Somtag, den SS. Jimi Ml. X IahrKa««. Marburger Aeitun eitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise - für Marburg: ganzjährig 6 fl.. halbiSbria S ff vierteliSbria 1 « 50 kr ,ar -«s.- S'Ä W Me Kollfteiyett der ständigen Mtomaten. Marburg, 24. Zuni. Ziemlich ollgemein ist der Glaube, daß die ständigen Diplomaten un» nur Ausgaben vtr« Ursachen; daß lvir diesem Zunftwesen auch eine Schmülerung deS StaatSeinkommknS verdanken — der Zölle — dürften die wenigsten Steuerträger wissen. Da Oefttrreich-Ungarn dem alten Brauche forthuldigt, im Auslände sich diplomatisch ver» tretet» jtt lassen, so ist. abgesehen von anderen Gründen, schon nach dem Gesetze des Vegenrechts und nttch den Regel» der Höflichkeil die Folge, daß alle befreundeten Staaten auch n»S ihre stün» digen Vertreter senden. Diesen Vertretern ist eine bedingte und nach dem Range derselben abgestufte Zollfreiheit eingeräumt. Sin Botschafter z. B. genießt für die ersten zwei Jahre eine Zollfreiheit voa ü200 ft. und für jedes folgende Jahr von 52b ft. — ein Gesandter für die ersten zwei Jahre 2625 fl.. sür jedeS folgende 262 fl. — ein Ministerresjdent für die ersten zvei Jahre 1050 fl.. für jedes folgende l05 ft. ein Ge-schäftsträger für die ersten zwei Zahre 630 fl, für jedes folgende 6S fl. Wien beherbergt eine erkleckliche Anzahl sol-cher Diplomaten und 0a besonders die Vertreter der größeren Mächte häuflg wechseln, lo entgeht unserer Etoatskasse durch l^iese Zollfleihelt. jährlich ein namhafter Betraa. Die Zölle in Oesterreich liefern l>«rchschni»tlich ein Reinerträgniß von zwölf Millionen Gulden. Diese Steuer belastet nicht blos Gegenslände. die zur Bequemlichkeit dienen, zur Berschönerung deS Daseins, zur Be-sriedigung der Prunksucht und anderer Gelüste — sie vertheuert auch nothwendige Lebensmittel, ver-theuert den Betrieb der Landwirthschaft. der Ge-werbe. Med einmal der Bertehr zwischen den Staaten geordnet, wie zwischen den einzelnen Menschen im Staate — »vird er freigegeben, dann fallen die Gchlagbäume an den Grenze», dann entrichten auch wir keine Zölle mehr. So lange aber diese Sthranken uns noch von der Kreihelt trennen, »ollen auch die ständigen Diplomaten der Zollpflicht nnterworsen sein, wie die Bürger des Staates selbst. Diese Herren Diplomaten bedürfen einer solchen Begünstigung nicht — Jahresgehalt und eigenes Vermögen entziehen ihnen jeden Anspruch daraus; da sie denuold bewilligt w«rd. so geschieht es der Ehre wegen — geschieht es nur. um der diplomatischen Herzlichkeit, dem guten Einvernehmen der Regierungen einen Ausdruck zu verleihen. Die bedingte Zollsre«heit der ständigen «ili, plomalie hängt mit dem Wesen derselben innigst zusammen; wen« die Diplomatenzunft ant,gehoben »vird, dann und nicht ehrr »vird auch diese Freiheit zu Grabe getragen. Im Geschichte des Hage». Der Beschluß des Abgeordneten-bauses. betreffend Maß nnd Gewicht, ist dieses Hauses vollkommen würdig: »tn volksthümliches Gesetz kann eben nur von einerB olksvertretung gegeben »Verden und eine solche Vertret»»ng ist da» Abgeordnetenhaus eben nicht. Die Mehrheit stimmte sür die Beibehaltung der fremdsprachigen Namen und »Vehrte die Minderheit fich vergebens wenigstens für die gleichzeitige Anwendung deut-scher Ausdrücke. Die heillose Verwirrung, ivelche die sranzSsisch.griechlsche Bezeichnuttg zur Folge haben muß. wird getviß bald zu dem Entschluß nöthigen. die sragliche Bestimmung des Gesetzes in leichtverständlicher Sprache zu fassen. Die Stellung des Reichskanzlers soll wieder erschüttert sein und hoffen die Hochkirchler und der hohe Adrl. ihn durch den Grasen Traut-mannSdorff zu ersetzen. Den Freunden Beusts mag es bange tverden — die ungeheure Masse des Volkes sieht dem Wechselspiele mit jenem Gleichmuthe zu, »velcher daS Ergebniß fester Ueber« zeugung ist. Ob Beust oder Trautmannsdorff — sob'ild die „kleine, abtr mächtige Partei" sich stark genug fühlt, wird unter dem Einen oder unter dem Andern geschehen, lvas daS Brrhäng, niß Oe»'terre«ch» will. Diese eiserne Ruhe der Masse ist kein gutes Zeichen, aber sie ist eine unläugbare Thatsache. Staatsmänner sollen mit vorhandenen Größen rechnett, vermögen eS aber nur, »venn sie zugleich BolkSmänner sind — eine Harmonie, nach der w»r unS vergebens sehnen. Die Presse Deutschlands mahnt jur Arbeit — nur die Arbeit gründe den Wohl« stand eines Voltes. Dieses Wort findet überall einen guten Ort. denn überall bricht sich die Er-keniitniß Bahn, daß der Krieg auv dem Sieger Wunden schlägt, welche nur die rasche. 1)i»uerude Arbtit des Friedens heilt. Italien hat sich beeilt, der Aufforderung der französischen Regierung nachzukommen und die „internationale Arbeiterverbindung" zu Ver-folgen. Dieser Schritt ist wohl darauf berechnet, die konservative Partei, welche jetzt in Frankreich am Ruder ist. günstig zu stimmen, den Gedanken an einen Krieg sür deS PapsteS weltliche Herr« schaft zu bannen. Der kurze Sinn jener langen Rede, tvelche Thiers über d?n Boranschlag gehalten, ist: 1870 ein Abgang von 645 Mckionen. 1871 ein solcher von 986 Millionen — in zwei Jahren also 1631 Millionen Wäre die Kationalver-sammmlnng zu Versailles im Stande, daS Un-glück zu ermesien. in welchem der Staat Ach be-sindet, so mußten eS ihr diese Zahlen beweisen. Dort «ber verhüllt man sich vor der lSrtenntniß, wie so diese ungeheure Vergeudung möglich gewesen — und TH'erS, der alte Lilgner schreit in die Welt hinaus: ..DaS Kaiserreich ist oerantrvortllch sür Alles!" Und wer ist verantivortlich sür daS Kaiserreich ? Der Ausstand in Algerien dauert noch immer fort — trotz aller halbamtlichen Mel-düngen über die Unterdrückung desselben. Der Führer Si-AziS hat einen Aufruf erlassen, worin er die Gläubigen auffordert, fich zu erheben; jetzt sei der Augenblick gekommen, um die Ungläubi gen auf ewig zu verjagen. Neue Verstärkungen der sranzösischen Truppen sind nötliig und deß »vegen schickt der Kriegsminister alle Tage neue Regimenter, tvelche sich in Toulon einschiffen. Die e n glis ch e Pres se befreundet sich mit der neuen Ordnung der Dinge, welche der Sieg Deutschlands geschaffen und anerkennt in ehrendster Weise den Ernst und die Würde deS deutschen BolkScharakterS. Wie ganz anders hätte Frankreich fich benommen, wär eS der Sieger ae« Wesen. N-r«,ifcht< »achrtcht««. (Sklavenhandel.) Die unausgesetzte» Bemühungen der englischen Regierung, die Aufhebung des Sklavenhandels in Zanzibar zu bewirken, haben bisher wenig Früchte getragen. In dem von der Zollbehörde des Sultans jüngst ver-öffentlichten Ausweis ist der Handel diefes Hafens im Gefchäfisjahr 1869/70 mit Menslhen durch ganz bedeutende Ziffern vertreten. Die Einfuhr von Sklaven von der Ostküste Afrikas betrug 11.944 ; 8215hievon wurden nach Arabien ausgeführt. während der Rest auf der Insel Lautbar selbst verblieb. Der Zollbetrag von 52.318 Dollar macht mehr als ein Siebentel der Gejammt-Einnahme des SultanS ans. Die Ausfuhr findet in den Monaten April, Mai und September in kleinen. 100 bis 150 Menschen fastenden Schiffen der Eingebornen statt. (Ein König Menschenfresser.) Die Zeitung: „Eeo d'Ztalia" meldet die An^nft Ka-lape-kotu-eamarahay's, des Königs mehrerer Gand» wichinseln, in Rew-Aork. Dieser König, der weltlicher und kirchlicher Herrscher zugleich ist, begibt sich nach den lkereinigten Staaten. >m gewiffe ragen zu ebnen, welche den Bestand seines hrones u'id Altares bedrohen. Kalape kotu-ca-marahay ist der nämliche Könia, welcher im März 1870 die berühmt^Säugerin Adelaide Pafferini, geborne Tarducei. und ihren Gemal schlalhten und bei der Hoftafel anftragen ließ. (Mazzinis Urtheil über Paris, Versailles und Frankreich.) Mazzini schreibt; „Die Zornes-, Rache- und Blutorgie, deren Schauplatz seit vielen Tagen Paris Welt darbietet, müßte unsere Seele mit Berziveif-lung erfilllen, wenn wir nnr eine Meinung anstatt eines Glaubens hätten ... Der Schrecken und die Blutgerüste von 1793 hatten znm wemg-sten einen Zweck in der Wirklichkeit oder in der Vorstellung; die Vertheidignna der Einheit Frauk-reichs. Weshalb fließt in Paris das Blut in Strömen? Warum haben die Kämpfenden auf beiden Seiten mit irokesischer Grausamkeit, mit unsinnigem Durst nach Mord nicht wie Menschen, sotldern wie wilde Thiere gestritten und unterdrückt? Die Kommune, die nicht auS einem Prin-zip von Baterland oder Menschbeit, sondern aus einem Pariser Interesse entstanden ist. schlachtete vorsätzlich l>ie Geißeln, als ihr Tod nicht mehr im Geriugsten ihrer Sache nützte, und übergab vorsätzlich die Gebäude und den geschichtlichen Ruhm der Stadt den Flammen, als sie allmälig die Orte verließ, wo jene standen. Die Versammlung, erwählt, nm über Krieg und Frieden zu bestimmen und ohne für heute einen Titel gesetzlichen Daseins zu besitzen, ordnet grausame Schlächtereien an, nicht der Kämpfenden, sondern der Gefangenen und reizt eine zügellose Soldateska, die. indem sie Brüver mordet. l>»e Scham zu ersticken sucht über die im Kriege ge-gen die Deutschen erlittenen Niederlagen, mit nichtswürdigen Lobsprüchen und triumpbirendeu Ruhmesworten zum Blutdurst aus. nachdem jeder Schatten von Gefahr vorüber und die Männer der Kommune tobt, gefangen oder flüchtig find. DaS ganze Frankreich schaut unbeweglich zn. ohne versscht z« tah«>. mit emftimmigem Autrus deS Abscheves die Mänver der Kommuae von Hand« lungt« zurückzuhalten, die sie in den letzten Tagen ankündigte» und ohne den Muth. heute dem Diktator ^ LersaAqlkoK VSD B«rsaill^s daS „Erhebe dM Mn5»r!", dasMüccn an Nugnstus richtete. zuMlifen." (JnMariS herrscht die Ordnung.) Bon den M»ela der ..rechtmäßigen Amrchie", welche unter der MüSke der besagten Ordnung»-machet« M in Paris wüthet, gibt uachstkhendes Aufs^ dt?^.3ournl>l dtS DebatS" einen nnnährrn-dkn Begriff: „In dkr Polizeiprüsettur hat man dcm Bernehmen nach berechnet, dnß die Zahl der an dir bürgerlichen und Mititör-Vehörden vom 22. Mai bi» znM 13. Juni gerichteten Anzeigen Unge-nanuter sich auf 379.828 belauft. Diese Ange-bereien beziehen sich ans die jiingstkn Borgänge in Paris und man kann sie kaum nur als da» Werk eines uneigennützigen Eifers für die Sache der geseUschaftlichrn Ordnung ansehrn; die meifttn waren vielmehr »h>e Zweifel nur von Priv.it Feindschaften eingegeben. Anonym, wie si? sind, verdienen sie aui alle Fälle nur Verachtung uav können nur tieft« Ekel einflößen. Leider gibt uns die menschliche Gesunkenheit nicht zum ersten Male ein solches Schauspiel. Man hat schon nach den Jnni-Tagen von 1848 Ukd nach dem 2. Dezember 1861 dasselbe erlebt, auch damals »vucherten die Anzkigen ohne Namens Unterschrift, »vie geivifse Giflpstuuzen nach einem Gewitter; aber zum ersten Male liaben sie doch »ine so bedeutende Ziffer erreicht. Wie? Seit dem Einzüge der Ordnungsmänner in Pari« haben sich beinahe 400.000 heimliche Angeber in der Mvölternng geieigt! Das ist entsetzlich und wäre nicht zu glauben, wenn nicht die Polizri regifter es beftäligten. Angenommen selbst, waS wahrscheinlich ist, daß mehrere diiser Eljrenmanner sich vervielfültigt und mit chrer Person nicht ge zeigt haben, so bliebe doch noch immer eine furchtbare und abscheuliche Bande von solchen Ueb-l-thättrn in Privatschsjftjtell,rei übrig. Noch eins. Da die Angaben sich anf 379.828 belansen. so muß folgerichtig nahezu dieselbe Zahl von Personen angezeigt sein. Kann man aber annehmen, daß, nachdem die Paitei des Ansstan des schon an Todten und Gefangenen beinahe 100.000 Audividuen verloren h«t, noch 400.000 Mitfchnldige an den Akten d^Mommune übrig geblieben jein könnten? Das^^äre ja fast die ganze erwachskne Bevölkernng der Hanptstedt. mit Ansnahme nur der Weiber und Kinder. Schon diese einfache Berechnung laßt keinen Zweifcl über die schmählich,« Beweggründe, welche den heimlichen Anzeigtrn die Feder in die Hand gegeben und über das Getvicht. welches Vie Behörde auf dieses Pack vergifteter Prosa legen soll." . . . . (Schulwesen.) Die südweftdeutschen Lehr«r. als die nächsten Nachbarn ihrer StandeSgenossen in Elsaß und Lothringen, beabsichtigen ,inen Aufruf zum innigen und aufrichtige» Anschlüsse an da« gemeinsame deutsche Baterland ergehen zu lassen, um die vollständige geistige Wiedcrgelvin-nung dieser Länder zu beschleunigen. Mängel des Eisenbahnwesens.) Der deutjche Ha»»delstag und defleu ständiger Austchnß haben die verschiedenen Beschwerde'» der Geskvästsleute und der Neisenden gegen die Eisenbahnen in Erwägung gezogen und in einer Denk» schrist zusammengefaßt, die zur Borlage an den fünften deutschen Handrlstag bestimmt ist. In diefer Schrift lverde» die Klagen. »»»cl1>e den Giiterverkehr betreffen, in folgeudrn Punkten dar gelegt: 1. Höhe der Eitenbahu Frachttarife überhaupt. 2. Verivoreenheit und Unsicherhrit deS E.scttbahii-Frachttarifwefens in Nol.je der unüberseljbasen Mannichfattigkeit und Berlchiedcnheit, sowie des ltäufigen und plötzlichen Wechsels in c»er Klassifikation d«r Artikel. 3. Unverhältnißmäßig^ Begünstigung einzelner BerkehrSrichtunge«. 4. Bsr-komckeude Bevorzugungen einzklner Gcschästsleute oder Unternehmungen. 5. Beschl'Mituagen der Erfatzpflicht der Elsenbahn Berwalliingen bei Verderb oder Verlust der ihnen zur Beförderru»!^ übergebenen lKüter. 6. Beschräakungen der Hasl- Pflicht ber lkisenbahn-Berwaltungen bei Nichtein, Haltung der Lieferfristen. 7. Willkür mancher Cisenbühn Verwaltungen hinsichtlich der den Ab« sendern abgezwungenen Zustitnmung zu Abän derungen oder Zusätzen in den vorgeschriebenen Frachtbrief-Formularen oder abgezwungener AuS< stelktng ullgerechtflrtigter Reserve bei Besörderung angeblich ungenügend verpackter oder leichtbeschädig-ter Güter, sowie beim Gütertransport auf offenen Wagen. 8. Weigerung der Eisenbahn-Verwaltungen. Ladescheine auszustellen. 9. Häufige Ver-zögeruttgen oder selbst theilweise Stockungen des GütervertehreS in Folge ungenügender Transport-mittel und damit zusammenhängende Mißbrauche durch Begünstigung einzelner Absender. 10. Nicht-Zulassung einkSt angemesiencn allgemeinen Wagen-iadUttgs-TariseS, sowie der ^^^efördernng von Güterwagen Pl«Vater gegei» eine angeinessene Bahu-und Aahrg'bühr. (Bismarck und Klapka.) Ueber t>as Gespräch Ä!lapka'S mit Bismarck wird dem „Unga-rischen Llot)d" aus Wien berichtet: „Fürst BiS-M'Uck hat d m Vernehmen itach Gelegenheit gc-„olnmcn, tiem österreichischen Gesandten gegenülicr in der Form leichler Konversation die Eiithüllun-gen i'er Blaiter aus einem Gesprätie zu berühren, welches er angeblich b.i einer — uicht von ihm gesuchten, sondern von der anderen Äelte erde-teitett — pcrsütlltchen Begegnung mit i'em Gene-r.il Klapka geführt. „Ein praktischcr Slaatsmann und ei» Mann von Geist, wie ('»iraf Bcust eS ist wird über diese Enthüllungen ruhig ichlasen. Einen Klapka braucht man wohl als Trompete über man macht ihn nicht zum Vertrauten" — so ungefähr soll er sich geäußert haben." Marburger Neriebte (lKinlirnch) Beitn Schullehrer Blasius ,^iftravetz in Äi. Kuni^sund habe» kürzlich zur Nachtzeit „Unbekannte" eingebrochen und Speck, Schiveinfleisch. sowie die besten Kleider im Ge-s.immtiverthc von 102 fl. 42 kr. gestohlen. (Ans dem Poltschacher Markt.) Dem Grundt-entzer Georg Wutt au» Drovenit wurde aus dem M.irkte zu Pöltschach die Blieftasche mit 29b fl. gestohlen. (Einbruch.) Bei dem Brrghold Joseph Schunko in Zöllnitz habea zur Nachtzeit drri unblkannte Gauner eingebrochen und sünf Hosrn, zwei Röcke, fünf Männerhüte. zivülf Heind.n, Strümpfe und Schnhe gestohlen. (Auf einem noch ungewöhnlichen Wege.) In Kanabcr,, (Gerichtsbezirk Litttenberg) wurde voll mehreren Strolchen der Keller untergraben nnd das Fenstergitter des nebenliegenSeu StübcheuS ausgehoben; die Thät r stahlen der Winzeiilt Anita Dwolshak und ihrer Sch'vcstei Maria Vogrinetz: Hemden. HanAlelnli)a»d, Tu 1)er und Speck IM Wei l he von 47 fl. 90 kr. (Einbruch.) Auf d.r Groder'schen Besitzung in Püpnltz wui^k>e in daS Herrenhaus ein-geitrochen. Die Gaulier hatten es nameittlich aus ^chiveinschmalz und Wi.'i» abgesehen, mußten sich jedoch Mit einer geringen Beute begitligf», da sie bald verscheucht wurden. (Blitzsch l a g.) Während deS lttzten Ge lvittkis tpiilde die Giundbesitzerin Maria Narat lii Geiberg. Psarrc O!)cr- St. Kunigund, votn 'blitze gct'.offe>i; sie war am Hausteiche init der Wäsche beschäftigt und bliel» augenblicklich lo.^t: die Haare ivarcn v >sengt und aus der littten Seite des KörpelS vom Scheitel biö zum Fnße zog sich ein schwarzer blutunterlausen-r Vtreiseu hiti. (Vom Siidbalinhofe.) Der HandclS-NtlUis>r h.,t ivegeil d.r Ninderpest. die in Wien liu.^^j'biohc'ti. tiuch .ui die Ver.valtiiiig der Süd-bahit ein Schreibeu gelichlct. ipelche^ „die Vorschrift über die Reini^juiig der zum ViehtranSpoit ll.rwend.t.n Wagea ( ?>»ichiill)ntlij,6 Verordnung zttm Rlnderpe»t-iSt jenen des Velsuchs WeiiiAart ns der Weinbauschule gleichartig sind. Es li>jrd dalier nothwendijj werden, auch in deN verschiedenen Weingebirgen derartige Versuche aiizustellen. Diese Nothwendigkeit wird von Hin. Oi. Hlub'k auch aaerkannt, indem er vorschlägt. daß sich anstatt der von mir vorgeschlagenen Lok'll W inbauvereinc eiN Verein sür da ganze Land bildt'i solle, der daö nainliche durch-znsiihren hat. luas ich den LokalVereiiien zur Allsgabe t^.steilt habe. Der Zlv.ck beider Projekte ist der gleiche — nainlich die syltematische Erprobung der Reb-sorten in »llen Weingebirgen des Landes unter den vtlschiedenene Boden- nnd klimatischen Ber-hält'lissen. Hieinit ist also die Nothwendigkeit der anzustsllent'tn Versuche auch von meinen V^egnern anerkanttt. Is handelt sich also nur «oi, d.irum. zu erörtern, ob das eine oder da» andere Projet» sicherer zum Ziele führen werde. Herr Hlubek gibt die RichllAkeit meines Projkttes vom theoretischen und wissenschaftlichen Standpnntte zu und wendet dagsgen nur ein, daß es unaussühr-bar sei, weil die erforderlichen Persönlichkeiten fehlen, um diese Versuche durchzuführen Sollte aber diese Behauptung wirklich ivahr sein, so wäre auch daS Projekt des Herrn Hlubek mit einem Vereine in Marburg unausführbar. Wenn Herr Hlubek von dem Mangel ge eigneter Persönlichkeiten tvirklich überzeugt ist. wie kann er dann behaupten, dlch eS d m?.^arburger Weinbau-Vereine j^elingen werde, einsichtsvolle und opferwillige Mitgliete? auS «llen Theilen deS Landes zur Au^führuns, d.s ProjekieS zu g^win-nen-, denn sind sie nicht vorhanden, so wud sie üuch der Marburger Verein nicht sind.n. sind sie aber vorhanden, dann ist eben die Beltauptnnj, des Herrn Hlubek und som,t s sich diese Lokalvereine zu einer Ceutralleitung. die allenfalls in Marburg als dem Eentrum des Weinbaues ihren Älh h^beii konnte, vereinigen, wie ich dieß bereits IN Mtinen jiüheren Schriften empfohlen h.che — ab.r der nächste Zweck meineS Vorschlag, S. näln-lich die Anlage der Versuchspflanzungen und die Durchführung der Versuche kann jedenfalls am sichersten und leichtesten nur durch die Lokalvereiue durchgeführt wkrden. Wer behauptet, daß die Durchführung der Versuche durch einen LandeS-Weinbauverein voll-kommener lind sicherer erreicht werde, als durch Lokakvereilie, müßte auch behaupten wollen, daß ein politischer Beiein für das ganze Land genüge und daß die Bildung politlfcher Vereine in de» einzelnen Ortschaften nicht nothivendig oder nicht durchführbar sei. Dr. Mullö. «-tzt- Post Die Deak-Vartei hat bei den Ko«itats wählen mit übergroßer Mehrheit gesiegt. Die Adresse der Altkatholiken in Manche« zählt 7623 Unterschriften «nd haben sich vierzig der umliegenden Ortschaften nenerdingO angeschlossen. Die deutschen Truppen in Frankreich setzen die StSumnng fort. Zm südlichen Italien hat die Unsicherheit wieder einen hohe» Grad erreicht. Aer MmantenßSndter. Bon N, Vthuikt. (gortse>jung). Hinter einem eing,itürzttN Hanse, dessen Trümmer noch die Eleganz seines VaueS ver-riehteu, plätscherten in zerstörten MarmorbajsinS die WasserftralillN ivie ehedem. Palmenschäste. deren Kronen verbrannt ivaren ragten melancholisch aus niedergetretenen Blüthcn büschen. Das war der Olt. wo Haichn Fanny srine Liebe gestanden und daS Geständnis der ihrigen von ihren Lippen geküßt hatt^. Was war aus dem Olte geworden, waS ans dnen, die er tili st bejeliate? Die Sonne blickte strahlend vom Himmrl aus die verwüstete Stadt, und die grünen Felder der Umgegend bildeten einen eigenthiimllchen Kon-tr.,st mit den schwarzen ödeu Trümmern derselben Das Vtbell der Schakals, das Geheul der Hyänen zerriß die Lust, ui»d keine Menschenstimme wieder« daUte in dieser ungeheuren Einsamkeit, ivo der Tod überall seine Spuren gelaffen. Plöj^ltch ließ sich in der gerne derHusschlag mehrerer Rosse hören und bald sprengte ein Rei lertrupp herbei. Es war der Diamantenhändler und sciuc Gtsährten. Schtveigend ritten sie an der Schmerftätte vorüber, indem sie möglichst vermieden, die Straßen zu berühren. Das Schauspiel war so herzbeklemmend, daß selbst die sonst so gesprächige Touristin, die ihre Eindrücke erst mündlich an den Mann. d. h. an den Varon von Donnerberg zu bringen pflegte, ehe sie die Notizen darüber in ihrem Portefeuille machte, stumm und init halbabgewaudtem iAesicht vorüberlilt. Zu derjelben Zeit ereignete sich am entgegen-geje>jtrn Ettde der Stadt eine seltsame Scene. Eine strahlende Sonne erhellte die Verwüstung und schien mit ihrem Glänze des grauseii Menschenelendt ringsum spotten zu tvollen. Plötzlich fiel aus der offenen Thür eines zertrümmerten Haujes ein Schatten aus den Voden. Der Schatten wurde größer, und mühsam schleppte sich ein Mensch aus die Schtvelle. Dieser Mensch mit ^^erissenen Kleidern, langem, ungepflegtem. tveißem Bart, mit tief von Runzeln durchfurchter Stirn und matten, erloschenen Augen, war Esau, der Vater der schönen Noemi. Kenilleto«. Esau blieb einen Augenblick auf der Schtvelle srines HauseS stehen. Seiue Blicke ftreiften wirr durch den Raum, und er spähte, ob nicht am Horizonte die dunklen Gestalten von Feinden auftauchten Dann lauschte er, doch das wilde Geschrei der Raubthiere. die ihre blutig'N Orgien feierten, zerriß allein sein Ohr. Der Greis wandle sich langsam um und trat wieder in daS Haus. lKr erstieg eine halbzerstörte Treppe und kam in ein Gem.'ch, daS noch ziemlich e>halten tvar. Ohne Zweifel ivar es der Verwüstung eiitgangen. weil sein elendes, ärmliches Aussehen ihre Raub-sucht nicht gereizt hatte. Hier schleppte er sich zu einem Divan und litß sich schwer daraus niedersinken. „Meine Tochter'^, murmelte er, „Noemi l Mein geliebtes Kind, die Hoffnung meines Alters! Wo ist si»? O die Drusen haben sie mir entrissen. sie haben mir meine Tochter geraubt, meine Schütze geplündert! Meine Sehätze, ' wiederholte d.r alte ÄSiaelit nach einer Paus<, meine Kisten voll Dinaren, Diamanten und Perlen! Sie haben Alles genommen. O. der Gott Abrahams hat s-^inen Diener verlassen!" Er erheb sich mühsam nnd schritt im Gemach umher. „Der Garttn" — s.igte er dann mit leb-h.ister Erregung, „sollten sie auch den Garten duichforjcht lzaden? Aber ivie dahin gelangen? Die Trümmer veisperren den Eingang zum geheimen Bersteck und es hat mir bisher an Kiaft gefehlt, sie zn entfernen. Meine Kostbarkeiten, weh! meine Schätze!--" Esau erhob scine abgtinagerten Hände zum Himmel empor. Dann eiNlN plötzliche» Entschluß fassend, er-griff er nne Ciscnstange, die iM Winkel lag. und stieg in den Gcirten hinab. Hier war Alles ein Trümm'rhausen. Ein Theil des HanseS tvar über dem Garten eingestürzt, hatte die Viiume niedergerillen und bedeckte das Terrain. Gegen die Trüminer richtete der GreiS seine Schritte. Einen Augenblick lang bctrachlete er dieselben und ein Senszer entsul)r ihm. Es ivar klar, daß seine Kräfte nicht bin-reichten, um dtN Haufen von Maueriverk und Sleiiien zu entfernen. Nichtsdestoweniger bückte er sich und warf mit seinen abgezehrtei» Händen einige Steine zur Äeite, aber die gröpern vermochte er selbst mit seiner Elsenftange. die er alS Hebel gebrauchte, nicht zu bewegen. Plötzlich hielt er in seiner Arbeit inne und lauschte. Ein seltsames Geräusch, das aus dem innern deS Trümmerhausens drang, hatte sein Ohr getroffen. Er fuhr zurück und verhielt sich still und regungslos. Das Geräusch verstummte. Ein Gedanke kam ihm rasch, er ivars die Eisenstange weg und eilte m«t mehr Betveglich keit. als man iljm zugetraut hätte, in das Haus. Einige Z-it verschwand er in demselben, dann kchrte er mit einem ltdernen Sack, wie ihn die Densen zur Ausbewahrung von Pnlver zu benutzen pflegen, und mit einem Seile zurück. Indem er sich »vieder dem Trümmerhaufeu näherte, laujchte er von Nenem auf das geheim-nißvolle Geräusch, daS ihn hatte stutzen machen. „Ein Tiger oder eine Hyäne ist dort!" murmrlt, rr „Wo das Thicr hinein geschlüpft ist. werde auch ich durchkommen. Erst muß ich rS jedoch verjagen." Er zog ein Feuerzeug heraus, machte gener nnd zündete damit ein Stück Schtvamm an. Dann schob er den Sack in eine enge Oeffnung und beftstigte ihn zwischen den größten Steinen. Hierhin brachte er auch das Pulver und legte es >o. daß der Strick als Lunte dienen konnte, dann zog er sich zurück. Einige Minuten verstoffen, es sprühte ein Blitz, eine Explosion erfolgte, und eine Äaub-nnd Rauchwolke schlug aus den Trümmern hervor. tvährend zugleich ein gräßliches Gebrüll im Innern erscholl, das in hundert andern Thierstimmen sein Echo fand. Schnell kehrte Esau zu dem Ort zurück, wo er seine Mine gelegt hatte. Die Wirkung tvar eine bedeutende getvesen. Große Steine tvaren fortgeschleudert und in einer durch die Trümmer gebildeten Höhlung lag der Kl^rper eines Panthers. Der Greis nahm seine Eisenstange und bt-rührte den z-rschmetterten Schädel des Thieres. Es war «odt und regte sich nicht, dann trat er näher und grub mit seiner Stange den Boden ganz anf „Gott Abral»amS", murmelte er. .warum hai'e ich diesen Gcdanken nicht früher gehabt?" ^Seine Hände zitterten, seine eiugesaUenen Augen begannen zu funkeln. „Meine Schütze, meine Schätze!" stöhnteer. Er kroch ans dem Boden umher und untersuchte denselben mit den Händen und achtete gar nicht darauf, daß er mit Kopf und Schultern hie und da sich an Steinen und Balken stieß. Fortsetzung folgt. Wt«rb«rß, S4. Juni. MochenmarktSbericht.) v-ize« si. S.^. «orn «. ».81». «erste si. 8.40^ Hafer A.2S0.Kuturutzfi.4.20. Hirse «1.8.45. Hirssbrein fl. 6.S0, Heiden si. S.Sb, Erdäpfel st. 2.10. Lohne» fl. 4.8S pr.M«tz. «eizengrie» si. 18.—. Miindmehl si. N.—. Semmelmehl si. S.-, veißpohlmetzl si. 8.-. Schwarzpohlmehl fi. 6.—. «uk>r«tMehl si. 6.b0 pr. Cnt. Heu fi. l.»0. Lagerstrol» si. Z.So. Sutterfiroh si. 1.10. Streustroh si. 1.10 pr. Cent, «iudsieisch 24—Z8. «albi!eisch28. Schwelnsteisch iuttg28, Lammsteisch 20. Speck, frisch 88. Rindschmalz 56. Schwein-schmal» 44. Schmeer 4^. Butter S0. Topfenklise 7. gwiebel S, »noblauch 24, Krenn 10. «ümmel 40 kr. pr. Pf. Sier pr. Stück 2 kr. Milch frische 12 kr. pr. Maß. Holz, hart 13" K. S.bv, dto. weich si. 4.40 pr. Klafter. Holzkohlen hart si. 0.50, dto. weich si. 0.3S pr. Mepen. Vetta«, 25. Juni. (Wochenmarkttbericht.) veizen si. 5.50. »orn fl. 3.80. «erste fl. 0.—. Hafer fl. 2.25. «ttturuß si. 4.—. Hirse si. —. Heiden fl. Erdäpfel fl. 0.— pr. Metz. Fisolen 10 kr., Linse» 26. Erbsen 26, Hirsebrein 18 kr. pr. Maß. Rindschmalz 50. SchVei»schmalz4«, Speck, frisch 40. geräuchert 48. Butter frisch 40. «indsieisch 27. Kalbfleisch 25, Sch'veiufleislb 26 kr. pr. vjd. Milch, frische 12 kr. pr. Maß. Holz 36" !,art si. 10.50. weich fl.S.— pr. Klafter. Holzkohlen hart 60. weich 45 kr. pr. Metz. Heu si. 1.30. Stroh, Lager fl. 1.SV, Streu fl. 1.— pr. Centner. aus ävm Kopdiovplatziv Heute Sonntag den 25. Zuni 1871: Zwei große letzte Abschirds-, Vala- u. AtuchvorAtlluigt« mit ganz neuem Programm und Abwechslungen. Aum ersten Male: I»o« pl>8 »Ilr»! ^ Der große arabische Ritseaspruxg Über 12 mit aufgepflanzten Bajonnetten versehene Ge-wehre, welche während det Sprunges abgefeuert werden, «ußgefühtt dou Slsnvr« käa»r<>o. Sämmtliche Mitglieder werden «lle« aufbieten, um diese Vor«teN«>seo zu den glanzvollsten, die hier gegeben wurden, zu gestalten. Die Vorstellungen finden in geschlossener Arena statt. Lutrö I. 30, II. 20, III. l'Ikt!-10 Icr. A«ft»ß her erste» VOrstellnvz n« 4 Uhr, der z»ette» »« hald 8 Uhr Abends. S« gütigem recht zahlreichen Besuche ladet ergebenst ei» 274 «Iv»« Direktor I«'ür äio >o saklroiLda ?köi1v»dmo »m l^siodoaboxitnxnigso mvinvr nuv i» Llott ruksn-äoQ (Zlattiv VI>vre»la Lvrsoks iel» kisrmit ^Ilon momov innigsten tlsfjxokilkltsn dsr^Iiokvv vknir »u». 383 Srösstes I^a^er s fertiger üerrenkleider 2U «len billigsten preisen dei ^ lSvIiellil gliiptlttffer Ivo.avo II. lcdnig!. llngsrisvkv Staats l-ottsriv Äeliinji ZK. .Imii 1871. 240,000 S. äes 1^0868 k>. I.SßV bei 366 klorrongasss 123. _ lw Vawßilrt«» in Mittelberg, Gemeinde Tresteruih. mit 1 Joch Reben« grund ist au« freier Hand zu verkaufen. — Anzufragen in Tresteruij», Hans Str. 29. (ö82 Dlirizio Sl Äl)« ^ empsetllev idren nvu erö^newn I'rlslr» «nck (Frassrvorstaät, 'I'eKvtttloK8tra88e, im 381 Äss KMsw MwöW w MrbNeK^ HI» is a is Gekauft werden : Schön gelegene Besihuugen, besoMrs »inserträg/iche Güter mit Weingarten, Wiesen. Aecker, «ürten, Waldungen ».. dann Stadt- M. Nelrer, «arien, «aioungen,c.. vai», und Vorstadt Häuser bis zur Höhe von 100.000 Gulden gegen sofortige Barzahlung. Eine tleiue Realität in der nächsten Umgebung von Marburg mit gemanerten Wohn» nnd «irthschaftsgebauden. 4-5 Joch gut kultivirten Aeckern. Niesen und etwas Waldung, im Werlhe von 2—8000 si. ö. W., ^e^en Barzahlung. Verkauft werden: Ein stockhol»es Haus mit 12 Zimmern. 3 Kiicheu, 1 Verkaufslokale. 8 Magc^nen. 2 Kellern, Ge-treidebSden auf 10.000 Metzen, Stallung auf 12 Pferde, 2 Bruunen, großem Hofraum und eine« Gemüsegarten, auf einem sehr steqneuten Platze! wegen vorhandener Wafferkraft zu jeder Unternehmung, insbesondere siir eine Lederfabrik geeignet. Eine sehr schön gelegene Gntsbesitznng mit gnt gebautem und mit allem Comfort auSaerü-steten Herrschaftshause. mehreren in gntem Bau. zustande befindlichen Wirthschaftsaebäuden und Winzereien, mit Obst« und Gemüsegärten, dann einem gnt arrondirten Grnndkompleze von 90 I. Aecker, Wiesen. Waldungen ic., worunter sich meistens gut gelegene Weingärten mit gutem Erträgnisse befinden i wegen Domizilveränderung. 500 Eimer HVeln von den Jahren 1867, 1868, 1869 und 1870 u. zw. echter Sandberger, Nittersberger, Johannesberger ic. Ein »inserträglicher Weingarten mit 12 Joch Revengrund, einem schönen Herren- und Winzer-Hans, Obst- und Gemüsegärten, in der Nähe von Marburg, reizende Lage mit guter Zufuhr. Preis 16.000 si._ Aufgenommen wird: Gin Schrei der mit schöner geläufiger Handschrist, in VnchfÜhrung und Konzipirung bewandert, der deutscheu und sloveuischen Sprache in Wort nnd Schrift mächtig , gute Bedinqnisse. Ardeiter mit guten Zeugmffen. gegen entspre-chende Entlohnung, dauernd; beim Mtliiär ge- diente nnd des Lesens uud Schreibeus kundige, haben den Borzug. Zwei verläßliche Xntscher und Pferdeknechte, Eine gute Köchiu und drei Kncheumädcheu. Eiu Schueidel- und ein Glaserlehrjnnge. Ein Hausknecht mit guten Zeuguifleu und der Laudwirthschaft kundig. Ein verläßlicher Kutscher. Ein Ochsen» und Kuhknecht. Dienstanträge: Eiu Förster mit guteu Zeugnissen, auch als vekonom, Jäger, Anshilfs- oder Wirthschasts-beamter u. dgl. Zwei Stuben«, zwei Laden- uud drei Kiuds-mädcheu. Ein Gärtnergehilfe. Ein routinirter Marqnenr. Ein Kellner. Zu pachten gesucht: Ein Gasthaus mit eiuer kleinen Wohnung in der Stadt oder den Vorstädten von Marburg, auf einem ftequeuten Posten» mit oder ohne Gast-hanseinrichtuug._ Zu nliethen gesncht: 1 oder 2 Zimmer mit Küche le. 2 oder 3 Zimmer sa-umt Kilche ic. Eine schöne Wohnung mit 4 Zimmern, Kabinet stimmt Zugehör, dann 2 bis 3 Zimmern in einer belebten Gasse oder PlajKe im Jnneru der Stadt. Vermiethet wird: Eiu Gewölbe mit 2 Eingängen nnd 1 Fenster, besonders sür einen Fleistlihaner geeignet. Eine angenehme Wohnung mit 3 Zimmern, Sparherdküche, Holzlege, Keller ic. in der Nähe von Marburg ist nm '.^00 fl. sogleich zu vergeben. Ein Gewölbe mit 1 großen und 1 kleinen Zimmer, Küche ic. auf sehr gutem Posten. Au großer Keller auf 70 Starlin Wein mit bequemen Eingang. Eine schöne Woynnng mit 2 gassen- und 1 l)0f. seitigen Simmer, Küche, Keller tc. iu einer sehr belebten Straße, nn eine kinderlose Partei. 260 fl. Kapitalien 4000. 500 und 200 fl. gegen 6°/„ Verziusung und pupillarmiißige Sicherheit, auf Stadthäuser. Mündliche AuSfnnft tvird unentgkltlich, schriftliche nur slkiltn Einschluß von 50 kr. in Brief- oder Stcmpelmarkcn ertheilt. I. 3279. Kundmachung Im Sinne des Allerhöchst genehmigten Ge-nchmigten Ges^c« vom Jahre 1863, nach wel-chem fslr den BesiK sineS Hundes in der Stadt-gtMl'lnde Mnrburq eine Auflai^e von jähr!. 2 fl. »l rnlrichlcn ist und in Folge drr diesbezüglichen i^ollzichnngSvoischrift werden die Bestker von Hunden aus,Erfordert. den BesiK dirielven von 1. bis 25. Inlt 1871 in der hiesigen Ocmeinde-kanzlei anmelden zu lassen und die Auflage gegen Empfangnahme drr Quittung und Marke um so gclvisscr zu berichttN, lvidrigens jeder Hund, welcher vom 26. Juli 1871 an Mt keiner sür dos nächste vom I. Juli 1871 bis Ende Juni 1872 laufende Steuerjahr giiltigen Marke neuer Form versehen ist. vom Abdecker abgefangen und nach Umständen sogleich v.rtilgt werden wird. Für Hunde frenider odrr durchreisender Per» sonen können Fremdcnmarken in der Gemeinde-kanzlei erhoben werden. Jede Umgehung der Steuerentrichtung, insbesondere die Verheimlichung eintS steuerbaren Hnndes oder die Benützung einer fnlschen oder erloschenen Marke wird, insoferne dadurch nicht eine ohnehin durch die Stra gesetze verpönte Handlung eintritt, außer der zu rntrich-t enden JahreStaxe pr. 2 fl. mit dem doppelten Erl^ae ders'lbrn pr Bier Gulden bestraft, wovon die Hülste dem Atlzeiger zufallt. - Gtadtamt Marburg am 18. Juni 1871. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Nr. 2357. Kundmachung. Zu Folge GemeinderaihS-Befchluffes vom 15. Juni 1871 findet am Montag den 3. Juli t«7t Vormittags 10 Mr beim Atadtamte Marburg die weitere Verpachtung alS: k) deS städtischen Platzsammlungö-. Standrechts- und Abmaß-gesäll's. dann d) der Eitthebuns^ des Berzelirungs-steuer Gemkindezuschlages für daS von Auslvarts im Berriche der Stadtgemeinde Marburg eingeführte Fleisch n»>d Slechvieh im geschlachteten Ä' stände sür die gelt vom 1. August 1871 bis Ende Dezember 1874 im Wege der öffentlichen Versteigerung statt. Hiczu werden Unternehmungslustige mit dem Beifügen eingeladen daß der gegenwärtige Pacht-betra,; als Aufrnspreis äugenommen »vird und daß die Lizitations Bedingniffe lvahrend den Amts' stunden einglsehen werden können. Stadtamt Marburg am 18. Juni 1871. Der Bürgernieister: Dr. M. Reiser. Ä. 1070Z. (385 «dies. Votn k. k. Bezirksgerichte Marburg wird über Ansuchen der erklärten Erben die freiwillige öffentliche Versteigkiung der in den Verlaß des am 18. Al'ril 1871 in der Magdalenavorftadt zu Marburg verstorbenen Pfarrers Herrn Josef Treplack gelzöril^en, in der Gteuergemeinde tra-gutsch gcltgrnen Wiesenrealltät Urb. Rr. 1038 aä Burg Marburg und der beim Sterbehause in der MagdnleNlivorstadt. sowie iu Zosefi befindlichen. lt^lwillig nicht legirten Fahrnisse, und zwar sür die Wiese in Tragutsch auf den 27. Zunt, für dir Fahrnisse in St. Josefi auf den A.Juli 1871. füü die erfterc Bormittag 10 Uhr und sür die letzteren Bormittag 9 Uhr in tovo rvUeitas mit dem Anhange bewilliget, daß der Feilbietung der gerichtliche Schätzwerth zu Grunde i^klegt. der Meistbot für die Fahrnisse sogleich bar bezahlt und sür die Wiese in Tragutsch, auf i<5 fl. gerichtlich bewerthet, ein Vadium pr. 60 fl. zu erlegen und die Hälfte deS Meistbotes gleich nach drm Ztischl.'ge zu bezahlen komme. Die wrttticn !.^izitatlonsbedingnisse können beim k. k. Not.ir als Gerichlskommissär Herrn Dr. M. Reiser eint^eschen werden. Lf. k. Bezirksgericht Marburg am 23. Juni 187l. Zu verkaufen: 2 sehr srotnme uud starke L»«»! zum Fahren und Reiten dressirt ; gehen sehr sicher im Gebirge. Anfrage brieflich sub v 4^ Annen-straße.___(346 Der heutigeu Nummer d. V. liegt ein Tarif der Prwat' Agentie des Herrn Ant. Hoinigg bei. Nerant»«rtliche Redaktion, Druck und Verlag von Eduard Janlchitz in Marburg. 7.. dl. St. v. ?rlv»t-^m»Ue Central Geschäfts-KanM »„ Anton Hoinigg, Inhaber des Dieiistinanii-Iiifliluts „cxpi-vss", Herrengaff, IIS, vl«.ä>vl« «af« PichS. der Gtnfchrcib- und sonstig»,» Gebühren, dann Provifion und Panschalien ,e für Vermittlung von Arbeitern nnd Dienstboten, Käufe und VerkSnfe, Pachtungen nnd Verpachtungen von Realitäten, Kaufe und Verkäufe von GewerbSerzeuguiffeu und Landesprodntten, insbesondere von steirischen Weinen I. s. l0. l>. IS> I. Arveit und Aienstvermttttung. Taglöhuer werden nnentgeltlich in Vormerkung genonnnen und nnr solche, die eine dauernde Beschäftigung wünschen, zahlen für ein,nalige Vormerknua....... Ärbeitgeber für einmaligr Vormerkung lind pr. Person Für ausdrücklich verlangte einnialige Insertion nach Ver- hältniß.............lokr. — »ienftbsteu für Oekonomie, Handel und Gewerbe, als: Bediente, Gärtner, Gärtnergehilfe»!, Hausmeister, Kellner, Kutscher, Kellnerburschen, Laufburschen, Maier, Marqueurs, Maschinenwärter, Pferde- und Reitknechte, Schaffer, Speisenträger, Schwimmmeifter, Winzer, Wirthschafter zc. zc. Kerner die Gehilfen oder Geftllen, dann Lehrlinge fitr: Anstreicher, Apotheker, Bäcker, Buchbinder, Buchdrucker, Büchsenmacher, Bürstenbinder, Brauer, Bildhauer, Drechs ler, Faßbinder, Färber, Flecksieder, Fleischhauer, Friseure, Glaser, Glockengießer, Goldarbeiter, Gürtler, Graveure, Hasner, Hammerschmiede, Hutmacher, Handschuh-, Instrumenten-, Kamm-, Kappen- und Knopfmacher, Kupferschmiede, Kürschner, Lederer, Lebzelter, Maler, Maurer, Mefferschmiede, Müller, Nagelschmiede, Posamentirer, Pseisenschneider, Rauchfangkehrer, Rie»ner, Ringelschmiede, Rohrflechter, Sattler, Selcher, Seifensieder, Sensenschmiede, Silberarbeiter, Schloffer, Schuster, Schneider, Schmiede, Spengler, Steinmetze, Tapezierer. Tuchmacher, Tischler, Uhrmacher, Vergolder, Wagner, Weber, Weißgerber, Zimmerputzer, Zimmerleute, Zinngießer, Zirkelschmiede, Zuckerbäcker zc. zc. für jedesmalige Vormerkung . . An Vermittinnsogebiitzr von jedem Arbeitgeber eine Taxe von wenigstens........'..... Oekouomie-, Handel- und Gewerbetreibende zahlen für jedesmalige Vormerkung, wenn sie Dienstboten obiger Kategorie wünschen, pr. Perso«........ Für ausdrücklich verlangte eigene, einmalige Insertion nach Verhältniß und Al»sdehn»ing der Annonce von . 10 — II. Stellen-Mrmitttung. Direktoren, Verwalter, Oekoiwmie-Beamte, Inspektoren.! Buchhalter. Comptoiristen, Agenten, Handlungs Conlmis, Kaffiere, Rechnungsführer, Kontrollore, Maschinisten, Geo-Meter, Techniker, Schreiber, Hofmeister, Kainnlerdiener, Leibjäger, Förster, Lohner, Gouvernanten, Bonnen, Erzieherinnen, Kammerjungfern, Kaffierinnen zc. zc. für einmalige vormerknng .......... und beim Antutte des Dienstpostens l0°/« des Monats-gehaites. Für ausdrücklich verlangte eigene einmalige Insertion nach Verhältniß von 20 kr. — III. Wohnungs-Wermittlung. Für jedesmalige Vormerkung und Einschreibung . . . Für allsällige etwaige Inserliou nach VerliSltnik des Zei-tungsblattes und Ansdehnung der Annonce von ü0 kr. — 13. Vom Methzinse bis zur Höhe von 100 fl. sür Vermittlung von 100 bis 200 fl. „ „ 200 „ 300 „ „ 300 „ 400 „ „ 400 „ 500 „ „ und von jedem höheren Betrage von 100 fl. um 50 kr. nlehr. IV. Kauf- uud Mrkauf von Stadt« und Landrealitäten, Gütern, Fabriken, Gewerben, Häusern, Weingärten, Grundstücken, Bauplätzen zc. Für einmalige Vormerkuua.......... Für dießsällige einmalige Jeitnugs-Zusertiou nach Verhältniß des Zeitungsblattes und der Annonce von ist.— 14. 15. 10 5 50 20 20 20 50 50 50 50 75 50 2 5 - 16. 1^. 18 18. 20. 21. 22. 23. 24 25. Für verlangte Besichtigung und Ausnahme des Objektes oder allfällig nothwendige Intervention bei Vermittlung je nach Ausdehnung des Objektes von . . . 1 fl. -An Neise-Panschalt pr. Meile hin und zurück .... An pauschale sllr das Gesammte nach gegenseitigem Ueber- einkonlmen von..........2 fl. — An Proviswu fjir die Vermittluug nach Höhe des Verkaufspreises und zwar: bis 5000 fl......2 Percent von '5000 fl. bis 10,000 fl. 1^/^ „ „ 10,000 fl. „ 15,000 fl. 1'/, „ „ 15,000 fl. „ 20,000 fl. l'/ä „ über 20,000 fl. 1 „ V. Hkachtung und Verpachtung von E tadt- nnd Landrealitäten, Gütern, Fabriken, Gewerben, Häusern, Weingärten, Grundstücken zc. Für einmalige Vormerkung von.....2 fl. - Für diesfällige einmalige Jeituugs-Iusertiou nach Verhältniß des Zeitungsblattes und Ausdehnung der ^unonce^ von 50 kr. —^ Für verlangte Seslchtigung und Aufnahme des Objektes oder allfällig nothwe»ldige Zuterveution bei Vermittlu»g je nach Ausdehnung des Objektes von . . 50 kr. An Neise-Pauschale hin nnd zurück pr. Meile .... An Pauschalien siir das Gesammte nach gegenseitigem Nebereinkommen von........1 fl. — An Provision sür die Vermittlung nach Höhe de« Pachtpreises nnd zwar: bis 50V0 fl. ..... 2 Perzent von 5000 fl. bis 10,000 fl. 1'/^ „ 10,000 fl. „ 15,000 fl. 1'/« „ „ 15,000 fl. „ 20,000 fl 1»/« .. Über 20,000 fl.....1 „ VI. Kaufe und Verkaufe von LandeSprodnkten nnd Gewerbserzeugniffen jeder Art und Gatt»»ng, als: Getreide, Futter, Stroh, Hülsenfrüchte, Obst zc. zc; dann Fäffer, Haus- und Zimmereinrichtung, Kleidungsstücke zc. zc. ! 26.jFür jedesnmlige Vormerkung wenigstens......^ 27. und siir Vermittlung der Sache 1—3 Prozent vom Werthe derselben. 28. Für allsällige imalige Insertion nach Verhältniß des Zeitungblattes und Ausdehnung der Annonce von 50kr. — VII. Kauf und Verkauf von steirischen Weinen jeder Gattung. 29. für jedesmalige Vormerkung als Einschreibegebühr pr. Eimer von 1 — 30. Als Vermittluugsaebühr nach erfolgtem Verkaufe und zwar: von t ' blS 500 fl.....2 Perzent „ 500 „ 1000 „ . . . . 1^4 „ „ 1000 „ 1500 „ . . . . IV« „ „ 1500 „ 2000 „ . - . . I'/» „ ijber 2000 fl........1 „ ! 31.Fiir allsMige einmalige Zeitnngs-Iusertiou nach Verhältniß des Zeitntlgblattes und Ausdehnung der ^«»o«ce von 1 fl. — VIII. Schreiöstube. 32.!Für alle erlaubten Korrespondenzen und Ausfertigung aller Hchriststucke, sowohl in deutscher als auch sloveuischer Sprache, als: Briefe, Billets, Vitt- und Gnadengesuche, ! Zeugnisse und Bescheinigungen, Rechnungen, Bekannt-niachungen, Anzeigen für öffentliche Blätter des Jn-und Auslandes zc. zc. je nach Inhalt und Ansdehnung von 10 kr. bis 0e.«. 20 3 1 20 20 Anmerfnng. Vom Dienstmann-Jnstitute „Lxprvs»", den» Inspektorate des Kranken-Unterstützungs-, Pensions- und Begräbnißkosten-Versicherungs-Vereines „Styria" in Graz, von der ^qrnlit der Lebens- und Feuerversicherungs-Bank ^patria-, der allgemeinen Elementar-Verlicherungs-Sank in Wien und Erpedition des norddeutschen Lloyd in Bremen loerden alle gewünschten Auskünste bereitwilligst ertheilt und die Aufträge, sowie alle Inkasso- und Rapitiklien-Vermittlungs-Geschiiste gegen billiges Honorar bei strengster Diskretion schnell ausgeführt. Marbnr