Prinnmmtiim* - Jjttift 5 it r Laibach ®«n«abrig . . . « ft. — ft. Halbjahrig . . 3 „ — „ Biermjiihrig. . . l „ 60 „ Uionatlid) . . . _ „ 50 „ Mit der Post: Banzjahrig . . . 9 fl. — It. Halbjiihrig . . . 4 „ 50 „ Bierteljabrig. . . 2 „ 25 „ Mr Zuftellung me HauS eiettel- iSfitig 25 It., monallich 9 tt. Faibacher 'čintdnc Jiummctn 5 It. Tagblatt. Anonime Mittheilungen roerbeu nicht beriicksichtigt; Manuskripte nicht zuruckgesendet. fitbaklion: Bahnhosnasie Nr. 132 Srprdilion and Jnscralru Surrau: Kongretzpla? Rr 81 (B»ckh°ndlung von 3. v. jtleinmaht & F.Bambetg) 3ufulionspreift:. xtir die einspaltige Petitzeile 3 tr bei zweimaliger Einschaltung it r> tt. dreimal a 7 tt. InsertionSstempel jedeSmal 30 ft Bei groheten Chtferaten unb Lfterer Tinschallung entsprechenber Otabatt. Nr. 192. Dienstag, 24. August. — Morgen: Ludwig K. 1869. Eine Konkordats-Kammer. Das flerifate Marburger Blatt „Slovenski Narod" dom 21. d. M. briugt gleichzcitig mit der c»echischcn »Politik" beri Wortlaut bed schon vor langerer Zeit angcfiinbigten MitztrauenSvolurns dcr ^aibachcr HandelSkaininer an ihrcn Abgeordncten Dr. Klun, roomit jene Korpcrfchaft ihrc rnehrjah-rigc gerauschlose Thatigkeit in cffeklvoller Wei se be-schlichcn zu sollen glaubte. Zwar sehen wir noch iniiner der Beroffeutli-chung deS ProtokollS jener Schluhfitzuug entgcgen, um jene jiingftc Demonstration entmeber nad) ber Behauptung bes ..Slovenski Narod" als cinen Kam-Merbeschluh, odcr was wir viclinchr vermuthen, als Etn Privatvergniigen der Mehrzahl der Kammer-rahe unter Anfuhrung des Bize-Kammerprasibcntcn Herrn H o r a k, von dem die Anregung zu biefer Kund-Btbimg audgegangen fein soli, z n tuiirbigcu; boch bfirfte keineswegs fehlgegaiigen fein, wen n wir das 'n seiner Art cinzigc Aktenstuck aid eine Emanation ^s klerikalen Gcistes lietrachten, von dem die noch imrncr am Ruder stehende MajoritSt ber Hanbels« kaminer bcfeelt ift. Dr. Klun gcniejjt nicht inehr bad Bertrauen ter Herren Horak, Schwentner unb Konsorten, iveil cr bei ber KoiiforbatSbebattc im Juli 1807 bcn konkordatSfrenndlichen Antrag dcs tirolischen Ultra« ittontanen Dr. Jager, der die Unterschriften aller tibrigen krainischen Neichsrathsabgeordneten trug, uicht mit unterjcichnete. Dr. Sl l n 11 roirb des BertrauenS der Handels-fommermajoritiit sur unroiirbig befutiben, roeii er m der Sitzung voin 28. Oktober 1807 im Widcr-fjpfuche mit bcn slovenischen Abgeorbneten Psarrer n tar unb Dr. T vin an, fiir bie Trcnnung ber ®chu(e von der flirche bas Wort ergriff. Schon durch nahezu zwei Jahre ziirnen die Herren Han« delskarninerrathe einem schlichten Handelsrnann in Veitmerig, Namcnd VDČ i ch i t f ch, ber von Geburt cin Gottscheer, viel einsichtsvoller unb von me hr Taklgcsiihl geleitet, als bie Beralher ber HanbelS-unb (Serocrbeangelegcichciten in seiuem Baterlanbe, bcn krainischen Bertreter fiir jene im Reichsrathe gehaltenc Rebe aus telcgrafifchcm Wege in herzli« cher Wcise begriihte; boch ihrcn oollen, bis zum hcutigett Tage nngeschivachten Unroillen errcgte Dr. k In us Antroort aus jenen telegr afifchen Grutz, lin wesentlichen bahin lautenb, dah bie iUfacht bes KleruS in ber Schnlc fiir immer gebrochen roerben miiffe, unb dah bie Welt nicht fiirber mit der Ansicht ge« tdufcht roerben bilrfe, ganz Krain fei oom Konkor« bateroefen unb Moskanschroinbel besangen. Endlich oerffinbigte fich Dr. Klun gegeii bcn erfteu Glaubeudartikel jcbeS glaubigen Slovenen, von roclchem anch bie Laibacher Hanbclskammcr alles Hell fiir Hanbel unb Gerocibe tn Krain erroartet, dah uamlid) „bie nationale Gleichberechtignng jeber anberen Freiheit vorangehen miiffe, da mati ohiie jene als Nation fciiier andern Freiheit theilhaftig roerben fomie." Dr. Klun roagte es iiamlich, in eiiicr osfent« lichen Erklarung zn fagen: „dah, fomie bie Freiheit ihre gefetzlichen Grenzen Hat, bics auch bei bcn nationalen ©estrebungen ber Fall fei, rocnn roir nicht ber Gesctzlosigkcit unb ziigelloser Willkiir Thiir iinb Thor offnen ivollcn, benn eS hiche bie morali« fche Drbnunfl im Staate unb in ber Gefellfchaft nmkclircn, ivollte man bie nationalen iBcftrcbuugen iiber jene fiir bie freihcitliche Išntroitflung stellen." Solchen Spott roagte — riifen bie Hanbcls« fammerrathe entriiftet aus — unjer Bertreter, ben roir jur Berthcidigung der nationalen Rechte nach Wien entfenbeten, gcgcniiber den Slovencu auszusprechen. DaS find in nuce die Todsiinden des Dr. Klun, gegen welche die furchtbciren Anklagcn der Herren Horak unb Konsorten gerichtet find. Gut Ding braucht Weilc! Die Herren Han-belskammcrrathe fcheinen fich bad roohl uberbacht zu haben, benn erst tiach zweijahriger Pause kam bas handclskammcrliche MibtranenSvotum zu Slande. Ein eingenthiirolicher Borgang, bci dein der kanf-mannische Spmch: „Zcit ist Gelb," viillig auger Acht gelassen rourbe. Wahrcnb ber unbebeutcnbsle Kramer des Han-dclskammerbezirkcs sich sputcn wiirde, seincm 9Jiacht= Haber, falls biefer nicht recht in feinem ©imichan-belt, foglcich ben Vcrlnst bed in felbcu gcsetzten Bertrauend bekamit zn geben, lasscn die Herren Horak unb Schwentner citic zweijShrige Periode mit all’ bcn triibcn Erinnerungen an gefalleiic GrS-fecit voriiberziehen, um fich erst im letzten Monicille zu einem heroischen Akte aufzui'affen. Menu bad Znstanbekonimen jencs AbfagebriefeS zwei voile Jahre ' crfordcrtc, bann barf ed und nicht Wnnber neh-mctt, bah die nationale Hanbelskammcr mit dcm Jahredberichte iiber ihr Wirken fchon feit 8 Jahren im Ruckstande ist. Doch nicht gcnug, ba§ jened Mihtrauendvotiun ein so, vei'spdtetcd ist, ed roirb durch seine ultra« moiitanc garbling zu ciiietn ituitum in seiner Art. Ein unbefangener Kefer roiirbe eher• vermuthen, j dah jene Kunbgebung von einem Kollegiiim bifchSf-; tichcr Konststorialrathe ober von einem katholifchen i Bereinc audgegannen fei, benn roic fann in unfercn I Tagen cine Hanbelskammcr fich berufcn fiihlcn, fur . bad Konkordat, fiir die Unterftellung ber Schule j unter bie kirdjliche Aufficht zu fchroarmen ? Ed ist roohl erflarlich, rocnn bie Herren Han-i beldfammerrathe bcn Klerikalen fur bie gcistliche j Assistenz in ber bebrangtcn Periobe ber Hanbeld« ! kammerroahlen sich bankbar beweisen, boch hatten Jemlleton. Eine Parallele. In fcer ..Wehrzcitung" finbet fich bie Znschrist fines Einscndcrs, der bittcre Bergleiche anstellt zwi-!chen der konisortadlen Lebensweise mancher Straf-^"ge und der kargrn VerkLstigiing des kasernirtcn ^lilitars. Zum Audgangdpunkte nimmt er die ^trafanstalt zu Karthaus, von welcher er sagt: „Vid)te, hohe, freunblichc Zimmer, luftige Kor-Ndore, breitc Treppen enthalten bicfe Gebaude und S‘et tummelt sich die Bliithc des Gaunerthums, in ^"gezwungener Weife konvcrsirend, nach freier Wahl M der Arbeit ober bem bequemen dolce far niente hlngebend. Zur Abroechslung roirb mehrmals im Monate "N fleiner Krawall in Szene gesetzt. In roahrhaft riihrender Weise roirb fiir ben j®tmtnen ber Herren lumpen geforgt; ba sinb a tie Ichmackhasten Speisen eincr guten HausmanuSkiiche °tvtreten, als: Dalken mit Powidl, Sernmelschnit-ttn- KohlrLben, Banatellen, Milchsnppen, Bohnen Linsen mit Salat u. s. w., alles Speisen, die ^ Soldat nur vom HSrensagen kennt. Die Zu-lammrnstrllung deS SpeisezettelS fSr dir gesunden Straflinge — natiirlich unter Bcobachtung ber grijfetmoglichsteii Abroechslung in beinfetbcn — ist nicht bie fletnstc ber Sorgen bed Hcrrn Staatsan-waltd unb Hanskoinmissars. Es biirften dewnSchst hiebei die oerfchiebenen Geliiste ber einzelnen Straflinge in Erwagung ge« zvgen werdcn. Unb boch — kaum gtaublid) — wanbert wegcn ber grotzen oorgefchriebeneu Quan-titat ein grower Theil ber Speisen in ben Klibel, unb man roirb zu seltsamen Betrachtungen angeregt, wemi man um die MittagSzeit die sich driickende unb bratigenbe Menge armer Leute ficht, denen biefe Ueberreste vcrabreicht roerben. Greife, Weiber und Kinder, oft ftunbenroeit hcrtommenb, blicken Mit-tags mit vor Erroartung unb vor Hunger Ilopfen* bem Herzen auf die Pforte unb find gludlich, roenn ihre mitgebrochten Gefchirre gefiillt roerben unb fie ihren zu Haufe fie fehnfuchtsvoll erroartenben An« gehiJrigen Nahrung bringen fonnen. Seit neuefter Zeit ist jedoch biefe Nahrungsquelle con Hunberten non Armen versicgt, tnbem biefe Speiferefte fiir 8 fl. als 93iehfutter an tinen Piichter oergeben roerben. Muh nicht jetzt ber 2lrme, ber von ben Bro-famtn der Riiuber unb MSrber tcbte unb nun ent= tSuscht mit feinem teeren Topfe non bonnen zieht, »InwillkUrlich bcnten: „bo brin ift gut wrilen I" unb bem Perbrechen, bem hier eine roohnliche StQtte be« reitet ist, in bie Arme gctrieben roerben ? Weniger glimpflich berfahren bie Herren in Karthaus mit bem ©rote. Nachbcm fie 11/? Pfd. taglii nicht verfpeisen founen, roerfen fie es in fo gro« hen Ouantitaten in die Aborte und Kloaken, dah biefe formlich verstopft roerben. Unb btefed Brot, wegcn seiner vvrziiglicheu Giite in ber ganjen Um« gcgeiib sehr belicbt, ubcrtrisft an Qualitat bei rocitem baS MilitSrbrot, ja halt ben Bergleich mit bem besten HauSbrote aus. Ein Strafling fann nach bem Angefiihrten baher mit Recht fagen: Jch Habe erreicht, was ich roollte, ich lebt im Ueberflusse! — An ber Hand biefer burch perfonliche Ueber-zeugung geroonnenen Argumente soll nun beroiefen roerben, bah bem Wehrstand, biefem nothroenbigen Faktor bes Staatswefens, im Verhaltnih zu jener Armee von Strtiflingen, benen bie gefellfchaftliche Orbnung ein Gravel ist, bei jeber Gctegenheit bie Existenzmittel mit ber knappsten Genauigkeit juge« meffeti roerben. Wenige Kafernen ber Monarchic biirften einen ahnlichen Komfort aufzuweisen haben, roie Karthaus; ber Spielberg bei Briinn, welcher als Strafanftalt far fchroere Verbrecher aufgelaffen ronrbt, bitnt jetzt einem Thkil bet Brenner Gar- toil1 me geahnt, dah jcuc Herren sich zu solch' tk-rikalem ServilismuS crniedrigen tonnen, aid das in bent Absagebriefe an ihren Bertrcter ber Fall ist, worin fie erklaren, bah Dr. Klun von ber Han-belskaimner menials gcwahlt worben ware, rocnn er nicht bci ber ersten Wahl burch ben KleruS (?) als Abgeorbncter ber Stabt Laibach in ben spater aufgelosten trainifchen i'anbtag gekommcn ware. Also fur die HaiibclSkaminerroahlen foil nicht bie Tuchtigkeit, die Gcschaftskcnntnih eines Kandi-baten rnahgcbend sein, foubern die vorhcrgegangene Slimmabgaiie ber Laibadjcr Doiuherren unb Pfar-rer; also anch fiir die Hanbclskaininer soli ber fa-mose, von ber Mehrzahl des hiesigen Doinkapilels gcfertigtc Wahlaufruf Geltung Ijaben, worin cS hich: „Horchet bet ben Wahlen auf die Slimme Enter Geistlichkeit." Bei solchem Sclbstgcstanbnih cigcncr Geistesschwache blcibt es unS nnerflarlich, roarum die Herreu Horak unb Konsorten nicht auch die Be-sorgniig ber frainifchcn HaudclS- unb Inbustrie-An? gclcgcnhciteu bent frainifdjen KleruS iiberlaffen, ber ohnehin in seiner jiiugftcn con Selbftlob iiberstro-menben Gegcnadrcssc an ben Minister Hasner sich als wichtigsten Forberer des AckcrbatieS in Strain hingestelll l)at. In bem feinerzcitigen Wahlprogranimc des Dr. Klun lasen wir feinc Silbe davon, dah cr fiir das Konkordat, fiir bie geiftliche Schulaufsicht cine Lanze brechen wolle. Wenn Dr. Klun die Forderung ber nationalen Bcstrebungen betonte, so konnte boch nur tin exaltiricr Nationalcr darin cine Moskau-Schroar-merei erbliden. Dr. Klun hat ini ReichSralhe fiir icnc ‘paragrafe dcr @runbrcd)tc, untcr nnbern auch fiir § 19, die jeder Rationalitat die frcicftc Ent-faltung sichcrn, ebctifo torrcft geftimmt, alS seine nationalen Kollegen auS Krain; er glaubte jedoch, so wenig als dicsc, seine Stimme fiir bie Scho-pfuug eincs nebnlofcn Sloveniens erheben zu follen, obroohl ber neuefte Glaubcusartikel im flovenifchcn KatechismuS lautct: „Gcbt uns Slovenien, a lies iibrigc roerbcn wir umfonst als Zugabe befommen." AllerdingS ist Dr. Klnn bet alien Fragen iiber bie Stellnng ber K'irchc znm Staaie in bireften Widersprnch nut scincn i)teid)srotl)Stollcgcn aus Krain getreten ; biefe seine Haltnng war fiir ihn cine ebenfo ehrenvolle, als burch bie Jntcreffcn bcs Laubes unb ber Korperfchaft, bie cr ucrtritt, gebo-tcnc. Seiner ber Vaibacher Hanbelskammerrathe konnte roohl bci seiner Wahl baritber im Zweifcl sein, bag ber Bertrcter citier Handclskammcr nic-mals Schildknappendicnste fur das Konkordat leisten wcrde. Wcnn cinzclnc feincr Wahlcr folche Znrnu-thimgen an ihren Verlretcr inachen, so zeugt bics xiifon als Kascruc, roahrcnb feinc fruhcren Jnsasftn bie rcijenbe Villcggiatnr in Karthaus gcniehcn. Man ersicht hieraus, bah ber Anlauf zu bem jetzt in vvllficr Bliithc flehenben, abcr iibcl angeroenbeten Humani-tats-Prinzip bis zym Jahrc 1858 zuruckreichl, wo biefe Ucbcrficbluug mit groheu Kosten von Scitc bcS Staatcs anbefohlen nnb ausgefiihrt wurbe, unb bah fur ben Soldaten bie bilftcren, uitgefunben Rautue ber Sptelberg-Festttng mit ihren luftlofcn Zellen unb Kafematten hinrcichend wohnlich cvachtct wurbcn. Welcher Spitalschcfarzt wiirde bei cincm burch« fchnittlicheu Stand von 60 bis 70 Kranken den monatlichen Bcrbrauch von 600 bis 700 Mah Bier unb 1 bis 1V2 Eimer Wein oerantmorten wollcn? Der Spitalarzt von Karthaus fann nicht allein das, er setzt feinett Kranken Gerichte vor, von denen ein Militar-Spilalkoch leittc Rczcptc besitzt. Da gibt es Auflaufc, Omelettes, Strudel, ©raten u.^f. w. — er orbinirt feinett Kranken Sanerbrunn, Fleifch-extrakt rc. :c. In Bezug auf Bekleidung unb Befchuhung hat ber Straffing ebenfo wic ber Soldat einc (Scbuhr, jcboch, namentlich was Befchuhung anbelangt, fann cr, so oft es ihm bcliebt, sich um Sohlen unb neue Befchuhung melbcn, — was bekanntlich bem Sol-batcn fein Kompliment seines Hauptmanncs cintra-gcti wiirde. von der Berworrenheit geroiffer Kopfe, bie sonst ganz richtig urtheilen mochten, jedoch in ber klerikalen Atllioffarc bercits zu etnem bebenklichen Grade con Geistesschwache ongelangt sinb. Gar absonberliche GeisteSbliithen bezeichnen bie Pfabe, wclchc folche Manner roanbelti; das Anfbliihcn des Handels unb ber Gcwerbc foil nach ihrer Ansicht burch Judenab-fchaffnng, Bcfeitigung „dcr wiiden Konkurrenz," burch nationafc Jfolirtheit herbcigcfiihrt werbcn. Bci folchen Slntezcbenticn nimmt es tins gar nicht Wunbcr, rocnn cine Hanbclskarnrncr fiir bie viclcn roichtigcn, ihr obliegendcn tommcrziellcn nnb gcroerblichen Fragen fein Intereffc zeigenb, sich vor ben Augcn ber Welt in cincm gefchraubtcn Absagebriefe an ihren Berlretcr als cine echte K o n kor-batstammcr cn>pnppt. Der Grenzstreit mit Rumiinien. Ucbcr bie fogcnannte Grenzverletznng in Ru-mattiett wurcen der rumanischcn Regierung von čftcrrcichifcher Scitc Slufklaruugcn gegeben, gleich-zeitig abcr, wic die ..Prcsse" crfahrt, auch nicht vcr-hchlt, dah man in Wien den rumanischcn Bor-fehrungcu, die cinen so groheu militarischen Apparat in Bcwegnng gcsctzt, fiir nicht motiuirt halte. 31 us rvnkarcst rourbc hierauf crroibcrt, ba8 Miniftcrium habe cS als seine Pflicht crachten miiffen, ber cocntucUcu Wiederholung eincs EinbruchS bc-roaffucter Schaarcn auf rumaiiisches Gebiet roirffam entgegenzutreten. Selbstverstandlich macht eS abcr fiir bie Miiglichkcit folchcr Perlctznngcn nur bie cigcnthumlichcn Greuzvcrhallnisfe vcrantmortlich, be« ren befinitivc Regelung zu befchteunigen im Jnicr-effc bciber Thcilc liege. Die zum Schutze ihreS Gcbictcs unb ihrer StaalsaugehLrigen aufgcjicllteu Truppcn hattcn, falls ihre fofortige Zuriickziehnug nicht thuulich fein solite, bie genaucftc Weisung, sich ftrcngstene auf cine un-umganglich gcbotcne Abwchr gcfetjlofer unb privaler Banden zu bcfchrankcn. Politische Rundschau. Laibach, 24. August. Nach eittcr jiingst erfloffencn A11 e r hoch -ft e it (S n t f ch 1 i e h u n g ha ben kunftighin bie $or-fchlage zur Bcrlcihung von Ordcn, wclchc den Au-fpruch auf (Srhebung in ben Abelsstanb geben, nicht mehr burch bie cinzclncn Mnifterien an ben Kaifcr zu gchcii, foubern find friihcr an den Mi-nifterrath zu leitcn. Bon Derfchiedencn Seitcu war berichtct warden, D r. Rie ge r bercite cine etaatsfchrift iiber Dem Manne bei ber Truppc ist Hciz- unb Kochfcrvicc auf '!1000td zugemeffen, unb bah hie« mit defenders bei bem Zustanbe ber mcistcn alten ffascrncn feinc hohe Temperatur eircicbt werbcn fann, ist selbstverstandlich. Dagegen hnttc id) Gc-legcnheit, im oorigcn Winter mchrcrc Zimmer der Slraslinge, Schlafarreste gcnannt, zu betrcten, in welchcn cine TreibhauS-Tcmpcratnr hcrrfdite. Jch konnte noch lange fortfahren, glcichc Thatfacheu an-zufiihren, mill abcr den vhnedieS etwas unsaubcrn Verglcich nicht rocitcr fortfpinncli, uiid fchliehe mit ber nochmals gegebenen Grklarung, bah es mir nur barum zu thun war, zu erhiirtcn, wie es im Finanz-Etat Objekte genug gibt, wo gefpart wcrdcn kann, da nun cinmot gefpart wcrdcn muh."* * In wie feme Vic Berhaltuisse m den iiDimcit Straf-auftattcu Oestcrreichs den cbeu gcschilderten Zustcinden der Strcifcinstalt zu Karthaus in BAimcn analog sintz, vermii gen wir nicht mit Gewitzheit angugeben, und glanbcn nur im Hinblilke auf die in der hiesigen Strasanstalt niehrfac!> und, wie wir uernehmeit, meist nur wegcn nnberecktigtcn Fordernugen in der Aufbcfferung der Menage, des BroteS rc. vorgefallenen Renitenzfallc, sovicl konstatiren zu follen, Vast das gcgen die Straflingc in nenerer Zeit prinzipiell angeiiDmiiicne Sistem einer mitunter iidert.riebenen Riicksicht-nayme bis jetzt wenigstens nod) (cine wiinfchcnswerthe Frucht zu tragen scheint, und in so lange unsere Volksbildung im allgcmeincit nicht bessere Erfolgc anfzuweisen Dcnnag, onci.) schwerlrch iemaB tragcn toirb. Anmerkung der Redattion. die Lage in Bohmcn vor. Dcr geuannte Herr fchreibt nun ati bie Prager..Politik," dah ihm „bis heute von dieser ©thrift auch nicht bas geringste bekannt fei." (Sine vor einigcn Tagcn crschicncnc Broschurc, „Z u r Sage in Boh men," beren Autorschaft man bem bohmischcu Gutsbcsitzcr Oppenheimer, cinem Freunde des Reichskanzlers von Beust, zu-schreibt, tieranlaht .,Narobni Listy" zu cincm hochst bcmcrkensrocrlhcn Arlikcl. Das bohmischc Blatt, nachbetn es zuerst ausgefiihrt, dah Bohmcn nicht ben Delegationen, foubern nur den iunern Einrich-tungen Zislcilhanicns roiberftrebc, fagt, bah die Zcrtrummening Ocfterreichs Bohmcn noch nicht prcuhifch obcr ruffifch machc. Es rourbc ein ncu-traler Staat wcrdcn, wic Bclgicn. Schlimnistcn-salls wiirde cS als preuhifche Provinz den Kawpf gcgen die Zentralifation fortfctzen. UebrigenS fei ber AuSgleich mit ber‘oflcrreichifchen Krone unb den Dcutfchen in Bohmcn nicht fchwer, nur muffe man nicht von ..Gnadcn" sprcchcn, foubern cnt-fchloffen fein, ben „Szcchen" ihr „Rccht" zu cr-rocifen. Die politisch-richtcrliche K ommis-f ion in Scbcniko hat fonstotirt, dah die MatroscN-exzeffe von, 31. Juli von Scitc ber Jtalicncr aus-gegangcn ivaren. (5ine gcrichtlich-militarischc Kom-mission hat sich in Zara gcbildet, um die Untcr« suchung bcziiglich ber Bcrbachtigung dcr italicnischen Prcssc zu Icitcn, bah bie bflcrrcichifchcu Soldaten die Exzeffe vemrfacht hattcn. An die bctheiligten Militdr=Obcrfommanbcn ist bic Orbrc ber fofortigcn ©iftirung a tier Bvr-bcrcitungeu zn ben bcabsichtigtcn groheu Mali 6 v c r n in Ostpreuheu evfloffen. Mililiir-forbous bcfctzcn bic Vcibindungspunftc ber Weichfel roegcn ber groheu Dimcnfioncn, wclchc bic Rinderpest annimmt. A He Souverane follen angcblich die Einladung zur Fcier dcr E r o f f n u n g d e s S n c z k a n a l s in hoflicher Weifc abgclchnt habcn. In ber Haltung der franj 3fif chen Regi c r n n g gegeuuber ben c a r 1 i ft i f ch c n U m -tricbcu ist ein Umsdjimtng cingctreten. Man hat in ben Tuilcricu Wind davon befommen, dab bas spanischc Kabinet bie sranzosischc Regierung roegcn ihrer offenbaren Untcrftiiyung ber Karlisten zur Rcbc stellen, eoentuell ben biplomatifchcn Ber-fehr abbrcchcn roerbe, nnb man hat dcshalb, um dcr Anklagc bic Spi^c abzubrcchen, bie Karlistcri-siihrcr, bie an ber Grcnze lauerten, baruntcr Tri-stany, vcrhaftcn taffcii. Dah bic spanischc Regierung die gefan-genen Karlisten crschichcn lajjt, erregt im Sanbc Un-zufriebeuheit. (Sin angcblicher gcheimer Befchl Prims an bic Generalkapitanc, ber ben nod) ins Publikum gebrimgcn ist, roirb fchr iibcl aufgenommen. S6 hcihi darin: „Sie werfcen sic unmittdbar hinrich" ten, unb Sic wcrdcn so vcrfahrcn nicht nur gcgen biejcnigen, wclchc mit ben Waffcn in ber Hand cr-grtffen wcrben, sonbern and) gegcn bic, rocichc ctros auf ber Flucht bie Waffcn hinter sich gcroorfcn." Fast fammtlidjc Mabribcr Jonmalc forberit die spanischc Regierung auf, gegcn bie bc-fiegteu Karlisten Gnabe zu iibcn. Zur Tagesgeschichte. — In Wien ist eine M o it ft r e k a n o n e aus bent Knipp'schen Etabliffement mit ber Westbahn ei»-getrcffcn. Sic roiegt 300 Zollzcntncr; bie Pulver-labuitg betrdgt 43 rheinische Pfunb unb bas Gefcho^ gemicht 260 Pfunb. Dcr KostenpretS eincs berarlig61' geroaltigeit Morbwerkzenges bctragt 21.000 Thaler u«d follen noch iteun Stuck fur unfere Marine bestiiMi fein. Sic gehvren sammtlich zur AnSrUstnng bcs Ka-femattenfchiffes „2issa.'' Znniichst lomrnt bie Kaiwnc nach Fel.ixbors, wo bie Schiehproben auf Panzerplattel1 vorgenommcn wcrben. — Beim PrSfibitmt bes Klageitfurter i!ait beSge richtes melbetc sich vor ein pact Tagcn ein mit einer Bittfchrift, in welcher gefchviebeit fteht, er mtter dcn gegenrodrligen Vethaltnissen nicht mehr lebeit wolle und daher bitte — aufgehangt oder er-schoffen zn werden. Nur wolle er fruher noch einem katholischen Priester seine Sllnden beichten. Der Mann redete verschiedenen Unfinn liber Religion uub Ent« christlichung, worans derselbe dem Magistrate zur Aints-handluug ubergeben wurde. Dort vcrivcigerte er jede Auskunst iiber seine Person und Herkunft und wiebcr-holte nur fciue auf Erhangen oder Erschiehen gerichtete Bitte. Nur so vid komite aus dem sonderbaren Hei-ligen herausgebracht werden, dah er cin Miiller sei. Der arine Gcistcskrauke, dein ofsenbar die Lektiire eines klerikalen BlatteS zu Kopfe gestiegen ist und einen fatalen Druck aus das Gehirn ausgelibt Hat, wurde in b<>8 Jrrenhaus zur weiteren Beobachttmg gebrachk. — Ein Geistlicher als Vater und Kin-desmorder. „Sz." berichtet, dah der Zelizer De-chant und Psarrer vom Fiirst-Primas seines Anites enthoben wurde und sich gegemvartig zu Aranyos-Ma-roth im Gesangnih besindel. Die Wirthschasterin des Psarrers hatte bereits siiits Kinder zur Welt gebracht, bas sechste start) aber bald nad) der Geburt und wurde Heimlich begtaben. Da dies mit gtoher Hast geschah, |o wurde die Behorde ausmerksam ilnd dieselbe ordnete eine Ilntersuchung an, in Folge welcher der Psarrer in Anklagestand ' versetzt und verhastet wurde. Das genanute ’ Blatt bemerkt, dah es bisher Anstand ge« »vmmen, von diesem Fall zu sprechen, jetzt es aber >hut. da auch ..Magyar Utam" gesteht, dah der Ze« lizer Dechant und Psarrer Joh. Sulbay durch bas parser KomitatSgericht „wegen Berdachtes der Theil-nahme a 11 dem Berbrechen des Kindesmordes uud der krilit zusammenhangenden Fcilschung des Zelizer Matrikelbuches" einer Strasnntersuchung unterzogen >vurve. — Auch Jtalien Hat seine K r a k a u e r N v n n e flehabt. In dem Karmelitermnenkloster zu Bologna lebte seit vielen Jahreu cine unglUckliche Nonne aus ^er edlen Bologneser Familie Guastavillaui, welche in ihrer Jugend einen Mann liebte und darum iii dem poster eingeschlossen wurde. Als ste zu entsliehen fuchtc, wurde sie wieder ergrifseu uud inS Kloster zn-riickgesiihrt, wo sie im Jahre 1850 Zeichen von Ber-"icktheit gab und zwei Jahre spciter gauz wahusiuuig wurde. Im Gegensatze zu der Krakauer 4ionne wnrde bie Ungliickliche im Kloster gut behandelt, obwohl nicht žu leugneu ist, dah bas Kloster die Ursache ihrer Bct« Wthcit wurde. Man muh hinzusiigen, dah das 66er ^esetz liber die Klosteraushebung in Bologna noch nicht Wirksainkeit getreten ist. — Ein rmuischer Korrespondent des Krakauer »Kraj" crzahlt, dah Mousigitore M., Mitglied der Congregation sur bas Kouzil, Kantmcrer bes Papstes, slagrantcr That ober Unthat bet einer romischen ^chvnen, bie er allzu ost mit seiuen Besuchen begliictte, ^'iappt wurde. Der badurch entstaudene Škandal ver-letzte ben Pa pst in gruhe Ausregung. Der verliebte Cardinal wurde angeiiblicttich aller ©hren entfleibet jlub uuthte am 11. August die Siebeuhiigelstadt ver-Uebrigeus hat auch der geweseite Kousul des ^^pstcs in Livorno, Calza, so wcit auf seine Stellmig ^"gessen, dah er trotz seiner 71 Jahre sich in die Arme einer Jungfrau wars, leider aber hier verschmach-!ete- Der Schlag traf den Alien in den Umarmun-leinev Freuudin. — Janina wurde in der Nad)t vom 0. auf den . -1' August durch eine grohe Feuersbrunst vet-prt- 1300 Magagine und 300 Hauser wurden zer- ; es tit feiii Bcrlttst ait Menschenleben zu bckla-3^n, aber der Schadeu ist bebeutenb. Das osterreichi« !?e. ^onsulatsgebaudc blieb nnversehrt. Zahlnngs-'wckungeu siud bevorsteheud. '— Ait cittern Konzerte, das die Choralgesellschaft n Auckland (Nen-Seeland) juitgst ben Osfizieren ber °re9Qtte ..Galatea" zu Ehren gab, betheiligtc ber Hcr-5°g Vo it Edin burg sich als „crfte Gcige," ttttb Jwar, ivie bie Musik World" erfdhrt, itt eittcr hochst ^wnndeningswurdigeu Weise. Lokal- uttb Provinzial-Augelegenheiten. Origiual-Korres-oudenz. Gottschec, 21. August. (Die Feier des Geburtsfestes des Kaisers. — Wohl-thatigkeits -Konzert des M a n ncr gc« s a n g s v e r e i n s.) Zur Feier des a. h. Geburtsfestes Sr. Majefttit des Kaisers fand 6ei nus am 18. d. M. Abends eine voit unferent Mdnnetgcsangs-Bereiite znm Besten ber burch Hagelschlag Beruuglllck-tcn zweier Gemeinben veranstaltete musikalische Unter-haltuug mit zwei Tombolaspielen uitb Tauz statt. Da es galt, in christlicher Ndchstenliebe armeit Bcbrangten menfchenfreiutblich miter bie Anne zn greisen und sich der Freude iiber das a. h. Geburts-sest aus voUcm ausrichtigen Herzen sestlich hiuzugebeu, war tie UitterhaUuitg, — sclbstverstdndlich mit Aus« itahmc ber gelabeiieit Geistlichkeit, — wohl fast von alien Stadtbewohnern uitb auch von Fremden der Umge-gend besonders zahlreich besttcht. Ob der Tombola-spiele uub bes TanzchenS koiinte bad Musikprogramm sich teiner zahlreichm Nunimern ersreuen. Mit besto grb« heter Befriebigung aber initjseu wir des Kuustgeuusses erraahnen, der mis in dcn toeitigeii vorgetragencit Stncken voit eiiter Meisterhaitb am Piano bereitet ivarb, welche allgemeines Entziicken miter ben Zuho-rern hervvrries. Die in unserit Maucrn weilende ycrehrte Frau Leskovitz itbernahm es, ungeachtet ihres Umvohlseins, mit anerkennenswerthcr Bereitwitligkeit ein paar Pie-ccn am Klavier vorzutragen, welche glanzenbes Zeug-nih von der vollenbeten DJi'eistevschaft dieser Piano-tunstleiin gaben. (Siiteit weiteren, getoih nennensiverthen Genuh schns uns der erst furze Zeit hier bomizUirenbe, all« gemeiit geachtete und hochuereljtte k. k. Bezirksarzt Dr. Ferd. Bvhm, der als in Besitze einer herrlichen, ciuherst wohlklingenden Bahstimme lcingst bekannt, uns durch den gewahlten Bortrag etniger schbttcii Sololieder mil Klavierbegleitung zu begeistertem Applause hinrih. Der vollzahlig verttetene 9Jiditnerchor des Ge-sangsvereins sang zum Klavier den Walzer „ait der jchoiteii blaueu, Donau" mid „daS Staudchen" von Beit mit Beifall. Um auch den Wtinfchen bed tanzlnstigeii Publi« funis "Jiechnutig zu trageit, war der Berein bemitht, mit eiiter eliten Musik vorzutreteit, und war hoch-erjreut, cut Streichquartett der in offeutlichen Blattern oft jo gepriesenen stabtifchen Laibacher Kapelle, ivenit auch unter ctwas hbhereu Bedingungeii, gciooitnen zn haben. Es traf ein sicherer Herr Wahl, ber sich gletchsam als Kapellmeister gerirte, mit noch drei Jn-bivibuen aus Laibach zur grohen Freube und Befrie-bigimg des Publikums ein, und cS wurde in ber Por« aussctzung, dah die beziiglichen Streichinstrumente ihre Aieister gefuitbeit haben, zur Bcrherrlichung bes Pro-granting auch ein Streichquartett ber gedachteit Kapelle etngesteUt. Doch welche bittere Enttauschung!! Man traute seiueu Ohrcn nicht! Diese Tauschung steigerte sich noch, als solche Musik deu Tanz beglettete. Dem ein« stimuiigeit Wunschc der gejantntten Gescllschast zu Folge muhteu diese gveCteu Schattenseiten der sonst so gelmigencii Uutcrhaltuug schou uach zweistiindigem Tanze cutfemt werden, roorauf wir bei heiterer, guter Klaviermusit tauzen fonnten. Sthr animirt wurden die beiden Tombolaspiele mil ihmt origittellen, vielen, initunter anpassend werthvvllen Gewinnsten abgespielt. 4iebst vielen von bcit Bnrgcrn ber Sladt gespendcten Gewinnsten ist nock ein Baarbetrog von 52 si. 80 kr. durch sreiivil-lige Subskription eingegangen, mit wetchem eittige weiteren Gewimtste angefauft werden fonnten. Der Bruttoerlrag dieser Subskription famrnt dem Herren-Entree und dem Tombola-Erlose belief sich auf 167 fl. b. W. So wurde tit uitferem befcheidcitett Stabtcheu das erfrciitiche Fest ber Geburt unseres aufgeflarteit, hochherzigeit mid ritterlichcit Kaisers gescicrt, der mit cbenso wciser als traftiger Hand, mit fcstcm, ent-schicdeneiu Wollen die konstitutioncllc Freiheit unb Wicbcrgcburt Oesterrcichs mit ihrcn herrlichen Errun-gerschasten zum einzigett Wohle seiner Bolker aus bag Banner schrieb. Einer zweitcn Korrcspondcnz aus Gottschec iiber deuselbeu Gegenstand entnehmen wir, dah das Zu-standekommen dieses gelungeueu Festes deni Herat Be-zirkshauptmamt v. Flabung zu banfeit ist, welcher burch fein zuvvrkommcndcs Wcseu und seiueit Takt iibcrhaupt in Gottschec ber Gemiithlichfcit ein Asyl schns. Die gcsanglichen Leistungen bes Gesangsverctns werben als sehr gut bczcichnct. Auch Frau Haus und ihr Sohn Hr. Anton Haus haben burch trcsslichc Dckori-rung bes Saales, sowie burch vorziigliche Kiiche sehr viel zum Gcliugcu des schbnen Abends beigetragen. Lokal-Chronik. — (Die Lcichenbcstat tnngsunte rnch-mung des Herrn Dobcrlct) scheint bei ber hicsigeit Bevolkeruitg bereits ciitgcbiirgert zu seiit, so sahen wir gcsterit wieder eineit Zug 1. unb einen 2. Klassc burch bie Strahcn sich beiocgcit, unb wir miis-scit gcstehen, bah bie Wiirbc bes scierlichen Aktes burch die llnternehmung iit hohem Grabe gehoben erscheiut. Der Leichenwagen. 1. uub 2 Klassc lciht an Elcganz uitb Pracht nichts zn wllnschen itbrig uub ist ahnlichen Wagon itt Grohstabteii cbeubiirtig. Daher konimt es auch, bah ber geftrige Koubukt 1. Klassc sich ait Pracht mit bent 2. Klassc nicht ittefsen komite, da die Lcichc der 1. Klassc getragen, die 2. Klassc abet gefabreit wurde. — (To d e ssall.) Gestern verstarb in Laibach ber akademischc Bildhaner Christos Fid el ins K i m m e I iitt 78. LcbcitSjahrc. Der Bcrstorbcitc war tut Jahre 1792 in ber baitials noch osterreichi-schen Stadt Briissel in Bclgicn geboreit, cr bilbete sich in Wien, wohin cr mit sciitcit Eltcrn in seiner sriihesteit Jngcnb gefomtncn war, zum Bilbhaner aus, in dieser Stadt verblieb er bis zu seiitem Greisen-attcr uuausgesctzt thatig. Jm Jahre 1834 arbcitete cr ini Atelier bed beriihmten Bilbhaucrs K l i c b e r , ber bie Aussuhrung ber herrlichen Basrclicss ait bent Hoscrdenkmal stir Innsbruck seiner Kiiiiftterhaitb ait« vertrautc. Auch iiti religibscit Fache hat Kitnmel vielc Leistungeit anfzmveifeit; eine seiner vorziiglichsten Arbeiten ist die heil. Dreifaltigfeit mit den Standsignren an dem Hauptaltare ber Kirchc Maria am Gcstabc in Wien. Seine kiinstlcrischc Lausbahn beschlvh er iitt Grciscnalter mit einer kolossalcn Grnppc bes Neptun als Meercs« beherrscher in ber Mittc seines Hosstaatcs, sic ist im grojjcu Parte bes Frcihcrrn Anselm von Roths chi lb tit StillerSbors in Preusisch-Schlesien aufgestellt. Jit scinem 70. Lebeusjahre Ubersiebelte er zu seinent Schwie-gersohn, bent Realschul-Proscssor Frohlich in Laibach. Mit Kimmel giitg cm bicberer (iharafter, ctn stir bie Kunst mit jugeitblichent Eiscr besecltcr Kiinstler zu Grabe, fein Name genojj itt ben Wiener Kiinstler« frcisen attgcitteiuc Achtung. Das Leichcnbegdngnih finbet morgen belt 25. August Nachmittags tutt 3 Uhr vom Gmmnig'schcn Hause in ber Frauziskanergassc aus, statt. — (Eine Schwn r s z enc.) Von biesem itt Schauspielen uttb Dpern sehr wirksamen Hilssinittcl, glduzenbe Esscktc zu crziclcn, burfte in Zuknnst auch . bei deit Tabors eiit ausgiebiger Gcbrauch gemacht werben. Dcn erstcn, sreitich nicht ganz getungenen Ver« i such hat ber Taborrcdner R a i tf ch, fruher suppl. Professor in Marburg, jetzt Landkaplan in Untersteier« mark, auf dem letzten Fricdatier Tabor gemacht. In seiner Rede iiber bie Erzichuttg der slovenischen Ju-geitd schilderte derselbe mit gliiheitbcit Farbeu bas grohe, allc Gemaltthaten ber Turken weit iiberschrei« teube Uurecht, ba8 bie Deutschm beu Slovcneu zuge-fiigt, unb das barin bestiiitbe, bah bie slovenische Nation, 1 ‘/2 Millioncn zahlcnb, nicht eine einzige slove-nischc Mttelschnle bestihe. Zum Schlusse beschwor er bie anweseude Jugeud, die auch durch etliche Saug-tinge repafeittirt gewcsen seiit soll, mit folgeubev Apo« strofe, die wir dem Taborberichtc des ,.Slov. Narod" entnehmen: „Jch fehe bid) zmar, flovcuifchc Jugtnb, siir alles Edlc uud Rationale begeiftert, boch Mimic betite Begeisteruug verfltegcn wie bet Rauch, obet ver« schwinden tote bet Thau vom Grase, deshalb verlange tcidieit Lie Huubstagc ihr Cube imb beginnt in bcv Tagcs- ich von dir, dah bu betne gutcn Borsatze mil eincm Eidschmur befrdftigft, id) frage dich daher: willst bu sleihig unb thatig sein zum Wohle beiner Nation? sage: ich beschwLre es (cinftimmigc Antwort: id) schwore); willst Du gerecht, ehrlich rntb im Betragen gefittet sein? sage: ich beschwore es, (einstimmige Antwort: ich schwore); willst bu nach bent Beispiele bet hoch in Ehren stehenben Manner bas Recht, die Wahrheit unb Freiheit beiner Nation bis zum letzten Athcm-znge vertheidigen? sage: ich beschwore es (fregeifterte einstimmige Antwort: id) schwore); willst bu jeder-zeit ber ungercchtcn Frembenherrschaft liber bie slove-nische Nation Wiberstanb leisten? sage: id) beschwore es (begeisterte einstimmige Antwort: ich schwore); willst bu feurig unb ohne Fnrcht bis zum schwarzeu Grabe liebeu bcinc Heimat unb beincii Bolksstaimn? sage: id) beschwore es (begeisterte einstimmige Antwort : ich schwore). Herr Raitsch bewies in biefer Echwurkomodie eiuiges theatralische Talent, falls man nicht bieseS Spiel von Fragen unb Antworten fiig-licher nut Taborkatcchelik bejeidjnen wollte. — (Schnlin spektion.) In ber abgelauscnen Woche inspizirte ber fiir ben Bezirk Radmannsbors pro-visorisd) ernannte Schnlinspeitor Herr Peter Cebin sannntliche Schnlen seines Bezitkes. — (D e r n ci ch st e u n t e r ft e i e r i s ch e Net -s a s sun gstag) wirb am 5. September in Nothwein bei Marburg abgehalten werbeit. Zweck berselben ist bie Annahme ber in Winbisch-Feistriz imb (Lilli ge-satzten Besd)liisse burd) ben Bezirk Marburg, bessen Lanbbevolkerung bei ber letzten Lanbtagswahl ihre ver-sassuugstreue Gesinnnng gegciiitbcr alien klerikal-natio-naten Anstrengnngen burch bie Wahl bes Hanptmannes Seibl glanzenb manisestirt hat. Nach bem entwor-seuen Programm werden ber Bersammluug solgendc Fragen vorgelegt irerben: 1. Weld)e Nachtheile ictirbe bie Ireunitng Untevfteiermaifs vom Gesammtlanbe rntb die Bereinigung mit Krain unb Theilen anberer Kron lanber zn einem ncuen Konigreiche „Slovenien" fiir bie hiesige Bevolkernng nach fid) ziehen? 2. Liegt es im Jntcresse ber lanblichen Bevolkernng, bas; bie bent sche Sprache audi in Hinkunft in den Bolksschnlen gelehrt inerbe ? 3. Entsprechen die anf Tabors unb in uationalen Zeitungcn m-breiteteu Behanptnngen ber wirklichen Stimmung bes slovenischen Bolkes Hitter fteienuarts, oder ist die Eintracht zwischen Deutsche,: unb Slovenen bisher noch nngetrlibt, mid durch welche Mittel faun bie Fortdaner bes uationalen Friedens ge sichert werden? 4. Ist die vollstanbige Aufhebuug bes Konkorbates unb die Auslosmig jcucr Kloster unb geist lichen Orben, welche sich nicht mit Krankeupflege unb Untcrricht (bei strenger Beobachtung ber Staatsgruub gesetze) besdjastigeu, cine Nothwenbigkeit ? 5. Durch welche Mittel tonneit bie Bestrebnngen ber Bersassungs-trcuen im ganjen Sande gesorbert werden? 6. Welche Erledignng des Antrages des Abgeordneten I. Syz (in ber 6. Sitznng ber vorigen Lanblagssession vom 3. September vorigen Jahres): .,Der LandesanSschuh werde beaustragt, iiber das Manthwesen im Vaube ge naue Erhebungen zu pftegen unb iiber bie Regnlimng besselben in ber uachsten Session Bericht zu erstatteii," faun bei ber ®erhanblttng iiber diese Frage in ber bevorstehenben Land tags session ben Bebiirsnissen .ber Be ubtferung entsprechen? Beranstalter biefer Zusainmen funft ist ber Abgeorbuete ber Stabt Marburg Fr 93 r a it b st a 11 e r. Man erwartet einc grotze Bechet liguitg von Seite bes bortigen, ben nationalen lltopien abholbett Lanbvolkes unb bet Bewohner ber steierischen Sttibte unb Miirftc, auch hofft man, datz bie Gesin-nnngsgenossen aus Ktain eben so zahlreich vertreten sein roerben, als beitn letzten SSerfaffuitgstage in Cilli. Die naheten Mittheilnngen, fiir jene, welche sich an biefem Bersassnngstage betheiligeit wollen, werden bem-nachst in itnfetem Matte gefchehen._____________________ Witterung. Laibach, 24. August. In alter Ftiih heiict, nach Uht Morgennebcl. Son-nigcrTaa.RuhigeLust. VereinzelteHausenwolken. Watmc: Morqens fi Uhr -j- 9.1", 'Jlachnt. 2 Uhr + 18.6' (18(58 + 14.2"; 1867 + 21.1°.) Barometer: 327.31'" etroaS gefulleti. Das gesttifle Tagesmittel ber Wiiriue + 13.6", urn 1° uuter bem Normale. Mit bent heuiigen Sage et- temperatur cine merklichc Abuahiuc sich kimb zu gebcn. Hcuer trat fchoit mit iBegimt bed Monates cine bebcutenbe Abkiihlung bet Souinicthitze ein. Angekommene Fremde. Am 23. August. Stadt Wle.ii Br. Rouer, Tricst. — Ergcitz Ptioat, Fiumc. — Pochc, Hanbelsm., Tricst. — Koller, Laufm., Graz. - Kopriva, Wcrkskassicr, ©ogor. — Koller, Pri vate, Finnic. — Fran Schniberschitz, Private, Jll.-Fcistriz. Ele6"čmt. Tomšič, Rcbaktcur, Marburg. — Pnttcrlik, Wien. — Baumann, Kellner, Tricst. — SchLblc, Fa-brikautcns-Gattin, Tricst. — Snppau, Giiunasial-Pro fcssor, GLrz. — Wibitz, Privat, Tricst.—Mlaker, Pfarrer, St. Paul._______________________________________________ Berstorbene. Den 23. August. Johann Bcrsin, Hansknccht, alt 62 Jahrc, im Zivilspitale an ber iltulir. — Herr Fibclius Kimmel, akabemischer Bilbhauer aus Wien, alt 78 Jahrc. in ber Kapuzincrvorstabt Dir. 7‘J an ber Lungculahinuug. — Sent Hcrru Josef Levc, Hanbelsmauu uiib HauSbesitzcr, sein iiritib FtanziSka, att 6 Moiiate, in ber St.' Petcrsvor-ftabt Nr. 18 an Fraisen. — Don Herrn Johann tiiabic, Gastgeber, seine Gattin Ursula, alt 40 Jahrc, in bet Kapn-inervorstabt Sir. 63 an bet Brustwasserfucht____________ Wiener Borse vom 23. August. Geoenltafel iiber bie am 25. August 1860 ftattfinbenben Lizitationen. 1. Feilb., Sincrbn'sche Real., 9iareiit, 960 fl„ BG. AbelSbcrg. — 1. Feilb., Gorup'schc Real., Nareiit, 716 ft, BG. AbelSbcrg. — 1. Feilb., Real., Sairach, 325 ft. BG. Stria. — 1. Feilb., Kosmal'schc Real., Travnik, 2200 ft., BG. Rcifniz. — 3. Fell., Sujet’sche Real., Uiitcrvobale, 1926 ft., BG. Nasseusutz. — 2. Feilb., bet Fotbcruug bes Jvjcs Bclc von Topal. BG. Laibach. — 2. Feilb., (Sladič’-f.ve Real., Jggbots, BG. Laibach. Am 26. August. Miuncubo-Lizit. zut Dcckinig bes Bebatfes von incht-lantig bezimmettem Larchcuholze, fiir bad Arsenal in Pola. Schriftl. Off. bis 3 llht Nachiit. 5Reugelb. Beim Atsc natS-Kommanbo Pola. — 3. Feilb. bet znt Otto Aiuppi'-sclicn Konkutsiuassa, gchLtigcn Real., ad Magistrat Lichten-wald, BG. Lichtcmvalb. Staatsfonde. Gelb Ware 5perc. osterr. LLabr. . btc. Rente, oft. Pav. 62.70 62.80 bto. bto. ost.in Silb. 71.90 72.- L'ofe von 1854 . . . 92.50 93.- ilofe von 18(?0, ganze 101.50 101.70 Lose von i860, Fiinst. 104.— 104.50 Prauriensch. v. 1864 . 124.60! 124.80 ^rundend.-Obl. Steierrnark zn5pEt. 92.75 93.50 arnten, Krain n. Kitstenlanb 5 „ 86.— 94.— U 113 am . . ;u5 „ 81.60 81.75 Kroal. u. Slav. 5 w 82.25 82.75 Siebenbitrg. „ 5 „ 80.— 80.50 Action. ^ationaldank . . . 773.— 775.— iLreditanftal! . . . 308.80 309.- N. 0. Escompte-Ges. 915.— 917.— Anglo-ofterr. Bank . 428.50 429.50 Deft. Bobencreb.-A. . 313.— 316.— Oeft. Hypoth.-Bank . 107.— 108.— Steier. EScompt.-BV. 270.— 275.— kkais. Ferb.-iliorbb. . 2335 2340 Subdahn-Geiellsch. . 275.70 275.90 ilnii. lLlisabetb-Bahn. 206.— 206.50 Carl-Lnbwik-Bahn 278.25 278.75 Siebend. Eisenbabn . 180.— 180.50 Kais. Franz-IofesSd. . 187.75 188.25 (virnsk.:• Barcfer E.-B. 193.— 193.50 Llsold-Fium. Bahn . 182.50 183.— Pfandbriefe. Nation. 6.2B. verloSb. 94.80 95.— Ung. Bob.-Erebitanft. 92.50 93.— Ll^.oft.Bob.-Crebit. 109.— 109.25 bto. in 33 3. riickz. . 91.50 91.75 Geld Earc, Ceft. Hypolh.-Bank . 98.50 99.50 Priori t&ts-Obllg. DIWb..G-I. >u 500 ffr. 120.— 120.75 dlo. «0,1« 8 v®. 24-1.60 24S.50 Vlrrbb. (100 fi. CM.) »3.2». 93.7o Sicb.-B.(L00ft.ii.W.)! 91.- 91.25 RndolsSb.(SVOfl.o.W.)i 94.- 94.25 gra«j=3of. (200ft.@.) 94.60 94.80 'Srcbit 100 ft. il. Iff. .1H2.76.1C3.— Don.-Danlpfsch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . 97.— 98.-Iricflcr 100 fl. CM. . 125.— IS*1-" bto. SO fl. °.W. . 58.75 60.25 Cfenet . 40 fl. 6.S3. 35.- 35.5V Lain, . „ 40 ,, 41.— 42.- Palss, . „ 40 „ ! 85.50; Mary . „ 40 „ ! 35.50 36.50 t. GenoiS „ 40 „ 33.75 34.— 11J3itlbif