Lmkschrr Organ bet Verfasiungspartei in krain. Hr.532 A-onnemenrs-Bedingnisse: SanzjShrig: 8ur Laibach fl. 4.— Mit Post fl. S.— • • • • 2. „ • » 2.50 Diertelickhrig: > » • 1* * • • 1*25 Samstag ben 18. October gut Zusttllung in « Hau«: Virrtellilhrig 10 fr. 3 n ( ertiont-Preise. Linspaltige Petit-Zeile k 4 fr., bei Wiedkrholungen a 3 fr. — Anzeigen bil 5 Zeilrn 20 ft. Rcdailion. Administration u. ktrpedition: Schustergaffe Nr. 3,1. Slock. 1890. gin Ausbnich brs Dkiilschnihasscs. Wie roir schon neulich kurz errocihnten, kam btr Deutschenhah, von bent unscr slovenischer Ge-dieinderath erfullt ift, in bet letzten ©itzung roieber einmal zum heftigsten Ausbtuche. Es geschah bteh Hifibrenb einer bie beiden beutschen stabtischen Volks-schulen betreffcnben Debatte aus einem an unb fur Sb sebr geringfugigen Avlafse. Die ©chulsection be« tjragte ber beutschen Madchenschule, roelche, unge-d^tet b'ereits vier Glaffen bestehen, nut eine Do-ration von 25 fl. bezieht, biese auf 40 fl. zu er-taBen nodbbem bie Dotation auch bet allen anberen stzdtis'chen Schulen mit 10 fl. fur jebe Classe be-Uvffen roirb. Diese beantragte Erhohung von ganzen 15 fl fiir eine beutsche Comrnunalschule entfefielte ben vollen Fanatismus bc8 slovenischen ©emeinbe-latbeS Zuerst klagte Dr. BleiweiS tiber bie angeb« tidje Saab nach Kinbern fiir die beutschen Gommunal-Mulen, protestirte gegen jebe Aufnahme slovenischer binder unb faselte von ben Germamsirungstenbenzen brf Landesschulrathes. Hier ntiifie ber Stabtschulrath teine Pflicht thun unb forgen, bah slovenische Kinder in ben beutschen Communalschulen nicht germaniftrt Wrben Herr Hribar wollte roie gewohnlich Alle tibet-ttumpfen unb es gelang ihm auch. Er verstieg sich zu ber Unaeheuerlichkeit, es fur einen Fehler zu erklaren, b06 ,ut Leitung ber fraglichen Schulen Personlich-teilen betufen routben, von benen man hatte wissen Feitilleton. Die Gottscheer Volkslieber. Von Dr. Abolf Hauffen, Docent an ber beutschen Universitat in Prag. Nicht allein als Zerstorer, auch als Htiter unb ^c&opfer wirkt ber Kampf. Nur jenes Erbe ber Set besitzt man wirklich, bas man sich in tag-h*.m »amps von Neuem erringen muh. Unb so ifi es auch eine befannte Thatsache, bah bie Sitten Unb ©ebtduche, bie Dichtung unb ber Sagenschatz eincS Volkes sich nicht bort ant treuesten unb rein-fhn ethalten, wo bet Besitz biefer nalionalen Eigen-tBiimli&lciten als cin sclbstvetstanblichet unb von teiner Seite angefeinbeter erscheint, sonbern bort, ^ ein Heinetet Bruchtheil bet Nation, von ftembem Koike umgeben, sich miihselig seiner Sprache unb Siner ©tammesart wehten mufe. Datum sinbcn roir ih alien beutschen Sptachinseln cin gesteigetteS na-Leben, eine vettiefte ©esinnungstiichtigfeit, e'tt labcs AuSharren in Drangfal unb Streit. Auch bie Svrochmstl unsereS HeiinatlanbeS Krain gibt tzieftir ein UbenbeS Zeugnih. ©eit ftinf Jahr-Wnbetten in einet vethaltnihmahig armen unb un-thUlidben Gegenb angefiebelt, haben bie roatferen SottfcbTet ihte angestammte Munbatt von ben Gin. ftrtffen bet sir umgebenben Slovenen vollig fret er--f ten ihte alte SanbeStracht, ihte Festgebtauche unb mtifsen, sie rotirben beftrebt sein, bie ihnen anvet-trautcn Anstalten nach Kraften zu heben. Die Haupt-schulb treffe abet ben Lanbesschultath, bet einen Erlah Habe ergehen lassen, bah keinem Kinbe bie Aufnahme in bie beutschen Schulen verweigett roer-ben biitfe; bagegen hatte ber Stabtschulrath Protest erheben sollen. Det Burgermeister fanb kein kraftiges Wort ber Abwehr gegen bcrartige unqualificitbare Angriffe, sonbern verschanzte sich Hinter bie Competenz bes Stadtschultathes, bie es ihm nicht erlaube, auf bie Aufnahme ber Kinbet einen birecten Einfluh zu nehmen unb ebenfowenig auf bie Gtnennung bet Lehtktafte. Zum Schlusse macht ber Sertchterftatter Pfatret Nosmann ein hochst bemcrfensroetthes Ge-stanbnih. Et erlldrte namlich, bah er sich alle Muhe gegeben Habe, bie Eltern in bet Absicht, ihte Kinber in bie beutschen Schulen zu senben, abroenbig zu machen, boch sei sein Beginnen oetgeblich geroesen, ba bie Eltern barauf beftanben, ihren Kinbetn bie Kenntnih ber beutschen Sprache zu verschaffen. Bei ber Abstimmung rourbe bie erbetene Erhohung ber Dotation um 15 fl. auch richtig verweigett. Dah eine verbissene Abneignung gegen alles Deutsche bas Hauptmotiv in ben Entschliehungen unseret jetzigen ©tabbertretung bilbet, bas weih man schon lange, allein kaum noch ift biese so erah unb wiberlich hetvorgetreten, roie bei biefer Gelegenheit. Det stets roachsenbe Besuch ber beutschen Schulen vetsetzt bie nalionalen Mitglieber bes ©emeinbe* ©eroohnheiten bes Sebens unb vor Allem einen reichen, roetthvollen Schatz von Volksliebern beroahrt, bie, ihrer inneren unb auheren Form nach von hohem Alter unb echter Volksthuinlichkeit, in engflet Bezichung zu ben fchonften Volksliebern bet ubtigcn beutschen ©tamme stehen. Auch von ben Siebetn ber Gottscheer sinb nur verschwinbenb roenige ben be-nachbartcn Slovenen entlehnt, bie Mehrzahl ift roohl schon im 1C. unb 17. Jahrhunberle von ben ivanber-frohen Mannern aus bent beutschen Mutterlanbe in bie neue Heimat eingeftihrt roorben. Die ersten genauerett Nachrichten tiber bie Gottscheer Volkslieber unb viele Proben veroffent* licht Professor Karl Julius Schroer in seiner iiberaus etgebnifereichen ©chrift: SBorterbuch ber Munbatt von ©ottfchee (Sitzungsberichte bet phil.-historischen Classe ber Wiener Akabemie ber Wissenschaften 1868 unb 1870), bnnn im Heim-garten, 1. S. 744—757. Manches ist zerstreut gebrudtt, vieles mag im Laufe bet Zeit verloren* gegnngen sein, vieles, noch unbekannt, harrt bes FinberS. Eine grohe Neihe ber roerthvollsten Volkslieber ist in ben letzten Jahren aufgezeichnet roorben unb liegt mir hanbschristlich vor. Um bie Sammlung haben sich bas grofete Verbienst erivorben: Herr Max Tomitsch, berzeit Oberlehrer an ber ©chul-veteinSschule zu Lichtenroalb (Steiernmtl), unb Hett Dberlehtet Josef Petz zu Sichtenbach bei Gott- rathes offenbar in eine Wuth, bet bet thnen jebe Hare Etkenntnih unb Beurtheilung abhanben lommt. Die Herten vetgcsien ganz, bah es ben Eltern vollkommen freifteht, ihte Kinder in biese obet jene ©chule zu schicken, bah biehfalls angesichts ber beftehenben Ge-fetze eine Verorbnung bes Landesschulrathes gar nicht nothroenbig ist, unb bah ber Stabtschulrath als untergeorbnete Behorbe gegen bie Weisungen bes Lanbesschulrathes nicht zu protestiren, sonbern biese unoerroeigetlich burchzufiihren hat. Unb roelchen Grab muh ber Fanatismus innerhalb ber Stabt-vertretung, beren obetfte Aufgabe es roare, fiir bie Jnteressen aller Beroohner in gleichet unb objectiver Weise zu forgen, erreicht haben, roenn ein Mitglieb berselben verlangt, es hatte bie Leitung bet beutschen Schulen Kraften anoertraut roetben sollen, bie roomoglich auf ben Ruin berselben hinarbeiten, roenn man bie Lcicherlichkeit nicht scheut, eine roinzige AuS-gabe von 15 fl. zu verroeigetn, um nur babei set* nem Deutschenhasie Lust machen zu tonnen, unb roenn ein Pfarrer offen befennt, bah er seine priesterliche ©tellung zur Parteiagitation verroenbe unb seine nationale Propaganba nur an bent gesunben ©inne ber Bevolkerung gcscheitert sei. Ob sich roohl Baron Winkler auch tunftig noch boriibet aufhalten roirb, bah bie beutsche Bevolkerung ben stabtischen Schulen kein Vertrauen entgegenbringt! Unb oermag biefelbe nach solchen Vorkommnisien von ber stabtischen Vetwaltung tiber« schee; Letzterer auch baburch, bah er besttebt roar, bie alten Sangesroeisen biefer Lieber aufzusuchen unb sesizuhalten unb roieber unter bas Volk zu bringen. Mogen bie genonnten Herten unb ihre Betussgenossen noch roeiterhin bie lebenbige Vsiege bes Volksliebes in ©ottfchee im Auge beholten. Nicht butch bie Unterstutzung bet auheren Verhalt-nisse einer Bevolkerung allein sorgt man fur beren Erhaltung, sonbern in noch hoherem Mahe butch bie Fotberung unb Rraftigung bes inneren, bes ©emuthStebenS, ber retigibfen unb kiinstletischen Seftrebungen. Zu bicfen gehort zroeifellos bas Volkslieb, befsen Pflege auch einen Damm setzt gegen bas Einbringen jammerlicher unb unsittlicher Erzeugnisse bet nieberen Literatur in bie Kreise ber Lanbbevolferung. Die ubetroiegenbe Mehrzahl bet bifiher bekannt gerootbenen Gottscheer Volkslieber gehort ber epi» schen Dichtungsgattung an, es sinb Bal laben obet Legenben. Zu ben meiften kann man bie Seitenstticke in ber beutschen Literatur finben. Die Hauptziige beS Jnhalts bteiben bie gleichen, bie Darstellung roirb in ©ottschee kurzer unb einfacher. 1. Ballad cn. DaS bclchrenbfle Beispiel, roie sehr bie fcheer bie beutschen vvlksthtimlichen BallabuiWk^^ einsachen, gibt uns bas Lieb com Settler, melcheS mit feinen bteizehn Zeilen ben burftigsten MuSzng haupt ju errvarten, dah diese ihrer Aufgabe auf irgendeinem Gebiete in sachlicher Weise gerecht roerbe ? Unb was soll bie deutsche Bevolkerung von einem Priester halten, bet gegen ihre Schule unb ihre Sprache offen agitirt unb sich bessen noch zu ruhmen keinen Anstanb nimmt ? So bebauerlich unb bebenklich abet auch Geschehnisse sein mogen, roie sie in ber letzten ©emeinberathssitzung vorkamen, sie haben bennoch ihre gute Seite. Sie zeigen, wie trostlos bie Stellung ber Deutschen im Lanbe ift, rote man sich mit roahrer Frivolitat iiber ihre berechtigten Anspriiche hinwegsetzt unb roie es mit ber Schonfarberei unb bem Betsohnungsschroinb el eigentlich beschaffen ift, butch bie man con Zeit zu Zeit bie roahren Ber-haltnisse zu vettuschen sucht. Wiener Lrief. (Aus Bohmen unb Mahren.) 15. October. J. N. — Nachbern bet Ausgleich abgeschlossen roat unb roahrenb bie Jungczechen sich noch besannen, was bamit anzufangen ware, hatten bie Altczechen hinaus treten sollen in's czechische Volk, um basselbe flit ihr Werk giinstig zu ftimmen, um basselbe mannhaft zu oertreten. DaS thaten sie nicht, viel-meht libetliehen sie ben Jungczechen ben Soben im Volke vollstanbig unb von vornherein befchrankten sich einige roenige Altczechen, barunter Rieget, ihre That ben jungczechischen Angtiffen gegenubet zu oertreten, unb nur da unb bort ging einmal Mattusch obet Braf unter bie Ptaget Butgetschaft ober unter bie Wahler, um benfelben mitzutheilen, bah bie Altczechen nicht gar so bose ober kopflose Seute sind, roie bie Jungczechen behaupten. Von altczechischer Seite selbst rourbe zugegeben, bah bie Vertheibigung bes Ausgleichs unb bež Vorgehens bet Altczechen feit bem Abschlusse bež AuSgleichež cine lahrne unb ungenugenbe geroefen sei, was man von ber Wirk-samkeit bet Jungczechen gegen ben Ausgleich butchaus nicht behaupten kann. Woher kam abet bie fast mabchenhaft fcheue Zuriickhaltung ber Altczechen? Man muh es leibct sagen — auf bie ©efahr hin, ihnen bamit unbequem zu roerben; auf bie ©efahr hin, bah sie barauS einen neuen Beroeggrunb fur bie Ablehnung bes Ausgleiches sich sihniieben — ihre Zuriickhaltung kam von ihrer Hinterhaltigkeit. Kaum roat bet Ausgleich abgeschlossen, kam bet ihnen bie Reue, aus ber feit bem 14. Jahthunbett in Deutschlanb verbreiteten Ballabe vom ebten Moringer bilbet, bie aus vierzig siebenzeiligen Strophen besteht. Der Jnhalt bieser Dichtung ift folgenber: Der Ritter Moringer will in's St. Thomasland, b. h. nach Jnbien, auf Slbenteuer ziehen. Er nnpfiehlt vor ber Abteise seine Frau bem Schutze bes jungen Herrn von Neifen. Dieser verspricht, ihrer burch fieben Jahre in Ehten zu marten, unb halt auch fein Gelobnih. Moringer aber laht in ber Ftembe bie gefetzte Frist vollenbs oerftreichen. Da erfcheint ihm ein Engel im Traume unb berichtet ihm, bah bet junge Neifen sich jut Hochzeit mit feinem Weibe rtifle. Mit Hilfe bes heiligen Thomas kommt nun bet Moringer in einer Nacht in seine Heimat, erfcheint als Pilger unerkannt in seiner Burg unb fleht um eine Gabe. Sein Weib reicht ihm einen Becher Weines, er roirft fciiten Training hinein unb roirb von ihr baran crkannt. Sie stiirzt sich ju feinen Fiihen; cr vetzeiht ihr, ben jungen Neifen aber macht er zu feinem Eidam. In ber Fafsung bes bt'treffeiibeii Gottscheer Siebcs ift nicht nur bie gauze Vorgefchichte ivcggefallen, roir vcrmiffen auch all baS Bcitverk, bie AuSfchtnucknng, bie Namen unb ©chilberttngen ber deutschen Ballabe. Nur ber Schlith bes Ereignisses roirb knapp unb boch ivirk-sam besungen: Wie ber Bettler in's Dors zur Hochzeit kommt, von bet Braut ein Glas Wcin bah sie am Enbe boch ju „billig" geroefen roaren; kam ber ©ebanke, bah sie am Enbe boch noch Giinftigeres hatten erlangen konnen. Unb barauS enblich entroickelte sich ber Wunsch, auch hinterher fur ben Ausgleich noch einige Vottheile einzusacken, sich ihre Haltung zu ben oerschiebenen einzelnen Punkten ber Vereinbarungen noch besonbers bezahlen zu lasien. Bei einem feften Eintreten fiir ben Ausgleich meinten sie sich bes Vortheiles zu begeben, roelcher fur sie batin lag, bah zu ber allgemeinen Suftitnmung fiir ben Ausgleich auch noch ihre befonbere Zustimmung fiir jeben Ausgleichspunkt in seiner erroeiterten Form als Verorbnung ober Regietungs-votlage nothroenbig sein rourbe. Diesen Votiheil roollten sie nicht aus bet Hanb lassen unb barum burfte es nicht scheinen, als ob sie Feuer unb Flamme fiir ben Ausgleich roaren — benn je roeniger sie sich fiir benfelben erhitzen roiitben, besto grbher muhte ber Preis fiir bas jebeSmal erneuerte Eintreten ber Altczechen ausfallen. In bieser Absicht rourben bie Schrittc ber Regierung zur AuSfuhrung bes Ausgleiches nicht giinstig beurtheilt, roenn sie auch noch so fehr mit bem Geist unb Wortlaut bes Ausgleichs in Uebereinstitnmung roaren — man muhte fortgesetzt als unzufrieben, ja als gekrankt erfcheinen. In bieser Absicht rourben neue Forberungen aufgestellt, roelche zugleich mit ben Vereinbarungen erfiiUt roerben follten. Jnzroifchen hatten aber bie Jungczechen sich zurecht gefunben unb begonnen einen frifchen froh-lichen Felbzug roiber ben Ausgleich, abet auch roiber bie Altczechen unb als sie fahen, bah bie ©ache Erfolg Habe, gingen sie zu immer heftigcren An-griffen iibet. Anfangs fahen bie Altczechen in bem Ankampfen ber Jungczechen roiber ben AuSgleich eine Art Unterstiitzung ihrer Absicht, ben Ausgleich bet Negierung unb bem Volke ju vertheuern. Je unjuftiebener bie Jungczechen unb selbst bas ganze czechische Volk mit bem Audgleiche roaren, besto theurer miihte ja bie Mitroirkung ber Altczechen beint Ausgleiche roerben! Aber bie Jungczechen blieben bei ber Zerreihung bes Ausgleiches nicht stehen; ihre Unternehmung hattc bei ber absicht* lichen ©aumseligkeit ber Altczechen so guten Fort-gang, bah sie mit bem Ausgleich auch bie Altczechen vernichten roollten, bah sie bie Altczechen in thten alteften Festungen iibersielcn unb ihre Stimmen in ber Wahlerschaft vernichteten. Nur schiichterne Vet-suche machten die Altczechen, sich ihrer Haul zu crhalt, babei von bieser als ©atte crkannt roirb, unb : Bie bas derhoerot ber praitigan ar tuat a sprunc bol itbern tisch: „Zuncheirre pin ich innar kam, hai did! beu a! juncheirre gean i bider aus! hai bibt beu a!" b. h.: Wie bas oernimmt ber Briintigam, Er thut einen Sprung wohl Uber ben Tisch: „Als Junggesell bin ich hereingekominen, Als Junggesell geh' ich roieber hinaus!" Mit diesem AuSruf bricht bas Lied echt volks-mahig ab. Treue auf fieben Jahre hinaus beivahrt auch bie Btaut in bem feit bem Slusgang beS 16. Jaht-hunberts in ben verfchiebenften Fassungen verbreiteten beutfdhen Volkslicbe vom „Abfchieb unb Wiebcr-fehen unter ber Sinbe". Auch bie Gottscheer singen das gleiche Lied: Treue Liebe mit einigcn eigetv artigen Abmcichungeit: Unter bet Sinbe nimmt „ba8 piieble" Abschieb von seiner Braut, roeil er in'8 grohe Heer muh. Wenn er nach fieben Jahren noch am Leben ift, so roirb iibet vein Reifnitzer Boben cine rothe Fahne roehen, roenn cr gestorben ist, cine schwatzc Fahne. Dieser Zug sehlt in ben entspre-chenben bentschen Siebern, ist aber gemcin inbo-gcrmanifch; man braucht nut an die AegeaSsage zu etintiern. Nachbetn die Zeit vcrftrichen mar, glaubt roehten. Dafiir aber glaubtcn fie nun bie Zeit ge« kommen, an bie Negierung bie hochstett Anforberungee stellen zu mttfsen. Sie erfannett zunachst bie czechische innere Anttsfprache, bantt die ganz unbestimmten „andercn' Cautelen und Gewahten; sie gtiffen auf die alte „Gleichberechtigung", roelche fchon fo jute Dienste geleistet hat, zuriick; unb roahrenb sie auf einer Seite ben Preis fiir ihre Mitroirkung immer hoher stellten, verminberten sie auf der attberen Seitr immer mehr bas, roas sie fiir biefen Preis leistn roollten: zuerst noch ben ganjen Ausgleich, bans nur mehr ben .unschablichcn Theil" besselben uiti juletzt roollen sie bie Ausgleichsvotlagen iiberhaupt nut mehr als einfache NegierungSoorlagen gelte# lasien. Sie forbern fort — roollen abet gar nichti mehr leiften, benn jetzt hanbelt es sich fiir sie nur mehr um ihre „Nettung" unb nicht mehr um btn Ausgleich. Unb nun sinb sie in ber Sackgasse. Die Jungczechen haben ihnen den Soben im Volke abgegraben; die Negierung kann auf ihre Forberungen nicht ein-gehen. Nun beginnen bie altczechifchen Versuche, auS bet Sackgasse herauszukommen, Conserenzen mit ben Jungczechen, Conserenzen mit alien czechische« Ab-geordneten Bohmcns, Mahrcns unb Schlcsiens. Die Sonferenzen mit ben Jungczechen sinb vollstanbig gefcheitert, benn bie Jungczechen oerlangten eine gt* meinfame Ktmbgebung bet czechischen Abgeorbneten, in roelcher sich bie Altczechen ihr vernichtenbeS Ur-theil selbst gefprochen hatten. Die Jungczechen wet-den aber basselbe auch in einer bohmisch-mahtisch' schlesischen Gonferenz vctlangen unb biefelbe cbenfaM unmoglich machen ober zu einem Getichtshofe ge-staltcn, bet ben Slltcjechen bas TobeSurtheil spricht. Diese haben in ber vorgestern abgehaltetten Ver-sammlung bcschlosien, es sei bie Antroort ber Re-gierung auf bie Resolution Skatba vom 3. Juni abjuroarten unb injroischen im Landtage in ber Be-rathung bet Regierungsvorlage betreffs ber Trennung bes Lanbcsculturrathes fortjufahren. Dieset Beschlu^ ist nach jebet Richtung uubefriebigenb unb roie roir gltiuben, auch burchaus nicht geeignet, bie schroietige Situation ber Altcjcchcn giinftiger ju geftalten. Dena roaž roill bie beriichtigte Resolution bes Herrn Skarba? So dunkel unb verschivommen auch ihr Jnhalt et» scheint, fo bejweckt sie boch lebiglich bie Einfiihnmg ber inneten cjechifchcit Dicnstsprache bei ben Gerichtea unb politischen Behorbm bet czechischen Bezicke- die Braut irrthiintlicherroeife eine schroarze Fahne roehen ju fehen. Ihr Geliebter sprengt heran, bleibt aber von ihr unerkannt. 11 m sie zu erproben, erzahlt er ihr, bah ihr Brautigam treulos geroorben sei. Sie sangt an zu tveinen, iviinscht aber bem Bosen trotzbem so vicl Gluck, als Sand am Meet. Da reicht er ihr ein Titchlcin, bah fie ihre Thraneit trockne, unb gibt sich zu erfettnen. Die Ballade fchlieht mit den Bersen, bie in mvhreren Gottscheer unb zahlloscn deutschen Bolksliedern roieberkehren: ES kann unb mug et anbers žain*) bit boibeu milefent painanber Lain! Es kann unb mnj nicht anbers sein, Wir beibe miiffen beiiianber fein! Dah abet bemahrte Treue auch jum Unheil gcteichen kann, jcigl die crgreifenbe Ballabe: Schean Hanfc (ungebruckt)- Det fchone Hans laht am friihen Morgen feinen Braun fatteln. Er mill nach Jlarlstabt reiteit, um rothe« ®e‘icn und meihen Hirse zu kaufen. Auf bem Wege bahin halt ihn bie Mautneritt auf. Nicht Gelb vrrlangt sie von ihm, foubern Siebe. Er aber venveigert ihren Wunsch, roeil er seiner Gattin treu bleibeit roill. Da roirb bie Mautnerin zornig u»d laht ihn um-bringen. Seine Gattin sucht ihn, finbet bie '-^che unb stirbt vor Schmerz bariibcr. DieseS Motw: *j Mit '/. bejeichne ich tjier baS ro.’iche W (= fr°ow »isch sranzosisch j) ber Gottscheer. SBie nun die Ncgierung uber biefen Punkt denkt, boS hat fie nicht einmal, sondern wiederholt darge-legt. Jm Neichsrathe lehnte Graf Taaffe die For-derung nach der inneren czechischen Amtssprache direct ab, in der Ausgleichsconferenz hielt die Re-oierung, roie Herr v. Plener in seiner Prager Rede vom 26. Janner d. I. erklarte. zunachst an der formellen Paritat der beiden Sprachen im Parteien-ynkehr fest, bestand aber ebenso fest auf der ein-heitlichen deutschen inneren Amtssprache, und eine rbenso entfchiebene, roenn auch nicht directe Aner-kennung deS bisherigen Rechtszustandes erflotz auS dem Munde des Statlhalters Grafen Thun in der LandtagSsitzung vom 2. Juni. Die Regierung bentt also ebenso roie bieh an noch hoherer Stelle der »all ist, nicht gunstig uber die czechische interne AmtSsprache und selbst roenn Graf Taaffe gegen seine besiere Einsicht biefen letzten Versuch, baS lede Schjff der 2«tc;echen iiber Wasfer zu halten, roagen wottte Die flare und deutliche Sprache der Aus. oleichsvereinbarungen, roelche die Gewahrung dieser Concession direct ausschliehen, rotitbe ihn daran Binbern. Die Ausgleichsconferenz einigte sich barin, Lfiglich bes Gebrauches ber Landessprachen feet ben staatlichen Behorben ben Status quo gelten zu lasscn unb nut beshalb gaben sich die Deutschen bamit zu-frieben dah vorlausig die Sprachenverordnung be-»eben bleibe. Mit der Annahme dieser gegen ben einn unb Jnhalt bes ganjen Ausgleichs gerichteten Resolution rolirbe aber der Status quo zu Ungunflen bet Deutschen verletzt, es roiirbe eine reformatio in ■pejus eintreten unb eine neite Sprachenfrage ge-fAaffen bevor noch bie alte gelost ist. Unb schlieh-licb fleht bctn bohmischm Lanbtage gar feine Ent-Meibung Uber eine Frage bet inneren Sprache bet ©taat^ehorben^ ^ bje h^ptsachlichsten Griinbe. weltfie gegen bie Skarba'sche Resolution sprechen, mitgetheilt, aber iht Geroicht ist fchroer genug unb die Unmoglichkeit ber Gewahrung biefeS czechischen Wunsches geht auS ihnen beutltch genug hervor. 2Boju also bie Frage ber Slltczechen, beren Antwort fie ia lennen? SZBir gtauben nicht sehlzugehcn, roenn Lit in bem geflrigen Beschlusie der Altczechen das Wirken bet Regierung erblicfen, b.e, vox einem ent-schiebenen Ausgleichssiasco zuruckschreckenb bie gauze Anaelegenheit auf bie lange Bank zu sch.eben sucht U»d sich an bie alte liebgeroorbene Parole ermnert: Morb aus Rache sur verschmahte Liebe, kehrt m det Dichtung ofter roieber. Auch bie banische Bal-Iflbe „Erlkonigs Tochter", bie Herber in seine Volks-Kebetsammlung aufgenornrnen Hot ermnert batan: fterr Oluf roeigert sich, mit Erlkomgs Tochter zu tan lit « » n-«sts°lg-nd,n H°ch- Hit m. Da vetfetzt ihm bie Fee einen tSbtl.chen Schlag auf'S Herz- Bleich reitet et he.m Am Hoch-zeitsmotgen sindet ihn die Braut tobt unter semem ^charlachmantel ^"gxbrochener Treue roiffen bie ffiottfcheet VolkSliebet - auch Hienr, ben allgem«inen WfcSen entsprechenb - zu erzahlcn: von vor-2m Herten, roelche arme Mcidchm durch faksche Liebesschroute verfiihtt unb bann mlaffen obet m frembes Lanb unter reichen Versprechen gelocft '1 dort bem Elenb preisgegeben haben. Eine Reihe S Dichwngen gehort in biese Gruppe. So bas stLbattlieb vom Rittersmann, bas ben In- 2?itttiebrnet beutfchcr Ballaben in sich vet-t nint Der Ritter hat ein Mabchen mit stihem Sang gelockt, f.e fotgt ihm trotz Warnung von elf Turteltauben zu einem blutumflosienen Btmmen. t rianacn auf einer Tanne fchon elf Jungftauen, soil die zivolfte rocrben. Da bittet si- nut urn W ©nobe, noch brci Schreic zu thun. Sic ruft l n Eater, bie Mutter, ben »ruber. Det »ruber, . Jgger, kommt hernngecitt, befreit bie ©chroeflet Zeit geroonnen, A lies geroonncn! Wenigstens finben bie Regierungsblatter ben gestrigen Beschluh der Altczechen ganz lobensroerlh unb geben sich fchon damit zufrieben, roenn bas Lanbescultarraths- unb Minoritatsschulengesetz angenommen roirb. Eine merk-wiirbige Genugsamkeit fiirwahr, die aber von ben Deutschen ganz absieht. Rein! Auf Jahre hinaus die jetzige unklare Situation fortschleppen, ben ganzen Ausgleich versumpfen laffen, um oielleicht bei etwas gtinfligeret Gelegenheit ihn roieber aus bem Sumpf hetauszuziehen; bas ist das Thorichste von Allem. Es mutz enblich einmal Klarheit in bie ganze Sach-lage gebracht, es tnufj, roie roir bieh bereitS bes Deftcren betont haben, bie Probe auf ben Ausgleich gemacht roetben. Unb bietz kann nut butch bie Annahme eineS bie qualificirte Mehrheit forbernben Gesetzes geschehen. Die Deutschen haben einmal ein unbestrittencs Recht zu wisien, woran sie sinb unb bann muh es sich ihnen barutn hanbeln, bass ihren Grohgrunbbesitzern eine entsinechenbe SBertretung, ihnen selbst aber bie active Theilnahme an bet Ver-roaltung bes Lanbes ermoglicht roerbe. Die Erfullung dieser Wunsche ist aber bedingt durch die Annahme jener unter den Schutz einer qualiftcirten Mehrheit gestellten Gefetze. UnbiHig roirb man bie Wunsche ber Deutschen wohl nicht finben unb nicht nut fiir sie, auch flit bie Regierung unb bie Altczechen ist es beffer, roenn enblich bas bisherige Retz von Un» roahrheit unb Unaufrichtigteit zetrisien unb ohne Umschroeife entfchieben roirb, ob ber Ausgleich zu Stanbe kommt ober nicht. Auf bie Dauet ist ber jetzige Zustand ohnehin unhaltbar; je friiher die so nothroendige Klcitung cor sich geht, desto beffer.----------- Nicht nur am Ptaget Fiinskitchenplatze, auch im Landtage des zroeiten L«ndes det „bohmischen Wenzelskrone" dutfte sich die lommende Session recht beroegt geftnlten. Nach dem Ausfalle bet mah« rifchen Landtagswahlen roerden die Czechen in ihrer eigenen Partei Schivierigkeiten begegnen unb bie Be-rounberer bes Herrn Gregr biirftcn ber alien Gatbe, bie nach erprobten Mustern nicht stirbt, ober sich crgibt, so manche Nuh zu knacken geben. Naturlich soden bann bie Deutschen bie Kosten biefer Unter-haltung zahlen. Es ist leiber nmhtfcheinlich, batz bie Vorgange im benachbarten Schwesterlanbe bie Be-gehrlichfeit ber mahrifdjen Czechen noch mehr fieigern roerben unb more solito zroitschern in einem folchen Falle bie Alten ebenso roie bie Sungen. Damit roirb ltnb tobtet ben Ritter. Verroanbt ist bie Ballabe Margretitztle. Sie zeigt viele Ziige aus verfchiebenen deutschen Volksliebern: Margarethe singt taut, bah sie sich einen Geliebten roiinscht (roie bes „MaIers Tochterlein" bei Uhlanb), einen Laibacher Kaufmann, roie es fcheint: oinbec (ein) junger ElSbargar Auf Laibacher brunle da sitzet ar, das Lilber unb gold, das zahlet ar; das cble tuech, bas ntaffet (ntifit) ar. Det ©eliebte kommt heran, nimmt sie bei bet fchneeroeihen Hanb unb ftihrt sie in bie Ttirkei in ein Wirthshaus: Leu assent und trinkhent a kurzeu zait (sie essen unb trinten kurze Zeit) sagt hier ber nUchterne Gottscheer zum Unterschieb von ber lippigen unb fatbenreich gefchilberten Fteube am Schlcmmen in ben kedferen fubbeutfchen Siebern biefeS Stoffes. Dann tanzt bet Elsberger mit bem Mabchen, bis iht bie Schuhe springen, ber Gtirtel birst, bas Hemb zerreiht, bis sie tobt hinfdHt. In bem beutfchen VolkSliebe „Stolz Heinrich" freit biefer um bie KonigStochtet Magareth. Er ver-spricht iht SSiunberbinge in seinem 2iaterlanbe. Sie glaubt es, zieht mit ihm unb sindet nun, bah er sic betrogen Habe. Aus Schmerz iiber biese Ent-tauschung erfticht sie sich selbst. In's Komische ge. roenbet finben roir einen verwandten Jnhalt in es abet auch mit ber bisherigen vethaltnihntahigen Ruhe ber Landtagsverhandlungen vorbei fein. Die Deutschen roetben ebenso roie friiher mahlofen An-fpruchen bet Gegenpattei mit ber grohten Ruhe entgegentreten unb sachlich UngerechtfertigteS einfach abfchlagen. Concessionen alletbings, die schliehlich barauf abzielen, ben Czechen ben mdhrifchen Lanb-tag auszuliefetn, roetben sie niemals erhalten. Politische Wochenuberficht. Die Session ber Lanbtage hat am 14. b. begonnen. Jmnieberosterteichischen Lanbtage brachte bet Statthalter bie Regietungsvotlage, be* treffenb bie Bilbung ber ©rohgemeinbe Wien, ein. Im Trie ster Lanbtage betonte ber Statthalter, bah Triest, ba es einer neuen Drbnung bet wirthschaftlichen SSerhaltniffe entgegengehe, mehr als je inniger enger Beziehungen zum Reiche unb zu ben leitenben Factoren bebttrfe; bieh fei umfo leichter, ba entfprechenbe Geftnnungen in bet Bevol-kerung Ttiests tief rourzeln. Det neuernannte Lanbeshauptmann von Sal z> 6urg, Dr. ©chuhmacher eroffnete ben Lanbtag mit einer fortfchrittlichen Rebe, roelche folgenbeit Schluhfatz enthielt: „Meine innerfte Ueberzeugung ist es, bah nut ber gefunbe, befonnene Fortfchritt ber Menfchheit zum Heile gereichen konne, datum gehore ich ber Fortschrittspartei an, unb roerbe bet-felben treu bleiben, so lange biese Ueberzeugung in mit lebt." Graf Taaffe foll bie czechifcherfeits begehr-ten Concessionen betreffs ber inneren czechischen Amtssprache nun both abgelehnt haben. FML. Davib v. Rhonfeld rourbe zum Statthalter in Dalmatien, Graf Christian Kin sky zum Lanbmatschall in Nieberiisterreich roieber- unb ber Wiener Biirgermeistet Dr. Prix zu beffen Slellvetttetet ernannt. Graf Taaffe empsing biefer Tage eine Deputation aus Triest in Angelegenheit ber Frei» hafenfrage unb schloh bie Untetrebung mit bet offenen Erklarung, man ditrfe nicht zroeifeln, bah bie Jntereffen Triests bei ber Regierung gebiihtenbe Berucksichtigung finben roetben, er erroarte jeboch, bah bie Stabt- unb Lanbesvettretung es bet gege-benen Anlaffen nie unterlaffen roerbe, ihtet Zufam-mengehotigkeit mit betnKaifcrreichc, fo-roie ihren bt;nastifchen Geftihlen Ausbtuck zu geben. Ncaže (ungebruckt). Jorg roirbt um Agnes unb ftattet seine Heimat mit all' ben bekannten Schla-raffenherrlichkeiten aus: Ditcher mit Speck, Zaune aus Wiirsten gerounben u. f. ro. Rachdem sie ihm aber leichtglaubig gesolgt roar, sieht sie nichts von bem Bersprochenen. Jorg sucht nun ihren Ftagen butch Schetze zu entgehen, ba sie aber roeiter in ihn bringt, nimmt er eine Birkentuthe unb „bickset" sie butch. Den grohten literarischen Werth haben untet ben Gottscheer Ballaben bie Tobtenbraut unb bie fchone Meeranroohnetin, roeil ber Jnhalt ber ersteten zu unserer Lenotensage, bet bet letzteten zu unserem Gubrunftoff in engfter Be-ziehung steht. Als Burger im Jahre 1773 mit feittet Lenore bie ernfle, erfchiitternbe, volksthumliche Ballabe in die beutfche Kunstbichtung einfiihrte, roar feine Quelle ein beutfches Volkslieb geroefen, baS ihm tnunblich jugefommen roar unb feitdein verloren ging; nur in ber Gottscheer Fassung erscheint es uns roiebergegeben. Diese ist ziveifellos alter als Burger's Dichtung, btnn fie roeicht von biefer in tnehreten einzelnen Zrigen ab, die echt volksthumlich unb uralt ftnb. Dcr ©eliebte roirb in's Heet ge= fchrieben; beim Abschieb vetlangt feine Braut von ihm, dah er roiedertehtre, tobt ober lebenbig. Unb einmal in einer Racht tlopft ct an: „Schllifst bu, Liebchen, ober roachst bu?" „Jch fchlafe nicht, ich Das Statut fur die Grohgemeinde Wien ist fertig und wird bem niederosterreichischen Landtage vorgelegt werden. Der croatische Landtag versammelt sich am 25. d. M. D;r franzosische Ministerrath einigte sich Lber die Mittel zur Bedeckung des Deficits. Auher der Uebertaxe auf Melasse und Reis wird der Finanzminister pharmaceutische und hygienische Specialitaten besteuern, wodurch nicht nut ein Deficit von neun oder zehn Millionen gedeckt, sondern ein Uebetschuh von vier Millionen erzielt werden wurde. Der italienische Ministerprasident Crispi hielt in Florenz die langerwartete hochpolitische Rede, in welcher er das Gebahren der Irredenta auf das entschiedenste verurtheilte und den Fortbestand der Tr ipel-Allianz als die fur Jtalien einzig mogliche und beste Politi! bezeichnete. Der Papst richtete an den franzosischen Clerus eine Mahnung, sich von p o l i t i s ch e n P a r t e i-kampfen fernzuhalten. In Halle fand ein hauptsachlich aus Deutschland fehr stark besuchter Congretz der Social-demokraten statt. In Japan wurde das erste Parlament einberufen. ______________ Wochen-LhrolliK. Kaiser Franz Josef, Erzherzogin Marie Valerie und dsren Gemahl begeben sich demnachst nach Godollo und werden an den dortigen Jagden theilnehmen. — Kaiferin Elisabeth besuchte Cannes, Nizza, Mentone und Genua. — Die Frau Kronprinzessin-Witive Erzherzogin Stefanie bestieg am 11. d. M. den Monte Maggiore. DaS Budget der Sladt Wien pro 1891 veranschlagt die Empfange mit 21,126.550 fl. und die Ausgaben mit 21,150.570 ft. Aus SLid tirol sind in letzter Woche 40 Fa* milien nach Amerika ausgewandert. Die Lagerhaus- und H a f e n b a u t e n in Triest sind schon ziemlich weit fortgeschritten, jedoch die hydraulischen Einrichtungen noch im Ruck-stande. Bezuglich der kunftigen Manipulation des Zoll-, Transport- und Lagerhausbetriebes wird ge-trachtet, einen den geschaftlichen Anforderungen nach jeder Richtung entsprechenden Modus festzustellen. Zu diesem Behufe wird demnachst eine Localcom-mission in Triest zusammentreten, urn speciell uber tvache!" Sie kommt zu ihm heraus, er schwingt sic auf sein Roh und reitet davon. Er sragt sie, ob sie sich surchtet: „Beu bert ih, lieber, mich wiirchten, benn bu, lieber, piLt bei mit?" Wie roctb ich, Lieber, mich fiirchten, Wenn bu, Lieber, bist bei mir? Hell scheint der Mond, leise reiten die Todten zum Friedhof. Dort ruft er: „Ruck dich, Marmor, spalte dich, Erde, verschlinge bie Tobten, lafj bie Lebenben." Er verschwindet, sie aber ist der Sinne beraubt und wandert nun zuruck, sieben Jahre und drei Tage- Die Antwort der Geliebten und der Schluh stimmen nicht mit Burger, wohl aber mit den Re sten der volksthiimlichen Ueberlieferung uber-ein. In der Lenorensage der Munsterer Gegend sagt das Gespensi: tie mdnt de scliynt so hello, de dodon de ryet so siicllc, fyns 16fken gruwelt dy ok (Feinsliebchen, grant es bir auch?). Sie ant-wortet: Wat schol my gruweln — du bust ja by my. Sie reiten auf ben Kitchhos, bie Grader offnen sich, Pferb unb Rater verschwinden, bas Mabchen aber bleibt zuruck in Nacht unb Finstctnih. Von ben slavischen Fassungen bet Lenorensage ist bie Gottscheer Ballabe ganz unabhangig. (Schluh folyt.) den Entwurs des zwischen ben beiderseitigen Re* gierungen anlahlich der Aufhebung des Freihafens vereinbarten Durchfuhrungsgesetzes in Vorberathung zu ziehen und diejenigen Modificationen, welche sich eventuell fur die Erzielung eines praktischen Ge-schastsbetriebes als wunschenSwerth erweisen sollten, festzustellen, beziehungsweise in Antrag zu bringen. Die Betriebsdirection der Staatsbahnen beabsichtigt die Vermehrung der Locomotiven unb Waggons; zu diesem Zwecke soll im nachstcn Bubget ein Crebit von 3% Millionen Gulben eingestellt werden. Am 13. d. M. stiirzte bei Abtragung der be-schadigten Karlsbrucke in Prag ein Pseiler mit solcher Gewalt in das Wasier und tih derselbe die arbeitenben Genie-Solbaten unb Civil-Arbeiter in die Molbau mit. Hiebei rourben ein Genie-Haupt-mann contusionirt, zwei Genie-Solbaten schwer unb zwei leicht verletzt; von ben Civilpersonen rourben zwei schroer und neun leicht verletzt. Der roeltbelannte Badeort Karlsbad in Bohmen wurde im Lause des Jahres von 34.296 Personen besucht. Der Deutsche Bohmerwaldbund zahlt derzeit 203 Gruppen mit 21.000 Mitgliedern, be-sitzt ein Stammvetmogen von 14.634 si. unb eine aus 8400 Banden bestehende Bibliothek. Im Jahre 1889 rourben in ben sudbohmischcn Jagdgebieten des Fiirsten Schroarzenberg 91.205 Stuck Wilb abgeschossen. In sammtlichcn Brauereien Oesterreichs rourben im Juli l. I. 1,089.276 Hektoliter Bier gebraut; bie Verzehrungisteuer hiefur belief sich auf 1,961.328 Gulben. In ben Monaten Janner bis einschliehlich Juli b. I. sinb tin osterreichisch-ungarischen Zoll-gebiete an Z ollen unb Nebengebiihren 14,216.752 si. in Golb, 10,040.909 fl. in Silber unb 115.777 fl. in Bankvaluta eingezahlt rootben. Im August l. I. rourben auf fammt-lichen Eifenbahnen Oesterreich-Ungarns 11,288.322 Personen besordert unb 7,399.050 Tonnen ©liter versrachtet. Die Tabakernte in llngorn ist Heuer bet Giite unb Menge nach schlecht ausgefallen. Im Bab Trencsin-Teplitz roirb ein neues Curhaus erbaut. In Deu 1 schla nb bestehen 21 Uni verst' t aten mit 30.000 immatrikulirten Herren; bie am starksten besuchten sind Berlin mit 4781, Miinchen mit 3551 und Leipzig mit 3177 Studircnden. Am 10. d. M. wurde in Berlin bas Lessing-be nkmal seierlich enthullt. Die vor Kurzem in Miinchen verstorbenr Pri-vatierswitwe Friebrike Klein vermachte zur Errichtung verschiebener WohlthatigkeitSstistungen den namhasten Betrag von 925.000 Mark. Die gtohte Orgel in Deutschland besindet sich in der Domkirche zu Passau; sie hat 93 Register, 5097 Pseisen, 3 Manuale unb 1 Pebal. In Lonbon roirb cine Volfs Halle mit einem Fasiungstaume fur 100.000 Personen erbaut. Die Friebensarmee in Rutland zahlt 820.484 Fuhtruppen mit 32.644 Ofsicieren unb 34.529 Kosaken mit 2148 Ofsicieren. Der Araber Orab OSman in Konstantinopel ist ber alteste Mann bet Welt, er zahlt angeblich 160 Jahre. Die in ben nordamerikanischen Unions-staaten ansassigen Deutsche« seierten am 6. b. M. ben 200. Jahrestag bet seinerzeit bort »rfolgten crsten Einwanberung aus Deutschland. Local- uitb provinz-tlachnchten. — (Kaisetlichc Spcnbc.) Det Kaiser spendete ber Feuctwehr in Sagorjc, Bezirk Abels-berg, cincn Betrag von 50 fl. — (Sanctionittes Lanbesgefetz.) Der Kaiser hat bem vom krainischen Landtage in bet vorjahrigen Session beschlossenen Gesetzent-wurfe, betreffenb bie Regelung der Personal- unb Dienstverhciltnisse ber bet beroaffneten Macht ange-horigen Lehrperfonen an einer iSffenttichen Vosks-fchule mit Bezug auf bie Verpflichtung derfelben zur actioen Militar- unb Lanbsturm-Dienstleistung. bie Sanction ertheilt. — (Aus bem 2anbtage.) Am vorigen Dienstag, ben 14. b. M., fanb bie erste Sitzunz in bieser Session ftatt. In ber EroffnungSrebe ge* bachte bet Lanbeshauptmnnn zuncichst ber Vetmcihlu»z ber Erzherzogin Marie Valerie, sowie bes GeburtS' unb Namenssestes Sr. Majestcit bes Kaisers, bei roelchen Gelegenheiten ber Lanbesausschuh bie ehp sutchtsvollsten Gluckivunsche namens bes Lanbes bat' brachte. Sobann wies ber Lanbeshauptmann auf eine Reihe roichtiger, theils erlebigter, theils bet Erledigunz harrender Sanbesangelegenheiten hin unb etroahnte namentlich die Elementarfchaben des vorigen Jahrrk, die burch eine grohherzige Unterstutzung ber kraiiri-schen Sparcasse glucklich geloste Theaterfrage, bet Laibach-Steiner unb bet Unterlrainerbahn, bes Spital« baues u. s. ro. Nach bem hergebrachten Appel an bas Zusarninenroitkcn ber Abgeorbneten schloh bet Lanbeshauptmann mit einem Hoch auf Se. MajestA ben Kaiser. Sainmtliche Abgeorbnete erhobcn sich unb brachten ein breintaligeS Hoch aus Se. Majestat aus. (Sobann brgruhte der Landesprasident in der ublichen Weise ben Lanbtag namens ber Regierung unb erklarte, bah eine Regierungsvorlage einfiroeilen nicht eingebracht roerbe. Det Lanbeshauptmann theilk roeiter mit, bah ber zwischen bem Lanbe unb bes Logenbesitzetn im ftilheren Theater schroebenbe Proceh nunmehr auch in zweiter Jnstanz zu Gunsten be! Lanbes entfchieben roorben sei. Die eingelangten Petitionen unb bie auf bet Tagesorbnung besinblichee Lanbcsausschuhvorlagcn — meift Rechnungsabschlussr unb Voranschlagc bet verfchiebenen Fonbc —- rourben ben betreffenben Ausschussen zur Etlebigung zugewiesen. Zum Schlusse rourbe eine Reihe von Wahlen vor-genommen. ES rourben geroahlt: Zu Drbnern: KetSnik unb Baron Lichtenberg; zu Verisicatoren bet steno-graphifchen Protofofle: Dr. Schaffer unb Stegnar, in ben FinanzauSfchuh: Murnik (D&inann), Baton Schwegel (Obmann-Stellvertreter), Dr. von Bleiweii, Detela, Gorup, Hribar, Klun, Luckinann, Dr. Schaffer, Schukle, Baron Taufferer, Višnikar unb Dr. Vodnjak; in ben Verivaltungsausschuh: Detela (Dbmann), Baron Lichtenberg (Obmann-Stellvertreter), Braune, jtavčič, Kersnik, Murnik, 'Pakiž, Dt- Papež, PovSe, Baron Rechbach unb Dr. Tavčar; in ben Rechen* schaftsberichtsausschuh: Stegnar (Dbmann), ©troin Graf Auersperg (Dbntamt« ©teUvertretet), Klein, Lavrenčič, D^orelec, Baton Wutzbach unb Žitni!. Die nachste Sitzung rourbe fur Fteitag ben 17. b. M. anbetaumt. Die Tagesorbnung: neue Borlagen be# Lanbesausschusses unb allfalligc Ausschuhrcserate wird ber Lanbeshauptmann im schristlichen Wcge befannt geben. — (Landtagsvotlagen.) Rachstehend bringen wit bie ivichtigsten Daten aus den dem Landtage bishet vom LandcSauSschusse unterbreiteten Vorlagen. l-Der RechnuiigSabfchluh bes Volkssd)ttllehtet-Pen-sionsfonbcS pro 1881); ber LanbeSfonb Hat jut Bcbeckung bes Abganges cincn Betrag von 11.050 fl. geleijlet. 2. Nach bem Voranfchlag bes gentumten Fonbes pro 1891 wird beontrngt, jut Bebeckung bes Abganges sei cin Betrag von 14.592 fl. au* bem Sanbesfonbe bcijutragcn. 3. Laut Rechmtugs-abschluh Hat bie L a n b e s - D b st - unb SB e t n-bauschule in Siauben 1889 vom Lanbessonbe cincn Bcitrag von tunb 8101 fl. *n flcnomntcn. 4. Det Voranfchlag biefer a‘* pro 1891 verlangt vom Lnnbesfonbe einen ^‘5®® von 4618 sl. 5. Der Antrag auf unentgeltltche Abtretung einiger beim Landesmuseum »Rudolfinum" gelegenen Grundpar-zellen zur Errichtung eines offentlichen PlatzeS. Der Landesausschuh beantragt: der Landtag wolle beschliehen, dein zwischen dem Lanbe Krain unb der Etadtgemeinde Laibach abgeschlosienen Schenkungs-dertrage com 7. Janner 1890 sei unter der Be-dingung die Genehmigung zu ertheilen, bah die Cradtqemeinde Laibach nachtraglich nod), gleichwie hinsichtlich der Parzellen Nr. 67/1 unb 140/3 der Tteuergemeinde Kapuzinervorstadt die Verpflichtung tiSernimmt, auf keinem Theile der Parzelle Nr. 536/1 dec Steuergemeinve Unterschischka jemals Gebaube rider Bauobjecte aufzufiihren, noch Baumateriale oder Hehricht, Koth oder sonstigen Unralh abzulagern, lowie bah dieselbe weiters bewilligt, dah die soartige ^inschrankung bes Eigenthumrechtes auch hinsichtlich der Parzelle Nr. 536/1 gnmbbuchlich einverleibt n>erbe. 6 a. Der Nechnungsabschluh bež Museum s-fonbeS pro 1889 bringt einen Ausweis iiber ben Diachlafe dcs verstorbenen Spenbers Victor Smole, W in offentlichen Obligationen, Sparcasiebucheln, ^rivatschulvscheinen, Antiken unbRokoko-Gegenstanden, olten Munzen unb aus Realitaten besteht unb ins. x,efa,nmt auf 102.939 fl. bewerthet rourbe. Der Sufenlfonb besitzt ein Gesammtvermogen von ^00 889 fl., bestehenb in Werthpapieren, Inventar Sammlungen, Realitaten unb im Smole'-Nachlasse; der Lanvesfond leistete fur die Vufe„be Gebahrung einen Betrag von 4279 fl. H b) Das Erforbernih bieses Fonbes pro 1891 Wrb mit 4601 fl. unb bie Bebeckung in gleicher beiiffert. 7. Der Rechnungsobschluh bes tzanbes'Krankenhausfonbes pro 1889 zeigt «2 121 fl. Gesammtauslagen unb eme Bebeckung 'Jh't 13 978 fl. on; der Lanbesfond bebeckte ben SlLna 48.143 fl. Dieser Fond besitzt ein Ver-inogen im Gesa.mntbetrage von 177.090 fl be-stebenb in Staatslosen, offentlichen unb Privat-flbligationen, in Gebaube- unb Jnventarwerthen. 8 Der Nechnungsabschluh ves Gebarhaus-tdn6es pro 1889 zeigt. bah der Landesfond ben ^rforvernihabgang mit 4238 p bebetft E,at. Dieser TV. fterifet ein Beniwgen, bestehend IN Obligationen --- r" "• ,»• D-- 91.*. WgMtWud Sl"dUn,is°»d-- p,° 1889 »,ift rinm ilbg«"9 °°" b289 J n SmbeSfonb gedeckt hat. 10. Der Nechnungsabschluh vg -^rrenhaussondeS pro 1889 zeigt, bah $4 538 fl empfangen unb fiir Baulichkeiten 39.117 fl., Gammon 97.824 fl. verausgabt wurden; der Landes-fL .rforate bie ei forberlichen Berlage unb Sot-2- 'm ... 80 823 fl. SDa, fcx' unb Privat Obllgat.onen, tin Realitaten- unb Kntorwerthe »on 310 768 fl 11 Der Rech-* bes Lanbesculturfonbes pro S roeift 3931 fl. Empfange unb 2922 fl. Stueaaben nach. 12. D-r Voranschlag b.eseS Fonbes ? ,89i roeift 3860 fl. Ausgaben aus, welche o.s ben Emnahmen dedeckt find. 13. Der Rechnnngs-JfAIufe des Normalschulfonbes pro 1889 t iffert sich auf 282.478 fl. Einnohme unb bie gleiche 0„ Ausgaben; unter Ersteren beftnben sich v-n 119 fl Steuerzuschlage; aus bem Laudesfonde _iri, der Erfordernihabgang per 104 480 fl. bedeckt. liefer Konb besitzt ein Vermogen von 91.600 fl. in tz-'tlichen Obligations; die Activita.sbezuge bt-r Ler -rr-ichten bi- Hohe von 261.838 fl. 14. An-.ut Abanderung bet Gesetze, betuffenb bie Nechtsverhaltnisse ber Vo Ik s s chu l l e h r er, Schulaufsicht, Errichtung, Erhal-t.,na unb ben Besuch vcr Volks schulen. 15 Der Bericbt iiber bie Durchfithrung der Orga-*r' ,a des Sanitatsdienstes in den G e-k,einben bctreffenb die Ernennung der DistrictS-^zte bie Eintheilung ber ©anitatSbiftricte unb ben Erlah einer Dienstinstruction fur bie Districtsarzte. 16. Bericht iiber bie Verbreitung ber Re b-laus. Zur Unterstiitzung von Weinbauern, bie ihre Weingarten frisch mit amerikanischen Reben be-pflanzen, roirb pro 1891 ein Crebit non 1000 fl. in Anspruch genommen; uberbieh ware bos Acker-bauministerium zu ersuchen, an unbemittelte Wein-gartenbesitzer, welche neue Weingarten anlegen, ome-rikanische Reben unentgeltlich zu uberlassen unb ben« selben Geldaushilfen zu gewahren. 17. Der Rech-nungsabschluh desZwangsarbeitshausfondes pro 1889. Die Einnahmen beliefen sich auf 109.073 fl. und die Ausgaben auf 96.731 fl. Die Fabriksarbeit unb Verbienste ber Zwanglinge trugen zusammen 105.624 fl. ein; bie Regiekosten nahmen 42.360 fl., ber Ankauf ber Fabrikserforbernisse 27.726 fl. unb bie Besoldungen ber Beamten unb Diener 22.000 fl. in Anspruch. 18. Der Voranschlag bes letztgenannten Fonbes pro 1891 beziffert bas Erforbernih im Gesammtbetrage von 88.271 fl. (borunter 26.000 fl. fur Fabcikserfordernisse, 23.600 fl. fur Bekostigung ber Zwanglinge, fur Kleidung derselben 5000 fl.), welches burch bie anzuhoffenben Einnahmen zusammen pr. 88.686 fl. (bnruntet 17.000 fl. fur Fa-brikswaaren, 20.000 fl. fur Privatarbeiten unb 44.400 fl. an Verpflegskosten ftlr fremde Zwanglinge) bebeckt roerben biirfte. 19. Der Voranschlag bes Krankenhausfonbes pro 1891 beziffert bas Erforbernih mit 62.814 fl. und bie Bebeckung mit 12.782 fl., mithin mit einem Abgange von 50.032 fl., welcher aus bem Lanbesfonbe zu becken ware. Unter bem Erforbernih find sue Krankenver-pflegung 38.000 fl., Mebicamente unb Heilmittel 5900 fl., Administrations-Auslagen 4768 fl. und Sanitatsperfonen 6796 fl. eingestellt. 20. Der Nechnungsabschluh des Theatersondes pro 1889 verzeichnet an Einnahmen 67.538 fl. unb an Ausgaben bie gleiche Summe. Der Theaterfonb besitzt ein Vermogen von 70.060 fl. in Sparcasseeinlagen unb 21.025 fl. in Neatitatenwerth. 21. Der Voranschlag bieses Fondes beziffert ein Erforbernih mit 156.767 ft. unb eiue Bebeckung mit 3020 fl., mithin einen Abgang von 153.747 fl., welcher burch Beitroge ber Stabtgemeinde Laibach mit 22.500 fl., ber kroinischen Sparcasie mit 20.000 fl., mit bem pro 1891 noch verbliebenen Capitolsreste per 10.160 fl. unb burch Crebitsoperationen tin Sinne des Landtagsbeschlusses pom 22. October 1888 zu becken ware mit 101.087 fl. — 22. Die Rechnungsabschlusse Uber die Studenten-, Madchen-, Armen-, Waisen-, Lehrer-, Blinden-, Jn-paliden-, Gemcinde- und Taubstummen-S t i f t u n g s-fonde fiir das Jahr 1889. Samintliche Stiftungen besitzen ein reines Vermogen im Gesammtbetrage pon 1,843.233 fl.; 23. Der Voranschlag dieser Fonbe pro 1891 nimmt boar 71.377 fl. in Anspruch. 24. Der Voranschlag bes Gebarhausfonbes pro 1891 forbert 5159 fl. Einnahmen; 681 fl. find burch eigene Zufliisse bebeckt, ber Abgang mit 4478 fl. ware pom Landesfonbe zu becken. 25. Der Voranschlag bes Jr r e n h au s fo nb e s pro 1891 roeisi ein Erforbernih pon 61.796 fl. nach; burch eigene Einnahmen tuerben 10.644 si. erzielt unb ber Abgang pro 51.152 fl. ware pom Lanbesfonbe zu becken. Die Regieauslagen belaufen sich auf 45.515 fl. unb die Verpflegskosten wurden mit 9698 fl. veranschlagt. 26. Der Voranschlag des F i nb el h a uss on b e s pro 1891 forbert 3734 fl., welche burch Verpflegskostenpergutungen bebeckt werben. 27. Antrog auf Verleihung ciivS St ipenbiumL stir einen O p e r a t i o n sz o g l i n g. 28. Antrog auf Beivilligung einer Subvention von 500 fl. stir bie hohetc Madchen- unb H a u s h a l t u n g s-f chulc imUrsulinerinnen-Kloster in Laibach. 29. A tiling betreffend bie fprachliche (S inrich* tung an der hiesigen Oberrealschule. 30. Der Nechnungsabschluh deS L a n d e s - A n l e h e» f o n d es pro 1889. Die Einnahmen unb Ausgaben beliefeir sich auf je 5,853.365 fl. Das Vermogen roirb mit 132.018 fl. unb bie Schulb mit 3,898.099 fl. beziffert. 31. Der Voranschlag des genannten Fondes pra 1891 perlangt 216.614 fl. Einnahmen; biefe roareti von ber eigenen Casse mit 138.631 fl. unb ber Abgang pro 77.983 fl. auS bem Lanbesfonbe zu bebecken. 32. Der Nechnungsabschluh bes LanbesfonbeS fiir bas Jahr 1889. Die Einnahmen unb Ausgaben beliefen sich auf je 1,334.243 fl., unter ersteren: Zuschlage auf bie bireeten unb indirekten ©teuem 551.670 fl., selbststcinbige Lanbes-Zuschlage fiir gebrannte Fliissigkeiten 146.891 fl., ObligationS-Jnteressen 35.205 fl., zuriickbezahlte Vorschiisse 125.201 fl., Baarschaft u.Werthpapieren 113.828 fl., unter letzteren: Lanbtagsauslagen 15.572 fl., Verroaltungsauslagen 48.914 fl., fiir Lanbescultur 30.154 fl., ©enbarmen 13.775 fl., Schulauslagen 11.790 fl., Jmpfauslagen 4968 fl., an Wohl-thatigkeitsanstalt.'n 180.250 fl., fiir Unterrichts-, Bilbungs- unb WohlthatigkeitSzroecke 158.623 fl., Baulichkeiten 18.199 fl., Militarzwecke 17.090 fl., Lanbroehr-Kasernbau 15.202 ft., Capitalsanlage 126.499 fl., an Vorfchiissen 135.161 fl., DarlehenS-zuriickzahlungen 117.330 fl., ausgefolgten fremden Gelvern 364.189 fl. Das Gesammtpermogen bieses Fonbes betragt 1,555.375 fl., bestehenb in offentlichen Werthpapieren unb Privatschulbscheinen 879.425 fl., in Realitatentverth 139.441 fl. unb Jnpentarroerth 14.465 ft., in Baarschaft unb auS-sianbigen currenten Gelbern. 33. Antrog auf Be-roilligung POnerhohtenUmlagenzu Strahe n. zroecken fiir Bezirksstrohenousschiisse, bie mit einer 20percentigcn Umlage ihr Auslongen nicht finben. — (DoS „Koni greich ©lo pen ten") besteht schon unb hat auch bereits sein von bet Regierung anerkanntes Parlament. So roar es roenigftens aus bem Amtsblatte am letzten Montag zu entnehmen, welches bie, wie man bisher glaubte, ganz pripate unb pertrauliche Besprechung ber slo-penischen Abgeorbneten fiir eine „p a r I a m e n t a= rische Versommlung" erflatte unb bann meinte, in „parlomentarischen Versammlungen" biirfen nur bie roirllich zum Beschlusse erhobenen Antrage eine Bebeutung beanspruchen. Mit diesem fein ausgedachten Scherze persuchte bas Organ ber Regierung iiber bie roahrheitSgetreue Darstellung hinwegzukommen, welche roir im Leitartikel unferer letzten Nummer iiber die eirodhnte Conferenz unb die Nolle, welche baS „pereinigte ©lopenien" babei fpiette, gegeben haben. Wir biirfen es unS wohl erlaffen, biefe neuerltche Probe „offictofer Einsalle" erst bes Naheren zu beleuchtcn unb wir constatiren bafiir bloh, bah baS Amtsblatt nicht in Abrebe ftellte, bah bas „pereinigte ©lopenien" ben ersten unb wichtigsten Punkt be* slovenischen Programmes bilbet, bah barin olle slovenischen Abgeorbneten einig sind und bah lebiglich au« Opportunitatsgriinben es unterlassen wiirbe, biejt jetzt schon auch in einer formellen Resolution zum Ausbruck zu bringen. Es genugt uns vollkommen, bah bas Regierungsorgan bem Allen nicht wiber-sprechen lonnte. Die Haltung besselben erinnert im Uebrigen an bie Art, wie sie Kinbern bisweilen eigen ist: sie hatten die Hanbe por die Augen unb rusen bann: ich sehe nichts! — (Aus bem ©emeinberathe.) Ueber cine herporragende Leistung unferer nationalen Stabt-pertretung in der letzten Sitzung beziiglich bet beut* schen Eommunalpolksschulen sprechen wir an Icitenber Stelle. — Eine anbere gtohe That bilbete ein An* trog, ber perletzten Ehre ber „Nation" G-nugthuung zu vetschaffen unb ben Magistrat zu beaufttagen, bei ber Postverwaltung Klage zu erheben, bah beim hiesigen Poftamte neben ben boppelfprachigen Post-fti'tn|)eln auch noch einige beutfche Poststempel in Verroeubung stehen. Was uns bei bernrtigen einem schon bornirttn Fanatisinus erttspringenbcii Antragen am rneisten roundert, ist bet Uinstand, dah die be» ttcffenben Antragsteller gar keine Ahnung davon zu haben scheinen, in welchcm Mahe fie dabei dem Fluche der Lacherlichkeit verfallen und wie sehr sie die Ehre unb bas Ansehen ber „Nation" compro-miititen, roenn sie dieselben mit bergleichen Lappalien in Verbinbung bringen. — (Krainische Bahnen.) In Folge ber giinstigen Witterung, bie in ben letzlen Wochen herrschte, ist ber Bau ber Localbahn Laibach-Stein rasch fortgeschritten. Seit Beginn biefer Woche verkehren bereits Schotterziige; ber Tunnel in Stein btirfte mit Schluh bieses Monats ganz vollenbet sein. So ist noch itnmet begrtinbete Aus» slcht vorhanben, bie Bahn Enbe bes nachsten Mo-natS eroffncn zu fonnen. — Betreffs ber Unter-krainer Bahnen haben bie fchroebenben Ver-hanblungen einen guten Fortgang genommen unb es ist nunmehr als sicher anzunehmen, bah ber Landtag noch in der laufenden Session die definitive Entscheibung iiber die finanziellen Leistungen be8 LanbeB fur bieh Unternehmen treffen roird. ■— (Personalnachrichten.) Dem in den Ruhestand getretenen Gymnasialprofefsor P. LadiSlaus Hrovat in Rudolfswerth wurde bas golbene Ver-dienstkreuz mit ber Krone verliehen. — Der Ober-realschulbirector Dr. Rubolf Junowicz in Laibach rourbe als Beirath fur bas geroerbliche Unter-richtSwesen in Krain betufen. — Ernannt rourden: Wilhelm K r aupa zum Dberingenieur, Moriz Kirchschager zum Jngenieur, Beibe beim Bau-amte ber krainischm Lanbesregierung unb ber Fi-nanzsecretar Johann Tratnik zum Steuer»Dber* inspector in Krain. — Dem Bezirkscommifsar Albert Jabornegg von Altenfels rourbe anlahlich der Uebemohme in ben Ruhestanb ber Titel unb Charakter eineS RegierungSsecretars verliehen. — (Das G tlinbungsf e ft beS Lai-bacher B ieycle club 8), welches am 12. b. M. gefeiert rourbe, verlief in glanzenber Weise, sammt-liche Rabfahrer, namenllich nber bie Herren A. unb E. Achtschin, Bayer, Damasko, Kastner, Linden« berger, Millitz, Schroara unb Wennig, etnpftngen fiir ihre Auffahrten unb Gruppirungen soroie fur die tibercms fchroterigen unb kunstvollen Uebungen laute Beifallsbezeigungen; fie zeigten sich in ber That als Meister bes Radfahrersports. An bent Fest-abenbe in ber CafinoglaShalle nahmen auch frembe Rabfahrer unb fast sammtliche Mitglieder bes deutschen Turnvereims theil. Professor Dr. Gratzy hielt die gelungene Festrede. Toaste gab es eine grohe Zahl. Drahtgruhe langten ein aus Lubeck, Hamburg, EmSbuttel, Karlsbad, Wien, Klagenfurt, Cilli, Gott-schee, Magbeburg, Graz, Nann, Wicsbaben, Triest unb anberen Drten. Ein animates Tanzkranzchen be-fchloh das Jubelfest. — Der Clubausschuh beschloh, morgen, am 19. b. M., uin 5 */3 Uhr nachmittags die Nadfahr-Akademie irn Colisieumsgebaude zu iviederholen. In Rucksicht, bah bie Wieber-holung bed Festabendes stelbstverstanbltch ausfallt, rourden geringcre Eintrittspreise festgesetzt: Sitz in erster Reihe 80 It., in anberen Neihen 50 Jr., Stehplatz 30 kr. — (Der fiaibacher beutsche Turn* v erein) veranstaltct morgen Samstag in ber Casinohalle einen Familienabend unter Mitivirkung ber Musikcapelle bes k. k. 17. Jnftt.-Regimentes. Der Anfang ist urn 8 Uhr. Die Dcbnung solgenbe: 1. Fest-Hymne (Gebicht: Muller v. b. Werra) stir Chor mit Clavierbegleitung von Herzog Ernst von Sachfen-Cob»rg-Gotha. 2. Erste Liebe (Gebicht: I. Baltz), Chor aus bem Lieberspielc „Untcr bet Sinbe* von August Reiser. 3. Meine Muttcrfprachc (Gebicht: Klaus ©tooth), (Shot mit Bariwnfolo von E. S. ©ngelsberg. 4. Humoristischer Portrag. 5. Nun pseif ich noch eili neucs Lied (Gebicht: N. Baumbach), (Shot von Theodor Elze. 6. Mein Schatzelein (Gebicht aus bent „9tattenfanger von Hameln" von Jul. Wolf), Chor von Karl Atten hofer. 7. Sommernachtstraum (Gebicht von Gustav Aoung), Chor mit Clavierbegleitung con Rubolf Wurmb. — (Ptetse bei der land- unb forst roirthschaftlichen Ausstellung in Wien) erhielten auhcr ben von uns neulich erroahnten roeitcts noch der Bertreter der ©ottfcheer Hau8 inbustrie Franz Stamps! ein Ehrenbiplom, bie krai nischen Bienenzuchtet Michael Ambrožič in Mojstrana unb Martin Dtagan in Weissenfels bie filbetne Ge-sellschastsmebaille, Johann Jeglitsch in Vigaun bie bronjene Gesellschaftsmebaille. — (Det Casinovetein in Jdtia) feierte am 12. b. M. in feht roiirbiger unb gelungener Weise ba6 Jubilcium feineS fiinfzigjahtigen Bestanbes. — (Die Blutsteuer bet Deutschen inOesterreich.) Uebet Nationalitciten unb Sprachen im Heete Iverben in dem „Deutschen Kalenber fur Krain" ftit das Jaht 1891 einige aus bent Mili tcirstatistischen Jahrbuche entnommene Angaben mit-gelheilt, bei roelchen sosort in bie Augen sallt, bah die einzelnen Nationalitciten burchaus nicht im Ver haltnih ihrer Zahlenstarke zu ber Stanbcsziffet im Gtunbbuchsstande beitragen, sonbern bah einjelne Volksstamme in roachsenbem, anbere in faHenbem Verhciltnisie an biefer Zisfer theilnehmen. Wenn ivir bie Bevolkerungsziffern ber letzten Volkszahlung zur Grundlage nehmen unb hienach ben Antheil am Gesammt-Grunbbuchsstanbe bcs Heeres vertheilen, so ergibt sich, bah unter 1000 Mann beS Grtind buchSftandes sich befinden sollten: 268 Deutsche, 174 Magyaren, 189 Czechen, Mahret und Slo-vaken, 87 Polen, 83 Nuthenen, 33 Slovenen, 79 Croaten und Serben, 69 Numanen unb 19 Jtaliener. Thatsachlich aber roeist ber Grunbbuchs stanb bes Heeres stir bas Jahr 1888 nach, bah sich unter 1000 Mann bieses StanbeL befanben: 302 Deutsche, 188 Magyaren, 189 Czechen, Mahtet unb Slovaken, 84 Polen, 79 Nuthenen, 29 Slovenen, 70 Croaten unb Serben, 51 Numanen unb 8 Jtaliener. Das heiht: zu je 1000 Mann bes Grunbbuchsstanbes stellen bie Deutschen um 34 unb bie Magyaren um 14 Mann mehr bei, als ihrer Zahlenstarke entspricht, bie Polen jedoch um 3, bie Nuthenen um 4, bie Slovenen um 3, bie Croaten unb Serben um 8, die Numanen unt 18 unb bie Jtaliener um 11 Mann roeniger, als ihnen der Be-volketungsziffet nach zukommt. Die Czecho-Slaveit stellen genau so viele Soldaten, als ihnen zukommen. HietauS ethellt, bah die Deutschen und die Magyaren, auch was die Blutsteuer betrifft, bie roeitauS steuer-ktaftigsten Volksstamme find unb bei ber Nccru-tirung butch ihten Krastuberschuh ben Mangel ber anberen Nationalitciten Men. Ist schon biefer Um-stanb feht lehtreich, so ist es bie Thatsache noch roeit mehr, bah ber Antheil ber einzelnen Nationals ttiten an bem GrunbbuchSstanbe burchaus kein bleibenber, sonbern ein vetanberlichet ist, so zwar, bah ber Antheil bet Deutschen unb Magyaren, zum Theil auch ber Polen unb Jtaliener roachst, ber Antheil ber ubtigen Volksstamme aber stctig sinkt. Vor zehn Jahten, im Jahte 1878, zahlte man unter je 1000 Mann bes Grunbbuchsstanbes 283 Deutsche — jetzt 302, 186 Magyaren — jetzt 188, 192 Czecho-Slaven — jetzt 189, 77 Polen — jetzt 84, 85 Nuthenen — jetzt 79, 35 Slovenen — jetzt 29, 74 Croaten unb Serben — jetzt 70, 51 Numanen — jetzt 51 unb 7 Jtaliener — jetzt 8. Mr iibetlasseit es, bie noheliegcnben ©chluhfolge« rungen ous biefen ftntiftifchen Angaben zu ziehen, jenen, bie so eisrig bemilht ftnb, bas nattirliche Uebergeroicht bet fiihtenben Volksstamme bieh« unb jenseits ber Leitha zu oetschiebcn. — (D i e 21 u s iv a n b e r u n g e it a u 8 Krain) scheiiicn teiber bis auf 2Beitere8 sich zu cinem bauern* ben Uebelsianbe zu gesialten. So roar biefer Tage roieber bie Melbung zu lesen, bah am Bahnhofe in Gotz 26 noch Senosetsch zustan dige Petsonen ver-haftet rourden, roelche ohne Beroilligung det politi* fchen Behotbe nach Amerika auSroanbern roollten. Aus bem mit ihnen angestettten Vethore ergab sich, bah sic von einem Agenten aus Udine jut AuS-roanderung verleitet rootden roaren, unb bah jeder von ihnen 4 ft. vom Agenten zur Deckung der Reis«« kosten bis Ubtne erhalten hatte. Siebzehn Petsonen routben nach ihren Heirnatsorten abgeschoben, bit ubtigen bleiben bi8 zur Constatirung ihrer Zustan-bigkeit in Giirz in Hast. Seit langeret Zeit schon vergeht kaum eine Woche, in bet nicht eine solchr ober ahnliche Mittheitung in bie Oeffentlichkeit fame unb bie socialen unb roirthschaftlichen Nachtheilr biefer Etfcheinung sinb bebauetlicher Weise auher groge. — (Der Wasferleitungszuschlag) — 5% vom Miethzinse — barf von ben Hauseigen» thumern vom 1. November b. I. nb eingehoben roerben, beziehungsiveise von biesem Tage an ftnb bie entfallenben Gebiihren an bie Stabtcasse ob* gufuhren. — (Waffetmangel und Dii11e) stei-gerten sich in ben letzten Wochen in Besorgnih erregender Weise und aus vetfchiedenen Theilen beS Lanbes kamen uns Klagen iiber bie nachtheiligen Folgen berselben, namenllich auch stir bie Herbst-aussaat zu. Vorgestern Abenbs stellte sich enblich ein Geroitterregen ein, bet hoffentlich bie so noth» roenbige Feuchtigkeit in ausgiebigem Mahe gebtacht hat. — (Nealitatenverkchr.) Der hieftgt Gemeinbemth hat bas neben bem MagistratSgebaude fiehenbe Haus bes verftorbenen Gut8besitzets Karl Galič unt 42.000 fl. angekauft. — (D e t V e tei n „S ubm a t k") ziihlt betzeit 35 Ottsgruppen — barunter brei in Krain — mit 2500 Mitgliebern. — (E p i b e m ien) hetrfchen betjeit leider mehrfach in Krain: in mehreren Gemeinden bes Bezirkes Urngebung Laibach der Typhus unb in Krainburg der Scharlach. — (A u 8 ft e 11u n g s I o f e.) 50.000 Gulden betragt ber Haupttrefscr bet Wiener Ausstellungs-Lose. Wir machen unsere geehrten Leset aufmetkfam, bah bie Ziehung schon ant 30. October stattsinbrt. Original - Telegramme dro „$alUndicr Mochenl'latt". S. Wicn, 17. Ortolier. Im Vatican Plant nmit die Abhaltung cines Katholikcn-Congresses m Tricnt, woran die vciictiauischcn Bischiife theil-nchuicii solicit. Die Wiener Trambahiibediensteten beabstch-tifltii bei Nichterfiilluiifl ihrer Forderung nach Ab-iiiidcrung der Dienstordiiuiig Sonntag zu strike«. Prag, 17. October. Die Jungczechen be-schlossen, gegen dcnAntrag Schineykal's zn stimmen. B r ii s s e l, 17. October. An der Universitat wnrde gestern der Rector thiitlich insultirt. Verstorbene in Laibach. Mm 20. September. Adolf KrayS, Clerikcr, 22 3., Kllh-tfinl 11, iubcrfulofc. — Helena Sctiiin, P^^ate. 24 fiinncranffc 5, SLuhcrfnlofc. - Ursula Terpotec. VerzehrungS. flciief«uffel)ct#.(Snlli]i, 07 I.. Wofcnanffc 89. Mara«i»uS. A in '2. October, ftrnnj Perko, HcizerS • 6p on. -emoitaftrafic 0, (Srlnmpfie. — ftrniijiSfn Pust, Zimmermanni- Tochter. 21 HradeMdorf 12, »raifen. — SojUW «rtei, Sfrbeileriu, 21 3., Tirimuergasse 17, Siiberfulofe. , Am 3. October. 3nfob MiheliS, Theolog, 23 J., Vtrrcn tjaffc 11, organ. Herzfchler. ^«t <* Am 4. October. Anton RobaveS, Schuhmachcr, PeterSslrnsie 85, Suberfntofc. — Antonia Scbcj, totaoiatmc, 68 3., Starlitiibtcr|lta&e 7. «tcnrioppeiifcl)lcr. 6 ^ Am 5. October. Johann Mezc. Keul-hl-rS-Sol,". » Schwarzdorf 40, ftrnifcn. „ . nbetftenl« Am 8. October. Anna Piircker po« Purkham. toitiue. 68 3., stranz 3ofcf-6trafic 9, Lm'gen-eattm-^ ^ An, 9. October. Andreas Rociati, t 16 3 Knhthal 18, Luiigenblutung. — Alois ®lu ' T°lenderaasse 6, Typhus abdominal is. - Josef OgriS, Stonnaliim, 39 3., Polanadainn, 50, plojjticf) gestorben. 91m 10 October. AndreaS Selc, Eisenbalin-Conducteur, 41 3 Bahnhofgasse 28, routbe erhangt nufflefuiiben. — Staimund Bergkessel. f. u. k. Hauptmann. 61 I., Maria Tberelienstrahe, BlasenkrebS. — Johann Jletšič, Hansbefitzer, <>8 3 . AnerSperg-Platz 4, Marasmus. jjm 1], October. Maria EarbeiS, SattlerS-Gattin, 68 3., ^SienerftraBe 23, Marasmus. Am 12. October, ©ertraub Preseimk, Jnwohnerin. 80 I., ‘bomDlflfe 15, Apoplexia cerebri. Am 13 October. Marjana Snoj, Condncteurs • Witwe, 5n smiEnerftrnSe 35. Larcinom. — Maria Mittermaier, defter in 24 3., Alter Marki 8, Tnberkulose. — Marga. tyhe (Serčar Private, 67 3., PcierSstrafie 18, Lungenblntung. Ain 14. October. Franziska Medic, BarkerS-Tochier, 5 St.. S[j(t Markt 16, LebeuSschwache.__________________________________ Mngesrndrt. IpTOi reineter alknllBCher Unialescentcn ,md wahrend der Graviditat. Bestes diatetisclies und Erfriscliungs-Getrank. 3103 MI 1, Ml HWI5BI»A’s r„ri» jfffittttionsfluiii (Waschwaffer fur Pferde) -.t.nflrbnibtr Schutzmarkk. ju bejieben bur* a Ilk u"Ž Dr°gu»i-» bft# 0RfnrttWfd,.ungmsd,,n Monarchy. J°h°nn *»$*fant far ai^n.ulMMporatf. (3137) o SUCHARD NEUCHAIEL(schweiz). fl lEICHTLOSLICHER CACAO AuLcbiv ■ 1K° = 200 TASSEN • Nohr.liAft \ Metlulll« Weltau**telli*iiK |*a,'Im *«H». Die k. n. k. ausschl. priv. 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Berleger und verantwvrtlicher Redacteur: Fran, 9Jt U11 c v »« Laibach-