^ «»« WlttVoch den 20. Hktoöer 1880. XI!. Jahrgang. MMUrAlm. Die „Marburg» Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch nnd Freitag. Preise — für Marburg ganzjährig 6 fl., halbjahrig 8 fl., vierteljährig 1 fl. S0 kr. i fiir Zustellung in« Hauß monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig S fl. JnsertionSgebühr 3 kr. per Zeile. Mr die Eiohtbang der Amlagt«. Marburg, 19. Ottober. Der Finanzminister will seiner Kasse ein sicher»» Einkommen dadurch verschaffen, dab er die Lär-.der, die Bezirke und die Gemeinden verpflichtet, für die Tinhebung ihrer Umlagen eine Vergütung zu bezahlen. Diese Einhebung war bisher mit Ausnahme jener Gemeinden, welche eine besondere Stadt» ordnung besttzen. nur Sache der Steuerämter und wurde unentgeltlich geleistet. Bei Schaffung der jetzigen Lage wurde da« fragliche Verhältniß mit Stillschweigen von beiden Seilen übergangen. Der Staat forderte nicht« und beließ das Land, den Bezirk, die Gemeinde in dem Wahne, der nun zu Ende gehen soll. Thatsächlich war aber die Einhebung der Umlagen durch den Staat der Entgelt dasür, dab Land, Bezirk und Gemeinde ihm so manche Sorge abgenommen. Diese Gemüthlichkeit soll nun dem Verlangen de« Staate« gemäb aushören, denn e« sind Finanzquellen, die hier entdeckt worden und die Grobpolitik braucht wieder Geld. Wer Steuern einhebt, soll dafür gelohnt werden. Auf diesem einfachen, unbestreitbaren Grunde beruht der Neformplan des Finanz» minister«. Land, Bezirk u»'d Gemeinde müssen stch fügen, oder ihre Umlager, selbst einHeben und sind nur noch die Zweckmäßigkeit und die Kosten jene Punkte, um welche sich'« handelt. In jedem Falle muß aber der Staat, der so eifrig bemüht ist, seine Kaffe zu süllen, auch den Ansprüchen gerecht werden, welche andere Gliederungen des Gemeinwesens vermöge ihrer Thäligkeit im übertragenen Wirkungski^eise erheben und wie der Staat in die Finanzklemme Anderer hineingerufen, so wird «« ihm au« derselben zurückhallen: entweder selbsl über nehmen oder Vergütung leisten. Diese Frage isi zu guter Stunde angeregt worden — in der Zeit allgemeiner Bedrängniß, welcher die Menschen noch jeden Fortschritt — auch in der StaatSwirthschast — verdanken. Gelingt diese Lösung — und die Roth kennt ja kein Gebot — so mub sie zur Aenderung de« ganzen Systems unserer Steuereinhebung führen. Franz WieSthaler. Zur Geschichte des Tages. Wenn'« auf unsere Polen ankommt, so wird die Grundsteuer noch lange nicht geregelt. In diesen Kreisen — und der Fi« nanzminister gehört dazu — wird die Losung ausgegeben: man müffe eiu „lebenssähige« Stkueroperat" zu Stande bringen. Die Arbeit so vieler Jahre wär' demnach nutzlos gewesen und die vielen Millionen Kosten wären vergeblich geopfert? Ja! denn aus die Polen kommt es an, weil die Klerikalen und die Tschechen um ihrer reaktionären und nationalen Zwecke willen dieser Bundesgenossen nicht entbehren können. Die Behauptung, der Kampf der Verfaf-sung«partei gegen da« Ministerium berühre die äußere Politlk nicht, ist eine bewußte Un« Wahrheit, ein feiges Sichselbstbelügen, oder we« nigsten« ein Jrrthum — wa« jedoch praktisch keinen Unterschied macht. Unsere nationalen Kämpfe haben Einfluß aus die äußere Politik und filtden wir die ersten Anzeichen dasür be reit« in den Blättern Deutschland«. Dulcigno labt die europäische Diplomatie noch nicht zum Ausruhen aus ihren Lorbeeren kommen. Die Bedingungen für die Uebergabe sind noch nicht festgestellt und verlangen die Montenegriner sichere Gewähr, daß sie im neuen Besitze von den Albaniern nicht gestört werden. Eine solche Gewähr kann «ber die Pforte nicht leisten, wenn sie dieselbe auch aus dem geduldigen Papier übernimmt. Vermijchte Nachrichten. (Die Bettelkinder vonPari«.) Der „Wiener Allgemeinen Zeitung^' wird au« Pari« geschrieben: „Man beginnt hier an jene armen verlassenen Kinder zu denken, welche Niemand in die Schule schickt, welche in Lumpen und ungewaschen auf der Straße ihren Tag verbringen, bettelnd, spielend, stehlend, balgend. Es gibt ihrer sechs- oder siebentausend im Alter von unter sechzehn Jahren, und im Jahre 1878, welche« allerding« das fruchtbarste in dieser Beziehung war, hat die Polizei mehr al« 2000 wegen VagabundirenS und Bettelns ausgegriffen, wovon gegen 300, die jünger al» 12 Jahre waren. Sehr viele davon fanden sich damals, wie sich zeigte, zum zweitenmale, einzelne zum dritten-, einige wenige sogar zum zehntenmale arretirt. Derjenigen unter ihnen, welche Waisen oder deren Eltern unaussindbar sind, aber nur dieser, nimmt der Staat sich an, die übrigen läßt man meistens wieder lausen. Sogar wenn sie bis vor den Richter kommen, kann er nicht« für sie thun, al« sie den Eltern zurückschicken — und welche Eltern sind da«! — oder sie in eine Besserungsanstalt geben — und man weiß, wie schrecklich diese Besserungsanstalten sind und wirken. Charles Quentin, der Letter de« öffentlichen ArinenwesenS, hat nun dem Seine»Prä-selten soeben einen Vorschlag unterbreitet, welcher dahin geht, aus Grund dieser dem Richter sür die Angeklagten unter sechzehn Jahren zustehenden Freiheit dieselben einer neuen Art von Fürsorge, welche jener der Belserung«an-stalten substituirt werden soll, zuzusllhren. Gr wünscht, daß man die noch befserung«Iähigen Kinder bekleide und sie aus dem Lande bei Handwerkern unterbringe. Eine eigen« zu diesem Zwecke bereit« im Juli vorgenommene Untersuchung hat ergeben, daß sie in einzelnen Departement«, wo kleine Gewerb«leute zu Hause in ihrem Dorfe, mit Hilfe von nur einem oder zwei Lehrlingen zu arbeiten pflegen, gerne aus- Ii e u i l t e t o n. ZVki Süadrr an riilm Htyt». Bon O. Miiller. (Fortsetzung.) „Kommen Sie, Herr Amtmann, wir warten schon stundenlang auf Sie", sagte Uhl, während der andere Begleiter Bccker's auf dem Wege, den er gekommen, zurückging, ergriff den Herrn am Arm und führte ihn mit Vorsicht durch die enge Winkelstraße dem Schlosse zu, wo ihnen schon aus der Brücke beide Diener niit Lichtern entgegenkamen. Der Schein derselben fiel aus ein todtbleiches Antlitz mU verstörten Zljlicken und Zügen. „Um Gotteswillen, was ist Ihnen zugestoßen, Herr Amtmann?" rief der alte Martin erschrocken und ergriff den wankenden Herrn am Arme. „Nichts, Martin — nur müde bin ich, sehr müde, — schauderhaste Wege — stunden-langes Umherirren in wilden pfadlosen Wäldern — komm, mach, dab ich die nassen Kleider vom Leib kriege!" Mit dieser, in abgebrochenen Sätzen und einer fast tonlosen Stimme hervorgestoßenen Antwort machte er zugleich gegen den Amtsdiener eine dankende Bewegung mit der Hand und ging dann mit seinen beiden Leuten in'« Schloß. Aus Martins Geheiß mußte Jakob sogleich Feuer in der Küche anmachen und Wasser zum Thee beisetzen-, er selbst geleitete den vor Frost zitternden und einer völligen Erschöpfung nahen Herrn hinauf ins Wohnzimmer, wo er denselben vor Allem aus seinen nassen, über und über beschmutzten Kleidern befreite, warme Strümpfe und Hausschuhe, sowie den weichen wollenen Damastschlafrock herbeiholte, dann Feuer im Ofen anzündete, den Tisch deckte, flink und umsichtig, wie es die forgsamste Hausfrau nicht besser hätte thun können. Endlich kehrte dem Amttnann, der währenddessen, das Gesicht mit beiden Händen bedeckt, in da» Sopha zurückgelehnt schweigend dagesessen hatte, mit dem Gesilhl der wohlthuenden Wärme von außen auch das der wieder auflebenden inneren Kraft und moralischen Willensstärke zurück; er athmete mehrmals tief auf, wie ein Mensch, der glücklich einer großen Gefahr ent-rot^nen ist, sein Wesen gewann allmälig die alte Sicherheit, sein hoher, etwas vorgebeugter Körper, trotz einer gewissen Nachlässigkeit in der Haltung, die srühere Festigkeit wieder; er erhob sich, als Martin mit einem Kessel siedenden Wasser« und den zur Zubereitung eines stärkenden Thee« oder Grog» nöthizen Ingredienzen au« der Küche zurückkehrte, vom Sopha, richtete seine hohe Gestalt noch höher empor, dehnte die Brust, wie um sich von der letzen Last einer schweren Erinnerung zu besreien. „Martin, ein Gla« Grog, denn ich sage Dir, eine solche Affaire kann den Mann schon herunterbringen! >— Prrr! Dieser Vogelsberg ist eine wundervolle Gegend — ein wahre« Buchfinkenland! — Wenn der liebe Gott wieder 'mal eine Welt erschäfft, muß er sich den Vogel«-berg zum Muster nehmen, dann leben seine Geschöpfe wie im Paradiese! — Na, Alter, da seK' Dich mal aus diesen Stuhl und mache Dir auch ein Glas zurecht; denn ich weiß. Du liebst zu einer solchen Neuigkeit, wie ich sie Dir jetzt erzählen will, ein Schlückchen — nun, wa« meinst Du — was denkst Du — wa« hast Du für eine Idee von meiner heutigen Exkursion in das urheilige Territorium des alten Wodan?" Theobald Becker hatte, nachdem ihm der Freund, den der besucht, noch eine ziemliche Strecke weit das Gelelte gegeben, den Weg in der von diesem bezeichneten Richtung über eine der öden Hochebenen des Vogelsbergs allein fortgesetzt und rechnete darauf, daß er in guten zwei Stunden, also noch vor Anbruch der Nacht, die Aintsstadt erreichen werde. So in Gedanken fortschreitend, hatte er ansang« nicht einmal genommen würden. Ein Zuschuß von 50 Fr. jährlich würde für die erste Zeit bewilligt werden, und e« ist ausgerechnet, daß, falle man, wie Quenlin vorschlägt, vorläufig nur 600 Kinder in jedem Jahre aufgreift, die Ausgabe, wenn einmal alle viertausend, die man zu versorgen gedenkt, untergebracht sind, 320,000 Fr. jährlich betragen wlirde. Dieser Plan wird in den hiesigen Blättern sehr lebhast besprochen, und der Tadel, den einige gegen denselben erheben, läuft jedenfalls ans ein der Idee gespendetes Lob hinaus, denn er richtet sich dagegen, daß man nur einer so geringen Anzahl und nicht sofort aller Kinder sich annehmen will. Jndeß ist die Sache nicht leicht aussühr« bar, denn es liegt in der durch den Richter zu fällenden Entscheidung zweifelsohne ein Eingriff in die Elternrechte, und es würde daher die Kammer in den einschlägigen Gesetzen Veränderungen vornehmen müssen, welche sehr deli« kater Natur sind. Genug aber, daß die Frage der verlassenen Kinder endlich auf der Tagesordnung steht." (Der Mädchenmeister des Sultans.) Dieser Tage starb zu Konstantiuopel einer der vornehmsten Würdenträger des Osmanenreiches, der Kislar-Aghasii (wörtlich Mädchenmeister) oder Oberausseher des kaiserlichen Harems, Nur-redin Aga. Der Verstorbene hat das hohe Alter von 79 Jahren erreicht und ein Vermögen von IS0.000 Psund hinterlassen, welches er sich in mehr als 60jähngem Hofdienste erworben. Er war Besitzer der höchsten Orden des Reiches und erfreute sich der besonderen Gunst des Sultans, der auch die Leiche in seiner Privat» Jacht nach Ejub auf den heiligen Friedhof zu Häupten der berühmten Moschee der Schwert-umgürtung bringen lich. Zum Nachfolger des verstorbenen Grobwürdenträgers ist der Eunuche Hafis Behran Aga, bisher HaSnadar (Schatzmeister) des Sultans, ernannt worden, dem bei diefer Gelegenheit der Medschidie-Orden erster Klasse verliehen wurde. Die Minister und zahlreiche andere hohe Beamte und Ulemas haben dem neuen Kislar-Aghassi bereits ihre Besuche und Glückwünsche abgestattet. Der Groß-Eunuch ist eine der wichtichsten Personen des grobherrlichen Hosstaates. Er gehört den Beamten der ersten Rangesklasse an und führt, ebenso wie der Scheik-ul-Jlam und der Groß» vezier, den Titel „Hoheit". Der gegerwärtige Träger diefer Würde scheint übrigens ein sehr gebildeter Herr zu sein. Den Ehrentitel „Hafis" erhält nämlich nur derjenige Muselmane, der durch eine ösfentliche Prüfnng darzulegen im Stande ist, daß er den Koran wörtlich aus« wendig herzusagen vermag und in der religiösen Literatur u. s. w. völlig zu Hause ist. In srü-hern Jahrhunderten war das Amt des Grob-Eunuchen ungemein einflußreich auch in politi- bemerkt, daß er von der freien Haide aus in einen niederen Fichtenschlag eingetreten war, durch welchen die ihm bezeichnete Straße zu führen schien. Da er viele Wagenspuren sah, so ging er unbesorgt weiter, bis er nach etwa einer halben Stunde rüstigen Manderns aus ein großes, rings von Wäldern umgebenes unbebautes Feld kam, auf welchem viele Steine und hohe Ameisenhausen zerstreut umherlagen. Hier vertheilten sich aber auch auf einmal die Wagenspuren nach allen Seiten hin und nach kurzem Bedenken folgte er derjenigen, die seiner Meinung nach die Richtung nach der Stadt einhielt. Bald sah er jedoch zu seiner Bestürzung, daß das Geleise am andern Waldessaume ganz aushörte, von wo stch der Berg bruchartig ab. wärts senkte und viele große Steinmasien, untermischt mit schroff abfallenden Erdabhängen, das Gehen fehr beschwerlich machten. Nach einiger Zeit wurde der Wald dichter; nur mit Mühe konnte er einen steilen, von dem Wasser des letzten Winters aufgerissenen Erdabhang hinunterklettern und fah sich jetzt mit einem Mal in einer völligen Wildniß. Vergebens suchte er nach einem Ausgang und hatte stch eden wieder nach einer anderen Seite gewendet, als plötzlich dicht vor ihm ein wild aussehender Mensch mit einem rothbraunen scher Beziehung und die türkische Geschichte weist verschiedene Beispiele davon ans, daß Eunuchen die Würde des Großveziers erlangt unv sogar das Amt des Kriegsministers verwaltet haben. Sultan Mahmud, der Reformer, schaffte im Jahre 1832 die Würde de« Groß-Eunuchen ab, der haremliebende Abdul Medschied aber setzte sie kurz nach seiner Thronbesteigung wieder ein. Abdul Medschid war der letzte Sultan, unter welchem noch weiße Eunuchen bei der .Harems« Aufsicht in Thätigkeit waren; nach feinem Tode sind keine solchen mehr angekauft worden. Ge-genwärtig befinden sich noch ungefähr 180 bis 200 schwarze Verschnittene in den verschiedenen Sultans-Palästen und vielleicht 5000 bis 6000 in den Harems der Großen in Konstantinopel. Diese Unglücklichen werden gewöhnlich als ganz junge Burschen im Alter von 12 bis 1ö Jahren aus Afrika eingeführt; der Kaufpreis ist ziem» lich hoch und schwankt, je nach dem Stande der Vorräthe an diesem schwarzen Menschenfleisch, zwischen 30 und 100 Pfund. Im Volke betrachtet man die Eunuchen, obgleich sie im Allgemeinen als boshaft, falsch und grausam gelten, durchgehend« mehr mit Mitleid als Haß; der sie eigentlich bezeichnende Ausdruck „Had-dum" (Verschnittener) wird nur selten gebraucht und man bezeichnet sie meistens schonend als ,,Aga" (Meister), „Lala" (Ausseher). Unter den jungen Negern dieser Art findet man manchmal recht hübsche Bursche; mit dem zunehmenden Alter aber bieten die Unglücklichen mit ihren spindeldürren Beinen, aufgedunsenen Gesichtern und dicken Bäuchen wahrhaft abstoßende Bilder entsetzlicher Häßlichkeit. Ausfallend ist die Vorliebe sämmtlicher Eunuchen für elegante Kleider; die „LalaS" des Iildiz-Kiosk zeigen sich öffentlich stets in fashionabler Pariser SalowToilelte. Als Merkwürdigkeit sei schließlich noch die auffallende Thatsache erwähnt, daß die vornehmen Eunuchen der Form halber auch einen Harem unterhalten, der nicht selten mit vielen schönenj und jungen Insassinnen gefüllt ist. (Zur Besiedlung Bosniens und der Herzegowina.) Die Finanz-Landes» Direktion für Bosnien - Herzogowina hat an sämmtliche Finanz- und Steuer-Inspektoren, Steuer-, Zoll« und Forstämter ein Rundschreiben erlassen, daß das gemeinsame Ministerium den Kolonisten folgende Bedingungen von staats-wegen zusichert: „1. Jede Familie erhält je nach dem Maße ihrer Arbeitskraft eine beslimmte Area vom verfügbaren Staatsgute: a) zum Baue des Wohnhaufes und der Wirthschafts« gebäude oder der Gebäude zum Betriebe einer landwirthfchaftlichen Nebenbeschäftigung, d) zum Acker-und Wiesenbau und v) wenn uothwendig auch zur Weide (bei Kolonistengemeinden könnte die ganze Gemeinde zusammen ein Weidegebiet erhalten).. Die Grundstücke werden den Kolo- Barle und in einer zerlumpten blauen Soldaten-unisorm hinter dem nächsten Felsen hervortrat und ihn barsch mit einem drohenden Blick fragte, was er hier suche. „Den Weg, den ich allerdings nicht hier, sondern schon vor einer Stunde oben im Walde verloren habe, den Weg nach O. suche ich", versetzte der Amtmann, den diese Begegnung an dem tieseinsamen Orte keineswegs angenehm überraschte, so fest und ruhig, als ihm ein prüfender Blick auf den unheimlichen Gesellen erlaubte, dessen wilder GesichtSausdruck eine rohe gewaltthätige Natur vcrrielh. „Ja, den Weg in die Hölle, sonst gibt's hier keinen!" ries der Strolch und schlug zugleich ein höhnisches Gelächter aus, denn die wachsende Besangenheit des Mannes im feinen Tuchrock war ihm nicht entgangen. „Hat Er Tuwack, so schenk' Er mir eine Pfeife voll", fuhr er dann mit einem gierig forschenden Blick euf die kleine Reisetasche von Wachstuch sort, welche der Amtmann in der Hand trug. „Ich bin kein Raucher, kann Euch also auch keinen Taback schenken", entgegnete dieser. „So rück' Er ein paar Bähen zu einem Röllchen heraus, dann will ich ihm meinethalben den Weg zeigen", murrte der Unhold noch frecher als zuvor. nisten unter der Bedingung ins Eigenthum übergeben, daß nach einer von der Landesregierung vorzuschlagenden Reihe von Jahren die Abzahlung de« gegenwärtigen Schätzungswerthes in bestimmten Raten zu beginnen habe, sür deren Einhaltung der Grund als Hypothek haftet. Die unentgeltliche Ueberlassung von Staatsgründen ist nicht nothwendig, nachdem der gegenwärtige Schätzungswerth als Kaufpreis angenommen wird, welcher bei unproduktiven Terrains ohnedies ein minimaler ist und die Ansiedler nicht bedrücken wird. Bei Weiden braucht kein Kauf stattzufinden, sondern es wird nach einer bestimmten Zeit von Jahren die Zahlung eines mäßigen Zinses beginnen. 2. Jede Familie erhält zum Baue der suk 1 an-geführten Gebäude den unentgeltlichen Bezug des Bauholzes in einem nach der Kopfzahl ihrer Mitglieder normirten Ausmaße eingeräumt. 3. Kolonistengemeinden erhalten unter den gleichen Modalitäten das Bauholz für den Bau einer Kirche und Schule. 4. Die Kolonisten genießen durch zehn Jahre vom Zeitpunkte der Seßhaft-machung die Befreiung von allen, auch den sür die unter 1 angeführten Gebäude und Grundstücke zu entrichteten Staatssteuern, sofern der fragliche Grund und Boden nicht vor der An-siedlung schon der Besteuerung unterzogen war. ö. Falls die Kolonisten durch den Betrieb eine« Nebengewerbes oder auf andere Weife nach den Bestimmungen der Perjonaleinkommensteuer zu besteuern kommen, wird ihnen durch Zjehn Jahre vom Zeitpunkte der Seßhastmachung oas steuerfreie Einkommen mit 3000 Piasiern angerechnet werden. Die Steuerfreiheit geht jedoch verloren, sobald eine Anstedlung an Personen verkauft wird, welche nicht in das Land einwandern; dieselbe bezieht sich also nur auf die eigentlichen Kolonisten." (Bauern Wille.) Die freie Bauernversammlung zu Wels (6. Okt.) hat u. A. folgende Erklärung abgegeben: „Wir verweigern den oberösterreichischen Reichsraths-Abgeordneten der Landgemeinden, den Herren: Brandis, Dobl-hamer, Fischer, Noska, v. Pslügl, Zehetmayr (Schärding) und Zeilberger die Zustimmung zu ihrem Verhalten in der abgelausenen Reichs-raths-Session, und sehen viel^mehr im Hinblicke auf deren absolut den Interessen der oberösier-reichischen Landbevölkerung zuwiderlaufende Thätigkeit als Vertreter des Bauernstandes im Neichsrathe allen Ernstes veranlaßt, den vorerwähnten Herren Abgeordneten ein unzweideutige» und ebenso entschiedenes Mißtrauens-Votum zu ertheilen, von welchem Beschlüsse jeder der mehrerwähnten Herren auf schriftlichem Wege zu verständigen sei." (DiegegenwSrtigeLehrerbildung.) In oer Hauptversammlung des Laudes-Lehrer-Vereins zu Klagenfurt war der wichtigste Gegen- „Zeigt mir vorher den Weg, dann follt Ihr em gutes Trinkgeld von mir haben", sagte der Amtmann, dem jetzt erst einfiel, daß er eine bedeutende Summe in Gold in seiner Börse bei sich trug. Aber zugleich besann er sich auch auf das gelaoene Doppelterzerol in seiner Wachstuchtasche und faßte neuen Muth. „Er will mir also keine paar lumpigen Batzeu schenken?" fragte der Vagabund mit einem wilden Blick und erhob zugleich drohend den Arm, um den des Amtmanns zu ergreifen. „Wart, Er foll haben, lvas Er wünscht!" sagte dieser entschlossen, machte eine rasche Bewegung nach rückwärts uud löste eben so schnell die Schnalle seiner Tasche. Der Strauchdieb, nicht anders glaubend, als der Fremde suche unter den verschiedenen Gegenständen nach Geld, folgte jeder Bewegung seiner Hände mit gierigen Blicken; da knackten plötzlich zwei Hähne, und mit dem Ausruf: „Hallunke, jetzt Hab' ich Dich!" hielt ihm Becker das Terzerol entgegen. In der That prallte Jener, der auf eine folche Wendung nicht gefaßt war. erschrocken einige Schritte zurück; und schon hoffte der Amtmann, dem rohen Menschen durch seine Waffe soweit imponiren zu tonnen, daß ihm derselbe ohne Widerspruch den Weg aus dieser Wildniß zeigen werde, da fühUe er plötzlich den wie zum Schuß erhobenen Arm von hinten stand der Verhandlung „die gegenwärtige Leh« rerbildung" und wurde nachstehenden Sätzen beigestimmt: 1. Die gegenwärtige Einrichtung de« einjährigen Vorbereitung»-Kurses widerspricht durchaus dem Geiste de« Reichs-Volks-schulgesetzes, indem sie der Lehrer-BildungSanstalt sowohl in intellektueller als in ethischer Bezie-hung durchaus ungenügendes Material zuführt, dieselbe somit auher Stand setzt, wifsenschastlich gebildete und sittlich tüchtige Lehrer heranzu^ ziehen. 2. Zur Pflege und Hebung des Patriotismus ist eS nothweiidig, daß der Kandidat mehr, als dies der Fall war, mit dem Gange unseres öffentlichen Lebens vertraut gemacht werde, um auch in diesem Sinne ein wahrer Lehrer des Volkes sein zu können. 3. Der zur Zeit bestehende Usus, lediglich akademisch ge-bildete Professoren als Hauptlehrer an Lehrer-Bildungsanstalten anzustellen, überhaupt diese Anstalten bezüglich der Lehrkräfte konform den Mittelschulen zu behandeln, ist unzweckmäbig und mag dem Prinzip weichen, hauptfächlich tüchtige Lehrer der Bürgerschulen zu berufen; desgleichen hat die Supplentur als naturwidrig aufzuhören und es ist unbeschadet der Wahrung der Lehr«Autorität ein fruchtbringender, freundschaftlicher Verkehr zwischen Lehrern und Kan-didaten im höchsten Grade wünschenswerth. 4. Die Lchrer-BildungSanstalten find berufen, in ihren Zöglingen den Fortbildungsbetrieb nachhaltig zu begründen, und zwar vor Allem durch Weckung des Interesses für Lehrer-Vereine und die pädagogische Presse. 5. Die bereits im Reichs-Volksschulgesetz vorgesehenen pädagogischen Se« Minarier» sind sür die Weiterentwicklung der pädagogischen Wisienfchaft von so eminenter Bedeutung, dab deren endliche Systemistrung einen markanten Fortschritt des österreichischen Volksfchulwefens kennzeichnen würde. (Hag elfchlag und Versicherung.) Das Jahr 1880 war ein überaus hagelreiches und zwar nicht nur in Oesterreich-Ungarn, sondern in fast ganz Europa. Dabei waren die Hagelschlüge zumeist äußerst heftig, so daß auf den verhagelten strecken die Feldfrüchte gewöhnlich gänzlich an Frucht und Halm zu Grunde gerichtet waren. Die Lersicherungs-Gefellschaften, welche die Hagelversicherung betreiben, haben daher Heuer allerorten sehr erhebliche Verluste erlitten. Was speziell Oesterreich-Ungarn betrifft, war es in erster Linie Böhmen, das die meisten und größten Hagelschäden gebracht hat. Einzelne Gesellfchaften haben dort 300 Perzent der ein-genonunenen Hagelprätnien an Schäden bezahlt, und jene, welche noch am besten wegkamen, nicht weniger als 130 Perzent. Sämtntliche Schäden in Oesterreich und lingarn sind vor längerer Zeit bereits bezahlt. Böhmen zunächst steht in der Verlustfumme Ungarn, und am geringsten waren die Schäden in den inner- österreichischen Ländern, also in Steiermark, Ober- und Unterösterreich zc. Nicht etwa, daß letztere Länder vom Hagelschlag mehr verschont geblieben wären, sondern allein darum, weil in diesen Ländern sehr selten Versicherungen gegen Hagel genommen werden. Man kann aus den dem niederösterreichischen Landtage vorgelegenen Schadenausweisen ersehen, daß allein in Niederösterreich die Hagelschäden zwei Millionen Gulden übersteigen, in Anbetracht deffen der Landtag eine Aushilfe im Verhältniß von 14 st. auf 1000 fl. Schäden tZewährt hat. Für Böhmen besteht ein Landtagebeschluß, daß für Hagelschäden überhaupt keine Landesaushilfe gewährt wird, da die Versicherung hinlängliche Schutzmittel gewährt, und dies mag wefentlich dazu beitragen, daß dort die Hagelversicherung größere Verbreitung hat. Das heurige Jahr wird übrigens für alle Landwirthe eine fühlbare Mahnung bilden, ihrer Ernte-Erträgnisse sich durch Versicherung zu vergewissern. Akarburger Berichte. (Weinbauschule.) An der hiesigen Weinbauschule werden mit Beginn des nächsten Unterrichtsjahres drei ganze landschaftliche Stipendien im Betrage von je 146 fl. und zwei halbe landfchaftliche Stipendien im Betrage von je 73 fl. erledigt. Zöglinge, welche in diefe Anstalt eintreten, müssen 16 Zahre alt, gesund, geimpft unbescholten und wenigstens im Besitze jener Kenntnisse sein, welche in der Volksschule gelehrt werden; Stipendienwerber haben außerdem noch ihre Zuständigkeit in einer steiermär-kischen Gemeinde und die Verhältnisse ihres Vermögens nachzuweisen. Gesuche müssen bis 1. Dezember persönlich dem Direktor dieser Anstalt, Herrn Hermann Göthe überreicht werden. (Pöltschach - Rohitsch.) Herr Oberingenieur Knöch ist famtnt mehreren Ingenieuren und den nöthigen Hülfsarbeitern jeit Anfang der vorigen Woche mit den technifchen Feldarbeiten auf der projektirten Bahnstrecke Pölt-fchach-Rohitfch befchäftigt und hofft, bei günstiger Witterung dieselben noch vorm Eintritt des Frostes beeltden zu können. (Maria Neustift.) Die Wallfahrtskirche in Maria Neustift bei Pettau ist baufällig geworden. Die Herstelltingskosten werden aus zwanzigtausend Gulden veranschlagt und soll die Regierung geneigt sein, dreitausend Gulden beizutragen. Theater. Samstag den 16. Oktober. ^Wenn man im Dunkeln küßt." Schwank in 3 Akten von C. Mallachow und O. Elsner. Mit dem aus der genannten Sozietät hervorgegangenen Produkte, das nicht arm an Erfindung seine HauptstSrke in der Situations-Komik gesunden hat, führte sich die neue Direktion nach einem von Frau Alt»erti verständnisvoll gehaltenen Prologe bei dem hiesigen Theaterpublikum ein und es i^eht zu erwarten, daß der Schwank und das Lustspiel zusriedenstellende Pflege finden werden. Den hiesigen Verhältnissen Rechnung tragend, müssen wir unserem Urtheile Reserve auserlegen und wir besprechen eben nur die Hauptdarsteller des Stücke», soweit dies nach einem Austritte geboten scheint. An Herrn Julius (Dr. Schöneck) werden wir uns wohl erst gewöhnen müssen, seine Aussprache ist manchmal zu gepreßt und die Rede büßt dabei an Verständlichkeit ein, sonst aber zeigt sein Spiel Verständniß und Routine. Ein recht munteres Spiel entfaltete Frau Nasch (Helene), die das Fach der naiven » und munteren Liebhaberin trefflich ausfüllen dürfte. Herr Alberti (Klopffleisch), noch aus den Vorjahren bekannt, brachte in wirksamer Weise seine Rolle zur Gettung und bildet auch eine Hauptstütze des Ensembles. Auch die Herren Heller (Seeboldt) und Nasch (Hellbach), wie auch di^ Damen Frl. Gasterstädt (Amathusta), Frau Alberti (Frida) und Frl. v. Falkenberg (Angelika) leisteten Zufriedenstellendes. Im allgemeinen krankte freilich die Vorstellung an zu großen Pausen aus offener Szene und theilweise Textunsicherheit, was man füglich auf Kosten der ersten Vorstellung setzen kann. Das Haus war gut besucht und zeichnete einzelne Darsteller durch Beifall aus. Sonntag den 17. Okt. „Ein Blitzmädel." Posse mit Gesang von Costa. Mustk von Mil-löcker. Die sonst beliebte und an satyrischen Anspielungen so reiche Posse bewies heute keine Zugkraft, da die Sperrsitze beinahe leer waren. Trotzdem wurde mit Sorgfalt gespielt und es verlief auch alles weit glätter, als am vorhergehenden Abend. Von einzelnen Akteurs wurde fogar Vorzügliches geleistet, wie von Herrn Frankl (igaron Iuhasz) und Herrn Albertt (Leo Brüller). Frl. Gelpke (Karoline) zeigte stch als eine für unsere Verhältnisse sehr annehmbare Soubrette. Die Herren Nasch (Jurist Kern) und Mödlinger (Wasserkopf) machten aus ihren Partien, was eben zu machen ist. Die hier nicht berührten Leistungen müssen als durchaus gute, zum Theil als sehr gute bezeichnet werden. Wenn wir eine Ausnahme machen wollten, so würde diese höchstens das Frl. von Falkenberg betreffen, welches die frömmelnde und doch ihre sinnliche Reizbarkeit schlecht verhehlende Edle von Kutschenreiter in noch wirkfamerer Weise hätte charakterisiren können. Der Verlauf des Ganzen wurde übrigens durch die genannte Schauspielerin, welche in anderen Gestaltungen glücklicher sein kann, nicht gestört. Das wenig zahlreiche Publikum zeigte sich während der Mechanisch reichte der Bedrängte seine goldene Repetiruhr sammt Kette hin, und der Gaumen war ihm so trocken geworden, daß er nur mit Mühe die Worte hervorstammeln konnte: „Nun sind wir, denk' ich, quitt, Ihr Leute I Ich habe Euch, Eurer Meinung nach beleidigt, dafür nehmt die Uhr und Tasche hin, sammt Allem, was drinnen ist, und zeigt mir friedlich den Weg noch der Stadt l" Velde Strolche griffen gleichzeitig mit gie« rigen Händen nach dem prächtigen Raube; darüber behielt der Eine die Kette, der Andere die Uhr in der Hand und hohnlachend rief der Aeltere: „Das ist sürs Todtschießen, Herr Schian-kel!" (Amtmann). Und der Jüngere, die Uhr in die Hosen» tafche fchiebend, mit noch teuflischerem Grinsen: ^Er braucht keine Uhr mehr, denn sein letztes Stündiein wird gleich schlagen." Hierauf begaben sie sich an die Unter' suchung der kleinen Tasche und Jeder nahm ohne Widerspruch von Seiten des Anderen zu sich, was ihm in die Hände fiel. (Aortsetzung folgt.) gepackt und eine Faust wie von Stahl drehte ihm fast den Röhrenknochen des Oberarms im Gelenke um. Ehe er noch den neuen Angreifer sah, war ihm durch einen zweiten Druck der nämlichen Faust das Terzerol aus der Hand gerissen und vor ihm stand ein riesengroßer Mensch von einem so abscheulich konfiszirten, zuchthausmäßigen Aussehen, daß der Andere dagegen noch harinloö und ungefährlich erschien; denn sein Geselle, obgleich wohl gewiß zehn Jahre jünger, überragte Jenen doch um eine volle Kopfeshöhe; und der Bart, den derselbe trug, glich an Farbe und Gestalt genau jenem fasrigen lehmgelben Wurzelwerk, welches hier und da aus den Felsenspalten in die Schlucht herabhing. — Auch dieser Menschenfreund hatte eine alte zerlutnpte Soldatenuluform an, doch trug er noch wie zur besonderen Auszeichnung an einenr über der Brust zusammengebundene!» Hansstrick eine große grüne Branntweinflasche von flacher Form, und eine furchtbare Narbe quer über der Stirne machte sein erdfahles plumpes Gesicht noch wilder und unheimlicher. „Er Hundsfott will auf ehrliche Leute fchießenl" sagte der Unhold. „Wart', Ihm wollen wir den Spaß verderben, mit den Zwillingen anzubinden! — Wer ist Er nnd wo kommt Er her? — Auf der Stelle zeige Er mir Sein Papier, oder, so wahr ich der „dicke Bub" bin, den der Vogelsberg dafür kennt, daß er sich nicht utzen läßt, laß' ich ihm seine eigene Kugel durch« Hirn spazieren!" Wirklich hielt ihm der Unhold bei dieser Drohung mit von Mordgier und Rachelust funkelnden Blicken das geladene Terzerol dicht vor die Stirne und Becker fühlte, daß ihm in diesem Augenblick alles Blut aus dem Gesicht entwich. „Ich bin der neue Amtmann von O.", sagte er so ruhig, als ihm möglich war. „Laßt mich in Frieden, Euer Kamerad hat mich zuerst angegriffen, warum forderte er nicht bescheiden, wie sich's geziemt, ein Geldgeschenk von mir, das ich ihm in diesem Falle gewiß nicht verweigert hätte?- „Der neue Amtmann! — Oho, so ein» därmig und malchonet sieht kein Leuteschinder aus, der sich vom Mark des armen Volkes nährt!- hohnlachte der Aeltere. „Die Uhr her salnmt dem Gt^bambel — Er ist ein Land« streicher, ein Strohmer wie unsereins, nur daß ihm der Perlniß fehlt, und Er hat uns noch obendrein meuchelmörderifch mit dem Plstol gedroht! — Amtmann oder Pfiffes! (Handwerksbursche). Was tneinst Du, Peter, dulden wir braven Zwillinge solchen Schimps? — Die Uhr her, sag' ich noch einmal, und den Krams da im Sack!" ganzen Ausführung recht animirt und äuberte viel Beifall. Montag den 18. Oktober. ^Die relegirten Studenten", Lustspiel in 4 Aufzügen von No-derich Benedix. Auch diese Vorstellung war nur mäßig besucht, obwohl sie schon der guten Auf-fthrung wegen ein besseres Schicksal verdient hätte, doch bleibt ja der Direktion die Hoffnung, daß es nach beendeter Weinlese bester sein werde. AnerkennenSwerth in jeder Beziehung spielte Frau Alberti die Konradlne, ste hauchte ihrer Rolle wohllhuende Wärme und innige« Gefühl ein und gab die Liebesszene in äußerst gemMH-voller Weise und verständiger Steigerung wie« der, die ihr rauschenden Beifall eintrug. Herr Julius (Reinhold) würde nur gewinnen, wenn er besser memoriren wollte; Verwechslungen Me „Lindeneck von Wolfram" zc. lasten keine andere Deutung zu, sonst halte er einige glückliche Momente und fand auch Beifall. Um die beiden Sonnen des Stückes bewegten stch die anderen Planeten in bald mehr oder weniger sichtbaren Bahnen. Bemerken möchten wir noch, daß die Regie im Interesse des Publikums aus eine raschere Abwickelung des Stückes durch kürzere Zwischenakte bedacht sein möge. Letzte Pyft Der FünfzehnerauSschuß der Rechten hat beschlossen, die Regierung nur von Fall zu Fall zu unterstützen und auf dieselbe einen gemeinschaftlichen Druck im Sinne der tschechischen Forderungen auszuüben. Den Delegationen soll ein Rothbuch vorgelegt werden. Der BanuS hat gegen die Einführung des ungarischen Strafgesetze« in Fiume protestirt. Sez»mour wird mit seinen Kriegsschiffen die Uebergabe Dulcigno's kontroliren. gegen den Domplatz zu; ist gefleckt, hört auf den Ruf „Mandi". Abzugeben gegen gute Belohnung: Schulgasse Nr. 5, ersten Stock. (1159 1 ^ ^ s. Ein junt;er Mann mit schöner Schrift und guten Zeugnissen, im Kanzleisache u. Grundbuche sehr gut bewandert, bittet um eine Stelle. Adresse im Comptoir d. Bl. (1158 lSslvnHÄU«! zu verkaufen. Adresse im Comptoir d. Bl. I Pttigße Grabbttevchtlnlg! VigenS konstruirte Gläser ohne Sandfülluug werden angefertigt und anSgeliehen bei 1162) Seifensiederei, RathhauSplatz. Gedörrte ivirnen, Awetsch-?e» «nd weißgedörrte Russe kaust (11K0 ^uliu8 ttartmann in Xlagonfurt. eininghauser Bier empfiehlt „zm Meklgrllki!" 112») Der heutigen Nummer liegt ein Lotterie-Programm vom Bankhause Valkntin «d Comp, in Hamburg bei._(1161 An meine hochverehrten P. T. Kunden! Beehre mich ergebenst anzuzeigen, class ich mein Damen-Confectionsgeschäft in die Viktringhofgasse verlegt habe, und bitte, das frühere Vertrauon mir auch hier zu Theil werden zu lassen. Zugleich zeigo ich an, dass ich eine grosso Auswahl der neuesten Modestücke am Lager habe. 1143) Hochachtungsvoll Franz Perscliak. Eine safl neue Zchanl^illldti circa 2V- Meter lang, mit Zinkblechblatt und Wasserbehälter, neue Stellagen, billigst zu verkaufen. (1140 Anzusehen Domgasse 2, beim Friseur. Vom nalisn habe ich mit dem Hoff'schen Malzextrakt einen noch nicht 40jährigen Lungensüchtigen, den ich in ärztliche Behandlung übernommen hatte. Schon war eine Lungenvereiterung vorgeschritten, ebenso eine schmerz-liche Leververhärtung. Oft wiederholter Atuthusten und Eiterauswurf in so geschwächtem abgezehrtem fieöerischew Iuftande, daß man sein baldiges Ende »erwarten mußte. Nachdem ich die Lungen-Congestionen »gehoben hatte, verabreichte ich ihm Hosf'scheS Malze;, rakt. Nach dem Genüsse der zehnten Flasche trat eine günstige Wendung der Krankheit ein und nach der 2b. Flasche hörte die Brustbeklemmung auf. Ich ließ hn uun auch die Hosfsche Malzextrakt-Chokolade trin-eui sie stärkte ihn fichtlich und jetzt ist er Vtekonva-eScent. (1147 Dr. Georg MathlaS Tporer, k. k. Guberuialrath in Abbazia. Bitte um Zusendung von 23 Flaschen Malzbier und 3 Kilo Malz.Ehokolade. An den k. k. Hof'Lieferauten der meisten Souveräne Suropa», Herrn . k. Rath, Besitzer des goldenen VerdienstkrenzeS mit der Krone, Ritter hoher preußischer u. deutscher Orden, Fabrik: GradenhofS, Fabrikö-Nieder-läge: Graben, BrAunerstraße Nr. 8. Amtlicher Keilbericht. K. k. pr. Central-Comitv ic. Flensburg: DaS Äoh. Hoff'sche Malzextrakt-Gesundheitsbier hat sich als eiu ganz vorzügliches Kräftigungsmittel gezeigt. Major Wittge, Delegirter der königl. preußischen Lazarethe. llaupt Vep6t z Ilax liloriö vo. in Harburg a/v. Tegett Hofsstraße Nr. 9. Glliße Auslvllht von /^KoNNVMVNt8 /^nzvigv. Erlaube mir den ?. Herrschaften und Publikum bekannt zu geben, daß ich Bestellungen auf Theater-Fahrten im Abonnement unter billigsten Bedingungen annehme. Hochachtungsvollst 113ö) IRiiÄvIt Fiakereibefitzer, Burggasse Nr. Z6. ' / von 3 fl. SV kr. bis 2V fl. pcr Stück; auch werden Laternen nusiiesiehen bei (lISö All« 8eI»ilW. Spengtermeister. Isl»!» bivto ckvm «U« ll»oä! 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HOOOO, 1 4 M. 15000. 1 4 M. 10000, UM. 0000, 1 4 M. 6000, 2 4 M. 3000«M. 6000, 3 4 M. 2000 • M. 6000, »4M. 1500 -M. 7500, 10 k M. 10<00*1C. 10000 , 25 4 M. 500 *M. 12500, !>0 4 M. 300 * M. 15000, 2300 k M. 124 - 31. 2S.--200. — 2000 ®(iv. 6. dl. M. 418610, UM. 40000, UM. 20000, 1 4 M. 10000, 1 4 M. 8000, UM. Ö000, 2 4 M. 4000 • M. 8000, 8 6 M. 9000 >X. 9000, 5 4 IL 2000 « M. 10000, 12 4 M. 1000 - M. 12000, 28 4 *1 500 . M. 14000, 60 4 M. 300 * M. 16000* 1896 k M. 138. M. 261610. - 26740 &en>. 7. 31. mtb 1 Prämie M. 6*94100, 1 4 M. 250000, l 4 M. 150000,1 k M.. 100000, 1 4 M. 60000, 1 4 M. 50000, 1 4 M. 40000, 1 4 M. 30000, 4 4 M. 25000 * M. loOOOO, 10 4 M. 15000 - 150000, 20 k M. 10000 » M. 200000 , 50 4 M. 5000= M. 250000, 100 4 M SOOO « K. 300000, 200 4 M. 2000 « M.400000,500 4V. 1000' M. 50000Q, 600 4 M. 500 * M. 300000,800 4 M. 300 - M. 240000, 24450 1 IL 138 - M. 3374100. ".^ruLtr«l der Avnoucr»'^tprvition Adolj Siemer. Hamburg. .t— Auftragsörief a« das Bankhaus VUteMiw Sc V«. in ttamdufg. —— Ersuche um Zusendung vou Loos der vom Staate garantirten Kamvnrger Kelo-LoLterie. Den Bettag dafür von fl.______________ empfangen Sie einliegend. Name und Vorname:............ Beruf:________________________________....__________ Wohnort: ............................................... Straße:___________________Nr-------- Bemerkungen:____________ Datum:________________________________ NV. «Kleine Zteträge lwö a» Aequemtten durck recommandirte« Arief z« versenden. Briefe «ach Hamburg kommen in einem bis zwei Tagen an. --1