Nr. 192 Prl!numcra»lon»pl«!»: Im Ll,»pto. h,lb>. ft, ?'5>n. Donnerstag, 23. August. Inltlti»»«gel»i!hl! Fül Ne-ltuna gebrachten Kaltwasser-Heil verfahren, eine neue Bahn. DaS primuivt Heilverfahren w Gräfenberg gewann bald viel,eilige Beachtung. Leute nu« allen Gescllschafloschlchlen, au« allen Ländern beider vemlsphüren kamen zu Prießnitz und lernten von ihm «a.urgemäßes Leben, «uch die Wissenschaft beachtete die» '"Heilverfahren, indem auf größern medizinischen Fa> Stuten Lehrkanzeln für Hydrotherapie errichtet wurden. ^° bocierl z. B. in Wien der kals. Rath Professor "r. Wlnlernltz. An manchen von der Natur dazu vor« 5 «s «"ignet befundenen Orten wurden Kallwasser-vmanstalttn errichtet, wie z. V. in Radegund. Der ^'""me Radegunds. daS steierische Grüfenbe^. lst des. N b^ Empfehlung. Auch wer den herrlichen Wald grasender«« und die vielen frischen Quellen in dem. evens" ^' "^ das klimatisch und topographisch w''°/usgezeichnele Radegund llel, gewinnen, besonders «u,n ^, ?^" Waldwegen am Berge Schocket auch einen V«n ^betrunl findet. Beachtet er die guten Elnrlch. tungen des trefflich geleiteten Kurortes, bann wlrb er Radegund die neue verbesserte Auflagt Gläfcnbergs ncn. nen dürfen. Wol muß man die Verdächtigung der Re« clame über sich ergehen lassen, wenn man die Vorzüge Radegunds erwähnt. Doch ungescheut soll die vielseitig ausgesprochene Ueberzeugung durch das weithin oer» nehmbare Sprachrohr des Journals ausgerufen werden: Radegund besitzt den ausgezeichneten Arzt Dr. Gustav Novy, der die Kuranstalt musterhaft dirigiert. Novy erforscht dit Leiden sciner Patienten, findet da« richtige Heilverfahren und leitet dieses und die ganze Kuranstalt exact. DaS Kurverfahrcn wirb von Kur. dienern besorgt, welche die ihnen vorgeschriebene Ordination ihres Gebieters aufmerlsam besorgen. Ist z. B. 5 Uhr morgens das «rsle Kuroerfahren vorgeschrieben, dann erscheint der Vadedienec präcise 4 Uhr 60 Minu. ten und ladet seinen Hydrodulen zu baden ein, da weicht er keinem Bitten und steilschen, auch nicht um nur eine Viertelstunde Ruhe. Der Kurgast, welcher vielleicht unter dem Pan'offel seiner Frau steht, wird jetzt erkennen, daß dieser Pantoffel lcichter zu ertragen ist, als der Rohschnh seines Badedleoers. Unter den Vadewärlern RadegundS ist ein Diener mit 42 Dienstjahren, eln un. mittelbarer Schüler des großen Prießnitz. Hat der Kur. gast das Morgenbad verwunden, dann treibt ihn Luft» Hunger und leichtes Frösteln in den Wald. Hier weckt herrlicher Fichtenbalsam bald seine Lebensgeister. Findet der „Kurläufer" einen Kollegen, dann besucht er m»l ihm noch einige Quellen, eilt dann um 7 Uhr zu seinem Milchglase und labt sich noch schließlich an den täglich reichlich und billig angebotenen Erdbeeren. Nach dem Frühstücke findet man Muße zu Briefschulden und Lec. türe, was beides gewohnlich lm Freien pralliciert wird. Um 11 Uhr folgt gewöhnlich das zweiie Kurverfahren. Nach lurgereclilem, neuerlichem Gehen, oft barfuß auf sonnendurchwürmiem Sandboden, findet der Palicm dann noch Zeit zum Einholen einer Ordination behufs allfällig nothwendig gewordenen neuen KuroerfahrenS. Den lur» freien Sonntag verwenden viele Kurgäste zum Ersteigen des 4550 Fuß hohen Berges Schöckel, wohin auch mit Ochsen bespannlc Fiaker führen. Trotzdem die Kurgäste in Ü4 Häusern vertheilt sind, ruft sie mittags die Glocke an den gcmeinsamcn Tisch, wo sich auch ein Gourmand mit der gewürzlosen eiilsachtn, doch stets yulen Miltaaskost bescheret, veson» ders wenn er sich während der Vormittagsstunden auf der da vielbesuchten Kegelbahn einen ganz respcctablen Hunger erschoben hat. Ordiniert es Novy, onnn bezieht der Patient auch gehorsam den Tisch der Vegetarians, wo die kargen Gerichte ihn leicht verleiten lömiten. das Recht der Erstgeburt für ein Linsenmuß zu lassen. Die Sehnsucht nach den Fleischtöpfen der Heimat muß an dem Vegetarianertisch strenge unterdrückt werden, was den am zahlreichsten vertretenen Ungarn, welche sich hier gegen ihre Tischnachbarn aus Eisleilhanien nicht als so eigensinnig erweisen, wie ihre Kollegen bei den Ausgleichs-Verhandlungen, mal.chen Stoßseufzer „ei^ra. lluußulialll N0U S8t, vita" auspreßt. Wer ihr freundliches io il<^«It, zu erwidern weiß, ihr Nationalilälsgcfühl achtet, wird ihnen gern in Nade-gund begegnen. Hütte man die Gesellschaft in Raoeaund zu schichten, so wären nächst den Ungarn zunächst Gäste auS Graz am zahlreichsten, denen sich Bewohner von Wien. Trieft und sonst woher anreihen. Die Kursscscll' schaft bestand an. 1. Juli aus,85 Tage hat die Sommersaison ihre formelle Vls'yestreb:en Zweck sich stet« als unzulänglich erwiesen hulmi. Auf Grund dieser Erfahrung sammelte diesmal ISuet Pascha eine größere Truppe^zahl, darunter 4000 Reguläre mit mehreren Geschützen. ISmel Pascha an der Spitze einer Abtheilung von Eelel'ic' bei Liono. Gendarmerit'Oberst Halil Bey und Hassan Bey. Oarnisonslommandant vo-> Bihac', a» der Töle einer anderen Abtheilung Gendarmerie und regulären Militärs, von Unter, und Obcrunac bei Vihac', rückten vorige Woche aeaen Crni Potol. Am 2. August erreichte Ismet Pascha Tislooac und h'elt allda Rast; an, 3. vereinigten sich mit ihm Halil und Hassan Bey und am 4. begann der Angriff von dlr Front und der zlanle aus gegen die Verschanzungen der Insurgenten und endete nach 2'/z,stllndiaem Gefechte mit der ooU» ständigen Niederlage und Flucht der Insurgenten, von wilchen ein Theil mil Deopulovit sich üoer die öfter» rcichische Grenze nach Dicnooac wand'e. Am Gefechte haben 3000 Insurgenten sich bclheiligt. und waien ihre Perschanzungen für die Vertheidigung sehr vorlheUhast angelegt. Der erste Anprall der Türken wurde abgeschlagen. Die in die Schanzen cingcdrungenen Türken wurden sämmtlich niedergemacht. Man lämpslc Mami grgrn Mann. Brust an Brust, und gegen 10 Uhr drdrcklen zahlreiche Leichen den Kampfplatz, Nach einer halbstündigen Rast erneuerten die Türken den Angriff, der aber abermals fehlschlug. Es schien, als ob die Insurgenten als Sieger aus dem blutigen Kampfe hervorgehen sollten. Plötzlich erschienen 2000 Rediss ,m Rückm der feindlichen Verschllnzungen und gaben den Ausschlag. In Front und Rücken angr^riffe», zogrn sich die Insur« genten eiligst auf die Unhbhcn zurück und hinterließen auf dem Schlachtfelde über 100 Todte, zwei Kanonen in den Vcrschanzungen, NX)0 Kapsrlgrwehre und Hinterlader, 67 Kisten Munition, eine groß»-, imläüyst von Serbien dahin entsendete Fahne und zwri kleine ^'iatwnlll-ftaggrn, den ganzen Provianloorrath an Lrbrnsmittrln und geistigen Getränken und eine Apotheke. Dieser Sie» hat da? Ansehen Ismel Pascha's unter den bosnischen Mohamebaüern — so wird der „Pol ltorr." aus Serajewo berichtet, — gehoben. Der Vali Mazhar Pascha lst darauf eifersüchtig und will diesen Sieg seiner Energie zugeschrieben wissen, weil er das meiste durch seine energische Ansammlung von Truppen dazu beigetragen haben will. Fall« Vly Pascha auch noch einen Antheil an diesem Erfolge reclam,eren sollte, 1574 wlrd »ol der ganze Gleg allgemein in Abrede gestellt werden müssen, um der zwischen den Pascha's bieserhalb aufleimenden Zwietracht zu begegnen. Die Situation auf dem bulgarischen Kriegsschauplätze. Die seit einigen Wochen eingetretene Kriegspause scheint ihrem Ende nahe zu sein. Die türkische Kriegsleitung scheint zur Einsicht gekommen zu sein, daß es an der Zeit sei, kräftiger zu operieren und offensiv gegen die russische Aufstellung vorzugehen. Die Offensiotraft der türkischen Armee ist zwar noch immer keine besonders starke; immerhin ist dieselbe aber, der äußerst exponierten Aufstellung der Russen gegenüber, bedeutend genug geworden, um die russische Kriegsleitung zu einem vorsichtigen Vorgehen zu bestimmen. Dadurch wird auch die defensive Haltung der verschiedenen russischen Corps und die seit einigen Tagen beginnende Rührigkeit in der türtischen Armee erklärt. Wol hat letztere bis jetzt nur tn dem schnellen Vorrücken Suleiman Pascha's nach dem Gefechte von Esti Saghra sich effectiv bemerkbar gemacht. Der Offensiostoß Suleimans verdient umso mehr Beachtung — meint ein gut informierter Bericht« erstatter der „Pol. Korr." in einem Briefe an letztere aus Galaz vom 17. d. M., — als letzterer, nachdem die Russen die transballanischen Stellungen aufgegeben, sich mit starken Abtheilungen nach Osten wendete, den linken Flügel der Armee Mehemed Ali's bildete und die Vorrückung dieses letzteren gegen Tirnowa und die mittlere Iantra ermöglicht hat. Trotz ihrer Wichtigkeit sind die Bewegungen der Armee Suleiman Pascha'S nicht mit der verdienten Aufmerksamkeit verfolgt worden. In einigen Tagen wird diese Armee das ganze Interesse auf sich ziehen, weil sie plötzlich sich als neuer Factor im nordbulgarischen Feldzuge geltend machen wird. Nach der Schlacht von Eeli Saghra erkannte Suleiman sogleich, daß seine Armee zur Abwehr eines russischen Angriffes jenseits des Bal. lans nicht mehr nöthig sei, da die Russen durch die Er-elgnlsse in Nordbulgarien gezwungen waren, sich auf d«n Balkan zurückzuziehen. Er ließ daher nur schwache Ablhei. lungen den Schipta- und Hanliöipässen gegenüber und ließ daS Gros seiner Streitlrafte daS Tundscha-Thal entlang marschieren, besetzte den Sliwnopaß und andere minder wichtige Ballanübergänge und ließ starke Ab» «Heilungen durch diese Pässe über Bcbrowa nach Elena vorrücken. Dadurch wird die russische Stellung in Tir« nowa start bedroht und Mehemed Ml die Möglichkeit geboten, einen Offensiostoß auf die mittlere Ianlra zu machen, ohne auf feiner linken Flanke von Tirnowa auS bedroht zu werden. Im allgemeinen scheint sich die ent» scheidende Action näher am Balkan abspielen zu wollen. Die Operationen gegen Rustschut sind vorläufig sistiert, wenn auch hie und da eine kleine Kanonade von russi. scher Seite entweder von Slobosia oder von der Obser-valionsarm« bei PyrgoS gegen die Forts dieser Festung stattfindet. Die russische Ostarmee wird sich bis zur Vollen, dung deS Aufmarsches der aus Rußland erwarteten Verstärkungen auf die Defensive beschränken. Ein zum 4. russischen Corps gehörendes und zum Corps des Generals Ziunnermann detachiert gewesenes Regiment hat sogar bei Braila die Brücke passiert, um zu seinem HauplcorpS bei Plewna zu stoßen. Dafür soll die 36te Division (7. Corps) die in der Dobrudscha operierende Armee verstärken. General Zimmermann ist in den letz» feit durch die Wahl des Kurcomitös constatiert. In diesem Comits fungieren heuer: als Obmann Baro» Seckendorff, als Sekretär Doktor Oliva und als Ver« gnügungsleiter Oberlicutenant Fibich. Außer den gewöhnlichen Kurpromenaden und Mahl« zelten vereint die Kurgäste eine recht brav spielende Musikkapelle, die nach Tisch im Kurgarten „Geduld" und gegen Abend auf dem Plateau vor dem Speisesaal spielt. Dieses Plateau ist der Kursalon im Freien. Wer das Plateau betritt oder verläßt, grüßt die dort Anwesenden. Viel Zerstreuung finden die meisten Kurgäste im Tombolaspiele, welches Herr Richard M. auS Laibach geschickt zu leiten pflegt. Am 1. Juli abends wurde das erste Kränzchen von tanzlustiger Jugend arrangiert und von zwanzig Paaren sehr animiert getanzt. So ist Radegund auch bereits den Anforderungen, welche man an einen modernen Badeort zu stellen pflegt, gerecht geworden, womit es zugleich erwiesen ist, daß naturgemäßes Leben die modernen Vergnügungen eines Badeortes nicht ausschließt, sondern dieselben nur regelt. Gleichzeitig gelangt man durch einen Rückschluß zur Erkenntnis, daß das natur« gemäße Leben die heutigen Anforderungen der Kultur nicht perhorresciert. Das jeden Stadtbewohner über. kommende Bedürfnis nach Sommerfrische, noch mehr aber daS Kurbedürfnis der in den Pfuhl chronischer Krankheit Gerathenen sollen Radcgund nicht außeracht lassen und ihr Verlangen in den thermo. diätetischen Licht« und Luftbädern am Schückel befriedigen, bleiben doch dieselben im gleichen Oberlandesgerichtssprengel. Wer hier Injectionen von Vertrauen erhalten hat, der möchte wol alle Kurbedürftigen unter den Flügeln un» seres Arztes gesammelt wünschen. Dr. 0. X. ten Tagen auf kurze Zeie nach Bralla und Galatz ge rend die Munitionsmagazine mit Geschossen jeden Ka< libers überfüllt waren. Da zwischen Hassan und Osman Pascha Diffe-renzen bestanden, die schon vom serbischen Kriege her datieren, so schreibt man die übereilte Capitulation den Reibungen der beiden Generale zu. Bekanntlich fiel Nilopolis zwischen 5 und ll Uhr morgens durch einen von der Landseite bewerkstelligten Angriff, denn von der Donau ist die Citadelle uneinnehmbar, und zehn Stunden später erschien Osman Pascha mit 25,000 Mann zum Eutsatze, dcr aber schon zu spät kam. Die vor der Capitulation grüßtentheilS geflohenen Bewohner kamen nach dem Einrücken der Russen nach und nach wieder zurück, aber viele derselben, worunter Greise und zahl» reiche Frauen, wurden von den Russen ergriffen uud als Gefangene nach Rumänien und von dort nach Rußland transportiert. Nach dem Einrücken der Russen herrschte dort an allem Mangel, selbst Wasser fehlte und mußte von der Donau mühsam heraufgeschleppt werden. Heute ist es nicht viel besser, und nur einige speculative Marke-tender verkaufen gegen schweres Geld ihre verdorbene, ungenießbare Ware, finden aber dessenungeachtet doch Abnehmer, da absolut nichts anderes zu haben ist. Die Zerstörung in Nikopolis war, abgerechnet der durch die Beschießung verursachten Schäden, eine analoge zu der anderer Städte. Bei den Truppen, welche rumänischerseitS Nilopoli« beseht halten, grassiert seit einigen Tagen der Typhus und droht große Dimensionen anzunehmen, denn der Krankenstand vermehrt sich von Tag zu Tag. General Daoila, der Chefarzt der rumänischen Armee, kam gestern herüber und erzählte unumwunden, daß seit einer Woche weder Brod noch Fleisch an die Mannschaft verabfolgt wurde und auch das Offizierscorps sich nur ausnahmS weise den besondern Luxus erlauben kann, Essig mit Wasser zu trinken. Infolge dessen ist heule schon die Enlmuthlgung eine allgemeine, bevor die Armee noch den Feind gesehen hat; wie wird eS erst dann werden, wcnn die türkischen Schnellfeuer ihre verheerende Wirkung beginnen? Don Carlos weilt seit der Schlacht bei Plewna hier, um seine Betrachtungen über russische Taktik und Strategie zu machen. DaS seinerzeit oft genannte Dampfschiff „Clotilde", welches von den Russen angelaust wurde, liegt hier vor Anker und ist nahezu ausgebesser', da es bekanntlich unweit Flamunba, durch türkische G^ schösse leck geworden, versank, aber wieder ythoben wurde. Wie weit sich russische Offiziere vergessen lönm" und wie die meisten derselben jeden Tall außeracht lassen, beweist folgende skandalöse Geschichte, die unmittelbar vor der Einnahme von Nilopolis hier abgespielt wurde. Ein hiesiges deutsches Hotel war damals dcr Sammelplatz der russischen und rumänischen Offizin dort hielten sie ihre Gelage ab, die nicht selten mit gemeinen Zänkereien uud öfters sogar mit Raufereien e>" deten, ohne daß dadurch die russische Offizierseh« >'" geringsten alteriert wurde. Eines Tages jedoch erreichte der Skandal seinen Höhepunkt durch das impertinent gemeine Benehmen eines Kavallerie »Offiziers, von dew man, sriner Geburt nach, berechtigt war, mehr Takt z" erwarten. Es war Oberlieutenant Baron Tresorl, ein Neffe des Hofmarschalls Generallieutcnant Gral Adlerberg, der mit noch einigen seiner liebenswert gen Kameraden obiges Lokale betrat, und nachdem er ganze Batterien von Champagnerflaschcn aufmarschlw" ließ, die Gesellschaft aufforderte, die Gläser auf d^n Untergang Ocsterreich'Ungarns und dessen Armcc zu ltttt», wobei er noch seinen Bubenstreichen dadurch dic Krone aufsetzte, daß er sich die beleidigendsten Aeußerungen gcgcn die Person Sr. Majestät des Kaisers von OeslerreN erlaubte. Die rohe Gesellschaft war natürlich gleich dabei, und die anwesenden Rumänen, dic doch sonst w^r 83,voir vivre an den Tag legen als die Russen, schlosst" sich dem Skandale an, der erst bei anbrechenden, Morgen sein Ende erreicht hatte. Ich glaube kaum, daß cs eine Armee gibt, die — außer der russischen — ein dcrar' tiges, jeden Taktes bares Offizicrscorps besitzt. Dic Zzc>" wurde mir durch den hiesigen katholischen Pfarrer t^ zählt, der zufällig anwesend war, als dcr Skandal be> gönnen halte, aber dann mit Indignation das Lolale verließ. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, al>» vom 11. auf den 12. August, griff während eines sl^' inenden Regens Osman Pascha die russische Stillung bei Plewna an und sehte sich vollständig in Besitz del Umgebung Plewna'?. Dcr Kampf währte die g«"^ Nacht, und die Folge davo« ist, daß heule die russ>scht>' Vorposten nur 12 Kilometer von Plewna stehen. Eig"'/' liche Details werde ich trachten heute in NilopollS nachzuholen, wohin ich mich nach Abgang der Post begebe Die Kontrolle, oder besser russische Spionage, ist h'el eine derartige, daß ich bemüssigt bin, meine Arilfe einew Courier anzuvertrauen, der das Postpaket in illezcandr'" unter unverfänglicher Privatadresse nach Bukarest a">' gibt, wo eS geöffnet und die einzelnen Briefe an d> «oresse b:fürdert werden. Sie erhalten Sie dadurch sp"' ler, aber sicher. In Turnu»Magurelli steckt zum Ue^' flusse noch der aus der Enlthronungsgeschlchle des iMU Couia bekannte damalige Major und jctzige Gencca' Postdireltor Pilat seine Nase hinein, so daß ich. "" nicht eines Ta^cs gepackt und nach Rußland 8^4^ zu werden, dieses umständliche und kostspielige, °" jedenfalls sichere Mittel benutze, um Sie au tait z" « halten. Gestern abends sprach ich Herrn von (5hillw ehemaliger Generalkonsul in Konslaminoftel und dlp malischer Referent im Hauptquartiere des GroßiMll ' Er kam von Bjcla und geht in besonderer Mission"^ Bukarest. Bon ihm wurde mir mitgetheilt, daß M Türken bei Plewna fürchterlich verschanzt und großes stärlungen herangezogen haben. Nach dessen AuSsag^ «in entscheidender Angriff unmittelbar bevorstehend. ^ hlcsige Post nimmt keine Pränmneration mehr a" ' die „Neue freii Presse" und ..Kikeriki". Es scheid"' daß man den Vläitern den Postdebit entzogen hat-^^- Politische Uebersicht Laibach, 22. August. „„h Alle Parlamente stiern gegenwärtig. Mim!!" ^ Politiker haben sich zur Erholung in dic Mdcr ^ Sommerfrischen des Hochaclm-gcs zurückgezogen, .^, Wunder also, wenn sich die Presse an dic Vorlo,'" „ im galizischen Landtage, als den einzig tagenden pol' >^-Vcrtrctungslörpcr, klammert, dieselben je ' , «M" Färbung flir ihre Zwecke ausbeutend. Dcn turi^' ^ Blättern convcniert eS nicht, daß der Adrcßaus^,^ Orientfrage aus seinem Adrcßcntwurfc ausM) ^ die russophileu dagegen ärgern sich wieder übcr ^, mehreren Städten eingelaufenen Petitionen un ^ ^ drücklichc Betonung der russisch polnischen Frage Kronadresse. ^sm-och^ Die in unserem gestrigen Blatte ausae v^^ Vermuthung, daß Smarzewsli sein Refer" ^z. legen werde, da der Adreßentwurf vollkommen ^„ clert worden, hat sich bestätigt. Gestern nmroe ^ cndglltig festgestellte Adrcßentwurf dem p^''.^ ^ tagsllub vorgelegt, worauf Freitag und Sa" ° -^ub Adreßdebatte im Landtage folgen soll. Sowol > ^ als auch in der Plenarsitzung werden nocy z " 1575 Amendments beantragt werden. Line Anzahl jüngerer Landtagsabgeordncter hat letzthin den Beschluß gefaßt, sich durch die Bildung eine« besonderen Klubs von dem Einflüsse der bisherigen Polenführer zn emancipieren und fortan in jeder Hinsicht selbständig vorzugehen. Zum Obmann dieser Abgeordnetengruppe, welche sich den Namen eines Reformtlubs beilegte, wurde einstimmig der liberale Deputierte Ludwig v. Slrzynsli designiert. Unerwarteterweise hat im letzten Augenblick auch der Abgeordnete Dr. Eusebius Lzertawsti seinen Beitritt angemeldet, und da war es nur ein Act der Courtoisie, daß die Klub» Angehörigen ihm, als einem der ältesten Mitglieder des Landtages, den Vorsitz übertrugen. Die auch von uns reproducierte Nachricht eines Wiener Blattes, daß Fürst Bismarck in Salzburg angekommen und von dort nach Gastcin gereist sei, bestätigt sich nicht; dagegen ist es richtig, daß der deutsche . Reichskanzler seine Einsiedelei in Varzin verlassen und sich nach Berlin begeben hat. Ob er von dort nach Gastein reisen wird, darüber verlautet noch immer nichts bestimmtes; so viel wird uns indessen versichert, daß im Falle, als Fürst Bismarck wirklich diese Reise unternehmen sollte, auch ein Zusammentreffen zwischen ihm und dem Grafen Andrassy stattfinden würde. Was den Zweck dieser Begegnung anbelangt, so wird für die Combination ohnehin eine reiche Ernte gegeben sein zur geeigneten Zeit, und es kann nicht opportun erscheinen, ihr schon heutt zuvorzukommen. In Berlin genieren die Gefestlgungsarbe iten, welche die französische Regierung in jüngster Zelt in Belfort vornehmen läßt. Den ersten Allarm schlugen übrigens schweizerische Blätter. Dieselben wiesen nach, daß die neuen Forts nur zum Schutze gegen ein aus der Schweiz heranrückendes Herr gerichtet sein könnten. Die Baseler „Grenzpost" macht sogar darauf aufmerksam, daß in Zukunft der ganze schweizerische Bezirk Prunlrut den französischen Kanonen verfallen sein werde, und fürchtet, daß es zwischen Deutschland und dir Schweiz darüber zu diplomatischen Verhandlungen lom« men könne, warum seitens der Schweiz gegen die betreffenden französischen Bauten lein Einspruch erhoben worden sei. Doch soll die deutsche Relchsreglerung vorder« Hand nicht Willens sein, Vorstellungen in Bern zu machen. Ein Aufsehen erregender Artikel der „Kölnischen Zeltung", welcher die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland bespricht, erklärt, Rußland könne Deutschland nur zur Seite haben, wenn und so lange es das Oesterreich gegebene Wort hält. Oesterreich stehe Deutschland bei der hoffentlich zu vermeidenden Zwangs, läge näher als Rußland. Am 19. August hat in ganz Frankreich die ordentliche Session der Aeneralrüthe begonnen. Da jedoch die Hauplaibelt derselben, nämlich die Bcrlhellung der Steuern, infolge der Nichterledigung des Budgets in dem Parlament unmöglich ist, so wird ole Session voraussichtlich nur eine sehr kurze und unbedeutende sein. Einige Generalräthe in den südlichen Departements beabsichtigen indessen, gegen die Illegalität zu protestieren, welche die Regierung durch die versäumte rechtzeitige Ausschreibung der Neuwahlen für die Generalräthe begangen hat. Herr Thiers ist Sonntag nachts in Paris ein-getroffen, um mehrere Privatangelegenheiten zu erledi. gen und in einigen Tagen nach Dieppe zurückzukehren. Herr Thiers hält die Lage noch immer für eine fehr günstige. ..Er glaubt nicht", sagt ,.La Presse", ..daß man an höchster Stelle ernstlich an einen Gewaltstrelch oder an den Belagerungszustand denken könnte. Der Eindruck einer solchen Maßregel, meint er, würde im Auslande ein noch gefährlicherer sein als im Inlande, da Man dort sogleich auf bedrohliche Hintergedanken rathen würde." — Einer unverbürgten Meldung des „Gau. lols" zufolg: halle die Regierung die Liller Rede Gam-delta's einem Ausschusse von Sachverständigen unterbreitet, der darüber entscheiden soll, ob die Angriffe des Redners gegen den Marschall und seine Minister nicht dem Strafgesetz verfielen. — General Chanzi, über dessen Reise nach Paris viel gesprochen und wenig ge-schrieben wurde, hatte nach seiner Ankunft hier wieder» Holle Konferenzen mit den Ministern und später auch Besprechungen mit mehreren der hervorragenden Militärs, wobei namentlich die innere politische sage und die Haltung dec Armee derselben gegenüber erörtert wurde. Die Generale erklärten sich sämmtlich ungesetzlichen Schritten und Gewaltstrelchen gegnerisch. Insolange die Nuhe nicht gestört wird, hat nach ihrer Ansicht das Heer nicht als politisches Werkzeug zu dienen. Frank« reich hat einen unglücklichen Krieg geführt. Das thut allerdings den Soldaten wehe, aber es schändet nicht. Derlei ist in allen Ländern schon dagewesen. Eine Schmach aber wäre es, wenn bei unserer Armee spanische Zu» stünde, Pronunciamientos stattfänden, und das wäre der «all, wenn sie zu Staats- und sonstigen Gewallstreichen mißbraucht werdm sollte. Auf die Armee kann die Partei der Slaalsstreichmacher, können die Männer der Gewaltthat nicht rechnen. DaS ist ein Hauplmoment, «tlchts die jetzige Krisis charakterisiert. . Zwischen Rußland und Rumänien scheint es oenn doch zu einer Militärconvcntion zu kommen. Wie !-! k «^' Vr." au« Bukarest geschrieben wird, lautet oer olesbezügliche Entwurf in seinen Hauptpunkten n» folgi: „Die rumänische Armee wird als unabhängiger Körper an der Seite der russischen operieren. Vie bleibt ihrem eigenen Reglement unterworfen. Nenn diese zwei Armeen im Einverständnisse operieren werden, so haben die russischen Generale lein Recht, in ihre Führung sich zu mischen, auch nicht wegen der Dispositionen der rumänischen Truppen zu intervenieren. Die Rechte des Fürsten Karl als Kommandant un okek bleiben unangetastet. Derselbe hat sich wegen der Bewegungen der Truppen mit dem Großfürsten Nilolaj und dem rusfi-schen Generalftabc zu verständigen. Uebrigens steht die rumänische Armee der russischen gegenüber in demselben Verhältnisse, wie die Armee Sardiniens zn derjenigen Frankreichs im Jahre 1859. Bisher behält die Armee des Prinzen Karl einen sehr beschränkten Wirkungskreis und muß sich vorläufig damit begnügen, Nilopolis zn occupieren und Widdin zu bombardieren." Die serbische Regierung hat sich endlich veranlaßt gesehen, der Pforte offizielle Erklärungen über ihre Haltung abzugeben. Herr Kristit versicherte, daß Serbien von der angeblichen Absicht Ruhlande, einen Theil seiner Armee über serbisches Gebiet marschieren zu lassen, leine Kenntnis habe; ebenso sei unbegründet, was über den Entschluß Serbien« gesagt worden, am Kriege theil» zunehmen. Hagesneuigkeiten. — (Allerhöchste Spenden.) Seine l. und l. Npo. stol.sche Majestät haben für die durch Hochwass« verunglückten Gemeinden im ehemaligen Iudenbnrg« und Brück« Kreise 4000 f!.. sür d.e durch dieseö Elemenlarereignis betroffenen Pri-vaten eme Unterstützung von 2000 fl sür die durch Hagelwetter verunglückten und bedürftigen Bewohner Mittel- und M.ter. slelermarlö eine Unterstützung von 0000 fl.. zusammen 12.000 sl., allergnädigst zu spenden geruht. — (steile des Kronprinzen,) «us P°l°. 20sten August, lchre.bt man der .Tr. gtg.": ..Gestern hat die l. l. Hofyacht „M.ramai" hier d.e Au«iüstungSmust«ung passiert, um dem Kro^rinzen Rudolf am 2s. d. zur Verfügung gestellt zu werden. An diesem Tage hat das Schiff in Trieft einzutreffen; zur vtunde l.egt es am sogenannten „Schwel.»PP°r°t" behufs neuerl.ch« Vestimmung der E.nflüsse des Vordeisens auf die Kompaßnadeln. Das Kommando der „Miramar- h°t der The-resien-OrdenSritt« Nniensch.ffslapilän Varon Manfroni übn- ü.°«"^,"!^ ^ """ """"'. g«'annte« Blatte zukommen-den Mttthe.lung wird während der Anwesenheit des Kronprinzen außcr den übl.chen Festlichleiten noch eine Nildlaubenjago nach der Grotte unterhalb Compare statthaben, wohin an dem be-treffenden Tage der Dampfer „Triton" um 6 Uhr abends ab« gehen soll, und ein großer Haipunensischsang bei Veleuchtnng. Ueber die Frescosahrt wurde folgendes bestimmt. Eine Peate, m,t emer «eftauration, wird an einer Boje festgebunden und entsprechend beleuchtet; ein Chalano dient für die Sänger, ein anderes (erobert als «andungsooot bei Lissa 1866) für die Musik und eme Peate fllr e.ne Zuckerbäcker". Acht Prioatguzz, werden, enlfprechend beleuchtet, mit Früchten zur Verfügung sein und zwischen den Vooten herumfahren, dann über 100 Privat, guzzi und Voole. Zu allen Festlichkeiten wird die Gemeinde, der Turnverein, der Schützenklub und der Veleranenverein vom Comite eingeladen. Mittwoch flüh kommt Admiral Baron «our« guignon von seinem Urlaube von Frohnleilen. um persönlich den Empfang und die Festlichkeiten zu leiten. Sr, Majestät ^achl „Miiamar" unter dem Kommando des LinienschifsslapilänS Moriz Freiherr« Vtanfroni von Manfort wird Dienstag den 22. nachmittags von Pola auslaufen und trifft abends in Trieft au. Sämmtliche Feierlichleilen und Vergnügungen während der Anwesenheit deS Kronprinzen «udols ltilel schiffstapitän Karl Lindner, speziell die Segelregatta SchlMieulenanl Franz Müller, die VootSregatt» Schiffslieutenanl Victor Bousquet, die Fresco» fahrt Schiffolieulenllnt Georg vtiNer Salvin', die Flfcherei Schiffslieutenant Oslar ,» bemerkt wurde, vou o«n Hausbewohnern »elt>/ch< »""5«' 1576 — (Der Tetreidespeicher) der Umgebung Laibach am Ende der Kafiellftraße, am Schloßberge geltgen, wozu der Auf-gang von der Florianslircht führt, welcher durch eine Rlih« von Jahren unbenutzt und leer dastand, wurde vor lurzem vom Herrn Stadlzimmermeifter Ierantschilsch angelauft, wird von demselben umgebaut und mit zahlreichen Zubauten versehen. Da« Gebäude gewährt schon jetzt einen freundlichen Anblick und wird dem Schloßberge nach seinem Ausbaue gewiß als Zierde gereichen. Die oberen Stoctmerle des Gebäude« werden zu Wohnungen adaptiert und in den unteren Lotaluäten eine Restauration mit Kegelbahn zur Venützung de« Publikum» eingerichtet. — (Vergnügung«zug.) Der fllr gestern bestimmt gewesene VergnUgungszug nach Velde« wurde wegen zu geringer Velheiligung von Laibach nicht abgelassen. Die wenigen Laibacher, welche da« Seefest in Veldeö mitmachten, benutzten den Bormittagszug der Rndolfsbahn zur Fahrt nach Velde». — (So geben'« mir halt die erste.) Kurze Zeit nach der Eröffnung der Rudolfsbahnfirecke Laibach-Taroi« lam ein Nlluerl:in auf den Vahnhof in Zwischenwäfsern und verlangte eine Karte zur Fahrt nach Laibach. Auf die Frage des Slatiou«-chess, in welcher Klasse der kandmann fahren wolle, ob erster, zweiter, dritter oder vierter Klasse, antwortet« der Vauer, der noch nie mit derVahn gefahren war, „No, so geben'« mir halt gleich die erste", worauf ihm vom Stationschef eine Karle erster Klasse ausgefolgt wurde. Der Zug brauste heran, der Vauer präsentierte fein Villett und wurde infolge dessen vom Conductenr in ein Eoup6 erster Klasse gewiesen. 2)»« Ntluerlein wagte es gar nicht, sich »uf die schwellenden Kissen des Coups«, ln welchem sich außer ihm niemand befand, niederzulassen, sondern sah, sein Pfeifchen weiterfchmauchend, zum Fenster hinaus. Nebenan im «loupö zwei» ler Klasse schaute ein Laibacher Kaufherr ebenfalls beim Fenster hinaus und betrachtete sich die Gegend. Unser Viluerlein bemerlte die« und fragte während der Fahrt den Laibacher: „Sind Sie auch allein da drüben?" Auf eine bejahende Antwort erwiderte der gute Mann: „Ich werde gleich zu Ihnen lommen, mir ist es hier zu langweilig." Richtig, in V>zmarje überstieg der Nauer zum Laibacher uud erzählte ihm unterwegs, daß ihm gar fo lang» weilig drüben in der ersten Klasse gewesen fei, und daß er nach dem »usspruche der Bibel, in welcher es heißt: „Die ersten wer« den die letzten sein", vermuthet hätte, die erste Klasse wäre die letzte. „Ja", meinte der Lalbacher, «als die heilige Schrift ge« schrieben wurde, gab es noch leine Eisenbahnen." „Wird wol so gewesen sein", erwidtlte der Landmann, „aber in der ersten Klasse fahre ich doch nicht mehr, denn da lst's mir zu ungemlllhllch." Die« ist die Geschichte, die uns gestern aus zweiter Hand erzählt wurde, wie ein bfcheidene« Väuerlein, das in der letzten Klasse fahren wollte, in die erste gtlommen ist. — (Ha ge ls chl » g.) Am 12. August wurden die Vewohner der Gemeinden Mitlerdorf, Ort uud Obrern, in der bei, läufigen Ausdehnung von 22 Hellaren, von einem heftigen Hagel« schlage, welcher ungefähr den vierten Theil der noch nicht ein-geblllchlen Felosrüchte (tütlischen Mai«, Hirse, Fisolen) vernichtete, heimgesucht. _____________ Original - Korrespondenz. UnVsllswerth, 21. August. Der Allerhöchste Geburtstag unseres erhabenen Monarchen wurde auch in unserem Städtchen auf eine feierliche Weife begangen. In srüher Morgenstunde be« zeichnete eine lagesreoeille den Anbruch des Festtages, Um 8 Uhr wurde auf dem Kasernenplatze eine Feldmesse abgehalten, au der das 8. Jäger., das 24. Landwehr«Valaill°n, da« hiesige Vllrgercorp« und mehrere Veamte theilnahmen. Vei dem um 1<1 Uhr in der kapitellirche gefeierten solennen Hochamte belheiligten sich sämmtliche Herren Veamte sowie daS lübl. Offizierscorp«. Um 1 Uhr faud in dem neu hergestellten Kastnnsaale, den die Vüsle des «aiser« zierte, ein Feftdiner statt, an dem sich über 50 Herren belheiliglfn. Während des Feftdiners wurde vom l. l. KreisgerichtSpräsi« denten Herrn Ieuniler nach einer turzen Ansprache ein Hoch aus Se. Majestät »usgeblacht, in das alle Anwesende begeistert ein» stimmte«. Während dies« geit spielte die «ürgercorps- und Stadtmusil die Vollshymne und wurden auf der nahe gelegenen Schießstätte Pöllerschüsse abgefeuert. Nach dem Feftdiner begann auf der festlich decorierten Schießftätle das Feftschießcn. Es wurde auf vier Scheiben, und zwar auf zwei Militär« und zwei Zivil« scheiden gefchofsen. Im ganzen betheiliglen sich 37 Schützen, welche 1433 Schüsse abfeuerten. Auf die Iivilfcheiben wurden von io Tlyuyen »du NllMie aogeteuert und yledel üw «terer und 4 Centrum geschossen. Auf die Militärschelben, auf die nur mit Wörndl'Vewehren de« hiesigen IägerbataillonS geschossen weiden dürfte, wurden von 37 Schützen 473 Schüsse abgegeben. '«l°'"« 84-25, Lombarden 73 —, llui?nb°nl 59 25. austro-<>rieut°lM vanl ——, Ll«,v,o»ct,l,!g58—, ll!,f!ro»l,tlomm'!lchl Vanl ^'^' türlische Lose 14 25, K°mmm,°l - «»„eheu 92 50. 2«Yp"l" — —. Goldrente 74 85. _____. Handel und RudolfSwerth. 20. August. Die D,nchschnit«s-Preise stell"" sich aus dem heutigen Markte, wie folgt: ^. ft. k. >^^ Weizen per Heltoliter 8 50 Eier pr. Stück . . ^ ^ Korn „ 6 60 Milch pr. Liter . ^ .? Gerste „ — — Rindfleisch pr. Kilo "" ^3 Hafer „ 2 70 Kalbfleisch pr. « ^ ' Halbfrucht « 7 40 Schweinefleisch « ^ !«g Heiden „ — — Gch>l. Ndvotal, Gra,. — Pf,ffel, EulSbe!'^' Galltnfel«. — Vleinich, Zara. — Ravnilar, Prlester, i!'P°' ' - Demeh Josef und »nlon, Reisende. Prag. - P°".,,, M°l°r, Mür,zuschl«g. — Horatel, Gürz. — «assinger. »"" l>csil)er, R>eger«d°rf. ^ Hotel Vlef«nt. Debevc, Possmeister. Stein. — 2,an, »^ beamlti, Trieft. — Orilc, Watsch. — Raipl, Pest. . ^ Hotel Eursp«. Dr. Krater s. Frau. Wien. - Weiler. In»""„,l Knilltlfeld. — Microni Maria, Trieft. — Viardlade« <""" Familie. Triest. ,<< Kaiser von Oesterreich. Trilfcher, Vudapest. — Noval, ^>e" nant, Agram. Meteorologische Beobachtungen in Laibach> ^»______^3______________________________^^^^ 7U.M,. 735.W ^-19« SW. schwach heiter ^,^, 22. 2 « N. 735.», ^-31» SW. schwach heiter "" 9 « Nb. 735.,« ^23.z STW. schw. heller .^ Moorrauch. Die Hitze zunehmend. Abends halb - ^. ein Meteor vom Zenith gegen Norden ziehend. Herrliche ^ .,. Da» Tage«millel der Wärme ^ 24 8', um 6^4' über dem "" verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamber g- iN^s^„k4v»<4^ Wien, 21. August. (1 Uhr.) Der Rentenmarlt hielt sich ziemlich fest, die Spelulalion aber zeigte geringe« Animo, obwol die Prolongation leine sehr große Schw <)vllkNV(N(vl. halte _____^ Papierrente........6325 683b SUbernnt«........S695 6705 «»lbrent«.........74 85 75 - Los«, 188«........320 - 325 — « 1W4........107 - 108 - . 1«w........112 10 11350 , 18«0 (Fünftel) .... 1,8,b 1>875 M 1964........1,4 bo 1«5 — Un,. Prämlen.Unl......74 75 75 — «reblt»L..........isz^_ lez da «ndolfs.L.........1850 i27b Pr»mleA»ullhen der «tadt «ien «2 50 93 — D,m«U'«tgulitrung«.Lolt . . 104 — 10425 DomäntN'PlaHdbriefl .... 13950 140 -Oefterreichisch« Schahlcheine. . 99 90 10010 Uug. VisenbahnoAul.....98 - 98 K0 Ung. Echatzbon« vor» I. 1874 108 50 109 50 »nlehen d. Stlldtgemtiube Vien m N. V.........96 — 9b 25 Grn»deuil«ftn««s-Vhli««N«nen. Vllhmen..........l02-^ —'— «iederüfterreich.......103 - - - »alizien..........s4?5 85 - «,ld Na« «iebenbürg«.......74- . 7440 Temeler Vanat......7450 7550 Ungarn..........74 50 74 80 «etle« »»» V«»len. ««» «La« «uglo.Üfierr. V»»l..... 8325 8375 »red,t»ull»lt........ 176 10 17630 Depofitenbanl....... 128 — 129 - Kreditanstalt, nn,«..... I?325 17350 ««omPte.Anftalt...... 680 - 690 - ««tianalbanl....... 822 — 823 — Oesterr. Vanlgesellsch»ft . . . —'— ^ ^ Unioubaul ........ b9— 5925 Verlehrsbanl ....... 85 50 86 — «iener Vanlverein..... 6350 64 — Nctle» »on Tr«nsport-Unterneh-«nnge». »«ld W«< »lfilld.Vahn........113 — 1,« b0 Donan.Dampschlff., »esellschaft 856 - 358 — «lllaveth.Weftbahn.....170— 17350 Ferdinandsl^ordbahn . . . 1865 —1870 - »«» lev«« Franz - Joseph , Vahn .... 13l - 13l/5<> Oallzischt Karl.Lubwlu.Vohu . 246 2b 246 75 «aschau-Oderberger Vahn . . 99 25 99 75 Lembera-Ezernowiher Vahn . 122 - 122 b0 Lloyb.sestllsch. ..... 356- 358 - Oefterr. «ordweftbahn .... 106 50 10? 50 Rud«lf«««°hn....... 10850 Il)9 - Gtaalsoahn........ 26l - 262 — Güdbahn......... «8 50 69 — Theiß.Vahn........ ,88— 189 -- Ungar.-gallz. Verbindung«bahn 9» — 90 50 angarische «ordaftbohn . . . 108t»0 1l»9 — Wiener tramway.Gesellsch. . 94- - 95 — Pfandbriefe. «llz. »st. VobeAlredilanst. (i.Vold) 105 - 1^5 50 ^ ^ 5 (i.V.'V.) «8— 88 25 «lltionalbaul........9770 9780 Un«.Vodentredil-InftilutP«le«u» »70 il« 9 71. «llber 10b 85 bi« 105 95.