|||IUU • (UUMDl.. Deutsche Zeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — — ,Hal 6« Bt.2l (tnlentrban) 1 für da» Inland : vierteljährig 40 Dtn, haldjährig 80 lin, gan». 9tx»*m tu fe«c Beramltnng p, dlNigft«, »«»Shrrn etfgegtngmvmnuii f jährig 160 Din. Kür da» Su»Iand »ntspr»ch«nd« ?rhStz»ng. Einzelnummer Din >.S0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag srüh mit dem Datum vom Sonntag Rummer 13 | Celje, Donnerstag, den 12. Februar 1931 56. Jahrgang Volkszählung in Jugoslawien S. M. der König hat auf Borschlag des Mi» nisterpräfidenten und Innenministers General Peter Zivkovic das Gesetz über die Volkszählung, die Zählung der Landwirtschaftshöfe und des Viehes em 31. März 1931 unterschrieben. Die Bestimmungen dieses Gesetzes lauten: tz 1. Auf dem gesamten Gebiete des König-reiches Jugoslawien findet eine Volkszählung statt. Durch d«ese Zählung wird der zahlenmäßige Stand »er Bevölkerung, wie er um Mitternacht zwischen dem 31. März und dem l. April 1931 vorhanden ist, festgestellt. Die Zählung selbst beginnt am 1. April 1931 um 8 Uhr vormittags gleichzeitig im ßanzen Königreich und muß bis spätestens 20. April 1931 beendet sein. § 2. Neben der Bevölkerung werden gleich {ritig alle Landwirtschaftshöfe (Wirtschaften und as gesamte Vieh) gezählt. Außer der allgemeinen Zählung aller Häuser im Staate findet in den Städten eine besondere Zählung der Wohnhäuser statt. S 3. Diese Zählung leitet die Abteilung für «llgemeine Statistik beim Ministerpräsidium für das Donaubanat. das Moraoabanat, das Vardarbanat, das Zetabanat und für den Bereich der Beograder Stadtpräsektur direkt, für das Draubanat. das Save-banat und das Küstenbanat im Wege des statistischen Amtes in Beograd, für das Vrbasbanat und das Drinabanat durch das statistische Amt in Sarajevo. K 4. Um die Zählung möglichst gut durchzu-führen, werden in jedem Banal Banalzählungs-Ausschüsse eingesetzt, die im Wege der Kreisinspeklo rate und der Bezirkshauptmannschasten die Aufsicht Sber die Zählungsarbeiten ausüben und für die richtige und ungehinderte Abwicklung der Arbeit Sorge tragen werden. An der Spitze der Aus-schüsse stehen die Bonusse der einzelnen Banale. Die Zusammensetzung und die Richtlinien für die Tätigkeit der Banalausschüsse werden durch eine be-sondere Verordnung auf Grund des $ 14 dieses Gesetzes geregelt werden. An der Spitze des Aus-schusses für die Volkszählung im Bereich der Ber- Der Präfett Stijch« von Anna Wambrechtsamer II. Am gleichen Abend noch rief die Marltrichterin den Boten herein, traktierte ihn mit Wein und Geselchtem, schob ihm einen Laib Brot für sein Weib in den Schnappsack und gab ihm einen Brief mit für den Baumeister in der Stadt. Das verfehlte seine Wirkung nicht und früh am nächsten Morgen fand die aufgehende Sonne den Boten schon weit auf dem Wege zur Stadt. Er richtete alles gut aus und in zwei Tagen hielt das einspännige Kutschierwägelchen des vollivangigen, freundlichen Stadtbaumeisters vor dem Marktwirts-Hause. Weil die rundliche Frau Elisabeth mit dem Heide nicht zu knausern brauchte und der Baumeister alles aufs Beste zu besorgen versprach, waren sie bald handelseinig und schon in der nächsten Woche kamen seine Arbeiter und begannen in der Kirche ihr Werk. Der Pfarrer und alle Ortseinwohner lobten das fromm? Beginnen der Marltrichterin. Nur den, Franz Weslermaer war's nicht recht. Er ging nicht mehr ins Nachbarhaus hinüber, sondern setzte sich waltung der Stadt Beograd steht der Stadtver walter von Beograd. 8 5. Die Zählung nehmen die Gemeindebe Horden durch eigens dafür ernannte Zählkommis-säre vor. Es müssen Gemeindezählausschüsse er-richtet werden. Ihre Zusammensetzung und ihre Pflichten wird eine Verordnung auf Grund des § 14 dieses Gesetzes bestimmen. S 6. Oeffentliche Angestellte. Geistliche und andere des Schreibens kundige Staatsbürger, die von den Gemeindebehörden dazu bestimmt werden, müssen die Aufgabe der Zählung auf sich nehmen. § 7. Die Gemeindebehörden haben dafür zu sorgen, daß die Zählkommissäre im Fall der Notwendigkeit kostenlos Quartier und Verpflegung in der Gemeinde erhalten, in der sie amtieren werden. Außerdem bekommen die Zählkommissäre, die in einer anderen als in ihrer Wohngemeinde arbeiten werden, die Reisekosten aus der Staatskasse ersetzt. § 8. Sobald die Zählung durchgeführt ist, müssen die Zählkommissäre das Material den Ge» meindezählausschüssen übergeben, die es überprüfen werden. Wenn die Gemeindezählausschüsse sehen, daß die Zählung genau ist, werden sie sie bestäti-gen i ist sie im Gegenteil nicht genau, müssen sie die Zählung korrigieren und ergänzen. Die Zähl-ausschüsse der Stadtgemeinden Haben das Material bis spätestens 10. Mai 1931 direkt der Abteilung für allgemeine Statistik in Beograd bzw. den statistischen Aemtern in Zagreb und Sarajevo ein-zusenden. Die bäuerlichen Gemeinden müssen in der gleichen Frist das Zählungsmaterial den Bezirks-Hauptmannschaften vorlegen, die es ihrerseits der Abteilung für allgemeine Statistik beim Ministerpräsidium in Beograd bzw. den statistischen Aemtern i" Zagreb und Sarajevo einsenden. § 9. Jedermann ist verpflichtet, auf alle Fra-gen die Wahrheit zu sagen. Die Zählkommissäre und die Mitglieder der Zahlausschusse werden bei der Verrichtung der Zählungsarbeiten als öffentliche Angestellte angesehen. Die Zählorgane haben das Recht, in ihrem Bereich und bei der Ausübung ihrer Pflichten in jedes Haus und in jede Wohnung zu kommen und jede Wirtschaft zu besichtigen. lieber zum Martin bei der Brücke, wo er mit dessen säuerlichem Wein seinen Liebesgram herunter-schwemmte. Ganz anders aber wars mit dem Präfekten. Seitdem der Altar in der Kirche in Arbeit war und Maurer und Zimmerleute auf dem Kirchhofe ihre Werkplätze aufgeschlagen hatten, war es, als ob die seinen Jahren eigene Jugendkrast ihn neu durchdringen und alle Krankheit seines Körpers be-siegen wollte. Er saß nicht mehr mit eingesunkener Brust am braunen Schreibpult in der Erkerstube, um dann am Nachmittag langsamen Schrittes in den Markt hinabzugehen und dort im Wirtshause still lächelnd beim Tisch zu sitzen. Jetzt erging er sich im geheimnisvoll klingenden Burgwald und brachte der Marklrichterin frischduftende Blumen und schaute sie zärtlich an, wenn er mit ihr sprach. Auch in seinem Innern war eine Wandlung vor sich gegangen. So wie sich seine Augen sür die Vollreife üppige Schönheit dieses Weibes geöffnet hatten, so ward ihm jetzt auch klar, daß aus ihrem Wesen die geheimnisvolle Macht der Liebe zu ihm sprach, wenn auch anders, als er sich dies alles in seiner Seele erträumt hatte. Schon hieß es aber allenthalben, der Herr Präfekt werde die Markt- 5? 10. Alle individuellen Angaben, die bei der Zahlung gesammelt werden, werden als Amtsgeheimnis bewahrt. SU werden bloß allgemeinen statistischen Zwecken dienen und dürfen zu keinerlei Belastung der Bevölkerung, sei e» mit Steuern, sei es mit Aufschlägen, heranqe. zogen werden. $ 11. Wer mit Absicht der Zählung ausweicht oder irgendeiner Person in seiner Wohnung die Daten versagt, unwahre Erklärungen abgibt oder sonst gegen die Bestimmungen dieses Gesetzes und der anderen Vorschriften der Zählung verstößt, fer-ner solche, die bei derlei mithelfen oder die Durch« führung der Zählung erschweren, unwahre Räch, richten verbreiten, werden mit einer Geldstrafe von 10 bis 500 Din zugunsten der Gemeindekasse, im Fall der ttneinbringlichkei: mtt Arrest von 1 bis 20 Tage bestraft werden, abgesehen davon, daß sie die Verantwortung für allfällig entstandenen Scha-den zu tragen haben. $ 12. Alle Organe, denen die Arbeiten bei der Zahlung anvertraut sind, müssen das Amtsgeheimnis über die gewonnenen Daten bewahren Diejenigen, die sich durch Verletzung des Geheim-nisses oder sonst gegen die in diesem Gesetz oder in den anderen Vorschriften über die Zählung ent-haltenen Bestimmungen vergehen, werden nach den Bestimmungen des vorigen Paragraphen bestraft werden. § 13. Ueber die Strafen und den verübten Schaden 11 und 12) wird die allgemeine Ver waltungsbehörde nach den Bestimmungen des Ge-setzes über die innere Verwaltung urteilen. 14. Die Richtlinien, nach denen die Zählung nach diesem Gesetz durchgeführt werden wird, und alle Drucksorten schreibt der Ministerpräsident mittelst Verordnung vor. H IS. Die Ausgaben für die Zählung, für die Drucksorten und die Verordnung sowie die Aus-gaben aus dem zweiten Absatz des § 7 gehen zu Lasten des Budgets der allgemeinen statistischen Abteilung des Ministerpräsidiums. 8 16. Dieses Gesetzes tritt in Geltung und erhält verbindliche Kraft am Tag der Verlautba-rung in den „Sluzbene Novine". richterin heiraten, weil ihm, seit sie den Altar bauen ließ, die Gesundheit wiederkehrte. In jenem Jahr war ein besonders heißer Sommer. Das Gras vertrocknete auf den Wiesen, die Brunnen versiegten einer nach dem andern und )ie großen Wasserbottiche, die an mehreren schattigen Plätzen im Ort zur Abwehr einer etwa ausbrechen-den Feuersbrunst bereitstanden, konnten nicht mehr gefüllt wert>en und gingen allmählich aus den Fugen. Das Trinkwasser für Menschen und Vieh ward von entfernten Waldquellen zugeführt und zu nacht-icher Weile tonnte man die ausgettockneten Dach-parren krachen hören, daß es war, als ob die Häuser einstürzen wollten. ..Wenn nur jetzt kein Fcufr ausbricht," sagte der alte Westcrmeier und seine Nachbarn pflichteten ihm bei. „Da könnte uns der heilige Florian selber nicht helfen." Die Leute redeten abends auf den Haus-danken von den großen Bränden, die in alten Zeiten ausgebrochen waren und öfter den ganzen Markt vernichtet hatten, wie damals die Menschen aus dem brennenden Ort hinauf in das Schloß geflüchtet waren und wie ihre vergehenden Häuser und Heimstätten anzusehen gewesen seien wie ein wildwogendes Feuermeer. Durch solche Gespräche wurden die Leute noch besorgter und es herrschte ocite 2 Deutsch« Zeitung Nunnner IS Politische Rundschau Ausland Das neue Europa darf nicht auf dem Zusammenbruch des deutschen Voltes aufgebaut sein Gelegentlich der Verhandlung des Budgets des Außenministeriums im deutschen Reichstag er-Härte Reichsaußenminister Dr. Curtius u. a. folgendes: Der Angelpunkt der großen europäischen Fragen ist das deutsch-französische Verhältnis. Es wäre verhängnisvoll für das Schicksal Europas, wenn sich nicht auch jenseits des Rheins die Er-fenntnis der Ursachen durchsetzte, die die heutige Situation in Europa herbeigeführt haben. Die Forderungen, für die wir uns einsetzen, sind mit den Lebensnotwendigkeiten anderer Völker nicht unoer-einbar und lassen sich auf dem Wege gerechten friedlichen Ausgleichs erfüllen. Wir sind durchdrungen von der Ueberzeugung, daß ein neues Gemeinschaftsgefühl im Werden ift. Wir wollen aber nicht, das; das neue Europa auf der Grundlage unseres schwersten Zusammenbniches aufgebaut wird. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß wir uns mit dem französischen Volk auf diesem Weg zusammenfinden werden. Der Völkerbund soll ein Hort der Minderheiten sein In seiner weiteren Rede erklärte Reichsaußen-minister Dr. Curtius bei Behandlung der letzten Tagung des Völkerbundrats, daß ebenso wie der Präsident des Völkerbundrates Henderson auch die deutsche Regierung erwarte, daß der Völkerbund in Zukunft entschlossener als bisher seine hohe Auf« gäbe durchführen werde, ein Hort der nationalen Minderheiten zu sein. Deutschland werde sich an dieser Aufgabe wie bisher aktiv beteiligen und nach Beendigung des polnischen Minderheitenstreites prüfen,' ob die Möglichkeit für eine weitere Ver-besferung des Minderheitenschutzverfahrens gegeben fei. Die Kriegsschuldfrage Darüber sagte Dr. Curtius im deutschen Reichs-tag: Alle deutschen Regierungen haben immer wieder gegen die Versailler Kriegsschuldthese schärfste Ver-wahrung eingelegt. Ganz Deutschland ist darüber einig, daß ihm durch das einseilige Schulddiktat von Versailles schweres Unrecht zugefügt worden ist. Zahlreiche Kundgebungen von amtlicher Seite haben den deutschen Standpunkt vor aller Welt dargelegt. Es bedarf dazu nicht noch weiterer Notifizierungen. Im Kampfe für Wahrheit, Ehre und Freiheit haben wir neben diesen Kundgebungen den Weg der Aufklärung beschatten. Die Folge war, das; sich die Sachverständigen fast aller Länder mit der Kriegs-schuldfrage besaht haben. Durch diese Arbeit ist die Grundlage der Versailler Kriegsschuldthese in ihrer historischen Haltlosigkeit längst erwiesen. Der Tag ist nicht ferne, an dem Richter oder Gelehrte zu-sammentreten werden, um endlich den Spruch der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu erfüllen. zur Erntezeit, trotz des guten Ertrages der Getreide-selber, eine gedrückte und ängstliche Stimmung. Um die Leute zu beruhigen, veranstaltete der Pfarrer allwöchentlich Bittprozessionen auf die fromme Meinung hin, daß es doch endlich regnen möge. Aber so andachtsvoll sie auch beteten und obwohl sie alle Kirchenfahnen mitnahmen, wie bei der Frohnleichnamsprozession, so wollte doch kein Tröpfchen labenden Regens vom Himmel fallen. Der Präfekt aber war damals viel mehr im Marktwirtshause als daheim in seiner stillen Schreib-stube. Zu anderen Zeiten war die Elisabeth selbst mit ihren Dienstleuten zur Heu- und Grummeternte auf die Wiese hinausgegangen. Diesmal nahm sie jedoch eine TagHhnerin mehr auf und blieb zu Hause i weil es 'sich um die verkümmerten Gräser dieser Mahd nicht lohnte, selbst hinauszugehen, jagte sie, wenn sie mit einem Gast darüber sprach. Die Leute aber redeten es ungescheut aus, daß sie des Präfekten wegen daheim bliebe. Sie waren ja auch die einzigen Erwachsenen, die an diesen heißen Erntetagen daheim geblieben waren. Bis auf ein paar alle Haushitter und die Kinder, die noch zu Nein waren, um bei der Ernte zu helfen, war alles auf den Wiesen und Feldern bei der Bergung der schweren Sommerfrucht an der Arbeit. Senator Tommaso Tittoni + Am 7. Februar ist in Rom der frühere Mi-ntsterpräsident Senator Tommaso Tittoni im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verstorbene war einer der bedeutendsten Staatsmänner Italiens, dem auch der Faschismus, trotzdem er sich mit ihm nie befreunden konnte, nichts anhaben konnte. Er wurde am Montag nachmittags unter großen Feier-Itchfcücn auf Staatskosten beigesetzt. Beabsichtigtes Attentat auf Mussolini Am 5. Februar morgens wurde im vornehmen Hotel „Royal" in Rom der argentinische Staats-bürger Michele Schirru, ein bekannter Anarchist aus Sardinien, zusammen mit einer ungarischen Tänzerin verhastet. Bei der Verhaftung gab Schirru mehrere Revolverschüsse ab. wodurch er zwei Polizeibeamten und einen Schmied schwer verletzte. Dann kehrte er den Revolver gegen sich, brachte sich aber bloß einen Durchschuß des Gesichts bei. In seinem Zimmer fanden die Detektive zwei Revolver und zwei Bomben. Wie die Untersuchung und das Geständnis des Anarchisten ergaben, hatte er ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Mussolini beabsichtigt. In fa-schistischen Kreisen glaubt man, daß hinter dieser Sache eine starke faschistenfeinvliche Bewegung im Ausland steht. Das Haus der Lords über das russische Dumping Im englischen Oberhaus kritisierten am 5. Februar der Bischof von Durham Lord Newton und Lord Brendford scharf den Standpunkt der Re-gierung gegenüber dem russischen Sklavenstaat und beschwerten sich, daß die Regierung die Einfuhr der Ware nicht verbietet, die in Rußland mittelst Zwangs-arbeit hergestellt wird. Sie forderten den Abbruch der Beziehungen und Maßnahmen gegen das rus-fische Dumping. Der Vertreter der Regierung Lord Pomsomby fragte hierauf ironisch, warum die Vor-redner sich nicht schon im Jahre 1908 für diejenigen angenommen haben, die die zaristische Regierung in der Holzindustrie beschäftigte. Damals existierten über die Zwangsarbeit authentische Berichte, während sich die Konservativen jetzt bloß auf Behauptungen entlassener Beamten und geflüchteier Sträflinge stützen. Die Regierung hege zwar sehr starkes Miß-trauen bezüglich der Lage in den russischen Kerkern, dennoch könne sie aber auf Grund ungewisser An-gaben keine Maßnahmen gegen eine befreundete Regierung ergreifen. Polen wieder beim Völkerbund angeklagt Wie aus Genf gemeldet wird, ist jetzt eine neue Beschwerde der ukrainischen Minderheit gegen die polnischen Behörden vom Völkerbund-sekretariat bekanntgegeben worden. In dieser Be-schwerde werden 183 Fälle von Gewalt der pol-nischen Behörden gegen Angehörige der ukrainischen Minderheit aufgezählt, Slraserpeditionen der pol-nischen Militärtruppen gegen ukrainische Dörfer, Mißhandlung von Frauen und Mädchen usw. In der Beschwerde wird der Völkerbund ersucht, eine Untersuchungskommission nach den von Ukrainern bewohnten Gebieten Polens abzusenden. Diese Be-schwerde wird voraussichtlich auf der Maitagung des Völkerbundrates zur Behandlung gelangen. Der polnische Gesandte beim Heiligen Stuhl Ladislaus Skrzynski hat von seiner Regierung seine Abberufung verlangt. An seine Stelle wird der Pariser Bot-schcfter Polens Chlapovsky ernannt werden. Dem ..Corriere della Sera" zufolge ist dieser dlploma-tische Wechsel darauf zurückzuführen, daß die ukrai-nischen Bischöfe einen Appell an den Papst gerichtet haben, in dem gegen die Verfolgung der ukrai-nischen Geistlichen in Polen protestiert wird. Dieser Appell an den Papst sollte dem Wunsche des Ge-sandten Skrzynski gemäß geheim gehalten werden, wurde aber vor einigen Tagen veröffentlicht, was zu der Abberufung des Gesandten führte. Aus Stadt und Land 2. M. die Königin in Bukarest. I. M. Königin Maria ist nach dem Zagreber Aufenthalt nach Bukarest abgereist, wo sie am 5. Februar abends eintraf. Aus dem Bahnhof empfingen sie König Carol, Königin Mutter Maria, Prinzessin Zleana, Ministerpräsident Mironescu, Minister Raducanu und zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten. Sine Denkschrift der Lehrerschaft. Die im jugoslawischen Lehrerverband organisierte Lehr», schaft hat dem Herrn Banus des Draubanat» eme Denkichrift überreicht, in der die während der letzten Tagung des Banalrates gegen die Lehrerschaft erhobenen Vorwürfe entkräftet «erden. Bezüglich der Versetzung der Lehrer wird in der Denkschrift der Standpunkt vertreten, daß Versetzungen nur auf Grund von Disziplinarurteilen erfolgen sollen. Neue Steuermarken. Dieser Tage wurden für die Zahlung der Angestelltensteuer außer den bisherigen Steuermarken auch noch solch« von 26, 50, 100 und 150 Din dem Verkehr übergeben. Die Marken sind in allen Trafiken erhältlich. Das Lied der Nationen. Die Hilmgefel schaft ..Union" in München hatte einen internatio-nalen Wettbewerb für die Hymne ihres Tonfilms „Das Lied der Nationen" ausgeschrieben. Am Wett-bewerb beteiligte sich auch der in Berlin lebende Komponist Adolf Ernst, der aus Kroatien stammt. Seine Komposition erhielt den ersten Preis vo» 1500 Mark, bei der engeren Auswahl aber noch den internationalen Preis im Bettag von 50.000 Francs. Mih Europa disqualifiziert. Das Ko- mitee für die Bestimmung der schönsten Frau in Europa hat der vor kurzem dazu gewählten Mitz Frankreich diesen Titel wieder aberkannt, weil es sich herausgestellt hat, daß das schöne Mädchen ein vier Monate altes unehliches Kind besitzt. Einer anderen Version zufolge handelt es sich nicht um Miß Frankreich, sondern um die Schönheitskönigin von Paris. Vei Menschen, die niedergeschlagen, adgesvanut und zur Arbeit uasädig sind, bewirkt das natürliche ..?ira»z-Ioscf"-B>tl-rnx!sser freu« Kreisen de« Blut« und erhöht väs T«nk- und Arbeitsvermögen. Führend« Kimila bezeugen. Sah das Franz Josef Waffer auch für iieistige Arbeiter, ?iraxnschwach< und Flauen ein DarmSffmmgj^ Mittel vsn heroorragendem Wene ist Franz Josef-Bitter-nxisser ist >n Apotheken. Drogerien und Spezereihanoluugin erhältlich. Celje Zum „Dirndiball" des Männergesang-Vereines am Samstag, dem 14. d. M., im Hotel Skoberne sind die Einladungen, die von der Ve° reinsbuchdruckerei „Celeja" in geschmackvollster Weise ausgeführt wurden, zum Versand gebracht worden. Die Vereinsleitung bittet nochmals alle Freunde des Vereines, falls der eine oder andere unabjicht-lich übersehen wurde, die diesbezügliche Adresse an Herrn Ehrenchormeister Dr. Fritz Zangger gelange» zu lassen. Dies gilt insbesondere von auswärtigen Teilnehmern, deren Adressen der Vereinsleitung nur teilweise oder unvollständig bekannt find. Es braucht nicht nochmals betont zu werden, daß sich der Man-nergesangverein die größte Mühe gibt, diesen Abend zu einein recht gemütlichen und heiteren zu gestalte», bei welchem die wenigen frohen Stunden die schweren Sorgen des langen Alltags vergessen lassen solle». Wie schon mehrfach erwähnt, besteht in der Art der Kleidung keinerlei Zwang, doch dürsten dem Titel des Abendes entsprechend herzige „Dirndl" und fesche „Buam" vorherrschend sein, zu denen sich sicherlich auch noch stramme „Jäger", Touristen. Skiläufer und sonstige Alpen- und Naturfreund« gesellen werden. Originelle Maskenkostüme dürsten dem bunten Bilde jedenfalls ein besonderes Fa-schingsamstaggepräge geben, so daß jeder Besucher auf seine Rechnung kommen wird. Ueber die Art der Dekorationen und Anordnungen hüllt sich der Dekorationsausschuß in tiefstes Schweigen, was jedenfalls etwas ganz Besonderes zu bedeuten hat und nicht verraten werden kann. Daß Küche und Keller des attrenommierten Hotels Skoberne ihr Bestes bieten werden, ist selbstverständlich, darum: „Auf zum Dirndlball des Männergesangvereines!" Die Einschreibung in die deutsche Ad» teilung der hiesigen Volksschule. Die Ein-schreidung in die neu errichtete deutsche Abteilung der hiesigen Volksschule, die am vergangenen San»»» tag unter dem Vorsitz des Herrn Bezirksschulinspektor» Pestevsek — weitere Mitglieder der Kommission waren Herr Schulverwalter Oberlehrer Iosk» Bizjak (für die Knabenvolksschule), Schulleiterin Frl. Zupancic (für die Mädchenvolksschule), für die deutsche Minderheit die Herren Dr. Georg Stöbern« und Schriftleiter Franz Schauer — von 8 Uhr früh bis gegen 12 Uhr mittags stattfand, ergab die einstimmige Ausnahme von 25 Schülern bzw. Schülerinnen. Ueberdies wurden 10 Kinder au« dem Bereich der Umgebungsschulgemeinde angemeldet über deren Aufnahme die höhere Schulbehörde bzw. das Unterrichtsministerium entscheiden wird. Wenn man in Betracht zieht, daß eine ziemliche Nummer 13 Deutsche Zeitung Seite 3 Anzahl von Kindern, die bereits die 4. Klasse be-suchen, von den Eltern aus naheliegenden pädago-glichen Gründen — mitten im Schuljahr und an- fesichts der beabsichtigen Weiterbildung im Gymna-um! — für das noch übriggebliebene halbe Schuljahr nicht aus der slowenischen Schule heraus-genommen wurden, ist das Einschreibungsresultat als günstig zu betrachten. Jedenfalls ist damit ein Anfang gemacht worden, dem - daran zweifle niemand! — in kurzer Zeit noch bessere Erfolge nochkommen werden. Daß die Errichtung der deutschen Klasse mitten im Schuljahr das Einschrei-deergebnis behindert hat, ist selbstverständlich. Diese Behinderung wird bei der Einschreibung zu Beginn des nächsten Schuljahres wegbleiben, so daß die pchere Hoffnung besteht, daß die deutsche Schule alle jene Unterrichtserfolge ausweisen wird, die die Eltern für ihre Kinder wünschen müssen. Unlogisch ist ferner die vorläufige Ausschließung der Umge-dungskinder aus der deutschen Abteilung. Das Un» terrichtsministerium bezweckt in dankenswerter Weise die Möglichkeit eines Unterrichts der deutschen Kinder in deutschen Schulabteilungen. Es entspricht gewiß nicht dem Sinn der diesbezüglichen Verordnungen, daß ein Kind, das auf der einen Seite einer Gasse wohnt, in diese Abteilung nicht aufgenommen werden soll, während das Kind auf der anderen Seite ohneweiters aufgenommen wird, nur weil die erstere Gassenseite, die faktisch zur Stadt gehört, gemeindepolitisch zur Umgebungsgemeinde zu zählen ist. Im übrigen wurde diese Trennung der Schul-bereiche bisher ständig durchbrochen, indem die Mädchen der Umgebung die slowenische Mädchenschule in der Stadt besuchen. Daraus ergibt sich die Eigentümlichkeit, daß eine deutsche Schülerin, die zufällig in der Umgebungsgemeinde wohnt, wohl die slowenische Mädchenschule im gleichen Schulgebäude besuchen darf, nicht jedoch die deutsche Abteilung. Zu allem Ueberfluß steht bekanntlich das Gebäude der Um-,ebungsvvlksschule selbst auch auf tädtischem Territorium. Wir hegen die »«gründete Hoffnung, daß das Unterrichtsministerium m Interesse der sinngemäßen Durchführung seiner Verordnung diese einseitige Abtrennung der Schul-bereiche, die sich angesichts der Tatsache, daß beide Schulbereiche eine Stadt bilden, bezüglich der deutschen Schuladteilung als unnotwendiges Hin-dernis auswirkt, in diesem besonderen Fall aufheben wird. Zur Erreichung einer deutschen Schule sind die Eltern, die gegenwärtig Schulkinder besitzen, sowie diejenigen Eltern, deren Kinder in der Zu-kunft die Schule besuchen werden, jedenfalls zu be-glückwünschen. Die Umstände und Notwendigkeiten «erden bald dahinführen, daß diese Schule eine Musterschule werden wird, in der die Kinder in vielseitiger Weise nicht nur unsere deutsche Sprache, sondern auch die Staatssprache, deren Notwendigkeit anzuerkennen wir die ersten sind, vollkommen erlernen werden. Damit ist von den Herzen der Eltern eine Sorge weggewälzt, an der sie in diesen vergangenen Jahren alle schwer getragen haben. Anstelle eines Kranzes für den verstor-denen Herrn Direktor Anton Patz spendeten der Evangelischen Gemeinde Herr Ingenieur Grahmann 150 Din, Herr 6. Hoppe 50 Din. Herzlichen dank! Ueberprüfung der Automobile. Heute Donnerstag um 11 Uhr findet vor der städtischen Garage am U. Lahnhof die regelmäßige Ueber-Prüfung der Personen- und Lastenautomobile statt, die nicht dem öffentlichen Verkehr dienen. Es müssen sich alle in Celje wohnhaften Besitzer von privaten Personen- und Lastenautomobilen melden. Bei der Ueberprüfung sind eine Tare int Betrag von 60 Din und ungefähr 20 Din für die Kommissionskosten zu erlegen. Die Kommission wird auch die neuen Evi-denztafeln plombieren. Die erste Hauptversammlung der An-tituberkuloseliga in Eelje findet heute Don-ner-tag, dem 12. Februar, um 8 Uhr abends im Beratungssaal des städtischen Gemeinderats mit nachfolgender Tagesordnung statt: 1. Ansprache des Borfitzenden, 2. Referat über die Bedeutung und Organisation der Antituberkuloseliga, 3. Bericht des Borbereitungsaus jchusses, 4. Wahl des neuen Aus-schusses, 5. Anfälliges. Alle, die Interesse für diese hochwichtige humanitäre Aktion hegen, werden wärmstens eingeladen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Ein abgehärteter Schwimmer. Am Dienstag gegen 2 Uhr nachmittags erblickten wir in dem bereits im Schatten liegenden Herrenbad an der Sann einen jungen Mann, der lustig im Wasser plätscherte, geradeso als ob nicht blendender Schnee die liebe Sann umrahmte, sondern sommer- JETZT liche Wärme. Zu unserem Erstaunen blieb er ziemlich lange im Wasser, um dann noch auf der Plattform gemütlich auf und ab zu spazieren. Gegen Schnupfen und sonstige Verkühlungen dürfte dieser Mann gewiß gefeit sein, wir zweifeln aber, daß er bei dieser Kälte Nachahmer seines eisigen Trainings finden wird. Einbruch ins Gymnasium und in die Umgebungsvoltsschule. In der Nacht vom 5. Februar versuchte ein unbekannter Täter durch die Hoftür in das hiesige Realgymnasium einzu-brechen. Als ihm dies trotz erheblicher Beschädigung der Tür nicht gelang, öffnete er mit Gewalt die Tür des Turnsaals und brach in die im ersten Stock liegende Direktionskanzlei ein, wo er geivaltsam die Tischfächer öffnete, offenbar um die Schlüssel zur Kasse und zu den anderen Schränken zu finden. Merkwürdigerweise rührte er aber nichts weiter an und ging ohne Beute wieder fort. In der gleichen Nacht erfolgte ein Einbruch in das Gebäude der Umgebungsvolksschule. Auch hier öffnete der Ein-brecher die Fächer des Schreibtisches, in denen sich außer anderem etwas Geld befand. Aber auch hier eignete er sich nichts an. Die hiesige Polizei hat umfangreiche Forschungen nach dem eigenartigen „Amateur" angestellt. Der kälteste Tag des heurigen Winters war in Celje der vergangene Dienstag. Das Ba-rometer zeigte am Morgen in der Stadt —12", in der Umgebung --13°. Die Kälte hat jedoch wieder bedeutend nachgelassen. Plötzlicher Tod auf der Strahe. Der 52-jährige pensionierte Bergmann Franz Predovnik aus Zavodna 136 ging am Dienstag früh mit seiner Frau und seinem Sohn in die Stadt, wo er am Gericht zu einer Zeugeneinvernahme erscheinen sollte. Als er zum Ende des Masarytkai gekommen war, wurde ihm plötzlich schlecht und er fiel zu Boden. Der herbeigekommene Stadtphysikus Herr Dr. Rebernik konnte bloß noch den Tod infolge Herzschlags konstatieren. Die Leiche wurde in die Leichenkammer des Spitalsfriedhofes überführt. Todesfälle. In Spodnja Hudinja starb die 68-jährige Fabriksarbeiterin Lucia Kajtner. — Im Allg. Krankenhaus starb der 22-jährige Sägewerks-arbeiter Anton Jurjeoec aus Vrbje bei Zalec. Stadtkino. Am Donnerstag, 12., Freitag, 13., Sonntag, 15., und Montag, 16. Februar: die große deutsche Tonfilmoperette „Ein Tango für dich". In den Hauptrollen Willy Forst und Cee Malten. Vorstellungen an Wochentagen um '/, 9 Uhr abends, am Sonntag um 3, 5, 7 und 9 Uhr abend?. Am Samstag ist das Kino wegen des „Dirndlballs" gesperrt. — Voranzeige: „Das Land des Lächelns" (Richard Tauber). Maribor Die erste Gemeinderatsitzung im heu-eigen Jahre findet heute Donnerstag zur üblichen Stunde im Sitzungssaal des Rathauses statt. Gründung eines Feuerbestattungs» Vereines in Maribor. Am vorigen Donnerstag fand hier die gründende Versammlung einer Filiale des Feuerbestattungsvereines „Ogenj" statt, auf welcher Herr Universilätsprofessor Dr. Zaornik aus Zagreb über die Ziele des Vereines und seine Ge-schichte vortrug. In den Ausschuß des Vereines wurden gewählt als Obmann Herr Direktor i. R Andres Zmaoc, als weitere Mitglieder die Herren Dr. Cernic, Dr. Reisman, Prof. Teply, Tinauer, Jelen, Erzen. Pelikan und Frl. Christine Dvorsak. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 15. Februar, findet um 10 Uhr vormittags der evangelische Gottesdienst im Gemeindesaale statt. Anschließend daran um 11 Uhr Kindergottesdienst. Rapidredoute 1931: „XYZ Sie werden lachen". Wie jedes Jahr veranstaltet der Sportklub Rapid am Samstag, dem 14. Februar 1931, d. i. am Faschingsamstag, in den Union-Sälen seine Redoute. Es kann ruhig gesagt werden, daß die Rapidredoute stets ein würdiger Abschluß unserer Faschingsunterhaltungen war. Auch heuer wird niemand den Fasching besser beschließen können als durch Teilnahme an dieser Standardveranstaltuna. Sie spielt sich heuer unter der Devise „XYZ S« werden lachen" ab. Was „XYZ" ist, wird erst auf der Redoute selbst verraten werden. Daß man darüber lachen wird, kann bereits heute als unum-stößliche Tatsache angenommen werden. Ob das Lachen besonders heute nottut, darüber herrscht wohl kein Zweifel. Möge der Alltag noch so trist sein, es werden des Lebens Mühen leichter ertragen, wenn ein herzbefreiendes, frohes Lachen dem Menschen neuen Lebensmut gewährt. Und wo soll das Lachen niehr zu Hause sein als im Reich« Karnevals? Der Sportklub Rapid setzt alles daran, um den Besuchern einen flotten Abend zu gewähr' leisten. Die Dekoration ist, wie alljährlich, an und für sich eine Sehenswürdigkeit und in Punkts Stimmung ist nicht zu befürchten, daß auch nur ein Besucher nicht auf die Rechnung kommt. Der künstlerisch arrangierte Maskeneinzug erfolgt um '/, 9 Uhr. Verbunden mit dem Feste ist eine Schönheitskonkurrenz, kurzum es ist für alles bestens vorgesorgt worden. Und nun, ihr Freunde und Gönner Rapids von weit und breit, eilt herbei, zur Faschingsredoute am Samstag! Schrecklicher Unglücksfall. Sonntag um die Mittagsstunde war die Aleksandrova cesta der Schauplatz eines schrecklichen Unglückes. Der älteste der Brüder Klemsche, der 48-jährige Platzvertreter Herr Franz Klemsche. kam mit seinem Dackel daher. Plötzlich fuhr das Hündlein bellend gegen ein daher-fahrendes Personenauto los. Um ein' Ueberfahren, werden seines Lieblings zu verhindern, stürzle Herr Klemsche diesem nach, um den Hund zu retten. Im Moment war das Unglück auch schon geschehe«. Der Türverschluß der Limousine stieß mit voller Wucht an die Nasenwurzel des Herrn Klemsche und riß diese buchstäblich heraus. Der Wagen blieb sofort stehen und überführte den Bedauernswerten vom Fleck weg ins Allg. Krankenhaus. Die vom Un-falle verständigte Rettungsstation entsandte augenblicklich ein Rettungsauto, das bereits nach einigen Minuten am Unfallsplatze erschien, jedoch ohne intervenieren zu können, wieder einrücken mußte. Herr Dr. Dernovsek nahm in den Nachmittag-stunden eine Operation und die Röntgenisierung vor. Herr Klemsche hat außer dem Verlust des Nasenbeines auch einen Bruch der Schädelbasis er-litten, ist dabei aber ständig bei vollem Bewußtsein. Dienstag nachmittags veranlaßten seine beiden Brüder die Uebersührung des Verunglückten mittels Eisenbahn ins Landeskrankenhaus in Graz. wo sie sich vom dortigen Professor Zangge noch Hilfe er-warten. Um Verwechslungen vorzubeugen, sei hier festgestellt, daß der, wie wir hoffen wollen, nicht tödlich Verunglück!« nicht der Vertreter der hiesigen Firma Rudolf Franz & Söhne ist, sondern sein Bruder, der 48-jährige Platzoertreter Herr Franz Klemsche. Wegen kommunistischer Umtriebe ver- urteilt. Vergangene Woche hatte sich der 30-jährige Bergbauingenieur Josef Hermanko vor de« Fünfersenat wegen kommunistischer Umtriebe zu vei-antworten. Auf Grund des vorliegenden Beweis-Materials wurde er zu 6 Monaten Gefängnis ver-urteilt. Versuchte Vergewaltigung. Samstag nachts wollte die in der Cankarjeoa ulica 14 wohn-hafte Lehrerin A. F. ihre Wohnung aufsuchen, als ihr ein Mann in den Hausflur nachsprang und sie xu vergewaltigen versuchte. Das Mädchen wehrte sich tapfer und schrie um Hilfe. Dank ihrer enerqi. schen Gegenwehr glückte es dem Sittlichkeitsverbrecher Seit! 4 Deutsche Zettung Rummer 13 nicht, sein Vorhaben auszuführen. Da mittlerweile auf die lauten Hilferufe des Mädchens Hausbe-wohner herankamen, suchte der Verbrecher sein Heil in rascher Flucht. Direktor ftoteoar, der am Abend in der Nähe des Hauses einen ihm verdächtigen Mann beobachtet hatte, machte sich im Verein mit dem Sohn des Hauseigentümers Herrn Viktor Hausmaninger sofort an die Verfolgung des der Tat verdächtigen Unbekannten. Da sich Herr Direk-tor Kocevar am Abend die Gestalt und Kleidung des ihm verdächtig erschienenen Individuums im Gedächtnis eingeprägt hatte, gelang es ihm, den Mann zwischen den Strajzenpasianten zu entdecken and im Verein mtt Herr Viktor Hausmaninger festzunehmen. Bei der Lionftontierung mit dem Lberfallenen Mädcken wurde er dann seiner Tat vollkommen überführt, da Spuren von Preiselbeeren an seinen Kleidern zu konstatieren waren. Das Mädchen hatte nämlich ein Glas Preiselbeeren im Arm gehabt, das bei dem Ringen im Hausflur «schlagen worden war. Bei der Polizei entpuppte fich der Sittlichkettsverbrecher als der polizeibekannte Malergehilfe Josef ctrtstl, der erst kürzlich bedingt au» der Hast entlassen worden war. Er hatte im vergangenen Jahre am Stadtfriedhofc ebenfalls eine Vergewaltigung versucht und wurde durch Passanten verscheucht. Dieser Versuch trug ihm da-mals 18 Monate Kerker ein. Nun wird er außer dem Rest der ihm bedingt erlassenen Strafe noch eine Reihe von Monaten hinzubekommen. Ptuj Die Sensation des heurigen Faschinas dürste wohl die Maskenredoute des Sportklubs Ptuj werden, die am Faschingmontag, dem 16. »ebruar, in den Räumen des Vereinshauses statt-findet. Die Tanzmusik wird eine Jaz;-Kapelle aus Maribor besorgen. Große lleberraschungen dürften die bereits angemeldeten Maskengruppen bringen. Gewählt wirb auch die Miß Ptuj, desgleichen sind werwolle Preise für die schönsten Masken ausge-schrieben. Mit dem Versand der Einladungen wurde bereits begonnen: sollte jemand aus Versehen eine solche nicht erhalten, wird gebeten, dies der Vereinsleitung bekannt geben zu wollen. Diamantene Hochzeit. Der seinerzeit bei der hiesigen Firma Oskar Marik als Buchhalter tätig gewesene Herr Josef Krainitz . feiert dieser Tage im Alter von 83 Jahren in Cakovac das Fest seiner diamantenen Hochzeit. Dem Jubelpaar die herzlichsten Glückwünsche! Ueberfall aus einen Gemeindevorsteher. Am Sonntag, dem 1. Februar, abends wurde der Gemeindevorsteher Franz Ra^l in Rogoznica das Opfer von unerhörten Rohheiten einiger Wüstlinge aus Spuhle, die offenbar aus Rache in der Absicht nach Rogoznica kamen, um Rasl zu überfallen. Es waren dies die Besitzers-söhne Johann Poposek, 29 Jahre alt, Simon Meglii, 22 Jahre, Golob Franz, 25 Jahre, ferner die Brüder Krajniii Johann und Konrad, bereits alle vorbestraft und notorische Raufer. Als Raöl gegen 8 Uhr abends in seinem Zimmer mit Schreibgeschästen tätig war, erschien überraschend eine Gruppe von Männern vor dem Fenster und begann mit nicht wiederzugebenden Worten den Raöl zu beleidigen und herauszufordern, worauf dieser auch aus dem Hause trat, um Nachschau zu halten, was eigentlich da vor gehe. Im selben Augenblick« stürzten mehrere Männer auf ihn und schlugen ihn zu Boden, wo sie den Ueberfallenen mit Messern. Regenschirmen und Stöcken bearbeiteten, um ihm schließlich das Gesicht mit Kot zu beschmieren. Rasl erhielt einen Messerstich gegen die Lungen, erlitt einen Rippenbruch und auch sonst schwere Ver-letzungen, deren Heilung voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Die Gendar-merie hat die Täter bereits eruiert und dem Be-ürksgerichte eingeliefert. Mit Rücksicht auf ihre stete Beunruhigung der Bevölkerung dürften sie hoffent-lich der strengsten Strafe teilhast werden. Hasenliebhaber. Es wird wahrlich wenige Gegenden geben, wo den Jagdpächtern und deren Aufsehern die Wilderer soviel zu schaffen geben als eben am Draufelde, vorwiegend aber in der Um-gebung von Ptuj. Kaum tritt die Jagdsaison im Herbste ein, da sind schon zahlreiche unerwünschte Jagdgäste an der Arbeit, unter denen sich be-rühmte Professionswilderer befinden, die sich von keiner Sttafe abschrecken lassen. Vor einigen Tagen mußte sich beim hiesigen Gerichte neuerdings eine Reihe von solchen Wildem« aus StaroTince verantworten. die vom Richter Herrn Dr. Muha zu recht empfindlichen Strafen verurteitt wurden, und Sar die Besikerssöhne Johann Horvath zu zwei onaten, Josef Mesaric, Stefan Bombek und Stefan Mcdved zu je einem und Fajfar Franz zu drei Monaten Arest, während weitere Verurteilungen im Zuge find. Obengenannten hatte man nachgewiesen, daß sie in den Starosincen-Waldungen große Mengen von Schlingen für Hasen gelegt hatten, denn der Jagdaufseher Kirbis konnte gleich einen Rucksack voll Schlingen dem Richter zum Beweise vorlegen. Run sind diese agilen Wilderer selbst in die Schlinge geraten. Aus JSgerkreisen. Der hierortige bekannte Jagdaufseher Herr Joses Wauda feierte dieser Tage seinen 73. Geburtstag. Genannter war seinerzeit Hochgebirgsjäger in Admont sowie in Ungarn. Seit Jahrzehnten versieht der heute noch in voller Rüstigkeit stehende Rtann die Stelle eines Jagd-aufsehers im Jagdrevier. Genannter hat im Laufe der Jahre .">6 Stück Fischotter gefangen. Herr Alknida ist auch heute noch aktives Mitglied der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Aus der Geschäftswelt. Dieser Tage ist Herr Dr. Visenjak mit seiner Kanzlei aus der ! Vosnjakova ulica in das Haus Jakob Matzun (Scharner) in der Panonska ulica übersiedelt. Herr Scharner hat seine Kanzleien in den rückwärtigen Teil seines Hauses verlegt. Voranzeige. Wie man uns mitteilt, konzer-tiert ab 21. Feber im Eaft „Europa" das bekannte Künstler-Trio Santo S»rpo. Konzerte finden täglich um 8 Uhr abends sowie an Sonn- und Feiertagen von 5 Uhr nachmittags an statt. Die letzten Schneeverwehungen brachten auch auf der Rnchsstraße Maribor-Ptuj Verkehrs-stömngen mit sich. Die Autobusse der Unternehmung Lininger blieben infolge der Schneeverwehung auf der Strecke, d. i. zwischen Sv. Miklavz-Loka, in den Schneemassen stecken. Trotzdem die Schneepflug« des Draubanats auf den Ettaßen Maribor - St. Jlj Maribor-Slov. Bistrica vergriffen waren, gelang es unseren Straßenmeister Herr Franz Smrekar, der sich einen Schneepflug der Gemeinde So. Miklavz zur Säuberung ausborgte, noch am Sonntag, diese Fahrstraße von den Schneemassen zu befreien. Dem raschen Eingreifen des Genannten gebührt volle Anerkennung. Die Autobusse verkehren nun wieder regelrecht. Dinarfalsifikate. Dieser Tage find hier Falsifikate von 1-Dinarstücken im Verkehr aufgebracht. Diese Hartgeldstücke sind gegossen und unterscheiden fich von den echten dadurch, daß sie etwas kleiner und recht dünn sind. Todesfälle. In Graz ist am 7. Februar Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Hermann Walten im Alter von 58 Jahren gestorben. Der Verstor bene war seinerzeit Bezirksrichter in Ptuj und ist ein Schwager des hiesigen Weinhändlers Herrn Paul Ornig. Das Begräbnis fand am Montag, dem 9. Februar, in Graz statt. Unser herzlichstes Beileid! — In Wien ist Frau Sylvia Trubels Gattin des bekannten Kunstmalers Herrn Otto Trubel, im Alter von 46 Jahren gestorben. Die Einäscherung fand am 10. Feder in Wien XI. statt. Unser herzlichstes Beileid! Begräbnis. Am 8. Februar wurde die 82-jährige Besitzerswitwe Frau Theresia Brencic geb Lesnik, Mutter des hiesigen Bürgermeisters Herrn M. Brencic, am Friedhofe in Rogoznica zur letzten Ruhe bestattet. _ Sport Skirennen des Skiklubs Celje. Der Skiklub Celje hätt am 15. Februar sein Skirennen um die Meisterschaft des Klubs ab. und zwar auf der Strecke von der Celjska koca nach Ävre. Gefahren wird nach den Statuten des JZSS, und zwar in folgenden Kategorien: a) Senioren über 18 Jahre; b) Junioren bis 18 Jahre; c) Damen. Die Länge der Strecke bettägt für die Senioren beiläufig 18 km, für Junioren 8 km und für Damen 5 km, letztere zwei jedoch mit Start und Ziel in Äore. Das Losen der Nummern sowie die Beschreibung der Rennstreke findet eine Stunde vor dem Rennen, für Senioren in der Celjska koca und für Junioren und Damen in Store im Gast-hause Abrittet, statt. Start für alle Klassen am 15. Februar 1931 um 13 Uhr. Anmelbungen übernehmen die Herren Erwin Gramer und Edo Paidasch. Schluß der Anmeldungen am 14. Fe-bruar bis 18 Uhr abends, spätere Anmeldungen werden nur mit einem doppelten Einsatz spätestens eine halbe Stunde vor dem Start angenommen. Alle Rennfahrer(-tnnen) müssen bei dem JZSS verifiziert sein. Nenngeld 10 Din. Preis«: Senioren: 1. eine Silberplankette in Marmor: 2. ein Paar Ski: 3. Medaille. Junioren: 1. ein Paar Ski: 2. Medaille. Damen: 1. Silberplankette in Marmor 2. eine Silberdose; 3. Medaille. Der Sieger in der Seniorenklasse ist Klubmeister für das Jahr 1931. Die Verteilung der Preise so-wie Kundmachung der erreichten Resultate finde: am gleichen Tage nach dem Rennen im Kasthause Adrinek statt. TELEPHON 141 So lange der Vorrat reicht HOhZ \ Unsere großen Vorräte an Buchen-Brennholz müssen wir verkaufen und setzen deshalb den Preis so tief herab daß tatsächlich das Heizen mit Holz billiger kommt als der Kohlenbrand Nützen Sie die Gelegenheit — wir liefern 1 Wagen von 1000 kg aufw. Ia Buchenbrennholz, trocken und geschnitten, franko Haus mit Din 24.—, unter 1000 kg mit Din 26— per 100 kg, gegen bare Kassa M.OSWATITSCH, CELJ E S!= iÄÄÄ'Ä Schöne Maskfiikostümc in aehr grosser Ai s wähl vorhanden, verleiht zu niedrigen l'roieien Alt na Staudliiger, Aleksandrova ulica7. iiurlilia«tuiig$beamter mit langjähriger Praxis, mit sämtlichen Büroarbeiten sowie auch Aus-sendienst vollkommen vertraut,sucht Vertrauensstellung. Gest. Zuschriften an die Verwaltung d. Bl. 3600» Lehrjunge aus gutem Hause, mit entsprechen-der Schulbildung, findet bei freier Kost und Wohnung Aufnahme bei M. Berdajs, Spezerei- und Samenhandlung in Maribor. Kostplatz für 16jähr. 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