LmtmchcrMMtlmg. Nr. 22 br^unu,, i a! , l'!, v »'re l» ^ .'M v^><üpt>.",i ganz/. «. N, l,ali>j. ss. 5.5,0. Fill die ^ustcMmss in»j ^paui, yalbj. 2U II. Mit der Post «a»z>. ft. 15, yolbj. ft. ?.5>0. Freitag, 2«. Iämm »m. w lr, i>. s. w. Inslllion«ste«pel jebcem. «o lr. I«7U. Mit 1. Februar beginnt ein neues Abonnement auf die „Oaibacher Zeitung." Der Prünumerations-PrciS beträgt für die Zeit vom I. Februar bis Ende Juni 187V: Im Comptoir offen........4 fl. 60 kr. Im Comptoir nnter Convert . . , „ 5 „ -Für ^aibach ins Haus zugestellt . , . 5 ,5 — Mit Post unter Schleifen.....6 ., 25 „ Amtlicher Theil. Der Minister für Cultus uud Unterricht hat die Wiener ^andesgerichtsräthc Dr. Johann Hitzinaer und Dr. Julius Kunzel Edlen von ^ichton, dann den Privatdoccnlcn an der rechts- und staatswisse»schaft-'l!chei, Facultät in Wien Dr. Hofmann zu Prüfungs-commissären bci der judicicllen Abtheilung der thcoreli« schcn StaalsprüfungScommifsion in Wien ernannt. Nichtamtlicher Theil. Englische stimmen über Oesterreich. Bei Erörterung der österreichischen Ministcrkrise hatte von dcn englischen Blättern bis jctzt eigentlich nur die „Times" dcr durch die Majorität dcs Cabinets vertretenen Richtung entschieden das Wort geredet. Mit größerer Bestimmtheit aber noch als sie äußert sich das lilicralc, eigentlich radicale Wochenblatt „Spectator." Ihm scheint die ganze Sache höchst einfach und seine Sprache lautet daher anch kräftig und energisch: „Warum in, Namen des Liberalismus/' ruft er aus, ,,ift denn die Parlci dcr Föderalisten lwthwcndia. auch die liberale Partei? Sollen wir Ansprüche des Fürsten-thmus Wales auf Autonomie unterstützen, oder den Ortncyinseln ein besonderes Parlament gewähren, oder Uorlshirc vom Königreich trennen, oder Cornwall gc-statten, sich seine eigenen Gesetze zurccht zn schneiden? Und wenn wir zu all' diesem nicht gesonnen sind, warum sollen wir einen ähnlichen Thcilungi>ftroccß in Oesterreich befürworten? Die Freiheit hat in dieser Sache nichts zu thun und die Civilisationsargumentc deuten alle nach dcr andern Seite. Angenommen. Oesterreich würde ein GnndcSstaat, was wäre die Folge? In Tirol würde kein Protestant leben können, m Galizicn würde alle, Energie in dem vergeblichen Streben erschöpft wer-dcn, die Unabhängigkeit und Cinheit Polens nochmals zu begründen, in Böhmen würde eine weniger cioilifirte Majorität unter unaufhörlichen Ruhestörungen eine hühcr civilisirtc Minorität zu erdrücken suchen und in dcn eigentlich deutschen ^andcSthcilcn würde aller Fortschritt durch einen mörderischen Kamps zwischen den Anhängern des einigen DcntschlandS und dcn Anhängern des Hauses Habsbnrg ins Stocken gebracht werden. Unterdessen würde der gemeinschaftliche Souverän mehr und mehr König von Ungarn werden, und die Mission Oesterreichs, d. h. das Werk, zu dessen Erfüllung die Erhaltung Oesterreichs auf seinem Platze wünschenSwerth erscheint, würde unerfüllt bleiben. Die germanische Civilisation ist die einzige höhere Cultur, die sich im Donauthale ausbreiten kann, und es wäre besser, wenn sie durch mildere und mehr sym^ pathischc Einflüsse fortgepflanzt würdc, als ein unwiderstehliches einiges Deutschland zu ihren Gunsten wahr-scheinlich aufbieten würde. Im Ucbrigcn ist auch durch» aus lcinc Veranlassung zu der Behauptung, daß dcr Widerstand gegen die Deutschen ein Wibcrstano gegen Unterdrücker und Drängcr wärc. Die Dculschcn weigern den Böhmen und Galizicrn kein Vorrecht, welches wir dcn Wallisern oder Schollen gewähren. Alle Classen und Provinzen wählen ihre Vertreter in derselben Weise, alle sind in gleichrr Weise zu jeder Stelle, zu jedem Posten im Staatsdienste befähigt. Allerdings wird wie in England nur eine Sprache im Staatslebcn angewendet (?) allein diese Sprache ist eben die Sprache dcr Majo-rilät, sie ist an und für sich, das müssen ihre Gegner einräumen, dcr Schlüssel zu einer Literatur, wie leine andere Zunge in Oesterreich eine ähnliche besitzt, und ist nicht „ur dic bequemste GcschäflSsprachc im ^andc selbst, sondern auch im Verkehr mit dcr Welt. Jeder mag nach seinem Belieben immerhi» ci»c l'csondcre Sprache anbauen, auf seinen licsondclcn Glamm stolz seil, oder sich mit einen, Natmnalcoslüin schmücken . und wenn sonft noch clwu Spuvcn von unbilliger Ungleichheit vor dem Gesetze vorhanden sein, so bcdürftc es nur einer allgemeinen Anstrengung der Vertreter der verschiedenen Nationalitäten, um sie zu entfernen. Uns scheint es, daß die Majorität des Cabinets dic liberale Seile darstellt und wir bedauern es nicht, daß dcr Kaiser schließlich ihrer Politik dcn Vorzug gegeben hat. Als Kaiser lonnlc er laum etwas anderes thnn. Seine dculschcn Untcvlhancn haben eine klare (relative) Majorität und sind ganz fanatisch in dem Entschlüsse, sich nicht von anderen als Deutschen regieren zu lassen. Sie würden sich noch eher den Hohcnzollcrn m die Arme werfen und ein einiges und mächtiges deutsches Reich gründen helfen. Sie möqen in diefem Pnnktc Unrecht haben, und cS ist unzweifelhaft einigermaßen unbillig, ihre Grundsätze aufs alleräußerste zu treiben, allein man darf nicht vergessen, daß der Teutone im Grnnde dem Angelsachsen fchr ähnlich ist, und daß in dcr ganzen Welt keine Erschlossene Schaar von zehn-> tausend englisch redenden Männern einem andern Volle sich unterwirft. Sie weigern sich schlechterdings, eS zu thun, und in dcn wenizen Fällen, wo sie nicht im Stande waren, ihren Willen durchzusetzen und eine eigene Regierung zu bilden, da sind sie schweigend nach und nach abgezogen. Die Habsburger mit ihrer Geschichte, ihrer Cnltur und ihren Familienbanden lönnen ulm>öa.lich ihre Hlel» lung in Europa aufgeben, umsowcniger, als sie durib« aus leinen Grund haben, am Dualismus zu ve^wei^ ! feln. Wenn der Kaiser allzusehr iu d>e Enge getrieben wird, so braucht er nur das Opfer seines Slopes ;u bringen und in Berlin eine heimliche M>anz anzolra» !gen, fclbst für dcn Fall. daß sich der Nordbund über ^dcn Main ausdehnt. Dann wäre es mit allem Wider» ! stände auf einmal vorbei. Es fülll schwer zu alauden, ! daß dic Nicktdeutschen diese Thatsachen mcht fafscu soll ! ten, oder daß cS den Deuischen, falls sie mit ernstem ^Entschlüsse, mit Gerechtigkeit und BllliMl vorgehen, nicht ullmälig gelingen sollte, Cleleilhanien in emm geschlossenen Staat unter einem freien Parlamente und ! einer bis jetzt noch unangefochtenen Dynastie zu r»er» ' schmelzen. Ohne Zweifel wü> de auch bei directen Wah» len eine deutsche Majorität dann eine dalbsluoischc oder ganz slavische Minorität beherrschen, allcm eS ist auch ! zum mindesten ebenso billig, als daß in Böhmen eine ! slavische Majorität eine deutsche Minorität regieren ! solllc, was jedenfalls unter dcm Föderalismus geschähe. Ein Ucbcrgewicht ähnlicher Art besteht iu allen Bändern Europa'S, Italien allein ausgenommen, und es ist geradezu eine Bedinauna dcr Efistenz fast jeder großen Nation. ES aivt lein Argument für die Autonomie Böhmens, das sich nicht auch für die Autonomie Irlands anführen ließe, ,ind die Majorität des österreichischen Cabinets thut bei Erörterung ocS Föderalismus nur, waS unscr cigcncS Ministerium thun würde, wenn Repeal wieder aufs Tapet kommen würde." ^itisch^Üebersicht^ Laibach, 27. Jänner. Die Generaldebatte über die Adresse ist unter dcm Eindrucke dcr versöhnlichen und maßvollen Rede dcs Ministers Dr. Giskra zu einem befriedi- 'sl'lM'lml. Aus Wien. Im Jänner. ^- Der Carneoal-Kalendcr beginnt allmälig Fleisch und Blur zu werden. Die Saison des schwarzen Frackes und der weißen Craualc, dcs siorartigcn Tarlatan und d.cr incoinmensurablcu Tellcrbouqucls nimmt dieses Jahr emen unerwartet raschen Aufschwung. Es gibt in ganz Wien momentan laum cm größeres Hotel, welches nicht zum Wcrbcburcan für dic cimmchtigen Freiwilligen ir gend eines Elitcballcs geworden wäre. Und so zahllos auch die Fiaker sind, welche, mit Ball Comil,^ Mitgliedern gefüllt, die Straßen durchkreuzen, so ist doch eine löbliche t. k. General-Postdircttion nahe dnran um Vermehrung ihres Personales einzuschreiten. so sehr drängen sich iu diesen Tagen die Corrcspondcnz Kartell nnt Ball-Einladungen. Iu unseren Journalen halten dle Carncual.Chroniquen mit ihren etwas übertragenen Phrasen von dcm „Kranze reizender Damen" und ihren ..smmgen Ueberraschuna.cn" iu Form von Tanzord» "ü"^' '3. "^^" Schritt mit den endlosen Berichten !Ü" m ,T,l'euerungs.Enqu.'>le, mit ihren minder poeti-"."l "v'l"^t und Austrieb," auf ..Beschau- und Marktpreis." Und dabei stehen Haus Unterhaltungen, lölitebällc und Redoulcu bereits gleich. Maßlg m Flor Eg fehlt nnscrem Carncval Kalender nur noch cm Sc.tenstuck zu jc„cm feinen Balle, den mnge Damen zu Gloucester, iu Massachnsetts. ar-rankten, zu dcm nicht nnr sie die Herren ihrer Be-lanntschaft einluden, sondern auch sic die sämmtlichen «often aus eigener Tasche bcstritten. Pon so liebens- würdiger Seile haben wir lcidcr bisher die Frauen-Emancipation nach nicht tcimcn gelernt. Höchstens in dcn „unteren Schichten" bcgcguclcn wir hier und da einigen Vorgeschrittenen, welche dic sämmtliche» Kosten für sich und ihrc Begleitung aus Eigcucm bcstriltcn. Dicsc Erscheinung ci„cs so zn sagrn Vor-Earnevals ist dcn Physiologen dcr Gesellschaft nm so überraschender, als es unter ihnen bisher wie ein Axiom angcschcn wurdc, daß cin langer Fasching stetö auch ein langweiliger Fasching scin müsse. Einen nicht zu unterschätzenden Eiklävunnsgrund dieser socialen Abnormität wollen dic Gelehrten jcncr Disciplin in dcr Eröffnung dcs ncucn Palastes dcr Gesellschaft der Musikfreunde gesunden haben. Und in Wahrheit hat fcil dcm Entstehen dcs „steinernen Märchens," wie dic Wicncr das prächtige Waarenhaus dcr Firma Haas anf dem Stock im-Eiscn nennen, nnd seit dcr Eröffnung dcs ncncn Opernhauses, lein architektonische Ercigniß die Residenz iu io lebhafte Bewegung versetzt, als diese jüngste That Hansen's, dcö nordischen Künstlers mit dcm hellenischen Geiste. Sei es jedoch, daß dieser Meister dcn Grazien überhaupt niihcr steht als dcr Utililät. sei es, daß er sich durch deu zweifachen Zwtck dcs Objectes — Concert Gebäude und Vallsaal bcirrt fühlte, eS ruhen uu' lcugbar, so wie auf Eonstruttion, so auch auf Ornamentik dcs Ganzen so manche leichte Schalten. Der Construction mangelt vor Allcm dic cincr zeitweilig von Tausenden durckfluthctcu Vaute so nothwendige Uebersichllichkcit nnd Klarheit. Selbst geschulte Concert' und Valllicsuchcr fühlen sich hier nicht selten in andcrcm Labyrinthe, aus dem sie nur dcr Ariadnefaden des leider unmöglich allgegenwärtigen Gcncralscc'etars odcr eines SaaldicncrS zu lcitcn vermag. Auch scheinen die unter dem Namen Ventilation ziemlich allgemein bekannten neuesten Errungenschaften der Technil für diese Räume absolut nicht gemacht worden zu scin. Durchschreitet man dicsc Eingangshallen, diese Stiegen, diese Corridorc und diese Säle, so hat man fortwährend die Empfindung, als begleite man Tamino und Pamina anf ihrer bedenklichen Promenade durch Feuer und Wasser. Die Oruamcntit dagegen macht durch ihre Uebcrfülle an Gold, Farbe und 5!ichl die inneren Räume als Conccrlsanl cin wcnig unruhig, während sie in den« selben als Ballsaal jede Toilette dcr Damen erblassen läßt. Dabei empfindet man cs trotz oder vielleicht eben wcgcn dieser Uebcrschwän^lichtcit peinlich, daß eS den beschränkten Mitteln dcr Gesellschaft nicht gegönnt war, mit dcn hochflicgendcn Intentionen Hansens gleichen Schritt zu halten. Sieht man von EisenwenaerS Herr« lichen Deckengemälden ab, so wird dem Beschauer allenthalben statt HrotcS ein Stein, statt eines Fisches ein Skorpion angeboten. An dic Slcllc dcr glänzenden Mar» morbetleidung und der massiven Serpenlinsäulen muhte zumeist eitel Verschalung und frisch gefirnißte Holzsockel, an die Stelle wuchtiger Bronce vergängliches Rauschgold, an die Stelle der Wandvcrkalkung im pompejanischen Style mit verwandter Farbe getünchte i>cinnmnt> treten. Nichtsdestoweniger haben die so einfachen und doch so kühnen Verhältnisse, besonders der Eule, das Er> hebende und wirklich Befreiende, das in diesen Räumen lebt und wcbl. dic bei allem Bunten doch so ergreifende Formen- und Farbcnharmonic alle Welt wie berauscht nnd gefangen genommen. Auf dem von der Gesellschaft der Musikfreunde im Beginne dcS Carnroals gegcbcncn Balle bewegte man sich in diesen Räumen wie in eimr Gcmäldcgaleric. Man vcigaß ganz und gar. auf cinrm Balle zu fein und ließ ganz einfach das schöne Ebenmaß der Verhältnisse, die Illusion sinniger Pracht und den 146 genden Abschlüsse gelangt. Vorläufig führen wir die prägnanteste Stelle auS dieser Rede hier an: ..Die Regierung hat nie dic Verfassung als ein Zwölftafcl-gcsetz betrachtet, welches unabänderlich wäre. Kein Mitglied der gegenwärtigen Regierung hat sich jemals gegen eine Verständigung ausgesprochen Welcher österreichische M'Mster könnte dies auch? Kein Parteiminister, um wie viel weniger ein österreichischer, könnte sich einer Verständigung abhold zeigen oder sie gar abwehren! Kein Schritt dcr Regierung l,üt jemals gezeigt, daß sie auf dem Standpunkte der Abwehr stehe. Die kaiserliche Regierung hat niemals eine Nationalität bedrückt, die Ver-ständlgung nie unmöglich erklärt. Und ich frage Sie. meine Herren aus dem östlichen Königreiche des Reiches, hat nicht die Regierung gerade m,t aller Hast einem Gcsetze die Sanction erwirkt, wclchcs es ermöglicht hat. einen entschiedenen Gegner der Regierung in den Neichs-rath zu schicken? Die Regierung hat. der Schwierigkeiten sich wohl bewußt und wohl wissend, daß sie der nationalen Opposition eine starte Waffe in dic Hand drücke, den Ausnahmszustand nie als politische, sondern nur als polizeiliche Maßregel eingeführt mid gegen den Rath der Unterbehörden so rasch aufgehoben, damit er nicht den Anschein einer politischen gewinne. Die Negierung wollte aber keine augenblicklich!: Abhilfe der Schwierigkeiten, womit man nur auf eine unbekannte freie Bahn gelangt wäre; sie will Versöhnung und Abwehr, das heißt Abwehr aller verfassungswidrigen Angriffe. Wir sind für Abwehr und Verständigung; die Männer, die heute an dcr Spitze der Regierung stehen, haben nie auch nur einer leisen Mahnung bedurft, um einzustehen für das Recht der Krone und das Heil des Vaterlandes." Wie dic „N. Fr. Pr." erfährt, hat das Ministerium bereits Vereinbarung über die schwebenden Fragen erzielt. Kaiserfcld's Ablehnung, in das Ministerium zu treten, gilt als unumstößlich, während U n-ger, Tinti und FML. Wagner als neu eintretende Minister mit Nachdruck genannt werden. Bei dem Galadiner im königlichen Schlosse zu Verlin zu Ehren Sr. k. Hoheit des Erzherzogs Carl Ludwig brachte der König einen Toast auf den Kaiser von Oesterreich aus. Der König gedachte mit besonderer Wärme den alten freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Oesterreich und Preußen bestanden und von seinem Vater mit dem damaligen Kaiser von Oesterreich angebahnt worden sind. In dcr Prager katholischen „Ressource" veranlaßte die Agitation für das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit sehr lebhafte Auftritte. Die Mehrzahl der Mitglieder dcr Ressource ist für die Unfehlbarkeit. Die Minorität, welche sich gegen die Unfehlbarkeit erklärt, beabsichtigt eine Adresse an den Car-dinal-Erzbischof abzusenden. Ein Mitglied dieser Minorität drohte mit dem Austritt aus dcr katholischen Kirche für den Fall. als die Unfehlbarkeit als Dogma verkündet werden sollte. AuS Rom. 25. Iänuer. wird der „N. Fr. Pr." gemeldet: Da trotz dcr Bulle über die Excom-municationen, welche den Zweitampf mit dem Bannflüche bedroht, seit der Publicirung derselben Prinz Peter Bonaparte sich duelliren wollte und ein Aristokrat (Graf UeMl. österreichischer Militär-Beuollmäch-lig wendet werden. 12. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 25. Jänner. Das Haus nimmt allmälig wieder seine gewöhn» lichc Physiognomie an. Das schlechte Wetter mag übrigens auch Ursache sein, daß die Galerien bedeutend schwächer besucht find, als in ocn letzten Sitzungen, welche die Adreß-Debatte ausfüllte. In dcr Hofloge ist abermals Se. k. Hoh. dcr Prinz Wasa anwesend. Das HauS füllt sich sehr langsam, so daß die Sitzung erst um ein Viertel auf 12 Uhr eröffnet werden kann. Den Vorsitz führt Herr v. Hopfen. (Herr v. Ka i se rf el d ist nicht im Hause anwesend, auch kein Minister hat sich zur Sitzung cingcfundcn.) Die Gcncral-Dcbattc über die Adresse wird fortgesetzt. Abg. Czcrkawski spricht gegen die Adresse. Die Erklärungen zweier ausgezeichneter Redner der Gegenseite, die dcr Adresse zustimmen wollen, weil dieselbe auch Worte der Versöhnung enthalte, haben ihn mit Dant erfüllt, weil dicse Erklärungen zeigten, daß keine unaus- füllblire Kluft die Gegenparteien in diesem Hause trenne. Aber dic Polen glaubten, dnß sich in dem Aoreßentwurfc gerade cin Mangel an Entgegenkommen fühlen lasse, und selber m einem Tone verfaßt sei, welcher der Situation nicht zu entsprechen scheine. Im Hause selbst sind Aeuße-rungen über die galizischc Resolution gefallen, welche die Ahnung erwecken muffen, daß auch dcr legale Weg, dcn dic Polcu betreten, ein absolut vergeblicher ftin werdc. Die Polen haben nie an der Rechtsträfligteit der Verfassung gezweifelt, obgleich die Mitwirkung eines gan zen Voltes bei dem Zustandekommen derselben fehlte und auch die Polen gegen dieselbe gestimmt haben. Bezug» lich dcr Czechcn sei zu bemerken, daß es Niemanden versagt sein könne, von einem Rechte keinen Gebrauch zu ma< chen. Die Polen glauben aber, die Verfassung müsse das Band sein, das alle Völker umschlingt, das dic Herzen erwärmt, weil das Volt in demselben scinc Rechte gewahrt findet Ein Vcrfassungsrecht aber, oon dem sich Völker fernhalten, stehe auf thonernen Füßen, und ein Windstoß könne dasselbe umstoßen. Die Adresse hat sich nicht auf diesen Standpunkt gestellt. Das Wcsen der constitutionellcn Einrichtung sei, daß auf allen Gebieten die Willkür ausgeschlossen ist. Und auch die Nationalität verlange, von jeder Will^ kür befreit zu sein. Habe man bedacht, welch' große Rolle jetzt die Nationalität im Staatsleben spiele? Auch cr wulle beistimmen, wenn man sage, Oesterreich habe sich gebildet, indcm sich die Länder um den deutschen Kern krystallisirten, aber jeder dieser Krystalle zeige eine andere Farbe, andere physikalische Gesetze. Man könnte die Krystalle zusammenstampfeil, aber welches Gebilde dann daraus hervorgehen würde, das könnte Niemand bestimmen. Redner wirft nun einen Rückblick auf die Vcrfassungsgeschichle Oesterreichs, die zeige, daß man seit 22 Jahren vergeblich strebe, die angemessene Form für die Constituirung Oesterreichs zu finden. In der gegenwärtigen Verfassung kann der Redner nicht das Resultat eines CompromisseS finden, als wcl^ ches man es von der Gegenfeite bezeichnet. Mit den Czcchen sei kein Compromiß geschlossen worden und auch die Majorität der galizischen Delegation wisse nichts von einem Compromiß. In dem Wahlmodus für die Delegation könnte man allenfalls eine Concession cr? kennen, aber man möge doch bedenken, wie wenig dicse Concession zum Wohl des Landes beizutragen vermag. Die Wünsche und Forderungen der Polen seien nicht gewürdigt worden, ja, die Gesetze hätten jede Hoffnung auf Erfüllung der Hauptwünfchc, wie z. B. nach selbstständiger Rechtspflege, im Lande abschneiden müssen. § 12 dcr Verfassung über die Landtays-Competenz sei so vag gehalten, daß Competenzüberschrcitlingcn der Reichsocrtretung oder ExccutiMhördcli sehr leicht mög' lich sind, und dic Landtage seien nicht befugt, vor einem Tribunal dagegen Einsprache zu erheben. Und Compe-tenzüberschrcitungen haben in der That stattgefunden. Eine Menge von Lanoesgcsetzcn kommt nicht zu Stande, weil dcr Minister glaubt, die Gesetze überschreiten die Competenz des Landtages, oder weil dcr Minister gar sagt, das Landcsacsetz könne nicht zur a. h. Sano tion vorgclcat werden, weil cö andere Bestimmungen enthalte.'wie dic von anderen Landtagen beschlossenen Gesetze. Schon nach diesen Richtungen hin wäre eine Revision dcr Verfassung empfehlcnswcrth, ja nothwendig. Der gestern aufgestellte Vergleich mit dcr Schweiz hinke, denn die Cantonal-Versammlungcn daselbst werden ge- reichen Wohllaut einer vollendeten Akustik auf sich wirken. Und doch war ganz Wien mit diesem einen Balle in Mitte des Carncvals gerissen. Sämmtliche Comit«s dcr Elitebällc drängten sich. einen Abend die allbewun-dertcn Säle für sich zu gewinnen. Leider sollte dies in Wirklichkeit nur mehr dcr Künstlergesellschast „Hesperus" gelingen. Einige Tage nach deren letztem Damcnabende drohte die neidische Flamme das kaum vollendete Bauwerk wieder in Schutt und Asche zu legen. Glücklicherweise wurde dem Wüthen des feindlichen Elementes noch rechtzeitig Einhalt gethan. Nur die Vorhallen und die Garderoben haben arg gelitten. In dcn Snleu felber ward nur die Ornamentik durch dcn Rauch geschwärzt und das Parquet durch das Wasser geschüdiget. Doch dürfte dcr Carneval des Jahres, wie er hicr seinc Wiege fand, so auch noch hier begraben werden. Die SchreckenS-nacht vom 19. auf den 20. mag aber dem Meister Hansen bewiesen haben, wie sehr die Residenz sein jüngstes Werk ins Herz geschlossen habe. Die allgemeine Theilnahme an d'cm Ereignisse war eine ungcmessene. Einem so bewegten Fasching gegenüber treten alle übrigen socialen Erscheinungen ganz und gar in dcn Hinlerarund. Auf die Concerte hört man mir mit halbem Ohr, die Galerien des Künstlcrhauscs durchstreift man nur mit umflorten Blick und selbst die Theater, diese verzogenen Kinder dcr Wiener, erscheinen im Car-ncval nicht so warm gehegt und gepflegt, wie zu anr>e ren Zeitcn. Die Bühnen in dcr Leopoldsiadt und an der Wien sche'men den Kampf von vornherein anfgege» ben zu haben. Seit dem Advente Hit weder Ascher noch die moderne Neuberm, Fräulkw G.istinger, irgend eine Novität von einiger Zutraft gebracht. Ascher läuft ge. «dezu Gefahr, wie Bauernfeld in einer Revue retro- spective über die hiesigen Theater sehr treffend sagt, daö Callthcater in „Atome aufzulösen," und das Debut dcr schönen Helena von ehedem, als Directricr, läßt die jcdcn Auacndlick lUistauchcndeu Gerüchte über cine Modification in dcr Leilung deö Thcalcls au der Wien m,r ganz glaubwürdig erscheinen. Mulhigcr zeigen sich die licidcu Hoftheatcr. Und mit Glück. DaS ncuc Opernhaus übt als solcheö noch immer scinc alte Anziehungskraft, und das alte Bur^thcatcr erwirbt sich tagtäglich neue Freunde. Und dies alles trotzdem es unler den großen und kleinen Lcssingcn unserer Tage momcntal! znm guten Ton gehört, die beiden Hofthcatcr so schlecht als möglich zu machen. Das große Publicmn läßt sich eben durch die Urfehde, welche einige Theater ° Moui-tcurc dcm Intendanten der deideu Hoftheater, Baron Münch, und den beiden Direktoren, Dingclstedt, und Wolff geschworen zu haben scheinen, uud dic nachgerade dcu Anstrich deS Komischen gewili-it, nichl im mindesten beirren. Das neue Opernhaus hat seit seiner Eröffn nnng durchschnittlich eine Tageseinnahme von drei Tau» send Gulden, das kleine Hofburglheatcr aber in dieser Saison durchschnittlich eine Tageseinnahme von acht Hnndert Gulden ausgewiesen. Zahlen wurden abcr zu allen Zeiten als vollbeweiseno angenommen. Im Hofburgthcatcr theilen sich die Franzosen uud die Dculschcu in den Erfolg dcr jüngsten Vergangenheit. Die „Umkehr," eine Compaguic^Arbcit von Lcroy und Neignier. ist eine Ehebruchstumödic mit Eichenlaub. Dcr Ehebruch der Vergangenheit, der Ehebruch dcr Gcgcn« wart und der Ehebruch dcr Zutunst sind in derselben auf cine wahthaft virtuose Weisc combinirt. Dabei erscheinen diese selbst für unsere Zeit etwas ernsten Motive von den heitersten Luslspiclscencu umrankt, und wird das Ganze vou dcn ersten Krüflen dieser Bühne in wahrhaft berauschender Weise gespielt. DicS die über-rheinische Anleihe, mit dcr dic Koftcn dcr Saison be> stritten werden. Die einheimischen Fonds hierzu lieferte dcr „Landfrieden," eine deutsche Komödie von Bauern- fcld. Das ^lUllNl!' l» V«MilM 5>0MM' 0l»I»!MU8- m V'chtc der Frivolität gesehen, ein „Ans der Gesellschaft" oder cinc „Moderne Jugend" im Costüme der Zeit dcS lctzten RillerS. 147 wiß nicht so bevormundet, wie die handtagc bei uns, wenn auch di? Bundesvevsannnlung cine weitere Com-Petenz habe. Die bäntcr vrrlanc>,.'n k^'inc Souveranetät, sondern uur eine Erweiterung ihres Sclbstbcstin',munncs du nicht willst, daß dir geschieht, das thue «uch nicht einem Andern. Wird das in allen Königreichen nud Ländern durchgeführt, fu werden bald allc Klagen verstummen. Es ist unsere heiligste Pflicht, an dcr Velfussung festzuhalten, aber nicht als einem Dogma, fondcrn als an einer Urkunde, die uns die Rechte gibt, unsere Freiheit in Zuknnft zu wahren, Abg. Schür er beantragt, nachdem der Adres^ Entwurf fowohl dcr Majorität als auch dcr Minorität Umügcnd erörtert fei, den Schlnsi dcr Olncraldcbatte. Dcr Schluß dcr Generaldebatte wird angenommen. Die noch cinsscschricbcncn Redner, dic Abgeordneten Ar- Gustau Groß. Dr. Zaillncr, Dr. Dietrich, Baron «ubea. Dr. Hanisch, Baron Christian itotz nnd Dr. Mcr. wählen den Abg. Dr. Gustav Groß zum Gcncral- "kdner. .. Abg, Dr. Gustav Groß (Reichcnberg) bespricht iUniichst die böhmische Opposition. Würde diese Partei jemals ihre Aiijftrilchc verwirk-llchen können, so gingen sie schr weit auseinander. Wic töuntc auch dic Schwärmerei für Huß und Zisla dcnsclbcn Wcg wandeln mit Bischöfen, wclchc gegenwärtig in Rom tagen, nm den Fels Pctri neu zu stützen. (Schr gut! links.) Wenn vor Knrzcm cin Häuflein Czechen zn Husscn« Grab wallfuhrtclc, so habc ich in diesem Zuge nur den lebhaftesten Auödlnck dcs nationale« Gefühles für cincn großen Ezcchcu gcfuudcu, den deutsche Wissenschaft lind deutsche Cultur wcit früher und energischer gerechtfertigt und gefeiert haben, als die gesummte Literatur dcr Czcchcn der Gegenwart und Vergangenheit. (Schr gut! linlS.) Huß ist übrigens für Böhmen eine geradezu typische Erscheinung. Dcr Mann, der im Eiscr für seine religiös Ucbcr. zeugung mit dem vollen Glaubcnsmuthc der Märtyrer der Reformator dcr Kirche werden tonnte, begann sein ^eformationswerl damit, daß er die dcntschc Wissen, schaft bekämpfte, die deutschen Lehrer und Schüler von der Hochschule Prag vertrieb, nnd deanügle sich. daS Abcndmal in bcidcn Gestalten mit slavischen, Mus durchzusetzen. (Ruse: Schr gnt!) Derselbe Huß gegen die Deutschen, dieselbe Nichtachtung deutscher Leistungen, derselbe eng begrenzte Standpunkt, dieselbe Nichtachtung des wirtschaftlichen und materiellen Fortschrittes des Bürgers kennzeichnen auch heute die czcchische Partei. Wir Deutsche in Böhmen stehen wie Ein Mann zur Verfassung Fragen Sie in den Thälern des Niesen-gcdirgcs oder im Böhmcrwalde, Sie werden immer Eine Antwort erhalten. (Schr gut!) Wir stehen zur Vcrfas-snng nicht wegen unscrer Sympathie zum Ocsamnn volle der Deutschen, sondern weil wir in erster Linie Oester-rcicher sind. (Beifall links.) Ich habe es immer bcß-.iftiä! gefunden, wenn dcr Pole stolz auf jene Zeit ist, wo das Reich der Polen oou den Karpathen bis an die Ostsee reichte, wenn dcr Pole, dessen Voll in hundert Schlachten für seine Selbst-ständiglcit blutete, diese Erinnerung an eine große Ver» gangenhcit mit Wehmuth und Enthusiasmus hegt und pflegt. Aber die Herren von der anderen Seite mögen mir vergeben, wenn ich die Geschichte Polens nicht mit dem polnischen Enthusiasmus lese. Wir hallen die inneren Zustände und dic Verfassung Polens mit ihrem Ndsrum vsw für das Unglücklichste, das es je gcgcbcn, und ich behaupte, daß der polnische Stamm in Galizien jetzt mehr Freiheit habe, als jemals zur Zeit dcr Wahl' könige. Ja. ich behaupte noch mehr, daß dcr ärmste Mann und der letzte Iudc iu Galizicn heute mehr Frei» heit haben, als der reichste Mann in der Republik Polen, wenn er nicht zufällig ein Edelmann war. (Bei' fall links und Rufe: So ist cs!) Bezüglich Tirols sagt dcr Redner: Ich sprach bisher von der nationalen Opposition. Es hat sich aber cin Kronland der Opposition angeschlossen, wo eine nationale Opposition nicht besteht. Der hochwüroigc Herr Abgeordnete aus Tirol hat unter anderem daranf hingewiesen, daß von unscrer Seite die Verhältnisse Englands immer betont werden, und daraus schloß dcr hochwürdigc Herr Abgeordnete: Also will man Irland aus uns muchcn. Ich gcslchc, daß mir bei dcm Vcr' gleiche mit dcm Eindringen dcr Verfassung in das Voll die englischen Verhaltn,ssc sehr oft vor Äugen waren. Aber ich habe nie dabei an Irland gedacht und ich war wcit entfernt davon, auch den Neinstcn Thcil Ocster-reichs zu Irland herabzuwürdigen. Wenn es aber eine Achnlichkcit gäbe zwischen cincm Kronlnndc und Irland, so kann es nur Tirol sein. (Rufe: Schr gut! Abg. Greutcr: Bravo!) Irland ist ein Opser seines Glaubens. Tirol erhält seine heutige Vertretung vorzugsweise im Interesse seines Glaubens. Wenn dic Pricsterhcrrschaft in Tirol so fortdauert, dann hat cS Achnlichkeit mit Irland. (Rnfe: Gewiß! Grcutcr: Schr gut! Heiterkeit.) Ich erlaube mir hier cin Citat anzuführen, welches Papst PiuS IV. an dcn französischen Episkopat schrieb: ^V, lu, l^tc <1'ui! <^i'^', czm ^uiüit, l'omiiitn ml-twlttt 6t, ^atrio, 1« i»»i,e ne,'M i'ßduit, ü ötrn «v«n,w lie, Iloui0. (Beifall) Das sind <:x oaUlu^rii gesprochene Worte. (Grcu-ter: Bravo! ox cMoära! — Allgemeine Hcitcrtcit.) Redner betont dic Nothwendigkeit, dem Gesetze energisch Achtung zu verschaffen. Es ist wiederholt von fremdem Einflüsse auf die Vcrfassilngsvcrhältnisse gesprochen worden. Ich möchte lluftlärcnd einige Worte sagen. Gewiß wird kaum jemand in diesem Hause die Verdienste des Manncs, dcr so vielfach angegriffen worden, vcrkcnncn; nbcr wenn die Rcgiciunu und dic Verfassnngspcn'tci vorsichtig darüber wachcu, daß nicht dic Einmischung eincr zwcitcn Regierung stattfindet, so licgt darin nur dcr Beweis, wic sorgfältig wir unsere Verfassung zu schntzcn willens sind. Wünschen wir. daß die Entscheidung dcr nächsten Tagc uns cinc lräf-ligc, einige, starlc Regierung bringe. (Beifall.) Schiuß dcr Sitzung um :'. Uhr. Nächste Sitzung morgen. ^Kagesneuigkeiten. (Allerhöchste Cp enden.) Sc. Majestät der Baiser haben dcr schlcsischrn Gcmcindc Oocrwildgrub zu dem von ihr beabsichtigte» Schnlbauc cincn Beitrag von 000 fl,, den böhmischen Schulgcmeindcn Bärnwald und Schönwald zum Ausbaue ihrer Schule einc Beihilfe von !M) sl., dcr dalmcitünschcn Kirchengemeinde zu Cartule, im Bczirlc Catlaro, zur Wiederherstellung d.-r baufälligen Kirche und des Friedhofcs daselbst cinc Untcrstühung von .100 fl., der freiwilligen Feuerwehr in Brück an der Leitha zur Gründung ciucr Äuöhilsöcassc für verunglückte Feuer, wehrmänncr cincn Beitrag von 250 fl,; und der galizi-schen Gcmcindc Taniawa zur Anschaffung von Uteusilien für ihre ucu erbaute Kirche cine Beihilfe von 100 fl. aus dcr Privatcassc bewilligt. ^ Die „Neue Prcuß. Ztg." berichtet aus Berlin, 2'i, Jänner: „Se. t. Hoheit der Erzherzog Karl Ludwig traf gestern (2.'i,) Abends mn halb !1 Uhr nebst Begleitung, worunter sich auch dic znr Dienstleistung bei Sr. l. Hoheit commandirlen Officicrc: Oencrcilinajor Gras v. d. övltz und Flilgcladjutaul Major v. Ältcn befanden, n,it-tclst ExtrazugcS der Anhaltcr Bahn von Drcsdcn hier ci» und wurde auf dem cmhallischen Bahnhof von Ihren k. Hoheiten dem Kronprinzen, dcn Prinzen Karl, Albrecht, Friedrich Karl, Alexander und (Ncorsi, so wic dcm östcr-rcichischcn ^esandlichaflspersonlile, dem Commandanten und dem Polizeipräsidenten empfangen. Die tönigl. Prinzen, welche Chefs österreichischer Negimenlcr sind, trugen die Uniform dersclkcn. Aus dem Perron war einc Compagnie des Kaiser^Franz Oardegrenlldicrregimcnts mit der Regi-mentsmnsit als Ehrenwache aufgestellt." Uu, 5 Uhr war Sr. l. Hoheit zu Ehren im runden Scial des lönigl. Palais Galadincr voü einigen '.>0 Gedecken. Außer den Prin^ zen und Prinzessinnen und den Fürstlichk-ilcn waren geladen dic sämnulichcn Minister, die Genera ität, die österreichische Gesandschaft, die hofchargen :c. Der König, der Kronprinz, Prinz Karl :c. erschienen w österreichischer Uni' form mit dcm Ordensbande. Während der Tafel spielte das Musikorps des Kaiser-Franz G^rdegreuadierregiments. Abends wohnte der Hof mit seinem hohen Gaste der Bal-letvorstellung im Opernhanse bei. Am Mittwoch früh 1 Uhr wird Se. t. Hoheit Berlin verlassen und sich mit seinem Gefolge direct nach Prag begeben. — (Allgemeiner Beamtenverein.) Der vo« allgemeinen Beainlenoereine gegründete UnterrichtsfondS für Kinder mittelloser Beamten ist durch die Spende Sr. Majestät des Kaisers, durch die Widmung des ersten Wiener Vorschußconsortiums und durch andere Beiträge bereits so hoch angewachsen, daß vorläufig aus seinen Zinsen im Jahre 1869/70 sechs Freiplähe an der Handels- und Gewerbeschule des Irauenerwcrbuereines dotirt und an Beam-tentöchter verliehen werden konnten. Der nächste Iweck, der mit der Bildung des obigen Fonds angestrebt wird, ist die Errichtung einer höheren Tochterschule, mit welcher später auch ein Pensionat für auswärtige Zöglinge in Verbindung gebracht werden soll. Das Bedürfniß einer solchen Anstalt, an der es hier noch vollständig gebricht, ist längst aner» kannl. Wenn auch seit einer Reihe von Jahren theils oom Staate, theils und hauptsächlich von den Gemeinden für die Ausbildung der männlichen Jugend sehr Wesent» liches geleistet wurde, so ist doch flir eine sorgfältigere Her^ anbildung der Frauen und Mütter — dieser wichtigen Culturfactorcn der Zukunft — noch sehr wenig geschehen. Die letzte Generalversammlung des Beamtenvereins hat für die nächsten 10 Jahre 25 M. der Zinsen des allgemeinen Fonds der Dolirung des Unterrichlsfonds zugewiesen und dadurch zum ersten male jene glückliche Verbindung geschäftlicher Unternehmungen mit humanitären Zwecken, welche dem Beamtenvereine zu Grunde liegt und nur zu wenig gewiirdigl wird, zum Ausdrucke gebracht. Mit diesen Beiträgen allein könnte jedoch zur Verwirklichung der obi» gen Idec nicht sobald geschritten werden, als es wiinschens' werth und nothwendig ist. Der Verwaltungsralh bemüht sich daher auch, weitere Kreise zur Betheiligung an dem Unterrichtssonds heranzuziehen und hofft derselbe, von allen Freunden der Bildung und des Unterrichts in seinem gemeinnützigen Streben unterstützt zu werden. Freiwillige Beiträge werden auch in der Kanzlei des Neamtenvereins, Himmclpfortgassc Nr. 6, danlbar entgegengenommen und seinerseits veröffentlicht werden. — (Die Slv Venen und die Verfassung.) Die Nezirksvertretung Drachcnburg in (Unter - Steiermarlj hat eine Adresse an das Abgeordnetenhaus des Hcichsralhes beschlossen, worin sie die Aitte ausspricht, das hohe haus wotlc für den Bestand der Staalövcrfassung lräfliqst einstchen und vor allem für ihren ungefährdeten Bestand jene Garantien nach oben und unten erwirken, wic folche in allen wahrhaft constitutioncllen Staaten bestehen. In der Adresse kommen folgende bemcrtcnswenhe Stellen vor: „Wie überall, fo gibt es auch bei uns (den Slovenen) Männer, die sich, ohne hiezu berufen zu sein, als Vertreter und Führer des Volles gebcrden und unter dcr Larve besonderer Begeisterung für ihrc Nation die eigenen ehrgeizigen und felbstsüchtigcn Bestrebungen verhüllen. So wirft mau den Slovene» in Unter - Steiermart Haß gegen die Deutsche» , ihrc Sprache und Cultur vor und will sie zu Gegnern unserer Slaatövcrfassung machen. Ersteres ift als nnwahr zu bezeichnen. Denn bekanntlich lebten die Slo-venen stctö in oriidcrlicher Eintracht und Frieden mit ihren deutschen Mitbürgern und sie erkennen es, daß letztere in ihrer Cultur und Wissenschaft so vorgeschritten sind, daß sie mit diesem reichen Schatze auch uns in den gleichen Bestrebungen nach nationaler Entwicklung förderlich sein lön» ncn nnd daß von dem der deutschen Kation eigenthümlichen Kosmopolitismus cinc Gefährdung ihrer Nationalität nicht zu besorgen ist. Die Slovenen wünschen vor allem Wcch, rung ihrcr Nationalität, daher Entwicklunc, und Ausbil» dung ihrcr Muttersprache und nach Thunlichkeit dercn Einführung in Schule und Amt. Ferner wünschen sie Hebung dcö materiellen Wohlstandes, weil derselbe die Bedingung dcr geistigen Hebung ihrer Nation ist. Diese berechtigten Wünsche können nur auf dem Boden der Slaatsverfassung ihre Erfüllung erwarten." — (Ein Vielfraß.) In Taubers Bierhalle in FUnfhaus bei Wien producirte sich kUrzlich ein Mann, der, natürlich auf Kosten der Gäste, sämmtliche auf dem Speisezettel verzeichnete Speisen von A bis Z verzehrte und 12 Maß Bier dazu tranl. dieser „Spaß" kostete dem Publi» cum 30 fl., für welchen Betrag die ohne Zweifel sehr „gemüthlichen" Herren, welche sich an derartigen Prodnctio-nen ergötzen, cbcn so viele Arme mit einer guten Mahl« zeit hätten beschenken können. Freilich halte es dabei leine „Hetz" gegeben. — ^Entdeckung eines Mörders.) Vor eini< ger Zeit wurde der herrschaftliche Iciger Konrad in Purg. stall bei Moll im Gestrüppe dcs Oderndorser Wal>S er. schössen ausgesunden und mu Thatorle durch die Gerichts, commission constant, daß Konrao aus einem Hinlerhalte meuchlings gemordet worden sei. Obwohl fast als gewiß 14« angenommen werden tonnte, daß einer der zahlreichen Nil- ^ derer jener Gegend der Mörder sei, blieben doch die eifrigsten Nachforschungen vergeblich. Ein Zufall flihrle nun zur Entdeckung des Thäters. Beim Bezirksgerichte Scheibbs wurde ein Holzarbeiter wegen eines kleinen Wilddlebstahles zu mehrtägigem Arreste verurtheilt und mit einem sich schon durch längere Zeit in Einzelhaft befindlichen Verbrecher zusanlmengesperrt. Dieser erzählte nun im vertraulichen Gespräche seinem neuen Zellengenossen, daß ein Raubschuhe Anton N. den Jäger Konrad ermordet und er ihm hiebei Beistand geleistet habe. In Folge der erstatteten Anzeige wurde gegen beide die Untersuchung eingeleitet. — (Der Bahnverkehr) nach Schlesien war in den letzten zwei Tagen in Folge eines ungewöhnlich starken Schneefalles unterbrochen. Innerhalb des Liebauer Bahnhofes mußte die Maschine eines Güterzuges durch Pelro-leumfeuer aufgelhaut werden, bevor es möglich wurde, den Zug zu bewegen. Der Echnee liegt in der dortigen Gegend stellenweise 4 bis 5 Fuß hoch. — (Schnee und Wölfe.) Im Ofner Gebirge ist in den letzten Tagen viel Schnee gefallen und zugleich mit diesem hat sich viel Wild eingestellt; aber auch Wulfc wurden bemerkt, gegen welche bereits Iagdpartien vorbereitet werden. — (Eine eigenthümliche Verfassungs« treue) zeigt der conservative preußische Abgeordnete Wa> geuer, der vortragende Rath des Grafen Bismarck. Auf die Anschuldigung, daß er die Diäten einstreicht, ohne nur ein einziges mal an den Sitzungen dcs Abgeordnetenhauses theilzunehmen, antwortete er, „er habe geschworen, die Verfassung gewissenhaft zu beobachten, nun verbiete aber die Verfassung den Verzicht auf die Diäten." Mit Necht bemerkt hiezu die Breslauer „Morgenzeitung" : „Es ist das fiirmahr eine seltsame Perfassungstreue, die nur am Iten jeden Monats zum Vorscheine kommt, wenn es sich darum handelt, Geld einzucassireu, an den übrigen 29 Tagen sich aber kein Gewissen daraus macht, sich über die erste Pflicht des Abgeordneten, durch Theilnahme an den Verhandlungen und Abstimmungen das Volt zu vertreten, hinwegzusetzen." — (Ein Bubenduell.) In einer alten Echwe-denschanze nördlich von Stralsund, haben sich zwei Untertertianer der dortigen Realschule ernsthaft duellirt, indem sie auf 15 Schritt Entfernung ihre geladenen Terzerole auf einander abgeschossen. Dem einen ist die Kugel seines Gegners durch den Rockschoß gegangen, dem anderen hat eine in der Brustmsche ruhende Cigarrentasche vielleicht das junge kebcn gerettet. Eecundcmten waren natürlich bei die-sem Rilterstuckchen auch zugegen. Die Veranlassung? eine simple Erzürnung zwischen Gläubiger und Schuldner. Zuerst sollte der Conflict auf amerikanische Manier seine Lösung finden» die beiden Buben ließen durch Würfel entscheiden, wer von ihnen sich selber eine Kugel durch den Kopf jagen sollte. Der, den das Los traf, fühlte sich jedoch nicht zum Selbstmord aufgelegt, deshalb wurde zum Kugel-wechsel geschritten. — (Die Bevölkerung der Erde.) Das „Athenäum" sagt, die Bevölkerung der Erde betrage einer unlängst angestellten Schätzung zufolge 1.228,000.000 Seelen, wovon 552,000,000 der mongolischen, 360,000.000 der kaukasischen. 190,000.000 der äthiopischen, 176,000.000 der malayischen und 1,000.000 der indo - amerikanischen Race angehören. Die jährliche Sterblichkeit übersteigt 33,000.000 _______ Locales. — (Auszeichnung.) Se. Majestät haben dem l. k. Consul in Alexandrien, Josef Schwegel, den Orden der eisernen Krone dritter Classe allergnädigst zu verleihen geruht. — (Feuersbrunst.) Am 20. d. M. brach im Hause des Grundbesitzers zu Posendorf Haus-Nr. 9 Feuer auS. welches sich der nahestehenden Doppelharpfe mittheilte, diese und das darin aufbewahrte Heu, sowie mehrere Centner rohen Hanf einäscherte. Der Schade beträgt beiläufig! ! 735 st. Nach den Erhebungen ist der Brand gelegt und der dessen Beinzichtigtc bereits in Hast genommen und dem Bezirksgerichte in Sittich eingeliefert worden. — (Gemsen auf dem Großlahlenberge.) Ein bekannter obertrainischer Nimrod berichtet der „Jagd-Zeitung" Folgendes : Es sind auf dem ungefähr eine Stunde von Laibach entfernten, ganz einsam stehenden Großkahlen-berge zwei Gemsen, und zwar die Geiß am 30. November und der Bock am 11. December v. I. erlegt worden. Wie diese reinen Alpenbewohner so tief in die Ebene versprengt worden sein konnten, ist kaum erklärlich, indem von den Alpenrevieren, wo die Gemsen gewöhnlich stehen, bis zum Großkahlenberge ein sehr belebter Wohnstrich von mehreren Stunden Weges in der Ebene zu passiren ist. — Die Gemsen waren aber auch nicht etwa kranke, mit der Drehkrankheit behaftete Stücke, sondern gut bei Wildpret; und der Bock wog 48 Pfund und die Geiß 49 Pfund, somit junge Stücke. — Es soll noch das dritte Stück im Schnee abgespürt worden sein, ohne daß es Jemand gesehen hätte. — (Portofreiheit für t. l. Truppen im Bezirke Cattaro.) Laut Handelsmimsterial - Erlasses sind die Correspondenze», dann Sendungen mit Werth-Einschlüssen bis einschließlich 75 fl. von und an Militärs und Militärbeamte der im Bezirke Cattaro conceutrirten t. t. Truppen bis auf weitere Bestimmung portofrei zu behandeln. NcnrNc Post. Die ,.N. Fr. Pr." schreibt: Die Neugestaltung des Ministeriums wird nunmehr in Vollzug gebracht. Es galt bisher, wichtige Vorfragen zu erledigen und zumal Klarheit m das Verhältniß zur Reichskanzlei zu bringen, bcvor die Pcrsonalfragcn zur Entscheidung ge-langen konnten. Das ist nunmehr geschehen. Als qe' stern Herr u. Plcner seinen Collegcn Hafner Sr. Majestät zun? Präsidenten vorschlug, gcschat) dies auf Grund eines einstimmigen Beschlusses, dcr heute die Billigung des Kaisers erhalten hat. Zunächst handelt es sich um die Vergebung des Cultns- und UnterrichtSlinnijtcrimns, da man nicht glaubt. Hafner könne als Minister-Präsident noch diese beiden Tepultmients behalten. Höchstens könnte dies vom Cultusministtrium gelten, das sodann vom Unterrichtöwcscu gesondert werden würde, und für dieses wird, da Ungcr außer der Combination bleibt, neuerdings außer Glaser auch Arnctl) genannt. Das Ministerium für Lanoeeverthcidigung wird dem Feldmarschall-Licutenant Wagner angeboten werden, und für das 'Ackerbauministerium schweben noch Verhandlungen mit einem Großgrundbesitze!'. Ein Minister ohne Portefeuille wird für jetzt nicht crnannt. das Polizei-wesen un das Ministerium des Innern übertragen und die Preßleituna ins Ministerraths-Priisidiuln verlegt werden. Vis zum Ablauf der Woche sieht man dem Vollzug der neuen Combination entgegen, da Sc. Majestät im Begriffe ist, sich nach Ofen zu begeben. Auch in dcn Ministerial-Bureaux und bei einigen Statthat-tcrcicn stehen Personlll-Pcründcruua.en unmittelbar bcvor. Wie,,, 27. Jänner. (Tr. Ztg.) Jäger, Grcuter und Glovanelli legen anläßlich des Vorfalls am Mittwoch ihre Reichörathsmalidatc nieder. Jäger motioirt den Austritt und betont die Unvereinbarkeit der Verfassung mit den Tiroler Eigenthümlichkeiten. Der Präsident wies den Ausdruck Jägers zurück, die Anwesenheit der tiroler Abgeordneten sei mit der Landesehre Tirols unvereinbar, da »wch andere tiroler Abgeordnete im Hause anwesend seien. Jäger, Grcuter und Giova-nelli verlassen den Saal. Leonard! erklärt, die tlroler Abgeordneten italienischer Zunge halten an der Verfassung fest und werden die Landcöwimschc im Verfassung wege geltend inachen. — Bei dc: Oürgcrmeisterwahl in Prag wurde Dr. Brauner (Declarant) zum Bürgermeister gewählt.— Der P. Naplo" beantragt die Errichtung cincs eigenen AckerbauministeriulnS, dem die Verwaltung der 470 llWi. Staatsgüter zu übertragen sei. — Die Adrcß» entwürfe der Münchener Kammer», sollen sich gegen die RegkrungSpolitit aussprechen. In der Pariser Kammer wurdc wegen der Vorgänge in Creuzot interpellirt. Der Minister des Innern, Chevandier, erklärte unter Beifall, er habe 3000 Mann dahin geschickt, um die Ordnung, das Eigenthum und die Freiheit zu ver« thcidiget,. Das Gerücht vom Rücktritte einiger Minister wird dementirt. Man versichert, Rochefort werde gegen daS Urtheil tcine Einwendung erheben. Aus Creuzot wird gemeldet, daß nunmehr die Arbeiten mit der gleichen Thätigkeit wie vor der Arbeit«'' cmstcllung fortgesetzt werden. Der gesunde Sinn der Bevölkerung reagirt gegen die Rädelsführer. Die „Agence Havas" meldet auS Rom vom 25. o. M.: Dcr Bischof von Nime5 ist schwer ertrankt. Der Papst hat ihn gestern besucht und eine halbe Stunde bei ihm zugebracht. Der portugiesische Gesandte i!avra» dio ist gleichfalls trank und Dr. N»:laton, welcher sich gessenwuttlss in Neapel befindet, wurde ?,ur Consultation berufen. Der Herzog von Vrogiie ist gestorben. - Die Truppen werden Crcuzot verlassen; nur ciu halbes Ba^ taillon wird bis zum 2. Februar dort verbleiben. — (5in Schreiben des Bischofs von Orleans, Msgr. Dupan-loup, bestätigt, daß die römische BeHürde ihm die Ermächtigung verweigerte, die Antwort an den Erzbischof von Mecheln zu veröffentlichen. lelessrnphische 'Il^chselcourse uom 27, Jänner. 5perc. MetalliqueS 60,20. — 5perc. MelalliqucS mit Mai» uild Nonember-Ziusen 60,20, -- 5pcrc. NationalAulshen 7<).25». 1860er Slucttsanlehen 98.10. - Baulactieu 721. — Credit- Aclicii 260.80, — London 123.25.. — Silber 120.55,. - K, t, Dncaleu 5 81, Handel und Wol'kswirthschastliches. In München wird am 31, d. Vt, eine Confereuz stattfinden, um Vereinbarungen tlber die Beförderung der Passagiere und Waaren auf den belgischen, deutschen und ita lienischen Eisenbahnen zu treffen. Petersburg, 22. Jänner. Ein laiserlichcr Utas vom 14. d ordnet dcu Entwurf eines neuen Eisenbahnnetzes an, welches außer den 2100 Werst der früheren filnf Linien, deren Bau am 27, December 1869 genehmigt war, noch 800 Werst derKaulasua-Vahn und 3000 bis 4000 Werst neuer, dem Handel und der Industrie nützlicher Linien umfassen soll. Angekommene Fremde. Am 27. Jänner. TtaVt HjZien. Die Herren: Lüwy, Kaufm.. von W«n. - sstrcher, ForNbeamtr, von Adelsberg. — Ritlcr v. Goßlct, von Hrastnig. Vrodjomii, Wcinhändlcr. von Agram, — Novell. Ocschäfl'öl'cis., uon Trieft, — Kresse, Handelöm., uon Gottich«. - - QuciM'ld und Weiser, Kausl., oo» Wien, - Krausem!, Fabrikbesitzer, von Tricst. Elefant. Die Herren: Zeleni, nun Dol, - Paschtar. uou Adclöberg. -- Deutsch, Kaufm., no» Pest. — Silbcr,,aa,cl, vo,< Nozrn. — Hermann, Agent, uo» Wien, - Bcuscheg. voN Hteiennarl, -- Singer, .^aufni,, von lyraz. Theater. Heute: Faust, Oper in 5> Acten. Morgen: Hchach dem .Nonia., neues historisches Luftspiel _________________ in 5 Acten. ^^eocolassische Neoüachllmyell i,l leiblich. 6 U, Mg. 826'«i -- «.2 wmdMll bewoltt 27, 2 „ N. Z2<:.!>.l - 6.5. windstill heiter 0,u<, l0„ Ad. «27.,«» -II.0 windstill heiter Sonniger Tag. Kälte zunehmend. Al^ndroth. DaS Tagc5-mittel der Wärme - 8-6", um 7 5" unter dem Normale. Vttmilworllichcr Redacteur: Igual u. K l e i n m a l, r. ^—-7-——^—-----"Uien. '^ ^äiunv Du- Aordorsc erüfsmte nud verlMrtc m sccmidlichcr Stmmmnq. Lrrditactic» Hoden sich uo» 2<;,.2<) lns 262 N). Anglo von ll,2.75> di« ^Ul.5.0. Ml eNVMOl. Äddälm nnd 245 70 bi. Tramway 145 bis 146, In 1M0cr Low, wnrdc Ü8.5O gcinacht und in I^iler sprack, sich 1I«,25 Oeldcurs anü. Äon anders Mcctm wurden nur noch Nordwestdahn (mit 20.'l. 1','. fl. b.sser als gestern) gchandell, D,c MMagodürse ^ billigere Abnahme als m den lchten Tage>^ und Banlpapierc wurden der Mehrzahl nach aut bchaupttt. Um die Mitte der Äürscze.t notlrten Ang ° ^ 2 6va.,^ 05., (>«btt 2',.!M „ach ^ D.sc°nt°^.75. nngar.sche Crcd.l H2.25. Äanl' verein 165i Gtaatsbahn 3U4. Karl Lndwiq 237.25. N°rd>°cst ^'!l. N°rdbahn 2122, Lombardm 24.'..4<>. »aschan-^dcrder^T 5)l>. Thelszlmhn 242. Tramwal) ,4:.. Papicrreutc wnrdc (etwa« besser als aestenN mit 60.45) bis 60.5,0, Sllbcrrcutc mit 70.50 bis 7<»,<;>) bezahlt. Losc uun 1«60 behaupteten ,lch bei 98.:u», 1864er be, 11«.5ili. Napoleon» blieben ohne großen Umsatz und uotirtcn N fl. > 84 lr Eine bemeilenswerthe Steigerung erfuhren Omnibusactien, welche bis 14« gehandelt wurden. Dcr weitere Verlauf dcr Börse brachte ziemlich bedeutende Käufe m Nnlagöpapiere», nanientlich Domanenpfaudbriefen und Ornndentlastungsobligationcn. Ätcnte war ctiuaö mehr offcrirt. Man u^irtc be« Abganq des Berichtes: ^. ÄUaemeine Staat^schllld. Filr 100 fl. Geld Waar? Einheitliche Staatsschuld zu 5, p<5t.: in Noten verzinSl. Mai-November 60 25 b0 35 Februar-August 60,25 60.35 « Silber „ Jänner-Juli . 70.30 70.40 .. „ „ Apnl-October. 70.40 70 40 Steueranlehen rückzahlbar (^) - ^,?5 9^».-- Lose v,1.1839 . . . .^. '.221.-222'-.. „ 1854 (4 «/„) zu 250 fl. 89.50 90.-.. .. I860 zu 500 fl. . . 98.30 98.50 .. ,. I860 zu 100 fl. . . 1<>570 106.— .. „ 1864 zu 100 fl. . . 118 50 118.75 GtllllwlDomänen-Pfandbricfe zu 120 fl. ü W. in Si,ber . . 123 50 124 -». Gr.zndentlastllna.«- Nbliftativncn. FM 1 fl. Geld Waarc Vöhmen .... zu5p Ober-Oesterreich . . „5 ,. f>5.5>0 9«;50 Sttbeubllrgen ... „ 5> ^ 75 25 75.?5 ! Smermml ... « b„ !»25)0 ^350 Ungarn .... «b„ 78 6U 79.-l O. Actien von Vankinstitute». Geld Waare Anglo-österr. Baut abgcst. . . 310,- 310.50 Anglo-ungar. Vanl .... 95. - 96. -Boden-Kreditanstalt .... —.^- —.— Ereditauftalt f. Handel u. Gew, . 261.40 ^.60 Ereditllnstalt, allgcm. ungar. . . 82 — 82 50 Escompte-Gesells'chaft, u. 0. . . 918. - 922.— Franco-osterr. Ban! . . , . 104.50 105,50 Gencralbant.......42,- 42 50 Nationalbant.......723 50 724 50 Niederländische Vant .... 87.— 88,— Vereiuebaut.......8850 89.- VertehrSbaul.......11«^ 116.50 Wiener Ban!......68.- 69.— I». Actieu von Transportunternel,» Ulungen. ^cld Waare Alfüld-Fiumancr Bahn . 170.- 171- Vöhm, Wcstbahn.....218.- ^19. - Carl-l!udwig-Vahn.....23650 26..— Douau-Dampfschifff. Gesellsch. . 583,- .^5 - Elisabeth-Westbahu.....1^-^ ^^ " Ferdiuands-Noldbahu . . . 2120-2125.-- FUnftlrchen-Barcser-Bllhn , . I<ß.— I78.n0 Franz-Iosephs-Nahn .... 184.— 185.- ! Lcmbtrst- Vell, Waare > Ll°l>d, iifterr........ 2.75 16.«.— Siebcnbllrger «ahn . , . . 164,50 165,— Staatsbahu....... 385.— 386.— Siidbahu . ,...... 245.- 245.20 Südnordd Verbind. Bahn . . 162 — 162.50 Theiß-Bahn....... 242 50 243.-- Tramway........ 145.— 145 50 «. Pfandbriefe (für 100 fl) Allg. öst, Bodm-Erebit-plustall Oeld Waare verloSbar zu 5 p3.- 93 25 Oest. Hypb. ,n 5'/. P2t. rilckz. 1878 98.- 99.- - Ung.B°d.-Ered.-Anst.zu5V.pEt. 90.80 91.20 M>. Priorität«obli^ationen. !. 103 fl. ü. W. Geld Waarc! El>s..Westb. in S. vcrz. (I. Emiss.) «1 75 92 25 Ferdiuauos.Nordl,. in Sill». verz. 105.— 105.7.» Franz'IoscPhsBahn .... 93.— 9350 G.«arl-Lndn,.».i.S.verz.I.Cm. 100.25 100.75 Veld Waatt Oesterr. Nordwestbahu ... 93— l'3.25' Siebenb. Vahu iu Silber verz. . 89.80 90 10 Slaatsb. G.3'7« "5'0NFr. „!.Em. 140 50 14150 Slldb.G.^^WFrc. „ . . z^i, ^ ,21 50 Sildb.-Bons 6 "/« (1870 74) « 500 Frc«......245.75 246.25 «l. Privatlose (per Stllcl.) (lreditllustalt f. Handel u. Gew. O^ Waare ;u100fl. «W......157.75 158.25. Rudolf-Stlftuug zu 10 fl. . . 15.50 16.-- Wechsel (8 Vlon.) Geld Waare Augsburg fllr 100 fl. sudd. W. 102.75 103.- Frankfurt a.M. 100 fl. detlo 102,90 I03,ll» Hamburg, sur 100 Marl Nai-.co 91 - 9l 10 tnndliu, für 1l) Pfund Sterling 123 20 1233b Par,?, sUr 100 Francs . . . 48,95 49. - GourS der Weldsorten Veld W°°re «. MUuz-Ducattl. . 5 fl. 80j lr. 5fl. 8I j lr> Napoleonsb'or . . 9 „ 83j,. 9 „ 84 " Vereiusthalcr. . . 1 .. 82 .. 1 . 82i " Oilber . . 121 „.. 121 „ 25) „ ltramische OrnudenÜllNullgs-Odligattollen, P"' vatnotlrnul,: »ß.— Geld, 94 wnure M