Nr.M42. Freitag am 23. Juni 1865. Die „Laibllchn Zeitung" erscheint, mil A>!ölia!,,!ir dr? «NNlEW^'^-' Vnserlionsgebllyr filr cine Garmond - Spaltmzeilt Sonn- und Feiertngc, täglich, »ud luslel snmin! dm . °^^ ^"' Raum dcrsclbrn, ist ftlr Imalige Einschal, Veilllgen in, Comptoir ganzjnlirtss l! si., hall, tung S tr., filr 2maligr8lr., fttr Smalige IV kr.u.s.w. liihrlg ü si. 50 lr., mil üreuzvand i,n Eomptoil H^>^M» A^MWM^, »^^ ^ ^'^ Gebühren ist noch der Insertion« - Stempel ganz). 12 si., hlUdj. e fl. Fllr dit Zusitlllmg iü'S «2WM M°^W«^lM^ ^" ^ ^ ^ "^ jedesmalige Einschaltung hinzu zn Hans find halbj. 50 tr. mchi zu ruttichten. Mit ^WW «WMW«V«^^ rechnen. Inserate bi« 10 Zeilen losten 1 fl. »0 tr. der Post portafrel ganzl" unter Kreuzband und gr- 1»n^ ^ ^ ^^' ^ ^' ^ ^' ^ ^ ^°^ ""b 90 tr. fttr drncNn Adresse lb fi., halvj. 7 si. b0 lr. "^^W^WZM^^ ^ ^" ^'^ Inbegnss be« Insertionsfiempels). PlilnumellltillNö-EinllldllNg. -HMAit 1. Juli geht dic viertel- und halbjährige Pränumcration auf die „vaibacher Zeitung" und „Vlatter ans Krain" zu Ende, daher laden wir das I'. ^. Publikum zu ciucm neuen Abonnement ein. Wir wollen über die Haltung unseres Blattes nichts sagen, sie ist bekannt; ebenso bekannt ist, daß wir bestrebt sind, alle Anfordcrungcu an ein täglich erscheinendes politisches Provinzialblatt zu erfüllen und dic Leser mit möglichster Schnelligkeit lwn allem Wisscnswcrthcn zn unterrichten, wobei wir keinerlei Kosten scheuen, wofür unsere Original-Telegramme Beweis sind. Dic Plllnumcrlllionö-DMgungcn bleiben nnveriindert: Halbjährig: Vierteljährig: , Mit Post, unter Kreuzband versandt...... 7 fl. 50 tr. Mt Post, nntcr Kreuzband versandt...... 3 fl. 75 lr. Im Comptoir nntcr Convert....... L „ ^ ,, <^„ Comptoir unter Emwert....... A „ — Für ^»aibach, in'ö HanS zugestellt...... »»^^^. Ämtlicher Theil. «Vc. l. k. Apostolische Majestät hnben mit Nllcr. I)üchslcr Entschlicßllng vom 2l). Mai d. I. den Di' rektor der Kommunal - Obeircnlschul!: in KlUtcubri!) Joseph Wcbr ,zmn Direktor der t. k. böhmischen Oberrcalschule in Prag allcrgnädigst zn ernennen geruht. Se. lais. Hoheit der durchlauchtigste Hrrr Erz. herzog Rainer hat in Hüchstseincr Eigenschaft nls Protektor dcö k. k. österreichischen Muscmns für Knnst und Industrie, im Sinne des tz. 22 der Statuten dicscr Anstalt, die nachfolacnd namhaft gemachten Künstler, Kunstfrcnndc und Vcttrclcr der Iiidlisttic zn Kontspondcntcn des Musclüns ernannt: den tönigl. Ocwcrbökoininissär Dr. (5. Accg in Nürnberg, ^ ^ > . den Kanonu-nS Dr. Franz Bock m Aachen, den mährischen ^andcshistoriographen Dr. Bcda Dudit in Naysscrn, den k. l. österreichischen Generalkonsul Rudolf G üdel'Lan noy in Belgrad, den Maler Joseph Hclbich in Praa, den Priuatgclchrten ss. 5tanitz in Wien, den Direktor der polytechnischen Schule C. Kar« marsch in Hannover, den Direktor der Kunstgewcrbcschulc A. 5trc< ling in Nürnberg, den Professor Dr. Wilhelm Lübkc in Zürich, den Schlilrath Johann Marcsch in Prag, den königl. Studicnrath nnd 5lonscruator aiu k. Welf'schen Museum Dr. I. H. Müller in Han. nover, den lönigl. ObcrrcgicrungSrath und Chef der Zentralstcllc für Handel und Gewerbe Dr. I. F. von Steinbeis in Stuttgart, den Konservator am städtischen Museum A. von Zahn in Leipzig und den Architekten Arn. Zcnctti in München. Der Staatsministcr hat den provisorischen Direktor der Normalhauptschnlc nnd Lehrerbildungsanstalt in Olmütz Franz Schmied zum wirtlichen Direktor dieser Schulanstalt ernannt. Das Justizministerium hat die bei dem Kleis» gcrichtc zu Königgrätz erledigte Hilfsämtcrdircktorslcllc dem Karl Urbanek, Hilfsämler-Diretlionsadjunktcu M Chr^ldim, verliehen Nichtamtlicher Theil. Laibach, 22. Juni. Das Abgeordnetenhaus hat cinftweilen zur Del-lung dcr nötl)igstcn BediUfm'ssc I^l Millionen dcwil-ligt. Abcr unter welchen Umständen! Man benutzte die Gelegenheit, um daö jetzige Ministerium für die flühcre Fiuanzwirthschaft solidarisch verantwortlich zu machen, eine Kritik zu üben, die lnchlswcnigcr als milde war, und dm Fiuaiizministcr unter die Kon« trolc dcr Staalsschuldcnlommission zn stellen. Ob dicscr Vorgang zwcctdiculich wlU? Wir glauben cS nicht, dcnn das Anfthcn lind die Würde dcr Regie,« lii»g ist dadurch nicht gcllufligt worden. Oli aber so bedeutende Finanz-Opcralioncu mit Glück durchgeführt wcrocn können, wenn ein Mmistcrium damit beauftragt wird, ocm man so offen das Vertrauen abgesprochen hat? Wir bezweifeln cS. (>s ist einmal wicdcr schl' viel von „System» wcchscl" und Umkehr gesprochen worden; auch Berichterstatter Hcrbst gcdlauchtc dic Phrase. Wir möchten doch einmal wissen, welches System in Anwendung kommen soll, daö dcr Dualistcn oder dcr Föderalisten. Es kann dic Ansicht vorherrschen, sagt die „i)cst. H.", daß die Rcgicrnilg zur Entwicklung dcr Verfassung nicht genug gclhau, daß sie mit dcn organischen Gc» setzen sich uichl gcnug beeilt habe, daß die Fiucmzcu viel besser zu lcitcu scicn, luau kaun sic hicrlibcr nil-grcifcu und vcrthcidigcu, es werden sich die Gründe pro nnd cnntrH finden lassen. Eiu Systcmwcchscl abcr lauu ulir mit einer Umgcstallnug dcr Verfassung sclbst eintreten. Es thätc noth, daß man sich einmal über Per-soncu und Sachen ganz klar werde, daß man wisse, wer noch zur Vcrfassuug steht und wer nicht. 18. Sitzung des Herrenhauses vom 2l. Juni. Auf der Ministcrbauk: Nadäsdy, SelliouSchcf v. Kalchbcrg, Ministcrialralh Gobbi (Finanzministerium) , Miuistcrialrath Schmidt (Handclsmini-slcrium). Nach Vorlesung dcs Protokolls theilt Präsident mit, daß die Kommission übcr die Permanenz dcS Stcuerreformauöschusscs sich konstiluirt und den Kardinal Rauscher zum Obmaun, dcu Grafen Rcchbcrg zum Obmaunstcllvcrtrctcr gewählt habe. Es folgt dic crslc Lesung des Gesetzentwurfes übcr dic Pmiziumg. Präsident beantragt zur Vorbcrathung dieses Gesetzes eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen. (Wird angenommen.) Die Sitzung wird zum Behufe der Wahl unterbrochen. Nach Wicdcruufnahmc derselben wird folgendes Wahlrcsultat verkündet: ES wurden 66 Stimmzettel abgegeben. Gewählt wurden: Freiherr v. Rueskäfcr (61), Graf HoyoS (60), Graf Lodron (60), Freiherr Rcsli Ferrari (60), Superintendent Haasc (59), Fürst Salm (58), Graf Atlemö (75). Ferner wird die erste Lesung dcs Gesetzes über die den Krcditllnstaltcu zu ycwährctiden Ausnahmen von dcn Fincmzgcsctzcn vorgenommen. Der Entwurf wird dcr ständigen Finallzlom-mission zugewiesen. Auch daö Gesetz übcr die Eisenbahn Braunau-Nicd'Nclünartt gelaugt zur ersten Lesung. Prnsidcul beantragt, zur Vorberathung dieses Gegenstandes ebenfalls eine eigene Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen. (Angenommen.) Die Sitzung wird abermals zur Vorucchme der Wahl unterbrochen. Vci dcr Wiederaufnahme wird folgendes Resultat dcrsclbcu mitgetheilt: Es wurden 6Ü Stimmzcllcl abgegeben. Auf dcr Ministcrbanl erscheint Mecsöry, Lasser. Gewählt wurdcu: Fürst Stahrcmbcrg (60), Flirst JablonowSki (5!)). Aaron KrauS (5,8), Graf Wicken-bürg (58), Graf Mcran (57), Graf Wlczek (56), Altgraf Salm (55). Eö wird sodann znr Spezialdebatte über das Gcfrtz, betreffend die sicbcnbürgischc Bahn, geschritten. Nach dem gestern gefaßten Beschlusse kommt zuerst der Art. IX (bcrcitö gestern mitgetheilt) zur Debatte. Graf Anton Aucrsperg: Dic große Majo» rität, ulit welcher gestern der Antrag JablonowSli an-genominen wurde, gibt ihm die Ueberzeugung, daß cbcn dicsc Majorität im Interesse dcs Zustandekommens dcr Bahn sich für die Annahme des Art. IX entschieden und ihre AmcndcmcntS fallen zu lasfen gedenke, uud daß sic die Bedenken dcr Kommission nicht theile. Dcr Art. IX sei für dcn Bau selbst von gar keiner Bedeutung. Ucbrigens scheine auch ihm die Textirung dieses Paragraphes leine czlücklichc uud sie lasse thcilwcisc die Auslegung dcr Kommis, sioil zu. Die Textirung wäre in einem allgemeinen Gcsetzc bedenklich, abcr in dem konkreten Falle verliere dicscr Artikel jcde Bedeutung. Gewiß ist, daß dic Bahn ohnc Staatögaranlic nicht fortgeführt werde» kann, und darin liegt schon die Gewißheit der zukünftigen verfassungsmäßigen Behandlung. Eine andere Deutung dcs Art. IX sei mcht denkbar und wcrdc sclbst von dcr Kommission perhorreszirt. Die 568 Kommission erklärt ihn für überflüssig, aber nicht für unzulässig, und da gilt der alte Satz: 8np0rttuil iwn lwenit,. Durch das Fallenlassen dcs Artikels könne das Zustandekommen der Bahn gefährdet werden. Ein allgemeines Ncichsinteressc und das spezielle Sie« bcndürgcns stehe dabei auf dem Spiele, und deßhalb beantrage er, Art. IX in der Fassung des Abgeordnetenhauses anzunehmen (zahlreich unterstützt). Freiherr von Lichtenfcls: Auch er bedauert, daß die Kommission sich genöthigt gesehen hat, dem Art. IX. entgegen zu treten, weil durch den einzigen Artikel die Erledignng der ganzen Angelegenheit ver« schoben werden soll. Es lasse sich nicht läugncn, daß der Artikel den Wirknugskrcis dcs Reichsraths über. schreite. Die Konzessionirnng von Eisenbahnen sei nicht Gegenstand der legislative und Art. IX. könnte ein gefährliches Präzedcns bilden. Die Auslegung der Kommission sei leine gesuchte, wie der Herr Vorredner meinte, sondern liege in der Tczlirung selbst. Er gebe zu, daß in Bezug anf den vorliegenden Fall die Sache von keiner Bedeutung wäre, da sich wohl Keiner finden wird, der ohne Garantie die Fortsez« zung der Bahn unternehmen würde, aber es handelt sich mn das Prinzip, und es sei zu befürchten, daß in Zuknuft demselben nicht entgegengetreten werden könnte, ohne lebhaften Widerspruch zu erfahren und es sei gefährlich, Präzcdeutia gegen Vcrfassllngsprin-zipien zu schaffen. Nur wenn die Regierung genügende Erläuterung gibt, werde er im Interesse dcs Zustandekommens dcs Gesetzes der Annahme dcs Ar« tikels nicht entgegentreten. Freiherr v. Kalchbcrg: Die Regierung theile prinzipiell volltommen die Anschauung der Kommission. Prinzipiell hält sie ihn für bedenklich, im gegebenen Falle für überflüssig. Deshalb schließe er sich den Anschanungcn dcs Grafen Ancrspcrg an uud müsse nur zu bedeuten geben, welche Folgen es hätte, wenn das Zustandekommen des Gesetzes altcrirt würde. Er müsse übrigens erklären, daß die Regierung jeder Auslegung und Anwendung dieses Artikels entgegen« treten werde, durch welche die Rechte, welche ihr nach dem Konzcssionsgcsctze vom I. 1854 zustehen, in ir» gend einer Weise könnten beeinträchtigt werden. Graf Anton Anerspcrg: Der Artikel fei un« gefährlich, wenn er. stehen bleibt, er werde aber gefähr-lich, wenn er fallen gelassen wird. Die Vorkommnisse der letzten Tage lassen erwarten, daß das Gesetz nicht zu Stande kommen werde, wenn der Artikel wegbleibt. Dann kaun die Vahn nicht gebaut werden, denn mit dem Gesetze fallen auch die Kredite, welche durch das Gesetz für die Bahn bewilliget werden sollen. Vizepräsident Graf Kucfstcin: Das HauS stehe vor einem Dilemma, ür sei gesonnen gewesen, sich unbedingt gegen die Annahme dcs Artikels zn er-klären, aber die erhaltene Aufklärung habe ihn von dieser strengen Anschauung abwendig gemacht. Um den bereits begonnenen Van nicht zu gefährden, blos ans Opportnnitätsrücksichtcn, wolle er ein Mittel suchen, um allen Theilen gerecht zn werden, nnd deshalb beantrage er für den Fall, als Art. IX. angenommen wird, iu dem Protokolle des Hauses ciue Erklärung niederznlegcn, daß das HanS durch diesen Artikel den Rechten der Krone durchaus nicht,zu Präjudiziren vcr-meine (unterstützt). Graf Thnn glaubt, der Widerspruch, welcher in dem Artikel enthalten ist, sei nicht gcgen die Ver- fassung, sondern gegen das Eisenbahnlonzcssionsgcsetz gerichtet. Dann sei es allerdings denkbar, daß unter Zustimmung beider Häuser und mit Sanktion der Krone eine Ausnahme vom Konzcssionsgcsetz gemacht werden und die Festsetzung einer bestimmten Route einem eigenen Gesetz vorbehalten bleiben soll. Von diesem Gesichtspunkte sehe er in diesem Artikel keine Vcrfassungöuerletzung, nicht einmal eine prinzipielle Differenz. Würde er eine solche finden, dann wäre ihm eine prototollarifchc Erklärung nicht genügend, aber da eine solche nicht vorliegt, glaube er, daß es am Besten wäre, den Artikel einfach anzunehmen, ohne jede weitere Erklärung. Das Haus möge aus Oppor-tnnitätsgriindcn dem Gesetze seine Zustimmung geben, wcil im entgegengesetzte» Falle bei der vorgerückten SeMn ein Zustandekommen des Gesetzes sehr zweifelhaft fei. Er ist für cine on dloe Annahme. Freiherr u. Li chtcn fels: Nenn der Artikel gegen das EiscnbahnkonzcfsionSgcsetz gerichtet ist, so enthalte er schon eine Versassnngsucrlctznng, denn es würde ciu Recht in Anspruch genommen, welches in den §§. 1t/ nnd II der Verfassnng nicht enthalten ist. In der Erklärung der Rcgicruug habe er einen bestimmten Aussprnch nicht gcfnnden nnd deshalb könne er sich für den Artikel nicht erklären. Nach einer lmzcn Ncplil des Grafen Thnn bemerkt Fürst Iablftnowsli, das Haus solle wegen der Divergenz der Ansichten über die Tragweite dcs Art. IX nicht »istiren, daß daö Gesetz nicht zn Stande komme. Es sei eben leine Kleinigkeit, schon begonnene Arbeiten zn sistiren; die Folge davon wäre, daß diese nnbranchbar würden und die Regierung gczwnngcn wäre, einen Nachtragslrcdit zur Be< zahlung der bereits gemachten Auslagen zn fordern. Er empfehle daher die Auuahmc des Art. IX. Nach dem Schllchworle dcs Berichterstatters Freiherr«. No sense lo, in welchem derselbe sich iu Folge der Erklärung der Regierung ebenfalls für die Annahme dcs Art. lX ausspricht, wird, bevor zur Abstimmnng geschritten wird, über Antrag dcs Grafen E lamm °G all as die Sitzuug zum Zwecke der Besprechung unterbrochen. (Schluß solgt.) 80. Sitzung dcs Abgeordnetenhauses vom AO. Juni. (Schluß.) llbg. Brinz: Wenn sich bei Untersuchung deS Falle» zeigt, daß die Bedingungen des §. I!l zum Vorgehen der Regierung nicht gegeben waren, so könne das Haus unmöglich einer nach tz. I.'i getroffenen Vcrfuguug seine nachträgliche Zustimmung ertheilen. Das Haus müsse aber doch aussprccheu, was es mit der getroffenen Maßregel für ein Be> wenden haben soll und da eiuc Zustimmung nicht möglich ist, bleibe nur die Ablchuuug übrig. Redner beantragt daher, die Znstimmnng zur feru-rcu Wiik-smnlcit der von der Rcgicrnug gctroffeueu Maßregeln sei von Seile dcs Hauses nicht zn ertheilen. Abg. Berg er: Das Haus tonne die Dringlichkeit der verfügten Maßregeln nicht als vorhanden erachten und insofcrnc dcn Vorgang der Regierung nicht billigen, cs sei aber doch genöthigt als lcgis- lativer Faktor ttbcr einen ihm vorgelegten legislativen Gegenstand seine Stimme abzugeben. Die Ausfüh-rnngcn Herbst's ergänzend, bemerkt Redner, daß die allcrh. Entschließuugcu, von welchen in der Debatte die Rede ist, einen doppelten Eharaltcr haben, einerseits als Erledigung von Gesuchen, andererseits als antizipirte Sanktion der Krone. In legislativer Beziehung komme nicht das Datum der allcrh. Entschließung , sondern die Kundmachung im RcichSgesctz-blatte in Betracht. Erst dnrch diese erhalte die allcrh. Entschließung eine eigentliche legislative Bedeutung. Im vorliegenden Falle liege zwischen den allcrh. Ent-schlicßnngcn und der Publikation im RcichSgesetzblatte ein ausgedehnter Zeitraum, innerhalb dessen es allerdings möglich gewesen wäre, die verfassungsmäßige Vehandlnng durch den Ncichsrath Platz greifen zu lasfen. Abg. Schindler spricht gcgen den Antrag Simonovicz nud glaubt, daß es für die Zukunft von schlechter Wirkung wäre, wenn man sich dahin entscheiden wollte, unschädliche Resolutionen zu fassen und hinterher zn thun, was die Regierung will. Auch seien Gründe nnd Erfolg« nicht dargelegt worden; von Gründen habe man bisher nichts gthört, die Erfolge müßten sich erst zeigen. Er werde nnr für die Resolutionen, nicht etwa für dcn Antrag Simo« novicz stimmen. Abg. Toma n erörtert, daß man sich bei Vc-nrtheilung des Gtaenstaudcs nicht auf den Standpunkt des vom Hause beschlossenen, aber von dcn andern Faktoren der Gesetzgebung noch nichl angenom-mcncn Gesetzes über den Inhalt deö §, 13 stellen dürfe, daß vielmehr nur die neulich gesäten Ncso' lutiouen über dcn Sinn dcs tz. 1'j, wie er jetzt be« steht, maßgebend sein können. Durch diese Rcsoln» tioucn sei der Antrag Paulratz gerichtet. Redner polcmisirt ebenfalls gegen den Aulrag Simonovicz, gegen welchen übrigens auch die Regi«-» rung aufzutreten allen Gruud habe; denn da sie ans dem Staudpuultc stchl, daß sie lcoialich eine Darlegung der Gründe nud Erfolge zu gebe» halic, sich aber gegen eine nachträgliche Zustimmung verwahre, so sei der Antrag Simououicz nicht nur gegen die Tendenzen derer gerichtet, welche neulich dcn Rcsolu' tioncn dcS Abgeordnetenhauses zustimmten, sondern auch gegen die Tendenzen der Regierung. Abg. Äriuz zieht nach einer Polemik gsgen Bergcr sciueu Aulrag zurück. Abg. Sad il beleuchtet dcn Gea.nstand vom volkswirtschaftlichen Standpuulle und liednuert, daß Privilegien und Monopole geschaffen wnrdcn. Der^ richtige Weg wäre, das Kapital allgemein durch Auf« Hebung der Wuchergcsetze zu entfesseln. Er werde für die Resolulioucu, aber gegen die Amcndemcnts Pan,^ kratz uud Simonouiez stimmen. « Abg. Panlratz: Die Erfolge der gelroffentn ' Verfügungen bestehen darin, daß die Kreditanstalten überhaupt zu Gtaudc kamen. Das wurde auch von der Regierung gezeigt, er (Redner) habe uur neben, bei noch die mit den Anstalten vcrbnudcneu Vortheile hervorgehoben. Dic Rcgieruug louute die Grüude nud Erfolge nicht dem nächsten RcichSralhe darlegen, wcil es zu den Erfolgen gehört, daß die Anstalten iu'S Lcbcn treten uud weil dieses abgewartet werden müßte, um von Erfolgen sprechen zu können. Wenn selbst zweifelhaft wäre, ob der von der Regierung. Feuilleton. Tag in türkischer Gefangenschaft. Reisestizze von F. Kani h. (Schluß.) IV. Vor drm Medschlis. Der nächste Ntorgcn traf mich mit der Skizzi« rung dcs musterhaft im arabischen Style geschnitzten Getäfels meines Schlafgcmachö beschäftigt, als Herr Iooanovic mit verstörter Miene hereinstürzte und mir antündctc — ich traute meinen Ohren kaum — daß der türkische Stadtthcil in vollster Aufregung sei, und allgemein uufcre Vernehmung vor dem großen Medschlis (Stadlrath) gefordert werde. Die hartköpfigen Bosnialcn ließen es sich mm einmal nicht nehmen, daß ich ein „Uu5ks»v in^inir'' sei, und der Mudir mußte sich gegen seine bessere Ucbcrzcuguug in daS ungestüme Verlangen dcS Mcdschlis fügen. Bcsfcr als die Feder hätten einige flüchtige Crayon-striche das Bild der echt orientalischen Szene wiedergegeben, welche sich bald vor mir in Form eineS türkischen Gerichts abspielte. Der Moment war jedoch Zn crnst, ich durste cS nicht wagen, dcn Stift zu ziehen, und meinem Skizzcnbuchc gingen die merkwürdigen Physiognomien der fünfzehn Glieder dcS hohen Rathes von Zuorni! verloren, die sich auf dcn nie-deren, an drri Wcmdscitcn dcS Zimmers herumlaufenden Bänken niedergelassen hatten. In dcr rechten Ecke des SaalcS faß dcr Mudir,! ihm zur Linken dcr Trupftenlommandant und Major Ibrahim Bey. Rechts von dem Mndir stand eine bemalte Truhe, wie sie zu Kronstadt in Siebenbürgen zu Tansenden für die Türkei augefcrtigt werden; sit enthielt daS Stadt-Archiv. Kavasscn eilten ab nud zu, scrvirten als Präludium dcu Medschliö-Mitgliedern Tschibuls und Kaffee. Der unausweichliche Tabak rauchte sich sehr gut, der Moktatraut war aromatisch uud stark. Beide Artikel mögcu wohl iu Rubrik „verschiedene Ausgabeu" des Stadlbudgets von Zvoruil — wcutt au ein geordnetes Budget in türkischen Städten überhaupt gedacht werden kann — in ganz respektabler Summe figurircn. Sali Effcndi, dcr Sekretär, Holle indessen aus dem geschilderten Archive einige vergilbte Stücke dcS Korans hervor, welcher das türkische, noch hcntc geltende Recht, oder richtiger Unrecht, enthält, nach wcl-chcm die christliche Bevölkerung behandelt wird, dann einige weiße schmale Papicrstrcife und Schreibmaterialien. Mir, nicht aber meinem Begleiter, wurde ein Sessel angeboten, und uach ciuigcn Fragen allgemeiner Natur kamen nun lvjcdcr meine „vielgeprüften Papiere" an die Ncihc. Abermals, wahrscheinlich dem ihn bezahlenden Mcdschlis zuliebe, betrachtete Sali Effcndi die goldstaubblintcudcn arabischen Schriftzüge des Vuiruldis mit cincr Sorgfalt, als hätte er sie am Tage zuvor gar nicht gesehen, laS das Schriftstück dcr hohen Versammlung vor und lopirtc ei«. Während dieses Prozesses saßen die Glieder dcS hol>u RathcS iu den verschiedensten malerischen Stellungen da, die Einen mit dumm.ernster Miene, blaue, sich ringelnde Ranchwollcn vor sich hinblascnd, Andere argwöhnische Blicke nach mir werfend, Alle aber zeitweise einzeln und im Ehorc den armen Iovauovic mit ciuer Fluth von Vorwürfen überhäufend. Alle Entschuldigungen des Vetztern, daß er doch so oft anstandslos über Mali.Zvornil gekommen wäre, wurden paralyfirt dnrch dcn Einwand, daß er damals in amtlicher Eigenschaft und allein, diesmal aber uN-angctündct und in Begleitnng eines Fremden gckom> men sei, von dem man, aller Legitimationen nugc-achtet, doch nicht wissen könne, ob er nicht ein „M»xl«,v in^imi-" wäre. ES schien mir, als wollten sie ^ dem „serbischen" Beamten so recht fühlen lassen, dah hier seine fürstliche Uniform, sein Säbel ihn nichl schütze, daß er im Grunde doch nur ein rebellischer „Rajah" dcS Großhcrrn sei. Sali Esfcndi hatte endlich seine Eopic vollends Es erfolgte nun eine stürmische Debatte über dcn i" fällenden Spruch, während welcher mein, dcr lürli-schcn Sprache vollkommen mächtiger Begleiter "" l^aal verlassen mußte. Augenscheinlich hatte" die leidcuschaftlich erregten Bosnialcn über die zur Mäßigung rathenden Osmanlis dcn Sieg errunge"- DaS Urtheil laulctc: Iovauovic sollte bis zum Eintreffen dcr Weisungen dcS Paschas von Scrajco" in Zvoruil, iusernirl bleiben, ich aber direkt über Srcbrnis, pM serbischen Boden zu berühren, nach ^cstcmich zurück« lehren. Sollte nicht mein Reiseplan völlig zerstört, mein Begleiter seinen mir erwiesenen Freundschaftsdienst mit Verlust an Zeit nnd vielleicht auch an Ehre büßen, so galt es nnn im entscheidenden Augcublickc, mit vollster Energie für uns beide einzutreten. So cr< 569 beobachtete Vorgang ganz korrekt war, so sollte daS Haus doch mit seinen Resolutionen ökonomisch, mit seinen Kritiken mäßig zu Werte gehen. Je sicherer und unzweifelhafter sich daS Hans auf dein Boden des positiven RcchtcS stelle, desto wirksamer werden dcsscn Resolutionen, wenn es aber mit diesen nicht mit der gehörigen Ockonomic zu Werte gehe, nützen es feine Resolutionen ab und sie verlieren allen Werth. Alls diesen Rücksichten empfehle er die Ablchnnng der vom Ansschnß beantragten Rcsolntion. Ueber Antrag deö Abg. Stnmmcr wird die Debatte geschlossen. Abg. Herbst: Der Antrag Pankratz cmpsehlc Oekonomic ill dcn 3lcsolntionen, habe aber selbst den Antrag auf Eilassnng einer solchen gestellt, daß Nc< solnlioncn, wclchc nichts aussprcchcn als unbedingte Zuslimmnng, Oesterreich uicht zum Heile gereichen, dafür habe eine in den jüngsten Tagen eingebrachte Vorlage einen kaum anfechtbaren Beweis geliefert. Wenn gesagt wurde, daß die Regierung die Gründe nnd Erfolge nicht dem nächsten NeichSrathe vorlegen müßte, weil sie den Erfolg, d. h. das Inslcvculrctcu der Anstalten abwarten mußte, so würde sich daraus die Konsequenz ergeben, daß Gründe nnd Erfolge einer Maßregel, wclchc leinen Erfolg hatten, nicht dargelegt zu werden branchcn. Wenn übrigens die Maßregel cmch leinen Erfolg hatte, so müßte doch wenigstens sie Gründe haben, nnd diese darzulegen, sei Sache des Ministeriums gewesen. Bei der Abstimmung bleibt der Antrag Panlratz in der Minorität, und wird dic vom AnSschnssc vorgeschlagene Rcsolutiuu mit Majorität angenommen. Dcr Alltrag Simonowkz bleibt in der Minorität. P räsidcnt macht dem Hausc die Mittheilung, daß dcr Leiter dcs Handelsministeriums mittelst Zn> schrist vom 20. d. M. einen Gesetzentwurf, betreffend die Bedingungen nnd Zugeständnisse für dic Uütcr-nchmnng dcr Eisenbahn von Wicn übcr Pilsen nach Egcr mit einer Zweigbahn von Wittingan übcr Tabor uach Prag sammt ciuer Dcnlschrift vorgelegt habc. (Bravo? Bravo!) ^iächstcr Ocgcustaud dcr Tagcsorduung ist dcr Bericht des Ausschusses übcr dic gciuäß § 13 cingc-brachte Regierungsvorlage, enthaltend dic Darlegung der Gründe und Erfolge dcr tais. Vcrordunng vom 21. März 1864 über Einsetzung von Priscngcrichtcn und das Verfahren bei denselben. Abg. Eouti erstattet im Namen dcr Majorität des Ausschusses den Bericht. Derselbe theilt dem Hausc dic vou dcr Majorität und Minorität des Ausschusses acstelltcu Anträge mit. Dic Majurittit dcö Allsschusscö bcautraat: 1. DaS hohe Hauö wolle dic Grnude uud Er-folgc dcr gemäß dcs' t^ 13 des kaiserlichen Patentes vom 20. Fcdruar 1801 erlassenen kaiserlichen Verordnung vom 21. März 1804, Nr. 31 dcs R. gestellten Antrag dcr Minorität zurück Bci dcr Abstimmung wird dcr xud a von der Minorität gestellte Antrag angenommen. Dcr Ausschuß bcautragt ferner: „II. DaS Abgeordnetenhaus spreche dcu Wunsch aus, die kaiserliche Regierung wolle die Verfassung eines dcr Ansdehnnng dcS österreichischen maritimen Verkehrs entsprechenden ausführlichen SccrcchtSgcsctzeS. und cineö dcr Idee eines Rechtsstaates und dcn so« zialcn Anfordcrnngcn Rechnung tragenden Gesetzes übcr Ersatz dcS KriegsschadcnS veranlassen uud hierüber die Vorlage an dcu Rcichsrath zur verfassungsmäßige« Behandlung einbringen." Dicscr Antrag wird, nachdem Marincminister Freiherr v. Bnrgcr mitgetheilt hat, daß sich in dicscr Richtung Vorarbeiten im Znge befinden, vom Hausc angenommen uud hierauf dic Sitzung geschlossen. Schlnß dcr Sitznng 2 Uhr und 30 Minuten. Nächste Sitznng morgen. Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen, eventuell Bericht dcS Finanzansschnsses übcr dcn Gesetzentwurf betreffend dic Tilgung der Bankschuld uud die Bedeckung dcr Staatsbedürfuisse iu dcn Jahren 1865 und 1806. 81. Sitzung >cs Abgeordnetenhauses vom 21. Juni. Auf der Ministerbaul: Schmerling, Pleuel Hcin, Burger, Frauk. Präsident Rillcr v. Hasner eröffnet um 10 Uhr 45 Min. die Sitzung. Gegenstand dcr Tagesordnung ist dcr Bericht über die von dcr StaatSschulden-Kontrolc-Kommission um 15. Jänner, 25. Februar und 10. März 1865, abgrstaltetcll Berichte. Abg. Breftl rcfcrirt.- Dcr Ausschuß schließt sich dcn meisten der Anträae dcr Kontrolc-Kommission an, sieht sich jedoch aus Anlaß dcs SilbcranlchenS be-müssigt, darauf aufmerksam zu machcu, daß die Kon« trole» Kommission bei Berechnung dcr Obligationen, wclchc in Folge des 2804 bewilligten Kredites auS« zufcrtigen waren, dcn bci Vcgcbnng der 23^ Mill, au das Konsortium erzielten KnrS vou 77'/,<."/<, in effektivem Silber zu Grunde gelegt habe, ohne auf das Agio Rücksicht zu uehmcn, woonrch thalsächlich eine Ucbcrschrcitung dcs bewilligten Kredites nm dcn vollen Bctrag dcS Silbcragios, d. i. um 4 Millio-ncn stattgefunden habe, ein Vorgang, welchem der Ausschuß uicht zustimmen kann. Der Ausschuß stellt klärte ich denn, daß ich nur mit meinem Begleiter lusammcu Zvornik verlassen würde, nnd weiter, daß ich dnrch "dcu in Serajcvo rcsidircndcn ,,»i(!M(N" Konsul beim Pascha übcr die Nicht.Rcspcktirung dcS BnirnldlS Klage führcu und für jede weitere Stnndc, die wir in Zuornik zurückgehalten würden, eine angemessene EntMdignilgöslllmnc verlangen werde. „Es wäre am besten", setzte ich hinzu, dabei die Uhr ziehend, nm dcn Eindrnck meincr Drohung zu verstärken, „wenn das hohc McdsclM nnS ohne Verzug unbehindert zichcn lassen würde." Unterstützt uou dcm mir wohlwollenden, vielleicht auch dcn Konflikt mit dcm einflußreichen „mmu1^8 Vou" auS vollster Herzenslicfc zn. Die Rndcr tauchten in die klare, yriinc Fluth dcr Drina. Eine Wendung des Flusses entzog uns bald den Anblick von Stadt und Vcslc, in der ich die Gastfreundschaft dcr MoSlimS, aber auch andererseits die Unduldsamkeit und dcn Fanatismus der Boönialcn znr Genüge kennen gelernt hatte. Vorbei! Mit Freudcnschüsscn begrüßte dic alarmirlc Besatzung dcr serbischen Karaula Radalj mcinc glückliche Rückkehr. Mit Bangigkeit liatlc sic dic Nachricht von dcm Ausgauge unseres Abenteuers erwartet. 55V folgende Anträge: Ein hohes Haus wolle beschließen: Das hohe k. k. Finanzministerium wird aufgefordert: 1. zu rechtfertigen, warum es die durch daS Finanzgesetz vom Jahre 1804 vorgeschriebene Vcräu< ßcrung der mit Dcpotschuldcn belasteten Kredilöcffeklcu thcilwcisc unterlasscn habe; 2. eine rechtfertigcndc Aufklärung zu geben, warum die durch das Gesetz angeordnete Einziehung von 20 Millionen Gulden Hypothckaranmcisuugcu nicht wenigstens thcilwcisc erfolgt sci; 3. die untcrlasscuc Benützung der in dem Finanz» gcsetzc vom 29. Februar 1864 der Fiuauzvcrwaltuug behufs der Berichtigung der an die Natioualbanl zn leisteudcu Zahlnugcu zu Gebote gcstclltcu Mitlcl zu rechtfertigen und das zum Zwecke der Zahlung der am 14. Februar d. I. fällig gewordcncu Quote der StaatSgülcrschnld an die Natioualbauk abgeschlossene Vorschußgcfchäft dem 9ieichsrathe zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzulegen; 4. der Staat^Muloeu-Koutrolc-Komlnissiün cincu Nachweis über die Summe der bereits vcrtauftcu Obligationen des Silbcranleheus nnd den dadurch erzielten Erlös, ferner über den Betrag, um welchen der noch unverkaufte Nest dieser Obligationen vcr« pfändet ist, zu liefern, so wie ihr in Hinkunft alle etwa stattfiudcndeu Vcräudcruugcu vou Fall zu Fall bekannt zu geben; 5. ferner übcrhanpt in Hinkunft der Staatsschulden .Kontrolc» Kommission alle jcue Mitthciluugcn, welche dieselbe zur Ausübung der ihr gesetzlich zustehenden Kontrolc bcnöthigt, allsoglcich und vollständig zukommen zu lassen. Diese Anträge gelangen abgesondert zur Vcr» handlnng nnd werden ohne Debatte angenommen; nur vor der Abstimmung über Antrag 2 ergreift Finanzministcr v. Plcncr daS Wort: Die vorliegenden Antägc umfassen Punkte, welche schon größtcuthcils aus Anlaß früherer Berichte der Kontrollkommission in Verhandlung gclangt sind. Indem er sich auf daS bereits damals Gesagte beziehe, bemerke cr nnr noch, daß er die näheren Ausciuaildcr« sctzungcu über die bereits bcsprochcucu und ucu hiu-zugetrctcucn Punkte sich für jcncu Zeitpunkt uorvc^ halte, wo die Beschlüsse beider Häuser dahiu vorliegen werden, daß der Fiuanzministcr die betreffende Rcchtfcrtignug zu liefern habe. Was die Auffordo rung, gewisse Mitthciluugcu zu machen, betreffe, er« kläre er, daß cr von jchcr bereit war und cs auch fortau sein werde, jene Nachwcisuugcu ununterbrochen und ohne Aufcuthalt der Kontrolckommissiou zn liefern, welche den bestehenden Gesetzen cutsprcchcu und in dieser Richtung soweit zu gchcu, bis cr an jcnc Grenze komiucn würde, welche dann cintrctcn werde, daß an die gelieferten Nachwcisuugcn Folgerungen geknüpft würden, dic mit dem Staatögruudgc-sctzc und dem organischen Gesetze über die Wirksamkeit der Kontroletommission nicht vereinbar wären. Uebrigens müsse cr bemerken, daß manche Differenzen zwischen dcm Finanzministcrinm und der Kontrolc-kommissiou hätten vermieden wcrdcu köuucn, wenn die Art uud Weise des vou der Koutrolekommissiou angcschlagcucu Tones eine mildere gcwcscu wäre. Abg. Herbst muß diesen der Koutrolckommis-sion gemachten Vorwurf zurückweisen. Die Koutrol» kominission habe stctö jcucu Tun cinzuhaltcu gewußt, den sie dcu verantwortlichen Räthen der Krone schuldig gcwescn sci; daß sie mit allcm Ernste uud Nachdruck darauf gedrungen habe, daß nichts verschwiegen werde, was doch endlich aus Tageslicht kommcu müßte, werde man ihr nicht zum Vorwurfe machen wollen. (Schluß folgt.) Oesterreich. Tvien, 20. Juni. Wie man vernimmt, wird das h. l. siebcnbürgischc Gnbcrnimn seine Wirksamkeit als dritte Gcrichtsinstanz mit Ende dieses Monats schließen und der siebcnbürgischc Oberste Gerichts« Hof in Wien seine Amtswirtsamkcit am 15. Juli d. I. beginnen. — 21. Iuui. Der ZollanSschnß hat in seiner gestrigen Sitzung den Beschluß gefaßt, die Bcrathuug iibcr den allgemeinen Zolltarif wegen des nahenden Schlusses dcs ReichSrathcs nicht mehr in Angriff zn nehmen, uud hicvou das Plcuum dcs Abgeordnetenhauses zu verständigen. Ferner wurde uoch bcschlos' sen, die Regierung aufzufordern, das Gutachten Sachverständiger einzuholen und dieses dcm Reichsrathc bei Beginn der nächsten Session vorzulegen. Zum Berichterstatter wurde Abg. Dr. Bicstl gewählt. Aus -Assram, 18. Juni, schreibt man der „Pr.": Gestern ist der Professor Mcsic, Mitglied dcs Unter« i'ichtsraths hier, telegraphisch nach Wien berufen worden und auch sogleich dahin abgereist, um bezüglich der Vorlagen des letzten Landtages in Betreff der Umvcrsitätsfrllgc uud der in Agram zu begründenden „südslavischen Akademie" mit unserer Hofkanzlci und wohl auch mit dcm Uuterrichtsrath zu koufcrircu. Was die erstere Frage, nämlich die vom letzten Landtage betriebene Errichtung einer Universität iu Agram, anbetrifft, so dürfte sich allcu Anzeichen nach daö iu dic-scr Bezichuug zu crwartcudc Zugcstäuduiß wohl auf die Errichtung einiger Lchrstühlc für Geschichte uud Philologie, dauu die Kompletiruug der juridischen Fakultät, uud allenfalls die Begründung eincr Veterinär- uud einer Hcbammeuschnlc beschränken. Die „Akademie", eine vom Bischof Stroßmayer augcrcgtc Stiftuug zur Pflege zumeist dcr praktischen uud cxac-tcu scicutivischcu Fächer, deren Statnttuuorlagc von Sr. Majestät vor uicr Jahren im Priuzipe gutgeheißen wurde, hat vorderhand wenig Aussicht, ius Leben gcrnfcn zu wcrdcu. Uusland. London, 19. Iuui (Nachts.) I» dcr heutigen Sitznng dcs UutcrhlUlscs erklärte Mr. L^iyard: Dcr Handclsucrtrag uiit dem Zollverein werde hoffentlich in wenigen Tugcu ralifizirt sein; dcr Vertrag enthalte tciucu Tarif. Mal- und ProvinM-Nachrichlen. itaibach, 23. Juni. Heule hat Herr Eimadori aus Trieft die ersten Comfortables hier aufgestellt. Dieselben sind geschmackvoll uud elegant. Wir wollen nur wünschen, daß sich daS Unternehmen rcutircu möge. — Die italienische, Opcrngcscllschaft ist gestern von Agram hicr eingetroffen nnd wird morgen bereits die erste Vorstellung stattfinden. — Am 19. Inli hält die hiesige Bamuwoll-Spiunerci- uud Wcbcrci>Gcscllschaft ciuc Gcncralucr--sammlung zu Behuf dcr Neuwahl eines Direktors ab. — Gestern kam, von Gcudarmcn cSkortirt ciu Zug uou Zigcnucru beim Bczirköamtc Umgcbilug Laibach au, die 5 Wagen mit llcincn gut gchallcneu Pfcrdcu bcspaunt, mit sich führteu. Sie wurdcu weiter cslortirt. — Das socbcn crschicucnc 9. nnd ^0. Hcst dcr „Mittheilungen dcr juristischen Gesellschaft in Laibach" enthält folgende wissenschaftliche Vortrage: Straf' rcchtsfall als ciu Beitrag zur Lehre vom Verbrechen dcr schweren körperlichen Bcschädignug. Vom Hcrru l. l. Slaalöauwaltc Dr. Ernst Edlcu v. Lchmaun. Zwei Stimmen mlö Kraill über dic Aufhcbmig dcr Foltcr (1.774.) Vom Hcrru t. t. Fiuauz.Kouzipistcn August Dimitz. Das Lundschranucngcricht in Laibach. Eine rcchtShistorischc Skizze. Voin Herrn Anglist Diiuitz. Dic Ilislizl)crwaltnng iu Illylicu, zunächst iu Krain, während dcr Napolcon'schcn Regierung. Vom Hcrrn k. t. Obcraiuts-Dircltor Dr. Heinrich Costa. Eini« gcS über Zwciguicdcrlassuugcu der Haudclslculc. Vom Herrn k. l. Landcögcrichls-Rathe Johann Pelritsch. Dcr übrige Inhalt bcstcht aus 'Nachrichtcn, dic Gesellschaft betreffend, dann auS Protolollcu, Berichten uud Literatur. ?? Steiu, 20. Juni. Bei freundlichem, war« men Sonnenschein schreibe ich Ihnen wieder, nachdem wir vor Kältc halb schon erstarrt waren. Die vielen Sommergäste müssen herzlich gefroren haben, wenn sie nicht mit Winterkleidern versorgt warcn; dazu Gc-wittcr, Hagcl mit Schlosscn vou dcr Größe llciucr Kirschen, frischer tüchtiger Schncc auf dcu Alpcu, wohl ctwaö zu sommcrfrifch c Tage! Zum Glück hat bei uns dcr Hagcl nur unbcdcutcudcu Schadcu ge< stiftet, uud iu uüchstcr Nähe, besonders aber im Tu« chcincrthalc, stehen die Fcldfrüchlc gut, während in den vom Gebirge entfernteren Theilen des Bezirkes die frühere Trockenheit ziemlich uachlhcilig ciugcwirkt hat. Im Tuchcincrthale hat nur in vergangener Woche der Reif etwas geschadet. Das Feuer, welches uns bedroht hat, wird uns vielleicht auch einen Nutzcu bringen. Die hiesige Bc-zirksbchörde nahm daran Anlaß, auf frühcrc Anord-nuugcu, bezüglich dcr Organisirnng dcs Löschdicnstcs rückgrcifeud, dcr Gemeinde eine zweckmäßige Einrich« lung desselben, in detaillirtcr Weise aufzutragen, und cs wird jetzt nur von dcm Eifer dcr Stadlucrwal» lung abhängen, durch energische Durchführung dieser Anordnungen sich ciuc geübte Löschmanuschaft zu vcr-schaffcu, um bci ähnlichen, Unglücke erfolgreichen Wi« Verstand dcm gcfrässigcn Elemente zu bieten. Auch dürften nach uud nach einige schon stationär gewordene Schindeldächer verschwinden, welche dic Stadt wenig zierten. Nährend wir nnS gegen das Feuer wehrhaft zu machen suchen, hat man iu nächster Nähe ein gewaltiges FeucrungSmittel gefnudcn: Kohle. In dcr Gemeinde Obcrfcld bei Stciu fand man uahc am Neul« flussc ciu Steinkohlenlager jüngerer Formation, daS anch schon lebhafte Hoffnungen — von Vornherein vielleicht zu begeisterte — in einigen Kreisen hicror-ligcr Einwohner erweckte. Die Kohle ist da, darau ist nicht zu zweifeln — waS aber die Ausgiebigkeit deS Lagers betrifft, darüber bestehen bci Sachlnndi« gen noch mannigfache Zweifel. Indessen werden rüstig die Vorarbeiten unternommen — mögen die Versuche, die immerhin einiges Geld kosten werden, nicht zu sehr enttäuscht wcrdcu. Eiu anderes Suchcu scheint gut gelohnt worden zu scin. Es ist eine altc Geschichte, für uus Steiner, vor deren Augen sich beinahe die Sache zntrng, ist sie abcr ncn. Ein Schatz soll gehoben worden sciu, ein wirtlicher, mctallcncr — stlbcrucr und goldener Schatz — Lcidcr verschwand cr nus, chc wir davon wuß< tcu, uud ist für unS nur mchr zu ciuem Zeitung«-Artikel zu gebrauche». Die Mexikaner sollen zur Zeit ihrer Kasernirnng im Kloster Münkcndorf — wahrscheinlich im Feuereifer, sich iu Forschungsreisen nach Gold- und Silbcrgrnbcn einzuüben — in eine verschlossene Gruft gerathen sciu, uud dort bci eiucm Grüudcr dcs Klosters sehr viel Gold- und Silber-münzen gcfundcu haben. Hierauf mag sich vielleicht die Erwähnnng dcs Hcrrn OberamtS«Dircltors Dr. Eosta iili historischen Vereine über uutikc Fundc in Stcin bezogen haben. (Nein! D. N.) Die Mexikaner wußten aber ihr Geheimniß gut zu wahren; wir erfuhren nicht einmal ctwas, als ein Paar Herren von Triest vor Abreise dcr letzten mexikanischen Soldaten die Gruft aufsuchten; erst wie der letzte Transport die vaterländischen Ufer verlassen hatte, fing das Gerücht zu lispeln, zu murmeln, lant zu tönen au. uud nutcr-ließ auch natürlich nicht, mit fantastischer Ucberschwäng-lichkcit dieses Stückchen finanzieller Romantik anszu-schmücken. Seitdem aber aus „Mexiko" wieder unser altes illoslcr „Münteudorf" wurde, siud die Gold-und Silbcradcrn dort wieder versiegt. Freilich, waS dcr Romantik leuchtendes Auge erschaut — sieht uuscr ttübcr Philislcrblick uimmcrmchr. Viöchtcn wir wcnigstcilS statt Gold- nnd Silbcr-münzcu die entdeckte Kohle reichlich finden. Wahrlich im Kurzen würdcn wir sie dringend branchcu. Dcnu daS Holz schwindet von dcu Bergen, als rissen cs Lawinenstürze nieder — uud was dann? Um daS fragt freilich dcr Bauer so wenig wie dcr Spekulant. Dic Kohlc würde uns anch sicherer die Eisenbahn-ucrbiiidnuq mit Laibach verschaffen, als unser schwill« dcndcs Holz und — die lebhafte Phantasie so Mancher, dic schou iu wcuigcn Jahren sich mit dcm Eiscn-strangc an Laibach geschlossen sehen, dic schon die wichtigsten Haudclsspckulationcn ersinnen, mn auf geflügeltem Drahte mit ihnen ferne HandclSstiidle an daö klcilic Stcm zn ketten. Schütt wäre ts! UNd wahrlich fiiv Stcin ein reicher Gewinn. Ehre und Lob den Strebenden — aber für jctzl ist cs doch nnr ein Stückchen Romantik. Ja hätte mau seinerzeit alle Kräfte angestrengt, von Eilli nach Laibach dic Bahn durch das Tnchcincrlhal zu lenken, so hätten dcm Staate Millionen erspart und ein prächtiges Land ncbcn seinem auSgicbigcn Fcldban dcr Industrie erschlossen werden tömicn. Doch Vorüber — komml scltcu wieder. Wiener Nachrichten. Wien, 22. Juni. Se. Majcstät dcr Kaiser Ferdinand haben dcm Vcrcinc zur Unterstützung dcr Witwen nnd Waisen dcr Gymnasial« und Realschullchrcr in Prag . cincn Beitrag von 500 fl. huldreichst zu spenden ^ geruht. - - Prof. Skoda spricht sich gegen dic Existenz dcr Meningitis (Gcnickkrampf) ans, und glaubt, daß bci den angeblich vorgekommenen Fällen eine Bcr-wcchsluug mit Typhus stattgefunden habe. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Krems, 2l. Illui. Imbach bei Krems ganz» lich abgebrannt; zwei Turner todt, drei schwer verwundet. München, 21. Juni. Die Abgeordnetenkammer hat dcn Gesetzentwurf, betreffend den Militärlrc-dit, einstimmig angenommen nnd einen Antrag auf Revision dcr Bundcömatrilcl beigefügt. Dcr Antrag auf Entfernung dcr Bundcsgarnisou in Frankfurt wurde abgelehnt. Florenz, 21. Juni. Dic Unterhandlungen Vcgczzi's sind abgebrochen, Vegezzi ist zurückgekehrt. PariS, 22. Juni. Dcr hcnlige „Monitcur" meldet aus Madrid, das Kabinct Naruacz hat scine Dcmissiou gegeben, Odoncll ist mit dcr Neubildutts eincs Kabincts beauftragt. New.Avrk, io. I„„i (Abends). Die ^",p-pen dcr Union haben ArownSvillc bcsctzt. D«e «orts im Sabincpaß habcn sich crgcbcn; dic Uebergabc Gal-vcstonS wird erwartet. _____ Aorrchwndenz der ^dminijlrnUlin. Wir erhielten unter Heutigem von NenslMl einen PrünumcratioiMetrag pr/ 7 st. 50 lr. ohne Angabe der Adresse, und ersuchen dcn unbclannten Einsender obmcn Vctraqcs um Aclannlgabe derselben. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag vou Issnaz v. Kleinnlayr st Fedor Vamberss in Laibach. Hiezu ein Vogen Amts- und Illtelligeuzblatt.