 Weiber nnd 86 Kinder, zusammen 179 Personen. — (Vom Eis lau fpla he.) Allen Freunden des Eissportes bringen wir die angenehme Nachricht, dass heute nachmittags 3 Uhr die Regimentslapclle auf dem Eislaufplatze concertieren wird. Zugleich wurden wir cr^ sucht, aufmerksam zu machen, dass beim Zugänge zum Eislaufplatze eine Cassa aufgestellt sein wird, bei welcher für jene, die sich nicht durch den Besitz einer ans Namen lautenden Mitglieds- oder Saisonkarte ausweisen können, Tageskarten ü 30 kr. per Person zu haben sein werden. — (Wochenausweis der Sterbefälle.) Dem soeben publicierten 2. Wochenausweis der Elerbefälle in den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Daten:____________________________________ .« Gesammtzahl ^ AZ^5 Städte T ^» Vl'l storbrnell " ^ -> ^ ^ H3"____________«^. ZZ«^ "^« «. « zusam- 8 I "5" z> ZV M. w. '^ " 5°^ Laidach . l 27 572 15 17 32 8 l 60-3 Wien. . . 790 381 208 209 417 33 ,27 3 Prag. . . 184 009 81 66 147 42 414 Graz. . . 104 740 41 85 76 13 37 5 Klagcnfurt 19 521 6 7 13 b 34 5 Trieft . . 157 159 6? 55 122 6 40 1 Gorz. . . 22 545 14 10 24 — 550 Pol.,. . . 26 823 N 4 15 — 28 9 gara. . . 12 326 3 5 8 3 33 5 Von der Gesammtzahl der Verstorbenen sind in Laibach 37 5 Piocent in Krankenanstalten gestorben. — (Bei den P o st sparca ssen in Krain) wurden im Dezember 1887 im Sparverkehre 15 692 fl. und im Checkuerlehre 505 490 fl. eingelegt und im Sparverlehre 9937 fl. und im Checkverkehre 119 215 fl. zurückgezahlt. — (Slovenisches Theater.) Die vorgestrig? Vorstellung des dramatischen Vereines war wieder ziemlich gut besucht, und fanden die Darsteller, die ihre Rollen zumeist recht gut absolvierten, verdienten, reichlichen Beifall. — (Aus dem Gerich tssaale.) Der Defrau-dant Karl Suppanz aus Drachenburg wurde vom Schwurgerichte in Cilli nach zweitägiger Verhandlung zu drei Iahrin schweren Kerkers mit je einem Fasttage im Monate verurtheilt. — Vor dem Schwurgerichte in Trieft begann gestern die auf drei Tage anberaumte Verhandlung gegen den Casse-Assistcnten der Creditanstalt Victor Maffei und dessen Geliebte Maria Ribos wegen des an dem Cassier der Creditanstalt, Enrico Mosettig, begangenen meuchlerischen Raubmordes. Den Vorsitz führt Landesgerichtsrath Sciolis, die Anklage vertritt Landesgerichtsrath Crusiz und in die Vertheidigung theilen sich Dr. Angeli für Maffei uud Dr. Millanich für die Ribos, Es sind 28 Zeugen vorgeladen, darunter zwei Doctoren der Medicin, zwei Osfi-ciere und Sachverständige für Schießwaffen. — (Stritars Werke.) Von den im Verlage der Firm« Kleinmayr H Namberg erscheinenden gesam» melten Werken Stritars ist gestern das 30. Bündchen zur Ausgabe gelangt. — (Die Torpedofabrik in Fiume) musste 80 Arbeiter entlassen, nachdem sie mit einem deutschen Unternehmen nicht zu concurrieren vermag. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wicu, 23. Jänner. In einer der ersten Sitzungen des Abgeordnetenhauses wird eine Interpellation bezüglich der Nordbahnrefactie für den Transport der Ostrauer Kohle nach Südbahnstationen eingebracht werden. Prag, 23. Jänner. Das Executivcomite' der deutschen Abgeordneten lehnte in seiner Versammlung, welche im Deutschen Hanse nnter dem Vorsitze Dr. Schmeykals stattfand, den durch den Fürsten Lobkowiy übermittelten Antrag, in Ausgleichsverhanoluna/n einzugehen, ebenso ab, wie den eventuellen Wiedereintritt in den Landtag, weil eine sichere Grundlage für die Erfüllung , der berechtigten deutschen Forderungen noch immer fehle. Berlin, 23. Jänner. Das Kaiserpaar wohnte beim Ordensfest der Verkündigung der nenen Ordensverleihungen und der Vorstellung der nenernannten Ritter sowie der Drsilierconr bei und kehrte sodann in das Palais zurück. Der Fürstbischof von Vreslau erhielt den Stern znm Kronenorden Meiler, der Erzbischof Dinder von Posen den rothen Adlerorden zweiter Classe Vcrlin, 23. Jänner. Dem Nnndcsrathe gieng heute die Vorlage betreffs Aufnahme einer Anleihe zu einem militärischen Zwecke zn, welcher als geheim bezeichnet sein soll. Rom, 23. Jänner. Gestern vormittags fand unltl dem üblichen Ceremoniell die Heiligsprechung Louis Gragnon de Monforts, des Gründers der Missionäre vom' hl. Geist und der Töchter der Weisheit, statt. Del Erzbischof von Paris celebrierte die Messe. Nachmittags verrichtete der Papst vor dcm Äilde des Heiliggesprochen nen ein Gebet. Paris, 23. Jänner. Vci einer anarchistischen Con-ferenz in der Musikhalle zu Havre schoss der Halls« tnecht Lucas ans einem Revolver Lonise Michel das lillke Ohr ab; eine andere Kugel traf ihr Schläfe^ bein. Die Beweggründe zu dieser That sind unbekannt. Der Attentäter wnrde fast gelyncht, Die Wimde» scheinen bedenklich. Die Kngel aus dem Schläfenbein wurde herausgezogen. Nancy, 23. Jänner. Ein deutscher Zollwächtel stürzte auf einen im Grenzgebiete jagenden 71jährigen Bewohner von Audun le Roman Namens Barbeiot, der sich ihm ans sein Zeichen ohne Misstranen näherte, warf ihn zn Boden nnd enlriss ihm sein geladenes Gewehr, welches er mitnahm. Varberot ist sehr geachtet. Sofia, 23. Jänner. Prinz Ferdinand und Prii' zessin Clementine sind in Begleitung der Mmistel Stambnlov, Nacevic und Mntluroo und einer zahs' reichen Suite heule vormittags nm 10 Uhr nach M lippopel abgereist. Belgrad, 23. Jänner. Die Skupschtina wurde alli' gelöit. Die Neuwahlen finden am 4. März statt. Korrespondenz der Redaction. Mehrere Kaufleute hier: Von der Aerijffentlichll«! Ihrer Zuschrift müssen wir aus mehrfache» Gründen llmgaüi nehmen, werden jedoch von dem Inhalt derselben an compete"' tcr Stelle Mittheilung machen. Anssctommcne Fremde. Am 22. Jänner. Hotel Stadt Wien. Limpe, Kauf»,., Engelslierg. - ÄraB Hofmann, Nöhm, Wranlag, Lehman», Klaus, Kauftet Wien. - Heiuerich, Kaufn,., Karlstadl. — Schuster, Kaufte ! Gottschee. — Goruft, Privat; Moser, Lieutenant, Fiume. j Hotel (befallt. Lipluwitz, Kaufmann, München. — »tosenfelb > Kaufmann, Nürnberg. — Hula, Wertheimcr, Zucterbäclel, : Rosenberg. Kaufleute, Wien, — Excellenz V.non Piirler. F"l>' zeugmeister, Oraz. — Steiner, Stiller, Kaufleute, wraz. ^ Nothschild, Kaufmann, Kanischa. — Fischt, Kaufmann, Kaltt' stadt. — Kundic, Kanfmann. Volosea. — Irllrnc, Wcislgerbcl, Cilli. - Merhar, Besitzer, Niederdorf. — Scvar, Besitz"' Nrudorf. , Gasthllf Siidbahnhof. Winter, Reis., Wien. — Tomic, Leh^' s. Fran, Agram. — Smole, Besitzer, Idria. — Starcich, 3"' brilant, Macarsca. — Ianthal, Besitzer, Commenda. ^ Korce, Vcsihec, Zirknitz. — Kurnil, Privatier, Laibach. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Troger, Kfm,, Villach. — Selel"' Schriftführer, Zara. - Werlec, Weinhändlcr, Zclina. Verstorbene. Den 22. Iänne r. Franz Voucon, Sesselmachers S»^ :i'/„ Mon., Wienerstrasze 7, Fraisen. Den 2 3. Jänner. Anna t«orml, Arbeiterin, 68 3" Deulsche Gasse 9. Verblutung. - Katharina Iansa, H<>" bcsitzers Tochter, 3 I., Hühnerdorf 1«, Blattern. Im Spit ale: T> cn 23. Iänner. Johann Ieretina, TaMmer, l'U 3' Lungenödem. Im städtischen Nothsftitale: Den 23. Jänner. Franz Kramar, Arbeiters' S^"' 14 I„ Blattern. Meteorologische VeobächtmilM in ^aibach^- MM« ?33^s^1-0 > O.^chwach 1 bewßlti s^, 23.2 . N. 734-2 4 0 NO. schwach heiter ^ 9 . Ab. 737 9 -0-4 NO. schwach halb heiter , Morgens leicht bewältt, tagsüber sonnig, Abcndroth. ^, Tagesmittel der Temperatur 09«, um 2 9« über dem Norn^, Verantwortlicher Redacteur: I. Naa. lii. ^ Danksagung. Tief ergriffen durch die unzähligen Beweise der Liebe und Theilnahme, die mir allseitig, insbesondere von der Bevölkerung Wipftachs, anlässlich des Hi»' scheidens meiner unuergesslichen Gattin Marie Deports , gegebcu wurden, und außerstande, hiefür jedem ein' zcln zu danten, sage ich hier allen Freunde», die »lit i» diesen schweren Sttliiden beist,i»den, inöbesonderc der hochwürdigm weistlichleit, den Damen, die deM Leichenzugc mit Kerzen das Geleite gaben, den Sven-dern der herrlichen Kränze, den Mitgliedern des Zweigvereincs vom »rothen Kreuze», des Gesangs' uereines, der Lehrerschaft und der Hitalüica aus tiefster Seele den innigsten Daul. Anton Z>eperil5- Wippach am 19. Jänner 188«. 155 Course a« der Wiener Dorse »on, 33. Jänner 1888. «°«, °,f.«e°e„ °«r«b,».,. Geld >Wa,c Etaats.Anlthcn. Eilbcrrentc .....^'^ 7«'»li D^.,.,O''',^,, ,.«,.»,. " «-laa.s^b. awg^s..,) ,24-^,^ Grlllldtutl.Ol,linati«ucn (ji!v 10», s, ^H)j^ l»"/u dübniijch^ chcld Wa,c 5>"/n Temescr Vanat . . , . ,(,< 5« —-— 5"/,, unnarischc...... 194,s,<, il.L>20 Andere öffentl. Äulchru. Doüa»-M^. Vosc 5^/,, ,U0 ,LU'2s> dlo Anlcihc I«?«, steuerftci ,o< 75. ,l»s> ?5 Änlepeu d, Slabtgrmcinbc Wicn !,.'< s,o lo Anlche» b. Sladlgcmcindc Wicn (Silbcr unb Gold, ..,.__- — __ Piamien'An!,d.S!,istgcm, Witn i<» — »2» s,n Psulldlllirfe (sl!r >U«, sl) Vodrinr, nllss. Vstcrv. 4"/,. Gold . ,^n z!L > b<" '"/'", ., „ 4«/n . !.7^.0 ,,«- bto, Pramici! Schil-,.'!"/„ ,01 2s> '«I 5. Ocst, Hyp'lhclt»ba>,l wj, s<>/,"/„ il»,, lo Ocst ^u, g, !. axl veil <>/,"/>,. , '02 — >c»ll'4<» bto. „ 4"/<, , , !»v 5,0 w« ^k0, „ <"/„ , . » ,'s>s, !!»<> — u«g, all«, Vodencrcbit-Nclienacs, in Pcft im I, 1«:«!» ucll, 5>'//'/„ - - - - Priolitiits-Ollligalionril (fill Nw s!,> «ilisabcth.N'esibahn l, «imilsion - - - - sterdinanbs-Nordbahn i» Silber «ü «5» loo — ftsoxz Arsüs.Vahn..... —>— —.— Oalizischc «arl-5'udwiq . V^hn En,. 1^81 !!!,!> fl. S, 4>/,'7,> - !»«-^ ««<»0 Ocsltlr, Noitwcftbahn , . . l«l>-a<>!i!>s>'«c» Geld , War« Ctacltsbahn l. «tmission , , ,«!<-s>c» lfty'f.o Sllbbahn «^ I"/,, . ,<5 - ,4c— ^ "'/>, , , , ' l^? — — . Ung.-galiz, Bahn..... ^»z„ «« «y Diverse Lose fper Cliicl), Crcdillosc 100 II, ... l?,—!,77 s.u lilaly ^'0sc 4<» sl. .... 4!»'00 4N's>0 <"/,, Do»a,!°Dampfsch. wo fl. > u.s,(» ,,?5>« i>aibacherPlämien.Unleh.«0fl. 2ls.n — - Oscnei Loic 4«, sl. . . . b0'. 0, — Palfflil'ose 4« fl..... 4«-^. 4» «c> Nolbcn krcuz, oft. G«s. v.iofl. N»' '?'» R»dl'lsVc>>c !0 fl..... ,!»-s,0 zo — Enlm Vetc «> sl..... s,U-s,<, s.ü-s.n Cl. ("c!!>,'!«.Lose 4« sl. . 62'— «3 - W«ldNci!,^ sl, , , <9 — KU — Vanl-Actien (vcr Clücl). Äoglo Ocstllr. «anl 2oc> sl. , ,uu s. >«i Ganlvcrein, Wien», ,uo sl . »»75 »4 2s> Vbncs.^nst.. ös<. i»oofl.S.4<>"/„ «,4'5n »lk— lirdl.^lnst. s. HanduGioos«, ^«» ?5 «7« — Evctilbaxl. «llg. Ung. 2l>u sl. v7» — 27.1 s,0 Dcpos!«enb>,nl, «llq. 2<»<> sl. . , « .. i?i — «iicomplt O, Nlcdelost, s.,!l)fl. k>» — s>«»— Hvpolhclenb., ös!.2««sl.2s.'V„<3 — — —^ ».'«„derb., üst.2oo fl. G.s,0"/„<, 20» - Olslcrr. ling. Banl . . . . 8««'-8U8' »lnionbanl 20U sl. . , , ,!»<,'s«, ,!»!»'?s, Vcilcdlsbanl. ÄUü , ,1,, s> ,,,^ ,1.. ., "Veld Ware Actis« von Transport-UnternelimlllMN. Nlbrecht-Unhn 20,, sl, <2,lbti . —'— — — Älsölb^ium.Äahn 2i«l. ——i —'-- Vo;m. Nordbahn 15« fl. . . . ,<, >7U l.u Wcstbalm 200 fl. . . . 2«l, «,,2«s, s,o Vufchtiehradcr »tisb. s.oo fl. dr!tt'!>chri <ö, B 2..Tir.1lI.nand?°Nordt>. louu sl. »iM. »4<2 75 l»»25 Graz'Kösll>chtl(i. U,2«o!l,cl W. —— -.. ziablendcrg Eisenbahn IW sl. .-------. - «aschlluOdcrb.^isunl'. 2!!,>f!.S. — ^ . -. ^'cmbcrss ^^riil'N'ih^asjy Visen' badn-Gesclljchasl «>l» fl. 0, W. »u» 25 20« 50 klovd. ost.'ung,,l,icft s.,w sl (iM. 45., -!4l>» lDlsttll. »iordwefll,. 2«,!» fi. Silb. ,l>3 7s.!,54'2s> .d«r. (!it1!,2W sl.Si!bcr . ,n,'ü» ,«2 — Pran-D,i,c, iiiscnb. ,s>ufl. Silb. ,875 I? — Rndols'Bnh» 20u sl. Silb^i . „>»>— ,7« b<» Sicbcütilrncr Liscnb 2U!) !»,4 fl.(iM, ,4» 5.0 l4!».5u Iiamway'Gcs.. Wr. l?c> fl 0. W. «>3 7l, «4 «5 „ Wl., neu ,00 fl 40 50 4?.. Tlansporl Gesellschaft 1 „0 fl , ^.. ^__ Ung.'aaliz. Eiscnb. 20« fl. Silb« !,bl».— l«<»,- Ung. Noldostbahn il«l> sl. Silb« ,5« - ,«5« Un».wcstb.sMaab°Gra»)2U»fl.S. ,^4-75 lbl-,5 Industrie-Aclitn (per Stücl). lighbi unb ssindbera, ltisen- unb Elahl.Ind. in Men ,U0 fl. , »s,-- »5>75 «tisenbahnw^'eihss l. «<»« - l«.5u !l!0 s.'. . lUU - .04 — Wafscnf-Ä.Oeft.in W.loofl, . ,«->«?- Devisen. Deutsche Plätze...... N» »'5 «« 10 tendon ... . 1«0.7<> >»,»<» P«i« . . . l,0 15 50 «11 Valuten. Ducalcn........ 5 »7 s>»» üu-Franc«>'T!ü- -.- Deutscht R'ichebaxlnolen . . «2 lli» »,2 »7z ^lalienischt Vanlno'.en (l^U^ill) 4X15 4» «b Papier Rubel pcr Slücl . . l o«,» ,10»