«r. 278. Dienstag, 6. Dezember 18»? w<». Iayrssanss. Mbacher Zeitung. bl«»»«,r,tl,„g^e„. Mit Postvtllenbun«: «,l>n»1ähr5. halblährig ft. 7,»0. Im «omploir: '""j ahni, fl.li, i^albjähli« fl,5,»o, ffür die Zuftcllu»^ m» Ha»« 8<,n»>ähng >l, 1,— Insertivusaebkr: yül 'lein« :»nler<,te di» ,u < feilen 2b ll.< „rößerc v>> >'!e « kl,: bü, ö»tcien wltberholungen pl, Zeile » fr. ». -^ . ^ „«»ibach« ^tiNln,," erscheint ti»n«ch mit «usnahme bei Sonn. und Ncieita«. Die «b»l«istr««i»« befindet fich B°pnh°,g»„c lb. die «eb»ttlo» wiener^ohc ,v - Un,.»n'ierte «rie,e w«bcn mcht angenommen und Vlam, ° Völkern, die sie umschließt, der wird auch wissen, . ° das vierzigste Regierungsjahr des Kaisers für die Mzen der Völker bedeutet. Unsere Ieit verfügt bei di. >°« ^""s von öffentlichen Festen und von Hut« Wigs.Knndgebungen über jenen Reichthum an Mit. H ""cher der Civilisationsstufe des Jahrhunderts »I,'PK. Dazu gesellen sich die mannigfaltigen Eigen-^nillchlelten der Länder und Völker des Reiches. So F daz vierzigjährige Regierungs-Iubiläum Sr. Ma-l"t des Kaisers gewiss der Rahmen für Feste ge-M^'> '" Mauzend Ut,d anziehend, wie sie anderwärts ^ «lcht geboten werden können, iil^l ^"" innerer Seelengröße Zeugnis ablegender zi.Mlusz des Kaisers stellt das Programm des vier-2?" ReqicrungSjahres in anderer Weise fest. Am Dezember 1848 hat Se. Majestät die Regierung an« ^."rn; mit dem 2. Dezember nahm das vierzigste sff,. U"gsjahr seinen Anfang. Am 1. Dezember ver« lachte die «Wiener Abendpost, einen Artikel, wel-^ln wesentlichen sagte, dass der Kaiser nicht wünscht, den vierzigsten Gedenktag seiner Regierunq zum Anlasse einer feierlichen Begehung zu nehmen. Auch ohne solennes Gcpränge, ohne officielle Loyalitäts-Kundgebungen, ohne Tntsendung von Deputationen und Hnldignngs-Adressen ist der Kaiser von der stets bewährten Anhänglichkeit seiner treuen Völker, von der Festigkeit des Vandes überzeugt, welches Fürst und Volk so innig verbindet. Die Bedeutung des Wunsches des Kaisers ist leicht zu erfassen; Wahrheit soll zwischen ihm und seinen Völkern sein. Die Liebe und Begeisterung für die Per-son des Monarchen durchdringt alle Herzen, die Ehrfurcht, die sein hohes, edles Wirken weckt, wohnt in den Palästen wie in den Hütten. Die Treue für den Kaiser uud sein Haus, die allen Völkern Oestnreich« eigen ist. ist die sichere Bürgschaft für die Zukunft des Staates. Da bedarf es keiner besonderen Kundgebungen, keiner künstlichen Anregungen und leiner geräuschvollen Feste. Der Kaiser begrüßt es mit Freuden, wenn sein vierzigstes Regierungs.Iubiläum die Veranlassung gibt zu bleibenden Schöpfungen, in denen der Gemeinsinn der Bevölkerung sich bethätigt, und begleitet es mit leb« hafter Theilnahme, wenn Industrie und Kunst, wenn Wissenschaft und Bodencultur wetteifern, um die in der vierzigjährigen Regierungsperiode errungenen Fort» schritte zn zeigen und damit Zeugnis abzulegen für die Erstarkung und Blüte der Monarchie. Aber das, was zur Feier des vierzigsten Regierungsjahres geschieht, soll nicht als flüchtige Erscheinung vorübcrrauschen. son» dern einen bleibenden Wert in sich tragen. Aus dem Entschlüsse dcs Kaisers spricht das Be« wusstsein, dass Großes und Schönes erreicht wurde, aber dass dieser ausgedehnte und nicht leicht zu er-messende Fortschritt, der auf allen Gebieten der Volks« arbeit sich kundgibt, nicht äußerer Gepräge bedarf, um sich in seiner ganzen Bedeutung darzustellen. Man müsste Bücher schreiben, um nur annäherungsweise ein Bild von dem zu geben, was unter der Regierung Sr. Majestät geleistet und errungen wurde. Dabei hat die Monarchie die schwersten Prüfungen durchgemacht, die größten Gefahren bestanden und war Umwandlun« gen durchgreifender Art unterworfen Diese ungeheuere Summe von Arbeit, wo jedes Jahr doppelt zählt, konnte nur bewältigt werden durch das unerschütterliche Pflichtgefühl, durch das unvergleichliche Wohlwollen und durch den ritterlichen Sinn unseres Kaisers. In jeder Lebensrichtung hat er seinen Völkern das glänzendste Beispiel gegeben. So erklärt sich die tiefe Verehrung. welche die Person des Kaisers umgibt, und ans diesem Grunde lebt sein Name in allen Herzen. Alles, was dem Kaiser eine Genugthunng zu bereiten vermag, verseht die Völker in eine festlich? Stim« mung. und es bedarf nicht erst des geräuschvoll,!, G» pränges nnd der farbenreichen Auszüge, um die G,-fühle zu beleben, die jedem Oesterreicher natürlich q<--worden sind. Ein Kennzeichen des innigen Verhältnisses zwischen den Völkern und dem Kaiser ist das Unter-bleiben der Feste und der elilrttenmäßiyen Huldigungen. Der Kaiser ist der strahlende Mittelpunkt des Reiches, die Treue der Völker ist das unerschütterliche Fundament des Kaiserstaates. Aus der Handelslammei. ix. Das Kammerpräsidium hat diese Eingabe bereits dem hohen k. k. Handelsministerium und der General-direction der k. t. österreichischen Staatsvahnen mit der wärmsten Befürwortung vorgelegt und auch das Mit« glied des Staats-Eisenbahnrathes Herrn Karl Luckmann ersucht, dass er das Ansuchen obiger Firmen im Staats« Eisenbahnrathe befürworten möge. Der Berichterstatter stellt sodann im Namen der vereinigten Sectionen den Antrag: Die geehrte Kammer wolle die vom Kammerpräsidium unternommenen Schritte nachträglich genehmigen. Herr Kammerrath Vaso Petricic bemerkt, dass er überzeugt sei, der Zustimmung aller Herren Kammer» Mitglieder sicher zu sein, wenn er dem geehrten Kammer-Präsidium für die in der gedachten Sache gethanen Schritte dankt, und befürwortet sodann obigen Antrag, indem er auf die Tarifanomalien hinweist, unter denen der Verkehr der Landeshauptstadt Laibach leidet. Herr Kammerrath Johann Baumgartner bemerkt sodann, dass der krainische Vertreter im Staats« Eisenbahnrathe immer eine sehr schwierige Stellnng haben wird, so lange die Handels« und Gewelbelam-mern in Görz und Laibach zusammen einen Vertreter haben werden. Im Interesse beider Länder wäre es gelegen, wenn jedes seinen eigenen Vertreter hätte. Wegen der Seehafentarife hebt Redner hervor, dass dieselben wohl nur für jene Artikel gerechtfertigt sind. die für den Export ins Ausland bestimmt sind, keineswegs aber für jene, die nach Trieft versendet werden, um von da aus wieder im Inlande abgesetzt zu werden. Ganz gerechtfertigt wäre es auch. wenn die Bahnen Trieft darin ausgiebig unterstützen würden, dass aus Feuilleton. Nilolo und Vartl. schHkolo und Bsrtl sind da! Wie? Niemand er« Ms^ Ja. so geht's. Da ist die Neuschule daran 'ljh'ble Aufklärung, der crasse Materialismus, der l^zbeale aufkommen lässt. Die Volksschule mit tzh Voctrinen untergräbt die Ehrfurcht und lindliche Kit», ^ dem Nikolo. und der Äartl mit feiner Ruthe >«gelacht. bttl ^l kleinste Schulbub weiß es schon, dass ihn der "'ht Ä"l nicht allrühren darf. dass sich die Ruthe ^triz^. ^" Menschenwürde der kleinen Taugenichtse ?he «.^^ nur durch Ehrgefühl auf dem rechten '^ V»V^" werden müssen; sie wissen es. das« sie >z Wknpflichlen nicht um des Lobes oder gar "Ht A""üums wegen erfüllen sollen, und wenn ihnen l^s del?""! der officiell angestellte Lehrer ein Haar ^ sich »ä^Msten Kopfe krümmen darf. nachher sollen '" schm, ""em Bartl fürchten, deffen Existenz ohne-">t> ^" von den A.A>C.Iungen angezweifelt wird MiiV wenn er auch wirklich existierte, gar keine "He? Berechtigung zur Handhabung der Rulhe ÄMäl?!° ""d Vartl müssen sich mit dem weniger i^de, N ,N°chN)uchse behelfen. Wenn's mit w, ^"dern« . ^ulern nicht geht. vielleicht finden sich "'Ni^ber da sind ja die «Tanten», die den "^arbeiten; ich fürchte fast. der Nilolo wird in die Krippen und Kinder«Bewahranstallen gehen müssen, um dort sein Publicum zu finden. Recht fatal für einen Nikolo! Er kann doch nicht Wickelkinder aus dem Katechismus examinieren und Geschöpfe, die noch nach der Saugdüte langen, mit seinen Nüssen regalieren? Was will also der Nikolo noch immer? Begreift er es denn nicht, dass seine Zeit schon längst ab-gelaufen ist? Er kommt mir fast vor, wie die Emi« qranten. die zur Zeit der ersten französifchen Revolu« tion nach Deutschland herüberflüchteteu. als Friseure. Sprach« und Tanzmeister kümmerlich ihr Leben fristeten, aber immer noch vom Lonvre. von Verfailles und Trianon und ihren einstigen Prärogativen träumten! Arme Teufel! Was dahin ist. ist dahin; alte Zu« stände lassen sich vielleicht auf Momente zum Schein« leben galvanisieren, eine reelle Leistung können sie nicht mehr gewinnen. Freilich, was lange bestanden hat, lebt zähe. Der alte Ritter trägt schon lange keine Rüstung mehr, der moderne Schneider ist auf derlei ebenfowenig ringe« richtet, als der moderne Schmied; c>.ber anf dem Wappen ruht noch immer der Tournierhelm mit seinen heraldischen Kleinodien, uud mancher nennt sich noch «von und zu», der auf «von und zu» nichts mehr zu sagen und zu suchen hat. Der Nilolo findet Schicksalsgenossen, wohin er schaut. Das Scepter, einst der Stab des Richters, der Marschallsstab. einst ein prächtiger Streitlolben, bestehen noch immer, haben aber eine ganz andere Bedeutung gewonnen; fremdländische Armeen und öster^ reichische Vürgercorvs haben noch Grenadiere, aber schon die berühmten Grenadiere des großen Fritz und jene des ersten Napoleon befassten sich nicht mrhr mit Handgranaten. Da es aber doch noch Grenadiere ohne Granaten. Feldmarschälle ohne Strcitkolben und Ritter ohne Pferd und Harnisch gibt, warum soll es denn keinen Nikolo mehr geben? Gewiss gibt es einen Ni« kolo; aber wie der Ritter den Panzer, so hat er das Messgewand aus Goldpapier abgelegt und begnügt sich auch nicht damit, nur an einem einzigen Tage im Jahre in Action zu treten; die geänderten Verhältnisse stellen an den neuen Nilolo weit größere Anforderungen als an den alten, der mit einem Körbchen voll vergoldeter Nüfse, mit ein paar Aepfeln und einer Portion Lebkuchen die Kinder glücklich machen konnte. Jahraus, jahrein, besonders aber zwischen Nikolo und Aschermittwoch gibt es jetzt allwärts, in Laibach aber ganz besonders vkle Nikolo männlichen und weiblichen Geschlechtes. Die Mitglieder der Frauenvereine, welche für arme Schulkinder Winterkleider beschaffen, der Verein der Frauen der christlichen Liebe, die wnckeren Männer des Vincenz-Vereines, welche die Nothleidenden aufsuchen und ihnen Hilfe bringen, die Armenväter in den Bezirken, die Klöster, an deren Pforten die Armut sich eine Suppe holt — sie alle sind nur Nilolo-Nachfolgrr, wahre Kinder- nnd Men« schenfreude. die aber Praktischeres zu bieten wissm, als vergoldete Nüsse, weise Lehren, von denen man nicht satt wird, und Lebkuchen, dem im Winter eine warme Suppe oder gute Schuhe entschieden vorzuziehen l'ail'sscher Zeitung Nr. 278. 2274 6. Dezember 1887. Trieft Rohproducte zu billigen Tarifen nach allen Sta> tionen der österreichischen Vahnen versendet werden könnten, damit es doch möglich wäre. mit Hamburg zu concurrieren. Der Herr Kammerpräsident bemerkt, dass er aus einem Schreiben des Herrn Präsidenten der Gürzer Kammer entnommen habe, dass auch dieser die vom Herrn Vorredner bezüglich der Vertretung im Staats'Eisenbahnrathe zum Ausdrucke gebrachte Ansicht theilt, und dass es sich demnach empfehlen würde, den Gegenstand in einer der nächsten Sectioussitzungen in Berathung zu ziehen. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung wird der Antrag der Sectionen stimmeinhellig angenommen und hierauf die Sitzung geschlossen._____________________ Politische Uebersicht. (EinProtest der mährischen Czechen.) Das Organ der czechischen Abgeordneten aus Mähren, die «Moravskä Orlice», weist mit aller Entschiedenheit die Bemerkung eines Wiener oppositionellen Blattes zurück, die dahin gieng, es sei in den Blätter» der mährisch-czechischen Abgeordneten erklärt worden, dass, wenn dieselben zwischen der Unterstützung der österrei» chischeu Regierung und zwischm den Sympathien für Russland zu wählen hätten, sie ohneweiters sich für letztere entscheiden würden. Da« czechische Voll in Mähreu, sagt «Moravslä Orlice», sei von jeher von Treue und Ergebenheit für Kaiser und Reich durch, drungen gewesen und werde auch weiterhin dieselbe Treue, Ergebenheit und Opferwilliqkeit bethätigen. Und die erwählten Vertreter diese« Volkes, welche in allem und jedem die Gefühle ihrer Mandanten theilen, sollten es wagen, sich in Widerstreit zu der Treue derselben für Kaiser und Reich zu sehen? Da« sei geradezu unsinnig. (Die Landtage) sind eifrig an der Arbeit. Der niederösterreichische Landtag hat Samstag wiederum einen Ausschuss eingesetzt, welcher über die von der Regierung an dem Statute der zu errichtenden Landes-Hypothekenbanl vorgenommenen Abänderungen berathen wird. Im galizischen Landtage beschäftigt man sich mit der Revision des galizischen Volk«schul»Gesehes mit Rücksicht auf die Regelung der Concurrenzbeiträge und mit dem Straheugesetze, gegen welches in einzelnen Bezirken die bäuerliche Bevölkerung sich auflehnt. (Trie st er Gemeinderath.) Die lüften« ländische Statthalterei hatte dem Triester Gemeinderathe den Auftrag ertheilt, an der italienischen und an der slovenischeu Abtheilung der städtischen Volksschule im Vororte Rojano von der dritten Classe an die deutsche Sprache als obligaten Lehrgegenstand einzuführen. Da der Triester Gemeinderath die für die Einbringung eines Recurses an das Ministerium eingeräumte Frist versäumte, beschloss er in der letzten Sitzung, gegen jenen Auftrag formelle Verwahrung einzulegen. Der slovenische Gemeinderath Nabergoj enthielt sich der Ab» stimmung. (Wasserbau.) Die Regierung hat zwei höhere Functionäre des Staatsbauamtes nach Landshut in Baieru mit der Aufgabe entsendet, die dort nach einer neuen Methode an der Isar vorgenommenen Wasser« bauteu in Augenschein zu nehmen und die Modalitäten der etwaigen Anwendung dieser Methode in Oesterreich zu prüfen. (Zur Lage in Kroatien.) In der Samstag« Sitzung des kroatischen Landtages gab eine Interpel« lation des Abg. Cernkovic der Regierung Anlass, ihren Standpunkt gegenüber den Vorgängen bei den Agramer Gemeinderaihswahleu zu kennzeichnen. Der Wahlact sei formell correct vor sich gegangen, die Regierung habe auch nichts gegen die gewählten oppositionellen Can« didaten, ihr sei es einerlei, wer gewählt werde. Nach» dem aber der Obmann der Wahlcommission die Stimm« zettel vernichtet habe, müsse die Wahl annulliert werden. Das Gesetz bestimme ausdrücklich, dass alle auf die Wahl bänglichen Acten behufs Erledigung eventueller Reclamationen. für welche das Gesetz eine achttägige Frist bestimme, dem Wahlprotokoll beigeschlossen werden müssen. Dieser Bestimmung entgegen habe der Obmann der Wahlcommission die Stimmzettel verbrannt. Die Regierung werde dafür sorgen, dass bei der nächsten Wahl keine Missbräuche vorkommen. Anton Starcevii interpellierte hierauf die Regierung, ob sie von den Verwicklungen der europäischen Politik Kenntnis habe. ob sie die Krone darauf aufmerksam gemacht und welche Antwort sie erhalten habe. Der Banus erklärte, diese Interpellation nicht zu beantworten, weil sie die Com-petenz des Landtages überschreitet, er werde jedoch strenge über jene Leute wachen, welche die Interessen der Dynastie und der Monarchie stets im Munde führen, aber immer gegen diese Interessen wirken. (Frankreich.) Die Komödie der Irrungen in Frankreich, die mit der Cabinets« und Präsidentschafts-lrisis begonnen, hat endlich mit der Wahl Sadi-Carnots zum Präsidenten der Republik ihren Abschluss gefunden. Es hat sich die Regel bewährt, das« bei einem durch die Parteileidenschaft erhitzten Wahllampfe selten die ausgesprochenen Führer den Sieg erringen, sondern irgend ein dritter Compromisscandidat; dass, wie ein amerikanische« Sprichwort in solchen Fällen sagt, «ein todtes Pferd das Rennen gewinnt». Beim ersten Wahlgange zersplitterten sich noch die republika. Nischen Stimmen, Sadi-Carnot erhielt 303, Ferry 212; die Rechte war gespalten, sie gab 148 Stimmen für General Saussier und 72 für Appert ab. Es wurde nun die Sitzung unterbrochen, und in den Couloirs erklärte Ferry, dass er zugunsten Sadi-Carnots zurück« trete. Damit war die Wahl entschieden. Beim zweiten Wahlgange stimmten alle Anhänger Ferry's, bis anf zchn, für Sadi'Carnot und mit ihnen auch die Mehrzahl derjenigen Deputierten, die im ersten Wahlgaug für Freycinet und Grisson gestimmt hatten. Von 883 abgegebenen Stimmen entfielen 616 auf Sadi-Carnot, und er war damit zum Präsidenten der Republik gekürt. Vor dem Palaste, in dem der Congress tagte, war ein zahlreiches Pubiicum versammelt, das sich ruhig verhielt. Die Regierung hatte vorsichtshalber ziemlich viele Truppe» zur Aufrechthaltung der Ord-nung sowohl in Versailles wie in Paris selbst con-centriert; unter anderen war auch Marinc.Infanterie, als eine unter allen Umständen absolut verlässliche Truppe, zum Schutze des Congresses herbeigezogen worden. Wie aus Paris berichtet worden, werden die Kammein. sobald sie die Präsidenten-Botschaft ent« gegengenommen, vertagt werden, nachdem sie ein inten« mistisches Budget votiert haben. (Die Getreidezölle im deutschen Reichstage.) Man telegraphiert aus Berlin: In der Samstag gewählten Reichstags'Commission für die Getreidezölle sind 12 Mitglieder entschiedene Anhängrr der Zollerhöhung, wovon 2 Nalional'Liberale und drei Centrums-Mitglieder. 10 Mitglieder sind entschiedene Gegner der Verdoppelung der Zölle, darunter 3 Na» tional-Liberale und 2 vom Centrum; 6 MglieW endlich haben eine vermittelnde Stellung, darunter ve-finden sich Windthorst und der National-Liberale Ha"' macher. Die 6 Cunservatimn sind alle für dic Vorlag, von den Freiconservativen ist Kardorff dafür, niähmw Lohren eine vermittelnde Stellung einnimmt. (Russland.) Beim Magistrate w» LM" wurden, wie polnische Blätter melden, für d^n27.M' zember Wohnungen für 210 russische Officiere "0" Petersburg aus bestellt. General-Gouverneur G"^ ordnete an, dass vom nächsten Juni ab auf alw> Eisenbahnen Russisch »Polens die polnischen AussäM«" beseitigt werden sollen. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «ttlagenfurter Zeituug. meldet, dem Ortsschulrathe z" St. Martin bei Feldlirchen zum Schulerweiterungsbam 200 fl. zu spenden geruht. — (Die Erde als Abendstern,) Seit den' Monate November glänzt unsere Erde am westliche" Himmel unserer Nachbarwelt «Mars» als Abendster» Bei fortwährender Annäherung an den Planeten nim>n sie bis Mitte März an Größe und strahlender Prach' zu. Wie bei uns die «Venus», wagt sich auch in je'"' Welt der Abendstern «Erde» nicht gar zu weit in de" Himmelsraum hinaus. Er hält sich in der Nähe der Sonne und geht längstens drei Stunden nach ihr unter Und wie die «Venus» uns, so verheimlicht auch die Erdc den MarS-Vewohnern ihre Nachtseite und prangt n« mit dem lichtstrahlenden Reife, den sie gegenwärtig a" der rechten Seite trägt. Dabei sieht man sie dort av' wechselnd in Gesellschaft zweier Mondessicheln «Phöbos' und «Deimos». 'Phöbos» eilt an ihr rückläufig, «Deiinos' rechtläufig vorüber. Von diesen beiden Monden verwel letzterer bei der Erbe die längste Zeit und hilft ihr a'" Himmel einer ihr fremden Welt den idyllischen Zaube der Abendlandschaft erhöhen. — (Geduldige Leute.) Kommt Donners ein altes Ehepaar in ein Wiener Bankhaus mit be schüchternen Anfrage, ob die Nummern der geM^ Windischgrätz-Lose in der Zeitung wohl richtig l"^ «Gewiss sind sie richtig.» — «Dann thäten sie "^ schön um 20 00N fl. Conventionsmünze bitten,» und °" bei zog die alte Frau ein sauber gefaltetes Windischg"^ Los mit durchgeriebenen Gügen und mit der wertoo" Nummer 37351 aus der Tasche. «Ja, das gehe "'^ so, das Geld werde erst in sechs Monaten ausbej^ aber wenn sie's escomptieren lassen wollen -^ ,, — «Escomptieren, was ist das?» Man erklärt ^ ihnen. Die Alten hielten kurzen Rath, dann sag",5 Frau : «Lieber nicht, da« ist zu theuer. Haben wir dre'p. Jahr' gewartet, so warten wir die sechs Monat'" noch.» Und so warten sie richtig geduldig auf ^ Haupttreffer. .< — lEin Feldhase mit zwei H'"" leibern.) Das naturhistorische Hofmuseum verdaiw . regierenden Fürsten Liechtenstein das Gescheit "^ jungen Feldhasen, welcher eine merkwürdige Missbn ^ aufweist. Kopf, Hals und ein Paar Vorderbeine Hasen, welcher im Vabiher Revier in Böhmen auM" ^ und sodann ausgestopft dem Museum eingesendet lo .^ sind normal; kurz hinter dem Ansähe der Vorbey spaltet sich jedoch der Körper und bildet zwei Hinte" ^ Dieselben, obgleich verhältnismäßig schwach, zeigt^^ sind. Nikolo ist jeder und jede, welche diesem Werke der Nächstenliebe die Wege ebnen und die Mittel bringen. Allen unseren Nikolos gratulieren wir zu ihrem Namenstage und wünschen nur. dass ihnen die Freude und die Mittel zur fortgesetzten Ausübung ihrer Ni» kolo-Thätigkeit nie fehlen mögen. Den figürlichen Ni-tolok jedoch, die in allen Größen und Ausstattungsformen den Markt füllen, wünschen wir, dass sie den Kleinen, an die sie gelangen, Freude machen und dann zwischen den Wmterfenstern, gegen Schnee und Winter» liche Unbill geschützt, ein beschauliche« Leben führen mögen und dabei die Kleinen und die Großen zur Dankbarkeit gegen den lebendigen Nikolo gemahnen mögen. Und der Vartl? Ist der ganz au« der Welt ge-schafft? Rührt er sich gar nicht mehr. der Unhold? Leider rührt er sich mehr, als gerade nöthig wäre, damit die Menschheit nicht in ein Schlaraffenleben ver» sinkt Wie neben dem Goldpapier. Nikolo auf dem Markte der papierene oder in Pelz gehüllte rothzüngige Bartl erscheint, so läuft der lebendige geschäftig durch die ganze Welt, dringt in die Cabinette der Herrscher, in die Parlamente, in Versammlungen, in Familien ein und macht es dem Nikolo nach, indem er auch verschiedene Gestalten moderner Factur annimmt. An den Bartl mit rother Zunge, Hörnern, Glotz-äugen und Ketten glaubt niemand mehr; leider aber muss die Welt an den Bartl glauben, der alS Denunciation. Geschäftsneid. Noth. Nationalitätenhader, Corruption, Schund»Literatur, Eifersucht, Nihilismus, Bosheit und noch in manch anderer Gestalt die Großen heimsucht und Völker, Gemeinden. Familien und Individuen nicht zur Ruhe, zum Frieden gelangen lässt. Nilolo und Bartl, Ormuzd und Ährimau, gutes und böses Princip — es kommt immer auf denselben Widerspruch hinaus. So war's von je, so ist's, so wird's noch lange sein. und alle habeu wir nur den Wunsch und die Hoffnung, dass einstweilen der Nikolo dem Bartl wenigstens die Wage halten werde, bis jene glückliche Nikolozeit hereinbricht, in welcher der wirkliche Bartl. wie jetzt der am Spielmarlte, nur noch Kinder ängstigen kann. Dann werden nicht nur die Kleinen, dann wird die ganze Welt ihren Nilolotag feiern. Möge es bald so kommen. 5 * . lNachbru« v«icdo»»n.> Stolze Kerzen. Noman aus dem Englischen. Von Max von «elßenthurn. (41. Fortsetzung.) Das Mädchen blickte den Grafen ängstlich an. Wenn sie über ihn noch ebenso gedacht hätte, wie ehedem, so würde sie sich geweigert haben einzuwilligen; aber der Graf hatte seine Karten mit großem Geschick ausgespielt, und Sidonie hatte keinen Grund zu einem Misstrauen, welches fie an ihm zweifeln lasfen konnte. «Wer könnte derjenige sein, der für Nannette Sorge tragen würde?» fragte sie. — ------------------ —^7 ihl" «Robert, mein Kammerdiener. Ich wilrve ^. sofort telegraphieren, wenn du damit einverstande . Ziehst du es vor, so kann auch Robert dich i" ^jt von Verdier begleiten und ich bleibe bei Nannette, ihr alle Pflege werde, deren sie benöthigt!» . ..Me^ War es möglich, das« sulch offenem. f"'""Mell Wcsen gegenüber ein Verdacht in dem jungen ^^ft, rege werden konnte? Er trug so geschickt seine ^ dass sie sich völlig täuschen ließ. . falbst «Nein, Eugene, ich ziehe es vor. dass/"' ^ mich Frau von Verdier vorstellst. Aber w" ' ^li nicht abreisen können, bevor Robert hier emg" sein wird.» «Freilich nicht!» Der Graf seufzte tief auf. . ....z.ig e? «Du wirst aber doch noch Par's rechtz""» reichen?» ,. , ,tt„nde b/' «Kaum! Ich darf mich nur eine VmteMN ^, Frau von Verdier aufhalten. Es lag ".?"" ^ ficht, einen Tag dort zuzubringen, um nncy ».^W zeugen, dass du dich in deinem neuen ye,»» West.- . ..:, Sache and"* «Wenn ich nur wusste. w,e w,r die Van, einrichten könnten.» ,. «nistin «" «Ich wüslte es wohl! Wenn d«e W'^ da-Gasthofe« die Pflege Nannette's übern hm '^ ^ könntest du meines Trachtens beruh'gt avre, ,^ Robert« Ankunft abzuwarten. Ich Ante a.^, ^ dich zu Frau von Verdier gebrach '«"^„ettt s" wege nach Paris hier vorsprechen uno dir senden!» Mlmcher Zcit'lllj, ?.l. 278. 2275 6. Dezcmbll I«-,'?. ''«tern Theil des Leibes, den Schwanz und die Hinler-^ne gut entwickelt, an der Theilungsstelle, ungefähr in °er Mitte des Rückens, befindet sich ein Paar nach ruck-'vätts gerichteter, gut entwickelter Vorderpfoten. — (Ein Chinese als Advocat.) Der erste fliese, welcher in Newyorl und überhaupt in Amerila i«r Advocatens-Praxis zugelassen worden, ist ein Mr. cung Chong. Derselbe hat auf dem Columbia College °'e Nechtswissenschaft studiert, machte im Jahre 1880 sein «Motten-Examen, welches er brillant bestand, und winde M durch ein specielles, seitens der Legislatur erlassenes ^seh erlaubt, als Advocat zu pratticieren. Aing Chong, belcher 26 Jahre alt ist. erhielt nach vielfachen Schwie-tHleiten vor einigen Tagen endlich sein Nürgerpapier, -^ (Vom Wetter.) Da über Mittel-Europa die ^arnnieterslände noch hoch und ziemlich gleichmäßig ver-chellt bleiben, ist für die nächsten Tage in unseren Gellenden auch noch leine rasche Aenderung im herrschenden leuchten und milden Wetter voraussichtlich. -- (Line entsetzlicheEx plosion) fand vor-Astern vormittags in der Raimoud Cahuc'scheu Spreng-llGIablil zwischen Brunn am Steinfelde und Fischau Mt Wiener.Neustadt statt. Hiebei entstand ein heftiger ^land, wobei sechs Personen durch die Flammen getödtet ""den. Aus Wiener-Neustadt begab sich ein Rettungs-iu« an die Uuglüclestätte. . —- (Discretion.) Herr: «Wie alt ist der Cana» ?"vogel schon, gnädige Frau?» — Dame: «Aber, ich "k. .. Sie werden doch nicht so indiscrct sein wollen >«s ist ein Weibchen.» Local- und Provinzial-Nachrichten. Krainischer Landtag. (Schluss.) ^ Abg. Freiherr von Schwegel referierte namens A Finanzausschusses Über den Rechnungsabschluss des Meumsfoudes pro 1886. Referent kritisiert die Einstel- "Ng des Subventionsbeitrages von 6044 si. 8'/, lr. der ^Nischen Sparcasse unter außerordcutliche Einnahmen; ^ser Beitrag betrage in Wirklichkeit nur 5000 st. Der ^AM'sche Nachlass. welcher einem Landtagsbeschlusse zu- M speciell verrechnet werden müsse, repräsentiere mit Muss des Jahres 1887 nicht 94 908 st. 77'/., lr., Wern 97 410 si. 53 lr. Die gesammten Baulosten des 'Mdolfinums» betrugen mit Ende August 263 698 si. >l lr. Ueber diese Summe lommt «och auszubezahlen: «r drei Stück Kunstgitter über den Hauptthüren 900 st., "die Plllnierung und Besanbung des Gartens 430 fl. «Nd für d,e Gartenanlagen 600 st.; die Endfumme der Lammten Bau-Auslagen für das neue Landesmufeum wlrd sich sonach auf den Betrag per 265 628 st. 21 lr. "Men,. Der Wert der Mufealsammlungen, zusammen- Wellt auf Grund der diesfälligen, vom Musealcustos verrn Deschmann angegebenen Schätzung, wird mit ?°W0 st. ausgewiesen. Der Referent stellte schließlich "Mde Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: '/Der Rechnungsabschluss des Museumsfondes pro 1886 "ld hinsichtlich der Gebarung mit den für das ge< "nnte Jahr präliminierten ordentlichen Einnahmen und ""haben genehmigt. 2.) Die Beschlussfassung über die .Mrordenllichen Einnahmen und Ausgaben, den Bau " «Rudoln'numS» betreffend, wird bis zur Vorlage deS .^kündigten weitern, auf diesen Gegenstand bezüglichen KuHl'wch in dieser Session zu gewärtigendeu Lcmdes- ^"chussberichtes vertagt, jedoch jetzt schon bemerkt, dass ^Unter dieser Rubril ausgewiesene und noch ausstän» dige Veitrag der kraiuischen Sparcasse zu den Kosten des Baues irrthümlich mit 6044 fl. 2'/, lr. eingestellt er» scheint und mit dem Ansähe von 5000 fl. richtig zu stellen ist; 3.) ebenso ist der Ausweis über den Stand des Nachlasses Victor S mole's mit Ende August 1887 dahin richtig zu stellen, dass der Schätzungswert jener Möbel, Antiken und Rococogegenstände sowie der Bücher, die dem Museum nach der Transaction mit Fräulein Balbina Smole verblieben sind, aus dem Ausweise des gedachten Nachlasses nicht ausgeschieden werde. 4) Der Landesausschuss wird beauftragt, diese Richtigstellungen durch die landschaftliche Buchhaltung sofort zu veranlassen, die Durchführung dieses Auftrages in der Vorlage der nächsten Session nachzuweisen und in Zukunft streng darauf zu achten, dass die Beschlüsse und Wünsche des Landtages sowie die zur Durchführung derselben erlassenen Unordnungen des Landesausschusses von allen Organen der landschaftlichen Verwaltung gebürend beachtet und genau durchgeführt werden, — Die Antrage wurden ohne Debatte angenommen. Abg. Freiherr von Schwegel berichtete ferner namens des Finanzausschusses über den Voranschlag des Museumsfondes pro 1888. Das Gefammterfordernis beträgt 4266 sl, die Gesammtbedeckung 313 st., es zeigt sich somit ein Abgang von 3953 si,, welcher vorschuss« weise aus dem Landesfonde zu bedecken ist. — Der Voranschlag wurde genehmigt. Abgeordneter Freiherr von Schwegel referierte weiters namens des Finanzausschusses über tz 7 des Rechenschaftsberichtes, Punct (^ «Landesmuseum». Der Referent betonte die Nothwendigkeit eines Gewerbemuseums, gedachte mit begeisterten Worten der Einladung des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares zur Eröffnung des «Rudolfinums» und stellte folgende ^Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: 1.) Die Dar. stellung der umfassenden und erfolgreichen Thätigkeit der Leitung des Museums wird zur Kenntnis genommen und dieser dafür die volle Anerkennung ausgesprochen; 2.) den zahlreichen Freunden und Gönnern des Museums, dar-uuter insbesondere der krainischen Sparcasse und Herrn Albert Samassa, wird für die thatkräftige Unterstützung, die sie dem Museum zutheil werden ließen, der Dank der Landesvertretung votiert; 3.) der Landesaus-schuss wird beauftragt, in Verbindung mit den com-petenten Factoren (Corporations und Persönlichkeiten) sofort die nöthigen Schritte zur Gründung eines lrainischen Gewerbemuseums als einer selbständigen Section des «Rudol-finums» unter der Leitung eines besonderen Curatoriu ms einzuleiten und die erforderlichen Maßregeln zu treffen, damit diese Institution schon gleichzeitig mit der bevorstehenden feierlichen Er-öffnung des «Rudolfinums» ins Leben trete, zu welchem Behufe der Laudesausschuss ermächtigt wird, aus dem alljährlich in den Landesfond eingestellten Betrage zum Zwecke der Förderung des gewerblichen Unterrichtes einen entsprechenden Theilbetrag zur Gründung und Ausstattung des Gewerbe-Museums zu verwenden. — Die Anträge wurden angenommen. Abgeordneter Freiherr von Schwegel berichtete schließlich namens des Finanzausschusses inbetreff der Regie- und Speisenvergütung in den Landeswohlthätigkeitsanstalten und stellte folgende Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: Per Bericht des Lanbesaus-schusses, betreffend die Regie- und Speisenvergütung in den Lcmdeswohllhäligleitsanstalten, wird zur Kenntnis genommen und dem Wunsche Ausdruck gegeben, dass der Landesausschuss noch weitere Ermäßigungen in der Regie- 5, Eidonie schwieg; sie fühlte instinctiv Eugene's ' Anende Blicke, und sie wagte es nicht, aufzublicken 'hm. ^ Was er ihr gesagt, war im Grunde genommen tz Mllch; nichtsdestoweniger schrak sie vor dem bloßen l,. Men zurück, sich von ihrer alten Dienerin trennen "' Wen. dn, 'Du bist nicht mit meinem Vorschlag einverstan- ' Sibouie?» fragte der Graf. ihren Kampf sehend. !w« 'Ja. o ja. Eugene: aber ich lasse Nanmttc so «"n allein!» A.t "e minutenlange Pause entstand, dann trat der ^'.plötzlich auf Sidome zu. Ihre Hand erfassend derl?l tief in die Augen jehend, sprach er mit un- ^lener Trauer: n,it Adonis, bekenne die Wahrheit, du lmsslraust ' ""' nicht zu sagen, du fürchtest mich!» ^ »?" zuckte zusammen, dunkle Glut schoss ihr m Zangen, kiw'^ bich fürchten. Eugene?» stammelte sie ver- l' 'W-shalb sollte ich das?» bew i'^°' weshalb! Weshalb jürchtest du gerade mich. ^- Haar ans deinem Haupte heilig ist? Aber ^" ^ '^ ^ lo! Ich habe es längst mit dem groß. du tvN'"ä erkannt. Du fürchtest mich. Sldome. well M. dass ich dich liebe!» ^"wck. " hatte tcin Wort der Entgegnung. Sle «^tle A. ^ "'Hl zu leugnen, was er ausgesprochen Kl,d',,z " Anschuldigung hatte sie überrascht, und sie '"e Worte, um dieselbe zu widerlegen. Mit ge» senkten Blicken stand sie vor ihm wie eine Büßerin, die ein schweres Geständnis über die Lippeu brin-gen soll. «Warum du Scheu vor mir hast, Sidonie, ich fasse es nicht —» «Eugene!» «Sidonie, du kannst mich doch nicht für so blind halten, dass ich deine ungerechtfertigte Furcht nicht hätte bemerken sollen! Wenn du mich nicht gefürchtet hättest, webhalb würdest du dann heimlich an Karl Hargrave geschrieben haben?. «Du weißt es?» rief Sidonie, unwillkürlich er-schreckend. «Ich errieth es; ich sah. wie Nannette in Ehau« mont deinen Brief aufgab. Ich lveih, dass sie nicht schreiben kann und dass für dich nur eine Person existiert, mit der du korrespondieren könntest!» Sidouie hatte das Antlitz mit beiden Händen ver-hüllt, indes der Graf nach minutenlangem Schweigen fortfuhr: «Dein Heimlichthun hat mir tiefen Schmerz be« reitet. Sidonie. Im übrigen verbietet es drr gute Ton. dass junge Damen deines Ranges mit jungen. Ulwcrheiratften Männern correspondierm. von denen sie im Grunde genommen uichls wissen. Doch selbst wenn die Sitte es zuließe, so sollte doch Karl Har. grave der lchte sein, den duals deinen Freund ansähest!» «Weöhalb?» fragte Sidonie überrascht, bestürzt emporblickend. (Fondling solgt.) und Speisenvergütung in allen Landeswohlthätigssil?! anstalten mit Berücksichtigung der jeweiligen Marlt- und Platzverhältnisse sowie der in anderen ähnlichen Austalw! auf diesem Gebiete gewonnenen Erfahrungen ummtrl brochen im Auge behalten, seine Bemühungen in der cm' gebahnten Richtung fortsetzen und von den zum Zwecke der Durchführung dieser Aufgabe ihm ertheilten und aufreck! erhaltenen Befugnisse ensprechend Gebrauch machen möa/ Insbesondere hat der LandeSausschuss die Beschwerden, die wegen des häufigen Wechsels des Wärterpersonale? erhoben werden, eingehend zu prüfen und darnach dir geeigneten Anträge zur Berücksichtigung der wahrgcnom menen Uebelstände dem nächsten Landtage zu unterbreiten. — Die Anträge wurden ohne Debatte angenommen, Abgeordneter Dr. Poklular referierte namens des Finanzausschusses über den Voranschlag und Rechnungsabschluss des Landesculturfondes pro 1888, bezie» hungsweise 1886. Der Voranschlag weist ein Erfordernis von 4500 st. und eine Bedeckung von 4530 fl. auf; in, Vergleiche zum Erfordernisse zeigt sich somit wedrr ein Ueberschuss noch ein Abgang. In der Bedeckung ist die Post «Jagdkarten» mit 2400 fl., die Post Forst- und Feldfrevel-Strafbelräge» mit 2100 fl. eingestellt. — Der Antrag des Referenten auf Genehmigung des Voranschlag ges und Rechnungsabschlusses des Landesculturfondes pro 1868, beziehungsweise 1886, wurde genehmigt. Abg. kais. Rath Murnik erstattete namens des Finanzausschusses Bericht mbetrcff der Errichtung einer Fachschule für Holzindustrie in Laibach und stellte fol. gende Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: 1.) Dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht wird für die bisherigen inbetreff der Errichtung einer Fachfchule für Holzindustrie in Laibach erlassenen Verfügungen der verbindlichste Dank ausgesprochen. 2.) Die vom Landesausschusse inbetreff der Beitragsleistungen für die in Laibach zu errichtende Fachschule für Holzindustrie, d. i. für Möbeltischlerei, Schnitzerei, Drechslerei und für Korbflechter« gesassten, im Wege des l. l. Landespräsi-biums Sr. Excellenz dem Herrn Minister für Cultus uud Unterricht vorgelegten Beschlüsse werden zur genehmigen den Kenntnis genommen. 3.) Der kraimscheu Svarcasse in Laibach wird für die Unterstützung, welche sie der Fachschule für Holzindustrie angedeihen lassen will, der Dank votiert. Die im obigen zweiten Antrage erwähnten Beschlüsse lauten: 1.) Der lrainische Lanbesausschuss verpflichtet sich, für die erste Ausstattung an Lehrmitteln, Werkzeugen, Modellen lc. der in Laibach zu errichtenden Fachschule für Holzindustrie, das ist für Möbeltischlerei, Schnitzerei, Drechslerei und für Korbflechterei, für welche nach dem Erlasse Sr. Excellenz des Herrn Ministers für Cultus und Unterricht vom 11. März 1887 ein Aufwand von 2400 fl. nothwendig erscheint, die Hälfte, das ist 1200 st., der hohen Unterrichtsverwaltung aus dem krainischen Lanbesfonde zur Verfügung zu stellen, 2.) Für den Fall, als die krainische Sparcasse in Laibach für die laufenden Auslagen für Lehrmittel, Werkzeuge, Unterrichtsmateriale, für Betriebs» und Kanzlei-Erfordernisse, die sich nach obigem hohen Unterrichts-ministerialerlasse per Jahr mit 1000 fl. beziffern dürsten, den jährlichen Beitrag von 200 ft. nicht bewilligen würde, verpflichtet sich der Lanbesausschuss, unter der Voraussetzung der Genehmigung des hohen Landtages, jährlich einen Veitrag von 100 st. aus dem Landesfonde auszuzahlen. 3.) Der Stadtgemeinbe Laibach wird zur Bestreitung der Auslagen für die erste Einrichtung, die sich auf 1800 fl. beziffern dürften, ein Drittel, jedoch im nicht zu überschreitenden Höchstbetrage von 600 fl., aus dem Landesfonbe, vorbehaltlich der Zustimmung des hohen Landtages, unter der Bedingung bewilliget, dass der krainische Landesfond Miteigenthümer der Einrichtung verbleibt. 4.) Der Stabtgemeinde Laibach wird zur Bestreitung des Mietzinses für die Localitäten, der Erhaltung derselben im guten Stande, deren Reinigung, Beleuchtung und Beheizung, dann zur Bestreitung der Auslagen für einen Schuldiener ein Drittel, jedoch nicht mehr als 600 st., aus dem Landesfonde jährlich beigetragen, wenn der hohe Landtag dem zustimmen wird. 5.) Für Stipendien wird ein Betrag von 500 fl. in den Voranschlag des Landessondes für das Jahr 1888 eingestellt. — (Die slavische Liturgie und die österreichischen Südslaven,) Gegenüber einer jüngst von mehreren Blättern gebrachten Meldung, wonach eine Cvn ferenz der Bischöfe des Görzer Sprengels sich mit den Aa> tationen der slavischen Geistlichkeit des Litorale für die slavische Liturgie beschäftigt habe, wirb der «Politik» aus Parcnzo geschrieben, dass thatsächlich derartige Agiwtwnc» nicht bestehen. Die Görzer Suffragan-Bischöfe wüsslm mir zu gut, dass die slavisch? Geistlichkeit au den Satzungen der römisch'latholichen Kirche unverbrüchlich festhält, dass sie mit kindlicher Anhänglichkeit mit dem Allerhöchsten Kaiserhause verbunden sei und sich nie zu Acten der Fc-lonie heranziehen lassen werde. Die Slaven des Küstenlandes denken nicht an eine Aenderung der Liturgie, und Vllld^iss Zeitung Nr. 278. 2276 6. Dezember M?. die Conferenz der Bischöfe habe sich daher auch mit an< deren kirchlichen Angelegenheiten beschäftigt. — (Ovation.) Herr Rittmeister Wild wurde bekanntlich zum Commandanten des Ttaats-Hengstendeftots in Graz ernannt und wird diesertage nach dem neuen Bestimmungsorte abgehen. Der scheidende Herr Rittmeister war durch eine Reihe von Jahren gewähltes Mitglied der Pferdezucht-Section für Krain, in welcher Eigenschaft er als eminenter Fachmann die Section that» kräftigst unterstützte. Gestern versammelten sich sämmtliche Mitglieder der Pfcrdezucht-Section zu einem Abschieds« souver, wobei der Präsident der k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft, Herr Landeshauptmann Graf Thurn, in seiner Ansprache die Verdienste des Rittmeisters Wild zur Veredlung des Pferdematerials in Krain hervorhob und demfellicn für seine ersprießlichen Leistungen und erzielten Erfolge dankte. Der Herr Rittmeister erwiderte in herzlichen Worten und gab die Versicherung, dass er das Land Krain in freundlicher Erinnernng be» wahren werde. — (Der krainische Landtag) hült morgen um 10 Uhr seine vierte Sitzung. Auf der Tagesordnung stehen unter anderen folgende Berathungsgegenstände: Mündlicher Bericht des Finanzausschusses über den Rech« nungsabschluss der Landes-Wein- und Obstbauschule in Stauden pro 1886; Begründung des selbständigen Antrages des Herrn Abg, Johann Kersnit und Genossen mit einem Gesetzentwurfe wegen Aenderung des § N des Landcsgcsetzes vom 25. März 1874 über die neue An« lcgung der Grundbücher in Krain und über deren innere Einrichtung; mündlicher Bericht des Finanzausschusses inbetreff Entschädigungen aus Anlass von Maßregeln gegen die Reblaus; mündlicher Bericht des Finanzausschusses über die Petition der Vorstehung des Vincentius'Vereines um Erhöhung der Verpflegsgebür für krainische Waisenstiftlinge; mündlicher Bericht des Finanzausschusses über die Petition des Gemeindeamtes Görjach um Unterstützung für die durch den Wildbach Rothwein beschädigten Insassen; mündlicher Bericht des Finanzausschusses über die Petition des Herrn Franz Pecnik um Bewilligung zur Errichtung einer Sftitalsapothele in Laibach. — (Ueberlassung des Terrains vor dem Rudolsinum an die Stadtgemeinde.) Nach Beendigung der Gartenanlagen um das Rudolfinum war der Zeitpunkt gekommen, um gemäß der bei Acqui« rierung des Bauplatzes für das Rudolsinum mit der krainischen Sparcasse getroffenen Vereinbarung das vor dem Gebäude befindliche, weiterhin nicht benüthigte Terrain der in der Steuergemeinde Unterschischka gelegenen Par« celle Nr. 536 l bis zur Triester Straße und die östlich von dieser bis zur Sftarcassa reichenden Parcellen Nr. 67/1 und 140/3 der Steuergemeinde Kapuzinervorstadt, letztere im Ausmaße von 301 s"j Klaftern, der Stadtgemeinde Laibach ins Eigenthum zu überlassen. Der Stadtmagistrat erklärte diesfalls, gemäß dem Gemeinderathsbeschluss vom 23. November 1886, mit Vergnügen die besagten Par» cellen in das Eigenthum der Stadt zu übernehmen und dieselben bis zum Zeitpunkte ihrer Regulierung als öffent» licher Platz entsprechend zu planieren und zu verschönern, zugleich aber auch die genaue Ausmessung des Terrains behufs dessen grundbücherlicher Eintragung als Eigenthum der Stadtgemeinde zu veranlassen. Der Localaugenschein betreffs des zu überlassenden Terrains wurde im April vorgenommen, worauf mit den Planierungsarbeiten be» gönnen wurde. Nachträglich haben sich wegen des vom Magistrat verfassten und dem Landesausschusse vorgelegten Uebernahmsdocumentes einige Differenzen ergeben, deren Begleichung im Zuge ist. — (Woche uausweis der Sterbefälle.) Dem foeben publicierten 47. Wochenausweis der Sterbefälle iil den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Daten:_____________________________________ 5^ Gesammtzahl H ^2? ^L der <^ ZZ?D Städte HZ-B Verstorbenen ^ «Z"Z O?^______________ U^ 2L3^ ____ZßZ^ m. ^ w. I^I^^M" Laibach . 27 572^ 8 7 ! 15 4 28.3 Wien. . . 795 302 219 191 410 44 2K.2 Prag. . . 184 581 68 64 132 30 37.2 Graz. . . 105 274 23 24 47 8 23,2 Klagenflirt 19 580 5 5 10 4 26.6 Trieft . . 158 106 57 51 108 3 35,5 Oörz. . . 22 670 10 ? 1? — 39.0 Pola. . . 26989 6 6 12 — 23,1 ^ara. .. 12422 5 3 8 4 33.5 Von der Gesammtzahl der Verstorbenen sind in Laibach 40,0 Procent in Krankenanstalten gestorben. — (Theater.) Wie wir erfahren, findet im Schießstättesaale heute die letzte deutsche Vorstellung statt. Ein zahlreicher Besuch steht umsomehr zu erwarten, als diese Vorstellungen während der vierwöchentlichen Saison seitens des Publicums leider nicht jene Beachtung und Unterstützung gefunden, auf die sie, mit Rücksicht auf das Gebotc>,e, Anspruch erheben konnten. Bei diesem Anlasse empfehlen wir den greisen Souffler der Güte des theaterbesuchenden Publicums. — (Der Laibacher Gemeinderath) hält heute abends 6 Uhr eine öffentliche Sitzung ab. — (Spende für das Landesmuseum.) Herr Forstrath Ludwig Dimih in Wien und dessen Schwester Frau Suppan in Laibach übergaben als Erben des verdienstvollen, ohne Testament verstorbenen lrainischen Historikers und l. k. Finanzdirectors August Dimitz nach dem vom Erblasser bei Lebzeiten ausgesprochenen Wunsche als Geschenk dem Museum «Rudolfinum» aus der Bibliothek ihres Bruders die mit Car-niolica bezeichneten Druckschriften und Werke, 170 Nummern, und 47 Stück Slovenica, außerdem 14 Geschichts-werke, die Nachbarländer betreffend. — (Holzhändler-Verband.) Am 18. d. um 9 Uhr vormittags findet im «Hotel Stadt Wien» zu Marburg die diesjährige Generalversammlung des «Süd-österreichisch'ungarischen Holzhändler-Verbandes» mit nachstehender Tagesordnung statt: Rechnungslegung pro 1887, Neuwahl von Comitemitgliedern, Anträge. — (Neue Kaserne in Villach.) Wie die «Kla-genfurter Zeitung» berichtet, hat das Landesvertheidigungs-Ministerium dem Ansuchen der Gemeinde Villach, eine Kaserne zur Unterbringung eines Iägerbataillons erbauen zu dürfen, unter der Bedingung, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt werden, die Genehmigung ertheilt. — (Verhaftung eines Anarchisten.) Aus Graz wird uns berichtet: Die Staatspolizei verhaftete den hiesigen 26jährigen Bäcker Alois Weiß wegen Hochverraths. Derselbe, als enragierter Anhänger der «Propaganda der That» bekannt, wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Agram, 5. Dezember. Die behufs Erneuerung des finanziellen Ausgleiches gewählte Rrgnicolar-Deftuta« tion hat sich constituiert und Vutotinovic zum Präsidenten, Egersdorfer und Miökawvic zu Schriftführern gewählt. Paris, 5. Dezember. Die Minister überreichten gesteln abends Sadi'Carnot ihre Demission. Sadi-Carnot ersuchte dieselben, die Functionen behufs Erle« diguna. der Geschäfte weiter zu versehen. — Die Bot» schafter Deutschlands und Russlauds drückten dem Minister des Aeußern, Floureus, die Vefriedignnq ihrrr Regierung über die glückliche Lösung der Krise aus. — Die Demission entgegennehmend, dankte Sadi-Caniot den Ministern für ihre patriotische Ergebenheit. Sadi« Carnot wird betreffs der Cabinelsbildung vor Con-sultierung des Präsidenten der Kammer sowie der Führer der einzelnen Gruppen keinerlei Beschluss fassen. — Das «Journal des Döbats» räth Sadi» Carnot, das gegenwärtige Cabinet beizubehalten. Die republikanischen Journale fordern einstimmig eine Politik der Beruhigung und Sammlung. Die consl'rvati» vm Journale zweifeln, dass eine solche Politik Aussicht auf lange Dauer habe. Rom, 5. Dezember. In der Provinz Cosenza fand ein heftiges Erdbeben mit verheerenden Folgen statt. Bisher wurden 25 Leichen exhumiert. 4000 Personen sind obdachlos, davon sechs schwer verwundet. Viele trugen Contusionen davon. Die Opferzahl wäre viel größer, wenn sich die durch den ersten leichteren Erd> stoß aufgeschreckte Bevölkerung nicht außerhalb der Häuser befunden hätte. Erst der zweite Erdstoß hatte verheerende Folgen. Die Ortschaften Bisignano. Pavia, San Marco, Argentano, Rogiano und Gravina haben am meisten gelitten nnd sind fast ganz verfchüttet. Ein Pfarrer, der dem Unglücke momentan entrann, trat in die Wohnung ein. um seinen Mantel zu holen, wurde aber beim Verlassen der Wohnung durch den Einsturz der Kirchenfa^ade erdrückt. Ein beurlaubter Soldat, der noch lebend exhumiert wurde, eilte wie rasend davon. Brüssel, ö.Dezember. Sadi»Carnot empfieng gestern den Redacteur der «Indipendance», Berardi, und ver< sicherte, seine Regierung werde eine Regierung des äußeren Friedens und der inneren Ordnung sein. König Leopold war der erste Souverän, welcher Sadi-Carnot beglückwünschte. Cctinjc, 5. Dezember. Von der Grenze ist die Nachricht eingetroffen, dass der berüchtigte Ali Pascha von Gusinje ermordet worden ist. Es scheint ein persönlicher Rache-Act vorzuliegen. Athen, 5. Dezember. Der Disciplinarrath beschloss, die Officiere, welche wegen Desertion gelegentlich der Engagements an der Grenze gerichtlich verfolgt nnd vom Kriegsgerichte freigesprochen wurden, aus den Listen der Armee zu streichen, weil sie ihren militari« schen Pflichten nicht genügegeleistet. Schießstätte in Laibach. Gastspiel der deutschen Gesellschaft vom Armonia.Theater in Trieft, Außerordentliches Bcneftz des Komilers Nenno Ernst. Heute: D om estilenst r e i che, Posse mit Gesang in l Act von A. Nittner. — Hanni weint. Hansi lacht. Operette in 1 Act von Offrnbach. Verstorbene. Den 2. Dezember. Josef Noval, Arbeiter, 2? I>, Castellgasse 12, Gehirntuberculose. Den ^.Dezember. Domenica Stuppan, Kaffeesiedets' Gattin, 41 I., Spitalsgasse l), Peritonitis. — Andreas Zagal, Hausierer, 5tt I., Rosengasse 3!>, l^rcinoma venli-icüli. Den 4. Deze m b e r. Francisca Nichter, Aussehers'Tochter. 2'/,. Mon., Ehröngasse 13, Lebensschwäche. — Leopold Gregouc, Buchhalter, 28 I., Wiencrstraße 3, Lungcnblutsturz infolge ch"' nischer Lungentuberkulose. Im Svitale-. Den I.Dezember, Francisca Nalmtt, Arbeiterin, 34 I,, Lungenentzündung. — Margareth Cepmi, Briefträgers-Wilwe, 55 I., allgemeine Wassersucht. Den ll. D c z e m ber. Barthelmä Eerne, Inwohner, 59 I-, ^>'6lit>8 nuta. — Johann Nachtigall, Schneider, A3 I., Vrigh' tische Nierenentartung. Den 2. D e z e m b e r. Gustau Zagar, Arbeiters»Sohn, 4 I. (Polanastraße 42, Spitalsfiliale), Blattern. Lottoziehungen vom A. Dezember. Trieft: 85 tt 1 12 61. Linz: 72 32 46 45 4. Meteorologische Beobachtungen in laibach. - i W ft O « ,82« S«___ ^ '7Ü Mg. M.7«^"5.4' 'w1nM "Nebel ' no 5,2 . N. 7:l2.ll5 10.4 W. schwach bewölkt «.'^il 9 . Ab. 7-l4,«5 7,4 W. schwach l bcwöllt " Morgens Nebel, geringer Regen, tagsüber wechselnde Ve^ Wallung, etwas Sonnenschein. Das Tagesmittel der Wärme ?,' < um 7,1° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Na a lit. ! Danksagung. ! Für die vielen Beweise der Theilnahme, welche uns anlässlich des Hinscheidens nnscrer innigstgelietx ten Schwester, beziehungsweise Schwägerin und Tante, deS Fräuleins Rosalia Namov8 Hausbesitzerin entgegengebracht wurden, sowie für die zahlreiche Ne< gleitung zur lchten Ruhestätte und für die schönen Kranzspenden seitens der Freunde und Belannten, besonders des hiesigen Frauenvercines, sprechen dcn aufrichtigsten und innigsten Danl aus die trauernden Hinterbliebenen. Uaibach, 3. Dezember 1««7. Danksagung. Innigsten und besten Danl sagen wir allen werten Freunden und Aclannten, die uns bei dem Hinscheiden der innigstgeliebten Oattin, brzirhung^ weise Tochter, Schwester, Tante und Schwägerin, de, Frau Domenica StuMn ihr Beileid in so herzlicher Weise entgegenbrachten, nnd jenen, welche die schönen Kränze zu spende» und an dem Leichenbegängnisse theilzunehmen die MUe hatten. Die trauernden Hinterbliebenen. Laibach, 5. Dezember 18«7. , Statt jeder besonderen Anzeige. Schmerzerfüllt theilen wir mit, dass es O"lt dem Allmächtigen gefallen hat, heute um 12 UYl mittags unsern unvergesslichrn Sohn, resp. Änlvcr, den Herrn Leopold Gregoriè Buchhalter nach langer, schmerzvoller Krankheit in seinen« 28ste» Lebensjahre in ei» besseres Jenseits abzubrrmc». Die irdische Hülle des theure» Verbl.ch >'" wird Dienstag, den l>. Dezember, um -l Uyr '"'^ mittags uom Hause Nr..'! der Wicncrstrastc aus , dem Friedhofe zu St. Christoph bestaltet. .zg. Die heil. Seelenmessen werden m der ^r°» canerlirche gelesen werden. ^m'deil Der theure Verblichene nnrd ?""' l^" und Belannten zum frommen Nnoenlen empl") Laib ach, 4. Dezember 1U87. Andreas GregoriÈ jutul. Stadtarzt. Dr. Vincenz GregoriÈ Arzt. 2277 Course an der Wiener Börse vom 5. Dezember 1887. N°« dm, «Men«, «o««^ «tn»t«.«nlehen. l^,"" c...... »3- «3«l> >z^°'"/» Slaatllose »5« st. ,31 i« l3^ 25, >»«!>tt °°, «l>°"'^ b"0 . ,»4 70,.<5 — >8«l> «5 " ssllnfle! ll» , '39 —13U K0 l'«4n ^'"l»l«Il . . »00 , 1S8 - 1»8.«f. <"N».!U. .' . VN , I»7 2b>«? 75 °"'>>">'l0,f> F,.p'"renl« b°/, . . . . «e-vc» 8«.,o 7^l>b.'«nl. ,«o si «, W, S. ^0 - ,li0'0« ^bllhii.Ptilritaten 55.7,, ,g,„ ' ">a»l,^bl ^^ ^st^h^ -.--------- ^,, » « von, I. 187« . Il2 — ll» 50 l^il >'""""-slnl. «^ luo fl. ö. «u. '»4 l>0l»s.'»a " «'^.^,^ <°, ,U0 sl. . . I«.-154 2b ^""«,1. . Oblilllltlone» z., "« wo st «,.Ki.) "t V<.......109 5°-- l'/.,°».......,04,«104 »5 ?'.'^ch7"'"'^ ,.,._.—— ^'«N^° ^b'llavo'nll'ch«' .' U^iöä'« °"'bl4 lemlsn »an«» . . . .104 »0104 90 l°/, ungarisch«...... ,04 6<»l0s... Nndere bsientl. Nnlehen. D°nau.«tg.«eofe 5°/„ loo sl. . '»'----------- bl°. «nltihc 1878. sicuerftt! . ll»ü VK 1«L 75 «niche» d, clabtzcmnnbe wiin I04«ni04/o Nxlehcn i StabtglMlinb« llvitn (Silbc, und Void) .... I5l>50I»l 5" Prämie».» nl. b. et»dta«m, llllitn »33 kl, 134 — Pfandbriefe !<»r ic» st.) Vobenci. oll«, »fterr, 4 °/, Gold. 125-5» I««25 bto, iü 5>l> . , 4'/, "/» 1O0'»zi00'?tt blo. in !>« . , 4°/» . l»7 »b »7 ?b t»o. ^räU!<>N«echuldv«lchl.3<>/<, >0»-50 10»'— QeN,H!p!>!d>!ltnb»»I «1, 5'/,°/» 1U1 — l0»-— 0c!',.ul,,,, <1, l»»« Vlll. ü>/,°/, —'-------' — Priulllülo'ObllgatiVne» (sül I«u fi.) UIllab«th.llvlfibahn l. «mllfton —-____— ss«bln»nb«»9ioldbahn iu ^llbtl 99 75 loo>o !Nai>z»Il'it<'<)<>hn.....__.^ _._ , k. Eltbclldlll«»......._._ _._ Sta»««»«hn l. «mlsfi«n . .19» —19V — Vüdbahn ^ »«/,.....,44,0145. , ö ü°/».....,l4?b'L^'><' Nnz.»gaNz. Nllhn.....99 70100 1» Diverse Lose (per Stil«). «redillosl 100 N......18,50183.^ «larv-kole 40 st...... «9-7!» 5o »5 4«/» T>onauamvflch. 100 st. . lis l>o 11? l.c> ralbllchttPtämiln-Vnlth.zost. «— ««0 Oftner Lost «> fl..... 5» 50 - — PalNh.Loft 4« st..... 4» bb 49 2» Rothen itlluz, ost.Gts.v, w ft. 15 30 1» <>l» Rudol<»8ose 1V st..... 1» 3« «»" SalmoLost 4n «...... «l — «» ^ St.» Vaulvercin, Wien«, K« sl. . 9140 91 k« »t»>cl,.«i!ft,,Oeft,»oüfI.V.«»°/,l!39 - »89'b«, Lrbt.Nnft, < Hand. u.V. ittosl, z?9 »0«30 l" steditbanl, «lllg, Ung. »00fl. . ,^«-»5 28« 7b Dcpofileiidonl, Nlla,»W fl. .! —.— — — «t.'l omr!!'.el.,!«tel>lröft.b0Ufl. 5bV'— b»1 — ^»ipolhclüub., öft.^ous!.««/»«. —— "^ tl,,,!b«b.. oft. !i0Ull.V.«»»/, «.»«?»«3— Qrslcit..u>!g. Vanl . . . .887—8««- l!mo»t>»nl »u>, >l.....»II—«Nb0 5!l»1^ Gelb Wal» Nett«, v«n Transport. Untssnehmlluge». spn Stück), »llbrechl.Vahn ,c»o sl. Gilb« , — — — -«lf8lb.Nium.«Vahn 900 fl. Gilb l?8 5U lil» bl, «ulfig»Tepl. ««send. «00NLV —— — — VVHm. Noidbaon ,5« fl, . l?5li0l?»,— , wcstbahn »00 fl . . ,----------------- »uschtlehlab« Visb. 500 sl. «Vl.75«-—79« — sl!t,«) ,00 sl. «c.«> ^« -Donau . DampMiffahlt« » Gel. Oefierr. 500 fl. «Ht. . . .34» —344 — Drau»«!l. sN»l.»Db..iz.)»lx>fl.«.-------— — Dui'Vodenbacher«,.B,»ousl,S,»15'—3l? — «tlisab««H.V«hn ,uo fl. «M, . —---------— „ Linz«Nubwn» »uu sl. . —---------— . Sljb,.T,l. IU. «.,875X00 fl.S, —'- —'-Nerb,nanb»»»t«rbb. l000 fl. CM, »555 >5«0 Nlan»»I«lef'«ahu »00 fl. Silber —— —— Mlnfnrchen.B<,rcser»iftX»ofI.« —.----------- V»ll,.»arl^ubwi«0sl.«,w —.------------ «ablenberg.»ifend»hn l»o st, . —.--------— llaschaN'Oderb. sifenb. »0« tl, S —'--------- ?tN!ber«.«»ernou,itz.Illfsy «ijcn» bahN'Vesellschaft »ou fl. ö, W.«,9 «5 »19 — bto. (»».«) 2UU ü. Gilb« .ie8-7bl«9 — Prag.Dul« 50fl. Silb. ».- ,7.— lNudoli-^ahn KU0 fl. Silber ,^184'üo l«b.00 Viedeitt'Uij,.'! enb. »00 fl. ,! — — —-— S!<»'.,!il, ^<»<> II, ö, W .»»70»»3'— Oel» W,- Silbbahn «00 fl. Silber . . . »9 — 89-50 «ub»Noldb..»erb..S.««>sen », — — -'-^ waffcnf.»«»,, Orst in «0 >«« fl «ee — >«' - Devise» T>eutl.chl Plätze......,l 80 si 9» London.........lz» - IX» 3» Pari» .........49.7»^ 49 ,?,. valnte». Ducalen........z,5 5 ,h »»«Franc». Stück«.....»yK 9,7 Silber.........^.^ ^^ Dcutlche »»«ichobanlnolel, . g, 77, «l 8» Italienische Vanlnoten (>»0 Lire) 4» 2c< 49^6 Papitl.Nube! per Stl!« . . . 1 10 1 i«,,,