UMiMmd MM^MÜÜÜA. Nr. 160. PränunicralionSsirci»: I-n Comptoir ganzj. N. N , halbj. sl. 5..'',,». ssür die^ufteNung ii,Ull-. Mit bcvPelt „miii-st. l"> h"»>». ü- ^-^^ Dienstag, 16. Juli Insert« onsgcbühr bi« 10 Zellen: Imal 60 tr., lm.»0lt., 3m. 1st.; sonst pr.Zeile im. e lr., 2m. »lr., Äui. in lr. u. s. w. Iilsellionsftempel jebcsm. »0 l». 18S7. Amtlicher Theil. 35c. l. k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-huchstcr Entschließung vom 0. Juli d. I. das Fräulein Julic Ebergcuyi v. TcletcS zur Ehrendamc des frciwcltlich adeligen Damcnstistcs Ntaria Schlll in Brüuu nllcrgnädigst zn ernennen geruht. Se. k. k. Apostolische Viajcstät haben nut Allerhöchster Eutschliesning vom 10. Juli d. I. die Caroline mciin v. Ledcrcr zur Ehreudamc des freiwcltlich adc-llgcu Damcustislcs Acaria Schnl in Vrüun allcrgnädigst Hlt ernennen geruht. Dic k. k. Landesregierung hat die dem landcöfürst-whcn Patronate nnlerstchcnde erledigte Pfarre Oblack iin Dccauatc Zirkuiz und politischen Bezirke Loilsch dein jeithcrigcn Pfarrcoopcrator in Sodcrschih Johann Kaplenl zn verleihen l'chmdcn. -l,n 1^!. Juli 1.^7 wurde w drr l. l. Hos- m,d StaatO- oniclcrri in Wien dnö XXXVI. Stück dli! Nslchllars^'blnll^ cm. Mai 1^7 si!r dii» l, l. pliu. nnl>;ischc ^nll-i'iidwi.^Bahn.ii'sl'llschasl ,;>uli Bau ,i»d Ärlru'd sincr ^oeuinotiurisciilnihi! uoii Vrinlicrci nach Vrody »,it cilicr ^wei^bahn »ach Tanwpol; "r. »s> >^> ^»ndüiachnns, dl'c« ^iiicinzüiilliftrnüüiö v^m 29. Juni l>^l>7 üln'r di^ ,^M'ückurr>^ima, dl-s mil dein I'ail'rischcn Zollamt ,u N^i^'llw'iin'iil!) ^»sli!!i!!n'ii^'l>'l)!>'» öslcnl'ichischl-n Nl'lir„,;c,lla,»<^^ ^wl'iN'r Classe »ach ftinriu nvsprünc>lichen ^, S!midorl»: Al!^?l>l>l',ivl'ii!l) in Plihüini; "' '>>U dic Kiiiidinachiiüss dr« ssnian^ninistmnmS vc>>n <». Juli ^<^7 Mm' dll! Crüiiichtisziiiiss d^'l !)i^l'!!^llanitr8 zwrill'r Elnssi' in Oradc», lls>ili!iiii l(! ^slricnur und Dainialinrr Wcinc , und Oi'l im Eiüssaiistr üdrr dil- S« in nnbrschränlln! Mcngr, wr dl'il ^»callu'dnrf und dic nächstc llmgl'bnii^ dcsliinint, iü "i^-? ^"°>diu»,^ drö Iustizmiulslniums vom U). Juli . ""<> drln'sfmd dai« Brmittcn- „nd Vrs0id!i»s,i'schcma fiir „ ^^""snnschrn B^ill^^-richtc i:i .^rai», Ealzdnrg, Ost-i,,,, ^"^Uilizil'ü, n'irtsam für die Äronländl'r.Nram, Salz- ^^^^^ (Wr. Z,s,. Nr, U;"'! bedentcndc. Nelicf verleiht. Abstinnuiingi 1)s ,,"^ "''"'' w öffcntlichcr freler Ilürtcn. ^'»llonen sich fs,, z^ Kaiserreich cr^ fran'I^^^)" ^'p^ilion habe ein;iq in den qeqen die N '^ '^l.onalcn in Mexico verübten Gcwallthä- a Mi '?"'' ^"'^u-l fti Gcnngthnnna. fnr diese Ge- n V ""'^"^^ "lS Mittel iczn von Anfang an N ci^ s'u? ^ "' das Hcr.z de.' Reichs bi^nach ai... ^ ' . ""gcschcn wordcn. Vicsc drei Moment. «u g n deutlich au« der ^onucntion vom 31. Oetobcr "nd dic Ätcgicrung habe die Sache anch ft . < c?' "'^ '" d"' Kammer dargestellt. Waruin der un^ 1 gc- ^iu: ,ci, daö will dcr Ättuistcr hcutc mit Rücksicht auf "lc gegenwärtige Stellling deö spanischen Generals nicht unhcr untersuchen. ^ ^euug, Frankreich dürfte den Vertrag von Solcdad m'yt guthcl^eii, und so begannen am 9. April 1802 die ^mdscligtcitcn. Als Pncbla genommen war, mit wem Mte man da ftactircn sollen? Mit einer flüchtigen ^ g'ernug? In, Inhrc 1804 habe er sich geweigert, t ^narcz zn nntcrhnndcln, heute müsse er alö rccht- nM'icr Mann diese Weigerung wiederholen: Man "erhandelt nicht mit einer solchen Ncgicrnng. (Äcifnll.) ^" set also ni.chts anderes übrig geblieben, als eine >i Ma zn bcrnfcn , welche sich für dic Wiederherstellung "l Monarchie unter dem Scepter des Erzherzogs Mari- nuan anssprnch; bei ciucr vollkomincn freien, ^/cntlichcn Abstimmung erklärten sich «"" acht Millionen Einwohnern fünf "l-llllonen in demselben Sinne. Redner geht sodann anf einige specielle Einwcn-oungni des yerrn Thiers ein. Die Kirchcnaütcrfragc sei von Maximilian in so klngcr nnd gerechter Wci^ gelöst lvorden, daß er, wenn nicht die Leidenschaften das Urtheil des Landes getrübt hätten, dafür eine große nnd verdiente Popularität hätte ernten müssen. Die natürlichen Reichthümer des Landes seien allerdings ungeheuer, und die Herstellung einer regelmäßigen Finanzwirthschast wäre immerhin möglich gcwcfcn. Man habe eben alles von der Zeit erwartet, und da dieser Factor wegfiel, mußte die ganze Rechnung fehlgehen. Wenn man also sage, daß die Unternehmung an dem Mangel an Eontrolc oder an Aufrichtigtcit seitens der Rcgicruug gescheitert sei, su wolle mau nur die Majorität vou der Regierung ablösen nnd die letztere isolircn, aber die Kammer werde Stand halten nud fortfahren, in schlimmen wie in guten Tagen mit der Rc-giernug gemeinschaftliche Sachc zn machen. (Ja! Ja! Lebhafter Äcifall.) Wenn die Ereignisse nnscrc Hoffnungen betrogen haben, wenn die Expedition nicht geglückt ist, so lassen Sie nns die Verantwortlichkeit dafür, aber erschweren Sic sic nicht noch dnrch ungerechte Vorwürfe. Im Jänner I860 stellte sich die Unmöglichkeit heraus, die Expedition fortzusckcn; wir konnten uns der Abneigung der öffentlichen Meinung gegen das Unternehmen nicht länger verschließen; die Frage wnrde im Ministerrath mit dem größten Frcimnth und der größten Uuabhäugigteit behandelt, und daS Wort Räumung wurde ausgcsprochcu. Oh! meine Zerren, wenn ich die Zukunft vorausgesehen, wenn ich gewußt hätte, daß am Ziele dieses Kampses ein schmählicher Mcnchelmord stehen sollte, vielleicht, ich gestehe es, vielleicht hätte ich vor meiner persönlichen Ansicht zurückgeschreckt. (Bewegung.) Diese Ränmung bedeutete kciu Zurückweichen vor den Inaristcn nnd lein Instichlasscn Maximilian's, dessen Thron wir vielmehr noch immer befestigen zn können hofften. Erst später, als dies unmöglich schien, sendeten wir an ihn einen Adjutanten des Kaisers, nin ihn zn bewegen, daß er das Land mic unseren Trnppcn verlasse. Leider hat er es nicht gewollt, er durfte, wie er selbst schrieb, nicht vergessen, „daß er von einem Geschlechte stammt, welches schon viele schrecklichere Krisen durchschritten habe", nnd daß nicht er den Rnhin seiner Ahnen beflecken werde. (Beifall.) — Die Expedition habe ferner mit ihren 22.00O Mann keinen Rückschlag auf die europäische Politik Frankreichs üben können; wenn die Regierung geglaubt hätte, daß die Ehre oder das Interesse des Landes in den dcntschen Angelegen^ heilen nnf dem Spiele stünden, so hätte sie Mittel genug zu ihrer Verfügung gehabt. Mit einein Worte, wenn die Unternehmung schci» tcrtc, so sei dies das Wert der nucrforschlichcn Vorsehung gewesen. Gott hat es nicht gewollt, ehren wir seine Rathschlüsse. Eines Tages wird auch Mexico für die Eivilisalion wiedererstehen, uud wenn es dann auf scinc Geschichte zurückblicken wird, so wird es mitleu in der Begeisterung seiner Befreiung nnr einen Rnf der Sympathie uud Daulbarlcit für Frankreich haben. Anhaltender Beifall folgte diesen Worten. 19. SilMg >cs Abgm'dnctcnhllnsco am 1^. Inli. Anf der Ministcrbank Ihre Excellenzen die Herren Minister: Frcihcr v. V c n st, Freiherr v. B c ck c. Präsident Dr. Giskra eröffnet die Sitzung nin 10 Uhr 45 Min. Das Protokoll der letzten Sitznng wird vorgelesen nnd genehmigt. Graf Alfred Potocki legt in einer Zuschrift sein Mandat nieder. Der confcssioncllc Ausschuß hat sich coustituirt und den Dr. Rech bau er zum Obmann, Baron Herbert zum Obmauustcllvcrtntcr, die Herren Baron W cichs nnd Dr. Kardätsch zn Schriftführern gewählt. Abg. Plankcnstcincr nnd Genossen richten folgende Interpellation an oas Gesammtministcrinm. „Die h. Regierung wolle sich darüber anssprcchcn nnd die Gründe bekannt geben, warum dem schon seit 18 Monaten gefaßten Beschlusse des stcicrmärkischeu Landtages (bezüglich der Aushebung des Bcsliftnngs-zwangcs) keine Erlcdignng zu Theil wnrdc, damit fnr die Behandlung dieser sowohl für dic Laudwirthschaft, als anch in politischer uud socialer Beziehung so wichtigen Frage die wünschcnswcrthc Richtschnur gegeben scheint." Reichskanzler Frcih. v. Bcnst erklärt, diese Inter- pellation in einer der nächsten Sitzungen beantworten zn wollen. Abg. Frcih. v. Korb-Weidcnhcim intcrpellirt die Ministerien des Innern, des Eultus nnd der Finanzen, ob die Ncgicrnng Vortchrnngcn treffen wolle, damit die Arbeiten der Brennereien an Sonn- und Feiertagen nicht gestört werden. Abg. Frcih. v. Tinti nnd Genossen bringen folgenden Dringlichkcitsantrag ein. „Das hohe Hans wolle beschließen, cS sei den Mitgliedern des Hanfes, welche nicht in den volls-wirthschaftlichen Ausschuß gewühlt worden sind, gestattet, den Berathungen des Ausschusses als Zuhörer beizuwohnen." Der Antragsteller verzichtet auf die Begründung seines Antrages, worauf derselbe angenommen wird. Sc. Excellenz Finanzministcr Freiherr u. Becke beginnt sein Expose über die Finanzlage des Reiches, indem er im Eingänge anf die Nothwendigkeit dcsfclbcn mit Bezug anf dnS eben bevorstehende Zusammentreten der finanziellen Ansglcichsdcftntation hinweist. „Meine Erörternngcn haben den doppelten Zweck, einmal den Sachverhalt so klar uud offen darzustellen, daß fich richtige Auschannngcu über die bisherige Fiuanz-gcbahrnng und ihre Resultate bildcu und insbesondere möglichst positive Faclorcn für die bcvorstchcudc finanzielle Auseinandersetzung gewinnen lassen, sodann aber das Substrat für die Verhandlung zn liefern, welche voraussichtlich über diejenigen Maßregeln gepflogen werden wird, die nicht im vcrfassuugSmäßigcn Wege zn Stande kamen nud im Geiste dcö constitutioucllcu Principes der Sauiruug bcdürfcu. Mit Rücksicht auf beide Zwecke glaube ich iu meiner Darstellung auf mehrere Jahre zurückgreifen zu sollen. Die Jahre 1860—1805. Aus den für die Jahre 1860-1864 (eingeschlossen) vorliegenden EcntralgcbahrungsanSwciscn geht hervor, daß daö Deficit im Jahre 1800 sich auf 137,300,000 fi. belief und successive herabgemindert wnrdc, so daß sich im Jahre 1805) aus der Fiuanzgcbnhrung des nächst vorhergehenden Jahres ein effectives Deficit von 5)1 Mill. W0,000 si. ergab. AuS den Staatsrcchuungcn ist alfo zn entnehmen, daß die Finanzcalamität der Gegen« wart nnr die Fortsetzung der Finanznoth der nächst vorhergegangenen Periode ist, für welche freilich ebenfalls nachgewiesen werden kann, daß sie sich wieder auf uoch frühere Epochen, bis zum Jahre 1848, ja in manchen Beziehungen bis anf den Anfang des Jahrhunderts znrück-führen läßt. DaS Jahr 1865. Nach dem Finanzgcsctzc hätte der Dienst des Ver-waltungsjahrcs nnr ein Deficit von 7,982,76!) si. ergeben sollen; allein nach dem volicgcndcn, von dem Obersten Rechnungshöfe verfaßten Ecntralgcbahrnngsanswcifc schloß die Easscgcbahrnng des Jahres 1865 mit einer Ausgabe des currentcn, im Fiuanzgcsctzc vorgesehenen Dicn> stcS von.........500,861.000 fl. und einer Einnahme.....446,863.000 ft. es rcfnltirtc daher im cnrrentcn Dienste ein Deficit von......53,998.000 ft. und waren überdies nicht prälimi- nirlc Ausgaben zu decken mit . . 50,380.000 st. daher ergab fich ein Gcbahruugsdcficit von .......... 104,378.000 fl. Mit kleinen Mitteln war nichts zu richten, nach der ganzen Situation blieb nur ein cntschcidcudcr Schritt zu thun übrig, die Coutrahirung einer großen Anleihe. Nach langem Ncgociircn kam die oft besprochene Anleihe des Jahres 1805 zu Staude, durch welche cffcctivc 90 Millionen Gulden Silber im Wege einer in Paris, Wien und anderen Plätzen aufgelegten Subscription aufgebracht wurden. Die Gründe, aus welchen zum Abschlüsse der 1805er Silbcrauleihc geschritten wurde, lasen sich in ciu Wort zusammcufasscn: dringendste Nothwendigkeit. Es gab keine andere Wahl alö Anleihe oder Zahlungseinstellung. Iu der Session des Jahres 1865 hatte der hohe Rcichsrath m beiden Häusern die tiefen Schäden der 6'lnanzwirthschaft mit schneidender Schärfe dargelegt. Nun ist in der Rcgcl die parlamentarische Diagnose finanzieller Uebel der erste und wirksamste Schritt zur Besserung, aber allerdings nur uutcr der entscheidenden Voraussetzung, daß die Hand, die die Sonde führt, auch dic Heilung unternimmt. (Bravo.) 1068 Daß dicsc Voraussetzung im Jahre 1865 nicht eintrat, brauche ich uicht zu crwähucn; ich fiudc mich nicht berufen, hier, wo es sich um dic Besprechung rein finanzieller Diugc handelt, dic Vcrfassuugspolitik ciuzu-mengen, aber ich muß doch auS meinen eigenen Erfahrungen die Thatsache coustatircn, daß dic l>"u!.' lmnm:« in Wien nnd im Auslande 1805 uicht auf der Seile der Vcrfassnugssistiruug zu fiudcu ivar. (Aha uud Zustimmn ng.) Daö Capital ist in der Regel gut constitutionell, läßt eS sich mit einem Staate, dessen Vcrfassungszuständc nicht geregelt sind, dennoch ein, so geschieht dies nnr entweder in Hoffnung eines momentanen außerordentlichen Gewinnes oder im Vertrauen auf die matcriellc Sicher hcit, welche bei schwachem Rechtsbooen die Machtstellung des Geldsuchcnden bietet. Siud aber 3lechtsbodeu uud Machtstellung erschüttert, so Mcnzirt sich dernimwiischc Chcivalt« dcö Äuk^nsc^cschästes, dci welchem uur dnvch außerordeuttichc Zugeständnisse an Zinsen und Promsio-ucn, durch Anwcndunc^ von allerhand Reizmitteln die mangelnde Sicherheit sür dic Eapitalsanlagc ausgeglichen wcrdeu kauu. ^Nichtig.) Iudcsscu, wie hoch auch das Aulchcn zn stehen kain, seine Zwecke hat es erfüllt. Es hat das klaffende Deficit des Jahres 1805 gedeckt nnd für die Tilgung lästiger und dringender schwebender Schulden die Mittel geschaffen. Die durch das Ucbcrcinrommcu mit der Nationnl-bank vom ^j. Jänner 180.'l stipillirten Zahluugstcriuiiie der Schuld an die Baut touuteu am .'!!. Dcccuibcr 1865 und 14., Februar 1800 püuktlich eingehalten werden. Durch das Einströmen eines so hohen Betrages effective» Geldes ist das Disagio der österreichischen Währung anf ein Minimum (bis 102) hcrabgcdrückt worden nud man hatte sich fast an dem Ziele der Herstellung der Valuta gcsehcu. Daß dieses Ziel dann iu Folgc des unglücklichen Krieges doch nicht erreicht worden ist, lag außer unser aller Berechnung; aber wie viele Hosfunugeu hat der letze uuselige Krieg vereitelt! Das Jahr 1866.- :,. vor dem Kriege. Das Fiuauzgcsetz vom ."0. December 1805 bezifferte ein Deficit vou 40,1^9.140 fl. Schou bei Bcgiuu des Jahres 186«! war dic Finanzverwallung in schweren Bedrängnissen, welche mit der Krankhaftigkeit der wirthschaftlichcn Zustände zusammenhingen. Das Sinken des Agio's machte die Stencrerhühun-gen (der Realstcucr, Einkommcustcucr, Gebühren) empfindlicher nnd drückte den Absatz der Produetc, daher die Noth des großen lind kleinen Grundbesitzes, der Industrie uud der Gewcrbc. Dazu lameu noch das Zurückbleiben iu dcu Staatseiuuahmen uud die großc Voudoncr Paniqnc. (Währcud des VortragcS Sr. Excellenz des Herrn Fiuanzministers erschien Sc. Excellenz der Herr Justiz-minister Ritter v. Hyc anf der Miuistcrbnul.) !>. Die Rüstungen. Unter solchen Verhältnissen kam die Gefahr cines Krieges und die Rüstung zum Kriege. 1805, 1800. Da das Budget dcö Jahres 1800 ein anf das sparsamste bemessenes Fricdcusbudgct war, mußte jede außerordentliche Militäranslagc iu der Fiuauzgcbahruug ciuc cmftfiudlichc Störung verursachen. Indessen so lange die Rüstungen sich nur anf vereinzelte Vorsichtsmaßregeln innerhalb des Fricdcnsstandcs der Armee beschränkten nnd noch irgend Hoffunng vorhanden war, das drohende Gewitter werde vorüberziehe», hat die FinauMrwaltuug das Äcnßcrstc aufgeboten, derlei außerordentliche Auslageu durch trausitorischc Vcschaffuu-gcu zu bestrciteu. Es wurde bei ciucm Wiener Eousortium gcgcn Vcr-pfändnng dcr Bergwerke von Wieliczka ein Vorschuß von !) Älillionen, dcr dann im ^ausc des Jahres wieder zurückgezahlt ward, bchobcu uud traft dcs Gesetzes vom 24. April 1800 mit der österreichischen Vodcucrcditan-stalt ciu Hypothekardarlcihcusgcschäft abgeschlossen, dnrch welchcS anf die östcrrcichischcu Domaiuen und Forstc cin Attlchttl von (il) Mil/ioncil Gttldc'u l?ominssl ^chl/xn- in l)pcreentigen, auf Silber lautenden Pfandbriefen der Anstatt gcgcn cinc dcr letzteren vom Swntc dnrch 46 Jahre zn entrichtende Annuität von Z,000.000 fl. Silber anf-genommcn wnrdc. Es konnte jedoch bei dcr damaligen Paniqnc nur ein geriugcr Theil dcr Pfandbriefe rcalisirt lvcrdcu. c. Dic Kricg sp cri ode bis Königgrätz. Hiemit war aber die äußerste Grenze desjenigen crrcicht, was dic Finanzvcrwaltuug durch Expedients leisten konnte; als cö daher offcn am Tage lag, daß dcr Krlcg unabwendbar sci, als schon für die erste Ausrüstung dcö Hcercs biuncn uicr Wochen 47 Millionen Gulden erforderlich wurdcu, war dcr Momcut gekommen, wo anch finanziell zu deu äußersten Mitteln acariffen wcrdcn mußte. " " " Ob dcr prcußisch-italicuischc Kricg hätte vermieden werden können, ist hcutc kciuc praktische Frage; so viel stcht abcr fest, daß, weun überhaupt dcr Kricg geführt wurde, dic Mittel zur Kriegführung vou Oesterreich mir durch dic Auwcuduug dcr Notcuprcssc herbeigeschafft wcrdcn konnten. Dics geschah zunächst durch Umwandlung dcr Bank- noten in Staatsuotcn bis zum Maximum vou 150 Millionen Gulden. Als Eorollar znr Notenemission folgte ciuc ucuc Herausgabe vou Müuzschciucu mit cincm Marimalbetragc von 12 Millionen Gulden, dcr übrigens auch hcutc noch nicht crrcicht ist, und cin Zwangöaulchcn von 12 Millionen Onldcn Silber speciell für das lombardisch-vcuc-zianischc Königreich, auf welches abcr iu Folge dcrKriegs-crcignissc nach dem Gcbahrnngsanswcisc des obersten Rcchnuugshofcs pro 1800 nur ein Betrag von 504.277 Gulden in die österreichischen Easscn floß. Dicsc 9tcs-sourccn konnten nicht lange anhalten, da anö fclbeu fast allc Staatöbcdürfnisse gedeckt werden mußten. Armee uud Flotte forderte» täglich kolossale Beträge und jede ungünstige Wendung dcr Kricgscrciguissc brachte neuc Gclocxigcnzcn. li. Dic Kl'icgscpochc von Küniggrätz bis zum Frieden. Als nnn vollends dnrch den Unglücksmg vun Kö-"MM) dic r>stcvr. Hcercömacht gebrochen war, dcr Sicgcr 'ich imnier weiter nnd weiter übcr blühende Vändcr ergoß, die 8lcichshauptstadt ernstlich bedroht war, anf dic Flucht dcr Ecntralbchördcn uud die Rcttnug der öffentlichen Easscu gedacht wcrdcu mußte, uud vom Herzen vun Ungarn anö der Vcrzwciflungskampf fortgesetzt wcrdeu sollte, erschien das Gesetz vom 7. Juli 1800, mit welchem dem Finauzmini'ster cin Eredit uou 200 Millioucu Gülden crösfuct uud dic ^iatioualbaut gcuöthigt wurdc, auf Vlechuuug dicfcö Ereditcs dcr Fiuauzvcrwaltuug cinst-wcilcu 00 Millioucu Gulden als einen binnen Jahresfrist vom Tage des Friedensschlusses iu Bcnüuotcu rück-zuzahlenden Vorschuß abzugeben. Dic Friedenspräliminarien von Nikolsbnrg legten dem bcdräugtcu Reiche ciuc ncnc Last anf; es mußlcu als Kricgstostcnclitschädigung 20 Millioucu Thaler au Preußen bar crlcgt nnd 5 Mill. Thaler als Pauschale für preußische Truppcuverpflcguug bereit gchalleu wcrdcu. - Der Varcrlag vou 2<^ N^illionen Thalern war die Vorbedingung für die Räumung dcs östcrr. Gebietes, die Uebernahme dcr Truppcuverpfleguug auf östcrr. Rech-uuug die Vorbcdiuguug sür die Einstellung dcr prcußi-schcn Rcquisitioucu. ^iun wareu iu ganz Oesterreich ^0 Millionen Bargeld uur bei dcr )latioualbauk zu findcu, ein Silberaukauf im Auslande nicht denkbar. Iu dieser änßcrstcn Veoräugniß lam dcr Staals-vcrwaltnng cin Consortium von inländischen ersten Fir-nicu zu Hilfc, wclchc iu ancrkeunnngsivcrthcster Wcisc ihrcu Privatcredit ciusehteu, um dem Staate auf ganz statutenmäßigem Wcgc dcs Wcchsel-Escomplc's bei dcr ^>catioualbauk gcgeu Deckung durch die mit dem Gesetze vom 24. April 1800 stMtionirten nnd in Reserve ge hnltcncu Domaiucupfaudbricfe die crfordcrlichcu 20Niill. Thaler oder .'!<> Mill. Gulden herbeizuschaffen. In kürzester Frist war das Geschäft zn billigen Bedingungen geordnet, die Kriegsculschädignng au Preußen gezahlt, dic Näumung des österreichischen Gebietes ermöglicht. Scithcr siud dcm Eousortium dic Eiugängc aus dcu von Italien ans Auslaß dcr Abtretung Vcnczicus zu lcistcudcu Eutschädiguugcu im Gcsammtbctragc vuu ^5 Millioucu Gulden zugcwieseu wordcu, und hat sich bis hcutc dic Schuld dcs Staates au das Eousorlinm auf 14 Mill, herabgemindert, für welchen Rest iu dcu vou dcr italicuifchen Regierung anSgcstclltcn, bei Rothschild zahlbaren Aous dic Deckung vorhaudcu ist. Mit dcm Pragcr Fricdcu ward dcr wichtigste Theil dcs Kricgsdrama's abgeschlossen, abcr in welchem Zu-staudc fand dcr Friede die Monarchic? Ich will hier nur die finanzielle wirthschaftliche Seite ins Auge fassen nnd die Hanptanfgabcn audeutcu, wclchc au dic Fiuauzvcrwaltuug hcraulratcu, als mau uach dcr crstcn Äctäubung dic Größe dcs Uuglückcö zu crmcsscu vcrmochtc. Es galt vor allem in dic im Draugc dcr Umstände crgriffcncu Vorkehrungen bezüglich der Notenemission Ordnung und System zu briugen uud dcm Eiureißcn cincr in das Maßlose gehenden Zcttelwirthschast vorzu^ bcugcu. ^ ^ttiß/c/l aber auch Mittel geschaffn wclöc'tt, oic Staatsniaschinc wieder in regelmäßigen Gang zn bringen, die Bcrpslichtungctt gcgcn dic StMöglänb'iacr ,;u cl'snl-lcn, dcm größtcii dnrch dcn Kricg hcrvorgcrufcueu Elende durch momcutanc Hilfc zn steuern, für eine gerechte uud billigc Vcrgütnng der Kricgsschädcn im raschen ^iqnidi-rungswcgc zu sorgcu, in dcn von dcr Invasion hcim-gcsuchtcu Proviuzcu, iu dcu der Verkümmerung cutgcgcu-gchcndcu iuucröstcrrcichischcli Alpculäudcrn, iu den dnrch dic Frostschäden hart getroffenen Distrietcn Ungarns die ticf gcsnukcnc Stcnerkraft wieder cmporzuhcbcu. Diese Ziclc hatte sich das Gesetz vom 25. August 1Mi vorgesteckt, durch welches die Ausgabe von wirtlichen Staatsnotcn, anstatt dcr zu StaatSuolcu erklärten Vankuotcn, fcrncr dic weitere Ausgabe von Staatöuotcn zur Abzahlung dcr 00 Millioncu-Schuld an dic Bank nnd zur Bestreitung der Bcdürfuissc bezweckt wurdc; so zwar, daß dic Staatsnotcu uud Salmcuschcinc zusammen nicht mehr als 400 Millioucn Guldeu betragen sollten. Außerdem wurde dcr Fiuanzministcr ermächtigt, Staatsobligationcn bis zur Erreichung cincs cffcctiv cin-flicßenden Betrages von 50 Millionen Gulden cmözu- gcbcu. Dicsc Aulcihc wurdc deshalb vorgezogen, weil dic Vcrmchrnng dcr Staatsnotcn übcr ^00 Millioucn Guldcu hinaus gcfährlich crschicu. Dcr Erfolg dcs Gesetzes vom 25. August läßt sich dahin zusammenfassen, daß durch dasselbe dic Mittel znr Dcckuug dcr Staatsbcdürfnissc gleichsam mit eiucm Schlage ausgebracht wcrdcu touuteu. Eine Hiufristuug von Tag zu Tag, von Monat zn Monat, cin stoßweiser Appell an dic Notcnpressc oder an das Eapital hätte bei der damaligen, bis zur völligen Hosfuungslosigkcit uic-dci'gcdrncktcn Stimmung die wirthschaftlichc und sinan-zicllc Ealamität immer lvicdcr anfs ncnc bloßgclegt, dcn ohnedies tief erschütterten Staatscrcdit unanfhörlich ben»' ruhigl; während derselbe au dcr ciucu wcitabsehcuden, für dic ganzc Dauer dcr Ucbcrgangspcriodc bcrcchnctcu Niaßregcl vielmehr nach und nach sich wieder nnsgc-richtet hat. Finanzgcscy und Stna ls vor an schlag sn>' 18<'>7. Eine gcwi'ssc Wendung znr Bcfscrnng diitsic sich ans dcm Finanzgcsetze für das Jahr 1807 entnehmen lassen. Dnrch dasselbe louutc schon für dcn laufenden Dienst ciu Fricdcnsbndget aufgestellt und zugleich sür die aus dein Vorjahre 1800 herübcrrcichcudeu außerordentliche» Auslagen Vorsorge getroffen werden. Der laufende Dicnft beziffert sich in dcn Ausgaben mit.....4^,890.000 fl. in den Einnahmen mit.....407,2!)7.000 „ also mit cincm Deficit von . . . . 20,5!>l>.000 fl. Hiczn dic außerordentlichen Erfordernisse dcs Vorjahres für Kriegsschadcnvcr-gütnngcn, Nothstands-, Eiscnbahiisnb-venlionen, anßcrurdcntlichcn Militärclat n. s. w. mit........5lM4.000fl. so ergibt sich ciue Exigen; sür das cnr rente Deficit und das Extraordinarii!!» zusammen vou . .......77,6.'l'j.000fl. welches durch die im Iahrc 1807 verfügbaren Activrcstc dcr mit dcm Gesetze vom 25. Angust 1800 gcschaffcucu außcr^ ordentlichen Einnahnisqncllc» per . . 7l>,4!)5.000sl. gedeckt wird, so daß sich noch ein Uebcr-schnß herausstellt vou..... 1,802.000 fl. Die Eiuuahmeu wurden so geriug als möglich an sicsetzt, daher abcr anch zn crwarlen ist, daß dic csfccti veu Eingänge nnler dcu Erlrarlnngcu uicht zurückbleiben wcrdcu. Was dcn Ausgabenctal anbelannt, so hcit der nuga-rischc ^ndesstunnzminiftcr i» dem mit dcr Eentrnlfi,m,<^ lcitiing abgcschlossencn Abkommcn vom 8. Mm>z sich an-hcischig gcmachl, für seine Gcstimi »ach dcm Finanz' gcsctz 18i!7 vorzngchcn. Ais jetzt ist mir nur dic Snmmc von 10l.000fl. bekannt, lim welche sich das Erfordcruiß dcs nugarischc» Fiimuzmiuistcrs übcr dcu Vorauschlag crhöht hat, uud ist dicscr Bctrag bestimmt, die Kosten dcr ncncn Orga-uisationcu zu dcckcn. Daß dic Stantsausgabcu für das Rcich uud dic uichtilugarischen Väilder innerhalb dcö Staatsvoranschla-gcs crhaltcu norden kömie», dürfte nach dcn Ergebnissen dcs crstcn Trimesters, wie solche iu dcm jüngst veröffentlichten Ocbahrnngsanswcifc zergliedert sind,'wohl anzunehmen scin; nur bezüglich dcr Kricgöschädcuvcrgütungcu ist cs noch zweifelhaft, ob dic fträlimiuirtcn 17 Mill. Guldcu ausrcichcu wcrdcu, uud im Militärbudget ist bis jctzt in der sicbcumonatlichcn Quote dcr im Finanz-gcsctze bcmesscncu ^icttodotation cinc Ucberfchreitnnq von 4,200.000 fl. eingetreten. (Bewegung.) Es find dicsfalls zwischen Kriegs- uud Fiuanzmini slerium Vcrha»dluugcu im Zugc, »ud Mc cs sich durch dicselbcu herausstellen, daß dic bishcrigc Mchrausgabc im Mililärctat nicht durch Erübriguugcu iu dcu fcrucrc» fünf Mouatcu hereingebracht »ucrdcu kö»»tc, so wird jedenfalls die vcrfassuugsmäßigc Eiuwilliguug zn dcn crfordcrlichcu Nachtragscrcditc» angesucht 'wcrdcu^ (Bewegung.) Das Gleiche gilt für jedcn eventuellen Mehrbedarf in alien andcrcu Zweien der Administration, wie solche dic lctztcu traurigen Nachrichten übcr dk Ucdcvschwtvv Mttttgcn in (Mizicn in Aussicht stcllcu. Für solche Mchrcz-igcuzen dcs laufenden Dienstes ist cinc ansrcichcndc Itcscrvc iu dcm Erlöse der Domainen-pfandbricfc vorhandcn, wclchcr Anfangs März 1807 durch cin Pariser Eousortium, cm wclches sich auch crslc östcrrcichischc Firmc» augcschlosse» hatten, stattfand. Dcr Ministcr wendet sich nuil dcr Valutafragc zu, bcklagt dic Vcrschlcchtcrung dcr Valuta aus Gründen dcr Finanzwirthschaft »ud FiuauzplariS, dcr ösfcnt-lichcn Vioral nnd dcr Volkswirthschafl und fügt bci, cr wnrdc über dic Schädc» dcr Valulaucrschlcchtcrimg uicht cin Wort vcrlicrcn, wcnn nicht iu ucncrcr Hcit vielfach dic Mciuung anfgctancht wärc, daß cin Disagio in Oesterreich selbst wüuschcuswcrth sci nud zur Prosperität beitrüge. Das Disagio könne Eiuzclucu Vor> theile briugcu, im Gauzcn abcr schade es schon dnrch dic beständige Schwankung. Mau müssc trachlcu, dcu >'o r-malcn Zustaud hcrzustcllcu. Dcr Miuistcr rcdct nuu vou der Vanlfrag^. cr betont, daß die Fiuanzvcrwaltuug bis zuut Mai 1^^ ihren Verpflichtungen gcgcn die Bauk getreulich nach' 1069 gekommen sei, bezeichnet den „verhängnißvollcn" Bruch der Vantacte als cinc unausweichlich gewesene Nothwcn-wcndigkcit, hebt hervor, daß die alten Schnldftostcn des Staates mit Eudc 1800 der Baukactc gemäß getilgt waren nnd meint dann, es sei nicht nöthig, daß dic Bank mit der Wiederaufnahme der Baarzahluug warte, bis die letzte Staatsuotc ans dem Verkehr verschwunden sn. Dcn Ersatzansprüchen dcr Bank gegenüber habe die Fuimizverwaltung bisher eine rcservirte Stellung ciu-Mwmmcn, dic aber nicht anf dem üblen Willen dcr Finanzvcrwaltnug, sondern auf formellen Schwierigkeiten beruhe. Nachdem nnn dcr Minister die Vermehrung dcr Staatsschuld, dic außerordentlichen Hauptaufgaben besprochen, macht er folgende Sch lußbctrachtungeu. Nenn ich nun zum Schlüsse meiner Erörterungen das Facit dcr finanziellen Lage dcs NcichcS zichc, so gclcmgc ich zn solgcndcn Ncsnlwtcn: Oesterreich hat cinc Staatsschuld von Z04ti Mill. Gulden Capital mit rnnd 127 Mill. Gulden jährlichen Zinsen lind einer jährlichen Amortisatiouscmotc uon durchschnittlich 24 Mill. Gulden. Dic Gcldcirculatiou besteht in Papiergeld mit Zwangscnrs und einem schwankenden inneren Werthe. Wir haben endlich ein chrouischcS Deficit zwischen currcntcn Einnahmen und den Ansgabcu, das zwar für das laufende Jahr vollkommen gedeckt ist, das aber für das Jahr 1868 wieder wird bekämpft werden müssen. Wie dies geschehen wird, ist heute, wo dcr AuSglcich mit Uugaru iu dcr wichtigsten, dcr finanziellen Partie, noch in dcr Schwebe sich bcfindct, ungewiß. Ich habe nicht nöthig, auf dicscs düstcrc Bild noch dnnklcrc Schatten aufzutragen, ist doch die trübste Anschauung ohnedies dic vorherrschende, ich stelle mir vicl< mchr dic Fragc: Ist denn doch Hoffnuug, Aussicht vorhanden, ans dicscr traurigen Lage «lit Ehren herauszukommen ? Nach meiner innigsten Ueberzeugung bejahe ich diese Lebensfrage. Dcr finanzielle Ausgleich mit Ungarn ist ciu schwieriges Werk, aber er wnd gelingen, dcnn cr ist mcht cinc Gefühlssache, sondern gcht ans cincr unaw wcislichcu Nothwendigkeit hervor, dic hüben und drüben von dcr weitaus überwiegenden Mehrheit, von dcn Einsichtsvollsten nnd Besten erkannt wird. Ebenso lebhaft und lief wurzelnd ist aber mich dic Erkenntniß, daß dcr Ausgleich nnr ans dcr Basis der Gerechtigkeit und Bil-llgtcit für dic cinc und dic andcrc Rcichshälftc gedeihen ""d nnr dann ersprießlich werden könne, wenn dic Gc-D?^ ^mM wird, endlich das Ucbcl dcs chronischen kstclts radical zn bcscitigcn nnd ciuc blcibcndc Ord-''""g herzustellen, wclchc die RcichslMtcn befriedigt nnd ocm Ganzen, dcm Ncichc, dic Mittel zur Erhaltuug "^)' Machtstellung und Vcrthcidigni'gsfähigkcit uud zur ^' üllung dcr dcm Kaiscrslaate als solchcnl obliegenden Zahlungsverpflichtungen sichert. Kommt, wic zu hosfcn ist, dcr finanzielle Ausgleich auf dicscr Grundlage zu Stande, dann wird cr cin ^lcmcut dcr fmauzicllcu Kräftigung, dcs wiederkehrenden Bcrtrancnö ul ncn befestige ZuM dc. Milit^..^'^" Snuuucn. welche dic Vcrwaltnng, dcr d.c Staatsschuld crfordcrn, sind kanm Mcn^ Wc/d!^ ""l'dcm bishcr eingeschlagenen das ich abcr deshalb nicht gc- w ^" ' ^^"' "'^ ^ thut scinc Schnldigtcit, abcr cs m^ ^'°? ""^" energische Äiittcl nach cincm consc-t durchgeführten Plane in Anwcndnng kounueu r s'"l ^'"' !^^ ich nur dic Fragc, ist mau bis jctzt ' "1l lu) aus Wcrk gcgangcu, die so oft bcsprochcncu, iu augemclu nncrlanntcn Vortheile dcr admiuistrativcn "uronoulic dcs Sclfgovcrumculs auszunützen? (Bravo, ^lavo ,m Ecntrnm und rcchtö.) Ist in Oesterreich das ^'clrcglcrcu aufgegeben ? (Beifall im Ecntrnm nnd rechts.) At f,ch ^ci« Volk cutwöhut. l>ci allem und Icdcm dic ^taatslnlfc auzurufm? (Schr richtig.) Dic Stcucru mid G« in^lil,', lllli>!iill,n8 ul!>Vl'0cin>Ii!, I»oI<'X<>l!" nennen. Auf Grund der dics-falls vorgenommenen Erhebungen hat sich herausgestellt, daß im Monate Juni in der ganzen Pfarre nur vrei Personen, und zwar zwei ältere Personen an chron. Krankheiten, ein ganz junges Kind aber an Fraisen — im Monate Juli jedoch nur ein 04 Jahre alter Mann gäh an Gcdärmbrand in Folge Aruch - Einklemmuug gestorben ist. Der Gcsund-htttszusland hat sich im Bereiche dieser Pfarre befriedigend dargestellt, indem im Ganzen sich dort nur vier, zumeist an chronischen Krankheiten leidende Individuen befinden. — (Zur Kunstausstellung.) Hcule findet eine Versammlung der Mitglieder des 5lunstvereinscomiw's statt, in welcher die Resultate der eingeleiteten Subscription mit« getheilt und eventuell die Weileren Verfügungen zur Rcali« sirung der Ausstellung werdeu getroffen werden. Wir werden darüber morgen Näheres berichten. — (Neue Ansichten von Laibach), von denen wir bisher noch keinen Ucberfluß haben, werden vom Herrn Photographen Rupuit aufgenommen. Wir sahen eine, welche von einem gewiß neuen Standpunkte aufgenommen ist, nämlich von jenem der Kosler'schen Brauerei. — (Damcnschule n.) Im nächsten Schuljahre wird in Wien dcr Nealjchulprofcssor Schmuet in Verbindung mit einigen College» regelmäßige populäre Vorlesungen zur Weiterbildung von Fräulein, welche die Schule verlassen haben, eröffnen. Da das Honorar sür eine Schülerin monatlich nur 2 st. und für eine begleitende Dame nur 50 kr. ö. W. beträgt, so werden diese Vorlesungen, von denen täglich, mit Ausnahme dcr Sonntage, eine gehalten wild, einem wahrhaften Vedüifnisse in den weitcicn Schichten der Bevölkerung entgegenkommen. Die Idee zu einem derartigen Damencollcgium dürfte jedoch schwerlich zuerst ln Wien gefaßt worden fein. Denn fchon im verflossenen Winter erfuhren wir, daß i» unserer Stadt die Herren Professor A. Heinrich vom l. k. Obergymnasium und Äergcommissär Ritter v. Frits ch beschlossen haben, solche Vorlesungen im Schuljahre 1667M hier zu eroffnen und regelmüßig fortzuführen. Wir zweifeln nicht, daß die Herren einen schr zahlreichen Kreis von Zuhörcrinnen finden werden. Wir werden vielleicht bald in dcr Lage scin, Näheres über diese, wie wir glauben, nicht unbedeutende Angelegenheit berichten zu können. — (Zur Cholerasrage.) Die Central»Sa-nitätscommisfi ou in Trieft hat unterm 11. d. M. eme Kundmachung erlassen, worin sie, ob schon der Gesundheitszustand in der Stadt unv der Umgegend sehr befriedigend ist, doch im Hinblick auf das Erscheinen der asiatischen Seuche in den benachbarlen Ländern, mit dcncn ein häufigcr nnd rascher Verkehr statt--findet, die zu beobachtenden Vorsichtsmaßregel» in Cnnncrung bringt. Die betreffende Municipalcommisjion hat ihre Thätigkeit schon im März begonnen, und die Crntral-Sani-tälscommission setzt dieselbe in angemessener Weise fort, richtet aber zugleich an die Bevölkerung die Mahnuug, das Ihrige beizutragen, damit in den Privatwohnungcn die erforderlichen Rcinlichkcitsmaßrcgcln zur Durchführung gelangen und sich der durch die Umstände gebotenen diätetischen Vorsicht zu befleißen. Wir sehen also, daß wir mit unserer neulich ausgesprochenen unmaßgeblichen Ansicht auch in Oesterreich nicht mehr allein stehen. Telegramme. (Drigiual.TcleMium dcr „Laibachcr Heilung.") Wie». »5. Juli, Abends. Die heutige „Abendpost" demeutirt die beunruhigenden Gr. rüchte bezüsslich des Gesundheitszustandes Il»rer k. k. Hoheit der Erzherzogin Sophie. Der Sultan wird bestimmt am H«. erwartet. Lemberg. Die Hochwasser Galiziens Mken. Berlin, 14. Juli. (Tr. Ztg.) Dcr Sultan trifft nm 32. d. M. in Koblenz cin, wo ihn der König von Preußen empfängt. Paris, 14. Inli. (Tr. Ztg) Ein kaiserl. Handschreiben au Nouher ucrlciht demselben das Oroßkrcuz dcr Ehrenlegion in Diamanten als Beweis des Vcr trancns nnd Entschädigung für ungerechte Angriffe Paris, 14. Juli. Der „Monitcur'' meldet: Gestern wurde dcr Prinz uon Oranicn in den Tuilcrien von dem Kaiser nnd dcr Kaiserin empfangen. Dcr König Ludwig l. von Vaicrn ist Freitag' incognito angekommen. London, 13. Juli. Dcr Sultan empfing in Windsor den Prinzen Arthur von Hessen und t'chrtc uin l Uhr Nachmittags unter militärischeu Ehrenbezeugungen nnd militärischer Begleitung nach London zurück. Die Bahnhöfe und Straßen waren festlich geschmückt und war in denselben eine zahlreiche Znschancrmcnac anwesend. London, 14. Juli. Dcr Priuz von Wales gab gc,tcrn Abends zn Ehren des Sultans cin StaatS-bankctt in Marlborough House. Zu demselben waren die Gesandten, die Mitglieder dcr Regierung nnd Andere geladen. Vriissel, 14. Inli. Nach authentischen Nachrichten von Miramar ist cs keineswegs wahrscheinlich, daß die Kaiserin Charlotte nach dcr Insel Walchcrn werde trans-portirt werden können. St. Petersburg, 1Z. Juli. (Tr. Ztg.) Dic Nnsscn erfochten in Samarkand cincu glänzenden Sieg. Dns Fcindcslagcr wurde erstürmt. Dic Kaiserin trifft am <^. August in ^ivadiui cin und vcrblcibt dort zwei Monntc. Warschau, 14. Juli. Seit Donnerstag ist dic Weichsel um 15) Fnß gestiegen, dic Uebcrschwemmnng ^rnrsachtc in den Nicdcnmgcu dcr Weichsel ungchcncren schaden ail Gebäuden, Holz und ^eu. Telegraphische Wechselcourse vom 15. Juli. 59. __ f^,c. Metallises mit M°i. u^ ^oven.ber-Zlnsm^.60. - 5perc.Mti0,ml.A,,lohrn 69.70. ,. «c,»!' ^^ '^7^"en 188. ^ "60er Star. Sratril, Ha»v!,n„ !n 3?'' s ? ?'<7'°"^'°z. ^ H°" "nd Werner, kansl, von Wien.- Dr Peter, t.I. Ol>er -«tab arzt ,md F.cm Gräfin Piacevic, d°n Graz. -Frl. Polli, Private, vc>n Trieft ' ^ ' ' «"'»'"' "»,,. Österreich. Hcrr Brnnelti, von Tries!. - Frl. Walzer, Mnsllerm, von Wichnthal Vaicrischcr Hof. Hrn- Halm, uon Cilli. _____2__^.?_z1_5l. °°" «^I ansgefoiw?"' ^'b"' ^g. Wchwind hrrrschcnd. Abends gcmz Verantwnrtlicbtr Redacteur: Issn^ü. ^lVsl7m nV^ Dörstnbcltcht. ^V/Äd MsZ!^^' ^"' '''^^ '""' ^""""""- "^r d.- Acl,«- ,,«ch auch dcr De«i,m- ....d ^ln....».^ h«t 'N.n„cn.wn.ch^e^..den..,gcn m.f- Vessentliche Sckiulv. /^. dcö Staates (fiir 100 fl) Geld Waare In ». W. zu 5pEl. fl!r 100 st. 55.20 55) 40 In iisterr. Währung stcncrsrcl «0.30 W>.40 ^, Steucranl. in ö. W. v. I. 1864 zu bpEt. rückzahlbar . I0.30 !'0.ö0 Silber-Anlehen von 1«»;4 . . 77.50 76.— Silbtranl.18U5 (Frcs,) Ulchahlb. in 37 Jahr. zn 5 pCt. 100 st. t>2,25 «li.75 Nc>t.-Anl.mitIän..Eoup.zu5"/<, «i).f,5 i).?5i «9.»ü Metalliques . . . . „ 5 „ 5)l».W 59.5^ detto mit Mai-Coup. „ 5 „ «1.40 «1 00 detto.....„ 4^, 52.— 52.25 Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 145.— 14«.— „ „ „ „ 1854 . . . 77.— 77.50 „ „ „ I860 zu 500 fl. »i,.9O !'0,- „ „ „ „ 1800 ,. 100 „ U3.:>,5 93.5.0 „ ., „ „ 1864,, 100,, 77.70 77.80 Eomo-Rentcnsch. zu 48 I..->u8t. 17,25 17.75 L. der Kronläiidcr (für 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. Nicderijstcrreich . . zu 5"/« «8.— 89.- Oberösterrcich . „ 5 „ 90.50 l)1.5l) Geld Waare Salzburg . . . . zu 5°/. 86.— 87.- Böhmen .... „ 5 „ H9.50 R».— Mähren .... „ 5 „ «9.50 '.10.- Schlesien .... „ 5 „ 88.50 8i'.- Stcicrmarl ... „ 5 „ 88.— 89.— Ungarn.....„ 5 „ 70.5>0 71.— Tcmcser - Banal . . „ 5 „ 6ft.5l> 70.— Croatieu und Slavonien „ 5 „ 75.— 75.5,0 Galizicn .... „ 5 „ 68.75 0!'.50 Sicbcnbilrgcn ... „ 5 „ 67.50 68.— Vnkovina .... „ 5 „ L7.50 68.-- Ung. m. d. V.-C, 166? „ 5 „ 67.75 68.-. Tem.B.m.b.V.-C. 1867,, 5 „ 67.75 68.- Actien (Pr. Stück). Nationalbanl (ohne Dividende) 715.— 717.— K.Ferd.-Nordd.zul000st. C,M. 1712.-1715.- «redtt-Anstalt zu 200 fl, ü. W, 188.50 188.70 N,^Esc°m.-Gcs.zv500fl..— Pfandbriefe (fllr 100 si.) National-1 baut auf >vcrloel,ar zu 5°/„ 98.75 99.-(5. M. 1 Natioimlb.anfo.Wvcrlosb.si,, 9l.— 94.20 Ung. Bod.-Cred.-Anst. zu 5'/, „ V1.50 92.-Allg. üst. Boden-Ercdit-Anstall vcrlosbar zu 5"/„ in Silber 105.50 10«.— Domain«!-, 5perc. in Silber. 112.25 11275 Uose (pr. StUcl.) Ered -A.f.H.u.G.z.i^st.