präuameraliou» - Preise: Kür Lai dach Gau„ahrlg . . . 6 st. — Ir. Halbjährig . . . S . — . Merleljährig. . . l „ SV » Mouailia . . . — „ SV , Mit der Post: Ganzjährig . . . 9 fl. — kr. Halbjährig . . . » . So , Vierteljährig. . . i , 2L , Für Zustellung in« Haus vierteljährig SS kr., mvnallich s kr. Laibacher Si»>elnc Nummern S kr. Tagblatt. Anonime Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion: Bahndolgafie »tr. 13» Lkpedilioo und Zuseral««-üarraii: »ougreßfla? Nr 8l (ivuchhandlui g von I. v. Kleinmavr L F.Bamberg. ZllskNiollrprrisr: Für die einspaltige Petitzeile L kr. sei zweimaliger Einschaltnng k 5kr. dreimal a 7 kr. InsertionSstempel jedeSmal so kr. «ei größeren Inseraten und öfterer ikinschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 12. Montag, 17. ^anner. — Morgen: Priska. 1870. Rede des Grasen Anton v. Auersperg. Bei der Adreßberathung des Herrenhauses bildete einen Glanzpunkt der Debatte die Rede unseres Landmannes Graf Anton Auersperg, aus dessen Feder die Adresse geflossen war und der als Berichterstatter das letzte Wort in der Generaldebatte hatte. Wir entnehmen daraus die wichtigsten Stellen, deren überzeugende Argumente in dem Vaterlande des gefeierten Redners einer nachhaltigen Wirkung sicher sein können: Eine Lersassnng — fuhr der Redner nach einer kurzen Einleitung fort — ist zu gleicher Zeit eine Schranke und ein schützender Wall für eine freiheitliche, geistige und materielle Bewegung im Innern. Ihr bester Schutz ist die Rechtskontinuität und die allseitige Rechtsachtung. Die Achtung vor dem Gesetze aber ist in Oesterreich in bedauerlicher Weise heruntergekommen. Ich werde erinnert an die Zustände des eigenen Landes durch den Schmerzensschrei, der aus Spanien aus dem Munde des edlen Republikaners Castelar herüberdringt, indem er ausruft: „Die Grundlage unserer Wirren ist der Mangel an Achtung vor dem Gesetze, und wir leiden daran, weil wir sie überkommen haben in dem Beispiele der Regierung!" Auch wir sind in einem ähnlichen Falle, wenn wir zurückblicken auf die Zeit, wo cs möglich war, daß zu Gunsten eines Regie-rungsgünstlings über Nacht ein Gesetz geändert werden mußte. Ich zitire die Worte eines ändern verehrten und berühmten Mannes, welche auch diejenigen, nach deren Geschmack die bestehenden Gesetze nicht sind, anffordern und veranlassen sollen zu deren ängstlichster und gewissenhaftester Beachtung. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Grant, welcher in seiner Antrittsrede folgende Worte sagte: „Gesetze sind bestimmt, über alle zu herrschen, sowohl über jene, deren Beifall sie haben, als über jene, die ihnen widerstreben." Er fügt aber noch weiter bei: „Es gibt keine wirksamere Methode, die Zurücknahme schädlicher Gesetze zu sichern, als die genaue Durchführung derselben." Kann man aber sagen, daß die Lersassung vom Jahre 1867 wirklich in harmonischem Geiste durchgeführt worden ist? Kann man nach all' den Wahrnehmungen, die zu machen man über die Diskordanz im Schöße der Regierung Gelegenheit hatte, sagen, daß die Durchführung eine nicht glückliche war und daß die Verfassung die Probe nicht bestanden hat? Das kann man mit gutem Gewissen nicht sagen. Was ist der Grund des Wunsches nach Ver-fafsnngs-Aenderungen? Man sagt, es fehle ihr von mehreren Seiten die Anerkennung. Hat aber ein Gesetz eine solche Anerkennung unumgänglich nöthig? Jedes Gesetz kehrt seine Spitze vor allem gegen diejenigen, welche außerhalb des Gesetzes zu stehen meinen und sich außerhalb desselben stellen. Die Gesetze zum Schutze des Eigenthums, die Zoll-gesetze werden von sehr vielen nicht anerkannt (Heiterkeit) ; soll man diese Gesetze so lange umarbeiten, bis sie die Anerkennung der betreffenden finden? (Große Heiterkeit.) Dann wird gewiß jenen nicht gut gedient sein, die durch sie geschützt werden sollen. Ich wollte durch diesen Vergleich durchaus nicht verletzen, allein das zutreffende besteht wesentlich darin, daß diejenigen, die außerhalb der Ver-fafsungSgesetze sich gestellt haben, denselben auch die ^ Anerkennung versagen. Wie wäre nun diese Anerkennung zu erreichen ? Es ist schon heute nachge-' wiesen worden, daß cs kein Zauberwort gibt, um alle dic verschiedenen Parteien zufriedenzustellen, daß, wenn hie und da eine Partei zufriedengestellt werden könnte, gewiß die anderen umsoweniger zufrieden wären. Die Achtung des Gesetzes und namentlich der Verfassungsgesetze besteht aber darin, daß man eben die Aenderungen an und aus ihrem eigenen Boden , vornehme und zu diesem Zwecke bestimmte Anträge und Wünsche sormulire, und daß man das Ziel klar ersichtlich vor Augen habe. Ich kenne einen Mann, der bis vor kurzem den König von Preußen nicht anerkannt hatte, sondern mir ausdrücklich versicherte, er kenne nur den Kurfürsten von Brandenburg — das ist ein harmloses Vergnügen. Wenn aber der König von Preußen eine diplomatische Mission an den Betreffenden ab' gesandt hätte, um seine Anerkennung zu erwirken, dann würde der Mann von seiner Bedeutung erfüllt worden sein und wahrscheinlich auch Bedingungen gestellt haben. Allein Preußen ist ohne ihn seinen Weg gegangen. Sind die Schwierigkeiten der Situation, ist die Hartnäckigkeit der Gegner der Verfassung, ist der Glaube an ihre Bedeutung und an ihr Gewicht nicht wesentlich gefördert und erhöht worden dadurch, daß man außerhalb der Verfassung AnerkennungS- und AuSgleichSocrsuche mit ihnen angestellt hat? (Beifall.) ES hat ein Wortführer der Minorität erklärt, den Föderalismus perhorreSzire auch die Minorität -allein es beständen Besonderheiten der Länder, welche beachtet und auch in der Verfassung verwirklicht zu werden berechtigt sind. Aber diese Wünsche finden ja in der Verfassung ihre Beachtung; sie können auch im Rahmen der Verfassung vorgebracht werden und werden dann auch ihre Beurtheilung finden. Ich würde aber dann weiter fragen, ob es in dieser Richtung möglich ist. die widerstrebenden Wünsche zu befriedigen und doch die Interessen des Reiches zu wahren nnd unverletzt zu erhalten? Für jene Bestrebungen, welche sich außerhalb der Verfassung bewegen, ist die beste Politik das Jgnoriren; wenn sie aber gesetzwidrig auftreten, dann bietet das Gesetz selbst die Mittel, sie zu bekämpfen. Die böh. mische Deklaration stellt es ganz klar hin, daß man einen böhmischen Staat wolle; sie greist da in eine Vergangenheit zurück, welche in ihrer Konsequenz selbst den Deklaranten nicht angenehm wäre; denn Jeuilleton. Der Schmuck. Original-Roman von Anton Heinrich. Erster Meil. 5. Ange klagt. (Fortsetzung.) Baron Eichhart war allerdings ein heftiger Charakter, wie er dieses einst dem Lord Lamborough versichert hatte, ja noch mehr, ein Sturm in seinem Innern zog nicht so bald in die Ferne, wie bei gewöhnlichen Menschenkindern. Schon in seiner frühesten Jugend hatte sich die Tiefe seines Wesens gezeigt; er verheimlichte, was seine Brust durchwühlte, doch konnte jedermann in dem größeren Ernste seiner Stimme die innere Veränderung lesen, zu heucheln vermochte er nicht. Der junge Baron bewies sich aber auch als echt deutscher Aristokrat; wo es nur anging, richtete er selbst und duldete keine Widerrede. Seinem Reitknechte hatte die Kam- merzofe einen Korb gegeben, von diesem Augenblicke floh von dem armen Mädchen das Glück. Bald ging etwas aus der Garderobe der Baronin verloren, bald kam es erst vom Tanz aus der Dorsschenke, als das Schloßthor schon längst gesperrt war, und einmal, dic Baronin wollte sich eben zu einem Balle anziehen lassen, taumelte das pflichtvergessene Geschöpf sogar betrunken durch das Zimmer. Darüber machte sich der Reitknecht lustig nnd er rief das ganze Schloß herbei. Baron Eduard aber, der eben vom Felde nach Hause gekommen war und mit der Gerte schnalzend über die Stiege eilte, ließ sich den Vorfall kurz erzählen, und noch war die Geschichte nicht zu Ende, als er fast außer sich dem Reitknechte die Peitsche ins Gesicht schlug und sich den erstaunten Eltern gegenüber rechtfertigte: Er hat sie trunken gemach!, ich beobachte den Schurken schon lange. Und damals hatte Eduard erst neun Jahre gezählt. Nach dem Tode seiner Mutter hatte ihn der Vater in die öffentliche Schule geschickt, aber auch hier trat das herrische und gebieterische Wesen des jungen Barons bald zu Tage. Wenn er auch mit seinem Urtheile zurückhielt, so zeigte er doch jedem seiner Mitschüler offen, was er von ihm denke, und wurde verhaßt. Noch greller trat diese Ungefügig-keit auf der Universität zu Tage. Dem Genosfen-schastSgeiste, dem demokratischen, freien Studenten-thum mit seinem offenen, unumwundenen Urtheilr versagte Eduard seine Huldigung nicht, aber seine , Natur verwarf allen Schein. Las er doch LefsingS Werke mit besonderer Vorliebe! Und so kam es daß er bald alle diejenigen zu Feinden hatte, welche die Poesie des Burschenlebens über die Grenzen des Unschädlichen Hinaustrieben. Ex ;„g sich von ihnen zurück, nur wenige blieben fein- Freunde, aber sie hingen um so fester an ihm. Die übrigen warteten mit zitternder Wuth auf Gelegenheit, ihm den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Seine Freunde warnten ihn, er übte sich daher ebenso fleißig in den Waffen, wie in den Wissenschaften. Man fürchtete ihn und mied Skandale. Und als sein Vater die besorgten Augen schloß, machte Eduard seinem Oheim in Wien keine Einwendungen , als ihm dieser den Eintritt in das österreichische Heer proponirte. Ja, er hoffte sogar, hier die Ssäre zu finden, für welche die Natur ihn geschaffen habe, den Kreis, welcher seine Unverhvlenheit nicht nur anerkennen, sondern auch man kann einen geschichtlichen Moment nicht so zerreißen, daß man sich gewisse Zustände hcrausnimmt und die anderen fallen läßt. Nun möchte ich doch fragen, ob die 80 Deklaranten ans Grundlage des einst bestandenen Staatsrechtes sich selbst als Vertreter des Königreiches Böhmen ansehen können, und ob sie überhaupt die Möglichkeit gehabt hätten, eine solch: Deklaration abzugcben ? _______________________(Schluß folgt.) ^___________________ Aus Rom wird bestätigt, daß wirklich ein Italiener das Wagestück unternommen hat, sich in der Verkleidung eines griechischen Bischofs in die Konzilshalle zu schleichen, um, von einer durch einen Vorhang verborgenen Stelle aus, den Wortlaut der Verhandlungen zu vernehmen. Die Stenografen dcs Konzils, fämmtlich Geistliche, wurden, weil manches (namentlich die Rede des Bischofs Stroßmayer) in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, was man gern verborgen gehalten hätte, einer zweiten Vereidigung unterzogen, und die Bischöfe werden durch die „Unitä Eattolica" daran erinnert, „daß sie ja durch das Beichtsiegel ans Geheimhalten gewöhnt sein müssen." Thatsache ist, daß der Korrespondent der „Times," der früher immer sehr viel über die Verhandlungen in Erfahrung brachte, seit acht Tagen gar nichts mehr zu erzählen weiß, daher er wohl seine Quelle verloren haben wird. Der Einlaß zur Engelsburg ist in Folge eines Vorfalles von sehr verdächtiger Natur erschwert. In einer der letzten stürmischen Dezembernächte wurde ein vereinzelter Zuaveuposten plötzlich angepackt und bedeutet, er sollte dem „unschuldig" vergossenem Blute Monti'S und Tognetti's als Sühne fallen. Der Sprecher suchte feinen Karabiner auf ihn obzufeuern, doch der neue Mechanismus wollte der ungelenken Hand nicht gehorchen, so daß der Zuave Zeit zur Flucht gewann. Der andere, ein Inländer und Artillerist, wurde ergriffen; erscheint noch Schlimmeres vorgehabt zu haben. Ma» kann nicht ohne Schauder an die Möglichkeit eines vcr-rätherischen Attentates auf die großartigen Pulver-vorräthe der Engelsburg denken, deren Explosion den ganzen Vatikan vernichten würde. Der Mord in Auteuil. Paris, 13. Jänner. Unser gestriger Bericht über das Leichenbegsngniß Viktor Noir's erheischt, so schreibt die „Französische Korrespondenz," in einem Punkte eine Berichtigung: Es scheint, daß am Grabe doch einige kurze Reden gehalten worden sind, wenngleich es keinem Zweifel unterliegt, daß dieselben nur lieben würde, weil sie Gutes, Nützliches bewerkstelligen konnte. Aber ach, wie sehr hatte er sich getäuscht! Jeder seiner Kameraden war mit Zorn erfüllt gegen Heuchelei, Duckmäuserei und Beschö-nigungölust, aber sobald einer einen Bericht abfaßte, war er darauf bedacht, seinen Zug, seine Kompagnie, fein Bataillon, sein Regiment nach oben hin so rein, so geordnet als nur immer möglich darzustellen, so wenigstens kam eö dem Baron vor, und was er dachte, sprach er auch unverholen auS, wenn eben die Rede sich dieses Gegenstandes bemächtigte. Anfangs erregte ein so neues Ver-halten die Bewunderung seiner Kameraden, bald aber zogen sie sich von ihm zurück, nur wenige wagten es, für seine Freunde zu gelten. Eduard lernte schweigen, aber je fester die Zunge hinter den Lippen saß, desto tiefer stieg der Widerwille in seine Seele, und mit dem Ausruf: Ich passe nicht für die Welt, suchte er die Bücher hervor und mied, so oft er konnte, die Gesellschaft. Nur Damen gegenüber klärte sich sein finsterer Blick vertrauungs-voller wieder auf. Man nannte ihn den Kopfhänger, den Gelehrten, und vielen war es eine Art Genugthuung, von ihm jetzt ein Verbrechen erzäh-en zu können, denn ihre schlechte Meinung über von den nächsten Umstehenden gehört und beständig durch das Drängen und Geschrei der Massen unterbrochen und iiberläubl worden sind. So hätte ein Milrebakleur der „Marseillaise" gesagt: „Der Kelch ist voll; der letzle Becher Blutes ist von Bonaparte vergossen worden. Rache für das Verbrechen! Rache! Rache! Und das Menschemneer hätte einstimmig ge-aniwortet: „Rache!" Dann hätte ein zweiter das Wort ergriffen und unter anderem gesagt: „Wir müssen uns des Bonaparte entledigen. . . . Obgleich die Familie Noir's nicht gestattet hat, daß man seine Reiche nach Paris bringe, wollen wir ihm doch noch ein anderes Begräbniß bereiten." Und wieder wäre der Ruf nach Rache erschollen. Endlich hätte Ulric de Fonvielle ausgerufen: „Bor dem hier versammellen souveränen Volke schwöre ich, daß mein unglücklicher Freund Viktor Noir in meiner Gegenwart von einem Bonaparte ermordet worden ist, und zwar ohne irgend welche Aufreizung von seiner Seite." Die Befürchtung, daß es dann bei der Heimkehr noch zu Reibungen mit der Polizei kommen könme, war leider keine unbegrüudeie. Äls die ersten Züge unter Absingung der Marseillaise an der Porte Maillot ankamen, wurden sie von mehreren Pelotons Stadtsergeanten empfangen. Es kam zu einem Zusammenstöße, die Trommeln wurden gerührt; die Stadtsergeanien machten Front und drangen in die Menge ein, während Pariser Garde, Gewehr im Arm, heranmarschirte. Mehrere Personen wurden verwundet. Das Gros des Hausens setzt den Weg durch die Avenue de la Grand' Armee fort; an dem Triumpfbogen angekommeu, überstieg es die denselben umgebenden Kelten, und aus tausend und aber lausend Kehlen erschallte der Ruf: „Es lebe die Republik!" und weiter geht es unter den Klängen der Marseillaise durch die elisäischen Felder. An dem Rond-Point Halle ein Regiment berittener Jäger, von einem Brigade-General befehligt, Posto gefaßt, und eben kam vom Stadthause eine Kompagnie Naüonal-garde des Weges. „Es lebe die Nationalgarde!" ruft die Menge, und- mehrere Gardisten amworten, indem sie ihre Czakos auf die Gewehre pflanzen: „Es lebe das Volk!" Beim Industrie-Palast wurde dem Zuge von einer Abteilung Kavallerie förmlich der Weg gesperrt; die Trommeln wurden gerührl und drei Aufforderungen erlassen; auf die dritte stob die Menge auseinander. Ein Theil verfuchle sich nach dem Palais Bourbon zu werfen. Aber an der Kou-kordieubrücke wurde er von Siadlfergeanlen empfangen und auseinaudeigesprengt. Rochesori, dessen Wagen die ganze Strecke von Neuillv bis zum Jndustrie-palast im Schrill und unicr unzähligen Hochrufen auf ihn und die Republik zurückgelegt Halle, mußte jetzt aussteigen und das Volk ermahnen, sich keinem Gemetzel auszusetzen und ihn ungehindert nach der Kammer ziehen zu lassen, wo er seine Pflicht thun werde. Er erzählte später, daß sein Wagen schon zuvor von Sladtscrgeanten angehalten worden war; er habe sich zu erkennen gegeben und sich auf seine Unverletzlichkeit als Abgeordneter berufen, Gleichviel, hätte man ihm erwidert, wenn sie Widerstand leisten, so wird man auf Sie schießen wie auf die anderen. Inzwischen hatten sich von der auseinandergejagten Menge am Eingänge der Rne de Rivoli wieder stärkere Gruppen gebildet; die einen zogen an den Tnilerien vorüber nach dem Stadthause und brachen vor demselben in die Ruse aus: „Zum Tode mit dem Mörder! Es lebe die Republik! Es lebe Rochefort!" Die anderen nahmen ihre Wege über die großen Boulevards und saugen von neuem die Marseillaise. Bis spät nach Mitternacht zuckten alle Mittelpunkte der verschiedenen Quartiere von Paris in fieberhafter Aufregung; vor den Zeitungsbuden, auf der Place de la Bourse, vor den Bnreanx der „Marseillaise" in der Rne Aboukir bildeten sich unaufhörlich neue Gruppen. Es werden Witze gerissen und der Gassenhauer von den Pompiers de Nanlerre hat die Marseillaise abge-lvst. Die öffentlichen Versammlungen, welche des Abends stattfinden sollten, waren von der Behörde verboten worden. Die militärischen Vorkehrungen für diesen Tag waren, wenn man dem „GanloiS" glauben darf, noch großartiger als am 26. Oktober. Man hatte eine ganze aus 16 Schwadronen von >e 120 Pferden bestehende Kavallerie-Division aus Versailles und eine Schwadron Garde-Kürassiere aus Meaux herangezogen; das Fort von Vincennes hatte 4 Batterien von je 6 Geschützen geliefert; zwei auS Satory herbeiaernfene Garde-Zuaven-Bataillone bewachten die Tnilerien, und selbstverständlich waren alle Truppen in den Kasernen consignirt. Menschenleben scheint der Tag nicht gekostet zu haben; verwundet wurden, wie schon erwähnt, mehrere Personen an der Porte Maillot, dann auf dem Boulevard de Sebastopol, wo man wieder versucht haben soll, eine Barrikade zu bauen. Man liest in der „Gazette des Tribunaux": Die Anklagekammer des Slaalsgerichlshofes hat ihre erste Sitzung gehalten. Der Präsident d'Oms ernannte die Greffiers vom Kassation«- nnd vom Appellhofe zu Greffiers. Nachdem die Kammer so konstiluirl war, stellte der Staatsanwalt seine Anträge, und zwar auf Versetzung des Prinzen Peter Napoleon Bonaparte in Anklagezustand unter der doppelten Anschuldigung des freiwilligen Todtschlages, begangen an der Person des Herrn Viktor Noir, und des versuchten Todtschlages, gerichtet auf die Person deö Herrn Ulric de Fonvielle. Nach diesem ersten Akle verfügte sich Herr d'Oms in Begleitung der beiden Greffiers nach der Conciergerie, um den Prinzen Bonaparte zu vernehmen. Während seinen Charakter Halle ja, wie sie glaubten, eine Rechtfertigung erhalten. Nun traten auch die wenigen feiner Anhänger vor der Macht der allgemeinen Stimmung fnrchtsam zurück. — Nur der Untersuchungsrichter, der Auditor Schon, ein Mann, der seine Univcrsitätsstudien nicht allein den Para-grasen der Gesetzbücher gewidmet Halle, bezeugt: dem Baron lebhafte Theilnahme. Er kam öfter in das Zimmer der Arrestanten, als seine Pflicht es verlangte, und versicherte demselben, nicht ruhen zu wollen, bis seine Unschuld vollständig erwiesen sei. Der Lieutenant achtete nicht auf die freiwillig geschenkte Theilnahme, jedes Geschenk war ihm von jeher verhaßt gewesen und in seiner jetzigen Lage glaubte er nicht an das Menschenherz. Ist es nicht traurig genug, daß meine Unschuld erst erwiesen werden muß? sprach er bitter. Gewiß, entgegnete der Auditor, und für mich bleibt es doppelt unangenehm, an der Reinheit ihres Herzens zweifeln zu müssen. Sie erfüllen Ihre Pflicht, freilich die erbärmlichste, die einem Menschen zufallen kann. Im Grunde genommen doch nicht. Denn angeklagt sind Sie einmal, und mir fällt nun die Ausgabe zu, die Anschuldigung von einem Mann hiliwegznwaschcn, den ich seil Jahren beobachte und den ich hochzuschätzeu gezwungen bin. Der Baron verneigte sich, aber um seine Mundwinkel fpiclle ein bitteres Lächeln. Es ist mir, fuhr der Auditor fort, nicht genug, die Lossprechung u>> inst»>U.ig, zu erwirken, denn — Q ich weiß, fiel ihm der Licrucnant in's Wort, daß ein a»i diese Weise Gerechtfertigter nicht weiter dienen darf, er ist verurtheilt. — Daher muß Sorge getragen werden, unwiderlegliche Beweise Ihrer vollsten Unschuld herbeizuschaffen. Der Prozeß — der Prozeß gilt Leben oder Tod, vollendete Eichhart, und seine Augen funkelten unheimlich. Mit großem Widerstreben ließ sich der Baron herbei, dem Auditor Rede und Antwort zu stehen. Jede Frage dcs wohlmeinenden Mannes schien ihm ein Druck auf seine Seele, die in den Schlamm dcs Verbrechens niedergetreten werden solle. Aber was helfen uns Gefühle gegen grausame Nothwen-digkcit! Eichhart mußte Mittheilungen machen, und so wurde der Auditor über die Sachlage genau in-formirt, ehe noch die gerichtliche Untersuchung begann. (Fortsetzung folgt.) dieses Verhörs, welches über zwei Stunden dauerte, ließ er den Revolver des Prinzen und den des Herrn de Fouvielle, ferner den auf dem Schauplatz der That zurückgelassenen Hut und Stockdegen holen. Die Schießwaffen waren geladen; sie sind von mittlerem Kaliber und beide sechsläufig. Die Vernehmung der Zeugen ist auf heute 11 Uhr angesetzt. In der That ist Herr Ulric de Fonvielle mit dem Prinzen Bvnaparte heute koufrontirt und sind dann noch zehn Zeugen vernommen worden. Der Kaiser besuchte heute in Begleitung der Marschälle Bazaine, Canrobert und des Generals Bonr-baki die Militärschule und die Kasernen am Quai d'Orsay und gegenüber dem Stadthause. Er besichtigte allenthalben die Truppen und hielt Ansprachen, über welche sehr bedrohliche, aber nicht verbürgte Versionen im Umlauf sind.________________________ Politische Rundschau. Laibach, 17. Jänner. Die „N. Fr. Pr." schreibt: In später Abendstunde (des 15.) hören wir, daß Se. Majestät der Kaiser die Demissions-Gesuche der Minister Graf Taaffe, Graf Potocki und Dr. Berger heute angenommen hat. Die Publikation der a. H. Handschreiben ist in den allernächsten Tagen zu erwarten. Eine Entscheidung über das Interimistikum, welches noch während der Adreßdebatte des Abgeordnetenhauses bestehen wird, fehlt noch. Die Neubildung des Ministeriums wird nnmittelbar nach der Adreßdebatte vor sich gehen. In den KlubbS beider Linken des Abgeordnetenhauses wurde beschlossen, während der Adreßdebatte aus alle Amendements zu verzichten und die Tintische Adresse unverändert anzunehmen. Eine widernatürlichere Situation als die jetzige für das parlamentarische Regime konnte wohl nicht ersonnen werden, und Graf Beust, der übrigens nun seinen Reichenberger Wählern geantwortet hat, mag stolz darauf sein, mit wie viel Erfolg er das Ministerium und den Parlamentarismus in Oesterreich ruinirt. Siegesbewußt verkünden es feine Trompeter theils telegrafisch, theils brieflich in allen Pro-vinzblättern: Die Stellung des Grafen Beust ist durch die Kris- nicht nur nicht erschüttert, sondern befestigter denn je! In der samstägigen Herrenhaussitzung wurde der Minoritätsantrag, welcher die Versassungs-revisi on empfiehlt, bei namentlicher Abstimmung mit 57 gegen 27 Stimmen verworfen. Bezüglich der direkten Wahlen wies Lichtcnfels die Kompetenz des ReichsratheS bezüglich der Festsetzung der direkten Wahlen ohne Zustimmung der Landtage nach. Der Majoritätsantrag wurde unverändert angenommen. Die Adresse wird dem Kaiser durch das Präsidium im geeigneten Wege zugemittelt werden. Graf Beust hat die Adresse der Reichenberg er Handelskammer durch ein ausführliches Schreiben beantwortet, worin als Ziel seiner Wünsche kein anderes bezeichnet wird, als die „Versöhnung" aller unter dem Szepter des Kaisers lebenden Völker, welches Ziel er durch Preisgebung der Verfassung und des deutschen Elementes nicht zu erreichen wähnen könne. Man schreibt nuu aus Rcichenberg, daß die dortige Handelskammer entschlossen sei, den Grafen Beust zur Niederlegung des ihm von der Kammer gegebenen Mandates aufzufordern, falls er bei der Abstimmung bei der Adreßdebatte nicht die politische Gesinnung seiner Wähler berücksichtige. Die Prager deutschen Blätter sprechen sich natürlich auf das schärfste wider das Minoritäts-Memmorandum aus, während die czechischen dasselbe auffallend wenig diskutiren. Doch bemerken sie, daß auch das Votum der Minorität ihren Forderungen nicht entspreche. Wie man ous Dalmatien meldet, sind für den ganzen Bezirk Cattaro das Verbot des Waffentragen«, sowie das Stand recht aufgehoben. Die Kommunikation mit Dragalj ist frei. Ein Theil der nach Montenegro Geflüchteten aus Pobori, Maina, BraiL ist Samstag zurückgekehrt und hat seine Unterwerfung auSgedrückt. Der Korrespondent der „Pall Mall Gazette" in Rom berichtet, neben der Denkschrift der Oppositionsbischöfe, welche die Erklärung der päpstlichen Unfehlbarkeit zum Dogma als unzeitgemäß bezeichne, sei dem Papste durch Kardinal Schwarzenberg eine Adresse unter dem Titel „DeMörsts, ölerieorum OermauiLö" eingereicht worden, nach welcher die deutsche Geistlichkeit das Dogma der Unfehlbarkeit nicht annehmen könne. Eine Adresse gleichen Inhalts von dem emigrirten polnischen Klerus ist demselben Berichterstatter zufolge von dem einzigen russisch-polnischen Bischöfe, der im Stande war, in Rom zu erscheinen, Msgr. Sasnonski, Administrator der Diözese Lublin, vorgelegt worden. Die polnische Geistlikeit geht in ihrem Aktenstücke so weit, dem Papste zu rathen, er möge das Konzil als eine günstige Gelegenheit benützen, sich der weltlichen Macht zu entledigen. Wie man aus der französischen Hauptstadt meldet, besieht zwischen dem Kaiser und den tonangebenden unter den neuen Ministern einMei-nungsz wiespalt, welcher die Stellung der letzteren sehr schwierig macht. Die Minister haben nämlich nach derselben Quelle die Ersetzung des Polizeipräfekten von Paris, Pietri, durch eine andere Persönlichkeit verlangt. Dann beantragten sie die Ersetzung des Kriegsministers General Leboenf durch den General Trochu, und schließlich bestehe» sie darauf, daß die kaiserliche Garde auf einen Effek-tivstand von 12.000 Mann reduzirt werde. Die bezeichnendste dieser Maßregeln ist die, welche sich auf General Trochu bezieht, der allgemein als Or-leanist gilt. Auch glaubt der Kaiser in diese» drei Vorschlägen eine Falle zn erblicken und leistet entschiedenen Widerstand. In Folge dessen ist die Spannung sehr stark geworden. Mau hat allen Grund, anzuuehmen, daß die am Tage nach der Ermordung V. Noir's der Kammer abverlangte Ermächtigung. Rochesort wegen eines in der ersten leidenschaftlichen Hitze geschriebenen Brandartikels zu verfolgen, von dem gesetzgebenden Körper nicht so bereitwillig er-theilt werden dürfte, als dies nach der einstimmig erfolgten Zustimmung der Kommission erwartet werden mußte. Man weiß bereits, daß das linke Zentrum zum großen Theile gegen eine solche unzeitgemäße Maßregel ist, daß Thiers in diesem Sinne thätig ist, und daß selbst in der Rechten Stimmen laut werden, welche für die über diesen Schritt auch dort auftauchende» Bedenken zeugen. In der „Presse" wird das Verlangen des General-Prokuratorö beinahe allgemein mißbilligt. Zur Tagesgeschichte. — Die „Abendpost" meldet: Der Erzherzog Karl Ludwig geht in Erwiderung des Besuches des Krouprinzen von Preußen am 20. Jänner über Dresden nach Berlin, wo er einen dreitägigen Aufenthalt nimmt. — Franz Karl Freiherr v. Becke ist Samstag Mittags 1 Uhr nach langwieriger Krankheit gestorben. Er war zu Kollinetz in Böhmen am 31. Oktober 1818 geboren. Becke wurde in Folge Ler Dekoration mit dem Orden der eisernen Krone zuerst in den Ritterstand und später in den Freiherrenstand erhoben. Außerdem besaß der Verstorbene zahlreiche Orden, türkische, Hannoveranische -c. Er hinterläßt eine Witwe. Einer seiner Brüder ist der k. k. Universitäts-Buchhändler Herr Friedrich Becke zu Prag und ein anderer Statthaltereirath daselbst. — Das „Memorial Diplomatique" bringt sehr beunruhigende Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kaisers von Rußland. Das Milzleiden hat in solchem Grade zugenommen, daß jedermann, welcher den Kaiser nach seiner Zurückkunft von Livadia gesehen hat, über seine veränderten Züge erschrocken ist. Dabei ist der Czar hipochondrisch geworden, so daß er sich oft tagelang einschließt und niemanden, selbst nicht seine Familie zu sich läßt. — In Wien fand kürzlich ein Wett schießen mit dem üblichen, für den schlechten Schützen bestimm- ten s. g. „Bummelbest" statt. Zum Bummelbest hatte man aber sehr sinnreich die — Krone von Spanien bestimmt. — Lieutenant Drozda, der bekanntlich die Regimentskasse des Regiments Schmerling erbrochen, hat sich selbst gestellt. Er war in Zivilkleidern und hat sich der Polizei in Wien ergeben. — Verluste in Dalmatien. Nach offiziellen Erhebungen stellt sich die Zahl der todten und verwundeten Offiziere und Soldaten in dem Kampfe gegen die Aufständischen in Dalmatien vom 7. Oktober bis zum 30. November v. I., dem vorläufigen Abschluß des Kampfes, wie folgt dar: Todt geblie- ben sind 12 Offiziere, 72 Mann, verwundet 14 Offiziere, 224 Mann, und vermißt 1 Offizier, 48 Mann; der Lokostand des ganzen operirenden Truppenkorps zählte am letzten November vorigen Jahres 374 Offiziere und 13.130 Mann. Unter den Verwundeten, welche in den Spitälern zu Cattaro und Budua einer längeren Behandlung unterzogen wurden, zählten nach den Truppenkörpern: das Infanterie-Regi- ment Nr. 7: 3 Offiziere, 27 Mann; Nr. 22: 16 Mann; Nr. 44: 4 Offiziere, 59 Mann; Nr. 48: 26 Mann; Nr. 52: 1 Offizier, 11 Mann; das 8. Jäger-Bataillon 14, das 9. Jäger-Bataillon 5 das 27. Jäger-Bataillon 9 Mann: dann das 11. Fe-stungs-Artillerie-Bataillon 1 Mann, das 12. Bataillon 2 Mann; endlich wurde auch ein Maulthiertrei-ber in das Spital zur Heilung überbracht. 6 Offiziere und 53 Mann Verwundete, welche in diesen Spitälern nicht ausgenommen erscheinen, waren theil-weise vom Verbandplatz- sogleich in andere Heilanstalten, theils in die Privatpflege gesendet, mitunter auch bei der Truppe selbst zur gänzlichen Heilung belasten worden. — Zur Volkszählung in Ungarn. Aus Großwardein berichtet „Bihar" folgende Anekdote: „In welchem, Jahre sind Gnädige geboren?" fragt ein Kon-fkriptions-Agent eine Dame. — „Ich? Ich bin zwanzig Jahre alt." — „Uno der junge Herr da?" — „Der? der ist 15 Jahre alt." Der Agent, indem er diese Daten geduldig einzeichnete, hatte Mühe, ein Lachen zu unterdrücken, da es ihm nicht unbekannt war, daß der „junge Herr" der leibliche Sohn der „zwanzigjährigen" Dame ist. — Der durch ultramontanen Eifer sich auS-zeichnende Pfarrer M. in S., dem sonst die eigene leibliche Wohlfahrt und die Anhäufung des „eitlen weltlichen Mammons" mehr am Herzen liegt, als die Wohlfahrt seiner geistlichen Kinder, sagte jüngst in einer seiner von ergötzlichen Auslassungen strotzenden Predigten, worin er seinen Schafen die Schrecken des jüngsten Gerichtes recht anschaulich machen wollte, wörtlich folgendes: „Und wenn nun Christus, von mir über mein Hirtenthum Rechenschaft fordernd, sich an mich mit der Frage wenden wird: M., wo sind die deiner Obhut anvertrauten Schafe? — so werde ich mich angstvoll schweigend verstecken. Nun wird," sagt der Prediger weiter, „Christus weiter fragen: M., wo sind deine Schafe? — Alsdann werde ich zum Vorschein kommen und demüthig antworten: Herr, ich hatte unter meiner Obhut keine Schafe, sondern Schw . . . . " Die Richtigkeit wird der „Tagespresse" von ihrem Korrespondenten verbürgt. — Laut neuesten, aus der Umgebung des Bischofs Stroßmayer stammenden Briefen, erweist sich daß angebliche Attentat gegen ihn nur als eine zudringliche, in vorgerückter Abendstunde erfolgte Bettelei zweier Individuen. — Klerikale Blätter bemerken mit großer Ge-nugthuug, daß das den Vätern des Konzils zugesendete Memorandum, welches die Unfehlbarkeit des Papstes bekämpft, keine Unterschriften trägt, während die für die Unfehlbarkeit plaidirende Denkschrift von zahlreichen Bischöfen unterschrieben ist. Traurig genug, daß die oppositionellen Väter des Konzils nicht den Mnth hatten, ihre Namen unter das Dokument zu setzen. Die Erzbischöfe von Paris und Gran — dies erklärt auch vieles — werden im März, wie jetzt ganz bestimmt verlautet, den Kardinalshut empfangen. Dafür haben sie die Opposition aufgegeben. — Der europäisch-indische Telegraf, welcher von London über Berlin und den russischen Kontinent durch den Kaukasus nach Persien geht und sich dort mit dem englisch-ostindischen Telegrafennetz verbindet, wird binnen wenigen Tagen dem öffentlichen Gebrauche übergeben werden. — Präsident Grant hat den Kabineten von Lsndon, Paris, Berlin und Petersburg seinen bevorstehenden Besuch angezeigt. — Ein amerikanischer Scharfrichter sagte kürzlich zu dem Delinquenten, den er henken sollte: „Verzeihung mein Herr, wenn ich mich etwas ungeschickt benehmen werde; es ist heute das erstemal, daß ich jemanden henke/ „Auch mir ist das Hängen noch nie passirt," erwiderte der Delinquent. „Desto bester," fuhr der Scharfrichter fort, „dann wollen wir uns gegenseitig in die Hände arbeiten." Der arme Sünder nickte Beifall und — cs ging ganz nett! Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — Ihre Majestät die Kaiserin werden auf der Rückreise von Rom nach Ofen in der Nacht vom 18. d. M. um 10 Uhr Laibach pafsiren; allerhöchst-dieselben reisen im strengsten Inkognito unter dem Namen einer Gräfin von Hohenembs und cs unterbleibt auf a. H. Befehl jeder Empfang. — (Wohlthätige Spende.) Der Herr Landespräsident v. Conrad hat zur Anschaffung von Winter-bedürfnifscn für nothleidende Familien in Stadt und Bezirk Rudolfswerth den Betrag von Einhundert Gulden und zu demselben Zwecke für Gnrkfeld ebenfalls den Betrag von Einhundert Gulden gewidmet. — (Steuer-Nachlaß.) Wie wir soeben erfahren, hat der Herr Finanzminister auf Grundlage der vom hiesigen Landespräsidium und der Finanz-Direktion im Sinne der allerhöchsten Entschließung vom 3 l. Dezember 1864 vorgelegten Steuer-AbschreibungS-Operate für Kram die Abschreibung von älteren Steuer-Rückständen (aus den Jahren 1864 bis inclusive 1867) im Betrage von 1267 fl. 63*/, kr. und von Steuer-Rückständen pro 1868 in der Summe von 108.443 fl. 87 kr. ö. W. bewilligt. — (Bürgerkränzchen.) Es wird uns mit-getheilt, daß heute die schriftlichen Einladungen zu diesen Kränzchen erfolgen. Bezüglich unserer ersten in dieser Angelegenheit gebrachten Notiz müssen wir hcrvorheben, daß nach dem neueren Beschlüsse des Komitee's nicht am zweiten uud vierten, sondern nur am zweiten Abende eine Tombola stattfindet. So weit wir in der Lage waren, die öffentliche Meinung kennen zu lernen, müssen wir versichern, daß die pro-jektirten Bürger-Kränzchen vom Publikum sehr beifällig ausgenommen werden, dies um so mehr, als der nach Deckung der Kosten erübrigende Ertrag den hiesigen Armen zu Gute kommt, und der Abonnements - Preis ein geringer genannt werden muß. Um allen Irrungen vorzubeugen, sind wir ersucht worden , darauf besonders aufmerksam zu machen, daß Karten für einen Abend nicht ausgegeben werden, sondern daß nur Abonnements-Karten sür sämmtliche vier Kränzchen gegen Borweisung des Einladungskoupous in den Handlungen der Herren C. Leskovic und Zeschko L Till bis 20. d. M. gelöst werden können. — (Znr definitiven Bestimmung der Lage des Bahnhofes der Laibach-Villa-cher Bahn) wurde über Ansuchen der Gemeindevertretung vou Laibach vom Handelsministerium eine neue kommissionelle Verhandlung ausgeschrieben, welche nächster Tage stattfinden soll, und wobei auch die Kommune Laibach vertreten sein wird. — Freitag Abend hült Professor Karl Vogt den ersten seiner angekündigten Vorträge im Saale des Schillerveneins in Triest. Ene zahlreiche Zuhö, erschüft aus den gebildetsten und angesehensten Kreisen, darunter viele Damen, folgte von Anfang bis zu Ende mit gespanntem Interesse. Der nngetheilte Beifall, welcher oer ebenso streng wissenschaftlichen als sprachlich vollendeten und allgemein verständlichen Auseinandersetzung Verleger und kür die Redaktion verantwortlich: Ol gezollt wurde, entsprach völlig dem Rufe des durch seine Schriften rühmlich bekannten Gelehrten. Prof. Vogt wurde vom Statthalter v. Möring in Triest die Aufmerksamkeit erwiesen, daß derselbe ihn zur Tafel lud. Aus dem Vereinslcben. Die Oicneralvcr sammlung des Vereines znr Un-tcr,'tül;»n,i dürftiger Realschüler fand am ic>. d M. in der Direktionskanzlei der k. k. Oberrealschule statt. Anwesend waren 16 Mitglieder. Der Obmann des Vereins, Herr Direktor Schre y, er-öffnete die Bersammluiig mit einer Ansprache an die anwesenden Mitglieder. VereinSsekretär Herr Professor O p l verlas den Geschäftsbericht, woraus wir mit Lergniigen ersahen, daß im abgelaufenen Schuljahre 1869 eine bedeutende Anzahl armer braver Schüler theils mir Kleidungsstücken und Schul-requisiteu, theils mit GeldauShilsen in Krankheitsfällen und zur Bestreitung des Schulgeldes betheilt worden sind. Aber eben so unangenehm berührte uns die Mittheilung, daß sich die Zahl der Mitglieder vermindert hat. Eine besonders lobcuSwerthe Erwähnung verdient die löbl. Sparkasse, welche auch im abgelausenen Schuljahre den namhaften Betrag von 300 fl. zur Unterstützung dürftiger Realschüler gewidmet hat. Der Bereinssekretär schloß seinen Bericht mit der Hoffnung, daß der neue Ausschuß bestrebt sein werde, dahin zu wirken, daß sich die Zahl ter Mit glieder im Hinblick ans den edlen Zweck des Vereins in erfreulicher Weise vermehren werde. Vereiiiskassier Herr Professor Emil Ziakovskh erstattet den Rechenschaftsbericht; die Einnahmen im Schuljahre 1869 betrugen 459 fl. 10 kr., die Ausgaben 258 fl.; der derinalige Stand des Vermögens beträgt 458 fl. Zu Ansschnßmitgliedern für das neue Vereiusjahr wurden die Herren: Direktor Schrey, die Professoren Pir -ker,Opl,Ziakovski,Wastler, Bergrath Trinker und Handelsmann Terpin, und zwar letztere drei in der Generalversammlung gewählt. Schließlich wnrde znr Wahl der Funktionäre geschritten. Zum Obmauu des Vercins wurde Professor PirIer , zum Obmannstellvertreter Bergrath Trinker, zum Sekretär Professor O p l und zum Kassier Professor ZiakovskY gewählt. Eingesendet. Der Fürstbischof von Laibach schreibt an Herrn Fr. Kramer, Generalvikär, folgenden Passus: „Wir Theil-nehmende ^des Konzils) sind durch unser sichtbares Oberhaupt zum strengsten Stillschweigen u»serer Verhandlungen verpflichtet; deshalb verdienen alle diesfälligen Berichte, wo sie immer stehe» mögen, wenig Glauben. Selbst in katholischen Blättern las ich sehr viel Unrichtiges." Und diese Stelle läßt Herr Fr. Kramer in der „Laibacher Zeitung" Nr. 12 l. I. „zur Beruhigung gläubiger Katholiken" abdrucken. Der Herr Bischof gesteht aber ein, daß die Berichte über das Konzil doch wenigstens einigen Glauben verdienen, und wenn in katholischen Blättern auch sehr viel unrichtiges steht, so bringe» sic doch auch etwas wahres, woraus folgt, daß aus der Verpflichtung zum schweigen deshalb noch nicht das Schweige» selbst folgt. Uud so gereicht Leu» die Mittheiluug des Herrn Fr. Kramer zu großer Beruhigung cincm gläubigen Katholiken. Witterung. Vaibach. 17. Jänner. Gestern und vorgestern Nachmittags Aufheiterung, Nachts sternenhell. Heute Nebel anhaltend. Wärme: Morgens 6 Uhr —4.0", Nachm. 2 Uhr — I.90 (1869 — 1.5°, 1868 -j-1.8"). Barometer 327.39"', im steigen Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme — 3.5", um 1.6", das gestrige — 3.4", ebenfalls um 1.6" unter dem Normale. Angekommene Fremöe. - Am l6. Jänner. HVten. Ostreich, Kommis, Cilli. — Graf Dnbsky, München. — Obstselder, Kausm., Wie». — Apsel, Miln chen. — Sina, Private, Villach. I Stnbenvoll, Wien. — Roßmann, Triest. — Mrann, Triest. — Roschanz, Privat, Agram. — Bole, Wien. — Hatscheg, Geschäftsreisender, Wien. — Lengyl, Kausm., Kauischa. löhner, seiu Kiud Katharina, alt 5'/, Jahre, in der Hra-drczkhvorstadt Nr. 28 am Tifns. Franz Frane, Zwängling, alt 21 Jahre, im Zwangsarbeitshanse Nr. 47 an der Lungentuberkulose. Marktbericht. Laibach, 15. Jänner. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 7 Wagen mit Getreide, 7 Wagen mit Heu und Strol, (Heu 125 Ztr. 52 Pfd.), 20 Wagen und 1 Schiff (8 Klafter) mit Holz. Lurchschnills-Prcisc. Verstorbene. Den 15. Jauner. Dem Herrn Rebol, Kondukteur, der Südbahngejellschaft, sein Kind Johann, alt 3 Wochen und 4 Tage, in der Stadt Nr. 189 an der allgemeinen Schwäche. Dem Herr» Sebastian Gregorz, k. k. Strashaus-Oberausseher, seiu Kind Anna, alt 4 Monate, in der Stadt Nr. 118 an Fraisen. Den 16. Jänner. Maria Hetena, Jnwohnerswitwe, al! r- st. !r. fl. Ir. fl- >,r. Weizen Pr. Mtz. 4M 5 47 Butter, Pfund — 4>> Korn „ 3>10 3 27 Eier pr. Stück -2j — — Gerste „ 3- 3 6 Milch pr. Maß -10 —,— Hafer 1 80 2 — Rindfleisch, Pfd. - 22 — — Halbfrucht „ — — 3 ,17 Kalbfleisch - 2:! — — Heiden 2 80 3 6 Schweinefleisch „ — 21 HiÄe „ 3- 2 80 Schöpsenfleisch „ — — Kukurutz „ 3 — 3 1» Hälmdel pr. St. — 50 — ^ — Erdäpfel „ 1 80 — — Tauben „ - 15 —! — Linsen „ 4 80 — — Heu pr. Zentner 1 10 — > — Erbsen „ 5- — — Stroh „ -80 —!— Fisolen 5- — — Holz, har.,Klftr. — — 7 50 Rindschmalz,Pfd. -49 — — — weich „ —.— 550 Schweiueschm. „ -42 — — Wein, rother, pr. Speck, frisch „ -30 — — Eimer —— 9- — geräuch. „ -^42 — — — weißer, „ 10 — Gedenktafel über die am 19. Jänner 1870 stattfindenden Lizitationen. 2. Feilb., Babnik'sche Real., St. Marein, BG. Laibach. Lottoziehung vom 15. Jänner. LV ien: 44 41 85 71 46. Graz: 40 55 45 37 47. Theater. Heute: Dcborah, Schauspiel in 4 Akten. Frl. Berg als Gast. Morgen: Pensionat, Operette, und: Garibaldi, Lustspiel. Kasseehlms-Mlilitiittn sind zu Georgi 1870 im Grnmnig'scheu Hanse, Wienerstraße Nr. 79, zu vergeben. (13—3) Zk Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-9, heilt brieflich der Spezialarzt für Epilepsie Doktor O IL.NIl8vI» in Berlin, Mittel- ' „ -straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 15. Jänner. sr»Lt»ko»a». 5perc. öfterr. Wcibr. . dto. Rente, öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. öose von i«54 . . . Lose von 1860. ganze Lose von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Steiermark znSpLt. Kärnten, Kram u. Küstenland 5 « Ungarn. . zu5 » Kroat. u. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ -rationalbank . . . Creditanstalt . . . N. ö. E-compte-Ges. Lnalo-österr. Bank . Oeft. Bodencred.-A. . Oeft. Hypoth.-Bank . Steier. E-compt.-Bk. Kais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabetb-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn Siebenb. Ersenbahn . Kais. Franz-IosefSb.. Fünft.-Barcser E.-B. Alföld-Fium. Bahn . Nation. ö.W. verloSb. llng. Bod.-Creditanft. Ällg.ött.Bod.-Credtt. dto. in SS 3. rückz. . Geld Ware 60.35 70.45 89.— ! 98.10 105.25 117.— , 60.40 70.5b 90.- 98.30 105.75 117.20 92.50 86.— 79.- 83.50 75.— 93.50 94.- 79.15 84. 75.50 Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank ^ 98.— 98.50 Südb.-Ges. zu500Fr. 121.25 121.25 dto. BonS 6 pTt. 245.— 246.— Nordb. (100 fl. CM.) 91.75 92.— Sieb.-B.(200fl.ö.W.) 90.25 90.75 Rndolföb.(300fl.ö.W.) 92.25 92.75 Franz-Jos. (200 fl.S.) 92.80 93.40 I.0SV. 728.— 740. 259.— 259.20 903.- 905.— 315.— 315.50 L98.— 300.— 85.—87. 2162 2165 252.-252.20 184. —!184.50 236.—>236.50 166.50 167.50 185.—>185.50 181.— 182.— 171.— 171.25 93.25! 93.50 90.50 91.-107.25 107.75 89.-> 89.50 (Lredit 100 fl. ö. W. . 157.75 Don.-Dampfsch.-Ges. zu iOO fl. EM. . .>96.-Triester 100 fl. CM. .124.— dto. 50 fl. ö.W. . 63.50 sener . 40 fl. ö.W. 33.— Salm . „ 40 „ 42.— Palsty . „ 40 „ 3".50 Elary . . 40 „ 35.50 St. 15.— RudolsSftift. 10 ö.W. 16.— (s Mon.) AugSb.lOOfl.südd.W. Franks. 100 fl. _ „ London 10 Ps. Sterl. Paris 10V Francs LLÜQLsr». Kais. Münz-Dncaten. 20-FrancSftück. . BereinSthaler . . Silber . . 102.80 102.90 123.30 49.10 5.81 9.84» 1.82' 120.50 158.— 97.— 126.— 64.50 34.-43.-31.- 36.50 33.50 21.— 22.50 15.50 16.50 102.90 103.20 123.50 49.20 5.82 9.85 1.82 120.75 Telegraphischer Wechselkours vom 17. Jänner, bperz. Rente österr. Papier 60.—. — Sperz. Rente österr. Silber 70.—. — 1860er Staatsanlehen 98 25. — Bankaktien 733. — Kreditaktien 256.80. — London 123 25. - Silber 120.65. - K. k. Dukaten 5.80'/,. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach.