IV» s» Areitag den 7. August 1874. Xlll. Jahrgang Die <.Vt.»sbusger Seitung" erscheint jeden Ssnntag, Mittwoch und Freitag. Preise — siir Marburg: ganzjährig 6 s!..halbiahrig 8 fl., vierteljährig 1 fl.so kr; fii _in« Haus monatlich 10 tk. — mit Postversendung: ganzjähr»g S sl., halbjährig 4 sl., viertel,ährig 2 sl. Jnsertionßgebühr S kr. pr. geile. fiirSnstkllunß Die Atgitravg and die /reimaartr. Mnlburg, 6. August. Die Regielung »rill di, Gnichtuilg von Frelmaurtr-Logen, die Gründung von Frei-maurek-Beninen nicht gestatten und bildet viesc Frage augenblicklich beinahe den wichtigsten Gegenstand der inneren Politik. Dlt Bewegung zu Gunsten der Freimaurer kann unter den jkKigenVerhältoisskn praktisch nur e i n Ziel t)erfolgen — kann vkrttünfli,;er Weise nur als Mittel poltlischer Agitation dienen; sonst aber mü^en ernste Politer im Hinblick auf das Nkgtrrnngsiystem tvtssen, daß solche Giün. düngen unerzielbake Dinge slttd im heutigkN Ol-sterretch. Di« Organisalton drr Frtimaurer ist eine der ausgezeichnetsten und gi^ohartigsten, dir kS jemals noch getitven, ihr Ztil aber ist da» edelste und erhabenste, doS vollc, wtchre Mrnschtnlhum — das .selbstlose Schaffen sür „Recht und Licht und Wahrheil." Dte Berbindnng ist eine geheime — theils wohl, damit die Genossen die Tugend in mög-ltchjler Reinheit üben können, im Stillen, uncr-k«»vnt; theils auch dehh^lb, weil der Vund aus Staaten verschiedenster tttegierungSsorme» sich et' streckt, »vell Einheit der O'^ganifation nolhiven-dtg tst, die Oessentlichkeit aber in manchem Staate nicht bewilligt würde, in Staaten mit leivenschast^ ltcher Parteiung die Mitgliedir der Rache ihrer Gegner preisgeben, an der lZrsüllu'ig ihrer Pfli^t Verhindern würde. Gehrimbund und Mcnschenthum einnseits, Polizei und Kleiisei andererseits sind aber Kiäsle, die sich gegenseitig bekämpfen, gegenseitig ausschließen. Der Generall'lab im Kriege Rom'S gegen doS neunzehnte Jahrhundert besteht auS J suiten und wthe den Trägern der Menschenheils-Idee übkrall, wo jene über die Polizei versügen. Dürfen ernste NolkSmänner glaubkn, ein Staat, in welchem die Jesuiten nicht etiva nur geduldet, oder nur geschüßt, nein! in welchem sie mit be-solldkter Vorliebe gehegt und gepflegt lverdm... ein solcher Staat küttne die Ul»ermüdlichsten und erfolgsicheistcn Gegner der Jesuiten — die Freimaurer —- auch nur duldrn?! Zur Geschichte des Jages. DaS Zoll' uud H an d e lsb ii ndn i ß zwischen Oesterreich und Ungarn wird in Pest-Osrn jeßt einer Prüfung unterzogen. Verschiedene Körperschasten halien bereits ihre Gutachten rin-gesandt und sollen nun die betreffenden Ministerlen Berichte anS^'rbeiten über die Wirkungen dieses Bündnisses im Allgemeinen und die Zölle insbesoaders, übtr die mittelbaren ^indirekten) Steuern, über die Gefälle für Tabak und Salz, üiier die Tarife der Eljenbahnen. BiS Ende S'p« tember mvffcn all' diese Berichte verfaßt sein und soll auf Grund dels.lben eilte Vorloge an den Reichsrath gemacht tverden. In Preu Pen haben die Verhaftungen ungehorsamer Priester eine Stimmung hervorgerufen, welche die Rtgierung zwingt, sich auf das Aeußerste gefaßt zu machen. Bei solchen Ber-tzaslungen dürste das polizeiliche Geleite kaum noch genügen und werden die vollzieheaden Be- Aenillet»«. Chkater und Schulr. Von L. (Foltsktzung.) „Sie hatte in der Lotlerie geivonnen, mir den größkren Theil drS Gewinilts onveltrauk, und ich vtibrouchte, ich verspielte das Geld. Meitle Herren," suhr er gerülirt forj. „ich weiß tS, ich ivar der Liebe, der Frkundlchast dieses Engels Nicht würdig. Dennoch ergriff mich, als Roll, abreiste und mir .ihre vollkommene Verachtung auch Saducch bewies, daß sie an eine Zahlung oder an eine Sichrrstrilung mit kkiaem Worte wich erinnern li^h, rin gelvlfser Slolj. Drr Gedankt, ihr durch tjtückzahlung des GeldtS wenig, stens IN einer Htttsicht noch Achtung abzlvingen zu können, war eln Triumph in mriner Seelr, und so schritt ich bald nach Rosa'S Abreise zu der That, die Sie kenne«." „Sonst würden Cie nicht dazu geschritteti sein?" fragte Theodor sinnend, als wolle er tiefer io Raulchenbach'z leidtnschaflliche Sctle jchautn. „ÄS ivnr nur dieses iLhrgefühl, di/s.r Stl)lj, dieser intiere Troß, der Sie zur That verlcilet,?" ^Nein," anlworteee nach einer Pause Rau-scheiibach, ,ich gest.he eS, ich würde rS gethan habku auch ohne Viesen Utnstand. Ich glaube eö wenlgstkne. Die Gclegeuheit war zu günstig, mein Bedarf zu Vielfach, mein Leichtsinn zu groß. Der erste Gedanke aber, als ich zur Tiiat schritt, galt allerdings der Rückzahlung jenes Geldes. II) er-ivähnte bereilS, daß ich die Rückzahlung sofort auch vollz0ii. Ich lh^l eS freudig, ja triumphirrnd, daher überhurtig, unl)orsichtig, nicht bedenkend, daß dik Verpackung, die ja nur die innere war, mir veldcrblich wcrdm könne. DaS Bilderbuch warf ich, als ich Haussuchung beftirchtrle, von mir, bedachte aber nicht, daß ich zwei Blätter herausgerifsen hatle. Jept wjslen Sie AlleS." „Und schrikbrn S'e mit an Fsäulein Rosa, als Sie daS Geld set^deten?" hob Theodor von NcukM an. ^Nur ll'enige, stolze Worte.- „Und Rosa — schrirb Ihnen wieder?" „Nein. Das wühle ich auch iln Voraus, sie verachtet mich." „Und heule, wie stanten Sie Rosa gegenüber?" „Mit ti,fem Schinerz, den ich zn Verbergev wußte." „Hätten Sie sich besser gehallkn l" tadrlte amten wohl militärtschen Schutz in Anspruch nehmen müssen. Frankreich wird durch die Last des Militärstaatks mehr und mehr gedrückt. Der Regierung soll nun Bollmacht flegeben werden, Mit den Gemeinden wegen Erbauung neuer Ka-sernen zu unterhandeln. Dem Gesetzentwurf zu» folge belaufen sich die Kosten für diese Kaseraen auf tinhunderlundvlerzehn Millionen. Marburg«? Berichte. (Aush i lfs ka sse.) Die MarburgerAus-hilsSkasse hat bis Ende Juli an Einlagen und Rückzalilungen 62.335 fl. 13 V« kr.' eingenom-meu. an Rücksoldklttngen und Darleihen 62.032 st. 20 k''. cuSgkgeben. Die l^inlagep^'werk'en Mit 6^/^, verzinst. ^Gewerbe.) Beim Stadtamte Marburg wuidcn i« verflosjelien Moriat sollende Gerverbe angemeldet:Greislerei. Stadt. Draugasse, Lizristine Mkrtnig — aemischie Krämerei, Stadl, Drau-gassf, Karl Schmölzer — Greislerei, Stadt, Viktllnghosgasse, Maria Görner — Ltdersalzrik, Stadt, Hauptplatz, B.idl und Kodella — Gre s-lrrei, Sladt, Herrengasse, ötosa DanirkHandel mit Lant?eSerz,Ut>nissen, Grazer-Vorstadt, Franz Se^ltilner—Klkinksämerel, Stadt, Kärntnergasse, Joseph Fersch — Greislerci, Gladt, Viklringhof-gasse, Franz Joseph Müsch — GrelSlrrel,'Stadt, He^rengolsk, I^kob Selenko — Kleinkramerei, Sladl, HauptplaS, Thcresia Stramlitz — Wag-nerei. Sladt, Windischj^asse, Johann Pschundon, BorouSmvh und Kost>n-Überschlag aus 9722 fl. 7 kr. Ncch der vom Herrn Ingenieur-Alsistenten Natonzai projeklirten Lini, wild die verlängerte Bürgerstiaße von der Gollob-schen Tenne an gerechnet, um elf Klafier gegen Süden überlegt, Iva« aus dem Grunde gutgk-heißen llird, weil di durch die GasslN elien Winkel von 90° erhalten. Die Bauiektion st.!1» daher den Antrag aus Genehmigung deö Plane? und emjistehlt dem löbltch'N Gtaieinderath, da^ in den Jahren 1674, 1875 und 1876 zur An» läge dieter Straße mit zwei Abzugskanälen von 2 Fuß Breite und 3 Fuß Höhe, in Lichte ge. rechnet, jährlich 500 fl. und n'cht mehr zu vei. wenden jeten. Herr Dr. Lorber hrell eine genauere Jnformatlsn sür voiliwendisi, beaniragte dl» Veitogung und wünschte, daß der Stkiionsontrag autographirt und jedem Mit^likde 0eS Gemuntc-raihe« ein Czrwplar zng'stcllt weide. Herr Maieo schloß sich dieiem Avtrage an. Herl Mt'L Baron Rast beantragte den Zu» sah. duß auch eine Bariante deS Plai-k^, deir.ss , d die Anletr lM Schulhause nichts davo-, gesagt. O, nun sehe ich, warum Sie wich schonen, warum Sie Ersatz leisten l nun veislehe ich Alt^s, Meöl" l'tzte er schmerzlich hinzu. Danken Eie dem Herrn Assessor daduich, Herr Raujchenbach," sprach ruti g der Direkloi, .daß Sle Vollzieher», ll)aö er Ihne» vorhin an-ricth. Auch ich raihe Ihnen da?." Mit vormthm-r, fast hol)nendlr Eleganz, die Aimc !n einander schlagtnd, trat Rauschenbach einen Schult voiwärtt. „Nltdt wt>n Wohl, nicht meine B'sseiui'g war de» B'll'lgttlUlid zu Jhier HandluntjSweije," si'g:e Rau'chenbach, ,.abcr «s ist mir lieb, daß lch pltdl öfskuli.ch alt Dird steüen w.rde, daß Sie --und del.lioch, d.nnvchl" futzr er fvri, nnd stilt Ävn rrulde plo^lch ein ant"rl.n Si, es iveib? O s^j^en S-' vtlr,* weidete er sich ur» den Asjesjoi, und soßle w!t Jnnit^klit dtst'N Hand, „weih Noja >chon Mi» ?" „Nichts, gar nichlS l nicht einmal, dc>ß Sie in Ul'l.ijuCung stnol" v isicheric 2y.^odor, „auch Herr Schnurr weiß nichtk." „Und wollen Sie dafür sorgen, daß eö so Kanal mit 1 Klafter Breite und 3 Fuß Hohe mit Widerlai^»-Mauera herzustellen und bi» zur nördlichkn Grenze zu verlängern — 3. ist 5 Fuß vom Hauptktmal deS Stadtgrabens entfernt eine entsprechend starke Wand mit zwei Strebe-Wänden aus Föhrenholz lvasserdicht herzustellen und der an diesem Hanptkanal angebrachte, mit C'MkNt vergossene Fluder zu beseili.tcn, damit da» von den drei Teichen bei anhaltendem Regen abfließende Waller in einer gleichzeitigen Menge von achtzehn Schuh in den Partteich einfließe« kann und von lepterem über die Holzivände seinen Alisluß in den große» Kanal de» SladtgrabrnS finöet — 4. die Kaoalsirung der Bürger-, Brandl»-und Parkstraße mit den erforderlichen „Einlaufern tlnd K"n"lslöckeln" ist im SubskriptionSwege mit dem Kosteaauswanr'e von ungefälzr 2200 fl. zur Aueführung zu bringen — b. an der oberen Seite des T^ppeirierplatzes soll ein z'hn Klaster langer Kanal angebracht und mit zwei „Einsall»-llöckein" vers.hen werden. (P r o Nt c n a d e - L i e d e r t a s ? l.) Der hiesige Männrrgtsangverein beabsichtigt, wie wir t»on mitgethkilt, l,m 12. Autlust im Langel'ichen Garten eine Pronlenade-Lievertascl zu geben. Dem Grsuche um die Bewilligung zur Abhaltung ist vom Gemeii^derath einstimmig ent'prochen tvorven. sZum Schutze des Natur w eines. Sitzung des Weinbauertomitee.) )n der Sitzung de» Weinbauerkomiles vom 2. August brachie der Obmarn Herr Dr. Kotzmutv zur Kenntttiß. VuS H,rr Dr. I. MuUv seine Ltelle als Mtt^l ed diese» Koinites ni dergeleg», well über seinen Antrag, die aonze Uttgelegen-ljctt an die bksufki.en Organ? (Cel tralauslchuß der Landirirlhlchasik-Gtselllcduft, W intiauvelei"e. ..) avzutieten, nrcht at)g stimmt lliarden und weil e« 0le Anicvunungeil dcr Mehihcit n>1ll iheile. Obmann erklärte, duß über den siag-lichen Antiag eist dann abgestlmml werden könne, ivtun dir Punkte: Kanslweintrzeugun,, uno Wen -vklbtss rut'g, W'iijhanvel Und Wkinagenten zn« Be>ha»dlung z^ekomln n. Bezütjllch d.r Bcrzehrungsstkuer wünscht» Herr Dr. Hirschhoser, da» Komit, möge dem Antrage beistilumen. welchen Herr Auchmann in der ersten Sitznntj eirigebracht; ivenn dikse Steuer Nicht aufgeuot)tn rveidk, so müsse doch tv^ni,istknS die alleroringtndste Reform derselbrn stattfinden. Hirr Auchmonn «ritderholie die betreffenden Punkte, räwlich! Begünstigung der Abfi dung durch die Reglklungsorgane — tva» über eii en Hülben Eimer verkauft wird, soll steuerfrei sein — Flaschknil)eln über 20 Slück soll Steuelfre'-hklt genießen — Herabletzung der Vrrzehiungs- bleibt? daß Nlosa nichiS erfährt? Wollen Sie da»? wollen Sie mir zuschwören? zuschwören blt Ihrer Liebe zu Noch weicher trurde Rauschenbach'S Stimme, er stöckle, er schwieg, ties senkte er dm Blick zu Boven. „Ich schtvöre e» Ihnen zul' virsetzte Theodor, „mein Lebkn»glück soll vcrloren gehen, tvenn ich dlesr» Wort ntM halte!" Nlauschenhach schwieg. Noch immer stand er febiicki und blickte zu Boden. „Sind Sie zuf.ieden dümil ?" fuhr Theodor fort. Ohne seine Stellung zu verändern, n ckie Rauschei'bach mit d m Kopse. „So befolgen Sit unsern Roth," mahnte der Direktor, „nehmen Sie. sobald Ihr Prozrß beiriligt ist, in der F rve Engagement, bessern Sit slcb, Rauschendach, bess.rn Sie sich! Ohne Btsserung stnd Sie v.rloren!" „Bei solcher D'MÜidigung auch noch Bor-schlisttN? auch noch Ptdingungen?" sragte mii diiterm Lächeln Rauichenbach, ind'M er sich empor r.chieie. „5)>e M«»»schen sind ve>lch'e0en or-gol'isirl, doch tvill 'ch s hen, wie eS geht, Will Mir Muhe gtben, mii der ^eidenickaft zu brechen." Cr ^ing mit diesen Worien noch der Thür» und zog di» Klingel. Dem herauieillnden Kellner rirs tl zu, daß er ihm Wrln biingen möge. steuer um Sb'^/g in Folge der schlechten Wein-jnhre — Steuelfskiheil sür den Hou»trunk (z.B. sür einen Etwer monatlich) — nur einmallgr Besteuerung d » Prodnkie» — geregelte Besleu-erung de» Weinmosle». H^rr Dr. Hiischhoser stellte den Aritrag, diese Punkte nur l)eispttlshalber anzuführ-n. Hcrr Dr. Eernetz beantragte, eine Petition an die Regierung in diesem Sinne unter Bei-ziehung dt» Reichörath»abg'0rdneten Herrn Konrad S(ldl zn verfassen. (Dcr Genannte war durch sehr dringende G'sckäste der Gemeinde GamS verhindert, an der Sitzung theitzunehmen unt> den versprochenen Vortrag über die Reform der L-rzehrungSsteuer zu halten. Beide Anträge wurden angenommen. Ukber die Verfrachtung der Weine mittels Eisenbahn bericht-te Herr Auchmann und verlangte die Bkseiligung folgender Uebelstände : 1. Diebstahl. Gutveripündcte und versiegelte Fässer «Verden unt.r den Reifen angrbohrt und nachdem man den Wein herausgezogen, werden die Bohrlöcher entweder mit Holzstiften oder Fetzen verstopft und die Reifen darübergezogen. Noch schwunghafter werde der Diebstahl beim Weinmost betrieben, den man offen oder mit Blech-kattiieit aufgegeben, in iveichen Fällen Nicht selten ein Abgang von zehn Maß beim Eimer sich zeige. Da laut BktriebSreglement 2^^/^ dcs Gewicht»-abgangl» nicht V rgütet werden, so sei e» mög-t'ch, von j den Fünfeimerfasse vier Maß zu stehlen. 2°/v GewichiSnerlust zu der Gunsten E senbaljnen s«i.n .^u hoch. Sel ein Fasi gut und könne äußerlich kein Schwi^ tzen oter Durchsickern b merkt iverden, so können nicht 2^^/» abgehen; finde sich aber äußerlich ein Fktiler, dann vergüte die Eisenbahn ohnedem nlcht». 2. Unreg lmäß'gteit in der Lietrrzeit. Weine, die n Pettau, Frieda» . . aufgegeben lvorden, seien ln Gr. z nach ».cht bi» z hn Tagen angekommen. Nach Z. 12 des BrtrietSlegi'Mente» seien zwo? »tltserungefristen bestimmt; eilein nach Z. 2b erfolge nur dann ein Entschädigung wegen Züertäum-n ß, wenn etN Schaden nachg.wielen lverden tonn. Es müsse eine beslimmte Lieiklungssrist von einer Station zur and rn garantirt und im Falle der Nichtctnhaltung die Bahnverivaltung zu einer Konvintionalstrase verpfllchtet werden. 3. Unge-nü>.end, Vorsorge, ungenügende Aussicht ir» jenen Stationen, wo größere W'inmengen zur Verfrachtung kommen, «i)le z. B. Frieda», Moschganzen. vejonders tm Spätjahre liegen die Fäsier Tage lang aus nacktem Boden, ohne Schutz gegeu Schnee ur.d Regen, dem Vcrdetbcn au»grsetzt, rvkit die Magazine zu wenig Raum bieten. Die Da lvar e», al» rasselte draußen ein Wagen. Theodor trat an'» Fenster. Der Wagen hatte bereit» da» Gehöste erreicht, und mau konnte daher nicht» weiter sehen. Der Kellner brachle den Wein. Rausche^bach stürzte gierig Gla» auf Glas hinunter. Dabel ging er. ohne sich um die zwei Andern zu küm» mern, schiveigend im Zimmer auf und ab. Draußen aus der Treppe erklangen Stimmen, unter welche sich die Stimme des Kellner» mischte. „Ist'S Täuschung?" rief Theodor überrascht, und eilte vom Fersler nach der Thüre hin. Auch Raujcheabach stutzte, stellte h stig da» wieder geleerte GlaS auf den Tisch. „Wie ieidknjchaftlich Sie trinken!" sprach der Direktor, der jetzt ebensall» horchte und noch ver Thüre blickte, irelche Theodor schon erreicht halte und schnell öffnete. „Wahrhaslig!" rief Theodor laut und stürzte hinaus, „Ihr sc:d e» l" „Wir sind'sl" antwortete der Schulrath, während Theodor sreudeirunken seine Arme au»-dr.itete und hil.eille zu seiner Braut und sie an lein Herz drückte Mit dem Ruse: ,Roia! meine Rosa l" „Deinen Bliks, Theodor, erhielt ich," fuhr der Schulruth fort, ivävrrnd er mit The0''orund Rasa noch auf dem Vorsaale stand, „aber es ließ mir keine Ruhe. Wt.hre Liebe muß aus ge» gtlockerltn Reife geben Gelegenheit zum siehlea. 4. Transportirung der Weinfässer in osfeoen Vahvwagen. Herr Dr. Skrn,tz sprach für die Festst^un^ einer Konveutionklstrase in Fallen der Verzögerung. Herr Gottlieb Btyer meinte, darauf tvürdkn die Bahnverwaltungen nicht eingehen» weil ihnen das Material fehlt. Herr Professor Müllner entgegnete, daß ja solche Traveporte gewöhnlich uur in der Lesezeit vorkommen und könnten sich oie Bahnverwallun-gen leicht verskhru. Zu anderer Zeit genüge ein Telegramm an den Ct»ef der nächsten Station: Seadet mir einen Wagkn . . . Aämmtliche vier Punkte wurde» angenommen und soll zu Gunsten derselben bei der Regierung petitionirt wcr!>en. Die Berichterstattung über „Kunstweinerztu-gung und Wtinverb'ssernng" hatte Herr Dr. Serneß übernommen; ei beantragte; „Die hohe Regierung sei im Wege dkS hohen Abgeordneten-' Hauses: 1. darauf aufmerksam zu machen, daß fremde, erfahrungsgemäß mehr ober minder ge-sundhettslchädl'che Stoffe in größerer Btenge, als je zuvor, dem Weine beigemischt werden — 2. darauf aufmerksam zu machen, dsß die Erzeugung von „Wein" aus anderen Stoff,«, als aus Traubensafll ^Kunstwein) und die Vermehrung des Weines durch Zusatz fremder Stoff« nicht eisen Zwrig der Urproduktion bilde, sondern a!s ein Gewerbe anzuschen und zu behaod»ln sei — 3. zu ersucht», mit Rücksicht aus die Bt-deutung diests Gewerbes für die öffentliche Gk-sundheit dasselbe als ein konzessionirles odtr als ein solches zu erklären, dessen Aetriebsanl^gen der behördlichen Genehmi,iUng bedürfrn — 4. zu ersuche», darauf hinzutviiken, daß der Kunstlvein nur in einer von „Wnn" unterschiedenen Bezeichnung in Handel und lttu»schonk qe. bracht werden dürse und diesfalls den i!ldmin>-strotiv-Behörden eine strenge U«berwachunq der Weinschänken und der Niederlagen von Flajchep. weinen auszutragen — ' 5. zu ertuchen, sich mit der hohen königlich ungarischen Regierung wegen Erlassung glelchei Borjchristen ins Eittvernthmen zu ikKev." Ueber diesen Gegenstand ergriffkn das Wort die Herren: Dr. Hiischhofer, Professor Müllner, Franz viudlechNtr, Goitlieb Beyer. H,rr Dr. Htrschhoser theilie auch mit, dn zu ihr. „Ist eS so. liebe Rosa? Hobe ich wehgethan? habe ich ein verletzendes Wort gesagt? Rosa, Du bist ja nun mein Ki"d, mein liebes, liebes Kindl ich weiß nicht, ob ich Dich verlebte; wenn es wäre, vergibst Du mir?" Rosa blieb gelehnt an Theodor's Brust, aber sie streckie schwrigend dem Schulrathe ihre rechte Hand enigegen. „Rosa l und habe ich Dir wehgethau?- flüsterte Theodor mit beb'Nder Stimme, „o vergib auch mir, theure Rosal" Sie schwieg fort, aber inniger drückte sie ihr Angesicht an sein Herz. „Habe ich'S nicht behauptet, daß auch die Engel im Himmel lügen, wenn nur ein Körnlein von Schuld auf ihr ruhte? O ich wußte eS!" sprach der Direktor. „Du bist rein lvie ein Sonnenstrahl!" sagte leise Theodor uad drückte leise seine L'ppen auf ihr Haupt. Es entstand eine feerliche Pause. „Aber ich! ich l" ries plößlich, lvie auS ivüstem Traum erwachend, Rauschenbach und ging rasch in Rofa's Nähe, „Fräulein Rosa! o geben Sie auch mir die Handl Es ist die Hand zum Abschied l Rosa, Sie sind Braut, eine reliis, Borkehrungen zur Begründung eines den Jnteres-sen des heimischen Weinbaues entsprechenden Weinhandels, überläßt die Einleitung und Durch, sührnng der Maßregel von Genossenschaftskelle-reien, eventuell einer gemeinsamen Kellerei und einrs ELport'Vereines einem Komite von neun Mitgliedern und wühlt in dasselbe folgende Herren: ... mit dem Ersuchen, iich dietsallS mit den Weinbauvereinkn inS Eivvernehmen zu setzen, und mit der Berechtigung zur Wahl aeuer Mitglieder inS Komite." Nachdem die Herren Gottlieb Leye'', Franz Vindlechner und Professor Müllner diese Resolution befürwortet, stellte Herr Dr. Sernetz den Zusatzantrag, die Regierung um sofortige Anstellung von Weinagenten zu ersuchm. Ueber diese Frage sprachen noch die Herren: Auchmann und Mathias Löschnigg und dann wurde beschlossen, die von Herrn Dr. Hirschizoser beantragte Resolution Mit dem Zusatzantrage deS Herrn Dr. Sernetz der Weinbauer-Versammlung vorzulegen. AIS Mitglieder deS Neunerkomites wurden vorgeschlagen die Herren: Gottlleb Beyer, Dr. Hirschhofer, Dr. Hlubek, Kada in Friedau, Edler von Kodolitsch in Radkersburg, Major PaSeotini in Pettan, Dr. Ravey, Dr. Otlimar ikelser in Wien, Sartori in Friedau. Nach d'M Antrage des Herrn Dr. Sernetz hat jeder Referent die betreffende Petition, welche in der Weinbauer-Versammlung zur Annahme empfohlen wird, zu Verfassen. Die Tagesoronung für diese Versammlung, ivelche am 5. September in Marburg (Götz'schen Bierhalle) ftatifiadet, soll der Obmann Herr Dr. Kotzinutv im Verein mit den Herren M. Lösch-»lgg, Dr. Radey und Dr. Sernetz bestimmen und wurde diesen Mitgliedern auch die weitere Ordnung der Sache überlassen. (lt a r nt n e r b a h n. Haltstelle Lembach.) Am 10. August wird diese Haltstelle aus die ganze Dauer der Herbstzeit für die Beför-deiung voll Personen und Gepäck wieder e.öffnet Alle Züge, die unter Tags verkthrea also der Personenzug Nr. 401 und 402, die g»mischten Ätje 4ll uud 4IS — werden in Lembach je eine Minute Aufenthalt nehmen. «-Ht- Msst. Der klerikale Landtagsabgeordnete für Wippach — «rabrijan — hat seine Telle nie dergelegt; die Wahl ist dem jnngslovenischen Kandidaten gestchert. In Wien find bereits fünf Cholcrafälle vorgekommen. Der ungarische Müllertaa hat stch fttr die Aufhebung der GetreidezVue erklärt. eine schuldlose, glückliche Braut l Noch ein Mal, zum letzten Mal geben Sie mir die Hand, die mich von sich stieß, von sich stoßen mußte! deren ich unwürdig war!" Rosa »egte stch nicht, sestkr schloß sie sich an Theodor. „Thun Sie es Rosa! Ihre Handl Ihre Handl" klang es lauter und schmerzlicher noch als vorher auS Rauscheubach'S MilNde. Und sie «eichte ihm die Hand, ohne das Gesicht nach ihm zu wenden. Rausch'Nbach btugtc sich, drückte seine Lippen auf die HtNid. Dann richtete er sich empor. „Und nun die Wahrheit!" ri'f RauseZ^enbach mit gtänzenden Augen „ich bin der Schuldige! ich bin der Dieb!" „Rauschenbach!" ries Theodor erschrocken. „WaS thun Sie?^ fragte verivundert der Dirckior. „Staunen Sie nicht! entgegnete in höchster Aufregung Rauschenb^uch. „Auch für Sie Beide, die Sie mich schonen wollten, ist eS besser so! DaS Schiveigen niürde sitr Sie eine Qnal, eine uiiheilbare Krankheit werden!" (Schluß folg».) Sei meiner Abreise nach Graz allen Freunden Sekannten ein herzliches Lebe-wM! (758) Uarvi» SanIeqnS. In dit P. C. Vtmrindrvorstündt. Ein Pens. Militärarzt (Hydropath) lvünscht sich in einer bevölkerten Gegend der mitilrren Lteiema'k zu placiren. — Geneigte t^!ntiüge bittet man an die Nedaktio-i dieses Blattes zu richten. (756 Kochst wichtig fiir Weinprodu-zenten. Neu verbesserte Traulitliqlltlsch'Maschinen von 755 .Ivij. in ^«ttsu. D!kse Men b>U>^isten Preisen, .1. 8el»lv8in8ei'> Marburg, BurgplaK Wohnungen. Zwei freundliche Wohnungen zu 1 und zu ^^immern samn>t Zugehör slnd in der Kärnt-nervorsiadt, obere Uscrslroße Nr. 35, an solide Parleien billig zu vnmiethen. Anzusr''g'n nebrn im Hause N«'. 33. (^57 Gast- und Zinshaus-Verkauf. T'uS »litten in der Stadt WolfSberg in Kärnten tNls eiiieln guten Posten an der die Stadt dillchzic-l,enden Hanptstrafie gelegene Mohren-Wirthshattö wird wegen ÄblebeilS der Ehegattin des Bcsij^erS ans freier Hand ver-kanst. T'aS Hans hat eine Frontlänge von 33 Klasterii. iillt einenl Bauarea von ijlZS Qiladr..Älaftertt nnd nmfapt 14 Ziinmer, darunter sehr gei-äl mige Gastzilniner nüt der reizenden Aussicht auf die Saunlpe und deren srnchtliaren Allhänge, elnen regcllnäßig gedaiiten Äanzsaal. 5 gassen. seitige sel>r geräulnige Verfansögrwöibe. 3 frische Keller, einen Ciskeller. derzeil mit 120 Fuhren Eis gefüllt, nnd einen sehr geräumigen Hosraum. uet)st nnem sehr guten Bruuuen. — Lei demsellieu befindet sich auch ein Hauö-garten mit 137 Qkl. ulld daö lltecht zur Beniitznug zweier Zhellgärten der Stadtkolulnulie. T^aö jährliche ZinSer-Ilägnlp ist derzelt dedeuiend. CS wird demerlt, daß sich das Geliändc »vegen seluer vorzüglichen Lage fiir jedes Geschäft eignet, daß nach der Beschaffenh nt deS DachbodeilS iin Falle deS Bedarfes noch »nel^rere Z lnmer angebracht werdell können, nnd daß bei Zustandeko nmen der projek-tirten ^'avantthaler Eisenbal^n cie Zusalirt zuln Bahnhofe jedenfalls eine fehr be^iueilie wäre. T^er .^aufschllling beträgt 14.000 fl., wovon 6000 fl. liegen bleiben können. DaS vorhandene Inventar könnte gleichfalls vom Känfer abgelöst werden. Äanssllebhaber iverden ersucht, sich an den gefertigten Eigetühl'ilner zl» wenden. Wolfsberg am 28. Juni 187-1. 702 Stefan GriUitsch, HauSbesitter. keellNUM tl>8elilii88 iler Usi'kiirßer kmiiipleliMli pro 3l). jllni 1874. So» Osliktlt-i^ovto . . Ltsuvr-Lcintv . . 3xessn-(.'onto . . Oewillu 1»!'. Laläo 4030 03 103 3007 37 19 7141 14 16802 36 Summa: 0s.^V. k. j 23943 S2 LrtraK KQ Lkseotsa . . . . „ an Valutsll uvä vsvissn Änsöv - Llonti: auk öseowxtirts >?Vsc1is^ . . . im t'to. drrt., »Qk Lkksetsn uuZ sd 1^L^ö0t«rvorsc;düssö ^illssQ kür 3p»rö!Qlaxon ?rovisior»öQ..... 102^4 14626 248S1 4003 1S57 1272 87 20342 270 7S 5k 67 57 Snmma: Vs.'W. ü. 23943 52 Vor8t^I^eu6 auzge^ieseuös für äas erste Kewostsr entspriolit einer Vor/.ivsuriK äeg .^l:tieuoApital8 mit 6^/,^ ?r0ceut pro kiuuo. ^arduiA klm 6. ./August 1874. (753) IZvr VerHva«uiHßr»eatIi. 8elnilnnile!lvl'n un l(inllvik'ko8vkuklingvn gelier Konkurrenz äie Kpitse 7.n bieten in ver^en Asnau nael» .^n^abe seknellstens Kexen I'^aelmakme s^us^efükrt und ^enüAt 2ur I^Iass ein ß^etraKener passenäer Lekull. Mkt konveiljfenckes >vlrä innerda^b 8 l'KAen dereitwilli^st lIm^et»U8eKt^ : 626 Kigene tzrzeugmlg! "Wß Das IlloUor »»«»illl des 8eliell!> III !»!>k!«irz Herrengafse empfiehlt lvegen vorgerückter Sommer'Saison ihr reichhaltilieS gut sortirteS Lager aller Gattungen Sorrov-XIoiüvr zu herabgesetzten billigen Preisen gegen coulante Bedienung, und zwar: ^ustre-Zaoeos gelb, grau, schwarz, braun von ö. W. fl. ö—'8 I-vinen-Rosen diverse Farben . . „ 2'/g—5 8atLn-(?1otk, ganzer Anzog, Vtcht dauerhaft fl. 9 Irill, detto „ 7 8to?-Ilasen moderne Dessin von fl. 4'/2--10 „ 8^000» „ „ 7—12 „ 5klvvkr-Mntvl .... „ 10—20 „ M0U8VN .... „ 4^2-^12 in großer Au!?lvahl. Kinäsr-^nrtjgk, Lustre und Wollstoffe fl. 4—8 Bestellungen lverden schnellstens und billigst ausgeführt, bemerkend, daß alle Kleidungsstücke in meinen Werkstätten gearbeitet lverden, demzufolge fiir solide Nälherei garantirt wir>. jVunöltsvH susiijA „WA Hans-Verkanf. D.^s NM 650 fl. vermiethete Haus Nr. 130 aln Hauptplahe zu Kratnburg in Oberkrain (im Erdgeschoß Handelsgewölbe ?c.) ist um den Betrag von 7500 fl. zu verkaufen. Nur 2100 fl. werden rhkstl'Ns zu zahlen sein. (749 Nähere Auskunft L. in Krainburg Nr. 26. ^oset' Ka88ler» Lehrer der frantöfifchen und englischen Sprache an der k. k. Oberrealschule, ertheilt auch Privatstunden in diesen Fachern. MSHereS im Comptoir dieses Blattes. (750 Ein Commis lvird unter guten Bedingungen biS 1. Oktober aufzunehmen gesucht Nur Tüchtige und streng^ Solide wolle» sich an die Firma ^os. Ksrtln britstich mit Angabe ihrer bisherigen Thatigkrit tuenden. 748 Anempfehlung. Die seit vielen Jahren allgemein bekannte, mit dem besten Erfolge angelvandte (vormalS Merwald'fche) Ammchli-Krasl-Piiliilit, welche gegen daS Ausfallen der Haar« sich durch anhaltenden Gebrauch bestens beivährt, die Haare geschmeidig macht, einen schönen Glanz hervorbringt, den Haarboden stärkt, allgemein zu elnpfehlen ist. Unterzeichnete garantirt, daß diese Pomade Niemanden lschadet und sich jahrelang ohne Kraftlzerluft aufbewahren läßt. Ist einzig und allein echt in Marbnrq, im Kurz-waaren-Geschäft deS Herrn Lolk, Grazervorstadt Nr. 104, im Ditrichschen Hause (der Tigel zn 40 n. 20 kr.) zu habcu. - Derzeit erzeugt von der Schlviegertochter der Erfinderin, der verstorbenen Aloisia Merwald, vorerst verehelich, ten Niildler. Achtungsvoll empfiehlt sich ^686 Katharine Rindler. (Kin l^ommis vom Spczcreisache. der bereits am hiesigen Pla^e servirt«', lvünscht in einem Geschäfte hierorts un« terzukommen. (751 9iäl)erks im Comptoir dieses BlatteS. Gin Tendierender wünscht tvährend t'cr F.ritn Jnftrukiioneu für Knallen oder Mädchen zu erlheilen. (739 Adrksse im Comptoir dieses Blattes. Verantwortliche Redaktion, Druck und Verlag von Eduard Zauschttz in Marburg S. «. «t »