^tr. 393. «l«numelatlon»pl«l»! 3« «omptnl« «anzl. ft. 1l, halbj. fi. 5'5N. »lir b>« .^uN«llu»g ln« H»u« Hal!'!. 5U ll, »iil b« Po« l,an,<. fi,,«, halbj. 7^0. Mittwoch, 32. Dezember. Vns«l»!on«g«büi: FU« kleine Inserat» b!» zn < »<«illn »5 tl.. nrößeie p«l .^ell« « l».; b,« ösl««n Wltderholunnen Pel .^tlll « ll. 1880. Amtlicher Theil. Der erste Präsident des k. k. oberste» Gerichtsund Cassationöhufes lM die bei diesem Gerichtshufe ln Erledigung grkmuniene HossecrclärsstrNe dem oberst-Uchterlicheit 'Nathssecrctärö-Adjnncten Karl Danek, mner die hiedurch bci deinsrlben Gerichtshöfe erledigte ^lhssecrelärs.Adjnnclenstclle dem Verichtsadjuncten A dem k. t. Landgerichte in Trieft Dr. Vasilio '"lannellia zu verleihen befunden. Erkenntnis. ^ Das f. l. Landes' als P»essgericht Wien hat auf Antrag ," l-t. Ltaatsnlininitschast rrlaniit, dass dcr Inhalt der Drucl> 'Mist „Schillers 3irlic;ionsa,ischanu>ig" voil Carlos Uon Gasscin 17 das Vrrlncchcn nach § 122 ä und das Vcrqchen nach Z 303 d/'mi brqrnndc. nnd hat nach 8 493 St. P O das Verbot er -lueitelvcrlircitung dieser Druckschrift ausgesprochen, Nichtamtlicher Theil. 2 , Se. Majestät der Kaiser habe», wie die „Linzer H^tung" meldet, der Pfarrgemeinde Großrammiüg zum projecticrten Kirchenerweiteriliigsbauc lOO fl., fer-"kr, wie das „Prager Abdblt." meldet, dem Veteranen, grille in Ki-inec znr Axschaffllng einer neuen Fahne ^" fl- und dem Militär-Veteranenvereiue in Tachau ^ fl-, dann, wie die „Arünner Ztg." m»-ldet, den dnrch 6rue>- beschädigten Anwohnern der Coloni?Zdrawäwoda ^ fl. zn spenden geruht. ^eden Ihrer Excellenzen der Herren Minister Dr. Prälat und Ritter von Kremcr über die Bosnathalbahn. Wir haben bereits in unserer letzten Nummer bei Wiedergabe, des Neichsrathsbrrichtrs die von Ihren Excellenzen der Herren Minister Dr. Praia! und Ritter von Kr einer gehaltenen Ncden über den Pusbau der Vosnathalbahu iukürze mitgetheilt. Heute 'tragen wir den Wortlaut dieser Reden nach. Se. Excellenz Minister Dr. Prajak: Nachdem mit Ausnahme des ersten Herrn Redners die übrigen drei Herreu Redner sich alle für das Eingehen in die Sprcialdebattc ausgesprochen haben, sollte ich im Interesse des Sparens mit der Zeit eigentlich auf das Wort in der Generaldebatte verzichten. Es liegt mir aber daran, nnd ich muss es aus Achtung für das hohe Haus thun, dass ich auf einzelne Bedenken, welche von Seite einiger Redner gegen die Regierungsvorlage vorgebracht worden sind', eingehe. Was den ersten Herrn Redner betrifft, so muss das hohe Haus selbst beurtheilen, welches Gewicht seinen Worten beigelegt werden kaun, nachdem er gegen die Regierungsvorlage aus dem Grunde loszieht, dass der Motivrnbericht nicht die Ziffern enthält, welche beim Baue der Vahn in Ersparung kommen, weun sie nicht nach den Anträgen der Rkgierunq, sundern als eine rein schmalspurige Bahn gebaut würde. Nun sind aber Motivenberichte an und für sich allein in dieser Frage nicht geeignet, einen Beschluss des hohen Hauses zu provocieren, sondern bei jedem Eisenbuhnbaue sind ausgearbeitete Projecte vorhanden. Was würde es auch genutzt haben, wenn außer dem, was im Motivenberichte gesagt ist, noch das angeführt würde, was im Ausschussberichte gesagt ist, dass die Differenz zwifchcn den Kosten einer Bahn, wie sie von der Nrgirrnng projecliert ist, und zwischen den Kosten einer rein schmalspurigen Bahn 12 pEt. des Anlagekaftitales beträgt? Es ist angenommen worden, dass das Project eingesehen werden wird, was auch sofort geschehen ist. Der Herr Abgeordnete Fried-mann hat erklärt, er habe die Acten nicht eingesehen, er könne sich daher nicht aussprcchcn, uud erklärt doch im vorhinein, die Kosten werden bedeutend höher kommen, als projectiert wird, bedeutend höher als der angesprochene Betrag von 3.800,000 fl. Welche» Werl mi solcher Ausspruch gegenüber diesem hohen hause hat möge das hohe Haus selbst prüsen. (Rechts: Sehr gut!) Was das anbelangt, was der verehrte Abgeordnete Herbst und mit ihm die anderen Redner angrfilhrt haben, so ist es imverlennbal-. dass sich in der letzten Zeit eine su entschiedene Stlömung für die Herstellung der Bahn und überhaupt der Bahnen auf der Balkan-Halbinsel als schmalspurige Bahnen geltend gemacht hat. dass nicht nur m diesem Hause, sondern ich möchte sagen — Sle entschuldigen, wenn ich es ausspreche -m technisch competcnten Kreisen über diese Frage eine sehr lebhafte Dlscufswn sich ergeben hat. Ich würde nur gewünscht haben, dass schon iu früheren Jahren diese Frage studiert worden wäre, und dass schon in fruhereu Jahren bei Berathung und Befchlussfassung über Eisenbahnen, von denen man im vorhinein wusste, dass sie verkehrslos sein werden, dass sie in verkehrsarmen Gegenden gebaut werden, mit größerer Vorsicht und Sparsamkeit vorgegangen worden wäre. (Rufe rechts: Sehr gut!) Auch die dalmatinischen waren es, wo es an der Zeit gewesen wäre, zu einem anderen Systeme überzugehen, weil die Verbindung mit anderen Bahnen der Monarchie keine so unmittelbare ist. als dass man hätte annehmen können, die Adoptierung des Systems der schmalspurigen Bahnen in Dalmazien würde ein großes Hindernis sür den Verkehr abgeben (Rufe rechts: Sehr gut!) Nun hat man auch für diefe dalmatiuische Bahnen das System der Normalspur adoptiert, und Sie werden zugeben, meine Herren, dass bei einem solchen Gesetze wie das jetzige, über welches Sie nicht allein zu entscheiden haben, Vereinbarungen eintreten mussten, die auf den Inhalt und das Schicksal der Vorlage von großem Einflüsse sind. Es ist möglich, dass das Princip der Schmalspurbahnen, welches heute so lebhaft vertreten worden ist, vielleicht für einen gewlfsen Theil Europas siegreich zur Geltuug kommen wird, aber Sie begreifen, dass, nachdem wir selbst einiges Interesse haben, um unsere dalmatinischen Bahnen nicht außer alle Verbindung von den übrigen Verkehrsadern der Balkan-Halbinsel zu bringen, wir ebenfalls einiges Interesse haben, dass jetzt schon, wenn die Kostend>fferenz leine bedeutende ist, vorgesehen wird, dass die Bahn selbst einmal eine normalfpurige auch im Oberbaue werden kauu. Ich gebe zu, dass in normalen, ruhigen Zeiten der Eulwlctluug die Nothwendigkeit vielleicht nicht so rasch herantreten mag, aber, meine Herren, wir müssen ja vorsehen auch sür die ungewisse Zukunft, wir müssen uns ja denken, dass diese Bahn doch einmal der Theil eines ganzen Systemes von Eisenbahnen, und dass die zwingende Nothwendigkeit vorhanden fein kann, anch di-se Bahn in drn allgemeinen Wrllverlehr eiuzubcziehen. Es ist heute eiue Broschüre vertheilt worden, die von einem Gegner der Noimalspurbahn herrührt' Sie werden darauf ein ganzes Nch von Eisenbahueu ftnden. Ich weise insbesondere auf die große Orientbahn hin, welche von Belgrad nach Konstantiuopel ziehen wird. Sie wild gcwifs nicht schmalspurig gebaut werden. Wenn nun — und Sie ersehen dies aus dieser Karte — einmal die Nothwendigkeit sich ergeben würde, eine Verbinduug herzustellen zwischen dieser Bahn und der projectierten, so würden möglicherweise die jetzi« gen Auslagen im Verhältnisse zu den Kosten, di< nothwendig wären, um rasch aus einer Schmalspur. Jeuill'eton. Die Irre von Wardon-Hall. lNoman von Albrecht Henbrichs. (52. Fortsehnn«.) 1«. Capitel. Die Hochzeit. Die ausbedungenen drei Tage waren verflossen. ^" Nit Luitgard war eine große Veiäuderung vor-^aligcn. Ein Paar Tage nach Empfang jener Rück-^.u»lt voll dein Grafen Otto hatte fie wie eine Vertäfelnde gekämpft. — dann war es überwunden, das ^bste illid Schwerste. Und das Ende von allen: war ^ der Thür. s.. Sie theilte Frau von Weilburg ihre Absicht mit, M zn verloben, und dass diese Verlobung sie zwinge, ^ Abreise noch weiter hinauszuschieben. Die alte ^We war sehr überrascht, sie wusste ihrer Verwun-zn^"g fem Ende, da sie keine Ahnung von dem "'hergegangenen gehabt hatte, d Hast mit einer gewissen Ungeduld sah Luitgard . '" Moment entgegen, wo Graf Herbert seinen An- "8 wiederholen würde. 9 . Der Tag kam. Nach einer schlaflosen Nacht stand n^lgcnd am'Fenster und erwartete deu Anbruch des t?Ulgfi,Z. Sie sah bleich uud müde aus. Noch immer Mug die warnende Stimme des Gewissens an ihr ^.7' sie wollte sie nicht hören — der Trotz gegen ^ Schiel nahm ihr besseres Selbst gefangen. I. Lm'gsam, bleischwer schlichen die Stunden vorüber. A''l 'Himmel war mit schmeren Gewitterwolken bedeckt. ^'" ln'ißcil Tag folgte ein schweres Gewitter, und ° ""cht hiudurch stürmte es heftig. Luitgard stand noch ,miner unbeweglich am Fenster, die brennende Stirn gegen das Fensterkreuz gelehnt uud schaute den fliegenden Wulkenmassen nach. Endlich störte Frau von Weilburg sie in ihren Betrachlungen. „Fräulein Luitgard, haben Sie iraend welche Befehle für mich?" Das junge Mädchen wandte sich um — und seufzte tief auf. „Nein. Ich komme gleich in den Salon hinab, ich werde die Ehocolaoe in Ihrer Gesellschaft trinken. Ich fürchte mich hier in der Einsamkeit." Es sollte ein Scherz sein und sie versuchte zu lä'chel", aber ein Schauder durchrieselte ihre Gestalt, uud Frau von Weilburg wandte sich kopfschüttelnd ab. Sie begriff von allem nichts. Jedenfalls war Luitgard unglücklich, die Verlobung vielleicht nicht nach ihrem Geschmack, aber wenn dem so war. warum verlobte sie sich oeun? Soviel sie davon verstand, war Luitgard uach jeder Seite hin Herrin ihres Willens, sie hatte keinen Menschen zu fragen. Glücklich aber war sie nicht — so viel stand fest. Nun, vielleicht, — Luitgard war ein besonderer Cha-rakter. Vielleicht machte die Auflegung, die nnbestimmtc Furcht vor den nächsten Stunden'sie so krankhaft aus-sehend. Es wurde besfer, wenn Graf Herbert kam. — Luitgard hatte ihr fchon gesagt, dass er der Mann ihrer Wahl sei. Mittlerweile machte Luitgard Toilette. Sie hatte nicht zu viel gesagt, als sie bemerkte, dass sie sich in der Einsamkeit fürchte. Sie peinigte sich mit allerlei Schreckgestalten aus der Vergangenheit und Zukunft und wollte ihuen um jedeu Preis entfliehen. Sie legte heute zum erstenmale ihre schwarzen Gewänder ab und vertauschte sie mit helleren Farben, Dann wandte sie alle erdenklichen Toilettenküuste, welche sie früher verschmäht, an, um ihr Aussehen besser uud srifcher zu machen. „O, nur jetzt Muth und Kraft, dann wirb alles gut," murmelte sie. „Herbert liebt mich. Sollte es so schwer sein, ihn wieder zu lieben, wo mir die Dankbarkeit so wacker beisteht? Er hat mich geliebt, als ich ein armes, eltern- und namenloses Mädchen war. Er wird mich glücklich machen." Glanbte sie selbst daran? Nein, Luitgard that ihr Möglichstes, sich in diefer Selbsttäuschung zu erhalten. Als sie in den Salon trat, wo Frau von Weilburg am Frühstücktische saß, um die Honneurs zu machen, war diese über das Aussehen Lmtgards ganz überrascht. Sie sah in dem duftigen, hellen Muusse-liulleide ganz entzückend aus, und die frischen, lebendigen Farben machten sie viel hübscher und freundlicher. Luitgard war auch sehr liebenswürdig, Sie plauderte, was sie sonst nicht that, sehr lebendig und viel und Frau v. Weilburg bemerkte nichts von der nervösen Hast und Unruhe, welche sie dabei zur Schau trug. Die Unterhaltung zwischen beiden war nie so anregend gewesen. Nur das Frühstück verschmähte das junge Mädchen, zu Frau v. Wrilburgs großem ssum» mer, aber das war ja nur etwas Selbstverständliches und sie brachte es nicht einmal übers Herz, Luitgard zum Essen und Trinken zu animieren. Als die Zeit der Besuchsstunde herannahte, gieng Luitgard in den Empfangssalon und Frau v. Weil« bürg war tactvoll genug, ihr dahin nicht zu folgen. Das junge Mädchen hatt».' nichi daran gedacht, dafs ihr die Ausführung ihres Entschlusses so schwer werden würde. Von Miuute zu Minute folgte ihr Auge dem Vorrücken des Zeigers auf der Slutzuhr. Nun stand 25NN bahn eine Normalspurbahn zu machen, außer allem Verhältnisse sein zu den Nachtheilen, die entstehen, wenn man nicht beizeiten vorsieht. Aber abgesehen davon, dass wir ein Interesse daran haben, die Bahn wegen unserer dalmatinischen Bahnen nach dem Projecte der Vorlage herzustellen, so müssen wir doch dasselbe Recht und die Anschauung, die wir haben, auch unseren Nachbarn in Ungarn zugestehen. In Ungarn ist nun die entschiedene Ansicht vorhanden, dass diese Bahn einmal einbezogen werden könne in jenen Schienenstrang, welcher die ungarischen Bahnen zunächst berührt. N>m einige Rücksicht, glaube ich, muss man für die Wünsche doch haben, und wenn Se. Excellenz Herr Dr. Herbst an« führt, dass man doch nicht wegen einer Aeußerung in einem ungarischen Ausschüsse so schnell nachgeben müssc, so muss ich gestehen, dass mich diese Aeußerung im Munde gerade dieses Herrn Abgeordneten einigermaßen befremdet, nachdem ja bekannt ist, dass unser jetziges Zusammenwirken ein Resultat von Compromissen ist, wo man in vielem anderen Ungarn hat nachgeben müssen. (Bravo! rechts.) Es ist aber der lebhafte Wunsch von Seite Ungarns , dass die Bahn so hergestellt werde, wie die jetzige Vorlage beantragt, und bei der Differenz von 12 pCt. der Anlagetosten, scheint mir, sind die Argumente, die man dagegen anführt, doch etwas zu weit hergeholt. Es wird insbesondere darauf hingewiesen, dass die Bahn nicht im Interesse der Länder selbst sei. Nun ob sie im Interesse Bosniens und der Herzegowina sei, das ... (Unruhe links. Präsident gibt das Glockenzeichen.) Ich bitte, ich meine natür-iich nur die Herstellung der Bahn, wie sie projectiert wird, sei nicht im Interesse dieser Länder, sondern die Differenz von 450,000 st. würde ihnen zustatten kommen. Nil^ meine Herren, was im Interesse dieser Länder ist, dies zu beurtheilen, ist zunächst das die Verwaltung dieser Länder führende gemeinsame Ministerium competent. Es ist gesagt worden, es ist nicht im Interesse unserer Steuerträger, und man hat sogar anf die Grundsteuer hingewiesen, die vielleicht in manchen Ländern erhöht werden wird. Nun, meine Herren, ich glaube, es ist im eminentesten Interesfe der Steuerträger, dass diese Bahn so rasch als möglich zustande komme (Rufe links: Sehr richtig!), da jede Verzögerung um ein Jahr das gemeinsame Budget um 448,000 fl. bringt. (Sehr richtig! rechts.) Wäre die Vchn, wie es das Knegsministerium gewünscht hatte, schon im Fiühjahre gebaut und heuer vollendet worden, so würden im nächsten Jahre 448,000 fl. für das gemeinsame Budget erspart worden sein. (Rufe rechts: Schr gut!) Ich glaube daher, dass es nicht an dein hohen Hause sei, durch eine Verzögerung, wodurch möglicherweise der Ausbau der Bahn wieder um ein Jahr hinausgeschoben würde, dazu beizutragen, dem gemeinsamen Budget wieder einen Nachtheil beizufügen. Es ist bemeikenswert, dass die Summe, um welche die gemeinsamen Auslagen steigen würden, gerade so groß ist als die Differenz zwischen den zwei projectierten Bahnanlagen. Ich enthalte mich, auf die technischen Gründe, die hier angeführt worden sind, einzugehen und fie zu Luitqard in der Thür, welche auf den Balcon hin» ausführte. Der Wind hatte sich noch nicht ganz gelegt, er wehte ihr frisch entgegen und färbte ihie Wangen röther. Da! Sie trat zurück — todtenbleich. Ein Hufschlag. Halb bewussllos sank sie auf einen Scssel nieder. Nun hörte sie seinen Schritt auf dem Corridor. — Frau v. Weilburg halte das Dazwischentreten der Dienerschaft verhindert, der Erwartete kam unangemeldet. „Es muss sein!" rief es ihr. Graf Herbert war eingetreten — sie standen sich gegenüber. Der Graf nahm ihre Hand und führte sie zu ihren« Sessel zurück. „Lnitgard," sagte er, „ich kann nicht von anderen Dingen sprechen, als von dem, wovon mein Herz übervoll ist. Wozu auch? Ihr „Ja" und »Nein" entscheidet, ob ich bleiben oder gehen soll. Peinigen Sie mich nicht mehr länger mit dieser Un» gewissheit." Jetzt hatte auch Luitgard sich gefasst. „Herr Graf," sagte sie, „ich glaube ein kurzes „Ja" oder „Nein" wird in diesem Falle füi- nns beide nicht ausreichend sein". Er sah sie bestürzt an. „Waniin nicht? Sie wissen, wie lange ich Sie geliebt habe, wissen, wie theuer Sie mir sind —" Luitgard senkte den Blick zu Boden. „Herr Graf — ich weiß das, uud ich sage Ihnen, dass Ihre Liebe es war, welche mich schließlich so sehr gerührt hat, dass ich mit freundschaft« lichen Gefühlen an Sie dachte. Aber das ist keine Liebe uud — ich weiß nicht, ob ein Herz ohne Liebe Ihnen genügt." (Fortsetzung folgt,) ' widerlegen; dazu wird in der Specialdebatte genug Gelegenheit fein, aber das kann ich versichern, dass die Wünsche, die hier in Bezug auf die einheitliche Leitung ausgesprochen worden sind, vollkommen im Sinne der Negierung liegen, denn es ist der Negierung nicht beigefallen, zu glauben, es wäre möglich, diefe Bahn nicht einheitlich mit der bereits bestehenden Strecke zu verwalten; aber einer Aufnahme diesel Bestimmung in das Gesetz selbst bedarf es nach der Anficht der Regierung eben nicht mehr. Auf die weiteren Bemerkungen über die Unzweck« Mäßigkeit der Formulierung einzugehen, behalte ich mir vor, wenn etwa in der Specialdebatte Anträge gestellt werden würden; ich bemerke aber jetzt schon, dass der Vorwurf, dass die Regierung von später auszuführenden Tunnels spricht, deshalb nicht begründet ist, da in der That der Tunnel wirklich projectiert war und bei der Umarbeitnng des Projectes wohl jetzt vermieden werden soll, wobei man aber noch nicht wissen knin, ob die Anlage desselben bei der Entwicklung dcr Bahn nicht doch nothwendig sein wird. Aus diesen Gründen bitte ich, in die Specialdebatte einzugehen. (Lebhafter Beifall rechts.) Se. Excellenz Handelsminister Ritter v. Kremer: Hohes Haus! Indem ich das Wort ergreife, geschieht dies nur zu dem Zwecke, um jenen Bemerkungen gegenüber Stellung zu nehmen, welche von drei Seiten gemacht worden sind uud laut welchen man es auffalleud befunden hat, dass nicht der Handels-minister die Angelegenheit der Vosnalhalbahn vertritt, da dieselbe doch in sein Nessort gehöre. Ich habe dem gegenüber nur zu bemerken, dass das N'ssort des Handelsministers sich auf jene Bahnen erstreckt, die sich innerhalb der Grenzen des diesseitigen Reichsgebietes befinden. Das ist mit dcr Bosnathalbahn nicht der Fall. Die Vosnalhalbahn ist eine Angelegenheit, welche die diesseitige Regierung in ihrer Gescnninlhcit berührt, und aus diesem Grunde wurde der Gesetzentninrf von dem Herrn Ministerpräsidenten eingebracht und wird aus diesem Grunde anch nicht von mir vertreten. Nachdem ich aber schon in dieser Angelegenheit das Wmt ergriffen habe, so möchte ich mir anch gestatten, dem hohen Hanse gegenüber auch darüber mich ans-znsprechen, welche Stellung ich in meiner Position als Handelsminister zu der gegenwärtigen Gesetzvorlage einnehme. Selbstverständlich kann ich ja nur über die Entwicklung eines neuen Communicationsweges im höchsten Grade erfreut sein; dass unsere Handelsbeziehungen mit Bosnien sich in gar keiner Beziehnng werden entwickeln können, wenn die fehlende Strecke Sjenica-Serajewo nicht ausgebaut wird, liegt auf der Hand. Aus diesem Grunde hat man überhaupt gegen den Anibau nur insofern einen Einwand erhoben, als es sich nm die Modalität der Durchführung handelt. Nun mnss ich gestehen, dass sowie ich die Sache betrachte, ich unbedingt für jene Modalität eintreten muss, — und zwar aus fester Ueberzeugung, — welche in der Regierungsvorlage znr Sprache gebracht worden ist. Ich glaube, man täuscht sich, wenn man die gegenwärtige Bahn als eine so unbedeuleuoe Bahn betrachtet, die uur Militärartikel und Approvisionierungs-Gegenstände für die Truppen zu tra»spo>tieren haben würde. Die Bahn wird für einige Zeit allerdings dies zu thnn habcn, aber vergessen Sie nicht, dass diese Bahn nothwendig sich später weiter entwickeln wird, sie wird uns w^hlscheinlich tiefer hinab in die Balkanländer führen nnd hat ihr nalürliches Debouche endlich in Salonichi. Was aber Salonichi anbelangt, so glanbe ich behaupten zu können, duss, wenn die Bahn einst eine Verbindung zwischen dem Eenlrnm Europas und Salonichi herstellt — und hiezu wird es wohl doch kommen — sie als von gröhter Wichtigkeit bezeichnet werden mnss. Durch Salonichi beklimmen wir eine Velbindung, die den gegenwärtigen Seeverkehr zwischen Egypten und allen hinterasiatischen Ländern um mindestens 24, wahrscheinlich 30 Slundeu abkürzt. Der gegenwärtige Seeweg von Alexandria bis Vrindisi, welchen die Ueberlandpost von Trieft verdrängt hat. indem die Triester Route fünf Tage erforderte, betragt nur mehr drei Tage. Die Entfernung zwischen Alexandria und Salonichi hingegen beUägt nur zwei Tage. Die Bahn kann demnach jedenfalls, wcnn man sich auch nicht anf das Gebiet dcr Cunjecturen begeben will, als eine jener Bahnen bezeichnet werden, die für die Zukunft eine große Bedeutung haben. Aus diesem Grunde kann ich selbstverständlich nur die Annahme der Regierungsvorlage befürworten. Ich möchte aber noch eine Bemerkung mir gestatten und die betrifft jenen Vorwuif, der gemacht wurde inbetreff der Strecke Sissek-Novi. Ich kann nur die Versicherung geben, dass diese Vorwürfe gewiss die Negierung berühren und dieselbe kränken. Denn die Negierung ist sich bewnsst. dass sie in dieser Angelegenheit stets die Interessen dcr diesseitigen Reichshälfte mit der grüßten Gewissenhaftigkeit vertreten hat. Auf eine Thatsache möchte ich mich doch stutzen, und daS ist die geographische Thatsache, dass zwischen uns und jenen Ländern Ungarn liegt. Ungarn wahrt sein staatliches Hoheitsrecht gerade so wie wir; wir werden daher in allen diesen Fällen uns mit Ungarn zu verständigen haben. Diese Umstände haben leider die Realisierung unserer Hoffnung verzögert. ^ glaube aber guten Grund zu haben, wenn ich d'e ^ Wartung ausspreche, dass die berechtigen WimM '" dieser Beziehung demnächst in Erfüllung gehen!v" den. (Blllvo! Bravo!) _______ Vom Neichsrathe. 103. (Abend.) Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 18. DezcmW. (Schluss,) Die von uns bereits in der letzten Nummer wörtlich mitgetheilte entschiedene Erklärunq ° ' Herrn Ministerpräsidenten, dass uon ^>> der Negierung keine wie immer gearteten W"M,,, an den Herrn Statthalter von Oberösterreich >» ^ gelegenheit der dortigen Großgrundbesitzer-Wuhle» gangen sind, weil dieser eben das Gesetz ll»d dieses allein zur N,chtfchnur seines Vorgehe"» « wählen hatte, verfehlte ihre Wirkung l^"' auf den Bänken der Linken nicht. Wir bringen nun den Schluss des BerM« Nachdem über Antrag des Abg. Dr. 3lieg^ der Schluss der Debatte angenommen wurde, zichtet der für den Majoritälsantrag eingetrag Redner Abg. Ritter v. Krzecznnow icz ""I Wort. Der von den gegen den Majoritäten"» gemeldeten Rednern zum Gencraüedner gewählte geordnete Fieiherr v. Walteröli>chen fühlte ' dass die Vorgänge in der Centralrommission den ' trag der Minorilät rechtfertigen. ^ NegienlmMertreter Seclionsrath MaP^r , merkte, dass die Verdächlignn^en, die in den ">!' lichen Vlätlern gegen die Ceiitialcmiimisston e>l) c wmden, entweder anf Missverständnissen ^l nicht genügender Kenntnis beruhen. Die Mai-AM' ^ seien unhaltbar gewesen, da sie auf Durchschnitts' ,^ percenNlalen V>'shäl!nisznhlen beruht hätten. ,^ gleichmäßige Verlheilung der Steuer, wie das ^ sie ins Ai'lge fasse, Werde w der That erzielt^ und die Centralcoinmission tonne jedenfalls für 1^, Anspruch ii hmen, dass sie stets nach dem Gesetze gegangen sei. ,^e, Bei der nunmehr nenerlich eröffneten ^.sli welche über Antrag des Abg. Rüter v. Groch^ ^ geschlossen wird, sprach dcr zum Gencralredner > , die Majoritätöanträge gewählte Abg. N. v- "^ , cznnowicz über die Voi gange in der Central,,^ ^ mission und betonte, dass das Haus nicht co"'p ^ sei, über diese Commission zu urtheilen. Redner!"^, unter lebhaftem Äeifalle der Rechten. Bei der ., stimmung wnrdc der Antrag der Majorität des ^ schnsses, die Petitionen der Negierung zur Mrt"9 zuzuweisen, angenommen. .s hie Der Präsident erbat sich zum Schl"> ^ Ermächtigung. Ihrer Majestät der Kaiser!'.^-Anlass Meihöchstihres Geburtsfestes die ehN" ^ vollsten Glückwünsche des hohen Hauses oarbrW dülfen. (Lebhafter Beifall.) ^ift- Der Tag der nächsten Sitzung wird illl I" lichen Wege bekanntgegeben werden. , «h ^ Schluss der Sitzung 3 Uhr 30 Minute"^> Zur Lage. Dass in der Liebe nnd Verehrung für das ^ ^' höch ste Kaiserhausalle Stämme der öster^' ) ^ ungarischen Monarchie, alle Confessionen U" ^ Parteien einig sind. dass es dort, wo eS N' '^h,< Monarchen Beweise, treuer Anhänglichkeit """. ^>e» haft loyaler Gesinnung zu liefern, keine ""^i,!g< Verschiedenheiten und keine politischen V" ^ gll!^ teilen gibt, ist zwar eine längst bekannte "''" «Ml nach Gebür gewüidigle Thatsache. NichtsdeN"" ,„it macht es namentlich angesichts der Hrfügle ' ^ welcher in den letzten Tagen im Reichs'"'" heil Gegensätze zutage traten, einen doppelt '"^ ^.,i 6^ Eindruck, nene Kundgebungen dics.s ein'^l" ^ dankens in der Liebe, und Verehrung zur AUe'v A,n. Dynastie registrieren zu tonnen. So gibt . ^ sich berger „Slövu" das rnlhcnijche Coniitt, "". He»l^ mit Sammlungen zum Zwecke eines Huchzeitsg ^^„, für Se. k. und k. Huheit den durchlauchNM' ^ ^ Prinzen beschäftigen sollte, die Erklärung A^iguNg beschlossen worden, mit keiner separaten V ;. ^ls des rmhenischen Volkes hervorzutreten, "" ,,,„^»3^ dem Grunde, weil die Ruthenen an den ^"' ^nde» zugunsten des vom ganzen Lande zu " ^ilnehlnell Albums bereits teilnehmen und weilerS ^ Andes' werden. Das Eomiti weide sich jedoch"""^, vo" ansschms mit der Bitte w.nden. dass d>e "" ' ^ scin welcher das erwähnte Landesgeschenl lie» ^.h,',i werde, anch in ruchenischel- Sprache adge c! , ^„W,> möge. - Wir schließen an diese Mitthellnn! l ^^,^ wahrhaft patriotischen Appell, dem ">' "^ .' füg, dn' der „Wehlzeitung" Ausdruck g'l>t: .,^"" ^"M" Völker dieses großen und schönen "t"^. .„ sw«' ihrem allverehrten ritterlichen Monarch. «„„„gS-digeres Festgeschenk zur Vermählung je»"» ^ 2501 vollen Sohnes darbringen, als durch eine endgiltig bewirkte Versöhnung und Verbrüderung untereinander. Die Angehörigen der gemeinsamen Armee und der beiden Landwehr'Armeen sind mit diesem Beispiele Hren außerhalb des Heeres lebenden Vätern und Vriidern schon lange vorangegangen, eingedenk des Wabrsprnchrs: „Eintracht macht stark". Dies möge ln Ungarn sowohl wie in Oesterreich nicht unbeachtet gelassen werden." Das von in- und ausländischen Iournalstimmen, Mmer mehr und immer schärfer Verurtheilte Vorgeben dcs Wiener Gemeinderathcs in der Affaire der angcb« uchen Bestellungen für den Kronprinzen findet auch in der letzten „Moiltags'Revue" die gebärende Zurecht. Weisung. „Was in den letzten Tagen in Wien künst-l>,ch genährt wurde, sagt dieses Blatt, ist jedoch ein ^>el schlimmerer Chauvinismus, als derber „Deutschen^ hetze" in Ungarn, weil er nicht durchaus auf reinen ethischen Grundlagen beruht, sondern auch in den höchst Materiellen I„ter,, nias jeder Private in der glücklichsten Stunde »eines Lebens seiner zukünftigen Gemahlin freudig gewährt? Ist es erlaubt, die berechtigten Wünsche der heimischen Industrie bis zur Höhe des Terrorismus zu erheben? So wenig der Gemeinderalh von Wien aus purem Interesse an der vaterländischen Production ^l seinen gläxzeiiden Banketten Champagner aus Vös-lau und Nch crcdenzt, so wenig sich die Frauen der enragiertesten Schuhzöllner den Pariser Hut versagen, ^enn sie ihn nnr bezahlen können, so wenig darf man verlangen, das der erste Sohn des Reiches, bloß barmn, weil er anf dieser Höhe steht, unfreier sei als der letzte. Wir wiederhole», thatsächlich ist uicht die geringste Bestallung in der Fremde erfolgt, wir haben unr die Möglichkeit und Zulüssigkeit einer solchen trotz °Uer Rücksicht auf die österreichische Industrie nach-Weisen wollen." Auf das Vorgehen des Gemcinderathes — schließt ^ Vlatt — gab es nur eine einzige Antwort — ^ ist in dem Bliese des Ministerpräsidenten an den Bürgermeister enthalten. Des Kaiser« edles Herz und Unendliche Lirbe zur Stadt Wien hat dem liedauer. lichen Zliiischcnfalle s>lbst den leisesten Axflllg von Bitterkeit genommen. Unberührt ist der heilige Bund geblieben, der Dynastie und Volt verbindet. Aus Paris wird unterm 20. d. M. berichtet: Heute wurde ein Supplement zum G'lbbuche ausgegeben, welches die auf die montenegrinische Frage und die Flotten-De-nwustration bezüglichen Documente umfasst. Bemer« tenswert darunter sind die dem Contre-Aomiral üafont gegebenen Instructioncn, in welchen es unter anderm He>ßt: „Ich halte dafür, dass in gewöhnlichen Fällen "ie Beschlüsse, durch welche die alliierte» Streilkräfte geleitet werden sollen, von den Commandanten der Divisionen jeder Macht mit Stimmenmehrheit gefasst Gerden. Wenn eine andauernde Meinungsverschieden» Ait sich ergeben sollte, werden sie hierüber an die Legierung berichten, welche die Frage lösen würde. . Die Aussage, welche Marschall Mac Mahon in Her am 16. d. M. abgehaltenen Sitzung des Enquete-Ausschusses abgab, fiel durchaus zugunsten des Ge< ""als de Ciss'y aus. Der ehemalige Präsident der ^Publik rühmte nicht nur die hohen Verdienste des ^nerals um die Reorganisierung der Armee und die "Trefflichkeit s^ucr ganzen Amtsführung, sondern Mälie auch, dass er Herrn von Clssey keineswegs ^. hlich nnd aus einem besonderen geheimen Grunds, ^'Urhr im Einverständnisse mit ihm selbst, nachdem ^ "' der Kammer mehrere Schlappen erlitten, der Füh> ^"3 des Kriegsministeriums enthoben hätte. Es sei M durchaus nichts bekannt geworden, was den in er Presse gegen Cissey erhobenen Beschuldigungen ^ Anhalt dienen könnte. Hagesumigkeiten. ^ (Versuchte Entführung der S«n-.« ?' n V > anca Vianchi.) Während in der sonn, dis'^" Vorstellung der Brüll'schen Oper „Bianca" sich y. Turner Hofopernsängerin Fräulein Bianchi von- dem l> k ^.slkn Manne ohne Weigerung zum Altare führen h^' spielte sich vor dein Opernhause eine Intrigue ab, df> m ^ Künstlerin zwingen sollte, sich nicht bloß auf ^ ' Vrettern, sondern in Wirklichkeit zu verheiraten, al/ ?"' Theaterkutscher Josef Eudliugcr, welcher all. endlich ^ie Sänger!» mit ihrcr Mutter in einem Hof. ^'"'Dienstwagen nach Hanse führt, hatte sich Freitag ^ v Samstag ein junger Manu gewendet, um ihn zu kl"de„. ihm bei der Entführung der Säugern» be» hilstich zu sein. Der Kutscher sollte nach der Vorstellung, zur Wohnung des Fräuleins Bianchi, Lothringerstraße! Nr. 5. und von dort. sobald die Mutter ausgeftiegen wäre. im schärfsten Trabe auf den Platz vor der Hau» delsakademie fahreu. Dort wollte der Auftraggeber warten uud bei der Ankunft des Wagens rasch zur Sän» gerin ius Coupe steigen, hierauf sollte der Kutscher in schnellstem Tempo die Fahrt in die Praterstrahe zum Hause Nr. 4l fortsetzen. Fiir diese Dienstleistung ver« sprach der junge Mann dem Kutscher einen Betrag vou 3 fl. Endlinger stellte sich scheinbar willig, theilte aber sofort diesen seltsamen Bestechungsversuch seinem Käme« raden Franz Czermat mit, welcher unverzüglich der Direction der Hofoper hievou Anzeige erstattete. Die Direction verständigte den Inspectionsconlmissär der Hofoper, Herrn Bayer, von der Angelegenheit, wonach dieser zwei Detectivs auf den Platz vor der Handels» akadcmie beorderte und auch dem Kutscher Endlinger die nöthigen Instructionen ertheilte. Nach der Vorstel« lung führte Eudlinger die Sängerin uud ihre Mutter in die Lothringcrstraße und fuhr mit dem leere» Coupe in fcharfem Trabe zur Handelsakademie. Der juuge Mann wartete wirklich, eilte sofort auf den Wagen zu, um die Thür zu öffnen und hineinzuspringen, wurde aber fofort vou den Detectivs festgenommen und auf das Theater-Inspectionsbureau gebracht, Während des kurzen Verhöres, dem er dort unterzogen wurde, zeigte der „Entführer" iu Wort und Geberde eine Aufregung, die auf gcstvrten geistigen Zustand schließen ließ. Er wurde in d»s Polizeigefaugenhaus in der Sterngasse geführt und von dem Polizei.Nezirksarzte einer Untersuchung unterzogen, durch welche coustatiert wurde, dass sei» Geisteszustand lein normaler sei. Hierauf wurde der junge Mann, Josef G.. da seine wenn auch gestörten Gehirnfunctioneu ihn nicht zu einem gemeingesährlichen Menschen machen, unter entsprechender Bedeckung in die Wohnung seiner Mutter, einer in der Praterstraße wohn» hafteu sehr reichen Fabrilantenswitwe und Hausbesitzerin, geleitet. Wie sich ergab, hat der junge Manu bereits seit längerer Zeit die Sängerin mit Briefen, in denen er seinen glühenden Gefühlen Ausdruck gab. behelligt, ohne jemals eine Antwort zu erhalten. Befragt, was eigentlich die Entführung habe bezwecken sollen, erklärte er, er habe der Sängerin absolut kein Leid zufügen, sondern sich nur ihrer Person bemächtigen wollen, um dadurch auf sie und ihre Mutter, bei der er sofort um Fräulein Biancas Hand angehalten hätte, eine Pression auszuüben. Der juuge Mann war iu seinem zehnten Jahre lyvtMkrank. seit welcher geit eine bei ihm bemerkte Geistesschwäche datiert. — (Siebzigjährige Drillinge.) Ein gewiss seltene« Fest feierten, wie der „Nenen preuß. Ieituug" aus Newyurl berichtet wird. am 3. November d. I. die siebzigjährigen Drillinge Frederil. Francis und Franklin Sherwood in Westport im Staate Connecticut. Wie die alte Familienbibel besagt, wurden dieselben am 3. No« oembcr 1810 geboren. Sie sind die Ueberlebenden von einer Familie von 10 Kindern. Zur Feier dieses Festes waren für die Gäste drei arohe Tafeln hergerichtet, und jeder der drei Brüder präsidierte am seinen Tische, der mit einem mächtigen, aus Blume» gebildeten Hufeisen geschmückt war. Im Jahre 1824 giengen die drei Brüder auf verschiedenen Schiffen auf See und avancierten allmählich zu Capilänen; der eine diente 38. der andere 35 uud der dritte 30 Jahre. Capita» Francis brachte 1«47 als Befehlshaber der „Earoliue" General Scotts Depeschen, welche die Uebcrgabe der Stadt Mexico und des mexicanischeu Heeres unter Santa-Anna meldeten, über Neu-Orleans nach Washiuglou. Die drei Brüder erfreuen sich seltener Rüstigkeit und Frische uud sehen einander so ähnlich, dass man sie verwechseln könnte. — (Die Bevölkerung der Erde.) Die Gesammtbevülterung der Erde wird vou Vehm und Wagner (Brvölkcruug der Erde IV.) für die Gegenwart mit 145li Millionen berechnet. Sie vertheilt sich anf die einzelne» Erdtheile wie folgt: Europa (ohne Island und Nuvaja öemlja) 176,349 9 Quaorat-M., 315.929.000 Bewohner. 1791 Bewohner auf 1 Quadratmeile; Asieu 809.478 Q..M.. 834.707.000 Bewohner. 1031 Be-wohner aus 1 Q.-M.; Afrika 543.187 Quadratmeilen. 205.679,000 Bewohner. 373 Bewohner auf 1 Q-M -Amerika 697.188 5 Q.-M.. 95.495.500 Bewohner. 137 Bewohner auf 1 Q.-M.; Australien und Polynesien 162.609 Q.-M.. 4.031.000 Bewohner. 24 Bewohner auf 1 Q..M.; Polargebiete 82.091 Q.-M.. 82.000 Bewohner; in Summa 2.470.903 4 Quadratmeilen. 1.455.923.500 Bewohner, 593 Bewohner auf 1 Qua-dratmeile. Locales. — (Professor Hyrtl.) Auch der hiesige Verein der Aerzte in Krain hat den kürzlich gefeierten 70ften Geburtstag Profrssor Hyrtls zum Anlasse genommen, den großen Anatomen uud hochgeschätzten College» in einem warmen Glückwunschschreiben achtungsvollst zu be> grüße«. Diesertage «un ist ein dankendes Antwort« schreiben des berühmten Gelehrten an den hiesigen ärzt» lichen Verein eingelaufen, welches in so klassischem Latein verfasst ist, dass der Originaltext desselben wohl auch weitere Kreise interessieren dürfte; derselbe lautet: l „IneiMm (üoN^ium meäicoruiu Oarniolias. lüollsßlls kmatil-lzimi! fatalem meum seiMazvLjlimln liiu,5dy uminari (liFUäU 68ti8. ?50 doc Vßätro in me coll«.ta lavore, grate«, imo pectorß äui'^eutes, iäeoczue ver»», Vobis expendo. I^lwouicam M6ä,m eMwiÄM, ou^u» vLiliam iterurn itei-um^us ro^o, ocuwlum meoruN äivk 1kb68, sillw ^. UM. In low 3t. Lsrtuoläi 13. I)6o. 1830." — (Todesfall.) Vorgestern verschied in Gdrz im Alter von 77 Jahren der k. k. General der Caval-lerie Adolf Freiherr v. Schönberger, zweiter Inhaber des 11. Uhlanenregiments Kaiser vou Russland und Ritter des Ordens der eisernen Krone zweiter Klaffe. — (Erinnerung für Gratulanten.) Da die höchst überflüssig: Gewohnheit, sich zu Neujahr gegenseitig mit Gratulationslarten zu überschwemmen, trotz der im Publicum und in der Presse schon seit einigen Jahren offen dagegen wirkenden Agitation, noch immer nicht ganz aufgehört hat, so dass die Post um diese Zeit noch immer Tausende von Karten zu befördern hat. so bringen wir anlässlich des inlürze bevorstehenden Jahreswechsels erneuert in Erinnerung, dass nach den bestehenden postalischen Vorschriften Visitkarten, welche entweder unter Kreuzband oder in offenen C^'Uverten gegen Entrichtung der für Kreuzbandsenbungen bestehenden ermäßigten Taxe durch die Post versendet werben, keinerlei handschriftliche Mittheilungen enthalten dürfen, dass daher auch die üblichen handschriftlichen Zusätze: p. t. — p. i. — oder p. ä. H. nicht gestattet sind. — (Kinder garten fest.) Wie alljährlich findet auch heuer im hiesigen Mädcheninstitute der Fräulein Victorine und Gabriele Nehn am Donnerstag, den 23. d. M.. ein Kindergartenfest statt. Dasselbe beginnt um l/,6 Uhr und endet um 7 Uhr abends. — (Theater.) „Ein Kind des Glück»" im vollste» Sinne des Wortes darf sich Frl. Kühn au nennen, welche vorgestern mit dem alten gleichnamigen Birch'Pfelffer'sche» Lustspiele nicht nur ein vorzügliche» Benefiz, sondern gleichzeitig auch einen recht hübschen schauspielerischen Erfolg erzielte. Die kleine, halb verzogene trotzige, halb naiv treuherzige „Hermance" ist so recht eine Glanzrolle für jugendliche Naiv?, denen eine eutsprechendc Dosis Heiterkeit uud Temperament iu ihrer Darstellung zu Gebote steht; Fräuleiu Kühnau besitzt beides, sowie auch schauspielerische Noutine in genügen» dem Maße. brachte daher auch die schöne Partie an-nnlthig ,md frisch zur Geltung. Diehr als eine sehr anständige Durchschnittsleistung war eS allerdings nicht, was uns die jugrudliche Venefiziantin bot. der es hiezu noch an der nöthigen künstlerische» Vertiefung gebricht. Die eiufache glatte Munterkeit, das jugeudfrische Toben über die Bühne und der laudläufige Ausdruck der Theaternaivetät — also immerhin ein großer Theil, ja sogar die größere Hälfte ihrer Nolle — gelang Fräulein Kühnau i« jeder Hinsicht recht hübsch und cmspre-chend, wo ihrer jedoch eine schwierigere Aufgabe harrte, wie beispielsweise im dritten Acte, in welchem das edel« müthige und unschuldig verurlheilte Mädchen von der strengen Großmutter unter der Last eines ungerechten Verdachtes verstoßen und aus dem Hause gejagt wird, reichten die Mittel ihres schauspielerischen Könnens aller-dings uicht ganz aus. Der innere Seelcnlampf. die Bestürzung, das verletzte Selbstbewusstseiu und schließlich der erwachende Trotz — wir suchten sie vergebens im Spiele und vor allem im Gesichtsausdrucke der „Hermance," die von Fräulein Kühnau selbst in dieser dramatisch gefärbten Scene mit der gleichen, höchstens für den Moment etwas erstarrten lächelnden Miene gespielt wurde, wie in alle» übrigen Scenen, Da der eigentliche Beruf der Kritik darin liegt, über die Vorstellungen nicht bloß einfach uud trocken zu referiere,«, sondern dem Schauspieler zugleich auch eine bildende Anleitung zu bieten, so dürfen wir wohl mit Recht voraussehen, dass Fräulein Kühnau in dieser unserer Bemerkung leine unberechtigte Schmalerung jenes reichliche», ihr übrigens herzlich gegönnten Beifalles erblicke» wird. mit dem sie vom Publicum an ihrem Venefizabende in wohlwollender Weise überhäuft wurde und der ihr ein Sporn zum weiteren Streben nach Vervollkommnung sein möge. Die sympathischeste Figur im Stücke nächst der „Hermance" — die Amme „Eaton" — eine treuherzige schlichte Bäuerin, wurde von Frau Kl err, die für Rollen dieses Genres übcrhaupt eine ganz besondere Eignung besitzt, vorzüglich gespielt. Auch müssen wir bei dieser in allen ihren Leistungen gewissenhaften und fleißigen Schauspielerin die Sorgfalt lobend anerkennen, welche sie stets aus die Beschaffung einer charakteristischen uud netten Toilette verwendet. Auch Herr Balajthy (Anatole) führte seine Partie, die übrigens den Nahmen eines gewöhnlichen Lustspiel«Liebhabers nicht überschreitet, «»sprechend und mit Eleganz durch. Herr N e dello ist ein verständiger Charakterdarsteller uud gut poiutierender Sprecher; doch wäre es besser am Platze gewesen, wenn er seinen französischen Salon-Abbe „von Veaufleure" mit leichter, graziöser Geschmeidigkeit und uicht so greisen« haft einhcrschlurfend gegeben hätle. Die „Herzogin von Chateaurenard" war mit Frau Dona to zufriedenstellend beseht, obwohl auch ihre Darstellung mehr Wärme und 25N2 Aplomb im Auftreten vertragen hätte. Die Vorstellung war bis auf den ersten Act, der einige Schwankungen im Enfemble aufwies, im allgemeinen gut studiert. Die Vencfiziantin, die bei ihrem ersten Auftreten mehrere sehr hübsche Vlumenspenden, darunter auch einen reich mit Dulaten garnierten Lorbeerkranz als angenehme Be» grüßung erhielt, wurde voll dem in allen Nä'umen dicht besetzten und sehr beifallslustig gestimmten Hause im Laufe des Abends durch zahlreiche Hervorrufe ausgezeichnet. — (Für das Kleingewerbe.) Das im vorigen Jahre unter dem Titel: „Frommes" Buchführung und Kalender für das Kleingewerbe. Herausgegeben von Gustav Bnrchard, Professor an der Handelsakademie in Wien", zum erstenmale erschienene und von den klein-gewerblichen Kreisen als ein sehr nützliches Hilfsbuch erkannte Werk, liegt nunmehr pro 188l in seinem zweiten Jahrgange vor und wird zweifelsohne auch heuer jenen Anwert finden, den ^s durch seinen reichlichen und vor allem sehr praktisch zusammengestellten Inhalt vollauf verdient. Der zweite Jahrgang übertrifft um vieles den vorangegangenen, indem er, abgesehen von dem stärkeren Einband und dem bedeutend vermehrten Tagebuch, zu dem Inhalt des ersten Jahrganges noch weitere neue Tabellen und Briefmuster, dann die gebräuchlichsten Rechnungsarten, sowie die von dem k. k. Sectionsrath Dr. Steinbach in klarer Weise erläuterten Rechtssätze für den Gewerbsmann enthält. Wer diesem verdienstvollen Buche nur einige Aufmerksamkeit zuwendet, wird es, mag er welchem Berufe immer angehören, als Kalender, Vormerk- und Nachschlagebuch für seine eigenen Aufschreibungen oder für die seiner Untergebenen mit Freuden begrüßen und mit dem größten Nutzen gebrauchen. Dem Kleingewerbtreibenden wird es geradezu unertlxhrlich werden, indem es ihn in den Besitz aller zu seiner Buchführung für das ganze Jahr nothwendigen und bereits rastrierten Bücher setzt und zugleich in einer äußerst klaren und einfachen, durch praktische Beispiele veranschaulichten Anleitung mit der ollen gesetzlichen Forderungen entsprechenden Art, diese Bücher zu führen, vertraut macht. Den Schülern, welche sich an Gewerbeschulen für das praktische Leben vorbereiten, wird es die Anschaffung von Buchhaltungk-heften entbehrlich machen und den Lehrern ein bequemes und erfolgreiches Lehrmittel sein. Original - Correspoudeuz. Adelsberg, 20. Dezember. — Dem hiesigen Ad« vocaten und Landtagsabgeordneten Herrn Dr. Deu ist rs nach vielen Bemühungen gelungen, auch in unserem Markte eine freiwillige Feuerwehr zustande zu bringen. Bei der constituierenden Wahl wurde Herr Friedrich Viöiö zum Feuerwehrhaufttmaun und zu dessen Stellvertreter der k. k, pensionierte Hauptmann Herr Nemc gewählt; in den Ausschuss gelangten einstimmig der ver« dienstoolle Gründer dieses wohlthätigen Vereines, Herr Dr. Deu, dann Bürgermeister Burger und Gemeinde-rath Krainer. Sonntag, den 19. Dezember, haben die mitwirkenden Mitglieder, ?Z an der Zahl, das An« gelöbnis der zweijährigen Dienstverpflichtung in die Hände des Feuerwehrhauptmanns geleistet. Möge der junge Verein, falls das linglück sein thätiges Eingrei' fen nöthig machen sollte, zum Wohle unseres Marktes, der durch mannigfache Brände schon so viel gelitten hat. segensreich wirken. Der wärmsten Sympathien der Bewohner darf er gewiss sein. tleuefte Post. Original'Telegramme der „Laib.Zeit u ng." Wien, 21. Dezember. Die «Pol. Corr." meldet: Die serbischen Hanoelsvertrags-Un»el Händler erhielten bereits die erbetenen neuen Instructionen. Berlin, 21. Dezember. Der Bundesralh nahm den Entwurf einer Verordnung an, wodurch die Eon- sulargerichtsbarkeit in Bosnien und der Herzegowina vom 1. Jänner 188 l an außer Wirksamkeit tritt. Paris, 21. Dezember. Der Senat nahm über Anregung Vuffets und Lareintys mit 150 gegen 85 Stimmen eine Tagesordnung an, mit welcher das Bedauern des Senates über die Entfernung der religiösen Embleme aus den Pariser Schulen ausgedrückt wird. London. 21. Dezember. Ein Pächter in der Nähe von Vallinrobes (Irland) wurde von sechs Männern erschossen; die Attentäter entkamen. Petersburg, 2 l. Dezember. Die russische Regierung wird in der griechischen Frage jede Politik der europäischen Mächte unterstützen, welche geeignet erscheint, den Frieden zwischen der Türkei und Griechenland zu erhalten._________ Wien, 21. Dezember. (Wiener Zeitung.) Ihre Majestät die Kaiserin ul.d Königin sind gestern Nachmittag von Gödöllö in Wien angekommen. Wien, 21. Dezember. (Wiener Zeitung.) Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 19. Dezember d. I. dem ordentlichen Professor der speciellen medicinischen Pathologie und Therapie an der Universität in Wien Di. Heinrich von Va mbergerin Anerkennung seiner ausgezeichneten Wirksamkeit in der Wissenschaft und im Lehramte den Titel und Charakter eines Hofrathes allergnädigst zu verleihen geruht. Wien, 21. Dezember. (Wiener Nbendpost.) Die „Presse" meldet: „In hiesigen und in Provinzjourna-len begegnen wir der Nachricht, dass der Wiener Gemeinderath zu demissionieren gedenke. Die Nachricht ist entweder von einem Sp^ssvogel oder einem ^gent provocktLur erfunden worden. Im Gemeindrrathe denkt kein vernünftiger Mensch an eine folche Maß-rege!." Indem wir diese Meldung der „Presse" reproducieren, können wir nicht umhin, dieselbe jenem Wie» ner Blatte zur Beachtung zu empfehlen, das gestern so naiv oder so superklug war, den Ursprung der erwähnten Nachricht über den hiesigen Gemeinderath auf „officwse" Quellen zurückzuführen. Bei genauerer Nachforschung dürfte es dem bezeichneten Blatte kaum schwerfallen, den gesuchten Ursprung in Kreisen zu finden, die ihm vielleicht nicht gar so fern stehen. Paris, 21. Dezember. Der „Temps" gibt in einer seiner letzten Nummer eine historische Darstellung der griechischen Frage. Er weist nach, dass Frankreich dreimal die freundschaftliche Vermittlung Europas vorgeschlagen habe, um ein Einverständnis zwischen der Türk i und Griechenland herbeizuführen, immer aber mit Ausschluss der Anwendung von Zwang, nachdem es keine andere Sanction wollte, als die Offenkundigkeit seiner guten Absichten und die Autorität der Er« eiqnisse. Gladstone inaugurierte aber eine Politik der Drohung, welche zur Fluttendemoiistration führte. Der „Temps" e>kennt an, dass Freycinct, indem er sich der Flottendemonstration anschloss, festsetzte, dass man späterhin auch für Griechenland handeln werde; er bewies, dass das europäische Concert nicht bis zur Anwendung von Gewalt gehe. Nachdem die französische Negierung stets die Gewalt ausgeschlossen, könne sie nicht eine neue Demonstration vorschlagen, welche in eine Kriegsoperation auKlaufen würde. Frankreich würde seiner Regierung nicht erlauben, eine kriegerische Politik zu befolgen. London, 20 Dezember. Eine Depesche des Gouverneurs von Natal vom 19. d. meldet: 5000 Einwohner von Transvaal haben sich Heidelbergs bemächtigt und die Republik proclamiert mit Kruger als Präsidenten und Ioubert als Commaudan» ten. Es fand keinerlei Zusammenstoß oder Gewaltthätigkeit statt. Die Verbindung mit der Haupistadt Pretoria ist abgeschnitten. Ich entsende alle verfügbaren Truppen und reise selbst unverzüglich dahin ab. Telegraphischce Wechselcurs vom 21. Dezember. H^h, Papier.Rente 72 90. — Silber-Rente?3^^7.^!cn Rente 87 Ub. - 1860er Ctaats-Anlehen I3l-. - "5^" , 814. - ssreditactien 287 20, - London N7 85. - S>l°" — K. l. Mimz.Ducaten 5 61. — 2O.FranleN'Stucle »»<' 100.Neichsmarl 58 15 ^^_^- Angekommene Fremde. Am 21. Dezember. .. Hotel Ttadt Wien. Kohn, Pollal. Vlaschla, Kaufleute! "^ Vogt, Reisender, und Löwcnsohn. Wien. — Kurzthaler, l7" laut. Dumschale. - v, Vcracndahl. Gutsbesitzer. Sch>ue°" , Hotel Elephant. Dembergrr. Ncumarktl. - Schmid'Ng". ^ Notar. Stein. — Harisch. Iorstpralticanl, Schnees graunigg, Vcamtensgattin, Trifail. - Biedermann, "" ^ Graz. — Dolenz und Schachert, Kaufleute, Wien. ^ " Marie, Ingenieurswitwe, Ungarn. ______^ Theater. Heute (ungerader Tag): Undinc. die Waisel" Romantische Iauberoper in 4 Acten. Nach Fouques '70 21. 2 . N. 728 91 > 8 2,TW. schwach bewölkt M" 9 . Nb. 730 59 ^- 2 « , mittet der Temperatur -s- 0 2«, um 8 3« über dem N^rm^- Verantwortlicher Redacteur: vttomar B ambers-^ Elnaesendet. Medicinische Briefe. I. Verdauungsstörungen. .,, Die Orgone, durch welche dem menschlichen ^^M Stoffe zu seiner Erneuerung cnisuahmSfäliia gemacht'^ sind für die Gesundheit naiürlich von äußerster M«"^, jede Stürnng in den Functioncn dieser Organe, isb? ,, ^, rung. Alteration und Hemmung ihrer Lcistungsfählgl ^t, zeugt krankhafte Zustände mehr oder weniger iclMl ^j Durch die schlechte Verdauung wird auch die Darmpari'^ Unterleibs in Mitleidenschaft gezogen. Tritt nicht an del^l-Stelle richtige Hc,lpflea,e ein, fo treten die mannigfachstcN . h,ü heitscrschcinungcn ans, als: Vlutarmut. Bleichsucht,^ l^h, der Glieder. Appetitlosigkeit, saueres Aufstofzcn, ^M Schmerzen im Magen, den Därmen, überhaupt lM ^ ^„b Verstopfung, Diarrhöe, Blähungen. Admagcruug, "cv" .s, Gallcnleidc». Lässt man die Krankheit ungehindert >^ ^l> störendes Wert fortsetzen, so ist allgemeines Siechth"'" jchlicsjlich der Tod die Folge. .,^„ L<' Es ist statistisch sestucstcllt. dass infolge der he""^^ bensweise zwri Drittel aller Menschen an gestörter «"" z^' leiden, ohne es zu wissen und nur zu oft durch eia"" ^»ß schulden, durch Unlenntnis. Vernachlässiguna. durch M>"^ ^ ungeeigneter oder gar schädlicher Mittel schwere Leiden ^»»erlt' hl'reiubrechen lassen, wie Hypochondrie, Melancholie, V Gicht und Rheumatismus. ,«t s^ Verdauungsstörungen werden meistens durch "'zMe>^ Ncnde Absondernng des zur Verdauung nothwendig ^ M^ und Dnrmsastcs hcrvur.,cruscn. Nach dirser Richtnnz ^ ^»sl" deshalb die Heilung des Leidenden erstrebt werden, ^Bs?' leine drastischen, scharf abführend wirseudcn. die ^Mltl ^ organe nur noch mehr zerrüttenden u»d schwächend^» ^gge^ Aüwcudung lommcn. sondern nur Arzneien, welche d>c Mjoll' schlcimhaut lind Darmdrüsen zu größerer Thätigle" derunq) milde reizen. ^„ h^ Als eines der am sichersten und raschesten wirle>"^chast' mittcl rann man die von dem Apotheker Rich. Vrai'dt hausen dargestellten Schwcizcipillen aufs beste eiM,^ ,^ e!«e Viele Aerzte haben constaliert, dass deren Ä"" " M äusjerst angenehme, anregende ist. und dass die ^'" ^ d" drm .Uüipcr schädlichen Stoffe cnthallcn. Die V"t"' gchcl" Herrn Apothekers R. Vrandt in Schaffhausen ist dcM »^ h^s" L. Mayer für Laibach übertragen, uud si"t"t "50 Pille" bewähite Arzneimittel nur in Alechdosen, cntlialttNl' c^ 2ö ^' für 70 lr. und tleiuc Prubcschächlclchen mit !5P'll"'' ^zft^ Man achte beim Anlauf, dass jede Schachtel eine " H«^tht^' mit dem Schwcizcrlicuz und dem Namcuszllg de« "^ R. Brandt tragen muss. Curse an der Wiener Lörse vom 20. Dezember 188l>. (Nach dem officiellen Cursblatte.) »«lb wo», Vapierrente........78 10 78 25 Sllberrente........7N8l> 74- »olbrente.........87 60 87 80 Los«. 1854........123— I23ft0 . I860........i:N— 131 i»0 , I860 (zu 100 fl.) . . . 13325 1337b » 1864........17175 172- Unz. Pr»mi«n««nl.....107 75 1UK25 Lredlt.L..........183— 163 7ö Theih.Regulierung.»« und Gz«« gcdiner Lose.......107 70 1l>7 90 «uoolss'L.........18 - 1850 Prämienanl. b« Ttabt Nler. 116 75 117 2i, Donau.Negulierungs'Lose . . 114 20 1l4 8«) Domänen «Pfandbriefe . . . 144 50 145-i>sterr. Schahsch-in< 1881 rück- zahlbar.........100 75 101'- vesterr. Tchahscheine 1882 rück« zahlbar.........101 75 102 — Ungarische Goldrente .... 11050 11065 Ungarische Eisenbahn.Nnlelhe . 126 - 126 b0 Ungarische . - - V840 »890 Siebenbürgen ....... V475 3575 lemeser Vana»......V5 - 9550 Unaarn..........V7 — V7 50 «etle« »<» v«»le«. Anqlo.üfterr. «anl..... 123 75 129- treditanstalt ....... 28? «0 2«? 80 Depositenbank....... 22050 22125 Kreditanstalt, ungar..... 2^3 50 2«4 Oesierreichisch - ungarische Nanl 816 - 81s — Unionbanl ........ 114 40 11460 Verlehrsbllnt....... 13450 I«b - Wiener Vanlverein..... 128 b0 13» - «ctien tze» tran»p Veld war« «lföld.Vahn .......15725 15775 DonaU'Dampfschiff..Ges«llichllft 571 — 573 — «lllabeth.Westbllbn.....«03'— 203 50 Lerdlnands.^orbbah,' . . . «483-248^— Bell» Wa« Franz.Iosevb-Nahn .... 17850 178 ?b Valizische Carl.LudwIss.Vllhn . 23') 50 2,^1 - Kaschau-Oberberger «ahn. . . Ittl 75 l32 25 Lemberg'llzernomitzer Nahn . 172 — l?250 Lloyd . Vesellschllst..... 5»? 69z, - «Desterr. Nordwestbahn. . . . 18» 50 I!«1 — » . lit. 2. . 2^i K0 2 l4 - Rubolf-Vabn....... lN4 75 16525 Staat«bahn........ 2?^— 2?8 5" Sndbahn.........97- 972.i Theih-Vahn........ 245 ?,0 246 - Ungar..°aliz, Verbindungsbahn l4:^75 ,44' Ungarische Nord oftbahn . . . 146 75 »47 25 Ungarische Westbahn .... I5X 25 I5< 7l. Wiener Tramway-Gesellschaft . 20^50 210 — Pfandbriefe. Ullg.öst.Vobencred«tanst.(i.«d.) 116 75 117 50 . . . li.V.'V.) l00 100 50 Oesterreichlsch«ungarische Vanl 10215 1>»2 30 Un«. «ooencredit.Inst. (N..V.) 9g- 93 ül) Prtorltöts vblle«tl«»nen. Glilabeth.». 1. «m.....99 50 100' - 3«d.N,rbb. in Ellb»^ . 10i - 10b »0 _^_^____^—-—^7" Franz.I°sevh.V°bn ... - 'U'3 "H Oesterr. Nordwest-Nahn . - ^"^(, s?" Zlelienbürger Vahn . > - - ,,«.. ^,^