„/ttihtit, «»hlft«». »ilwi str M." Str. 8« Freitag, «. Juli K«««. V. Jahrgang Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Kreitast. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Zustellung int Hau» monatlich 10 tr. — mit Postversendnng: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung L0 kr. Jnserateu'Slempelgebiihr kommen. Zur Zeschichte des Tages. Die Hauptschlach t zwischen den Oesterreichern und Prenhen. die von beiden Seite» alS bevorftel»end angekündigt »vurde. hat nun bei Königgräz stattgesunden. Der Kampf begann am 3. Zuli Bormittag um 8 Uhr mit einer heftigen Kanonade, die bis 1 Uhr Nach-mittag dauerte; dann entbrannte der Waffentamps und bis zwei Uhr war der Erfolg den Oesterreichern silher. ungeachtet ihnen 280.000 Preußen gegenüber standen und von unserer Seite jene Truppen zuerst ins Feuer kamen, die ohnehin im fünftägigen Gefecht schon so viel gelitten. „Nach mehr alS fünfstündigem, brillantem Kampfe der ganzen Armee und der Sachsen in der theilweise verschanzten Stellung von Königgraz, mit dem Eentrum in Lippa, gelang es dem Feinde, „wie Benedek an den Kaiser berichtet", sich unbemerkt in Chlttm festzusetzen. Re;^enivetter hielt den Pulverdl^mpf am Boden, so daß er jede bestimmte Aussicht unmög' lich machte. Hiedurch begünstigt, gelang es dem Gegner bei Chlnm in unsere Stellung vorzudringen. Plötzlich und uiwermuthct von dort aus in Flanke und Nucken heftig beschossen, wankten die nächsten Truppen und ungeachtet aller Anstrengungen konnte es nicht gelingen. dt»n Rückzüge Einhalt zu tl)un. Derselbe erfolgte anfangs langsl,m. nahm jedoch an Eile zu, je mehr der Feind drängte, bis Alles sich über die Kriegs-brücken der Elbe, so wie nach Pardubitz zurückzog. Der Verlust ist noch nicht zu übersehen, ist aber gewiß sehr bedeutend". Ucber die Verpflegung unserer Truppen in Benetien wird dem „Kamerad" geschrieben: „In so entsprechender, so genauer Weise war nicht bald in einem Feldzuge für d,e Truppen gesorgt, als es diesmal bei unscrer Südarmee geschieiit; Speise und Trank fehlt dem Manne nicht, und hiemit ist ihm die Basts für die Entfaltung feiner^ physischen und« moralischen Kraft geboten. Es ist eine «vahre Freude, unsere Truppen in ihren Lagern zu besuchen — wie srisch, wie vollkommen hergestellt sie tvieder aussehen nach den schweren Strapazen deS heiben. ewig schönen Tages von Custozza! Welch' sröhlicheS Lächeln spielt im Antlitze jenes mohrenartig gebraunten Kuhrwejen Gemeinen, dor eine gewaltige Ochsenseite theilt. um die Portionen daraus zu schneiden; luftig lodert schon das Feuer um die Kessel, tvelche die Hauptstücke in der Nah-rung des Mannes, das Rindfleisch, ausnetimen sollen. Dort sitzt unter einem aus Laubwerk improvistrten, dem Feinde abgenommenen Zeltdache an einem glühenden Kohlenhaufen ein Mann von König der Niederlande und dreht in einer Trommel Kaffeebohnen für den nächsten Tag; dort steht das Weinfaß dicht belagert u. s. lv. Und doch bietet ein Gang durch das Lager noch nicht den imposanten Eindruck, den ein Transport von Wagen mit den Weinsiifsern oder ein Trieb von Schlachtvieh hervorruft. wie fie zu den einzelnen Truppenabtheilungen abgehen. Man macht mit seiner Timonella — Einspänner — Halt, oder bester gesagt, muß Halt machen, und es währt oft mehr als eine Biertelstunde. viS so ein Zug von Wagen und Thieren die Straße zur Weiterfahrt wieder frei gemacht. Daß das Nothwendige und nicht selten mehr als das Nothwendige dem Manne gegeben wird, um ihn kriegstüchtig zu erhalten, ist das Resultat einer richtigen Einficht in die natürlichen Bedingungen sür die mehr oder mindere Potenz der Leistungsfähigkeit einer Armee im Momente der Aktion. Wie der „N. Fr. Prefle" von einem gefangen gewesenen Officier mitg,theilt wurde, ist die Behandlung unserer verwundeten Leute im italienischen Lager lehr gut. Wahrend der Schlacht von Custozza wurden die in die Hände des FeindeS gefallenen Oester-reicher, vor allen Andern Verbunden und mit dem so nöthigen Wasser versehen. Halbamtlichen Berichten zufolge hat ein Theil unseres Süd-heereS auf der lombardischen Seite deS Mincio Fuß gefaßt, sind unsere Truppen bis Montechiaro vorgedrungen und befindet sich das Hauptquartier in Volta. Die strategisch so wichtigen Höhen von Cavriano und Solferino sind demnach von den Oefterreichern besetzt. Damit erklärt fich auch die Nachricht, die Italiener wollen ihre eigene Flottille auf dem Gardasee in Grund bohren. Sie find ganz einfach genöthigt, den See aufzugeben und sich hinter den Chiese zurückzuzielien. 3m Ledro-Thale sollen von der Bozener Schützen Kompagnie 12 Gari-baldianer gefangen lvorden sein. Die in Bormio stehenden Oesterreicher »Verden von den Beltlinern bereitwillig mit Lebensmitteln versorgt. Die Stimmung in ganz Süddeutschland ist, wie der „N. Fr. Pr." von Darmstadt gemeldet wird, gegenpreußisch — rein deutsch. Man hofft von dem jetzige» Kriege durchaus nicht die Rückkehr zu dtm kläglichen, früheren Zustande bundestäglicher Zerfclhrenheit, sondern man erwartet von Oesterreich eine frische, fröhliche Initiative zu deutscher Einigkeit und Freiheit. Die Aufregung ist ungeheuer; das Volk fühlt es recht »vohl, daß seine höchsten Interessen auf dem Spiele stehen, und es sehnt sich innig nach einem Zeichen von Wien her. daß das gewaltige Oesterreich nicht nur für daS staatliche, vertragsmäßige Recht, sondern auch für das ewige deS BolkeS. für Deutschlands Größe und wahres Glück das Schwert gezogen habe. CS sind drei Worte, die ich vornehmlich oft gehört habe in Baiern, Würtemberg. Baden und Hessen; drei Worte, die auch mich gar freudig berührten: Parlament, Bolksbewaff- Der Genius »on New-Vork oder Äte«te«er eines geflüchteten Aurhesse«. Auch ich war in Arkadien geboren, nämlich in Kurhessen, und dort auch Maler geworden. Aber waS ist ein Maler, der nicht trifft? Ich war brodlos und wurde auch heimathlos, nachdem ich einen berühmten Mann gemalt und nicht getroffen hc^tte. Besonders weil die Finger zu lang gerathen tvaren. — Glücklich war ich in London angekommen; aber lvie hier glücklich dnrchkommen? Ich hatte mir die Stiefeln schief und die Sohlen abgelaufen. Niemand wollte mir Gehör, geschweige Arbeit und Brod geben. Niemand hatte Zeit, am Wenigsten dazu. Geld für Kunst auszugeben. Ich glaube auch, das die Leute hier nur deshalb so reich sind, wril Sie niemals Zeit haben, Geld auszugeben. Die Zeit reicht kaum hin, um es zu verdienen. Gott, rief ich. was ist das für eine Welthauptstadt, wo die Leute Alles haben, nur keine Zeit! Nicht einmal qemeine, nach Stunden und Miauten gemessene Zeit, geschweige Muße. Ohne Zeit keine Muße, ohne Muße keine Mulen. Zeh traf manche deutsche Brüder, die mir alle riethe»: habe Geld und sang' ein Geschäft an. sonst gehst Du zu Grunde. Andere meinten's noch redlicher und gaben mir noch bestimmtere gute Regeln: Nicht bloS Geld sollt' ich haben, auch feine Wäsche und Kleider, eine» Backenbart und glanzlackirte Stiefeln, sonst komme man unter den Euglä»dern nicht fort. Das rieth man mir. der ich schon 14 Tage la»g »ach Berwirklichuug meines nächsten Ideals strebte, ohne es zu erreichen: neuer Sohlen unter meine kurheffischen Stiefeln. Doch ich will mich »der diese fich immer mehr ausdehnende» Zwi- schenräume zwischen Oberleder und Sohle nicht zu weit ausdehnen, zumal da ich dann der Vollständigkeit wegen auch die Gründe, auseinander setzen müßte, lvarum ich den rechten Arm immer sehr knapp um die Seite hielt, lvtls nicht meine Gewohnheit war. als ich unter dem Arme noch nicht zu erröthen brauchte. Ich dachte: Streckt sich doch Mancher, der mehr hat und ist. als ich. nach der Decke; warum soll ich nicht ive-nigstenS den Arm nach einer Stelle, die nicht geliorig bedeckt ist. strecken? Aber, wie gesagt, ich will an diesen meinen Gebrechlichkeiten nicht zum Maler tverden und über eine Zeit hintvegeilen. in der ich jedenfalls verhungert wäre, wenn nicht meine Wirthin, eine selzr arme Frau, Erbarmen und Brod für mich gehabt hätte. Ich schreibe keine Dicht,»ng. sondern ein Stück Leben, wie sich'S eben »virklich zusammensetzte. Ich bin angestellt. Brod! Eine Stelle! EtlvaS Gewisses jede Woche! Was »vill der Mensch mehr heut zu Tage? Die Wirthin hatte auch dafür gesorgt. Konnte mich die arme Frau zum Hofmaler machen oder bei einem Lord einführen? Nein, aber doch in einem Llimpenboden mit fünf Schillingen wöchentlich. Lum — Ja. ich schreibe keine Dichtung, ich meine auch nicht ettva einen blos lumpigen, sondern einen großen, wirklichen Lumpenboden (psx-Sliop) mit sechszehn verschiedenen Beamten in den Departements der leinenen und kattuneneu. der wollenen und halbwollenen und dev^ gemischten Lumpen, der verschiedenen Makulatursorten und der Knochen. Blos acht Tage arbeitete ich im Knochen Departement. dann avaneirte ich schon zum Papiere und zwar gleich zum Sor-tiren deS feinen unv gröbern. Freilich nach vier Wochen waren meine Augen schon so entzündet, daß ernstlich an einen Arzt gedacht werden mußte. Auch hier schaffte die brave, dicke Wirthin Rath und sogar NN Hospital, das deutsche HoSpital weit oben in Dalstow (einem äußersten. nordöstlichen Stadtthelle Londons). Der brave Doktor Heß heilte nicht nur die Augen, sondern verschaffte mir auch Eintritt in einige nung und Preßfreiheit Mit der Einberufung des deutschen Parlamentes, mit der Proklamirunfl der Reichsverfassung vom 28. März 1849. könnte Oesterreich die ihm jetzt schon so warm entgegenwall,nden Sympathie» in die glühendste Begeisterung verwandeln, nun diese Begeisterung würde sich von Süddeutschland nach Norddeutsc^and verpflaWN, diüS deutsche Volk würde sich erheben gegen den inneren und äußeren Fnnd. und — den Armeen wäre dann lvohl mancher Kampf erspart. Et ist doch recht fatal, sagt man. daß man in diesem Kriege bis jetzt noch nichts Andere» sehe« kann, als den Kampf bundeStrcuer gegen bundesfsindliche Kabinette! ES hieße sich muthwilligerweise selbst tüvschen. wollte man auf Grund der innerpolitischen Borgange Oesterreich» envarten. daß daS deutsche Volt jetzt mit uubediigtem Bextrauen nach Wien blicke. Ein sehr vernünftiger Schwabe sagte mir: „Die Trene gegen den deutsche» Buno allein macht es nicht, man m«ß auch einmal treu gegen daS deutsche Volk sein." Möge mau an maßgebender Stelle die jetzige herrliche Gelegenheit, Deutschland unauflöslich mit Oesterreich zu verbinden, nicht unbenützt vorübergehen lassen! Bon dem einst so gefürchteteu Oesterreich erwarte! das deutsche Bolk jetzt daS große ersehnte Wort, die befreiende That. Ein Aufruf deS Königs von Baiern bezeichnet alS Ziel des Krieges: die Erhaltung GesammtdeutschlandS als freies, mächtiges Ganzes, gekräftigt durch den Bund seincr Fürsten und eine nationale Vertretung seiner Stämme, und die Erhaltung BaiernS als selbstständigeS würdiges Glied deS großen deutschen Vaterlandes. Ein Leitartikel der A. A. Z. charakteristrt die Stimmung in Baiern. Der Artikel klagt übsr die Langsamkeit der baierischen Ar« mee und sagt: „Die militärische Aktion kann und will ich nur nachdem beurtheilen waS offen und aller Welt bekannt ist. will namentlich Nach« richten über Ablehnung einer Militär Konvention und hiedurch ve»anlaßte Zögerung nicht weiter besühreu. Die mobile Armee, wohl nicht viel unter 40.000 Mann, stand am 16. Juni 1866. dem Tage deS Friedens brnches, gut gerüstet und kampfbereit längs der nach Norden fuhrenden Eisenbahn. 3» wenigen Tagen konnte sie entweder dem linken Flügel Benevet'S sich anschließen oder auf dem noch gänzlich freien We^e über Eisenach die bedrängte» Hannoveraner entsetzen. Heute, nach sechzehn Tagen, steht sie. ohne einen Feind geschen zu haben, bei Münnerstadt und Meiningen. der östliche Flügel Benedek» aber ist inzwischen durch die feindliche Uebermacht zurückgedrängt — die Hannoveraner ljaben bei Eisenach kapitnlirt. Welche Folgen diese beiden Ereignisse auf de» Aus« gang des Krieges haben werden, ist noch nicht zu bemessen. Daß jedoch pqS eine oder daS andere derselben durch Baiern hätte vermieden n^etdin können, dafür läßt sich Manches sagen. Die Geschichte wird hierüber zu entscheiden haben. DaS Eine steht aber wohl schon heule f»st. daß. was gefehlt worden sein max. nicht dem baierischen Bolk. daS in Schaaken sich zu den Fahnen drängt, nnd nicht der Armee, die sich sehnt, ihre Aufgabe zu erfüllen, zur Last fällt. Die Stimmung aber, von der ich oben sprach, ist einfach die. daß nicht bloS daS Jntereffe eigener Selbst erhaltnng, nein, daß geradezu die baierische Ehre eine klare und energische Aktion in diesem Aiwenblicke fordert." Die Reue Frankfurter Zeitung vergleicht den deutschen Krieg mit dem amerikanischen, in welcher der Sonderbuno znerst ebenfalls glücklich war gegen die Union. Sehr richtig sagt das Frankfurter Blatt: „Der jetzige Kampf läßt sich nicht als mili-tarischer Kampf auSsechten; nur als politischer Kampf ist er zu gewinnen'; zu den materiellen Kräften sind die sittlichen aufzurufen ; der Freihnts' drang der Ration ist der Faktor, der in'S Feld zu führen ist; hinter daS Kritgsheer deS Bundes muß die FriedenSarme deS freien BürgerthnlnS als ^istit^e Reserve treten." — Goldene Worte, und sie gelten nicht bloS für Deutschland, sondern noch viel mehr für daS heutige Oesterreich. Die Kampfesweise der preußischen 3nsante rie ist. wie sich erweist, seit 3ahren darauf vorbereitet gewesen, der österreichischen zn begegnen. Unsere Hauptstärke besteht in dem Bajonnet Angriff. Diesen furchteu die Preußen und haben daher die entgegengesetzte Methode eingeführt. Sie lassen unsere 3nfanterie auf 200 Schritte herankommen. deutsche Familien, die mich anS Gnad' und Barmherzigkeit VortraitS malen ließen. DaS schwerste, sauerste Brod. daS ich je gegessen! ES klingt wieder sehr unzart, wenn ich melde, daß ich mich in den Lumpen-boden zurücksehnte, aber eS ist doch tvahr und vor der Wahrheit muß man »mmer Respekt haben, in welcher Gestalt sie auch auftrete. Aber waS Half'S? Dort war keine Stelle vakant uud so fuhr ich fort. Leute auSzu-spioniren. die sich portraitiren ließen. Man hatte mir die Gegendei jenseits deS Towers empfohlen, wo viele deutsche KapitainS und Matrosen zu finde» seien. Und wirklich, dort erblühte mein Gli»ck. Diese Art Herren haben nicht jo ferne Physiognomien und Ansprüche und waren leicht zu treffen und zu befriedigen. Mancher Matrose zahlte nicht nur Geld, sondern auch herzliche» Dank für die Freude, daß er nun seine Physiognomie einer alten Mutter oder einer jungen Liebsten schicken könne. So kam ich durch Praxis und Empfehlung immer weiter in den Hafen hinein, einmal auch anf ein Schiff. daS auf Wind für Amerika, lauerte. Dort hatte ich namentlich den Steuermann gut getroffen, gleich versprach mir der Kapitain zehn blanke Thaler. wenn ich il,n et»en so gut träfe. 3ch ging an'S Werk, aber natürlich nicht als freier Künstler, sondern als eine für zehn Thaler verkaufte Seele. Und dazu der steife Grog! Uud dabei das immerwährende Aufspringen uud Dounrr« unter den Matrosen von Seiten deS KapitainS! Der Wind wurde günstig, rhe ich ihn nur im Umrisse günstig konterfeit hatte. 3ch entschloß mich kurz, mitzufahren. Sin BiSchen Seekrankheit ärgerte mich anfangs, ging aber bald vorüber. Am Tage spielten wir Karte und trauten Grog. deS RachtS wurde geschlafen. So kamen wir mit weuigern Abentenern. alS auf der kürzesten Poststation, eines RachmlttagS in RewLork an. Matrosen und Kapitain sahen weder links noch rechtS nud würdigten vas Gewühl am Strande keiueS Blicks. Alle hatten'S schon hnndertmal gesehen. Auch mir fällt geben eine Decharge und ziehen sich dann rasch zurück, um stch später wieder zu sormiren. Dieses Zurücklveichcn vor dem Angriffe der Gegner ist eines der Hauptkunststücke in der Taktik der preußischen 3nfanterie. welche in den ersten Gefechten, wo man daS Geheimniß nicht kennt, seine Vortheile hat. nicht aber, sobald man endlich mit dieser KampfeSweise vertrauter ist. Die stockpreußische Weser Zeitung »varnt ihre Gesinnungsgenossen vor Ueberhebung wegen der bisherigen Erfolge in Böhmen. Sie sa,jt. eS könne nicht früh genug bedeutet werden, „daß gerade die Kämpfe der leßten Tage die militärische Ebenbürtigkeit der beiden Armeen bewiesen haben. Ob die preußische Strategik die Armee deS FZM. Be-ntdek. über dessen Verweilen jetzt kein Zweifel mehr sein kann, so fest engagirt habe, daß eS demselben unmöglich werde, die preußische Angriffslinie zn durchbrechen, werden erst die nächsten Tage lehren. Die einzige Möglichkeit, dieses zu verhüten, scheine nur in dem fortgesetzten energischen Angriffe zu liegen. Daß die angreifende Armee schon wegen der immer schivicrjgcr werdenden Berproviantirun^j die schwerste Aufgabe habe, liege aber aus her Hand." Die Berichterstatter der Pariser Blä tt er au f d e m italienischen Kriegsschauplätze stellen demnächst eine große Aktion der Motte und einen An^^riff auf Pola in Aussicht. ES scheint darauf abgesehen zu sein, gleichzeitig von der Seeseite den Kanal von gl'sana zu sperren und anzugreifen und im Rücken der Seefestung ein beträchtliches Heer zu landen, welches dieselbe beobachten soll. Bon einem Handstreiche gegen Triest schweigt angeblich wieder AlleS. ' Interessant ist folgende französische Stimme über die Schlacht bei Cu st ozza und über die Unbedachtheit deS italienischen FeldzugtplaneS. welche die Niederlage Viktor Emanuel'S verschuldet. Die DebatS. welche bekanntlich in ihren Sympathien für 3talien hinter keinem der vom rothen Prinzen abhängigen Blätter zurückstehen, halten sich zu-nächst über „jene über daS Ziel hinausschießenden Freunde Italiens" auf, tvelche „leugnen wollen, was der Angenscbein lehrt, und eine nnbestreit-bare, aber durch die gewahrte Waffenehre ruhmvolle Schlappe in einen Sieg zu verwandeln streben." Wen «volle man damit tänschen? nnd habe man in Florenz vergessen, daß es ehrenhafter und schließlich auch geschei-ter. den Freunden wie den Feinden ehrlich die Wahrheit einzugestehen? Was nun die Ursachen dieses österreichischen SiegeS anbelangt, so will der Verfasser deS Artikels nicht die streitige Frage untersuchen, inivieferne die gesteigerte Traglveite der Artillerie die Bedeutung der Festnngen vermiN' dert hat. Jedenfalls aber haben die Italiener an dem ^blutigen" 24. Juni lernen können, daß eS heute noch eben so bedenklich wie früher ist, zivischen feindlichen Festungen nmherzumarschiren, wenn man dieselben nicht vorher durch die engste Einschließung unschädlich gemacht. Roch nicht lange, fügt der Verfasser mit einem nicht mißzuversteheuden Seitenhiebe hinzu, sei es her. daß eine französische Armee vor dem FestnngSvierecke Halt gemacht; daS hätte wohl jeden General »um Rachdenken bringen sollen, dm sein guter oder böser Stern an die Ufer deS Mincio geführt^! Berichte deS „Pariser Abend Moni teur" ans Preu« Ken bestätigen, daß die Preußen ihre Erfolge lediglich ihrer HinterladnngS-Schußtvaffe verdanken, ivelche ihnen trotz der mit höchster Bravour ausgeführten Bajonnet Angriffe und deS heroischen, von den Preußen in ihren osficiellen Berichten selbst anerkannten Beispieles der Ofsieiere der i^ster« reichischen Armee daS Uebergetvicht verleiht. Bei seltenen Gelegenheiten hat das Terrain die Oesterreicher begünstigt, zum Kampfe mit blanker Waffe zu kommen; wo dies der Fall ivar, habeu die Oesterreicher beinahe überall den Sieg davon getragen. Anch die auSgezeichuete österreichische Kavallerie mußte gegen die preußische Kavallerie im Rachtheile sein, weil diese die Llittik antvendete. die Angriffe der österreichischen Schwadronen zu erwarten und dieselben mit einem sehr lebhaften Feuer aus ihren Zündnadll'Karabinern zu empfangen. Die von Napoleon beabsichtigten Aenderungen derfranzö' fischen Verfassung würden in Folgendem bestehen: „Die Adreß-deliatte wird unterdrückt. DaS 3nterpeUationsrecht wird dem Senate und eS nicht ein, Rew-Lork zu beschreiben. WaS gibt'S denn hier zu schil-dern? Geschäfte, große und kleine Geschäfte. Verdorbeue oder verschlossene Deutsche. LouiS Drucker, Linden-Müller, 3rlünder. — Inwendig mag mincheS Herz schlagen und manches edle Gefühl und manche schöne That blühen — ich habe nichts davon beinerkt. Ich portraitirte mich bald immer iveiter nach Südwesten hinein, ohne daß mir dabei etwaS Besonderes passirt wäre. Alles, waS ich erlebte, beschränkt sich anf pekuniäre oder ttppetitionäre Verlegenheiten. anS denen ich mich dann immer so ziemlich mit ettvaS farbiger Kreide heransstrich. Rur Musikanten nnd Portraitmaler können so in die Welt hineinlaufen, »vie ich, allenfalls noch Handwerksburschen. Attdern Leuten mag ich's nicht rathen. Endlich bin ich in einer kleinen, jungen Stadt »veit innen im Lande. Ich will sie nicht nennen, denn ich habe es mit lauter wirklich lebenden Personen zu thun. In der kleinen Stadt bin ich GeHülse bei eine« Franzosen, der fabrikmäßig portraitirt. Er tnacht die (Gesichter, ich die Haare und Kleider, ein oiiderer die Rahmen n. s. »v. Die Personen brau-chcn bloS Stunde zu sitzen. Drei Stunden nachher wird ihnen daS Portrait mit GlaS nnd Rahmen und einer quittirte» Stechuung in'S Haus geschickt. Leßteres besorgt ein hübschir Zunge mit einem Tressen-kr.igen. Eines Tages kommt ein schönes Mädchen herein. Der Fabrik-Herr wirst eben die Züge eineS alten Herrn ansS Papier, »vährend eine dicke, rothlockige Mutter mit ihrem Jungen anS einer Tasche ißt und öfter fragt, ob sie bald dran kämen. Die junge, schöne Dame eröffnet, dajj sie gar keine Zeit habe, und eS müsse überhanpt sehr rasch gehe», sonst sei sie genöthigt. sich an einen Andern zn wenden. Wer aber läßt die Kunden in einem Silber........ Nantattien....... 679.— > K. K. Mitnz'Dnkaten . . . 184.75 18».— 128.— 6.S0 Z. 1907. Kundmachung. Bei den am 2., 3. und 4. stattgehabten Wahlen der Gemeinde-Vertretung der Stadtgemeinde Marburg wurden nachstehende Herren gewählt und zwar zu Mitglieder« des «emeinteansschnffks: Herr Badl Anton. „ Banealari Josef. „ DominkuS Dr. Ferd. „ Aeyrer Alois Edl. v. „ Girstmayer Johann. ^ Kielhauser August. „ Kriehuber Alois lZdl. v. Leyrer Friedrich. „ Löschnigg Mathias. „ Mareo Michael. „ Mohor Stefan. Herr Oehm Franz. Perko Franz. PichS Johann. Rast Ferdinand Bar. Reiser Dr. Matthäus. Stampfl Franz. Sticht Joljann. Tappeiner AndreaS. Wagner Anton. Waltner Dr. Karl. Wiesinger Adam. Wundsam Josef. „ Modrinjak Dr. Lorenz. Ersatzmänner. Herr Gilg Josef. Herr Scherbaum Karl. „ Halbärt Franz. „ Stark Georg. „ Haußner Karl. „ Stopper Gottlieb. „ Löfchnig Josef. .. Tscheligi Franz. „ Ogriffeg Georg. Walbiner Anton. „ Peterneil Jakob. „ Wolf Simon. Borftehung der Stadtgemeinde Marburg am 5. Juli 1866. Der Bürgermeister: A. Tappeiner. Z. 7447. Edikt. (SSS 3. 7S17. Edikt. (265 Unter Bezugnahme auf daS dießgerichtliche Edikt vom 8. April 1866 Z. 4443 wird bekannt gegeben, daß die auf den 14. Juni 1866 ange. ordnete zweite Feilbietungstagsatzung zur exekutiven Versteigerung der dem Jakob Bernhaut. Grundbesitzer zu Willkomm gehörigen, auf 280 fl. geschätzten Fahrnisse auf den »«. Juli IS«« Vormittags von 10—12 Uhr im Wohnorte des Schuldners überlegt wurde, wobei die Pfandstücke auch unter dem Schätzwerthe werden hintan« gegeben werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 13. Juni 1866. Rr. 8218. (266 Nachdem bei der zusolge Ediktes vom 4. d. M. Z. 7184 am 2ö. d. M. Vorgenommenen ersten exekutiven Feilbtetung deS dem Johann Polatscheg von Jauneg gehörigen BuchenscheiterholzeS kein Kauflustiger erschienen ist. wird am II Juli IS«« Vormittags von 10—12 Uhr und nöthigenfallS Nachmittag von 2—-4 Uhr im sogenannten Stnrmgraben. Gemeinde Wurmath. die zweite Keilbietung^^lagsatzung mit Hintangabe deS Pfandobjektes auch unter dc.il TchätzungSwerthe stattfinden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 27. Juni 1866. Z. 8302. Edikt. (264 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt jttmacht: Es sei die freiwillige Veräußerung der zum Nachlasse deS Oberkoadukteurs Jgnaz Eiset gehörige», aerichtlich auf 75 st. AI kr. öst. W. geschätzten Fahruisse. bestehend in »leider«. Wäsche und Einrichtung, bewilliget und zur Bornahme derselben eine einzige Feilbietungs Tagsatzung auf de» S. Juli l. I. Vormittag vo» S—12 und nöthigenfaUs Nachmittag vo» 2—5 Uhr i» der Wohnung des Erblassers Hous-Nr. 115 in der Grazervorstadt zu Marburg mit dem Beisatze angeordnet worden, daß die fkilzibietende» Gege»stä»de »ur um oder über de» Schützwerth hi»ta»aegeben werde». Marb»rg a« 1. Juli 1866. _ Von dem k. k. Bezirksgerichte in Marburg wird bekannt gemacht: Es sei zur Vornahme der bewilligten fteiwilligen gerichtlichen Fetlbietung der zum Verlasse nach Anna Ogrinz gehörigen, in der Steuergemeinde Kranichsfeld gelegenen, unbehausten Realitäten Urb. Nr. 28j »ä Kra-nichSfeld, bestehend aus Aeckern. Wiesen, Hutweiden und Trischfeldern im Flächenmaße von 8 I. 399 Q. Klft. und SchätzungSwerthc von V41 fl. und Urb. Nr. 29j aä Kranichsfeld, Wiese pr. 10bS Klst. bewerthet auf 145 fl.. die Tagsatzung auf den IS. Juli l. I. Vormittags von 11 bis 12 Uhr an Ort und Stelle zu KranichSseld mit dem Anhange an-berauint, daß jene Realitäten abgesondert feilgeboten und nur um oder über den angegebenen SchätzungSwertheu hintalmegeben werden, daß die Lizitanten vor dem Anbote 107° von diesen Berthen in Barem oder steiermärk. Sparkassebücheln oder österr. Staatspapieren, nach dem letzte» Börsenkourse berechnet, als Vadium, und die Erstehet überdies gleich nach dem Zuschlage bezüglich der Realität Urb. Nr. 28i 200 fl. und bezüglich der Realität Urb. Nr. j 45 fl als Meistbotstheilbeträge l»ar ^u Händen der Lizitations Kommisfion zu erlegen haben. Die übrigen LizitationS« bedingnisse können hiergerichtS eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 10. Juni 1866. ll« M «M« - liefert da» ,,C?enß?UI«I>OvvT*^ der Ersten und Größten Leinen-WSsche»Niederlage in Tuchlaube« II, die billigste nnd beste fertige Leinenwäsche für Herren, Damen «nd Kinder, in jeder Größe und Qualität, als auch weiße und elegante für» bige Hemden in alle« Größen, schönste Aa^on, zu solch' erstaunlich billigen Preisen, daß selbe unbedingt überraschen müssen nnd bei dem kleinsten Bersnch zn weiteren Bestellungen Veranlassung finden. Fertige Herrenhemden, beste Handarbeit: Weißgarn-Leinenhemven, glatt . . . anstatt st. 8.— nur fl. 1.KV Keinere Sorte mit Aaltenbrust . . . anstatt st. 4.S0 nur st. 2.80 Keine Jrländer oder Numburger Hemden anstatt fl. 6.— nur fl. 2.80 Keine Rnmbnrger Hemden, Handgefpinnst anstatt fl. 7.50 nur fl. 8.S0 Aljerf. Rumb. Hemden, schönste Handarbeit anstatt fl. 1V.— nue fl. 4.S0 Fertige Damenhemdea, schönste Handarbeit und Handstickerei. 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