April. 3. Krin-(Lehrerheldennummar). Zwölfter Jahrgang. 1915. Folge 136. (Seite 3241 bis 3272.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tilonatsdirift zur Förderung des österr. Schulwesens. o o o 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 10. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31 32 33. 34. 35. 36 37. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 47. (Schriftleiter: Dr. Rudolf Peerz.) Inhalt: Seite Prof. Josef Pindur................... •....................................................................^241 Heil euch, ihr Lehrerhelden am Donaustrand............................ 3242 Den Lehrersoldaten . ... - • • . • • ■ ...... 3244 Ostergruß an die lieben Amtsgenossen im Felde......................... 3243 Wie ehren wir die Lehrerhelden........................................ 3445 An die Nörgler ........................................................."46 Oberlehrer Josef Kraulend ..................................... -.............................."4b Dauerndes Andenken ftlr unsere Lehrerhelden............................3247 Feldpostschreiben ................................................... 3247 Der „Elnklassige* und der Krieg ...................................... 344» Das Lied vom braven Mann...............................................3-43 Brief voif'unserer 'Mitarbeiterin Ella Schober, dzt. Pflegerin . . 3250 Drei Prüder (Lehrer) im Feld ........................................ 3253 Ein Kinderlied ...................................................... 3253 Die große Tat der Lehrerschaft........................................ 3254 Krieg und Lehrerschaft.................................................."54 Heil den Lehrersoldaten .............................................. 3255 guruf .............................................................. dzöo F.inen Oru’ß den" lieben Lehrern Österreich-Ungarns .... 3256 Den Lehrerhelden 3456 Des jungen Lehrers letzter Brief . ■ Ä ■ - "5» Qruß aus Bayern an die Lehrerhelden Österreichs....................... 3257 Bei Orodek kam’s zum Kampfe........................................... 3457 Die Zukunft des Lehrerstandes ....................................... 3257 An die deutschen Lehrer Österreichs i . ..................... 3258 An meine liehen ehemaligen Schüler im Felde .................. 3259 Ein Werk der Lehrerschaft . . • - • 3259 Den Krieg nicht verneinen und nicht nörgeln, sondern ausharren Zur TKrlegsnummer der „Blätter*....................................... 3259 Krieg"" und Schule in Deutschland 326] Heil und Sieg, Ihr tapferen Lehrer Im Felde........................... 3261 Vorwärts und aufwärts................................................. 3264 Die Lehrerhelden • • • • ■ - . - -.................... 3464 An unsere heldenmütigen Amtsbrüder im Felde................... 3262 Die Schule der Zukunft . . - ■ • ■ • - • ■ 3262 Aufruf zum Eintritt in das Jungschützenkorps Triest ... 3263 Unser Lehrernachwuchs und der Krieg................................... 3264 Vision.............................................................-...2265 Kriegsschrifttum ..................................................... 3266 Waffentaten „unserer* Helden........................................ 3268 Kriegsbriefkasten......................................................."68 Kleine Mitteilungen . . ...... ........................................"20 Die Kriegsspende unserer „Blätter......................................................................... 3471 Aus dem Lehreralbum.................................................... "72 Der k. k. Lehrer K. Ludwig .......................................... 3272 o o o Vorlag der Blätter für den Abteilungeunterrieht In Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Qokeohee. Jährlieher Bezugspreis 6 K (6 Mk, 7 Fr k.), Für Lehrbefähigungsprüfungen empfohlen: Lehrbuch der Psychologie $ von k. k. Professor F. Schindler. (Verlag O. Gollmann, Troppau.) 207 Seiten, 42 Textfiguren, 1913; eleg. Leinenband K 4. Urteile. Blätter f. d. Abt.-U.: Eine ganz ausgezeichnete Erklärung für den psychophysischen Verlauf der Geistesphänomene. — Angenehme instruktive Art. — Wissenschaftliche Fundierung der Beispiele. Päd. Jahresbericht (Dr. E. Meumann): Unter den elementaren Lehrbüchern der Psychologie gebührt dem Lehrbuche von Sch. eine besondere Stelle. — Sucht zu gunsten der Wissenschaft freizuhalten von autoritativen Traditionen. Schles. Schulbl.: Gliederung und Sprache lassen an Vollkommenheit und edlem Schwünge nichts missen. — Wärme des Tones vereint mit Durchsichtigkeit der Darstellung. Kärntner Schulbl. 1913: Nicht bloß L.-B.-A. und Prüfungskandidaten, sondern allen Kollegen empfohlen. — Vorzügliches Mittel zur mühelosen, angenehmen Auffrischung. Schaffende Arbeit und Kunst 1914: Das Lehrbuch ist sehr zu begrüßen. Es berücksichtigt die Errungenschaften der modernen Psychologie. — \#ird vortreffliche Dienste leisten. österr. Schul-Ztg. 1914: Der Stoff ist übersichtlich und in den schwierigsten Teilen leichtfaßlich dargestellt, der Weg von der Erfahrung zur Erkenntnis psychologischer Gesetze streng eingehalten. — Wärmstens empfohlen. Reichsverein österr. Lehrerbildner: In meisterhafter Weise die verschiedenen psychologischen Richtungen berücksichtigt. — Plastische Sprache, gekennzeichnet durch Schönheit, Klarheit und Leichtfaßlichkeit. Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! T rautwein, wien, vii. Mariahilferstraße Nr. 58 B. Pianos Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Elsenpanzer-Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10 jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder österreichischen Bahnstation I MT Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet! -MF Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung det illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vorzugs -Babatt-Tebelle I Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern etc. gratis zur Verfügung Lehrerheldennummer. Blätter für den jlbieilungswuerricbi. Laibach, Äpril 1915. Mitteilungen der Verwaltung. 1. Der Krieg und seine Folgen machen sich schon jetzt bemerkbar in einer ganz bedeutenden Verteuerung sämtlicher Herren- und Damenstoffe. Einer geradezu katastrophalen Preissteigerung unterliegen aber Leinen- und Baumwollwaren. Die Einfuhr von Rohmaterialien ist gesperrt, die Vorräte an Garn und Wolle wurden zum größten Teile von der Regierung für Heereslieferung beschlagnahmt, so daß das geringe Quantum vorhandener Wollmaterialien ganz fabelhafte Preise erreicht. Das Tuchversandhaus Franz Schmidt, Jägerndorf B. 28 (Österr.-Schlesien), ist infolge seiner reichsortierten und überaus reichhaltigen Lagerbestände jedoch in der Lage, Herren- und Damenstoffe, wie auch schlesische Leinenwaren zu den bisherigen billigen Preisen zu liefern. Muster können von der obigen Firma aufgrund des unserem Blatte in der Folge pro März 1915 beigelegenen Prospektes abverlangt werden. 2. Die Firma Jirka legt uns einen Katalog vor, aus dem wir entnehmen, daß sie ihr Lager bedeutend vergrößert und dabei auch mehrere Artikel aufgenommen hat, die zum Schulgebrauche dienen. Es wird sich empfehlen, den neuesten Katalog kommen zu lassen. Briefkasten der Verwaltung. Fast alle Schulzeitschriften haben sich angesichts der Kriegsnot Einschränkungen auferlegt; wir hingegen haben mit der Ausgabe von Kriegsnummern und deren Verteilung unter die Soldaten in den Schützengräben uns neue Ausgaben geschaffen. Hiefür beanspruchen wir nichts als die pünktliche Einzahlung der Bezugsgebühr und vor allem die Begleichung der Rückstände. Es ist uns auch mit kleinen Raten geholfen; entmutigend wirkt es nur, wenn einzelne Abnehmer trotz wiederholten Ersuchens nicht einmal den Betrag von 2 K einsenden, wogegen wir alle Zahlungen pünktlich decken müssen. — Da durch den Krieg eine Anzahl von Abnehmern verloren gegangen ist, bitten wir um Nachschub durch Werbung neuer Mitglieder. — Beurteilungen. 598.) Mstcnvitder. (Verf. Evers; Verlag Borgmcper in Hildcsheim.) — Man vermutet in dem Buche eine anmutige Reiseschilderung, betreffend unseren sonnigen Süden, kommt aber in dieser Hinsicht nicht aus [eine Rechnung. Mit mehr Beifall wird der Naturhistoriker das Merkchen ausnehmen; es führt ihm einige Hauptverlreter der Meeresfauna anschaulich vor. — 599.) An den Hkulen des Weltvrandcs. Berichte und Erzählungen aus dem Großen Heiligen Kriege um Deutschlands Ehr' und Österreichs Recht. (Herausgegeben von Felix Heuler; Verlag K. Kerbihsch in Würzberg. Jeder Band geh. 2 40 K, geb. 2 90 K.) — Vorläufig sind von diesem eigenartigen Werke 2 Bände Lexikon der Pädagogik Im Verein mit Fachmännern und unter besonderer Mitwirkung von Hofrat Prof. Dr Otto Willmann herausgeg. von EmSt ML Roloff, Lateinschulrektor a. D. In 5 Händen Der II. Band „“SV soeben erschienen Das Werk ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. — Ausführliche Prospekte werden durch den Verlag von Herder zu Freiburg im Breisgau auf Wunsch kostenfrei versandt erschienen. Der Verfasser hat durch die Verwendung histor. Tatsachen in entsprechenden Erzählungen eine glückliche Anlage getroffen und die Ausführung in trefflicher Art besorgt. Solcherart ist das Buch berufen, einen Familienschatz zu bilden. Es wächst kraftvoll aus der Wirklichkeit; darum sind ihm Ursprünglichkeit und Frische eigen. Für den Unterricht findet sich tu den vorliegenden Bänden reichlich Stoff. — 600.) Des Osterhasen Wunderei, von Rudolf Schneider, Musik A. Scholze, Preis M. I netto, Verl. Fr. Kistner, Leipzig. — Ein neckisches Märchenspiel mit Gesang und Tanz in 8 Bildern. Musik und Text sind ansprechend. Die Aufführung bietet keine erheblichen Schwierigkeiten. — 601.) Neun Soldatenlieder von Hermann Löns, vertont von Georg Göhler. Ausgabe für Schule und Heer. (Ein-, zwei- und dreistimmig.) Die Vereinigung deutscher Lehrergesangvereine hat bei Hermann Kämpen, Hamburg 22, neun Soldatenlieder erscheinen lassen, deren Weisen, zu Dichtungen des vor Reims gefallenen Hermann Löns, von Georg Göhler herrühren. Die Lieder sind alle ein-, 75 Auszeichnungen! Gegründet 1790. 75 Auszeichnungen! L.AC.Hardtmnths | |C| |g ä 5 ___ - »JLjLa L.&C.Hardtmuths Ks„* L&bMöllMIl “liita Schulstifte etc. WIEN IX. Budweis in Böhmen. kMige Kreiden Für Schulzwecke anerkannt bestes Fabrikat. Durch jede Papierhandlung zu beziehen. Franz u. Antonie = Rauch = vorm. Johann Hajek. Pilsen, Reichsgasse 4 Flügel, Pianinos, Harmoniums von bekannten Firmen: Bösendorfer, Förster, Wirth, Gebrüder Stingl, Rösler, Koch und Korelt u. a. Grosse Auswahl. Billige Preise. Leihanstalt. Bezahlung auch in Raten möglich. Diese Holge ill den Lelirerhetden im Kampfe für das Vaterland, das DotKstmn und die Kultur gewidmet. 1915 (April,. V d t t Q (12. Aayr.) A-l«e 136. für den Ubieilungzunterrichi Mvnatschrift ,ur Förderung des oft er r. Achul«ese«r. (.fiiiflleeMitreK (6 Warf, Schriftleiter: »eschäfiUche« aiH|n Laibach». Handschriften und Bücher an die Schrtstieilung der Btiilter für de» SibteilungSunierrlcht In Mies (Böhmen). i.) piof. 3öfcf Pindur fiel am 30. August 1914 um die Mittagsstunde in einem Gefechte bei Pawlowska-Wola (in der Nähe der Einmündung des Kamiencabaches in die Weichsel). Er war gerade im Begriffe, zu feiner versprengten Kompagnie zu eilen, als ihm eine feindliche Kugel die Halsschlagader durchschlug. P. liegt in Pawlowska-Wola begraben — in jener Erde, die er mit feinem Blute getränkt hat. — Aus dem Leben des Gefallenen: Geboren am 27. Jänner 1874 in Wendrin (Ostschlesien). Besuch der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Teschen (1889 —1893). P. wirkte als Bürgerschullehrer in Biala, in Bennisch und in Jägerndors, ab 1909 als Professor an der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Troppau. Würdigung: Prof. P. war ein anerkannter Modelleur und Maler; mit dem technischen Geschick und der echt künstlerischen Ausfassung vereinigte er eine gesunde Methode, die er in zahlreichen Kursen auf die Lehrerschaft wirken ließ. Wir verlieren mit ihm einen Genossen von großzügigen Ideen, einen trefflichen Bildner des Nachwuchses, die Künstlerwelt beklagt den Heimgang eines bedeutenden Talentes. — Prof. P. war ein eifriges Mitglied unserer Gemeinde, ein geistvoller Bearbeiter der Ratschläge für Prüfungskaudidaten. 2.) Heil euch, ihr Lehrerhelden am Donaustrand! (Erstdruck.) Gar mancher ließ das Leben Heil euch, ihr Lehrerhclden Im weiten deutschen Land! fjctl euch, ihr Heldenbrüder Dort an der Donau Strand I Ihr habt das Schwert des Geistes ZTtit Eisen nun vertauscht; ZRög’ uns der Sieg beglücken, Wo euer Banner rauscht! Ihr habt der Kinder Seelen Stets treu geführt zum Licht; Ihr habt im hehren Amte Erfüllt die schwere Pflicht! Nun kämpft ihr mit dem Schwerte Nach heil'gem Fahncnschwur Als stolze Bannerträger-Des Rechts und der Kultur! Memmingen, Bayern. Für Freiheit und für Recht; Die Totentafeln künden's Dem kommenden Geschlecht. ZTtit Stolz wir es empfinden, Daß in der Heldcnschar Aus (Ostreich und aus Deutschland So mancher Lehrer war! Und wer nach hartem Kampfe Zur Heimat kehrt zurück, Dem strahlt aus Kindesaugcn Des heißen Dankes Blick! Heil euch, ihr Lehrerhelden Im weiten deutschen Land > Heil euch, ihr Heldenbrüder Dort an der Donau Strand! jjiitflo Maser. 3.) Den Lehrersoldaten. (Erstdruck.) Ls zogen ins feindliche £anb hinein vielhundert Soldaten in langen Reih'n, nach rastlosem Marsche durch Sturmnacht und Schnee so müde die Glieder, die Herzen so weh, voll Sehnsucht nach Heimat und Milde; da tönt aus der Herne rin leiser Gesang. Wie grüßt er so traut, dieser selige Klang: „(D Beimat, dich grüß' ich vieltansendmal!" So tönt es voll Sehnsucht durchs weite Tal, gar tröstend im Heindesgefilde. IVer sang von der Heimat das traute Lied? Ls schritt auch ein Lehrer in Reih und Glied. Es heult in den Lüften, es donnert vorbei, wie mäht i» den Reihen das mordende Blei! Die Heinde, sie drohen bei Tag und Nacht, sie nahen, sie stürmen mit zehnfacher Macht; wer kann sich noch ihrer erwehren? „N)ir weichen? Wir fliehen? Kam'raden halt! Gedenket der Heimat, ihr Brüder! Halt! Wer schützt uns're Lieben vor Heindeswnt?" — Schon kämpfen sie wieder, sie kämpfen mit Mut, hei, streiten und siegen mit Ehren! Wer rief wohl das strahlende, siegende Wort? Auf blutigem Held stritt ein Lehrer dort. wie flattern und grüßen die Hahnen so hehr! Bald nahen die Sieger in schimmernder Wehr. Ihr siegreichen Helden, bald kehrt ihr zurück, Ihr bringt uns den Hrieden, Ihr bringt uns das Glück, Der Heind ist entflohen, bezwungen. Dann eilt Euch entgegen die jauchzende Schar Der Knaben und Mägdlein mit wehendem Haar, dann grüßt Euch die Heimat gar innig und traut, dann klingt Luch der Herzen tiefinnigster Laut, dann tönt es von jubelnden Zungen: „Wir ehren und lieben den tapferen Mann, der kämpfen und siegen und — lehren kann." A. Kauvner. 4.) Ostergruß an die lieben Amtsgenossen im Felde. 3fl IN.1915 m.FRFSS.lVJt. Heil Euch, Ihr wackeren Amtsgenossen, die Ihr da draußen stellt an den Gemarkungen des Reiches, dem Feinde gegenüber! Euch ist die schwerste, aber auch die höchste Aufgabe zuteil geworden, die einem Manne zuteil werden kann, die Aufgabe, sein Leben einzusetzen für das, was er am heißesten liebt, für Vater und Mutter, für Weib und Kind, sein Herzblut verströmen zu lassen für das, was er in begeisterten Liedern als Höchstes gepriesen, Heimat und Vaterland, Ehre und Freiheit seines Volkes. Wie oft überkam mich in den ersten Tagen, als Ihr, durch heilige Pflicht gerufen oder freiwillig, des Herzens heiligem Drange folgend, zu den Fahnen eiltet, eine leise Scham, nicht mehr mittun zu können. Doch ich tröstete mich, so gut es ging, mit dem Gedanken: „Du schickst ja den Sohn hinaus, deinen Einzigen; dein eigen Fleisch und Blut wird mitkämpfen und siegen für die heilige Sache deines Volkes!“ — Wie schal und inhaltsleer kam uns in den Anfangswochen des Großen Krieges alles vor, was wir Zurückgebliebenen unternehmen konnten. Erst nach und nach besannen wir uns auf die großen Pflichten, die der daheimgebliebene Lehrer gegen seine Amtsbrüder im Felde zu erfüllen hat. Es ist uns wie ein heiliges Vermächtnis, Eueren lieben Angehörigen mit Rat und Tat beizustehen, — zu trösten, wo Bangigkeit, Kleinmut und Verzagtheit ein einsames Herz gefangen nehmen will, Euere Kinder so viel als möglich vor den Gefahren der Straße zu bewahren, sie zu freudebringender Arbeit heranzuziehen und sie zu belehren, daß sie sich ihrer Väter im Felde würdig erweisen. Wir wollen dadurch nur eine Dankesschuld an Euch, verehrte Amtsgenossen, abtragen, denn wir haben mit freudigem Stolze vernommen, wie Ihr, allen voran, zu den Tapfersten gehört, wie Ihr, stets verläßlich, Eueren Kameraden und Untergebenen mit gutem Beispiele vorangeht, und wie Ihr eingedenk seid, auf jedem Posten Euerer guten Erziehung und Bildung Ehre zu machen. In dev Schule haben wir gern die vermehrte Arbeit tibernommen. — Wie weit bleibt sie noch hinter Eueren unerhörten Mühen und gewaltigen Anstrengungen zurück! — Wir sind bestrebt, die uns anvertraute Jugend die große Zeit, die uns alle, alt und jung, in ihren Bann geschlagen, auch im Unterrichte mit erleben zu lassen und aus diesem Miterleben den Willen zu wecken zu fruchtbringender Tat. Im ehrlichen eigenen Ringen und Mühen müssen unsere Jungen einsehen lernen, daß nur durch fleißige und unermüdliche Arbeit die Grundlage für das Gedeihen einer Familie, einer Gemeinde und eines Staatswesens geschaffen werden kann. Bei dieser Gelegenheit erkennen sie auch den Nutzen, der aus der Anstrengung aller körperlichen und geistigen Kräfte ihrer Mitschüler erwächst. Bas muß schon in den Arbeitsstätten des Schulhauses zu einer richtigen gegenseitigen Einschätzung, zu einem so brüderlichen Zusammenschlüsse führen, wie die gemeinsame Arbeit, die gemeinsamen Freuden und Leiden, bei Euch draußen in den Schützengräben. Die alten Sagen sind wieder zur Wahrheit geworden. Die kühnen Ilelden, von denen uns das Nibelungen- und das Gudrunlied singen, sie sind neu auferstanden und mit blitzenden Augen und geröteten Wangen hören unsere Jungen von den herrlichen und unvergleichlichen Waffentaten, die Ihr, bedroht von feindlichen Heerscharen, in so gewaltiger Zahl, wie sie weder Geschichte noch Sage kennt, ausführtet, wie ihr standhieltet in Regen und Frost, in Schnee und Sturm. Welche Beispiele von hinreißender Kraft stellt Ihr nicht unserer Jugend vor Augen! Wie lernt sie doch jetzt in lebendigen Bildern die schlichten Tugenden unserer alten deutschen Vorfahren an Euch aufs neue bewundern: die Treue, die Ausdauer, die Selbstüberwindung, die Hingabe und Aufopferung für eine große Idee! Seid versichert, liebwerte Amtsgenossen und alle ihr tapferen Krieger im Fehle, Ihr habt nicht umsonst gerungen und gekämpft, nicht umsonst den verwüsteten Boden an der Grenze des Vaterlandes mit Eurem Herzblut getränkt. Tausend Keime, die in unserer Jugend schlummern wie in einem Ackerfeld im März — sie werden, befruchtet durch die Sonne Euerer Begeisterung und die Wärme Euerer Aufopferung, gewaltig emporsprießen, und wenn Ihr — wie es ja nicht anders möglich ist — siegreich heimkehren werdet, wird durch unsere Jugend ein neues Ostern beginnen, ein neues Auferstehungsfest der Größe, Macht und Herrlichkeit des deutschen Volkes! Alois Kunzfeld. (Eingangs- und Schlußvignette in Rapier geschnitten von dem Zöglinge des vierten Jahrganges Marianne Fraß.) •MW. 19)8 3245 5.) Wie ehren mir die Lehrerhelden? 3i! der Novemberfolge l9Vt unserer „Bl." wurde durch de» Leitbericht die Ehrung gefallener Dorfgenosse» angeregt und hiebei auch der Lehrer, die den Tod für das Vaterland gestorben sind, durch Hinweis auf einen früheren Artikel (Folge 70) gedacht. Der Antrag fand Zustimmung und scheint mancherorts bereits zur Verwirklichung gediehen zu fei». Nunmehr, da viele von denen, die wir aus unseren Reihe» in den Rampf ziehen sahen, in fremder Erde ruhen, ist es unsere Pflicht, das Gedenken an sie i» die Stimmung zu fassen und mit ihr zu erhalte», die ihm durch das frische Ereignis beigegeben ist. Es ist ein anderes, ob das Bild, aus dem der Betrauerte, der Gefeierte zu mir redet, jetzt, da die Runde von seiner Heldentat die Gemüter aller erwärmt, vor meine Seele tritt oder ob es erst dann mein Eigen wird, wenn die Tat verblaßt, durch andere Geschehnisse überdeckt ist. Die Psychologie weiß diesen Stimmungswert zu schätzen und zu erklären; sie verlangt mit Recht eine bedeutungsvolle „franse" (um mit James zu sprechen), auf daß der Eindruck dauernd verankert und lebhaft erhalten werde. Dieser wissenschaftlich begründeten und durch die eigene Erfahrung täglich bestätigten Forderung müssen wir Rechnung tragen, sofern es sich darum handelt, die Erinnerung an „unsere" Teuer» in unserem Kerzen, im Herzen der Rinder und in dem des Volkes mit einem starken Untertone zu versehen. Die Ausführung des Gedankens läßt sich mit geringen Mitteln bewerkstelligen. — Das Titelblatt der vorliegenden Folge f55 unserer „Bl.", mit dein wir unser» geist- vollen Mitarbeiter Pros Zoses pindur ehren, bietet ein Muster für die Ausführung des planes. Zeder Lehrerverein läßt es sich angelegen sein, von seinen Mitgliedern Gedenkblätter dieser Art, die recht wohl als Bildkarten hergestellt werden können, zu erwerben, um sie einerseits zum Eigenpreise oder umsonst an die vereinsgenossen, an die Eltern der Schüler des Gefallenen und an Erwachsene, sofern sie durch die Hand des Lehrerhelden ins Leben gegangen sind, abzugeben. Auf diese Meise wird die Tat des Mackern und die damit verknüpfte Erinnerung an die person in jedem Lehrerheime (womöglich durch Ankauf auch in jeder Schule) des Bezirkes, i» jedem Hause des Ortes, der von der Arbeit des verblichenen zehrt, und in jedem Minkel, wo man das Teuerste birgt, verwahrt werden. — Rechnen wir einmal: a) Der Verein zählt beispielsweise 50 Mitglieder; das gibt nach dem Rriege mindestens einen verbrauch von 40 Blldkarten. — b) Gelegentlich werden Rarten mit anderen Vereinen getauscht, gering gerechnet, 60 Stück. — c) Der Lehrerheld soll in jedem Schulhause des Bezirkes sein Ehrenplätzchen finden (wenigstens in der Thronik der einzelnen Schulen) — 50 Stück. — d) Durch seinen Unterricht sind zum mindesten 500 Schüler geschritten, die noch gerne 5 h dranwagen, um von ihrem ehemaligen Lehrer, der für das Vaterland fiel, ein Bild zu besitzen = 500 Stück, e) Die ganze Gemeinde, jedes Haus wird darnach langen, wenn das Gedenken an den Tapfer» um wenig Geld so anschaulich erhalten werden kann. Es werden also an 500 Bilder nötig sein. — Mie ist nun die Herstellung um das wenige Geld (5 h für ein Bild) möglich? Dadurch, daß wir einerseits den Lehrervereinen die billige Herstellung besorgen helfen und anderseits selbst ein viertel des Rostenpreises für den Bildstock übernehmen. Da die „Bl." als unparteiische Zeitschrift in allen Lagern gelesen werden und in starker Auflage über das ganze Reich verbreitet sind, so soll durch sie der Ruhm des gefallenen Vereinsmitgliedes über die Gemarkung des Bezirkes und die des Landes hinausgctragen werden. Jede neue Folge kann eine neue Ehrentafel bringen, jede neue Folge von den Taten berichten, die unsere Amts-genoffen für Raifer und Vaterland verrichtet haben. Mir stürzen uns in bedeutende Rosten, weil in dein Falle, als der Gedanke zur vollendeten Tat wird, wenn nämlich alle Vereine oder auch nur die meiste» von ihnen 3240 Anschlägen, die Ausgaben, die für die einzelne Körperschaft gering sind, für uns ansehnlich werden und weil uns vor allem zeitraubende Schreibereien und Verrechnungen erwachsen. Trotzdem muß die Arbeit in Angriff genommen werden, denn es wäre ein Anrecht, ja grober Undank, wenn die eilende Zeit die Erinnerung an unsere Melden verwehte oder die Namen der Mackern gerade nur ein Papierchen nennte, das man liest und dann in den Verstaub geraten läßt. Das Bild an der Wand, im Album, in der Schulchronik ist denn doch etwas Bleibendes, etwas Lebendiges. — ZAit der Herstellung der in Rede stehenden Gedenkblätter oder dem etwaigen Vertriebe wollen wir nichts zu schaffen haben; wir sind, wie erwähnt, lediglich bereit, die Herstellung der Druck-ftöcfe (Klischees) zu besorgen, ein Viertel der Koste» zu tragen und hinsichtlich wohlfeiler Beschaffung der Karten Rat zu erteilen. Ein Geschäft sollte auch in den Vereinen aus Gründen der Pietät ganz und gar unterbleiben; da 500 Karten, hergestellt nach dem von uns gebotenen ZAuster, samt Bildstock nur K kosten, so kann der Verein statt eines Kranzes den Betrag spenden und die Erinnerungsblätter kostenlos abgeben. — Wer in kehrerangelegenheiten das Wort ergreift, muß, Gott sei's geklagt, in der Regel mit großer Lauheit rechnen, selbst wenn der Beifall von rechts und von links her-einschallt. Aber diesmal sollte eine Ausnahme gemacht werden, gilt es doch, das Andenken an die, von deren Gräbern der Lenz die letzten Schneekrusten schmelzt, der Vergessenheit zu entreißen. ZNan hat den Großen der Weltgeschichte nicht umsonst Denksteine gesetzt. Wohlan denn, laßt uns die Helden feiern, die zu uns gehören, die unsere Großen sind! — _______________________________________________ ?«rj. ti.) An die Nörgler. Der stets zu tadeln findet, meint, er liebe sein Vaterland, Stolz das Gute bekennen, dünkt ihm erhaben nicht. Mit nörgelndem Wortschwall glaubt er, die Welt zu verbessern: Mit Worten Taten zu schaffen ward nur dem Schöpfer vergönnt. H. Zach. 7.) Hverleyrer Aosef Krauland erlag nach vielen Kämpfen einer durch die Anstrengungen des Krieges hervorgerufenen Erkrankung Ende Dezember 1914 im Reservespital zu Mikolcz. — K. stammte aus der deutschen Sprachinsel Gott-schee in Krain, studierte am dortigen Gymnasium und besuchte sodann die Lehrerbildungsanstalt. Nach mehrjähriger erfolgreicher Tätigkeit in seiner Heimat wurde er für den schwierigen Posten eines Schulleiters der deutschen Schule in Weißenfels (Oberkrain) ausersehen. Mitten im nationalen Toben lernte er seinen Mut, der ihn im blutigen Ringen in die vorderste Linie drängte, stählen. — Würdigung: Der Heimgang Ks. reißt eine bedeutende Lücke in die Schar der besonnenen und dabei so tapferen Streiter für das Deutschtum in Krain. Es wird schwer sein, auf den Posten in W. einen Mann zu bringen, der gleich K. vom Freunde geliebt, vom Feinde geachtet wird. — Zu unserer Gemeinde stand K. in treuinnigem Verhältnis; kurz vor seinem Tode holte er sich noch Rat in einer Angelegenheit, die von eifriger pädagogischer Fortbildung zeugte. — 3247 8.) Dauerndes Andenken für unsere Lehrerhelden! (Erstdruck.) Eine überaus stattliche Schar von Kämpfern — wohl mehr als 40.000 — stellt der Volksschullehrerstand im Deutschen Reiche dem deutschen Ileere zu dem gewaltigen Völkerringen. Bereits 5000 tote Lehrer bedecken die Walstatt. Dieser auffallend hohe Prozentsatz an Gefallenen beweist nicht minder als die Zahl der 5000 Lehrer, die mit dem Eisernen Kreuze geschmückt wurden, mit welchem Heldenmut und welcher Todesverachtung unsere wackeren feldgrauen Standesgenossen ihr Leben fürs Vaterland in die Schanze schlagen. Anderseits erklärt sich die hohe Zahl der Gefallenen daraus, daß die große Mehrzahl unserer Amtsbrüder im Heere in gehobenen Stellungen dienen, als Leutnant und Oberleutnant der Reserve, Offiziersstellvertreter, Vizefeldwebel und Unteroffiziere — und diese Bevorzugten werden bekanntlich auch von dem feindlichen Blei in hervorragender Weise „bevorzugt“. Es ist ein schöner Zug der deutschen Lehrerschaft, daß sie das Andenken ihrer auf dem Felde der Ehre gefallenen Standesgenossen auf mannigfache Weise zu ehren sucht. So bringt unsere Bayerische Lehrerzeitung in jeder Nummer eine schwarzumrandete „Ehrentafel“ mit den Namen der gefallenen Helden nebst kurzem Bericht über ihre Kriegsschicksale, außerdem ein Verzeichnis der mit dem Eisernen Kreuze und ändern Ehrungen Ausgezeichneten, sowie die Namen der Verwundeten und Vermißten. Neben diesen aus dem Bedürfnis der Gegenwart herausgewachsenen Gedenkblättern sind aber auch weiter noch bereits Vorarbeiten im Gange, um das Andenken an die gefallenen Helden unseres Standes wie überhaupt an die Kriegsteilnahme der Lehrerschaft in einen dauernden geschichtlichen Ehrenmal für alle Zeiten festzuhalten. Ein stattliches Gedenk- und Ehrenbuch aus dem gegenwärtigen Völkerkriege soll es werden, ein Kriegsbuch, das auch noch künftigen Geschlechtern Zeugnis geben soll von dem vaterländischen Opfermute der bayerischen Lehrerschaft in dem ungeheueren Kampfe, aber auch Zeugnis von der tiefen Dankbarkeit und Treue der Überlebenden für die teuren Toten, die ihr Leben dahingaben für des Vaterlandes Schutz und Ehre und damit wohl auch für des Standes Ansehen und heilbringende Zukunft. D. Winkle, Hauptlehrer in Augsburg. 9.) Feldpostschreiben. (Erstdruck.) Im glücklichen Besitze von zwei Blatt Briefpapier gehe ich daran, an unsere Blättergemeinde einige Zeilen zu richten. Was mich vor allem hiezu veranlaßt, ist dies: 1. Brachte mir gestern ein eben angekommener Kollege die „Blätter“. 2. Habe ich heute Zeit und erwärmte Hände, mit denen man zur Not den Stift halten kann. Eigentlich hätte ich noch mehr Gründe, doch deren Anführung würde das kleine Blatt füllen — und ich will von unserem romantischen Leben (nach Art der alten Höhlenbewohne)') auch etwas schreiben. Wir sind seit vorgestern Reserve und zugleich Artilleriebedeckung. Die Leute meines Zuges wünschen alle, daß wir es nur ja recht lange sein würden. Hier ist es auch wirklich wie im Paradiese. Bitte, was will man mehr? Mein „Haus“, ein sogenannter „heizbarer Unterstand“, hat gegen 4 m2 Bodenfläche, ist vollständig aus Holz und Erde gebaut, mit Dachpappe gegen andauernden Regen geschützt und birgt ein unschätzbares Gut: einen richtigen eisernen Ofen. Was das heißt, kann nur der voll erfassen, der sich wochenlang im Schützengraben wälzte und krümmte und vor Kälte nicht schlafen konnte, auch wenn das Kanonenfeuer schwieg. Ich liege auf dem mit Reisig belegten Boden meiner Hütte und schreibe und freue mich des schönen Tages. Die offene Seite meines Hauses zeigt gegen Süden und die Sonne wärmt mich im Verein mit dem Ofen. Mein Zugsführer beendet soeben ein Schild aus einer Papierweste, worauf er mit Blaustift gemalt: VILLA TRAUTES HEIM 1915. Es soll den Eingang, den des Nachts im Zeltblatt verschließt, schmücken. Von meinen Leuten erscheint einer nach dem ändern und bittet „gehorsamst“, seinen Zwieback aut meinem Ofen „rösten“ zu dürfen. Gern gewähre icli’s und die Leute danken glücklich. W armer Zwieback ist weich und wohlschmeckend, bedeutet hier das, was für den Feinschmecker das Höchste ist. Kaffee können wir auch kochen und Konserven und so fehlt fast nichts zur vollen Glückseligkeit als vielleicht ein — Bad. Halb befriedigt wurde ich auch in dieser Hinsicht, denn ich konnte mich heute mit warmem Wasser (das wir freilich als kaltes eine Viertelstunde weit herholen müssen) waschen. Waschen ! Engelsmusik für uns moderne Höhlenbewohner. Und dazu dieser schöne Wintersonnentag in den Karpathenbergen! Der Sonnenaufgang war herrlich. Ich lag auf dein Rücken und schaute und schaute nur immer auf die wie mit Glut überfluteten Hänge der gegenüberliegenden Höhen. Friede war auf Erden. Kein Schuß fiel und links Uber mir pfiff eine Amsel ihr Morgenlied. Ich sann und träumte — da beginnt plötzlich Artilleriefeuer. Ich erwache und wische beschämt eine Träne fort, die dem Auge entquoll. Gott! Gott! wie herrlich und rein hast du die leblose Welt geschaffen und deren unvernünftige Bewohner! Und die vernünftigen, die Menschen? — — Das Papier geht leider zuende. F. Karl, Lehrer in Kapsch, dzt. Kadettasp. im Feld. 10.) Der „Einklassige“ und der Krieg. Von Alois Wolf, Oberlehrer-Leiter der einklassigen Übungsschule in Sittna bei Mies. (Erstdruck.) Gott zum Gruß, mein lieber Amtsbruder da draußen im einsamen Dörfchen, dort hinter dem Berge am Waldessaume oder am Fuße des Rebenhügels oder inmitten des überschneiten mul übereisten Tannenforstes! Die Sorge zieht mit dröhnenden Schritten durchs weite Land. Sie ruft dich um Beistand, um Hilfe an; nicht zum Schutze des Reiches, da dir die eiserne Hand fehlt (sic ist infolge von Entbehrungen ermattet herabgesunken), nein, sie ruft dich, du König im Dorfe, auf daß du von deiner geistigen Kraft Gebrauch machest im Dienste des bedrängten Vaterlandes. Wenn ich dich, lieber Genoß, einen König in deinem Reiche nenne, so tue ich es mit Recht; denn wer ist anders auf dem Hachen Lande berufen, Ordnung und Mäßigkeit, Pflicht und Gehorsam, Liebe und Achtung vor dem Gesetze der unkundigen Menge zu bieten ? Kein Doktorhut macht dir den Platz streitig. Du bist es, der christliche Nächstenliebe durch edles Beispiel bezeugt, der der großen Masse die gesetzlichen Bestimmungen erklärt, der das Volk durch Vorsichtsmaßregeln vor allerlei gefährlichen Krankheiten bewahrt, vor Viehseuchen schützt. Und bist du nicht auch Minister des Innern in deinem kleinen, aber mächtigen Reiche? Wer lenkt mit sicherer Hand das ganze Gemeindeschifflein in diesen so hochgehenden Wogen des Weltkrieges? Und bist du nicht Minister des Äußern, wenn du mit kluger, politischer Einsicht deinen so bestürzt und hoffnungslos dreinschauenden Gemeindeinsassen den Kampf um unser gutes Recht in allen Tönen deines vaterländischen Gemütes vor Augen führst? Als kulturhistorischer Geograph mußt du die Größe, Beschwerlichkeit und Beschaffenheit des Kampfgefildes in wirklichen und geistigen Bildern veranschaulichen. — Der alten Kreuzwegbäuerin, einer in der „Ausnahm11 sitzenden Witfrau, ist der einzige Sohn auf dem Felde der Ehre gefallen. Wer ist in der Lage, sie in ihrem grenzenlosen Mutterschmerze zu trösten, ihr die entzückenden unsterblichen Heldentaten ihres um Vaterland und Kaiser gefallenen Sohnes zum Tröste zu bieten? Du allein, „Einklassiger“, du bist es, als alter Freund dieser Seelenarzt zu sein! Am Wiesenrande stellt eine Holzhütte, die Wohnstätte der „Resimuhm“, der alten Einlegerin. Einen Brief vom „Loisl“, der „Einzigen Freud auf der Weltu, hat ihr die Post gebracht. Geküßt und ans Herz gedrückt hat ihn das alte Weib und hat vor Freuden geweint, noch ehe si6 den Inhalt vernommen. Ja das Lesen war ihre schwache Seit’. Wem vertraut sie nun den Inhalt des Briefes an, wer wird ihr alles haarklein „derklären“ ? In die Schule lenkt sie ihre Schritte; denn „der Herr Lehrer kennt dem Loisl sei Schrift am besten“. Er liest, er erklärt, er beglückwünscht das zitternde Weiblein zu ihrem jungen Zugsführer mit der goldenen Auszeichnung an der Brust. Er ist auch ihr Briefschreiber und weiß die tiefsten Gefühle eines treuen Mutterherzens dem Gefeierten hinaus ins Feld zu schicken und ihm zugleich das ungeteilte Lob seiner Heimatbrüder innig vorzuführen. Daß auch er seinen Anteil an dieser Soldatenauszeichnung hat, wird ihm wohl niemand nehmen können. Mit berechtigtem Stolze hat neulich ein bejahrter „Einklassiger“, der nunmehr 30 Jahre im Orte wirkt, erzählt: „75 meiner gewesenen Schüler sind eingerückt, darunter zweimal Vater mit Solm vom 19. bis 42. Lebensjahre und als Draufgabe habe ich meinen 18 jährigen Sohn als „Freiwilligen“ mitgeschickt. Was mich am meisten erfreut: es sind alle Rangstufen vom Infanteristen bis zum Hauptmann vertreten und zwölf sind bereits mit Ehrenzeichen bedacht worden. 3249 Ja, lieber Amtsbruder, solche Ehre und Freude kannst nur du teilen. Kein einziger Stand vermag sich mit deinem zu messen. Alle ändern Erfolge sind bloß Teilerfolge deines Fleißes. Das, lieber Freund, sind deine unsichtbaren, aber unvergänglichen Ehrenzeichen fiir die Mit- und Nachwelt, für dein nimmermüdes, von allen Leiden begleitetes Alter. Wenn auch unsere dermaligen Bestimmungen den „Einklassigen“ von äußeren Ehren und Titeln ausschalten, laß es dich nicht verdrießen: In deinem Lager ist Jung-Österreich! 11.) „Das Lied vom braven Mann“. H. Zach, St. Marg. a. R., Steiermark. (Erstdruck.) Ehrenvoll kämpfen unsere braven Krieger mit einem mächtigen Feinde. Helden an Tapferkeit und im Ertragen unsäglicher Mühen und Entbehrungen schirmen unser geliebtes Vaterland, ringen um jeden Fußbreit Heimaterde. Wer die Taten unserer herrlichen Armee zu würdigen versteht, den erfüllt freudiger Stolz und volles Vertrauen. Ehrenvoll handeln sie aber auch in Lagen, in denen nicht Tapferkeit, Todesmut, sondern menschliches Fühlen den Ausschlag geben muß. Bewunderung und aufrichtige Freude muß man empfinden, hört oder liest man die Erzählungen von edeln Taten unserer braven Krieger. Taten beweisen und sind lebendige Zeugen von Seelenadel, von tiefer Gemütsbildung, aber auch von Charakterstärke, die sich im Überwinden des Selbsterhaltungstriebes äußert. Die furchtbaren Geschehnisse, die der Krieg zeitigt, machen die Männer da draußen nicht hart; selbstlos, niclitachtend das eigene Wohl und Wehe, retten sie oft das gefährdete Leben des Kameraden, helfen sie dem hilfebedürftigen Feinde. (Vergleichen wir damit die Handlungsweise unserer Feinde, die sich so gerne als die „Träger der Kultur“ bezeichnen!) Die vielen Anlässe, Nächstenliebe, selbst dem Feinde gegenüber zu bezeigen, geben der edelempfindenden Seele stets neue Nahrung. Leider hat gar mancher sein Mitleid, seine Hilfsbereitschaft, wenn nicht mit dem Leben, so doch mit einer bitteren Erfahrung bezahlt. Das Gebot des Herzens stellen die Wackern höher als das Gebot der Selbsterhaltung. Die Keime dieser edeln Gesinnung pflanzte die Schule in ihr Gemüt; nun ist die Saat erntereif geworden und trägt die herrliche Frucht „Menschenliebe“. Das „Lied vom braven Mann“ — es müßte Hunderten gesungen werden! 12.) Lehrer Aoh. ZS. Kühler rückte am 27. Juli 1914 zu seinem Regiment« (6. Landst. Inf. Rgmt. in Eger) cm und kam sodann auf den südlichen Kriegsschauplatz, wo er bei Slatina in Serbien am 8. Dezember 1914 durch einen Kopfschuß den Tod fand u. zw. in dem Augenblicke, da er seinen verwundeten Oberst verbinden wollte. — Geboren am 20. Mai 1886 in Tachau, besuchte dort die Volks- und die Bürgerschule und trat sodann in die k. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt zu Prag ein. Reifezeugnis, provisorischer Lehrer an der zwei» klassigen Volksschule in Girnberg, in Altzedlisch, Lehr-befähigungsprüfung, ständiger Lehrer in Hinterpaulusbrunn. — H. war ein begeisterter Vertreter des Standes, ein fleißiger und geschickter Arbeiter in der Landschule, ein eifriges Mitglied im Lehrervereine und vor allem ein tätiger Volksgenosse, der an der Grenzmark in völkischerKleinarbeit Tüchtiges zutage förderte? * Der Witwe des gefallenen AmtSbruderS wurde aus dem KriegSfonde der Bl der Betrag von 100 K zugemittelt. 3250 13.) Brief von unserer Mitarbeiterin Ella Schober, die als Pflegerin im Felde steht. Dorvemerkuirg. Daß in unfern Reihen dem Vaterlande nicht bloß Helden, sondern auch Heldinnen erstanden sind, mag die nachfolgende Darstellung erweisen. Frl. Ella Schober, die langjährige Mitarbeiterin der Bl., hat trotz mannigfacher Schwierigkeiten Schule und Heimat verlassen und ist hinaus ins Feld gewandert, wo Männer um was Großes ringen. In diesem Entschlüsse zeigt sich so recht die aus tiefer Herzensund Geistesbildung quellende hohe Auffassung von dem Berufe, der über das Schulzimmer, über die Gemeindegrenze greift und erst im Dienste für das Vaterland draußen auf den blutigen Schlachtfeldern sein Endziel findet. Wo sind andere Stände, so sic sich zu den gebildeten zählen, die solchen Heroismus des Weibes aufzuzeigen vermögen? Ella Schober, unsere tapfere Amtsgenossin, hat in den Ruhmeskranz der Lehrerschaft ein Reis geflochten, das unvergänglich blüht. — D. Sch. Liebe Leser der „Bl.“! Schwester Ella Schober. Den Pflegerinnen-Kurs an der medizinischen und chirurgischen Klinik Innsbruck hatte ich mit einer mit „sehr gut“ qualifizierten Prüfung abgeschlossen. Am 2. September erhielt die I. freiwillige Tiroler Sanitätsabteilung in der Hofburg zu Innsbruck die Generalabsolution; wir beteten um den Sieg für unsre Waffen. Der Ernst der kurzen Feier packte mich. Doch dann ging’s uns wie allen, die hinausgezogen ins Feld: Singend und „ein Hoch dem Kaiser und Tirol“ rufend, schlüpften wir in die Waggons; singend und doch ein wenig wehmütig schaute ich hinüber nach Oberndorf, ein bißchen später dann hinunter auf mein liebes Heimatdörfchen Fieberbrunn und nach kurzer Zeit hatten wir die tirolisch-salzburgische Grenze hinter uns. Den Wienern in der Kaiserstadt sangen wir auch ein Tirolerliadl ums andere vor, als wir vom Westbahnhof zum Nordbahnhofe durch die Stadt fuhren. Die letzte deutsche Station! Ich stimmte die „Wadht am Rhein“ an und als das Lied zu Ende war, waren wir schon in Galizien. In dem reichen, jetzt so armen Galizien, das allen, die dort waren, mit seinem Schmutz, seinen Juden und Polen, mit seinen krassen Gegensätzen unter den Leuten und halt vor allem als das Land mit dem Elende, das der Krieg brachte, in Erinnerung bleibt. Der Ernst meines neuen Berufes war da — viele Verwundetenzüge passierten die Strecke oder standen in den Stationen. Mein Rucksack, den mir meine liebe Mutter mit Leckerbissen gefüllt hatte, wurde da sehr mager, denn die armen Soldaten hatten größeren Hunger und Durst als ich. So fuhren wir also Tag und Nacht und wieder und noch einmal — Berge gab’s natürlich längst keine mehr — und endlich waren wir in Rozwadow. Es war schon spät abends; wir sahen aber gleich ein Stück Krieg: Infanterie hatte vor dem Judennestchen ihr Biwak, auf dem großen Ringplatze stand die schwere Artillerie für die mondhelle Nacht in Marschbereitschaft; sonst war Stille, weil die Juden ihren Festtag hatten. Die Befehle hatten wir vernommen und wir krochen ins Stroh. Das tat wohl nach den harten Bänken in den Eisenbahnwagen. Am nächsten Morgen, Sonntag war es, antreten beim Sanitätschef 1 Der teilte die ganze Abteilung auf (wir waren die ersten da oben); er sagte kurz: „Hilfe tut da und dort überall not. Wer meldet sich für Rußland? Es gibt aber drüben sehr viele Infektionskranke!“ — Sechs Schwestern meldeten sich; ich war auch dabei. Über Nisko marschierten wir. Nicht weit von Nisko liegt das deutsche Gut Seehof, das von unserer Kolonne auch als Lazarett benützt wurde. Vielleicht kennt es mancher von den Heimgekehrten. — Bald kamen wir zu einem mittelgroßen Flusse, dem San, an dessen Ufern ja so viele von unsern tapfern Tirolerbuben ein frühes Grab fanden. Gleich hinter Domostava ist die Grenze. Drüben steht eine jetzt zerstörte Kosakenkaserne, auf unserer Seite in einiger Entfernung sind ein paar friedliche Bauernhütten; drüben gab’s mit Gras überwucherte Schützengräben, bei uns nichts. Weiter ging’s durch einen endlosen Wald, durch den ein neuer Weg mittelst Baumstämmen gelegt wurde, ein Prügelweg! Am 7. September in der Nacht zogen wir in Janow ein. Da sah es schlimm aus. Die Helden von Lublin und Krasnik, auf den Verbandplätzen notdürftig oder auch gar nicht verbunden, wurden daher gebracht oder kamen selber, wenn sie sich noch schleppen konnten. Viele waren durch die Kriegsstrapazen vollständig ergraut; von den nahen Krasniker Feldern kamen zahlreiche, die die Not und das Kriegselend um den Verstand gebracht hatte. Und endlich die Ärmsten der Armen: die an Ruhr, Typhus oder Cholera Erkrankten, die neben der Verwundung 0 c 3251 noch die entsetzlichsten Qualen ausstehen mußten. Um allen zu helfen, waren ja viel zu wenig Hände; eine große Kosakenkaserne, die kaiserlich-russische Bezirkshauptmannschaft, die Schule und Privathäuser waren schon mit Schwerverletzten belegt, auf der Hauptstraße standen aber ununterbrochen zwei Reihen galizischer Bauernwagen, vollbeladen mit Verwundeten. Die Hitze war sehr drückend, die Nächte aber waren frisch. Dort standen die Wagen; einer nach dem ändern fuhr bei der Kaserne oder bei der Bezirkshauptmannschaft vor, die Leute abladen, in den Operationsraum, wieder aufladen, sorgen, daß der arme Mann, wenn er es vertragen konnte, ein Stück Brot und Tee oder Suppe erhielt und dann vorwärts weiter, weiter! So ging es Tag und Nacht dahin, ln der ersten Zeit kam mir das Donnern der Kanonen sofort zu Ohren; tauchte oft auf der weiten Ebene ein greller Feuerschein auf, daß man wußte, dort und dort brennt es, — so griff mich das sehr an; nach einigen Tagen sah und hörte ich’s aber nimmer, denn die Arbeit nahm Seele und Leib in Anspruch. Man kann sich all das gut vorstellen, wenn man bedenkt, daß die Leute zumeist vom ersten Hilfsplatze kamen. Dort sollte halt immer die rasche und richtige Hilfe sein; das wünschte ich allen, die aus der Gefechtslinie zurück müssen, vom Herzen. Überwindung kostete es mich allerdings, als ich das erstemal zu den ansteckend Erkrankten kam. Ein tüchtiger und humaner Regimentsarzt sagte: „Schwester, passen Sie auf, es sind einige mit Cholera darunterI Ich kann Ihnen auch nichts geben, daß sie sich vor Cholera schützen könnten." Da dachte und überlegte ich, an Cholera oder etwas ähnlichem sterben, das möchte ich nicht, lieber durch eine Russenkugel, wenn mir vorher der liebe Gott gestattet haben würde, den Russen auch einige Kugeln zu übersenden. Aber das waren Dummheiten, fünf Minuten darauf ging ich und nach einer Viertelstunde war alle Scheu und Angst dahin und überwunden, wohl aus dem Grunde, weil hier das menschliche Elend nicht mehr größer hätte sein können. Die Kranken lagen untertags meist im Freien in der Sonnenwärme auf einer großen Wiese und abends krochen sie in Scheunen. Es war mir eine Erleichterung, daß niemand von einem heimatlichen Regimente darunter war; zumeist fanden sich nebst vielen Reichsdeutschen Angehörige von ungarischen und polnischen Regimentern. Die Zahl dieser Armen betrug fast fünfhundert. Am nächsten Tage kam der Sanitätschef und ordnete den sofortigen Bau von Isolier-Baracken an. Es blieb aber beim Befehl, denn nach zwei Tagen gab es Alarm. Rückzug! Was alles während dieser zwei Tage sich ereignete, klärt sich in meiner Erinnerung erst nach und nach. Von der Lublinerlinie hatten wir stets sehr viele reichsdeutsche Waffenbrüder hereinbekommen; jetzt kam der Rest der deutschen Landwehr, die sich dort, vereint mit den Unsern, blutige Lorbeerblätter gepflückt hatte. Langsam zog unsere Infanterie daher. Die Äroplane kreuzten fortwährend, unsere Artillerie stand noch im Feuer; plötzlich war auch die da. An 1500 Verwundete außer den Kranken hatten wir noch. Die mußten auf die Wagen verpackt werden, während die Kranken mit der Feldbahn abtransportiert werden sollten. Es ging wohl etwas drunter und drüber. Das weiß ich noch gut, wie ich aus dem Verpflegungsmagazin Säcke mit Brotlaiben herausschleppte — requirierte; zu Friedenszeiten sagt man, es wäre eine Sünde gegen das 7. Gebot. Ich verteilte das Brot, denn Hunger hatten alle. Und viele, viele baten mit Tränen in den Augen, ihnen doch wenigstens einen notdürftigen Verband zu geben. — Da muß ich ein Geschichtlern einflechten, das beredt vom Opfermute und von der Todesverachtung unserer Truppen spricht. Spät abends kam am Vortage noch ein kleiner Trupp Soldaten, ein Hauptmann war dabei — elend — sie baten um Essen. Wir führten sie in die Bezirkshauptmannschaft; ein paar Laibe Brot und etwas Tee war noch da. Der Hauptmann sprach deutsch; er versuchte es umsonst, seine augenfällige Gemütserregung niederzukämpfen. Es kollerten ihm schwere Tränen die braunen, schmutzigen Wangen herunter; langsam stieß er hervor: Sein Regiment war mit einer feindlichen Division im Kampfe, konnte aber der Übermacht nicht stand halten, obwohl sie todesmutig kämpfte. Der Rückmarsch wurde anbefohlen und seine Kompanie sollte ihn decken. Einige weigerten sich; er drohte ihnen mit dem Revolver, das nützte nichts. Ein Sausen und Krachen — einige Schrapnells platzten und mit fürchterlicher Wut stürzte das Häuflein nun dem Feind — dem sicheren Tode entgegen. Sie hielten mit zäher Tapferkeit aus und taten ihre Pflicht im mörderischen Ringen. „Aber nur mein Hornist, die paar Mann und leider auch ich kamen davon; die ändern liegen draußen.“ — Ich weine nicht leicht; aber da ein Mann weinte, der mutig und stark im Kampfe stand, dann wurden auch mir die Augen naß. — Um halb 11 Uhr abends hieß es, in Bereitschaft sein. Wir kamen mit unserem langen traurigen Zuge bis zur katholischen Kirche; dort mußten wir lange warten. Unsere Artillerie, deutsche Artillerie, Proviantwagen, Bagagewagen, Feldküchen: alles rollte und tobte vorbei. Wir „Sanitätler“ mit unsern armen Verwundeten mußten warten. Über diese Stunden des Wartens schrieb ich folgendes heim: „Ich war sehr, sehr müde und setzte mich in den Straßengraben. Die ändern Schwestern folgten meinem Beispiele und inmitten der Wagenreihen und der vielen Reiter wollte mich das Sandmännchen überfallen. Wir mußten uns aber bald wegbemühen, denn ein Straßengraben ist just nicht der geeignetste Ort zum Ausruhen. So setzten wir uns also auf die Steinstufen eines Madonnenmonumentes nebenan. Ich okkupierte ganz allein auf der rückwärtigen Seite ein Stufe, legte mich hin und sofort war ich trotz des Lärmes in tiefem Schlafe. Als die Reihe zum Weggehen endlich an uns kam, fanden mich meine Mitschwestern nicht — und wie der ganze Troß beim „Städtle hinaus“ war, weckten mich die Kälte und die mich umgebende tiefe Ruhe. Ich wanderte nun ganz gemütlich nach, denn ich wußte, daß alle in kurzer Entfernung von der Stadt warten müssen. Mir kam meine Situation so urdrollig vor: Es war eine schöne. Mondnacht, eisigkalt, ich verspürte sehr deutlich einen brummenden Magen und einen summenden Kopf. Die Füße steckten in Filzhausschuhen, da ich einen festen Schuh infolge eines gar zu gewichtigen Trittes von einem Verwundeten nicht ertragen konnte. Dazu den Rucksack schwer bepackt; so traf ich in Gemütsruhe meine Leute, die meinetwegen aber mehr beunruhigt waren. Ich mußte lachen. Es ging ja alles so glatt; die Verwundeten hatten wir mit, die Kranken kamen weg — das war doch die Hauptsache. Um 4 Uhr früh waren wir erst einige Kilometer weiter gekommen; gegen 7 Uhr brannte es schon in der Stadt, die bald von den Russen eingenommen worden war. Sie hatten aber nichts davon, denn das Nest war leer.“ — So in einem Briefe. ln der Frühe war es am kältesten und noch immer sternenhell. Der anbrechende schöne, aber heiße Tag sah uns in einem Walde und da kam wieder so ein Piügelweg 35 km! Unsere endlose Karawane zog dahin, langsam, müde. Die Verwundeten schrien oft vor Schmerz und manch einer rief: „Guter Gott, hättest du mich in der Schlacht draußen sterben lassen!“ — Proviant hatten wir nicht bei uns; nur die Feldflasche mit kaltem Tee konnte ich einigen zur Erquickung reichen. Gegen 2 Uhr nachmittags kamen wir zur Grenze. Dort blieben meine liebe wackere Mitschwester Hanni und ich zurück; die ändern hatten vorne beim Train einen wenig bepackten Wagen gefunden und fuhren über die Grenze hinein nach Galizien. Aber wir zwei halten es auch nicht schlecht getroffen. Es war dort eine Verbandstation; in dieser mußten die noch nicht Verbundenen vorgenommen werden. Und dann hieß es zu unserer großen, aber auch freudigen Überraschung: „Es gibt Schwarzen und ein Stück Kommißbrot, vielleicht sogar ein Bröcklein Fleisch!“ — Nachdem unsere Schützlinge bekommen hatten, schlürften wir beide mit Behagen den braunen Trank. Der Prügelweg war zu Ende, es kam die alte Landstraße. Da lag der Staub so hoch, daß man sich nur mit Mühe durchkämpfen konnte. Endlich waren wir am San, über den eine Jochbrücke führte. Abends gegen 9 Uhr landeten wir wieder in Nisko. Dort hatten unsere drei Innsbrucker Ärzte, die Mediziner und beiläufig zehn Schwestern der Kolonne im Vereine mit ein paar Wiener Ärzten mittlerweile scharf gearbeitet. Am nächsten Morgen kamen wir auch daran. Zwei große, sich gegenüberstehende Kasernen, einige dazugehörige Wirtschaftshäuser waren mit Verwundeten belegt. Einige Tage konnten wir bleiben; dann waren die Feinde am San. Innerhalb zehn Tagen hatten die Kasernen-Sanitätler vierzehntausend Verwundete gehabt. Sie wurden abgeschoben. Unsere Sanitätsanstalt war aber nicht die einzige in Nisko. In der Nacht zogen wir auch ab und die Russen meinten es gar zu gut mit uns, denn den ersten Gruß aus ihren Kanonen erhielt eine der Kasernen. Es folgt nun der erste große Rückzug, der langsam, aber unentwegt vonstatten ging. Manchmal gab es humorvolle Stunden, besonders beim Kartoffelbraten an einem Lagerfeuerchen. Da setzten sich dann die Gleichgesinnten zusammen und kam die Heimat wieder so recht zur Geltung; politisiert wurde viel, aber eines fehlte — die Zeitung. Wir wußten von den ändern Kriegsschauplätzen nichts. Auch die galizischen Sümpfe lernte ich bei dem Rückzug kennen. Der Tod in denselben muß der grauenvollste sein. Das Auge sieht eine weite, grüne Ebene, du meinst, es sei eine gute, ergiebige Wiese. Du gehst ein paar Schritte und merkst noch nicht, daß der Boden nachgiebig ist. Du schreitest weiter und nun wirst du gewahr, daß deine Beine im grünen Boden verschwinden, daß der tückische Schlamm dich hinabzieht, daß du aus diesem grünen Meer nicht mehr loskommst, wenn du um einige Schritte zuweit hineingerannt bist. Die Füße versinken in den klebrigen Morast immer tiefer, immer tiefer, und wenn solch ein Unglücklicher den einen Fuß herausgearbeitet hat, so sinkt der andere um so tiefer ein. Der Arme versucht nun, sich hinzulegen, um das Körpergewicht zu verteilen und so aus dem tückischen Sumpfe wegzugleiten. Umsonst! Diese Wiese ward für manchen, für Freund und Feind, ein schweigsames Grab. Ein Verwundeter erzählte mir einmal, wie sie den Russen helfen wollten. Unsere Mannschaft schob sich liegend vor und streckte das Gewehr zum Anhalten entgegen; die Hände der Feinde reichten aber nicht mehr so weit. Der österreichische Führer kommandierte: „Kehrt, Marsch!“ und tief erschüttert zogen die Unsrigen ab. Zuerst rannten sie im Sturm auf den Feind, dann wollten sie Rettung und Hilfe bringen. Das ist österreichcrartl (Schluß in F. 137.) 3253 14.) Drei Brüder (Lehrer) im Feld. Kranz______________t Joses___________f Wenzel Kroha Kranz, Joses und Wenzel Kroha, Söhne des Oberlehrers i. R. Josef Kroha in Tachan, rückten gleich zu Beginn des Krieges ein und beteiligten sich an den erbitterten Kämpfen in Serbien. Wenzel Kroha fiel am 7. November 1914 bei Ribari, Josef Kroha am 6. Dezember 1914 bei Sakulje, Franz Kroha wurde am 23. November 1914 verwundet. — Wenzel Kroha, geboren 1887 in Tachan, Bürgerschule, Lehrerbildungsanstalt, 1908 Reifeprüfung, 1910 Lehrbefähigungsprüfung. Er wirkte zuletzt in seiner Vaterstadt. Im Vorjahre beteiligte er sich an dem Bürgerschullehrerkurse in Mies. Den Vorträgen folgte er mit gereistem Verständnis und hätte daher zweifellos einen glänzenden Prüfungserfolg errungen. Der Gefallene war eine jener stillen, vornehmen Lehrernaturen, die sich nicht nur Zuneigung, sondern auch Achtung zu erringen vermögen. Rührend ist es, was der zurückgekehrte Bruder der beiden gefallenen Kollegen über deren Tod erzählt. Darnach sei Wenzel Kroha zunächst drei Wochen im Schützengraben gelegen. Eines Tages Hütte ihm der Hanplmann den Antrag gestellt, zur Tclephonabteilung überzutreten. Diese ehrende Aufgabe übernahm Wenzel sogleich, mußte aber den Entschluß mit dem Tode büßen, denn wenige Tage hernach streckte ihn eine Kugel nieder. Die Brüder beerdigten den Bedauernswerten unweit der Stelle u. zw. zwischen zwei Bäumen. — Josef Kroha erhielt in der Nacht, da er sich, aus dem Traum gescheucht, auffetzte, einen Kopf- schuß. Der dritte Sohn kehrte mit einer Fußschußwunde zu dem alten Vater zurück, um über den Heldentod der Brüder zu berichten. — (Den Witwen wurde aus dem Kriegssonde der Bl. der Betrag von je 50 K angewiesen.) 15.) i£iti Ainderlied. O lieber General Hindenburg, Hau tüchtig nur die Russen durch, Damit Du bald kannst in Berlin Durchs Brandenburger Tor eiuziehu. Wir schreien bann auch laut Hurra, Und ich, ich bin gewiß auch da, Und sicherlich erkennst Du mich, Denn der am lautsten schreit — bin ich. Gibst Du 'ne Siegesnachricht raus, Fällt jedesmal die Schule aus, Drum danken wir Dir auch recht schön Und möchten Dich bald selbst mal sehn. Schüler Erich Krüger (10 Jahre alt). 16.) Die große Tat der Lehrerschaft. (Erstdruck.) Das ist die heilige Sendung unserer Völker in Waffen: mit der Verteidigung von Vaterland und Heimat zu schirmen die deutsche Kultur, die in ihrer edelsten Form immer Menschheitkultur gewesen ist und sein wird. Wo es um unsere höchsten Güter geht, da muß durch Naturnotwendigkeit unter den eisernen Streitern der Spender der deutschen Kultur, unsere Lehrerschaft, im vordersten Treffen stehen. Vom Heldensinn der Lehrerschaft künden die Berichte, Pflichttreue bis zum äußersten nennen in Schlichtheit die Lehrerhelden es selber. Und Pflichttreue hat den Frieden für den Krieg gerüstet. Unsere Wehrkraft ward gestählt durch deutsche Bildung und Sittung, verbündete sich mit deutscher Wissenschaft und Technik und solch ein Bund zwingt eine Welt von Neidigen ins Knie. Wieder gilt das Wort vom sieghaften Schulmeister,^nur darf neben dem deutschen Volksschullehrer der deutsche Hochschullehrer nicht übersehen werden. So bestätigt im Wechsel der Zeiten sogar der Krieg die unvergängliche Wahrheit des oft angefeindeten Erziehungsprogrammes: Ertüchtigung des Körpers und des Geistes, Schulung des Intellektes und des Willens, harmonische Ausbildung aller Kräfte führt zum Menschentum und sichert die Überlegenheit gegenüber dem, der dessen vergißt. Wer alle seine Fähigkeiten zur größtmöglichen Höchstleistung steigert, dient am besten dem Staate, allein nur als Glied des Sozialverbandes vermag man seine Kräfte zur Höchstleistung emporzutreiben. Auch das lehrt der für uns Deutsche so ruhmvolle Krieg und auf blutiger Walstatt ist der müßige Streit zwischen Individual- und Sozialpädagogik entschieden worden. Zwei Seiten derselben Sache I Es sind die stolzesten Jahrgänge der Lehrerschaft, welche die vaterländische Scholle mit ihren Leibern schützen, unsere Jüngsten, Jungen, Mannreifen. Manch klangvoller Name der Reformpädagvgik ist unter ihnen und nicht zählen läßt sich die Menge derer, die theoretisches Sinnen zu praktischen Gestalten einst wandelten. Wir danken in Ehrfurcht den Gefallenen, denn sie starben auch für unsere Ideen. Mit herzlichem Willkomm aber harren wir der ändern, die heimwärts kehren, sobald des Friedens goldene Sonne leuchtet. Sie, die Kampferprobten, dürfen wir nicht missen, wenn nach dem großen Kriege ein der großen Opfer würdiges Friedensglück zu bereiten ist. Wichtig ist das Heute, nicht minder wichtig das Morgen, die Zeit der Sammlung, des Ausbaus, des Neubaus. Von der schöneren Zukunft erwarten wir als schönste Bescherung: Die Wohnlichkeit im eigenen Vaterlande für jeden. Kann man bei der Lösung dieser Aufgabe der Schule die ihr gebührende Mitarbeit weigern? Wie unser Staatswesen, so muß auch unser Schulwesen auf das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit — nicht der papierenen des Gesetzes, sondern der tatsächlichen — gestellt werden. Jedes Kind hat ein unveräußerliches Recht, die seiner Veranlagung angemessene Ausbildung zu erhalten, und jeder Staatsbürger soll den seiner Leistungsfähigkeit entsprechenden Platz im Staate finden. Wer solches hindert, ist nicht nur voll des schwärzesten Undankes gegen diejenigen, welche in diesem opferreichen Kriege die größten Opfer dem Vaterlande dargebracht haben, sondern er versündigt sich auch an unserem Nationalbesitz, dessen Erneuerung nach der schweren Minderung weise Ausnützung eines jeden Lebenswertes erheischt. Dem Durchhalten nach außen muß das Durchhalten im Innern folgen und auch hier kann der Sieg nicht zweifelhaft sein, wenn die in harter Zeit geborene Eidgenossenschaft aller wahrhaften, selbstlosen Patrioten, wenn insbesondere der durch die Tat zusammengeschmiedete Einheitsverband der Lehrerschaft aller Stufen auch fürder bestehen bleibt. Pros. Dr. Hduard Würger, Innsbruck. 17.) Krieg und Lehrerschaft. (Erstdruck.) Die Zahl der österreichischen und der deutschen Lehrer, die in dem gegenwärtigen großen Kriege initkämpfen, ist eine große. Fast ein Fünftel der österreichischen Lehrerschaft steht unter den Fahnen. In Böhmen sind 1252 deutsche und 2615 tschechische Lehrer einberufen, ohne das zweite Aufgebot und ohne die jetzt nachgemusterten Lehrer aus den Geburtsjahren 1892—94. Von den 2195 Mitgliedern des Deutsch-mährischen Lehrervereines stehen 803 im Felde. Das Deutsche Reich hat 40.000 Volksschullehrer im Felde; dazu kommen die Oberlehrer in einer mir im Augenblick nicht bekannten Zahl. Daß die Lehrer mit großer Tapferkeit kämpfen, beweist einmal die Zahl derjenigen von ihnen, die bislang den Heldentod gefunden haben, anderseits aber auch die große Reihe derer, 3255 die in Deutschland mit dem Eisernen Kreuze geschmückt worden sind. Auch hat die Tapferkeit der Lehrer schon von Seiten hoher und höchster Borgesetzten gebührende und rühmende Anerkennung gefunden. Das zeigt u. a. ein Schreiben, das der „Preußischen Schulzeitung" zugegangen ist. Es lautet: „Heute, am Weihnachtsabend, stattete Se. Exzellenz von Lochvw der 5. und 8. Kompagnie des Leibgrenadierregiments einen Besuch ab. Nachdem er den Truppen seine Anerkennung für das bisher Geleistete ausgesprochen hatte, wünschte er die Tapfersten der Tapferen zu sehen. Als er zu mir kam und erfuhr, daß ich Lehrer sei, sagte er: „Unsere Volksschullehrer fallen überall angenehm auf. Sie werden unsere Jungen schon richtig erziehen." Einer der nächsten Leibgrenadiere ist wieder Lehrer. Er ist auf einer Patrouille als Erster im feindlichen Schützengraben gewesen. Als auch er Sr. Exzellenz sagt, daß er Lehrer ist, wendet sich der Kommandierende kurz um: „Da, meine Herren, schon wieder einer!" — Unser Lehrerherz schlug für heute höher." Die Lehrer, die österreichischen sowohl wie die deutschen, sind eben von einem echten vaterländischen Idealismus erfüllt, der der Vater tapferer Taten ist. Deshalb ist auch das, was sie die Jugend lehren, nicht bloßes Gerede, das gelernt ist und nun an andere weitergegeben wird, sondern es wurzelt in der Gesinnung. Die Lehrer opfern sich gern für das Vaterland. Und diejenigen von ihnen, die das Glück haben, in diesem gewaltigen Ringen mitkämpfen zu dürfen, und denen nach dem Frieden glücklich nach der Heimat zurückzukehren beschicken ist, können, wenn sie wieder vor ihre Schüler treten, diese nicht, weil sie es gelernt, sondern weil sie es gesehen und erlebt haben, lehren, daß es süß und herrlich ist, für das Vaterland zu sterben. Solches Erlebnis wird und muß aber auch die Jugend innerlich packen und begeistern. Schon was wir bis jetzt von den Taten und dem Heldenmut der im Felde stehenden österreichischen und deutschen Lehrer vernommen haben, beweist, daß Österreich und Deutschland stolz sein können auf ihre Lehrer. Sie liefern auch in diesem Kriege den Beweis, daß sie eine Gewähr bieten für eine sittliche und nationale Erziehung der Jugend. Nun noch eine Anregung: Ich lese in den „Deutschen Blättern für erziehenden Unterricht" folgende Mitteilung: „Das Schulmuseum in Kassel bereitet eine eigenartige schone Ehrung für die im Felde stehenden Lehrer aus Hessen und Waldeck vor. Die Kommission des Schulmuseums hat beschlossen, ein Ehrenbuch anzulegen, in dem alle am Feldznge teilnehmenden Lehrer der genannten Bezirke namentlich aufgesührt werden sollen. Weiter wird das Buch die Beförderungen während des Krieges und eine Aufzählung derjenigen Gefechte enthalten, an denen der betreffende Kämpfer teilgenommen hat. Das Andenken der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Lehrer endlich wird durch die Aufnahme von Bildern der Gefallenen an besonderer Stelle der Chronik für die Nachwelt lebendig erhalten bleiben." Mit dieser Form der Ehrung der kämpfenden und gefallenen Lehrer kann die gesamte nicht milkämpfende Lehrerschaft in schöner und ansprechender Weise jenen ihren Dank zum Ausdruck bringen. Ich wünsche und hoffe deshalb, daß das Vorgehen des Schulmuseums in Kassel in ganz Österreich und Deutschland Nachahmung finden möge. Die im Felde stehenden Lehrer möge aber auch weiterhin das Bewußtsein stärken und zu tapferer Tat begeistern, daß sie nicht bloß für die nationale, politische und wirtschaftliche Existenz ihrer Staaten, sondern auch für die gesamte deutsche Kultur und damit zugleich für die höchsten Güter der Menschheit kämpfen. Denn wir wissen es von Fichte und neuerdings von Rudolf Eucken, daß die deutsche Kultur die höchsten Ideale der Menschheit in sich schließt. Darum weiter mit Gott für König und Vaterland! In diesem Zeichen werden und müssen wir siegen. Privatdozent Prof. Dr. G. Budde, Hannover. 18.) Heil den Lehrersoldaten!' „Lehren und wehren!" Dies herrliche Wort, Am Linzer Lehrertag ward es geboren! Begeisterung trug es von Ort zu Ort Und bleibt dem Lehrstand unverloren. Jährlich rückten zu Tausenden ein, Die sonst belehrten, erzogen die Jugend; Sie wollten auch Reichsverleidiger sein, Dazu sich erwerben den Geist, die Tugend. 18—36 durchwegs Erstdrucke. Heut'? Im blutigsten Kriege sie steh'n, Die Lehrersoldaten in eiserner Wehre, Und tapfer können wir kämpfen sie seh'n Für Vaterlands Schutz und Reiches Ehre. Heil euch, Lehrerhelden im Feld! Wer wollt' euch, müßt' euch nicht loben und preisen? Sieht man doch schlagend euch aller Welt, Wie wacker man „lehrt und wehrt", beweisen! frnft Areimut. 3256 19.) Zuruf. Erst habt Ihr entflammt in heiliger Glut Die Jugend für Kaiser und Vaterland; Nun setzt Ihr das Leben fürs kostbarste Gut Und kämpft für die Jugend mit starker Hand. Kaisers. Aat Aoscs Hört, Kraz. 20.) (Einen Gruß den lieben Lehrern (Österreich Ungarns, die jetzt Geschichte machen, nicht Geschichte lehren! Einen Gruß, in dem sich mein tiefstes Fühlen ausspricht; einen Gruß, der sich nicht in Worte fassen läßt, der ein Ausströmen der Seele ist, die nach den Seelen der tapferen Freunde sucht; einen Gruß, der alles in sich faßt, Dank vor allem, unerschöpflichen Dank, sodann herzlichen Zuspruch — doch was soll mein Geschwätz denen, die täglich und stündlich bereit sind, mit ihrem Blute Zeugnis abzulegen? — und trotzdem Zuspruch, daß sie aushalten sollen und fortfahren, durch ihre Taten, ihr Wagen und Leiden, ihr Ausharren und ihr Siegen die Ruhmestaten alter Zeiten und fremder Völker zu verdunkeln und schließlich ein Bekenntnis, das sie gerne hören werden: Alles, was auch die Weltgeschichte lehrt und was ich aus den Geschehnissen unserer Tage selbst ablese, alles bestärkt mich in meinem unerschütterlich und noch zu keiner Stunde wankenden Glauben, daß wir siegen werden. Es wird die Stunde kommen, wo Ihr mit leuchtenden Augen bekennen werdet: „Wir waren dabei!" Erfüllt Euch schon jetzt ganz mit dem erhabenen Bewußtsein, daß Ihr Werkzeuge des größten Ereignisses seid, von dem die Weltgeschichte weiß: Hüter germanischer Kultur und Sitte gegen eine Welt von Feinden, Begründer einer neuen Ära der Menschheit. Von Euch und Euren Taten wird die Sage in fernen Jahrtausenden sagen und singen und als neue Nibelungen werdet ihr im Gedächtnisse der Menschheit fortleben, Ihr unerschrockenen Hunnentöter. Heil Euch und Euren Waffen! Aus Eurem Blute und Schweiße ersprieße der Menschheit Glück und Segen! ^rof. Ludwig (fourfUt. Lehrer sein, muß nicht viel sein, Lehrerheld sein, ist immer viel; denn es heißt Vaterlandsheld sein, Jugend als völkische Saat zurücklassen und dem Feinde entgegenziehen. Und das ist Größe. Und deshalb Heil und Sieg Euch, die Ihr mit Eurem Blut« den großen deutschen Zukunstsboden düngt! 21.) Den Lehrerhelden. Meran 1915. 5>r. (kwakd Kaufe. 22.) Des jungen Lehrers letzter Brief. Die wilde Schlacht hat ausgetobt, Verlassen ist das Feld. Nur einer noch vergessen liegt, Ein todeswunder Held. Doch wie er sich auch müht und quält, Es ist zu stumpf der Stift, Da taucht er ihn ins eig'ne Blut Und schreibt mit roter Schrift: Dem quillt aus der zerschoss'nen Brust Das Blut so warm und rot, Und doch rafft er mit letzter Kraft Sich auf in seiner Not. „Ihr, lieben Kinder, lebet wohl Für jetzt und immerdar, Es grüßet Euch zum letztenmal, Der Euer Lehrer war, „Ich weiß es, daß ich sterben muß, Bevor der Tag vergeht, Drum schreibe ich den Scheidegruß, Eh' still mein Herze steht. Wie ist die Hand so matt und schwach, Der Arm so steif und schwer, Sie müssen mir gehorchen doch, Die Stunde drängt so sehr." Der Euch gelenkt mit milder Hand, Der Euch so treu geliebt Und gern für unser Vaterland Und Euch sein Leben gibt. O, lasset mich das Vorbild sein, Das ernstlich Ihr erstrebt, Dann Hab' ich nicht umsonst geliebt Und nicht umsonst gelebt." — So stöhnt der junge, bleiche Mann Und richtet sich empor Und holt aus seiner Tasche dann Papier und Blei hervor. Noch fügt er seinen Namen bei Und auch den Heimatort. Da naht sich ihm Gevatter Tod Und küßt die Seele fort. Stuboff Knifflig in Hraunstein, Payern. 3257 23.) Grus; aus Bayern an die Lehrerhelden Österreichs. Seid gegrüßt tapfere Brüder von Bayerns Lehrern, von denen auch 4000 vor dem Feinde stehen! Als Männer der Schule habt Ihr zu Hause in Dorf und Stadt still Eure Pflicht getan, für Volksbildung und Vaterland geschafft. Jetzt steht Ihr vor dem Feinde und zeigt Euch als Helden wie alle Volksgenossen. Wir daheim und das Vaterland sind stolz auf Euch. Was Ihr leidet, duldet, opfert, fühlen wir im tiefsten Herzensgründe mit. Haltet aus! Es gilt Euer Vaterland und alles, was Euch lieb und wertvoll ist. Gott möge Euch fernerhin Mut und Kraft, Glück und Segen bis zum ehrenvollen Frieden schenken! Kgk. Seminardiiclitor Ios. Keigenmooser, München. 24.) Bei Grodek kam's zum Kampfe. Bei Grodek kam's zum Kampfe, da stritt das Eiserne Korps,1 Da gingen im Schlachtendampfe die Kärntner zum Sturme vor; Die Khevenhüller, die treuen, die sorchten nicht Tod und Wund', Den alten Ruhm zu erneue», bereit zu jeglicher Stund'. Hei, brummte der Baß der Kanonen; hei, sausten die Kugeln daher! Es hagelte blaue Bohnen, es schoß sich heiß das Gewehr. Dann Nahkampf. — Die Bajonette begannen ihr grausiges Spiel, Sie brachen sich Bahn um die Wette: die Brust des Gegners das Ziel. Sieh, allen voran, den Kühnen, ein Lehrer aus Kärntnerland; Ein Mann wie vom Stamme der Hünen, den Degen schwang seine Hand. „Mir nach!" — Da gab es kein Beben. — „Die Neuschule vor!" — Sie stimmten ein. Gar wohlfeil wurde das Leben, der Beste wollt' jeder sein. Und mitten im wilden Getümmel, im männermordenden Streit Erstrahlte der Jugend Himmel, entschwundene Schulherrlichkeit. Aus allen Lehren die Lehre erwuchs zum hehren Gebot: Mit Gott für des Vaterlands Ehre — der Geist siegt über den Tod! „Die Neuschule vor!" Kaum ruft es der Lehrer aus dem Kärntnerlaud, So hätt' ihn fast durchstochen ein Russe, der seitwärts stand. — Doch einer der Unfern ist schneller, sängt auf den tödlichen Stoß; Sein Blut rinnt hell und Heller in des Geretteten Schoß. Zum Sieg die Drometen blasen; zum Sieg, den kein Gegner mehr raubt. Der Jüngling liegt auf dem Rasen, der Gerettete stützt ihm das Haupt. Ganz leise klingt's aus dem Mund des Fußsoldaten, der sank: „Wie preis' ich die Stunde; mein Sterben — wird zum Dank! Mein Lehrer sind Sie gewesen, der mich zum Menschen gemacht, Der über das Schreiben und Lesen hinaus auch das Edle entfacht; In mir und in viele»! — Ich scheide! Ich welke dahin. Das Vaterland nach dem Leide, die Schule: sie mögen blüh'n . ..!" Bei Grodek liegt begraben ein Held von Eisernem Korps, Der als die schönste der Gaben den Vaterlandstod erkor. An seinem verlorenen Hügel, da halten zwei Engel Wacht: Der Dank, mit goldenem Flügel,... und ewig geruhige Wacht. Kars Arovath. 25.) Die Ankunft des Lehrerstandes. Welch schöner, großer Gedanke: Unsere kämpfenden Lehrer erfüllen draußen vor dem Feinde nicht nur ihre Mannespflicht wie jeder andere Mann — sie sehen gleichzeitig den Krieg und seine unerbittlichen Forderungen an Kopf, Herz und Hand mit den Augen des beobachtenden Pädagogen. Der Krieg ist ein Prüfstein für den Wert der Erziehung. Er zeigt, was Elternhaus und Schule, was Volksschule und Gymnasium, was allgemeine Bildung und die den militärischen Zwecken dienende Fachbildung leisten. Wenn wieder Friede im Lande ist, wird unser» streitbaren Amtsbrüdern die neue große Aufgabe winken, 1 So wird daS dritte Korps genannt. 3258 auf Grund reicher Erfahrungen bessernde und fördernde Hand ans Erziehungswerk zu legen und die Schule so vollkommen als möglich zu gestalten. Insbesondere wird ihre künftige Wirksamkeit auch der Förderung des Lehrer st andes dienen müssen. Schulter an Schulter haben Bolksschullehrer und Gymnasiallehrer, haben Lehrer aus Deutschlands und Österreichs Gauen gemeinsam gelitten und gestritten. Mögen sie auch in kommender schöner Zeit, wenn die Schrecken der Kriegssurie gewichen sind, in treuem Verein Schulter an Schulter wirken für die große Kulturtat der Erziehung und das schassen, was uns leider noch fehlt: Die innere Einheit der Lehrerschaft! Ar. Aohannes Krelschmar, Leipzig. 2<;.) An die deutschen Lehrer Österreichs. Von Pros. Dr. Johannes Kühnel in Leipzig. (Erstdruck.) Bon der Arbeit des TageS wie vom nächtlichen Lager eilt unser Sinnen und Denken hinaus aus die Schlachtfelder von Flandern und Frankreich, von Polen und Galizien — oder soll ich sagen: es ist unaufhörlich und unwillkürlich dort. Und wem wäre es anders möglich in dieser grohen, dieser heiligen Zeit! Aber eine eigenartige Verbindung war es, die mir den Blick zurücklenkte in die Erinnerung. Ich sah mich als Gast bei verschiedenen Festakten. Ob es ehrsame Handwerker waren oder Kunstjünger oder eine freie Vereinigung, ich weiß es nicht mehr. Nur das eine ist mir stark in der Erinnerung geblieben, daß vor oder nach der Festrede Schillers Hymnus „An die Künstler" erklang: „Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben", und daß ich dabei das Gefühl nicht los wurde, daß die Wahl dieses Gesanges eine Überschwenglichkeit sei, die nicht einmal durch eine Festfeier sich rechtfertigen ließe. Und nun die Verbindung? Hier ist sie. Nicht nur von todverachtenden Heldentaten, von freudiger Eingliederung, von Klugheit und Selbstbeherrschung erzählen die Berichte der Unfern aus dem Felde, sondern in gleichem Maße und ohne Ruhmredigkeit von jener edelmütigen, barmherzigen Gesinnung, die im wehrlosen Feind den Bruder zu sehen für selbstverständliche Pflicht hält. Und nicht nur die oberen Zehntausend zeigen diese innere Kultur, sie geht in gleicher Weise durch die Millionen unseres gesamten Volkes hindurch. Nicht fremd war uns diese Erscheinung, aber daß sie so tief und so allgemein sei, hatten auch wir nicht erwartet. Woher kam sie? Zahllose Feldbriefe legen laut Zeugnis davon ab, daß die deutsche Schule, die deutschen Lehrer, die Volksschullehrer voran, es gewesen sind, die in die Herzen der Millionen allezeit Heimatliebe, Aufopferungsfähigkeit, Fürsten- und Freundestreue, Staatsbürgersinn, Hilfsbereitschaft, Pflichtgefühl, Edelsinn hineingossen, daß sie es gewesen sind, die die Millionen begeisterten zu Kampf und Opfer. Aber die Lehrer taten noch mehr. Sie zogen mit hinaus ins Feld. Sie zeigten, daß hinter ihren Worten die Tat stand, daß sie bereit waren, mit Blut und Leben einzustehen für das, was sie unter mancherlei Kümmernissen als Ideal gepriesen hatten. In Heldentaten und Todesopfern gingen die Lehrer voran. Die Blätter sind des Lobes voll davon. Und die nicht mit hinaus durften, weil auch solche gebraucht wurden, die zu Hause für den Staat der Zukunft die jungen Streiter auszurüsten hätten, sie wollten den Freunden nicht nachstehen. Was Menschenkräfte vermocht, sie gaben es her, und ihre Zeit dazu, und vom Verdienste mancher mehr, als er entbehren konnte, gaben es her, um der allgemeinen Not zu steuern, um zu behüten und zu verhüten, zu heilen und zu lindern, vor allem auch, um die Streiter draußen mit Zuspruch zu stärken in Wort und Werk. Nicht weniger als diese haben auch sie jene herrlichen Eigenschaften bewiesen und sind sich selbst dabei nicht einmal genug in ihrer Tat. Darum Heil Euch, deutsche Lehrer, was Künstlern einstens galt, es gilt heute vielmehr Euch, den Künstlern an Menschenseelen; was anderwärts fast lachhaft erschien, hier wird es Wahrheit: Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben I Nochmals Heil Euch und Dank dazu! Bewahret siel Man hat gesagt, dieser Weltkrieg sei ein Kampf der Technik, der Maschinen und der Organisation. Das ist wahr. Aber mit größerem Rechte noch könnte man sagen, es ist ein Kampf der Herzen, ein Kampf der Gesinnungen. Sorgt dafür, daß die Herzen allezeit fest sind, die Gesinnung opferfreudig bleibt! Unsere Feinde führen das Wort Kultur im Munde und reden darüber, wie sie es verstehen. Viele werfen uns Barbarei vor und sehen nicht, wie sie damit nur ihre Unfähigkeit 3259 und Unwissenheit zu erkennen geben. Ihr deutschen Lehrer wißt, das; nicht die Kultur des Wortes, sondern die Kultur des Kerzens es ist, die Katen verrichtet, die Schlachten schlägt.1 Reißt auch künftig sie alle mit Euch fort zu Talen und Siegen draußen, zu Opfer und Arbeit daheim! So wahr nicht die rohe Kraft, nicht der Haß, nicht der Neid, nicht die Heimtücke, nicht die Eitelkeit und das große Wort in diesem Bölkerringen siegen werden, sondern die Begeisterung, die Liebe, das Vertrauen und die sich hingebende Tat, so wahr wird es von den deutschen Lehrern zum guten Teile abhängen, ob Sieg oder Verlust sich an unsere Fahnen heftet, ob im Lande Opfermut oder Verzagtheit glüht. Ihr deutschen Lehrer habt bisher das erhebendste Beispiel gegeben, gebt es fernerhin! Nicht nur des Vaterlandes Dasein, nicht nur der Heimaterde Friede, nicht nur Eurer Lieben Leben und Glück, selbst der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben. Bewahret Sie! 27.) An meine lieben ehemaligen Schiller im Heide. Viel lausend Grüße laßt Euch senden, Gar manche Eurer Kameraden, Die Ihr im Felde mein gedacht Sie seh'n die Heimat nimmermehr; Und dort zum Heil des Vaterlandes Laßt uns an ihren Gräbern beten! Jetzt selber mit Geschichte macht! Still! präsentiert dort das Gewehr! 9tun kämpft Ihr wirklich mit als Helden Und kehrt Ihr heim, Ihr lieben Schüler, Auf rauhem kriegerischen Pfad': Erdröhnt begeistert Jubelsturm; Was damals Ihr im Geist ersehntet, Der Siegesglocken Festgeläute Erlebt Ihr nunmehr in der Tat! Wird schallen dann von Turm zu Turm! Und nun viel tausend Segenswünsche! Gott schütze Euch im Waffentanz! Ein Hoch dem teuern Vaterlande U n d E u ch des R u h m e s L o r b e e r k r a n z i Xsugo Maser. 28.) Lin werk der Lehrerschaft. (Beitrag für die 3. Kriegsnummer der Blätter für den Abteilungsunterricht.) Wenn die Begeisterung verrauscht ist und einer ruhigeren Stimmung Platz gemacht hat, dann tritt das Pflichtbewußtsein an ihre Stelle. Von der Stärke und Dauerhaftigkeit dieses Bewußtseins hängt das Gelingen ab. Männer wie Kant und Herbart haben dem deutschen Volke die Wahrheit ins Mark gegossen. Es ist daher hart und stark geworden. Die gesamte Lehrerschaft steht auf diesem Boden und setzt alles daran, das Pflichtbewußtsein in der Jugend als Grundlage für den werdenden Charakter zu stärken und zu pflegen. Die Früchte dieser Arbeit zeigen sich in dem großen Krieg, der die Losung führt: „Durchhalten bis auf den letzten Mann!" — W. Nein, Jena. 29.) Den Krieg nicht verneinen und nicht nörgeln, sondern ausharten und siegen I Ohne schwachmütiges Schmollen und Greinen kämpft Ihr in glänzender Vorbildlichkeit mit einem Opfermut ohne Gleichen gegen Habsucht, Unwissenheit und Roheit für unser Volk, unsere schöne Heimat und die Segnungen eines ehrenvollen Friedens, den Kinder und Kindeskinder dauernd genießen und für den sie Euch aus dem Grunde des Herzens Zeit ihres Lebens danken mögen. Negierungsrat chullav Nusch. 30.) Zur 3. Kriegsnummer der „Mittler". Von Dr. Hans Schmidkunz, Berlin-Halensee. (Erstdruck.) Als der „große Krieg" ausbrach, waren nicht nur in den angegriffenen, sondern auch in den angreifenden Staaten die Freunde des Friedens und der internationalen Mittel zu ihm so zahlreich und ihre Bestrebungen bereits in so gutem Anlauf, daß das Unrecht der wenigen 1 Ein großer Gedanke, der unserer Zukunftspädagogik die Richtung geben wird. D. Sch. Kriegshetzer sowohl gegen uns wie auch gegen ihre eigenen Völker deutlich genug erkannt werden konnte. Doch so wenige auch diese Hetzer waren, sie hatten die Hand am Driicker, und ihnen muhten Millionen von drüben folgen, von hüben sich entgegenstellen. Dann riß allerdings die entfesselte Kriegsfurie sowie der Appell an die patriotische Not auch viele von drüben mit, die sonst bei Vernunft bleiben würden. Die übrigen müssen dort schweigen oder gar mittun — eine lahmgelegte Mehrheit, ein gefesselter Prometheus. Wir, die Angegriffenen, müssen nicht schweigen. Wir, unsere Jungen und auch Alten, unsere kriegsfreudigen Lehrer und älteren Schüler, haben das Glück, das jenen Unterdrückten versagt ist: einen Kampf zu kämpfen, der letzten Endes doch dem internationalen Pazifismus als dem Mittel zum Weltfrieden und dadurch wieder dem Vaterlande dient. „Pro patria per orbis concordiam!“ Wer von uns hinauszieht, kann das durch alle Bitterkeiten und Erbitterungen hindurch erleben und führt sein Verteidignngsschwert auch für die Unglücklichen von drüben. — Aber nicht nur die Arbeit des Schwertes ist heute nötiger als je, sondern auch die Arbeit des heimischen Alltags. Sie scheint in unseren angegriffenen Ländern noch immer bessere Wege zu haben als in den Angriffsländern und ist nicht weniger als die Kriegsarbeit ein Mittel zu den letzten Zielen, denen diese dient. Wer von uns allen nicht mit hinaus kann, hat deshalb in dem Bemühen, das innere Wirtschafts- und Geistesleben durchzuhalteu, keine niedrigeren Aufgaben und keine dürftigeren Hoffnungen. Als in jenen ersten Kriegstagen mein längster Sohn sich als Kriegsfreiwilliger zum Heere rüstete, sah ich seine Augen noch heller leuchten, als er das eine wuchtige Wort sprach: „Dorpat!" Wir wissen ja, daß man die Geschichte des deutschen Bildungswesens, der deutschen Wissenschaft und Wissenschaftslehre nicht durchnehmen kann, ohne immer wieder den Namen der baltischen Universität zu finden, die uns verjurjewt worden ist, und die wir nicht vergessen dürfen noch können. Das aber zeigt uns hier lediglich in einem Beispiele den pädagogischen Unterton dieses Krieges. Der Schulmeister in jeglichem guten Sinn, bis hinauf zum akademischen und nachakademtschen Lehren sowie bis zu den feinsten Verästelungen der öffentlichen Erziehungsund Bildungseinflüsse, hat dem Kampf der mitteleuropäischen Verbündeten von der Nordsee bis zu den vorderasiatischen Meeren eine Grundlage gegeben, auf der wir mit „Wissenschaftlichkeit" in jeglichem Sinn — und für sie — siegen werden. Und wer in die letzten Ziele seiner kriegerischen oder friedlichen Arbeit auch das aufnimmt, daß ein Hirt und eine Herde werde, der wird sich erinnern, welche Mächte es waren, die den ersten bleibenden Riß in die christliche Kirche gebracht und trotz aller Gegenbemühungen wie auch heute noch bestehenden Möglichkeiten den Cäsaropapismus so aufgerichlet haben, daß nur noch die kräftigste Abwehr gegen ihn und gegen seine westlichen Helfer übrigbleibt. Den verschiedenen Lehrern und ihren Freunden sagen diese Worte am wenigsten etwas Neues. Sie bedürfen nicht erst der Aufmunterung noch auch des Trostes, wenn draußen so viele von ihnen gefallen sind und daheim so viele von ihnen eine Überarbeit leisten müssen, wenn sie überdies sehen, wie so manches Glied ihrer Fachpresse gestorben ist, manches andere nur mit Mühe und gleichsam verwundet noch seinen Aufgaben dient. Doch wenn heute gar so vieles in der Öffentlichkeit gar so vielmals wiederholt wird: das alles zu wiederholen, ist vielleicht doch nicht fruchtlos. 31.) Unsre Lehrer. Sie zogen zusammen von Herd und Haus Mit unsrer Jugend zu blutigem Strauß. Mit den wilden Jungen, die sie gehegt, Die Gott an ihr Herz behutsam gelegt. So viele, kaum aus der Schule Bann — Und flügge schon vor dem Feind, als Mann. Und die sie beschirmt, ergriffen das Schwert: „Heimat, uns über alles wert! Wir kämpfen um dich in eiserner Not, Um ein Volk, im tiefsten Leben bedroht; Um deutsche Scholle, um deutschen Fleiß, Um Frieden, der nichts von Stürmen mehr weiß, Um Kunst und Wissen, um unser Recht Und für ein junges, freies Geschlecht. Wir haben dafür nur ein Gebet: Hurra die Fahne, sie steigt und weht! Hurra der Kaiser, hurra das Reich!" Sie rufen's und jauchzen — und liegen bleich Auf blutigem Felde, kalt und stumm, Und träumen mit vielen Jungen ringsum, Daß sie niemand in fremder Erde vergißt, Die leicht wie die Scholle der Heimat ist. Aren« v. Schellander. 32.) Krieg und Schule in Deutschland. (Erstdruck.) Nach Neujahr ist bekanntlich von der französischen Regierung eine umfangreiche Veröffent-lichung erschienen, durch die sie einerseits die breitesten Massen des Volkes und das Heer, die beide die Siegeshoffnung und die Kampfeslust verlieren, aufs neue zur Wut nusreizen und anderseits den neutralen Staaten wiederum die Gerechtigkeit ihrer Sache und die Menschlichkeit ihrer Kriegführung dartun und die barbarische Kampfesweise der Deutschen (Verletzungen des Roten Kreuzes, Zerstörung altehrwürdiger Bauwerke, Verwüstung von Dörfern und Städten, Niedermetzelung friedlicher Bürger) aufs neue beweisen will. Der „Matin" machte sogar Ende Jänner den Vorschlag, diese offizielle Verleumdungsschrift — mehr ist sie nicht — als Lesestoff in den französischen Volksschulen zu verwenden. So breit die Veröffentlichung auch ausgefallen ist, zwingende Beweise und einwandfreie Zeugenaussagen wird man darin dennoch nicht finden. Und bewiesen soll ja eigentlich auch nicht werden. Die Leidenschaften des Volkes hineinzupeitschen in den blindesten Haß, der zum letzten Opfer bereit ist wie zu jeder Bluttat, das ist der Zweck dieser Schrift. Dasselbe Geschäft besorgt eine viel kürzere, für die Kinder der Volksschulen bestimmte Schrift, welche die englische Regierung in Tausenden und Tausenden von Exemplaren an allen Volksschulen des Landes verteilen ließ. In äußerst geschickter Form und dazu in der anschaulichsten Sprache, die ihre Beispiele aus dem Zusammenleben der Kinder in Schule und Spiel entnimmt, wird der Jugend die von der Regierung gewünschte falsche Anschauung über den Ursprung und Anlaß des Krieges mitgeteilt, wird durch Fälschung und Entstellung ihr Urteil über Deutschland irregeleitet und ihre kindlich unbefangene Seele mit Haß und Rachsucht gegen alles Deutsche erfüllt. Fast gleichzeitig wurde endlich auch von russischer Seite eine offizielle Darlegung der deutschen Greueltaten vorbereitet, ebenfalls zur Aufstachelung des kriegsmüden Volkes und der erschlaffenden Truppen. Dieser planmäßigen Irreführung und zweckbewußtcn Aufwühlung der wüstesten Leidenschaften durch die Regierungen, die berufenen Leiter der Volksbildung, steht ein Erlaß gegenüber, den das bayrische Stnatsministerinm des Innern für Kirche und Schulangelegenheiten am 16. Oktober 1914 in Nr. 30 des Ministerialblattes für Kirchen- und Schulangelegenheiten im Königreiche Bayern an die Kgl. Regierungen usw. sowie das gesamte Lehrpersonal an den Volks- und Fortbildungsschulen hinausgesendet hat. Er gibt Anweisungen, wie die Jugend durch die Schule angelcitct werden soll, diese große, ernste Zeit mitzuerleben, wie die mächtigen Eindrücke zu vertiefen und für die sittliche Ausbildung der Heranwachsenden Jugend auszuwerten sind, wie die Schüler zum Verständnis der Ereignisse und ihrer Bedeutung, wie zur Kenntnis der Wohlfahrtseinrichtungen und zu werktätiger Mithilfe anzueifern sind. Der Schluß dieser Anweisung verdient, wörtlich mitgeteilt zu werden. „Der erzieherische Zweck solcher Einwirkung auf die Schuljugend und der Takt des Lehrpersonals werden Gewähr dafür bieten, daß die Erörterungen in den Schulen sich stets auf feststehende Tatsachen stützen und Verunglimpfungen unserer Gegner vermieden werden. Die deutsche Jugend soll, ohne zu Haß und Feindschaft gegen die Gegner aufgestachelt zu werden, an den ruhmreichen Taten des deutschen Volkes sich erheben und erbauen; es soll ihr vor Augen geführt werden, daß auch im Kriege der Gerechte und Tüchtige auf die göttliche Hilfe bauen darf." Wie anders klingt diese Sprache! Wie hoch stehen diese Worte der „Barbaren" über dem, was die französische und die englische Regierung ihren Völkern als Wahrheit zu bieten wagt! Es ist Pflicht, diese Proben „deutscher Barbarei" hinauszuschicken au die Neutralen, damit sie erkennen, daß wir uns auch im Kriege nicht von dem obersten Sittcngebote der Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit entbunden halten.1 Dr. M. Offner, München. 33.) £)eil und Sieg, Ihr tapferen Lehrer im Felde! Euch winkt ein herrlicher Lohn! Ihr werdet, glücklich heiingckchrt, mit der Kraft und Wärme eigenen Mrtkämpfens und Erlebens unserer Jugend Führer in eine neue, hoffnungsreiche Zukunst unseres Vater-landes fein! Iniv.-H'rof. Ar. Howard Medkich. 1 Da unsere „VI." in neutralen Staaten (Italien, Rumänien) gelesen werden, so fühlen wir uns verpflichtet, dieser Mitteilung Raum zu geben. D. Sch. 34.) Vorwärts und aufwärts. Das Wissen zu schürfe», die Wahrheit zu mehren, Die Sitte zu edeln und Bildung zu lehren, Habt treu ihr den Wahlspruch gehalten: Vorwärts und aufwärts! Die Freiheit zu schützen im blutigen Streit Gen Roheit und Tücke und Habfucht und Reib, Rust jetzt ihr trotz wilder Gewalten: Vorwärts und aufwärts! Daß jauchzende Wonnen euch segnend beglücken, Wird heiliges Recht alle Feinde zerstücken; Dann mag sich die Heimat entfalten! Vorwärts und aufwärts! z!»rof. Aerdinand Schindler. 35.) Die kehrerhelden. Unseren Helden, die in Süd' und Nord' des Vaterlandes Schutz und Wehr, sei höchste Ehr! Euch Braven, die Ihr rächt den Fürstenmord, Euch gilt mein deutscher Gruß, mein Brudcrkuß! Sans Weyrauch. 36.) 2ln unsere heldenmütigen Amtsbrüder im Felde. Was der Lehrstand in der patriotischen Erziehung unserer Jugend, in seiner Tätigkeit für die Jugendbildung und Jugcndwehr geleistet hat, was die zahlreichen Mitglieder des Lehrstandes im gegenwärtigen Kriege heldenmütig leisten, kann nicht vergessen werden. Die glänzenden Leistungen während des Krieges werden nach dem Kriege zu Gegenleistungen führen. Das Volk bedarf eines allgemein geschätzten Lehrstandes in der Zukunft mehr denn je. . . Rach den Kämpfen, nach dem Knallen, nach dem Donnern, nach dem Schallen sei Euch heiterer Sonnenschein beschicken! Pr. Wilhelm Zenz. 37.) Die Schule der Zukunft. Vom Kaiser!. Rate Hans Trunk, Bezirksschulinspektor in Graz. Die gegenwärtige Kriegführung zeigt, daß eine Armee nur dann auf Erfolg rechnen kann, wenn jeder einzelne, Offizier oder Mann, ein großes Maß von Selbständigkeit im Denken und Handeln besitzt. Das muß die Schule beachten und dieser Sache in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zuwenden als bisher, wenn sie ihrer Aufgabe, die Schüler für das Leben vorzubereiten, gerecht werden will. Hiefilr genügt aber die Beibringung von Kenntnissen und Fertigkeiten nicht, sondern es ist notwendig, daß die Schüler das Gelernte genau verstehen, daß sie die Fähigkeit erlangen, das erworbene Wissen und Können ohne fremde Hilfe zu verwerten, und auch den Willen haben, es zu tun. Der Erfolg im Unterrichte besteht nämlich weniger im Umfang der Kenntnisse, welche die Schüler erworben haben, als vielmehr in der geistigen Tatkraft, die durch ihn ausgelöst wird. Dieses Ziel kann nicht durch Anhäufung von Wissen, sondern nur dadurch erreicht werden, daß die Schüler von der untersten Stufe an zur richtigen Arbeitsweise erzogen und ihnen auf allen Stufen Gelegenheit geboten wird, Schaffensfreude sowie Zutrauen zur eigenen Kraft zu gewinnen. Sie müssen dahingebracht werden, daß sie sich beim Unterrichte nicht bloß passiv, d. h. nur aufnehmend verhalten; sie dürfen sich nicht mit dem bloßen Hören und Nachsagen, Sehen und Nachmachen begnügen, sondern sie müssen aktiv werden, d. h. etwas tun; sie sollen auch nicht bloß an wen den können, was sie unter der Leitung des Lehrers gelernt haben, sondern befähigt werden, nach dem Austritte aus der Schule weiter zu lernen und geistig weiter zu arbeiten, um die Bildungsstofte, die ihnen das Leben so reichlich darbietet, in richtiger Weise 3263 zu verwerten. Aus diesem Grunde darf der Unterricht nicht bloß das Gedächtnis der Schüler in Anspruch nehmen, sondern er muß Verstand, Phantasie, Gefühl und Willen, überhaupt alle im Kinde vorhandenen Kräfte wecken, bilden und leiten. Die Kenntnisse dürfen nicht durch Vortragen ». dgl. vermittelt, sondern sie müssen von den Schülern erarbeitet werden, das Wissen muß zum Können fortschreiten. Rosegger hat recht, wenn er sagt: „Wissen ist wenig, Können ist König.“ Insbesondere muß beim Unterrichte der Wille des Schülers herangezogen werden, da ohne seine Mithilfe die größten Anstrengungen des Lehrers keinen rechten Erfolg aufweisen. Um dies zu ermöglichen, darf der Lehrer nur soviel vornehmen, als gründlich durchgearbeitet werden kann; auch muß er den Schülern möglichst oft Gelegenheit geben, sich in der selbständigen Lösung von Aufgaben zu üben. 38.) Aufruf zum Eintritt in das Jungschützenkorps Triest. Der nachfolgende Aufruf wird manche Gemeinde, manche Schule, in der kräftige .Ringens, für deren Zukunft ja schließlich gestritten wird, „tapfer“ Vokabeln oder methodische Weisheit schlucken, während das Vaterland ihre Kraft braucht, rütteln und vielleicht den Mut wecken, der Deutschland durchglüht und uns nun auch aus dem Süden des Reiches entgegenweht. Reißt die Jungmannschaft vom Rockzipfel des ängstlichen Mütterchens und führt sie in den Kampf für das Vaterland! — Der uns zugesandte Aufruf lautet: „Der große Krieg, der unserer Monarchie aufgezwungen wurde, hat in den Völkern dieses Reiches eine wunderbar einmütige Entschlossenheit geweckt, Gut und Blut für Kaiser und Vaterland freudig einzusetzen. Was waffenfähig ist, folgt mit Begeisterung dem Rufe zu den Fahnen, um mitzukämpfen zur Erlangung eines segenbringenden und ehrenvollen Friedens. Wiederholt hörten wir nun hier von Jünglingen die Klage, daß sie wegen ihrer zu grollen Jugend noch nicht in die Reihen unserer Kämpfer eintrete» könnten. Diesen von Opfermut und Vaterlandsliebe beseelten Jünglingen bieten wir nun, wie es in zahlreichen anderen Orten der Monarchie geschehen ist, Gelegenheit, nicht bloß für das Vaterland, sondern auch für das Wohl der Stadt, in der wir weilen, die Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, indem wir an sie die Aufforderung richten, in das freiwillige Jungschützenkorps Triest auf Kriegsdauer einzutreten. Durch diese Dienstleistung würde ihnen die Gelegenheit geboten, sich militärische Kenntnisse und Geschicklichkeit anzueignen, die seinerzeit für den Einzelnen bei der Erfüllung der Wehrpflicht von Nutzen sein werden. Das Jungschützenkorps wird der Oberleitung des k. u. k. Seebezirkskommandos unterstellt, dein hiesigen Matrosendetachement ungegliedert und nach erfolgter Ausbildung bei und mit den Truppen der Garnison Triest verwendet werden. Zum Eintritte können sieh mindestens 17jährige unbescholtene österreichische Staatsbürger melden, die nicht wehrpflichtig oder landsturmpflichtig sind, jedoch waffenunfähig klassifiziert wurden. Bei Minderjährigen ist die Zustimmung des Vaters (Vormundes) zum freiwilligen Eintritte erforderlich. Der Dienst und die Übungen werden so eingerichtet, daß den Mittelschülern die vollste Möglichkeit geboten wird, ihren Studien ohne Einschränkung zu obliegen. Die Mitglieder des Jungschützenkorps verpflichten sich zur Landsturmdienstleistung auf Kriegsdauer, haben daher den Landsturmeid zu leisten, erhalten militärische Uniform, Ausrüstung und Gebühren wie die in das k. u. k. Heer eingeteilten Landsturmptiichtigon. Die Anmeldung erfolgt von Seite der Mittelschüler bei ihren Direktionen, von Seite der übrigen bei den Unterzeichneten. Die letzteren sind, wie die Direktionen, gerne bereit, über Statuten und alles Nähere erschöpfende Auskunft zu geben. Wir wissen, daß unser Aufruf zum Eintritte in das Jungschützenkorps Triest durch zahlreiche Meldungen beantwortet werden wird, denn auch in unseren Jünglingen lebt der Entschluß: Gut und Blut für unsern Kaiser, Gut und Blut fürs Vaterland! Triest, am 14. Jänner 1915. Die Landesschulinspcktore»: Hofrat N. Ravalico, Franz Matejcic, Dr. Robert Kauer.“ 39.) Mnlcr Lehrernachwuchs und der Krieg. Die Lohe, die draußen im Feld die Brüder erfaßte, schlug auch mit Macht in die Räume, in denen für unfern Stand neue Mitglieder gebildet werden. Zwar stehen uns augenblicklich bloß die Arbeiten der Lehramtszöglinge von Mies zur Verfügung; allein schon aus den im nachfolgenden gebotenen Kraftstellen mag der Leser ersehen, welch hoher Sinn unsere Jung-Mannschaft erfüllt und wie ernst sie die Weltlage erfaßt. Es bedeutete eine gewiß anregende Bereicherung unserer Zeitschrift, wenn uns auch von ändern Anstalten Auslesen dieser Art zugingen ; nicht zum letzten trüge die Sammlung zur zeitgemäßen Verinnerlichung des Betriebes im Sprachunterrichte bei. D. Sch. 1.) Kavsvurg und AofinvjolTmt im Munde. (Schularbeit. 3. Jg.) — Proben: a) Mit ehernem Finger zeigt die Zeit den Geschicken Europas ihren Weg. (B.) — b) Jetzt, wo der Donner der Kanonen an den Grenzen unseres Vaterlandes rollt, wo die Kriegsfälle! hell auslodert und alles verheert — wer dachte da nicht an unseren Freund, den Kaiser Wilhelm, dessen mutige Scharen den Feind wie Spreu zerstieben! (H.) — c) Der Dreibund und seine Genossen suchen das Band der innigsten Freundschaft, das unfern Kaiser und den deutschen Herrscher, einen zweiten Hermann, vereint, zu lösen. (F.) — d) Wie ein Donnerschlag durcheilte die ganze Welt der Ruf: Weltkrieg! Aber die Angriffe der Neider und Hasser zerstoben wie die Wogen des Meeres an der Felsenklippe. — e) „Einig macht stark", dachten Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm und besiegelten ihren Bund mit den Waffen. (D.) — i) Diesen feindlichen Mächten schloß sich auch das tückische Japan an und Portugal ist gerade im Begriffe, ihnen die Hände zu reichen. Doch fest und stark gleich einem Felsen im brandenden Meere stehen Habsburg und Hohenzollern den feindlichen Scharen gegenüber. (St.) — g) Beide Staaten stellen ein einziges Wirtschaftsgebäude dar. (T.) — 2.) Krieg und Lehrerschaft. (Schularbeit. 3. Jg.) a) Als leuchtendes Beispiel strenger Pflichterfüllung soll der Lehrerosfizier seinen Soldaten erscheinen. (F.) — b) Der fürchterliche Weltenbrand, der in allen Volksschichten Jammer und Elend verbreitet, hat für den Erzieher des Volkes einen neuen Wirkungskreis geschaffen. (F.) — c) Welche Pflichten hat der Lehrer, der daheim geblieben ist? Sind es kleinere? Nein! (T.) — d) Freuen wir uns, daß in dieser Zeit unser Berus kräftig hervortritt und eine so wichtige Rolle spielt! (Z.) — 3.) Aus dem vaterländischen (thrcnvuche der Hegenwart. (Hausarbeit. 3. Jg.) (Untertitel: In volkstümlicher Darstellung sind fünf durch die Zeitungen gemeldete Heldentaten unserer Krieger mitzuteilen!) — Die Ausführung zeugte von großer Belesenheit und frischer Wiedergabe. — 4.) An welche Keldengestalten, Oreignilfe und Hruudgedaulien im Aivelungeuliede erinnert uns der gegenwärtige Kriegt (Hausarbeit. 3. Jg.) a) Die Treue und der Heldenmut, welche Eigenschaften durch alle nachfolgenden Jahrhunderte der schönste Schmuck unseres Volkes geblieben sind, mögen auch in der Gegenwart ihren alten guten Rus behalten und sich bewähren! (E.) — b) Die Falschheit, mit der sich Hagen des Geheimnisses von der Verwundbarkeit Siegfrieds versichert, die Tücke und Hinterlist, mit der er diesen überfällt, sehen wir auch im Benehmen unserer Feinde stark ausgeprägt. Schon lange haben die Lords scheele Blicke voll Neides aus die sich entfaltende Kultur Deutschlands geworfen und den Deutschenhaß aus das eitrigste geschürt. (Ho.) — c) Die gegnerischen Reiche heuchelten durch viele Jahre Freundschaft zu Deutschland und Österreich-Ungarn, um die Vertrauenden desto sicherer aus tückischem Hinterhalte überfallen zu können. (Hu.) — d) Treue zum Herrscher, Treue zum Valerlande und Treue zu den Brüdern, verbunden mit heldenmütigem Mut, das wird die Unfern sicher zum Siege führen. (Hu.) — e) Treue — weihevollstes Wort des Nibelungenliedes! Welch' beruhigende Kraft entströmt seinem hehren Klange! In der sturmbewegten Zeit, in der wir uns gegenwärtig befinden, spielt diese den Deutschen eigenartige Tugend eine bedeutsame Rolle. Was wäre mit Österreich geschehen, wenn Deutschland nicht wäre, und auch umgekehrt! (D.) — f) Nicht aus Liebe vermählt sich Kriemhild mit Etzel; ihre Liebe gehört nur Siegfried. Der Gedanke bloß, mit Hilfe des mächtigen Hunnenfürsten den Tod ihres Gemahls rächen zu können, läßt Kriemhild den bezeichnten Pfad gehen. Aus dem gleichen Grunde haben sich England und Frankreich mit Rußland verbunden. Es ist kein solches Bündnis, wie das Österreichs und Deutschlands, dessen Echtheit und Wert ich in der 1. Schularbeit beleuchtet habe. Der Neid, der Ehrgeiz, der Drang nach Rache an den emporblühenden Reichen haben das Bündnis geschmiedet und fürwahr, ein solches Bündnis kann keinen dauernden Bestand haben; es muß zerschellen an der Macht Österreichs und Deutschlands. (St.) — g) An Hagen (im 2. Teile des Nibelungen-liedes) erinnert uns der größte Feldherr der Jetztzeit; das ist Hindenburg. Treu bewacht er mit seinem Heere den Osten Deutschlands. Ähnlich hielt auch Hagen mit Volker in der Burg Etzels Schildwache. (U.) — 5.) Welche Stellen der österreichischen Solkshymne finden dermalen kraftvollen Ausdrnckl (Hausarbeit. 3. Jg.) a) Triumphierend zieht der männermordende Ares über die blutgetränkten Schlachtfelder. Weltkrieg! Tod und Verderben! So tönt es über den Erdenrund. Mit glühender Begeisterung singt der 3265 Österreicher seine erhabene Volkshymne. Viele Stellen dieses Hohen Liedes finden in unseren schweren Zeiten ihre Bestätigung. (Ba.) — b) Wer kennt nicht die Opferwilligkeit und die Vaterlandsliebe der österreichischen Völker in dem jetzigen Kriege? Groß ist die Zahl der Kriegsfreiwilligen. (Bo.) — c) Ein Österreicher läßt nicht von seinem Kaiser. (E.) — d) Dieses schöne Land sollen mir den vernichtenden Horden der Feinde überlassen? Wozu fühlen wir denn Kraft in uns, wenn wir nicht die Gefilde unserer Heimat schützen wollen! (Ho.) — e) Der prophetische Ausspruch „Wenn der Kaiser von Österreich zu Pferde steigt, folgen ihm alle seine Völker" hat sich in diesen Tagen in geradezu überwältigender Weise bewahrheitet. Parteien, zwischen denen sonst eine unüberbrückbare Kluft bestand, haben, von einer Begeisterung hingerissen, wie sie in den Freiheitskriegen vor hundert Jahren nicht gewaltiger sein konnte, Waffenbrüderschaft geschlossen. (H.) — k) Was Seidl und Haydn bei der Verfassung des Vaterlandsgesanges förmlich in einer Vision geahnt haben, das wird jetzt herz- und gemüterhebende Wirklichkeit. (Hof.) — g) Die Volkshymne hat somit eine neue, eine besondere Bedeutung erhalten. Wenn man heute überall singt und betet: „Gott erhalte, Gott beschütze unfern Kaiser. . .", so ist es, als hörte man einen Schlachtgesang, bei dem das alte Österreich-Ungarn für seine friedlichgesinnten Völker und für seinen treu geliebten Kaiser auss neue erobert wird. (Hof.) — h) Jeder Vatcrlandsverteidiger glaubt, er müsse hinaus, um die mutige Brust dem Wogensturme entgegcnzudrücken. (D.) — i) Mit Gott für Kaiser und Vaterland! Dieser patriotische Dreiklang gibt in Österreich einen gar mächtig brausenden Akkord, einen dröhnende» Schlachtruf, der auch bei uns in Zeiten der Gefahr machtvoll durch die österreichischen Lande geht wie Glockenklang und Sturm-gebraus! (D.) — j) Donnernd dringt der Kricgslürm über die Gefilde Europas. Eine Schar von Feinden steht unserem ruhmgekrönten Kaiser und seinem treuen Waffenbruder, dem ritterlichen Kaiser Wilhelm, gegenüber. In solch schwerer Zeit lodert in uns Österreichern die Flamme der Begeisterung hoch empor und die Volkshymne ist jenes Lied, das unseren Gefühlen und unserem Kampfcsdrängen voll und ganz entspricht. Schlachtendurchtobte Zeiten sind es, in denen mir erst so recht den Sinn dieses erhabenen Vaterlandsgesanges erfassen können. (St.) — 6.) Auch der Krieg hat sein Hutes. (Hausarbeit. 4. Jg.) a) Der Krieg kräftigt und stärkt den Staatsorganisinus, läßt erkennen, was sich bewährt und was schlecht ist, und zeigt, wie sich das Morsche durch Neues ersetzen läßt. — b) Solange der Mensch seinem gewöhnlichen Tagewerke nachgeht und nur das Notwendigste schafft, solange schläft in ihm die wahre Kraft an Körper und Geist. Doch wenn es sich um des Mannes höchstes Gut, uin seine Ehre, um die Ehre seines Vaterlandes handelt, da bäumt sich sein Zorn, da greift sein Arm zu der Waffe iinb vollbringt Heldentaten. — c) Der Krieg behebt die Uneinigkeit, die bei vielen Völkern die Wurzel schädlichen Niederganges bildet. (C.) — d) Bei uns handelt cs sich um die Existenz und dieser Gedanke stählt unser» Arm. Uns schreckt die Übermacht nicht. — e) Der Krieg entflammt auch die Vaterlandsliebe wieder i» mächtiger Weise, wen» sie etwa erkaltet ist. Hat er nicht unsere Zeit, die in Luxus und Wohlleben zu verfaulen drohte, in ein wahres Hcldenzeitalter verwandelt? Erzählt er uns nicht von Herocntaten unserer Väter und Brüder, wie sie kein Homer schildern kann? — k) Der Krieg ist es, der den Menschen aus dem Sumpfe des Egoismus heraushcbt und dem Ideal, der Tugend zusührt. (Z.) — g) Wie die Gewitter die Lust reinigen, wie die Stürme die morschen Bäume zu Boden iversen, während die kernige Eiche alle Unbilden überdauert, so ist auch der Krieg, besonders der jetzige, der Prüfstein für den körperlichen, geistigen, politischen und sittlichen Wert eines Volkes. (E.) — 7.) Hott erhalte unfern Kaiser! (4. Jg.) a) Dieser Ruf schallt in unseren Tagen aus Millionen Kehlen empor zum ewigen Schlachtenlenker, zum Schlachtcngott, zum Allbeherrscher. Gott erhalte unser» Kaiser! rufen die Kinder in der Schule, die Jungfrauen und Mütter, die Jünglinge und Greise, die todesmutigen Krieger im männermordenden Ringen, so brüllen unsere Kanonen, so zischen unsere Kugeln, so lispeln unsere sterbenden Soldaten. (H.) — b) Der unselige Krieg schlägt uns zwar grausame Wunden, er fordert blutige Opfer, aber Habsburgs lebendige Mauern stehen fest und unerschütterlich. (Z.) — 8) per Lehrer im Dienste der Kriegssürsorge. (Hausarbeit. 8. Jg.) (Auslese in F. 187.) 40.) Vision. (Herr, dein Wille geschehe!) Erzählung von K. Stumpf oll, Lehrer in Fischlham. (Erstdruck.) Hs war der letzte Tag gekommen, den Herr Mutig in voller Stille hinter den kahlen Mauern der Kaserne verbrachte, denn morgen mulite er mit dem Marschbataillon auf den Kriegsschauplatz abgehen. Andere seiner Kameraden verbrachten noch einen gemütlichen Abend, sangen, zechten und Freund Alkohol spielte seine gewohnte Holle. „Den heutigen 3266 Tag muß man nocli ausnützen, denn von morgen ab hat alle Herrlichkeit ein Ende!“, so sprachen sie und schlürften. Herr Mutig war gewiß kein Mann der Furcht, doch er tat, wie die meisten seiner Gleichgesinnten, nicht mit. Er erachtete es für besser, seinen Geist zu sammeln und sich würdig auf die kommenden Ereignisse vorzubereiten. Dieses FUrsichsein zog ihm den Groll der zechenden Kameraden zu und sie schalten ihn einen Feigling, einen Weichling und dergleichen mehr. Doch alle Schimpfreden prallten an dem felsenfesten Willen des Herrn Mutig ah; er blieb bei seinem Vorsatze. — Die Nacht war hereingebrochen und der Mond schien so gülden wie noch nie. Freundlich lachte er zu Herrn Mutig herab, als wollte er sagen: „Ich will morgen dein Begleiter sein; mich sollst du auch auf fremder Scholle nicht missen.“ Der Schlaf Ubermannte den braven Soldaten und bald war der Müde ins Land der Träume gewallt. — Im schleierhaften Reich der Träume irrte er nun umher. Der Mond war sein treuer Begleiter geblieben. Über Berg und Tal, Uber moorige Wiesen, aber auch durch blumige Auen führte ihn sein guter Trabant. Da auf einmal vernahm Herr Mutig mächtigen Kanonendonner rollen. Feuerkugeln platzten in der Luft und nicht lange danach war er Beschauer des grausigen Schauspieles, das man Krieg nennt. Als Herr Mutig näher zusah, bemerkte er, daß es die ihm gleichgesinnten, Charakter- und willensstarken Leute waren, die mit Löwenmut gegen den übermächtigen Feind stürmten. Die Prahler aber, die mit ihrer Körperkraft protzend ihn vor wenigen Stunden höhnten, — sie lagen hinter der Front, nicht verwundet, aber ermattet, gebrochen an der Seele! Die Willensstärken waren vorne in unge- brochener seelischer Kraft zu finden, die auch ihren Körper für den schweren Dienst stählte. Diese Leute sah er kämpfen, stürmen und — siegen! Beim Anblick des weltbewegenden Schauspieles schoß das Blut Herrn Mutig hastig durch die straften Adern. Schnell lief er zur Walstatt hin, nahm ein Gewehr und einen Degen zur Hand — und schon war er in die Schwarmlinie eingegliedert. Die Kugeln der Feinde zischten um ihn her wie giftige Nattern. Doch unerschrocken dachte er: „Wartet noch ein Weilchen, bald sind wir quitt!“ Unterdessen erscholl das Kommando: „Sturmangriff!“ Ein brausendes Feldgeschrei übertönte die grollende Stimme der Kanonen. Der Feind war in der Flucht. Da traf Herrn Mutig eine feindliche Kugel. Der Tod hatte sich in seine Brust gewühlt; der Brave fiel! — Der Traum war verflogen. Die Augen reibend, erhob sich M. von seinem Lager. Der Mond war hinter die Berge gegangen. Ein blutiges Morgenrot grüßte zum Fenster herein. Seine Hände falteten sich zum Gebet und er sprach: „Herr, dein Wille geschehe!“ — 41.) Kriegs sch rifttum. 5.) Warschau, H'aris, London — diese drei Namen waren uns zu keiner Zeit so geläufig, wie jetzt. Niemals wurden aber auch solche Wünsche daran geknüpft, wie sie nun infolge des Weltkrieges selbstver- ständlich jedermann in Österreich.Ungarn und Deutschland wie in der verbündeten Türkei hegt. Diese sowie die sich vorbereitenden Ereignisse aus den verschiedenen Kriegsschauplätzen erwecken besonderes Interesse für die Umgebungen der drei Städte, die uns in sehr netter, übersichtlicher Welse in den neu erschienenen „Freytagschen Karten der Umgebung von Warschau, 1:750.000, Paris, 1:200.000 und London, 1:200.000" der Kartogr. Anstalt G. Freytag <& Berndt, Ges. nt. b. G., Wien VII, Schottenseldgasse 62, zu dem billigen Preise von je 20 h (mit Porto 25 h, alle drei zusammen mit Porto 70 h) vorgeführt werden. Die Em-zeichnung der Befestigungen, sowie des Geländes und des Waldes machen die in fünf Farben schön aus-gesührten, außerordentlich billigen Karten zu vorzüglichen Behelfen. 6.) Reliefkarten a) der deutschruss. Grenzgebiete, b) von Ober-Elsaß. (Frant'sche Verlagshandlung in Stuttgart; zu 30 h.) — Die Eihabenkarte erleichtert uns Großen die Vorstellung der Landschaft ganz wesentlich, so daß wir voll Entzücken ausrufen: „Ja, das ist was anderes als die tote Landkarte!" Wie muß nun erst den Kindern das Schattenbild willkommen sein! Der niedere Preis ermöglicht den Ankauf auch in diesen trüben Zeiten. 7.) Hin Rolli in Waffen. (Vers.: Sven Hedin; Verlag Brockhaus in Leipzig; K 1 20.) — Sv. H., der sich bekanntlich die Mißgunst der Engländer und der Franzosen zugezogen hat, weil er freimütig die Tüchtigkeit und Zucht des deutschen Heeres pries, gibt in dem Bändchen seine im deutschen Heerlager gewonnen Eindrücke wieder. Wer den wackern Reiseschilderer kennt, wird sich freuen, wieder etwas Neues von ihm kennenzulernen. Und da in dem Büchlein echtes Heldentum ausgezeigt wird, mag niemand sich den Genuß entgehen lassen. 8.) ^on de» Kriegszeitschristeu: a) Der Krieg (Frank'sche Verlagshandlung in Stuttgart), — b) Jllustr. Geschichte des europ. Krieges (Verlag Habbel in Regensburg), — c) Das Kriegsecho (Verlag Ullstein und So. in Wien), — d) Der Völkerkrieg (Verlag Hosmann in Stuttgart) sind interessante Fortsetzungen erschienen. Näheres über den Inhalt und die Ausstattung in Folge 133 aus S. 3168. — Als neue, überaus gehaltvolle und vornehme Kriegszeitschrist empfehlen wir die „Illustrierte Geschichte des Weltkrieges" (Union, deutsche Verlagsgesellschast in Stuttgart; wöchentlich ein Heft zu 33 h.) Reicher Bildschmuck, besondere Rücksichtnahine auf Österreich-Ungarn. — (Es wird am besten sein, sich unter Berufung auf die Bl. von jeder Zeitschrift ei» Probestück kommen zu lassen und hernach die Wahl zu treffen.) 9.) Kriegsmusik. Von den zahlreichen zur Beurteilung eingelaufenen Tonstücken führen wir als der Berücksichtigung wert an: 1.) Kügele, Mein Kriegsfreiwilliger. (Phönix-Verlag in Kattowitz.) — 2.) Winter, Deutsch!and-Öfterreich Haud iu Hand. (Dürr'sche Buchhandlung in Leipzig.) — 3.) Müller, Sturmlied. (Wie 2.) — 4.) Ludwig, Sieg. (Wie 2.) — 5.) Winter, Kriegslieder. (Wie 2.) Reichhaltiges Heft. 30 h. — 6.) Herr Lehrer Pochmann in Machendorf bei Reichenberg hat uns handschriftlich Vertonungen einiger unserer Kriegsgedichte zugemiltelt. Die musikalische Bearbeitung ist glücklich in der Erfindung und vor allem eigenartig in der Fassung. Näheres durch den Vertoner. 10.) Aas Kricgsmanifest unseres Kaisers liefert für Schulen in schöner Ausstattung die Geschäftsstelle des Vereines „Volkshilfe" in Villach (Kärnten). 100 Stück ----- 10 K. 11.) Der Kaiser hat gerusen. (Worte von Hans Fraungruber; Musik von Ad. Kirschl und V. Keldorser; Verlag Universal-Edition.) — Wir geben nachstehend den volkstümlichen Wortlaut wieder: Der Kaiser hat gerufen! Der Kaiser hat gerufen! Die Zeit ist ernst und groß, Und wie ein wogend Meer Heraus nun hinterm Ofen, Ergießt sich in die Lande Es geht auf Rußland los! Sein unverzagtes Heer. Wir wollen nimmer schlafen, Es krachen die Haubitzen Eh uns vergönnt, zu strafen Und Bajonette blitzen, Der falschen Feinde Neid und Spott, Dem Feinde sei es eingetränkt, Sei du mit uns, o starker Gott! Daß er sein Lebtag an uns denkt. Hurra! Hurra! Der Kaiser hat gerufen! Der Kaiser hat gerusen! Es ist ein heil'ger Krieg, Die Antwort ist bereit: Er hält in seinen Händen Wir weihen gut und Leben Verderben oder Sieg. In alle Ewigkeit. Nun, Östreich, sollst du sehen, Nun laßt wie Donnerdröhnen Wie deine Söhne stehen Ins Feindeslager tönen Im Kampfe gegen feile List, Den stolzen, waffenfrohe» Reim: Bis uns der Preis geworden ist. Wir kehren nur als Sieger Heini! Hurra! Hurra! 12.) Der Hürmer. (Kriegsausgabe.) Herausgeber: I. E. Frhr. v. Grotthuß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mt. 50 Pfg., Einzelhest 80 Pfg. Probeheft unter Berufung auf die Bl. kostenfrei. (Stuttgart, Greiner <£ Pfeiffer.) Eine vornehme, gehaltvolle Zeitschrift. Aus dem Inhalt des ersten Märzheftes: Durchhalten. Von Generalleutnant a. D. Baron von Ardenne. — Pastor Qnanz. Skizze von Marie Diers. — Amerika. Von Fritz Müller. — Unser Geheimnis. Von Oskar A. H. Schmitz. — Unser Volksheer im Spiegel des Staatsrechtes. Von Landrichter Dr. jur. u. phil. R. Bovensiepen. — Von russischer Art. — Bau de Cologne. Von K. St. — Truppenlandungen in England. — Germanisches und romanisches Naturgesühl. Von Börries, Frhrn. v. Münchhausen. — Die französische Presse. — Uhland und der Umgang mit Engländern. Von G. P. — „Der Schatten ist nicht der Mann; sieh nach der Sonne!" Von M. A. C. Kay. — Germanenkunst. Von Mela Escherich. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Auf der Warte. — Kunstbeilagen. 13.) Sturm und Stahl nennt sich eine Sammlung eisenkrüftiger Kriegsgedichte, die sich bei Patriot. Veranstaltungen zum Vortrage besonders eignen. (Verfasser: Dr. A. v. Wurmb, Wien 15, Mariahilferstr. 154.) 14.) Aöer die Vorgeschichte des Weltkrieges. (Vortrag vom Univ.-Prof. Hofrat Dr. O. Redlich in Wien; Verlag Ed. Hölzel in Wie»; 80 h.) — Das Thema hat berufene und unberufene Bearbeiter in Fülle gesunden; in dem vorliegenden Hefte spricht einer der berufensten zu uns, ein österr. Gelehrter, den unsere Leser von den Prüfungsratschlägen her und aus der 2. Kriegsnummer als tiefgründigen Historiker kennen. Ist es schon an sich notwendig, daß der geschichtliche Sinn der Lehrerschaft durch das Studium wissenschaftlicher Werke geschärft und aus dem Episodenhaften gehoben werde, so wird es gerade mit Rücksicht auf die weltbewegenden Geschehnisse von Interesse sein, der Rede des Beobachters auf der höchsten Warle zu lauschen. Da ferner so mancher für die eigene Darstellung ein Muster braucht, so wird das Heft bald zum Bestände jeder Lehrerbücherei gehören. 3268 42.) Waffentaten „unserer“ Helden. 1. Der Bntaillonsbefehl eines Landsturmbataillons enthält folgende Stelle: „Infanterist Franz Ronzahl der 3. Kompanie hat es bis jetzt ver m ö ge seiner un ge w ii Im 1 i e b e 11 Mil d n n g, dann durch seinen musterhaften, rührenden, echt österreichischen soldatischen Patriotismus verstanden, auf den Geist der Soldaten des Bataillons bestens einzuwirken und dadurch die Mannschaft zur Überwindung aller Hindernisse, die im Kriege unausweichlich sind, angeeifert. Möge dieser Geist der echten Vaterlandsliebe auch weiter unter den braven Soldaten des braven Bataillons gepflegt werden und uns über alle Hindernisse hinweghelfen! Mit Rücksicht darauf befördere ich den genannten Infanteristen zum Titular-Korporal.“ Wenige Tage nachher rückte Lehrer Ronzal zum Feldwebel vor. — 2. F.-L. Anton Bauer in Rodenbach wurde zum Oberleutnant befördert und erhielt für sein mutiges, beispielgebendes Verhalten vor dem Feinde und seine umsichtige, ausgezeichnete Führung als Kommandant bei der heldenmütigen Verteidigung des Brückenkopfes bei Sieniawa am San und K'izocky am 17. und 18. Oktober vom Armeeoberkommandanten Erzherzog Friedrich die Allerb. belobende Anerkennung. Bauer ist Kompaniekommandant geworden. 3. Lehrer Wolfgang Schreiner verdiente sich das Eiserne Kreuz durch Entdeckung einer feindlichen Fernsprechanlage, die — Goldene Tapferkeitsmedaille — durch ilu ß er s t gef ahrvolle Entdeckung einer französischen Notbrücke über die Maas auf einem Patrouillengange. Unter heftigstem feindlichen Feuer sprengte er die Brücke. — 4. Lehrer Königer aus Regensburg, Unteroffizier d. R., nahm mit noch einem Kameraden 2 4 0 Franzosen gefangen. Ein andermal holte Königer mit zwei Kameraden zwei Maschinengewehre aus dem ärgsten Feuer. Er wurde mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille und dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 5. Lehrer Heinrich Trede, Offiziersstellvertreter in einem bayerischen R.-l.-R., stürmte trotz des heftigsten Feuers der Franzosen und der Ortsbewohner tollkühn als erster in das brennende Dorf H., rettete durch Geistesgegenwart und Unerschrockenheit seinen Zug vor einer Katastrophe und brachte dem Gegner (Zuavcn) empfindliche Verluste bei. Hiefür wurde er mit den Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz I. Kl. verdiente er sich, indem er sich freiwillig als Führer eines Freiwilligentrupps meldete, der einen mit Minen stark belegten feindlichen Schützengraben nehmen sollte; er löste die Aufgabe vollständig. (Wird fortgesetzt.) 43.) Kriegsbrietkastcn In ber 2. Kriegsuummer (Dezember 1914) sprach ich den Wunsch aus, es möge mir erspart bleiben, eine 3. „blutige" Folge anszngeben. „Es hat nicht sollen fein" — der Kamps tobt mciter, u. zw. erbitterter beim je. Das bars uns nicht betrüben ttnb nicht mit Zagen erfüllen, beim es wirb zur Tatsache, was allein uns banernben Fricben unb eine ungestörte Eniporbilbnng bringen kann: bie gänzliche Vernichtung bcs Feinbes. Nun fmb wir auch so weit, sagen zu können, baß uns nicht bangt, wenn zu bem Bunbe, ber es sich zum Ziele gesetzt hat, unser Vaterlanb zu zertrümmern, uns unser Volksgut zu rauben unb bas, was ein Jahrtausenb Germanentum au Kultur geschaffen hat, zu zermalmen, noch ein verräterischer Genosse stößt, beim an solchem Helbentum, wie es unsere Tupfern ber Welt gezeigt unb täglich zeigen, zerschellen auch Millionen. Zn biesein starken Glauben an bie eigene Kra't hat nicht in letzter Linie bie Lehrerschaft, so sie unter ben Waffen steht, beigetragen; man preist ihre Taten in allen Lagern. Darum sei ihr, bie wie niemals zuvor machtvoll unb führeiib in bie Schranken trat, bie bntte Kricgsnummcr gewibmetl — Seml-narkehrer K. Maser in Memmingen, unser geschätzter Mitarbeiter, würbe für ein Gcbicht seitens bes Grafe» Zeppelin burch ein Dankschreiben ausgezeichnet. Ja, mit bem Schwert unb mit ber Feber weiß bie Lehrerschaft tapfer zu fechten. — Koch Hflerrelch unb Deutschland! Mit biesem Rufe schließen viele aus bem Aus-laub kvmmenbe Schreiben. Wir sollten unsere Briefe begleichen beenbe», um ben mächtigen Buub auch im Verkehre zu besiegeln. — Mach Meichenhall inMayern: Sie wundern sich über unser Eingreifen in den Gang der Dinge. Ja sollen wir uns über methodische Mätzchen ergehen, da draußen mit Blut und Eisen ein neues Zeitalter geschaffen wird?! Es soll indes „leider" auch Pädagogen geben, die nach J-pünktchen in den Korrekturen fahnden und sich dabei durch das Geklirr der Waffen nicht stören lassen. Gott sei ihnen gnädig! — Sirelitor M. Sch. in H.: Nun wird es wahr, was wir im Verein mit unfern Dorfgenossen gesungen: „Auf, auf, Ihr Brüder von der Infanterie, zum Streit für unfern Kaiser; denn cs gilt für unser Vaterland. Auf, auf, Ihr Brüder, nehmt die Waffen in die Hand!" — Wie blutig gestalten sich die Worte aus seliger Jugendzeit! — Schll. M. MI. im Iletd: Schönen Dank für die Übermittlung der urwüchsigen Kricgslieder; allein diesmal, da es galt, aus dem Born der Lehrerschaft zu schöpfen, nahm ich bloß Erstdrucke auf. — Kran A. M. in H.: Das ist wohl nichts als die nächste und ernsteste Pflicht der Daheim-gebliebenen unseres Standes, daß sie sich der Verlassenen nach gefallenen Amtsbrüdern annehmen. Den Dank kann ich daher nicht zur Kenntnis nehmen; wohl muß ich aber alle, die helfen können, daran erinnern, daß sie sich den Lehrerwitwen und -waisen allsogleich zur Verfügung stelle», daß sie ihnen Beschützer, Berater, Väter sind. — Iiür die Meujahrsglückwünsche aus dem I-eld (die letzten langten Anfang März aus Ostsibirien ein) innigen Dank! Es märe mir angenehm, zu erfahren, ob diese Folge der „Bl." den Weg in die Gefangenlager gefunden hat. — Hvl. H. S. in M.: Auf England hat sich schon soviel Fluch entladen, daß Gedichte dieser Art nichts Neues bringen können. Nun lassen wir die U und die Z sprechen. — M. H in Leipzig: Leiten Sic Ihren Begeisterungsstrom recht oft auf uns über; wir sind für die große Sache, die uns mit Ihnen vereint, empfänglich. — Heneral d. Z. v. H.: Im Namen der Leser danke ich Ihnen an dieser Stelle, daß Sie uns den Weg zu den obersten Kreisen freigemacht haben; wenn mir dort gelesen, gehört werden, wo die Entscheidungen fallen, können wir einen Wandel dessen, was wir aufdecken, um es zu bessern, erwarten. Was nützt das Zetern von Mann zu Mann, wenn die, denen die Geschicke in die Hand gegeben sind, von allem nichts vernehmen! Daran hat man biSnun zu wenig gedacht. — Einen rührenden Newels der Kriegsyikselciflung im Dienste der Lchrerfortbildung bietet der Landesschulinspcktor Dr. Karl Rosenberg in Graz. Er hat nämlich aus die Dauer der Gefangenschaft unseres g. Mitarbeiters Dr. O. Pommer die Fortführung der „Ratschläge für die Bürgerschullehrerprüfung (Physik)" trotz der aufreibenden amtlichen Geschäfte bereitwillig übernommen. Da Herr Dr. P. das treffliche Lehrbuch R.s zur Grundlage genommen hat, so steht unseren Studiosen eine besonders anregende Führung in Sicht. — Hvl. M. K. in . L.: Auch mir will cs scheinen, daß „einige" Amtsgenosscn den Krieg in nichts anderem fühlen als in der schwarzgewordenen Semmel und im verteuerten Fleisch. Das sind „Helden", die nicht in unsere Zeit paffen; sie haben sich als echte Taglöhncr entpuppt. Auch für sie sollte man eine Tafel bercithalten! — Mach Wien; Mit der papierenen Jugendfürsorge ist dem Staate in so schwerer Zeit nicht geholfen. Rufen Sic die Leh. rerschast und öffnen Sie Quellen! — M.-L. Z. in M.: Fassen Sie den Feind mit demselben Geschick ivic Sie die morsche Methode packten und zwackten! — Muser Mitglied Herr Lehrer M. Veith in Raase (Schl.) sendet aus Rußland Bild und Gruß an die Bl-Gemeinde. — Lehrer S. M. in K.: Die Kricgstrauung ist etwas Erhebendes, etwas, was an die verblichene Zeit der Ideale erinnert. Allein, erwägen Sie wohl, ob Sie nicht eine schwere Sorge auf sich laden, so zwei Geschöpfe dann der Lebensnot prcisgegebcn sind! Sichern Sie den möglicherweise Verlassenen die Zukunst und Sie können sonder Zagen die Hand bieten! — Das andere, das Vertrauliche, habe ich brieflich erledigt. — Lehrer H.H. in K.: Aus der weiten Welt ins Vaterland geeilt, um cs gegen den grimmen Feind zu schätzen, — schon das ist Heldentum. Da Sie nun obendrein im Krankenhause liegen, drücke ich Ihnen zweimal die Hand und preise Sie glücklich. — Kver-leutnant S. in M.: Der Südhcimansichnß (Obmann: G. Herbe in Wien 5., Reinprechtsdorselstr. 32) bat mit Ausnahme von 10 Plätzen alle Zimmer dem Roten Kreuze zur Verfügung gestellt. Klopsen Sic also hier an! — Lehrer Kranz Kellmer schreibt vom Kriegsschauplätze: „Die 2. Kricgsnummer der Bl. kam ge-radc an jenem Abende in meine Hände, an dem der „holde Christ" durch die Lande zog und der Zauber der Weihnacht sich selbst über die verborgen schimmernde», vor feindlichem Feuer sichern Deckungen ergoß. Die Bl. ivarcn die erste Wcihnachlsgabe für mich; sie wurden beim magischen Schein einer Stearinkerze zu einem tiefe» Quickborn für cm alles Soldatenhcrz. Aber auch meine Amtsbrüder follicii des Genusses teilhaftig werden; daher ging das rote Heft von Hand zu Hand, überall neuen Mut entzündend." — Sr. MI- @. in W. (Mayern): Verzeihen Sic, wenn ich auf die mitgetcilten Gerüchte nickt näher einging; es schwirrt soviel durchs Reich, daß man zuguterletzt im allgemeinen mißtrauisch wird. Das kann ich wiederholen: Niemand, der im politischen Leben Österreichs stand, hätte sich die Taisüchlichkeit des Viribus unitis in solchem Maße träumen lassen, wie cs jeder Tag von neuem zeigt. — Mrlilor H. W in Kalle: Ach, diese Walze hat uns viele der Besten zermalmt! Doch ich hoffe, daß aus der Saat, über die sie ging, ein herrliches Korn sprießen ivird — freilich nur dann, wenn andere Lüfte über unser Saatgut ivchcn. — Sie 2. Kriegsnuuimcr unserer M., bczw. die unter dem Titel „Grüße an unsre tapfere Armee" veranstaltete Sonderausgabe, wurde von dem k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht zur Anschaffung cmp'vhlen. — Schriftleiter K. W. in M.: Den Sohn auf den Altar des Vaterlandes z» legen und dabei nicht einen 3270 Laut der Klage zu äußern, das ist Heldentum vornehmster Art. Wie reich, wie heilig ist doch das Volk, dem solche Gesinnung eigen ist! — Ariedrich ^ofadt sendet an unsere Gemeinde herzlichen Dankesgruß für die Teilnahme mährend seiner Erkrankung und für die Wünsche zum 80. Wiegenfeste. Leider klingt durch das überaus herzliche Schreiben ein müder Ton, da der allverehrle Meister von bösen Leiden gequält wird. Möge der Lenz sie lindern und schließlich heilen, damit unser guter Batcr Polack noch lange in un- serer Gemeinde, der er vom Herzen zugetan ist, weile! — Man unseren Händigen Mitarbeitern stecken die Herren Prof. Rodt, Ü. L. Felbinger, Ü. L. Zinnecker und Volksschullehier Rothe in des Kaisers Rock, Prof. Dr. Pommer befindet sich, wie erwähnt, in russischer Gefangenschaft; Frl. Ella Schober hat sich der Ver wnndetenpflege auf dem Kriegsschauplätze gewidmet. — Mach tLrpfendorf in Sirof: Sic sind's noch, die tapfcril Tiroler von 1809! Wer einmal in ihren Bergen geweilt, konnte es ahnen, daß der alte Heldengeist erwacht, wenn das Vaterland blutet. Doch eines werden die Wackcrn tu» müssen, wenn sie heimgekchrt sind: die Pjeudolirolcr aus den Grenzen treiben; sonst verblaßt die Heldentugcnd und nach hundert Jahren rückt ein welkes Geschlecht ins Feld. — Aus der Kekdpoflkarte unseres Mitgliedes A- Munderfich: „Ti vk aller Entbehrungen und Lasten gedenke ich in Wonne des Lebens in der Schwarmlinie und freudig ziehe ich nach meiner Wiederherstellung zum zweitcnmale in den Kamps." — So schreibt ein Lehrer, dem der Tod die Haiid geschüttelt! — Hbl I. K. in Gh.: Von Ihrem erfolgreichen Schülerkonzerte habe ich gehört. Ein Heldenwort, ein Heldenlied ans Kindermund muß auch den Verstocktesten rühren. Also möge Ihre Veranstaltung viele Nachahmer finden! Die Not wird erschrecklich werden; wir brauchen Geld und weiche Herzen. — Gehrer K. M. in 28.: Aus Ihrem Abschicdsbricse: „Der Krieg schneidet scharf in mein Leben ein; auch wenn ich bald und unverwundet miedet kommen sollte, wird diese Zeit einen neuen Abschnitt bedeuten. Mancherlei Erscheinungen werden nunmehr ausgelöst, mancherlei Offenbarungen des Charakters .." — Darin äußert sich eben das Reinigende des Krieges bei dem Einzelneil und bei den Völkern. Menschen und Staaten werden aus dieser schweren Zeit neu hervorgehen und so recht ihr innerstes Wesen entdecken. Ich habe erst im heißen Kampfe mit Widersachern mich selbst gefunden; so mag es Ihnen ergehen — und es ivird gut sein, Sic werben dem Augenblicke danken, der Ihnen Ihr Selbst gezeigt. — Der Geitartillel in 3f. 133 „Pie große Jeit — ein großes Keschlechl" hat besonders im Deutschen Reiche lebhafte Zustimmung erfahren. Dort ist mail darüber längst im klaren, daß weder die Lernschule noch die Arbeitsschule sich beivähren kann, sondern daß der „Willensschule" die Zukunft gehört. Eine eiserne Zeit — und einer solchen gehen wir entgegen — braucht Menschen von Stahl in ihrem Wesen und Wollen. Alles andcie, ivas bei uns als herrschend hinausposaunt und angestaunt wurde, steht lediglich im Dienste dieses obersten Gedankens. Wenn der Krieg vorüber ist, werden wir die Trödler aus unserm Tempel jagen und dafür sorgen, daß Menschen zu Menschen und nicht zu Maschinen gebildet werden. — Kachk. A- S. im Jlekd: Zur Kriegstrauung meine aufrichtigsten Segenswü»)che! Welchen Kamps werden Sie nun ivohl leichter bestehen: den mit den Reußen oder den mit.. .? Mag Ihnen der Himmel Mut und Ausdauer zu beiden geben! — Kerr Jos. Zilaringer schreibt aus dem Felde: „Die feindlichen Geschosse pfeifen uns tüchtig um die Ohren; gar manchen treuen Kameraden holte schon der Tod. Wtr sitzen zurzeit im Schützengraben und befinden uns bei guter Verpflegung sehr wohl. Die geistige Nahrung — ja, damit hat es einen Haken." — Pie vorliegende 3. Kriegsnummer bringt aus der Feder namhafter Schulmänner des In- und Aus-landes Artikel im Erstdruck; sie bildet sohin ein wertvolles Dokument. Daher sollte sie in jeder Schule aufbewahrt werden, auf daß die Nachkommen erkennen, welchen Anteil die Lehrerschaft an dem Großen Kriege genommen und mit welcher Begeisterung und Tatführung sie in die Ereignisse eingegriffen hat. — Umfrage: Da nunmehr aiich von einem zweite», u. zw. sehr geschätzten Mitgliede unserer Gemeinde, der Antrag eingclangt ist, die Bl. aus der Kriegsstimmung zu heben und sie wieder dem Rcin-Schulmäßige» zuzuführen, so bitte ich, ztt dem Gegenstände Stellung zu nehmen und mir die Meinung rückhaltslos mitzu-teilen. Es liegt mir fern, mein persönliches Empfindeil herrschen zu lassen; nur das möchte ich klarstellen, daß es mir nicht um die Lobpreisung des Krieges an sich, sondern lediglich darum zu tun ist, den Mut für das Durchhalten bis zum Ende zu stähle», da einmal der Weltenbrand entfacht wurde und ein dauernder Friede ohne gründliche Kriegsarbeit nicht zu erwarten steht. — 44.) Kleine Mitteilungen. 578.) Kärntens tapfern Söhnen widmete der im Jahre 1905 zu Oberdrauburg verstorbene Dichter Friedrich Marx n. a. nachstehende Zeilen: Und gilt's, fährt deine Klinge wie Donnerstreich Für Gott und Kaiser, für Kärnten und fürs Reich. Und steht die Welt in Flammen und stürzt der Himmel ein, Soll noch der jüngste Kärntner ein „Khevenhüller" sein. Wie recht der Dichter hatte, erweisen die Heldentaten, die von dem rühmlich bekannten Regiments vermeldet werden. — Die „Grazer Tagespost" berichtet über einen des Regiments wie folgt: „Ein ganz einzig dastehender Fall selbst in unserer ruhmreichen Armee ist es, daß es einem wackeren Soldaten durch eine ganze Reihe von hervorragenden Heldentaten gelingt, nacheinander alle drei Tapferkeitsmedaillen, dann die Ernennung zum Stabsfeldwebel und die neuerliche Eingabe zur höheren Auszeichnung (Beförderung zum Leutnant) zu erringen. Dieser Wackere ist der Feldwebel Mocnik von der 11. Kompanie des Khcven-Hüller-Rcgiments. Durch seine letzte Heldentat, das aufopferungsvolle Hallen eines Stützpunktes, hat er die von erdrückender russischer Übermacht umzingelte 11. Kompanie vor Gefangenschaft oder Vernichtung gerettet. Regimentskommandant Oberst Hubinger umarmte den Helden vor der gesamten Mannschaft unter deren jubelnde» Zurufen und sein Kompanickommandant schenkte ihm seinen eigenen, ererbten Sabel mit Damas-zcnerklinge samt Portepee, indem er der Erwartung Ausdruck gab, daß M. auch dieses in Bälde verdientermaßen erwerben werde. Leider wurde der Tapfere vor kurzem schwer verwundet und befindet sich im Rc-servcspitale in Pörtschach am See, doch ist alle Aussicht aus Heilung vorhanden." 579.) Kaisers. Mat A. Koser in Wien, der allvcrchrte k. k. Bezirksschulinspeltor in Wien, ein treuer Anwalt unserer Bl., hat dem Vaterlande seinen Sohn Dr. Ewald Hofer geopfert. Der aus dem Felde der Ehre (in Serbien) Gefallene wirkte als k. k. Professor am Staalsgymnasinm in Mnhrisch-Weißkirchen. Die Trauerfeier, an der sich alle Schichten der Bevölkerung beteiligten, zeugte von der großen Wertschätzung des heldenhaften Lehrers. — 580.) Gefallene Lehrerhelden. Von den 20.000 eingerückten Bcrussgcnoffen Österreich.Ungarns sind bisher 1000 den Tod fürs Vaterland gestorben. In Deutschland von 40.000 Lehrern = 5000. 581.) Man hat die Slhukmeillcr doch recht verkehrt cingcschätzt. Die „Aschasfcnburgcr Zeitung" veröffentlicht aus einem Feldpostbriefe, den ihr ein aktiver Hauptmann schrieb, folgende Stelle: .. Die beiden anderen Herren sind zwei Lehrer, Leutnant M. und Oifniersstellveitreter W. Wir möchten sie nicht entbehren, soldatisch und geistig. Tüchtige Kameraden und man hört von ihnen immer doch etwas anderes als nur ..Fachsimpclei". Und das tut gut, es erhebt und regt an. Unsere „Einseitigkeit" kennen sie ja, und da ist die Vielseitigkeit der „Zivilisten" ei» wahres Geiftcsbad für uns. Man hat bei uns die „Schulmeister" doch recht verkehrt cingefchätzt. Sie wissen cs wohl, v.n 200.000 Lehrern Deutschlands stehen 40.000 im Felde, bis Ende Jänner waren 5000 gefallen, cbensornclc sind verwundet, aber cbensovielc haben auch das Eiserne Kreuz. . ." 582.) Ilnstchtkare Aeinde. Ein Schriftchen, das man unter Berufung auf unsere Bl. kostenfrei erhält. (Anschrift: Bauer it. Ko., Berlin S W. 48.) Es behandelt die Ansteckungsgefahr bei Seuchen und verweist schließlich aus Tabletten, die unter dem Namen „Formamint" in jeder Apotheke erhältlich sind. Wir haben ärztliche Gutachten eingeholt und können aufgrund derselben das Präparat empfehlen. Es verhütet die Übertragung von Krankheitskeimen durch die Speiseröhre. Eine Probesendung kommen lassen! 583.) J>ic Lehrerschaft im Dienste der Kriegssürforge. 1.) Die Bürgerschul-Zeitung veröffentlicht unter dem Titel „Hervorragende Kriegsfürsorgeleistung der ungarischen Lehrer" eine anerkennende Äußerung des FML. Kirchner über das Wirken der ungarischen Lehrer in der Kricgszeit, durch deren Tätigkeit 3O0.000 K für Weihnachtsliebesgaben gesammelt wurden. 2.) Dieselbe Zeitung berichtet, daß auf Veranlassung ihrer Lehrer, die Schüler der deutschen Volksschule in Roßwein eine Sammlung unter sich veranstalteten, wodurch sie eine Kriegsanleihe von 400 K zeichnen konnten. 3.) Die Schuljugend Niederöstcircichs spendete unter Mitwirkung ihrer Lehrer und Lehrerinnen eine riesig große Anzahl Weihnachtspakcte, so daß weil mehr als 3A Millionen Soldaten damit beteilt werden konnten. 4.) Die Kriegsspende der niederösterreichischcn Lehrerschaft beläuft sich bisher auf 10 554 K. 5.) Die Wiener Lehrerschaft hat für die Kriegsfürsorge rund 42.000 K gespendet. 45.) Die Kriegöjpeilde unserer „ißlättcr“' Kaum hatte der Schlachtenlärm begonnen, so war unsere Gemeinde daran, für die Lchrerwaisen nach Gefallenen und für das Rote Kreuz mit Spenden werktätige Kollegentreue und echte Vaterlandsliebe zu bekunden. Der Lehrer ist wahrlich nicht mit Gütern gesegnet und besonders in dieser schwere» Zeit trifft es niemanden so wie ihn, überall dabei sein, überall mit Gaben für den hohen Zweck beispielgebend voranzugehen. Und trotz allem haben es sich die, die zu uns gehören, nicht nehmen lassen, abseits von dem Strome der öffentlichen Wohltätigkeit auch hier noch einen Teil zu opfern, aus daß einigen des Standes, denen der Ernährer i Aufruf auf S. 3064, Folge 129; Spenderlisten auf S. 3182, 3204 und 3231. 3272 im Felde fiel, rasch Hilfe werde und das Vaterland mit seiner gewaltigen Einrichtung des Roten Kreuzes auch von uns den Zoll erhalte. So ist denn binnen kurzem der Betrag von OG 1 Kronen 90 Heller zusammengekommen. Wir wollen ihn nicht inn die Spesen verkürzen, sondern vielmehr nach obenhin abrunden lind sagen: „Pie Mkäiler für den Aßtcifinigsiiutcrririil legen einen ßlanlie» Laufender auf den Altar des Vaterlandes mit der Bestimmung, daß er zur Hülste den Lehrerwitwen, zur anderen den verwundeten Kriegern zukomme. Drei Witwen nach gefallene» Amtsbrüdern haben bereits den Betrag von 200 K erhalten; 300 K erliegen bchuss weiterer Verteilung in der Mieser Stadtsparkasse. Gesuche an die Schrist-leitung der Bl., die den Fonds im Vereine mit mehreren Mitarbeitern verwaltet und nach seiner Verausgabung genau Rechnung legen wird. — Wenn ich die Liste der Spender mustere, so finde ich in ihr Namen, die mir immer teuer waren. Ich weiß, daß ein Stück Freundschaft milgewanderl ist, da man die Kriegskronc sandte, und ich muß daher allen, die meinem Ruse folgten, auch persönlichen Dank entbieten. Ja, das ist es, was mich alle Mühen und Sorgen der Leitung unserer Bl. ertragen laßt, daß ich weiß, mein Wort verhallt nicht. Die Blätter« Gemeinde hat sich zu einer Familie gebildet, in der Lust und Leid gemeinsam gefühlt und alle ausgegebcnen Anregungen rasch zur Tat werden. Möge es so bleiben! — Vcerz. 46.) Bus dem Eehreralbum. 63. f ” “ ^ t Hier ruht nach einem schaff eusfroheu, segensreichen Erdenwallen Herr N. N., Oberlehrer an der Schule zu sJ)f. Er hat für das Volk gelebt, für die Jugend gewirkt und ist in schwerer Zeit für das Baterlnnd in den Kampf gezogen. Auf dem Felde der Ehre ist er verblichen. Sein Andenken wird in unserer Gemeinde auf ewig gewahrt bleiben. Kinder, gedenkt des Heldenlehrers und opfert für Kaiser und Reich, wenn es nottut, gleich ihm das Leben! (Errichtet von der Gemeinde M. im Jahre 1915.) V J 47.) Der ll. fi. Lehrer K. Ludwig wurde in Arnsdorf bei Haida in Böhmen geboren, erhielt nach Beendigung seiner Studien eine Stelle in Oschitz und kam sodann an die Staatsvolksschnle nach Triest. Als es sich darum handelte, auf der Insel Brroni, dem Stelldichein der vornehmen Welt, eine deutsche Schule zu gründen und ihr einen für die besonderen Verhältnisse geeigneten Leiter zu geben, fiel die Wahl aus L. — Dem jungen Genossen war nicht allein ein weltmännisches Benehme», sondern auch eine entsprechende geistige Rüstung eigen, die es ihm ermöglichte, sich in der Gesellschaft von Ministern und anderen hohen Persönlichkeiten einen würdigen Platz zu erobern. Ich konnte mich davon persönlich überzeugen, als ich im Jahre 1910 ans Brioni weilte. Mit Stolz nahm ich wahr, wie dieser wackere Vertreter unseres Standes geliebt und geachtet wurde. — Ludwig war bekanntlich auch der Lehrer der Pr inzen des Erzherzog-Thronsolgcrs Franz Ferdinand. Nun ist er dem hohen Paare, das ihm das Liebste «»vertraute, rcichriid die Schmach, im Tode gefolgt. Die 2. Unegsitnmmcr der „Matter“ (Ausgabe: „(ßriijse an im Ire tapfere Armee“) wurde unter dein Ausdrucke des „Allerhöchste» Dankes“ von Seiner Majestät huldvoll angenommen. jiVMu4uehXfS*<$kf& Rotbaugs ScbulwandRamn I Bl v V” M V vJr ^ H vV MV V ▼ Preis leder Ausgabe auf Lwd. in Mappe oder mit Staben, Schüllers vorzüglich bewährt! In den meisten Schulen der Monarchie seit Jahren eingeführt. Billige und bequeme Beschattung guter Tinte. Preise: Tintenextrakt Nr. 2, blauschwarz, ein Liter K 4 60 (für 10-20 Liter Tinte). Tintenextrakt Nr. 3, Anthrazen, ein Liter K 690 (für zehn Liter feinste Anthrazen-Dokumententinte). Tintenextrakt Nr. 4, rot, eine Flasche 46 h (für V« Liter Tinte). Durch Verdünnung mit kaltem Wasser ergeben diese flüssigen Extrakte sofort eine vorzügliche, haltbare, echte Tinte. 30% Kostenersparnis! — Muster gratis. Zahlreiche glänzende ;; Anerkennungen I Tintenfabrik F. 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In Merkators Projektion 160 : 210 cm . . . . „ 27— Adrian Salzburg, (Nur phys.) 1:100.000,135:190cm . 22— Kober, Schlesien (Nurphys ) 1:100.000, 135:185c,u . 30— Rothaug-Trunk, Steiermark (Nur phys.) 1:150.000 180:160 cm......................................... 30— Rothaug-Hassinger, Europäisches Rußland (phys.) 1 : 2 Mill., 190 : 205 cm.........................25— Rothaug-Thoins, Wirtschaftskarte der Bsterr. Sudetenländer, 1 :300000, 130: 190 cm .... 26— J. Q. Rothaug & Dr. Rud. Rothaug, Wandkarte der natürlichen Vegetation» und Wirtschaftsgebiete der Erde, Acqu.-Maßstab 1 : 25 Millionen „ 28— Alle Lehrmittel liefert die Geograph. Lehrmittel-Anstalt O. Freytag <6 Berndt, Wien VU., Schottenfeldgasse 02. Katalog sieht auf Verlangen zu Diensten