tnr Kunst, Literatur, Theater n. geselliges Leben. NNNA-N2NL -ssOA NNNN> ^<0NNNZ,t poriofreicr Zusendung nauzjähsig », halbiäbrig 4 fi. C. M., und w,rd balbjöhrig voraus­bezahlt. Alle f. t. Postämter »chme« Pränumeration an. I n Laibach pranunierirt man bei,» Verleger am Rann, Nr. l«u, im ersten Stocke. Freundschaft und Dichtung. <2e» Pfad des Lebens zeichnen schroffe Grenzen, «Lein Glück ist Täuschung, seine Vlule Wahn; Die Freiheit darf nur in der Dichtung glänzen, Der Dichtung schmiegt sich feste Freundschaft an. Die Dichtung nur flicht Rosen in das leben, Sie zaubert Licht in's öde Reich der Nacht; Zur Tollheit wird des freiste» Wesens Streben, Wen» es das Aug' der Freundschaft nicht bewacht. Laßt zwischen Freundschaft sich die Alpen thurmcn Ls reißt die Zeit das zarte Band nicht «b, Am Sarkophag von tausend Lebenssiürmen, Umschlingt Erinnerung das Vliitcngrab. De m Wesen weil)' ich Freundschaft gern vor allen, Das aus dem Lied des Menschen Seele liest; So mög' Euch Freunde, Heil und Gluck umwalle», So lang die Erde Eure Heimat ist. Dr. Rudolph Puff. Der zwei Ma l gehobene Schatz. Novelle, von Leopold Kordesch. (Fortsetzung.) Leise machte er seine Hausthüre auf. Die Kinder lagen schon längst in den Armen des Schlafes; das sorgende Weib aber, welches sich des Mannes ungewöhnlich langes Ausblei­ben nicht zu erklären wußte, hörte ihn kommen.„Marthe!" flüsterte der Eintretende, geschwind! ziehe dich an, folge mir und frage nichr." „Du hast doch nichts Schlechtes vor, Mann?" warf sie ihm zitternd ein, während sie gehorchend ihre Kleider überwarf. „Behüche der Himmel! — mach' nur, das; du fortkömmst," raunte er ihr halb ärgerlich über solch' zaghaftes Wesen in's Ohr und zerrte sie am Arme fort. Das Dringende, Geheimniswolle des Mannes kam dem armen Weibe mitten in der Nacht so schauderhaft, gespen­stisch vor; jedoch wagte sie keine Einrede mehr, sondern ließ sich willenlos und schweigend fortführen. , Siegingen.über des Richters Hofraum in den Garten, den der Binder vor Kurzem verlaßen, und gerade auf den großen Kirschbaum los. Hier sprach der Mann ernst zum Weibe: »Werfe dich nieder auf die Knie, und trage mich auf deinem Rücken drei Mal um diesen Baum, aber rede nichts!« Sie sah ihn an, und wagte zu fragen, ob er wohl auch bei Sinnen sey. „Schweig jetzt und gehorche!" herrschte er der Armen mit metalloser, schrecklicher Stimme zu, und die Schwache mußte gehorchen und galoppirte, so gut es sich thun ließ, mit ihrer Last um den verzauberten Baum. Darauf sprach der Binder: Satan! so Hab' ich nun die Hebungsbedingung gelöst — und der Schah ist mein! zu­ gleich fiel er mit beiden Händen über die frische Erde her und arbeitete in einigen Minuten den Hefenocckel blank, den er weghob. Des Mondes Silberstrahl begegne« eit­ lem Silber. Des Binders Weib stand vor Schreck und Erstaunen zur Statue entgeistert am Baume gelehnt. Er aber lockerte mit Mühe den schweren Topf heraus, überdeckte ihn mit dem Mantel, winkte Marthen und ging keuchend mit der willkommenen Bürde davon. Zu Hause angelangt, er­zählte er geldzählend dem Weibe die ganze Geschichte. Das Silber war nur zu oberst des kupfernen Topfes gewesen, mehr als drei Theile des Schatzes bestanden in Gold, so, daß sich die Summe des Geldes nahe an 10,000 Gulden belief. Des andern Tages wurden sogleich alle Schulden getilgt und das Nöthigste eingekauft. Das Gerücht von der plötzlichen Wohlhabenheit des armen Binders verbrei­tete sich schnell im ganzen Dorfe. Man erschöpfte sich in Muthmaßungen darüber, doch das Wahre konnte Niemand ergrübeln; was Wunder, daß diese Mähre auch alsbald brühwarm zu des Richters Ohren gelangte, der unverzüg­lich den Bruder an die rückständige Steuerentrichtung mah­nen ließ. Georg nahm daher einige blanke Thaler, ging zum Richter, und zahlte auf der Stelle die Abgaben klin­gend aus. Der Richter sah das schöne, blanke Geld an. Teufel! dachte er sich, das sind ja Thaler, wie die meini­gen? — sagte aber nichts, und gab dem Bruder mit ei­nem höhnischen, forschenden Blicke sein Gabenbüchel zurück, der sick) sofort schweigend entfernte. Der argwöhnische Richter konnte sich des Gedankens, daß seines Bruders jetzige Wohlhabenheit von seinem Schatze herrühren könne, durchaus nicht entschlagen. Er öffnete das 29» Fenster am Boden, von wo er den Garten übersehen konnte. Georg hatte die Öeffnung am Baume vermacht, wie er sie gefunden, daher der Richter beruhigt sein Fenster ver­ließ. Allein mit der einbrechenden Nacht umrankte der Argwohn nur mit erneuerter Wuth die Fibern seines gei­zigen Herzens, und kaum noch hatten die Seinigen ihre Schlafstellen gesucht, als er sich zum Garten auf den Weg machte. Hastig scharrte er die Erde weg —sein Eifer ließ ihn kaum zu Athen, kommen; aber ach! — die Öeffnung gähnte immer tiefer, er scharrte vergebens — weg war der Schatz, weg die schonen Thaler und Goldstücke, die er so emsig zusammengescharrt! — Seine arbeitsamen Hände er­starrten zu Stein, bewegungslos glotzte er den Platz an, wo sein Alles vergraben gewesen war. Der Schatz aber war und blieb fort, und er schlich endlich nach Hause, mit der Gewißheit im blutenden Herzen, daß sein Bruder in Folge seiner plötzlichen Wohlhabenheit ohne Zweifel Zeuge bei der Verscharrung gewesen seyn, und später den Mam­mon sich geholt haben müße. Des folgenden Tages schon ließ er beim Landgerichte die Klage gegen den Binder einleiten. Nach einem halben Jahre kam die Entscheidung, daß nicht blos alles verscharrt gewesene Geld dem Binder gehöre, sondern, daß auch der Richter nebstdem noch eine bedeutende Summe zur Strafe seines Geldvergrabens an die Gerichte zu zahlen habe. Daß von diesem Augenblicke an der Richter geschwo­rener Feind seines Bruders wurde, ist leicht zu erachten; ja er hätte dem Binder mit Gift vergeben mögen; dieser hingegen schien seit der Zeit mit Madame Fortunen in Bündniß getreten zu seyn; Alles gelang ihm, und bald war er ein.>r der ansehnlichsten Männer der Gegend. So strichen ungefähr fünf Jahre vorüber, als der Richter tobt­lich erkrankte. Der fromme Ortsgeistliche ermahnte ihn da­her ernstlich, daß es nun die höchste Zeit wäre, sich mit dem harmlosen Bruder auszusöhnen, der ohnehin in frü­hern Jahren durch ihn um das rechtmäßige Erbe verküm­mert worden sey. Er stellte dem Kranken lebhaft vor, wie sein Bruder, der Binder, fast jeden Tag durch gute Wand­lungen bezeichne und reichliche Almosen spende, von ihm, als dem Richter des Ortes, aber nie von dergleichen zu hö­ren gewesen sey. Der Richter schien sehr gerührt und zu­ gleich geängstigt, daß er so verdienstlos in die andere Welt abreisen müsse. Es wurde schleunig nach dem Binder ge­schickt. Er kam sogleich und reichte dem Kranken herzlich die Hand. Vergib mir Bruder, sprach der Sterbende, jetzt erst wird mir die Nichtigkeit alles Irdischen klar; sich! ich bin kinderlos, Dein und Deiner Kinder sey Alles, was ich habe, aber nur Deine Vergebung gewähre mir, sonst lr.nn ich nicht ruhig sterben. Georg beugte sich mit auf­richtigen Thräuen über das Schmerzenslager des Bruders und sagte: Anton , mein Herz wußte ohnehin nie etwas tzon Groll gegen Dich. Bald darauf entschlief der Ver­söhnte ruhig. Der Binder ließ den Entseelten mit'uielem Gepränge bestatten und überkam nun, da der Richter un­beweibt und kinderlos gestorben war, sein ganzes Vermö­gen. Bei der neuen Nichterwahl wurde ihm auch diese Würde zu Theil, und so lebte er nun in Ansehen und vom Glücke sichtbar begünstigt. Jahre waren seitdem verflossen. Eines Abends, schon spät in der Dämmerung, kam ein reisender Handwerks­bursche in das Dorf. Es war gerade Erntezeit. Er mochte wohl nicht stark bei Gelde seyn, denn er ging das Wirths-Haus vorbei, sah sich schüchtern um, und schien die Häuser zu mustern, welches ihm für die Nacht wohl Obdach ge­währen sollte. Endlich ging er auf eines, das ihm das ansehnlichste schien, los, wahrscheinlich von seiner Freund­lichkeit auf die des Besitzers schließend. Aber leider fand er gleich bei seinem schüchternen Eintritt das alte Sprich­wort: „Der Schein trügt!« zur Genüge bestätigt; denn es trippelte ihm ein alter, aber noch rüstiger Mann ver­drießlichen Gesichtes entgegen und beschied den um Unter­stand Flehenden mit dem barschen Ausdruck: Ich gebe keine Herberge, kann Euch daher nicht behalten, zudem ist man vor Fremden seines Eigenthums nicht sicher; schert Euch fort! Der arme Reisende konnte solchem Bescheide nichts, als einen Seufzer entgegen setzen und ging. Hatte es schon vordem etwas geregnet, so goß es jetzt gleichsam in Strö­men vom Himmel. Nacht war's. Er mußte einen Unterstand haben, aber die Furcht, anderswo eben so hart abgewiesen zu werden, hatte unser« armen Wanderer scheu gemacht daher suchte er schnell eine Scheune zu erreichen, um sich da still niederzulegen. Gleich dem Hause, worin er so we­nig Menschlichkeit gefunden hatte, gegenüber stand eine solche. Der heftige Regen ließ ihm keine andere Wahl übrig, der hölzerne Riegel war bald zurückgeschoben und unser Fremdling streckte sich behaglich, nachdem er die Thüre wieder verschlossen, auf das häufige Stroh des obern-Bodens, worauf er auf einer Leiter gelangt war, und schlief ein. Nach geraumer Zeit, es mochte wohl schon nach Mit­ternacht seyn, weckt ihn das Knarren der Thüre auf. Er horcht. Sie öffnet sich, und zu nicht geringem Erstaunen und Schrecken sieht er durch eine Spalte seinen unfreund­lichen Wirth, eine Laterne unter dem Mantel hervorziehend, eintreten. Sollte dieser Besuch ihm gelten? — Nein! denn der Bauer ging gerade auf die untere Ecke der Scheune los, wo eine Putzmühle stand, die er mühsam auf die Seite schob. Darauf säuberte er den Ort und sing gerade im Winkel, wo die Mühle gestanden, mit einer Haue ein Loch zu graben an. Als er fertig war, stellte er die Laterne so, daß kein Lichtstrahl gegen die Thüre fallen konnte, und entfernte sich. Der Zuschauer im Strohlager hatte sich indessen den besten Platz zum Zusehen aufgesucht und erwartete still und gespannt der Dinge, die da kommeif würden. (Beschluß folgt.) Die Gillier in Krain. V»n Carl Prennll. (Folts«zung.) Die vormalige Cisterz Sittich bewahrte die irdischen Ueberreste der erzherzoglichen Witwe Viridi s als ihrer 291 großen Wohltaten», welche bedeutende- Besitzungen in der Nähe dieses Stiftes hatte. — Allein nachdem dieses durch die mehrfaltigen türkischen Einfälle, ebenfalls wie das übri­ge Land große Drangsale und eine Verheerung erlitt, die Stiftskirche auch vor ein Paar Jahrhunderten durchaus neu hergestellt wurde, ist von dieser Viridi s kein ande­res Denkmal, als ein an der Evangelienseite des Hochal­tars eingemauertes, schief liegendes, steinernes, und mit der mailändischen Schlange geziertes Wappen mehr vorhanden. Der erwähnte Graf Ulrich von Cill i starb im Jahre 1368, am Tage der heiligen Anna, und wurde zu Cilli begraben. Er hatte noch zwei Brüder, Johann (gestorben im Jahre 1375) und Hermann (gestorben im Jahre 1385), beide zu Cilli begraben. Wilhel m >. als achtzehnter Landeshauptmann in Krain, regierte Krain in den Jahren 1383 und 1390. Er stiftete in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hermann K. im Jahre 1390 die Kaplattei des heil. Nikolai im Schlosse Gurkfeld, welche noch gegenwärtig ein selbstständiges Be­ neficium ist. Der so eben erwähnte Hermann >>. wurde nach dem Austritte seines Bruders Wilhel m I. ebenfalls Landeshauptmann in Krain; er stiftete die in Unterkrain gelegen gewesene Karthause Pletterjach im Jahre 140?. Nach der Sitte jener Zeit unterzeichneten diesen Stifts­ brief und waren Zeugen dessen: Sigmund von Ne u Haus, Georg von Silberberg, Conrad Verber, Hofmeister, Possel von Weitenstein, Friedrich Lindeker und Lud­ wig Sachs. Die Errichtung des Stiftsbriefes geschah zu Cilli. Im Jahre I4to fing der Vau dieses Klosters an. Vier Jahre darnach geschah die Erneuerung dieser Stif­ tung unter Beipflichtung der drei Söhne des Stifters, Friedrichs, Hermanns des jünger«, und Ludwigs, in Gegenwart des Zeugen Hermanns, Bischofs zu Freisingen, der ebenfalls ein Sohn des Stifters gewesen seyn soll, dann des Ludwig Sachs und Poppo von Weiten st ein. Diese Karthause kam nach dem Erloschen des Cilli'schen Stammes an das Haus Oesterreich, und nach der Einführung der Jesuiten durch Ferdinand u. in Krain an deren Collegium zu Laibach zu ihrer bessern Dotirung, welche dann in dieser von ihnen sogenannten Residenz einen Superior aus ihren Mitteln der Verwal­ tung wegen hielten; in der Folge wurde sie eine dem Scu­ dienfonde gehörige Staatsherrschaft, und als solche in den letzteren Tagen des Monats October 1838 an Private verkauft. Dieser Hermann n. war der neunzehnte Landes­ hauptmann in Krain, vom Jahre 1390 — 1398. Unter seiner Administration erließ Erzherzog Albert i>. zu Wien im Jahre 1390 ein Generalpatent, vermög welchem das Meersalz durchaus in Krain über den Loibl bis in die Kappet ins Kärnten und bis Windischfeistritz in Steiermark verführt werden durfte. Dieser nämliche Her­ mann ir. erhielt vom Erzherzog Albertil . aus Wien den Donnnerstag vor dem Maria Reinigungsfeste, 13 94 den Befehl, die von Leopold von Gonovitz der Karthause Freudenthal verschafften Güter für dieses Kloster zu erhal­ ten, welcher Auftrag im Jahre 1396 von Erzherzog Wil­helm erneuert, und dabei noch dem Landeshauptmann« auf­getragen wurde, die Pfarre Zirknitz bei ihrer etwa vor­kommenden Erledigung dieser Karthause zu übergeben. Hermann II. hatte damals die Herrschaft Adels­berg seit dem Jahre 1872 von den Erzherzogen zu Oester­reich pfandweise im Besitz, und als Vogtherr der Freydni­tzer (Freudenthaler) Karthause befreite er dieselbe von den Mäuthen und Zöllen mittelst Ausfertigung einer Urkunde, 6«lo. Cilli am Sonntage Iudica. Auch schenkte er dem nämlichen Konvente einen Weingarten in Wippach. Indessen war Kaiser Sigmund , welcher in erster Ehe mit des verstorbenen, hungarischen Königs Ludwigs altern Tochter Maria , Erbkönigin zu Hungarn vermähle war, im Jahre 1386 zum Könige von Hungarn gekrönt worden, und hatte sich durch seine Strenge, mit welcher er gegen jene Rebellen verfuhr, die seine Schwieger­ mutter, die verwitwete Königin, Ludwigs hinterlassen« Wit' we, auf des kroatischen Banns Johann Horvat h Befehl ertränkten, und mehr oder minder an ihrer Vertreibung und Tode, so wie an der Vertreibung der jünger« Köni­ gin Maria Theil hatten, bei mehren Großen in Hungarn verhaßt gemacht; denn zwei und dreißig hungarische Mag­ naten bluteten unter dem Schwerte des Henkers und büß­ ten die schwere Schuld des königlichen Mordes und des Hochverraths mit ihrem Leben. Dazu kam noch der für Sigmun d bedauerungswür­dige Umstand, daß er im Jahre 1396 die Schlacht bei Nikopolis durch den Uebermuth und Leichtsinn der franzö­sischen Hilfsvölker gegen die Türken verlor, und dadurch denselben Hungarn Preis gegeben wurde, welche Unzufrie­denheit noch durch sein, nach Mariens seiner Gemahlin frühzeitig durch erlittene Drangsale erfolgten Tod — als Witwer geführtes Leben vermehrt und verstärkt wurde. Aus jener Lebensepoche Sigmund s schreibt sich die Ge­burt des nachmaligen großen Gubernators und Helden Hungarns, Johann Corvinus Hunyades, Vaters der beidenHunyadeLadislaus, der den letzten Fürsten von Cilli Ulrich il . zu Belgrad umbringen ließ, und Mathias , Königs von Hungarn, des Bezwingers Wiens und verschö­nen Bojaren Frau, Elsbeth von Borsinay. Am 28. April 1402 brach der lange, gegen König Sigmun d rückgehaltene, innere, theilweise laute Groll der äußerst unzufriedenen Hungarn in offenbare Feindseligkeit und förmliches Attentat und Handanlegung an seine ge. heiligte königliche Person dergestalt aus, daß sie ihn mit freventlicher Hintansetzung aller gebührenden Ehrfurcht un­ ter großen Vorwürfen über die so schändlich verlorene, er­ wähnte Türkenschlacht ergriffen, ihm die Barrhaare aus­ rauften, und ihn vielleicht in ihrer Wuth gar ermordet hätten, wenn nicht einige Bessern unter ihnen dieses gehindert hätten. König Sigmun d wurde hierauf von ihnen den bei­ den in diesen Aufstand und Hochverrath mitverflochtenen Söhnen des vormaligen verstorbenen, hungarischen Palatins, Niklas Gara , als Gefangener in die Obhut übergeben. Diese beiden Gar a warfen ihn auf ihrem Stammschloße 233 Sziklos in einfinsteres Verließ, und er wäre vielleicht in die­sem qualvollen Kerker verschmachtet, wenn nicht diebeidenBrü­der durch die nachdrücklichen ans Herz gesprochenen Worte ihrer Mutter unter öfters wiederholter Rüge einer solchen königsmörderischen Haft, dann bei dem Herrannahen unsers Cillischcn Hermanns n. mit einem bedeutenden Heere zur Befreiung Sigmunds , und die personlichen Versicherun­ gen und Betheuerungen des im schmählichen Kerker liegen­den Königs endlich bewogen, Sieg munden heimlich sei­ner Haft entlassen, und ihn der älteste Bruder bis an die Grenzen der Cillischen Besitzungen geleitet hätte. — Hier übernahm den geretteten König unser bereits an den Grenzen seiner Grafschaft stehende Hermann und führte ihn nach Cilli. Hier beginnen die Cillischen Sterne noch mehr zu glänzen, denn unser Hermann wird nun ein königlicher — und nachdem Sigmun d 1411 den rö­mischen Kaiserthron bestiegen — ein kaiserlicher Schwager. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz Grätz am 2?. December 1838. An die Grenze des Jahres 1838 gelangt, liegt es uns gewiß nahe, einen kurzen Rückblick auf jene Ereigniße zu werfen, die auf unsere Stadt entweder durch ihre Wirk­samkeit einen wohlthätigen Einfluß geäußert, oder minde­stens durch den Reiz der Neuheit die Sinne mehr als ge­wöhnlich beschäftiget. Leider kann uns ein solcher Ueber­blick eben nicht die erfreulichsten Resultate bieten, da auch nicht eine größere Erscheinung reel in das Leben getreten ist. Die Fertigung der Statue des verklärten Kaisers Franz I., die Erbauung eines neuen Mauthhauses, die Reparirung der untern Murbrücke, die Anlegung eines Volksgartens außer dem Burgthore, der Fortbau der Häu­serreihe dem Theater vi» » v>«, sind kaum über den Plan, gediehen, und selbst das Weiterschreiten der so wohlthäti­gen, unterirdischen Kanäle wird durch mancherlei schiefe Ansichten von Seite der Bürger gehemmt. An Kunst in einer Provinz höhere Anforderungen zu stellen, wäre ein wahrhaft lächerliches Begehren, da die größten Residenzen kaum die Mittel bieten, den Künstlern ein freies, unab­hängiges Leben, so wahre Kunst benöthiget, zu geben. — Der Gallerie-Direktor Star k als Theoretiker groß, wie Wenige seines gleichen, ward uns durch den Tod entrissen. I n unser» Mauern lebt kein Maler, der seinen Platz pas­send auszufüllen im Stande wäre; nur der in Rom leben­de Meister Tunne r gibt uns die Hoffnung zu einem würdigen Competenten für diese Stelle. Die Ständever­sammlung im kommenden Frühjahre wird sich darüber erst entscheidend erklären. Ich muß es, eben nicht zum größten Ruhme für un­sere Stadt, bekennen, daß auch nicht ein größeres und be­deutenderes Buch, dessen intellektueller Ursprung einem In ­wohner zugeschrieben werden muß, in diesem Jahre die Presse verlassen hat. — Schiller's Werke aus der Offi­zin des tüchtigen Buchhändlers Kien reich wurden mit dessen Nachlasse würdig geschlossen. — Damian und Sorge be­sorgten abermals ihren zweckdienlichen Kirchenkalender und der steiermärkische Leseverein ließ zwei Hefte seiner Zeit­schrift erscheinen, welche mit jener Würde redigirt sind, wie all' die früheren. Ein Paar seyn wollende Literaten und Schöngeister mühen sich im Schweiße ihres Angesich­ tes ab, um vorerst die höhere Erlaubnis! und sodann einen Verleger für ein neues, belletristisches Blatt zu finden, um dann in eine Rivalität mit dem Voltsblatte zu treten; aber es schwanden Wochen, Monden, Jahre, und das Wollen blieb immer noch ein Wollen, was auch das Beste an der ganzen Sache ist. — Die Mode beschäftiget schon adcrahirender die Gemüther unserer Schönen, und wäh­rend der Handel 6ll xl->,!5 sich mehr auf das Transitogeschäft beschränk, machen die zahlreichen Putzläden nicht unbedeu­tende Geschäfte. Aber die eigene Industrie gibt keines­wegs all' die Menge Stoffe, sondern der Verkauf dieser Waren ist nur ein Commissionsgeschäft von l^eite der Wiener Fabrikanten. — Die Zuckerrafsinerie, obwohl ihr Geschäft sich in neuerer Zeit bedeutend gehoben, kann sich in Rücksicht der Produktivkraft und Ausdehnung noch nicht mit der Ihren messen. — Die Volksvergnügungen endlich basiren sich einzig entweder auf den Besuch des Theaters oder auf einen häuslichen Whist mit Plausch. — Ueber das Theater und dessen Leistungen nächstens in einem be­sondern Schreiben. Bis dahin adieu. Theater in Laibach Am Neuiahrsobende sahen wir W. A. Gerles »cm Titel nach für die Zeit recht passendes, 5 »füge« Mastenspiel: «Abenthcuer einer Ne », ohrsnacht« oder: »die be > den Nachtwächter.« Wer kennt nicht die höchst drastische, liebliche Lrzühlung gleiches Na­ mens von Heinrich 3 schotte? — allein wer wird aber auch, sobald er diese vom Professor Gerl e fre i (wie es auf dem Zettel heiß!) bearbei­tete, und auf die Bühne verpflanzte Erzählung dramatisirt angesehen hat, nicht gleich der allgemeinen Ansicht beipflichten, das, dieselbe durch diese botanische Versetzung an Reiz, pikantem Witz, somit an Interesse unfehlbar verloren habe? — Ls gibt nun einmal Stoffe, die, bearbeitet, sich vortrefflich lesen, aber nicht so von der Bühne «»sehen lassen. Ob nun vorliegende Piece auch zu denselbc» gehöre, wollen wir hier nicht de, terminirt behaupten, weil das pro und contra leicht zu Dissertationen führte, denen wir hier leinen Platz einräumen tonne», und, ohne den, unerkannten, dramatischen Talente des Verfassers nahe trete» zu wollen, meinen wir bloß, daß dieses Stuck zu seinen weniger gelungenen zu zah­ len sey. — Gespielt wurde mit Vielem Fleiße, und die Darsteller waren redlich bemüht, aus ihren Rollen das wenige Oel herauszupressen, das sich eben darin finden mag. I n die Handlung des Stückes theilen sich der Altgraf Julian und Philipps des Nachtwächters Sohn. Ersterer wurde vom Hrn. Gehrig mit vieler Laune und gewandt gegeben. Letzter« spielte Hr. Cz erm at, der uns in der Th»t immer größere, immer erfreulichere Be­weise seiner fortschreitenden Nllhnenroutine liefert. Nur Mulh, Hr. Czermat! Der Anfang ist schwer, aber dem ausdauernden Fleißcwintl ein sicherer Sieg. Das Auditorium ließ Hrn. Czermat auch diesmal «n beifälliger Aufmunterung nicht fehlen. Mad. Christian,) war als Röschen recht lieb, und verlieh der Scene mit Julian (unstreitig der be­ste» des Stückes) vereint mit diesem, lebhaftes Interesse. Alle übrigen Mitwirkenden entsprachen ihren unbedeutenden Aufgaben zur Genüge. Am Ende des Stückes aber harrte noch unser eine Ueberraschung. Der oxfmarschirende Mastenzug trug einzelne Buchstaben; allein als die Mas« fen sich gegen das Parterre en front aufstellte,,, flössen recht sinnig diese Buchstaben in das Wort »Neujahr» zusammen. Ein passender Neu­jahrsprolog, besser g ed ich t e t als g e sp roch en, vorgetragen vom Hrn. N e rg er, Korporal der Stadtmiliz, beendete das Mastcnspiel, welches durch­aus nicht anspreche» tonnte. Das Kostüme der Masten war recht lobcnswcrlh, der Besuch der Vorstellung einer der zahlreichsten. Leopold Kordcsch. Berichtigung. Im Blatte Nr. c>4, Seite 4, Spalte 2, Zeile «l von unten wolle Abipone, statt Älbipone; ein wesentliches Verdienst, statt einen wesentlichen Verdienst — und im Blatte Nr. 68 im Gedichte: »der Frohsinn« 4. Sirouhe, »mirHerznnd Seele«, statt: mein Herf und Seele — und «heilern Frohsinns Milde», statt heitern Frohsinn Milde — gelesen werden. Laibach. Hruck und von Joseph Blasnik.