Nr. 221. Menstag, 28. September 1909. 128. Jahrgang.
Lmlmcher
Zeitung
- MVMriss n «, .'fill dis ^iislsllunn i»« Ha»« „ailziährin 2«, - InsertionSsstbühr: ssür Ilrioe Inseralr
Dil- "Laibachsr ,!isit„»n> siicheiü! läftlick. mil 'Aülimkms dsl ^onii- u»d sssifl!af,s. Tie «dminiflratlon befinde fill, Millo»!östraf>r Nr, 20: dir Mrdaltilln Willoii.'slranf sir, Ü0, Tpischsüiüdf» dcr ^rdaliil'» lw» ^ bi«, ,o Uhr
Telephon-Nr. der Redaktion 52.
Amtlicher Geil.
Tome t. und l. Apostolische Majestät haben "mi,,tchendes Allerhöchstes Handschreiben allergnä-°'">l zu erlassen geruht:
^irber Baron Buri-'u!
^ch l,abe Mich bestimmt gefunden, anläßlich
^ ^'usdehuung Mcincr Souvcränitälsrechtc auf
'N^^^?' ^'^ ^^' Hcrcegovina eine Erinnerungs-
-^oaille zu stiften, »m'lchc in Geinäßheil der von
bo"! -^^ ^" ^enehmigendeii Statuten aii alle im
^^l^'liercegovinischen öffentlichen, sei es Staats-
" ^emeindcdienst stehenden Beainlen oder Per-
!„!"'„lsder Kategorie, an sämtliche Offiziere und
-limlnoeantten des 15,. Korps, welche alle a,n
' -„^lol'er 190« in, atliven Dienste gestanden haben
u '!lon,^eudlich ail die Beamten Meines Gemein
^,'^u ,viuanzministeriun>s und des Gemeinsamen
'/ ""^"iinisterimus in Angelegenheiten Bosniens
"u "er ^ercegovina, welche ebenfalls am 5>. Oktober
' "^>n attivell Dienste standen, zuzuerleunen ist.
^itt^- ^' ^'^' ^'"" Vorstehendeni zur eigeneil
"!!en,ch.isl ili^d zun, ^loecke der Voruahine der
^'ler erforderlicheil VorkehruiWn in xienntnis.
^N'l^enz, a,n :'.<). August 190l).
^ranz Joseph »n. p.
, ^iiu' i. lind f. Apostolische '.»'la,estäl yadei! ^ ^>U"I)ochstcr Enlschlies'.unsi ooln ^(». Tepleinder hmn!'^'" '^^ ^^' Verwaltunqsqerichishoses Io-/ "" /"ller von Tawicti zu,n TenatSPräsiden. , ''" ix'l'^nm», ferner den Vrsten Slaalsauloalt ^'rnowih Vladimir MichalSki sowie den befs^'"' ^'^l und Charakter eines Tellionsrales num ^ " Ministerialselrelär im Finanzministc-l"er ^7l' .^"^utt M iczynski zu Nnlen dieses , u)i^)oses <>xt,-n «tz,l„„, zu ernennen und dem Tck'/ ^"'wliltun^s^erichtshofes Tr. Richard ter l>i," ^ ^ l' o u z e n a ll den Titel und Charal-
^,.,..,^^ ^ustiziniuister Hal den l^'unol'müoinlirer -^.^"""us Totickniaa in ^ibach zum
(^rundduchsdireiior unier Belassuuq aus seinem Tienstorle eruainil.
Dru ^'i. 2,'vtclnbl'r 1^)!>!» ivlirdr iu drr l, l, .vos-- und Staats» drlicll'rei da>? I.XV. Stück tn'5 Nrichs^csctzblatlsS in deutscher Nusgabc ansgrgrben und vrricndet
Den ^'», 3rptcliibrr N>0!» wurdr in der l. l. Hof» und Ztaats» druckerri das XI^VI, Tiück der polnischen und rumänischen Ausgabe dcs Meichsgeschdlllttes des Iahrgangrs i;)Ol) aus> genclien und vrriendet.
Clinch drin Anitsblllttc zur «Wisuer Zritunq» vom ^ii, und '^i,!,Ici Xlll-cxl..
Nr. 10.'i nnb 104 «I.» ('m!u c1(>I I^i».volu» vom N!. und IX. September IWl».
Nr, l«^ «i/^mllneis!«/!«»«» von« 18, September 1909.
Nr, >-j!j «^ui-«
^l>vn>). vom IX, September 1Wl>.
Nr. 12 'l(npiiv) > vom ij<>, September 1U09.
Iiinschlng der Nl, 2 «,In,rn, zxiliioliov^ ,':ll8(>pi8 pro <1<> »I'ikl^üUn ^v»'t,.' vom 25. September IW9.
Nr, .^? «tt«i-ol1uöo8li/ />vi>ci8 vom 18. Sept, 1W9.
Nr, N8 <>Vii!nl!ru,68k^ Xovi») > vom 1«, September 1!10!<.
Nr. (^29) .z« .Iviil-Ii,!«!«.! I^»l> vom I«. September 1909.
Nr. ü--« ^il>nl-,>.8>i>> U^I»,8>. u,'M 18 September 1909,
Nr. 75 "I>u«!> <':ll,8!i» vl'in 1«. September 1909.
Nr. 259 «Pilsner Tagblatt, vom 19. September 1909.
Nr, 1b «5wvl'I,ll! !!iocln!k» vom 18, September 1909.
Nr, 260 und 2tt1 «Knrn^uo ßtowo» vonl ll> nnd 18. Sep' tcmber 190i».
Nr, 204 «Dilo» vom 1«. September 1909.
^wci AnsichtsllN'tcn mil der ?lufschrift: «?l>i^elln<:e V>-
Nr. ži? .I'üiik» vom 17, September 1909. Nr. 1<0 ,<)8v<'w I.,6n» vom 1^, September 1909. Nr, 2 ol-ojurat)nmor!'r > ruptionsneste^.
N>. li9 > Düdrnvllilc» vom 21. September 1909.
MchtaintNcher Geil'.
Türkische Gesellschaftsreise nach Östcrrcich-llnssarn.
Vie mnn aus Talonichi schreibt, wurde in der lelnen Tiwlnq des Komitees für die Gesellschafts-
reise nach Osterreich - Ungarn folqendes Proqramm aiuienouilnen: Abfahrt r>on Talonichi am 19. Okto^ ber früh, am ^<». Antunft in Budapest. Dort ist der Besuch der a,rös'»ten industriellen Etablissements, der Universität, des Parlaments, der Museen, der Theater, des IustiMbäudes und anderer Tehcnswi'lroig-fciten der Tladt in 'Aussicht qcuommen. ''lm 24. früh erfolgt die Abreise nach Wien, wo sich die (Gesellschaft bis zum 2^. abeud5 aufhalten loird. Je nach den Tisposiiioneu der Behörden und kompetenten Institute werden die bedeutendsten Industrie- und HandelS-Elablissements der Ttadt besichtigt werden. Man interessiert sich für die Tpinnereibranchc, Tuch-fabrilation, für Leder, Mas, Papier. Eisen- und Meinllwaren und .^onfcltion, ferner für staatliche Inslinilioneu, für Landwirtschaft und Voltsbildung. Ter 2!». wird in Brunn zur Besichtigung der dor-ligen groszen Elablisseinents der Tuchindustrie bc-nü(n und abends die s^ahrt nach Prag angelreten werden, wo die Universität, die marlantesten 3ehen5würdigle!leii und Industrieanlagen besucht werden sollen. 5'lm .".1. Oltober begibt sich die Gesellschaft nach )1leichenberg, wo sie die größten Indu-strieunteruehmungen besichtigen ivird. Am 1. November erfolgt die Rückfahrt nach Wien, am 2. geht es nach Talzburg, wo nur ein kurzer Aufenthalt geplant ist, dann wird die Ncise über Bad Gastein und Villach nach Trieft fortgesetzt, wo ein eintägiger Aufenthalt vorgesehen ist, der der Besichtigung des Hafens, des Arsenals und der Ttadl gewidmet werden soll. >'!m li. November trifft die Gesellschaft in ^iulue ein, wo sie sich einen Taa milsml!«>l, w!,d.
Das englische Ncichs-PcrtcidiqmlgSsnslcm.
'l>(an schreibt aus London: Der vom australischen Bundesverteidiglmgsminister im Bundes-Parlament eingebrachte Gesetzentwurf, betreffend die Organisaiion einer australischen Land- und 3ee-machl ivird hier mit der lebhaftesten Genugtuung als der erste Tchrill in dem gros;en Werke der Einrichtung eines allgemeinen Neichs-Verteidigungs-wesens begrüßt. Die Vorlage ist die erste frucht der in diesem 3ommer in London abgehaltenen )1l'e!choverteidigungstollfelenz, zu der Vertreter der
Feuilleton.
Der Hosenbandorden.
Vlstorischc Hnmoleslc von Adc'ls ^ollV-vl.
(Schlnh.) (Nachdixcl u>rl>o!s»,>
^Nln^^^ '^^^'^ Zusehen des Ordens findet seinen >n>s'.>,'sl /" '-'^ ununterbrochenen f^ortdnucr bei voM "'""' >'lbäuderungen. und in seiner sehr N" n '^ und sparsainen Verteilung. Nur Regen-,^ow, ^ngländl'r von hohem 'Adel lönnen den soil . ""lwldeu erhalten. Die Ordencchevise: Honny der (^/""l >1 pense! erklärt sich durch die Legende f^'sch., !.!" Salisbury, und die meisten Gefchichts-^«hri..!"" ber Ansicht, daß in dieser Lesart die ei» ci^ .^' >uchen sei. Die Ordensniitglieder bilden Ticae/ s,'^ ^"Pitel, das ein großes und ein kleines ^chlos,V v"' ^" ^"' Kapelle des Hl. Georg alls dein ^eo,-.^ ^'ndsor wird an, 2:;. April, dem Tankt
"^tagc, jährlich Kapitel gehalten. vMr,'"s'^ ^""rd Hl. stiftete den Orden im ^stcn ,^I 'w. ^'//"' Nl'gierung, zllr Ehre Gottes und des ,^^ l'ityrers Georg, des Schutzpatrons von English ,in^'^ l^ll der ^eldmarschall ernst und feicr-drin ,^^'","' ^'^' '^U' mif dem die Schachtel mit lag, nnd löste mit wichtiger 3i^s '"Geigend und bedächtig das königliche
:'!ber ünim ist dies geschehen, als er einen Schritt zurückprallt und wie versteinert nach dem Inhalte der Schachtel starrt...
Statt der Insignien des Hosenbandordens lachte ihnen ein veritabler Nosinenstollen mit Zuckerüberguß entgegen, der einen süßen, angenehmen Weindust verbreitete und sich bei der Helle des Tages den hohen Herren in seiner ganzen jungfräulichen Neinheit präsentierte. Der Kronprinz hatte Mühe, sich des Lachens zu enthalten, aber seine rein gestimmte Seele ließ es nicht zu, jemand unter dem Eindrucke einer peinlichen Überraschung zu wissen, weshalb er begütigend zu Elyde sprach: „Es scheint ein Irrtum zu sein, Herr Feldmarschall, der sich hoffentlich bald aufklären wird."
Als er aber sah, daß sich Elyde von seiner Bestürzung nicht sogleich erholen konnte, nahm er ihn bei der Hand, führte ihn nach einem Lehnstuhle, und bat ihn, sich zu setzen. Um dem Gespräche eine andere Wendung zu geben, fragte die königliche Hoheit: „Nun. wie geht's denn im Schlosse Windsor zu? Was macht meine Braut? Wie geht es der Königin?"
Nach und nach mute die alte Erzelleuz mählich aus ihrer Erstarrung aus und erwiderte: „Soviel ich weiß. befinden sich die allerhöchsten Herrschaften wohl, und abgerechnet ein kleiner ^wist, der im Windsorschlosse von sich reden machte, ist dort alles munter."
„Ein kleiner M,ist?
„So ist es. Der Prinz und die Prinzessin von Wales kamen jüngst von ihrem Landsitze in der
Grafschafi Norfoll auf Besuch nach Winojorcaslle, und Königin Viktoria hatte eigens im Aork-Tower Gemächer für sie herrichten 'lassen. Der Königin Mutter aber halte es unlängst gefallen, ein Edikt gegen das Tnbakrauchen ergehen, und dieses Verbot auch an den Türen de5 Prinzen anschlagen zu lassen. Da nun die königliche Hoheit ein starker Rancher ist, war ihm die mütterliche Maßregel nicht angenehm. Er entschloß sich daher kurzer Hand, mit seiner jungen Gattin nach der benachbarten, hinter dem Schloßberge gelegenen ^rogmorr-hodge überzusiedeln, und dort schmaucht er jetzt uach Herzenslust und in ,^ric. den, obgleich," sügte er gutmütig lächelnd bei, „den Rosen der Tabaksqualm nicht zuträglich sein soll."
Der.Kronprinz lachte herzlich, dankte dem allen Feldmarschall und entließ ihn in aller Huld.
Mit dem Hosenbandorden und dem Rosinenstollen aber verhält es sich folgendermaßen: Als die Prinzessin Braut erfahren hatte, daß ihr Verlobter mit dem Hosenbandorden ausgezeichnet wurde, wollte sie ihm mit der idealen Gabe auch gleichzeitig eine materielle zukommen lassen und buk daher in aller Eile höchsteigenhäuoig einen Ronncnstollen. Die Schachtel mit dem Orden war durch VerMm-nis eines Dieners einen halben Tag später in London abgegeben worden, und so kam es, daß der Feldma'rschall Elude allein mit den, Rosinenstollen die weite Reise nach Berlin machte. Die, Geschichte aber wurde mit Rücksicht auf die außerordentlichen Verdienste des Feldmarschalls, der iu mehr als fünszig Schlachten heldenhaft mitgekämpft hatte, strengstens geheimgehalten.
Laibacher Zeitung Nr. 221. 1982 28. September 1909.
verschiedenen Kolonien dec- britischen Reichem erschienen waren. Nach dcn Bestilnmungen der Vorlage soll. neben der von 1'lustralien zu stellenden flotte mit einem Personal von 23W Mann, eine Landstreitmacht von -_' :Vcann zur eventuellen überseeischen Verwendung bereitzuhalten. Der Gesaut tkostenaufivand dieser Streitmacht wird auf'.',.'' Millionen Pfunde Sterling jährlich veranschlagt. Tie Schaffung dieses groben Heere? bringt einen neuen Faktor in die internationale Lage, indem hiedurch eine bcdeuteitdc Verschiebung des politischen Gleichgewichtes im Stillen Ozean verursacht wird. Bemerkenswert ist der Hinweis des australischen Verteidigungsministers bei Einbringung der Vorlage auf die Tatsache, daß Großbritannien lein Linienschiff im Tüllen Ozean habe, während Japan dort fünfzehn solcher schiffe halte. Auch habe England im Stillen Ozean nur einen gepanzerten Kreuzer gegen zwölf japanische und elf amerikanische. Im Hinblick auf die kleine Bevölkerung Australiens kann ein Freiwilligen-system keinen Schuh gegen Überrumpelung durch eine feindliche Macht bieten, und aus diesem Grunde sieht die Vorlage einen obligatorischen Ausbildungsdienst sowohl für die Land-, als für die Seemacht vor. Dieser obligatorische Dienst ist jedoch vorläufig auf die dichtbevölkerten Gebietsteile zu beschränken, die sechzig Prozent der gesamten Bevölkerung enthalten. Man erwartet, daß diese Beschränkung die Opposition gegen das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht lahmen wird, eine Opposition, die allerdings in Australien weniger kräftig als im Mutterlande auftritt, da in den Kolonien selbst die Arbeiterpartei diesem Prinzip nickt so feindlich gegenübersteht als in England.
Politische Ueberttcht.
Laib ach, 27. September.
lie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Wochenrundschau: Wenige Monate nach der Übernalnne der Amtsgcschäfte folgte der Reichskanzler meinem Nuusche, sich dem ehrwürdigen Herrscher der dem Deutschen Reiche verbündeten Habsburgischen Monarchie vorzustellen. Die Wiener Tage hinterließen Persönlich wie politisch die besten Eindrücke. Dankbar äußerte sich Dr. v. Bethmann-Hollweg wiederholt über den sehr huldvollen Empfang, der ihm von Seiner Majestät dem Kaiser und König Franz Josef zuteil geworden ist. In vollem Einklänge mit dieser Aufnahme stehen die Ergebnisse der eingehenden Unterredungen, die der Reichskanzler mit Grafen Aehrenthal gepflogen hat. Es wurde darin die unverminderte Fortdauer des Vertrauensverhältnisses zwischen den verbün-deteu Kaiserreichen und ihrer bundesfreundlichen Gesinnung für Italien voll neuem festgestellt. Dem Reichskanzler war es überaus willkommen, daß sich in Wien Gelegenheit bot, mit dein Leiter der auswärtigen Geschäfte Österreich-Ungarns die Haupt-
puntie der europäischen Politik zu erörtern. Verfolgte die Reise nach Wien auch teiue besonderen Politischen Zwecke, so werden die dort ausgetauschteu Eindrücke doch zur friedlichen Weiterentwicklung der schwebenden Fragen das ihrige beitragen. In der europäischen Presse wird die Bedeutung der Wiener Besprechungen vollauf gewürdigt.
Das „Fremocnblatt" schreibt: Entgegen anderslautenden Zeitungsnachrichten wird der k. und k. Gesandte in Belgrad, Graf Forgach, nächstens auf feinen Posten zurückkehren, um für den Fall, als die derzeit zwischen Österreich-Ungarn und Serbien auf kommerziellem Gebiete bestehenden Schwierigkeiten inzwischen einer Besserung zugeführt werden würden, zur Verfügung zu sein.
Wie man aus Belgrad meldet, hat der altradikale Minister des Innern. Ljuba Iovanovi^, an alle Kreisvorstcher eine Verordnung erlassen, worin ihnen aufgetragen wird, dafür Sorge zu tragen, daß die gegenwärtig herrschende Eintracht der politischen Parteien nicht gestört werde. Die Aufgaben, vor welcheu das Land stehe, seien derartig große, daß ihre erfolgreiche Lösung nur durch die Mitwirkung der gesamten Bevölkerung möglich erscheine. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, daß jedermann von dein Ernst der internationalen Lage des Landes durchdrungen sei und dahin wirke, daß die iil der SkuMiua erzielte .Konzentration der Parteien, welche in dem gegenwärtigen Koalilions-tabinette ihren Ausdruck gefunden hat, nach Möglichkeit auch im Volke herbeigeführt werde.
Wie schweizerische Blätter melden, gilt es als sicher, daß der Bundesrat den Kaiser Wilhelm zu deu nächstjährigen großen schweizerischen Manövern, welche in den Westkantonen stattfinden werden, als Gast einladen wird. Der Bundesrat habe sich bereits über die Tatsache der Einladung schlüssig gemacht, während die Formalitäten noch den Verhandlungen mit der deutschen Gesandlschaf! unterliegen.
Londoner Blätter besprechen lebhaft die Aus-fichlen der allqemeincn Wahlen in England, die jeht als unmittelbar bevorstehend betrachtet werden. Beide Lager sind der Ansicht, daß die Haltung der Lords gegenüber dein Budget Neuwahleu unvermeidlich mache. Man glaubt, daß für diesen Fall im November, spätestens im Jänner gewählt werden wird. Im Hauvtlagcr der liberalen uud der konservativen Partei ist man sehr rührig daran, den Wahlfeldzug vorzubereiten. Die Konservativen geben die Parole aus: „Tarifrcform gegen Sozialismus", die Liberalen: „Die Peers gegen das Volk".
Tagesnemgleiten.
— Mn „cucs LuftschiffuerkehroMem.i Der öster» reichisch.ungarische Hcinptmcinn Qnikci Hal ein neu» artiges Luftschiffverkehrssystem erfunden. Danach schwebt über einer starkstromleitenden Kabellinie für Hochspannung, welche sich a»f den« Voden befindet, ein Ballon, der durch ein Zuleilnugskabel mit der Kabel» liuie verbunoeu ist. Eine im Ballon befindliche, sich selbst regulierende Trommel mit aufgewickeltem 5labeldrahl wird durch das Zuleitungskabel gespannt erhalle». Von
einem im ^nslschiffe angebrachle» Schcill brette filhre» flexible kabeln zu dem Mulmpropeller mil elektrischem Änlrieb, durch dereu Neg»liern»g dcis Luftschiss stels genau über der Trasse erhalten wird. ^alls das obe» erwähnte Zuleilliugskcibel reißeu sollle, wird eiue Al!»' mulalorenbcilterie durch Umschaltung dazu verwende, eiue glatte ^cmduug zu ermoglicheu. Im Ballon hängt der basten zur Ausnahme der Passagiere. Das Lust-schiff wird sich auf dem gauzeu Wege iu der Höhe rw» UM Meter hallen. Ter Erfinder hufst, Geschwmdigkeite» bis 100 Stuudeukilometer zu erreichen. Die dosten der Erfiuduug sollen sehr gering seiu. Zur Erpwilieniüg der Erfindung isl die Grüuduug eiuer Attieugesellschlist im Zuge, die bereits im michslen Frühjahre die Nabel für die Strecke Wien -Budapest bcmen soll.
— lDer beste Hamlct.j Wilso» Narret!, ei» belli»»-ier englischer Schauspieler, erzählte, an dem Abend, dd er zum erste» Male deu Hamlel im Princes; Theciler i» ^midu» spielte, habe er einem Gespräch zweier 5tnlisse>mrbeiler zugehört, die ihre Eindrücke über die verschiedenen Hamlel.Darsteller anflanschte», die sic schon gesehen hallen. „Ja", sagte der eine, „Irving »>^ Vlwlh ware» gut, Barrel ist auch gul, aber Fechler isl besser als alle drei. Er ist immer zwanzig M>»u>e» früher fertig als sie."
^ lDas ..siecht" der ^rau.j Nach der Ansicht eiin'S ^cewyorler Dichters ist es ein Irrtum, anzunehmen, daß ei» Ehemann das Nechl hat, seine ^rnn cmch ol)>n' deren Willen zn küssen, Eine Frau war zum Kadi g^ lciufeu, um ihren Mann wegen des nnerlcinblen Kiissens beslrciseu zu lasse», und der Richter verlwl mich dein Mci»», bei Vermeidung eiuer Strafe vo» 5,ü<> Mark, seine Fran zn küssen, wenn sie es nicht habe» will.
(Der Ttreit der Frauen oder ^ysistrata in Chicago.> Ist das nichl ein empsehlenslverler Tilel für einen modernen Aristophanes? Nnd was iwch mehl giü' nichl uur der Titel, sondern der Stoss selbst ist da. Tie Wirllichseil bielet dem »mdernen Komüdienjchreiber das glücklichste Thema. Der Tcichverhcilt ist folgender-I» Chicago, der Sladt der Schlachthäuser, habe» sich '>l«»o Tame», hofseutlich leidlich junge uud hübschc' Tcimeu, zuscnume»getmi, um durch ei» nicht ganz neues, ober immer imch wirksames Mittel die Venülligung der polilischen (Gleichberechtigung der grauen durchzusetze». Sie prügeln uichl lvie die euglischeu Suffragetten, fi^ >oersen leine Fenster ein, lassen sich nichl ins Gefängnis »verseil »»d dort cinshungern; nein, sie benutzen einscu'l) das Millel, das ^l)sislrc!ta und ihre Genossinnen iwch Arislophcüie^ schon vor mehr als ^000 Iahrell ergriffen habe», »m dein Kriegsschrecken ein Ende zu mache». Sie versagen sich. Sie streiken. Sie erklären kcilegoriscll, nichl eher zn heirate!», als bis sie das Stimmrecht hcibe»'. 3000 junge Dame» im Streik — das ist keine Kleiuig' keil! Wird die Männerwelt von Chicago klein beigebe»?
— lMnci, qclunqenen .<.lindcrscherz> teilt eine ^l'sc« ri» von „Well und Heus" mit: Mei» Manll ha< gsl> gentlich von einem seiner freunde, eiueul eifrigen Ni>»' rod, ein Gamsgehüru zum Geschenk erhalteil. lHiues Tac^eS ftraugt es au der Wand seines Arbeitszimmers. Uuier ^ritzcheu, der es denselbeu Tag noch entdeckt, steht einen Augenblick sprachlos davor und kommt da»n spornstreichs zn seinem Schwesterchen: „Du Titty", be» richtet er atemlos, „komm mal schnell, bei uns wcichst 'ne Ziege ans der Wcmd!"
- jMcrlwürdiqc Zciiaenossen.j Mau sollte eiqcnt« lich annehmen, das; die großen Entdeckungen des Svcit' mittelalters, »vie das soperuiknnische Weltsystem, j^'l.''l allen Gebildeten geläufig sind. Aber dem scheint doch nicht so, wie eine englische Arislotralin, Lady Vlou»l' jeht bewieseu hat. Sie hat »äm ich cius Aulas; der lwn'
Zirkusleute.
Roman von Karl MunHmann.
Einzige autoiisiertc Übersetzung.
(10, Fortsetzung.) n>>ner »»ehr, da mei»te sie, das riihre lediglich von den - - - Fernrohren und dein Nebel her, Also gescl,el)en >»> ,',»vanzigsteu ^ahrlinnderl, in dein gebildele» Eng-laud!
^~ lDcr „ausqestopsie" Ul'riot.j Das ist die neueste ^lraße»se»falion von Paris. An der Ecke des Bonlevard .^u>ssonlu<'re slaut sich »»nnterbruchen eine in die Höhe 'hauende Menschenmenge: die Nedaltion des „Matin" )M deu Mo»oplau des z» so rascher Neriihmtheit gelang. 'l'N Aviatikers a»geka»>fl und aus einein slockhohen Gerüst ""r den Fenstern ihres Palais befestigt. Da scli»vebl nun die Flugmaschine, die deui Naue nach einem rie> M»i Adler ähnelt, frei in deu lüften. Die Schwingen, >^> '" ber^ Formation von Adlerflüge!» ablveiche» und "1^'r an Schmellerliiigsfchwingen gemahnen, sind »oeit ^>>sgebreite!, und um die Illusion mil paiwplischer ^ndiqs^l zu verslärlen, sitzt darin eine nach Nl.'riot? <^oN„ld getreulich angefertigte Strohpuppe, die Arine Mlz an das Steuer gestemnit. Naseweise Sperlinge und M)luc Tauben -wiegen sich auf dem Gerüst, ohne zu "'Wen, daß dieser ' stählerne Konkurrent das Reich Kuvert hat. iu »selchen, sie bisher Alleinherrscher
LolaI- und Provillzial-Nachrichten.
Ausgrabungen in Cmoua.
leln ^'^ Fortsetzung der Ausgrabuilge» gestaltet sich
' ' ^'bnisreich. ^as Inventar chirurgischer Instru-
line des emunensischen Arztes, dessen Haus an dein
sm"^" ^itenausgang lag, wurde durch verschieden ge>
, , Nadeln und Sonden solvie durch ein fehr gut
l'iaiteues ruudes Medizinlöfselchen ans Silbermelall
^ ""ustnndigt. Ei,, schmaler, lauger Löffel, der wohl
ü> >" ^iijchri, der Medilainenle diente, ein kleiner Trich.
l i,„d ^^ Nlichschen aus Nrolize bilden weitere
l'armazeutischc' Behelfe des Arztes. Das Haus des
V.!sV<^" "^ außerdem an ^uilden einen verzierten
^ .Wag, (>,n phalllisarliges Anhängsel, eine mit Perlen.
^ , >"' geschluückte gebuckelte Zielscheibe, einen z,veiten
,,,.s//'iu'!,el und eine Ccharniersibel mit zlueileiligem
N 7 '" ^"'^'l <^.- Jahrh.): der dreieckige hintere
ei.,' "^ ^"' '" "neu Schlußknops übergeht, ist mit
^eli> '"'.' ^'"klierten Mnster verziert und versilbert.
Er;." ''"'^'"chl'n Bruchstücken einfacherer keramischer
^'ign,s,c ,^„^' ^,^. einhenkelige, mit Lotosblumen
frei. ? ^'/' !^s"nden, bei der das Ornament ans
siciem '^.'"'< dem Malhorn oder dem Pinsel in slüs-
wllrd' - '^)l"'nui in Äarbolinlechnil aufgetragen
^lau/'' ^?"" ^''" ZU'eiles ebensolches mit Punkten uud
dl», s"< ^'deckles Schälchen nnd eine ^irinalainpe mit
des m ""' ^"p!""a>nen ^iVNIt!. Aus dem Haufe
Neu, ?l^^'" '"^ seiuer Umgebung stammen eine
^ "!(saw!gs P^s,,^,^.,^ ,,^ N^,,,^'f^tsl)^^ si„ Silber-
Schal "^ Vronzevlättchen solvie das Vrnchstück einer Eril', ""'' !^"»!V'l"l'N' Mosaisglas, jenem herrlichen sl'Iteu?'^ d"- '^'""l", von den, ganze Exemplare jo ^ln su, s/ "^.^ ^"' Technik verloren gegangen i^t. pwf l > » " funden sind noch eNvähnenslvert ein schön .In'l.'st ^^'"l'Mriff eines Schmuckkästchens uud eine beides ?^' "'^ '^""' bl'i der der Nand des Oberteiles 6'l'rt s< i""l ^^rtteu, kreisen und Quadraten ver> darl»,< V, 1^"ll) sind wiederum ^nnde von Münzen, Anms. ^"^' "lleste eine Mittelbronze des >lai,ers Claud ^ ^"!" ^"b"' w v. Chr., eine Miinze des 97 ^''s T. l4l bis 54), Nerva <9t) bis 98» vom >hre ss ,25,4 bis ..'681 und mehrere aus der tton. "»hen Periode bis Valentinian ?. !^4 bis 375.). Tefm^." ^"'lvolles Material zur Kenntnis antiker ^audr s^""^' ^'""' znhlreiche Bruchstücke bemalter hallo» s '^ ^^^'" Farben in leuchteuder frische er-der A„l'c"< 6>" glücklicher Zufall siigte es, das; bei NM>^' ^'"""" ^>s Grlindes für das Werkstätten. 'nn.1.5 ?' Slaatsgewerbeschule eiu über 2 Meter cmcr4' ""^'fäh'r ü<» ^entimeler hohes Bruchstück «>,s H'"'"'l>nr>and gerettet werden konnte. Unter dem ^'l'ricli d - "'^ Steinen gebildeten uud geglätteten w»rden m '^""lues, den, die erN'ähnle Wand gehört, inich '. ."^'chstücke eines älteren Baues entdeckt, der, Nrandresteu z,l urteilen, in ^enrr aus-nii „'N .^'igc'n einen wesentlich einfacheren, ^'kle,de<" ^^uatiunsstil. Die nul einer Sluckschicht zerlent .Endfläche wurde in glatte farbige Felder »vare,/ I>^ bm'ch andersfarbige Streifen getrennt ^l'Nldlni ^l'lder wurden n>i< roter, grüner, gelber, ^!chi!...^":/''"lkl.'.^ "d "ur in Dreivierlelhöhe von glatten bunter n^ 2"' ^'^'"^ b"'' anschließende Gesims aber leiert w "rabeslen und farbigen Ornamenten de-gefunden w'd"" ^"^"' l'"b anch reichliche Brnchstücke
"'ttere.!^!^'" Wanddekoratioil san der ober dem -nauichlllt gefundenen Wand) wirkt dagegen uu-
ruhiger und ist »nil der Schablonendeloratiun der Wände halbvergangener Zeit zu vergleichen. Dcr Sockel fehlt, die Bemalüng wird vom l^slrich nur durch einen schma» len bandartigen Streifen abgegrenzt, die Wand wird durch schmale vertikale Bäuder in ungleiche Felder eingeteilt nnd das Gesims durch reicheren dekorativen schmuck lArabesken) ausgezeichnet. Die glatte flächen» Wirkung Hal einen« mil freier Hand angebrachien Muster in Sprilnnanier Platz gemacht. Auf dem iu stumpfer weißer ^arbe gehaltenen Hintergrund erscheiuen grüne, gelbe, rote, pfirsichsarbene, schwarze, violette und grane flecken. Trvl; der etwas unruhigen Gesamtwirlnng muß man die zarte, seine Abtönung der Farben nnd das lHbenmaß der Verhältnisse bewundern.
Die Talsache einer doppelten Bauschichle legt nns die forage nach deren chronologischer ^ixierung nahe. Die Brandresie der älteren Schichte weisen den Weg. AIs der Usurpator Mcy'imin der Thraker im Anmarfche gegen Emona begriffen war, zündeten die Bürger im ^ahre W8 freilvillig die Sladl an, nin ihn auf dem weitere» ^nge gegen Italien zu hindern. Man kann obwohl die Möglichkeit eines lokalen Brandes nicht ausgeschlofsen ist — diese ^euersbrunsl als Begrenzung der alleren Bauschicht annehmen. Der ältere Stil wird daher das I. und 2. Jahrhundert n. Chr. umfassen i da» für fprichl auch seine Einfachheit und Strenge und der ^und einer Anguslusmünze im alleren Banschuti. Nach dem Brande des Jahres 238 wurde Cmona neu aus» gebaut uud der damals herrschende moderne Stil wird auch in der Wanddekoralion der Neubauten Anwendung gesunden haben. !)>-. ^V. ^.
Dns Alter dcr Tropfsteine.
Von G. And. Perl,, Grottenfclretär in «belSberg.
Dcr Sinn für Höhlenwanderuugeu wächst fortwäh. reud. Wer auf Neisen die Wunder der Dmst, des Groß. und Kleingewerbes, Menschenlverk nnd Menschenleben in nahen oder fernen Bändern erschaut, Glelscher be» stiegen und das Meer befahren hat, der wird einen neuen, eigenartigen Neiz genießen, wenn er die erste Höhle betritt. Deren gibt es in allen Weltteilen; be-rühmt ist im >larsl die Adelsberger Grotte mit ihren Tropfsleingebilden von großer Schönheit nnd wunder» samen formen. Von der hohe» Wölbung der Hallen und Galerien hängen herab, gleich riesigen Eiszapfen, Slalaktilen aus durchscheinendem lristallinischen Kalk, die beim Anschlage» in hellen, »ach ihrer Größe ab» gesummten Tönen erklingen; dort, wo die Kall abson. dernde» Tropfen reichlich flössen, gelangten sie von Sta-laltiten hinab znm ^elsboden n»d bauten hier Sla» lagmiten ans, die den Stalaktiten enlgegenstrebe» und schließlich mit ihnen zur Säule verwachsen, mit Slalakli' Knreihen zn Vorhängeii verschmelze», z»sammenl)äu» gende Sinlerdecken bilden und an ^ormeineichlum deu Wolteu nicht nachstehen.
Die Höhlen haben neben ihrer ästhetischen auch hohe wissenschaftliche Bedentung. Ihre Erforschung fügt dem Netze oberirdischer ^lußlänfe ei» bisher verborgen gewesenes, uuterirdisches hinzu; sie findet in ihnen als hinabgeslürzle Geschiebe sengen von Gesteinen, die cinst als mächtige Platten das ^and bedeckten und nun verschwiinden sind; sie verfolgt in ihnen eigenartige Gegensätze der Lust. uud Gesteinstemperalnr, die stel-lenweise selbst in gemäßigten Klimate» znr Bildnng danernden Lises fnhren. In anderen Höhlen leben Tierarten, die nach Färbung, Sinnesvermögen und Organisation durchaus deui Duulellebeu aiigepaßl sind nnd dennoch durch anatomischen Van ihre Abstammung von Tierarten der hellen Tagesobersläche verraten. Und dann liegen in gar vielen Höhlen, unter tauseudjnhrigem >lalksi»ler bedeckt und wohlverwahrt, ^jähne, Ge-beine nnd ganze Knochengerüste vergangener Tierwelten. Höhlenbär, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne' sind allbekannle Type», zu denen sich zahlreiche andere, große und kleine, gesellen. Der Mensch war ihr Zeitgenosse, bekämpfte, jligle und verzehrte sie; ja er schnitzle ans Knochen dir Gestalten oder ritzte die Umrisse ein von Tieren, die teils längst cnlsgeslorbe» oder »ach dein höchsten Norden zurückgewicheu sind. Bei der lHrsorschung der Höhle» komml es nicht n»r darcms a», diese Denkmäler der Ur> zeit z» finden, sondern vielmehr, sie zu würdigen und zu treuue», nach der Schicht, in der sie lagen, und nach der Art, wie sie dari» vorkäme». Erst dann erkennt man die Reihenfolge der verschiedenen Tier. und Menschen, welten, die aiif dem gleichen Erdenstücklein sich gefolgt sind! der verschiedenen Eis-, Wald» und Trockenzeiten; der Tage, in denen der mollige Elefant bei uns graste, dann das genügfame Nenntier Moose lind flechte» ver-zehrte, der Steppe»spri»ger hüpfte oder ein Glied der heutigen Tierwelt gelegentlich in Höhlen fluchtete. Wir unterscheiden Tiere, die wirklich i» der Höhle gestorben sind, von solchen, deren Knochen von Manblieren dort-hin verschleppt und bemigt, von Menschen zerschlagen und bearbeitet oder von Wildwässern hinei»geschwemmt wnrde». Es gehört Geduld und scharfe Beobachtung dazu, eine Höhle so zu erforsche», wie die heutige Wissenschaft es verlangt. Wer sie nicht besitzt, soll die Hände davon lassen uud nicht die Mnseen mit wertlosen, bloßen Schau-stücken bereichern »vollen.
Auch Höhlen haben ihre Schichale. In unfaßbarer, weil zurückliegeuder Vorzeit, als halb Europa uoch von turmhohem Eise bedeckt war, die Wohnslätte kräftiger uud denkeuder, jagdverwandler und knnstsreudiger Me», schen, verloren die Höhlen ihre Bewohner, als Zeile, Güllen »nd Häuser deu Hirten, Fischern und Acker-baner» schützendes Obdach boten. Hin und wieder wnr-den sie Zuslnchl des Verbrechers, des fliehende» Kamp-fers des schuldlos Verfolgten, der unterdrückten Kirchen-
gemeinde, des der Welt entfremdeten Einsiedlers. Und dann wnrden sie zur Schaustätte sür den Wanderer, der die Wimder u»d Schauer der Erdenleufen empfinden will, zur Freude für den Sammler, zum Arbeitsfeld für den Gelehrten.
Nun müssen wir bei »nserem Thema anlangen. Es ist begreiflich, daß mit der Kenntnis des Vorganges bei der Bildung des Tropfsteines sich auch die Neu» gierde rücksichtlich dessen Dauer einstellte. Schon Nagel, der Mitte des vorigen Jahrhunderts im Auftrage des Kaisers ^ranz I. die Adelsberger Grotte untersuchte, gelangte zu einem rechnerischen Ergebnisse., welches bei ihm großes Erstannen hervorrief, nicht minder aber ein vom Standpunkte damaliger Natnrerlennlnis begrün» deles Bedenken. Er schrieb: „Wenn nnr einer wissen wollte, »vie lange Heit es gebraucht habe, ehe die große Sänle, welche im Eingang der Eorgnaler Grotte stehet, und sechs Schuh in, Durchmesser hält, zu dieser Dicke habe anwachsen sönnen, fu zeuget die Proportion, <-^ wri» l»»i-ilni«. daß hierzu 90,720 ^ahre erforderlicl) gewesen feynd; gesetzt, daß der Tropfstein ^ einer Linie, oder V-i« ^)0ll Dicke in 70 Jahren anwachse. Da aber von ^eit der allgemeinen Sünd.^lulh nur 5<>96 Jahre ver. flössen sind, so sieht man, daß bei Anwachsen des Trups. Steines sich öfter Irregularitäten ereignen müssen. Doch ist gewiß, daß sie sehr langsam zugehe- lvcilen sonst die Höhlen gar kurtze Zeit mit Trops'Ttein durchgehens angefüllt werde», folglich deren Wassern zu ihrem Laus kein Naum mehr übrig bleiben werde." Geht »nan der Sache auf den Grund, so gelangt man rücksichllich des Alters der Tropfsteinbildnngen allerdings auf fahlen, die im ersten Augenblick verwirrend wirke», wenngleich sie sich ohne Schwierigkeiten in die unendlich langen Heitläufe der Erdperioden eiuführeu lassen. Nehmen wir ein Beispiel. Nach vorgenommenen Messungen hat dir „gestürzte Säule" in der Adelsberger Grolle einen Durchmesser vo» 4^ Meter; die auf ihr emporgewach» sene Sänle ist 2 Meter dick. Man hat nun in der Adelsberger Grotte nach einen» vo» einer früheren Be» leuchlungsvorrichtung herstammenden, mit Tropfstein überzogenen Nagel oie Wahr»ehm»ng gemacht, daß innerhalb zehn Jahren sich nur eine 0,3 Millimeter dicke Tropfstein schichte angesetzt hat. Die Nicl)tiglei< die. ser Behauptung angenommen nnd die Gleichmäßigkeit des Vorganges vorausgesetzt, ergibt eine einfache Be» rechnung, daß die Säule, als sie stürzte, 150.000 Jahre all war und daß seildem 67.000 Jahre verstrichen sind. Das ergäbe also für dieses mächtige Gebilde das re> spellable Aller von 217.000 Jahren' lSchlnß folgt.)
'Ii^>^. Is)5. I. 1>. <:. 154l>. ^Vk^ii. N1''X ljOli. f'i'o. 57
.VI'. likX livxw"I^"". "". D'e Erinne» rnnasmedaille rangiert nach dem Militar-^ubilaums. frein bezw. dem ' Jubilaumskreuz snr ^lvil.Staats, bedienslete. VII. Das Tragen der Erl»»erungsmedail.le <.,! n!!»ii.n>i-<'" ist gestattet, das Trage» des Bandes allein ohne Medaille jedoch untersagt. VIN. Nach dem Al'lel'en eines I»habers der Erinnerungsmedaille ver° bleibt dieselbe den Erben. IX. Ein Vesitzzeuanis über diese Erinnerungsmedaille wird nicht cmsaefertiat X. Die strasgesetzlichen Bestimmungen über den Verlust oo» Ordens, und Ehrenzeichen haben auch auf diese Ermnernnasmedmlle Anwendung ',u finden
Laibacher Zeitung Nr. 221. 1984 28. September 1909.
— iPcrionalnachrlcht.j ^'ine Exzellenz der dem k. u. k. 3. Korpstommando zngetciltc General Herr Feldmarschall»Lentnant Anton Marsch isi vorgestern um 9 Uhr 45 Minuten nachts eingetroffeil lind hat im Hotel „Ullion" Abfteigeqliartier genommen. Gester» inspizierte Seine Exzellenz das Landwehrergänzungs» bezirkskommaudo sowie das Landsturmbezirkskommando und reiste dann uin 3 Uhr 13 Minuten nachmittags von Lai bach ab.
— lErlcdi^tc Militärftiftungsplähe.) Aus der I. H entzi» Sliftuilg zwei Plätze zn 6l)<» X vom voll. elldeten 10. bis zum zurückgelegten 24. Lebensjahr, even, tuell bis zur etwaia.cn früheren Erlangung einer Per. sorgung, für mittellose Söhne oder Töchter Mch Waifeu) von k. u. k. Offizieren des Aktiv» oder des Ruhestandes. Kinder von solchen Offizieren, welche vor dem Feinde gcdieut haben oder mit dem im Ruhestand verstorbenen Major Heinrich Freihcrrn von Hentzi. Arthurm verwandt sind, haben den Vorzug. Gesuche sind bis 2N. Oktober bei der vorgesetzten Evidenzbehörde fällig. — Aus der Feldmarschall-Leutuants-Witwe Grä. sin E o r d n a » Stiftung zwei Plätze zu KM X auf die Zeit des Witwenstandes für vermögenslose Offiziers. Witwen und »Waisen, welche auf eine Versorgung vom Staate lPenfion) keinen Anspruch haben. Gesuche sind bis 15. November an dic Evidenzbehörde einzusenden. — Aus der Feldmarschall.Leutnaut Graf Peter von Strozzi > Stiftung zwei Plätze in der Höhe der Militäriuvalidenhaus.Persorguugsgebühre» für mittel. lose Offiziere des Ruhestandes, vom Hauvlmaun oder Rittmeister abwärts, römisch-katholischer Religion, welche infolge der vor dem feinde erhaltenen Ver. wundlingen zweier Gliedmaßen, eventnell eines Arme-) oder eines Beines oder des Gebrauches dieser Glied, maßen verlnstig geworden oder gänzlich erblindet sind nnd welche sich nicht in einer Militärnwalideuversorgnng oder einem gleichwertigen Stiftuugsgeunß befinden. Die stempelpflichtigen Gesuche sind bis 1. November bei der Evidenzbehörde fällig.
* Ms hem Volksschuldicnste.) Der k. k. Landes-schulrat für Krain hat die absolvierten Lehramtskandi. datinnen Frl. Marie O roxe n und Iosefa M o <' il i k im Sinne des ii l3l» der definitiven Schul, und Unter, richtsordnuug zur unentgeltlichen Schnlprai'is au der Knabenvolkslchule in Stein und die absolvierte Lehr. amtslandidalin Fräulein Johanna Dercaui an der fünfklassigen Volksschule in Adelsberg zugelassen. — Der k. k. Bezirksschulrat in Adelsberg hat an Stelle des krankheitshalber beurlaubten Oberlehrers Herrn Michael Kalan den gewesenen provisorischen Lehrer in Grahovo Herrn Johann Gabrov^<-et zum Snp. plenten an der Voltsschule in St. Peter bestellt. — Der k. k. Bezirksschulrat in Rudolfswert hat den abfol» vierten Lehramtskandidaten Herrn Rudolf E e r a r zum provisorischeil Lehrer und Leiter der einklassigeu Volks» schule iu Selo bei Schönberg ernannt. — Der k. k. Bezirksschulrat in Loitsch hat an Stelle der krantheits» halber beurlaubten Lehrerin Fräulein Paula Bre» zov^ek die absolvierte Lehramtskandidatin Fräulein Johanna (.'e5 zur Suppleutin an der Volksschule in Gereuth, an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Fräulein Marie M o d i c die absolvierte Lehr» amtskandidalin Fräulein Iosefa Jage r znr Supplen. tin an der Volksschule in Nabenfeld und an Stelle der beurlaubten Lehrerin Fräulein Marie P a l m e die ab. solvierte Lehramtslandidatin Fränlein Antonia Göde. r e r zur Snpplentin an der viertlassigcn Volksschnle in Unterloitsch bestellt. ' —'-.
— lDas Jubiläum der Postkarte.) Eines der wich. tigste» moderneu Mittel des Pustverkehrs, die Postkarte, steht unmittelbar vor dem Inbiläum ihres vierzigjähri. gen Bestandes. Am l. Oktober 1869 erschien die erste Postkarte der Welt, und es ist ein unvergänglicher Ruhmestitel der österreichisch-ungarischen Postverwal, tnngen, daß diese erste Postkarte eine österreichische nnd nngarische, war.
^ sSpende für die Armen.j Herr Bürgermeister Ivan H riba r hat anläßlich des Ablebens seines Soh. ues Dr. Ivan Milan Hribar für die Laibacher Armen den Betrag von 2W lv gespendet.
— lIbituricntenkurs an der Handelsakademie in Graz.) Die Einschreibungen für den Abiturieutcukurs finden am 1. und 2. Okwber von 8 bis 1l Uhr aus. fchließlich für Hörer aus den Alpenländcrn, vom 4. bis 6. Oktober zur gleichen Zeit für andere Aufnahmswerber in der Direktio'nsfanzlei lGrazbachgasse 71, I. St.> statt. Prospekte sind beim Portier der Anstalt erhältlich.
— lGewerbebewegung in Laibach.) Im abgelaufenen Monate haben in Laibach Gewerbebetriebe angemeldet, bezw. Konzessionen erhalten: Leopold Legat, Maria Theresien-Straße. 16, Gast» nnd Schankgewerbe; Ma. rianna Knofter, Gradi^-e 3, Handel mit Lcbensmit» teln, Zuckerwerk und Kurzwaren; Josef Ko^ucrl, Frau» ziskanergafse 8, Erzengnng von Hefe- Janko Popovi<', Bleiweisstraße 32, Handel mit Likören; ^ohann ^n>ter. ^i<-, Millo^i'"-straße 4, Plakatierung von Anzeigen. — Anheimgesagt, bezw. faktisch aufgelassen unirden folgende Gewerbebetriebe: Heinrich Suttner, Ralhansplatz 25, Handel mit Gold» nnd Silberwaren; Anton Ravnilar, Rosengasse 29, Schneidergcwerbe; Leonardo Galante, Vegagasse 10, Handel »lit Wein, Ol, Essig, Obst und Grünzeug; Mar Lavren<>ln!^l—.'
— ^Schadenfeuer.) A>n 23. d. M. nachmittags brach in der Stallnng des Johanli Ho^evar in Vodice ein Brand ans, der in kurzer Zeit den Stall sowie den Tachstuhl des Hauses, das mit dem Stalle in Verbin-dung stand, einäscherte. Ferner wurde die Getreideharfe des Paul Nurgar vom Feuer ergriffen, doch wurde hier durch rasche und intensive Hilfeleistuug ein größerer Schaden vermieden. Der Schaden des Ho^evar belänfl sich auf ungefähr 7M X, die Versicheruugssumme auf 5l»l» 15. Verursacht wurde der Brand dnrch einen vier. jährigen Knaben, der mit einem Zündhölzchen das Stroh in der Stallung angezündet halte. —!x
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" l.Tonntagsex.zesse.) Trotz der strengen polizeilichen Ahudungeu wiederholen sich noch immer die üblichen Sanistags, und Sonntagserzesse. Am Sonnlag machten einige bei der Vertiesnng des Grnberkanals beschäftigte Erdarbeiter den Anfang. In einem Hause in Hradetzly. dorf wohnen mehrere italienische Arbeiter, die sich Sonn. tag nachmittags mit dem Vallinspiel unterhielten. Da kamen drei krainische Arbeiter hinzu; der eine ergriff einen großen Stein und warf ihn zwischen die Spielen» den, ohne jedoch glücklicherweise jemanden zu verletzen. Dann gingen die drei Burschen ails dic Straße; einer überfiel einen an einen« Gartenzauuc lehueuden Fleischer nnd versetzte ihm mit einem Steine einen solchen Schlag über den rechten Arm, daß er blutete. Endlich wollte er ihn über den Zaun werfen. Der Sohn des llberfallene» uild eiu Hausbesitzer eilteil dem Fleischer zu Hilfe, muß-ten sich aber selbst mit Stöcken gegen die Wüteriche wehren. Man rief die Sicherheilswache herbei, die die rohen Burschen verhaftete. Einer unter ihnen riß sich unterwegs die Kleider vom Leibe und warf sie weg. Eine große Menschenmenge begleitete die Verhafteten bis zur Wachtstube. Abends larmteu auf der Peters-straße zwei Arbeiter; dem einen gelang es zu flüchten, während sein Kamerad verhaftet wurde. Vor dem Hotel „Elefant" kam es Sountag abends zwischen zwei reisen, den Haudlungsagentcn zu eiuem Streite, der schließlich iu eine Rauferei ausartete. Beide beteilten sich mit Ohrfeigen. Als sie sich endlich mit Stöcken bearbeiten wollten, erschien eiu Sicherheitswachmann, der die Raufenden trennte. Die Rauferei erregte ein ziemliches Aufsehen und lockte viele Zuschauer herbei. Gestern mor. gcns wurden auf der Linharlstraße drei Vaganten, die iu einem Stalle übernachteten, durch die Sicherheils, wache verhaftet, »veil fie des Nachts iu der dortigen Umgebuug e^zeoiert hatten. Es sind gerichtsbekanule, wiederholt wegen Diebstahles, Vettelns nsw. abgestrafte Burschen. Des Nachts wurde auf der Petersstraße eiu Schuhmachergehilfe aus Gottschee verhaftet, weil er in berauschtem Zustande seiner Meisterin eine Glastür zertrümmert sowie die Fran uud eiu 14jähriges Mäd» chen mißhandelt hatte. Endlich wurden an, Gruberkai zwei Maurergehilfeu wegeu nächtlicher Ruhestörung ver-liaflet. — Im ganzen wurdeu Sonnlag nachts dreizehn Verhaftungen vorgenommen.
" lVerlorcnj wurde: eiu Geldtäschchen mit 15 K und mehreren Briefmarken, eine Zwanzigkronennole, ein Damenhandtäschchen, darin ein kleines Porlemonnaie mit etwas Geld und mehreren Schlüsselu, eiu goldcues Anhängsel nnd eiil blaner Sonnenschirm.
Theater, Kunst und Literatur.
— lDic slovenische Landtarie der „Matica 2lo-
vensla") wird, wie mau uus berichtet, 9l Zentimeter bleit nnd 125 Zentimeter lang sein und iu vier Nlcit-lern erscheinen. Sie wird entweder einfach auf Papier oder auf Leinwand gespanut bezogen werden können. Im letzteren Falle ist wieder dreifaches zu unterscheiden! nj jedes der vier Blätter ist auf gute graulichte Leinwand gespannt und in l6 Teile geteilt, also znsammenfaltbar
^Taschenformat); d) alle vier Blätter werden s" auf starke, weiße Leinwand geklebt, daß sich die ganze Karte in vier Teile zusammenlegen läßt lWandtarle); c?) alle vier Blätter werden auf starte, weiße Leinwand als ein Ganzes geklebt. Jede Karte erhält oben »»d nnten eine zierliche Holzleiste und eine Anshängevor» richtnng. Das Aufspannen kostet: »uk n) 2 l< 52 !> is'"' alle vier Blätter), «n!) I>) 3 lv, »uk tica" ist, 6 X) einsendet, erhält die Landkarte einfach ans Papier zugesandt. Darauf werden namentlich jene aufmerksam gemacht, die bereits 5 l< eingeschickt halun.
— Mn Denkmal Peters des Großen.) Kaiser Nikolaus hat deu in Paris lebenden russischen Bildhauer Bernstamm beanflragt, das Modell eines Denkmals Peters des Großen anznfertigen. Das Denkmal wird anf Kosten des Kaisers i» Wilwrg errichtet werde».
- amle bei der Statthalterei, deu Vezirkshanptmann-schasten, den Sanitätsbehörden, bei der Pulizeidiretlion uud der Sicherheitswache, den Justiz-, Finanz«, V"' kehrs» nnd Unterrichtsbehörden angestellt sind. Weltt'r wird der Interpellant fragen, ob der Stalthalter ge»e>g' sei, daraus liinznwirken, de» lliederösterreichisch^u Lcmdesliiider», die im Staatsdienste sind, volle Ver»"» sichtignng angedeihen zn lassen und sie vor ^nrücksetzM^ gegenüber Fremde» zn schlitzen, uud ob er bereit s^ ich dasür einznsetzen, daß bei Berufungen in ^c-uw^ behörden nicht landessremde Beamte die Ansprüchc dc' einheimischen benachteiligen.
Die LandtaaMahleu in Görz-Madiska.
Trieft, 27. September. Bei den gester» oorgemn"' meuen Landtc>gswal)len ans der allgemeineil Kurie sw dcn Görzer Lalldtag erhielt im italienischen Teile d^ Landes keine Partei d,e absolute Mehrheit, s" d"l infolgedessen zwischen der Liste der Italienischliberc,"" und der Italienischen Vollsparlei Stichwahlen <'W"' derlich sind. Die Resultate in, slovenische» LandeSk'M sind noch nicht bekannt.
Trieft, 27. September. Bei den gestrigen Wal)!" der allgemeine» Wählertlasse in den Görzer La»dlV ist eine engere Wahl zwischen den Kandidaten ^ Ilalienisch.Liberale» u»d der Italienischen VolksPlN'N »ölig. Die offizielle» Wahlrefnltate werden »'"^'" bekannt gegeben.
Neichsitalienische Mste iu Trieft.
Trieft, 27. September. Etwa NX' Teilnehmer dc-i» Padua abgehaltenen Kongresses italienischer ^^',..-, ler hatte» in ihr Vrograunu de» Besuch der Stadt -."^ anfgenommen. Sie trafen heute »lach Mittcrnacln
Laibacher Zeitung Nr. 221. 1985 28..'September 1909.
dem Tampfcr „Graf Wnrinlirand" in Trieft ein. Ml Rücksicht darauf, das; diese Vcsucho aus dein Wnilircichl' Italien bisher rMlmiisjiq den Anlaß ^ii antiüsterrci. ch'schen Temonstrationcn von seiteil der Äla,z,zi!lianet und sunsliqer radilaler liild jnqendlicher Elemente qe> ssebeil haben, hatte die Polizeidirektwn umfassende ^^r-lchrunqen qetrlissen, um s>.,Iche Denn'nstralilinen zn oer. hliidern und anch mi! )1iüctsicht auf die Äusslüqler, damit del dn Nepressil)» solcher Dellluuslrationen die (Aaste lllcht in Mitleidenschaft siezoqeu werden. So ».nirden, als Nch vor Mitternacht bereits ein qroßer Teil oou Mazzi-Nlaneru und juaeudlichen Liberalen am Molo San ^arlo, an der ^Itioa und aus der Piazza qrande an^esam-^elt hai,^^ ^ic demonstralioilslustiqeu Elelnente oou der -pullzci auf die Piazza della borfa zurüctstedrängl llnd "er WDili so»r>!e die »mlieqendeu Straße» abssesperrt und 'U>r drin (Ilupfanqsloulilee sowie den die Gaste empfan-Moen Bekannten nno freunden, darnnter auch Damen, ^sssesmm I5i<» (in der ,^ahl, >m>rde der Zutritt zlim ^lNldttn^platze qestatlet. Die Ausschissnnq und der ^mpMa d^. (,«.;^^. ^,lillzoq sich in voller Ruhe uud die "llsslussler begaben sich ungestört iu ihre Äbsteiqe-lluartil'Vl'. Die zerspreuqlen Demonstranten oersnchlen wieder unter Johlen und Pfeifen und unter Absiuqunq ^u ve^liedern auf deil qroßen Plal.z zu gelangen, wur-oen abr; soioohl von hier als auch vom Börfeplat.'., »r>o '^' 1'ch neuerlich ansammelten, eutferul. Eine Gruppe von unqesähr 2<><> Demonstranten saiumelle sich späler nltt «orfo und zo^ unter Msinquuq oes Garibaldi-^iedeS lNlh drr Mal,uelli..s,limne qeqen das Eaf<' llhiozza, >ou w -!>'" ">^^ "achts von der Polizei eudqülliq zerstreut uurden. ^nl qanzen wurden 18 ^erhastungen vorqenom»
Ungarn.
Nudapest, 27. September. Das Eielulwtomitee der unaohanqi^ll'itspartei hielt heute vormittags im yandelÖmiuisteriuln eine Konferenz ab, deren Geqen-Ncmd t»e Beschlußsassuuq iiber die politische Laste bil-^- Minister .^ossulh teilte mit, das; Ministerpräsident ^ V Sterte ihn befucht liud ihm betauntqeqeben habe, °uß cr als Führer der parlamentarischen Majoritäls-pnrle, oon Seiner Majestät in Audienz empfanqen wer-N." s?',^' ^s lväre darnach nicht am Plal)e, weuu die ""M'Iim,q,s,ll'ilspartei vor dieser Audienz in irqend <""' "»'ficht Ctellnnst nehmen würde. Er beantraqe ^syallv das; das Eresutivkomilee den Veschlus; fasse, d->e
ulssiqe Sitzuuq des Abqeordueteuhauses ulöqe vertaql tt^ ^'^' Mitglieder des Komitees nahmeu diese Er-wir?'^ '^" ^"'uluis. Die morqiqe Sihunq des .Dauses i. °_?"",^>solste kurz nach Erössmmg sofort wieder bis
' ^'ltoder vertaql u.,erdeu.
Ein Komplott in Montenegro. r ^elinje, 27. September. Ein Unlerlenlnant ver» dln ^ -' l"ue Kompanie uud teilte ihr mit, er fei mit ld Perhaftunq von Übeltätern betraut. Mi '^ - ^' N'doch die Kompanie zu einem Waffen- und ^ "'"wnsdepol nl,d befahl den Soldaten, von dein H<^ - ^ ä»> ^^>veifen. Diefe verweiqerlen aber den siX^"'"' ^'^' Vehörden lonrden von den, Vorfall ver» ^uw'w und veranlaßten die Verhaslnng des Offiziers. ^ wurde ein Krieqsqerichl qebildel zlir Unterfuchunq ^.^"bestandes. Eis Personen sind, obwohl die Äe-T,j.,5 ''"hl nach ihln'n suchteu, »ach Albanien qeslohen. st< i^ ^" ^nlas; zur Aunahme, daß ein Komplott be-' '", das der Offizier zur Ausführuua, brinqe» follle. ^.s^'^une Zweck des Komplotts ist noch nicht auf-
Die Stimmung in Siioafrika.
niii,!s?°"^"'"pt°n, -'7. Seplember. Der Premier-tan d''">",'"" Transvaal Genera! Volha. der am Sams-sus^. "uckreise »ach Südasrila anqelreten hat, eulpfillq über s'""" ^"lreler des ^teuler-Nureaus, der ihn blew.' i!'" ^"s'll'.l"' bezüqlich der verschiedeuen Pro-^eu.'v > ^ !"dafrila»iscl)e>! Polilil befragte, worauf selbst ? '^^" erklärte! Überlassen Sie Südasrila sich kritei ^ ^'" '"'^' """' "^nhallst über die Mißhellig. Nei!> " ^"qangenheit, vergessen Sie »ns siir eiue riaf.'i. 7^'^'" ^'^ uns die Möglichkeit, unsere Tchwie-V'o! ' > '''^'^ '^' '"sen. Ich weiß, das; dem britischen Csid.-.? > " ''^l, ein starkes und gesundes Volk in Ichlo '. "'lstehen zu sehen. Und »vir sind fest enl-«an'!.'',"ach deni Blute und den Träneil der Ver-das ^, . "" Elches Volk auszubauen, ein Voll. aus "5 Mullerland stolz sein kann.
Todesfälle.
Abends' ^' September. Nach Meldungen der Präger ^rdiii^ > l ist der ehemalige ActVrbauminister Graf Alters Vuquol) in St. Peter bei Gorz heule im
>""'! '^ Jahren gestorben.
Gör- 1 '^' "^ Sl'plember. Wie alis St. Peter bei Ackrrl! '^' ^ '"'^' wu'd, der Leichnam des verstorbene» rinn,' '"'"Ulsters ^raseil Nuguol) am Milllvoch dort »vrrdöi, "'^ ^"' Vestattulig »lach Böhmen überfuhr!
b'steri?^"^"' September. Der ehemalige Direktor des M^,,' . "Ichen Museums, .5ofrat S e a I a , ist hellte bei '"lan gestorben.
Felssturz.
'vurden'^!^' ^'?l"."b"'. Infolge eines Felssturzes "n awlschon Klauien und Waidbrnck in Tirol beide
Geleise verlegt und die vier lebten Waggons des heu» ligeil Schnellzuges Nr. 4 beschädigt. Durch angebliches Anstoßeu an eiue Waggo»wa»d erlitl eine Dame im ,^uge eine leichte Verletzung.
Erdbeben.
Tiena, 27. September. Heute srüh wnrde» hier zlvei Erdstöße drillen Grades verfpürl. Es ivurde lelner» !ei Schaden angerichtet.
Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel.
Gutachten des Herrn Scmitätsrat Dr.E.v. Hertzla,
Kllrarzt iu
Karlsbad. Herrn I. Scrravallo,
Trieft.
Seit Jahren verwende ich mit bestem Erfolge Ihrcu „Tcrravallos China Wein n,it Eisen" nicht
nur iu der Praxis, soudcru auch in meiner Familie. Meinen zwei Kleinsten betam der Serrcwallos Wein so vorzüglich, daß ich nur mit bestem Gewissen den Wein bei allen Schwächezustnnden, bei Anämie uud ueurasthcnischen Znständen wärmsten« empfehlen taun.
Karlsbad, 20. Februar 1906. (X9l) Sanitcitsrat Dr. E. v. Hcrtzla.
Neuigkeiten vom Büchermärkte.
Zepter Georg, Neue Dcmolmtie, Richtlinien für burger» liche Politik, K 3-t>0. — Hürmann Ldwg. v,. Tiroler Volls» leben, X «—. — Halbe Max, Mutter Erde. « 240. -Fifchcr W., Die Prostitution, ihre (Yeschichlc und ihre Ve» zichungen zuin Verbrechen und die Iriminellcn Ausartungen des modernen Geschlechtslebens, K :6, li 180. — Harms Dr. Vernh., Ferdinand Laffalle und feine Bedeutling für die deutfche Sozialdcmolratie, 1< 1 80. Nathan Dr. Aug., Die Übertragung dcs Eiqcntums an beweglichen Sachen mittels eou8t,i<.utlnu p0L8v88c>rium zum Zwecke der Sicherung von Forderungen, li 2 1«. — Meier Nr., Wie ein Oceandampfer entsteht? K4 80. — Gtowacli Dr. Marian, Die Ausfuhr» unterstützungspolitil der Kartelle, 1^ 2 16. — Kaff S., Aus dem Reiche der britischen Genoffeufchaftm, ^ 1 20. — Herre P., Der Kampf um die Herrschaft im Mittelmeere, geb,, k 1 50. — Hecht F., Jahrbücher des Europäischen Vodeulredits I. l., X 12—. — Purcthardt Wilh. G.. Das lateinische Amcrila I.: Export« und Import.Firmcn und Ärtitel auf den Antillen, K 6—. — Inama«Sternegg Dr. Karl Theodor v., Deutsche Wirtschaftsgeschichte bis zum Schluß der Karolinger» Periode. 2. Auflage. K 24- —. — Korzinsli Dr. Johann v., Die nationalölonomifche Lehre vom Kredit, X 8 80. — Wagner Dr. Ad., Theoretische Sozialölonumil oder allgemeine und theoretische Vollswirlschaftslehre, 2.: zlommunilations' uud Transportwesen; Geld und Geldwesen, I< 16 80. - Kleiber I., Zur Einrichtung der physikalischen Schülerübungen auf der Unterstufe, li 1^0. — Schmidt Prof. Dr, Ldwg., Allgemeine Geschichte der Germanischen Völker bis zur Mitte des 16, Jahr» Hunderts, X 9—. — Figbor Dr, W., Die Erscheinung der AnisophlM, X 8 40. — Kraepelin tt,. Naturstudien, billige Volksausgabe. X 1 20. — Vützberger Dr. F,, Lehrbuch der ebenen Trigonometrie, X 2 40. — Gubler Dr, S. E.. Auf. gaben aus der allgemeinen Arithmetik und Algebra, X -«6. Meyer Dr, Chr., Die Erhebung Österreichs insbesondere Tirols im Jahre 1809, mit einem Anhang: nus Deutschlands trübsten Tagen, X 560. — Nimführ N., Die Luftschiffahrt, ihre wissenschaftliche Grundlagen uud technische Entwicklung, geb.. X 1b0. — Kosch Prof. Dr, W.. Die Deutschen iu Osterreich uud ihr Ausgleich mit den Tschechen, X 2 40. — Keu Ellen. Die Frauenbewegung. X 360. - Hunzinger W., Das Christentum im Wcltanschcm»ngttampf der Gegenwart, geb., X 1 50. — Stein Dr. Ldwg., Dualismus ober Moms» mus? eine Untersuchung über die doppelte Wahrheit, X 240.
Vorrätig in der Vuch», Kunst» und Musikalienhandlung Jg. v. Kleinmayr k Fed. Vambcr« in Laibach, Kongreßplatz 2,
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Heilwasser gegen
Magen-Geschwüre und -Krämpfe Aerztlicl)
Briaht'Bche Nierenentzündung, ----——
Rachen- und Kohlkopf-Katarrhe, empfOHlei)! Magen- und Darm-Katarrhe,
Vorzügliche Harnsäure Diathose, ------2— Hartleibigkeit,
Heiler.Olqe! (2012) 4-4 Leberleiden.
Angekommene Fremde.
Grand Hotel Union.
Am "4 September. Mansburg. l, u. l. General» muior Wivvach - Recheis. Fabrikant. Hall. — Sassudelli. ENri^F7ei>Miger. Laibach. - Debeuc. Mafchiuist. Divaca.
- Waldmann. Oberjägcr. F'""e. - V.'l.lan,e. Prw., D.gnano.
- Petroci Priv,: Ialsovec, Pfarrer, Warasdm. - Danhelovsky, Settio sra^Mn^Kullmann, Wähle, ^.scher. Lawacek, Rsde., Wieu, - Leuarsic, Ing., IoNp^l- - Tcrbuhoott. Prw„ Görz.
Nemctschrl Gastwirt, Mannesdorf. - Calcich. Kranken. laNabeamter- Vehmanu. Rsdr.. Trieft. - Greger, Hochfchülcr. Nrünn - Bcck »tsdr., Äudaplst. - Kolmann. Rsdr.. München.
Volac' Rsdr. Rudolfswert. - Keßler. Kfm.. Wien. ^ Ogorevc Kftn.. Gonobi^. - Rosina. Rsdr.. Äozen. - Iakse.
H°^^m"2^September. Lapaere. Obering. Agram. -Memoier Vriu. Amsterdam. - Smith. Priu,. London. -N made Sesfana. - Muröec. Priv., Pettau. -
Kfu?,, Mürzzuschlag, - P"c, «fn,., Gottschee. -- We,ner,
Kfm., Nrünn. — Fmlesch. Spiller. Schlosser, Grünwalb, Fussel, Moll. Teply, Nsd.. Wien, - Fassetta, Rsd., Berlin. -Soudel, Rsd., Brunn. — Ivanni. Besitzer, Zwischenwässern.
H«tel Elefant.
Am 24. September. Dammers, tteßmer, Priv.; Proh, Kunftmaltlsgattin. Dresden. — Hotevar, Jurist; Menigo. Pnv -, Nuterner, Maschinist, Agram. — Panda, Nfm., Marburg.
— Gaßner, Kfm,, Prehburg. — Domicelj, Kfm.. Sagor. -Stichler, Kfm.. München. — Dr. Kohnberger, Arzt, Würzburg.
— Kaschka. Beamter; Dr. Petrasch. Arzt. Graz, Dr. Voicii, Advokat, Rudolfswert. - Straus, Bügmeycr. Priv , Porto Rofe.
— Deutschmann, Kfm., Nrnsbors, - Samel, Kfm,, Brunn. — Gerjno, Priv.. Köln. — Ielovset. Priv,, Feistritz. Rumler, Weiß, Roth, Veian. Handowsly. Luhan, Grünbaum, Appel» feld. Hardtstriu. Wolf. Wilfling. Dietz, Pollal, Denes. Salzer. Prasse. Fischer. Selrich, Ruschta, Kflte.; Malutz. Ing.. Wien.
— Moosbrugger. Kfm., Göfting.
Am 25. September. Dr. Heh, Arzt, s. Frau und Nichte, Weinsiden. — Simonich, Lederfabritant. Fiume. — Görn. Kfm., Dresden. — Chierigo. Ing.. s. Frau. Trieft. — Clodil. Ing.. Spittal. — Voftrel. Gutspächtrr. Ouchrov. — Nllrep. Bautechniler, Villach. - Goldberg Kfm.. Warnsdorf.
— Grohnig, Schauspielerin; Zeschlo. Banlproturift; Deutsch, Wenlo, Beamte, Graz. — Miljalovic, Kfm.. Agram. — Dr, Pavic, Arzt, f. Frau, Pregrada. - Knaflii, Kfm., St, Martin.
— Tkutctzty, Kfm.. Linz, — Rotter, f. Frau, Olbat, Schau, spieler; Vaummm. Priv,, s. Tochter; Dr. Weiß; Tunte. Dilel. tor; Stingl. Szillaszy, Graf, Lorenz. Resch. ltflte., Wien.
Verstorbene.
Am 24, September. Franz Sluga, Besitzer, 6U I., Chröngasse 20.
Am 25. September. Agnes Vojsla, Inwohnerin, 81 I.. Brnnngasfe 3.
Am 26. September. Josef Petrir, Inwohner, 78 I,. Sallocherstraße 6. — Anton Brolih, Tischlerssohn, 8 Mon,, Orelgasse 5.
Im Zivilspitale:
Am 24. September, Franz Kos, Taglöhner. 41 I, Am 25. September, Anton Brajer. Arbeiter, b? I.
— Anton Repnil. Sträfling. 59 I.
Am 26. September. Johann Slivnil, Besitzersfohn, 45 I. — Maria Tobingar, Verwalterswitwe. W I.
Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehühe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 ium. «7 2 ü. N. 735 - 5 14 4 NW. schwach bewlillt ^^' 9 U. Ab. ! 735-7 I N 7 windstill 28.> 7 U. F. 73b b^ 11 0 S. schwach Regen 7-b Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur beträgt 12 5«, Normale 13 3°.
mark, Kätnten, K rain und das Küstenland: Veränderlich mit stellenweise» Niederschlägen, mätzige Winde, kühl, unbe« ständig.
Seismische Berichte uud Vcobachtungcu der Laibacher Erdbebenwarte
(Ort: Gebäude der l. k. Staats.Oberrealschule.) Lage: 3lürdl. Breite46°03'; Ostl. Länge von Greenwich 14° AI'
Neben berichte: Am 20. September: gegen 23 Uhr' 45 Minuten Erdstoß IV. Grades in Vuonconvento (Siena). — Am 27. September früh zwei Erdstöße 111. Grades in Siena.
Bodenunruhc am 28. September an allen drei Pendeln zunehmend.
^deaterverein in taibacft.
EinIadiln g -^^ anßerO^öenMchen ^...i..^—
welche für den
12. Oktober tt Uhr nbends
rinlierilfen wird.
Versammlungsort: Blaues Zimmer des Kasino.
sollte die versammln,,« nicht beschlußfähig sein, wird im 5imic deZ ß ll> der 5tatnten am ,2. Oktober um 7 UI?r cU'l'iids eine zweite Versammlung einderuse». welche cchnc Rücksicht anf die Anzahl der Anwesenden beschluf,.
fäb>.' ist. (3856) g__,
Laibacher Zeitung Nr. 221. 1986 28. September 1909.
Kurse an der Wiener Korse (nach dem offiziellen Kursblatte) vom 27. September ll)09.
Die notierten Kurse verstehen sich in Kronenwähruna, Die Notierung sämtlicher Ältien und der „Diversen Lole" versteht sich per stücl.
Geld Ware
Allgemein« Staats» schuld.
Einheitliche Rente: »°, lonver. steuerfrei, Kronen
(Mai Nov.) per Ka, d etto (Iünn. Juli) per Kasse 94 8b 9b l>b »2«/, ö. W. «ölen (Febr. »u«.)
per Kassc......98 uz s8 2b
4-z«'„ o. W. Silber (Npril-Ott.)
p«r Kaff«......9« 10 SS 3<>
lSSOer «ta»t«ose 500 fl. 4"/, :«4 - lS8 — 18S0« ,. 100 fl. 4»/„2«- - -
»8«4«r ., 10» fl. . . 3Ü9 - 313 -!8«4 84 ?e
»lstNi»hn.zlll»l,sch»li. ! »r«sch«ib »»««».
tlisabeth Bahn i. G.. steuerfr.,
zu 10,000 fl.....4°/<, — — ---
Hran, Iosept>«ahn in Silber
(div. Vt,) . . . . b'//>/„ 118b0li»-lk »aliz. Karl Ludwig-Vahn (dlu.
stücke) Kronen . . . 4»/„ 94 40 »b 4c -»iudolf-Vahn in Kronenwähr.
steuerfr. (div. Vt.) . . 4"/„ 94 ?o 9b?c «orarlberaer «ahn, stfr,. 400
UNd 2000 Kronen . . 4»/» 94 9b 9b sl
z> «t»»i»schnll»»nschn»»»»gtn »b,eft»mp,ll» lA!>si«n
klilabeth«. 2WfI, KM. 5'/.°/„
von 4
n»««en» Gistnt»hn>Pll»lllät»«
Gbllgallont«.
Nöhm, Westbahn, >0» 2u
detto 400 u. 500« Kr, »>/»°/n 8« 10 8?'10 Vorarlberaer «al,n <3m. l«84
(div, Sl.) Lilb, 4°/„ . . »6'!5> 97 1b
Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone.
4"/„ ung. Voldrente per Kasse . ii8-«t>N3'2l» 4«/n detto per Ultimo 11» o«1i»'2b
4"/» ungar. Rente in Kronen-
währ. stfr. per «asse , . 91'9L 92 ib 4"/n delto per Ultimo 91 9i> 92 lb
»>/,"/» delto per Kasse 82-20 82'40
Ungar, Prämien.Anl. k 10« fl. WS-.21»'— dett« k 50 fl lic>9 - «>3 -
TheihReg.Lo!« 4°/„ . . . .147 5015, b» 4"/„ ungar. Grundentl.-Oblig. 91'70 9c 70 4«/„ lrvat. u, llav. Vrdentl.-cibl. 94- 9b-
Nudere öffentliche Nnlehe».
«o«n. Lande5.«lnl. (biv.) 4«/, 9260 93 8«
Vosn.-Hercea. »isenb. Lande«-
Anlehen (blv.^ 4'/,"/„ . . l»9 0b 100 05
5"„ Donau-Ne,,.-Anleihe 1878 I0l-e>0i 4",, 9b ltb »« 2b
«nlehen der Etadt Wien , . 100 7b 101 7b detto (E. oder V.) 1874 120-— 121 —
deltll (1894).....92 75 93'7b
detto (Ga«) v. I. 18SS . !>b'0b 9S 0b betto (Eleltr.) v, I. 1900 95 b« »S b0 detto
Rufstsche Etaatsanl. v. I, 19 loo-oe 100'bO
Vul«. Etaatl-Hypothelar Änl.
1882......«°/o 121-75 I2«"/b
«eld Ware
Vulg. Ltaat« - Golbanleihe
1907 f. 100 Kr. . . 4>/,'/n 92 90 93 90
Pfandbriefe usw.
Vodenlr.,allg.o'st.i.üuI.ul,4''/n 94-7l» 9b'7b
Bühm, Hypllthelcnv. verl, 4°/,, 97 10 »7-b0 Zentral Bod.-Kred.-Vl., österr.,
t5I, verl.....4'/,",« 101 bn 102 b«
betto «5 I. «erl. . . .4°/» 96-?b 97'7b Kred.Inst.. «sterr.. f.Berl.-Unt,
u. üffentl.Arb. Kat. 4.4°/<, 9b40 9«-40 ^andcib, d, Nü», Galizien und
L°dum. 57>/, I. riiclz. 4°/« 94-4« 9b-4
«i.-öslerr, Lande«-Hyp.-«»st.4°/, 96-50 9750
detto inll. 2"/„Pr. Verl. 3 V,"/° 8?b0 88b0
dcttoK,-Echuldsch.verl. 3'/,°/» »7b0 88-b0
detto verl......4"/° 9«-2b 97-25
Osterr.-unaar. Banl 50 Iah«
verl. 4°/n ü. W..... 98-ib 9!» lb
detto 4"/, Kr...... 98 30 9» 30
Lparl.. Erste«s!.,6«I.verl.4''« H9»2b 1»»0 2b
Eifenbahn-Prioritäts-Obligationen.
Öfterr, Nordwestb. 20« sl. 3. . ,02-9« 10390
Llaatsbahn 500 Fr..... 388 - 890--
Südbahn k 3'/» Jänner-Juli
500 ssr. lper St.) ... - >— — —
Südbahn ö. 5" „ ^00 fl. T. °. b0 289b0
detto - 275-—
Serb, Präm,-A,!l,p. 100 Fr, 2°/, «b — I01--
An»»ll- ?»--
Salm Lose 40 fl. KM . . . »«b- 27b-Türl. <>> 204-45
Geld Ware
Wiener »omm. Uo!c v. I, 1874 b24 — bl>4- ~ Vew.-Sch. d. 3°/„ Pr«m..Schuld
d, Vlldenll.»lnft. Vm, 1»8N 87-- 91 -
Aktien.
Il»n»porl'A»l«Nlt>«nngln.
Auls!« Ispliycl Eilenb, bOV fl. «50— «»00 -
«öhmilchr Nuidbahn 1«) fl. , —-— - -—
«uschtlehrader El,t, U) 200 fl. per Ult. 982'— «8»-— Donou - LampNchlffahrt« - Ges.,
1., l. l. priv,. 500 — b»0 -^
Ferdinands-Norbb. 1000 fl, KM, b34U-— b«70 -Nalcha» - Oderberaer Tilenbah»
200 fl. S....... »»»'— 3S2-
iicmb. - Czcrn,- Iassy-!enbahn-
Gclcllfchaft, 200fl. L, , , b«0— 560 5»)
,loyd, üst.. Trieft, 500 fl,. KM, bL» - biü» -
Öslcrr, Norbwcslbahn 200 sl, L, ------- —-—
bc!!°(!il, N)20»ll, E.p. Ult. —'— ——
Prag Tuxer Visenb, 10« fl.abafi, 223 bv «24--
Ztaatseiscnb, livo fl. S. per UI«. 7b? «b 708 2b
Lüdbahn 200 fl, Silber per Ult, I2ü7b I2«7b Lübnorddeulsche Verbindungsb.
200fl,KM...... -'- —-..
Iraniport-Vel,. inter»., N.-V.
200 Kr........ 9b > 11b —
Ungar. Westbahn («aab-Kraz)
20« sl. S....... 4«z-b0 408'-
«r. Lotlllb.-slltienVt!. 2<«fl. 225— 23b'-
Vanleu.
«lnalo-idsterr. «ant, 120 !I. . 3,0 Ü0 »11 bo
Vantverei», Wiener per Kasse — — —-—
betto per Ultimo b40 10 b4i 10
«odenlr,-Anst. öst,, 300 Kr. . 1178-- i,»5--
Zentr.-Vob.-Kiedbl, »st. 200 fl. b?9- b8i--»redltanstali für Handel und
Gewerbe, 320 Kr., per Nasse —- - ->--
detto per Ultimo ««4— «kb -
Kreditbanl. ung. allg,, 200 fl. 773 2b 7742b
Depositenbanl. all«,. 20«fl. , 4^9'- 460-
«tslompte - Gesellschaft, nieder-
üsterr.. 400Kr..... «««— «80-
Giro- u. Kassenverein, Wiener,
200 fl........ 4««'— 4«7 —
Hypothelenbanl, öst. 2Kr. 5"/„ 308- »10-— öünderbanl, often,, 200 fl,, per
Kasse....... --- - -
bctto per Ultimo 4»2 - 49»--„Merlur". Wechlelstub. «lltien-
Geftllfchaft. 2 fl. . . . »23 — «2? —
Österr-unaar. «anl 1400 «r. 17S8'- 1778 —
!j,,i!' Kalt
Unwnbanl 20« sl...... b7l 50 b72b0
Unionbanl, böhmückc 10« !l, . »4S bl? «<»l»
>»erlehl«banr, alla., 14« !l.. , 54S °u «7'öO
Ind»strl».Dnlt»tt>«un>l».
Äaugelell!ch,. allg. öst., 100 fl. «»7'— 1»l<'80
«rüler»ohle»bcrgb.-Vej. 100fl. 7b7'- ?«»l» Eisenbahnverlehr«. Anstalt, öft.,
100 fl........ 4.U1'- 4«e«
«iltnbllhnw.-Leiha., erst». 100 fl, 2N8— »»«— ..ltlbemühl", Papierf, u, V.-G.
,86-' 3««^
ljlcl!r,<«e!sllsch,, intern. 200 ll. —'- ^'^
«tlellr, OrlelKch,, Wr, in Liqu. »«»- «40" Hlrtenbcrger Pair-, Zündh. u,
Mel.-Fabril 4«0Kr. . . ,« fl. 74L b0 743'°«» „Poldl-Hütte", Iiea<-Ia»kstahl-
F.-«.-«. 200 fl, . . . b"?'- b1»5« Pragerltistü-Industrie-Gelelllch.
20« f!........ 2«82'- 28^ —
Nima- Murany - Lalgo larjaner
ltttenw, 100 fl..... N9b- «9«"
Lala o-Iarj. Etfiolohlen 100 fl. «3?- s^ü
„Schlüalmühl", Papiers., 200 fl. 5- 3'^-^
„Echoduica", «. », f. Petrol.- ^
Industrie, 500 Kr. , . . 5S» -! b^z^
„S»el,rermühI",Pap!erI,u.V.. 44l 44»'
Trlfailer Kohlen«,-G, 70 fl. . »16- 3'»> " lürl. Tabalregle-Ges, 200 Fr.
per Kaffc..... -'- —""
betlo per Ultimo .,.»«» - «?!< -7
Waffenf.-Gt<.,öslerr., loo fl. . «77- «" 7s
Wr, Vaugclclllchast, 100 fl. . . 170- 4—
Wiexerberge ^ieaell-AN-Gel. 739- , ?«'-
!
Devisen.
Kurz» Sichln» un>> Dcheck».
Amsterdam....... 19830 ! 9» °0
Deutsche Nanlplähe .... 117«, 11?'?"
Italienische «anlplähe . . , 94-9b 9b'>i
«ondon........ »89 82' «40 1«
Pari«......... 9b-40 9»-b!»
3t. Petersbura...... 25b 2b 25"---
Zürich und Va!cl..... 9b 2b W<^
Valute».
Dulatc»........ 11-57 K'<"
ü0 Franlen-Llülle..... 19 1« 1s'^
20.MartStüclc...... «,'4ü »>'ö»
Deutsche «elchsbantnoten , . 11? b« 117'?^
Italienilche «anlnote» . . . 9b — «>'??
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