MARBURGERZEITÜNG AMTLICHES ORGAN DES V«l«g und Schriftleitung Marburg s d. Drau. Badgdsie Ni. tt. Femruii N.. 25-«7, 2S-«8, 23-89. Ab 18 ül» (tiglich sufler Samstag) iat dl« Schriftleitung nur auf Femruf Nr. 28-67 «nelcbbar. Unverlangte Zujchiiften werden nicht rflckgeaandt Bei •amtlichen Anfragen Ist da« ROcfcporto beliulegen. Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. Geichaftsitellen Ir CUM, Marktplati Nr. 12. Fernnif Ni 7, und tn Pettao, üntjartorgasse Nr Femruf Nr 89. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES erscheint werktfiglicb >-1« Morgenieltung. Be^ugtpieii (im Boraus iahlbar) mocdUith KM 2,10 elascblleflllch 19,8 Rpl Postieltungsgebühn bei Lieferung im Strelfbaod zuzüglich Portoi bei Abholen In der Geschlftistell« RM 2,—. Altielch durch Post monatlich RM 2,10 (einschl. 19,8 Rp. toftzeltungsgebühr) und 36 Rpf Zustell» gebOhr. Einielnummera werden nur gegen Voreinsendung des Einzelpie nes und der Poftoauslagen lugascndet Nr. 165 — 84. Jahrgang Marburg-Drau, Dienstag, 13, Juni 1944 Einzelpreis 10 Rp! In die Tiefe gerissen Deutsche Fliegerbomben zerschlagen grosse Truppentransporter Die Seeverluste der Invasoren rd Berlin, 12, Juni Seitdem die deutsche Lutiwafle die «yfitemaKfiche Bekämpfung der feindlichen Landungsflotte aufnahm, sind die Seegebiete und Küstenräume vor dem britisch-nordamerikamschen Brückenkopf Nacht für Nacht zum Schauplatz dramatischer Szenen geworden. Fast in jeder Nacht reißen «chwere deutsche Fliegerbomben einige große Truppentransporter und mit ihnen hunderte britisch-ameri-kanisoher Soldaten sowie beträchtliche M«ngeii an schweren Waffen und Munition In die Tiefe. Aus den zurücktiegenden 48 Stunden können unsere Kampfverbände als noch unvollständigeb Ergebnis ihrer Angriffe die Vereenkung von drei großen Transportern mit insgesamt 37 000 brt eowie eines Zerstörers melden. Unter diesen ausgeschalteten Schiffseinheiten de« Feindes befindet eich ein früheres Fahrgastschiff von 20 000 brt, das in der Nacht zum 11, Juni vernichtend getroffen wurde und noch während de« Angriffs sank. Es spricht für die Durchschlagskraft uivd hochexplosive Wirkung der deutschen Fliegerbomben, daß ein derartiges Transportschiff 'im Zeitraum weniger Minuten aus der Luft vernichtet werden konnte. Man darf annehmen, daß allein dieses Schiff mindestens 2000 bis 3000 Soldaten samt ihrer vollständigen Kampf ausrüstung an Bord hatte. Mit vielen hundert britisch-cimerikanischer Truppen ,die bereits früher ein gleiches Schicksal ereilte, gehören diese 2000 bis 3000 Mann zu den Opfern dieses blutigen Invasionsabenteuers, die niemals die Küste des Landekopfes erreichten. Au« den oben genarmten Erfolgen, die in den Nächten zum 11. und zum 12. Juni einbegriffen gegen feindliche Schiffseinheiten im Seegebiet von Grandcamp und in der Seine-Bucht erzielt wurden, waren noch mehiere andere Landungseinheiten und Bootsansammlungen in den Ausladeplätzen das Ziel heftiger deutscher Bombardements. So erzielte ein stärkerer Katnpfverband im Gebiet der Vire-Müiidung mehiere Treffer auf Schiffsansammlungen und anlandende Schiffe Nach dem Angriff blieben mehrere Schiffe brennend am Strand zurück. Die deutsche Luftwaffe hat damit bisher insgesamt zehn feindliche Transportspezialschiffe schwer beschädigt. Außerdem erhielten bisher fünf feindliche Kriegsschiffseinheiten, darunter ein schwerer Kreuzer, zwei le-ichte Kreuzer und zwei Zerstörer, schwere Beschädigungen durch wirkungsvolle Bombentreffer. Die U-Boote im hohen Norden Moskauer Eingeständnisse zu den Tonnagcvcrlusten dnb Genf, 12. Juni Die briüschcn Versuche, die Schläge der deutschen U-Boote gegen die Geleitzüge nach der Sowjetunion als belanglos hinzustellen, haben eine schlagende Widerlegung durch einen ganz bestimmten unverdächtigen Kronzeugen, nämlich des Außenhandelskommissariat der Sowjetunion gefunden. Diese Behörde, die sicherlich keine Ziffer_ nennt, die zu Gunsten der verhaßten Deutschen lautet, hat in einem ausführlichen Dokument eine Übersicht über die Lieferungen gegeben, die Vereinigten Staaten, England und Kanada an die Sowjetunion machten. Darin wird festgestellt, daß die Nordamerikaner zwar 8.5 Millionen Tonnen Güter an die Sowjetunion geliefert hätten, von diesen jedoch nur 7,4 Millionen Tonnen eingetroffen seien. Mit dürren Worten wird damit zugegeben, daß 1,1 Millionen Tonnen wichtigster Rüstungsproduktion auf dem Wege nach den sowjetischen Einfuhrhäfen vernichtet worden sind. Von den bedeutenden geringen englischen Lieferungen sind 109,000 Tonnen, von den kanadischen, die vorwiegend aus Lebensmitteln bestanden, 85 000 brt verloren gegangen, Insgesamt betrugen nach den Enthüllungen des Außcnhandelskommis* sariats der Sowjetunion seit August 1941 die Verluste an Kriegsmaterial durch den deutschen Handelskrieg gegen den Geleitzugverkehr 1 294 000 Tonnen Güter. Wenn man bedenkt, daß die Geleilzugschlacht im hohen Norden nui einen einzigen Bruchteil dor gesamten deutschen Handelskriegiühruiig bedeutet, und wenn man terner berücksichtigt, daß auch diese Ziffern nur Teilgestäiid-nisse darstellen dürfen, erhält man ein Bild davon, welch ungeheure Verluste seit Kricgsbcfjinn dem Feind zugefügt worden seien. Der Drang nach einem Hafen Cherbourg das Ziel — Angespannte Versorgungslage der Invasionstruppen rd Berlin, 12. Juni Bei unveränderter Gesamtlage auf dem normannischen Kampfgelände ist doch' die Tatsache bemerkenswert, daß die deutschen Abwehrverbände ihre letzten Frontlücken geschlossen und nunmehr einheitliche Frontlinien rings um die anglo-amerikanischen Invasionstruppen gebildet haben. Mit der Einnahme von Carentan hat der Feind zwar eine Eisenbahnstation der von Bayeux nach Valogne laufenden Strecke in Besitz nehmen können, aber diese Bahn ist weder für uns noch für die Invasoren zurzeit benutzbar. Sie erstreckt sich bis nach Caen und von dort aus weiter nach Paris. Die Hauptanstrengungen des Feindes laufen jedoch darauf hinaus, seinen Landekopf nach Norden zu verbreitem und von der Landseite her Cherbourg zu erreichen. Alle diese Bemühungen waren vergebens. Si^ können als ein neuer Beweis dafür gewertet werden, wie dringend der Feind den Kriegshe.fen Cherbourg benötigt, um das Gros der Invasionsstreitkräfte zu landen und die bisher gelandeten Kräfte ausreichend versorgen zu können. Sicherlich stellt die Versorgung der zahlenmäßig sehr starken Invasionsmannschaften lediglich von der Küste her ein «ehr ernstes Problem dar. Ein Wasserunterschied von elf Metern zwi-scheoi Ebbe und Flut ist an der norman-nischen Küste durchaus normal, sodaß allein hierdurch Schwierigkeiten für die Schiffahrt entstehen, die diese veranlaßt haben, immer schon die normannische Küste zu meiden. Es hat sich kaum ein natürliches Hafenleben an dieser Küste entwickeln köimen. Selbst die Häfen von Cherbourg und Le Havre stellen Kunstbauten dar, die geschaffen wurden, um die Schiffahrt einigermaßen sicher vor den Gefahren des Wassers zu schützen. Man kann sich vorstellen, daß Landungsoperationen an der Küste der Nor-mandie schon wegen der natürlichen Gegebenheiten zu Verlusten führen mußten. Die Herbeischaffung der Versorgungsmittel, der schweren Waffen und der Munition sowie von Soldaten, die zudem unter ständiger Bedrohung durch die deutschen Streitkräfte erfolgen muß, stellt die Angreifer vor Aufgaben, die auf die Dauer ohne einen Halen überhaupt nicht bewältigt werden können. Deshalb betrachten auch die Feinde selbst ihre augenblickliche Lage durchaus nicht mehr optimistisch, sondern versuchen mit allen Mitteln, sich in den Besitz von Cherbourg zu setzen. Die Schließung der deutschen Abwehrfront stellt demgegenüber eine Erschwerung der Lage des Feindes dar. Bulgariens neuer Äussenminister Maßgebend am Beitritt zum Dreimächtepakt beteiligt tc Sofia. 12. Juni Der bisherige bulgarische Gesandte in Madrid, Parwan Draganoff, übernahm Montag das bulgarische Außenministe-rium. Draqanoff vertrat bis 1912 Bulgarien als Gesandter in Berlin und war am Beitritt seines Landes zum Dreimächtepakt maßgebend beteiligt. Dd gleichzeitig der nach der letzten Regierungsumbildung vakant gebliebene Sitz des Bauteruninisters mit Ingenieur Was-sileff besetzt worden ist, ist das Kabinett Bagrjanoff nunmehr vollständig. Wassileff, Vorsitzender der bulgarischen Parlamentsmehrheit, hat bereits in der Regierung Zankoff den gleichen Ministerposten innegehabt. Er iat Oberst a. D. Drei seiner Minister-Kollegen sind ebenfalls aus der Otfizicrsldufbahn her-vorgeciangen. Wassileff präsidiert noch jetzt dem Verband der Reserveoffiziere. Amtlich wurde Montag nachmittag In Sofia gleichzeitig eine weitere Änderung des Kabinetts Bagrjanoff durch den Rücktritt des erkrankten Landwirt-schaftßminister Kostoff bekanntgegeben. Sein Ressort wurde vom bisherigen Justizminister Russi Russeff übernonunen. An seiner Stelle leitet der Sofioter Rechtsanwalt Alexander Staliski nun- mehr da« Justizministerium. Staliski ist der Autor eines in Bulgarien vielgelesenen Buches »Die faschistische Wissenschaft und der Staat't. Er promovieVi'e in Italien und bekennt sich politisch zum bulgarischen Nationalismus. Neuer Kampf im Osten? Bisher nur örtlich beobachtet rd Berlin, 12. Juni Das neuerliche Wiederaulleben der sowjetischen Kampftätigkeit ah der Ostfront deutet bisher noch nicht auf den Beginn einer allgemeinen sowjetischen Offensive hin. Die Kämpfe besitzen örtliche Ausmaße und worden wahrscheinlich seitens der Sowjets mit der Absicht geführt, Entlastungsversuche zu erzielen. Der Wehrmachtbericht meldet, daß derartige Versuche bereits abgewiesen worden sind, doch erscheint die Annahme berechtigt, daß der feindliche Vorstoß sich in den nächsten Tagen wiederholen wird. Maueranschläge in Agram tc Agram, 12. Juni Auch die kroatische ölfentltchkeit verfolgt mit gespannter Erwartung das große Ringen an der Kanalküste. Man sieht Menschenansammlungen vor Maueranschlägen, die eine Negerfratze zeigen mit der Überschrift; »Und die wollen Europa befreien.« Daneben sieht man Bilder, die als Folgen des Luftterrors tote Frauen und Kimler in Deutschland, Belgien und Frankreich sowie verwüstete Kirchen in Kroatien zeigen. PK-Kric^shi-ritlitcr Kunzmann (Seh) Titos Hauptguarller zerschlagen Unter dem Oberbelchl des Generaloberst Rendulic in Kroatien haben, wie gemeldet, Truppen des Heeres und der Waf-fen-f^ das Zentrum der Bandengruppen Titos überfallen und nach tagelangen schweren Kämpfen zerschiaqen. In den Kämpfen hat sich die ^^-Gebirgsdivision »Prinz Eugen« unter Führunq de« ff-Hauptsturmführers Rybke hervorragend bewährt. — Unser Bild; Ein gefangener Bandit wartet auf sein Verhör Ihr Opfergang Nun kämpfen Soldaten gegen Soldaten pd Marburg, 12. Juni | schwenglichkeit, er hört im Radio keinen Was wild Rommel machen? Welches i Freudenausbruch. Wenn sie es wagen sind die Pläne Roosevelts? Stehen wir l könnten, würden die Reklameleute drü-vor einem gewaltigen deutschen Gegen- i gewiß gern die Gelegenheit ergrei- angriff? Werden die Deutschen neue Waffen tinsetzen? Wann wird der große Schlag der deutschen Luitwaffe erfolgen? Nervös und unruhig werden in London und Washington immer häufiger diese Fragen gestellt. Nach dem Überschwang der ersten In-VQsionstage ist nun eine große Ernüchterung eingetreten, die auch der „Mann auf der Straße" zeigt. So erklärte ein Bauarbeiter in London einem Journalisten; „Nein, Freude habe ich über den Invasionsbeginn nicht empfunden, eher Trauer", und eine Kellnerin meinte: „Mir wurde schlecht, als ich hörte, daß es losgeht. Zwei meiner Brüder habe ich in diesem Krieg schon verloren. Ich mußte an all die frischen jungen Männer denken, die nunmehr wieder ihr Leben lassen müssen." „United Preß" meldet, daß in der zweiten Nacht des Inva-sionslages die Londoner Untergrundbahnhöfe in Erwartung deutscher Luftangriffe übervölkert gewesen seien. Die Invasion hat also ihre erste „befreiende" Wirkung nicht gehabt, von der die Stimmungsmacher in London und Neuyork träumten. Sie verstiegen sich in ihren Hoffnungen so weit, daß sie ankündigten bei Invasionsbeginn würde die Freiheitsstatue im Neuyorker Hafen illuminiert werden, ein Freudentaumel würde die Menschen erfassen. Man dachte nicht an den Opfergang, sondern an einen Karnevalsrummel und nun ist alles ganz anders geworden. Der Engländer und der Amerikaner, der seine Zeitung aufschlägt findet keine Uber- Der deutsche Wehrmachthericht ^ 0 Stfkrrtfy Ante :Ai^Ä deVauville-] o ~ V. UUfgr - .Ii iwIRrai.;« Granville^Aj^ GranvillB^^ 0 $0 20 30 W so ~ Kilomehr SeruelMenmiUtrn Welibild-Cjlici» Kampfraum Halbiasel Cotentro Die Lage in der Normandie unverändert Schwere Verluste der feindlichen Landungsflotte dnb Führerhauptquartier, 12. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; Im Landekopf in der Normandie ist die Lage im großen unverändert. Lücken in der eigenen Front wurden geschlossen. Alle Versuche des Feindes, zwischen Caen und Bayeux nach Süden und nödlich der Vire-Mündung In Richtung Cherbourg Raum zu gewinnen, scheiterten. Nur Carentan ging nach hartem Kampf verloren. An der Küste beiderseits St. Vaast, östlich von Cherbourg, hielt der Artilleriekampf mit Teilen der feindlichen Flotte an. Der feindliche Nachschub erleidet besonders unter den tapferen unermüdlichen Nachtangriffen unserer Schnellboote fortgesetzt schwere Verluste. — Luftwaffe und Kriegsmarine versenkten trotz der vom Feind wesentlich verstärkten Abwehr drei Fracht- und Transportschiffe mit zusammen 37 000 brt. Drei weitere große Schiffe mit 27 000 brt und ein Zerstörer wurden schwer beschädigt. Bei ungünstigster Wetterlage griffen Schnellbootgruppen erneut überraschend einen feindlichen Kreuzerverband und seine Sicherung an und erzielten zwei Torpedotreffer. Der Feind verlor gestern über der Invasionsfront und den besetzten Westgebielen 17 Flugzeuge. ^ In Italien lag der Schwerpunkt der Kämpfe auf der Front zwischen der Küste des 'Tyrrhenischen Meeres und dem Bolsena-^e. Nach hartem Kampf gelang es dem Gegner, beiderseits des Sees geringen Geländegewinn zu erzielen. An der Ostfront führten die Sowjets örtliche Angriffe nordwestlich Jassy, im Karpatenvorland und im Raum südöstlich Ostrow, die blutig abgewiesen wurden. Die Bekämpfung des sowjetischen Nachschubs wurde auch in der vergangenen Nacht erfolgreich fortgesetzt. Durch zusammengefaßte Angriffe starker Kampffliegerverbände auf die Bahnhöfe Kasatin, Fastow und Kiew-Damiza wurden große Mengen an Nachschubmaterial vernichtet. Die Bahnanlagen wurden nachhaltig zerstört. Bei Einflügen starker nordamerikanischer Bomberverbände in den bulgarisch-rumänischen Raum wurden durch deutsche, rumänische und bulgarische Luft-verteidigungskräfte 18 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Berlin, Ein feindliches Flugzeug wurde zum Absturz gebracht. Heftige Kämpfe in Karelien dnb Helsinki, 12. Juni Der finnische Wehrmachthericht hat folgenden Wortlaut: Im westlichen Teil der karelischen Landenge wüteten heftige Kämpfe den ganzen Tag und die nanze Nacht hindurch. In dem Abschnitt von Vammelsuu griff der Feind, von Panzerkräften unterstützt, mehrmals unsere befestigten Stellungen an, doch wurden d'e Angriffe abgewehrt. Drei feindliche Panzer wurden zerstört. Am heftigsten wurde südöstlich von Kivennapd gekämplt, wo den stat- ken Angriffskräften des Feindes schwere Verluste zugefügt wurden und mindesten« 15 Panzer vernichtet wurden. Aul der Aunus-Landenqe dranq ein Stoßtrupp in die feindlichen Stellungen ein und sprengte acht Bunker in die Lull, In der Richtung von Rukajärvi vernichtete ein Spähtrupp eine feindliche Aufklärungsabteilung von zehn Mann. Auf der karelischen Landenge schoß die Lullabwehr am qestriqen Tage fünf feindliche Jagdflugzeuge und ein Bom-beufJugztua ab. fen „Stimmung" zu machen. Aber di® Tatsachen sprechen eine zu bittere Sprache, Man muß das Volk auf noch Härteres vorbereiten und so sind die billigen Mätzchen und uriterhaltsamcn Geschichtchen aus den Blättern geschwunden, die monatelang davon voll waren. Statt dessen spiegeln sich in den Berichten die hohen Verluste wieder, die der Opfergang der Invasionstruppen fordert, Lesen wir, was der Londoner Korrespondent der schwedischen Zeitung „Aftonbladet" auf Grund von Darstellungen in der englischen Presse schreibt: »Diejenigen, die die Invasion überlebten, kormten nur stammeln: »Das war eine Hölle, die reine unverfälschte Hölle. Das war ein Schreckenstraum von zerfetzten Körpern, die durch die Minen durch die Luft geschleudert wurden, von sinkenden Booten und unheimlich heulenden Detonationen, eine Sinfonie von Blut und Schmutz.« Lebende und tote Körper wurden durch das gewaltige deutsche Artflleriofeuer durch die Luft geschleudert, dtis sich auch gegen die Invasionshoote richtete, die sich mit Wasser füllten. Viele ertranken im Wasser, anderen glückte es, bis an den Strand zu gelangen, wo sie jedoch vielleicht von Granatsplittern qetroflen wurden. Leichen Hegen in langen Reihen längs des Strandes, nur mit Decken bedeckt, denn man hatte keine Zeit, sia zu begraben. Der Strand ist voll von unheimlichen Spuren der Kämpfe und des Durcheinanders. Frankierte Briefe, die vielleicht ein Soldat vom Schiff schrieb, um über das große Abenteuer nach Hause z\i berichten, Schuhe, Kleidungsstücke, Zigaretten, alles liegt fn einem einzigen Mischmasch. Rettungsringe sind zu großen Bergen gestapelt. Hier und da liegen Koffer mit offenem Deckel. Zahnbürsten und Handlüchter sind am Strand verstreut. Man sieht Granatlöcher und die Fuchshöhlen, die sich die Männer zu ihrem Schutz gruben. Und dann gibt es kleine Sandhügel, in denen ein Seitengewehr steckt, auf dem ein Helm hängt.« Solche Berichte zu lesen, ist für den Briten und Amerikaner freilich etwas anderes, als die Schilderungen über die Verwüstungen in sich aufzunehmen, die die Terrorflieger und Wohnblockknacker auf dem Festlande anrichteten. Nun kämpfen Soldaten gegen Soldatenj es ist etwas anderes für Briten und Amerikaner, sich löuemden deutschen Panzern gegenüber zu sehen, als vom tieffliegenden Flugzeug aus spielende Kinder zu beschießen. In unseren eigenen Soldaten aber Hnmmt der Zorn über die Bombardierungen und Zerstörungen deutscher Städte und über das, was uns der Feind zugedacht hat. Sie wissen, wolür sie kämpfen. Sie, die zum großen Teil schon im Osten ihre große Bewährung abgelegt haben, stehen jel/t dem Feind gegenüber, dor der Schrittmacher der bolschewistischen Pest ist. Er wird seinen Opferganq veigeblich Um und es wird sich erfüllen, daß alle Völker Europa» ihren Todfeind erkennen. Auch der »Mann auf der Straße«« in London, der heute ein Grauen vor den Hekatomben von Rlut empfindet, die Churchill und Roosevelt auf dem Allare des Kreml i 0{)i«rnl Seite 2 * Nr. 165 * Dienstag, 13. Juni 1944 MARBURGEK ZETTUKÖ Schwedens Neutralität rrklärunqen des Minlsttrprlsldenten .Inb Stockholm, 12. Juni D»t •rhwrdUirh* Mlnl«t«iTjrÄ*ldflnt HiTM^on hltlt am Sonntaq eine Red« In Eksjo, In er u. a. «aat«: Mit Rücksicht auf die letzten Ereiqnififie ist die inJ1itarl«chp Bere"t«chftft bedeutend ver-f.*ärkt w »''don. Wcinn und in welchem M ifip diofp F;rc:qnl8«e un« berühren •wr'rd»'n, k/inn jcl/t nicht beurteilt wer-tl ri Wir w fison n f ht, ob dir Offensive (Ir: Vcfi iTMchte auch ncnen den Norden crr rhtpt fit Wir müMPn jedoch mit der M'rrl = rechnen und un-s danach f n Diese MtiBnahinp ist jedoch I 'ht (l . (h eine npunruh'qunq, daß S(V|H;-d(''i in den Krieq hineinqf'triiqen V - M kripMlp, verursdcht worden, TTber ^ tr.vr- If'riH S'ellunq hertsrhe vftllin Klnr-h ■ ♦ W r werrlpn nn unnerer Neutralität ii 'h.tllrii ii'ul ^eden Vrrsurh, nu« un*e-lor 1 iKfp Nul/fjn zu ziehen, rurückwel-■ ■ n \V(il--pnd dn Kämpfe, »o erklärte H 'luson weiter, können in unserer N'ihe Siluoüonen entstehen, di? qrößcre A-ifordcrunn»»n aU nonst nn dir Bowa-rh:irir) «n«erpr Kii^'.pn und Grenzen ftcilr-n n f* nkMielle BercItsrhnJt ist Im-ner der I nrip Amenirtt worden. Jeder wird ryi naKlrllrh finden, daß tle jetzt ver^Mikt wird. Mit Tlcrdwaden henchosien. Bei dem T iMr.rronqrill nrn Fieitari auf die Südost-eerhisrhe Sfndt Niflch wurde die flilch-Bpvölliprunq an den Au«^anqen der Stadl mit Bordwaffen beschoMen. Vor vier Jahren in Frankreich Der Siegeszug im Westen, die Grundlage für die Sicherung Europas Von Major a. d. von Ktiicr Nachdem vor vier Jahren, am 4. Juni, mit dam Fall von Diinkirchen die qroße Durchbruchs- und Umfasäungsschldcht in Flandern und im Artois «iegreich beendet war, traten bereits einen Taq Bpdler die deutschen Armeen zum Schlußakt des dramatischen Kampfes im Westen, zum »Angriff geqen das Heer Fröiik-reichs« an. Das Ziel dieses neuen Grofl-anrjritfi war nach der olienen Ankündigung im deutschen Wehrmachtbericht der Kampf bis zur völligeti Vernichlung« des Feindes. Mit alemraubender Schnelligkeit vollzogen sich die Angriffsoperationen auch in dieser zweiten großen Schlacht im We«ten. Die lilngs der Somme und des Olse-Aisne-Kanals verlaufende, «ehr stark befestigte Woygand-Linle wurde binnen weniger Tage an vielen Stellen durchstofien, alle feindlichen Cegcn-argrifle zurürkgcworlpn, und schon am 10, Juni befanden «Ich die dnutsrhen Armeen auf der n«"zen Front zwischen der Kflnalküfite und Reinis in rastloser Verfolgung des geschlagenen französischen Heerestells. Vom Kann] zur Maas Mittlerweile war am 9. Juni auch der linke deulflche Flügel zwischen dem Olse-Aisne-Kanal und den Argonnen zum «iogrelchsn Angriff angetreten, und flehen vom 11, Juni ab begannen die Was sagt der Soldat im Osten? Al.s die ersten Nachrichten über die Invasionsschlacht eintrafen Von Kriegsberichter Heinrich Korechat hn üflten, im Juni DJe Invdftinnssrhlacht mn Westeuropa hn bcgotniGnl Wie ein Lauffeuer drang Nacliricht in den Mittageetiindcn Gfti e. Juni durch die Stellungen unserer ''■rrn.idirte an der östlichen Abwehr-fioi.i (| gen den Holfichewi®mus. Die ge-»p.Mr-'tti Erwartungen der bevorstehen-n I r- iiniw? htibfM\ sich aulgelöst In ' I "h 'i C'.eliihI der Erleichterung. Kei-ntillronl-Greiiadiere unier-S' ' ' den liniwl der Lage und die S' ' w rc der Aiilgdijen, die den Kanie-1. • II di'r K(hPM (jrolJangrllih beidetfleUn 'i " ! li i' Hcrcinigung der Brücken-^ i n Hiitor und Rascasli und der 1 i.i Mr. 'if von Koschnit/a und endlich ;)i ■) Wcutiniropa in den letzten ■ II inmcr drinc|rnder werden. So I I' (Iii« alilierte überkommando h n-riueinen, dem Bolehl dea /u Idlqen \ind in das Blutbad der i steigen. ; : hilKlien Umwicklungen dieses ■Iii riei (^sllronl erhalten durch \ ^ikt der Entscheidungsflchlacht ' lüiipa erfli ihren Sinn. Wie oft ii 'i r de;it»»then Grenadiere im I I'' f.'siliont wahrend der «chwer-I •! \bseizbewegungcn gefragt, l'' iirri Ausweg gebe, die rück-i ' i''M.'''r|'.nvicn dufzuh^illen. Einl-■ i ■ iMvisionen halten Enlschel-<■ :"i'li('n können, und jeder . 'i .i\ i;,i Westen ein ganze« Heer l'^'-iMtfiPr, ausgeruhter Verbän-"^'nnrliiiifl! wolllen «Ich in die I , Mir f<:st bis zur Erschöpfung ' ' '11 (Jslfiolddlrn Zwellel e'n-I tif:i .III ilcis Sinnvolle den Opfers, = T 'j tur Tag bringen mußten. Aber I dt'.i in den Stellungen am unt«-■i dri«) Bewußtsein ihrer eige- t a W In Ii ^ . ii - :■ I ir-il I nen Starke wieder, wenn juch m\ncher sich vielleicht tragen rnociito: war die Preisgabe rio«iqer Geb'ete wirklich ge-rechtfertgt? Wäre durch den Einsjtz von Weslrostrven nicht doch die LtT;o im Osten früher zu sldbilisieren gewesen/ Der Sinn de« Opfers Die Ostfront bat die Ihr vom Führer guÄtellle Aufgabe auch ohne die Hilfe der Divisionen des Wartoheere« im Westen lö«en können. Eine Auslese von hervorragenden Olfizleron und in allen Feuern de« Winterkrinqo« zu Stahl (>€-härteten Mtiniiern hat einem vielfach überlegenen Gegner getiotzt. Und nun sehen diete Männer, die so lange vergeblich in der scheinbaren Sinnlü«igkeit einen Sinn suchten, warum der Fühivr in riicktiichtsloser Enltichlossenheit dm Osten zugunalen der drohenden Inva-Bion«front hinlanatelien mußte. Nun erkennen sie da« geschichtliche Verdienst, das sie «Ich um die Schonung dt>r West* reserven erworben haben und «agen «ich mit berechtigtem Stolz, daß es nicht zuletzt ihrem winlerlichon Opfergang zuzuschreiben i«t, daß heute eine unge-schwdchle Abwehr den anglo-umerikani-echen Invasiontidimcen entgegentreten kann. Die Grenadiere der 0«lfronl verfolgen den Kampf ihrer Kameraden mit den heiße«ten Wünschen. Geht e« diesmal doch nicht um eine Entscheidung aul einem Teilrjebiot de« Kriege«, sondern eben um das letzte Wägen, ehe e« die Sioq(*«chfile niedersinken laßt. C« i«t der Icste Glaube der Octiront, daß die Kameraden im Westen bei d enom Wogen nicht zu leicht befunden werden. Denn die Männer, die heute an der Kanalküste stehen, «ind ja la^t durchweg zunachol durch die Schule des cj«tkrie-ges gegangen, die be«te Schule, die eiuPm Soldaten zuteil werden und die «uth d i« intensivste »Invafciünstrdining« nicht wettmachen kann. An der Ostlront herrscht, /on dem erfolgreichen eigenen Unternehmen bei Jt»«sy abgesehen, augenblicklich noi h Ruhe, Die «Iten 0«tlrontkhmpler wissen, daß die« eine Ruhe vor dem Sturm 'st, daß zwciffüuB die Sowjets mit der on' brannten Entsrhcidungwichlachl um den Kontinent auch eine wichtige Rolle zugeteilt bekommen haben, die sicnerHch schon in Kürze zutage treten wird. Sie werden — dies ist ein Gelöbni« in dio Knmeraden im Wc«ten und an die ilf'ut-•che Heimat, mit aller Harte und Ver-biesenheit ihren Anteil nn die^ipm Kampfe tragen in dem Bewußtsein, daß an seinem Ende der deutfiche Sieg steht. großen taktischen Erfolge auf d«r Gesamtfront vom Kanal bl« zur Maas ilch operativ auszuwirken. Nach Überschreitung der Seine wtmtlich und der Marne östlich Paris, nach der Einnahme von Le Havre und der Kapitulation einer «Larken engli«ch-fränzöwichen Kräftegruppe bei St. Valery an der Kanal-k liste, nach d?r Eroberung von Reim« und ChAlos zogen die deutschen Truppen schon am 14. Juni in Paris ein, das sich kampflos ergab Der Fall diese« Kernpunkte« der französischen Widerstandskraft, wirkte so nieclersriimetternd auf die Franzosen, daß von nun unter dem Druck der deutschen Vcrfolgiinqsoperationen der Rückzug de« französischen Heeres, das an mehreren Stell#>n von deutschen Panzerkrüften durchstoßen und nach verschiedenen Richtungen abgedrängt wurde, fluchtartigen Charakter annahm. Inzwischen hatte die deutsche Heeresleitung nuf dem linken dcutichen Hrereftflügel eine q-Amerikaner iabVffmfhen \verde, so ■ seien d'^rarllge Behauptungen viel \»'p-niger überr.eugend als die skruppellone Bnmbardierimn französischer Städte. Wie daher Deutschland wahrend des Luflterrnrs eine über alles I ob erliabe-!»ne gelassene Ruhe an den Tag gelegt habe, so sei auch Frankreich durch diese Erlebnisse nur entschlossener geworden. Mit leldenschafllichem Nach-dri)cf( erklärte Hcnrint, daß Frankreich mit Deutschland einer gemeinsamen Aufgabe Im kommenden Furnpfr dl^ne, Frankreich qlaube an dieses Furopa, und auch die In Deutschland tdttnen französischen Arbeiter der Stirn und der Faust kämpften für diesen Europa. Unter den vielen Fehlrechnungon, die der Feind mit seiner Inva'^ion attfgestellt hat, gehört auf pnlltlschem Gehirt nicht ruletzt die der falscher! Flnschäl-zung der Haltung jener Völker, die durch die Invasion „befreit" werden (tollen, Diese Völker kennen genett den Ablnuf solcher „Befrcluna" am Beispiel Italiens; Bombardierung. Resetiunn, Ifun-aer und Elend, Fußtritt für die HellersheUer und schließlich Bolschewislerung. Die- Zelt hat wahrlich nicht lür den Feind gearbeitet! Zu beiden Seiten des Kanals Die einst meistbefahrene Schiffahrtsstraße der Welt Ira T'rlrdrii wnr der Ärmelkanal, des-»r;i t lUi/'jsiHclios Uler jetzt Schauplatz ri"r liriti li-nordumerikanlschen Inva-»i: !i i-- , lie meistliefahrene Schllfahrts-sti'iße -i' r \Vi.'lt, ülf! engste Stelle zwl-Rcii M Ddvi'r und Calais mißt 34 km. Die M ir:litli|- t( ri lldton am englischen Ufer fiiiid IJovrr, SMUthhampton und Ply->n. L'ih. V'!n Uovcr ging der Verkehr liau|US(H lilif Ii nacli dem Kontinent hin-u'jfr, tr Wiir aber aucli Ausgangspunkt lur den ViMkelir mit Amerika. Sein Wa-lenumsthldg betiuq im Frieden 3,8 Mil-It'jpcn Tonnen. Das naheliegende Fol-k e .<» t o II 0 hatte einen Umschlag von I Mlll. 'lonnen. Porthmouth hatte fik. Kriofjslirtlen nur geringe wlrtschaft-lirhe ßeci(rutung. Dagegen Ist South-h a mp t n II, das durch die vorgelagerte fnsol Vv'ifith ein Idealer Hafen ist, Haiiplausf|ctrig des Überseeverkehr«. Der Ilnfen schlügt etwa 1.1,5 Mlll. Tonnen um. Die Starit besitzt neben vielen Werften und Docks auch Maschinen- und Wiiggonlitbriken. Plymouth mit 193 Taui-ciid fiiiiwühnein Ist Kriegs- und I lan'lrlsl'ifrn. Aul rior negrnvlberllegenden französl-srlien Kiistp tindet man zunächst an der Sonunetniindung Abbeville, eine kleine Hafenstadt von 19 000 Einwohnern, nur geeignet für kleine Schiffe. Das nordlich davon gelegene Boulog-nu i&t bekannt als 13ü»is lür Napoleon 1. geplante, aber nie begonnene England-Invasion. Boulogne Ist l landelshalen mit einem Fricdensumschlag von rund 4 Mlll. Tonnen. Calais, der der cngll-sehen Küste nächstgelogene Punkt, eine Stadt von 70 000 Einwohnern, war der Hafen des regelmäßigen Verkehrs zwischen dor britischen Insel und dem Festland} es hatte 2,5 Mlll. Tonnen Umschlag. Hier wurden hauptsächlich Wolle, Holz und Kohle Importiert. Die Stadt selbst Ist Sitz einer Tüll- und Seiden-und Spltzcnlnduslrle. Das durch die schmähliche Flucht der Engländer im Jahre 1940 bekannte D ü n-kirchen, der östliche französische Hafen mit 32 000 Einwohnern, hatte einen Umschlag von 4,5 Mill. Tonnen. In Dünkirchen werden In den Oimühle-reien ein großer Teil der französischen Oliven zu Öl verarbeitet. Üie Ausfuhr aus Dünkirchen, Calais und Boulogne bestand vor allem aus Zement, Elsen und Stahl, Sudwestlich dieser Hafen liegt dor durch einen abgewiesenen britischen Landungsversuch bekanntgewordene kleine Hafen D l e p p e. Die Stadt hat nur 24 000 Einwohner. Als bedeutendster französischer Kanalhalen folgt an der Seinemündung Lo Havre. nach Marseille der zweitgrößte Hafen Frankreichs. Der Hafen Ist zugleich ein schwer befestigter Kriegshafen. Le Havre war be- deutend ats Stapelplatz für Raumwolle und als Auswandererhafen. Die Stadt Lo Havre hat 164 000 Einwohner, Sie besitzt Raumwoll- und Wollindustrie und Werften, Gleichfalls an der Seine, aber etwas landeinwärts liegt Rouen (120 000 Einwohner). Die schöne mittelalterliche Stadt, die in dem hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich iind En^nd eine-busondere Rolle spielte, ist durch die jüngsten Terrorangriffe der Briten und Nordamerlkaner 'schwerstens betroffen. Die gotische Kathedrale, an der drei Jahrhunderte bauten, ist ein Raub der Flammen geworden, nachdem die deutschen Truppen sie heim Vormarsch von 1940 sorgsam geschrrnt haiton. Reuen hatte Im Frieden direkten Verkehr mit den verschiedenen englischen Höfen imd war für die Versorgung Frankreichs mit englischer Kohle wichtig. Ehe England den Verrat an Europa beging, waren alle diese Halen Sammelpunkte eines regen Verkehrs mit den britifichen Inseln, heute liegen sie an der französischen Küste In das System des Atlantikwalles einbezogen, Kraftzentren einer Abwehr, die füi jode Möglichkeit gerüstet und entschloiwen ist, den Einbruch In die Festung Europa zu verhindern. Etwa auf dem halben Wege zwischen Caen und Carentan liegt In der grünen Ebene der Normahdie im «anftelnge-Bchnittenen Tale der träge dahinfließenden Aure die kleine mittelalterliche ütadt Bayeux. Das StädtchM Ist dar Sita elhes schon soit dem 4. Jahrhundert bestehenden Bistums, und set.i Mittelpunkt ist die rarfende Kathedrale ein prachtvolles Denkmal qoti«cher Baukunst. Im Jahre 1077 eingeweiht, wurde diese Kathedrale mehrmals umgebaut, besitzt aber dennoch im Äußeren wie im Innern ein einheitliches, einmaliges GeprSge. Die alte Bischofsstadt pnthält noch heute hinter hohen Mauern Klöster mit schmucken Kapallon. Ihre Straßen sind von Reihen von Patrlziorhäusem bekränzt. Sie geben .dem Städtchon ein vornehmes altes Gesicht. Jede Bauweise vom französischen Mittelalter bis zur Revolution Ist in Baveux vortreten. Ein« tiefe Stille lag sonst über dem verträumten Städtchen, \yo das Gras zwischen den Kopfsteinen .des StraßenpflaNlers wächst, und verwitterte Mauern mit Efeu und wilder Rebe bewachsen die Geheimnisse der großen Gärten mit ihren alten Bäumen zwischen den Wohnsitzen bewahren. Alte verblichene und vpm Reqen ausgewaschene Wappen über don qa-schnilzten Eichontoren der Häuser erzählen von den früheren Bewohnern der kleinen stillen Stadt In der Normandie. Dieser Ort, der In seinem ganzen Wesen die Behaglichkeit, die Stille und die Entwicklung normannischen Lebens seit fast anderthalb Jahrtausenden in sich wiederspiegeli, Ist jetzt In den Zeistö-rungsberelch der Invasion einbezogen, die vorgeblich kommen, um Europa zu •befreien«, in Wahrhell, um «eine alte Kultur ru vertilgen und es selbst dem Bolschewismus xu üb*iantwoTtsa. Europa wird das Leben wählen Knut Hemium zur Invasion dnh Oslo, 12. Juni I Knut Haro«um gab zur Invasion folgende Erklärung ah: ' »Wir warteten Monate, wir warteten I Jahre, So kam sie endlich, die Landung In Europa, Wie es vorauszusehon war, kam «ie mit Wucht, aber Deutschland hatte den Empfang bereitet. Wie dls Front im Osten bis zum heutigen Tag ungebrochen ist, so wird auch die Front Im Westen stehen bis zum Ende. Das Ist kein W\in«chtraum Es geht hier um ru-ropas Schickaal, um Leben oder Tod. Europa aber wird da« Leben wählen. Unst^re Kurzmeldimget} 300 Milliarden Dollar Krieqskosten. Der Budget-Aueechuß des Roptäsenlan-tenhausen nahm jetzt den nouen Etat für Heer und Marine an. In dem am 1. Juli beginnenden Hauflhaltjsjahr sind danach an Ausgaben vorgesehen; lür da« Heer 49 Milliarden, für die Marine 33 Milliarden Dollar, Die Gesamtkricqsko-«ton Nordamerikas steigen damit seit 1. Juni 1940 auf die Summe von rund 390 Milliardon Dollar. Zwei amerikanisch« Flugzeuge stießen am Snmslagmorgen über der ehgllschen Ortschaft GilUngham zusammen und stürzten ab. Ein Flugzeug fiel auf einen Wohnblock und seifte ihn in Brand. Drei Zivilpersonen wurden getötet, ebenso sämtliche Insassen der beiden Flugzeuge. Dnick u V«*il«g MnrhürQtft Vorlnni* u Dnirlcpral« G«i mbH - VeriBgil*ltunq Egon BfliimgArtnar, HauptirhnttirltuDg Anlon Gpinthnrk bpta* tu Mirbiirfl n d nr«n Geeprürh mit der älteren grauhaarigen Frau, die jetzt hier wohnt und die Du auch kennst. Ihr Mann ist im ersten Weltkrieg gefallen, von ihren beiden Söhnen «teht einer im Osten, einer In Frankreich. Verwundert fragte ich sie, woher sie nur din Kraft nehme zu d'e-5r!r «tillen Heiterkeit, mit der sie alles anpackt. Da erfüllte sich ihr Gesicht plötzlich wie mit einer warben Spannung. Ihr Blick ging in d e Weife, und ihre Stimme klang klar und fast schwebend. »Glauben muß man. nur glauben. Alles, was ge^ch^eht. ist diinn gut, wenn man an den Sinn glaubt, der in allem liegt, auch in Schmerz und Leid, Kampf und Qual...« Diese einfachen Worte waren der Schlüssel zu aller Kralt dieser Frau, Sie gingen mir lanne nach und haben mich von vielen Zweifeln befreit. Jetzt gehört «s auch zu mir, dieses »nur glauben«. Darum sollst Du Dich von jeder Sn'-ge im mich befreien und nur in Dich den-kenl Ich weis, auch Du kimpfst fflr et> W'^e, an das Du glaubst. Deine Hilde. So sollten alle Feldpostbriefe unserer Frauen an ihre Münner aussehen. Ein wichtiger Termin Zum 17. September neue Brotmarken für Wehrmachtangehttrlqe, Reise- und Gast-stittenmarlten Die Brotmarken fü( Wehimachtange-horige — 2. Auagabe — über 10 und SO g treten ebenao wie Rei&e- und Gast-«tättenmarken der 5, Auaqabe und Le-benamittelmarken der 3. Atisqabe mit Ablauf de« 17, September 1944, also mit dem Ende der 66 Zuteilungsperiode, außer Kraft. Dieser Tag i«t daher der letzte, an dem die Verbraurher auf dta Marken Ware beziehen können Auf Grund eine« Erlaaee« d*;« Reichsernäh-rungsminister« werden neue Brotmarken für Wehrmachtangehö^iqe über 10 und j .SO g — 3. Auaqdbe — eingeführt. Die j Marken «ind auf weißem Waeserzeichen-napier gedruckt und zeigen über einem i Pflug deti Aufdruck »10 q Brot« bzw. >S() q Bro^« und darunter die Bezeichnung »Für die Wehrmacht«. Die Druck- j färbe der 10 g-Marke l«t rot, der 50 g- [ Marke grün. Die Marken habon die glel- | che Größe wie die Rei«e- und Gastetät-tenmarken erhalten» sie «ind in perforierten Bogen zu je 100 Stück zusammen-gefdßt. Die Ernährunq«ämter und Knr-»enetellen geben die neuen Marken mit ! Beninn der fi6. Zuteilungsperiode, also dpm 21, August 1944, ausi von diesem Tage an berechtigen die neunn Marken tum Warenbezüge Bi« zum Ablauf de« 17. September 1944 gelten also die Marken der 2. und 3. Ausgabe nebeneinander. ★ Wieder Vorautbexug von Zucker. Das Reichsminiilerium für Ernährung und Landwirtachdfl teilt mit: Mit den Lebensmittelkarten für d'e 64. Zuteilungsperiode (29. Mai bis 25. Juni 1944) haben die Verbraucher eine Re'chszucker-karte 65''66 erhalten, deren Abschnitte gomüß ihrem Aufdruck in der Zeit vom 29. Mai bi« 25. Juni und vom 26. Juni Ein Wort an die Umquartierten Fördert die Arbeitsgemeinschaft zwischen Sladt und Land TAPFERE UNTERSTEIRER Die meisten Umguartierten haben sich in den Monaten, in denen sie schon auf Dörfern und einsamen Gehötten leben, eingewöhnt. Jetzt, da der Sommer da ist, freuen sie sieb draußen zu sein, Sunno, Luft und Natur „aus erster Hand" zu yenirBen Sie sehen das Wachsen der Saaten, das Blühen und Früchteansetzen von Baum und Strauch. Der Bauer indessen sieht darin in erster Linie die Frucht seiner Arbeit, den Lohn für Mühe und Fleiß. Wenn dann eine umguarlierte Sladtlraii mit vielleicht nur einem Kind sich untätig sonnt, während die Bauerin mit mehreren Kindern nicht weiß, wo ihr In der Hauptarbeitszeit der Kopf sieht, dann ist dieses Sonnen geradezu aufreizend, und es lassen sich manchmal Differenzen nicht vermeiden. Daß es aber auch anders' geht, zeigen viele Beispiele Dd ist ein kleiner Hof, einfach, beinahe armlich. Wählend der Jnngbauer eingezogen ist, versehen seine Eltern mit der Scliwesler und einem Knecht den Hot Die gair/e Arbeitslast liegt auf dem Mädrhen. Auf dem Mof ist ein umquarliertes alles Ehcpnar, beide Won- nen nicht viel helfen, ihnen fehlt Kraft und Erfahrung. Aber wo es irgend geht, machen sie sich nützlich. E« kommt gar nicht darauf an, daß viel geholfen wird, «ondern allein «rhnn duf den gut^n Willen. Denn niemand wird von einer Städterin verl.mgpn, daß sie auf dem Feld hei schwerer .Arbeit hilft, zumal ja die meisten kleine Kinder haben, die die Mütter td(|süber genug beanspruchen. Aber kochen kann die Frau, und wenn sie auch in der ländlichen Küche nicht erfahren ift, nach den Angaben der Biiuerin konn sie «chon die Gerichte zubereiten. Wer «ich an der Feldarbeit beteiligen will findet bei der Mpuernle Geleqetibpit. Nach dem Tode des alten Riiiietn sUnd das .Mteiileil, ein kleines absoil« gelegenes Häuschen, leer. Der Bdiier richtete es etwas her und sIpIIIr es einer umguartierten Muffer mit zwei Kindern zur Veilu')un(|, die hier qan,i selljsländiq leben und wiilsrhaHen kann. Driihpii die Bauerin mit ihren drei Kuidrrn hdt alle Hfinde voll /u tun. Mann und Knechte wollen auch versorgt sein. Da tst sie dankb'ir, daß die umguartieitp Frau «irh de« Gellnrjelfi annimmt und dipsn#* allein futtert und versorgt, Aufh die Kaninchen sind ihrer Obhut anvertraut Da sie eine geschickte Hand hat. versuchte «ie e« auth mit dem Garten Hnd siehe da, die seibstqpfeälrn und fjf'.pt/-fen Ptlani?(hen gehen an! So herisrhl auf diesem Hof eine vorbildlich" Arlieitfrif|p-meinschatt, Eintracht und gute Kameradschaft. Viele F'rani»n sind iiberhaupt /inn erstenmal in ihrem Lelien au«; Her Starlt herausgekommen. Sie erlelten zum erstenmal bewußt das Wachsen und VV«»r-den in der Nalur und sinH in den Ali-lauf des Naturaesrhehens lilneinn^teDt. Nicht alle kiinlien qleirh d'^n ^n«irii)nh an dirses lanrnifhf l.ehen tiinir'tt S'f verstehen e«i vielleicht qrir ilali (■« der Bäurüin schon Hille licrleulete. we'lr,' sie einmal die Gartenbeete lirr(ir|ieii, die Huhner liittmi oder dem llnnd riitiei neben. Ihnen fphlt mchl dwd dei riule Wille ziitn Hellen, t.nnrlern d'is 'Vrr-stiindnifi liir die Nolweiir)irfk''it Vnf standnis tiireinander und rpitpi Will? aber hellen iiherall 711 Pint^rn r|iilnri yii-saiTi menletipn. Und am Abend — etwas fürs Herz Weiterer bunter Veranstaltunjisrcigen irn Kreis Marbiirj<-Land Das Amt Volkbildung des Kreises Marburg-Land, das in der Zeit seines so vielseitigen Wirkens immer wieder seine Aufgabe darin sah, dem schaffenden Un-tersteirei nach des Taqes harter Arbeit Stunden der Ontspanniing und dei llntei-haltung zu vermitteln wird auch mit keinen reichhaltigen Juni-Programm ?n-nerhalb des Kveisgebietes wiedei herzlichen Beifall finden So konnte das Stei-riache Landeslheater tür eine gioBe Reihe von Theaterabenden veroHichtet werden, die eine volkstümlich-künstlerische Note tragen. Das Ensemble bringt heute Dienstag abend in Raat das Krimi nalspiel »Eine Uhr «chläqt dieimal' /mt Aufführung, das bereits seit einiger Zeit die Bühne beherrscht und immei wieder mit großem Beilall aufgenommen wurde. Mit dem Lustspiel «Eine Landpartie.', das gleichfalls vom Steirische.j Lande^thea-ter zur Auflührung komtnt und zwar am Mittwoch, 21. Juni, in Mahrenberq, am 22. und 23 Juni in Windischgrai und am 30. Juni in Gonobitz erhält die heiteie Note der Veianstaltunnsreihe einen willkommenen Anschlag und wir's'nd qgwiü, daß diese« Spiel herzliche Aufnahme finden v.'ird Am Nachmittag dieser Auftüh-rungtitage geht gleichfalls seitens des Steirischen Ldndesthealer*> d(*s Mhrchen-spiel »Aschenputtel« über die Bretter und wird alle Besucher in da" glückliche Märchenland der Kinderzeit entführen An Beifall für dir Künitlei wird man es nicht fehlen lissen. Neben dem Steirischen Landeslhcater konnte lür eine größere Veianstaltnnqs-reihe im Kreisgebiet ein weiteres Kunsl-ler-Ensenible verpflichtet werden, das mit Bunlen Abenden unter dem Motto »Allen zur Fi ende« aul wartet und ))o-kannte und belieble Künstler zu Worte kommen laßt Wir nennen hier nur den bekannten Ilnmorlsten Karl Rcnihaid, dei dalür sorrj!, daß voi l,schgraz und am 27. Juni im Sparkassen^aal in Wnidischteistritz wird man diesen Künstip'n bei Ihrer Arbeit folgen können und auch bei ihnen mit dem Beifall nicht spaten. Gern wird man «ich hei diesem Genuß kun'^tleri-schen Schattens auch des Amtes Volk-bilduny erinnern, da« trtdz mannigtarhei Schwierigkeiten immer wied^ü be-^frebt ist, Kunst, Freude luid Frohsinn 7.u vermitteln bis 23. Juli Ft44 einaetost werden müssen. Damit wird das se t e'nigen Monaten eingeführte Veifahren, wodurch der Zucker bereits e'nc gwissc Zelt im voraus bezogen werden muß. we'ter fortge-«elzt. Mit dem auf die Reichszuckerkartc 65'66 erhältlichen Zucker sind die Verbraucher bis zui 60 ZuteiUingaperiode, d'e flm 17. Sentrn'bp. 1944 endet, mit Zucker versorgt Die Hau'-.trflu w'rd also den im ,luni und Juli gekavitten Zucker HO einteilen, daß sie damit bis Mitta September des fahres auskommt Vorspielstundo der Marburqer Musik-scliule. Morgen, Mittwoch, 14. Juni, um 16 Uhr, findet im Prohesatde der Musikschule der Stadt Marbura eine interne Vorspielstunde A'on Schülertt aus den In-struinentalklassen Fannv Rodusr (Klavier). Ludmilla Diusowitscb (Klavier), Heinrich Drnsowitsch d. J. (Geige), Cv-rill Goriup (Geige), Erwin Hartmann (Harmonika), Grete Pelikan (Violoncello) Sigrid Reiser (Blockflöte und Klavier), Soldatenschlaf Nur eine Zum wievielten Mal^ hat man es eigentlich schon erlebt? Aber es wird in ' keinem Notizbuch vermerkt und nicht ' im Kalender angestrichen. Gott, wo i käme man da hin Jeder Soldat kennt es I und erinnert sich dunkel an die Orte, { wo es einmal gewesen ist — und wie es war. Doch das »Wie« ist fast immer I dasselbe ... Anschluß verpaßt ' Abend« oder schon mehr in der Nacht j kommt man auf einem Bahnhof an, be- , packt mit den hundert Utensilien dc3 fahrenden Kriegers Und dann hört man plötzlich, daß man keinen Anschluß mehr hat: ein Gerücht, da-; erprobte Veteranen verstimmt Irgendeine unfreundliche Macht hat in das geheime System der • Verbindungen eingegriffen und man i sitzt fest. Die Nacht liegt wie ein Rätsel j ffder ein Alp oder ein Irrgarten, wie ihr ' auch sagen wollt, jedenfalls wie etwas I sehr Ungewisses und Unbequemes vor I einem. Aber man möchte seine Knochen ' ausstrecken, was soll man also tun? Da ; schwebt dem müden Soldaten wie ein verheißendei Blick Fortunas der gute Gedanke zu: In jeder Stadt gibt es ein Wehrmacht-Übernachtungsheim . Eine Nummer und zwei Decken Eine Rote-Kreiiz-Schwester oder ein Kamerad von der Bahnhofswache bringt un« hin. Denn es sind unterdessen viele auf den guten Gedanken gekommen und warten nun, daß irgend jemand vorangeht, dem man sich in der Dunkelhe'it anschließen kann. Wißt ihr noch, welch ein erlösender Augenblick es ist, wenn man im Meldezimmer steht und wartet, die bleierne Schwere von schlaflosen Tagen und Nächten In den Knien. Welch ein Glück für uns abgespannten Kerle — die sichere Anwartschaft auf das Bett. Ohne weiteres geht das natürlich nicht. — eine Wissenschaft für sich Nacht im Wchrmacht-Übcrnachtunjjshcim Man iTiuß noch etwas Geduld haben. Map wird eingetragen — der Ordnung halber. Woher und Woh'n werden geprüft. Die Nummer der Decke kommt auf eine Liste, dam.t ihre Existenz für den Fiskus unabweisbar wird. Zuerst sieht das alle« immer sehr langweilig und nach »Schlange« aus aber dann geht es durch die geübten Hände viel schneller, als man es für möglich hält. Nummerlerf und m^t zwei Decken versorgt versperrt einem keine Vorachrift mehr den Weg ins Nirwana auf Abruf: den Schlafsddl der müden Soldaten. Schlafen im Plural Kinder, das ist eine recht primitive Sache. Hier wird nur im Plural geschlafen. Bett — ob man das sagen kann? Ein handfestes Gestell mit dem vielgeform-ten Strohsack. — Es geht nicht anders, obwohl dauernd verbessert, erneuert und gesäubert wird Jede Nacht schlafen andere darauf. Aber was macht es un« au«? Sind wir nicht das Einfache gewöhnt seit Jahren? Man will doch schlafen, und das geht ohne Probleme. Es dauert also nicht lange, bis man «ich gefunden hat. Man kommt hiei mit einer Vertiautheit zusammen, die nur der Soldat kennt. In Sekunden sind die Lager vergeben, in Minuten liegt alles in der Horizontalen, der militärischen Lage«, die Im Fronturlauber zu verzweifelten Illusionen führt. Und es ist wirklich eine Kunst, ohne den Ballast des Bequemen zu leben, ohne auf ihn angewiesen zu «ein. EMogenes warf «einen Becher fort — wir vermissen nicht einmal den fehlenden Kopfkeil. Mit einem Mantel kann man ihn improvisieren. Nun öflnen die lange Schweigsamen noch einmal die Brunnen ihrer Erlebnisse, und Cd strömt und strömt. Die Dialoge beginnen. Erst still in einer Ecke, dann lacht es in einer anderen auf, Dd/wi«chen schimpft einer, sie sollen ruhig sein. Und dann geht es erst richtig los. Begriffe, wie sie kein Lexikon kennt; Worte, die kein Duden faßt, werden laut und lebendig. Der Soldatenschlaf siheinl eine Wissenschaft tür sich zu sein, denn die Sprache von ihm würde niemand anderer verstehen. Noch einige Male fallt der Platzregen de« Gelächters, — dann bläst der Gott dei Schlafes, ein guter und freundlicher Patron der Soldaten, »einen Atem durch den Sani. Und der streift den öhermütigsten. Das bestätigt die rumpelnde Melodie de« Schlafes bald. Die Schlafdecke mit Teer Die gestrengen Rechnungsiührer nennen das »fiskalische Übernachtung«, Das ist gut gesagt Wenn das liskalische Zwischenspiel zu Ende ist, weiß man um seine tiefsten Gesetze, Man weiß, daß es auf der Reis^ in die Heimat eine Vorstufe zu den Wunderdingen des Urlaubs Ist, auf der Fahrt zur Front aber zu einem ersten Stddium der Entäußerung alles nicht unbedingt Notwendigen wird. Jeder hat seine Erinnerung daran. Einmal ist es mir pnsälert. Irgendwo In einem kleinen Städtchen an der Grenze, daß die Schlafdecke mit einem Teer-präparat nummeriert war. Am Morgen hatte ich die Nummer in Spiegelschrift auf dei Brust, noch unzertrennlicher eins mit Decke, Heim und Fiskus geworden. Ist das nicht ein Stückchen, von dem der unentbehrliche Soldatenhumor noch lange zehren wird, auch dann, wenn die Gründe zum Lachcn selten sind? Ihr keruit es ja, ihr wißt es von da und dort, von dieser und jener Nacht auf den europäischen Stationen. Kriegsberichter Friedrich Weber, PK Erwin Ruß (Geiqc) und .Tohannfi Srebre (Klavier) statt. Todesfälle, Im Marburg \ ers(.h;cden: Die 64jährjge Pensiotrstin M.iriti Klet-hofei all« der Menzelgdssr ."i?! die 76-jährige Altersrniincriii Therrs'a Tsth i-bet/ aus der Schmidorergdss-j 26; die .Sbjähr'go Haustrau Paulia Veronika aus Rrunrulorf: die 4njährige Gasiwirt'n Papesfh, geb. Schlambergf 1, aus rier Dammgasse in Drauweiler; die 52jdhiigr Schm^edsgattin Maria Tsch schek, r|eb. Tsrhech, aus Brunndorf Liliencrongas-se 29 und die 7()jährige Finanzbeamlens-gattiri Antonie Wabschek, geh Doppler, aus der Urbanistraße 27. - In (ird' ist d'e 69 Jahre altp Marid Anna Re'chs-gräfin von Herberstein und Prnskau, Freifrau zu Neuberg und Gutenbag, geb. Gräfin von Galen, gestorben, - Im Alter von 30 Jahren ^ta'b in Grar der Private Matthias Medweschek, dessen Leichnam nach Rann zur Beerdigung überführt wird. Immer das alle Lied Kleinkind rliircb heiße MiW ti i«MtH«h verhrütif Eist vor wpri'gen fcir(eii hat m fl''i/, ein einjahrir|p«; Kind durch l'lhpit.( buHnn mit H"ifUv,isscr Brandwunden '/weifen und dritten fiiad^s erlitten iinri firiditrrh den Trtfl r|t'|i)nrlpn, Nun eieiffnete sirh Samstag jn der Sf hul/rnhnlf|ftsse in Graz ein neuer nntall dieser Art. Ein Hflferl mit kochender Milfh war vom Küchenherd gefallen, wodurch sich ein Teil des Inhalts auf den drei Jahrr nUen Herbi'rf P. ertfoß, flei Rrrinf'vii'idpii /wpitr'i und diilten GradP'- prlitj, Hpi Klpinp wiuilp vom DRK in d'p Unnfpr*iilfit*,l|Htintk1inik gebracht, vvfi n )m|/ rillet ar/t- lirben Kun^t norh nipirlirn Tag den lörilirh''" Brr be den T i jurn \'uiden bPiPit'-. w°-qen dietei Vfirbehlunn verurteilt. -Matlhias Stückel h-iMe r|pipurjnei, von der Herkunft de- Geräts etwas gewiiOt zu haben. Üa« Verführen geq^n ihn wurde f'eshalb an«gep(,b eden, Nai b neuen f' hebunrien uMiidr nun aui l< r|e-rren M-itlhicit^ Stiirkel die \ eihandlunn wegen Verbrechr-i« des Diebiifrihlstct-nahnie du'rh Vetbchlunii flurchgetülirt Das Beweiöveilahren eig.ib. fidß der .'\m-gekldq'e unbedingt davon Ketminis bitte, daß das Runi'fimkgcv.it auf durtkl" VVei«>p Ml den ResU/, He'; Schwiegei ^rb np', gekommen w.ii Stm krl wii'^r 7n sechs MoiiiiIpu Gefanrin's xTurip'lf, Aus der HrlMitiippp Wu'v, Krei« Nlar-bnig-lanrl wurden tlie Gofrpilpn Franz. ReiM'hri und Vin/enz Kianer mi» d» m f'.i^erjien Kreuz 11 Klrt*>*-p ausge/eichnet. Nahrunjß lür Brandbomben fiardinen, Tenpi'lip, Pol «lerniotiPl Garriiiipti, renuifb" und PoKlp'tnohpl sind k(•sDiriifiiit, *iR vp^^r||nI1P^n d-'*' Heini und schaffen Beijneiuiidikeit. Ab^r sip sind besomlei#, in den oberen Stnrk-weiken ncföhrlube PeiiprlanrjAr. F n Teil der Brandbomlten dürr l(*.f hlflqf Hie Darh-QpfichosAP, Daher i«i die Hr^nd^jeffthr nif ht auf die Dacbhorlnn he^'hrankt, «•ondern sio lip^ic-hl in rlo ptolhon l'iT! lanqp aneb tür die Wnlmiini.fn d»! '■'Vieren G(-".r|iiit,se. 7iir l leMhmindPMiriri rln Bi'indfjc i,.hr nti(f>spn b-nbt brennlifirp F-iiiiir hlunrn,r|p. ncnslande, t:nvi.eil sie inrn' vn / R Betten. lelieiiMiotwenrlifi ni'i-|!irlrU aus fif'ii i)l'»eir"rt Slofkweikpn PIIII'mtiI werden. Wo di"^!^ iii'|i| iiirifiiirl-) |s|, einr| dir r5<-f|Pn>,lHnr|<- /um Srtnil/H fjprip-t t-int kenfliMj lind ?ni Rtip'i h'eütpn \-nii I (i>.rh ^rjipifrn vnti ripri T ciistprn dh ijnc] ip InuPTf (Ipi R.iniiip vn nirkfn. Sn-' -nlli-n flritipi iiifhl hnuli-'1 l)t h im VVp(|P .'^ Upn AIf.ri iVirlen ip'.iiri'. fII!tniripp'tn' Cri^fj npri, I eppi'be PiiH'V l^n' Pc; UUm nmlnd vnn den Frii'-tiJin rtltrirrkrii' Nrif Ii SU Iis I rr(|PM >»iis tK'tr|nt>| ti''- retlrt. Im m Mi|ipinf|nT( ipi S.il7kHni meiqul 7iir Ti lir>l|iiv( wr'ilr nrlrr l■F^Tnbll^• gpr imfernabn, knr/l'r|i in vnlljqpr f.'n kennlnjs det Gpfalirrn ri®s Ho'hqphir-gpa allein eine Bpslniqnnrf de* 22'in ® hohen Grimming. Er wurde seitdem vpr-rnißt, Fr^l nnrh *prh*f ÄgiriPr Purh« konntp r'pi \'errn'flip b'^wiß'in^ ti'nden und rn T^l fjflirflf In v-rrrlrn Dnrrli Ahstnr/ briMr c-ihp r,rhirn"r erliijrtprnnri nnri sr|ivks-rp \ erlpt7i]nqfn prlitlpn TödtirbP] fl'!'!?*"! blau In '(ti l'i'qrn» Sf'iirm. Ein P'^rgarliri^pt an*. PoriipR iip Pi'olpktniHl ging ^^'ab'■p^rl pim 5 r;n;i-|i 'ers n^'h Plkpnbp'q hej pihran"' T'li-.'/-tirb schlug in ^^ciripn .n'fncspan'i'pn P=>-gen'^rbirm pin Rl't?, df^r d^^n *0- tp'p .Ins und IjuuI Past. Da* Sieirisfho L-Tndej^'hea''^', das hiP( «clion oümai? Probpri «Ptne.«; bolipn Können'^ ahlegtp, wnd «ufh r^ienstoiiabenii, die Einwobner'-rhafl n ' ejnem fbealpr^bend eitreupn. Zur Au' tub'ung konind da*; bü-b^t ntii iiinricin Bpiidli dU((|pnommeup Kriniiiisbpipl in dl ei .Akten vnn Geoiq 7o'h »Fino fli' schlagt dieimal", das auch hier alle F® Sucher vom err-len bi* 7Mm l^tTten PiH in atemloser Spaennng h^ttP'n wird Di* ^usrjpzeii Iinete Rollenbesptrung b^t^qt auch hier Inr •inen vollen Frfnlq. S(hroM*'n. Fleim Mil qltpr'erflppc II bprarb K Kie'f-jpiter Arnnl* L'il nhpr H'o brsKndeif'n Ptlirbten der P^tieinrnrc;t,Fn als Gpfolnr-ill gemeiner! und htinT^n dai; qpsflintr cjr. werbe in pinen Piif, den "t; nicht ver dienl Wehrmachlbcanilc werden Offiziere dos TnipptMisniuietdicnsies helibfQij peUhtnu Zahtmeistpr ^ Oherrahfmeiater 1 $tp,rn Sfabsinfenctanf 2 Sterne Der Fuhrer bat mit Wirkung vorn 1 Mai (iie Bildunq des Trnppensnnderdirn-stes innerhalb der Wehrmac ht belohlen Damit werden die Wehrmachtheamten, die als unmittelbare Heiter in der Truppe selbst tatig sind, in das Rechtsverhältnis als Offiziere übergeführt. Die Ol- Ohpr,^fnbs/n fpnrianl Otn>rfptdintf*naont ObGrsfintendant 2 St, li/ipip im 1 nipppir=.oodprdipnst ir^qop die Ihiitium riet 0)fr/i< !c des H»m res mit dem rhrem Pienstqiad eni-pierheudeii Abzeichen und deni l dulbabnab/etchen — Mprkui stall Die f aiifbahnfai be ist hellblau Sc^Tr'-Pildrrititntt M, Seite 4 * Nr, 165 * Dienstag, 13. Juni 1944 MARBURGER ZEITUNO Das Mordhaus in der rue Lesueur Einzelheiten zum Fall des Dr. Petiot Von un«ereinKorrespondenten Der Richter Berty setzt die Unterau-chuncj der Petiot-Affäre fort«, so lautete letzthin die Schlagzeile der Pariser Pre«se, nachdem die Unteisuchunq etwa' Tierzehn Taqe einqesteHlt (jfiwesen war, •weil für zwei der verhatteten Zeuqen Aaträqe auf Freilaesunq qeetellt worden ■warpn, difi in7wischen abqelehnt wurden. Sofort hat auch Unlersuchunqtirichter Berry, naclulein ihm die Akten wieder überqoben wuiden, das Zeuqenverhör lortgosc't/t und einer der Zutreiber des Monstrums clor nie Lesueur, Fourrier, nidchtfi dic! intprcoSdnte Ausscicic, dciß der Dr pptiot keinen Einhoittprcis fijr seine ipis-^hwti(ien Kunden foslfu^isclzt hatte, ponderii Pipiisp, die «ich d'inach richteten, iib der »P-i«sd(|ierf in !., II. oder III. KicUvse def; überseedanipter« 7u reisen ned.ichfe Ocment^prechend vorlanqte Dr. petiot v(in dem Kundenkreie, der sich «US .luden, Ziihtillern, Einhrecherkftniqen oder Morphinisten, kurzum Leuten zu-s()mmonset/.le, die Interesse hatten, Frankreich iilpfiai /u verlassen. Preise von '2.1000, 000 und 50 000 Franken. I^ie ^us^ '([cn doi uninittelharen Noch-btirn des MnidiiiiMses nie Lesueur, vor allem ilie|(>iii(|pn dr« IKuisverwaltprehe-pdfiIC-IS MriKin« vor dem Unteriiuchunq«-nchtor Betry haben ilie Erinneiunq her-auli)L'sch\v(iren, daß noch im Monat Mar/ in e;i'!Mii der besten Pariser Stiidt-viertel in der Nahe des Triumpfboqens ein Morder iiauste, der etwa 50 Menschen am IfUiIeiiden Band, wie in einem indu<;triellen Llnternehmen, ins Jenseits beförderte. »Anfanq Januar«, so aaqte Frau Marcais dem Untersuchungsrichter Berry, »haben wir iii verschiedenen Nächten zwei oder dieimai Hilferufe qe-hört. die au« dein qeqenüberlicqenden Hause kdinon. Bc'in letzten Mal seht e eme FrdU so lürchterlirh daß wir beide niiffttanden und an« Fenster quigen; wir horten qeratle noch iemand die Straße runterlaufen und dann war es wieder still.Der Mann dieser Haiisverwalterin be*ittitu|t die Auseaqe, di^" daraul schließen icilit, (laß es in dem Hau^e tue Le-»liifur Nr 21 /u qrausiqen .Szenen tiekom-inen s'^in mitq. Dr Petiot hatte nach dieser .Aussage sein Morden fortgesetzt, als er nnch einer fast einjahritfen Haft im Januar diesi'« Jahres in F eihoit kam, Taqlich verhört der Untersuchungsrichter Rerry neue Zeuqen und durch Ge-(lenubersielhinqen sieht man in die-ser .Vftiie wenuistetis in den Finzeidinqen klar Ms der Kaffeohaufibe&il7.er Joboit dip*.er Tflqe schilderte, wie selbst ein Verbrechetkomq wIh »Jo der eiseine Arm* trotz Inqelanqen Mißtrauens von Zuchthaus für einen Weinpantscher Vor der Koblenzer Strafkammer ging na( h mehrtägiger Verhandlung ein Pro-leß zu l:nde, von dem ein Sachverständiger jn seinem Gutachten sagte, daß »in Deutsrhland eine größere Woinfdl- hung noch niemals verhandelt worden se:.« Auf der Anklagebank saß der Winzer unrl Weinhändler, der in den Jahren l'^.^.5 bis 1040 in erheljlichem Umfange Wem durch Zusatz von Tresterwein und auf sonst!(|e Weise überstreckt, übeizuk-k^it sow e kunstlich siiß qehallen und diese minderwertigen Weine in den Hanflei gebracht hatte. Kein Wunder, daß be: M)lchen Machenschaften dcis Vermö-»jeii f|(>s gewinnsüchtigen Mannes von •»«0011 R\l im Jahre 193,S sich bis 1941 n'ihezu verzehnfai htp. Allem im Jah.c I!>40 halte er einer Firma, d e s^ine Maupt-«hnehmerin war, etwa 136 000 L ter We n gelielert, denen mindestens 42 000 Lit(>r Tresterwein zugesetzt war. Außerdem hat (.i verbesserte Weine als naturrein iiMfi Sptitlese verkauft und eine Anzdh! Fuder unter versi h'edenen Laqebezeich-nimfjen /ii verschiedenen Preisen und zum Teil auch unler versch'edenen Jahrgängen in den Verkehr gebracht, obwohl es sich in jedem Falle um den gleichen Wein gehandelt hat. ppr Arqeklngte wurde zu einer Ce-#nmt7uc hihaiistitrafe von drei Jahren und einem Monat und zn über .SO 000 RM neldstrnte verurteilt Außerdem wurde ihm dl" Ausiittung des Gewerbes als Wemh.indler und Woinkommissionär aul dip D.iuer von lünf Jahren untersagt. Rund HUI Furier der noch vorh.uidenrn Weine wurden einge/.ocien. In Petiot übertölpelt wurde, als dieser Wirt unter Eid aubeaqte, die Kleider wiederzuerkennen, die Jo am Tage «einer Abreise trug, hinterblieb erneut der Eindruck, daß man es mit einem Orqanifia-tor des Verbrechens, einem geborenen Verbrecher, einem Monstrum mit gesundem Menschenvcretand zu tun hatte. Was Balzac an Voraussetzungen für einen Mörder stellte, sei i^ diespm Falle übertroffen, indem os sich um den »wissenschaftlichen kiltblütigen Mörder« handle, der sich völlig in der Selbstkontrolle habe, schreibt die »l'lustration« Petiot habe Geld gebraucht, und sich seine Opfer au*^qesucht. Unter 50 000 Franken hätte «{«"h dic »Reise nach Südamerika« für ihn nicht gelohnt. Wer 50 000 Frannken bezahlen konnte, mußte nach seiner Berechnunq dat Drei- und Vierfache an Barmitteln besitzen, ohne die Wertqeqenstcinde wie .Schmuckstücke und andere«. Zu der immer noch nicht geklärten Frage, wie der Mördei teine Opfer um-trolle habe, schreibt die »Illustration«. »Dann kommt der qroße Taq, oder be^j^er qe«aqt die Nacht. Der Aizt und sein Kunde, verlasen die rue Caumartin und beqeben sich nach der rue Lesueur Sie begeben sich in das hinten im Hof liegende Empfangszimmer. Zwei große K]ul)se6«el stehen darin und eine Bibliothek, auf der zwei Leuchter mit brennenden Kerzen stehen. Man unterhalt «ich, raucht Zigaretten. Der Arzt erklärt seinem Kunden, daß er ihn nun durch eine Geheimtüre in ein nebenan lieqen-des Hotel gehen lasse, wc der Kunde warten möge, bis ihm der qenaue Zeitpunkt der Abreise mitqeteilt wird. Man erhebt sich. Petiot öffnet die Ganqtüre, stößt die Türflügel auf, die zu der dreieckigen Zelle Fuhren. Die Zelle ist bereit« erhellt. Gegenüber befindet sich eine andere jedoch nur nach- geahmte Türe lind daneben eine Klingel. Der Arzt läutet, aber niemand kommt . . »Emen Auqenbbck, bitte«, sagt er dem »Reisenden«. »Ich werde Ihnen von der anderen Ssite her offnen« Er stößt die zuerst geöffnete Türe zu und bringt eine Sicherhcitskette an. Dann schließt der Arzt auch die zweite Türe und einige Sekunden später laßt der Mörder in eine in der Wand angebracht^ Rinne vom Durchmesser eines Bleistiftes ein tödlich wirkendes Gas oder ein Betäubungsmittel einströmen, das den kleinen dreieckigen Raum innerhalb von Minuten erfüllt Der Arzt verlaßt sodann df n Gang seines Empfangszimmers, gehl an der Mjuer entlang bis zur Garage, begibt sich in den alten Stal', erklimmt die Mauer, beleuchtet grell den Raum und schaut zu, was sein Opfer macht. Petiot kommt dann wieder zuiück, sehr wahrscheinlich mit einer Gasmaske versehen, hereilet 5ü.inpm Oplor vielleicht durch Einspritzung d.is Ende, legt fs auf seine Schultern und bringt es in die G.irago und die Vernichtung giriq vor sich. WIRTSCHAFT UND SOZIALFQUTIK Der aktuelle Thünen Ein Wegbereiter der nationaLsozialistischen Volkswirtscba ft Die Namen und die Leislungc?n der deutschen Volkswiite und Agrarpolitiker sind kaum ins Volk gedrungen. Von den Volkswirtschaftlern ist eigentlich nur Friedrich List wirklich populär geworden. Von den Aqrarpolitikern ist der Name Albrecht Thaers, des Begründers der Agrarwissenschaft, außerhalb des engeren Kreises der Berufsgenossen nur Wenigen bekannt und von Johann Heinrich von Thünen ist außer dem Begriff „Thünonsche Kreise" über das Fach hinaus auch kaum etwas gedrungen. Und doch ist gerade Thünen heute und auch zu dieser Stunde aktuell und zwar sowohl als Volkswirtschdftler als auch als Agrarpolitiker. Sichtbar wird diese Aktualität in der Eröffnung der Thünen-(lesellschaft durch Reicbsminister Bak-ke. Die TIuinen-Gosellschaft hat die Aufgabe, die Lehren Tbüneits dem deutschen Volke und darüber hinaus auch dem europaischen Ausland nahezubringen. Das Lebenswerk Thünens, das nicht nur sein Werk ,,Der isolierte Staat in bezug auf Landwirtschaft und Nationalökonomie" umfaßt und -/,u dem auch ein Werk über ,,Der naturgegebene Ar-beiisU)hn und dessen Verhall nis zum Zinsfuß und zur Laiidesiente" gehört, soll, kritisch bearbeitet, zum erslen Male geschlossen hera»isgegeben werden. Bis zu seinem 100. Todestage, am 22. Sept. 1950, soll dn» Gesamtweik vorliegen. Die ,,Thünen'ichen Kreise" Dann wird sich das ganze deutsche Volk ein Bild von den Lehren des Landwirts, des Wissenschaftlers und des Agrarpolitikers Thünen machen können, deren Richtigkeit wir gerade heute erleben und anwenden können. Thünen v/ar kein weltfremder Gelehrter. Er, der Sohn eines Gutsbesitzers aus dem Ol-denburqischen, war zunächst und vor allem Landwirt. Als er IRIO nach Studien bei Thaer in Göttingen das Gut Tellow bei Rostock tür die darauf lastenden Schulden von 50 000 Talern übernahm, war fler Betrieb stark heruntergewirtschaftet. Aber fler Landwirt Thünen hat es verstanden, das (Jut zu einem Musterbetrieb zu machen und es völlig schuldenfrei dem Sohne zu hinterlassen. Dieser wirlschaftUclie Erfolg ist aber nicht nur »'in Erfolg des Landwirts, sondern auch des Wissenschaftlers Thünen. Seine Beobachtungen und die Zahlen in seinen musterhaft g"tiibr-ten Giilsbücbern über die Transportkosten seines Getreides lehrten ihn, daß die Entfernung vom Absatzmarkt auf das Erzeugunqsproqramm des Gutes einen großen Einfluß hat. Indem er diesen Beobachtungen nachging, kam er zu dem Frqebnis, daß unter sonst gleichen Bedingungen die Transportkosten darüber entscheiden, ob Gemüse oder Getreide und Kartoffeln angebaut werden oder Vieh gezüchtet wird Diesen Gedanken hat ein Freund Thü-nens in einer Zeichnung dargestellt. Die Zeichnung ist als Thünensehe Kreise bekannt geworden und besagt, daß sich die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft wie Kreise um die Stadt legen. Im ersten Kreis liegt der Gartenbau als der am meisten Erzeugungfikosten beanspruchende und daher die geringsten Transportkosten vertragende Zweig, In den nächsten Kreisen folgen dann der Getreidebau und in dem am weitesten von der Stadt entiernten Kreis die Viehzucht als der Zweig der Landwirtschaft, der mit den geringsten Erzeugung.[;.kofiten aufi-kommt und daher größere Transportkosten verträgt. Das Thünen'sche Gesotz über die Standortverhältnisse in der Landwirtschaft ist eines der Grundgesetze der Volkswirtschaft und ist zu allen Zeiten und auch heule gültig. Diese« Gesetz gibt aber nicht allein den Schlüssel zur Rentabilität eines jeden landwirtfichaftlichen Betriebes, es zeigt auch die Bindung und die Ver-pflichtunq der Landwirtschaft qegenüber dem Volksqanzen auf. Und darin liegt die aktuelle Bodentunq Thünens, nicht nur für die deutsche, sondern auch für die europäische Landwirtschaft. Thünens europäische Bcdeu-t u n q So richtig das Gesotz ist, so darf es doch nicht das Leben und die Froih^it eines Volkes qefährdon Dies ist aber damals geschehen, als vor dem ersten Weltkrieqe und zunärhist auch noch danach. das Getreide aus Kanada, dn^ Fleisch »US Südamerika iind die Butter aim Neuseeland bezogen wurden Daraus hat 19.13 der Nationalsozialismus die Lehre qezoqen. Indem er mit seinen Rr-zeuqungfifichlachtpn und seiner Markt-ordnunq die Versorgnnq des deutschen Volkes au« eigenem Boden sicherte. Hierbei wurde Thünens Standortlehre praktisch ausgewertet. Durch die Erzeugungsplanung wurde dafüi gesorgt, daß Zuckerrüben, Getreide und Gemüse dort angebaut werden, wo mit den geringsten Koston die höchsten ErfrJ^ge zu erzielen sind. Gleichzeitig wurden durch eine htrafte 1 ransportlonkiing die Transportkosten herabgemindert. Damit wurde im Sinne Thünens die Landwirtfichalt in die Volkswirtschaft eingegliedert. Die .\ufgabe, die heute gestellt ist, besteht darin, die europäische Landwirtschalt so mit der europäischen Volkswirtschaft zu veibinden, daß sie in dei I aqo ist, die Ernährung des Kontinent« aus eigener Kiaft durchzuführen Auch hier muß e« gelingen, den Nahrungöbe-larf der europäischen Völker durch «'ine möglichst große Erzeugung hei m-iglichst geringem Aufwand zu decken. Ohne eine gesunde Arbeitsteilung zwischen den Lcindwirtschafte.' der einzelnen europ.iischcn Nationen wird dies nicht zu erreichen sein Das Thünen'sche Gesetz, das a's Osetz des Als-Ob den verschiedensten VerhaltniäÄPn angepaßt werden kann, wird ein wichtige« Hilfsmittel für eine gesunde Standortentwick-limg der Virschicdensten Erzeugnisse sein. Auf eint' dem Gesetze angepaßte Prn'«regelunq kann dabei nicht verzichtet weiden. Die ErtoUie der deulschen Ernähriings-wirlschall, die heute auth von Europas Feinden nicht mehr beslritten werden, berechtigen und verpflichten Deutschland, die Führung bei der Ordnung der europäischen Emdhrungswlrtfchaft zu übernehmen. Es v/ird dabei keine Gesetze mechanisch anwenden und dabei das Leben gefährden, sondern darauf achten; daß im Thünen sehen Sinne sich die Landwirtschaften der europäischen Nationen zweckvoll eingliedern. Dann wild es picht mehr möglich sein, daß europaische Völker bei vollen Scheuern ihrer Paunrn hungern, weii die Bauein ihr Getreide nicht verkaufen können, da die benachbarten Staaten ihren Bedarf in Übersee decken. Betrlehsiinlerrkhlung des Handwerks Uber Prelsvorschrlften. Zur Erhaltung des Preisgefüges und damit gleichze tig zur Sicherung unserer Währung sind für die einzelnen Ilandwerkszweige genaue Preisvorschriften vom R^ichskommissar für die Preisbildung erlassen worden. Um die Handwerker mit diesen Vorschriften für die Prais.bilriunq handwerklicher Leistungen und Erzeugnisse vertraut zu machen, werden in nächster Zeit aut Veranlassung des Reichskom-missars für die Preisbildung durch die Reichsgruppe Handwerk Botricbsunter-richtungen durchgeführt. Hierbei wird den Handwerkern in mehrstündigen Vorträgen die zulässige Art der Prei«t^r-rechnungen aut Grund praktischer Beispiele gezeigt. Diese Betriebsunterrich-tunqen sind zunächst für das Bauhaupt-qewerbe (Maurer, Zimmerer, Straßenbauer), für Tischler, Glaser, Elektrohand-werker unrl Schmiede vorgesehen. Die Betriebsunterrichlunq tür weitere Hand-Werkszweige ist in Vorbereitung, Preisnachweispflichl im Nährstands-handeL Die Zenlialstelle der Reirhsfach-schatten der Nährstrmdskautleute hat die Nährstandskaufleute angewiewn, die Prf isnachweise ordentlich zu führen und die schiiftlichpn Unterlagen dazu stets boreitiuihallon. Zu den Nuhrstands-kaiifleiiten g<'hörcn Getreide-, Futter-und Düngeiuittelkdufit'ule, die Vioh-, Geflügel- und Kaitoflelkaufleute, e« gehören weiter dazu die Obst-, Gemüse-und Südfrucht-, die Süßwaren-, die r-ifichkaufleulG, die Kaufieute für Milch und Milcherzeugnisse sowie die Kaufleute von weiteren 17 Fachschatten. Sie alle müssen die Preise aulzeichnen, zweckmäßig in Preislisten und Preiskar-teicn. Zur Kontrolle der gcfordeitcn P'eise sind die Durchschrifteu der Ver-kaufsrechnungoii gesondert aufzubewahren. Beruht der Preis auf einer behördlichen Vorschrift, so iet bei der Aufzeichnung auf die einschlägigen Erlasse hinzuweisen. Bei gebundenen Preisen qenüqt zum Nachweis der Hinweis auf die Preifthiltlung. Ausgenommen von der Pflicht zum Nachweis deV Preise «ind Lieferungen, für die Höfhst- oder Festpreise durch eine Rcicbsslelle oder ' IlaiiptvereinifiMiig ziffernmäßig fe«lg«-setzt sind. Nicht ausgenommen sind rla-gegcn Lieleriiiuieu, deren Preis auf Grund von l'reisvorschrilten erst errechnet werden muß. w 56 'Ly,e ERSCHETZER TAT Ein Roman von Bauern und Rellern Von Karl von Möller Nactidrucksiechr G V'calermann. Braunicliweic Gafipaun liöiU» schweigend zu. Halt s Maul, dummes Herz in dem siechen Ka-davor hier, (lächle er, halt nur gut und lest die Schnute! Die Rurgl war' imstand, aus Mtleid... h h will aber kein Mit-leifll Vcrllixt, fiac]' ich, die zwei gäben dem Herrgott sein l.estes Menschenpaar! Wohingegen, wenn es mir wider alle landläufige Rechnuntj glückte, halb in den .Sattel zu kommen, was gab' ich trotzdem lür 'n Ehemann ah? Nein, nein, müder Schelm, die zwei müssen zusammenkommen, und das heiligste Donnerwetter soll doch gleich dreinschlagen, wenn du's nicht zuweq brinqst, daß sie...! Weh hin, Weh her, präsentier das Gewehr vor dem gesunden Leben, Cappaunl Am Tag daiauf war Hennemann aus Wien verschwunden. Er habe heim mü«-«en, hinterließ er, zumal Nachrichten besagen, daß der "Türk sich bei Orscho-wa neuerdings rege. Daß er die Wiener Dinge durchöchaule, schrieb er nicht. Für wen k(mnle die Komtesse im Dom zu Sankt Stephan sonst so hingegeben gebetet haben als lur den siechen Offizier, dcstien Ungiüt k auch ihn, Henne-manii, zuliefst ergriffV Niemals würde Cappaun ihn überzeugen können, daß er ihm das Weib nicht aus ritterlicher Opferfreudigkeit aufzudrängen versucht halle mit einer an dem wortkargen Offizier überraschenden Beredsamkeit. Nun, Hennemann war kein schlechter Kerl, zudem halte er den Traum, mehr um des Peterle als um seiner selbst willen geträumt, längst verscheucht, wenn auch das Wiedersehen... Burgl und Cappaun sahen einander ernst an. Dann setzten sie ihre schweigsamen Ausfahrten fort, sooft schön Wetter war. Im August wurde der Sieg von Mehadid ruchbar, kurz darauf ritt ein Kurier in Wien ein, gefolgt von blasenden Postillionen; er hatte die Eroberung Belgrads durch Laudon zu melden. Auch bei Fokschnni und Martine«chti wurde der Großherr der Türken schwer geschlagen, Die deutschen Waffen erglänzten im Sonnenscheine hohen Ruhmes. Im Januar darauf starb der Kaiser. »Es hat ihm 's Herz abdruckt, daß s' 'n net verstanden haben, die Leut«, flüßterten kluge Wiener. Fast kein Tag verging, an dem Burgl Immenhoff und der Freiherr von Cappaun einander nicht trafen. »Sie san bis über die Ohren ineinander verschossen, aber er is a Kavalier und tuat 's Made! nicht an sei Elend ketten«, raunten die Wienerinnen und bekamen warme und wehe Herzen darüber. Hunderte Unbekannte zogen vor dem Paar die Hüte oder knicksten, alg käme eine leibhaftige kaiserliche Prinzessin dahergepriinkt »Der Krieg mit Frankreich wird ernster und ernster, Lorl«, brachte an einem trüben Tage Burgl ins Haus am Lugeck mit, »morgen marschieren die Reiter durch Wien, die das Privileg haben, ungerulen in den Burghof zu rük-ken, weil s' einmal den Ferdinand herausgehauen haben. Ich möcht", daß wir...« Cappaun und dic beiden Mädchen sahen richtig dem kriegerischen Schauspiel aus einem Fenster der Hofburg über dem Gemach, wo der zweite Ferdinand Gefangener der Stande gewesen war, zu. Gegen tausend weiße Reiter hielten «uf scharrenden und an Stange und Trense kauenden dunklen Pferden im Hof, der Generalmarsch jubelte, und der Oberst stieg unangemeldet die Treppe empor zum Kaiser des Deutschen Reiche«, »Burgl«, sagte Cappaun nachher keuchend, »ich muß ins Feldl« Die Gräfin Immenhoff nickte. Sie ebnete alle Wege, daß der Offizier be- quem flurchs Reich nach den Niederlanden fahren konnte. Und wnnler r.isselte wohledle Reiterei Landstraßen cntluiuj durch Sturm und Welter. Ncchnials ist der Orkan furcht- j bar. Wie ein Wunder Gigant bläst und ! schnaubt er voll vi rzweifellor Gewalt ] au« zeiletzion Lungen sein dröhnendes, bein stoßendes Lied, in den Pausen stöhnt er grculich. Küiassiere senkten die Köpfe gegen den Unbaiid, ihre Pferde schwanken, aber eingezogen iitul verhüllt ist die deutsche Ehre Oslerreichs d esmal nicht: we ßo und gelbe Slandarten flattern und knattern im Oik Zeit In Osterode auf und nahm schlieniich Ihren Fluchtweg nach Braun«-borg. Hier fiel sie nun einer Frau auf, ilip in ihrer Zeitung von der flüchtigen Kindf'sontführerin gelesen hatte und di(> K. festnehmen ließ. Dag kleine Kind be-fnnd sich i.och wohlbehalten bei Ihr, Die Dfensfait. <3, Junf 1944 » Nr. 163 » Seftt 9 Wenn der Tabak „umfällt" Eine merkwürdige Pflanzcnkrankheit und ihre Bekämpfung Zu den var«cWodanen Krankhelten, dia den Tabak betallen können, gehört •uch dl« logenannle UmfÄilerkrankhelt. Sie wird üurch ein kleinca Lebewe-len, da« Stengel^lchen (Tylenchue dipsaci Kühn) hervorgerufen. Das St«ngellllchen löst dabei am Sten-gelgrUnd blasen- oder achwieienartiiie Anichwellungen von hellgrüner Farbe aus, die den an Kartoffeln und Bohnen beobachteten Gallen nicht unähnlich «Ind. Dat Innere die«er Anschwellungen oder Gallen wird »pelzig«. Der Stdngel atirbt lnfoigode«ien vorzeitig ab, so daß die hiervon betroffenen Tabakpflanzen den Halt verlleren und »umfdilfin«. Die« geschieht im übrigen, ohne daß aie zuvor ein eigentliches Welken zeigen, wie ea etwa auch bei Erkrankungen des Entführung i«t auf eine aerlische Erkrankung der Entführerin zurückzuführen, die den Wunsch nach dem Besiz eines Kindes nicht überwand. Stengelqruiides bei Tomaten der Fall iat. Di« Blätter der erkrankten Tabakpfldn-zen werden InfoIgedeMen notreif, lia vertrocknen oder verfaulen am Boden, so daß eiin erheblicher Schaden verursacht Werden kann, Wie eingehende Unterauchunqen ergeben haben, hat aich das am Tabak vorgefundene Stengeiilchen stark auf den Tabak spc/ialisiert, ao daß e« geradezu als tabakspezifiache Rasse angn«prochen werden kann. Die« bedeutet, daß e« für andere, an «Ich aonst wohl anfällige Pflanzen wie etwa Roggen, Kartoffeln, Rüben, Lein, Klee uaw. in der Frucht-folqe de» gleichen Bodens keine Gefahr bildet. E« wird auch, was von Dr. W, Kotie vom Pflanzenschutzamt einer dpul«rhen Lnndesbauernschaft in «einem nnrirhl in der Zeitachrift lür Pflanzen-krankhelten ausdrücklich betont wird, ebensowenig durch Unkräuter wie bei-apielaweiRe Hahnenfuß, Spergel, Knöterich usw. fiefördert, ■Umso mehr «plelt indesam die vftlll- tr« UnschSdllchmadning d«r Rückstand* lichenkranker Tabakpfianzen Rolla. und zwar ebenso dl« Varmchtunq dar Strünke auf dem Felde alt auch die de« Abfalles in den Lagerschuppen. Tief«« Unterpflügen der erkrankten Strünke wird biologinch al« Vertchlerhterxing des Boden« bezelchnei. Die Anwendung bestimmter Handelsdünger kann sich, wie die Beobachtungen gezeigt habnn, nur indirekt auswirken, insofern eine harmonische Düngung gomeinnam mit enteprechentJer Boripnbearbeitung das Wachstum Tabaki schon an »ich fördert und Schiidigungen durch späten Alchenbpfttil wenig-trot«chnik«r tu« Maratitz bei Ung. Hitr ditch, d«r oft hoch auf den DAchern aN beitKte und sich da init groBar Sicber-hadt bewegt«, «tleg vor kunem auf eis Dach, um «ich dort su aonnan. Daboä schlief ar «In, und als er sich Im Schlaf umdrehen wollte, fiel ar Tom Dach auf den Hof und erlitt schwere Verletzungen. 13 kq Gold. Dip Stockholmer Polizei beachiagnahmte in einer Wohnung In Stockholm 13 kg Gold. Die Herkunft dlpses Fundns ist bishpr ungeklärt. Möglicherweise handelt es sich um einen Teil dpa Goldes, da«, wip Im vergango-nen Jahr festgestellt wurrip, ini Lauie einer längeren Zeit aiis tifin schwedischen Goldbergwerk Bf)licipn heraus-geschmuggelt worden ist E« ist aüpr-ciing« auch mörilich, däft es sich um eiim im Laufe des Krlenes gphortple Goldmenge handelt. Uber den Zwec k der An-häuiung herrscht noch krinp Klarheit. Oer Preis IHM? Mensclisel M bellt! Fnii Deloe lllierwacüuiiiissieljel UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MAIIBURG-OBAU | BURG.LICHTSPIELE n IT IQ IB45 tih, _»19 Drei tolle Madelt CaraU Hflba, Lud* litgllsch und Iii« voi MAIIaa-lorif lind dfli itiitiga M»del-Trlo, da» Im Vnr«lo mit Johauei Blcmnii, (Iralha Wtliat und slnar langan filtia baitar LuHtsplal-Dsritellir xwal StundtB aut* g*liiRienflr Hclt«rki*lt vemcliAfrt , . Für JuQandllrhii unttir t4 Jahraa nicht i«ff«UiiMl SONDBRVfiRANSTALTllNOINi DIrTiilftti und MUlworh um 12.45 Utiri Mnila Hnlit, Willy Prilith, Maat Motar und Tkaa Llogeo In dar vartllmtan Oparatta voo Johann 9ltaufii Wiener Blut POr Jugendllrhe anler U Jahrea alcbl tugciasienl E«PT,ANAT>F «0 1.1, 17.30, tu 4S Uhr w IS )■> m M 4^ UM Dlentlag, 13., Mittwoch, 14. und Donnerltag, IS. Juai Soldaten Kameraden rin S(lrio*l-F11m mU Ralib Arihnr Robnrta, Hertl Kirrhnnr, Hanl BIrhIer, Vara Harltgg, Giiitl Stark« Gilatlanbauer. — FOf Juganailcha ittg«l«iMaI UchisDiele Brunndorl Die VnrxtplliiTKTnn bedlnnrn: Montag bli Praitnq 19.15 t;hr, S.imMfltj 17, 19 J5 Uhr, Sonnlaq 14 ,10, 17, IS 41 Uhr DIenkijg, IJ., Mittwoch, 14, und Donaerslag, 15. Jual Menschen vom Vflrlct^ FOr JugondHrhe nlrht tugalaiienl Dtrntlag, 1.1., Mittwoch, 14. und Doanaritaf, t«, Mal — um 1 / Uhr Till flu Film (ür jung und all. PQr Jugaadllrha in|«laiiaa. Burö-Lfch^spielc ClIH .'ifunlrallcn: Wochanlagi um II und 10.30 Uhr, tonn> und lim 10 IB ntid ?0 llhf Bli Montag, tu. Juni Pie unheimliche Wandlung des Alex Roscher mit Annfltpi Rtinhntd, Rudoll Prack, Vlhlorla Riill.itko uuH Or.kar SIma. lUr Jug«ndlltn« nicht iug«laiianl rfchfsnfpUheatftr OiirWftld Dlenntjg, |3„ Miltwoch, 14. und Donnartlig. II. Jual Ein hoffnunftsloser Fall mit Jpnny Juun, Karl Ludwig Diahl, Haaaai ftaliar, Juli« K<>ri!n, IlHni Htrhtcr u. a. FOr Jugemlllthj nicht tugelaiiaal Ton-Lichtspiele Stadttheater SpiftJril W 17 P a 11 a u m "ht < U 10 17 IQ 4^ inii Dlpnilag, 1»., Mlltworh, M. und Donntralag, II. Jual Alhrrrhl ifchUnlnU, Kabln* Palart, Hilda von Holl, Piiul Itrnrk^la und Theodor Looi In dem tsnaatlonel- Irn (ji;«cllB(h*ill«- und ZlrkURlilm Die gläserne Kugel rOr Jiigandllclie lugalaiianl THiillili um 14."in Uhr Jun<*ndvnrii«11ungfn mit ♦n|l-utftntllufim Prnmtiinm. Zu All»n ütiTlgpn Voralftllungpn »rtnncii .luflnnilUihe wpy«n PUltmangali nicht luya- l'roltag Wfqrn T.ifatar Lichlsnieltbeater Trifail_ Dlanalaft. 13., Mittwoch, 14. und Donnaritag, II. Jual Wenn Frauen schweigan Cin Ufn-rilm mit llanil Knoterk Johaaaai Haadata, rila Uenkholl und Hilde von Sinti. rut Jugrndllih« nicht tugaUiiaal Filmtheater Tüffer " ^l»lolioUi Wo 17,30, 19.4} Uhii go IS, 17.30 m.4i Uht ülentlug. 13., Mlllwoch, 14. und Donnerttag. IS. Juni Symphonie eines Gebens Für JugandlUha untar 14 Jahraa atrhl lufalaiiaat Kleiner Anzeiger Jadai Won knat-' tui Sirl)aoq«a'icdt I Rot Oai rallqadruckla Won « Rpf (Ol 0*1d ftaallUl^bverkih' l»'efwerh»al und Metrai \'A Äpl, dai latlgcdruckt« Wort »ü Hp(, ''f allt Ot'riqfo Wottflnjpigen tO Rpl. dai faltgadrurkt* Wort 10 Rpl Oa* Wortpraii gUl bii lu 11 Burb-itat>Nn It Worl Ku< nworlgahübi Dal Abholung dm Arniobni» W Rp( bat Zuientfung durch Prt*i od^r to Rpf Anaiiunhdqphuhi fOr Aofel gan ott dant Vtroiarki Auakunlt lo d« Varwnltung udet GaarhaMa alatla" 30 Rpi Aormgan AnnahmeiK hluP Am fagf «m Erathainao uia 10 Ulli Kiain* Aniaigan wardeo nur gaqan Votainiandung dai Sa Iragat laurb gilltlQ» Brlrlmarkab) aulgenommAn Minfl<>«taiihnhi fOt «Ina Kiaina Antalg« 1 RM Zu verkaufen Kinderbntt, weiß, qut erhalten, um 40 Rfvl 2u verkaufen. An zufr. nur Vormlttaq. 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Junt 1944, um 18 Uhr, im Sitzunoiilmmer der VOLKSBANK ilAtttindet. Sollt^en zur Generalveraammlunq nicht genügend Mitglieder erscheinen, lo findet eine Stunde epSter, d. 1. um 17 Uhr, eine neue Generalver«ammlunq statt, die ohne Rtirkeichl auf die Zahl der Anweeenden besdilußfähig l«t, TAGESORDNUNG: 1. Bericht über das Geechäftejahr 1943, 2. Bericht de« Aufeichtiratei, 3. Bericht über die Verbandeprüfunq vom November 1943 und die Prüfunq de« Rechnunqeabechluaee« 1943, 4. Gftnehmiqunq dea Jahreeabichlusae« und de« Vorechla-qe« für die Gewinnverteilung, 5. Entlnfitunq de« Voretandes und Aufeichteratea, 6. Wahlen In den Aufelchlsrat, den Vorstand und die Eln-echützunqskommiffiion, 7. Feateetzunq de« Höchetbetraqe« für Elnzelkredite und die Hereinnähme fremder Gelder. 8. Anfällige«. 2776 Pett« u, am 25. Mal 1Ö44. Für den Voritandf RUDüLf KRAKER e. h. PAUL ORNIG e. h. Kinderjacke, rma, am 10. Juni von NaqvstraRe 13 bis Mühl-(IcifisR 28 verloren Der ehrlichp Finder wird geboten, dieselb? liegen qute Belohnung: Mühl* gaMp 28, abguqeben. 4636-13 Größerer Geldbetrag in kleiner Brieftaeche qefunden. Adr. in der » Z,«, 4631-13 Verloren wurde Mappe mit Arbeitapapipren auf den Nh-n\en Annl Lebras, Gegen Belohnung fli)zugebpn: Viktringhnf-gasee 8, Parterre, linka, Mnrb bu_rq-Dr.__________4643-LI Derjenige, welcher am IL Juni 1944 in Spielfeld-Slraß in der Zeit von 21,30 Uht tiie /um Eintreffen de« Cirazerzugfs mir den Kofier nahm, möge denselben in der »Marburger Zeltung« abgeben.__4644-13 jene Person, die am 12, Juni 1944 um 'KlO Uhr vorinittag« vor dem Wirtechaftaamt in der Triesterslraße da» Herrenfahrrad grstohlen hui, wurde von dem Beamten erkannt. Sie ßoll das Rud «ofort zu Koller, Pe'ko-• traße 16»i, zurückbringen, sonst polizeiliche Anzeige 4G50-13 Verschiedenes Port mit dem l.iiischrrl Et hrinttl d*"'" SAuKlIng Krnnkhphro, junut Miilirr frhaltrn i*cilrrr Rntjchla^f Jurih lüc Gaiicia¥ißi& dUt CHEMOSAN-UNION A G- _ WltN lll-K0LE>LGA5Si: 10, i.i Tadellosen Damonwintprnicintr'i mit Pelz, tniitlerfi GrftHe, ttni-sc'he gp<]en gut erhaltenen tio-Ion Kinderwagen Adr. in di^r "M. Z.«. _ ^ 4(i21_-14 Damenlederüchuhe, flchwnrz, la-dello«, Nr, 3H, touscho rirgrn ebensolche Nr .39, in jeder Ftir-be, M«rburq-i^r., Kärntncrstrai^r 17-I.,_bp] Pi^kf;ch||sch._ 46I()-14 Motorrad A, J. S 3.'"»0 cni\ nut erhalten, tausche gncien Leira-Fotü, Reflex-Kninera oder Ki.i-vlerharinonika Atlr,: Frnn/. PLi-ninachek, Trilaii L Loke 4-'if). __________ _4630-14 Moderner, tiefer Kinderwagen, .Hehr gut erhallen event. m't RahyauMlfltlung, gegen qut p'-hflltenes Damenfahrrnd /u taii-«chen gesucht Antr, Schloß Pachta, Kunlgund, Puschnik. 464<)-14 AI« Vermählte qrnften; ANTON GERM, Einrichter ED ITH GERM geb, S C H A F H .4 I. T E R Marhurg-Dr. Marhurq-Dr. fm Juni 1944 4637 Der RoichftminiHler für Rüstung der Tranfiportninheiten Spnoi, Chef der Tranaporteinheilcn Speer, Berlin NW 40, Alsnnslraßo 4 Telelon: 116.i81, sucht; Kraftfahrer, Krnftlahranlernlin-ge, ParhkrMfle der Autobranche aller Art, Vuikanlneurc, Slell aueciie tadell. Klavierharmo- marher, Ingenieure, Maschinen- T Amtliche Bel31 mit Bert« Werner veihoiratf't, zulelzt dis Fabrikswchloswer in Heikowetz, Kr«i« Kiew, RulM^nrl, wohnhalt, wurde am 20. 10, 1<),17 aIa Deut*.rhi=>r von (ier NKWIJ in Kiew vrihnftel iind im firlangui»* in Klf'w eingesperrt, im Monate Pnbuiat Ifi'tH «dII ei /um TnHe ver-urteilt und hierauf erfich')*.sun worden «ein. Beßler Richaid ifit seither verftcluiüeii, I)« Indes doe» Ver«( hollenen eF.« wird demnach die nll-gemeinp Aufforderung erlassen, bis 7iini 1^. Juli 1044 dem Gerifiitp iilier den Verwthollencri N'tuhricbl /u grlien. Nach dem 2.*) Juli 1944 wird lilier neiirrlirlif n Antrag rlrr Berta Bpßler und nach Aiilnahme der B( weihp ül)pr den B"-weifi des Todes entfichieden werden. 277.5 GERICHT MARBURG Dr., .M>tl. 5, den 9. Juni l'ML nikfl, 120 Bässe, 3 Req. flogen Leica-Fotoapparat Adr. In der »M. Z.«. 4833-14 Dekorationidiwan, fehlorfTei • Pendeluhr und Spiegel negen Klavierharmonlkfl oder Damen- fahrrad zu tauechen gesucht. - .........„ .................. Anfr. ab Mittag: Nagvetraß" 18 setzten Gebieten. Meldung auch • Parterre, link«, Marburg-Dr. über da» zuständige Arbeit«-4635-14 amt. 270(i huchhaitor (-innen}, Adrema Präger (-Innen), Zahntechniker (-heifpr), Anlernlinge für Zahntechniker, Kesucht hdbon, zur l-.uistlire;lninq zu brinnen Diesp lindet Donnerstag, den 1.5. und iTeilrttj, d'-n 16. Juni 1044, iti dei Zeit von B—11 und 15—17 l lir Stull. D'^r Oit der Elnschreilninci i«t folqendur: Fut Knaben: Clrleqruppo Clilli-Foi^twfild und ürlfit|ruppe ('illl-Kö!ling, Kiiahoiu nlks^c hu-le II, Rnsog((ei6lMße 1 11. Slk.! Ortsgruiipe Cllli-Laisbetg und Ortsgruppe Cilli-Sthlof^heTo Kufilirnvolk«-«chuln I, RofpriqrrsfrnOe 1 II. Slk. Für VIfidchpn; aus allen vier Orthgruppen, NLidchenvolkA-schule, BachernstrflHe '1. Mitzubringen ist eine Gehuit«iurkunde, nrtih Mtiglichkeit ein Impl/.cugni« und die Mitgliedhkaite des Sieirif^chen Hei-nuitbimdes der Eltern oder sont^tigen Etziehunf|«herechtigten. Jene F-r/iehungsbeiechlirften, d'p «rhuipflichtiae K nder nicht zum Schulbesuch nnnieklen, werden stretuie bestraft. B) Für die Ilauptsrhulen lindiM die Einschreibung Donnerstag, den 15. und Freitag, den IH, Juni 1944, in der Zelt von S -11 und 15—17 Uhr statt und /war: Für Jungen: Cilli, Roseggerstiaüe l/I, Stock (Hrjuptsdiule für Jungen]; Für Madchen: Cilli, Bflchernstraße 3, EiclqeschoD (MAd-chenhauptftchule). Zur Einschreibung zu melden sind j^ain'Jiche hduplschul-reif erklärten Kinder, die in diesem Sclnilltihr die 4. Schulotufe be«iucht haben. Mitzubringen sind: Letztes Schulzeuqnis und Geburtsurkunde de« Schülers und die Mitgliedskarte de« Stei-rischen Heiniatbunde« des Erziehungsbereihliglen, t^ip .Aufnahmeprüfungen werden erst nach Beendigung des laufenden Schuljahre« stattfinden, 2742 Der Bürgermeleter: L V, Dr. Skoberne, Sladlrat, \^erhet tin aas Deutsche Rote Kreuz! Hart und schwer traf uns diu traurige Nachricht, daß unser Hoher Sohn, Biuder und Onkel AntcM) Swensrhrk Cirenadler am 27. Mai 1944, im Alter von 27 Jahren, «n der üstlront den Heldentod fand. Unser Toni bleibt bei «einen Llel)pn unveigr»s- «eni Kranlclmfeld, Brunndorf, Marburg-Dr., Pettau, den 10. Juni 1944. 4i)29 In tiefer Trauer: Anna Frangearh, Mutten Anton Trangesdi, Stiefvater! Friedrich, Stanislaus, Franz, Ann«, Rosalie, An-qela, Geschwister! Johanna und Maria Swenschek, Schwägerinnen! Michaei hneser, Schwager) Eduard, Erika, Willi, Stiinisiaus, Franzi, Neffen. * Seite 6 * Nr. Ib5 * Ii, Juui iy44 MARBURGER ZETTUNO Mit meinen Augen Erstaufführung im Grazer Schauspielhaus Cuit Johannis Braun, der erfolgreiche Verfasser des Lustspiels „Die nroße Kurve" hat vor kaum einem halben Jahr sein neues Werk, eine Komörlie, gestartet und damit einen zweiten ausgesprochen groHen Eriolg erzielt. Eine doppelte Welt tut Sich vor unseren Blicken auf. Wir sehen alles nur mit unseren Augen und der Verlasser hat den noch neuen Einfall, uns seine Welt auch mit den Augen der andern sehen zu lassen. Dds ergibt ein ganz reizendes Ineinander der Handlung. Im ersten Akt erzählt Carole! wie es zur Bekanntschaft mit Cornelius kam. Die Bühne verdunkelt sich und wir erlchen die Oreignisse vor einem Jahre, und auch die plötzliche Abreise Carolas, die der Freund und Kapitän Kai Rrodersen verschuldet hat. Im zweiten Akt aber er/äl It Cornelius was alles vorangegangen, ehe es zur Begegnung mit Carola kam. In beiden Fällen ist der Zuhörer derselbe graumelierte Klassische Kammermusik Das PeHduer Strelchquarletf Am erslQji .Miend des Kulturellen Wettbewerbs der Deutschen Jugenfl be-schetiktc dai Pellauer Streichquartett (Erwin Lang — Franz Fuchs — Hans Wamick — Josef Riehs) im hellen, barocken Festsaal des Kreishauses eine verständnisvolle und aufnahmebereite Hörerschar mit erlesener klassischer Kammermusik. Josepii Haydns Streichquartelt (Werk 3 Nr. 5) in F-Dur, auch als Serenaden-Quartett bekannt, patMe ganz besonders gut in die Stimmung dos schönen Rajmes, dess"n oUene Fenster den nncli hellen Sommerhimmel über I'arkhciumen sehen liessrn. Von den vier Sätzen — Presto, Andante caniabile, Menuett und Scherzando —, die alle in ihrer heiteren Ruhe und anmutig-behaglichen Gelöstheit ganz vortretfiich gelangen, entrückte der zweite, die eigentliche ,,Serenade", mit seiner graziösen, einschmeichelnden Melodik die beglückten Zuhörer wie in eine andere Welt. Hier vollbrachte die erste Geige in der seelenvollen Leichtigkeit und Feinheit des Tons ihre beste Leistung. Schuberts Varialinnen über das Lied ,,Der Tod und das Mädchen", ein Werk von völlig anderer Tiefe und Farbe — ernst, leidenschaftlich und schwermütig suß — ließ die vier Instrumente zu er-stdunlicher Klangfülle aufrauschen. Nach einer kleinen Pause ertönte dann zum Abschluß Mozarts ,,Kleine Nachtmusik" — ein wenig burlesker und schleppender vielleicht, als man es von den berühmten Kammerquartetten gewohnt ist — aber so anheimelnd war dieses Musi-7ieren im schon dunkleren, nur durch die Stehlampe auf dem Podium matt erleuchteten Saal, so aufgeschlossen die Anteilnahme der Hörer, daß man sich widersprfichslos nur der zauberhaften Ifarmonie der Töne und des Raumes überlief?. Starker, echter Reifall dankte den vier verdienstvollen Musikern. Dr. Matgarete Pirich Dentsche Musik in Mnndschukuo Mit besonderer Spatmunn sehen die Freunde deutscher Musik in Mandschu-kuo zwei Konzerten entgecien, die von der Pianistin Sonoko Inouve am 13. und in, Juni in Hsinking gegeben werden. Die Kiiuätlerin, dii an der Wiener Mu-ftikhorhschule studiert hat, spielt am ersten Abend je ein Klavierkonzerf von Beethoven und Liezt, begleitet vom Sym-phonieorcheeter zu Hsinking. Der zweite .Miend ist Werken von lohann Seba-plian Bich, Weber, Liszt und Chopin gewidmet. Der Dresdener Kreuzchor in den Niederlanden Der Dresdener Kreuzchor ist soeben von einer Reise durch die Niederlande zurückgekehrt. Unter Leitung von Professor Rudolf Mauerfibertjer hat der Chor Kon/orte in Am*.terdam Den Haag, Rotterdam, Utrecht, Haarlem und Arnheim gegeljen. Die Konzerte haKee bei Publikum und Preise ausgezeichneten Erfolg. Herr, der Carola heiraten will und dem sie im ersten Akt einen Korb gibt, weil sie noch immer auf eine Begegnung mit Cornelius hofft. Im dritten Akt nun sehen sich Cornelius und Carola wieder. Doch auch der Engel Brigitte ist wieder da, der schon einmal den Kapitän Kai Brodersen und Cornelius, die beiden Freunde, zu gleicher Zeit am Nasenring über den Strand von Neapel führte, ohne daß sie voneinander etwas gemerkt hatten. Brigitte aber ist wirklich ein Engel und iiat im Vorgefühl ihrer verlorenen Partie sich inzwischen einen gewissen Struppi erwählt, so daß ihr der Verzicht auf Kai und Cornelius möglich wird. Ja, ihre Engelhaftigkeit fügt es sogar, daß sie Cornelius lür Carola wiedergewinnt, was zwar nicht sichtbar vor den Augen des Zusehers geschieht, aber doch als erwünschte Möglichkeit aus den Gesprächen zwischen Brigitte und Cornelius aufleuchtet. Josef Eschenbrücher hat sich mit der Inszenierung dieses Bühnenwerkes, das sich zeilweise wie ein Planet rückläufig bewegt, alle Mühe geyeben und den doppelten Ausblick oder Anblick, den uns der .^iitor mit der Rahmenhandlung und den beiden Berichten gewährt, vorzüglich auseinanderzuhalleti gewußt, so daß die Turbulenz des Geschehens schließlich Zuseher und Darsteller ergreift und das schmunzelnde Vergnügen, immer noch um eine Nasenlänge Herrn Brodersen oder Cornelius, Frau Carola odor Brigitte voraus zu sein, den Besucher zu einem aktiven Mitwirkenden werden läßt, bei dem es schließlich beschlossen liegt, die Retouschen der verschiedenen Ansichten am Schluß vorzunehmen. Den einladenden Dachgarten mit dem Aiifiblick auf das blaue Mittehneer und die kleine Hotelhalle von gemütlicher GÜdlicher Atnioephäre schuf Hanns Hamann. Cornelius Riehl, dieser von seinem Fatum in die Arme Cornelias ge«tupste und wieder daraus gerissene Liebhaber mit Bremsvorrichtung, wurde von Josef Eschenbrücher sehr nobel und mit leisem Weltschmerz auf die Beine gestellt. Carola Weber, die gestrandete Tänzerin, die* wieder zu sich selbst und zu einer Tanzschule und vermutlich wohl auch letzten Endes wieder zu Cornelius findet, erhielt d.urch Maria Secher ausgezeichnete Kontur. Stimmungen auszuspielen, mit wenigen Mitlein den Dialog zu stützen, kurz, Atmosphäre zu schaffen, gelingt der Künstlerin in dieser Rolle besonders gut. Ihre Tante, Frau Dingeldey, die«— wenn ihr die Knie zittern, einen doppelten Kognac benötigt — und der es, vermutlich mit einem solch Doppelten intus gelingt, den Hotelwirt Raimondo zu heiraten, um schließlich als »Neapolitanerin« die Geschicke ihrer Nichte noch zum besten zu lenken, wurde von Paula Dürr mit allen Details einer von Torschlußpanik berührten Umzigerln lebensecht dargestellt. Dem Siqnor Raimondo lieh Hans-Jörg Adolfi srhmeerbäuchlerisch-philo-sophische und dennoch südlich temperamentvolle Züge. Den Engel Brigitte, mit der f^lunkerfantasie, dem niedlichen Stupsnäschen, dem blonden Haarwusch und der eigentlich rührend hilflosen Ainoralität des Nurweibchens spielte uns Michaele Katschnigg und formte daraus eine volle runde Leistung, der wir die Krone dos Abends nicht vorenthalten können. Kai Brodersen lärmte gewaltig seebärenhaft und doch mit einem Schuß echten guten Jungentunis in Eduard Cossovel über die Bühne. Einen soignierten graumelierten Herren, der immer zuhört und, wenn er ihn schon öffnet, den Mund immer zur unrechten Zeit auftut, mimte Raul Fischer stilvoll und bescheiden. Es gab richtige Premierenstimmung und begeisterten Beifall. Kurt Hildebrand Matzak xM Drittes Pettauer Symphoniekonzert Das Marburger Opemorchester unter Richard Dietl Es bedeutet für das musikalische Pel-tau immer wieder ein Ereignis, wenn das Marburyer Symphonieorchester bei uns zu Gast erscheint. Wir treuen uns, daß wir so die Möglichkeit haben, gute symphonische Musik in werkgetreuer Wiedergabe zu hören. Diesmal standen auf der Vortragsfolge die Namen Mozart, Brahms und Strauß. Ein weiter Bogen musikalischer Wandlungsfähigkeit spannt sich von Mozarts Musik, die in ihren Anfängen noch dem Barock verpflichtet ist, bis zum heute — trotz seiner 80 Jahre! — noch rüstig schaffenden Richard Strauß, dem Wegbahner der modernen Musiki Wie oft mußte in diesem Zeitraum das menschliche Ohr umhören lernen! Mozarts „Haffner - Symphonie", die ihren Namen dem verdienstreichen Salzburger Bürgermeister Sigmund Haffner verdankt und für dessen Tochter der Zwanzigjährige seine achtsätzige „Haff-ner-Screnadc" schrieb, entstand im Jahre 1782, in der Zeit, da Mozart von der ihm zu onggewordenen Welt Salzburgs nach Wien entfloh. Mit diesem vier-sätzigcn Werk, das in seiner ursprünglichen Gestalt noch einen einleitenden Marsch und ein zweites Menuett hatte, wandte sich Mozart endgültig der klassischen Form der Symphonie zu. Aus-gplassone Festesfreude lebt besonders in den Ecksätz(!n, während der schöne langsame Satz einen durchaus liedhaften Charakter aufweist, der uns manchmal an Schubert denken läßt und im innigen Trio des Menuetts einmal sogar der Geist Beethovens heraufbeschworen wird (Menuett-Trio der 7. Symphonie!). Auf Mozarts D-Dur-Freudigkeit folgte die vierte und letzte Symphonie e-moll von Johannes Brahms. Wir können sie mit Stolz die „steirische" nennen, entstand sie doch in den Sommermonaten der Jahre 18R4-85 in Mürzzuschlag. Allerdings hat sie von der hellen Celiistheit der obersteirischen Gebirgswelt nicht allzuviel mitbekommen; sie ist im Gegenteil die ernsteste und am tiefsten dem Norden verpflichtete Symphonie des Meisters, Selten — auch bei Brahms ■— ist die Tonsprache so nach innen und rückwärts gekehrt. Vollends im echt Brahmsschen Andante moderato kämpft das helle E-Dur immer wieder einen vfr-gcblichen Kampf gegen mittelalterliche Kirchentonalität. Im Schlußsatz, einer gigantischen Chaconne, einer alten Variationsform, zeigt sich Brahms, vom symphonischen Schaffen Abschied nehmend, als ganz großer Meister dieser Technik. Das nur aus 8 Tönen bestehende lapidar-eifidringliche Grundthema wird in 32 genialen Veränderungen abgewandelt. In einem steten Crescendo der Ausdrucksgewalt entwickelt sich hier ein Schluß von ergreifender CJroß-artigkeit und tragischer Pracht. Nur zehn Jahre trennen diese Brahms-symphonie von der symphonischen Tondichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche" von Richard Strauß, Und doch ist es eine ganz neue Welt, in die uns Strauß mit diesem Wunderwerk neuerer Orchestermusik entführt. Einst schüttelten die Zünftigen die Köpfe über die Kühnheiten dieser Partitur, die uns heute fast klassisch anmutet, und die formal ein regelrechtes Rondo darstellt, das auch rein musikalisch, ohne Programm durchaus verständlich erscheint. Heule freuen wir uns über den wundervollen Humor, der aus dieser Musik spricht und bewundern die hohe Könnerschaft des jungen Strauß- und sind dankbar, daß dieser prächtige Musiker noch unier uns lebt Leider hatte der hörenswerte Abend nicht den Besuch, den er verdient hätte. Ojjorchcf Richard Dietl und sein Orchester, die sich ihrer hohen Aufgabe vollkommen bewußt sind, nahmen sich der Werke mit Liebe und Verständnis an und gestalteten den Abend zum eindringlichen Erlebnis. Anhaltender Beifall war der äußere Dank einer begeisterten Zu-hörorgemeinde. Wir wollen hoffen, daß das nächste Symphoniekonzert der Marburger vor einem ausverkauften Saale stattfinden kann. Hans Wa/nlek KULTURNACHRICHTEN Der Kunstschriftsteller Dr. Richard Benz, der au« Sachsen stammt und seit langen Jahren in Heidelberg lebt, beging am 12. Juni seinen 60. Geburtstag. Eugen Jochum dirigiert am 80. Geburtstag von Richard Strauß ein Sym-phoniekonzert des Amsterdamer Con-certgebouw-Orchesters mit Werken de« Jubilars. Der Oberdonauer Dramatiker Hans Relnthaler erhielt vom Kulturamt der Stadt München den Auftrag, einep alt-bayrischen Stoff als Volksbühnenspiel zu bearbeiten, Reinthalers »Bauernspiel« wird In der im Herbst stattfindenden Münchener Kulturwoche aufgeführt werden, Auch Freilichtaufführungen des genannten Werkes sind in München geplant. »Bruckner-Verlag« in Braunau am Inn. Der bekannte Musikwissenschaftliche Verlag in Leipzig, der vor kurzem die Bezeichnung »Bruckner-Verlag« angenommen hat, errichtete eine Zweigstelle in Braunau am Inn. Georg Kolbe berichtet im Karl Rauch Verlag, Dessau, über den 36jährig Im Osten gefallenen Bildhauer Günther von Scheven. Der finnische Schriftsteller E. N. Man-nlnen, von dessen vornehmlich in Lapp-land spielenden Romanen auch einige ins Deutsche übersetzt sind, ist im 51. Lebensjahr in Oulu gestorben, wo er oberster Polizeibeamter war. Zu seinem Gedächtnis hat der Verlag Söderström einen Preds von 20 000 Fmk für das beste Lapplandbuch ausgesetzt. Im Agramer Kunstpavillon wird Ende Juni die vierte Ausstellung der kroatischen bildenden Künstler stattfinden. Ein Kind klopft an Von Alf/ed Petto Schon früh arn Morgen pochte es an die angplehnte Maustüre, und oine Kin-derstinime rief zaghaft, ob es erlaubt sei, einzutreten Ein Kind? Wie kam das Kind hierher ins Tal d'.'s Krieges, das zwar manche Kilometer hinter der Front verlief, doch schon seit Wochen von seinen Gehöftbaucm verlassen war. Karl halte lange keine Kinderstimme aiehr gehört, desf.en wurde er sich erst ietzt inne, und eine Freude befiel sein väterliches Herz. Er eilte zur Türe. Wahrhaftig, auf der Schwelle, im Licht der Morgensonne, stand ein Knabe, der blickte Karl unsicher und gar etwas ängstlich an. Er war barfuß die kurzen Hosen nahen die nackten Beine bis hoch über die leicht geschundenen Knie frei; ein vielfach geflickter italienischer Soldaten-Tock hing ihm um die schmalen Schultern. im Haar trug er ein graublaue« Käppi, unter de-ssen Rond eine schwarze Haarsträhne hervor drängte. . »Und was willst du?« Iia