Dtenstag den ^. Msvember 182 8. TM i e n. western, dcn 26. d. M. Mittags, hatte der am hiesigen Allerhöchsten Hofe neu accrcditirte Botschafter Sr. AllerchrisiUchsten Majestät, Prince Duc de Laval-Montmorency, dic Ehre, Sr. k. k.Ma-jcsiät in einer feierlichen Audienz das Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Unmittelbar darauf g> ruheten Ihre Majestät die Kaiserinn, dcn Botschaf, ter in Allerhöchstihrcm 2lpparte»aent zu empfangen. (W. Z.) Kachrichtkn vom UriegZschanplatje. Nachstehei^des ist der russische Kriegsbericht über die Einnahme von Varna vom ü. October: „Der glücklichste Erfolg hat endlich die Anstrengungen der russischen Armee unter den Mauern von Varna gekrönt. Diese wichüge Festung hat sich diesen Morgen auf Discretion ergeben, und ist bereits von unseren Truppen besetzt. Die uu-dedingte Uebergabe dieser Festung ist die Wirkung des Schreckens gewesen, den die Kühnheit, mit welcher sich eine Handvoll unserer Soldaten in der Nacht vom 7. October hineingeworfen hatten, in der ganzen Stadt verbreitete. So groß war das G:Useyen der Einwohner, daß noch am Abend desselben Tages Unterhandlungen angeknüpft wurden, und der Platz die Absicht äußerte, sich zu unterwerfen. In Folge dieser Conferenzen gab Iussuf - Pascha den Scinigen das erste Bci-syiel, indem er gestern mit den Truppen, die sich unter seinen unmittelbaren Befehlen befanden, in unser Lager kam, und ihnen bcfahl, das Gewehr, ebne Uebereinkunft, zu strecken. Diesem Beispiele folgte in der Nacht und am Morgen des heutigen Tages der größte Theil der Besatzung. Der Ka-pud an- Pascha allein, mit einer kleinen Zahl seiner Person erZebner Soldaten, hatte sich in dic Citadelle geworfen, wo er von unseren Truppen gefangen genommen wurde, welche durch dieBre-schen, ohne den mindesten Widerstand zu erfahren, mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen, in die Stadt eingerückt sind." »Nach dcn einstimmigen Aussagen der Gefangnen belief sich die Besatzung von Varna, mit Inbegriff der bewaffneten Einwohner, ursprünglich auf 22,000 Mann, von denen heute nur 6aoo übrig sind. Ucbrigens sind uns bis jetzt weder die Zahl der Gefangenen, noch die von unö eroberten Trophäen, noch die Quantität vonKriegs« Munition und Mundvorrä'thcn, die in unsere Gewalt gefallen sind, genau bekannt." Die neuesten St. Pctersburgischen Blätter enthalten Folgendes aus Erivan, vom 10.September : „Das von dem General-Major Fürsten Tschawtschovadz« befehligte (Jorps, das sich der türkischen Festung Bajasid bemächtigen sollte, näherte sich derselben am 6. September, nach einem höchst beschwerlichen Marsche über die Aga-donigh - Berge, und stieß auf feindliche Reiterei, die aber van unserem Geschütze in die Festung zu. rückgeworfen wurde. Am folgenden Tage griffen unsere Truppen unter dem mörderischen Feuer des Feindes den Platz an, desfen Commandant, Elul-Pascha von zwei Roßschweifcn, sich alsbald ergab, da er die Unmöglichkeit einsah, sich länger zu halten." — Dieselben Blätter melden ferner aus Akhalzyk, vom 29. August : „Der Genera!. Adjutant und General, der Infanterie, 356 Graf Paskewitsch von Erivan, hat den General-Major Fürsien Bebutcff zum Chef des Pascha-liks Akhalzyk , und den Oberst- Lieutenant Dreschern, vom Krimmschen Infanterie-Regiment, zum Commandanten der Stadt Akhalzyk ernannt, deren Besatzung aus dem Infante» rie. Regiment Schirwan und zwei Compagnien des Donschen Kosaken - Regiments besteht." (Oest. B.) MieVerlanve. Durch Decret vom 9. October ernannte der König zum Generalgouverneur von Niederländisch-Ostindien den General van den Bosch, dervor einiger Zeit aus Ostindien angekommen ist. Der bis< hcrige Generalgouverneur, Vicomte du Bus de Ghisignies, ist zurückberufen. (Allg. Z.) KchweVen unv Morwegen. Se. Majestät der König von Schweden hat verordnet, daß auf dem Werfte bei Horten noch eine Fregatte von 46, und eine Korvette von 2a Kanonen gebaut werden sollen; die letztere ist schon angefangen und dürfte nächstes Jahr fertig wer< den. Die Fregatte Freya, welche im Sommer ablief, führt 36 Kanonen. „Wir können demnach erwarten," schreibt man aus Ehristiania, nach und nach eine ansehnliche Schisssmacht zu erhalten, wie wir schon über 27,000 Mann seetüchtige Mannschaft besitzen." (B. v. T.) Frankreich. Algierische Korsaren machen noch immer auf französische und päpstliche Schisse Jagd, und gelingt es ihnen eine Prise zu machen, so führen sie sie nach Tanger. Tripolitanische Seeräuber haben neuerdings sechs neapolitanische Schisse gekapert. (0, 1") Nach sechzehn Monaten der mühseligsten Reisen in dem Innern von Afrika ist ein Franzose, Hr. Taille, in Tanger angekommen, von ws er sogleich nach Toulon weiter reiste. Er hat glücklich die große Wüste zwischen Marokko und Tom-b uktu durchzogen, und scheint sich in letztgenannter Stadt ziemlich lange aufgehalten zu haben. Seine Briefe wurden von dem französischen Vicc-Eonsul, 'Hrn. Delaporte, nach Paris gesandt, und am 17. October der Gesellschaft für Geographie durch ihren Vice > Präsidenten, Hrn. Iomard, mitgetheilt, Ginc Straßburger Zeitung schreibt: „In allen Artikeln über das, was bei Schumla vorgefallen ist, stitdem dieser Platz von den Russen be- lagert wird, hat man bemerken können, daß die türkische Artillerie sehr gut bedient ist, und den Russen viel Schaden zufügt. Es heißt, sie habe zum zweiten Befehlshaber einen ehemaligen französischen Sergenten, Namens Dalhousie. Jeder« mann in Straßburg kennt den kleinen Sergenten, der im Jahre i6i5, beim Ausstände der Garnison dieser Stadt, sich für den Augenblick des Platzes bemeistcrtc, und mitten in der Unordnung sichGe« horsam zu verschaffen, und die Ordnung treflich zu handhaben wußte. Jener Sergent ist der nämliche Dalhousie. Die türkische Kavallerie ist gut beritten und wohl disziplinirt, und mehrere Infanterieregimenter manöuvriren wie alte europäische Truppen." (Allg. Z.) Der Moniteur vom 20. October enthält ein Verzeichnis; aller Kriegsschiffe, welche im Hafen von Toulon liegen, und noch für dicnstfähiggehaltcn werden. Nach diesem Berichte sind noch 4 Linienschiffe von ,3o Kanonen, zwei Korvetten von ^6 und 56 Kanonen, sechs Kanonierschalupren, und 3 Bomdenschisse auftackelungsfähiq. Sämmtliche Kriegsschiffe, die, wenn es die Noth erheischte, in Kurzem segelfertig seyn könnten, enthalten demnach blos im Hafen von Toulon 6:2 Kanonen, 60 Karonadcn, iä Mörser und ein? Besatzung vsn 6020 Mann. (Oest. B.) Portugal. Lissabon, 4. October. Nachdem die Armee von den Anhängern Don Pedro's und den Con-stitutionellen gereinigt ist, kommt nun die Reihe auch in Masse an die Verwaltungsbeamten. Seit mehreren Tagen ist die offizielle Zeitung mit Ent-lassungsdecreten angefüllt. — Die Expedition nach der Insel Terceira, aus 4 Fregatten und 2 Briggs bestehend, wird heute unterSegelgehen, ihreRich-tung zuerst nach Madeira nehmen, sich dort wit einem Theile der frühern Expedition vereinigen, und dann auf den Azoren das Panier Don Mj-gucls eben so schnell an die Stelle des kaiserlichen sehen, wie dies in Madeira geschah. — Ginein alten Gebrauche der portugiesischen Könige gemäß begab sich Don Miguel vorgestern nach Mafra, um mit den Mönchen dieses berühmten Klosters das Fest des heiligen Franciscus von Assisi zu fei-ern. Er übernachtete unterwegs im Pallaste von O.ueluz. — Durch Ordonnanz vom 29. September wurde der Marquis von Ehaves zum Kommandeur vom Ehristusorden ernannt. (Allg. Z.) 357 Großbritannien. Die neuesten Londoner Blätter vom 14. October bringen befriedigende Nachrichten über das Befinden des Königs. Der Courier zeigt an, daß Se. Majestät am vorhergehenden Tage zum ersten Male seit Ihrer letzten Unpäßlichkeit eine Spazierfahrt im Freien, im Windsor-Park, gemacht haben. Der Courier vom i3. d. M. enthält nachsiehende Uebersicht der brittischen Seemacht im mittelländischen Meere zur Zeit, als Sir C'. Co-d ? ington seinem Nachfolger Sir P. Malcolm den Oberbefehl übergab: Z w eid e cke r ^ 2lsia, 64 Kanonen; Ocean, 8o: Warspitc, 76; Revenge, 76; Wellcsley, 74; Isis, 5o. — Fregatten und kleinere Kriegsfahrzcuge: Blonde, von46Ka« nonen; Dryad, 42; Dartmouth, 42; Sama-rang, 26; Talboi, 28; Nattlensnake, 28; Raleigh, 18; Pelican, 18; Rifleman, iL; Mosquito, iu; Jasper, 10; Alacrity, io;Samelecn, io;Weaz« le, 10; Philomel, 10; Mastiff. 6; und ^Bombardier-Galioten: Infernal, Etna, Metcer und Erebus. Am 9. October wurde die Fregatte Clyde von 46 Kanonen in Woolwich vom Stapel ge. lassen. Die sämmtlichen nicht diensthabenden Sol. daten der Artillerie und Marine erhielten bei dieser Gelegenheit einen halben freien Tag, und Woolwich bot ein Bild großer Lebendigkeit dar. Auf dcm Schiffswerft bemerkt man große Thätigkeit, und zwar ist bis noch vor Kurzem der Herzog von Clarence, dessenlAbdankung man in Woolwich sehr bedauert, beständig dcrt gewesen. Angefangen in den Stücken ist der Boscavcn von 64 Kanonen, bereits auf dem Werfte liegt der Thunderer von 64 Kanonen, und die Fregatte Chiche-sier, von 5o Kanonen, ist ziemlich weit vorgerückt. Der Blenheim von 74 Kanonen, und die Fregatten Tartar und Curasao werden ausgebessert, Zu einem großen Dampfschiff, der Columbus, ist schon der Grund gelegt, und auf tie Stelle, wo die Clyde gelegen hat, soll eine angefangene Fregatte, die Medusa, kommen. (Oest. B.) Die Times behaupten, die russische Regierung suche viele englische Transportschiffe zu mie-nen, zur Zufuhr von Kriegsbedürfnissen für die '.usslsche Armee. Der Sultan, der die Handlun-gcn der Kaufleute oft mit denen der englischen Regienmg für Eins gehalten habe, könnte sich über diese Treulosigkeit seines «alten Verbi'mdcten" beklagen; erdenke nicht daran, daß der Handel die Politik nichts angehe; und daß, wenn er feine Kriegs-Muniticnen gut bezahlen wolle, man dieselben auch ihm, trotz der Blockade zuführen werd?. Nocb auffallender aber, fügen die Times bei, ist, daß Nußland einen Liefcrungsakkordvon 5ooo Fäß-chen Pulver abschloß, und daß der Hauptlieferant hiebei der Herzog vcn Wclington (für Rechnung der königlichen Pulverfabriken), selbst ist. Die nach dem nördlichen Irland abgeschickte Truppenversiärkung und Artillerie sollte dem Vernehmen nach zu Charlemont--Fort in der Grafschaft Tyrone, 6 Stunden von Armagh und 12 ven Mo-naghan, aufgestellt werden. London, 16. Ocrcbcr. Gestern machten die Botschafter von Rußland und den Niederlanden del Königinn von Portugal ihre Aufwartung, und so« mit hat diese junge Fürstinn die Huldigung dermei-sien Mitglieder ccö hier anwesenden diplomatischen Corps empfangen. (ANg. Z.) Sslnannifches Neich. Konstantiuopel den io< October. Die Nachrichten. welche die Pforte vom Kriegsschauplatze in Bulgarien erhalten hat, reichen von Barna sowohl als von Schumla bis zum 5. d. M. Diesen Nachrichten zufolge wurden, bald nachdem der Großwesir jenseits des Balkans an dem Fluße Kamczik angekommen war, ernsthafte Versuche zum Cntsatze von Varna unternommen, zu welchem Behufe auch einige tcn;« send Mann, unter Omer Pascha Vrione, aus Schumla herbeigezogen worden waren. Die letzten Tage des Septembers boten eine Reihe von Gefechten dar, wobei es den Türken, trotz allen Anstrengungen, nicht gelungen ist, die Russen aus ihrer stark verschanzten Stellung im Süden der Bai vcn Varna zu verdrängen. Am hitzigsten war der Kampf am 26. und 3o. September wobei die Russen, namentlich ein Theil der Garden, beträchtlichen Verlust erlitten haben. Berichten des Seraskiers Hussein Pascha aus Schumla zufolge, hatte Alisch . Pascha am 4. d. M. einen Streifzug auf der Straße nach Basar dschick unternommen. Auf dem Rückmärsche nach Schumla, mit seiner Beute und 20) Gefangenen, wurde er am 5. in einem Wal« de von einer starken Abtheilung Don'scher Kosaken überfallen und umzingelt; da faßte er den verzweifelten Entschluß, die Gefangenen, die sich 353 mil ihren. Waffenbrüdern zu vereinigen suchten, niederzumachen, und stürzte sich mit seiner Reiterei so ungestüm auf den Feind, daß er ihn zum Weichen brachte, und seinen Weg nach Schum-l a ohne weitere Störung fortsetzte. Am nämlichen Tage überfiel Ibrahim Pascha von Tul-dscha ein bei Ienibasar gelagertes Sorps der Russen und machte einige Beute, mit welcher er nach dem Lager von S ch umla unangefochten zurückkehrte. Förmliche Bulletins, wie bisher eini« ge Male der Fall gewesen, hat die Pforte über diese Kriegs - Vorfälle nicht bekannt gemacht. Privat-Nachrichten aus dem Lager von Schum. la zufolge soll H a l i l«P a sch a, der sich als Anführer der regulären Truppen bei verschiedenen Gelegenheiten ausgezeichnet hatte, wegen einiger unvorsich« tigen Äußerungen, wodurch Elfersucht und Zwietracht zwischen diesen Truppen uno den irregulären Milizen erregt werden konnten, aus dem Lager entfernt, und nachDemotika verwiesen worden seyn. In Asien hatte sich General Paskewitsch, außer Kars, auch der Festungen Akhalkalaki, Ghertwißi, Akhaltslkhe und Asghur bemächtiget, und in verschiedenen Gefechten bedeuten-de Vortheile gegen die in dieser Gegend versammel« tcn Streitkräfte der Türken errungen. Der bisherige Statthalter von geringen Streitkräften nicht viel zu besorgen habe. Briefe vom neuesten Datum aus Malta, melden, daß in den dortigen Hafen dcr russische Vice-Admiral, Ricord, am Bord des Linienschiffes Fere -