^ SS Areitag den 9. August 1878 IVII. Jahrgaug Vit ^Rarburger Zeitung" eescheint jeden Sonntag, Mittwoch und Areitag. Preise — für Marburg ganzjähria e fl., halbjahria 8 fl., vierteljährig 1 si. K0 kr; für Sustellunß ins Hau» monatlich 1V tr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr 8 kr. pr. Zeile. Kosaitn-Htr)tgoVi»a a«d Ntchtuschast drr Miniltcr. Marburg, 8. August. Die Nachrichten vom bosnisch-herzegowini-Ichen Kampf-Schauplatze haben die Hoffnung Jener vernichtet, welche gewähnt, die Besetzung werde unblutig erfolgen. Die Fehler der Diplomaten und Minister werden hervorgehoben und die Stunden ersehnt, da unsere Vertretungen Rechenschast fordern. Vor dieser Rechenschast dürsen die Bedrohten keine Angst haben. Mit Vertrauen und Kredit ausgerüstet, stnd unsere Diplomaten nach Berlin gezogen und was dort unterzeichnet wordei», hat die Regierung genehmigt — ohne Vorbehalt, trotz Allem, was die Versassung über Gebietserweiterung und Staatsverträge vorschreibt und trotzdem die Velfafsung weder den Ausmarsch iin Frieden, noch die Verwaltung „fremder Getiiete" kennt. Die Vertretungen wurden nicht einberufen — wohl in der Ueberzeugung, dab die nachträgliche Befragung dieselben zufrieden stellt und die nachträgliche Genehmigung nicht versagt wird. Setzen wir nun den Fall, die Minister erscheinen nach verlorenein Vertrauen und verbrauchtem Geld vor den Vertretungen und geben Rechenschast: wird uns diese Rechenschast sromlnen, die keinen Todlen mehr zum Leben erweckt, die geopserten Millionen nicht wieder bring!, nicht ersetzt? Was frommt es, wenn die eine oder die andere Person ihren Plaß am grilnen Tische verlassen mnß, einer anderen Person überläßt, das alte System aber fortdauert und bei nächster Gelegenheit wieder die Vertretung hintendrein der Form wegen befragt und durch die Zwangslage zum Ja sagen ge-uöthigt wird? Soll die Rechenschaft der Minister uns wahrhaft nützen, so müssen wir die Verantwortlichkeit derselben verschärfen und zwar dadurch, daß versassungSgemäb keine nachträgliche Genehmigung ertheilt werden dmf. Je größer der Machtkreis unserer StaatSleiter, desto unmöglicher ist angesichts der drängenden und na« mentlich der vollendeten Thatsachen die volle Verantwortung. Im Rechtsstaate, wie er sein soll, ist das Ministerium, was sein Name bedeutet. Itn Rechtsstaate, wie er sein soll, hat das Ministeri"m nur vollziehettde Gewalt und ist bloö jul t/iechcitschajt v«.rpsUchtet, ob es nach Verfassung, Gesetz oder Beschluß der Gesetzgebung gehandelt. Franz Wiesthaler. Zur .geschichte des Tages. Die Niederlage des ungarischen Ministerpräsidenten bei der Wahl in Debreczin und die Erfolge seiner Gegner in Pest kommen hauptsächÜch auf Rechnung seiner Orientpolitik, die in schärfster Weise verurlheilt wird. Die Tage eines Ministeriums, welches moralisch so geschlagen worden, sollten gezählt sein; was aber Tißa betrifft, so wird er von seinem Sitze nur weichen, falls er parlamen' tarisch gezwltngen wird. Im neuen Abgeordnetenhause hat der Besiegte von Debreczin die Mehrheit. Der Widerstand in Bosnien-Herzegowina ist planmäßig vorbereitet und sehr gut organisirt worden. Die maßgebenden Kreise Oesterreich-Ungarns tätischen sich wohl nicht lnehr über die Bedeutung desselben und ist deß-halb angeordnet worden, das Besetzungsheer um füllszigtausend Mann zu vernlehren. Der Internuntius zu Konstanti« nopel soll nachweisen können, daß der Ausstand in Bosnien und in der Herzegowina seitens der Pforte unterstützt werde. Der geweinsame Minister des Aeußern droht mit dem Abbruche der diplomatischen Beziehungen, wenn die Psorte nicht in ganz unzweideutiger Weise zu erkennen gibt, daß sie sich jeder, auch der mittelbaren Theilnahme an diesem Aufsta»ld enthalte. Verinischte Nachrichte». . (Schutzland.) Währung in Bosnien-Herzegowilla.) Der „Berliner Börsenkourizr" ergeht sich in ausführlichen Betrachtungen über die in Bosnien-Herzegowina einzuführenden Zahlmittel und gelangt zu folgendem Schluß: »Es gibt für die österreichische Verwaltung (in Bosnien) drei Eventualitäten der Währung: erstetlS die Einführung der Papierwirthschaft, die Cirkulation des Papiergeldes; zweitens: die Einführung der Goldwährung, und drittens die Einführung der Lilberwährung. Was die Einführung der Papierwährung betrifft, so scheint sie ernstlich gar nicht in Frage gekommen zu sein. Man kann einem okkupirten Lande nicht zumuthen, eine Papierwährung zu accep-tiren, und dürfte es Schwierigkeiten habe»,, die Bevölkerung zur Annahme der Zettelwährung zu veranlassen. Es bleibt somit die Wahl zwischen der Gold- und Silberwährung. Wie.die Verhältnisse in Oesterreich liegen, hat die Eill-sührung der Goldwährung in Bosnien Alles gegen, die der Silberwährung Alles sür sich. Die Einsührung der Goldwährung würde die Kosten der Heeresbedürsnisse vertheuern, und es liegt für Oesterreich gar kein Grund dazu vor, die Goldwährung einzuführen. Das gerade Gegentheil ist betreffs der Silberwährung der Fall. Es wäre ein bequemes Zirkulationsmittel gefchaffell, von dem Material in Hülle und Fülle vorhanden ist, und ferner würde der österreichische Silbergulden, einlnal in Bosnien und der Herzegowina eingeführt, sehr bald seinen Eingang in den ganzen Orient finden, wie ihn der Maria Theresien-Thaler thalsächlich gefunden hat, welcher in der Levante noch heute das häufigste Zahlnngsmitel ist. Die Vortheile einer Einführung des österreichischen Silber- Jeuilletou. Ktr Marsch »ach Haust. Bon W. Rablie. (Fortsetzung.) Zwischen Lingenau und Hüttisau schlugen am 4. Januar 1647 die vorarlbergifchen Ehefrauen und Schmelgen, das ist: die jultgen Mädchen, die eingedrungenen Schweden bis auf den letzten Mann todt, und nur der letzte Mann entkam, das heißt, er —- der Korporal Sven Knudfon Knäckabröd wurde schwer verwundet von der Wirthin zur Taube in Alberschwende, Frau Fortunata Madlenerin, gefangen genominen, und unter sonderlichen Umständen von ihr gegen das blutdürstige Andringen der erbarmungsloseren Kampsgenossinnen mit Erfolg vertheidigt. Die Männer, welche sich von diesem Ueberfall am ^rothen Egg^ wahrscheinlich aus Bescheidenheit ferngehalten hatten, durstet» na-tlirltch auch nicht in die dem Kampse folgenden Verhandlungen dreinschwatzen; sie läuten jedoch »wch je aln 4. Januar Nachinittags zwei Uhr die Glocken zur Ehre und zum GedäjUniß der Heldenthat ihrer besseren Hälsten. Um zwei Uhr Nachmittags lagen im blutigen Schnee am rothen Egg die so verhaßten schwedischen Grobiane, zerschmettert von Kugeln, Baumstämmen und Felsentrümmern, zerhackt von Beil», Schwert- und Hellebardenhieben, still, und die Weiber vom Walde tanzten wuthentbrannt um die Leichen. Die Frau Wirthin zur Taube aber, eine junge Wittib, die keine geringe Rolle in der Schlacht gespielt hatte, brachte eben ihr Beutestück, nämlich den Korporal Knäckabröd, in Sicherheit. Das hatte seine Schwierigkeiten! Denn kurz nachdem sie entdeckt hatte, es sei noch einiges Leben in dem gleichsalls arg mitgenommenen arnien Sven, war dieselbe Bemerkung von drei anderen Kriegsgesellinnen gemacht worden, und diese Drei befanden sich noch nicht in der Stimmung, den alten, lieben Berus der Frauen, die barmherzigen Schwestern uttd Krankenwärterinnen zu spielen, schon jetzt wieder auszunehmen. Im Gegentheil! Mit den Waffen in den Händen hatten sie sich aus den unseligen, zappelnden Tropf gestürzt und wie die Frau Fortunata zugepackt, und es gab ein arges Gezerr an Arm nnd Bein, ai» den Fetzett des Wainses oder am Bandelier, und die Taubenwirthin hatte alle Mühe, die er- bosten Hiebe und Stöße durch ihr Geschrei, oder mit dem guten Schwerte, welches ihr seliger Gatte im Winkel hatte stehen lassen, abzuwehren. Es war ein großes Glück für den Korporal Sven, daß ihr Ansehen mächtig war unter den Wäldlerinnen, daß sie den Plan zum Uebersall angegeben hatte, und daß ihr Haus und Zeichen in Alberschwende einett herrlichen Ruhm und Rus besaß, weit hinaus nach allen vier Weltgegenden; denn dein allein verdankte er sein Leben nach der Niederlegung feiner Genossen an denl Fallenbache am rothen Egg! Als doppelte Siegerin führte ihn seine Retterin auf einem Karren ihn ihr Haus zu Alberschwende unter der Lorena, ließ ihn da zuerst hittter verriegelter Thür aus ein Strohlager neben ihren Schanktisch, dailn in ein besseres Bett legen nnd besorgte den ersten Verband seiner Wunden selber. Er aber erwachte erst nach längeren Wochen aus seiner Betäubung und wußte dann durchaus nicht anzugeben, was mit ihm vorgesallen sei, und wo er sich befinde. Der Korporal Sven Knudson Knäckabröd wußte eigentlich noch heute, d. h. im Jahre >674, nicht, wo er sich eigentlich befilide, und das war gar nicht so sonderbar. Seit er Anno Dreißig mit dem großen Gustavus Adolsus, den streitbaren Löwen aus Mitternacht, auf gülden« liegen klar auf der Hand. Wir glauben, daß nach alledem die Entscheidung über die künftige von Oesterreich in Bosnien und der Herzegowina einzustthrende Währung nur zu Gunsten des Silberguldens ausfallen kann." (Zur Geschichte desSchwindels. ^Wo ist der Esel?") Ein Bonner hatte sich durch die Schwindelanzeigen einer Wiener Firma, welche in vielen auswärtigen Blättern standen, verlocken lasten und hoffte, „nur um zehn Mark eine vergoldete Uhr, vier echte Meerschaum-Spitzen, zwei Pfeifen u. dgl. zu erwerben. Dem Briefe des Betrogenen entnimmt nun das ,,Wiener Tagblatt" unter Anderem: Einsender dieses bestellte die Sachen und dieselben langten drei Tage darauf an. Aber schon wurde er bei Empsangnahme des Kistchens, worin die Sachen verpackt waren, etwas enttäuscht. Die Nachnahme betrug nämlich nicht 10 M., sondern 11,26 M., und an Porto und Steuern kamen noch hinzu 1,83 M. Alles zusammen also 13,9 M. Aber wie viel größer war seine Enttäuschung und sein Zorn, als er bei Oeffnung des Kistchens ganz obenan, damit es ja nicht übersehen werde, eines von den beliebten Vexirbildchen fand; aber nicht etwa: wo ist die Katze? oder wo ist der Bär? sondern, wo ist der Esel? Es ist wohl kaum noch nöthig, die Sachen näher zu beschreiben. Doch will ich ein» näher erörtern, nämlich die „echten" Meerschaumspitzen. Dieselben bestanden aus sogenannter Meerschaummasse, wovon die Spitzen einige Groschen werth stnd. Kurz und gut, der Werth war höchstens 5—6 M. Mehr als der geringe Werth muß es den Empfänger verletzen, dab er noch bei dem Schaden vom Verkäufer durch das Bild: wo ist der Esel? verspottet und verhöhnt wird. (Darwinund der Generalvikar von Feld kirch.) In der Hauptversammlung des Vorarlberger Lehrervereins zu Dorn-birn hielt Professor Ludwig Teimer einen Vortrag über die Darwin'sche Abstammungslehre. Der Sprecher rühmte die im gegenwärtigen Jahrhundert durch Bär bis zur einfachsten Eizelle zurückgeführte Entniicklungsgefchichte der höchst organisirten Thiere und des Menschen, behauptete die Einheit und Ewigkeit der Substanz mit ihren beiden Attributen Stoff und Kraft und fagte: „Wer nicht annehmen wollte, daß die neuen Thier und Pflanzengeschlechter, vom Hefepilz bis zum höchsten Säugethier elternlos aus ungesormter Materie auskrystallistrt seien, der müßte sich zu der Ansicht bekennen, dab in der Urzeit ein Schöpfungsakt göttlicher Allmacht oder, wie Andere sich ausdrückten, eine in der Gegenwart völlig unbekannte Naturkrast in den Entwicklungsgang der Welt>)rdnung eingegriffen habe. Aus diefem Dilemma (d. i. von diesen Usedom in der pommer'schen Bucht landete, war er sechzehn Jahre lang durch solchen Wirrwarr hin- und hermarschirt, daß für einen Mann, der nicht Gelegenheit gehabt hatte, die Geographie zu studiren, sich das Bild der Welt wohl verwirren mochte. Hatte doch selbst der Oberst Wrangel, unter deffen Kommando er damals seine Kriegszüge begann, und der während der Zeit längst Feldmarschall geworden war. Mühe, sich in dieser Beziehung die Landkarte klar zu halten. „Donner und Nordlicht!" sagte der Korporal am 7. August 1674, legte sich schwer aus den rechten Ellenbogen und schlug mit der linken Faust auf den Tifch. Ja wohl, ein Mann, dessen Leben dicht an der Grenze des ewigen Eises, dem Nordpol nahe, begonnnen hatte, der den Krieg mit allen Nationen Europas, mit Deutschen, Franzosen und Hispa-niern, mit Italienern, Dänen, Polen und Moskowitern sah, der dann sechsundzwanzig Jahre des tiefsten Friedens unter dem Hirtenvolk des Vorarlberges vollendet hatte, mochte wohl bei einiger Ueberlegung seines Daseins: Donner und Nordlicht! sagen. Die Frau Fortunata hatte am Fallenbach wohl nicht gedacht, welch eine schwere Last sie sich für die nächsten Zeiten durch ihr gutes Herz aus de;^ Hals lud. Sie bekam ihre grobe beiden Annahmen) erlöste nach Teimer Darwin die Naturwiffenschast . . . durch seinen . . . zur Höhe einer Theorie erhobenen Gedanken der gemeinschaftlichen Alistammung. So ist der Gedanke für alle Zukunft gewonnen, dab das ge-sammte Leben der Erde vom Anibeginn bis zur Gegenwart und von der Pilzzelle bis zum Menschen eine einzige, niemals unterbrochene Reihe darstellt, deffen Glieder durch unmittelbare Fortpflanzung auseinander hervorgegangen, im Laufe unermeßlicher Zeiträume stch in mannigfaltigen und im Großen und Ganzen auch vollkommenere Fornien entwickelt haben." Darob entbrannte der Generalvikar in Feldkirch und richtete an den Landesausschuß und an den Landes-Schulrath eine Eingabe, in welcher er mit Beziehung auf die angeführten Stellen erklärt: „Dazu darf ich umsoweniger schweigen, als diese, Vernunft (?) und Glauben und folgerichtig alle religiöse Sittlichkeit untergrabende Rede öffentlich vorgetragen und von der „Feldk. Ztg." verbreitet worden ist. Ich wende mich deßhalb an die Oeffentlichkeit, um vor ganz Vorarlberg gegen solche Verletzung unseres heiligen Glaubens zu protestiren. Ich wende mich an den hohen Landes-Ausschuß, damit der-selbe in väterlicher Sorgsalt für das Heil und die höchsten Güter des Lahdes die geeigneten Mittel ergreife, folchem Aergernisse wirksam entgegenzutreten." (Für Touristen.) Selten hat eine neue Einrichtung Seitens des reisenden Publikums so rasche und allseitige Anerkennung gesunden, wie die Einführung und Ausgabe von kombinirten Rundreisebillets über den Gmundner-, Wolfgang-, Mond-, Atter- und Hallstüdter See, welche an den Person en-Kaffen der Kaiserin Elisabeth-Bahn und der Kronprinz Rudolf-Bahn in Wien, Linz und Salzburg ausgegeben werden. Allerdings gewähren diese neuen Rund-reise-Billets den Naturfreunden, namentlich aber den enragirten Touristen, eine Rundfahrt, wie dieselbe nicht schöner gedacht werden kann und bieten zugleich die Vtöglichkeit, den Schafberg (unfern Rigi) bequem und billig zu besteigen. Diese neuen BiUetS für die Salzkammergut-Seen stnd daher ebenso beliebt als billig und finden einen großen Absatz. An sämmtlichen Seen befinden sich elegante, der Neuzeit angepaßte Hotels mit sehr mäßigen Preisen und kann bei Lösung eines solchen Billets die Neise-tour beliebig unterbrochen werdein Mit der Lösung eines solchen Billets hat der Inhaber die Gewißheit, daß er überall ohne Hilfe eines Führers weiterkommt und jeder nur denkbaren Belästigung überhoben ist. Diefe Billets haben für alle fahrplanmäßigen Züge Giltigkeit, bei Lösung eines Billets II. Klaffe auch sür Kou-rier- und Schnellzuge, und eiglien sich daher namentlich für solche Reisende, welche in möglichst kurzer Zeit viel sehen und dabei billig reisen wollen. (L an d w i r t h s ch a st. Ackerschnecke.) Die Ackerschnecken stnd bei naffem Spätsommer und Herbst bekanntlich das lästigste und gefährlichste Ungeziefer in fetten Bodengattungen, da sie die Wintersaat zuweilen, namentlich in Fruchtsolqe Schoten tragender Gewächse, als Erbsen, Wicken, Linsen, dermaßen absreffen, daß man zu deren Umackernng genöthigt ist. Am meisten haben der Raps und der Roggen von ihnen zu leiden, weniger der Weizen, welcher, "zumal wenn er Wurzel gefaßt, gleich der ihm verwanden Quecke (tritieum rexeos) aus der Wurzel wieder ausschlägt. Die von diesen gefräßigen Weichthieren abgefressenen Felder stnd mit einem gegen die Sonne glänzenden Schleim Überzogen und gleichsam vergistet. Dagegen angewendete Mittel, wie Kalk, Schwefelkohle (schwefelhaltige Braunkohlen), fruchten wenig, da beim Ausstreuen dieser Mineralien auf die Staaten nur dieje« nigen Schnecken davon krepiren, welche davon bepudert wurden, die meisten von ihnen aber, besonders bei trockenem, sonnigem Wetter, den Tag über unter Erdklößen verborgen bleiben und hauptfächlich in der Nacht und am frühen Morgen ihr Vernichtungswerk treiben, während sie bei naffem Wetter auch am Tage ihre Gefräßigkeit kundgeben. Neuerdings wurde als letzte« Mittel dagegen gedämpftes Knochenmehl angewendet, wctches, auf den Acker gestreut, die Folge haben soll, daß die Schnecken, die oben auf dem Acker lagen, sich danach rundeten, stark schleimten und bald todt blieben (wahrscheinlich aber auch nur diejenigen, welche davon betroffen wurden). Die Wirkung mag wohl der in dem gedämpften Knochenmehl enthaltenen Schwefelsäure zuzuschreiben sein. Man hat auch das Auftreiben von Puten nnd Enten dagegen empfohlen. ZUarburuer Berichte. (Gestoche n.) Im Strohmeier'fchen Gasthause zu Ottendors wurde am letzten Sonntag musizirt und getanzt, Burschen von Kranichs« feld, welche an diesem Vergnügen theilgenon,-men, begannen in später Nacht daselbst zu streiten und zu rausen, weshalb sie vom Wirth^' aus dem Zimmer ans die Straße gedrängt wurden. Der 21jährtge Franz Kröpft, Stiessohn des Grundbesitzers Dlaschkovitjch, wulde von Franz M. mit einem Holzscheit über den Kopj geschlagen und vom Jakob Th. rücklings in die rechte Schulter derart gestochen, daß trotz schneller Hilfe von Seiten des Arztes ai^ der Rettung des Verletzten gezweiselt wird. (Durch einen st ü r zen d e n B a l k e n.) Roth mit ihrem Schweden, dem noch drei Jahre lang nach dem Sturm auf Bregenz das ganze Land ringS uniher nach dem Leben stand. Es fand sich, daß sie ihn nur dadurch vor allen den verschiedenen Nachstellungen retten konnte, daß sie ihn zur Kindsmagd machte, dem wilden Arkebusirer ihr unmündig Töchterlein zur Wartung in die Arme gab und ihn im Haus an ihr Schürzenband geknüpst hielt, bis das erste Gras iiber die Blutzeit gewachsen war, bis die Alten den „schwedischen Mann" ohne Mordsinn ansehen konnten, und die Jungen ihn als ein natürlich gegeben Ding nahmen. Da saß der Korporal Sven Knäckabröd denn in den Bergen verzaubert neben der Wiege der kleinen Aloysta: er, der mit dem glorreichen und sieghasten König Gustavus Adolsus über das Meer gesahren war und in hundert grimmigen Schlachten in die Linie rückte gegen den Tilly, den Wallenstein, den Pappenheim und hundert andere gewaltige Kriegshauptleute! Da saß er und spann nicht nur Trübsal, sondern auch wirklichen Flachs und Werg, und wenn das Kind schrie, so rief die Frau Fortunata: „He, Schwen, sing ihm!" und der Korporal Sven Knudson Knäckabröd sang. Potz Lappland und kein Ende — dabei ließ sich dann recht hübsch an allerhand Anderes denken! Znm Beispiel an die grane, nebelige, flammende Ebene von Breitenseld oder von Lützen, an den Kommandoruf vor der Front, an die rasselnden Reitergeschmader, die l'lauen und gelben Fußregimeuter, wie sie gegei» die kaiserlichen Batterieen am Floßgral'en vorstürzten, zurückflllteten, wieder vorstNrzten und unter Isen Husen und Füßen die Todten und die Verwundeten in Harnisch und in Büffel-wamms zerstampstLn l Wenn dann wieder der Kommandorus der Wirthin zur Taube in solche Träumereien klang, gab es wohl ein sonderlich Auffahren, und ohne die kleine Aloysia hätte das Ding am letzte»^ Ende doch noch einen traurigen Ausgang mit dem armen, verloren gegangenen schwedischen Mann genommen. III. Dn lieber Himmel, eine Zeitlang, so um das Jahr 1655 herum, trug er, der Korporal, sich mit dem Gedanken, ob er sich nicht da» durch am leichtesten ranzioniren und zugleich seinem dankbaren Gemüthe am angenehmsten Genüge leisten könne, wenn er die junge Wittib freie und selber Taubenwirth zu Alberschwende werde. Eine Weile lang hatte der In Lechen, Bezirkshmiptmannschaft Windisch-Graz, wurde beim Bau eines Hauses der Arbeiter Franz Puschnik von einem stlirzenden Balken gelrossen und blieb aus der Stelle todt. (B l i tz u n d B r a n d.) Zu H. Geist bei Gonoditz hat der Blitz in das Wirthschastsge-bäude des Grundbesitzers Gottsried Müller geschlagen und gezündet. Der Schaden beträgt 90V st. Müller war versichert. (Ä e s ch w o r n e.) Für die nächste Sitzung des Eillier Schwurgerichtes sind solgende Herren ausgelost worden: Joses Rapotz, Hausbesitzer in Marburg — Johann Loger, Grundbesitzer in Lokve — Karl Ferschnik, Kaufmann in Rohitsch — Dr. Ferdinand Duchatsch, Advokat in Marburg — Franz Talmi, Grundbesitzer in Friedau — Joseph Neubauer, Grundbesitzer in Wolssthal — Jakob Högen-warth, Hausbesitzer in Marburg — Simon Hraslnik, Grundbesitzer in Unterpulsgau — Eduard Kandolini, kausmann iv Helldors — Anton Schwartnik, Hausbesitzer in Mondsberg — A»tton Weixel Grundbesitzer in Zwettendorf — Franz Lorger, Grundbesitzer in St. Marein — Anton Naredi, Gutsbesitzer bei W. Graz Stephan Pichler, Gasiwirth in Terbetinz en — Joseph Frank, Direktor der Ober-Realschule in Marburg — Joseph Kodella, Grundbesitzer in Mellingberg — Valentin Ambrusch, Pro» seffor in Marburg — Karl Krenkthaler, Grundbesitzer in Slemen — Franz Url, Kaffee-sieder in Marburg — Paul Ritter von Hempel, Gutsbesitzer in Fahrenbühel — Joseph Supanitsch, Grundbesitzer in Jellentschen — Math. Doppler, Grundbesitzer in Georgenberg — Franz Uhl, Grundbesitzer in Brundorf — Franz Oroschel, Grundbesitzer in Doberna — Joseph Wolf, Hausbesitzer in Marburg — Jakob Schideritsch, Grundbesitzer in Kulmberg — Jakob Nischnik, Grundbesitzer in Rottenberg — Joseph Minarik, Glasfabriks-Direktor in Zmollnik — Eduard Janfchitz, Buchdruckerei-desitzer in Marburg — Joseph Mikufch, Hausbesitzer in Oberburg — Johann Dirmayr, Hausbesitzer in Fridau — Jgnaz Kaup, Hausbesitzer in Marburg — Eduard Aldrecht, Li-querfabrikant in Marburg — Alois Windisch, Hausbesitzer in Friedau — Ferdinand Auch-mann, Hausbesitzer in Marburg — Franz Kothbauer, Hausbesitzer in Marburg: Haupt-geschworne; Max Sima, Hausbesitzer in Sa-voden — Max Ott, Grundbesitzer in Tfchrett — Friedrich Mathes, Karl Regula, Leopold Wambrechtsamer, Viktor Wogg, Joseph Schmid, Joseph Herzmann, Anton Ferjen, sämmtlich Hausbesitzer in Cilli: Ersatzgeschwor»ie. (Zum ft e i ermär ki s ch e n S än g e r-seste. An diesem Feste, welches am 7. nud 8. September in Graz stattfindet, wollen sich auch fünfundzwanzig Mitglieder des hiesigen Männer- Gesangvereins und einundzwanzig Mitglieder des Pettauer Gesangvereins betheiligen. (Ausflug.) Die Arbeiter der Siidbahn» Werkstätten mit ihrer.Musikkapelle veranstalten für Sonntag den 11. August ein Massenausflug mit Separatzug nach Pettau. Konzert. Das am 4. d. M. vom hiesigen Männer-gesangvereiil zu Gunsten der armen hinter-Üiebenen Familien eingerückter Wehrmänner veranstaltete Konzert ersreute sich trotz des schlechten Wetters eines sehr zahlreichen Besuches. — Der k. k. Hosopernsänger Herr Waldner hotte in liebenswürdigster Weise seine Mitwirkung zugesagt, und seinen Liederoor-trägen, welche den Glanzpunkt des gelungenen Abendes bildeten, folgte nicht enden wollender Beifall und stürmisches Verlangen nach Wiederholung. — Anerkennen müssen wir die diskrete Begleitung des Herrn Kalmann, der dem edlen Zwecke zu Liebe bereitwilligst den Klavierpart üliernommen hatte. — Die Tenorsoli des Herrn Schramm in den beiden Chören „Irene" v. Naumann u. „Eine Maiennacht" von Abt, mit einbr äußerst sympathisch klingenden Stimme gesungen, wurden so geschmackvoll ge-bracht, datz der Beifallssturm sich nicht eher legte, bis man s^ch zur Wiederholung entschloß. — Der Männergesangverein brachte unter der Leitung seines bewährten Chormeisters Herrn Satter einige fleißig studirte und nüancirte Chöre, welchen, gerade so wie den Piecen der Südbahnwerkstättenmusikkapelle, welche in der uneigennützigsten Weise ihre Mitwirkung zugesagt hatte, der verdiente Beifall folgte. — So hatte Marburg einen genußreichen Avend, während zugleich von manchem gedrückten Herzen die Noth und Sorge auf einige Tage dürfte hintangehalten werden. Letzte?>ost. Vie Sflerretchifcheu Bauknote», mit welchen unsere Truppen in BoSnien-Herze-gvwina ihre Einkäufe bezahlen, werden über-all gerne angenommen. Feldmarfchall - Lieutenant Jovanovich hat nach der Besetzung Moftar'S seine Operationen wieder aufgenommen. Die Pforte hat befohlen, ein Geschwader an der Kitste Albaniens kreuzen zu lassen. Der albanesifche Bund fordert die Pforte aus, Epirus nicht an Griechenland abzutreten und verfp.richt, in» Kriegsfalle dreißig tausend Mann zu stellen. Frankreich droht, seil» levantinisches Geschwader nach dem Pyräus abgehen zu lassen, wenn die Pforte einen Theil ihrer Panzerstotte in die griechischen Gewässer entsendet. Mom Aüchertisch. Neue Reiseliteralur. Au» A. Hartlebens Verlag in Wien gehen in den nächsten Tagen drei wertljvolle Bereicherungen der Reiseliteratur hervor, welche wir schon heute der allgemeinen Ausmerksamkeit empfehlen wollen. Lucian Herbert schildert unter dem Titel „Die böhmischen Bäder" (mit 34 Illustrationen und einer Karte) in lebendiger, anschliulicher Weise sämmtliche fünfundzwanzig Bäder und Luftkurorte Böhmens und bietet zugleich einen praktischen Führer durch Deutsch-Böhmen, welcher Land und Leute gründlich kennen lehrL. — H. Klinggräff (unter welchem Pseudonym sich einer der ersten Novellisten Deutschlands verbirgt) lenkt durch eine Broschüre „Bilder aus der österreichischen Rheinprovinz" (mit 6 Illustrationen) die Aufmerkfamkeit größerer Kreise auf ein bisher touristisch wenig bekanntes, aber hochinteressantes Gebiet, nämlich das „österreichische Rheinland" (Bregenz und Umgebung). — Endlich sührt Ernst v. Heffe-Wartegg in einem Werke „Die Pariser Weltausstellung 1878" (mit vielen Illustrationen von Leo v. Elliot und einem Plane) seine Leser in die gegenwärtige Pariser Weltausstellung und bespricht dieselbe in ihren Hauptzügen und intereffanten Einzelheiten. Wir behalten uns vor, auf diese schönen Neuigkeiten des Hartleben'schen Verlages s. Z. noch eingehend zurückzukommen. D. Spitzer's „Wiener Spaziergänge" (drei Bände, bisher Verlag von L. Rosner in Wien) sind in den Verlag von Julius Klinkhardt in Leipzig und Wien übergegangen. Von dem in der S. Austage gegenwärtig vergriffenen zweiten Bande wird die dritte Austage vorbereitet; eine neue Sammlung (der ganzen Reihe 4. Band) wird im Herbste erscheinen. Da»kfag««g. Der Marburger Männergesang-Verein fühlt sich angenehm verpflichtet, dem k. k. Hosopern-sänger Herrn Waldner, sowie den Herren Schramm und Kalmann sür die grfällige Mitwirkung bei dem am 4. d.M. veranstalteten Wohlthätigkeits-E-oncerte den besten Dank auszusprechen. — Zuglrich dankt der Verein auch t'tr Wertstätten-Atusitkapklle für die bereitwillige unei^;enni'ltzige Mitwirkung und dem löbl. ersten Marburger Veteranen-Verein „Erzherzog Friedrich" sür die großmüthige Spende von 10 st., welche dem bewußten wohlthätigen Zwccke werden zugeführt werden. (882 gute Sven die größte Lust, auch einmal das Wagstück auSzusühren und zu rusen: „Ho, Frau Fortunata, sing!" aber zuletzt wagte er es doch nicht, abgesehen davon, daß er seinen lutherischen Glauben, oder vielmehr den Glauben hochseiiger königlicher Majestät Gustavi Adolsi — denn er selbst machte sich nicht viel daraus — doch nicht gern in die Schanze schlagen wollte. Es blieb also dabei: „He, Korporal, sing!" und Sven Knudson Knäckabröd fang; aber wie melodifch, das wollen wir doch nicht weiter aufrühren. Er war eine gute Kindsmagd. und als seine Dienstjahre in dieser Hin-sicht als beendet angesetien werden konnten, da that im das sast leid, und als braver Veteran behielt er sür alle Zeiten eine tiese Zuneigung zu dem früheren Dienstverhältniß. Als die kleine Aloyfia zehn Jahre alt geworden war, hatte das lSebirgsvolk so ziemlich vergessen, auf welche Art und Weise der schwedische Mann in seine Mitte gerathen war, und die Frau Fortunata konnte ihn allein laufen lassen. Er lies aber noch immer nicht allein: auch die kleine Aloysia Madlener hielt fürderhin in Treuen m» ihm, und die Beiden schickten sich gar wohl in einander im Dorf, in Wald und auf den Matten bei jeglicher Luft und Arbeit. Wer jene holdselige Gegend kennt, der weiß, daß im Süden des Dorses Alberschwende der Pfad sich steil, ansangs durch Gehölz und dann über schöne Wiesen, zu einem Bergsattel emporzieht, die Lorene geheißen. Wer ihn heute geht, der findet unterwegs, ehe er zu dem herrlichen Gipsel gelangt, drei Sennenhütten; um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts aber lag nur eine dort, und dieft eine wenig höher, der Kuppe näher ain Rande eines Tannenwaldes, und die Hütte, der Wald und die Wiesen ringsumher gehörten dem Tauben-wirthshaus drultten im Dorfe, und die Frau Fortunata hatte das Besitzthum einst als ein trefflich Neste» dem jetzo seliglich abgeschiedenen Gatte»» »nit in die Ehe gebracht. In dieses Ha»»s auf der Lorena vcrse^te die Tanbenwirthin ihr Beutestück aus dem Schwedenkriege um das Jahr 1656, gab ihm Vieh ui»d Waide zu bester Pflege und Wartung unter, wie sie ihin vorde»n »l)r Töchterlein anvertraut hatte, und verwei»dete den Korporal wiederum also geziemlich und nützlich. „Sie sage»», ihr treibt auch daheiin sonderliche Zucht mit allerlei absonderlichen Kreaturen in Milcherei und z<äserei, Schwen. Nun seid Ihr lang genug bei u»»s, um zu wissen, was eine Kuh ist, und könnet wohl einen Ochse»» von einem Kalbe unterscheiden. Einen Bub krieget Ihr auch mit a»ls dei» Berg; also jetzt zeiget Euch als euren mit Verstai»d begabten Menscheil, haltet mir gute Ordnung uiid zeigt den Nachbarn, daß ich mir keinen Narren an Euch großgezogen habe", sprach die Frau For^ tunata Madlener, und Sven K»»udsou Knäckabröd zeigte sich wahrlich als ei»ler, der nicht nur »nit Rennthieren, Elenthieren unc» der Lnntenbüchse, sondern auch wie mit de»n Kindermiegen, so »nit der Milch, der Butter und dem zräse umzngeheii wußte. Es Hütte nnn bald wenig geseylt, daß er jetzt ebenso berühint wurde, wie er vorde,n lierüchligt war. Nun ließ es sich freilich aus der Lorena lustiger Hause»», als in der niedrige»», dtt»npsigen, holzvertäfelten Stube drui»ten i»» der Taube; vorzüglich sür Einei», »velcher voi» früher Jugend an die frische Lnst gewöh»»t war; und der Korporal Sven saß »nanch lieb langes Jahr dort oben, und eu» u»»dankbarer, hartherziger Gesell von Grnnd aus hätte er sein »Nüsse»», wenn er jetzt nicht sein Geschick all-»nälig gelobt hätte. Fortse^un>j folgt.) ^err I. Kübl. Beamter der bömlschen Union-Bant in Prag, hat mittelst Zuschnft vom 1. August 1878 einen Geldbetrag von 10 fl. Oe. W. zur Unterstüßung der Familien, welche in Folge der Mobilifirung durch die Einberufung der Familtenväter nothleidend geworden find, dem Stadtrathe übermittelt. Der Stadtrath ist angenehm veranlaßt, für diese patriotische Spende im Namen der Unter-stüKungS-Bedürfltgen den wärmsten Dank hiemit auszudrücken. Stadtrath Marburg am 6. AuM 1873. Der Bürgermeister; Dr. M. Reiser. Nr. 6601. (681 Kundmachung. Laut Erlaß des k. k. ReichskriegS-Ministe-riumS vom 27. Juli 1878 Abth. 2, Nr. 4734 haben Se. ?. und k. Apostolische Majestät mit der Allerhöchsten Entschließung vom 2b. Juli 1878 die Auflassung der Waffenübungen der Reserve in der Herbstperiode im Bereiche des General-Kommandos Graz allergnädigst zu genehmen geruht. Demgemäß werden alle dauernd Beurlaubte und Reservemünner, welche zur diesjährigen Waffenübung sür die Herbstperiode einberufen wurden, oder denen die Ableistung der Waffen Übung in dieser Periode bewilligt worden, hievon enthoben und haben dieselbe nicht nachzutragen Diese Bestimmung hat sowohl auf die im Generalate Graz evidenzzuständigen, als auch auf jene UebungSpflichtigen Anwendung, welche in andern Militär Terrltorial-Bezirken evLdenzzu-ständig sind, jedoch im hiesigen Generalate sich aushalten und nach §33, Punkt 9 der Instruktion über das militärische Dienstes-Berhältniß die Waffenübung bei einem Truppentörper im Bereiche des General-Kommando Graz ableisten können. Die im Generalate evidenzzuständigen Of ^iere in der Reserve sind gleichfalls von der Waffenübung enthoben. Hievon werden die Reservemänner mit der Aufforderung verständigt, die in Händen habenden Einberusungskarten soglrich bei der hierämlllchen Urlauberevivenz abzugeben. Stadtrath Marburg am 5. Au^st 1878 Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Eingesandt. Offenes Sendschreiben eines quafi Tobten an die Lebendigen. Indem mir berichtet wird, daß sich in Marburg das Gerücht verbreitete, ich wäre wegen 2 unterschlagener Ochsen und des darauf folgenden Konfliktes mit meinen Vorgesetzten standrechtlich erschossen worden, so gebe ich hiemit bekannt, daß dieses von Gift und Göll strotzende und von ein paar meineidigen gewissenlosen Feunden erfundene Gerücht nichts als elende Lüge und Verläumdung ist, daß ich in meinem mir übertragenen Wirkungskreise ehrenhaft dastehe und mich gesund und wohl befinde. Wäre nur mein Tod und nicht auch meine Ehre dabei im Spiel, so wäre es mir wirklich nicht der Mühe Werth gewesen, über dirseS Alte-Weiber-Gewnsch nur eine Zeile zn erwidern; so aber bin ich gezwUMen, meine Freunde und geehrten Kunden in Marburg zu bitten, das mir bisher geschenkte Vertrauen auch fernerhin zu bewahren, welches ich nach meiner guriickkunft gewiß rechtfertigen werde. (883 d. Ver nicht tsdtgeschossene Josef Wurzer, Negie-Ateifchßauer-Meister 1. Gtaffe im k. k. erpfiegS-Magazin zu Att-Kradiska in Slavonien. Nr. 6212. (S63. Kundmachung. Der Gemeinderath von Marburg hat in der Sitzung am 2ö. Juli 1878 beschlossen, daß zur Bedeckung der Gemeinde-Auslagen die durch das Landest,ese^ vom 25.Jänner 1873 L.G.B. 7 bis einschließlich des Jahres 1378 bewilligte Einhebung einer Abgabe von zwei Kreuzer von jedem Gulden des einbekannten und obri^tkeitlich festgestellten Gebäude-AinSerträgnisseS, auf eine Periode von sechs Jahren wle bisher oder für weitere unbestimmte Dauer zu erwirken sei. In Gemäßheit deS Gemeinde-Gesetzes vom 23. Dezember 1371 A 78 berufe ich demnach sämmtllche wahlberechtigte MitMder der Stadtgemeinde Marburg zu einer ZSersammlung aus den ß«. Auguft 1378 in meine Amtskanzlei am Rathhause, Hauptplatz Nr. 96, zwischen 9 bis 12 Uhr Bormittags, um darüber abzustimmen, ob der obige GemeinderathS-Be-schluß zur hohen Genehmwung vorzulegen ist, mit dem Beisatze, daß die Nichterscheinenden als mit dem Gemeinderath-Antrage einverstanden angesehen werden. Stadtrath Marburg am 29. Juli 1878. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. 387) SoMag den l1. August 1878: GrißtS Virltii-M »MMiiii s KMililzzzrleli die wobei die Musikkapelle ans St Georgen an der Stiefing, unter Leitung ihres Kapellmeister» Herrn beliebtesten Musikpiecen vortragen wird. 3 Uhr. Entree 20 kr. VlNpsolllsN —- »t» Vvst«8 llNit vis koxsiuliKlltsI, ^il^l^vllckvoksii (kkllie»). lelteiiikx«». lellMe Äsr k. k. pr. k'»dr!k von I^. j. Llsengvr L. Litkno in ^sulzau, ^ollorAaLse 2, zum III. Regional- Kötrviäs- (S8S und Mill Mrkt in (Ar'.(Ungarn). Die günstigen Ergebnisse des vorjährigen Marktes veranlassen den landwirthsch. Verein des Zalaer Komitates im Einvernehmen mit dem Groß.Kanizsaer Handelsstande zur Abhaltung eines m. Regional-Getreide- und Wein-Marktes, welcher am 2S. August l878 zu Gr. Kanizsa in den Lokalitäten zum goldenen Mschen stattfindet, zu welchem die P. T. Herren dekonomen, Kaufleute und das interessirte Pub' likum höflichst geladen werden. Anmeldung zur Theilnahme nimmt das gez. Comitö entgegen und versendet gegen Lösung der Eintritskarte s. 1 fl. ö. W. Legitimations-Scheine, welche zu einer Fahrpreisermäßigung auf den Eisenbahnen berechtigen. Gr.-Kanizsa, im Juli 1873. Das «Tss V. Präses. Ein Regenschirm ist bei dem lktzten Bankett im Casino (1. Stock) zurückgeblieben. (873 Wohnung im Baron Sanlequeschen Hause, 1. Stock, mit 3 Z'mmern, schöne Terrasse, Küche und Keller ist sogleich zu vergeben. (884 Anfrage bei Herrn Kokoschinegg. Till tniimigeii EwM " schSii »idlittts Z«, sind sogleich zu vermiethen: Domplatz Nr. 6. I ^icfersnten 6es k. unä lr. Kl-iexsministerjums, I K?icxi,marjne, viclor ttumanitätLsndit-iltsn etc. etc. I Ein «Airl« Zimntl ist sogleich zu vergeben am Burgplatz, Girst-mayr'scheS Haus. (777 Auskunft beim Hausmeister. keiiorvorllslltrlwr vv» I k?« Il»ß» s a, das Stück »u» ävm vr»t0ll x^rotoodnisokvn I.aborator1r»m, Illuminations - Fapier-Laterneu Von IQ bis SSV (372 verkauft ^olR. Zn verkaufen: Getreidtputzmühlk, Dezimalwage, Kuhrwagen. halbgedeckter Wagen, Geschirre. Kellerseile zc. Anfrage in der Exped. d. Bl._(882 Wtgt« Abreist 1« verkanstil: Politirte Betten, diverse Einrichtungsstücke, alles gut erhallen und modern: Bürgerstraße Nr. 46, 1. Stock. (880 W a s s e r st a n d am Pegel der Draubriicke und Temperatur des Wassers und d.'r Lust an der Schwimnlschule in St. Magdalena am 6. August, 12 llhr Mittag. Wasserstand: 13. Temperatur: Wasser IL", Lust 21°. Damenstunde von 3—10 Uhr Vormittag. Samstag den 10. August 1878 li KM« ..Mn Me« Izel" WUlvr Voulwrt »8S) von /erschllig summt Tochter. Anfang 6 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladkt höflichst ein __Ferschnig, Zithermeister. Lokalveriindernng. Mit höflichstein Danke für das ehrende Zutrauen, welches niir während der ganzen Zeit meines Geschäftsbetriebes hier in so reichlichem Maße zu Theil geworden, verbinde ich ergebenst die Anzeige, daß meine Wohnung und die Werkstatt sich nun in meinem eigenen neugebanten Hause unweit der evangelischen Kirche und neben dem Hause des Herrn Max Baron Rast befinden. Das Verkaufslokal bleibt im Hause des Herrn David Hartmann in der Kärntnergasse, woselbst Reparatnren und Neubestellungen übernoinnien werden. Wie bisher, so wird es auch künftig mein eifrigstes Bestreben sein, das Ver> trauen deS geehrte» Pnblikinns durch gediegeneArbeit, billigen Preis und prompte Bedienung zu rechtfettigen. Hochachtungsvoll Marburg. (80l) >«a»t»orttich« OttvaNio», und »erlag «oii Udiiard Zanschitz in Spengler. MeÄ.