Nl. 162. Donlltistllg, 17. Juli 1902. Laibllcher Zeitung. ^?/! >?/5?"'"'s<"'e«: M!t Postverlendung: ganzjährig 5N li, Halbjahr!« lö li. Im »<,n,°v: aanz. «'yrig Vasse Nr. !>, Sprechstunden bei Medallion von « bl» »0 Uh» vormittag«, Unfranlierte Vliese werden nicht angenommen, Manuskript« nicht »ur"chret>auSmaße von 3lX) fl. ill Gold zur Verleihung. . Bewerber uin eines dieser Stipendien haben ihr "^"händig geschriebenes, an Seme l. und l. Avo> übliche Majestät gerichtetes Gefuch zu belegen: ^) mit dem Tauf» und Geburtsscheine; ^.. 2.) »nit glaubwürdigen Dokuluellten ül>er ihre Dürftigkeit unter Nachweisung des Staubes, der ^ermögens-, Einkonnnens- und Familien-Verhältnisse "^ Eltern, eventuell im Falle der Verwaisung mit "uem Belege der Vormundschafts-Behörde über den "UfMgen Vermögensstand: ^ ^) mit dem Maturitäts-Zeugnissc von einem ^der. Mmttichnm, oder einer Ober.NealjchuIe und, uenn sie bereits eine der Hochschulen für Berg- ode^ '^"tenwesen absolvierten, mit dem betreffenden ^iudienzeuguisse; l f ^ '"^ guten Fortgangsbelegen der tteobener ' ^"'Nakndeiuie oder einer Hochschule für jene Ge« .'. Nstande, wellte nach dem Lehrplane die Grundlage l'il^ ^^ldieu an den obgenannten Fachschulen , ""ter aleiä)eu Verhältnissen genießen jene Be-^ber, welche die Studien an der k. l. Ala- denüe erst antreten, insbesondere jene, die auch die juridischen Studien mit guten, Erfolge absolvierten und hiefür die erforderlichen Belege beibringen, den Vorzug. Die Gesuclx», lvelche schließlich auch die Angabe zu enthalten haben, ob der Bewerber bereits im Gennssc eineS Stipendiums oder eines Bezuges aus ösfent« lichen .Uassen steht, sind längstens bis 1 5. A u gust 190 2 bei der t. und k. General-Diret^ tion der Allerhöchsten Privat- und Familien-Fondc in Wien iassen steht, jene von angehenden Hochschülern auch noch, welchem Fachstudium sie sich zu widmen gedenken, mrd sind bis längstens 15. August 1!i02 bei der k. u. k. General-Direktion der Aller, höchsten Privat, und Familien-Fonde in Wien (k. k. Hofburg) einzureichen. Auf später einlangende oder nicht gehörig be-kgte Gesuche wird leine Rücksicht genommen werden. Von der l. u. l. General'Direküon der Allerhöchsten Privat» und Familien-Font»e. Wien, am 8. Juli 1902. Franz Ioseph.Glisabeth'Goldftipendien. Vom Studienjahre 1'.02/1W3 angefangen kom» men an den Universitäten zu Wien und ssralau je zwel und an der Universität zu Lemberg eines der fik würdige und dürftige Hörer der vier Fakultäten aller-gnädigst gestifteten Franz Iosef-Elisabeth-Goldstipen. dien im ^ahresausmahe von 300 fl. in Gold zur Ver« lnlmng. Bewerber um eines diefer Stipendien haben ihr eigenhändig geschriebenes, an Seine l. u. l. Apostoli» sche Majestät gerichtetes Gesuch zu belegen: 1.) mit dem Tauf oder Geburtsscheine: 2.) mit glaubwürdigen Dokumenten über ihre Dürftigkeit unter Nachweisung des Standes, der Vermögens-, Einkommens- und Familien-Verhältnisse der Eltern, im Falle der Verwaisung mit einem Ne-lege der Vormlmdfchafts'Behörde über den etwaigen Vermögensstand; 3.) mit dem Maturitäts-Zeugnisse, und wenn sie schon Universitäthhörer sind, überdies mit den Kollo-quien' oder Staatsprüfungs-Zeugnissen bezüglich des zweiten Studien-Semesters 1901/1902, wobei jedoch bemerkt wird, das; unter gleichen Verhältnissen jene kompetenten, welche die Uuiversitäts'Stuoien erst an-treten, den Vorzug genießen. Die Gesuche haben auch die Angabe zu ent-halten, ob der Bewerber bereits im Genusse eines Stipendiums oder irgendeines Bezuges aus öffent» lichen lassen steht, ferner jene von Abiturienten, wrl- Feuilleton. Der Einsturz des Marlusturmes. Das „Fremdenblatt" schreibt: ^ Oberbaurnt Professor Otto Wagner halte die ^"'"dlichkeit, "nem unserer Mitarbeiter seine Ansicht l'o, ^ Ursacl>en des Einsturzes deo Glockenturme» !>ck »?"" Marco mitzuteilen. Prof. Wagner äusjerte 5?!,, i," ^^' ^"'U'r Ansicht nach ist ganz Venedig 5j.,, Mergange geweiht. Der Unterbau, auf dem sich , "igunenstadt erhebt, ist schlecht geworden, die Pi» »Nl, l '""'b"l morsch und verfaulen und können dem uelieuren Drmte von oben nicht mehr standhalten. „ Mt vielen fahren beobachteten Schwankungen l^... "lkllngen der Bodenoberfläche, die auch aus die Mack c ""b Deukmäler ihre Wirkung ausüben, ,^^ W^twährende Noparaturen uud Nachbchernn inn,,.. ' "" ^'""' '" "" einzelnen Bauten Venedigs ^st v ""^'boitet wird. So wurde der Dogenpalast "ft w," ""''"" vahren gründlich renoviert, und so wit n.Ps ^"l«'dig kam - und ich kenne die Stadt dn bn/^^' ^"''^'^ >"ihren '' l''dev,»al sah ich bald 5ie «/,.3 . '^ ^'"^ "" ^'^'»>. bald an jeiu-m Gebäude 'listen ^'"' ^"'"neister, Maur^ und Professio- lich^ c^''. "' '''"'"^ Dies alles Iaht wohl mit ziei'.. '"' va,^ ^"'^ ^"''"uf schliefen, das; der Unterbau 5aul , - "'^"hrhnndei te an Festigkeit verloren hat. '"lockew,""'" ^" "'^leicht zu dem Einstürze des ''nben v s^' ""'^' "'^"e lllfachen bei,u>traaeii i'be,- d,(> !l -I !,^^' ^'" '"^' Detail gehende Nachrichten ^urtrilm l l- ^'"st»rzes noch nicht vorliegen, nichl !nt läna. ^'""' ^'^l l)"< der Turm i" sch"» ^'Ngo a^ '^'" "^iabt, vielleicht ist auch liner der u^ipnnigen, die das Mauerwerl ^lsanünen hielten. Dnß die technischen Kommissionen, die von amtswegen zu wiederholtem,,alen nn't d«- Priifung des BauzustandeS des Turmes betraut wurdm, die zweifellos seit langer Zeit sich vorbereitende Einsturz, gesahr nicht bemerkten, vielmehr in ihrem Gutaä)te>l jede Gesahr für ausgeschlossen hielten, mag wohl, wo. mit den italienischen Fachmännern nicht nahegetreten werden soll, zum Teile darin seine Erklärung finden, das; die Italiener wohl, was Architektur, Fassaden-arbeit und Auoschmückung betrifft, in erster Reihe stehen, iu punato k'onstrultion und Unterbauarbeit aber nicht den gleisn Nang einnehmen, wobei wohl nicht übersehen werden darf, das; gerade die Prüfung deo llnterbauec' in einer Ttadt wie Venedig auher-ordentlich große Schwierigkeiten bereitet. Der Schaden in tunstlerisäier Bczilhung ist ganz nnermeftlich. Er licgt meiner Ansicht nach weniger in dem Einstürze des Campanile selbst, als in dem Ver< lnste der vei dem ^usanmmibruche zerstörten Objekte. Die ^oggetta von Sansovino ist, wie die Telegramme besagen, vollständig zerstört und die Zerstörung dieses herrlichen Bauwerkes wird jeden mit tiefer Trauer erfiillen. linter Schntt und Trüum,ern ist die kog-^etta. eines der herrlichstell Baudenlmale ganz Ita lie>,5. begraben, und angl'sichts dieser betrübenden Tatsache steht wohl der Einsturz des Glockenturmes felbst erst in zweiter ^inie. Wenn Sie mich fragen, was meiner Ansicht nach nun geschehen soll, antworte ich folgendes.- Die Trüm° mer der ^oggetw sollten so sorgfältig nl5 möglich ge sammelt N'erden: kein Steinchen darf, soweit dies möglich 'st, verloren gehen. Vielleicht läßt sich aus dem Neberbleibsel ein Teil des Prachtvollen Baueo mit seinen herrlichen Zwickelfiguren rekonstruieren, den il«n> diinn e Wert des Cam-pmiile ist ja doch nicht zu ersehen. Wenn man sich aber dazu entschließt, und es sckieiut, daß man jetzt schon in Venedig dazu entschlossen ist, dann möge nmn dm Campanile in modernem Stil neu erstehen lassen. DaS Stadtbild würde dadurch nicht gestört, denn wir finden in Venedig alle möglläien Banarten und ans dein Markusplnhe selbst verschiedene Stil' aiten, Gothik, Nenaissame, romanisäM Stil :c. ver. tleten. Warum soll, nachdem das Unglück gesä)ehen ist, nicht auch der moderne Stil vertreten sein und sich in der Geschichte der Stadt der Ve.rme.rl finden daß der alte Eampanile von Anno 911 am 14. Juli 1l»<)2 eingestürzt ist und der neue Turm im Stile dieser Zeit neu gesä>afsen wurde. Es wäre eine Fäl^ schling der Ballgeschichte, wollte man an Stelle des eingestürzten Eampanile einen neuen Turin im Mile dee alten erbauen ^- man würde den Markuspl^l) zu einem Punoptilum der ilunst gestalten — und das sollte doch nicht gescl)ehen. Die Venetianer würden iu den gleichen Fehler verfallen, wie diejenigen, die das Heidelberger Schloß restaurieren wollen. Die Nunu-des alten Schlosses ist mir lieber all' das „euerbauk' „alte" Schloß, und ebenso verhält es s'ch m,t den! Glockentnrme von San Marco. Also ich bl-tcme noch-mals: An, besten wäre es, von der ^oagettn zu retten, was zu retten ist, den alten Turm al^r nicht mehr aui< .„bauen. Wenn aber, dann nicht un nachgeahmten ^tile der alten, sondern im Stile der neuen M. ^ Laibacher Zeitung Nr. 162. 1362 17. Juli 1902. chem FakuItätZ-Studium sie sich zu widmen beabsichtigen, und sind längstens bis 15. August 1902 bei der k. u. k. General-Direktion der Aller' höchsten Privat» und FamilieN'Fonde in Wien (k. k. Hofburg) einzureichen. Auf später einlangende oder nicht gehörig be» legte Gesuche wird keine Rücksicht genommen werden. Von der k. u. k. General-Direktion der Allerhöchsten Privat- und Familien-Fonde. Wien, am 8. Juli 1902. Lord Salisbury. Der Rücktritt Salisburys von der Prenüerschaft wird von der „Neuen Freien Presse" als ein Riß in der inneren und äußeren Politik Englands bezeichnet, wenngleich Balfour im großen die Politik seines Vor» gangers fortsetzen werde. Dem Lord Salisbury wird naä)gerühmt, daß er seltenen Fleiß und beispiellose Ansdauer besah und mit großer Geschicklichkeit die Politik Disraelis fortsetzte. Er habe den Imperia» lismus ansgebaut und während seiner Minister» schaften sei das Gebiet Großbritanniens um das Doppelte gewachsen. In der inneren Politik habe sein Vermittlertalent durch Ausgleichung der Gegensätze unter den Parteien wahre Wunder gewirkt. Auch nach dem „Neuen Wiener Tagblatt" be» deutet das Scheiden Salisburys einen wichtigen Wendepunkt für die englische Politik. In Oesterreich-Ungarn könne man nur mit der größten Teilnahme von dem greisen Manne sprechen, der sich die Pflege der traditionellen Freundschast mit dieser Monarchie .zur eifrigsten Sorge machte. Daß sich hierin wenig» stens nach seinem Rücktritte keine radikale Aenderung vollziehen wird, dafür miisse man als Bürgschaft die Person seines Nachfolgers nehmen, der zweifellos einer der einsichtsvollsten und gemäßigtesten Poli» tiler des heutigen England ist. Die „Wiener Morgenzeitung" charakterisiert Salisbury als den erfolgreichsten Gegner des „großen alten Mannes". Wenngleich seine Politik nicht von der Gloriole umgeben ist, welche die Person und die Prinzipien Gladstones ausstrahlten, so war sie doch erfolgreicher. Das „Deutsckje Volksblatt" erwartet, daß dec Rücktritt Salisburys vorläufig keine Aenderung in der auswärtigen Politik Englands bewirken werd?. Es gehe dies schon daraus hervor, daß nicht Eham» berlain sein Nachfolger wurde. Das „Neue N-iener Journal" sieht in England einen Wechsel des Kurses voraus, lvenngleich sich der. selbe nicht schroff vollziehet: werde. Der neue Kurs. vorbereitet unter Ealwbnry, nur leicht verschleiert unter Balfour. werde wohl bald unter der alleinigen Firma (5lim,werlam5 volle Geltung erlangen. PolitiAe Uebersicht. Laibach. 16. Juli. Das „Vaterland" spricht sich gegen die Annahme des Tiroler A uto n o mi ep ro j ekt es aus, indem, es die verfasl'nngsmäßige Anerkennung der ita» lienischen Bezirke als eines politischen Ganzen, aus» gestattet mit politisclier, schulpolitischer, finanzieller und wirtschaftlicher Eigenberechtigung, als das erste Glied einer unabsehbaren Kette nationaler Wirren, als den Anfang vom, Ende des geschichtlicheil Tirols und als den Ruin der konservativen Sache in Tirol darstellt. — Auch die „Ostdeutsch Rundschau" wendet sich gegen die Vorlage, welche sie vom deutschnatio» nalen Standpunkte als einen großen Fehler bezeichnet und als ungeeignet, den nationalen Frieden herzu« stellen. Das Blatt behauptet, daß die Italiener Süd« tirols, sowie die Ezechen, gar nicht den Friedeil suchen, sondern nur eine Basis gewinnen wollen, von der alls sie ihre gleichmäßig gegen das Reich, wie gegen das Deutschtum gerichteten Vorstöße fester und mit mehr Ausficht auf Erfolg ausführeil, können. Die „Grazer Montags»Zeitung" findet, die Not wendigkeit, die Anfnahme einer Koyalitäts-klauscl in den Ausgleichsvertrag vorzu« schlagen, zeige die Unhaltbarkeit des Verhältnisses zwischen den beiden Neichshälften. Die Völker Oester» reichs sollten auch in ihrem Zusammenleben einen Üoyalitäts'Paragraphen anerkennen, wonach sie ihre Sonderinteressen in Dingen, die das gemeinsame In» teresse Dritten gegenüber betreffen, zurückstell eil. Die TeutsäM seien dazu immer bereit gewesen, vielleicht seien es infolge der letzten Ausgleichsschwierigteiten nunmehr auch die Slaven. Die „Bohemia", das „Präger Tagblatt", die „Egerer Zeitung", das „Grazer Volksblatt" und di^ „Linzer Tagespost" erblicken in den E g erer K u n d-gebullgen gegen die Alldeutschen, sowie in dein Verlaufe des alldeutsÄM Volks» und Gewerbetages einen Beweis dafür, daß die Herrschaft der Alldeut^ schen in Eger ihrem Ende entgegengehe. — Das „Deutsche Blatt" verurteilt hingegen die Straßen-kundgebungen anf das schärfste. Auch das „Sal; burger Voltsblatt", sowie der „Tagesbote aus Mähreil und Schlesien" erklären, daß der Kampf gegen eine politische Partei mit solclM Mitteln nicht geführt lvcrden dürfe. Die „Neue Freie Presse" folgert cms dem Wort« laute der in Peterhof zwischen dein Zaren Niko» laus II. und dem König Viktor Emanuel Hl. gesprochenen Tischrede,!, daß sich einerseits Rußland nicht bemüht, Italien dem Zweibunde anzugliedern, daß anderseits in Italien der Hang nicht lebendig ge^ worden ist, seine Stellung innerhalb des Dreibundes zu lockern. Auch !n der Anerkennung, daß die Bevor« zugung, die der König dein Kaiser dadurch erwiesen hat, daß er zuerst nach Rußland gereist ist, diesem wohlgefällig sei, liege eine rein persönliche Empfin« dullg, die aus dem Kreise des Subjektiven in keiner Weise in die Sphäre der Dreibundpolirit hinüber» greift. Es fei jetzt offenbar, daß keine europäische Großmacht die Absicht hege, an der Grllppierung der Mächte, die sich als eine notwendige Voraussetzuna des politischen Gleichgewichtes erwiesen hat, etwas zu ändern. Vielmehr liege ein neuer Beweis vor für die friedliche Natur des Dreibundes, daß er keine der Sig-natarmächte hindert, in freundliche Beziehungen zu irgendeiner Macht zu treten. Immer mehr trete es hervor, daß in seinem Rahmen jede friedlich Bo strebung Raum zur Betätigung findet. — Die „Wiener Morgcnzeitung" beurteilt die Begegnung in Peterhof als eine neue Brücke vom Zweibund zum Dreibund. Es lassen sich alls der Begegnung befried'» gcnde Konllnsionen fiir die Zukunft und die Einiglet Europas zieheil. Alles andere, was man in diese Reise hineingedeutet hat, sei Phantasie und Selbstbetrug. Aus London meldet die „Voss. Ag.": Von g'lt informierter Seite wird versichert, daß die alls» wartige und südafrikanische Politik Englands unter der Leitung Balfours keiner« lei Aenderung erfahreil ivird. Die sofortige Auflösung des Parlaments und Aernfnng an die Wähler sei be< absichtigt, damit die Neuwahlen in das Parlament im September stattfinden können. Lord Kitchener wird demnächst die Aest-sl^ gungswerke in Egypten inspizieren und sich hierauf nach Ehartum begeben. Später soll Kitchener den. Posten des Höchstkommandierenden der indische". Armee übernehmen. Tagesneuigleiten. — (Au s de r T ie fe e m v o r.) Die Nevöllerung aller Meeresufer weiß von ungeheuren Schätzen zu erzählen, die unbehoben auf dem Meeresgrunde liegen. Dieser Glaube isl durchaus nicht unberechtigt. Non Zeit zu Zeit spülen die Wellen wirtlich Hunderte von Goldmünzen ans Land. Zuletzt geschah es an der Küste von Cornwallis nach einem luftigen Sturme im August 1898. Was aus der grausigen, Tiefe des Vtccies durch mutige Taucher hervorgebracht wirb. erzähl', ein Bericht in der Zeitschrift „Himmel und Erbe". Es sind Schätze, die infolge von Seeschlachten. Feuer oder Sturm' verloren gegangen sind und oft jahrhundertelang auf dein Meeresgrund« liegen. In der denlwürbigen Schlacht von Abulir hatte Admiral Nelson den „L'Orient", eines der fran zöfischen Schiffe, in die Luft gesprengt. Nebst grohen Mengen anderer Schätze hatte es 600,000 Pfund Sterling in klingen der Münze und den ganzen geraubten Kirchenschatz der Ka thedrale von Valetta an Vord. Das Schiff war ausgeschi'ii worden, um Vonaparte den rückständigen Sold der französi schen Armee zu überbringen. Im Magen eines ungeheure'' Schwertfisches fand man zwei 80 Quadratzoll große, vom gesunkenen „Orient" herrührende, mit rohen Diamanten gefüllte Holztistchen. Ehe man seiner habhaft werden konnt.', hctte der sich in der Nähe des Wracks herumtreibende Riesen' fisch den Tauchern viel Angst und Sorge bereitet. Im Iahr^ 1799 strandete das große Kriegsschiff ..Lutine" an der hol ländischen Küste. Es war ausersehen, ungeheure Schätze vn» Yarmouth nach dem Texel zu schaffen. In einem' furchtbare»' Sturme ging trotz der übermenschlichen Anstrengung der Mannschaft das Schiff mit Mann und Maus unier. Ach! zehn Monate lang unternahm man fortwährend Nergungs versuche, bis es endlich gelang, 80.000 Pfund Sterling i» Münzen zu heben. Doch war das nur ein Teil der an Nord befindlichen Labung. Erst 1857 waren die Arbeiten von Er-folg gekrönt, und der seit 58 Jahren in der Tiefe ruhende Schatz wurde gehoben. 25.000 Pfund Sterling fielen dem Lloyb zu. Interessante Reliquien, die Schiffsglocle. ein Teil des Steuerruders wurden gefunden. Im Jahre 1086 fischte man in Weymouth mit Hilfe einer Taucherglocke 62 Kisten auf, welche .350.000 Dollars enthielten. Die einige Jahre vorher gesunkene „Abergavenny" hatte diese verloren. Sogar 235 Jahre nach dem Untergange eines Schiffes hat man tost bare Güter aus der Meeresliefe unversehrt ans Tageslicht befördert. Das Schiff ..Haarlem" ging 1648 in der Tafel-Vcii unter mit all den vielen Kisten von, Kuriositäten und Anii-quitäten, die zum Verlaufe an europäische Museen bestimmt Der Schwiegersohn auf Probe. Humoristisch« Noman von Gustav «ehseld. (59. Fortsetzullg.) „Aber, Herr Schulze, nicht fo lallt!" mahnte Anna ängstlich. „Wenn man das hörte! Sie glauben das wirtlich?" „Sie kriegen ihn, mein Wort darauf!" erklärt? Max zuversichtlich. „Aber Papa?" „Papa muh ganz einfach!" „Herr Schul;?, Sie kennen meinen Papa nicht!" „Denken Sie das nicht--------" „Hallo, ihr junges Volk, so vertieft?" erscholl in diesem Angeilblicke Amandus Fimmels heisere Stimme. Uonlnlt, kommt, das Mittagsessen warte!" „Also treue Bundeögenossenschaft!" flüsterte Mar Schulze der hübschen Blondine zu. „Selbstverständlich! Und vorläufig unverbrüch-liches Schweifen!" gab Anna ebenso zurück. „Sie bekommen Ihren Rudolf! Ich schwöre es Ihnen nochmals!" bekräftigte ihr Begleiter. „Und Sie Ihre Paula! ergänzte Anna. „Abo', nnn still, dasj Papa nichts mertt! Wenn er Üuntc riecht, dann ist'5 vorbei — dann werden wir ohne Gnade ill unseren Hoffnungen getäuscht!" zischelte die slleine, munter vor ihm her ins Haus gleitend. 18. Hätte Mar Schulze nicht Paula Müller geliebt, so wäre sicher seine Neigung auf Anna Fimmel ge-fallen, wie Anna Fimmel zweifelsohne Max Schulze iln Herz geschenkt haben wurde, wenn nicht bereits Rudolf Fehst der Inhaber desselben gewesen sein würde. In Ermangelung eines tieferen Gefühls ver-spürten nun beide füreinander die größte Synlpathie — eine natürliche Folge ihrer gegenseitigen Offen-barungen. Mit Freuden hatte Anna dem jungen Manne, dein Anbeter ihrer Freundin, ihre Dienste angeboten,-mit Freuden tat Max Schulze dasselbe. Unzlveifelhaft war jedoch seine Aufgabe die schwierigere. Er hatte nicht nur für sein eigenes Glück zu sorgen, sondern auch für das Annas, und zuletzt noch für das Wiedereinfangen eines verlorengegan-genen Schafes. Sein Glück vermochte er nicht mit Gewalt zu er» zwingen: er mußte die günstigen Umstände dazu ab-warten und abpassen. Damit war dann Anna Fim> lnels Geschick eng verbunden. Beides zu fördern, galt e5 vorderhand, um jeden Preis ill der Villa auszu. harren. Blieb also als erste Aufgabe das dritte: die Wiedereinfangung des verlorenen Schafes! Und wer lvar der, den er mit diesem schmeiclielhaften Titel be> zeichnete? Niemand anders als der Amtmann I. Schmidt, Edler von Rodental! Mar hatte es der holden Jungfrau Aspasia ver-sprock>en, den Abtrünnigen seinen national-ötonomi< fclien Stndien zn cntreißen. Er durchschallte die Tricb-fcder der alten Inngfer, ihre fiir feinen kündigen Blick nur fchlecht verhüllte Heiratslust, nnd es reizte ihn gewaltig, die beiden MensäM, voll denen die eine wollte, der andere augenscheinlich widerstrebte, zu ver> einigen. „Wie kommt es, daß der Herr Amtmann von nebenan sich ^ar nicht mehr schen läßt?" fragte er eines Tages bei Tische den Hausherrn. „Weiß der Knckuck, was dem eingefalleil ist!" ent-gegnete Amandni.'. „Früher besnchte er nns täglich, jetzt sitzt er meist zu Hause!" „Und studiert Nationalökonomie!" bemerkte Ade» line, während Aspasia vor sich nieder auf den Teller schaute. „Ja — und das finde ich lächerlich!" sagte der Rentier. „Was er damit will! Alter Mensch! Unsinn!" „Wieso Unsinn?" mischte Aspasia sich plätzlich scharf ein. „Ium Lenunl ist man niemals zu alt! Er muß es doch wiissen, weshalb er es tut!" „Ja doch!" lachte Amandus rauh. „In Gottes Namen! Meinen Segen hat er!" „Was meinen Sie, weiln ich ihn einmal besucht«' und seinen Studien etwas entzöge?" fragte Max Schulze lächelnd. „Das können Sie rnaclien!" sagte Amandus bei^ fällig. „Ist sogar eiu gutes Werk! Er arbeitet sich sollst Womöglich zn schänden!" „Na, ich weiß nicht, ob es recht ist, wenn mail ihn in seiner Arbeit stört!" wiegte Adeline zlveifelnö da5 Hanpt. „Ach was ^ natürlich ist es recht!" lachte AmaN' dus. „Gehell Sie nnr einmal zu ihm und sagen Si^' ihm, daß wir schon ganz böse sind, lveil er uns nicht besucht!" Eine Stunde später betrat Max Schnlze da> Nachliai'grilndstück und musterte mit Interesse dk' überall zutage tretende Verwahrlosnng. Die Gemüsc'' beete mit Unkrant überwuchert, die Weinreben voll wilden Holzes nnd nicht angebnnden, die Obstbäum' schlecht gepflegt, das kleine Wohnhans selbst nnaN' sehnlich und vernachlässigt — ein echtes Innggesellen-heim. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 162. 1363 17. Juli 1902. waren. S,e wurden 1883 von Tauchern aufgefunden. Di^ "lM enthielten Götzen, seltenes Porzellan, kostbare Glas-lmo lvuberwaren. Das Porzellan hatte nicht im minbesten LNttlen. D,e Silbergeräte waren aber laum noch kenntlich. "> . ^ (Parlamentarischer Zeitvertreib.) ^ae Kabinett für Hundzeichnungen im Louvre-Museum hat l'lng,< e,n sehr originelles Geschenk erhalten, Es sind Feder. ^'aMmgen. die nicht nur von den Künstlern, sondern auch del s? Hchoriographen geschätzt werden dürften. Es han en ,,ch um Bildnisse von Abgeordneten und Ministern, mit "nen andere Abgeordnete während der parlamentarischen ^ Zungen, ni denen wichtige aber langlocilige Gesetzentwürfe urcyderaten wurden, irgendein Etüä Papier ..geschmückt" ön ll Abgeordnete Basics, der bekannte nationalistische ""'"p Hahn. hat. während die Kammer die Kostenrechnung aul ^,°"aaslar-Expebition prüfte, die Königin Ranavalo sii "7"'llenpaftier" verewigt. Schön >st das Vild nicht, du^ ^ M es aber auch nicht ähnlich. Ein zweites ..Gemälde' ^7 '"k"" Lasies stellt den Kriegsminister Anbr5 bar. Daß b i <'- in Ober. s.M' betreffend die Lieferung elektrischer Kraft für das aitr °? Eleltrizitäiölverl in Laibach. Als Referent fun-^.. - Betriebsleiter des städtischen Eleltiizitätswerleö. ^emeur Ciuha. nra ^!" 2enar5iö beabsichtigt am Borovni^cabache bei .^?. l eine elektrische Zentrale behufs Abgabe elektrischer L^' zu."richten. Mit Rücksicht darauf, das; die Stad: luslt^ '^" Anlagen ein bedeutendes Quantum elet- tri!?'I "^ benötigt und das bestehende städtische Elet ^..^ atLwerl ii, der nächsten Zukunft kaum in der Lage sein enis/l'l ,^ ^ls steigernden Anforderungen zu genügen, clelt 's? ^ '^^ ^enarüii-. der Stadtgcmcinde Laibach ^ ^iche j^^^ -^ ^^z.„, ^,, Paiallelströinen und mit einer «en - ?"" Zu liefern, wie solche für die Anlagen der Stabi-u nemo«! eben benötigt wird. anzubieten. Der'Preis für dcn ^ Mchen Strom wurde vom Herrn Ltnai^w mit 7 d für ^"""""«stunde festgestellt. Die Stadtgcmcinbe lväre da-eiae, "^ ^^ ^"^ versetzt, ohne neue Investitionen ihc^ ,H^?' Anlagen sowie auch industrielle Unternehmungen s^,.""lgem Strom zu versorgen. Die Wasscranlagc beab-! ^'3t verr Lenar^ö derart einzurichten, daß tos Wasser j' n?^ ^ 1200 ,n langen Reservoirs angesammelt und '«A Bedarf auf die Turbinen geleitet würde, elwll^ '"^ Rücksicht auf die bedeutende Entfernung von Laibn^ ^" ""^ hochgespannter Strom mit Erfolg nach Holt ' ^>'^, werden kann, ist eine Spannung von 20.000 Gnilu.^ Aussicht genommen. Von der Brücke über den kite's ^ ^ ^" ^^"^ "b" den Schlohberg derart zur Sch,'/""lMation geleitet »oerden, daß die Leitung vom die !N /^ ""^ '" das Magistratsgebäude. in welchem sich "erteUungsstation befindet, einmünden soll. stc>^sM"uui Ciuha betonte in seinem Referate, daß da« N(^,^ ^leltrizitätswerk jedenfalls in nächster Iulunf: Äl,f^7"'^'nen erhalten müßte, um den sich rapid steigernden >!iii^° . "gen genügen zu können. Eine solche Investition D«r «/''"" Aufwand von wenigstens 300.000 X erfordern, luiiti.^'vendigleit der Erweiterung des Eleltrizitätelverles ^asse '""^ ^"^ ^'winnung elektrischen Stromes mittelst Naröi5 ^ ^"^kbeugt werden. Das Anbot des .Herrn Le-Vrfri^-^" ^^" dei entsprechend niedrigem Preise mit dan„ ?'"g ^" begrüßen. Freilich könnte dieses Anbot nu.-loiire °-^^'erl werden, wenn Herr Lenar5ii> in der Lage z,. ij'^'" genügendes Quantum elektrischer Kraft konstant ^ntr^^ '^"^ag d<^ Referenten wurden schließlich folgende pril,,n-„°"Ue"ommen: ^-> Die Stadtgemeinde Laibach ist ^'zitäik ^""' elektrischen Strom für das städtische Elel-de« C< "^ ""'" '^"" Lenai5i^> zu beziehen. 2.) Der Preis f.st^r ""^es wird bis auf weiteres mit 5 !i pro Kilowal! üate zn^ l>/) Hk" Lenaröiö müßte lvenigstens zwei Aggre« »vait :,, ""'ftellung bringen, welche mindestens je 150 K:l> ^ufsien ^ ^"^ leiten könnten. Wünschenswert wäre die 4,) ^","^ eines dritten Aggregats von gleicher Größc noch „i^i '" Erklärung verpflichtet sich die Stadtgcmeinbe "arm5 ? ^""' Abschlüsse eines Vertrages mit Herrn Le-l,'i5 ^' °"dern behält sich das Recht der freien Entschließung T i» Laibach '^"rden k« i"" ^^'"" N- ^iella H Neffe. Die Arbeit?', ^lferente,, """" '^' >^^le wurdc für die Herstellung von Fußstegen über den Lahov-Graben und den Prepro^icabach. welche von Ilovca aus den Zu« gang zur neuen I,;?abrücke vermitteln sollen, ein Kredit von 2100 Iv bewilligt. Der Hausbesitzerin Fräulein Maria Rular an der Petcrbsjraße Nr, 51 wurde für die in Aussicht genommene Beseitigung der in das Siraßcnpflastcr hinausragenden Treppe eine 'Entschädigung von 000 15 zugesichert und für die Herstellung eines Trotioirs in der Quergasse im beizeiligen Straßenniveau ein Kredit von 750 X bewilligt. Gemeinderal Dim nil berichtete über eine Reihe von Schulangelegenhciten. Für Beschaffung von Lehrmitteln an der achtllassigcn Mädchcnvollsschulc bei St, Jakob wurdi ei>' Kredit von 572 X und für die Beschaffung von neuen Lehrbüchern für arme Schüler und Schülerinnen der städti-schen Voltsschulen ein Kredit von 260 l< bewilligt. Desgleichen wurde für dringende Reparaturen in dcn städtischen Volksschulen der erforderliche Kredit ohne Debatte genehmigt. Behufs Beseitigung der Mängel im Gebäude der III. städtischen Knabenvollsschulc soll eine .Kommisston an Ort und Stelle entsendet werden. Die für auswärtige, die Volksschulen in Laibach besuchenden Schüler festgesetzte Untcrrichtstare per 8 K soll erst vom kommenden Schuljahre ab zur Ein^ Hebung gelangen. Dem Schuldiener Johann Vricelj würd.-fill die Besorgung dcr Zentralheizung behufs Erwärmung des Wassers im Schulbadc bei St, Jakob eine Remuneration von NO X bewilligt. In den Schulausschuß für die gcwerb. lichen Fortbildungsschulen wurde an Stelle des verstorbenen Anton Klein der Genieinderai Gro5elj entsendet. Endlich berichtete Gemeinderat Gro»elj Über den Antrag bcö Stadtmagistrates. betreffend die Legung von neuen elektrischen Kabe'ln auf der Millo^straße. in der Gerichts . Eigale- und Spinnelgasse. Die neueröffneten Straßen erheischen eine intensivere Beleuchtung; außerdem sollen im ncnen Iustizpalais über 900 elektrische Lampen installiert werden. Zum Zloccle der erforderlichen Kabel-legung wurdc ein Kredit von 9200 l< bewilligt. Die bezüglichen' Arbeiten solle,, sofort in Angriff genommen werben, sobald der Vertrag mit dem Iust'zarar in Betreff der elektrischen Beleuchtung des Iustizpalais unterzeichnet sein wirb. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde sodann die öffentliche Sitzung um halb 9 Uhr abends geschlossen. Die nächste Gemcinderatssitzung soll erst nach den Ferien in der zweiten Hälfte des Monats September einberufen »verden. Iahrcsfchulberichte. Der Jahresbericht des l. t. II. Staatsgymnasium s i n L a i b a ch (I5".«lie <^I". II. <1r5uv„e «im-!'...,> v ,l.,l.!.dn'n) enthalt den Programmartitel Ueber die Dichte der Bevölkerung und der Ortschaften m Krain von sxrrn Dr, Dmgotin L o n 5 a r. sodann d,e vom Herrn Wiest Haler veröffentlichten Schul-n^ch ich en.De/Lehrkörper b^ Einschluß des Di- rektors aus 12 Lehrkräften fur W M.gaw, >md aus steben Lehrkräften für die »icht obligaten Faä)er, D,e Schuleranzahl am Schl sse des Schuljahres betrug 295 (1.., 45. I.l. 40. ?1 ..Hl! '' 28 M. 44. .V. 47 Darunter 2 Privatisten). V ' '-!'>' VI 27) Alle Schüler gehörten der römisch-katholischen ^Religion an. Die Muttersprache war bei 294 Schülern di loveni cl> bei 1 Schüler b,e czechische. Ein Zeugnis del erhielten 12. ein Zeugnis d >2 Schüler; N Schulern wurde eine Wieber-" Schülern krankheitshalber eine Nachtrags-ina ^ Das entrichtete Schulgeld betrug in beiden 80 I<. An Stipendien bezogen 25 Schüler den Betrag von 5030 X 85 d. Der NnterstützunMerei,! hatte 1368 X 38 k Einnahmen und 1333 X 46 k Auegaben. — Das Schuljahr 1902/1903, in welchem an der Anstalt die VII. Klasse zur Eröffnung gelangt, wird am 18. September mit dem heil. Geistamt eröffnet werden. Der Lehrkörper der achtllassigen städtischen deutschen Mädchenvoltsschule in Laibach zählte, mit Einschluß der Oberlehrerin Fräulein Aloifia V a u e r, 9 definitive Lehrkräfte, 3 Aushilfslehrerinnen und 2 Volontärinnen. Die Zahl der Schülerinnen betrug Endt des Schuljahres 427. Die Konfession war bei 419 Schülerinnen die römisch-katholische, bei 6 die evangelische und bei 2 die israelitische. Der Muttersprache nach gab es 23t Deutsche und 183 Sloveninnen; 10 hatten eine andere Muttersprache. Für das höhere Schuljahr wurden 343 Schülerinnen als geeignet und 76 als ungeeignet erklärt; t> Schülerinnen blieben ungeprüft. Der Jahresbericht der U r sul i n e r i n ne n - M ä d --che n schulen in Laibach enthält an erster Stelle in slovenischer Sprache den Aufsatz „Die wackere Hausfrau" (Wie behandelt eine wackere Hausfrau ihre Dienstbote»), sodann Schulnachrichten. Die äußere fünfllafsige Mädchenschule zählte am Schlüsse des Schuljahres 527 Schülerinnen in 10 Parallelklassen. Die Konfession war bei allen die römisch-katholische, die Muttersprache bei 524 die slovenische, bei 1 Schülerin die deutsche, bei 2 Schule rinnen eine andere. Ein Zeugnis der ersten Klasse wurde 395, ein Zeugnis der ztoeiten Klasse 126 Schülerinnen zuerkannt; 6 Schülerinnen blieben ungeprüft. Die äuhere dreillassige Bürgerschule lourde von 116 Schülerinnen besucht. Die Konfession war lxi allen die römisch-katholische, die Muttersprache bei 111 vie sloveniscke, bei 4 die deutsche, bei 1 Schülerin eine andere. Für die nächsthöhere Klasse wurden 9) Schülerinnen als geeignet, 20 als nicht geeignet erklärt; 5 blieben ungeprüft. Mit der äuheren Volts und Bürgerfchule war auch ein Kindergarten verbunden, welcher am Ende des Schuljahres von 52 Kindern besucht wurde. — Die inneiefünsllassigeVolls« schule zählte am Schlüsse des Schuljahres 185 Schule-rinnen; bei allen war die Konfession die römisch-katholisch»', die Muttersprache bei 22 die deutsche, bei )50 die slovenische, bei )3 eine andere. Für höhere Klassen wurden 168 als geeignet, 16 als ungeeignet erklärt; 1 Schülerin blieb unge prüft. — Die innere breiklassige Bürger schule wurde von 124 Schülerinnen besucht. Die Konfession war bei allen die römisch-katholische, die Muttersprache bei 81 die deutsche, bei 89 die slovenische, bei 4 eine andere. Der Fortgang war bei 109 Schülerinnen ein guter, bei 12 ein ungenügender; 3 Schülerinnen blieben untlassifiziert. — Die Lehrerinnenbilbungsanstall hatte heuer nur den I. und den III, Jahrgang. Der erste Jahrgang wurde von 18, der dritte von 20 Kandidatinnen besucht. Im ersten Jahrgange erhielten 8. im dritten 7 ein Zeugnis der ersten Klasse mit Vorzug. An der vierllassigen Volksschule in Mottling (Oberlehrer Herr Valentin N u l n i t) wurde von 7 Lehrkräften unterrichtet. Die Zahl der Schulkinder betrug in allen vier Klassen 295 (169 Knaben und 126 Mädchen). Der Fortgang war bei 196 Schulkindern ein guter und bei 94 ein ungenügender; 5 blieben ungeprü'ft. — Die Wieder» holungsschule zählte am 1. September 1W1 27 Knaben und 60 Mädchen. Die gewerbliche Fortbildungsschule wurde im Vorbercitungsturse von 22, in der I. Klasse von 13, in dec II. Klasse von 17 und im Handelslurse von 13. zusammen von 65 Schülern besucht. Beginn des neuen Schuljahres an der Volksschule am 1., an der Wiederholungsschule am 4 September, an der Fortbildungsschule am 1. Oktober. Ausstellung der t. k. kunstgewerblichen Fachschule. Die Ausstellung der Schülerinnenarbeiten für Kunststickerei und Spitzenarbeiten und der Arbeiten aus dem offenen Zeichensaale geioährte dem zahlreichen Publikum — e» fanden sich an den zlvei Tagen gegen 1000 Personen ein — einki! hochinteressanten Uebrrblick über die großen Fortschritte, deren sich die Schule unter Leitung des Herrn Direktors Kubic rühmen kann. Die diesjährige Ausstellung zeigte ein zielbewußtes Vorwärtsschreiten auf einer Nahn. die Künstlerisches mit Praktischem unter Zunutzemachung dev wertvollen Errungenschaften der modernen Richtung prächtig zu vereinen weiß. ohne den Uebertreibungen des neuen Ge fchinackes allzuviel Konzessionen zu machen. Es klingt jedenfalls fehr schmeichelhaft, wenn man offen und ehrlich gestehen kann, daß diefe Ausstellung den Besuchern nicht nur Belehrung über den Entwickelungsfortgang begabter und fleihia/r Schülerinnen, fondern oft wirklich künstlerischen Genuh be< leitete. Besonders fanden die Zeichnungen nach der Natur aus der Tagesschule für Kunststickerei und Spitzenarbeiter unter Leitung des Herrn Direktors Kubic und des Zeichen-lehrers und Leiters des artistischen Ateliers, Herrn Gre< benz. allgemeine Bewunderung. Die Natur im neuen ori« ginellen Lichte zu betrachten, ihr vielleicht neue Geheimnissc abzuringen, sie zu zwingen, sich uns noch tiefer und einfacher zu offenbaren, ist das Hauptziel der neueren Richtung. Aber mit dem Erfinden von neuen, wenn auch noch so inter« essantcn Spielereien auf Palette und Leinwand wäre in einer kunstgewerblichen Fachschule nichts geleistet, wenn dl> praktische Verwertung außer acht gelassen würde, und daß das nicht geschieht, belehrt uns ein Umblick in der Ausstellung Da sahen wir aus der Tagesschule reizende Zeichnun gcn. Studien nach der Natur, aus dem Tier- und Pflanzen-«iche: Orchideen, Schachtulpen. Cyclamen. Anemonen, ^la^ geriten, rinen ausgezeichnet wiedergegebenen K"bs! wn oe, wunderten geschmackvolle Komposition e " '/"l"«.?""" nach der Natur: auf M.llieus, Tischdecken. PH ' Pho^ Laibacher Zeitung Nr. 162. 1364 17. Juli 1902. ^ die von Talent und Fleiß sowie vom tüchtigen Unterrichte zeugenden Leistungen desoffenenZeichensaalessür Damen und Hospitauiinnen, die sich im Zeichnen ausbilden. Wir sahen fesselnde Studien nach der Natur, darunter ein reizendes Eichhörnchen, stilvolle Blumen als Vorbereitung, für die Kunststickerei und Vilder nach landschaftlichen Oel- . und Aquarellvorlagen, Blumen, Stilleben u. dgl., die dem! Lehrer Herrn G r e b e n z und den begabten Schülerinnen zur Ehre gereichten. Hiebei heben wir besonders hervor: Frl. (5 zerweny malte zwei Stilleben in Oel, Landschaften ia Aquarell, zeichnete Vilder in Kreide, solche in Farbe und Kreide, in Bleistift lieferte t>rei in der Technil verschiedene landschaftl. Federzeichnungen, ferner Bleistiftskizzen nach der Natur, u. a. ein Eichhörnchen in Aquarell nach der Natur, emen Fächer in Gouache gemalt, und zwar eine Landschaft mit Blumen umrahmt, ein Stilleben in Aquarell nach der Natur sowie mehrere pflanzliche Studien. Frl. Ludwig entzückte durch reizende Blumenstudien nach der Natur und nach Vorlagen; Frl. Golli zeigte ein vielversprechendes Talent in Landschaften in Aquarell und Oel; Frl. Kraters Seelandschaft überraschte durch die Reife der Auffassung; Frl. Grebenz' sowie Frl. Scdejs Alpenland-fchaften zeugten von künstlerischem Verständnisse und die von Frl Kre^eviö gelieferten Orchideen, eine Bleistiftzeichnung u f. w. bewiesen große Technil. Alle diese Arbeiten stehen unter der Leitung des Herrn Grebe nz. Erfreulich fiel uns die Kühnheit und der flotte Schwung bei den meisten Zeichnungen und Bildern auf. die Zeugnis dafür liefern, daß die Schülerinnen nicht in die Zwangsjacke einer veralteten Methode gesteckt werden. Bewunderung verdienten nicht minder die praktischen Arbeiten der Schülerinnen; sie zeigten ausnahmslos stinen Geschmack und künstlerisch vollendete Ausführung. Na-ti'rlich müssen wir uns auf eine allgemeine Aufzählung der bemerkenswertesten Arbeiten beschränlen, da ein Eingehen ins Detail zu weit führen würde. Aus dem 1. Jahrgange und Atelier der Lehrerin Frau-" lein Schmied gelangten zur Ausstellung: Holbein-Technik, Doppelseitiger Kreuz- und Plattstich, Zopf- und Quasten-stich, Knüpf- und Fransenarbeiten, persische ü ^ur-Arbeiten. Plattstich. — Atelier-Arbeiten: Spanische Wand in Nadelmalerei, feine Weißstickereien für Polster, Monogramme; diverse Millieus und Tischläufer in Plattstich, Cchirmbehiilter in Flachstich. Die Hospitant, nnen lieferten: TafsendeckctkN im schattierten Flachstlche, Millieuö is. schattierten Flachstiche, Millieus in persischer u ^»ur. Der II. Jahrgang (Lehrerin Fräulein Senelo -v i,') stellte aus: Einfache Weihstickerri für Sach^s, Krägen und Manschetten in spanischer Spitze; einen japanischen Fächer in doppelseitiger chinesischer Flachstickerei; Taschen tilcher in feinster Weihstickerei; Arbeiten aus der arabischen und Djanina-Technik. Der III. Jahrgang (Lehrerinnen Fräulein Vehai und Fräulein L i n d t n e r) ließ bewundern: Albums in Goldstickerei, Applikation von Polstern; verschiedene Füllungen für Handtuchhalter. Polster und ein Sacb/ in chine sischer und japanischer Flachstickerei, ein Polster und diverse Fächer in feinster Nadelmalerei. In Spitzen ein Deckchen m I'oint lace-Spitze und ebenso ein Taschentuch. Nach den Zeichnungen sieht man den verständnisinnigen Kontalt zwischen Zeichensaal und den Ateliers. Die Entwürfe zo den praktischen Arbeiten wurden der Hauptsache nach von Herrn Grebenz gemacht, der auch die artistische Leitung der Ateliers über hat. — Es zeichneten die Ausstellung Seine Exzellenz der Herr Landespräsident Freiherr von Hein und Baronin Hein, die Landesausschußbeisiher Dr. Schaffer und Gras-selli sowie viele andere Honoratioren mit ihrem Besuche aus; sie äußerten sich sehr anerkennend über die gelungene, interessante Ausstellung. — (Die n stre i s«.) Seine Exzellenz der Herr Lcmdes-Präsident Baron He in ist heute mit dem Frühzuge in Begleitung des Vorstandes des Präsidialbureaus, Herin Be-zirtshauptmannes Haas. nach Krainburg abgereist. — (Lehrbuch 1i<> n x <> „ l>l, r n, p I. ?avla. A«n»I<2 roönü lioIn. II. ,1l!i, ?Iotl>n^.) Von diesem Lehrbuche hat das l. t. Ministerium für Kultus und Unterricht 100 Exemplare dem l. l. Landesschulrate fül Krain behufs Veteilung sämtlicher Bezirlslehrer - Biblio-tl)eten ?c. übersenden lassen. —o. — (Station Adelsberg.) Laut des in der gestrigen „Wiener Zeitung" veröffentlichten Protokolles über dic am 0, v M. abgehaltene Sitzung des Staatseisenbahnrates fand unter anderem der Antrag des einberufenen Ersatzmannes Herrn Josef Lenaröi'ö: ..Das t. l. Eisenbahnministerium wird ersucht, dahin zu wirken, daß die l. l, priv. Siidbahn-Gesellschaft in der Station Adelsberg eine dem starten Personenderlehre entsprechende Veranda ehetun-lichst errichte", nach den Ausführungen des Referenten konform seinen Vorschlägen die Zustimmung der Versammlung. — (Be sitz Wechsel.) Das dem Herrn Matthäus Zadnilar gehörige Vertaufsgewölbe Nr. 16 in der Pre-i^rengasse ist durch Kauf ins Eigentum des hiesigen Fleischhauers Herrn Andreas Mar 5 an übergegangen. (.!. — (Merkur ohne Fernglas sichtbar.) Ein! seltener Gast ist in diesen Tagen zu sehen, doch muh man des-! wegen recht früh aufstehen. Gestern erreichte nämlich der dem freien Auge nur selten sichtbare Wandelstern Merkur seine günstigste Stellung für einen „unbewaffneten" Amateur astronomen. Da die Bahn dieses Planeten von der Erdbahn vollkommen eingeschlossen ist und Merkur außerdem d«r Sonne sich viel näher befindet als der Erde. können wir diesen Planeten »ur entweder kurz vor Aufgang oder kurz nach Untergang der Sonne wahrnehmen. Meistenteils aber ver schwindet sein lebhaft funkelndes, weißes Licht in den Strahlen des blendenden Tagesgestirns. Günstig sind bloß einige Tage um die größte Ausweichung Merkurs von dec Sonne, sei es nun nach Westen oder nach Osten. Gestern befand er sich in größter westlicher Ausweichung und, trotzdem wir jetzt lange Dämmerungen haben, dürfte es dennoch nicht schwer fallen, den Merkur in diese» Tagen mit freiem Auge aufzufinden, da er schon acht oder neun Minuten vor 3 Uhr morgens am nordöstlichen Horizont im Sternbilde der Zwillinge aufgeht und fast in gleicher Entfernung von den erstklassigen Steinen Pollux und Aldebaran sich befindet, mit denen er eine gerade Linie bildet. Da die Sonne erst um V,5 Uhr aufgeht, kann man den lebhaft funkelnden Planeten,, nachdem er sich aus den Dünsten des Horizontes emporgearbeitet, etwa eine Stunde lang mit bloßem Auge oder einem Operngucker auffinden und verfolgen. — (Unwetter und Hagelschlag.) Das am 9.. 10. undii. d. M. über das Littaier Savetalgebiet niedergegangene Unwetter mit Hagelschlag hat den eingelaufenen Berichten nach einen erheblichen Schaden verursacht, doch ist dessen Höhe bis nun noch nicht festgestellt. Am heftigsten wütete der Gewittersturm am Heil. Berge am II. d. M. Daselbst fand, wie bereits gemeldet, um 9^ Uhr vormittags das Leichenbegängnis des am 9. d. M. vom Blitze erschlagenen Besiherssohnes Valentin Gri5ar aus Novize, Gemeinde St. Lamprecht, statt. Als die Teilnehmer am Leichenzuge, etwa l)0 an der Zahl, vor der Kirche am Heil. Berge anlangten, riß eben der Sturmwind das zur Reparatur des Kirchenturmes aufgestellte Gerüst nieder, welches auf die Leute herabstürzte und hiebei 12 Personen mehr ober weniger beschädigte. Der Teilnehmer am Leichenzuge bemächtigte sich eine große Panik; einige derselben fielen in Ohnmacht. Der zufällig dortselbst anwesende Oendarmerie-Nezirlslvachtmeister, Herr I. Pe^lin aus Littai. ermutigte die bestürzte Menge und schritt energisch zur Rettung der unter den Gerüstballen liegenden Personen, so daß nur durch sein tatkräftiges rasches Eingreifen ein größeres Unglück verhütet werden konnte. Die meisten der vom Unfälle betroffenen Personen konnten sich nach erfolgter Stärkung und Labung durch den genannte.i Bezirlswachtmeister allein nach Hause begeben, während zwei Personen erst am nächsten Tage aus ihrer Bewußtlosigkeit erwachten. Vom Hagelschlage wurden am 10. und 11. d. M. nach bisher eingelangten Berichten die Ortsgemeinden Höt-titsch. St. Lamftrecht. Arschische. Sagor. Watsch mehr oder weniger betroffen; die Höhe des angerichteten Schadens werden jedoch erst die eingeleiteten Erhebungen feststellen. — Am 9. d. M. gegen 5 Uhr nachmittags schlug während des herrschenden Gewitters der Blitz in eine dem Besitzer Andreas Vidergar in Plderga. Gemeinde Kandersch, gehörige Oetreidelaminer ein. Dieselbe brannte vollständig nieder. Der genannte Besitzer erlitt einen Schaden von 200 ^i, war jedoch um die gleiche Summe versichert. — Am 11. b. M. nachts schlug der Blitz in das Haus des Besitzers Georg Zavrl in Tujgrm, Gemeinde Trebeleu, ein, zündete und äscherte den Bau vollständig ein. Der Abbrändler erlitt einen Schaden von etwa 2000 I< und war nicht versichert. —ik. — (Hagelschaden) Am 10. d. M. ging über die Katastralgemeinbe Birnbaum im Gerichtsbezirle Rudolfswert ein Unwetter mit Hagel los, welches ungefähr ein Viertel der Saaten und Weingärten vernichtete. —«— — (Schadenfeuer.) Am 0. d. M. gegen 8 Uhr nachmittags geriet die Doppelharfe der Kaischlerin Maria Stopar in St. Georgen, Gemeinde Großgaber, in Brand und wurde samt den Nirtschaftsgeräten und Futtervorräten vollständig eingeäschert. Das Feuer war vom 5jährigen Inwohnerssohne Franz Kraman-el mittelst Zündhölzchen verursacht worden. Maria Stopar erlitt einen Schaben von 400 Ix; sie war nicht versichert. —ik. " (Ertrunken.) Am 13. d. M. ist im Nano^icc,-Bache bei Kleinotol. politischer Bezirk Adelsberg, der des Schwimmens unkundige. 44 Jahre alte Mäher Anton Dreäer aus Repnje. Bezirk Stein, beim Baden ertrunken. Die Leiche wurde bald darauf aus dem Wasser gezogen und in die Totenlammei nach Adelsberg gebracht. —r. — (Ein Gutachten über die Ursachen des Einsturzes d es Markus-Turmes.) Architekt Dr. Max Fabiani, welcher nach dem Erdbeben von 1895 dil Regulierung der Stadt Laibach durchgeführt hat. äußerte sicb einem Mitarbeiter der „N. Fr. Pr." gegenüber folgender maßen über die Urfachen des Turmeinsturzes: Der Turm ist nahezu prismatisch im Aufbau und besteht aus einem innern und einem äußeren Mauerlörper, zwischen »oelchem sich rings eine Rampe zum Glockenhause hinaufzieht. Diese Rampe ist untcrwölbt. Es ist selbstverständlich, daß der Schwerpunkt des Turmes sehr hoch liegt, daher eine große Empfindlichkeit für jedwede Erschütterung mit sich bringt, im Gegensatze zuc Pyramide des Stephansturmes. Das ist das eine Moment. Nur dem außerordentlich soliden Mauerwerle ist es zu dan ken, daß der ungewöhnlich hohe und schwere Turm überhaupt so viele Jahrhunderte hindurch den Einflüssen der Zeit Widerstand geleistet hat. Nun kommt der Umstand dazu, daß iü früheren Zeiten die eisernen Schließen, welche horizontal gelegen waren, aus dem Innern in die nächste Nähe der Außenflächen versetzt wurden, daher dem Einflüsse der Luft und des Nassers stark ausgesetzt waren. Es liegt auf der Hand. daß weiterreichende vertikale Risse entstanden, und zwar infolge der Zerstörung der Schließen und der im Laufe der Jahrhunderte eingetretenen Zerstörung des Horizontalverbandes des Nacksteinmauerwerles; endlich sind diese Nisse auch als Folgeerscheinungen des durch das innere Stiegen-gewölbe entstandenen Seitenschubes (Horizontalschubes) im Schachte des Turmes zu bezeichnen. Wenn in diesem Zu stände der Zerstörung des horizontalen Verbandes unglück licherweise noch ein Erdbeben hinzukommt, so ist schon hie, durch die Erklärung für die ganze Erscheinung gegeben. In dieser Hinsicht dürfte die Vermutung des Präfelten von Venedig zutreffend sein. da es erwiesen ist. daß die Ausläufer dec- dalmatinischen Erdbebens im' Venetianischen zu spüren waren. Derselbe Fachmann spricht die Ansicht aus, daß überhaupt viele Nackstemvauten in Venedig sich langsam einer Epoche nähern, die ihre Altersgrenze darstellt. — (Wahl des Wippacher Sanitäls - Aui schusse s.) Man schreibt uns aus Wippach unter dem V strigen: Bei der heutü m Wippach abgehaltenen Wahl bcs Wippacher Sanitäts-Ausschusses für die nächste Period.' wurden von den sämtlichen Gemeindevorstehern und Oe-n.emberäten des Gerichtsbezirtes Wippach nachstehende Hel' ' ren gewählt: Landtagsabgeordnete Ivan Boxiö in Podraga, Gemeiiibevorsteber Alois Feliam-i? in Slap, Gemeindevor steher Anton Hrovatin in Wippach. Besitzer und Kaufman^ Ivan Premru in St. Veit, Gemeindevorstel)el Andreas R"' van in Zoll, Besitzer Ivan l^apla in Sturja und GemeiM' vnrfteher Franz Su^a in Arable; zu Stellvertretern: Besitzer Ivan Mesesnel in Wippach und Besitzer Josef Marc in Pl« nina. —n. * (Unfall eines R e i t b u r sch e n.) .Heute ftiih stürzte an der Kreuzung der Wiener- und der Franz Joses' Straße das Pferd des l. und l. Majors von Lauingen snw! dem Reitburschen und ging durch. Der Reiibursche blieb mi> einem Fuße im Steigbügel hängen und wurde einige Schliß geschleift. Zum Glücke zog er den Fuß aus dem Stiefel u>^ rctlete sich so das Lebcn, denn zlveifelsohne wäre er sonst rM dem davonrasenden Pferde zu Tode geschleift worden. Dai Pflid wurde auf der Nleiweisstraße vom Verzehrungssteuer-angestellten I. Ponilvar angehalten. " (Unfall auf der elektrischen Straße I'll a H n.) Heute früh gegrn >'^9 Uhr wurde in der Pre^ren-gasse die Arbeiteisgattin Maria Nonpar, wohnhaft Römel strahe Nr. 14, vom elektrischen Motorwagen, als sie das Geleise übersetzte, erfaßt und seitwärts auf das Eleinpflastel geworfen, wobei sie einen Bruch des rechten Armes erlitt »nd cm Kopfe verletzt wurde. " (Unfall e.) Josef Ozel. Besiherssohn m Äoglje tt> Krainburg, spielte am 13. d. M. mit einer gclndencn P>' stole. Die Pistole ging los und entlud sich in seine linke Hcmd. Der Verletzte wurde ins Landesspital gebracht. — Alois Remc, Besitzerssohn in Stein, wurde am' 13. d. M. nachts v^n Burschen überfallen und mit einem Prügel derart auf de» rcchten Fuß geschlagen, d^ß er einen Knochenbruch erlitt. ^ Der Tabalfabrilsarbeiter Josef Pellink fiel gestern bei V"' ladung von Tabak von den aufgeschlichteten Ballen so un> glücklich, daß er sich btn rechten Arm auskegelte. — Der Al' beiter Fran, Melino>i stürzte vom Gerüste und verletzte s^ hiebei am Kopfe. — (Musil - Feriallursc.) An den Musikschule" Kaiser in Wien werden Feriallurse für Erwachsene (eve»t Vorbereitung zur Staatsprüfung) abgehalten, Prospelte f>>l dieselben, wie für den brieflich theoretischen Unterricht durch dic Direktion Wien, 7 l>. Zieglergafse 29. Theater, Kunst und Literatur. — (Kunstausstellung in L a i b a ch.) In d'l Zeit vom 15. September bis 15, Oktober l. I. wird in La> bach die zweite vom slowenischen Kunstvereine veranstalte Kunstausstellung st.itifinden. Einsendungstermin bis lcing^ stens 1, September. — (8!«v«n«lii ui-itlil)'.) InHall del 14. Nummer: 1.) Reform des latcchetischen Unterrichtes, 2' Viktor Stcsla: Die ältesten Mädchenschulen in Krain. 3) Dcr Anschauungsu»tciricht in der Volksschule. 4.5 Korrespo«' dcnzen. 5.) Literatur, " Nikolaus stattete hierauf dem König Viktor Emanuel ci^' Besuch ab. König Eduard. London. 10. Juli. Das heute ausgegebene Bullet»' lautet: Der König eiirug die Reise von London nach <5°tvt außerordentlich gut. Die Ueberführung hat ihm burcha" ^Laibacher Ieitung Nr. 162. 1365 17. Juli 1902. ^ geschadet. Er verbrachte eine gute Nacht. Sein All-de n t^'^" '^ ausgezeichnet. Der ttönia, empfand infolge R,,s s l "'^ Orlsveiändeiunss großes Wuhlbel^gen. Das >.5 // '""^ Astern nachmittags auf zwei Stunde» auf l"6 offen.? Deck gestellt. Die drahtlose Telegraphic. s, ?"'"' ^^ Juli. Die „Agenzia Stcfani" meldet ans ^on,tadt vom heutigen: In der vergangenen Nacht empfing " Y'er vor Anler liegende italienische .Kreuzer „Carlo Al "o d>e ersten, sehi- deutlichen Depesä)en mittelst drahtloser sick 3'? - "°" ?" Station Toldhu in Cornwall. Cs handelt '«1 Yiebei um die ersten Versuche auf eine Entfernung von "" englischen Meilen Luftlinie. Marconi arbeitete person- "^ ^?" ^"^ lang an der Aufstellung des Aufnahme ahnministcrium sämtlich Staatsbahndircltiouen 190^ ?^'^°" leht Vestellungen zu Lasten des siir das Jahr ' " "willigten Investitionslredites für Hilfsmaschinen. u„b ? "'^ 'uaschinelle Einrichtungen von Werkstätten Ven '^^"f"u burchzufiihren. In diesem Zwecke ist die leick . U eines Teilbetrages von 600.000 Kronen des w ^ ""'"en itrebites in Aussicht genommen. dacn^"^'2. U). Juli. fortgesetzt treffen bcim Sin "aus allen Teilen Italiens und aus dem Auslande Spen^ ein ? ^«deraufboue des Gloclenturmes von San Marci ^^""t"r^Vreda aus Padua stiftete zu diesem Zwecke Volkswirtschaftliches. l>r,,.! ^lbach, l6. Juli. Die Durchschnittspreise auf dem Prei« Prei» ^orn ^' «l ----------20 13 Nutter pr. ^. . . 2 20 - -Versle ' '---------ls> ^ Eier pr, Stilck . . - 05 - '— daser » . .------i^ 70 Milch pr. «it« . . - 16 -!-dalbfr,.^. ' '---------l6 5.0 Nindfleisch I>pr. ke l ?4 -^ heid n ^ ' "-----------" Kalbfleisch . l 30 - -h'tle V.^ ' --------l420 Nchweinefleisch . 1 40 ....... liuluru. ^. '------------1b "l> Schöpsenfleisch . - 80 - -«krdildl., "" ' ----------12l!0 Hähnbel pr. StUcl I!----------- ^>nlen 1,r m.' " " " ^'" t°ubeu . -^0 - -8i,oie" ' . -3b-- tztroh ..... 640 ^we^pl--^ 2!40 , . - weich., . 550 - Verstorbene. Am I 4. Iuli. Maria Bnlovec, barmherzige Schwester, 23 I., Radehsystrahe N, Tnlerlnwse. ?l m 1s» Inli. Angela Slraba, Visitzerstochler, 2'/, I.. Schwar^dorf 44, Tuberlulose. Nm N!. Juli. Valerie Stopeinig. Vezirlsseldwebels' tochtrr, I l M., Unlerlrainerstrahe 40. Fraisen. Im givilspitale: Um 14. Juli. ssranzisla Benba, ssabrilsarbsiierin, 2i) I., P.rilo»ilis. - Michael ssegler, Bescher. 2ii I., Un»-zrnenu mtvglin. Meteorologische Beobachtungen in ijaibach. Seehöhe 30«-i! m. Mtttl, Luftdrucl 736-U mm. Z zZ ßß° ft «<»> ...7«.,. z;Z t versteh«!, sich '°°'«'°le »«) ft, 8 ««/I,» l"r.° c)ei,.'° d>« l.» ',,-, - . 4°/° »9 ?l> u»-z«ü «^^"--------»--------- ^ '^ Veld Wa« »,« Vta«te z»r Zahl««» u»erno«n>tnt <«seub..Prll'r. vbllgatlvnt». El>Ialif!l,bah» WO u, »00« Vl. 4«.« ali «!>"/„...... llü'- ll5'8U 5 Franz I°se<°V.. «m. »»»< b!o. blo. p« Ultimo .... l»l4b l«1«lb 4"/„ btll. «cntc <» ltt°!>cn»«hl.,. steuerfrei, per Kasse . . . »7 »« »«io 4>/„ bto. dlo. bto, per M»<«0 , S7 »i» 9» l<> U»«.L<, (tll». ilX, - <0l» «) blo. Prüm.-N. k lU« ll, - «<><» li 2U« »!. 3U? «l> dto. dto. k l.n sl, — l» »0 4°/u unzar. Oruübentl.'vbl<« l>? 7ü »« ?b 4"/» lrua!, u»d Ilavon, delto W - »>- ^- ßndtlt üssllltl. Dnl»h»n. b"/„Du!«,u «ea,.«nlc!he »«?« 107^ — - «nlehen der Etat»! V«r« , , l»»'«l> - - «nlehen der Otab« Wien , . »N« — u>? - dlo. dto. <üild,l o!,, dto. dto, (,«»4). . . . »«"' «?«" dlo. dto, l,«»«). . 9«lü«»0'1b Uglsebau «ulehen. v«r!o«v. l»"/» l"U - lO0 «0 4°/» «fralner iia,!be»«!llehtn . »? - 9? »N »elb 'W»r, ßs»ndbrt»s» etl. «°dlr.all°.5st.In bUI.«ll.4°/° 97 ü<. 98 « N.'«sterr.lianbe» HUP.°«"st.4«/c, 99 - , - 0«s...m.a.«°nl4«./.M.«rl ^.^^^^ btu ' dto. «)j«hr. veil. <°/» l«, »k lUl »c. Gparl°l,"?^st..«'I.,verl.4«/« i°o «ö ,0. »l. °hn.ßllorll8»»' Obligationen. Ferdinand« ^rdbahn z,».. 4"'°Unterlra»n«!v°h"s» ' »»bllio»- Div»rs» los» (per Stück). »tl»in»ll«t Lost« 8°/» «odenlreo» i.°,r »^ ^^ ^.^ »«b - 4°/^ »onäu-Dampflch. «» >>' ' «^'^ »II!" U«verzln«llche l!»se. iUudap, VastKca (Dombau) ° f'- "^b ^o 2b Uaibacher lioie . . ^ - <»tlb Ware «ltien. ^rannpnrt-Pnler« nehmungkn. «lussi^lepl, «üeilb. b<«» tl, . . »7»ü- »?z«ll Vni, », Vetri,l.«Ve!, sllr stadt, Strahrnb. <>, W!e» lit. ^ . 3,»4 — 3^ — dto, dto, bto. !>«., L . »U4 — »0« - Vvym. Norbbal», fl. . . 4W> — 40» - Äuschliehraber s»<> fl, KM. i!5!» fl. 9»0 990 Dona» Dampfschiffahrt«. Vefell. Oelterr,, Kon fl, NM. , . . 9l?'—9»l — Duz Vodi-nbachrr ll,«, 4»« — sssrdlimnb« vll»db, < fl, liW, »700 b?l» - Lloyd.Orst,. Irlsst, b00 fl, »M. «,« - «»3 - vesteri. Nordwl'stbahn »(»0sl,G. 449 »5 450 lib Praa.DuxelV!!enb, lOUflabgN. 194 75 »95 — Ltaaleeisenliahi! 2l»0 fl. L.. . S97 — 69» — lvüdbahn »l)U ll. S.....67 ?ü «« ?i> Eubnorbd. »erb.V. »00 fl. 2 — »so — U»«..all»^, Eijcnb, »00 fl, Hilbcr 484 — 4»S -Un8,W,f4 — 4l>b — «oblr..«nst . Oest.. »00 fl.T. . 9l8'—9»«'— Nrdt.Mnst,j Hand. u.V, i«,fl. — - —>- dto, d>u, per Ultimo . , 680'— S8l'— Krebitbanl. «lla, ung,,20c>fl, . ?08'—709'— Deposilenbanl, NUa,, «W fl, . 418 - 41» — «»lomple-Vrs., Vldröst., b»u fl. 4«« — 4»4 - Vlro-u.llllsselw.. Wiener »00 fl. 470 — 475- Hyp«th,lb.,O>'l..»<»y!l,»U4<> — ,4» — «tgybier «ilen» und Ttahl'Ind. in wie» ,<>o fl..... »9»'— «9?'— «tllenbahiiw-Leih« .«trfle. l<«»fl, i!b? k> »«> — ..Elbemiihl". Papierf, », «,-«. ,»» — „7 — Liesinaer Vrauerei l(X> sl, . . 8l4 - «s. — Vionla» «rjelllch,. Oest.'alpin, 4<»1 «l> 4, XlX, fl. lü»O ,Ü70 Salgu larj, Steinlohlen l«U fl. b»«'—584'— „Lchlünlmühl". Papierf, »<»(> fl. ««'— »X> — ..Lteyreim". Paplerf. u,«°«. »43 — »4? — Trifaller Nohlenw-Gelell, 70 fl. »9« — 89?'— Waffenf..«,,Oesl.inWltn.l