Mr. 75. Sonntag, den 18. September 1881. VI. Jahrgang. (Cillier Zeitung. Pränumerations-Bedingungen. O' Erscheint zeden Für Cillt: . . . —.!» vicncljthrt, .. 1.10 ßoltliitnj . . . *«iH|Jbn(. . . laainu itikelii», (Einzelne Nummern 7 kr. «-----* Mit Post. Versendung: VintrtiUtu« . . ».*> Halbjahrig . . . 3-?ü wmtliltiftg . . . «,4b Donnerstag und Sonntag Morgens. Inserate werden angenommen i» «er Srretilto» »er ..- fl»«>ätil ledme» I»lerne Hl» kl< „«im« .S'itsni" »»: K. M»Ne >» &:»», mit alle» d«»rute«de» Sladtr» »t> S»»I,»«»I«. .so!. Stt'.n-reich i» #c«|. «. Opoclil »»d ütotu» h Jomr. i» fflien. A. «illl« Aeituii«« - e»t»i >» m bannenden Dunkel altbewährter Kameradschaft ruhten. Die össentl«tcn. Ehrensäbel, Album», Kränze, Banguettc, eine Agitation folgt der anderen und der ehemalige Lieutenant Götzl ist plötzlich der Hcld deS Tage« geworden. So wenig zweck-dienlich der ganze Rummel dem Betreffenden sein iörstc, eine ernste Frage drängt er doch auf die Lippe» des wahren Oesterreich»«: darf der österreichische Osficier tut außerdienstlichen Verkehre feint ttigtic Nationalität bekennen, darf er, alS ,u« dem Bocke hervorgegangen, für die staatlichen Rechte seiner Nation eintreten. Da« Dienstreglement da? alleinig gütige Gesetz für den Soldaten erkennt in der Aiivee nur die Executive der Be-fehle seines obersten Kriegsherrn — e« fordert unbedingten blinden Gehorsam. Die Armee hat diesbezüglich noch die gleichen Vorschriften, die Maria Theresia und Joses II. ihr gegeben, Gc-sitze, die ein einige« ceniralistischeS Oesterreich al« deutsche Vormacht zur Basis hatten. Die Zeiten sind andere geworden; au« der deutschen Vormacht ist im Lause der Zeiten eine tsterreichisch-ungarische Monarchie entstanden; der Eäweipunkt des Habsburger Reicht« ist nach Osten verlegt; ein neuer Beruf ist ihm durch den Zwang der Verhältnisse auferlegt worden. Wie einst die Ostmark wird e« wieder Culturträger nach Osten und bestimmt den Keil abzugeben, gegen da« anstürmende ortodoxe Slaventhum. Alle« hat sich geändert, nur die Armee soll die gleiche geblieben fein. In keiner Institution de« Reiche« war der alte deutsche Charakter so gewahrt worden, wie in der Armee. Sie war der Kitt, der die alten Traditionen de« deutschen HabSburgerreiche« in der Neugestaltung Oester-reichS-UngarnS aufrecht hielt; in ihrem Lager kannte man nur „Oesterreich.' E« scheint ander« geworden zu fein. Die NationalitätSwirren, die da« Reich beunruhigen, haben einen neuen gefunden Theil desselben er-griffen. Trotz der eigenen Territorialmacht verlangen die Ungarn nach dem „Pcster Lloyd" den Eis der gesammten Armee auch auf ihre Verfassung. Gewiß ist e« richtig, daß durch da« neue Wehr-gesetz der Armee intelligente Kräfte im hohem Maße zugeführt wurden, daß die Armee nimmer politisch indifferent bleiben kann, aber dafür muß gesorgt werden, daß sie nicht zum politischen Ex?r-zierfel^e der Ungarn und Tschechen herabsinke. Der Armee zu Liebe, muß Oesterreich in innerer staatlicher Beziehung da« bleiben, wa« es jetzt ist, Oesterreich-Ungarn. Ein föderalistische« Oesterreich kennt keine einheitliche Armee mehr, und ohne einheitliche Arm» gibt e« keinen Großstaat Oesterreich. In Pest der Fall Götzel-Lendl, in Prag k. k. Ofsictere, die im Privatverkehre die deutsche Sprache derart perhorreSziren, daß sie tschechische Visitkarten benützen, fürwahr die Zustände sind dedeutungSvoll genug, um ernstlich geprüft zu werden. So sehr Hautztmann Leudl gefehlt haben mag,— mit denAnsichten de«Ltcuteriant«Göycl, kann sich derDeutfche in Oesterreich niemals identtsiciren. Wie sich die Verfassungen Oesterreich« und Ungarn« in wesentlichen Punkten nicht decken — noch viel weniger wird sich ein tschechi-sche« StaatSrecht und eine größere Autonomie Galizien« mit den StaatSgrundgesetzen vertragen; in welche Eollision würde bei einem eventuellen Eide auf die verschiedenen Verfassungen, die un« noch erblühen können, gerade der intelligente Militär mit seinem Gewissen kommen? Nein! Der Deutsche in Oesterreich hat da« Zutrauen zu seinem Monarchen, um ein Auf« bieten der bewaffneten Macht zum Zwecke de« Umsturzes der Verfassung, für eine Unmöglichkeit zu halten, der Deutsche in Oesterreich steht mit altbewährter Treue zu feinem Kaiser, ein Kaiser-wort ist ihm heilig.— Es war ein ,wonö tekel* mit den alten Traditionen Joses II. nicht zu brechen — soll Oesterreich nicht an den Rand des Ver-derben« gebracht werden. Genug de» Versöhnung«-gifte« haben die Völker Oesterreich« schon gekostet. Di: Armee verträgt davon nicht die geringste Dosi«. AuSLiebe zu unserem Vaterlande und zu unserer alten Dynastie wünschen wir von ganzem Herzen, daß die Zukunft un« freundlicher lächle al« die Gegenwart, daß wir ein einiges Oesterreich er-leben, nicht ein Conzlomerat von Slavenstaaten, jeder für sich zu klein, um eine achtungSgebietende Stellung einzunehmen und in zu losem Zusammen-hange zum Reiche, um einen centralistiichen Im-pulse zu gehorchen. So lange die Armee öfter-reichisch bleibt, wa« sie noch ist — so lange hoffen wir. L'etatc'estla raisou. — Feuilleton. Die rothe Spinne von Foun-Si. Novelle von Gustav Schneider. <8. Fortsetzung.) Durch ein kleine«, eng vergitterte? Dach-finster fiel ein spärliche« Mondlicht in den im llebrigcn vollkommen finsteren Raum. Wohl stellte sich allmälig ein brennender Durst bei ihr ein, doch wagte sie nicht den Platz zu verlassen, um die Zelle zu durchsuchen, wo sie | baun im Winkel einen Krug mit Wasser, sowie emen harten ReiSkuchcn gefunden hätte. Füichtete sie doch im Dunkeln eine« jener mderlich krötenartigen Thiere zu berühren, deren Anblick ihr beim Tageslicht schon Schauer ein-gifljßt, und welche in den Winkeln und in den Mauern geräuschvoll ihr Wesen trieben. Hin unb wieder drang vom Gehöfte herauf da« Kettengcrassel der Gefangenen, sowie klagende Jammcriöne, um den Beweis zu liefern, daß an jenem unseligen Orte der Schmerz ohne Unter- MOr%äKlaUltl habe. So verbrachte die unglückliche Liou>Siou halb wachend halb träumend die Nacht. Und wuh' eine Nacht! Hätte sie sich am Morgen in einen Spiegel sehen können, sie würde sich nicht wieder erkannt haben. Da« aufgelöste, von Blut und Erde beschmutzte Haar hini straf über ihre Schulteru hernieder, die von einem dunkel-farbigen Mantel au« grobem Stoffe bedeckt, ihre Wangen waren bleich und »ingefallen, ihre Lippen eingezogen, ihre schönen Augen geröthet uud gc-schwollen vom unaufhörlichen Weinen. Gegen neun Uhr Morgen« vernahm sie Schritte auf dem Corrldor, die sich der Thüre ihrer Zelle näherten. Der Riegel kreischte, die Thüre öffnete sich . . . Liou-Siou zitterte, denn sie glaubte nicht ander« al« da« Ungeheuer von gestern eintreten zu sehen. Dem war glücklicher Weise nicht so. Die eintretende Person, eine alte Frau, die, obgleich nur schmutzig gekleidet, dennoch nicht« Abschrecken-de« in ihrer Physiognomie hatte, betrachtete Liou-Siou mit einem theilnahmsvoll fragenden Blick. Die Gefangene streckte ihr vertrauensvoll die Hännc entgegen, indem sie murmelte: — Ich habe Durst, und mich hungert! Die Frau trat in den dunklen Winkel de« Gefängnisse« und holte den erwähnten Krug mit Wasser, sowie da» ReiSbrod hervor, da» sie köpf-schüttelnd vor Liou Siou hinstcllte. Begierig begann diese zu trinken, worauf die Alte sie durch Gesten einluv, auch etwa» von dem harten Kuchen zu essen. Nachdem die Gefangene etwa« gegessen, drängten sich ihr Fragen auf, wie die: Ob die Mutter von dem Vorgefallenen wisse? Ot» sie lange an dem Orte verweilen müsse? Wann die Untersuchung beginnen werde k., mit denen sie die Alte bestürmte, welche jedoch allen Fragen gegen über da« absoluteste Stillschweigen beob-achtete. Liou-Siou, der diese« Schweigen von Neuem lebhaften Schreck einflößte, bat fleh ntlich, ihr doch ein Wort zu gönnen, aber die Alte machte durch Zeichen verständlich, wie ihr die« unmöglich sei. — Warum? fragte Liou-Siou. Habt Ihr Furcht? Kopfschüttelnd zog die Frau die Fragerin in die Helle de« einzigen, kleinen Fenster«, wvdann sie ihren Mund weit öffnete, um den triftigen Grüns ihre« gezwungenen Schweigens durch den Mangel der Zähne zu erklären. Wie alle anderen Gefangenen, die mit der Ueberwachung und dem HauSdienst betraut, hatte die Frau jene in China noch sehr übliche Ver-stümmelui'g erduldet und vermochte nur einige wenige unartikulirte Kehllaute hervorzudringen. Liou-Siou erschrack Anfangs sehr, dann aber mußte sie sich mit der stummen Zeichensprache der Wärterin begnügen. Sie gab ihr zwei ihrer Ringe, indem sie sie bat, dieselben zu verkaufen, um ihr einen noch Politische Rundschau. Eilli. 17. September. Die Sensationsnachricht der Ernennung des Grafen Richard Belcredi zum Präsidenten deS VerwaltungSzerichlShofeS hat wie ein Rcvenanten« spuck die Bevölkerung erschreckt. Halte man sich doch bereits gewöhnt den einstigen Sistirungs-minister zu den politisch Tosten zu zählen. Und nun erscheint derselbe plötzlich als Präsident jener Gerichtsinstanz, welche die ureigenste Schöpfung und ein LieblingSkind der VerfassungSparlei ist. Die feierliche Eröffnung deS ungarischen Reichstages findet am 28. September statt. Der deutsche Reichstag wird gleich nach den Wahlen, also anfangs November eröffnet werden. Die Seffion wird sehr kurz sein und wird sich der Reichstag nur mit dem Budget zu besassen haben. I ie nächste Session findet im Frühjahr statt, und werden vann die wirtschaftlichen Projekte deS Fürsten BiSmark erörtert werden. Man glaubt allgemein, daß das Wahlrefuliat nicht die von BiSmark gewünschte parlammtarische Majorität ergeben werde. Die ägyptische Affaire beunruhigt Frankreich sehr. Man empfindet dort das lebhafte Verlangen, im Verein mit England vorzugeben, stößt aber in London auf Mißtrauen oder Widerwillen. Nicht minder wird Italien durch diese Militär« revolte beängstigt. Man ahnt eben, daß England in Aegypte« dieselbe Rolle wie Frankreich in Tunis spiele und Italien dort exproprinen werde. Vor« läufig allerdings meint man werde Aegypten auf Veranlassung Englands durch türkische Truppen besetzt werden, welche allmählig englischen Truppen den Platz räumen dürften. Wien, den 16. September. (Orig Corr.) fB e l° cr « di und der Rechtsschutz.) An demselben Tage an welchem die k. t. Wienerzeitung an d«r Spitze des amtlichen Theiles die Ernennung deS Sistirvngsministers von anno 1865 Grasen Richard Belcredi zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshoses meldete, kündeten die Organe der liberalen Partei den Entschluß bewährter Volksmänner sich den Parteigenossen zum Schutze ihrer politchen Rechte ohne Entgeld zur Verfügung zu stellen. Seltsamer ZusaU! Die eigenthümliche Teilung, welche Belcredi vor anderthalb Decennien zur — oder richtiger gejagt — gegen die Verfassung eingenommen hatte gibt nnbedingt seinem plötzlichen Wiederaustauchen aus so langer, wohlverdienter Tunkelheit der Zurückgezogenheit eine scharfe, symptomatische Physioguomie. An den Namen des Ministerpräsidenten von damals, auf besten Rath die folgenschwere Sistirung der Verfassung erfolgte, knüpfen sich gar traurige Erinnerungen. Daß er aus dem langjährigen Schütte dieser Periode wieder auSge-graben und an» Licht gezogen ward, wirkt befremdend. Der Sistirer der Verfastung der eifrigste Verfechter von decentralisationSplänen, welche der Staatseinheit sehr gefährlich zu werden drohten, spielte in dem noch nicht wärmeren Mantel, eine weichere, dickere Matte, Schuhe und dann auch andere Nahrung zu ver« schaffen. Alles dies versprach die Alte zu thun, als jedoch ?iou Siou darauf drang, ihrer Mutter Nachricht zukommen zu lassen, da verzog sie das Gesicht und schüttelte bestimmt verneinend den Kopf. Die Gefangene mußte also davon absehen, wie schwer es ihr auch wurde, sie tröstete sich jedoch damit, wie die Mutter entweder schon den Besuch der Polizei von Eanlon gehabt oder auch die Nachricht von dem schrecklichen Ereignisse ihr zu Ohren gekommen sein müsse, widrigenfalls aber gebot e« der Brauch, daß sie am dritten Tage nach der Hochzeit von Fonn-Si noch der Villa Lin zum Besuch kam, wodann sie unter allen Umständen die Sachlage erfahren werde. Da der kommende Tag nun schon der dritte war und die Alte am A5end ihr Versprechen hielt, so suchte die arme Gefangene sich einigen Muth einzureden. Unglücklicherweise aber verstrich der dritte Tag ganz wie der zweite, ohne daß sich das Ge-riogsie zutrug, aus dem sie hätte Hoffnung schöpfen können, wodurch sie nahezu in Stumpfsinn verfiel. Sie richtete kein Wort mehr an die Wärterin, ja diese mußte die Unglückliche geradezu aus ihrer zu Ende geführten Drama unserer Versassungswirren eine hervorragende, traurige Hauptrolle. Unier all' den Männern, welche im Dinfte des Staate» ergraut mit reichsten Erfahrungen aus dem Gebiete der Verwaltung ausgestattet, die ausgesprochenste Befähigung sür den Posten des Präsidenten des Obersten-Verwaltuugsgerichtshoses gehabt hätten, sollte sich nicht ein einziger desunden haben, der das Cabinet Taaffe der Empfehlung würdig halten mochte? Wer wird dies zu behaupten wagen? Dann ist also die Ernennung Belcredi'S eine Demon-ftration, eine Rechtfertigung! WaS durch diese Demon-jtration gerechtfertigt werden soll, darüber schweigen wir lieber: es weht wieder ein stark constscirlicher Wind und massenhaft fallen die Blätter. Um so zeitgemäßer der Entschluß unserer VolkSmänner in wichtigen Fragen des VereirsrechteS, des Wahlrechtes, der Preffe so wie überhaupt sür alle politischen Rechte den Parteien durch ihren R.ilh und ihr thätiges Einschreiten »inen erhöhten Schutz zu gewähren, dessen Benutzung zu erleichtern, ost eben durch deffen Unenigeltlichteit allein zu ermö-glichen. Der Gedanke ist aber nebenbei ein sehr glück-licher. Denn da in den meisten dieser Fragen viel weniger das private als das ö f s e n l i ch e Interesse im Spiele ist und der Erfolg der Durchsetzung des ver-meintlichen Rechtes in einer größeren Anzahl von Fällen ein zweiselhaster ist, so würden sich sehr ost diejenigen, die sich in ihren Rechten getränkt finden, abhalten lassen ihr Recht zu suchen. Wer würd^ aber darunter mehr leiden, als die gerade in politischen Fragen so wichtige Rechtssicherheit und der Rechtssinn deS Volke« überhaupt. In dem aber jetzt die Rechtshilfe in diesen Fällen un-entgeltlich, sodann des Weitem der Erfolg der einzuleitenden Schritte durch die Namen der ausgezeichneten Vertreter von erhöhter Wahrscheinlichkeit ist, so wird der zu befürchtende Schaden an diesen wichtigen geistigen Volksgütern nach Möglichkeit vermieden werden. Wien. 15. September. (Orig.-Corr.) fZ u r Wahrung der politischen Rechtes „Das Ziel des R-chteS ist der Friede, das Mittel dazu der Kamps " Mit diesem lapidarischen Satze beginnt der berühmte RechtSlehrer Jhering seine berühmtgewordene Abhandlung: „Der Kampf u m'» R e ch t," der er das Motto: „Im Kampfe fällst du dein Recht finden" vorausschickt. Mann weiß, von welcher Absicht der ge-lehrte Versaster bei der Behandlung seine» Gegenstandes geleitet war; diese Absicht war diejenige Gesinnung zu fördern, aus der das Recht seine letzte Krast schöpfen muß: die der inuthigen und standhasten Bethätigung de» RechtSgesühl». Schon stant hat den AuSspruch ge-than: „Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird." Der groß« Philosoph bezeichnet die» als eine Wegwersung seiner Rechte unter die Füße Anderer und Verletzung der Pflicht des Menschen gegen sich selbst. Es ist ganz in Geiste dieses Philosophen, wenn Jhering sagt: „Wer nicht fühlt, daß wenn sein Recht mißachtet und mit Füßen getreten wird, nicht lediglich der Gegenstand desselben, sondern seine eigene Person auf dem Spiele steht, wer in einer solchen Lage den Drang, sich und Lethargie aufrütteln und gewaltsam nöthigen, daß sie etwas Nahrung zu sich nahm. Völlig zusammengesunken saß sie da, daS Gesicht in die abgemagerten Hände bergend und unverwandt die Wand anstarrend. DaS Gewimmer und da» SchmerzenSgejchrei der andern Gefangenen vom Hofe herauf hörte sie nicht mehr, wie sie auch die Anwesenheit der Alten kaum noch de-merkte. So verstrichen acht lange, lange Tage und Nächte, a>S sich eiueS Morgen» die Thüre ihres Gefängnisses weit öffnete. Drei Männer traten ein, unter denen Liou-Siou nicht nur den ent-schlichen Henker, sondern auch den Polizei Eom« missär von Eanton wieder erkannte. Der dritte war eine ihr unbekannte Magi« stratsperson, welche ihr kurz anzeigte, das sie vor dem hohen Gerichtshof erscheinen müsse. Die Gefangene erhob sich mechanisch und ließ sich daS Haar und die Kleidung von der Allen ordnen, welche vorsichtig «inen kleinen Strick um ihre beiden Hände schlang, damit die vor Angst Zittelnde ja nicht entfliehe. Der Henker warf ihr einen dünnen Strick um den HalS, mittelst dem er sie vor das Ge-richt führen mußte und machte den Vorgesetzten gegenüber eine unterwmfize Verbeugung, worauf sich der traurige Zug in Bewegung setzte. fein gute» Recht zu behaupten, nicht empfindet, dem ist nicht zu helfen " — „Unwürdige Erduldung de» Un. recht« ist Feigheit oder Indolenz." Wer dieser Ansicht beipflichtet, (und wer der «in Gefühl sür Rxftt besitzt, sollte es nicht) der wird mit Freude die Wahrnehmung machen, daß der in JheringS Schrift ausgestreute Same zur schöne» Saat empor schießt und in diese« Sinne ist ein« in mehreren Wiener TagcSdläNern heutigen Datum», wie „Neue Freie Presse", „Deutsche Zeitung". „Wiener Tazbla't", .Vorstadt-Zeitung" und „Wiener Allgemeine Zeitung" publicirte gleichlautend« Minheilung über die Wahrung der politischen Rechte au'S freudigste zu begrüßen. Die betreffende Mittheilung lautet wörtlich, wie folgt: „Der politisch« Kamps, in welchem die deutsche und li-beral« Partei Oesterreichs seit zwei Jahren sich befindet, hat das Bedüfniß nach einem «nergrfchen zähen und für Jedermann leicht erreichbarem Schutze, der durch die Gesetz«, insbesondere die StaatSgrundgesetze gewähr-leisteten staatsbürg«rlich«n Richte tief empfinden lassen. Eine Anzahl rechtskundiger und patriotischer Männer, bewäbrter Abgeordneter, hervorragender Rechtslehrer und Anwälte hat darum den Schutz g-sährdeter politischer Rechte und deren Vertheidigung durch den nachdrücklichen Gebrauch aller durch das Gesetz gebotenen Rechtsmittel sich zur besonderen Ausgabe gemacht, und jeder dieser Männer ist bereit, den Parteigenossen seinen Rechtsbeistand in Rechtssragen politischen Charakter», wenn der detres-sende RechtSsall ein öffentliche» Jntereste berührt, und zwar unentgeltlich zu leisten. Wo immer ein einzelner Bürger, eine Eorporanon oder Gemeinde sich in ihren politischen Rechten gekränkt erachtet, in allen Fällen, wo das Verein»- oder Versammlungsrecht, die GewiffenS-oder Preßfreihei» durch «in« unrichtig« oder mangklhaste Handhabung der bestehenden Gesetz« verletzl oder gefährdet enchelnl, soll aus Verlangen rechtskundiger Rath unent-gelllrch geboren werden. ES soll Jedermann erleichtert werden, seine Rechte zu vertbeidigen. die Freiheit der Wahlen «oll gegen unberechtigte Eingriffe, von welcher Seit« imm«r, geschützt, gegen die Beschränkung der Preß-sreiheit mittels» der massenhaft aiftretenden Zeitung»-confiscationen, soll durch die Befolgung aller Rechtsmittel vor den Gerichten g«f«tzlicher Schutz geboten werden. Von den zahlreichen Personen, welche bisher ihre Bereit-Willigkeit ausgesprochen haben, sich dieser Ausgabe zu unterziehen, sind wir vorläufig in der Lage nachfolgende Ramm zu nennen: Professor der Rechte Dr. Pfaff und Dr. Auton Menger in Wien, Dr. Ruls in Prag, Dr. TomaSzezuk in Czernowitz, di« Adg«ordn«!en Dr. Wertlos, Dr. Joses stopp, Dr. Granitsch, Dr. Foregger, Dr. Hc-sser, sämmtlich in Wien, Dr. Klier in Tetschen, Dr. M. Menger in Wien, Dr Edelbacher in Linz, Dr. Funke in Leit-meritz. dann die Herrin Gemcinderäthe Dr. Prix, Dr. Kerpal, Dr. von Stvurzh, Dr. Hackenberg, sämmtlich in Wien, Dr. von Gollitschek in Leitmeritz. Weitere Beitritts» tiklärungen stehen bevor " 3^r Fortsetzung im Einlageblatt. Der Polizei.Eommissar und der Magistrat vorauf, ihnen nach der Henker, hinter ihm ^iou« Siou, die von der Alten umfaßt und gestützt nur mühsam zu folgen vermochte. Sie überschritten heu entsetzlichen Gefängniß« Hof und den Borhof mit seinen Schrecknissen, dann traten sie in eine lange dunkle Gallerie, mittelst deren das Gefängniß mit dem Gerichtshof in Verbindung stand. Fünf Minuten später wurde das arm« Opfer, da die Alte sie in der Gallerie verlassen hatte, vom Henker in den Gerichts- und Audieuzsaal hineingezogen. Dieser Saal ist hoch und geräumig, die Mauern sind mit rothem Tuch behängen und hier und da mit bedruckten Maximen und Artikeln aus dem Criminai-Strafgefetzduch geschmückt. Im Hintergrund befindet sich das Pretoir, und hier saß der Präsident des Gerichtshofes, der ehrenwerthe Mandarin Ming. im Pracht-Eostüm und umgeben von seinen Räthen. Die Richter selbst saßen vor dem mit einem rothen Teppich belegten Tisch, auf welchem die Gerichtsacten, die Pinsel und Palatten mit chine« sischer Tusche, sowie das Strafgesetzbuch nnd. einige rechlswissenfchaftliche Bücher läge». ' .. . Ma-gistratSperfonen im Falle benöthigt sein konnten, und ein Kasten mit allerlei nummcrirten kleinen ' Seilage zur Nr. 75 der „Cillier Zeitnug". Itlcinc Chronik. CiUi. 17. September. (Resignatio n.) Wie aus Laibach gc-meldet wird, hat I. R i t t 11 v. BleiweiS feine Stelle als Landeshauptmann Stellvertreter ii Krain nietergelegt. (Deutfche Kirche.) Die RS nunmehr in verjüngter Farbenpracht wiedergegeben und ist nach Aussage Lunstverständiger da» schönste Altarbild unsere» HeimathlandeS. Die erste Messe in der gänzlich reftaurirten Kirche dürfte, wenn nicht unvorhergesehene Hindernisse eintreten, am 16. künftigen Monats celebrirt werden. (Deutscher S ch u l v e r e i n.) Die Ort»» gruppc „Eilli und Umgebung" de« deutschen Schul-vereine« hält Dienstag, den 20. d. 8 Uhr AvendS im Gartensalon de» Hotel» zum weißen Ochsen eine Generalversammlung ab. (Garnison.) Da» hier garnisonirende 35. Feldjägerbataillon kehrte gestern von den Manövern in Krain hierher zurück. (K. k. Landwehr.) Die diesjährige Haupt-«wffenübung de» hiesigen Landwehrbataillons wurde heute beendet. (F e stc o n c e r t.) Unter gefülliger Mit-Wirkung de» Mäinergesangsvereines und der Cillier Mufikvereinscapelle findet Sonnabend, den 24. d. in den Easinolocalitäten ein Festconcelt verbunden mit einem Glückshafen zum Besten des zehnjährigen Gründungsfeste» der hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt. (Die Marburger freiwillige Feuerwehr) begeht am 25. d. da« Fest ihre» phnjährigen Bestände». (Gefunden.) Am letzten Feiertage wurde in Pletrovitfch eine Geldbörse mit einem Betrage von 6 fl. gefunden. (Mißgeburt.) Ein dem hiesigen Seifen-fabrikanten Herrn Joses Eosta gehönges Schwein warf diese Woche 6 Junge. Darunter befand sich eine» mit acht Füßen, zwei Körpern und einem Kopfe. Dasselbe war lebend zur Welt gekommen, wurde jedoch vom Mutterschwein erdrückt. (H u n d e» E o n t u m a z.) In GerichtSbe-jirke Friedau wurde wegen eine» wulhverdächligen Hunde» abermals die Hundecontumaz auf die Dauer von 3 Moualea angeordnet. (Sonderbar — sehr sonderbar.) Herr Lorenz Zenker, weiland Pfarrer in Kalobje, hatte im Jahre 1863 in der hiesigen städtischen Sparkasse einen Betrag v»n 500 fl. eingelegt. Da« betreffende Sparkasse. Büchel wurde ihm HolMpern und Instrumenten, deren Zweck und Nutzen der Leser später erkennen wird. Hinter dem Präsidenten Minz stand sein Fücherträger, sowie weiter zuiück etwa ein halbe» Dutzend Europäer, Neugierige ohne Zweifel.denen die besondere Vergünstigung geworden, der Sitzung und den Dtdalen beizuwohnen. Die zwölf Stufen der steinernen Treppe, welche von der Estrade inmitten de« Saale» hinab-führten, bildeten die den Angeklagten, deren Ver-theivigern, Zeugen, sowie dem nöthigen Wach-personal reservirten Raume, hier befanden sich der Foltermeister mit Gehilfen, sowie einige Gerichts-schreider, welche sich mit der den Chinesen eigenen Unruhe geräuschvoll unterhielten und die verschie-denen Marterinstrumente zu prüfen schienen. Wa» nun den eigentlichen Raum de« Pu-dlicum« anbetrifft, so besteht derselbe nicht nur au» der noch übrigen ganzen Raumhälfte de» Saale», sondern e» find zu beiden Seiten ziem-lich geräumige Gallerten ringe, ichtct, so daß dem Pudlicum genügend Rechnung getrogen ist. Auf Befehl de» Mandarinen öffneten die Wachen die Hauptthüren, die auf den äußeren Hof hinausführte» ..wo die Menge mit p.inlicher Un-getuld stunc? >sng wartete und sich in einem Ru in den Saal walzt, so daß mun mit Gewalt schließen mußte und viele draußen blieben. Der Andrang war die» Mal so ungewöhnlich stark, weil jedoch im Jahre 1878 gestohlen. Nachdem er hievon die gerichtliche Anzeige erstattet hatte, wurde da« Büchel amortisirt und bald darauf der Betrag mit dem neuen Büchel behoben. — Gestern nun kam die Pfarrersköchin Theresia Hren aus Kalobje zur Sparkasse und wollte mit dem alten werthlofen Büchel den Betrag sammt Zinsen beheben. Sie wurde jedoch angehalten, und dem Stadtamte vorgeführt. Hier gab sie zu« erst an, ein unbekannter Mann, der sie in St. Georgen erwarte, habe ihr dasselbe über-geben. E» wurde daher sofort ein Gendarm zur Eruirung des Unbekannten dahin entsendet. Die Angabe erwie« sich jedoch als falsch. Hierauf be-hauptete sie, da« Büchel von einem Lehrer er-halten zu haben; da sich auch die« als unwahr herausstellte uns sie schließlich sogar vom der-zeitigen Pfarrer von Kalodje das Büchel erhalten haben wollte, fo wurde sie dem KrciSgcrichle eingeliefert. — Honny soit qoi mal y pense. « * * (Berichtigung.) Da« Malktgemeinde-amt Hochenegg ersucht un« durch den Bürger-meister Herrn Gaspari unsere in der letzten Nummer gebrachte Notiz „SteirischeS Kuchelbad" dahin zu rectificiien, daß Sonntag zwischen 4 und 5 Uhr ein Bursche auf der Straße mit einem Messer in der Hand Drohungen gegen die Be-wohner deS Markte« ausstieß und das nächtliche Anrücken von mehr als dreißig Burschen ankün-digte. Da sich daS nächtliche Erscheinen und Ex-cediren solcher Bursche unb in solcher Anz-hl oft wiederholt.', so wurde eine ortspolizeiliche Patrouille zusammengesetzt und im Bedarfsfalle zur Unter-stützung der Letzteren die Feuerwehr aufgeboten. E» gelang auch somit größere Ausschreitungen hintanzuhalten, indem auf da» Alarmzeichen der Feuerwehr die zur Unterstützung ihre» BortrabeS im Herbeieilen begriffene Horde wieder umkehrte und davonfloh. Besonder» ersucht un» da» Ge-meindeamt hervorzuheben, daß im Markte Hochenegg selbst. Niemand diese Ausschreitungen national' klerikalen Hetzereien imputirt, daß vielmehr diese Vorgänge in dem ausgeprägt excefsivcn Sinne und der rohen Rauflust dieser Bursche zu suchen sind. — Indem wir mit Vergnügen vorstehender Be-richtigung Raum geben, bemerken wir, daß die in der letzten Nummer veröffentlichte diesbezügliche Notiz uns nicht von unserem Hochenegger CorreS-pondenten zuging, sondern, daß wir dieselbe con-form zweier un» gemachter Erzählungen nieder» schrieben. Uriv.-Tetegr. d. „ßissier Zeitung." Prag, den 17. September. Da» feudale Wahl'Comite hat sich geeinigt bei der Ersatzwahl an Stelle de» Grafen MaonSfeld für den ver-fassuagstreuea Candidaten zu stimmen. Die „Na« feit vielen Jahren kein Fall vorgekommen, der das Interesse der Bevölkerung so lebhaft in An« spruch genommen hätte. Zudem noch war Herr Lin der Vater deS Opfer«, einer der reichsten und angesehensten Kanfleute Eanlon«, die Angeklagte jetoch ein junge« Mädchen wie, auch alle Umstände dazu angethan, sowohl den Proceß wie die Folterpro-cedur al« pikant erscheinen zu lassen. Liou-Siou war kurz zuvor im Saale angc-kommen; der Henker hatte sie, immer noch mit gebundenen Handen und den Strick um den Hai«, auf einem kleinin Holzschemel Platz nehmen lassen, woselbst sie wieder in ihre vorige Apathie versank. DaS Geräusch der sie umgebenden Personen moHte sie zuweilen erkennen lassen, wo sie sich befand, dann aber wünschte sie sich nicht» inniger, al« daß der Tod sie vor all' ihrem Elend, dem Jammer und der Schande nur erlöse. Al« der Mandarin, nachdem zuvor allgemeine Ruhe eingetreten, da« Wort an sie richtete, merkte sie e« nicht, und er mußte die Frage wie'rrholen, bevor sie begriff, was er wollte. — Ihr seid angeklagt, sagte er ju ihr Eueren Gemahl in der Hochz?itSnacht ermordet zu haben. Wollt Ihr Euer Verbrechen bekennen und un» Eueren Mitschuldigen nennen? — Ich habe schon gesagt, ja selbst geschworen, erwiederte Liou-Siou mit zitternder Stimme, daß rodni Listy" melden, daß da» Handelsmia isterium die Errichtung eine« ReichSeisenbahnamte« beab-sichtige. Prag, den 17. September. Die „Politik* meldet, daß die Berufung de« Grafen Belcredi in« Herrenhaus bereit« gewiß fei. Desgleichen sei die Annahme de« UniversitütSgesetzeS im Herrenhaus« sichergestellt. Rom, den 17. September. Dem „Diritto" zufolge kommen im Oktober Vertreter Italien« nach Petersburg, Wien, London, Berlin und Pari« zu einer Conferenz mit den Ministern de« Aeußern. L o n g b r a n ch e, den 17. September. Gar-field« Schwäche erregt Besorgniß. Der Puls zeigt 130. Aus dem Gerichtösaale. (Nepertoir der V. Schwurgericht«-session.) Montag. 19. September: Vors. Hosiath Heinricher: Stefan Medja, Diebstahl, Vertheidiger Dr. Stepischnegg; Josef Me> ko, Brandlegung, Vertheidiger Dr. St-pischn gg. Dien tag, 20. September: Vorsitzender LGR. Levichnik: Franz Pristaunig, Nothzucht, Verth. Dr. Sernee: Leopol» Rakuscha, Nothzucht, Verth. Dr. Sernec: Mittwoch, 21. September: Vors. Hofrath Heinricher : Barthl Binder, Brandlegung, Verth. Dr. HigerSperger; Vorf. L^R. Lewichnik: Josef Kanzler, Nothzucht, Vertheidiger Dr. HigerSperger. Donnerstag, den 22. September: Bors. Hofrath Heinricher: Johann Prapotnik, Todtschlag. Verth. Dr. Glantschnigg. Freitag, den 23. September: Vorsitz. LGR. Levizhnik: Johann P-leSc, Nothzucht. Vertheid. Dr. Sajovic; Anton Gorenjak, Todtschlag. Verth. Dr. Sajonic. Samstag, den 24. September: Vors. LGR. v. Schrey: Jakob Cadi, Betrug, Vertheid. Dr. Langer; Franz Amer, Nothzucht, Vertheid. Dr. Langer. Bolkslvirthschastliches. (Rinderpest in N i e b« r « O e st e r-reich.) Nach den über den Stand der Rinderpest eingelangten Rapporten herrscht diese Seuche in Nieder-Oesterreich in den Orten Kritzendorf im Hernalfer, Drösing und Hohenau im Mistelbacher, Simmering, Höflein und Regelsbrunn im Brucker, Groß-EuzerSdorf, Hof an der March und Loimers-dorf im Groß-Enzersdorfer Bezirke, dann in Wien im dritten Bezirke. Ja diesen Orten sind in 30 Höfen 91 Stück Rinder erkrankt, von welchen 22 gefallen und 69 gekeult wurden. Außerdem sind noch 132 Rinder und 9 Ziegen, welche mit kranken Thieren in Berührung waren, als seuchen- ich nicht» weiß, und daß ich an seinem Tode un-schuldig bin. Ich beschwöre die» von Neuem. —Herr Lin, fuhr der Mandarin, den die Antwort der Beklagten nicht zu befremden schien, hierauf fort, theilen Sie dem Gerichtshof mit, wa» Sie darum wissen. Der reiche Kaufmann, welcher auf der er-wähnten Estrade einen besondern Platz inne hatt«, erhob sich, grüßte den gesammten Gerichtshof, in-dem er sich bi» zur Erde verneigte, und nachdem er seiner unglücklichen Schwiegertochter einen funkelnden Blick zuwarf, erzählte er ausführlich das Wenige, wa» er über den Tod feine« Sohne» wußte. Er vergaß natürlich nicht zu berichten, wi» er eines Tages in der Pagode Min mit dem jungen Jt« bekannt geworden, der ihm den Bor» schlag betreffs seiner Cousine gemacht, und wie das Au finden des Fächer« de« Fuo-Priester« neben oder vielmehr unter dem Körper de« Er-mordeten auf die Spur de« Verbrecher« geführt habe. Er erzählte von der Bluifpur auf dem Schlafkiffen im Ehebett, sowie von der Unordnung in Liou Siou's Gemache und dem Diebstahl der Juwelen, welche sein Sohn der Elenden, die, ohne ihn zu kennen, schon seinen Tod geplant, geschenkt habe. Diese entsetzlich ausgemalte Erzählung au« dem Munde de« unglücklichen Vaters verfehlte uicht, auf die Menge des Pudlicum« einen ge- verdächtig der Stute unterzogen worden. Der Gesammt-Viehverlust beträgt daher 232 Stück. — Nach einer Kundmachung der fteitrir. Statthalters ist die Rindersest auch in Ungarn, u. zw. in Deveny Neudorf im Preßburger Comitate ouS-gebrochen. (Der Frosch als Fischräuber.) Von einem Fischpächlcr in streywaldau veröffentlicht die Niederschllsische Acituog eine Mittheilung, welche aus« neue den Beweis liefert, daß der grüne Wasserfrosch nicht ollein nicht nützlich, fon-dern den Brutteichen sogar sehr nachtheilig sein kann. Der betreffende Fischzüchter beobachtete die« schon 1848 in Sommerfeld, wo er in die zu seinen Geschäftsbetriebe erforderlichen mit Steingrupven und Wasserpflanzen gezierten Wasserbehälter mehrere Brutkästen mit ein bis zwei Zoll langen Karpfen einsetzte. Bald fand siefc auch der grüne Wasser-frosch in den Behälter ein. Anfänglich begnügte er sich mit der Jagd auf die zwischen den Pflanzen vegetirenden Insekten, später aber suchte er sich in den jungen Karpfen eine noch köstlichere Beute. Zu seinem Schrecken sah der Fischzucht» die Brutkästen immer leerer werden, ohne die Ursache er-gründen zu können. Da, nach längerer Zeit, sah er eine« Tage« einen recht feisten Frosch einen Brutkasten erklimmen und gingen AngeS die Fischchen betrachten. Plötzlich ergriff der Frosch blitzschnell mit den Vorderbeine einen kleinen Karpfen und schob ihn in seinen Rachen. Dreimal hintereinander machte der Bursche diese« Manöver, um dann von seinem Schicksal ereilt zu werden, indem der beobachtende Filchzüchter ihm da« Mahl mit einem tödlichenStreich segnete. Selbstverständlich erfolgte dann die Ausrottung der übrigen Frösche, welche sich in den Wasserbehältern eingenistet halten. Buntes. (Ein Reporter, wa» ist da«?) Ein Reporter ist ein wichtiges Rad am ZeitungSwagen; er muß sein wie ein Rasirmesser: er muß sich viel streichen lassen; er darf aber auch nicht fein wie ein Rasirmesser: er muß einen sehr breiten Rücken haben. Ei» Reporter soll sein wie ein Müller: er soll die Spieu rom Weizen zu sichten wissen; er darf aber andererseits nicht sein wie ein Müller: er darf sich nicht« weiß machen lassen. Ein R.Porter soll sein wie eine Uhr: pünktlich und stets im Gang; er soll aber auch nicht sein wie eine Uhr: er soll sich nicht aufziehen lassen. Ein Reporte? muß sein, wie ein Hirsch: er muß rennen und laufen; er darf oder auch nicht sein wie ein Hirsch: er darf sich nicht fangen lassen. Ein Reporter muß sein wie eine Biene: er muß auS allen Arten von Blumen wohlschmeckende Speise zusammentragen; er soll aber auch nicht sein wie eine Biene; er soll Nie-manden absichtlich stechen. Ein Reporter muß sein wältigen Eindruck hervor zu rufen. Ausrufe des Zorne» und der Enlröstung wurden Überall laut, und derMancarin mußte mehrfach Ruhe gebieten. — Ihr habt es gehört! sagte Ming, al« die nöthige Stille eingetreten war, zu Liou ge-wendet. Wollt Ihr jetzt Euer Verbrechen bekennen und uns den Mitschuldigen nennen? — Ich weiß von nichts und kann »ichtS sagen, murmelte die Angesagte. Der Mandarin gad einem der Rickiter ein Zeichen, dieser griff in den vor ihm stehenden «asten, nahm einen ziemlich dünnen, konischen Klotz von rothem Holz heraus, der oben etwa einen Zoll Durchmesser halte, den er darauf den Folter knechten übergab. Diese bemächtigten sich nun auf einen Wink ihre« H-rrn der unglücklicden L>ou-Siou; man trug einen kleinen eisernen Tisch herbei, auf dem die Angeklagte ihre losgebundenen Arme ouS-streckt» mußte. Durch eine eigenthümliche Vor-richtung wurden dieselben darauf gehalten und die Hände in einen schraubstockartigen Kasten hineingethan, der sie nicht nur platt niederdrückte, sondern auch die Finger durch lange Federn von einander trennte. — Wollt Ihr jetzt Euer Verbrechen gestehen ? fragte zum dritten Mal der Mandarin. Aber gelähmt vor Schreck hörie sie diese Frage nicht mehr, sie hatte die Augen geschlossen wie eine Spinne: er muß möglichst viel in sein Netz zu ziehen suchen, er soll aber auch nicht fein wie eine Spinne: er soll seinen Faden niät so lang auSspinnen. (UnsereSperlingeinAuSstralien.) Vor einer Reihe von Iahren importirte man in Australien die Sperlinge auS Europa und hätschelte sie derartig, daß sogar polizeiliche Anordnungen sie schützten. Die Sperlinge acclimatisicten sich vortrefflich, mehrten sich aber so massenhaft, daß sie bald zur allgemeinen Landplage wurden. Dadurch wurden sie nicht nur deS öffentlichen Schutzes verlustig, sondern die lauten Klagen der Farmer und Gärtner haben eS auch dahin gebracht, daß die Sperlinge jetzt in Süd'Australien und auf Neu-Seeland auf Staatskosten möglichst nieder auSge-rottet werden sollen. Eine ähnliche Bewandtniß hat eS in Australien auch mit den importirten Kaninchen. Fremden - Verzeichnis vom 14. bis 17. September. Hotel Erzherzog Johann: Berzan, Rcalitatenbesitzer Gonobitz. — Horwath, Reis., Rubin. Reis, Kraul, Kaufn,, Zeiler, Kaufm, Dr. Jur« mischet, Abvoeat, s. Wien. — Torten, kausm. Rhein-Preußen. — .hangi, Gymnasialpros. Pokega. — Raßpe, Fabrikant Solingen. — Friedrich, k. k. Jng. Graz — Steinherz, Fabrik«Repräs. Amsterdam. — R. o. Tiller, I. k. Generalmajor Preßburg- — Knez, k. k. Steuer-amtsbeamter Stein. — EdL v Wurms« Zt. k. Bezirtsr. Schönstem. — Schober, HauSlxs., Fink, Commi§, Agram. — Hinterschrveiger, Kaulmannsgatti» Wels. — Gillis, Reis. Manchester. — Lyth, kaufm. Wien. Neustadt. — Feuz, k. k. Hauptr». Nevesinje. Hotel E l e s a n t: Baron Klimburg, k. k. Generalmajor, Mrtranskr, Privat, Wald, Privat, Trihus, Privat, s. Graz. — Drlik, Jng. Pettau. — Elti, Privat Venedig. — Simonelli, Privat Presciva. — Tobova, Privat Pragerhos. — Noeste, Reis. Slberseld. — de Fischer, Private, v. Weiß, Priv, beide Wien. Hotel weißer Och«: Himmel, Bahnbeamter Wien. — Egqer, Ingen., Paul, k. k. Oberst. Graz. — Tr. Schlander, Arzt Oberburg. — Voß, Musrcus Preußen — Lieber«, Reisender Prag. Hotel goldener Löwe: Ga-ic, Beamter Rohitsch. — Urlepp, Pfarrer Semriach, — Puylecher, Rentier Constantinopel. — Schreyer, Glas-sabrikant s. Frau EibiSwald Gasthof goldener Engel: Götz, Kaufm. Karlsruhe. — Btatüniö, CommU Lausen. — Petarz, Lehrer Mähren. und den Kopf auf die Brust sinken lassen, gleich darauf aber vernahm nran einen gellen Schmer-zensfchrei. Der Richter hatte im Interesse der Ge-rechtigkeit das übliche Zeichen gegeben, worauf die Knechte den erwähnten Holzkeil zwischen die Fin-ger der linke» Hand eingetrieben, so daß da» Blut vorne unter den Nägeln liernorspritzie. — Gestehet Euer Verbrechen ! fuhr der Man-darin fort. Doch die Gequälte hörte es nicht, ihre aus den Höhlen hervortretenden Augen waren einzig auf die blutende Hand gerichtet. Der Richter nahm darauf einen zweiten Keil und gab ihn den Leuten des Folterweister«, bei dessen Einschlagen ein abermaliger, doch bet Wei-tem nicht so heller Schrei gehört wurde. Liou-Lion wurde ohnmächtig. Ihre rechte Hand blutete jetzt gleich der Linken, welche« Schauspiel der rohen Menge zu gefallen schien. Ein Arzt, der am Tische der Richter saß. stand auf und flößte ihr einen stärkenden Trank ein, worauf die Unglückliche wieder zu sich kam. um ihre Leiden besser empfinden zu können, die in anderer Art jetzt erst recht beginnen sollten. Der erste Blick, den die ihrer Ohnmacht Entrissene um sich warf, fiel auf eine Bahre, die soeben von Polizei-Soldaten wenige Schritte von ihr am Fuße dcr Estrade niedergesetzt wurde. tzisenvaön- Kabrordnung. Richtung W i e n - T r i e st. Ankunft Abfahrt TageS.Eilzug................ 8.40 3.42 Nachm. Nacht-Eilzug................. Z.34 3.86 Nacht«. Postjug.....................n.32 ii.42 Mittag. ...............................11.47 Nachts. Gemischter Zug.............. 5.22 5.30 Nachm. Richtung Trieft-Wien. » . Ankunft Abfahrt Tage« Ellzug................ 1.12 1.14 Nachm. Nacht-Eilzug.................12.24 12.26 Nacht«. PostZug..................... 3.55 4.01 Früh. P°sti"g..................... 4.26 4.32 Nachm. Gemischter Zug..............9.11 S.IS Porm. Secundärzug ab Cilli 6 Uhr Früh Ank. Laibach S Uhr 24 M. Vorm. ab Laibach 5 Uhr 45 M Abd«. Ank. Cilli 0 Uhr 4 M. AbbS. Maktt der Lotten von Cilli nach: S,chse»fell». St. Peter, St. Paul, Frau,, Möttnig, Troja»«, Lukowev, T-mSale, Laibich um 5 Uhr Früh. Fraßlau, Praßberg, Laufen, Lberborg um 5 Uhr Früh. Will«», Schiniteia, Rißliig, Windischgriz um 5 Uhr Früh. Ntud-uS um 7 Uhr Früh. 12 Uhr Mittag«. Hibenegg. Wtiteistei» um 12 Uhr Mittag«. Cachseufeld. St. Peter, St. Paul, Franz um 12 Uhr Mittag. Kourse der Wiener Aörle vom 17. September 1881. Gold, eine...........94.10 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 76.60 » . in Silber . 77.40 l 860er Staa'.s-Aalehenslose .... 130.75 Bankaktien........... 829._ Ereditactien...... . . . . 352.50 London............117.75 Napoleond'or.......... 9.3g k. f. Münzducatea........ 5.56 100 Reichsmark.........57.50 Auf dieser Bahre aber lag der arme Jt6. den sie trotz seiner von Schmerz arg veränderten ' Züge sogleich erkannte. Verhaftet am selben Tage noch, als da« Verbrechen entdeckt worden, hatte der unschuldige Neffe der Madame Liou nicht verfehlt, im ersten Verhöre glech zu bekennen, wie der unter den Ermordeten gefundene Fächer wirklich der seinige, den er unglücklicher Weise am Anend zuvor im Garten Lin'» verloren, da» er nicht wußte, wie ihm dersede abhanden gekommen. Ferner hatte er sein zufällige» Zusammentreffen mil dem edlen Herrn Lin im Tempel de» Min und die diesem gemachte HeirathSoroposilioa erzählt, ja er hatte selbst nicht verstwiegen, wie er die Cousine vor-m ls innig geliebt, sowie, daß er diS spät iu die Nacht auf der Villa Lin gewesen, dann aber allein und traurig nach Eanton zurückgekehrt sei, woselbst er jedoch die Stunde seine» Eintreffen» nicht nachzuweisen vermochte. Diese überaus gravirenden Geständnisse hatten die Polizei bestimmt, ihn schon vordem im Ge-fängnisse die Ahnnehmlichkciten dcr Folter em« pfinden zu lassen, dieweil er nach ihrer Ansicht die löbliche Obrigkeit hintergehen und augenschein-lich mit halben Geständnissen abspeisen wolle, da er jede Anklage auf Theilhaberschaft an dem V erdrechen so entrüstet al» energisch zurückwies. (Fortsetzung folgt.) ••.. . -i Gefertigter zeigt den hohen Herrschaften and verehrten publicum an, dass er mit 22, d. M. I Blemer- u. Sattler-Geschäft rrstssnet und Ipoiererarbeiten in- und ausser dem Hanse überleit wird. Hochachtungsvoll Friedrich Josef Pauiin H—2 Schönstem Nr. 30. Wienrr [Versicherungs-Gesellschaft I (i W Im, Hewährteistungs-Ionde: 4,500.000 Ost. Wätir. l\t „Wiener PersichernngS Gesellschaft" versichert 856—12 [gratis im ersten Jahre ans die Dauer von « Jalirrn, Lj^obnbfiuirr und landwirtbschastliche («etiinde: es ^e,i«nt simit bir Prömienzalil«»!, bei berortfneu ^crsichrrnxgen erst im zweite» Iadre, in 5 Jahres raten eingetheilt. Die General-Agentschaft In Grax: 6. Micori, Herrengasse 10. Zahnärztliche Dperationsaiista zahntechnisches CILLI, vü-a-vis dem Bahnhofe, Cafti Hau>baum. Zahnplomben in Gold, Amalg»»,. Cement et< Zahnoperationen schmerzlos mit Narkose oder Localanästhesie. Künstliche Zahnstücke werden je nach ihrer Grösse in wenigen Stunden, ganze Geblase in I—2 Tagen schmerzlos ein-BJ gr,. 458— ——y—_W»_w. l H lm- d. Obslpressen kam n«ue» System, ohne Hub 1-irung erfordern wenig Kaum XUr Aussfrlluii£, pressen in /ITAl4Ai»fi\ doppelter Oeichwindlirkeli als |JVrIlrI IIJ friihrrp Keltern, sind leicht scu Budbaben, solid and dauerhaft gebaut. Preise von ff. W. f 's, — an ab Wien. 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Ich hatte bereits olle Lebenshoffnung aufgegeben, zumal ich mich nicht mehr von dcr Stelle bewkgen konnte. Ein Freund von mir, der früher ähnlich litt wi e ich, hatte sich durch Johann Hoff'sche» Malzertract-Gesuntheitsdicr glücklich ettrirt und riech mir dieses Hcilfabrikat ebenfalls zu gebrauchen. ES war ein Glück für mich, daß ich ihm folgte. Ein wahre« Wunder ist mit mir vorgegangen, denn nach Verbrauch von 21 Flaschen hat mich der Husten zu meiner freudigsten Ueberraschung ganz verlassen und außerdem ist auch meine Kraft wieder zurückgekehrt und ich k,nn jetzt unbeschwert den weitesten Weg machen. Ss ist mein Wunsch, daß diese« Eiriguiß öffentlich Mannt gemacht werde, damit Jeder, der so leidet, wie ich gelitten habe, erfahre, wo er seinen schweren beiden ein schnelles Ziel seyen könne. Bitte um Zusendung von 23 Flaschen Malzbier, 5 kilo Malz-Chocolade und 10 Beutel BonbonS. Berlin, Koblankstraße 7. Mathäus Bischoff. Hauptdepot: J. l£uj>serftelimloi.M'Iill, Apotheker. Festconcert im Casino. Zum Besten der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, welche am 1. und 2. October ihr sehnjähriges Gründungsfest begeht, findet Sonnabend den 24. September in den Casinolocalitäten unter gefälliger Mitwirkung des Männergesangvereines und der Cillier Musikvereinseapelle ein Festcourt verbinde! mit einem GMMen statt. Die P. T. Bewohnerschaft der Stadt und Umgebung werden hiermit zu diesem Wohlthätigkeitsabende höflichst eingeladen. Entree ohne Beschränkung der Grossmath ä Person 30 kr. Beginn 8 Uhr Abends. 494—i Das Comite. Nr. 2377. Kundmachung. Die Controllsversammlung der in Cilli sich aufhaltenden Reservemänner findet am 18. Oktober d. I., vormittag 8 Uhr, im Rathhlliise statt. Die dazu verpflichteten Reservemänner haben sich verläßlich einzufiuden und die Militärpäfse mitzubringen. Die Nachcontrolle wird am 6., 7., 8., 9. und IG. November d. I. in 2)tarbiug abgehalten. «tadtamt Cilli, am 13. September 1881. Der Bürgermeister: •W3-I_Ar. Hleckkrmann. Ein Paar Pferde, 6 ond 6 Jahre alt, ausgezeichnete (Jeher, fehlerfrei und verlisslich tu verkaufen. Wohnungen, müblirt oder unniühlirt, in unmittelbarer Nähe der Stadt, sind zu vermiethen. Anfraß bei Dr. Sobnrbl, Postgaiwe CillL 492—3 Wohnung im Kama/scben Hanse, bestehend au« 2 Zimmern. Kabinet, ixt mit oder ohn« Mstbol sogleich in vermiethen. Näheres bei F. Kapns. Eine grosse Wohnung, Hauptplatz 101, der ganze 2. Stock allein; 3 grosse und 2 mittlere Zimmer sammt Allem, auch Gartenantheil um 350 fl. jährlich vom 1. October 1881 un zu vermiethen. Anfrage: Wolf. 346— Ein liclirjuiigc aus gutem Hause, mit guter Schulbildung, wird aufgenommen in der Qemlachtwaarenhandlung des Anton Jaklln, in Weitenateln. 48,1—2 Getrocknete 483-3 Xtindsdärme rein geputzt, kauft jedes Quantum die Klafter zu 8'/, kr. die Wichssabrik L. Pröglhof in Cilli, Grabengasse 40. Gesucht wird ein Stubenmädchen, welches gut frisieren und nähen kann Mia$munhOs 1. Stock. 480—2 Wichtig für Manien! Von meinen rQhuilichst bekannten Wollschweiaa-blättorn die nicht kahlen und nie Flecken in den Taillen der Kleider entstehen lassen, hält fiir Cilli «nd Umgebung allein aas Lager: Herr Alexander Metz „zum Schmetterling", Preis pr. Paar 30 kr. — 3 Paare ij.'> kr. Wiederverkäufen! Rabatte. Frankfurt ». M., im September 1881. 488—10 Hnbfrt «. Stfgi/mni. Zuhiischmrrsrn icDtr All wervcn. selbst wenn die Zähne hohl und ang,stockt lind, augenblicklich durch den berühmten K.itraci beseitigt. Derselbe sollte seiner Bor»cfflicbfctt h^ver in keiner Familie fehlen; kostet in Flacon« ä 35 und 70 fr. im Allein k>epot für Cilli bei Apotheker Kupferschmied l?>p»t>>cke „<» Maria Hilf"). Der gesammten Heilkunde ^!>°- Dr. Joh. Hostonski hat sich als prakt. Arzt in Hochenegg: niedergelassen werden aufgenommen. Auch steht ein Ciavier zur Ver-fü^ung. Näheres Expedition. — Kundmachung. Mit Genehmigung der bochlöblichen k. k. Landesschulbehörde wird das Schuljahr 1881/82 am k. k. Staatsgymnasium zu Cilli am ersten Oktober eröffnet werden. Die Einschreibung der Schüler findet am 28., 29. und 30. September von 9—12 Uhr Vormittags in der Direktionskanzlei statt; die Aufnahmsprüfungen für die erste Klasse werden am I. Oktober, für die (Ihrigen Klassen, wie auch die Wiederholungsprüfungen am 30. September vorgenommen werden. Alle weiteren Bestimmungen sind aus der im Gymnasialgebäude affigirten Kundmachung zu entnehmen. K. k. Gymnasial-Direktion in Cilli, den 13. September 1881. 487-2 Die Schüleraufnahme an der steiermärkischen Landes-Biirgerschule in Cilli fidet ausnahmsweise am 23-, 24. und 25. September d. J. in der Directions-kanzlei