Nr. 3. Pränumeration«piei«: Im Comptoir ganzj. fi. II, halbj. fl. ü 50. Für bit Zustellung !n« Hau« halbj. bU lr. Mil der Post ganzj. fi. 15, halbj. si. 7 zo. Mittwoch, 4. Jänner. Inseitlonögebü»: Für lleine Inserate bi« zu 4 Zeilen 25 lr., arößere Per Zeile « lr,; bei öfteren Wiederholungen per Zeile 3 tr. 1882. Amtlicher Theil. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25. Dezember v. I. dem ordentlichen Professor der mechanischen Techno-logie und des forstlichen Ingenieurwesens an der Hoch. schule für Bodencultur, Regierungörathe Wilhelm Franz Exn er in Anerkennung seiner verdienstlichen Wirksamkeit auf dem Gebiete des gewerblichen Vil-dungswesens den Titel und Charakter eines Hofrathes nut Nachsicht der Taxen allergnädigst zu verleihen »eruht. Conrad-Eybesfeld in. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 29. Dezember v. I. dem Hofzahlmeister Theodur Schneer den Titel und Charakter eines Rcgierungsrathes mit Nachsicht der Taxen, dem Hofzahlamtstafsier Leopold Gierolla den Titel eines Hof.Reijerechnungsführers und den beiden HofcontroloramtS.Adjuncten Gustav Kleibel u»d Karl Linger drn Titel von Vice.Hofcontroloren allergnädigst zu verleihen geruht. Erkenntnisse. Das l. l. Kreisgericht als Preisgericht in Reichenbcrg hat auf Antrag der l. l. Staatsanwaltschaft mit dem Erlcnntmsfe vom 20. Dezembec 1881, Z. 552!) Stf., die Wcitcrvcrbreitung der „Ncichcnbergcr Zeitung" Nr. 2!)? vom 1«. Dezember 1881 wegen des LeitartilelS „(Uvil-ttöniggräb!" nach 8 200 St. O. verboten. Das f. l. Kreisgericht als Prcfsgericht in Vudwcis hat auf Antrag der t. l. Staatsanwaltschaft mit dem Erkenntnisse vom 21. Dezember 1881, Z. 8016 Stf., die Weitcrverbreitung der „Deutsch.österreichischcn Vollszcitung" Nr. 76 vom 16. Dezember 1881 wegen de« Artikels „Der Brand des Ringtheaters in Wien" nach g ilOll St. G. verboten. Das l. l. Landcsgcricht in Brim» hat auf Antrag der k. k. Staatsanwaltschaft mit de,» Erlcimtnissc rwm 20. Dezember 1881, Z. 1U3U2, die Weiterverbreit»»« der Zeitschrift „Tage«, böte aus Mähreu uud Schlcsieu" Nr. 267 vom 16. Dezember 1881 wcgcu dcS Artilels „Wiener Original > Korrespondenz. Wien, 14. Dezember" nach den 88 65 » und 300 St. G. ver« boten. Nichtalntlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben dem Wiener Wohlthätigleitsvereine für Hausarme 200 si. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, der griechisch-katholischen Ge-memde zu Pad 100 ft., für die römisch-katholische Gemeinde Ratuß 200 ft. und für den Bau der grie- chifch'katholischen Kirche in Dobota 100 st..zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, den griechisch-katholischen Gemeinden in Feletekut, Mlinarccz, Hraberkl, Papfalva und Sislürz, ferner der römisch-katholischen Gemeinde in Etid und der evangelischen Gemeinde in Molcsa-Felsö-Micsinye je 100 fl. zu Schulbanzwecken zu spenden geruht. Wien, 2. Jänner. (Orig.-Corr.) Die conservative Presse Englands ergeht sich in Betrachtungen über den Ausgang des österreichisch-rumänischen Zwischenlaufes; sie hebt die Klugheit und Mäßigung der österreichisch-ungarischen Regierung rüh-mend hervor und bemüht sich, der rumänischen Regie-runn., wie den Regierungen der anderen kleinen Bal-lanstaaten auseinanderzusetzen, dass dieselben nur im Anschlüsse an Oesterreich die Bedingungen ihrer Entwicklung finden können. Die „Morning Post" sagt: Oesterreich müsse sich eine bestimmte Präponderanz an der unteren Donau sichern, ohne Rücksicht darauf, wie viele der Fürsten Könige werden wollen, und der „Standard" bemerkt, dafs, wenn die Ueinen Äalkan-staaten den Versuch machen sollten, den Einfluss Oesterreichs zu bestreiten, der Selbsterhaltungstrieb das Wiener Cabinet zu einer energischeren Haltung bestimmen müsste. Die englischen Politiker, meint der „Standard", vergessen zu oft, dafs die Rechte, die sie für eigenes Land beanspruchen, billiger und gerechterweise anderen Ländern nicht versagt werden dürfen, auch fei es nicht bekannt, dass Oesterreich mit Bezug auf die Donau irgendeinen extravaganten Anspruch erhoben habe. Das letztgenannte Blatt empfiehlt den kleinen Donau-staaten, die Nachbarschaft Oesterreichs zu ihrem Vortheile zu benutzen, sich an Oesterreich anzulehnen, von ihm zu lernen und sich sein Wohlwollen zu sichern. Ali.Nizami Pascha und Nedschid Bey haben ihren Aufenthalt in Wien über die ursprünglich be-adsichtigte Dauer verlängert und werden erst am nächsten Donnerstage von hier abreisen. Die wiederholten Besprechungen, welche diese beiden türkischen Würdenträger mit den hiesigen leitenden Persönlich, leiten gepflogen haben, werden in denselben gewiss die Ueberzeugung gekräftigt haben, dass die Türkei kanm einen wärmeren und aufrichtigeren Freund auszuweisen haben dürfte, als Oesterreich-Ungarn, welches an der politischen und volkswirtschaftlichen Consolidu'rung der Türkei durch seine eigenen volkswirtschaftlichen Interessen im eminentesten Sinne mitinteressiert ist. Es verlautet, dass die Berichte der türkischen Mission über den ihr hier zutheil gewordenen auszeichnenden Empfang in Konstantinopel und speciell im Paläste des Sultans mit der größten Befriedigung aufgenommen worden sind. Zur Lage. Wie man der „Presse" aus Prag meldet, hielt Dr. Rieger an eine Deputation der czechischen Abgeordneten, die ihn zum Neujahr begrüßte, eine längere Ansprache. In derselben sagte er u. a.: Es sei am meisten beklagenswert, dass im verflossenen Jahre alle Bemühungen um die wünschenswerte Herstellung rines Einverständnisses zwischen den Nationen Böhmens umsonst geblieben sind. Es bleibe nur die Hofs* nung in der Zukunft übrig, dass die erleuchteten Männer der deutschen Nation doch erkennen, dass das böhmische Volk um das gleiche Recht mit dem deutschen Volke sich bewirbt und dasselbe ohne Schädigung des deutschen Elementes endlich erhalten muss. Auf die Verhältnisse im eigenen Lager übergehend, wies Rieger daraus hin, dass sich Missmuth zeigt und viele die Hoffnung verlieren. Die böhmische Nation werde ihre politischen Ziele erreichen. R>eger sagte weiter, dass seitens der Abgeordneten alles ge< than worden ist und auch weiter geschieht, was von ihnen unter drn jetzigen auch für sie sehr schwierigen Verhältnissen gefordert werden kann; die Ursache der Nichterfüllung der Wünsche liege anderswo, liege in der allgemeinen schwieligen Lage, in der nicht rasch geändert werden kann, was durch eine Reihe von Ereignissen herbeigeführt worden ist. Selbst die Regierung, zu der der Abgeordnetenclub das volle Vertrauen hegt, treffe deshalb nicht die Schuld. Die Umkehr znm Bessern geschieht allmählich, geschieht anßer allem andern auch kraft der ganzen unabweisbaren Politik des Reiches, die niemals mehr sich auf eine einzige Nation basieren kann, nachdem das mit Oesterreich in Freundschaft stehende deutsche Reich entstanden ist, neben welchem die frühere, ausschließlich deutsche Politik Oesterreichs in andere für Oestrrreich viel nützlichere Bahnen einlenken musste. Für das böhmische Volk sei in diesem Momente Geduld und Ausdauer das beste Gespann, das es bestimmt und sicher zu seinem Ziele führen wird. So wir der Bergmann nicht alljogleich das reine Metall zutage fördern kann, sondern zu demselben erst nach längerer Arbeit gelangt, so werde es auch bei der böhmischen Nation bestimmt und sicher geschehen. Nach dem Beispiele des Bergmannes grüße auch Rieger bei der neuen Schichte der alten nationalen Arbeit mit dem Spruche: «Glück auf!" Feuilleton. Kosovo. von Dr. Moriz H«er»es. (Fortsetzung u. Schluss.) Zur Charakteristik der Kosovo-Lieder können wir nur einige Motive herausheben. In einem derselben wird dem Zaren von der Gottesmutter freigestellt, zwischen dem irdischen und dem Himmelreiche zu wählen. Er entscheidet sich für das letztere, empfängt mit dem ganzen Heere das Abendmahl und geht entfündigt in den Tod. Dieses Lied lässt anachronistisch den Herzog Stefan. Herrn und Stifter der Herzegowina, der erst 1466 starb, mit 60,000 Kriegern seines Landes m die Schlacht eingreisen und fallen. Zum Schlüsse brandmarkt es den Verräther Vuk Brankowitsch, den auch ein anderes Lied verflucht* als schwarzes Gegen-bild zu Milosch Obilitsch. nachdem es diesem letzteren Segen und Ruhm verheißen, «so lange die Welt steht und das Amselfeld". Auch sonst erscheint der Auszug auf das Amselseld als eine Art Todesweihe der christ-lichen Helden, und ihre Sehnsucht, für den Vater-»lauben zu sterben, nicht germger als auf der femd- ^r^Fluch traf auch den Vera Golesch (Fahlenberg") ans welchem der Sage nach Nranlowitsch uor der Schlacht m "inen «°l aufend „bösgesinnten" Reitern gelagert; denn seit jenem Verrath soll lein Gras mehr auf dem genannten Vcrae wackle. Diel Thatsache erklärt ich einfach aus der Vcrlarstung des betreffenden Terrains. lichen Seite. Zwei schwarze Raben sehen sich auf den Thurm von Kruschewaz und bringen der Zarin Mi-liza die erste Nachricht vom Tode Lazars und drin Untergange des Christenheeres, ein Motiv, das auch bei anderen Gelegenheiten gern verwendet wird. Ein Diener, mit siebzehn Wunden bedeckt, meldet ausführlich den Tod feines Herrn und bezeichnet den Oll, wo jeder der Serbenhelden gefallen. Ein andermal ist es ein Wojwode, der, aus der Schlacht entronnen, die Niederlage verkündet. Diefes Lied benützt den historischen Zug, dass die Serben, als sic Lazars Apfelschimmel in den Händen der Feinde sahen, ihren Führer gefallen glaubten und sich zur Flucht wendeten. Eine der schönsten Erfindungen ist die von dem „Nmselfeloer Mädchen" (koäovicku. clkvoM). In der Sonntagsfrühe, noch vor Sonnenaufgang, geht es nach dem furchtbaren Schlachttage hinaus auf das Amselfeld, um die Verwundeten zu laben, und findet sterbend des Zaren Fahnenträger, Paul Orlowitsch. Nachdem sie ihm Labung eingrflösst, schlägt er die Augen auf: „Liebe Schwester, Amsclfclder Mädchen, Welches grohe Leid hat dich befallen, Dass du hier im hcldcnblule wiihleft? Wen doch sucht die Ixnafrcm auf der Wahlsiadt: Einen Bruder, einen Sohn des Bruders, Oder fuchst du deiueu greisen Vater?" Aus ihrer Gegenrede stellt sich heraus, dass sie dem Milan Topliza verlobt gewesen, den sie mi dei Kirchenthür von Samodrza, als er das Abendmahl genommen, zuerst gefehen. Sie erfährt nun, dafs der junge Held gefallen, da, wo die Schlachlspeere in den dichtesten Haufen liegen und das Blut den Kämpfern bis zu den Steigbügeln, ja bis zu den Sätteln und Gürteln stieg — und weinend geht sie nach Hause. Streng orthodoxen Stiles und doch voll hoher Schönheit ist ein anderes Lied, welches von da seinen Aus-gang nimmt: „Als das Haupt Lazars ward abgehauen Auf der fchöncn Amselfeldcr (tbuc." ... Es dichtet, dass ein Türkenknabe dat heilige Haupt in einen Quell auf dem Amselfelde warf, wo es vierzig Jahre neben dem Rumpfe liegen blieb. Saumthierführer aus Skoplje (Uschlüb)', welche die Waren griechischer und bulgarischer Kaufleute nach Widdin und Nissa schaffen, rasten auf dem Amselfelde, und da sich zur Nachtzeit Durst einstellt, fuchen sie einen Quell und finden jenen, in welchem das Haupt Lazars ruht. Während der eine memt, dass der Mond im Wasser glänzt, und der zweite näher zusieht, zieht der dritte das Haupt heraus, das sich sofort wieder von selbst seinem Leibe anfügt. Aus die Nachricht von diesem Wunder kommen dreihundert Priester, zwölf Erzbischöfe und die vier Patriarchen der griechischen Kirche, worunter noch der des nahen Ipel erscheint, um drei Tage und Nächte Vigilien zu halten und den heiligen Leib feierlich zu bestatten im Kloster Ra-waniza, welches Lazar einst zn seinem eigenen Seelenheile gegründet. Von frommen Stiftungen der Ne-maujiden befindet sich auf dem Amselfrloe das Kloster Detschan, nach dessen Errichtung König Stefan Urosch (1321) den Beinamen Detschansli führte; es blüht noch gegenwärtig und rühmt sich, das größte und schönste Kloster der europäischen Türkei zu sein. Laibacher Zeitung Nr. 3__________________________________________2N________________________4. Iilnnss 1882. Se. Excellenz der ungarische Ministerpräsident Herr v. Tisza erwiderte die Neujahrsgratulation der liberalen Partei mit nachstehender Ansprache: ..Geehrte Freunde! Empfanget vor allem meinen aus vollem Herzen kommenden Dank auch im Namen meiner Mi-nistercollegen für die an uns gerichteten warmen Worte, sowie für Eure uns am Neujahrstage zutheil gewordene Erinnerung. Jene sowohl, die alte Kampfes, genossen sind, wie auch jene, mit denen ich auf diesem Gebiete jetzt zum erstenmale zusammentraf, mögen über« zeugt sein, dass ich es als meine ernsteste, gleichzeitig aber auch als die am liebsten zu vollziehende Aufgabe erachte, die Freundschaft mit meinen alten Kampfesgenossen zu bewahren und jene der jungen je mehr zu erringen und zu sichern, nicht durch persönliche Gefälligkeiten, sondern dadurch, dass wie bisher auch für-derhin in unseren Handlungen und Worten ebenso wie Euch, auch uns nichts anderes leite, als die Absicht, das Gemeinwohl zu fördern. (Lebhafte Eljen>Rufe.) Es ist wahr, dass die Aufgaben, welche die un-garische Legislative und sohin die Majorität zu lösen hat, gar schwere sind. Diese Aufgaben sind in der ganzen Welt schwierig, aber noch weit schwieriger bei uns, wo, wie Euer geehrter Redner auch sagte, man auch die Sonderinteressen des Landes berücksichtigen müsse. Hier muss die umsichtige Achtsamkeit, die nichts aufs Spiel setzende Mäßigung mit einer für das Wohl des Vaterlandes und der Nation bis zum Tode berei-ten Begeisterung Hand in Hand gehen. (Rufe: So ist's, so ist's. — Lebhafte Zustimmung.) Nur dieses Zusammenwirken vermag das steigende Aufblühen und das Wachsen unseres Vaterlandes und unserer Nation in Wohlfahrt und Glück zu fördern. (So ist es^!) ES ist allerdings natürlich, dass inmitten solcher Bestrebungen, indem man häufig auf das Gute dem Ausführbaren zulieb verzichten muss und man häufig nicht nur materielle, sondern auch Gefühlsopfer fordern muss. — Diejenigen, die diesen Beruf auf sich nehmen, Angriffen und Verleumdungen ausgesetzt sind, wie dies mein geehrter Freund auch bemerkte, allein ich leugne nicht, dass unter allen Aufgaben jene die schwierigste ist, welche erheischt, dass der Patriot in sich selbst den Menschen besiege. Hiezu ist die Kraft eines einzelnen Menschen nicht ausreichend — hiezu vermag mir oder wem immer nur die Unterstützung meiner Freunde, die unerschütterliche Freund» schaft meiner Principiengenossen die Kraft zu ver« leihen. Empfanget daher für Euere dieefällige Unterstützung in der Vergangenheit meinen Dank und die Bitte, dass Ihr mich derselben auch künftighin theilhaftig werden lasset. (Lebhafte Eljen-Rufe.) Jetzt aber gestattet mir, dass — ohne mich über die Reihenfolge der wichtigen Agenden bei diefer Gelegenheit zu äußern — auch ich mit einem guten Wunsche meine kurzen Worte schließe, mit dem guten Wunsche nämlich, dass zur Förderung des Aufblühens und der Wohlfahrt der Nation, unser aller gemeinsamen großen Familie, des Vaterlandes, unser aller gemeinsamen großen Fa-milienherdes unter möglichst guten und günstigen Verhältnissen in diesem folgenden Jahre ja mehr geschehen könne und lasset mich denn wünschen, dass innerhalb des Rahmens dieser großen Familie auch Ihr alle in Eurem engeren Kreise in diesem Jahre all jenes Gute finden möget, was der Mensch dem Menschen zu wünschen vermag. Uns aber bewahret Eure hochgeschätzte Freundschaft und Sympathie." (Stürmische wiederholte Eljen-Rufe.) Vom Ausland. Der erfreuliche Abschluss, welchen der durch die rumänische Thronrede veranlasste Zwischenfall gefunden hat, gibt namentlich der englischen Presse Anlass, sich einmal wieder eingehend mit der Donaufrage selbst zu beschäftigen, und wir constatieren mit Genug» thuung, dass jenseits des Kanals allmählich eine ruhigere und objectivere Auffassung des Meritorischen dieser Frage zum Durchbruch gelangt. Sehr beachtenswert scheinen uns insbesondere die heute vorliegenden Auslassungen der „Morning Post" und des „Standard". Erstgenanntes Blatt sagt unter anderem: „Es ist klar, dass Oesterreich, wofern es nicht aufhören will. Oesterreich zu sein, eine gewisse Präponderanz im Thale der Donau haben müsse. Wenn die Präponderanz Oesterreichs aus dem Donauthale beseitigt würde, würde irgend eine andere Präponderanz an deren Stelle treten, und °der gesunde Sinn der Rumänen hat wohl erkannt, dass die Macht, welche höchstwahrscheinlich Oesterreich remplacieren würde, ohne Zweifel unvergleichlich feindseliger gegen die besten Interessen der kleinen Donaustaaten sein müsste." Noch prägnanter äußert sich der „Standard." Das Hauptorgan der Tories meint, alle verständigen Leute müssten die Thatsache anerkennen, dass die geo< graphische Lage Oesterreich-Ungarns dieser Monarchie im Südosten von Europa einen besonderen Einfluss und auch besondere Rechte gewährt habe. Der „Standard" erinnert bei diesem Anlasse an eine Aeußerung Napoleon 1., des Inhalts, dass Oesterreich Anspruch auf die Donau besitze und dass eigentlich auch Belgrad zu Oesterreich gehöre, und fährt dann fort: „Diefer übertriebene Rath wurde nie befolgt, einfach deshalb nicht, weil Oesterreich nicht jene aggressive. Macht ist, als welche sie darzustellen einigen nicht besonders wohl informierten Politikern beliebt hat. Wenn jedoch von kleinen Staaten, wie Rumänien, Serbien oder Bulgarien, der Versuch gemacht werden sollte, Oesterreich die Präponderanz zu bestreiten, zu welcher ihre Bevölkerung, ihr Wohlstand und ihre Macht diese Monarchie berechtigen, dann würde der einfache Tried der Selbsterhaltung dem Cabinete von Wien eine energische Haltung gebieten. Englische Politiker vergessen zu oft, dass die Rechte, die sie für ihr eigenes Land beanspruchen, billiger- und rechtlicherweise anderen Ländern nicht bestritten werden können. Es ist uns nicht bekannt, dass Oesterreich irgend einen extravagante» Anspruch bezüglich der Donau erhoben hat, alier es ist müßig, zu denken, dass, weil Rumänien mit seinen vier oder fünf Millionen Seelen zufällig an der Mündung des Stromes und Oesterreich-Ungarn mit seinen dreißig Millionen und darüber stromaufwärts ist, dass der stärkere, reichere und bedeutendere Staat seinen Einfluss als Uferstaat zurückdrängen oder gefährden lassen werde. ... Es ist ein immenser Vortheil für die jungen Staaten, welche durch den Berliner Vertrag ihre Existenz oder Unabhängigkeit erlangt haben, in ihrer Nachbarschaft solch ein Reich wie Oesterreich-Ungarn zu haben. Es ist gar kein Grund vorhanden, warum die kleineren Staaten von dem großen absorbiert werden sollten. Aber für die kleineren Staaten sind alle Gründe gegeben, sich an den großen anzulehnen, von ihm zu leinen, ,hn nachzuahmen und um sein Wohlwollen und seine Sympalhie zu werben." Der Auditor der päpstlichen Nnnliatur in München, Monsignor Tarnassi, ist am 22. v. M. nach Paderborn abgereist, um dem dortigen Dom capitel über die von diesem vorzunehmende Wahl bei Wiederbesctzung des bischöflichen Stnhlrs in Paderborn hierauf bezügliche Eröffnungen des heil. Vaters zu machen. Bereits am Tage nach dem Eintreffen des Msgr. Tarnassi fand eine außerordentliche Sitzung des Domcapitels nnd am 26. und 27. v. M. wiederholt eine solche statt. Am 25. v. M. begab sich Msgv, Tarnassi in der gleichen Mission nach Osnabrück, dessen bischöflicher Stuhl bekanntlich auch eiledigt ist, von wo derselbe am 26. v. M. nach Paderborn zurückkehrte. Ueber die Personalfrage inbetresf der Wieder-besetznng der erledigten beiden Bischöfsstühle, schreibt die „A. A.", wird strengstes Geheimnis beobachtet. Bezüglich der Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles in Paderborn ist zur näheren Orientierung zu erwähnen, dass nach den kirchenrechtlichen Bestimmungen ein Domcapitel, welches innerhalb drei Monaten nach Erledigung des bischöflichen Stnhles nicht zur Wahl geschritten ist, das Recht zur Bischofswahl verliert und das Recht zur Wiederbcsehung auf den Papst übergeht. Der Polizeipräfect von Paris, Herr Cam es-casse, hat in den letzten Tagen des vergangenen ! Jahres an feine Polizelcommissäre ein Rundschreiben gerichtet, in dem er ihnen bedeutet, dass es fortan den verschiedenen Vereinen, Liedertafeln, Hilfsgesell-schaften, Arbeiterverbindnngen, nicht mehr gestattet sen« soll, sich mit ihren Insignien und fliegende» Fahnen auf der Straße zu zeigen, sei es, um sich einem Leichenbegängnisse oder sonst irgend einer öffentlichen Feier anzuschließen. Solche Kundgebnngen, , sagt der Polizeipräfett, wären, auch wenn ihnen lein ungesetzlicher Charakter innewohnte, nur dazu angethan, den Straßenverkehr zu hemmen. Die Verhaftung des irischen Terroristen« Hnuptmanns. ^ Die irische Executive hat — wie aus London ' unterm 31. Dezember geschrieben wird — einen vorzüglichen Fang gemacht. Es ist der Polizei von Macroom gelungen, den Anführer der nächtlichen Schrcckensbande, unter dem Pseudonym „Hanptma n n Mondschein" bekannt, in der Person eines wegen schlechter Aufführung ans drr Linie ausgestoß^nen, gegenwärtig aber in der Miliz dienenden Soldaten, eines jungen Burschen von etwa 21 Iichrci!, Namens Cmnell, in dein Hanse eim's Fmim'is Thomas Shea zu Mushra, einein Orle ii, der Grafschaft Cork. halbwegs zwischen Macroom und Millstieet. zu verhaften, wobei der Polizei höchst wichtige Document, welche zur weiteren Unschädlichmachung der ganzen schwarzen Bande führen dürften, in die Hände fielen. Ueber die Einzelheiten dieser Verhaftung liegen mehrere ausführliche Berichte vor. Diesen zufolge begab sich vergangenen Dienstag nachts eine starke Polizcipalrouille unter Leitung des Con-stablers Cahill >nif Grund erhaltener Information nach dem Gehöft des genannten Thomas Shea, welcher ein Pächter auf den Gütern M. I. Barrys ist. Das Gehöft liegt in einer wilden und isolierten Gegend, und Shea selber wird als ein seit Jahre» bekannter, höchst arbeitsamer und emporkommender Land-bauer bezeichnet. Es war in dieser, nahe an die Mushra«Verge grenzenden Gegend seit den letzten zwei Jahren wegen häufiger nächtlicher Ueberfälle und Waffenplünderungen Neunundfünfzig Jahre nach der ersten Amselfelder Schlacht (1448) ward das Blutgefilde frisch getränkt in dem dreitägigen Kampfe (vom 17. bis 19. Oktober, wie die Schlacht bei Leipzig) zwischen Murad II. und dem großen Feldherrn Hunyad, dessen Stern hier meteorgleich aus seiner Höhe stürzte und funkensprühend viel von seinem alten Glänze einbüßte. Als Hunyad mit seinem Heere (Ungarn, Wallachen. Deutschen und Böhmen, im ganzen 24,000 Mann) über die Sitniza gieng, sah an der Furt ein alles Serbenweib und prophezeite dem Christenheere ein schlimmes Los. Um den Grund ihrer Weissagung befragt, erwiderte sie, Murads Heer (150,000 Mann) sei drei Tage hier über den Fluss gesetzt, während ihn die Christen in einem Tage überschritten. Trutz dieser Uebermacht der Türken wies Hunyad den letzten Friedensvorschlag Murads zurück und stürzte sich, ohne oie versprochene Hilfe der Albanesen unter Skanderbeg abzuwarten, in den verhängnisvollen Kampf. Während die Wallachen, wie einst Vuk Brankowitsch, treulos zu den Türken übergiengen, deckten die Deutschen und Böhmen mit aufopfernder Hingebung Hunyads Flucht'; optimi ot, torti8»imi 1'g.rlonum heißen sie deshalb bei dem Byzantiner Chalkondylas. 17.000 christliche und doppelt so Viele türkische Leichen deckten den Plan, die Wasser der Sitniza stockten und wurden zurückgestaut durch die Menge der fortgeführten Todten. Das Amselfeld war zum zweitenmale geadelt durch die Majestät eines welthistorischen Unheilsschlages. Auch Hunyad, den die Serben Sibinjanin (Hermannstädter) Tanko nennen, und seinen Amselfelder Kampf feiert die nationale Voltspoesie in langen Liedern, die noch heute Altserbien fowie Bosnien und die Herzegowina durchklingen. Gebrochen war, zumal durch diesen zweiten Schlag,! die Blüte von Prischtina, der Hauptstadt des Amsel» selves, in welcher vordem die serbischen Könige und Zaren, aber auch der Verräther Vuk Brankowitsch gern zu verweilen pflegten und wo noch bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts eine der bedentendsten Handels« colonien der Nagusaner in Serbien bestand. Das alte Emporium und Culmrcentrnm von Kosovo lag aber weiter südlich. Wir finden die ersten Spuren davon sechs Kilometer südlich von Prischtina: mehrere römische Inschriften, verbaut in die Klosterkirche von Gratschaniza, dieselbe, welche in einem alter-thnmlichen serbischen Volksliede vorkommt. „Vei der weißen Kirche Gratschaniza" berathen sich nach dem Tode Stefan Nemanjas (1193) die Edlen Serbiens über das Erbe ihres Fürsten, und der älteste Sohn desselben, Sava, der Heilige genannt, weil er freiwillig dem Throne entsagte und sein Leben und Wirken der Kirche widmete, gibt Aufschluss über die verschwundenen Schätze seines Vaters. Dieser hat dafür drei Klöster bauen lassen: Chilindar auf dem Athos für sein Seelenheil, Studemza in Wlachien für seine Mutter und Milescheva in der Herzegowina (jetzt bei Prepolje in Novibazar) für seinen Sohn Sava. Diese Rechtfertigung findet den vollen Beifall der versam< melten Fürsten, und gepriesen wird die Frömmigkeit der rechtgläubigen Nemanjiden. Das Kloster Gratjcha-niza ist eine Stiftung des Königs Milutin. Eine Abschrift der Stiftungsurkunde befindet sich an einer Mauer der Klosterkirche und bedeckt mit ihren schwarz gemalten Buchstaben sieben Fuß breit die ganze Wand von der Decke bis zum Boden. Mehr Ueberreste aus hohem Alterthume finden sich bei dem Orte Lipljan, einer Station der Eisenbahn, fünfzehn Kilometer Mich von Prischtina. Hier lug, wie znnächst schon der Name zeigt, die Römer-Stadt Ulpiana. eine Gründung Trajans aus dem Anfange des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, später Iilstiniana Secunda genannt, an einem wichtigen Kreu-zungspunkte mehrerer Straßen aus Dalmalien, Mace-donien und Mösien. Noch unter den Bulgaren und Byzantinern war Lipenion, wie es die letzteren nennen, ein namhafter Ort und Bifchofsitz, unter den Serben aber verfiel es und trat seine Rolle an das anf-blühende Prischtina ab. Wir eilen „un im Fluge des Dampfes das Amsel< f»>ld hinab und verweilen erst wieder im südlichsten Theile desselben bei der Station Varosch. Unweit von hier wird ein Hügel Namens Nelodiin gezeigt, an den sich die Sage vom Tode des letzten Nemanjiden knüpft, Uroschs, des Sohnes Duschans, dem Marko Kralje-witsch, seinem Vater zum Trotze, das ihm gebürende Erbe zugesprochen. Hier ward der Jüngling von Vukaschin, dem Vater Markos, auf der Jagd eigenhändig mit dem Streitkolben erschlagen (W68) angesichts der Burg Nerodiinlja und anderer Schlösser, die in den Schicksalen des nun erlöichendcn Nemanjiden-Hauses dereinst bedeutende Rollen gespielt. Im Thale der Neredimka, die, an der genannten Burg entspringend, bereits nach Süden dem Vardar zufließt, erreicht die Bahn den Pass von Katschanik, und durch mehrere Tunnels, in deren Zwischenräumen der zehntausend Fuß hohe Gipfel des Ljnbolrn (Liebesdorn) den Blick des Reisenden anzieht, gewinnt sie den Südabhang der Balkan-Kette, wo neue Eindrücke und Laibacher Zeitung Nr. 3 ""2! 4. Jänner 1882. berüchtigt, welche Millstreet so in Verruf gebracht, wo vor einigen Monaten am hellen Tage auf einen Landbezirks - Feldmesser Namens Appleby, während derselbe in seinem Cabriolet nach der Gerichtssitzung fuhr, um gegen einige defraudierende Wegebau-Unter-nehmer Klage zu führen, geschossen wurde, wo etwas später ein Einfall in das Haus eines gewissen John Howard gemacht und ein Waffenraub ausgeführt wurde, mit dem weiteren Ueberfall eines anderen Hauses und Misshandlung einer Frau Namens Fitz-gerald, weil sie sich der Pachtzinszahlung schuldig gemacht. Damals hielt man diese Gewaltthätigkeiten für vereinzelte Fälle von Desparados, für deren Ent« decklmg die Regierung hohe Belohnungen aussetzte, aber nicht als das Werk einer organisierten Freulerbande, wie jetzt durch die in dem Besitz des verhafteten „Hauptmann Mondschein" gefundenen Papiere ans Tageslicht gebracht worden ist, welche genaue Aus-kunft über das Bestehen einer regelmäßigen »ttiddou 8oci6tx or ^.380 oiktion", deren Mttglleder sich die Züchtigung und Verfolgung aller sich gegen den Codex derselben vergehenden Pächter zur Aufgabe gestellt haben, in die Hände der Behörden geliefert. Constabler Cahill erreichte mit seiner Polizei, patromlle Sheas Gehöft etwa um Mitternacht, welches «hm auf sein Anklopfen ohne Umstände geöffnet wnrde. Einen über der Küche befindlichen Boden er-steigend, fanden sie, im Bette mit einem von des Päch-ters Söhnen, den Burschen Connell angekleidet. Auf. sprmgend, suchte derselbe sich seiner Weste zu entledigen, welche ihm jedoch nach einer Balgerei mit einem der Polizisten, woran sich auch eine der Töchter des Pächters betheiligte, abgenommen wurde. In einer inwendigen Tasche im Futter befanden sich, in ein Bündel zusammengebunden, verschiedene Schriftstücke, während aus den Taschen der übrigen Kleidungs' stücke desselben eine goldene Uhr und eine Anzahl Bleikugeln in die Hände der Polizei fielen. Bei der angestellten Haussuchung fand die Polizei in einem der Nebengebäude vier Revolver, zwei von allerneuester Construction, sechsläufig, und zwei fünfläufige älterer Art. Einer derselben schien dem vor einigen Monaten von einer bewaffnelen Bande überfallenen Waldhüter Massey anzugehören. Die bei Conncll gefundene gol-dene Uhr wurde als das Eigenthum Cudmores, in dessen Haus in der Nähe von Millstreet ebenfalls vor ein paar Monaten ein Einfall wegen Waffen von einer Abtheilung der „Mondscheinmänner" gemacht worden war, erkannt. Der wichtigste Fund jedoch waren die Papiere. Es fand sich unter denselben ein Verzeichnis von specificierten „Vergehen" aegen den ungeschriebenen Codex der „Mondscheinbande" Connells und seiner Spießgesellen — Vergehen, wegen deren „Strafe und Züchtigung" bereits verhängt und in Ausführung gebracht worden. Ferner ein weiteres „Verzeichnis von Vergehen", deren Ahndung noch nicht statt, gefunden und einem fpäteren Zeitpunkte vorbehalten war. Diefelben waren mit fingierten Namen unterzeichnet und gegengezeichnet und endeten mit den Schlussworten: «Geprüft und bestätigt zur Ausführung für die bevorstehende Nacht. (Unterschrift:) Cap. tain Moonlight." Am aUerwichtigsten unter den Schriftstücken erwies sich eines, welches ein Eomplot zur ErErinnerungen das Bild des Amselfeldes bald aus unserer Seele verdrängen. Später aber tritt das letz-tere wieder mächtig hervor, und der Name genügt, uns das weite Gemälde mit seiner historischen Staffage zn entrollen. Kosovo! — Es klingt, wie wenn die Norma auf kupferne Becken schlägt, die Gallier zum Befreiungskampfe anzurufen, abrr dem hellen Klänge schwirrt ein feiner Misston nach, der noch lange, nachdem jener verhallt ist, in unseren Ohren gellt. Als die Türken einbrachen, da standen Albanescn, Slaven, Rumänen, Magyaren einmüthig dem gemeinsamen Feinde gegenüber, und gemeinsames Unglück überhob sie des Streites um den Kampfpreis. Wenn der Türke heute abzieht, hinterlässt er die Saat des Unfriedens, des Rassen, und Religionszwistes, die beim Anbruche des Völkerfrühlings auf der westlichen Balkan-Halbinscl jäh in die Höhe schießen wird. Dies zu verhüten, legten die Mächte in die Hände Oester-reichs ein Mandat, dessen Sinn und Bedeutung viel-fach ebenfo richtig als unvorsichtig bis znr letzten Grenze ausgedacht und ausgelegt wurde. Wir wollen nur bemerken, dass in einem nicht mehr fernen Zeitpunkte Kosovo an den Türken gerächt und ein Schauplatz aanz anderer Streitigkeiten fein wird und dass dann eine Macht nöthig ist, welche unbeirrt von den einseitiaen Ansprüchen der Nationen d,e Interessen der Cultur und Europas wahrnimmt. Dann nnrd v,el-leicht einmal der ewige Frieden von dem der Dichter träumt, auf den Hügeln des Amselfeldes ruhen, die Klagen der blinden Sänger werden verstummen, und die Erinnerung an sie nur ein nener Re»z sem zum Genusse der blühenden Gegenwart. (Wiener Zeitung.) mordung zweier Farmer Namens James Sullivan und Denis Coakley, welche auf Sheas Gehöft wohnten, sowie zur Entstellung der beiden Töchter Sullioans durch Abrasierung ihrer Haupthaare, ent-hüllte. Beide, SuUivan und Coakley, welche gleich Shea Pächter Barrys sind, stehen in dem Verdacht, ihrem Gutsherrn den schuldigen Pachtzins bezahlt zu haben; und der Frauenzimmer Vergehen nach dem „Ribbon Sociely"«Codex ist, der einen, dass sie auf der Straße mit einem Polizeibeumten von Macroom gesprochen, und der andern, dass sie von einer „pro-scribierten" Person (das heißt im Sinne der Ver» schwörer) Einkäufe gemacht. Die Instructions für den Ueberfüll und die weitere Ausführung des mörderischen Planes sind in dem betreffenden Documente aufs genaueste mit größter Sorgfalt beschrieben und auseinandergesetzt. Dieselben sind jedoch zum Glück durch die noch rechtzeitige Verhaftung Connells und die Entdeckung dieser Schriftstücke vereitelt worden. Die Hilfsmittel zum Zwecke der Entstellung und Unkennbarmachung der Theilnehmer an diesem Mord» anschlage, wie falsche Haare, Bärte, Larven u. s. w., nebst den Waffen zur Erschießung Sullivans und Coakleys und der Scheeren zur Verschneidung der Haare der Töchter SullivanK waren nach dem Inhalt des Documente bereits im voraus in einem bezeich« ntten Heuschober in der Nähe von Helfershelfern ver° steckt worden. Noch anderen Personen standen wegen geringerer „Vergehen" Züchtigungen, wie Ohrenab-schneiden oder Eigenthuinsbeschaoigung, bevor. Connell befindet sich im Gefängnis zu Cork. Es stehen noch weitere Verhaftungen in Verbindung mit diesem Fange bevor und man erwartet von dem Verhöre Connells vor dem Polizeirichter fernere wichtige Aufschlüsse. Hagesneuigkeiten. — (Personalnachricht.) Aus Prag, 2. Jänner, meldet die „Bohemia": „In dem Befinden Seiner Excellenz des Herrn Landescommandierenden. FZM. Barons Lihelhofen, ist seit vorgestern leine besondere Veränderung eingetreten. Gestern mittag» wurde folgendes Bulletin ausgegeben: „Die Nacht etwas geschlafen und geschwitzt. Process im Stillstände begriffen. Puls 88. Dr. Muyer." Im Lause des gestrigen Tages sind Uon der Militiirkanzlci Sr. Majestät des Kaisers und von Ihren t. und t. Hoheiten dem durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolf und dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Albrecht telegraphische Erkundigungen über das Befinden Sr. Excellenz eingelangt." — (Ringtheater-Brand.) Nachdem die Cisenbestandtheile nunmehr fast gänzlich aus dem Parket deS Ringtheaters weggeschafft sind, wurde am 8. d. M. eine größere Anzahl um, Arbeitern aufgeboten, um auch dort den Schutt wegzuräumen. Am 3. d. M. wurde ein Gerüst errichtet, um die schweren Eisensftarren, welche noch an der theilweise demolierten Giebelmauer im Pro« scenium sich befinden, fortzuschaffen. Bis Ende dieser Woche hofft man mit den Räumungsarbeiten gänzlich zu Ende zu sein, und wird dann auch die im Hause befindliche Polizei'Inspection aufgelassen sowie mit der Demolieruna. deS Gebäudes selbst begonnen werden. — (Oesterreichisches Schützenfest.) Am 29. v. M. hat »n Innsbruck eine Sitzung des Gemeinde-ralhes stattgesunden, in welcher Bürgermeister Dr. Fall die Mittheilung machte, eine Deputation habe ihm die Nothwendigkeit dargelegt, dass die Stadt Innsbruck schon jetzt dem Comiti für daS zweite österreichische Bundesschießen einen grbheren Geldbetrag zur Verfügung stelle, GN. Professor Dr. Pfaundler stellte dann den Antrag, dem Comite zu den Festvorbereitungen ohne jede weitere Bedingung 1000 st, zur Verfügung zu stellen und 100 Ducaten zu einer Nestgabe zu bewilligen. Die 1000 st. wurden bewilligt, ein Beschluss wegen der 100 Ducaten aber auf A>,trag des GR. Dannhauser auf eine spätere Ieit verschoben. — (Wärme an der Adria.) Man schreibt auS Nabrrsina. 31. Dezember: „Wer in den letzten Tagen diese Küste besuchte, genoss Tage voll Licht und Wärme, die man sommerlich nennen möchte, wenn sie nicht Weit angenehmer wären als der Sommer mit all seinen lästigen Zuthaten. Diese Tagesstunden, in denen einem Spaziergänger der einfache Gehrock schier zu warm wurde, standen in merkwürdigem Gegensahe zu der Kälte, die aus einzelnen Alpenländern gemeldet wurde, sowie zum blendenden Weiß der hohen Nergeshäupter im Norden und Nordwesteu. Am Strande blühen noch immer zahlreiche Phanerogamrn. Eitronenlraut und Salbei, von denen so manche Hänge des als „Wüste" verschrienen Karstes überwuchert sind, dufteten stärker unter dem warmen Mittag," — (Zum Unglücksfall im Olmützer Theater) Am Samstag hat in Olmüh wegen eineS seinerzeit stattgehabten Unfalles im Theater, wobei drei Ehordamen beschädigt worden, die Vcrhcnidlung gegen deu angeklagten städtischen Bauverwnlter Hrrrn Illich-mann, ferner gegen den Theaterdirector Heriü Raul und den Theatermeister Herrn Hauke stattgefundn», und wurden die beiden ersteren verurtheilt, je 70 si. an die Armenkasse zu bezahlen, wahrend der Theatermeister Hauke freigesprochen wurde. Die beschädigten drei Vhor- damen, die inzwischen vollkommen hergestellt sind, haben keine Ersatzansprüche gestellt. — (Durch Petroleum stumm geworden.) Die „Pannonill" erzählt aus Kaschau folgenden merkwürdigen Fall. Freitag nachts wurde Dr. Vandracsel zum Hausmeister Josef Terna. Fleischhauergasse Nr. 3, gerufen, nachdem dort die ganze Familie plötzlich stumm geworden war. Als der Arzt ins Zimmer trat, fand er die Familie bei Tische nach dem Nachtmahle sitzend, aber ganz betäubt. Eine Petroleumlampe, die fortwährend rauchte, verbreitete in dem oon Rauch schon erfüllten Zimmer ein spärliches Licht. Sofort wurde frische Luft hereingelassen, welche auf die Hausbewohner belebend wirkte, aber zu sprechen vermochte keines der Familienmitglieder und sie verständigten sich nur durch Zeichen Tagsdarauf gicng es den Kranken besser, ohne dass sie jedoch ihr Sprachvermögen wieder erlangt hätten. — (Prinz Alberts mus ilali sche Werke.) Auf speciellen Befehl Ihrer Majestät der Königin Victoria bereiten die Herren Metzler k Comp,, London, Marlborough Street, die Gesammtausgabe der musikalischen Compositiouen des Prmz»GcmahlS Albert unter der Aussicht des Herrn CusinS Miller ot mu«io" der Königin vor. Die Königin hatte diese Ausgabe ursprünglich nur für einen privaten Kreis ins Auge gefasst. Allein als der Königin vorgestellt worden war, welch allgemeines Interesse eine Veröffentlichung der musitalischen Werke des Prinzen hervorrufen werde, gab sie sofort ihre Zustimmung zur Veröffentlichung. Der Preis der ganzen Ausgabe wird nur Eine Guinee betragen. Locales. — (Dibcesanveranderungen) Die canonische Investitur erhielten die hochw. Herren: Koncnil Martin auf die Pfarre Iaoorje am 20. Dezember; Oranc Stanislaus auf die Pfarre Neteie am 22. De-zembrr und Karet Johann auf die Pfarre Unterdcutschau am 20. Dezember 1881. — Der hochw. Herr Andreas Volc. Pfarrer in Fuzine, wurde für die Pfarre St. Veit ub Laibnch präsentiert; der hochw. Herr Anton Iat5ii, Pfarrer in Poljanica, wurde in den definitiven Ruhestand versetzt. — Hersetzt wurden die hochw. Herren: Salser Johann, Pfarrcooperator in Predoslje, als solcher nach Heil. Kreuz bei Neumarlll; Vodopivec Ludwig, Expositus in Ubeljslo, als OrtScurat nach Podlraj; Regen Josef, Pfarrcooperator in Franzdorf. als solcher nach Preserje; Potocnil Thomas. Pfarrcooperator in Horjul, als solcher nach Franzdorf. — Gestorben find die huchw. Herren.- Pretncr Josef, Pfarrer von Kovor, am d. Drzemlier, und Ferlan Matthäus, pens. Kaplan in Altlock, am 2tt. Dezember 1881. — ( Christbaumfeier.) Am Freitag. 6. d. M., halb 4 Uhr nachmittags findet im hiesigen Kaiserin-Elisabeth-Kinde rspitale die llhristbaumfeier statt, zu welcher alle Gründer. Wohlthäter und Gönner sowie überhaupt alle Kinderfreunde höflichst eingeladen sind. — (Porträt des weil. Dr. Johann BlciweisRitter vonTrstenisli.) Der hiesige Handelsmann Herr Peregrin Kajzel hat in Paris das Bildnis beS verstorbenen Dr. Johann Ritter v. V l e i w e i S » T r st cn i s k i in Oelfarben-druck anfertigen lassen. Dasselbe wird 63 Zentimeter breit und 7^> Centimeter hoch sein und eine besondere Zimmerzierde bilden. Es wirb dasselbe Ende Februar d. I. erscheinen, und wird die Pränumeration darauf (per Stück 4 st.) schon jetzt bei Herrn Kajzel ent-gegengenommen. x» — (Ausstellung in Trieft.) Bezugnehmend auf den von uns am 24. Dezember 1881 veröffentlichten Aufruf des hiesigen Filialcomites zur Betheiligung an der vom 1 August bis 15. November stattfindenden österreichisch-ungarischen Ausstellung in Trieft bringen wir aus dem Programme folgenden Auszug: Die Ausstellung umfasst die Objecte von fünf Hauptgruppen: ^ Bergbau und Hüttenwesen; k. Land' und Forstwirtschaft; 0. Industrie; O. Marine-Wesen und 15 eine additionelle Ausstellung. ^,. Bergbau und Hüttenwesen. 1. Klaffe: Producte des Bergbaues und des Hüttenwesens; 2, Klasse: Zeichnungen und Modelle aus der Technik des Berg« baues und deS Hüttenwesens; 3. Klasse: natürliche und künstliche Mineralwässer. 15. Land- und Forstwirtschaft. I.Klasse: Feldwirtschaft; 2. Klasse: Weil,- und Obstbau; 3. Klasse: Gartenbau; 4. Klasse: Forstwirtschaft; 5. Mnsse: thie. rische Producte im rohen Zustande; 6. Klasse: lebende Thiere (Gegenstand temporärer Ausstellung); 7. Klasse: Arbeitsprocesse und Vorrichtungen im Dienste der Land-und Forstwirtschaft (je nach den Dimensionen, im Ori-ginal oder m Modellen und Zeichnungen); 8. Klasse: land. und furstwirtschaftliches Ingenieurwesen; 9. Klasse: Süßmasser-Fischerei; 10. Klasse: wissenschaftliche Versuchsstationen. 0. Industrie. 1. Klasse: Transportmittel; 2. Klasse: Maschinen, Werkzeuge und Vorrichtungen der Kleinindustrie (je nach den Dimensionen im Original oder in Modell); 3. Klasse: NahrungS- und GenusS-mittel als Industrie-Erzeugnisse; 4. Klasse: chemische Laibacher Zeitung Nr. 3___________________________________________22________________________4. Iilnner 1882. Industrie; 5. Klasse: Industrie der Rohmetalle; 6. Klasse: Industrie der Stein«, Cement», Glas« und Thonwaren; 7. Klasse: Wohnungsausstattung; 8. Klasse: Textil-und Bekleidungsindustrie; 9. Klasse: Lederindustrie und Er« zeugnisse aus anderen thierischen Rohstoffen; 10. Klasse: Erzeugnisse aus Kautschuk. Ebonit und Guttapercha; 11. Klasse: Papierindustrie; 12. Klasse: graphische Künste; 13. Klasse: Kurzwarenindustrie; 14. Klasse: Goldschmiedekunst und verwandte Industrie,,; 15. Klasse: Instrumente für Wissenschaft und Kunst; 16. Klasse: Vau- und Civil-IngenieurKwesen; 17. Klasse: der technische Unterricht. v. Marinewesen. 1. Klasse: Technik der SchisfahrtK'Erfordernisse; 2. Klasse: Meeresproducte und Studien zur Kenntnis des Meeres und dessen Boden. N Additionelle Ausstellung. Culturhisto-rische und commercielle Sammlungen von Industrie-Erzeugnissen und Rohmaterialien. Die nähern Details diefes Programmes, das Reglement, aus dem wir auch das Wesentliche veröffentlichen werden, und die Anmeldungsbogen können bei der Handels- und Gewerbekammer in Laibach als Filialcomite der Lriester Ausstellung erhoben werden, die auch auf mündliche oder schriftliche Anfragen bereitwilligst Aus» liinfte ertheilt. Aus dem Reglement für die Betheiligung an der Ausstellung bringen wir folgenden Auszug: 1.) Diese Ausstellung wird in den Anlagen des Spazierganges von St. Andrea in eigens dazu errichteten Gebäuden stattfinden. 2.) Die Anmeldungen der Aussteller müssen bei den Handelskammern bis !5. Februar 1882 erfolgen. 3.) Die Zulassung der zur Ausstellung eingesandten Gegenstände hängt von dem Urtheile der einzelnen Handelskammern ab, für Trieft vom Executivcomite und für Bosnien und die Herzegowina von jener Landesregierung oder ihrem Bevollmächtigten. 4.) Jeder Aussteller erhält bis zum 15. April 1882 eine vom Präsidenten des Executivcomites ausgestellte Bestätigung über die Annahme seiner Anmel» dung (Ausstelllmgsschein). 5.) Die Aussteller zahlen als Plahgebüren per Quadratmeter: I. im bedeckten Raume: a) für ein Currentmeter Facade bis zu 075 Meter Tiefe längs der Wände einschließlich der Höhe von 15 Meter si. 5 50, d) für das Quadratmeter bei größerer Tiefe fl. 10. c) für jedes über das Maß von 15 benutzte Quadratmeter Wandstäche si. 3. ä) für das Quadrat-meter Bodenfläche bei freistehenden Objecten st. 13; II. im Parke: a,) im Freien für jedes Quadratmeter fl. 3, b) in dem auf Kosten der Aussteller herzustellen» den Raume st 4 Bruchtheile eines Meters werden als ganzes Meter berechnet. Veranstalter von Collectiv.Ausstellungen der Kleinindustrie ldnnen vom Executivcomitc in besonders rücksichtswürdigen Fällen eine Herabsehung der Platzgebüren erlangen. 6.) Aussteller, welche besondere Baulichkeiten auf eigene Kosten beanspruchen, haben die darauf bezüglichen Anmeldungen mit den betreffenden Plänen längstens bis 15. Februar 1882 bei dem Executivcomite i» Trieft einzubringen, mit welchem sie sich auch betreffs der Aus-fÜhrung ins Einvernehmen zu setzen haben. 7.) Das Executivcomite wird Vorsorge treffen, um für den Transport der Ausstellungsgegenstände Trans» Portbegünstigungen zu erlangen. 8) Die eingesandten Gegenstände werden, wenn keine zur Uebernahme delegierte Person anwesend ist, vom Executivcomite auf Kosten und Gefahr des Ausstellers übernommen. 9.) Die Auslagen für den Transport der Aus» ftellungsgegenftände, für die Emftfangnahme und Eröffnung der Colli, die Auspackung der Gegenstände, die Wegschaffung und Aufbewahrung der Verpackungsmittel, die Beschaffung von Tischen, Etalagen lc, und für die Rücksendung der Gegenstande haben dic Aussteller zu bestreiten. 10.) Die Aufstellung der Gegenstände geschieht durch die Aussteller oder über besonderes Ansuchen durch das Executiocomite; die Aussteller haben jedoch in beiden Fällen die Kosten zu tragen. 11.) Die leeren, zur Rücksendung nöthigen Verpackungen werden in einem besondern Magazine gegen Iahlung einer durch einen besondern Tarif festzustellen« den mäßigen Taxe aufbewahrt. 12.) Die Bodenproducte, sowohl die land» als forstwirtschaftlichen, müssen in einer für die Möglichkeit einer meritorischen Beurtheilung des Gegenstandes hin-reichenden Menge ausgestellt werden. 13.) Bei gegohrenen Getränken: Wein. Bier. Li. queur «.. sind wenigstens sechs Flaschen jeder Sorte für die Jury einzusenden, und sind bei den Weinen die Qualität der Reben und die Oertlichleit, woher sie kommen, das Alter des Weines, die produciertc und verkäufliche Menge sowie die wichtigsten Daten über die Erzeugung anzugeben. 14.) Ganz ausgeschlossen von der Ausstellung sind -xplodierbare Stoffe, ätzende und leicht entzündliche Substanzen. Zündhütchen. Feuerwerkskörper, Zündhölzchen und andere ähnliche Gegenstände dürfen nur in Imita» tionen ohne Hinzugabe entzündlicher Stoffe ausgestellt lverden. 15.) Innerhalb acht Tagen uach Schluss der Aus« stellung müssen die Aussteller zur Verpackung und Weg-räumung ihrer Ausstellungsobjecte und Aufstellungsvor. richtungen schreiten. 16.) Die Öffentliche Sicherheit wird unter Vorsorge und aus Kosten des Executivcomilis aufrecht erhalten werden. 17.) Das Executivcomilö wird die nvthigen Anstal« ten treffen, um die ausgestellten Producte möglichst vor Schaden zu bewahren. Für etwa dennoch vorkommende Beschädigungen oder Verluste übernimmt das Executivcomite keine Verantwortung. 18.) Neproductionen (Zeichnungen, photographische Aufnahmen lc.) von Ausstellungsgegenständen sind nur mit Zustimmung des Ausstellers und Genehmigung des Executivcomites zulässig. — Das Executivcomite allein hat das Recht, über Gesammtaufnahmen der Ausstellung und ihrer Theile zu verfügen. 19) Jeder Aussteller erhält eine Legitimationskarte, welche ihn zum unentgeltlichen Eintritt in den Ausstellungsraum ermächtigt. 20.) Das Executivcomite kann in einzelnen Fällen über Ansuchen der Aussteller den Verlauf der ausgestell» ten Gegenstände übernehmen. 21.) Die Ausstellungsgegenstände werden der Beurtheilung einer aus Fachmännern bestehenden Jury unterzogen. 22.) Die besten Gegenstände werden mit Medail-len, Diplomen und ehrenvollen Erwähnungen ausgezeichnet. 23.) Vom Executivcomite wird eine entsprechende Anzahl von Ausstellungsgegenständen angelaust werden, um sie der mit der Ausstellung verbundenen Lotterie zu widmen. 24.) Ein Generalkatalog wird die Namen aller Aussteller, die ausgestellten Objecte und in kurzem die wichtigsten von den Ausstellern gelieferten statistischen Daten anführen. 25.) Für die temporären Ausstellungen werden besondere Bestimmungen veröffentlicht werden. — (Das Krippenspiel) im Freiin von Liech-tenthurn'schen Waisenhause, das am letzten Sonntag zum zweitenmale vorgeführt wurde, findet, wie man uns mittheilt, ein drittesmal nicht statt. — (Theater Nachricht.) Wie uns die Direo tion Mondheim-Schreiner mittheilt, kommen demnächst zur Ausführung: »Ein Böhm in Amerika" von Bruno Iappert. „Die Statuten der Ehe" von Karl. Morre (dem Verfasser der hier so beliebten „Familie Schneck") und «Der Mann im Monde" von Karl Costa. — (Literatur.) „Wilhelm von Braumüller undHeinrich vonCotta. Zwei Thüringer Charalterköpfe. Von Dr. Veyer in Stuttgart. Wien 1881. I. C. Flscher k Comp." Die vorliegende Publication war ursprünglich ein für die vielen Ver« ehrer Braumüllers und Cottas sowie für die Freunde deZ Buchhandels uno des Waldes bestimmter Separat» abdruck aus dem im Braumüller'schen Verlage erschienenen Werke: „Z i l l li a ch. Culturgeschichtliche Schil-derung der Grafschaft Henncberg und des OrteS Zillbach und dessen Bedeutung als Forstlehranstalt. Mit den Biographien der beiden Söhne Iillbachs. Wilhelm Braumüller und Heinrich Cotta. Von Dr. C, Beyer", gr. 8° 1878. 526 S. Preis 8 Mark, Von vielen Seiten wnrde der Wunsch laut, diese wie „Gedichte in Prosa" erscheinenden Biographien Brau müllers und Cottas den Biographien unserer Erfinder und Entdecker anzureihen und sie durch Anschaffung in allen Schul, und Vollsbibliotheken als „lebendige Denkmäler in die Geister und Herzen zu pflanzen". Auf diefe Weife entstand daS schöne Buch. das außer dem obigen Separatabdrucke als Hintergrund für die beiden Biographien eine uach obigem Werke ge» fertigte präcife Skizze des Geburtsortes der Biogra-phicrten, fowie reiche neue Züge, Ueberarbeitungen und Ergänzungen, die dem Verfasser zur künstlerischen Ab. rundung dieser Publication nöthig erschienen, enthält und selbst jedem Besitzer des Buches „Zillbach" willkommen sein dürfte. Der in aller Welt bekannte Verlags.Vuchhändler R. v. Braumüller fpielt in unserm österreichischen Culturleben eine so hervorragende Rolle, dass auch seinem äußern Leben die höchste Aufmerksamkeit zu schenken ist, ganz Oesterreich kann und muss stolz sein auf diesen Mann, der, ein Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle, gewissenhaft und redlich bis zur Peinlichkeit, genau in allen gefchäftlichen Arbeiten, bescheiden in den Ansprüchen an/s Leben, wahr und treu in Wort uud That. ein Musterbild der Geschäftswelt! 1. Ausweis über die großmüthigen Geschenke und Beiträge für den Herz» IesU'Kirchenbauverein in Laibach bis Ende September 1881. (Fortsetzung.) Durch den hochw. Herrn Vohinc: Mathias Videmscl, Mathias Trapulim. Georg Wolf. Maria Haaar. Ialoli Oblal, Ministrant, Elisabeth Koblar, Maria Kolar und Iuhcnm Arlo, Pfarrer in Pension, je 1 st.; Francisca Koviii aus Zwischen» wässern 5 sl-, Martin Malcnset, Kaplan in Tschcrncmbl, 6 fl,; Lorenz Gantar, Kaplan in Gotlschec, 2 fl.' Maria Lavtejar, Küchin, 5 sl. — Durch Herrn Kaspar Vilman -. Maria und Cäcilia Uhaievöii je 16 lr; Gertraud Bobtt, Anna und Mag. dalcna ssrivec, Cäcilia Zupanii«'. Maria Iarec, Ursula Mahnii und Agnes Cugclj je 20 fr., Ursula Vrczovar 24 lr., Maria Dragan mit ihrer sscnnilie 1 fl.. Agnes Pircc 3t) fr.. Agnes Rozman 60 lr., G. Ailman 1 fl.. Anna Iarec 40 lr., Gertraud Naslelic, Franz und Barbara Hrovat, Frcmcisca Emoli. Fr»n-cisca und Anna Krivec, Ursula Kolencc, Anna Koratin, Anna Pivcc und Barbara Kebclj je 20 lr.. Barbara Krcvs 82 kr.. Maria Papez und Maria NapuZ je 30 fr., Agnes Kouacii, Agnes und Maria Rifelj. Maria Krevs, Maria Krevs, Mar» aarctha Malse, Anna Slal und Francisca Piuec je 25 lr., Agnes Hrovat und HranciSca Poto5ar je 20 lr., Ursula Klinec, Anton nnd Ursula Sluftar und Aanes Avbar je 85 lr., Vla-sins Ncmic, Johann und Ursula Muhii je 40 li., Maria Iga» vec, Anna und Maria Srovin je 25 lr., Maria Kolcnec 32 kr.. Katharina Dular, Agnes Krcus, Maria Pajcl, Maria Iarec. Maria Pirec, Agnes PapcZ, Anna Matse und Agneö Babnar je 20 lr.. Ursula Gralmar 40 lr., Barbara nnd Josef Krcvs je 32 kr. (Fortsetzung des 1. Ausweises folgt.) Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Trieft, 3. Jänner. Iu der hcutigcu Sitzung der Handelskammer wurde nach Wiederwahl des Präsidiums uud nach Berichterstattung der jüngst nach Wien entsendeten Deputation vum Präsideuten die Mandatnieder-legung des Abgeordneten Tcuschl bekauut gegeben. London, 3. Jänner. Die „Timrs" schreiben: Die egyptische Nationalparlei anerkennt den Sultan als Suzerän und Chalifen; sie erklärt ihre Treue gegen den Khedive; sie betrachtet die ausländische Finanz« Controle als nothwendig, aber nur als ein Provisorium, weil sie Egypten in eguptischcn Händen sehen wolle. Cork, 3. Jänner. Der Municipalrath nahm eine Resolution an, dem im Gefängnisse befindlichen Dillot das Bürgerrecht zu verleihen. Alle Conservativen und viele Liberale enthielten sich der Abstimmung. Linz, 3. Jänner. Giaf Clemens Saint^Iulien zu Wallsee, wirtlicher Veheimrath uud Obersthofmeister weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Carolina Augusta, ist heute mittags, 81 Jahre alt, gestorben. Innsbruck, 3. Jänner. Diesertagc starb hier Thealertmector Josef W.Kohky uu W.Lebelisjahrc. Agram, 3. Iauner. Der Fiuauzausschuss des uugarischen Reichstages ist auf der Reise imch Finme heute morgens hirv durchgereist. Delselbe wurde vom HanoelKlammellimean begrüßt nnd setzte dann nach eingenommenem Flühstück dic Weiterreise fort. Vci der Rückkehr fiildcl Donnerstag hier ein mehrstündiger Aufenthalt statt zur Besichtigung der Ausstellung der Gsgeüslä'nde der nationalen Hansindnstlie. Paris, 2. Iänuer. Der Gesandte in Disponi« bilität. Baron de Rmg. wurde zum Gesandten in Bukarest an Stelle Ducros Auberts eruauut. Lchterer wurde in Disponibilität versetzt. Dublin, 2. Jänner. Gestern wurden hier und anderwärts mehrere hervorragende Mitglieder der FraueN'Landliga verhaftet. Rom, 3. Iäinnr. Die „Agenzia Stefani" meldet ans Suez: „Die bezüglich der jüngsten Ereignisse in Suez eingesetzte (-^mischte Commisfion hat ihre Auf« gäbe vollendet. Der des Mordes an dem egyptischm Offlcier in Verdacht stehende Italiener wurde für un-schuldig erkannt. Die Haupträdelsführer wurden nach Kairo gebracht, wo sie vor ein Kriegsgericht gestel't werden. Der Gouverneur stattete dem italienischen Viceconsul einen Besuch ab und drückte demselben das Bedanern der Regierung anlässlich dieses Vorfalles aus." Konstantinopel. 3. Jänner. Wie versichert wird, ist Nurri Pascha Damat, welcher im Processe wegen der Crnwronng des Sultans Abdul Aziz verbannt wurde, in Taif, wo er interniert war, gestorben. Angekommene Fremde. Am 3. Jänner. Hotel Stadt Wien. Erdlen, Priuatdoccnt, Trieft. — Hartmann. ttaufm., Berlin. — Grab, Reisender, und Baad, Hutsabrilant, Wic». Hotel Elephnnt. Lodes. Oberförster, Luegn. — Edelmann, Reisender. Marburg. — Wihcmann, Kaufm., Dornbirn. Mohren. Dolenc, Gurlfcld. — Schusnig, Littai. — Urban, Obertrain. — Wirth, Fabrikant, Billach. — Prlcel Maria. Moränlsch. Verstorbene. Den 2. Iclnner. Nudolf Vehar. Tischlerssohn, 9 Mon Nindcrstcig Nr. 2, Tubcrcnlose, — Maria Cerar Wäscherin«-tochter, 3 Wochen, Aichamtsgasse Nr. 1, Zellgewebsentziindung. Theater. Heute (gerader T°g)Äcnefnvorstellnng der Sängerin Frau Rosine Wallhoff: Donna Iuanlta. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. « -i ck N . -? i«-Z z« W ?s - «! -3Z 7U Mg ! 73385 - 06 zNO. "schwach! Nebel 3. 2 „ N. 7Ü6-33 ^- 48 SW. schwach bewölkt 0 00 9 « Ab. 735 49 ^. 40 SW. schwach! bewöttt Den 3. morgens Nebel, nicht lanac anhaltend; tagsüber bewöllt; abends etluas windig. Das Tagesmittcl der Temperatur -4» 2?', um 5 6« über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: YNemar Vamierg.