Verwaltung: Rathautgasse Nr. 5 TtieiiSo» Itr. 11, Itursrbuu vl«g«dedmgo»lie» »,rch Mc ?»il keiogqMrt>. . . . K 12-*> KLr : SfonntlKi . ... IC !•— «Nntcimiii . . . K »•— . . . . K s— »aHtjÄiri, . . . . K W— gift* IstlMik «6Htn 1« Mt »m W«Ms«* Ctnidrttete moaicmntt Qtlt«n M# im BtbrteUuia Schristleitllng: RattzanSgasse Wr. 5. tdtft!" Rt. Kl, tntmiitaa. flträliialc: tijlii* (urtt lilutnt de, S«-°-1.grtet. ii)< ui 11—11 Ut|t oaria. H "M4cnt>cn aetDeit niitt mititttbta, MBtnigk Cta» (ans«» ctific bftütfflAtmt. Ildlkiinijts fest >,« (tasolmiia «c«ai »nndimui «» biUtyS f«t> PUl!-» cilgezc». I« vttdertzoluirzro Pint-l»Si»t. !>> .Lrzt'st ©a<5f trfinnt iifcj »NIlir-a a«> etnxaf Sifll»». i 1,4 .11.»». Ar. 43 Jtalirn 1914-1915. Die österreichisch-ungarische Note vom 21. Mai inb bis dem soeben erschienenen österreichisch-unga-nichen Rotbuche beigegebene Denkschrift schafft über die Verhandlungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien vollständige Klarheit. Sie lassen genau zwei Abschnitte der italieniichen Politik wahrnehmen, und jwar den bis zum Tode San GiulianoS und den seit der Uebernahme der Leitung der auswärtigen Politik Italiens durch Sonnino. Es ist heute voll-ßändig klar, daß Sonnino bewußt auf den Bruch >it den Zentralmächten hingearbeitet hat, während e«n Giuliano die Neutralität Italiens so lange als »ozlich aufrechterhalten und erst nach sehr wertvollen Zazesländnissen aus der Balkanhalbinjel an die Seile seiner Verbündeten treten wollte. Die österreichische Darstellung der Verhandlung mcht bekanntlich geltend, daß erstens der Entschluß der italienischen Regierung vom l. August 1914, neutral zu bleiben, nicht dem Wortlaute und Sinne >«! Bündnisses entsprach; daß ferner die Kompcn-s^lionsausprüche in der Tatsache des Ultimatums an Serbien.nicht begründet waren und daß endlich Italien nach den Verträgen mindestens zur wohlwollen-teil Neutralität verpflichtet war. In der Tat hatte denn auch noch Ende Zuli 1914 fast die gesamte Oeffentlichkeit in Italien mit «ller Bestimmtheit erwartet, daß Italien „seine Mchten gegen den Dreibund erfüllen" werde. ES Iiczt darin auch ein Beweis, daß die italienischen Regierungen nicht im Geiste deS Dreibundes Handel» »ll wie er in Oeslerrcich.Ungarn. Deutschland und in Italien selbst erfaßt worden war und es ist nicht »hue Interesse, die Aeußerungen der italienischen Liesse au» jener Zeit hervor',usuchen. Am 28. Zuli schrieb Professor Pantaleoni in teil dem Ministerpräsidenten nahestehenden „Gior-laled'Italia" : .Das Ultimatum Oesterreich Ungarns in Ärbien ist höchst willkommen zu heißen, denn in diesem besondere» Streitsall ist alles Recht auf seiteu des ersteren Staates, aber noch aus dem tiefe-«i Grunde, weil das Ultimatum zur Lösung großer Probleme führen muß, die für Europa von höchster Bedeutung sind, nämlich die Abgrenzung der Macht» l'Mren des Dreibundes und des Dreiverbandes im Ctient und in Afrika. Wrnn nicht das tatkräftige Handeln Oesterreichs jetzt diese Lösung herbeisühne, so würde es über ein Weilchen der Dreiverband vm. Denn das französisch-russische BüudniS be-'chrankt sich keineswegs aus die Erhaltung deS Frie-taf und des Status quo, sondern betrachtet auch die poßen ZukunstSinteressen der beteiligten Staaten. Men sieht sich in seinem neuen afrikanischen Besitz Echvierigkeiten gegenüber, die ihn zum größten Teile von den Franzosen und Engländern, insbesondere Lord Kitchener, bereitet werden, denn für Zezypten wie für Tunesien bildet die bewaffnete klnwesenheit der Italiener in Libyen eine Gefahr. Lew Deutschland und Oesterreich, die zahllose Opfer für die Erhaltung des Friedens gebracht dab», noch Italien, dessen Stellung in Europa und Afrika nur im Bund mit diesen beiden Mächte» haltbar ist, können den Tag abwarten, wann die $t;»ei den Zeitpunkt für gekommen erachten, um ilpica ihren Willen auszuzwingen. Die Abgrenzung »ei Machtsphären muß jetzt vorgenommen werden, nmitis sein muß auch mit Hilse der Waffen. Man tctin daher daS österreichische Ultimatum an Serbien »t Befriedigung sehen und die italienische Politik Krs dabei nicht als Zuschauer am Fenster stehen feiten." »m 31. Juli trat ebensalls Prosessor Panta-lnm in der „Jdea Nazionale" für die Erhebung Ztaliens an der Seite seiner BundeSgenpssen sol» Mdermaßen ein: „Es ist unS geraten worden, zu $UU, Samstag den 5. Juni 1915. warten, bis die anderen sich gegenseitig niedergeprü-gelt hätte», um dann einzugreifen und uns zu »eh-men, was nur immer möglich wäre. Damit mutet man uns die Rolle des Geiers und der Hyäne zu, die den Ausgang zwischen Tapseren abwarten. Solche Handlungsweise wäre die ehrloseste und verderblichste von allen Dabei wird nichts für uns herauökom-men. Was kann für Feiglinge und Vertragsbrüchige übrigbleiben außer unbegrenzter Verachtung und einer solchen Verachtung entsprechender Behandlung, wie sie Leute verdienen, die sich nicht schlagen? Man lebt nicht von Brot allein, sondern auch von der Ehre. Wir haben Verpflichtungen gegen andere Länder und die müffen auch um jeden Preis ersüllt werden." EbensallS am 31. Zuli veröffentlichte „L'Zta-Im" einen Bries ihres römischen Mitarbeiters, der sich gegen den „Scolo" wendete, in dem der sozial-demokratische Führer Bissolati den Standpunkt ver-treten hatte, »s genüge, daß Oesterreich an der Ost-grenze sieie Hand bekomme, wehe aber Italien, wenn es an der Westgrenze Truppen zusammenzieht. Dazu bemerkte »L'Jtalia": „Unsee Pflicht als Bunde«-genösse ist gründlich verschieden von dem, was Bissolati fordert. Wenn der große Kamps losgehen würde, hat ihn dann Oesterreich herausbeschworen und nicht im Gegenteile Rußland? ES ist sonnen-klar, daß Rußland nicht daS geringste Recht hat, sich in die Verhältniffe eines fremden Staates ein-zumiscken, wenn dieser mit einem anderen irgend 'eine ihm angehende Angelegenheit austragen will. Wenn also die Kosaken die Grenzen überschreiten, ist der Bündnisfall gegeben, weil das „p»ctum foe* «ieiis" in Straf! tritt, sobald einer der Verbündeten angegriffen wird. Zn diesem Augenblicke können wir uns der Pflicht nicht entziehen, an den Westgrenzen Truppen zu sammeln, um so jenen Teil der französischen Strafte zu bind-n, die sonst für die Voge» seil bestimmt wären. — Daß wir ein Bündnis schon in dem Augenblicke zerreißen, in dem eS durchge-sührt werden soll, würde uns die allgemeine Ver-achtung zuziehen. Völker, die sich selbst entehren, haben keine Zukunst. Wenn wir den Bündnisver-trag nicht einhalten, so wird das europäische Gleich« gewicht durch unseren Verrat zerstört." Der „Mattino" erklärte: „Wenn der Krieg kommt, so wird Italien mit seinen Verbündeten marschieren und alle seine militärischen Kräfte für sie aufbieten." Um dieselbe Zeit schrieb die ,Tribuna" über die Vervflichtungen Italiens: .Die Dreibundpolitik mutet Italien nicht zu, sich für fremde Interessen zu schlagen. Das wäre sinnlos und lächerlich. Ita-lien wird aber, des napoleonischen Spruches geden-kend, daß das Herz eines Staatsmannes im Kopse sitzt, nur seinen eigenen Interessen Rechnung tragen, wenn eS den Dreibundvertrag ehrlich und rückhalts-los erfüllt und von seinen Verbündeten die Gesahr hinterhältiger Uebersälle mit den Waffen in der Hand fernhält. Die Kraft und Macht Oesterreich-Ungarns und Deutschlands in Europa bedingt die Krast und Macht Italiens im Miitelmeer. Italien kann und darf seine Lebensinterefsen in der Adrio, im Ionisch:» und namentlich im Thyrrenischen Meer um schwächlicher Gesühlsseligkeiten willen nicht aufS Spiel setzen. Es muß diese Interessen vielmehr mit Energie verteidigen, sie sind sein alles und es hat, wenn es sie preisgibt, Haus und Hos und Herd verloren. Italien will niemand heraus-fordern, niemand darf aber daran zweifeln, daß eS für sich und seine Freunde sein Letztes zu wahren entschloffen ist." Aber auch noch nach der Neutralitätserklärung der italienischen Regierung vom 1. August, die, wie aus Rom gemeldet wurde, die italienische Oeffentlich-keit außerordentlich überrascht hatte, konnte selbst das „Giornale d'Jtalia" nicht umhin, die »Schwie- 40. Jahrgang. rigkeilen und Gesahren" der Neutralität zu bespre-chcn. — Am 15. September schrieb der Popolo Romano^ : „Wenn Italien gegen Treu und Glauben Oesterreich angreifen follte, fo beginge es die schmäh-lichste Handlung der Welt, schmählich und feig zu-gleich, weil die Hetzer den Mut haben müßten, ihre Kriegsgelüste früher an den Tag zu legen und nicht warten durften, bis das verbündete Reich im Kampfe gegen einen furchtbaren Gegner einigermaßen ge-schwächt wäre. Die italienische Regierung, das Par-lament und das Volk empfinden nationale Ehre und Pflicht alS etwas anderes als jene BerufShetzcr, die stets ihre Rechnung finden, ganz zu fchweigen von dem schon von Erispi gebrandmarkten .ausländischen Golde'." Der Giolitti nahestehende ,(Sortiere Snbalpino" verhöhnt in derselben Zeit die billige Großmut, mit der die Franzosen durch den Mund PichonS und Delcasses den Italienern Trient, Triest, Dalmatien und daS Adriagebiet anbieten, lauter Dinge, die sie ja gar nicht besitzen, und fuhr dann fort: „Ginge Italien heute zur Tripelentente über, so wäre dies eine moralisch überaus schlechte Handlung. Politisch hieße es, sich in Abenteuer stürzen. Wir konnten Deutschland und Oesterreich nichi Gefolgschaft leisten, aber wir werden nicht so unloyal und treubrüchig sein, unseren Freunden und Verbündeten den Dolch in den Rücken zu stoßen.- Der Weltkrieg. Przemysl wieder gewonnen! Diese Jubelkunde durchhallte am Frohnleich-namStage Oesterreich und Deutschland und löste überall frohe Begeisterung auS. Auch fönst lauter erfreuliche Nachrichte» : Vom Baltenstrand bis zur Adria «nd von den Dardanellen bis zum Aermel» kaual flattern siegreich die Fahnen der Kaisermächte. Der Krieg mit Italien. 2. Juni. Amtlich wird verlautbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplätze blieben alle bisherigen Unternehmungen des Feindes ohne Ersolg. Die mit großem Aufwande an schwerzr Geschützmunition ver--bundene Beschießung der Plateau von Lavarone— Folgaria und einzelner Kärntner Sperren vermochte unseren Werken keinen nennenswerten Schaden zu-zufügen. Anjonsten sanden weder an der Tiroler noch an bet Kärntner Grenze große Kämpfe statt. Im Küstenlande wurden Angriffe des Feindet aus den Krn-Rücken unter schweren Verlusten der Italiener abgewiesen. DaS durch ein Communiquv deS italienischen Marinestabes veröffentlichte Resultat de« Bombardements Polas durch ein italienisches Lustschisf trifft nicht zu. Vier Bomben explodierten allerdings, doch ist der Materialschaden minimal. Ein Brand ist nirgends auSgebrochen. Die bei der Beschießung von Monfalcone verursachten Schäden reduzieren sich auf die leichte Verletzung einer Zivil« perfon durch Sieinsplitter. 3. Juni. Die Italiener setzten die erfolglose Beschießung unserer Besestigungen an mehreren Punk-ten der Tiroler und der Kärntner Grenze sort. Wo feindliche Abteilungen in» Feuer kamen, flüchteten sie. So ein italienisches Jnfanterie-Regiment aus dem Plateau von Folgaria, mebrere Kompagnien bei Mi» surina und die von einer OffizierSpatiouille von uns in Gradiska überfallen?» Kavallerie- und Bersag-lieri-Abteilungeu. Der Schandlohn für Italien. Die „N. Fr. Pr." meldet: Aus besonderen diplomatischen Ouellen werden folgende Einzelheiten über den Bündnisvertrag zwischen der Entente und Italien mitgeteilt. Der Bertrag trägt das Datum c,eut 2 Deutle Kpacht ■JiinntRct 45 2. April, wurde in Paris abgeschloffen und enthält folgende Hauptpunkte: 1. Italien erhält ein Anlehen von fünf Mil-liarden Lire. 2. England übernimmt die Garantie für einen Italien in Amerika zum Behufe der Munitionsbe-fchaffung einzuräumenden Kredit von 500 Millionen Lire. 3. Ein weiterer Kredit von 300 Millionen Lire wird Italien zur Versorgung mit amerikanischen Le--beuSmitteln gewährt. 4. Frankreich gibt Italien eine größere Anzahl schwerer Geschütze aller Art. 5. Der Dreiverband garantiert Italien den be-kannten Landerwerb, darunter die ganze Adriaküste mit Ausnahme von Antivari und einen von Serbien zu wählenden Hafen. 6. Italien stellt seinen neue» Verbündeten 1,500.000 Mann zur Verfügung. Die Kämpfe gegen die Russen.. Oesterreichische Kriegsberichte. 2. Juni. Ans dem russischen Kriegsschauplatze wiederholte der Feind seine starken Angrisse auf die östlich deS San stehenden verbündeten Truppen. Un-lev neuen schweren Verlusten wurden die verzwei-selten Angrisse deS Gegners durchweg» abgewiesen. An der Nordsront der Festung Przemysl wurden zwei weitere Werke erstürmt und daS bisher gewon-nene Gebiet behauptet. Südlich des Dnjestr schreitet unser Angriff er-folgreich sort. Die seindlichen Stellungen zwischen Stryj und Drvhobycz wurden gestern erstürmt. Starke russische Kräste. die in Südostgalizien in der Gegend von Solotwina zum Angriffe auf unsere dortigen Stellungen vorgingen, erlitten große Ver-luste und zogen sich stellenweise sluchtarug zurück. In den Schlachten des Monates Mai wurden von den unter österreichisch-ungarischem Oberkom-mando kämpfenden verbündeten Armeen a» Gefan-genen und Beute eingebracht: 863 Offiziere, 266.869 Mann, 211 leichte und schwere Geschütze, 576 Maschinengewehre und 189 Munitionswagen. Hierzu kommt sonstiges zahlreiches Kriegsmaterial, das z. B. bei einer der Karpathenarmeen allein an 8500 Schuß Artilleriemunition, 5'/. Millionen Jnsanteriepatronen, 32.000 russische Repetiergewehre und 21.000 russische blanke Massen beträgt. Die Erstürmung von Przemysl. 3. Juni. Amtlich wird verlautbart: Seit heute 3 Uhr 30 Minuten srüh ist Przemysl wieder in unserem Besitze. Deutsche Truppen erstürmten nacht» die letzten russischen Stellungen der Nordfront von PrzemySl und drangen heute 3 Uhr 30 Minuten früh vom Norden her in die Stadt ein. Von Westen und Süden ist unser 10. Korps eingedrungen. Seine ersten Abteilungen erreichten bald nach 6 Uhr vor-mittags den Hauptplatz der Stadt. Die Tragweite dieses TrsolgeS läßt sich noch nicht überblicken. Der Angriff der verbündeten Truppen im Raume nörd-lich Stryj schreitet weiter ersolgreich sort. Bisherige Ergebnisse der Schlacht be» Stryj: 60 Offiziere, 12.175 Mann gefangen, 14 Geschütze, 35 Maschinengewehre erbeutet. Deutsche Kriegsberichte. 2. Juni. Zwei weitere bei Duukowiczki gele-gene Werke der Festung Przemysl sind gestern er-stürmt worden. Nach dem Siege von Stryj drangen die verbündeten Truppe» gestern in der Richtung Medenice vor. Im Lause des Monates Mai sind aus dem südlichen Kriegsschauplatze 863 Offiziere, 268.869 Mann zu Gefangenen gemacht; hievon entfielen auf die dem Generalobersten von Mackensen unterstellten verbündeten Truppen 400 Offiziere, da-runter zwei Generale, 152.254 Mann an Gefan-genen, 160 Geschütze, darunter 28 schwere und 403 Maschinengewehr«. Einschließlich der aus dem öst-lichen Kriegsschauplätze und gestern veröffentlichten Gesangenenzahlen beträgt demnach die Summe der im Monat Mai in die Hand der verbündeten Trup-pen gefallenen Russen etwa 100 Offiziere und über 300.000 Mann. Die Festung PrzemySl ist heute srüh, nachdem in den Nachtstunden die sich noch haltenden Werte der Nordsront gestürmt waren, von uns genommen. Die Beute ist noch nicht zu übersehen. Gegenangriffe der Russen gegen die Angriffskolonnen und unsere Stellungen östlich von Jaroslau scheiterte» vollstän-dig. Die Armee deS Generals von Linftngcn dringt in der Richtnng auf Zydaczow, nordöstlich von Stryj, vor, und kämpft um den Dnjestr-Abschnitt westlich Mikolajow. Die Beute der Schlacht bei Stnji ist auf 60 Offiziere, 12.175 Gefangene, 14 Geschütze. 35 Maschinengewehre gestiegen. In Nordweftrußland. Bei Neuhausen, 50 Kilometer nordöstlich und bei Shidiki, 65 Kilometer südöstlich Libau, fanden erfolgreiche Gefechte gegen kleinere russische Abtei-langen statt, ebenso weiter südlich in der Gegend Szawle und an der Dulissa, südöstlich Kielmy, so-wie zwischen Ugiany und Eiragola. Bei Szawle machten die Deutschen 500 Gefangene. Gegen Frankreich und England. Großes Hauptquartier, 2. Juni. Bei Bixchoote, nordöstlich von Steenstraate, schössen wir ein eng-lischeä Flugzeug herunter. Die Insassen, ein belgi-scher und ein englischer Offizier, wurden gesaugen genommen. Die Zuckersabrik westlich Souchez, in die im Lause des gestrigen Nachmittags die Franzosen eingedrungen waren, ist von uns wieder genommen. Ein sranzösischer, in den Abendstunden auf unsere Stellungen bei und südlich Neuville uniernommener Angriff wurde abgeschlagen. Nur ein kleines, über die Straße NeuvilleEcurie vorspringendes Graben-stück ist vom Feinde besetzt. Im Priesterwalde dauert der Nahkampf um einzelne Grabenstücke noch. 3. Juni. Um den von den Engländern besetzten stark ausgebauten Ort Hooge, etwa drei Kilometer östlich von ?)pern, entwickelte sich ein Kamps, der einen günstigen Verlauf für uns nimmt. Wir sahen uns gezwungen, den Turm der Martinskirche in ?)pern, aus dem seindliche ArtilleriebeobachtungSstel-len erkannt waren, gestern zu beseitigen. In der Gegend nördlich von ArraS war die Kampftätigkeit auf der Front Souchez—Neuville wieder sehr lebhaft. Die Franzosen setzten dort nachmittags und in der Nacht mehrfach zu größeren Angriffen an, die an einzelnen Stellen zu erbitter-ten Nahkämpfen führten. Ueberall erlitten die Fran-zofen die schwersten Verluste, ohne irgendwelchen Vorteil zu erringen. Um den Besitz der Zuckersabrik bei Souchez wird noch dauernd gekämpft. DaS Feuer der französischen Artillerie aus die hinter un-serer Stellung liegenden Ortschasien sorderte unter den französischen Einwohnern gestern wieder zahl-reiche Opfer; so zum Beispiel in Angres, wo sünf Männer, 15 Frauen, 10 Kinder, und in Mericurt, wo 2 Frauen gelötet oder verletzt wurden. Im Priesterwalde sind die Kampfe noch nicht abgeschlos-sen. In den Vogefen bewarfen unsere Flieger den Etappenort und Bahnknotenpunkt Remiremont und das feindliche Truppenlager bei Hohneck mit Bom-ben. Kleinere örtliche Gefechte entstanden heute nachts in der Gegend deS FechttaleS bei Metzeral. 90 Brandbomben auf London. Die englische Admiralität meldet: Durch deutsche Lustschiffe wurden 90 Bomben, größienteilS Brand-bomben, aus den Stadtdistrikt geworfen. Türkische Erfolge. DaS türkische Hauptquartier teilt am 1. Juni mit: An der Dardanellenfront bemächtigten sich Truppen unseres rechten Flügels vor Sedil Bahr, indem sie den Feind überraschten, besestigter L?chanz-graben und zerstörten sie vollkommen, obwohl diese unter dem Schutze des wirksamen Feuers der feindlichen SchiffSgefchütze standen. Unsere anatolischen Batterien beschossen mit Ersolg die seindlichen Stel-lungen bei Sedil Bahr, ohne selbst dem Feuer der seindlichen Schiffe ausgesetzt zu sein. Bei Ari Burnu hat keine Aktion von Bedeutung stattgesunden. Ein kleiner sranzösischer Kreuzer scheiterte vor-gestern gegenüber Kusch Addah an der Südküste von Smyrna. Er wurde von nnserer Artillerie beschossen. E« brach ein Brand an Bord des Kreuzers aus, der schließlich und endlich jedoch flottgemacht und von zwei seindlichen Torpedobooten fortgeschleppt wurde. Der französische Kreuzer „Ernest Renan" beschoß geliern das deutsche Konsulat in der offenen Stadt Kaisa. In der Nacht aus den 29. Mai be-mächtigte sich eine türkische Truppenabteilung eines kleinen englischen Schiffes im Suezkanal bei Adji-guel und zerstörte seine Maschinen und Kessel. Eine andere Abteilung beschoß nachts wirksam ein seind-licheS Transportschiff, welches daS Feuer nur schwach erwiderte. Letzte Nachrichten. Oesterreichischer Kriegsbericht. Russischer Kriegsschauplatz. 4. Juni. Amtlich wird verlautbart: Im Lause des Tages wurde PrzemySl vom Feinde gesäubert, der in östlicher Richtung zurückging, und auf den Hohen östlich Medila durch Nachhuten Widerstand zu leisten versucht. Dort greifen jetzt die verbünde«» Truppen an. Unterdessen ist eS der Armee Bohrn-ErmoU gelungen, vom Süden her die russische Ber-teidigungSstellung z» durchbrechen und in der Rich-tung aus MoziSka vorzustoßen, von welchem One unsere Truppen nur wenige Kilometer entfernt stehen. Bei diesen Kämpfen sielen zahlreiche Gefangene in die Hände der Sieger. Auch der Angriff der Armee Linsingen hatte neue Erfolgt. Die Rusieu sind seit heute srüh vor dieser Armee in vollem Rück-zuge. An der Pruthlinie haben sich in Rückwirkung der Ereignisse am Sann und oberen Dnjestr neue Käwpse entwickelt. Wo der Gegner Angriffe ver-suchte, wurde er unter starken Verlusten abgewiesen. Neunhundert Mann wurden zu Gefangenen gemacht. Die sonstige Lage am San und in Polen ist unver-ändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tirolischen Grenzraume sind keine weseirt-lichen Ereigniffe zu verzeichnen. Oestlich des Kreuz-bergsattels nahmen unsere Truppen zwei Gipfel, die die Italiener vorübergehend stark besetzt hatten. Ai der Kärntner Grenze hält der Geschützkamps stelle»-weise an. Im Küstenland wird im Raume von Kar-freit gekämpst. Deutscher Kriegsbericht. Westlicher Kriegsschauplatz. Gro eS Hauptquartier, 4. Juni. Schloß u»d Ort Rooge, östlich Apern, ist bis auf wenige Häuser am Westrande von uns gestürmt. Englische Gegen-angrisse wurden blutig abgewiesen. Oestlich Givenchß gelang eS gestern abends englischen Truppen, in »a-sere Stellungen einzudringen. Ein Gegenangriff nurs den Feind unter schweren Verlusten wieder hinan*. Drei englische Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Die Stellung ist lückenlos in unserem Besitze. Die Zuckersabrik Souchez ist nach hin- und hermo-gendem Kampfe von uns besetzt. An der Bahn weit-lich von Souchez ist der Kamps noch im Ganqe. Ein starker seindlicher Angriff auf unsere Grabe» bei und nördlich Neuville brach im Artillerieie»« zusammen. Südlich Neuville sind seit heule »acht* Nahkämpse im Gange. Im Priesterwalde ist der Kamps abgeschlossen. Es ist uns gelungen, den grii^ ten Teil der verlorenen Gräben wiederzugewinne». Oestlicher Kriegsschauplatz. Ruffische Abteilungen wurde» durch unsere S»« vallene aus den Ortschaften Lenen und Schrunde», sechzig und siebzig Kilometer östlich Libau pertrieben. In Gegend RasodSlony westlich Kontschany und bei Sivdymki an der Dudissa scheiterten feindliche An» griffe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben nach Kampf die Orte östlich von Przemysl und nach Nordosten aaichliejj-end die Linie Polesdratschyce—Torky—PozdsiacS— Starzawa erreicht. Die Beute auS dem Falle wi PrzemySl ist noch nicht festgestellt. Es ergibt fiH aus Aussagen von Gefangenen verschiedenster Triqi-penteile, daß die Russen sür die Nacht vom zwiitli bis dritten Juni, in der PrzemySl gestürmt wurde, gegen die ganze Front der Armee des G.-O. w» Mackensen einen allgemeinen Angriff eingeleitet hatten. Diese Offensive ist schon in ihrem Anfange vollkommen gescheitert. 22 Kilometer östlich von Przt»?«l erstürmten deutsche Truppen unter Führung de» Se> nerals von der Marwitz die Höhen beiderseits M:<-latise. Die Armee des Generals von Linstngen ist m Begriffe, den Unterlaus deS Stryj, nordöstlich det Ortes gleichen Namens zu überschreiten. gwei englische Kreuzer durch U-Boote versenkt. Der „Franksurter Zeitung" zufolge hat ib 31. Mai ein deutsches Unterseeboot bei den -Strato-Inseln einen englischen Hilsskreuzer von 12.0001«! nen versenkt. Ferner torpedierte am 2. Juni ria deutsches Unterseeboot einen englischen Schlachtkreuzer bei Tenedos. Aus Stildl und tanii. Heldentod. Am 3. d. ist in Graz der Mix im Jnjanierieregimeut Nr. 87 Ottokar Weeger tun längerem Leiden den in den Karpathen erlittene« Verwundungen erlegen. Der Verstorbene war 9t-fitzer des MilitärverdienstkreuzeS und der bronzene» Militär-Verdienstmedaille am roten Bande. Im Kriege verwundet. Die Folge fc 411 „N. u. V. u. Kr." führt unter andere» Sie Namen solgender Offiziere an: AloiS Eonte Mir- MM Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Hans und Familie. Ky«»tag»Stilage der ,,Deutschen Macht" in Hilli. Nr. 23 .Die 6(lbmart" erscheint jebtn Sonntag als unentaeltliche Beilage für die Lei« der „Deutsche» Wacht". — Einzeln ist .Die vlld«art" nicht käuflich 1915 I auser. Von K(.rl Schönherr. Ein SonntagSnachmittag; die Bauer» ruhen von der Arbeit aus und luu sich gütlich. Eben tritt der „Wattl" au» dem Gasthos „Zur Post': Ein Lackl; stiernackig, zwei» und dreifach „unterbaut"; Brust und Rippen wie ein Roß; ein kleinwinziges Schnurrbärtchen im Gesicht; sonst alles an ihm aus und nieder Stärke und Gewalt. Den andern Raufern im Dorfe paßt der ganze Keil nicht. ES ist auf dem Lande, wie di außen im großen Lebe», Wo sich eine Kraft ausreckt, da kläffen schon zwan-zig Hunde hinterdrein. Ihrer Sechse haben den Wattl auf der Straße erwartet; auch keine schlechten ; darunter der »griffige" adlernasige GiggeS und der „mullkiipsige" Nagele. Schauen alle den Wattl von oben bis unten breit» batzig an. Bleibt der Wattl stehen und sragt ruhig, schmiede-eisern lächelnd: „WölllS was?' Der Adlernasige drauf: „Anschaugn wird ma di wohl dürsn? Hat ja die Katz gar den Bischof angschaut!" .. Stellt sich der Wattl in gut gespielter Hilf-losigkeit wie ein verlegener Schulknabe, der mit sei-nen Händen nicht« Rechtes anzufangen weiß, den Kläffern zur Schau. Ein wilder Aufreiz geht von dieser schüchtern tuenden Urgewalt aus. Nach einem guten Weilchen fragte der Wattl bescheiden: „Darf ich nachher jetzt wieder gehn ?" Und schlendert schmiedeeisern lächend seine« WegeS fort, heimzu. Sie ließen ihn wortlos ziehen. Aber der GiggeS bekam einen blutroten Kops un» knirschte die Zähne auseinander; der mullköpsige Nagele stieß wie ein gereizter Widder seinen Schädel seitwärts in die Lust; einer sagte: „Hund!" Und alle, wie sie ihm so nach« schauten, waren einig: „So ein Kerl muß ghaut werdu!" Während sie noch zusammenstanden, kam der vierzehnjährige Brudersohn deS Wattl auS der „Post". Er hatte in der Gaststube seinen Hut nicht gleich ge« funden und wollte nun eilig an den Sechsen vor-über dem Wattl nach. Sagte der GiggeS: „Wart ein bissel!" und hieb ihm eine Brennheiße hinter die Ohren. „WaS hab i dir denn tan? du!" schreit der Bub weinerlich wütend. Und der GiggeS katzenfreund-lich: „Nix! DaS gehört ja nit dir. BringS dein Vaters Bruder, dem Wattl heim; und tue ihm die Botschast: Wenn er von unS was will — wir sein heut nach dem Nachtessen da; auf der „Post!" Während sich der Bruderbua sich heimtrollte, berieten die Sechse: .Wie sassen wir ihn?" Der adlernasige GiggeS entwars den Schlacht- plan. „Zuerst wird ein biffel gewirtelt; aber nit lang. Die Mullkopf springt ihn von hinten an: horst Nagele, Di gehts an! Du bist der Mullkopf l Fass ihn bei Rock und Kragn; ziech fest zue!" Der Nigele, schon halb beleidigt über die Um-ftändlichkeit der Belehrung höhnt: „Von dir werd ich den Polizeigriff lernen!" „Wer hat von enk die gröbstn Näglschuach?" forschte der GiggeS. Der Zipsler Peter wieS zwei riesige „Treter" auf. „Guet! die passu: Also Peter, du gibst ihm an Tritt in Bauch; aber fein an guetn; sonst spürt er nix! Der Kerl hat ja ein Bauchfleisch wie zwoa Paar Roß!" Der Zipfler Peter sagte: „Wird gemacht l" „Oes andern drei", sprach der GiggeS weiter zur Sache, „machts rund um ihn um a Gebrumi und an Surm, wie eine Hummel aus dem Fensterglas." „Und waS machst nachher du?" frug gereizt der Nagele. Die Augen deS GiggeS begannen zu beiden Sei-ten der mächtigen Hackennase hervorzufunkeln, wie zwei glühend« Kohlen. Er fuhr in die Außentasche und drückte sein Stichmesser innig. , ,Htu> slfltt Tot Im JJnlrnbfv. I i«pf ihn an!" „Guet", nickte besriedtgl der Nagele. „So ein Kerl muß anzapft werdn!" „Also nach dem Nachtessen — aus der „Poscht!" „Es bleibt dabei!" Damit ging das Häuflein der Rauser auseinander. Als der Bruder mit dem breunheißen Ge-schenk heim kam, saß der Wattl in der sonntäglich einsamen Stube vor der Schüssel und löffelte; eine mächtige unbewegliche Masse, arbeitete er doch mi der Sicherheit einer PräzifionSmaschine: Den vollen »Löffel aus den Tiefen der Schüssel aufziehend, den leeren wieder tief nieder in den Grund Der Bruderbua berichtete: „Ihrer Sechs« sein vor der „Poscht' gstanden, wie i außer bin! Ja I Der Nagele auch; und der GiggeS!" Er rieb sich die Wangen. „Ja, der Gigges halt auch!" Der Wattl aß. „Wirst schon lebendig werdn, biS i weiter ver-zähl", denkt sich der Bua und fährt fort: „Der Gigges hat mir eine aberghaut! Ja! A Saftige!" Der Wattl aß. „Aber er hat gsagt, er weint nit mi I Ja ! Und i soll die Watschn dir heimbringen; und wenn du was willst — sie sein nach dem Nachtcssn alle aus der „Poscht"!" Der Wattl wurde noch immer nicht lebendig. Er aß und aß. Herrgott, der Waltl sonnte essn. Denkt sich der Bruderbua: „Mich lasset er da redn und er frißt daweil den Kaiser au» dem Land!" Griff auch zum Löffel und suchte zu retten, waS noch zu retten war. Erst aus dem Grunde der irdenen Schüssel der Name Jesus Maria fein säuberlich in den Ton ge-brannt, klar und scharf zum Vorschein kam, legte der Wattl den Löffl bedächtig auf den Tisch. Er saß noch «in gut S Weilchen behaglich verdauend, wie tot für die Außenwelt da; endlich stand er umständlich langsam auf, streckte sich wie ein Jagdhund und gähnte geräuschvoll. Dann sagte er zum Bruderbua: „Hast gessen?" „Na ja! So weitS glangt hat!" „Nachher gehn mer." „Wohin?" #,Auf - die „Poscht"!" Die Sechse saßen schon eine gute Weile aus der „Po cht", in der qualmigen Stu^e um den runden Eichentisch gleich links neben der Tür beim altbrau-nen Uhrkasten. Sie waren gutlustig und hatten alle schon vom Wein erhitzte Gesichter. Der Zipfler Pet«r schlug öfters als einmal feinen Fuß mitten auf den Tisch; rief die KtNnerin (jttbci und tvl«o ihr brn riesigen Nagelschuh vor. „Kellnerin, waS, döS i» a Tretcr?" Die Kellnerin fragte: „WaS sollS mit dem Tre« ter?" Da gröhlten die Sechse laut aus. Sie fangen zur Kurzweil auch lustige Liedel. Der mullköpsige Nagele spielte die Gitarre und der Adlernasige jo« belle in hellem Schlag hoch aus. Sie hörten auch nicht aus zu singen, als der Wattl, gefolgt vom Bruderbua, seine ausreizende Mächtigkeit durch die enge Stubentür drückte. Nur daß der GiggeS einen Augenblick verstohlen nach der Meffertafche griff. Nur eine Sekunde lang; aber der Wattl hatte den Griff ersehen; denn Rauser lassen ihre Augen blitzschnell lausen. Der Wattl sagte all-feitS „recht guten Abend" und fetzte sich mit dem Bruderbua an den leeren Ofentifch am anderen Ende der Stube. Die Kellnerin kam: „Wattl, was darf i brin-gen? Zwei Klügeln wie gewöhnlich!" Und wollte gehen. Aber der Wattl besann sich: „Hm, Bring heut amal an Doppelliter!" DaS kam der Kellnerin spaßig vor: „Gar heut an Doppelliter? In die klein Gläser bleibt» Bier frischer I" „Brauchst nit so ost zu laufn! Und" — Watlls Augen blitzten verstohlen über den derben Kops des johlenden Gigge» hinüber: „Es gibt besser a s I" Die Kellnerin bringt das Verlangte; stellt den mächtigen, schäumenden Glaskrng vor den Wattl hin; aber eS ging ihr nicht aus dem Sinn: „Zu was trinkt der heut an Doppelliter; wo's Bier in den kleinen Gläsern viel frischer bleibt!" Die Sechse um den runden Ecktisch spielten und sa »gen und ließen sich nichts merken; nur daß der jodelnde GiggeS immer wilder seine funkelnden Augen warf und der Zipfler Peter immer stärker mit feinen „Treten»" den Takt schlug. Der Wattl am Ofentisch summte mit und saß urbehaglich da; trank und hieß den Bruderbua auS dem mächtige» Kruge trinken. Und lächelte schmiedeeisern vor sich hin. ES war heute so lustig und fröhlich auf der „Poscht". Die Wirtin war ganz gerührt nnd sagte in einemsort: „So sollte es alleweil sein! So fein wie heut ist es schon lang nimmer gwesn." Mitten im hellen Dreiklangjodler raunte der Wattl dem Bruderbua heimlich ins Ohr: „Druck di." Er kannte daS; tat noch rasch einen tüchtigen Schluck; beim Essen war er zu kurz gekommen; drum hielt er sich beim Trinken schadlos; dann michte er sich aus der Stube. Der Wattl trank den letzten Rest schmiedeeisern lächelnd aus. Dann fuhr fr nill dem teeren Änifl in der Hand wie der Blitz vom Sessel auf, gegen dcn Tisch der Sechs« z» und schrie stierwild mitten in dcn Jodler hinein: ..Jetzt bin i da — aus bet „Poscht" Z" AuS seinem Gesicht schlugen wilde Flammen. Der Wattl war in Brand. Wirtin und Kellnerin flüchteten kreischend In die Küche. Der GiggeS. daS blitzende Messer in der Hand, sprang haßerfüllt, kerzengerade über den Tisch; aber ehe er dem Walll zu Leibe kam, sauste schon der mächtige GlaSkrug ans seinen Schädel nieder, daß ihm ringsum die Scherben ausstanden, wie eine vielzackige Krone. Er fiel wie ein Plumpsack nieder; särbte weitum den Boden mit dem strömenden Blut. Heute steht ja rot im Kalender; da ruhen die Bauern von der Arbeit aus und tun sich gütlich. Der mull-köpsige Nagele sprang d turgewalt, hatte schon die schwercichene Tischplatte ausgerisseu und schlug sie gegen die Wand zu immer sort wie eine Fliegenklappe auf und nieder, bis alle Kopse Blut schwitzten und deren Besitzer fliegenglcich unter den Tisch kugelten. Dann späte er schars lau-ernd die Stube auf und ab, ob vielleicht irgendwo sich etwas rege oder rühre. Dann sagte er: „So! Jetzt bin i dagwesn, ans der „Poscht"!" Und ging zur Tür hinaus. Allgemach getrauten sich die Weiber wieder langsam hersür. Die Kellnerin kam mit einer Schüssel voll Säge« späne in die Stube und bestreute den Boden. Die Wirtin schlug jammernd die Hände über den Kops zusammen. „Die ganze Tischplattu zu lauter Fetzn! Und da liegen drei Sesselsüß I" Als die Kellnerin zur Stelle kam, wo der Gig« geS wie ein gehörnter Siegfried lag, sagte sie: „Wirtin, schlugt, wie der Gigge« zugerichtet ist. Der hat den Doppelliter kriegt I" Die Wirtin besah den Schwerverletzten und be, deutete der Kellnerin: „Der hat gnua! Hol Geistlich und Dokter!" Während die Kellnerin nm Do?Ior und Psarrer lies, sagte d>e Wirtin vor dem Kizge» aus dem Vo- den kniend: „Gi >ge«, mach derweil Reu und Leid! Hörst mi? ' Richtig öffnete der GiggeS die Augen, setzte sich mit Hilse der Wirti» mühsam aus dem Boden auf. Die Wirtin sagte ihm ein srommeS Sterbegebet vor. Aber der GiggeS sprach eS nicht nach. Er sah über die Wirtin hinweg, gegen den Tisch, wo die anderen Naujer lagen, und keucht«: „Nagele I We fassn mer ihn am nächsten Sonntag?" > t-.v fAsi aUaw ift/ifrv'H/up' fivw.v' AV W er soll König von Polen werden? Väterchen Zar hat seinen lieben Polen die Selb-ständigkeit versprochen, und die Engländer glauben an dieses Versprechen so sest, daß sie sich mit der Frage abquälen, wer König von Polen werden solle. Es versteht sich von selbst, daß die klugen Engländer auch eine Beantwortung dieser Frage bereit haben. Diese lautet folgendermaßen: Prinzessin Man, von England, die Tochter des Königs Georg, soll die feste Absicht geäußert haben, niemand anders, als einen Engländer zu heiraten. Ihre Mutter dagegen will sie einmal auf einem Throne sehen, und so sind hier zwei einander widersprechende Meinungen. Nach dein Willen der Königin Mary soll nun der Thron, den einst ihre Tochter besteigen wird, der polnische Thron sein, und der König, der noch dazu gehört, wird Prinz Erik von Dänemark, Sohn des Prinzen Waldemar nnd der verstorbenen Prinzessin Man« von Orleans, fein. Es wird ssgar erzählt, daß Prinz Erik während seines letzten AusenthalteS in England die Sympathie der Prinzessin erweckt haben soll; der Zar und die Zarin, die nach engli» scher Ansicht bei dieser Frage auch ein Wörtchen mit»usprechen haben, sollen den dänischen Prinzen als Anwärter aus den polnischen Königsthron recht gern sehen. Wenn e» nicht wahr ist — so bemerkt hierzu die Zeitschrift .Polonia" — ist es schlecht er» funden, denn wenn überhaupt von einem Könige von Polen die Rede sein soll, so gibt es einen, der von allen Polen mit offenen Armen empfangen werden würde; es ist Großsürst Nikolaus, der Ohrseigen-austeiler und Revolverschußempsänger, der das pol-nische Unabhängigkeitsmanifest nntirzeichnet hat. — Vorläufig allerdings scheint cS, al» ob beide Thron-anwärter ziemlich gleich weit davon entsernt seien, den polnischen Thron zu besteigen. Badewagen für d I e deutschen Ost-truppcn. Während t>ie Militärverwaltung für dir Truppen an der Westfrsnt Badeziige baute, beginnt man für die Osttruppen Badewagen in den Dienst »u stellen, weil hier kein so dichtes Eisenbahnnetz be-steht, daS gestatten würde, die Badezüge bis an die Front heranzuführen. Kürzlich prüfte eine Kommission der Midizinalabteilnng einen solchen Wagen. Er hat die Form eines großen Möbelwagens. Durch Pumpen können 2000 Liter Wasser cingesüllt werden. Der Wagen kann 70V Liter Warmwasser. 700 Liter kalte» Wasser und 700 Liter sür die Kessel ausneh-men. Der Baderaum enthält 12 Bransezellen, einen Ankleideraum und einen DkSinsektionSraum sür die Kleider. Ein« einmalige Heizung reicht sür den zan> zen Tag au». Der Wagen ist allerding« schwer und kann daher nur aus guten Wegen fortgebracht werden. Für schlechtere Wege wird man leichtere Wagen bauen. Die vorsorglichen Russen. In dem großen, 19 000 Mann umfassenden Gefangenenlagers bei Kassel sind die englischen Gesangenen von ihrer Regierung mit neuer Ober- und Unterkleidung gut versorgt worden. Die Franzosen erhallen von ihren Angehörigen viel Wäsche, während die Russen von ihrer Heimat so gut wie ganz vernachlässigt werden. Infolgedessen mußle ihnen von deutscher Seite mit frischem Unterzeug auSgeholsen werden. ES war aber sehr zweckmäßig, daß man sie daraushin uutersuchle, ob sie auch wirklich von der Wohltat Gebrauch ge> macht hatten. Etwa 50 Russen hatten eS nämlich unterlassen und die Sachen in der Erde vergraben. Nach dem Grunde dafür befragt, gaden sie an, sie wollten nach Beendigung de» Kriege» diese frische Wäsche mit nach Hanfe nehmen. EinSieg b e i N a ch t. Die „Seeschlacht von Beigen", in der sich englische Panzerschiffe, die sich im Dunkel der Nacht nicht erkannte», vom 7. aus den 8. April bekämpften und vernichteten, wird von „Gottlieb" im Tag wie folgt besungen: Ist c» wahr, waS man berichtet, WaS zu meiuen Ohren klang: „Lion" schrecklich zugerichtet, „Warrior" und „Süperb" versank? Edle» England, siege weiter, Schlage wieder solche Schlacht; Stolz verkünde dann Herr Reuter „Großer schöner Sieg — bei Nacht!" Umsicht hatte ihn erstritten. Und wenn ihr auch viel verlort. Sei der Ruhm ench nicht beschnitten, Wenn ihr selbst im Grund euch bohrt. „Bravo, England!" also eudigt Mein hochachtungsvoller Sang, „Stark ist, wer den Löwen bändigt, Stärker, wer sich selbst bezwäng." Generaloberst von Kessel und die Polizeistunde. Der Roland von Berlin hatte unlängst ein Gedicht gebracht, daß an Generaloberst von Kessel, den Oberkommandierenden in den Marken, gerichtet war. Der Verfasser trat darin sür die Verlängerung der Polizeistunde ein, da es unmög-lich wäre, alle brennenden KriegSfragen bis 1 Uhr nacht« an den deutsch«« Glammt'fchen sachgem«b »u erledigen." Und da« Gedicht schloß mit der Bitte: Drum trete ich vor Ihren Sessel Und bitte: Exzellenz von Kessel, Ach, geben Sie ab !. Mai, Die Nacht dem deutschen Stammtisch frei ! . . . Al« Antwort darauf sandte Exzellenz von Kes-sel folgende launigen Verse an den Roland von Berlin: Daß Euch am Stammtisch fehlt die Zeit Zur Kriegsberatung, tut mir leid. Jude» im Kriege muß man schnell Entschlüsse sassen. Drum seid hell, Streift ab die alte läst'ge Fessel, Erhebt Euch zeitig von dem Sessel, Dann freue ich mich! G. von Kessel. Die Haarspange der Bickergehilsin. Au» Salzburg wird berichtet: In vielen Bäckerei-betrieben müssen jetzt, da die meisten Bäckergehilfen im Felde stehen, weibliche Hilfsarbeiter herangezogen werden. So auch beim Bäckermeister Michael Mar-tin in Salzburg, den die Eitelkeit eines der brot-backenden Mädchen mit dem LebenSmittelgefetz in Kon-flikt brachte. Ein Kunde fand nämlich in einem in dieser Bäckerei gekauften KriegSbrot eine vollständige Haarspange auS Horn, die überdies mit glitzernden GlaSteilchen, die eine dekorative Wirkung hervorbrin-gen sollen, belegt war. Der Finder erstattete die An-zeige und der Bäckermeister hat sich insolgedessen vor dem Bezirksgericht Salzburg wegen Üebertretung gegen daS LebenSmittelgefetz zu verantworten. Er gab an, er sei genötigt, weibliche Hilfsarbeiter in der Backstube zu beschäftigen, und da müsse eben einem der Mädchen die Haarspange in den angemachten Teig gefallen sein. Der Richter verurteilte den Angeklag-ten zu einer Geldstrafe von 50 K, eventuell 5 Tagen Arrest. Ist die Furcht vor Sommerepide-mien gerechtfertigt? Aus Budapest wird be< richtet: Stabsarzt Dr. Karl Feistmantel. der wäh-rend eineS achtjährigen AufeuthalteS in Persien als SanitätSdelegierter deS Ministerin > S deS tteußeren reichlich Gelegenheit hatte, die unterschiedlichsten Epi-demien zu studieren und gegenwärtig Kommandant eines 3000 Kranke fassenden Barackenkriegsspitales ist, äußerte sich über die für die warme Jahreszeit befürchtete Seuchengefahr: Die Eiafchleppung der Pest auf dem Landwege ist unwahrscheinlich. Auch Cholera-, Bauchlyphu»-, Flecktyphus- und Blattern-epidemien wird eS in der Armee wahrscheinlich nicht geben. Dagegen muß mit der Möglichkeit des Aus« tretenS von Ruhr (Dysenterie) in höherem Maße gerechnet werden. Die wirksame Serumterapie allein ist nicht zureichend. DaS wichtigste Schutzmittel wäre die Versorgung der Armee mit gutem Trinkmasser. ES wär« deshalb wichtig, die Armee (außer der ge> nügenden Menge von Serum) mit einer größeren Anzahl von Wasferkochapparaten zu »erfehen, wie sie daS deutsche Heer schon besitzt. Für die Zivilbevölkerung liegt überhaupt kein Anlaß zur Beunruhigung vor, soserne das Trinkwasser einwandfrei ist und di« Isolierung der JnseklionSkranken streng durchge-führt wird. Nummer 45 Deutsche Wacht Seite 5 1)61- 8par- and Yorschuss-Verein r. G. m. u. H. = in Cilli = übernimmt Neu- sowie Nacheinlagen, welche jederzeit wieder zur Gänze behoben werden können, zu 4s/40/o bei täglicher Verzinsung. Bei den bereits bestehenden Einlagen bleibt der Zinsfuss wie bisher ebenfalls mit 4%U°U aufrecht. Die Rentensteuer trägt die Anstalt. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlag-scheine kostenlos zur Verfügung. Kundmachung. Mit der Verordnung des k. k. Ministeriums für Landesverteidigung vom 30. Juli 1914, R. G. Bl. Nr. 179 wurde auf Grund des § 12 des Gesetzes vom 21. Dezember 1912 R. G. Bl. Nr. 235, betreffend die Stellung der Pferde und Fuhrwerke das Verbot erlassen, die Evidenzblattpferde aus ihren Aushebungsbezirken zu entfernen. Die Aushebungsbezirke fallen gemäss § 3 des zitierten Gesetzes mit den Gerichtsbezirken zusammen, doch bilden Stadt« mit eigenem Statut stets einen Aushebungsbeiirk. Da ungeachtet dieses Verbotes bereits Fälle vorgekommen sind, dass Pferdebesitzer — insbesondere Pferdehändler — Pferde, welche anlässlich der im Laufe des heurigen Jahres stattgefundenen Pferdeklassisikation mit Evidenzblättern beteilt wurden, aus ihren Aushebungsbezirken entfernt haben, wird auf dieses Verbot neuerdings aufmerksam gemacht. Die Uebertretung dieses Verbotes, sowie die absichtliche Verletzung von Evidenzblattpferden oder Transportmitteln in einen für Kriegszwecke ui brauchbaren Zustand nach erfolgter Pferdeeinberufung, beziehungsweise Transportmitt«laufbietung, wird gemäss § 19 des zitierten Gesetzes unbeschadet der etwa eintretenden strafgerichtlichen Ahndung an Geld bis zu 600 K bestraft, womit Arrest bis zu einem Monat verbunden werden kann. S t a d t a m t Cilli, am 21. Mai 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Sehr nette Villa ia der unmittelbarsten Nähe von Cilli, ein Stack hoch, mit 17 Wohurfiutnou. nsbst grossen Garten, reizende Au« sieht, ist sofort preiswert zu verkaufen. Auskunft erteilt die Realitlterverkehriiverraittlung der Stadtgemeinde Cilli. Neues einstöckiges % Wohnhaus mit schönem Gemüsegarten in der Stadt Rann a. Save ist wegen Domizilwechsel sofort preiswflrdig zu verkaufen. Auskunft erteilt die Realitäten»." rkehrsvermittlang der Stadtgemeinde Cilli ,'Sekretär Hans ßlechioger). vsriroriteli bewührt für die Hrlecer las Felde and Ikerksipl für Jrdrrmnnu hat sieh »t» toste scbmerzstülende Einreibung bei Rrkmttaiwn, Rheam&tittmtts, Ukcht, Insluent», Mal*-, Braut- um; Kiicketuichnirrz a. «. w Dr. RICHTERS Mer-Linimenls. Erssts für Anker-Pain-Expeller. /Insel» K —-»o, I'U, J—. Zu tahen ia Apotheken oder direkt sa twnehea von Dr. RICHTERS Apotheke „Zum Goldenen Löwen' Prag, I, Klisabetbstral« » TKfflleker Vrr« ' »- . ... m über die im ft&bt. Name M« Fleischers Äriebrid) Johann Zanjchet Marnu Mgei Ludwig «Nies Bernhard kcsiär Ludwiq Seetoicbet Jakob El Luise al Franz Zoie Eellat Kran» . Elelzer Joses . Johann Sweul Johann llrnegg Ruvo» I RP",tt » » tsnome . . . Ausweis Schlachthaus« in der Woche vom 24. bis 30. Mai 1915 vorgenommenen Schlachtungen sowie die Menge und Gattung deS eingeführten Fleische«. <£atachtUB|)'!> BtJtf'a Eingeführtes Fleisch in Kilogram» w F. •§ £ K •1 S -s <5 ■0-Q I IlVlir» ist unwohl, ich kann nicht essen. fühle Kopfschmerzen. »a kiklcn ücide» Mlfl meist dit< M»«en- |»erfti»i»a»g «der ai-n«elh«st »i-oktl-al-. ttoic «er»aaaiui»tti«iic Schul». Tttij ■ ffUgea Ittroi «bei immer rouftr. «km ■ »>chl mit »<■ iegclntütitcn Stdraiich ton I I Aaiser's | - — Magen- — = Pfeffermiinz-Caramellen ringeltet »itt. ■1 .1» Taan»«i»aui» »I« hxdg-'chiidte» D £*a(aiittc[ bei fttlntlrm >«< rtii, mottn. Iiatfc, 8oph»(», CoMrrnaca, »mich sal dem ®nn»t. Pal« 5H> an» Heler bei-Ctts 5<6»nr\l je c»., «(«lljrtt jur Maria- ■ htll, M. RaufAer, a larbete; D Siedler, Iroij««; «. Pr«r«,il. »P-Ih tk, >D >»r m»rt»htlt, «»»«dih! Hon« Eanider- D Ichl». Stoßest, Rann; K. *luajer. Sal- > r«lot-«p»Idrl!. Wint..?«adSberg: »r««l«l > ■ fcttj, iiwtfirtt. «»Vll!ch-Sau»d,nn fosit ia allin Svohrlcn. T;r™ Rudolf Blum & Sohn SÄ Marburg Etur:,ri- Aufträge nimmt entgegen : Peter Majdic ,Merkur* in Cilli. Seite K jU)C iUudjt Nummer 45 Einberufungskundmachung. Auf Grund der Allerhöchsten Entschliessungen. mit welchen der erfolgten Erweiterung der Landsturmpflicbt entsprechend die Aufbietung des k. k. und k. u. Landsturmes ausgedehnt wurde, werden «II«» liu Juhri> 1S1I7 Geborenen zur Landstuimdienstleistung mit der Waffe herangezogen werden, sofrrne sie bei der Musterung hiezu geeignet befunden werden. Meldung: Alle innerhalb der Zeit vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 1897 geborenen männlichen Personen, die österreichische oder ungarische Staatsbürger sind, beziehungsweise eine ausländische Staatsangehörigkeit nicht nachzuweisen vermögen, haben sich bis längstens 10. Juni 1915 im Genieindeamte (beim Magistrat) ihres Aufenthaltsortes zur Zeit der Erlassung dieser Kundmachung zu melden. Die Pflicht zur Meldung erstreckt sich auch auf diejenigen, welche in der Gemeinde ihres Aufenthaltsortes das Heimatrecbt besitzen. Die Landsturmpflichtigen haben sieb bei der Meldung durch entsprechende Dokumento- (Tauf- oder Geburtsschein, Heimatschein, Arbeits-oder Dienstbotenbucb, Schulzeugnis u. dgl.) auszuweisen. Die Meldung hat immer mündlich zu erfolgen, kann jedoch ausnahmsweise auch durch dritte Personen (Eltern, Vormünder) geschehen. Jeder sich Meldende erhält ein Landsturmlegitimationsblatt ausgestellt, das er sorgfältig aufzubewahren und zur Musterung mitzubringen hat. Dasselbe dient auch als Bestätigung seiner Melduni; und berechtigt ihn zur lreien Fahrt auf Eisenbahnen (Schnellzüge ausgenommen) und Dampfschiffen zur Musterung und zurück sowie auch, falls er bei der Musterung geeignet befunden wird, zur freien Fahrt bei der Einrückung zur Dienstleistung. Die Unterlassung der Meldung wird von den politischen Behörden strenge bestraft. Musterung: Behufs Prüfung ihrer Eignung zum Landsturmdienste mit der Waffe werden alle Obbezeichneten zum Erscheinen ror einer Landsturmmusterungskommission einberufen. Nicht zu erscheinen haben diejenigen, welche mit dem Mangel eines Fusses oder einer Hand, Erblindung beider Augen, Taubstummheit, Kretinismus oder gerichtlich erklärtem Irrsinn. Wahnsinn oder Blödsinn behaftet sind, ferner sonstige Geisteskranke und Fallsüchtige, alle diese, wenn ein bezüglicher Nachweis bei der Musterung vorliegt. Ferner sind noch vom Erscheinen zur Musterung diejenigen enthoben, welche schon dermalen — auch ohne Waffe —, und zwar mindestens seit 1. April 1915, bei den landsturmpflichtigen Körperschaften seit 26. Oktober 1914, Landsturmdienst oder sonst aktiven Militärdienst leisten, insolanga sie in diesem Verhältnisse stehen. Die Landsturmmusterungskommissionen werden in der Zeit vom 16. Juni bis 1. Juli 1915 amtsbandeln. Ort, Tag und Stunde der Amtshandlung wird durch besondere Verlautbarung kundgemacht. An welche Kommission der einzelne Musterungspflichtige gewiesen ist, richtet sich nach der Gemeinde, in welcher er sich zufolge seines Aufenthaltes zu melden hatte. Diejenigen, welche am Erscheinen an den für sie in Betracht kommenden Musterungstagen durch unüberwindliche Hindernisse abgehalten waren, haben sich vor einer Nachmusterungskommission vorzustellen. Wann und wo die Nachmusterungskommissionen funktionieren werden, wird besonders verlautbart werden. Das Nichterscheinen zur Musterung unterliegt der Bestrafung nach dem Gesetze vom 28. Juni 1890, R. G. Bl. Nr. 137, über die Bestrafung der Nichtbefolgung eines Militäreinberufungsbefehles und der Verleitung hiezu. Einriickung: Die Einberufung der bei der Musterung geeignet Befundenen zur Dienstleistung wird für einen späteren Zeitpunkt erfolgen. Wohin die geeignet Befundenen einzurücken haben, werden sie bei der Musterung erfahren. Die bei der Nachmusterung geeignet Befundenen haben binnen 43 Stunden nach ihrer Musterung einzurücken. Auch die Unterlassung oder die Verspätung der Einrückung wird nach dem oben bezeichneten Gesetze bestraft. Begünstigungen: Denjenigen, welche die nach dem Wehrgesetze für die Begünstigung des einjährigen Präsenzdienstes festgesetzte wissenschaftliche Befähigung bei der Musterung nachweisen, wird die Bewilligung erteilt, das Einjährig» Freiwilligenabzeichen während ihrer Landsturmdienstleistung zu tragen. Allen bei der Musterung geeignet Befundenen steht es auch frei, in das gemeinsame Heer, die Kriegsmarine oder in die Landwehr auf Grund des Wehrgesetzes freiwillig einzutreten, und zwar auf die nach den Bestimmungen des letzteren Gesetzes über den freiwilligen Eintritt abzuleistende Präsenz- und Gesamtdienstzeit. Nach erfolgter Präsentierung ist d«r freiwillige Eintritt jedoch nur bei dem Truppenkörper zulässig, zn welchem der Betreffend« als Landsturmmann zugeteilt worden ist. Stadtamt Cilli, am 24. Mai 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich von Jabornegg. Drucksorten liefert Vereinsbuchdrnckerei „Celeja" Cilli. «• »* • * • • 1915 1805 Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. ii»HMniitmiiiiintiiiimiiiHiintHiiiimiinmiiitmiiiwinmiiiiwiinmiiHniimuiiiiiwiinmiiiitiiiniMiiiiniimiiniiimi>miii>niiiiitniiiHMiiin<«uumiin.iiiiiimuiiMi Kundmachung. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli gibt bekannt, daß Spareinlagen wie bisher auch weiterhin mit 4 l 0 0 verzinst werden. Ueber neue Einlagen oder Nacheinlagen kann der Inhaber eines Einlagebüchels jederzeit, auch bis zur ganzen Höhe der Einlage, verfügen. Spareinlagebiicher der eigenen Ausgabe und die Kriegsanleihe werden kostenfrei in Ber-Währung übernommen. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlagscheine kostenlos zur Verfügung. Aus Anlaß des 60jährigen Bestandes der Sparkasse werden im laufenden Jahre schön aus-gestattete Einlagebücher, die sich besonders zu Geschenkzwecken eignen, herausgegeben. ^aaaaaA/V^AAAAAVWVNAVSAAVNA/VVYWVVVVC/NÄ/VVVVVA^ «I« «>• «f» •(* «u »)« *>• •'« »'» «X» •'« •>« »>• »i» yy*yyyyyyyyyyyyyyyyyyy fÄpfppp V* «X» %■# M| OZ» fU «W •*» »1» y t t y y * y y yy ytt 1* y y y Schriflleilunz, Verwaltung Druck und Verlag: V< einsbuchdruckerei „Eeleja" in Tilli. — verantwortlicher Leiter: Guids Schidlo. Nummer 45 UtirKdre lüriOjt Seite 3 »vich, Hauptmann des JR. 87 (Bruch des Schien« deines) und Alexander Beldy, Einjährig-Freiwilliger-Kadettafpirant des FJB. 27 (Schuß in Zie Brust). In russische Gefangenschaft geraten. ?er Kaufmann Ernst Kweder in Frieda» ist, wie ein an seine Angehörigen von ihm eingelangtes Schreiben bekundet, ans dem nördlichen Kriegsschau-xloyc in russische Gefangenschaft geraten und befindet sich dort, wie zu lesen ist, wohl. Konzert Burmester. Kartenvormerkungen für das Konzert Willy Burmester werden vorläufig in der Kanzlei bei Herrn Dr. Fritz Zangger, Bahn» hoigasse 1, entgegengenommen. Wir machen noch einmal daiaus aufmerksam. daß das Konzert zu Gunsten de« Zigarren» und Zigarettenfondes statt» findet, welchen Burmester sür die verbündeten Ar-meen gestiftet hat. Erst vor Kurzem hat daS U Boot, welches den französischen Panzer „Leon Gambetta" versenkt hat, vom Künstler 50.000 Zigaretten be-kommen. Aus dem Reingewinn de» hiesigen Konzertes werden voraussichtlich vor allem dem 87. In-santerieregimente Zigarren und Zigaretten .in reich-ster Fülle zugewendet werden. Burmester ist nicht «ur der König der Geiger, sondern auch ein edler, bedeutender Mensch einer der wenigen Künstler, die in dieser ernsten Zeit ihre Kunst ganz in den Dienst des Krieges stellen. Es ist schon aus diesem Grunde Ehrenpflicht jedes CillierS, das Konzert am 11. Juni zu besuchen. Vermählung. Man schreibt aus Mürzzu-schlag: Am 2. d. fand in der Stadtpfarrkirche zu Teschen die Vermählung des Herrn Josef Pruner, Bezirksschulinspektors in Mürzzuschlaz, mit Fräulein Olga GabSdil statt. Die Wiedergewinnung von Przemysl wurde hier in den Nachmittagsstunden des Frohn-leichnamstageS bekannt. Es wurde sosort mit der Beflaggung der össenllichen Gebäude begonnen, denen jihlreiche andere Häuser nachfolgten. Freitag abends derilnnaltete da« Militär einen Fackelzug unter Lor-antritt der Musikabteilung. Hiebei kam es zu be-geisterten Freudenkundgebungen über die herrlichen «iege unserer ruhmreichen Heere. Kirchenkonzert. DaS schon lange angekün-bigte Wohllätigkeitskonzert zugunsten des Roten Kreu-jrt, veranstaltet von Herrn Organist Jnterberger, findet heute abends um 8 Uhr in der evan-gelischen Kirche statt. Viertes Wohltätigkeitskonzert im Ltadtpark. Die Einnahme gelegenilich d«s vierten WohlläiigkeitskonzerteS der Musikabteilung des Er» Ktzdattaillon» deS Infanterie-Regimentes Nr. 87 im Betrage von K 150 30 wurde dem Kriegssüisorge-omte d:S KriegSministeriumS als Beitrag für die Hinterbliebenen unserer vor dem Feinde gefallenen Krieger ungeschickt. Fünftes Wohltätigkeitskonzert im Ltadtparke. Eonntag den 6. d. vormittags fin bet bei günstiger Witterung das fünfte Wohltätig-tmtzlonzert der Musikabteilung deS Ersatzbataillons de» Infanterieregimentes 87 im Slatttpaik statt. Beginn 11 Uhr, Ende halb 1 Uhr. Eintritt 2t) Hriler. Kinder unter 10 Jahren frei. Die Grasmahd Versteigerung im Stadtpark findet Sonntag den 6. Juni um 11 Uhr »»rmiitags statt. Zusammenkunft beim Wetterhäuschen. Für das Rote Kreuz liefen neuerlich nachstehende Spenden ein: Franz Laster 2 K, Joses Eolaone 2 K, Sammlung in der Knabenvolksschule 35 K 76 b, Sammlung der Beamten des Steuer-amteS in Cilli 14 K, Sammlung in der Mädchen-Volksschule 54 K 64 h, Postvssizial Rudols Laa SammlungSergebniS beim Stammtische beim Dirn-derger) 4 K, Lehrkörper der Kuabenvolksschule 8 K, Zainmlunz in der Schneiderstube der städtischen HauSstauenschule durch Frau Josefine Hoppe 10 K, Ehelenie Kupka 20 K. Für die Reseroistenfamilien spendete cm llngenaniiter 4 K. Evangelische Gemeinde. Morgen um 10 Uhr vormittags findet in der evangelischen Eliristuskirche ein öffentlicher Gottesdienst statt. Neuregelung der Sperrstunde in den Gast und Kaffeehäusern der Stadt Tilli. Ta5 Sladtamt hat mit Rücksicht aus die gegen-wältigen außerord-ntlichen Zustände angeordnet, daß sämtliche Gastwirtschasten des Stadtgebietes spätestens um 11 Uhr abends und alle Kaffeehäuser und Äaffceschänkcn spätestens um 12 Uhr nachlS zu sperren sind. Übertretungen dieser Kundmachung werden sowohl an dem Gewerbeinhaber als auch au den Gästen geahndet. Die Kleinbahn Windischfeistritz hat bis auf weiteres den Betrieb eingestellt. Einstellung des gesamten interurda-nen Telephonverkehres mit mehreren Orten nördlich und südlich von Graz. Der gesamte interurbaue Telephonverkehr mit Ju-dendors, Gratkorn, Peggau, Deulsch-Feistritz, Frohn-leiten, Pernegg, WilSdn, Lebring, Ehrenhausen. Straß, Windischfeistritz und Gonobitz wurde bis auf weiteres eingestellt. Der Görzer Landesausschuh in Leib nitz. Die autonomen LandeSätnter von Görz und Gradiska mußten insolge der Ereignisse ihren Sitz außerhalb des Landes verlegen. Ein Teil der Landesbeamten ist bereits in Wien eingetroffen, wo vorläufig der Görzer Landesausschuß seine Tätigkeit sortsetzen wird. Landeshauptmann Monsignore Dr. Faidutti und die LaudeSausschußbeisitzer haben sich zunächst nach Leibnitz begeben, um die dort zur Ausnahme und Weiterleituug der eintreffe,-.den Fa-milien anS der Görzer Provinz von der Regierung vorbereiteten Einrichtungen zu besichtigen und die Mitwirkung der Laudesverwaltung zu organisieren. In dieser Hinsicht wurde im Einvernehmen mit der kompetenten staatlichen Kommission beschlossen, daß eine entsprechende Zahl von Landesbeamten unttr der Leitung des LandtagSabgeordueten Ponton in Leibnitz verbleiben, die einlangenden Transporte empfangen und in die benachbarten Bestimmung«-statiou begleiten soll. vom Reifen zur Kriegszeit handelt der einleitende Artikel des soeben zur AuSgabe gelan» geiiden Hesies 3t5 der allgemein beliebten Familien-zeitschrist „DaS Blatt der HauSsrau" Dieses Hest bringt außer einer Reihe aktueller Bilder eine mit vielen Illustrationen versehene Abhandlung über „Vorbildliche Kriegs Wohlfahrten". Auch die An-regungen „WaS schicken wir während der warmen Jahreszeit ins Feld" nnd ..Beschäftigung — ein Heilmittel sür unsere Verwundeten" dürsten jetzt be-sonders willkommen sein. Der Modenteil bringt neben einsachen Kleidern aus Waschstoffen auch hübsche Straßenanzüge, Mäntel und eine Reihe ge-schmackvoller Kinderkleider. Die vielen Vorlagen von Handarbeiten für die Reisezeit sinv jetzt sicher be-sonders erwünscht. Neben der Fortsetzung des span-nenden Romans „Die goldene Kette" von Wilhelm Hegeler enthält daS vorliegende Hest eine kleine Skizze „AbseilS" und im Reiche der Haussrau den Küchenzettel sür sparsame Küche mit vielen Rezepten und praktischen Ratschlägen. Trotz seiner Reichhal-tigkeit kostet da« einzelne Hest nur 24 Heller, im vierteljährlichen Abonnement 3 K. „Das Blatt der HauSsrau" kann in jeder Buchhandlung oder vom Verlag Wien 1., Rosenbu?senstraße Nr. 8. bezogen werden. Ein Kilogramm Rindfleisch — zehn Kronen. Auf dem Budapester Fleiichmarkt hat am 29. Mai der Preis des gewöhnlichen Rindfleisches die Rekordhöhe von 10 K per Kilogramm er-reicht. Angesichts einer derartigen Preissteigerung er-wägt man in allen Familien die Äinsührung sie sch-loser Tage »ach Wiener Muster auch in Budapest. Lebensüberdruh eines Gendarmerie Wachtmeisters. Am 26. Mai hat sich mit seinem Dienstgewehr der Genvarmeriewachtmeister Karl Scherbel des Gendarmeriepostenkommandos in Sach-senseld erschossen. Er stand seit der Mobilisierung aus dem galizischen Kriegsschauplätze kam mit einem Bauchschüsse nach Neuhaus, wurde von hier nach Sachsenscld übersetzt nnd sollte demnächst wieder ins Feld. Es ifl rätielhajt, was diesen lebenSsrohen Menschen in den Tod getrieben hat. Monatsausweis des EinlagenstandeS gegen Kassenscheine nnd Einlagebüchcr der k. k. priv. Böh-mischen Union-Bauk. Stand am 3t. Mai 1915 K 82,966.975-72. Weibliche Feuerwehr. Aus Bad Neuhaus schreibt man: Dem Ruse deS Ehrenpräsidenten des Oesterreichischen Feuerwehr ReichsverbaudeS folgend, bildete sich auch hier eine Frauenadteilung der Frei« willigen Feuerwehr, um die durch Einberujung zum Kriegsdienste nur mehr zwei 'Drittel betragende Mannschaft zu ergänzen. In den Ausschuß dieser Abteilung wurden gewählt die Frauen Anna Koschuch Luise Tschulk und die Fräulein Martha Weinhardt und Finni Simonischek. Die erste Feuerwehrübuug wurde sür Sonntag den 6. b. angesetzt. Im Privatbesitz befindliche Militär-gewehre. Wir werden um die Veröffentlichung folgender Mitteilung ersucht: Beim Kriegsministerium lausen zahlreiche Anfragen von Offizieren, Militär-beamteu und Privaten ein, ob die Heeresverwaltung gewillt wäre, die im Besitze befindlichen Militärge-wehre für Kriegszwecke zu übernehmen. JnSbefon-dere werden die in den letzten Jahren sür Dekora-tionSzwecke erworbenen Werndl-Handfeuerwaffen zur Uebernahme angeboten. DaS Kriegsministerium ist nicht imstande, aus diese zahlreichen Anfragen und Anbote zu antworten und muß daher ersuchen, sich stetS nu»- an die nächste Militärbehörde zu wenden. Das Entkeimen der Kartoffeln, und zwar v»r dem Schälen, sei hiemit neuerdings in Erinnerung gebracht. An alle Haushaltungen, die jetzt wohl ohne Ausnahme Kartoffelschaltn und an-dere Absälle sür die Viehbesitzer sammeln, ergeht die dringende Mahnung die Kartoffeln vor dem Schä-len abzukeimeu. Die Kartoffelkeime besitzen bekannt-lich ein starkes Gijt und man hat schon häufig Ver-gistungen von Vieh durch Ausnahme von Kartoffel-keimen beobachte» können. Diese Gesahr kann nur dadurch beseitigt werden, daß die Kartoffelkeime recht-zeitig entfernt und nicht zu den als Viehsutter brauchbaren Abfällen der Wirtschaft hinzugetan werden. Die Haushaltungen handeln aber auch gleichzeitig im eigenen Interesse, wenn sie ihre Kar« toffeln rechtzeitig entkeimen, denn dadurch werden die Kartoffeln vor unnötigen Verlusten, die durch daS Wachsen der Keime bedingt sind, verschont. spendet Zigaretten für unsere ver-wttndeteu! Für durchfahrende und ankom-wende verwundete wollen sie bei der tabe-stelle am Bahnhofe, für die in den hiesigen Spitälern untergebrachten beim ötadtamte abgegeben werden. )eder spende nach seinen Aräften. Der Bedarf ist groß. RoiiitSCher Mineralwässer Tempel - Styria - Donati - Quelle Rein natürliche Füllung. Vorzügliche Heilw&sser gegen: Magen-Darmleiden (Bohr. Dysenterie. Typlins: Harnsäure empfohlm ! . Zuckerkrankheit Leberleiden. Dfirfthrlr llelleefolg •! Vertretung fttr Stei<*rnnrk: Ludwig Appl, Gras. Hand und Reisebuch von Steier-mark. Die in diesem Jahre ungewöhnlich zahlrei-chen Nachfragen nach einem verläßlichen Führer durch die Steiermark veranlassen den Landesverband für Fremdenverkehr in Steiermark. hiemit Einheimische und Fremde zu Beginn der Sommerszeit nochmals aus daS von ihm im letzten Hurst herausgegebene Hand- und Reisebuch der Steiermark aufmerksam zu machen. Es wird hier ein von berufensten Fachleute» geschaffener Führer durch das ganze Kronland ge-boten. Dieser hat Baedeker-Ausstattung. ist 700 Sei-ten stark, mit 5 Streckenkarten. Plan von Graz und einer UeberfichtSkarte versehen und kostet im Inte-reffe großer Verbreitung gebunden nur K 4 50. Die-ses Hand- und Reisebuch unterrichtet erschöpfend und zuverläffig über die Steiermark wie sie ist und kann durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes bezogen werden. MATTONTS EINZIG IN SEINER [ANALYTISCHEN I I BESCHAFfENHEIT.fi BESTES IALT8EWÄHRTES FAMILIEN-GETRÄNK. GIESSHÜBLER Deutsche Wacht Nummer 45' Vorzügliche steirische Gebirgsweine Gonobitzer, Kirchstätter, Treimen-bergar, feine milde luttenberger Weine ansdemWeinbaueebieteKaager-Friedau, aromatische Wiseller Weine, rot und weiss, sowie kräftige wohlschmeckend«? Dalmatiner Blutweine, verkauft u. versendet zu sehr mässigen Preisen in Fässern von 60 Liter aufw. Otto Küster, Cilli Weinkellerei im Sparkassegebäude. Deutsche Lehrerin sucht Nachhilfestunden für Volksund Bürgerschulen. 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Auswärtige Aufträge schnellstens. Kundmachung betreffend die Regelung der Sperrstunde in den Gast- und Kaffeehäusern in Cilli. Im Grunde des § 54, Abs. 2 der Gewerbe-Ordnung R. G. Bl. Nr. 19t) ex 1907 findet das Stadtamt gemäss dem Statthalterei-Erlasse vom 30. August 1914 ZI. 7-425 Jlob./l mit Rücksicht auf die gegenwärtigen ausserordentlichen Zustände anzuordnen wie folgt: Sämtliche Gastwirtschaften des Stadtgebietes sind spätestens um 11 Uhr abends und alle Kaifeehäuser und Kaffeeschänken spätestens um 12 Uhr nacht« zu sperren. Diese Kundmachung ist in allen betreffenden Gewerbebetrieben sichtbar anzuschlagen. Uebertretungen dieser Kundmachung werden sowohl an dem Gewerbeinhaber als auch an den Gästen nach den g§ 7 nnd 11 der kaiserlichen Verordnung vom 20. April 1854 R. G. Bl. 96 mit Geldstrafen von 2—100 K oder mit sechsstündiger bis 14tfigiger Arreststrafe geahndet. Gegen straffällige Gewerbeinhaber wird gemäss § 133 b, Abs. a der Gewerbeordnung bei besonders erschwerenden Umständen mit der strafweisen Entziehung der Gewerbeberechtigung für immer oder auf bestimmte Zeit vorgegangen werden. Stadtamt Cilli, am 5. Juni 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heiniich von Jabornegg. Das Offizierskorps des Infanterieregiments Nr. 87 gibt die traurige Kunde von dem Hinscheiden dos hochgeehrten Kameraden, des Herrn k. und k. Majors Ottokar Weeger Besitzer des Militärverdienstkreuzes mit der Kriegsdekoration, des Militärverdien st-kreuzes am weiü-roten Bande, des Signum Laudis. des Rumänischen Sternordens etz. welcher Mittwoch den 2. Juni um 6 Uhr früh in Graz an den Folgen einer in deji Karpathenkämpten erhaltenen Verwundung den Heldentod gefunden hat. Cilli, am 3. Juni 1915. Das Offizierskorps des Infanterieregiments Freiherr von Succovaty Nr. 87. M ' . • v, i f| • •. ' Grasma Versteigerung im Stadtpark Sonntag den 6. Juni um 11 Uhr vormittags. Zusammenkunft beim Wetterhäuschen. Der Verschöni'rungsverein. Perfekte welche nach allen Journalen sorgfältigst arbeitet, bittet die geehrten Damen um geneigte Aufträge. Gefl. Antrüge an die Verwaltg. d. Bl. iuw Gasthaus auf dem Hauptplatze in Cilli zu verpachten. Anzufragen bei der Gastwirte-Genossenschaft in Cilli. beider Landessprachen mächtig, wird aufgenommen im Manufakturwaren-geschäft August L a k i t s c h, Cilli. Intelligenter Mann niilitSrfrri, verwendbar it Kanzlei uij Geschäft, vielseitige Branche-ike-iiituisse. »pracl-enkundig. schön* Handschrift und diiK4 rrs»«I« r, Pnchräder, HT Fahrräder toii 120 K aufwärts. Allein verknus! Grosse Reparaturwerkstätte. Illrlnverkaiil'! Singer-Hähmaschinen ?on 65 K aafwärts. Anton NcgOlT, Mechaniker, Cilli, Herrsngasse 2 Sämtliche Bestandtolle, LufUelilKuch«, Mäntel, Sättel, Pedale, Laternen, Ketten, Lager, Freilausnaben, Alte Fahrräder Pumpen. Schlüssel, Ventilschliluch«», Griffe. 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