Mbacher Zeitung. Nr. 18. Pl»numelatiol!«plei«i Im «omfttoir gan,j. fl, ll, dalbj. si, !->5c>. Fi!r die Zustellung ms Hnu« halbj, »« tr. Mil d« Post «»nzj, ft, ,5., balbj, ? !io Donnerstag, 33. Jänner. Inll in Wien; Dionys Pospischill, !» w''"',?" ^"' Communal-Realschule im 0. Bezirke av.m.'?' ^""'° Iahn. Professor am zweiten Staats-Unasimu mGraz; Joseph Steg er und Philipp bu/« .??' P^ftssoren ain Staatsgymnasium in Salz- s2' !"! '^"^"h' ^^ss"' "m Staalsgymna-NUM m Laibach; Dr. Vitns v. Alth. Professor an ! ovi^i^ ^.^calschule i.. Ezeri/owit^ dermale retb ^>I^i! 5'"m ^' ^"M'uual-Realschille in Se-Hmsi^u^^^^ "'" ^'«"^ Bor^^^^i'V^t das Titelblatt und zwei das ^ c^HN^Ni^^ des Jahrganges ^ ü^ 'M l.,Wr. ^jtg." M-. 16 vom !i1. Jänner 187V.) Nichtamtlicher Theil. Zeitungsschau. Der von Ihren Majestäten dem Kaiser nnd der 5"'"U' geäußerte Wunsch, es möge bei der Feier Mer st bernen Hochzeit alles kostspielige Gepränge so-^e, jegliche Subscription unterbleiben,' gibt mehreren "«altern Anlaß zu Bemerkungen, aus welche» die tiefe "Gehrung, deren sich das Allerhöchste Jubelpaar in uen z^ci «.it der Bevölkerung zu erfreueu hat, deutlich «suchtet. So erklärt das „Tagblatt"/von dei ^Ylllttcn der Bevölkerung könne der Kaiser überzeugt tio?.en H«°d° ?"b sie durch prunkvolle Demonstra. Wunsch 3 n^''^ U'l""cht werde. Der kaiserliche a7N^ c^Ä^ ."" tastbares, der Bevölkerung dar-gedachtes Gc,chM, dessen volle Würd.gung erst mög- lich sein werde, wenn es in authentischer Form vorliegen wird. Das „Extrablatt" schreibt: „Ihre Majestäten können leichteu Herzens auf Illuminationen uud dergleichen Verzicht leisten; sie wissen, daß es solcher Aeußerlichkeiten nicht bedarf, nm das Verhältnis zwischen Dynastie und Volt in Oesterreich in seinem vollen Lichte erscheinen zu lassen. Indem sie diese Ueberzeugung zum Ausdrucke bringen, geben sie zugleich der Bevölkerung ein Zeugnis, auf das sie stolz sem darf." Dle „Deutsche Zeitung" macht den Vorschlag, ans Anlaß dei gedachten Festes Se. t. und k. Hoheit den Kronprinzen zum Ehrenbürger Wiens z» ernennen. Die Samstag im Abgeordnetenhause gehaltene Rede des Munsters Dr. Unger findet, was deren formelle Außenseite betrifft, eine'ungetheiltc Bewunderung, begegnet jedoch m stofflicher Beziehung in einem Theile der Presse lebhaftem Widersprüche. Das „Vaterland" anerkennt insbesondere die Entschiedenheit, mit der der Minister für die Rechte der Kroue eintrat. Das „Tagblatt" erklärt, es sel ein so verwickelter nnd schwieriger Gegenstand selten mit so viel Durchsichtigkeit nnd Grazie behandelt worden. Montag abends hielt der volkswirthschaft-l i ch e A nssch u ß des Abgeordnetenhauses eine Sitzung ab Rchrent Fnrth wurde, da Abgeordneter Teuschl das Referat ablehnte, vom Ansschnsse als Berichterstatter bestellt uud berichtete über den Handels- nnd ^aMalntsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn nnd Italien von, 27. Dezember 157k. D,e Verhandlungen mit Italien konnten nicht rechtzeitig zum Abschlüsse gebracht werden, was das bekannte Provisorium zur Folge hatte. Schon dieser Umstand beweist die Nothwendigkeit emer definitiven Regelung. Der Referent citiert nun statistische Daten über den Verkehr der' beiden Läuder, der bcdcuteud genug ist, um ein Ver-tragsverhältnis zn rechtfertigen. Er vergleicht ferner dle wichtigsten Bestimmungen nnd die Abweichungen gegen die früheren. Dies seien namentlich die Artikel 8 nud 12, welche Redner des näheren betrachtet Spi-ntns, Zucker, Bier, Wein. deinen, Holz, Papier bilden dic Hauptgegeuständl' unseres Exportes nach Italien, machst Zucker ,st Spiritus der erheblichste Artikel, welcher bis 1871 erschreckend gesunken war, um sich langsam wieder zu erheben. Referent betont weiters daß der neue Vertrag Abhilfe schaffe zugunsten unserer Ausfuhr. Die loyale Ausführuug desselben sei anzunehmen. Rcdncr behandelt in gleicher Weise nnseren Zuckcrhandel nach Italien, der von wesentlichster Bedeutung ist. Aehuliches gelte vou den übrigen Gegenständen unseres Verkehrs mit Italien, wie der Rcf> rent im Detail ziffermäßig nachweist. Aus der vergleichenden Darstellung des Referenten geht hervor, daß wir nicht blos gegen den autonomen Tarif, sondern sogar gegen die früheren Conventionalsätze in vielen Stücken nicht zu unterschätzende Vortheile zu verzeichnen haben; selbst wo theilweise Erhöhungen platzgegriffen, sind sie durchau» nicht geeignet, den Verkehr zu schädigeu. Auch letzteres weist Referent ziffermäßig nach. Nach all' dem entspricht der Vertrag unseren Ansprüchen. Italien gegenüber waren 67 Artikel gebuuden, die sich. näher betrachtet, auf 2.'! redu-eieren, davon ist es blos die glatte Seidenware, deren Zollermäßigung etwas empfindlicher ins Gewicht falle. Dagegen haben sich die italienischen Ausfuhrzölle von 67 auf 24 Artikel reduciert. wa5 vom Standpunkte unserer Eonsumtion anzuerkennen sei. Referent erläutert uoch die folgenden auf Cabotage, Fischerei. Schiff' fahrt ?c. bezugnehmenden Paragraph? de» Vertrages, die er als zweckmäßig erkennt. Eine Nenerung betrifft den zugelassenen Veredlungsverkehr für ein bestimmtes Quantum italienischen Roheisens an gewissen Zollgrenzen. Referent beleuchtet dal Entgegenkommen Ita» liens bezüglich der Vereinbarung in Sachen der Viel^ seuchen-Couvention, die für unsere Landwirthschaft von großer Bedeutung wäre. Referent meint, daß zur Beurtheilung des Werthes des ganzen Vertrages nicht die Abwägung einseitiger Vortheile zur Basis dienen dürfe, sondern die all gemeine Erwägnng, daß schon die Rücksicht auf unsere agritole Production die Herstellung und Erhallnng unserer bisherigen Vertrags^ und Vertehrsverbindungen mit Italien dringend gebiete. Der Referent empfiehlt daher die Annahme der Vorlage. Nach kurzer Debatte wurde schließlich bei der Abstimmnug der Vertrag angenommen und Abg. Fürth zum Berichterstatter gewählt.__________________^^ Oesterreichischcr Neichsrath. 416. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 21. Jänner. Die Generaldebatte über den Berliner Vertrag wird fortgesetzt. Dr. Monti (für) beklagt sich über den vorherrschenden magyarischen Einfluß auf die auswärtige Politik. Der Friede vou San Stcfauo hätte den Interessen Oesterreichs durch die Schassung eines großen unabhängigen Bulgariens mehr genutzt, als der Friede von Berlin, der ein kleines von Rußland dirigiertes Bulgarien herstellte. Der Redner ist vorläufig gegen die Occupation und Unnex .A^. langen Grafeu Herz bebte hoffnungsvoll. A>as Mädchen war also „Messer Stasso's Tochter" Ihre Stimme durchbebtc ihn, wie ihr Anblick es gethan, als er sie in der Höhle der Banditen gesehen hatte. ^ Dann vernahm er den Klang eines schweren, gemessenen Schrittes. Mr. Strange, unfähig, den B'tten .^"' c A7 zu widerstehen, verließ 'sein Zimmer und warf sich schwer auf eium Sessel auf der Ve-^? ^?"?"'^ille drs Abends, und da ein Flügel oer Glasthür von Lord Kingscourts Zimmer halb «Nen stand, konnte diefer jeden Ton der fanften. lieb-lichen Stimme hören. „Wie angegriffen du aussiehst", sagte das Mäd« ^en in englischer Sprache. „Ich sah die Veränderung "l dir nicht in deinem Zimmer; es war dort so finster, "u solltest nach einem Arzt schicken." „Wer kaun eiue kranke Seele kurieren?" fragte -"fr. Strange bitter. „Ich bedarf keines Arztes, «lner anderen Medizin, als deine Liebe. Aber um orlnetwegen wünsche ich, ich wäre vor vielen Jahren N«"' blmellma/n wünsche ich, ich wäre jetzt "Ich verstehe dich nicht. Wie sonderbar bist Kumm ?^ ^ Mädchen bekümmert. „Hast du „Keinen neuen, mein Kind. Wie sorgenvoll du aussiehst! Du mußt meine Last nicht ans deine Schnltcrn ziehen, mnßt dir meinen Kummer nicht fo zu Herzen nehmen, Alcxa. Morgen werde ich wieder der Alte sein. (ts ist nur, daß dieser junge Mann, unser Gast, m,ch mit einem eigenthümlichen Heimweh erfüllt hat, --einer Sehnsncht nach meinem Vatcr-ande. w,e ich sie mc wieder zu bekommen geglaubt ^i ^'""w/."^ '?"" davon sprechen meine Tochter Vian sollte froh sein. in diesem schönen Gnechenland leben und sterben zu köuncn!" und doch seufzte er schwer. Er konnte seiner Tochter nicht sagen, welche Stunden der Angst, der Furcht und S hnsucht er verlebt hatte seit der Anwesenheit Lord Kingscourts in seinem Hause. Er komtte seiner Tochter nichts sagen von der dnrchwachten Nacht uud seinen stundenlangen ruhelosen Wanderungen in seinem Zimmer während der Nacht; von den qualvollen Erinnc rungen, welche ihn in den letzten vierundzwanzig Stunden seine jahrelangen Leiden noch einmal durchkosten ließen. Es war sein Wunsch gewesen, ihr jnna.es Leben sorgenfrei zu halten, und sein Leben mußte ganz getrennt von dem ihrigen bleiben-Ane Vergangenheit mußte ihr ein ewig versiegeltes Buch sem. Darnm zwang er sich, gesund zu er scheinen, und lächelte in ihie sorgenvollen Augen und lenkte das Gespräch geschickt ailf einen andern Gegenstand. "Ich bin nicht im stände gewesen, unseren Gast heute zu besuchen, Alexa", sagte er. „Hast dn von chm gehört?" „Die Haushälterin sagt, daß er sehr trank ist und vor einem Monat nicht transportiert werden kann", erwiderte Alexa. „Aber sie glaubt sicher, ihu vollständig herzustellen." „Heftiger Rheumatismus ist eine schreckliche Krank-beit," sagte Mr. Strange; „aber Amuita ist ein? gute Pflegerin, nnd sie wird mehr ausrichten, als der Arzt ails Athen, den er mit seinem Freunde morgen erwartet. Laß' uns hinab nach dem Golf gehen. Alexa. Die Luft thut mir gut." Der Graf hörte ihre Schritte sich entfernen, uud wieder streckte sich unwillkürlich seine Hand nach den Rosen ans. die er nochmals an seine Lippen führte. Es war eine folche Glnth auf seinen Wangen, l'in so eigenthümlicher Glanz in seinen Augen, daß Briggs, als er wieder zu ihm kam, seinen Zustand für fieberhaft erklärte und ihm einen kühlenden Trank nnd ein Hchlafpulver gab. Es war am Nachmittag des nächsten Tages, al» Ml. Bertin Kollys, begleitet von einem Athener Arzt uud geführt von dem Weingärtner, welcher Lord King»' court' in das Haus Mr. Strange's gebracht hatte, daselbst ankam. Der Engländer und sein Begleiter wareil von einer Abtheilung berittener Soldaten escortiert worden, welche im Hause des Weingärluers zurückaebl'e-ben waren. Dieser Mann war so lange m il"s Strange's Dienst gewesen nnd kannte dessen Almeigung gegen Fremde so gut, daß er sich wk.aerie. Mr. Kollys und den Arzt zu dem Kranke» z>l führen, wenn inch! das Militär zurückbliebe. I«o Weih von Starkenfel» (gegen) erörtert die Competenzfrage; er weift auf England hin, wo das Parlament nicht berechtigt ist, die von der Krone ab« geschlossenen Verträge zu genehmigen oder zu verwerfen, und gibt zu bedenken, daß das Berliner In« strument weniger ein Vertrag, als eine Kongreßacte sei, von der die Verfassung keine Bestimmung enthalte. Er erörtert die Vorgänge in der Delegation; die Ae-nlfung an den Reichsrath sei nicht zur Wahrung des Rechtes geschehen, sondern um den Reichsrath gegen die Delegation auszuspielen und dem Grafen Andraffy wo möglich im Reichsrathe die Niederlage zu bereiten, die man in der Delegation nicht durchsetzen konnte. Diejenigen, welche dem Grafen Andrassy eine Politik von Fall zu Fall vorwerfen, üben selbst nur eine Kritik von Fall zu Fall. Seine Orientpolitik sollte vielmehr nur im großen und ganzen und seit seinem Amtsantritte beurtheilt werdeu. Wie einen parlamentarischen gibt es auch einen völkerrechtlichen Anstand. In den Delegationen aber gab es Angesichts Europa's unerhörte Anfragen und Vorwürfe für den Minister des Auswärtigen. Die Occupation Bos-niens fei populär, das habe die ungeheure Begeisterung des gesammten Volkes bei der Rückkehr der Truppen aus Bosnien bewiesen. Das Volk habe ein Verständnis für die Ehre des Gesammtstaates und halte fest am Satze: Aller Ehren ist Oesterreich voll. Der Redner krittsiert hierauf die verschiedenen vor-liegenden Anträge, polemisiert insbesondere gegen Dr. Herbst und erklärt sich für den Antrag von Duna-jewsti. (Beifall rechts.) Dr. v. Plener (für) wendet sich gegen das Minoritätsvotum von Dr. Herbst. Die Oricntpolitik Andrassy's war eine naturnoihwendige. Nach den thatsächlichen Verhältnissen tonnte Graf Andrassy in Berlin nichts anderes und besseres thun, als die Hand auf Bosnien und die Herzegowina legen und sie der Machtsphäre Ocsieneichs einverleiben. Redner bedauert nur, daß die Occupation nicht schon 1876 stattgefunden hat. Die Haltung der Minorität sei übrigens nntlar und widerspruchsvoll und erinnere an die Zeit der Besetzung der Douaufürsteuthümer. Der Occupation müsse die Annexion folgen, jede andere Politik sei verfehlt. Es sei eine noch unerwiesene Behauptung, daß Bosnien und die Herzegowina passive Länder scien; ihr Steuerertrag könne vermnthlich auf vier Millionen veranschlagt werden, welche doch die Administration decken würden. Der Redner erinnert daran, daß dieselben Personen, welche gerne die Actionen Englands rühmen. Opposition machen, sobald Oesterreich eine ähnliche Action unternimmt. Er polemisiert ferner gegen die Aeußerungen des Freiherrn v. Walterskirchen, der unter anderem den Hadschi Loja in eine Parallele mit Andreas Hofer stellte. (Beifall und Widerspruch.) Plener vertheidigt den Majoritätsantrag. Die Debatte wird abgebrochen. Ministerpräsident Fürst Auersperg beantwortet eine Interpellation des Abg. Ritter v. Proskowetz inbetreff der Vorkehrungen gegen die Rinderpest und wegen der Errichtung einer Central-Viehmarkthalle in Wien. Der Handels mini st er theilt in einer Zuschrift den Abfchluß der Verhandlungen mit Frankreich sowie die bezüglichen Declarationen mit Dieselben werden sofort in erster Lesung dem volkswirthschaft' lichen Ausschusse zugewiesen. Nächste Sitzung morgen. AuS Bosnien. Bekanntlich erschien vor wenigen Wochen beim Ministerpräsidenten Tisza eine bosnische Deputation aus Bröka und Zwornik, welche behauptete, die Negierung hebe den Zehent ein, trotzdem die türkische Regierung denselben schon früher behoben. Diefe Behauptung wird jetzt von der „Vosn. Korr." für unwahr erklärt, da die Vilajetsregieruug für 1878 keiner« lei Abgaben erhob; auch wurde in anderen Theilen der occupierten Länder ohne Anstand jede Stener gezahlt, Rückstände von früheren Jahren habe die Landesregierung sämmtlich erlassen. Die „Korrespondenz" bespricht sodann das Verhältnis der Pächter zu den Aegs, weist nach, daß die Bauern nie in Bosnien — auch in vortürkischer Zeit nicht — Grundeigenthum besaßen, daß die Abgaben an die Grundbesitzer keineswegs drückend seien, bespricht die mögliche Grund-entlastung nach mehreren Jahren und behauptet, daß eine arme Rajah, wie sich die christlichen Kmetcn mit Vorliebe nennen, nicht existiere. Die Ansichten Enro-pa's über die bosnischen Grnndverhältnisse seien falsch und antiquiert. Der Bauer leide an Arbeitsfcheu, der nur durch europäische Ansiedler abgeholfen werden könne. Der erfreuliche Wechsel, der sich in den Zustän-den Bosniens und der Herzegowina vollzogen hat, findet auch in der auswärtigen Presse gebürende Anerkennung. So schreibt man den „Times": „Ein allgemeines Gefühl der Erleichterung scheint sich infolge des fo lange unbekannten Zustandes von Ruhe geltend zu machen. Es langen wol gelegentlich Berichte von dem Erscheinen kleiner Banden von Marodeurs in abgelegenen Orten ein, aber selbst diese werden, ob-schun oieser Zustaud zum Theil der Einwirkung des Winters zuzuschreiben ist, mit jedem Tage seltener. Die Hoffnung, daß die im Lande so tief eingewurzelte Gewohnheit des Räuberunwesens auf einmal ausgerottet werden könne, wäre wol eine thörichte, >md wir wer« den wahrscheinlich wieder mehr davon zu hören be« kommen, wenn die Frühlingswitternng zurücktehrt, welche das Bivouakieren in den Hügeln angenehm und die Verproviantierung daselbst leicht macht. Der Zusammenhang zwischen Brigantenthum und Patriotismus jedoch, welcher allein dem ersteren eine Bedcutnng geben konnte, ist aufgehoben, und es zeigen sich jetzt nur mehr geringe Spuren des Antagonismus, der früher uuter den verschiedenen Klassen der Bevölkerung herrichte. Sie haben sich jetzt so nebeneinander nieder^ gelassen, als ob es früher nie einen Streit zwischen ihnen gegeben hätte. Die Hanfttursache davon ist ohne Zweifel das Gefühl, daß jetzt alle den gleichen Schutz aegen Eingriffe und Gewaltthätigkeiten genießen. An° fangs herrschte wol eine fixe Idee, daß mit der Occupation das Verhältnis zwischen Grnndherren und Pächtern äo t'acto aufgehört habe nnd letztere zu freien Eigenthümern der von ihnen gepachteten Gründe geworden' seien, nnd deshalb war ' auch vonseite der letztgenannten die Neigung vorhanden, die Bezahlung der Tretina zu verweigern. Die Pächter sind jedoch seitdem eines Besseren belehrt worden. Gleichzeitig ist aber auch Sorge dafür getroffen, daß keine jener Er. prefsungen vonseite der Grundherren stattfinde, welche das frühere Sistem fo unerträglich machten." Zur Orientfrage. Bei der Reaction des definitiven russisch-türkischen Friedrnsvertrages, an welcher bereits seit 17. Jänner gearbeitet wird, haben sich, wie Mr. Strange empfing die Ankommenden auf der Veranda, begrüßte sie höflich und lud sie zum Eintreten ein. Mr. Kollys war nicht wenig überrascht, in diesem abgelegenen Winkel der Erde einen Mann von so auffällig hervorragender Erscheinung zu fin den, wo er einen griechischen Bauern zu finden erwartete. Der Wirth führte sie in das Wohnzimmer und berichtete kurz über Lord Kingscourts Befinden, Griechisch sprechend, wie er gegen jedermann that, seine Tochter ausgenommen. „Der Graf schläft jetzt, glaube ich," sagte er. „Er hat eiuen sehr schlimmen Tag gehabt, und deshalb ist es vielleicht besser, ihn nicht zu wecken. Sie sind ja doch genöthigt, die Nacht über hier zu bleiben. Ich will Sie jetzt nach Ihren Zimmern weisen lassen, und Sie können nach dem Thee Lord Kingscourt sehen." Die Gäste stimmten ihm bei und wurden in behagliche, luftige Zimmer gebracht, wo sie einen Diener zu ihrer Aufwartung bereit fanden, welcher ihnen Wasser brachte und den Staub von ihren Kleidern bürstete. Später begaben sie sich wieder in's Wohnzimmer, wo ihr Wirth sie erwartete. Er führte sie in's Speisezimmer und erwies sich nicht nur gastfreundschaftlich, sondern auch gewandt und angenehm unterhaltend. Mr. Strange hatte niemals Gäste gehabt, so lange er dieses Hans bewohnte, und so hatte seine heutige Gesellschaft für ihn den Reiz der Neuheit. Unter dem anregenden Einfluß der gebildeten Fremden entwickelt- er eine Fülle tiefer Gedanken und zeigte eine Schärfe und Feinheit des Geistes, daß Mr. Kollys in immer größeres Staunen gerieth. Als das Mahl vorübrr war, schickte Mr. Strange einen Diener in das Zimmer des Kranken, welcher bald mit der Meldung zurückkam, daß Lord Kings-court wach und bereit sei, seine Besucher zu empfangen. Der Wirth führte sie zu dem Krankenzimmer und ging dann weiter in das Gemach seiner Tochter, wo diese auf Wunsch ihres Vaters, sich den Gästen nicht zu zeigen, geblieben war. Lord Kingscourt saß aufrecht im Bett und sah gespannt nach' der Thür, als sein Freund eintrat. Mr. Kollys eilte zu ihm und rief: „Im Bett? Das ist ja eine traurige Geschichter Kingscourt. Hier ist der Doktor, — ein studierter Grieche, dn weißt, — er wird dich sogleich wiedc, zurechtsetzen. Dies ist kein schlechtes Quartier," uud er sah sich mit kritischen Augen um. „Ich hatte geglaubt, dich in der Hütte des Weingärtners zu finden und war sehr besorgt um dich. Hier aber läßt es sich schon aushalten." Er stellte den Arzt vor. Es folgte eine knrze ärztliche Untersnchung, und der Doktor schüttelte bedenklich den Kopf. „Die Anordnungen der Wärterin sind ausgezeichnet," bemerkte er nach einigen Fragen inbetreff der Pflege. „Ich will noch einige Heilmittel hinzufüge»; aber Sie können vor eine»! Monat nicht fortgebracht werden, Mylord." sFortsetzung solgt.) aus Konstantmopel vom 19. d. M. neuerdings berichtet wird, unerwarteterweise Schwierigkeiten erhebliche Natnr ergeben, welche den Abschlnß der betreffenden Vel< Handlungen und die Unterzeichnung des Vertrages zu verzögern drohen. Die russischen Bevollmächtigten bestehen auf der Aufnahme eines Artikels in deü Friedensvertrag, welcher die Pforte zur DurchführMg aller Bestimmungen des Vertrages von Sail Stefln^ verpflichtet, welche vom Berliner Vertrage unberührt geblieben sind. Die türkischen Bevollmächtigten wollcii die Nothwendigkeit einer neuerlichen Stipulierung dic-ser Verpflichtung nicht anerkennen. Sie weisen darauf hin, daß die Pforte die Anerkennung ihrer ans d?n 2W stimmungen des Vertrages von San Stefano resul tierenden Verbindlichkeiten, insoweit dieselben durch den Berliner Vertrag nicht alteriert worden sind, niemals verweigert habe, wie dies zum Thcilc cms der Vereinbarung des zum Abschlüsse gediehenen definitiven Friedensvertrages hervorgehe. Trotz dieser nicht unbedeutenden Differenz hofft man, binnen kurzes zu einer Verständigung zu gelangen. Dem Vernehmen nach hat die Pforte ihre»" ersten Bevollmächtigten, Mukhtar Pascha, die Wahl des Ortes überlassen, in welchem die türkisch - grie> chische Grenzregulierllugs-Kummission zusammentrete» soll. Infolge dessen hat Muthtar Pascha der Pforte angezeigt, daß er das Dorf Amino im Bezirke von Al^ zu diesem Zwecke gewählt habe. In der italienischen Presse war kürzlich die oft schon widerlegte Behauptung aufgetaucht, daß del Zusammentritt eines neuen Kongresses bevorstehe, um die bei Durchführung des Berliner Kongresses a»f' getauchten Fragen zn erledigen. Dem gegenüber ve? sichert der römische Berichterstatter der'„Pol. Korr/, daß die Nachricht in dieser Fassung irrig sei. (^ förmlicher Vorschlag zum Zusaiiimmtritte eines nei^ Kongresses sei von keiuer Scite auch nur andcutu»^. weise gemacht worden. Das Ganze reduciere sich ""l die vertrauliche, blos akademisch gemachte AndcMNy einer Regierung, daß wol ein Nachkongreß, weMl die praktische Dnrchführung der einzelnen Äesti»^ mungcn des Berliner Friedcusvertruges überwacht und die ihr noch entgegenstehenden Schwierigkeit beseitigen möchte, sehr angezeigt wäre. Diese Anden' tung wurde jedoch voll keiner Seite förmlich anfgegris' feil und hatte demnach keinerlei praktische Folge. ^ Eine englische Ministerrede. Sir Math. Hicks Beach, der Minister für t"l englischen Culonien, wohnte am letzten Donm'i-s^ dcm Ilihresbantet des conscniativen Vereins ill Stro"v bei und hielt bei dieser Gelea/ulmt eine politische telegrafisch bereits signalisierte Rede, in welcher "' seine früheren Mittheilungen über die auswärtige Politik der Regierung uud ihre Erfolge aufrechterhielt-Der Berliner Vertrag, mcinte Redner, werde a»s' gchihrt werden, uud sei auch nicht der geringste Grund zn der Befürchtung vorhanden, daß'Englands Beziehungen zu Rußland und den ülirigcn Mächten ge' stört werden könnten. Der erste Theil der afghanisch^ Campagne sei erfolgreich zn Ende geführt worden, lM mit ihm möglicherweise der ganze Krieg mit diesel" kandc. Betreffs der Handelskrisis müsse er gleichfalls seine frühere Behauptung, daß dieselbe übertriebe" worden, aufrechterhalten; dieselbe sei die natürliche Folge dcr Ueberpruduction. Achnlichc Krisen se>^ immer vou Zeit zu Zeit wiedergekehrt nnd hätten ^ der Politik Lord Beaconsfields ebesowenig zn schas^ als der herbe Frost dcr letzten Wochen. Die cngllM Industrie sei allmülig aus deu europäischen uud all^ rikanischen Märkten verdrängt worden; vielleicht !^ es jetzt möglich, dem Handel einen neuen Continent — Afrika — zu erschließen. Während dcr letzte" Jahre sei mehr geschehen, jenen nnbckanuten WeltttM zu erforschcu, als während der letzten Jahrhundert zusammengenommen. Die Politik Ihrer Majestät M'. gierung habe darauf abgezielt, die Interessen unse^ afrikanischen Colonie in einer Weise zu entwickeln u"" zu fördern, wie es leine Regierung vorher zu thu', für ihre Pflicht gehalten habe. Die Regierung ^ ernstlich bemüht gewesen, und sei es noch heute, je^ duukleu Continent dem englischen Handel zu erschl^ schen. Gehe die Regierung in sulcher Weise vor. ! müsse ihr der Unternehmungsgeist des britischen ^' schäftsmannes zuHilfe kommen. Wenn diefer sc'"^ alten Rnf bewähre, so dürfte die Handelskrisis l"^ ihr Ellde erreicht haben uud britische Arbeiter »^ Fabrikanten wiederum ihre alte Stellung an der Sp^ aller Nationen der Welt einnehmen. ^. Hagesneuisslieiten. — (Origiuelle Kur.) Die „Berliner "'^ zinische Wochenschrift" erzählt folgenden Fall: 9. Dr. Kaatzer in Vissehiwede kam dcr Dienstknecht tw, Bauern, um ihn wegeu starfer. Schmerzen im l>>" Ohre zu cousultieren. Bei dcr Untersuchung ze'^^' daß das Ohr ganz mit lebenden, sich bewegenden 2vl mcrn vollgepfropft war, der Nrut der gewdhnuw dicken Brummstiege, welche im Schlafe wahrschewliO ^. das Ohr hineingekrochen war und ihre Eier >u'> ^ hineingelegt hatte. Die Menge dieser Sprößlinge >"" 1«! auf circa 700 geschäht. Weder durch die Pincette noch durch Auswaschung des Ohre5 und medicamentvse Ein-träufelung gelang es, die Thierchen zu entfernen. Der arme Menfch jammerte über fürchterliche Schmerzen. Da verfiel Dr. tt. auf ein sonderbares Mittel: Cr band dem Patienten eine Scheibe holländischen Käse vor daK Ohr und entließ ihn mit der Weisung, sich damit in's Bett zu legen. Am anderen Morgen lain der Patient freudestrahlend zum Arzte mit der Meldung, daß die Schmerzen ganz aufgehört hätten. Das Ohr war vollkommen leer und rein. — (Die Lebensweise Leo XIII.) Einigen dem Vatican näher stehenden italienischen Blättern wird über die Lebensgewohnheiten des Papstes folgendes geschrieben . Leu XIII. ist ein Frühaufsteher Um <> Uhr, so Sommers wie Winters, ist er bereits angekleidet und liest in feiner Priuattapelle eine Messe. Um 7 Uhr nimmt er das erste Frühstück ein, aus Kaffee mit einem Ei oder einer Tasse Chokolade bestehend, worauf er einen halbstündigen Spaziergana. im Garten drZ Vatikans oder bei ungünstigem Wetter in den Loggien Na-faels macht. Dabei sucht cr zuweilen die entlegenstenWinkcl des Palastes auf. Alles gcnan betrachtend, kritisierend, erforschend. Die achte Stunde bringt den Aeginu der Geschäfte. Auf den Empfang oes Staatssekretärs, der über die politischen Angelegenheiten Vortrag hätt, Du-"lmente zur Unterschrift uurlegt u, s. w., folgen die Audienzen der Kardinäle, der apostolischen Congregatio-nen, der Geistlichen, zuletzt der Laien beiderlei Geschlechts. Gewöhnlich ist die Mittagsstunde schon vorüber, wenn dic zahlreichen Fremden, welche Audienz erbitten und erhalten — meist nur, um den Papst gesehen zu haben — ihn an sich uorbeischrcitcn sehen. Gegen 2 Uhr findet dn5 Mittagsesscn statt. Es ist höchst 'lUgal, und ocr Papst nimmt es gewöhnlich in der peinigen Gesellschaft scineS Bruders, der Prälat und W Präfect der vaticanischcn Bibliothek ist, ein. Eine Suppe, ein gelochtes Huhn, selten eine zweite Schüssel Fleisch, nud Früchte macheu das Dincr ans. Der Papst llebt die Birncn und dic cilcioU^ilo. kleine Quarkkäse. Er trinkt zwci bis drei Gläser rothru Weines, aber leinen N'affee, nach dem Essen, Nachdem cr im Lehn-stuhle eine Viertel- oder halbe Stnnde „genickt", tchrt er in sein Arbeitszimmer znrüct und widmet zwei bis drei Stunde» der Arbeit mit den Sekretären, der Erledigung von Bittgesuchen, seiner Pvwatkorrespondeliz und der Ertheilung von internen Anordnungen. Dann Wird nnter Begleitung der intimeren Hosprälaten der als Ersatz für die Ausfahrten dienend, längere Spaziergang unternommen, zu welchen der große Garten, die Loggien, Museumssale und die Bibliothek Raum genug bieten. Wo sich ein bequemer Sitz bietet, läßt Se. Heiligkeit sich fast immer nieder, und dann pflegt die immcr lebhafte Unterhaltung sich in eine fchöuwisfenschaftlichc Discussion oder eine litcrarische Vorlesung zu verwandeln. Leo XIII. ist in ber schönen Literatur, auch der französischen, gut bewandert und spricht gern darüber, oft freilich, wie es heißt, in rinem Professortunc und mit mehr Doctrinarismns, als <^ne,l vielseitigen, aber selten neuen Ideen zukommt, ^r weiß viele Stellen aus italienischen und französischen Dichtern auswendig und citiert mit Vorliebe Victor Hugo und Lamartine. Der Spaziergang dauert bis zum Ave Maria. Iu seine Gemächer zurückgekehrt, liest der Papst nnt feinem Kammerprälatcn eine Stundr lang das Bremer, widmet dann noch einige Stunden den Geschäften oes mnereu Haushaltes, wobei seine Prüfungen und nnoronnngen einen sehr energischen Sinn verrathen und leme Neuerungen sogar he,tig werden töm.en. und zieht ! ' '?!ls " "^' ""l v"" Kammerdiener begleitet, in '"" D'chlafgemach zurück. Zur Nachmittagsbeschästigung wr Helligkeit gehört die Lcttike einigcr römischer Ionr-nale. Den ..Fanfulla" und oie „Libertu" liest cr selbst; Von den übrigen macht Monsignore Pecci, sein Brnder, einen Auszug. Die klerikalen Blätter, den „Osservawre Romano" und die „Voce della Vcritk". legt cr meist "ngelese,, beiseite, wol aus dem natürlichen Grunde, Weil er ihren stets aus dein Vatican stammenden uder doch dort approdierteu Inhalt tcunt. Eine Ausnahme macht die Mailänder „Unitü, Cattolica". Diese wird nicht nur gelesen, sondern sorgfältig studiert. Artikel »,,d Passus, welche seiue Aufmerksamkeit erregen, streicht er roth an, worauf sie in die Staatskanzlei geschickt und von einem jungen Prälaten, der neuerdings zum Minutantc, das heißt Entwerfer von Preßartitcln, ernannt worden ist, cummcnticrt werden, um an, nächsten Tage dem Papste zur Prüfnng vorgelegt zu wcrdcn. Von Zeitschriften pflegt Se. Heiligkeit die „Ncvuc dcs dcnx Mundes" und die italienische „Neue Anthologie der Literatur, der Künste und Wissenschaften" zn lese». Auf einem Pult in seinem Arbeitszimmer liegt immcr aufgeschlagen die große TrcvcS'sche Bibel mit den Illustrationen Dore's. Oft tritt er vor sie hin und heftet einen sinnenden Blick auf diesen ewigeil Eodcx des Glaubens. ___ Fokales. Aus dem Gemeinderathe. Laibach, 21. Jänner. (Fortsetzung.) I. Berichte der Poli.zeifection. 4.) Vizebürgcrmcister Dr. v, Schrey referiert "ber den Nccm« dcs Backermeistere Johann Föoerl wider das magistratliche Verbot des Schweinehaltens! innerhalb des beengten Hofraumes seiner Wohnung in der Lingergaffe und beantragt, denselben behufs Erledigung an den Magistrat rückzuleiten. (Angenommen.) b.) GR. Dr. Kees bach er referiert über die Peti^ tiun des Vereins der Aerzte in Kram um sanitäre Maßregeln gegen das ans Anlaß der orientalischen Kricgsverhältnifse besorgte Anftreten von Epidrmien und beantragt: zch die Petition des Vereins der Aerzte wird unter dankender Anerkennung des uonseite des genannten Vereins an den Taq gelegten Interesses für das öffentliche Wohl und der hierüber gegebenen Rathschläge dankend zur Kenntnis genommen; l>) der Bürgermeister wird ersucht, die Enqutzte-kommission dringlichst zu veranlassen, ihr Elaborat sofort znr Berathnng und Beschlußfassung an den Gemeinderat h vorzulegen; o) der Stadtmaglstrat wird beauftragt, die Peri« tion des Vereins der Aerzte dllrch Bekanntgabe der obigen zwei Beschlüsse an denselben einer formellen Erledigung zuzuführen. GN. Potocnik hält die Petition der Aerzte für übertrieben, da von allen Profezeinngen derfelben. gottlob, nichts wahr geworden sei, ' Die Mittel, welche die Herren Aerzte zur Hebung des Gesundheitszustandes der Landeshauptstadt anführen, seien allerdings vorzügliche, aber. um nnr einen Theil derselben auszuführen, benöthlgc man mindestens einer Sum,»..-von li »0.000 fl., welche Laibachs Stadtkasse leider nicht besitzt. Redner meint, da am 2«. d. M. ohnehin die aus Vertretern der Regierung und des Gemeinde-rathes zusammengesetzte EnaMtetommission zusammentritt, möge man mit der Erledigung der Petition der Aerzte bis zur nächsten Gememderäthssitzima, walten. In ähnlichem Sinne achc.t sich GR. Dr. Aha-zhizh, der schließlich beantragt, über die Petition der Aerzte znr Tagesordnung überzugehen. Referent GR. Dr. Keesbachcr wendlt sich gegen die beiden Vorredner n„d zweifelt nicht, daß der Verein der Aerzte sich über die Hmwegschunq der gewöhnlichen Formen des Anstandes zn trösteil wisfen und anf den Dank des Gememdemthes verzichten werde, falls der Antrag aus Ucbergang zur Tagesurdmmq acceptiert würde. Man habe an der Petition der Aerzte auch den Witz zn erproben versucht, daß von dem Profezeiteu nichts eingetroffen fei. Daß dem so ist, sci nicht etwa ein Verdienst der Stadtgemeinde Laibach, fondern das Verdienst der erleuchteten Männer, die an der Spitze der Regierungen stchrn. Diese haben eben von der Samtat eme höhere nnd richtiger? Meinung, als emzcluc Mmemderäthe in der Provinz, und ihnen ist es zn danken, daß Oesterreich, daß Laibach, welches d>e Hände in die Tasche steckte, vom Flecktyphus be-lüahrt blieb. Doch ein altes Sprichwort sagt- Man möge den Teufel nicht an die Wand malen, nnd es ware nur zn wünfchen, daß sich dasselbe nicht auch lli diesem Falle bewähre. Seitens eines der Herren Vorredner wurden anch die sanitäts statistischen Arbeiten eines Arztes znm Gegenstande des Scherzes gemacht und fo der Fleiß desselben gelohnt. Nun. den Werth der Statistik habe die Wiffenfchaft reichlich anerkannt, ste hat es daher gottlob nicht nöthig, anf eine Anerkennung innerhalb einer curulischcn Vcrsammlmig zn reflectieren. Wenn weiters gesagt wurde, man möge nicht fortgefetzt in den Zeitungen von Epidemien nnd Krankheiten schreiben, fo scheint das sehr an den Vogel Strauß zu erinnern, der den Kopf zwischen die Äenie steckt nnd fo vom Feinde nicht gcfchen zu werden glaubt. Eine solche Politik der 'drohenden Gefahr gegenüber fcheint denn doch nicht die richtige zu fein, ^ nnd Redner tan,, fie daher nnmöglich theilen. Referent empfiehlt fchlicßlich die Anträge der Section zur Annahme. Der Antrag des G?meinoerathr5 Dr. Ahazhizh. ,^" Gelch"llsordn!.,lg widersprechend, kann nicht znr Abst.unnnng gelangen, worauf d^ Sectionsanträge mit Mazuntat angenommen werden. l;.) GR. Leskovic referien über das Bedürfnis er Sicherhlitswachmmm- ichaft. Referent theilt mit, daß anläßlich des Falles, daß e», Taglöhner von einem Wagen überfahren wurde, das hohe Lanoesprasioium an den Stndtmagistra« eine Zuschrift gerichtet nnd demselben behnfs befferer Hand habmig der Strahexpolizei eine Vermehrnng der Sichcrheitswache nahegelegt habe. Die Section jedoch tonnte bei den großen Kosten orr Stadtgemeinde für die öffentliche Sicherheit (11,000 fl.) diesem Begehren üicht zustimmen, fondern beantragt, den Magistrat zn beauftragen, die Straßenpolizei gegen zu fchnell fahrende Wageli nnnachsichtlich zn handhaben nnd die Dawide» handelnden strenge zn bestrafen. GR. Dr. Ahazhizh fpricht den Wunsch aus. der Magistrat möge nicht blos die fchnellfahrenden Kutfcher. foildern auch die unvorsichtigen Fußgeher zur Verantwortung ziehen. GR. Horak ist der Anschauimg, daß die hohe Staatsregierung einen Beitrag zur Erhaltung der Polizei leisten follte, da feincrzeit auch die Gemeinde, als der Staat die Polizei noch in Händen hatte, Beiträge leistete. Unglücksfälle durch Ueberfahren aber werden sich. so- wie in feiner Stadt, auch in Laibach nicht vermeiden lassen, möge die Wachmannschaft noch fo sehr vermehrt werden. Bei der Abstimmung wird der Sectionsanttag angenommen. II. Berichte der Schul sect ion. l.) GR. Pirter referiert über d,e Schulerfor-oerms-Rechnungen für das abgelaufene Schuljahr. Dicfelben betragen für die Mädchenschule bei den Ursulinerinnen 220 fl., für die übrigen drei städtischen Voltsschulen 00 fl. (Werden genehmigt.) 2.) GR. Pi rter beantragt im Sinne des H 30 des Landesvoltsschulgesetzes, dem Lehrer Maier die Quinquennalzulage vom 1. Oktober 1878 an ftüsfig zu machen. (Angenommen.) 3.) GR. Pirker theilt mit, daß der Lehrer Razinger und die Lehrerin Konschegg definitiv in ihren Stellen von der Landesschulbehörde bestätigt wurden. (Wird zur Kenntnis genommen.) (Schluß solgt.) — (Der Herr Landespriifident) Ritter v. Kallina wurde Montag den 20. d, M. von Sr. Majestät dem Kaiser in Wieu in Audienz empfangen. — (Taxfreie Verleihung des Bürgerrechtes.) In der vorgestrigen vertraulichen Sitzung des Laibacher Gemeinderathes wurde dem Pfarrer in der Tirnau, Herrn Franz Karun, anläßlich seines fünf-undzwcmziajährigen Jubiläums als Pfarrer in der Tir-nau über Antrag des GR, Gursic einstimmig und taxfrei das Bürgerrecht der Landeshauptstadt Laibach verliehen. — (In den Gemeindeoerband der Lan-deshnuptstaot Laibach) wurde» ausgenommen die Herren: Alois Waloherr. Inftitutsinhaber; Adolf Pol. lack, Handelsmann; Alois Iento, Bäcker; Pr,muS Lamprecht. Hausbesitzer; Josef Butovnik. Friseur j Franz Iancar, Holzwarenhändler; Jakob Matijan, Bäcker; Bartholomäus Iemc, Mehlhändler; Ignaz Oarabon, Lederhä'ndler; Mathias Stele, Weingcoßhändler und Spezerist- Johann Rulitz, butanischer Gärtner; Johann Iermann, Mehlhandler; Johann Gruden. Casetier; Josef Schelto, Sicherheitswachmann erster Masse; Mathias Zdesar.Nranntweinhälldler; Ios. Ferjan. Schlosser. — (Jubiläumsfeier.) Gestern beging der Herr Pfarrer Franz jtarun sein fünfulldzwanzigjährige« Jubiläum als Psarrcr bei St, Johann Baptist in der Tiruau, Von allen Seiten, insbesondere seitens der Pfarrtinder, wnrdcn dem verehrten Iubilanten au» diesem Anlasse die herzlichsten Ovationen zutheil. Am Vorabende des Iubcltages brachte ihm der GesangK-verein der Citalnica ein Ständchen Gestern morgens versammelten sich vor dem Pfarrhose m> 80 Männer, Franen und Mädchen der Psarre Tirilau, um dem Iu-bilanten ihre Glückwünsche darzubringen. Nachdem die Sängerinnen ein Begrüßungslied angestimmt hatten, bt' grüßte Fräulein Bresquar mit einer Ansprache den Pfarrer, worauf die Uebergabe zahlreicher Liebesgaben erfolgte. Sodann übergab Herr Carl Zagar namens der in der Pfarre wohnenden Männer dem Jubilar ein prachtvoll ausgestattetes Album, welches Ansichten der Tirnauer Kirche, von Laibach. sowie die Photographien zahlreicher Bürger der beiden Vorstädte Tirnau und Kralau enthielt. In seiner Ansprache sprach Herr Ha-gar dem Jubilar in warmen Worten den innigsten Dank für sein echt christliches und humanes Wirken au». Ein bleibendes, unauslöschliches Andenken habe sich der Herr Pfarrer durch den schönen monumentalen Bau der Tirnauer Kirche geschaffen, die lediglich sein Wert und seinen rastlosen Bemühungen zu danken sei und seit Iahr.cn nicht nur den Stolz der Pfarrtinder. foudern auch eine Zierde der Landeshauptstadt bilde. Als Se. nior der Pfarre begrüßte hieraus Herr Gorsic senior den Jubilar namens der älteren Pfarrinsassen und erinnerte ihn an diejenigen von ihnen, welche mitgeholfen haben zum Erstehen der Tirnnuer Kirche. Tief gerührt dankte der geistliche Herr allen Gratulanten, indem er versicherte, daß, wenn er noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß ihn feine Pfarrlinder wirklich lieben, ihm der heutige Tag, der ihm unvergeßlich bleiben werde, dies gezeigt habe Den Schluß diefer Ovation bildete ein in der Tirnaner Kirche abgehaltener Gottesdienst, dem alle Festtheilnehmer beiwohnten. Um die Mittagsstunde erschien der Hcrr Bürgermeister Laschan in Begleitung einiger Gemeinderathe, um als Patron der Pfarre den Jubilar zu beglückwünfchen. Der Herr Fürstbischof Dr. Pogakar hat Herrn Karun in Anbetracht feiner Verdienste in einem höchst anerkennenden Schreiben zum Consistorialrathe ernannt. —. (Laibacher Kleinkinder-Bewahr-nnstal t.) Die hiesige Kleintinder-Bewahranstalt. welche bereits auf eine 43jährige fegensreiche Thätigkeit zurückzublicken in der Lage ist. hat ihrem foeben veröffentlichten Rechnungsabfchlusse zufolge im Jahre 1878 2N2 si. 3tt kr eingenommen und 1881 fl. 40 kr. verausgabt; es erübrigt somit ein barer Kasserest von 230 ft. '^') kr., welcher zur Bestreitung der Auslagen in den ersten Monaten des nen angetretene» I"Y"S verwendet werden wird. Mit Schluß des Sch'chayces 1577/78 betrug die Anzahl der die Schule besuchenden Kinder 155>. und zwar nach den Pfarren der tztadt: I«2 au« der Dompfarre 2 Knaben und 3 Mädchen, aus der Stadtpfarre St. Jakob 32 Knaben und 54 Mädchen, aus der Pfarre Maria Verkündigung 6 Knaben und 7 Mädchen, aus der Pfarre St. Peter 12 Knaben und 1l Mäochen. aus der Pfarre Tirnau 12 Knaben und 16 Mädchen, in Summe somit 64 Knaben und 91 Mädchen. Im laufenden Schuljahre sind bisher 62 Knaben und 88 Mädchen, also im ganzen 150 Kinder in der Anstalt eingeschrieben. Diese Anzahl dürfte sich jedoch mit dem Eintrltte der mildern Jahreszeit, wie alljährlich, so auch heuer, noch vermehren, weil zu dieser Zeit der Garten zur Benützung offen steht, in welchem die Kinder unter steter Ueberwachung in freier Luft sich bewegen und an heiteren Spielen theilnehmen können. Nei der Chriftbaumfeier wurden alle 150 Kinder mit Winterkleidern und dic ärmsten von ihnen auch mit Schuhen betheilt. In den Wintermonaten werden überdies auch 60 Kinder, deren Eltern entweder sehr arm sind oder weit entfernt wohnen, in der Anstalt zu Mittag beköstigt, woraus das wohlthätige Wirken des Instituts deutlich erhellt. — Der uns vorliegende Rechenschaftsbericht schließt mit folgenden Worten des Dantes an alle Förderer der Anstalt: „Der Direction erübrigt noch die angenehme Pflicht, der Vereinsvorsteherin Antonie Freiin v. Codelli. den P. T. Schutzfraueu und allen Wohlthätern der Kleintinder-Aewahranstalt, namentlich dem hochwürdigsten Herrn Fürstbischöfe Dr. I. CH. Po-gaiar, sowie der löblichen lrainischen Sparlasse für ihre namhaften Spenden den herzlichsten und tiefgefühlten Dank auszusprechen und die Bitte beizufügen, auch im laufenden Jahre diesem gemeinnützigen Institute die bisherige Gewogenheit nicht zu entziehen." — (Raubmordversnch im Pfarrhofe.) Sonntag den 19. d. M. wurde an dem Pfarrer der Ortsgemeinde Jauchen, im Gerichtsbezirke Stein, ein glücklicherweise nur theilweise gelungener Raubmordversuch verübt, indem der Pfarrer gegen Abend im Pfarrhofe von 2 bls 3 mit Hacken bewaffneten Männern räuberisch überfallen uud dem Vernehmen nach nicht unerheblich an den Händen verwundet worden sein soll. Die Einzelheiten des Falles sind uns zur Stunde noch nicht bekannt, doch soll es den Attentätern, von denen der Pfarrer einen erkannt haben foll, gelungen sein, zn entkommen. — ä. (Theater.) Mosenthals „Sirene" kann unstreitig den besten Lustspielen der deutschen Literatur beigezählt werden. Sie ist eine gediegene, echt künstlerische Schöpfung, deren werthvollem, durch eine streng sichtende Selbstlritil cunoensicrten Gehalte der Dichter tne Form und den Glanz der Schönheit verliehen hat. Besonders gelungen sind die meisterhafte Behandlung des Dialogs, die Klarheit der Grundidee und oie eminent ausdrucksvolle Zeichnung der Charaktere. Der Dialog verbindet die größte Leichtigkeit und Gewandtheit mit gefälliger Anmuth, denn er ist gedankenreich und vull Laune und Witz, ohne jemals trivial zu werden. Die leitende Idee ist: der Erfolg durch eigene Kraft. Wahrhaft glücklich kann nur derjenige werden, der sich losreißt aus der Tyrannei der bevormundenden Protection - ihn, der sich den Weg zum Glücke, durch eigenes Verdienst bahnt, erwartet die ungetrübte Heiterkeit oes Lebens. Die Charaktere sind durchwegs glücklich gewählt, trefflich entworfen und sorgfältig ausgeführt. Ueberall werden diejenigen Züge znr Anschauung gebracht, in denen sich die beiondere Natur und Richtung der Individuen ausspricht. Leider gingen bei der Aufführung manche bezeichnende Eigenthümlichkeiten, namentlich der Nebenpersonen, durch schonuugslose Kürzung und unrichtige Darstellung verloren. Viele werden eine bedeutende Schwäche des Stückes in der Schlichtheit seiner Handlung finden, welche ihm einen vorwiegend lyrischen Charakter verleiht und die komische Wirkung abschwächt, weil in unserer Zeit gerade von der Komödie mehr als von den übrigen Gattungen der drama« tischen Poesie eine abwechslungsreiche und hastig fortschreitende Handlung verlangt wird. Allein LessingK unübertroffene» Musterluftspiel «Minna von Nornhelm" steht in dieser Beziehung nur wenig über der Komödie Mosenthals. Ein wirtlich beeinträchtigender Fehler aber liegt in manchen zu schwach hervorgehobenen Motivie» rungen. Die wichtigsten Beweggründe der Handlungsweise des Helden werden vom Dichter, theils als selbstverständlich und im Charakter beruhend, ohne weitere Ausführung verschwiegen, theils auch mit kurzen und nicht genug prägnanten Strichen angedeutet. Ebenso vermissen wir bei den übrigen Personen zuweilen die logische Nothwendigkeit und Uebereinstimmung des Thuns. Da uns das Originalwerk nicht vorliegt, muß es unentschieden bleiben, wie viel davon der obenerwähnten Kürzung und der Darstellung zur Last zu schreiben ist, für jeden Fall aber hat die deutfche Bühneuliteratur durch dieses Wert einen nicht genug zu schätzenden Zuwachs erhalten. Es kann daher die Wahl des Stückes, welche wir der Benefiziantin Fräulein Franziska Eulvey zu verdanken haben, nur gelobt werden, umsomehr. als sie die Titelrolle mit der ganzen erforderlichen Fülle von Anmuth, Schalkhaftigkeit und Poesie zum Ausdruck brachte. Kein Zug an der Sirene fehlte, der Habitus ihrer Ge-sammterscheinung in Geberde und Sprache, mit seiner Liebenswürdigkeit und Naivetät war die lebendige Illustration der dichterischen Erfindung. Ihr Auftreten rief einen andauernden Sturm von Beifallsbezeugullgeu und zahlreiche Kranz- und Nouquetsftenden hervor. Leb-hafter ApftlauS folgte ihrer vorzüglichen Leistung bei jedem Abgänge. Herr Direktor Ludwig spielte die männliche Hauptrolle, den „Friedrich v. Eggenburg", mit guter, jedoch nicht voller Wirkung, Wie zumeist bei der Darstellung von ernsten Charakteren, entwickelte er zu wenig Temperament und Ausdruck. Der „Präsident v. Waltersdorf" war eine vortreffliche, fein ausgearbeitete Leistung des Herrn Ehrlich, und die „Generalin u. Wallsee" wurde durch Frau Ludwig sehr elegant und präcis, jedoch um weniges zu milde pointiert vorgestellt, Frl. Wilhelmi nahm sich in löblicher Collcgialität und mit gutem Erfolge der ihrem Nollcnfache ferne liegenden „Präsidentin" an; Frl. Binder (Hedwig) producierte eine durchaus ansprechende und gute Darstellung; auch Frl. Langhof erwarb sich als „Eggenburgs Tante" durch ihre charakteristische Nullenausführung Beifall und Anerkennung; Herr Sclus (Saftgrün) zeigte richtige Auffassung, ohue sich aufschwingen zu können; nur die Herren Waldburger (v. Rechtern) und Baum (Lothar) erwiesen sich als ungenügend. Neueste Post. (Original-Telegramme der „Laib.Zeitung.") Wien, 22. Jänner. Der volkswirthschaftliche Ausschuß nahm den französischen Handelsvertrag au. Das Abgeordnetenhaus genehmigte den italienischen Handelsvertrag. — In der fortgesetzten Debatte über den Berliner Vertrag sprachen Greuter und Scharschmid. Letzterer motivierte den bekannten Resolutionsautrag. Strudel interpelliert wegen der Rotztrankheit von Pferden, welche aus Bosnien kamen. Die „Politische Korrespondenz" meldet offiziell: Morgen treffen in Wien Vertreter der ungarischen Regierung ein zu Besprechungen über Maßnahmen anläßlich des Auftretens einer pestartigen Epidemie m Nußland. Die erste Besprechung findet am 24. d. M. unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten statt. Petersburg, 21. Immer. Die „Agence Russe" meldet: Nach den auf der türkischen Botschaft eingelangten Nachrichten follte der definitive Friedens« vertrag hente unterzeichnet werden. Pest, 21. Jänner. (Presse.) Die Fiumaner Seebehörde zog amtliche Informationen über die Mel-düngen eines Konstantinopler Blattes ein, daß fich am Bosporus eine pestartige Krankheit gezeigt habe. Es wurde erklärt, daß diese Meldung unbegründet sei. Petersburg, 21. Jänner. Die ..Agence Russe" sagt: Autorisierte Nachrichten bestätigen die pessimistischen Folgerungen wegen der verzögerten Unttrzeich nung des definitiven Friedlsvertrages nicht. Die Friedensverhandlungen werden regelmäßig in gleicher Hoffnung auf den baldigen Abschluß derselbm fortgesetzt. Belgrad, 21. Jänner. Der italienische Oberst Gola wurde angeblich von türkischen Räubern b" Plevna ermordet und beraubt. — Ministerialsekretär Simi«! ist zum Vertreter Serbiens in Cetinje designiert. Bukarest, 2l. Jänner. Die Regierung foll beschlossen haben, Sulina zu einem Freihafen zu er' klären. Telegrafischer Wechselkurs. vom 22. Jänner. Papier - Rente 61 75. — Silber - Rente 6» 15. — Gol> Rente 74 05. - 1860er Staats'Anlehen 113 75. — Bank'Actien 787. - Kredit-Actien 219- . — London 11675. — Silber 100—. K. l. Münz - Dutaten 5 55. — 20. Franlen' Stii«le 9 33. IM'Reichsmarl 57 65. Angekommene Fremde. Am 22. Jänner. Hotel Stadt Wien. Marll, Ingenieur, Graz. — Koll, Kfm. Karlsbad. — Varuch, Werner, Langer, Popper, Epiher, Kftte. und Koppel, Wieu. Hotel Elefant. Grim, Schauspieler- v. Höffern, Oberlieut! Weil, Porges, Kflte., und Indigo, Reis.. Wien. Hotel Europa. Hoppacher, Görz. Ranll, Agram. Kaiser von Oesterreich. Schwigel, Seuscheg — Gaspari. Vigaun-Mohren. Bezlai, Zausta, Serp, Tterp, Ilert, Kert. «oft und Radi?, Kal. - Schigon, Loitsch. — häuften, Cilli Verstorbene. Den 2l. Jänner. Gertraud Zänker, Inwohnerin. <ö> I' Petersstrahc Nr. 5«, Lungenentzündung. — Maria Debel» Inwohnerin, 47 I.. Sicchenhaus, Dihthal Nr. II, Entträftu»? Den 22. Jänner. Johanna Sterte, Pfründnerin, Armenhaus, Karlstädtcrstrasic Nr. 7, Blulspeien. Theater. Heute (gerader Tag) zweite Mstvorstellung dcs Diale^ tomilers klemrns Grün vom Wiener Stadttheater: Sn schreibt an sich selbst, Lustspiel in 1 Act nach dem F"N. zösischen von Holtei. — Der Bojar, oder: Wie dcnle« Sie ii der Rumänien? Schwant in l Act von G. v. Mo!" Eine vollkommene Frau. Schwant in I Act von 6«" Görlitz. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ^' 'TÜ'.Mg. 740^1 — 4 l, WiW schw. liewültt" 19 5s 22. 2 „ N. 740 66 — 2 2 W. schwach Schnee Schnee, s „ Ab. 74113 —28 W. schwach bewöltt Reg"' Tagsüber Schneefall, abends Graupen, dann Regen. D«> Tagesmittel der Temperatur — 3 0», um 10» uuter dem N"' male. ^__________________________________^_^- Verantwortlicher Redacteur: OttomarVamberg. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme anläßlich des Todes meines theuren Gatten, Herrn Fraly Wllidliauser, lttastwirthcs und Bürgers von Laibach und Kassiers des allgemeinen Kranlenvercins, sowie für die zahlreiche Betheiligung am Leichen begängnisse, für die vielen schönen Kranzspenden und besonders den lerzentragenden Bürgern fühle ich mich gedrängt, hicmit den verbindlichsten Danl abzustatten. Laibach am 22. Jänner 1879. >N;»»-»',»,^,'i^r Wien, 21. Jänner. (1 Uhr.) Das Geschäft wcn von geringer Bedeutung, es wuroc zum grönten Theile nnr von der Tages,pecnlatlon «m Anschluß an o,e " <)l)l t-llDrNMl. liner Nmsdeueschen unterhalten. ^^ Papierrente........''1 65 6195 Silberrente........5320 »Nlj0 Goldrente.........7410 74 20 Lose. 1839........315— 31? ., 1854........10925 109 .'.<) „ 1860........113 75 N4 25 „ I860 (zu 100 ft.) ... 126 12650 „ 18S4........I4I75 142 2ü Ung. Pramien»An!.....79 59 79 75 Kredit'L..........160 75 161 25 «udolfs-L.........1550 15.- Prämicnanl. der Stadt Wien 9» - 30'20 Donau.Regulierungs.Lose , . 1^4 55 104 75 Domänen-Pfandbriefe . , . 14259 I4ll 50 Oesterr. Schatzscheine 1881 rück» zahlbar - >,......9875 9925 Oesterr. Schatzschemc 1882rückz, 9725 97 75 Ungarische Goldrenlc , . , , ^70 ^ ^ Ungarische Eiscnliahn.AnIeihe . 101 2k» 10l 50 Ungarische Eisenbahn-Anleihe, sumulatiustüctc......lui uii ^5 Ungarische Schatzanw. vom I. 1874 .........N8- 118 ü0 Vnlehen der Slaotgcmemoc Wien in Ä. V......9t, 80 96 »0 ««lb War« Grundentlaftnngs vbligatisnen. Vöhmtn.........102— 10!j — Niederösterreich......10450 105 — «Äalizien.........85 50 86 Ziebenbüraen.......74— 75 — Temeser Nana,......7650 7725 >l"°arn..........80 50 81 50 kletlen vsu Vanlen. ««lb Ware Anglo.österr. Vanl.....93 - 98 25 Kreditanstalt .......22l 10 221 20 T>cpusltenbanl.......ißo 161 ^ Kreditanstalt, ungar.....217— 21725 Oesterreichisch-ungarische Vanl 788 - 789 - Ummlbaut ........8725 67 50 Verlehrsbant.......10575 10625 Wiener Vantverein.....106 50 106 75 «ctleu von Transport Nnterneh' mungen. «tld War« Hlsiild.Vahn .......116 75 11725 Donau.Dampfschiff..Oesellschast 513 - 514-- Elisabeth-Westbahn.....159 50 160- <2«Id Maie Ferdinands^Nordbahn . . 2064-2067 — Franz.Ioseph.Vahn .... 12375 129'25 Galizische Karl-Ludwig.Bahn 227- - 227 25 Kaschau.Odcrberger Vahn . . 102— 102 25 Lembcrg'Czernowiker Vahn . 12!! 50 l24 — Lloyo' Gesellschaft.....goi — 602 - Oesterr. Nordwestbahu . . . 1N'25 11175 Rudolfs-Bahn ....... N? l 17 50 Staatsbahn........245 - 245 50 Südbahn .... 65 25 65 75 Theih.Nahn '.'.'.'....- I»« - 183 50 Ungar,'galiz. Verbindungsbahn 81 - 82 -Ungarifche Nordostbahn . . . 116 - 116 35 Wiener Tramway'Gesellsch. . 166 50 166 75 Pfandbriefe. Mg.öst.Vodcnkreditanst.(i.Gd.) 110 50 111 — ., „ ., (i.Ä.'V.) 96 25 96-50 Oesterreichisch - ungarische Vant 100 - 100 10 Ung. Vooenlredit'Inst. (B.^V.) 95' 95 25 PrlorltötgVbllgatlsnen. Elisabeth.N. 1. Em.....92 50 9!l — Ferd.-Nordb. in Silber . . . 10425 104'50 Franz. Joseph-Bahn .... 35 «0 86 - <«al. Karl-lludwig-B.. 1. Em. 100I5 1«?'^ Oesterr. Nordwest'Vahn . . 8580 »a^ Zlebenbüraer Nahn .... 6325 6^^ Ttaatsbahn 1. Em..... 160 - 16»'U Sudbahn »3-/,...... 10970 l0s'A 5°/,...... 9660 iitt'" Vevlsen. Auf deutsche Pläke.....57 10 b?^ llondon. lurzc Sicht .... 11675 U^ London, lange Sicht .... 11695 ll/^ Paris..........4«50 "^ Geldsorten. «eld «0"" ^ Dlllaten . . . 5 fl. 5« lr. 5 ft. A ^ Napolconsd'or . « .. -'.3 .. 9^3^/'" Deutsche Reichs» _. . Noten .... 57 „ 65 « 57 ^ ^ ^ Silbergulden . . 100 ^ - „ 100 » ^ Krainische Grunbentlllstungs.Obligationell^ Privatnotierung: weld 9150. Ware .^ Kredit 221 30 bis 221 50. Anglo 98"^ stachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente «185 bis 6190. Silberrente 6.520 bis 6.l'U0. Goldrente ,4U5vls ,4 ii». 98 25, London 116 75 bis 11705. Napoleons 3 V bis 9 ül',», 2ill»er 100— bis 100 .