40.63* über die steiermärkische Landes - Obst- und Weinl)ausclmle bei Marburg für das vierte Schuljahr ■V©za. 1 1875 ‘bis 1. U^Eärz 187S. MARBURG. Verlag der Anstalt. — Druck von Ed. Jnnschitr. tSió. /'S'° ^ - • AO&Vv 1 .wvt >#j -V : cf* t K y A0,b 31 Im Anschluss an den im März ,1875 erschienenen ersten Bericht über die 3 ersten Schuljahre, veröffentlicht die gefertigte Direktion hiemit den zweiten Bericht liber das 4. Schuljahr vom 1. März 1875 bis 1. März 1876, welcher zugleich als Rechenschaftsbericht über die Verwaltung der Anstalt in dieser Periode gelten mag. Bei der im Frühjahr 1875 nothwendig gewordenen neuen Auflage des Anstaltsprogrammes wurden alle im Lauf der Zeit als wünschens-werth anerkannten Erweiterungen und Veränderungen, wie die Vermehrung der Unterrichtsstunden, Einführung eines bestimmten Zeichnen- und Gesang-Unterrichts, Regelung der Praktikantenaufnahme, Einrichtung der Hospitanten- und Winzerkurse, den vorjährigen Landtagsbeschlüssen gemäss, aufgenommen. 1. Personal Veränderungen. Anfang Mai 1875 übergab der bisherige Referent der Weinbauschule beim Landesausschuss, Herr Dr. Ritter von Schreiner das Referat dem neu ernannten Landesausschuss Herrn J. Scholz aus Graz. Letzterer inspizirte mehreremals die Anstalt und hielt auch die am 15. Februar 1876 stattgefundene Jahresprüfung ab. Anfang März 1875 verliess der bisherige Adjunkt Herr Gonrad Heinrich seinen Dienst. An seine Stelle wurde Herr Alex. Moll, bisher Lehrer an der Acker- und Weinbauschule in Feldsberg, ernannt, welcher am 5. April eintrat. Anfang September 1875 wurde Herr Heinrich Kal mann zum Wanderlehrer und 2. Fachlehrer für Obstbau, Weinbau und Ifeller-wirthschaft an der Weinbauschule ernannt und in den Lehrkörper der Anstalt aufgenommen. Mit Beginn dieses Schuljahres wurde ein regelmässiger Gesangunterricht eingerichtet, welcher von Herrn Johann W e i n g c r 1 abgehalten wird, während der Volksschulunterricht gleich wie im vergangenen Schuljahr vom Herrn Martin Jak sehe als Supplent für die nicht besetzte 2. Lehrerstelle, ertheilt wird. Rebmann Ketz, welcher am 15. Juni 1875 definitiv angestellt wurde, gibt seit Ostern 1875 den Schülern Zeichnenunterricht. Hilfsaufseher Michael Tiefenbacher trat am 10 März 1875 aus; an seine Stelle wurde am 1. Juni Johann K ri bus ausgenommen. Johann Fuchsberger, Rebmann und Aufseher im Burgwald, verliess am 30 Juni seinen Dienst. Seine Stelle wurde am I. Oktober 1875 durch Joseph Stic gier besetzt. Gärtner Johann Schantl trat am 31. Mai 1875 aus seinen Dienst, welcher zu dieser Zeit dem Carl von Kottowitz übergeben wurde. II. Unterricht. Frequenz der Schule durch Schüler und Praktikanten. Der Besuch der Weinbauschule im vierten Schuljahr hat sich im Vergleich zum Besuch in den früheren Jahren im Allgemeinen bedeu tend gesteigert. Die Anstalt wurde im 4. Schuljahr von 28 Schülern und Praktikanten frequentirt, welche in der Anstalt Wohnung und Verköstigung erhalten. Darunter befinden sich 25 Stipendisten und 3 Zahlzöglinge. 3 Schüler haben die Vorbildung einer Realschule, 4 Schüler die einer Bürgerschule und die übrigen die der Volksschule. Zu den im ersten Bericht pag. 5 aufgeführten, für Weinbauschüler gegründeten Stipendien kam in diesem Schuljahr noch ein zweites Leibnitzer Stipendium, welches von der dortigen Bezirksvertretung gestiftet wurde. Die landschaftlichen Stipendien waren auch in diesem Schuljahr sämmtlich besetzt; von den Stipendien der Bezirksvertretungen waren 4 nicht besetzt. Zu den am 1. März 1876 frei gewordenen 7 Stipendien hatten sich 28 Bewerber gemeldet, so dass 21 abgewiesen werden mussten und Bewerber mit besserer Vorbildung besonders berücksichtigt werden konnten. Am 15. Februar 1876 wurde das 4. Schuljahr mit einer öffentlichen Jahresprüfung der Schüler geschlossen. Bei derselben absolvirten folgende 6 Schüler: 1) Johann Baumgartner von St. Kunigund. 2) Karl Ganser von Gomila. 3) Mathias Lasbacher von Ober-Radkersburg. 4) Ignaz Hauptmann von Strichovetz. 5) Ludwig M o n a u n i von Trient. 6) Alexander Schweighofer von Graz. Die 4 ersten dieser Schüler sowie Peter Kraner von St. Peter, Peter Fritz von Frauheim und Jakob Prelog von Schalledein, welche sich durch Fleiss bei den praktischen Arbeiten ausgezeichnet hatten, erhielten Prämien, bestehend in Büchern und Werkzeugen. Anschliessend an das Schülerverzeichniss im ersten Bericht pag. 6 geben wir hier die Fortsetzung der im 4. Schuljahr weiter eingetretenen Schüler und Praktikanten: Nr. 64. Johann Norath von Leitersberg, Bezirk Marburg. „ 65. Johann Murschetz von Schikarzen, Bezirk St. Leonhard. „ 66. Rudolf Sprung von Niederdellach, Bezirk Voitsberg. „ 67. Franz Sorec von St. Georgen in Windisch-Büheln. „ 68. Heinrich Rohrbacher von Wagna, Bezirk Leibnitz. „ 69. Johann Schönwetter von Ehrenhausen, Bezirk Leibnitz. „ 70. Anton Remih von Reichenburg, Bezirk, Lichtenwald. „ 71. Anton Cernelc von Paulusberg, Bezirk Rann. „ 72. Franz Sternisa von Poklek, Bezirk Lichtenwald. „ 78. Mathias Praprotnik von Puschendorf, Bezirk Frieda». Die Ende Februar 1676, sowie in den beiden vorhergehenden Jahren austretenden Schüler sind zum Theil auf ihren elterlichen Grundbesitz zurückgekehrt, um daselbst die in der Anstalt erhaltenen Lehren und Erfahrungen zu verwcrthen, theils haben sie entsprechende Stellungen als Schaffer, liebmänner, Gärtner etc. in Steiermark und in den benachbarten Kronländern angenommen, wo sie zur Hebung der Obstund YVciucultur ebenfalls beitragen werden. Der Unterricht der Schüler konnte auch in diesem Jahr ganz dem Programm gemäss ertheilt worden, wobei die diesmal vermehrte Zahl der Unterrichtsstunden eine gründlichere Behandlung des Lehrstoffes ermöglichte Die geistige und körperliche Entwicklung, sowie der Gesundheitszustand der Schüler waren auch in diesem Schuljahr vollkommen befriedigend, so dass keine Störungen des Unterrichts eintraten und die Schüler mit praktischen Arbeiten nicht überbürdet zu werden brauchten. Die in diesem Jahr unternommenen 3 Excursionen nach Pickern und Wildbaus, nach Hausambacher und ltogeis und nach Spielfeld und Strass trugen zur Unterstützung des Unterrichts wesentlich bei. III. Ijelirerkurs über Obstbau, Weinbau und Kellerwirthschaft. Auf Anordnung des k k. Ackerbauministeriums wurde vom 2. bis ‘28. August 1875 ein vierwöcbeutlicher Lebrkurs für Volksschullehrer aus den weinbautreibenden (legenden Steiermarks und Era ins über Obstund Weinbau abgehaltm, an welchem '22 Lehrer theilnahmen. Die Tlieilnehtuer, welche von dem k k Landesschulrathe in Graz bestimmt und einberufeu win d m. erhielten eine Tagesgebühr von 2 fl. und batten für Wohnung und Verköstigung in Marburg selbst zu sorgen. Für Reisekosten (Eisenbahn III. Klasse, oder wo diese nicht besteht, lokale Fahrgebühr) wurden die Auslagen ersetzt. Der Unterricht wurde von dem Lehrpersonale der Anstalt in folgender Weise ertheilt : 1. Vom Direktor : Hermann Goethe, über Obst- und Weinbau, Obst- und Traubensortenkunde. 2. Vom Adjunkt Alexander Mell, über: Anatomie und Physiologie des Obstbaums und der Rebe, Für den Obst- und Weinbau schädliche Thiere und Pflanzen, Für diesen Kurs geeignete Kapitel aus der Landwirthschaftslehre. 3. Vom 2. Fachlehrer Heinrich Kalman n, über : Obstbenutzung und Weinbereitung, Kellerwirthschaft, Ertragsberechnung und Statistik über Obst- und Weinbau, Klimatologie und Bodenkunde mit besonderer Rücksicht auf Obst- und Weinbau. Der Unterricht wurde des Morgens von 9 bis 12 Uhr und des Nachmittags von 2 bis 4 Uhr im Schullokale der Weinbauschule er- theilt ; ausserdem fanden 2 Exkursionen, am 17. August nach Pickern und Johannesberg in die Weingartenanlagen des Herr Grafen Meran untar Leitung des Herrn Kalmann und am 19. August nach Spielfeld und Brunnsee auf die Güter des Herrn Herzog della Grazia unter Leitung des Herrn Mell, sowie 8 praktische Demonstrationen über Obstbau, Weinbau und Kellerwirthschaft statt. Da die Frequentanten grosses Interesse an der Bienenzucht bekundeten, so wurde als Ergänzung des Programmes am Bienenstände der Weinbauschule eine Demonstration über Bienenzucht von Herrn Lehrer Scho pp er ertheilt. Die Theilnehmer am Lehrerkurse über Obst- und Weinbau waren folgende : 1. Adamič August, Oberlehrer in III. Kreuz in Krain. 2. Brinšek Josef, Oberlehrer in St. Marein in Steiermark. 3. Čoki Martin, Oberlehrer in Kostreinitz bei Rohitsch in Steierm. 4. Engelmann Christian, Oberlehrer in Neudegg in Krain. 5. Franke Josef, Oberlehrer in,Stopiče bei Rudolfwerth in Krain. 6. Gerčar Andreas, Lehrer in Čatež bei Gurkfeld in Krain. 7. Germ Matthäus, Oberlehrer in Adlesič bei Tschernembl in Krain. 8. Heinisch Josef, Oberlehrer in Oberhaag bei Arnfels in Steierm. 9. Heilige Otto, Oberlehrer in Riegersburg bei Fcldbach in Steierm. 10. Horvath Josef, Oberlehrer in St. Urban bei Pettau in Steierm. 11. Jersinovic Anton, Oberlehrer in Tschernembl in Krain. 12. Ješovnik Simon, Oberlehrer in St. Leonhard in W. B,. Steierm. 13. Jurša Johann, Lehrer in Friedau in Steiermark. 14. Klug Johann, Lehrer in St. Stephan bei Stainz in Steierm. 15. Lesjak Franz, Oberlehrer in Montpreis bei Drachenburg in Steierm. 16. Pennitz Peter, Oberlehrer in Kitzek bei Leibnitz in Steierm. 17. Ranner Franz, Oberlehrer zu Pöltschach bei W. Feistritz in Steierm. 18. Rant Mathias, Lehrer in Sturija bei Adelsberg in Krain. 19. Schopper Georg, Lehrer in Radkersburg in Steierm. 20. Wallner Lorenz, Oberlehrer in Strassgang bei Graz in Steierm. Ausserdem wurde noch dem Herrn Dr. Loop. Gregorec, Professor und Redakteur des „Slovenski Gospodar1 in Marburg, sowie Herrn Lehrer Stöger in St. Peter bei Marburg die Theilnahme an diesem Kurs auf ihre Kosten gestattet. Unter den Theilnehmern befanden sich 15 aus Steiermark und 7 aus Krain. Die Frequentanten zeigten ein grosses Interesse an den Lehrfächern, Fleiss und Aufmerksamkeit bei den Vorträgen und Demonstrationen und dürften in der allerdings kurzen Zeit eine recht schätzbare Anregung und Anleitung zu weiteren Studien auf diesen Gebieten der Landwirthschaft erhalten haben. Da die Lehrgcgenstände wegen Kürze der Zeit sehr kurz behandelt werden mussten, so wurden den Theilnehmern für die Hauptfächer noch Lehrbücher an die Hand gegeben, aus welchen sie sich die nöthi-gen Erklärungen und Einzelheiten durch Privatstudium aneignen konnten. Dass es den Theilnehmern grösstontheils wirklich Ernst war, sich Kenntnisse zu erwerben, kann wohl am besten durch den Umstand bestätigt werden, dass sich 11 derselben zum Schlüsse des Kurses zur Prüfung meldeten. Siimmtliehe Theilnehmer erhielten Frequentationszougnisse und diejenigen, welche sich einer Prüfung unterzogen hatten, ein Zeugniss Uber den Grad der erworbenen Kenntnisse. IV. Hospitanten- und Winzerkurse. Auf Anordnung des hohen Landesausschusses sind vom 13. bis 18. Dezember 1875 und vom 10. bis 15. Jänner 1876 zwei Hospi-tantenkurse für Kellerwirthschaft abgehalten worden. Der Eintritt in diesen Kurs war jedem Steiermärker, welcher über 18 Jahre alt war, die nöthige Vorbildung zum Verständniss der Vorträge hatte und sich für den Gegenstand interessirte, gestattet. Die Aufnahme in diesen Kurs geschah über mündliche oder schriftliche Meldung beim Direktar der Weinbauschule. Die Anmeldungen zum ersten Hospitantenkurse Uber Kellerwirthschaft im Dezember waren so zahlreich, dass mit Genehmigung des hohen Landesausscbusses noch ein zweiter ähnlicher Kurs im Jänner abgehalten werden musste. Der Unterricht, sowie die praktischen Demonstrationen wurden vom Fachlehrer Heinrich Kal mann ertheilt und umfassten in Kürze die Theorie und Praxis der Weinbereitung und Kellerwirthschaft von der Traubenlese angefangen, bis zur Behandlung des fertigen Weines im Keller; Kelterung — Kcltergcräthe — Bestandtheile des Mostes — Gährung — Bestandtheile des Weines — Abziehen — Auffüllen — Kellereinrichtung — Kellergeräthe — Krankheiten der Weine — Treberweine — Verwerthung der Rückstände bei der Weinbereitung — Beurthcilung der Weine — Weinhandel — Topographie des Weines. Der Unterricht fand täglich von 10 bis 12 Uhr Vormittag im Schulsaale der Weinbausch ule statt. Den Unterricht unterstützten 6 praktische Demonstrationen, welche am 14., 16. und 18. Dezember 1875 sowie am 11., 13. und 15. Jänner 1876 abgehalten wurden, wohei die Kelter- und Kellereigeräthe und Einrichtungen der Anstalt besichtigt, Weinkosten veranstaltet, und die vorzüglich eingerichteten Kellereien des Herrn A. von Kriehuber, sowie der Schraml’schen Weingrosshandlung besichtigt wurden. An diesen beiden Hospitantenkursen nahmen folgende 38 Herren aus den weinbautreibenden Landestheileu Steiermarks Antheil: 1. Herr Andolensky Wilhelm, Privatsekretär — Andritz bei Graz. 2. „ Baumann Alois, Dr., k. k. Gerichtsadjunkt — Marburg. 3. „ Ehm A., Buchhalter — Marburg. 4. „ Falk Josef, Bealitiitenhesitzer — Pichelsdorf. 5. „ Fodrozzi Alexander von, Gekonom in Kreuz, Croatien. 6. „ Greiner Franz, Gastgeber — Marburg. 7. „ Jöbstl Vincenz, Verwalter — Hausambacher. 8. „ Kirste Heinrich, Cand. phil. — Graz. 0. „ Kleinoschegg Franz — Radkersburg. 10. „ Krappek Heinrich, Photograph — Marburg. 11. „ KukoVec Johann, Weingartenbesitzer — Luttenberg. 12. „ Mikusch Ignaz, Grundbesitzer — Spielfeld. 13. „ Mischag Franz — Gonobitz. 14. „ Müller Theodor, Gutsbesitzer — Andritz bei Graz. 15. „ Novack Carl, Grundbesitzer — Kotsch. 16. „ Ott Josef, Mediziner — Graz. 17. „ Pajk Anton, k k. Forstreferent — Marburg. 18. „ Peringer Maurus, Hochw., Administrator Viktringhof — Marburg. 19. „ liapotz Josef, Realitätenbesitzer — Marburg. 20. „ Regner Alfred von, landw. Schriftsteller, d. Z. Speyer i. d. Pfalz. 21. „ Rtischmann Josef, Binder — Deutsch-Feistritz. 22. Herr Rudolf Auton, Oekonom — Tiiffer. 23. „ Schacberl Anton, Apotheker — Marburg. 24. „ Schaumann Wilhelm, Oekonom — Pickern. 25. „ Sekunderer Johann, Haus- und Realitätenbesitzer — Maiburg. 26. „ Schmiderer Josef, Dr., Haus- und Realitätenbesitzer — Marburg. 27. „ Schmidi Carl, Kaufmann — Marburg. 28. „ Schmidi Ignaz, Ilolzhiindler — Marburg. 29. „ Schmelzer Hanns, Seifensieder — Marburg. 30. „ Schober Ignaz, Revierjäger — Spielfeld. 31. „ Schostaiitsch Franz, Realitätenbesitzer — Marburg. 32. „ Stanzer Alois — Gonobitz. 33. „ Walland Alois — Gonobitz. 84. „ Weingerl Carl, Realitätenbesitzer — l’össnitz. 35. „ Weingerl Franz, Realitätenbesitzer — Pössnitz. 86. „ Wenk Anton, Verwalter — Weitenstein. 87. „ Wels Franz, Gastgeber — Marburg. 38. „ Zaff Joset, Grundbesitzer — St. Georgen in W. B. Die Theilnehmer erhielten auf Wunsch ein Frequentationszeugniss und zeigten eine rege Theilnahme an den Vorträgen. Vom 14. bis 26. Februar 1876 hat der erste Winzerkurs stattgefunden, welcher ebenfalls vom Wanderlehrer Kal mann abgehalten wurde und an welchem 20 Winzer theilnahmen. Die Anmeldungen zu diesem Kurse waren so zahlreich dass gegen 30 Winzer abgewiesen und auf den Winzerkurs 1877 verwiesen werden mussten. Die bei diesem ersten Winzerkurs gewonnenen Erfahrungen werden bei den nächstjährigen Winzerkursen verwerthet werden. Die Frequentanten des ersten Winzerkurses waren folgende : 1. Czerny Mathias, Winzer bei Herrn Theodor v. Kodolitsch. 2. Dasko Sebastian, Winzer bei Herrn Herzog in Kartschovin. 3. Gollob Jakob, Winzer bei Herrn Ott in Pössnitz. 4. Gornig Georg, Messner und Winzer in St. Peter. 5. Grašič Blasius, Winzer in Hausambacher. 6. Haložan Georg, Winzer bei Graf Figger in Radiseli. 7. Hardner Alois, Winzer in Hausambacher. 8. Kopie Michael, Winzer bei Herrn Löschnigg in Gams. 9. Koren Michael, Winzer bei Herrn Dr. Sernec in St. Peter. 10. Lorbegg Johann, Winzer in Rossbach. 11. PolantschiGch Franz, Winzer bei Dr. Sock in Meiling. 12. I’oschgan Johann, Winzer in Spielfeld. 13. Riffel Johann, Winzer bei Herrn Pernfuss in Hochsausal. 14. Stennsok Markus, Winzer bei Herrn Hogenwart in W. Feistritz. 15. Stern Mathias, Winzer bei Herrn Dr. Dominkuš. 16. Vehofsky Johann, Winzer im Kirchenweingarten Frauheim. 17. Weingerl Robert, Winzer bei Herrn Waldhuber in Rossbach. 18. Wergles Johann, Winzer in St. Peter. 19. Wregant Anton, Winzer in St. Peter. 20. Zehrer Johann, Winzer bei Herrn A. Weingcrl in Pössnitz. Wenn wir die im Abschnitt II, III und IV gemachten Mittheilungen über die Frequenz der Weinbauschule zusammenfassen, so haben im 4. Schuljahr 28 Zöglinge, 22 Lehrer, 38 Hospitanten und ‘20 Winzer, im Ganzen also 108 Personen Unterricht an der Weinbauschule erhalten. V. Besuch der Anstalt durch Corporationen und Private. Je mehr die Weinbauschule durch die austretenden Zöglinge in weiteren Kreisen bekannt wird desto mehr nimmt auch der Besuch zu, was wir auch in diesem Jahr bestätigt fanden, insbesondere während der Sommers- und Herbstzeit. Ausser den regelmässigen Besuchen, welche die (Kandidaten der k. k. Lehrerbildungsanstalt ausführen und welche jedesmal mit besonderen Demonstrationen über einzelne Culturzweige verknüpft werden, beehrten noch folgende Corporationen die Anstalt: Am 26 März machten die Mitglieder der steirischen Weinbausektion, gelegentlich einer in Marburg abgehaltenen Sitzung, der Weinbauschule einen Besuch, wobei insbesondere die neueren Einrichtungen in Augenschein genommen wurden und eine kleine Weinkost stattfand. Am 16. September besuchten die Mitglieder des zu dieser Zeit in Marburg tagenden steirischen Lehrerbundes unter Führung des Herrn Direktor Lukas aus Graz mit circa 60 Lehrern die Anstalt und besichtigten die permanente Geräthe-Ausstellung, alle Lehrmittelsammlungen und Culturen. Am 22. September beehrte die anthropologische Sektion der damals in Graz tagenden 48. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzto unter Führung des Herrn Gundaker Graf Wurmbrand von Ankenstein die Weinbauschule und nahm von den interessantesten Einrichtungen und Culturen Kenntniss. Unter den zahlreichen Privaten, welche theils zum erstenmal, theils wiederholt die Anstalt besuchten, befinden sich Angehörige aller Kronländer und der Nachbarstaaten, in welchen Weinbau betrieben wird, worüber das Fremdenbuch genauen Aufschluss gibt. Insbesondere sind darunter die Direktoren landwirthschaftlicher und Weinbaulehranstalten vertreten, welche au den hiesigen Einrichtungen ihre Erfahrungen zu erweitern wünschten. Am 5. August beehrte Herr Professor Ilaberlandt von der k. k. Hochschule für Bodencultur in Wien die Anstalt mit einem Besuch und nahm mit grossem Interesse von den hiesigen Einrichtungen sowie sämmtlichen Culturen eingehende Kenntniss. VI. Allgemeiner Wirkungskreis