* PottniM ftlaCMi v fotofM* 71. Iihrjuy £rscüeiiii wöcneutUcu actii^uiai (mtt Ausnalun« dei i-cieiUuuL Sctirift-leltnng, Varwiltann aod Bncbdruefeartl TtL V-67, 2M aad IMBi lUribor. Ropalilln ulloi t Mannikriplt wvrdco Bteht reteumteft Anfrafa ROekporlo bcUeseo. FraMag, dan 21. Otttebw WH Insersleii- imd Aboimeoient:. tiinabme in Marlbor, Kopaliäka uiica 6 (taimlUiUf^ Btni|ipreise: Abbol« moniHicfa 23D1du zustellen MDiiu avreh dto FMt mooalUeh 23 Diu, fOr das Ausland monaUich 35 Diu. ' EimdDumnier lA) md 3 Din. finiMOtmrso loriliBttc fttttona ald le^er ^itötoeg ^nnt unO ^iiffolfni« m £0funo ftcr tftutf4kUiiiö luio Stauen ^atae $orfd)läae Arbeitsbescluiffitiif In der TscImcIhmIo-wiikd. --ff— Durch die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete, des polnischen Sied lungsgebietes und der an Ungarn entfal* lenden Gebiete sind für die neue Tschechoslowakei materielle Verluste entstanden, die sich augenblicklich nicht einmal roh abschätzen lassen. Hunderttausende von Menschen tschechischer Natlonilitit sind aus diesen Gebieten in die eigentliche Tscheche! zurückgeströmt und warten nun auf eine Neuanstellung oder zu* mindest auf Hilfe aus der öffentlichen Hand. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens fallen die Liquidationserscheinungen mit dem neuen Aufbau in dramatischer Weise zusammen. Was gestern noch Gültigkeit besaß, ist heute durch den Umbruch der Dinge vollkomfQlin beseitigt oder derart abgeändert, daß man das Ursprüngliche daran njcht mehr zu erkennen vermag. Alle Spurien des Nationalitätenstaates werden getilgt, der Natio nalstaat tritt überall in seine Erscheinung. Eine der ^wichtigsten Fragen, vor die sich die neuen Männer gestellt seheni ist zweifellos die FlUchtlingsfürsorge, ver bunden mit der Notstandsaktion ange« sichts des kommenden Winters, gleichzeitig aber auch die Arbeltsbeschaffung. Daß unter den gegenwärtigen Um ständen eine Reihe von Plänen rasch aus gearbeitet wurde, ist als Zeichen der Zeit zu werten, in der sich der territorial verkleinerte, national jedoch konsolidiertere Staat befindet. Die Frage, um die sich in der Tsche-clioslowakei jetzt alles dreht, lautet: Was soll getan werden, um die Wirtschaft des Landes von den Folgen der territorialen Amputation so weit als möglich zu befreien? Wirtschaftsführer, Bankiers usw. haben bereits In den tschechischen Blättern zu diesem Problem Stellung genommen. Es ist daher nicht uninteressant, zu hören, wie sich zu diesem Problem der Großindustrielle J. A. Bata stellt, der bekanntlich als Kandidat für den Präsidentenposten genannt wurde. In seinem Blatt »Z11 n« entwickelt Ba-r die Bedürfnisse des deutschen Volkes em gerichtet werden. sehen Staatsgebiet abgeschnitten sind. (Mährisch Ostrau usw.) Nach erfolgter Demobilisierung — schreibt J. A. Bata — möge man alle militärischen Kraftwagen den Chauffeuren gegen wöchentliche Tilgung abtreten. Den Post verkehr im Innern des Staates mögen auch militärische Flugzeuge bewerkstelligen. Das Uegenschaftsenteignungsver-fahren im Zusammenhange mit dem Bau von neuen Straßen ist zu verkürzen. Der Staat ernennt sofort Beamten mit der besonderen Aufgabe, gegen Personen einzuschreiten, die gegen die Unternehmer u. Kapitalisten hetzen. Jede Gemeinde verpflichtet sich gesetz lieh, auf je 1000 Einwohner 20 Flüchtlinge aufzunehmen. Einzelnen.^Flüchtling5famlli- en sollen je 300 Quadratmeter 'Gartenbo-den zugeteilt werden. Aus den Staatsforsten möge jeder Flüchtllngsfamilie 10 Kubikmeter Brennholz ausgefolgt werden. Den Flüchtlingen ist beim Bau von Häusern und Hütten durch Heranziehung der Gewerbetreibenden zu helfen. Für die Ar-JDeitslosen wird die Arbeitsdienstplicht in besonderen Arbeitslagern eingeführt. Alle Unternehmungen werden obligatorisch verpflichtet, Arbeiter zwischen 20 und 35 Jahren nur aus diesen Arbeitsdienstla-! gern zu entnehmen. Am Schlüsse selnerj Vorschläge setzt sich J. A. Bata für die Revision sämtlicher Handelsbeziehungen mit dem Ausland auf der Basis neuer Han dclsverträge ein. ?t«rd90lf0rf«tr JSrof. ekMM brrDoftrt S t 0 c k h 0 1 m, 20. Okt. (Avala.)' Nach hier eingelangten Meldungen hat die GPU den berühmten sowjetrussischen Nordpolforscher Prof. S c h m i d auf Betreiben Prof, P a p a n i n s verhaftet, der ihm Fahrlässigkeit in der Leitung des Nordpolinstituts zum Vorwurf macht. Die Verhaftung Schmids hat im Ausland umso größeres Befremden ausgelöst, als gerade Papanin dem Prof. Schmid die Rettung vor dem sicheren Tod im Polareis zu verdanken hat. Gebete für Ataturk. I s t a n b u I, 20. Okt. (Avala.) (je-stern abends wurden in allen Moscheen der alten Hauptstadt Gebete für die Genesung des Präsidenten und Vaters der Nation abgehalten. Ebenso wurden in aK len christlichen Kirchen, auch in den armenischen, Gebete für Ghasi Kemal Atatürk verrichtet. Istanbul, 20. Oktober. Der Gesund-ieitszustand des Staatspräsidenten Kemal Ata Türk hat sich nach dem letzten Bericht um eine Kleinigkeit gebessert. Die nervöse Störung ist leicht zurückgegangen. Das deutsche RohstoffproNeni. Graz, 20. Oktober, Die Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung wurde gestern abends beendet. Die wichtigste Frage, die zur Verhandlung stand, war die Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen, vor allem der Schwerindustrie. Es wurde festgestellt, daß die Ostmark genug Bodenschätze be sitzt, um die Versorgung des Reiches in dieser Hinsicht sicherzustellen. Auch die Vichwirtschaft sei ein wichtiger Ergänzungsfaktor. Oesterreich könne Milch und Fleisch in genügender Menge nach dem übrigen Deutschland ausführen. Auch die Erdölgewinnung werde stark gehoben werden. Z ü r i c h, 20. Oktober. Devisen: Belgrad 10, Paris 11,75, London 21, New-york 439.50, Brüssel 74.30, Mailand 23.15 Amsterdam 239.40, Berlin 176.25, Stockholm 108.2250, Oslo 105.55, Kopcnliai;^n 93.7750, Prag 15.15, Warschau 82.62, Budapest 87.50. Bukarest 3.25, Athen 3.95, Istanbul 3.50, Helsinki 9.26, Bueno«; Aires 110.25. Wettervorhersage für Samstag: Rasche Aufheiterung, nacWs sehr kiM» teilweise Morgeniröate. Marfborer Zeitung« Nummer 239. 2 ?reltag, den 21. Oktober t93(). SOrfl ^rfrn ^araO:oröfeütd HEIMOANO OES VATERS S. K. H. DES PRINZREOENTEN PAUU — DIE LETZTEN STUNDEN DES BRUDERS WEILAND K4H«0 PETER L Dr. Sinei (rillt OtcriNiH )ufanimni6rud( P r a g , 20. Oktober. Wie aus infor-jnierter Quelle verlautet, ist von den Ame rika-ReisepIänen des Expräsidenten Dr. B c n e § nichts bekannt. Dr. BeneS erlitt nach seinem Rücktritt als Staatschef einen Nervenzusammenbruch und mußte drei Tage lang zu Bett bleiben. Sein Gesundheitszustand ist aüch heute nicht viel besser» aber ungeährlich. Dr. BeneS wurde von einer großen Depression und Apathie erfaßt, die auch äußerlich zum Ausdruck kommt. ])railöenl(ntDaOI In tnriaot P r a g, 20. Oktober. Amtlich wird gemeldet: »Da die Verhandlungen bezüglich einer definitiven Festlegung der neuen Staatsgrenzen noch nicht abgeschlossen sind und diese Frage noch offen ist, konn te die Volksvertretung nicht innerhalb der verfassungsmäßig bestimmten Frist zum Zwecke der Wahl des neuen Präsidenten der Republik einberufen werden. Alle Nachrichten und Kombinationen, denen zufolge zwischen den Parteien eine Einigung bezüglich der Richtlinien für die Präsidentenwahl sowie hinsichtlich der konkreten Kandidaturen zustande gekommen sei, entbehren jeglicher Gruildlage.« Dnnobl'lflniino firr Dnitfdftfn an Cer ^töeinflitnse 35.000 Mann bauen noch den deutschen Abschnitt der Siegfried-Linie aus. Metz, 20. Oktober (Avala) Die deutschen Truppen, die während der jüngsten internationalen Krise an die französische und luxemburgische Grenze entscnd^'t worden waren, befinden sich im Zustand der Demobilisierung. In der vergangenen Nacht wuraen neben der schweren Artillerie e^wa 17 Infanteriereginicntcr ins Innere des Reichs beordet, ebenso Kavallerie, Panzerregimenter usw. Rund 35 Tausend Soldaten und Offiziere, die am Ausbau des neuen Abschnittes der Sieg-friedlinie beschäftigt sind, wurden zurück behalten. Aga Khan t)eantragt neue Teilung des afrikanischen Kolonialbesitzes. London, 20. Oktober. Die »Times« veröffentlicht einen Artikel Aga Khans über den Versailler Vertrag. Aga Khan übt an Versailles schärfste Kritik und betont die große Wichtigkeit und Bedeutung der Friedenspolitik des deutschen Reichskanzlers Hitler. Die Kolonialfrage könne nur durch eine Einigung über das Gesanitproblem bereinigt werden. Es würde keine Lösung des Kolonialpro-blcnis bedeuten, wenn man Deutschland nur eine oder die andere Kolonie rückerstatten würde. Britische Legion nach Deutschland ehige-laden. B e r 1 i n, 19. Okt. Der Präsident des Deutschen Frontkämpferverbandes H e r-z o p v o n K o b u r g hat die Britische Legion zu einem Besuch Deutschlands ein geladen. In seiner Einladung wies er darauf hin, daß die Britische Legion sich in schweren Tagen der internationalen Span nung Deutschland zur Verfügung gestellt habe und bereit gewesen sei, das Sudeten deutsche Plebiszitgebiet bis zur Volksabstimmung besetzt zu halten. Kongreß für Raumforschung in Graz. Graz, 19. Oktober. Die zweite Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung wurde gestern in Graz eröff-ftfit Hiebei hielt Minister K e r r 1 eine programmatische Rede, in der er die Auf gäbe und die Ziele dieser Körperschaft umriß und auf ihre Wichtigkeit hinwies. Diese Organisation sei gewissermaßen ein wirtschaftlicher Generalstab für die Planung des ganzen Reiches. Selbstmord wegen Abbruchs der Komor-ner Verhandlungen. B u d a p e s t, 17. Okt. Als der pensionierte Ministerialrat Dr. Endre Ko n t z der im 65. Lebensjahre stand, von dem Abbruch der Komorner Verhandlungen erftihr, geriet er darüber so in Aufregung. daP. er sich eine Kugel in den Kopf jag-t. Er war sofort tot. B e o g r a d, 20. Oktober. (Avala) Gestern um 13^ Uhr Ist In Paris S. K. H. Fürst Arsen, der Vater S. K. H. des Priniregenten Paul und Armeegeneral der jagoslawischea Wehmweht, im hohen Alter von 70 Jahren gestorben. Fürst Arsen wurde am 4. April 1859 als vierter Sohn des Fürsten Alexander Karadjordjeviä und seiner Gemahlin Per-sida, geb. Nenadoviö, in Temesvar geboren. Der junge Prinz absolvierte in Paris das Lyzeum ^ouis de Grande und die Konstantinowsker Offiziersschule in Rußland. Für die Offizierslaufbahn bestimmt, trat Prinz Arsen 1881 in die französische Armee ein. 1887 erfolgte seine Ernennung zum Unterleutnant der russischen Armee, In der er 1898 den Hauptmannsrang erwarb und 1905 bereits zum Oberst avancierte. 1912 wurde Fürst Arsen zum Brigadegeneral der serbischen Armee ernannt. Im Balkankrieg 1912-13 war er Kommandant einer Kavalleriedivision. Schon vorher (1883) nahm er an der französischen Tonking-Expedition teil und 1889 als Offizier der Fremdenlegion am Algierkrieg. Im Jahre 1904 kämpfte er als Offizier auf russischer Seite gegen die Japaner und zeichnete sich insbesondere in der Schlacht bei Mukden aus. In den Balkankriegen wurde seine Bukarest, 20. Oktober. In sehr Uber raschender Weise ist gestern um 15 Uhr der polnische Außenminister Josef Beck mit Sonderzug in Oalatz eingetroffen, wo König Carol mit den Mitgliedern der rumänischen Regierung den großen Herbst manövern der Wehrmacht beiwohnt. Die Ankunft Becks wurde erst vorgestern amtlich angekündigt. Außenminister Comnen-Petrescu fuhr seinem polnischen Kollegen bis zur Staatsgrenze entgegen, sodaß die Aussprache über die Probleme, die Polen interessieren, bereits während der Fahrt beginnen konn te. Gleich nach seiner Ankunft in Galatz wurde Beck vom König in Audienz empfangen. Die Aussprache zwischen dem König und dem polnischen Außenminister dauerte über zwei Stunden. Beck setzte sodann seine Besprechungen mit Außenminister Comnen-Petrescu und anderen Mitgliedern der Regierung fort. Abends war Beck Gast des Gouverneurs Caladare, der ihm zu Ehren ein Souper gab. Um 23 Uhr kehrte Beck nach Warschau zurück. Bukarest, 20. Oktober. Ueber den gestrigen Besuch Becks wurde nur ein kurzes amtliches Kommuniquee ausgegeben, welches keine näheren Einzelheiten bringt. Die Bukarester Presse ist sehr reserviert, man erfährt jedoch aus politischen Kreisen, daß sich die Besprechungen von Galatz auf den tschechoslowakisch-ungarischen Konflikt bezogen haben. Polens Außenminister wollte den Standpunkt Rumäniens in dieser Angelegenheit wahrnehmen, anderseits aber auch den rumänischen Regierungsfaktoren den Standpunkt Polens klarlegen. Wie aus informierten rumänischen Kreisen verlautet, lehnt Rumänien den Gedanken einer Abtrennung Karpathoruß-lands von der CSR ab, da Bukarest dadurch die Territorialverbindung mit Prag verlieren würde. Prag, 20. Oktober. Im Einvernehmen mit der Prager Zentralregierung und nach vorheriper Aussprache mit Außenminister Dr. Chvalkovsky sind gestern, wie bereits berichtet, der slowakische Ministerpräsident Tiso, IJnterrichtsmi-nister Turö.inskv i«nH der russisclie Innenminister Baczinski im Leistungen bei Kumovo, Bitolj und Veles hoch eingeschätzt Fürst Arsen war es, der am 16. Oktober 1012 Veles eroberte und bald darauf in Prllep einzog. Im Weltkriege nahm er auf russischer Seite an den Kämpfen um Warschau und Riga teil. Fürst Arsen, der Bruder weiland König Peter I., ehelichte 1892 die russische Fürstin Aurora Demidova. Dieser Ehe entsprang S. K. H. Prinzregent Paul. Die Ehe wurde 1895 geschieden. Die Trauerkunde aus Paris bedeutet einen schweren Verlust für die königliche Familie, insbesondere für S. K. H. den Prinzregenten, der im Verblichenen seinen Vater verlor. Das ganze Volk empfindet anläßlich dieses Schicksalsschla-ges die Trauer des königlichen Hauses als seine eigene Trauer in dem Bewußtsein, mit der Dynastie alle glücklichen, aber auch traurigen Tage teilen zu müssen. Weiland Fürst Arsen wird In der jugoslawischen Geschichte im Gedenken des Volkes einen würdigen Platz einnehmen. Anläßlich des Heimganges S. K. H. des Fürsten Arsen wurde eine 12-wöchige Hoftrauer angeordnet, und zwar bis zum 10. Jänner 1939. Für die ersten sechs Wochen ist die tiefste Hoftrauer angeordnet. Flugzeug nach Berchtesgaden abgereist, wo sie nach ihrer Ankunft vom Reichsaußenminister v. Ribbentrop empfan gen wurden. Die drei Minister unterrichteten den Reichsaußenminister über den Standpunkt der Slowakei und Karpatho-rußlands bezüglich der ungarischen Forderungen und der Erneuerung der Verhandlungen. Dem Reichsaußenminister wurde versichert, daß die Tschechoslowakei die Fortsetzung der von ungarischer Seite abgebrochenen Verhandlungen wünsche, sie könne aber nicht auf die ungarischen Forderungen eingehen, die weit über den in München festgelegten Rahmen ethnographischer Grundsätze hinausgehen. Die Aussprache der vier Staatsmänner dauerte über drei Stunden. Reichsaußenminister v. Ribbentrop berichtete über diese Aussprache sodann dem Führer und Reichskanzler, der wahrscheinlich noch heute den Ministerpräsidenten Tiso empfangen wird. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, erhielten die Vertreter der Slowakei und Karpathorußlands in Berchtesgaden die neuerliche Versicherung, daß Deutsch land die ungarischen Forderungen, insoweit sie den ethnographischen Rahmen überschreiten, nicht unterstützen werde, vor allem aber lehne Deutschland gemein same polnisch-ungarische Grenzen ab, die dieses Prinzip verletzen würden. In diesem Sinne habe Berlin bereits in Budapest interveniert. B u d a p e s t, 20. Oktober. Der karpa thorussische Ministerpräsident Dr. Andreas B r o d y ist im Kraftwagen aus Uvhorod in der Richtung nach Budapest abgereist und wird gleich nach seiner Ankunft in der ungarischen Hauptstadt die Verhandlungen mit dem ungarischen Außenminister v. K a n y a aufnehmen. In hiesigen Kreisen herrscht die Auffas-sunsf vor, daß es sich bei dieser Zusammenkunft in erster Linie um eine informative FllhlunTnahme handle. W n r s c h a u. 20. Okt. Gestern iim IS,35 Uhr ist auf dem Warschauer Flugplatz der Vorsitzende des slowakischen Natlonalrates u. Chefredakteur des »Slo-vak«, Ahr*. S i d 0 r. eingetroffen. Nach «r»'ncr s'rb pMor 'n Be- gleitung des tschechoslowakischen Ge- sandten in das Außenministerium, wo die Besprechungen aufgenommen wurden. Si dor blieb In Warschau, um die Rückkehr Becks aus Rumänien abzuwarten. ^te ^afilbemepna Drei Listen Mr die Sknpschtinawahlen. B e 0 g r a d, 20. Oktober. Ursprünglich schien es fast, als ob für die am 11. Dezember stattfindende Skupschtinawahl nur zwei Listen zur Aufstellung gelangen wütden: die Liste des Ministerpräsidenten Dr» Milan Stojadinoviö (Jugoslawische Radikale Union) und die Liste Dr. Vladko M a S e k s (Vereinigte Opposition). Die Lage hat nun eine Aen-derung insoweit erfahren, als sich Dimi-trije L j 0 t i ö, der Führer der faschlsti-sehen Volksbewegung »Z b o r«, entschlossen hat, mit einer eigenen Kandidatenliste vor die Wähler zu treten. Nacii dem bisherigen Stand der Dinge werdeji die Wähler demnach zwischen drei Listen und Listenführern zu entscheiden haben. Es ist noch fraglich, ob die Gruppe Boza Makslmovif eine eigene Liste aufstellen wird. Maksimovl£ führte bei den Wahlen am 5. Mal 1935 bekanntlich die vierte Liste, Maksimovii wird seine Entscheidung noch heute fällen. Entschließt er sich wieder, seine Kandidatenliste aufzustellen, so würden vier Listen zur Wahl stehen. etOtorrM in^rKiyrtunoratf bei 3aor((> K r i z e v c i, 19. Oktober. Gestern kurz nach 7.30 Uhr ereignete sich beim Dorfe Raven an der Straße Kriievac—Zagreb ein schweres Verkehrsunglück. Das vom 27jährigen Chauffeur Lujo Galiö gelenkte Mietauto des Kriievacer Hotellers Banek rannte in voller Fahrt mit einem Pferdefuhrwerk des Gutes des griechisch-katholischen Bistums zusammen. Der Zusani menprail hatte furchtbare Folgen. Die beiden vor den Wagen gespannten Pferde wurden auf der Stelle getötet. Die Wagendeichsel drang durch die Windschutzscheibe des Autos dem Chauffeur in die Stirn. Der Unglückliche war auf der Stelle tot. Sein Mitfahrer, der 35jähfige Stie-pan Kuljln aus Stara Vas, erlitt schwere Schnittwunden, da die Scheiben des Autos Infolge des Zusammenpralls in Scherben gingen. Auf dem Wagen des Gutes waren vier Personen gesessen, der Forstrat Ing. Gjuro SiS, der 48jährige Pavie Sn-pelhauer, der 36jährige Mljo Ferenöa und der 45jährige Kutscher Bla£ Breznl^kj. Alle vier wurden aus dem Wagen geschleudert. Ing. Si§ und BreznICka erlitten beim Sturz schwere Verletzungen. Das Unglück wird auf den dichten Nebel zurückgeführt. Tödlicher Autounfall des Grafen Peter Teleki. Budapest, 18. Okt. Graf Peter T e 1 e k i, ein Sohn des Grafen Alexander Teleki und dessen verstorbener Gattin geb. Gräfin Paula Edelsheim-Giiylay, ist in der Nähe von Nagykanlsza einem Autounfall zum Opfer gefallen. Während eines dichten Nebels fuhr der Kraftwagen mit voller Fahrt in ein zweispänni-ges Pferdefuhrwerk. Die Wagendeichscl drang dem Grafen in den Leib und hatte dessen sofortigen Tod zur Folge. Einer der Begleiter des Grafen wurde schwer verletzt. Der Graf stand im 21. Lebensjahre und war Hörer der Landwirtschaftlichen Akademie in Budapest. Greisin erschlägt ihren Sohn. Bukarest, 19. Oktober. In der bel3-arabischen Gemeinde Jabca hat sich eine fürchterliche Bluttat abgespielt. Die 71* iäzhrige Bäuerin Maria Papa wohnte nu< ihrem 31jährigen Sohne, einem notorischen Trunkenbold, in einem kleinen Häuschen. Gestern kehrte der ungeratene Sohn nach einem mehrtägigen Zechgelage total betrunken nach Hause undj wollte die eigene Mutter vergewaltigen. Die Greisin ergriff ein in der Nähe befindliches Beil und spaltete damit dem Sohne den Schädel. Die alte Frau zeigte nicht die geringste Reue und sagte später, sie danke Gott, daß er ihr die Kraft gegeben habe, das Dorf von diesem Bf^-sewicht zu befreien. Polens 21u§cnminifter in Rumänien ÜBERRASCHENDE ZUSAMMENKUNFT BECKS MIT KÖNIG CAROL. — TISO, TURCANSKl UND BACZINSKI IN BERCHTESGADEN. — MINISTERPRÄSIDENT BRODY IN BUDAPEST. — SIDORS FLUG NACH WARSCHAU. Frdtag, tttti 21. Oktober 1038. ♦Marlborer Zettung« isummer ü9. 6o}ialtyntl(Dming - &rennen5fte Srooe unfered orotfoneti in SeoqraO ä)ie iOanötoerfer forfterit eine (SetDer&rlammer in Otobifaö un6 ^(^iAaffuna 5er ftarteVf In Beograd fand unter dem Vorsitz von Milan S t o j t n o v i £ der 17. Kongreß des Landesverbandes der Oewerbekorpo-ratiorien statt. In dem Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung wird die Lage des Oewerbestandes, insbesondere im Zusam menhange mit der Steuerbelastung, der Bauem«ntschuldung, dem unlauteren Wettbewerb, dem Kartellwesen, den sozialen Lasten, dem Eisenbahntarif, dem Fachschulwesen, der Frage der Sozialvef Sicherung der Handwerker usw. geschildert. Außerdem wird die Arbeit des Verbandes in der Frage der Erglnzung des Qewerbegesetzes, der Arbeitszeit, der Beograder Landesgewerbeausstellung, der Teilnahme an der Internationalen Handwerksausstellung in Berlin usw. aufgezeigt. ' In der Aussprache setzte sich der Vorsitzende der Novisader Oewerbekorpora-tiön S u b o 11 n fUr die Bildung einer besonderen Oewerbekaimner in Novltad ein und teilte mit, daß eine Abordnung von 40 Gewerbetreibenden aus der WoJ-wodina nach Beograd gekommen sei, um vom Handelsminister Kabalin die Errichtung ieiner besonderen Qewerbekammer zu fordern. Dann erstattete Sto]adin A n d j e 1-k o V ! ö einen ausführlichen Bericht ttt>er die Frage des Kartellwesens, das für das Handwerk und die Landwirtschaft besonders schldlich sei. Er stellte fest, daB es in Jugoslawien derzeit 203 registrierte Kartetie gebe, darunter auch einige gewerbliche. Die gewerblichen Kar teile seien Oberwiegend Örtliche Organisationen, die mit dem Qewerbestand häufig gar keine engeren Beziehungen aufrecht erhalten. Der Verband kOnne diese ruhigen Gewissens ablehnen, obgleich sie unter dem Vorwande gegründet wurden, den Bestand der Kleingewerbetreibenden T.ü sichern. Zum Schluß beantragte er, daß hl ebier EntschlieBung die Aüfhtbaiig der Verordnung fibtr die Anerkennufig der Kartelle gefordert werde. Die Arbolt der KarleOe aoH fiberhnipt verboten werden. Femer forderte er, daß die Schutzzölle fflr die karteOlerte Industrie abfe-schafft werden. Dr. Dimitrije M i S i berichtete Uber die Sozialversicherung der Handwerker. Die Handwerker fordern schon lange die Einffihrang der verpflichten^ Sozialversteherung. Durch das Gewerbegesetz wurde der Handelsmini-ster ermächtigt, binnen zwei Jahren diese Frage zu erledigen. Diese zwei Jahre sind bereits im Jahre 1934 abgelaufen, aber die Verordnung ist bis heute noch nicht erschienen. Die Verhältnisse im Gewerbe stände sind aber so, daß die Sozialversicherung eine der brennendsten Fragen des Oewerbestandes darstelle. Dies habe «1er gegenwärtige Hand^lsminister auch eingesehen und bereits Schritte zur Lösung dieser Frage getan. In der EntschlieBung des Kongresses wird daher ßefordert, daß diese Frage in kflrzester Zeit ßdlftst werde, und zwar nach den Grundsätzen, die vom Landesverband u. vnn den Gewerbekammern ausgearbeitet und dem Handelsminister zugestellt worden sind. Vlada M a r k 0 V i 6 sprach dann über die Bedeutung des gewerblichen 0 e-nossenschaftswesens und stellte mit Befriedigung fest, daß dieses sich in den letzten Jahren schOn entwik- * Zur Bekämpfung der chrottischen Stuhlverstopiang mit Ihren FolgeUbeln, besonders gegen Verdauungsstörungen. ist das natürlich »Franz-Josef«-Bitter-u'asser ein alteryrobtes Hausmittel, wel ches sich auch für längeren Gebrauch vorzüglich eigne:. Magen- und Darm-kranke, die das Franz-Josef-Wasser trinken, sind sowohl mit dem Geschmack, wie mit der WirkunK '^ehr ^^ufrieden. Reg. S. br. 485/35. kelt habe. Im Jahre 1937 waren dem Haupiverband der Gewerbegenosäenschaf ten bereits 159 Gewerbegenossenschaften angegliedert, gegenüber 39 im Jahre 1922 Außerdem sind einige Gewerbegenossenschaften verschiedenen landwirtschaftlichen Genosscnschaftsverbänden angeglie dcrt und etwa 80 Genossenschaften :m Verband dei Gewerbegenossenschaft in Zagreb zusammengeschlossen. Zum Schluß wurden sämtliche Berichte und der Voranschlag genehmigt und die Lültuiig; ergänzt. Es wurden zumeist die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. 2>i( eiuHofte 6(hlad)t 52 JAPANISCHE FLUGZEUGE SAEN TOD UND VERDEfoSEN 70 KILOMETER VOR KANTON DIE JAPANER Hongkong, 19. Okt. Nach schweren Kämpfen haben die Japaner die Ortschaft Scheklung an der Kanton—Kaulun-Bahnlinie, 70 Kilometer von Kanton entfernt, genommen. Hier eintreffende Berichte von der Front sprechen von einer der blutigsten Schlachten des ganzen chinesischen Krieges. Die Vernichtung so vieler Tausende sei in der Geschichte dieses Krieges beispiellos. Tatsächlich müssen die Opfer unter d. Chinesen furchtbar gewesen sein. Japanischen Berichten zufolge kreisten von morgens bis abends 52 japanische Flugzeuge über den auf der Straße Kanton—Scheklung marschierenden chinesischen Soldaten. Ununterbrochen wurden die Reihen der Marschkolonnen, die keine andere Dek-kung fanden, als die Böschung der Eisenbahn, von dem Maschingewehrfeuer der japanischen Flugzeuge gelichtet. Die Ortschaft Scheklung wurde durch ein japanisches Flugzeugbömbardement vollkommen zerstört. Dann zogen die japanischen Truppen in die Ruinen der Stadt ein. An der Nordfront haben die Japaner ebenfalls nach hier eintreffenden Berichten einen wichtigen Erfolg errungen. Der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Yangsin wurde nach achttägigen Angriffen von d. japanischen Truppen besetzt. Damit haben sie eine weitere Schlüsselstellung in dem immer enger werdenden Ring um Hankau erobert. 32 Zoom ununler' ftrowiini e<6iafM odlor&ni B a n j a 1 u k a, 20. Okt. Gstern starb hier der fünfjährige Marko P a s t r o, der 32 Tage hindurch ununterbrochen geschlafen hatte und auch von den Aerzten nicht zum Erwachen gebracht werden konnte. Die Aerzte konnten die eigentliche Ursache dieses Schlafes nicht feststellen. Gestern früh fanden die Eltern, die das Kind unter Anweisung der Aerzte mit Milch nährten, den kleinen Marko tot auf. 9tonionH(lul - bom SeOm eimert Ein amerikanischer Schriftsteller hatte vor kurzem einen Roman verfaßt, der in einer großen Zeitung in Fortsetzungen erschien. Einige Tage vor dem Abschluß erhielt er den Besuch eines älteren* Mannes, der ihn aufgeregt fragte: »Haben Sie bereits den Schluß des Romanes verfaßt, der zur Zeit in der Tribüne veröffentlicht wird?« »Oewißt« erhielt er zur Antwort. »Stirbt die Heldin am Schluß?« fragte der Mann weiter. »Ja, sie stirbt an der Auszehrung. Nach den von mir beschriebenen Symptomen kann sie kaum mit dem Leben davon ,kommen 1« »Sie müssen sie aber dennoch leben lassen r* und den Schluß änjdern!« bat jetzt eindringlich, vor Gram schwer atmend, der Besucher. »Das kann ich aber jetzt kaum noch ändern,« meinte bestürzt die Romanau-tor. »Sie müssen es tuni Sehen Sie, ich habe eine einzige Tochter, die alle jene Anzeichen, die Sie beschreiben, genau an sich hat, und die jede Fortsetzung des Romanes mit Spannung erwartet. Wenn Sie jetzt das Mädchens Ihres Romanes auch sterben lassen, dann wird mein Kind wohl auch zu Grunde gehen, da die Geschichte so tiefen Eidruck auf sie macht. Der Ausgang Ihrer Erzählung entscheidet also Ober ein Menschenleben!« Da stand der Schriftsteller auf, und heller Glanz lag in seinen Augen: »Sie wird, sie muß weiterleben. Ich werde es ändern!« Damit reichte er dem Alten kräftig die Hand, die dieser hoffnungsfroh und dankbar drückte. Und In der Tat —- das happy end des Romanes gab der Tochter des alten Man nes neuen Lebensmut. Sie überwand die Krankheit, gesundete und heiratete und ward dieser Tage eine glückliche Mutter. <9rtta (Sarbo baut OftanDtn-Mlla om dkirOofM Rom, 19. Oktober. Wie die Blätter zu melden wissen, wird gegenwärtig in Mal-cesine am Gardasee eine Villa gebaut, die Greta Garbo nach Fertigstellung beziehen wird. Es soll sich dabei um einen märchenhaften Bau handeln, der an Prunk und Pracht dem »Vittoriale« d'An-nunzios nicht im geringsten nachstehen wird. Nicht weniger als 20 Badezimmer sind vorgesehen. Eine moderne Telephon zentrale mit 20 Anschlüssen wird die Ver bindung mit der ganzen Welt aufrechterhalten, wenn die Künstlerin in ihrem Heim am Gardasee weilt. Eine ganze Reihe von Räumen weist Marmorwände auf, andere sind wieder mit kostbaren Seidentapeten ausgestattet. Bis jetzt sind für den Prunk bau nicht weniger als 8 Millionen Lire an die verschiedenen italienischen Innen-Architekten und Baumeister ausgegeben worden. Dem Nebenbuhler den Schädel zertrümmert. Tri est, 18. Oktober. Ein gräßliches Eifersuchtsdrama ereignete sich in Mon-falcone. Ein Mechaniker der Schiffswerf-te von Monfalcone überraschte seine Gat tin in Gesellschaft eines Beamten der gleichen Werft, mit dem sie ein Liebesverhältnis unterhielt. Wutentbrannt stürz te sich der betrogene Ehegatte auf die beiden Ehebrecher und zertrümmerte ihnen mit einem Hammer die Schädeldek-ke. Nach der furchtbaren Tat ließ sich der Mann ruhig festnehmen. Der verwaltungstechnlsche Aufbau des Sudetenlandes. Berlin, 19. Oktober. Lieber den verwaltungsmäßigen Aufbau des Sudetengebietes äußerte sich Reichsinnenminister F r I c k, der gegenwärtig dieses Gebiet bereist, dahin, daß auf Grund seiner Eindrücke das bisherige tschechoslowakische Verwaltungssystem völlig aufgegeben und die neue Verwaltung auf modernster Grundlage aufgebaut werden müsse, wie dies die neuen Verhältnisse erfordern. Beim verwaltungstechnischen Aufjau des Gebietes komme der ijudo-tendeutschen Partei eine wichtige Aufgabe zu, die sie restlos zu erfüllen haben werde. Ueber die zukünfti'^c r './icts Zuteilung erklärte der Miniiitcr, daii di^: Gebiete des Bohmcrwaldes Bayern zu,'zuteilt und dem Rer^ierungsbczirk Rj'^cn«-burg angegliedert würd-jn. Südböhiiien komme zuiu Gau (Jbei'üoiiau und SikI-mähren zu N'iedcrdonau. Aus den tretenen Teilen in Nord'oühiiien, Norciiiiah ren und Schlesien Rollen rci'istätKlIße Ko-":ierunf,;sb':zirke gcbÜLLU w^.cl.n. KrJcgsjeschoS auf dem Kachclofer». Bukarest, 19. Oktober. In der Wuh nung des Kronstüdter Arbeiters Barobas beland sich ein noch aus dem Weltkrlefio stammendes .^rtilleriepeschoß, das auf dem Kachelofen als Zierstück stand. Als gestern im Ofen eingeheizt wurde, explodierte das Geschoß. Die Wohnung wurde vollkommen demoliert und auch eine Hauswand schwer beschädigt. Eine Frau erlitt so schwere Verl'jizungen, daß sii im Krankenhaus starb. Töcli 'jrchyii des Ehepaares kam mit leichteren Verletzungen davon. Der frechste Einbruch der Krim^naJ^'-'' schichte. N e w y 0 r k, Ii Oktober. Einer der frechsten, ja tollsten Einbrüche der Kri-minalgeschichte ist wohl küriilicli v/)ii unbekannten Diebv'n durcligeführlc Einbruch bei der ■,>Gcneral Burglar Company«, die sich mit dem Vertrieb und Verkauf von — Signalvnrrichlur.;:;en und Alarmglocken zur Verhütung von Iiin-brüchen befaßt. Der Einbruch wurde am hellichten Tage durclK^eführt, als die Angestellten mitten in der Arbeit waren. Zwei maskierte Banditen drangen mit vorgehaltenen Pistolen in den Kassenraum ein, fesselten die fünf weiblichen Angestellten und plünderten hierauf die Kasse, in der sich einige Tausend Dollars befanden, seelenruhig aus, während wenige Schritte von ihnen auf der Straße die Menschen vorüberhasteten. Die Banditen hatten zuvor alle Telephondräh le durchschnitten, so daß auch nicht eine Alarmvorrichtung in Funktion trat. Mit einem vor dem Geschäft wartenden Auto fuhren dann die Diebe davon. Bisher fehlt jede Spur von den Verbrechern, die » von einer bestrickenden Liebenswürdigkeit waren«, wie die Angesteiltcti später erklärten. Steuer-Exekutor als Lebensretter. Bukarest, 19. Oktober. In Satmar spielte sich ein niclit alltäglicher Vorfall ab. Als sich der Gerichtsvollzieher Peter Gheorghe in die Wohnung des Gastwirtes Karl Rapolti begab, fand er diesen am Fensterkreuz erhängt auf. Geistesgegenwärtig schnitt der Steuerexekutor den Gastwirt vom Strick und rettete ihm nach langen Wiederbelebungsversuchen von dem sicheren Tode. Dem Gastwirt, der wegen finanzieller Schwierigkeiten in den Tod gehen wollte, wurde zur Regelung seiner materiellen Verhältnisse eine längere Frist eingeräumt. Freizeit-Gestaltung für Bauern in Rumänien. Bukarest, 19. Oktober. Das Regierungsblatt »Romania« beschäftigt sich eingehend mit der Freizeit-Gestaltung der Arbeiter und wirft den Gedanken auf, die Organisation »Arbeit und Frohsinn« auch auf die Bauern auszudehnen. Es genügt nicht, nur die Hebung der Produktion anzustreben, sondern man müsse auch das Ehrgefühl der Bauern stärken und seine tiefe Ergebenheit für König und Vaterland pflegen. Das Blatt fordert, daß die Behörden in ständiger Berührung mit der Bauernschaft seien, um dadurch ihre Belange persönlich kennenzulernen. Das Testament eines Frauenfeinds. Chica go (ATP). Hier hat der berüchtigte Frauenfeind j. Paul Duff, dessen Buch »Die Falschheit der Frauen« vor Jahren größtes Aufsehen erregte, Selbstmord verübt. In dem Werk verunglimpft te Duff das scliöne Geschlecht in fast ungeheuerlicher Weise. Niemand w^rd sich wundern, daß er bei solchen Ansichten nritürhcli niemals eine Frau die Hand zum Lebensbunde gereicht hat. Nun. ini Alter >Marlborer Zeitung« Nununer 230. 4 Freitag, den 3t. Oktober 1938. von 72 Jahren, hat sich der hartj^^ttene Junggeselle vergiftet. Aber er schied nicht aus dem Leben, ohne seinen großen Irrtum feierlich und allen Hagestolzen dct Welt zur Warnung zu bekennen. Es gäbe nichts Trostloseres, schreibt Üuff in seinem Abschiedsbrief, als das einsame Leben eines alternden Junggesellen. Und weil er dieses furchtbare Schicksal nicht länger ertragen könne, deshalb wolle er nun die Schlußfolgerung ziehen und seinem jammervollen Leben ein Ende bereiten. Die Dame am Volant Paris (ATP). Das Pariser Straßenbild wurde durch das Auftauchen einer neuen Erscheinung belebt: es handelt sich um die Berufsautolenkerin, die Chauf feuse. Während der Mobilisierung wurden eine große Anzahl Taxi- und Lastwagenlenker einberufen, sodaß es zu einem erheblichen Mangel geübter Auto-lenker gekommen wäre, wenn nicht die Frauen in die Bresche gesprungen wären. Im allgemeinen handelt es sich um die Gattinnen der Chauffeure, die bereits früher in die Geheimnisse des Motors eingedrungen waren, um ihre Männer im Notfalle vertreten zu können. Doch diesen »Chauffeusen in der Not« scheinen an ihrem neuen Beruf so viel Gefallen gefunden zu haben, daß sie es auch weiterhin beabsichtigen, dem Manne den Platz am Volant streitig zu machen. Q^tn ^ßaraMe^ ber (Seemänner Wer den Mann beschimpft, wird bestraft Wohl eines der seltsamsten Gemeinwesen der Welt ist die winzige Insel B a d u. Sie liegt in der Torresstraße zwi sehen Australien und Neuguinea. Die Zahl der Bewohner dieses Zwergelandes beträgt fünf Weiße und 520 Eingeborene. Obgleich auch dieses Gemeinwesen un ter dem Union Jack steht, hat es doch eine gewisse Selbstverwaltung. Seine Regierung wird von einer einzigen weißen Frau besorgt, der noch drei eingeborene »Ratgeber« zur Seite stehen. Drei weitere Eingeborene, die mit Knüppeln bewaffnet sind, stellen die »Polizeimacht« der Insel dar. Man sollte meinen, daß unter einer der artigen weiblichen Herrschaft die Männer der Bevölkerung sich nicht ganz wohl fühlen, zum mindesten aber schwer unter dem Pantoffel stehen müßten. Nun, weder das eine noch das andere ist der Fall, Es scheint, daß die »Herrscherin« die Schwächen und Fehler ihrer Geschlechtsgerossinnen sehr genau studiert 2>onner4lao. öcn 20. Ofio6er (närtr0 QBjlö(rer&rama SICH SELBST ANGESCHOSSEN UND VON DEN KOMPLIZEN STERBEND ZURÜCKGELASSEN WORDEN. Wie bereits berichtet, wurde kürzlich der Besitzer Karl Pulko aus Dobrava bei Tezno in der Nähe von Hoöe in einem Walde schwer angeschossen aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht, wo er nun an den Fol§;en der Bauchschußverletzung gestorben ist. An der Stelle, wo Pulko aufgefunden wurde, fand man nachher unter dem Moos mehrere Jagdpatronen und Fasanfedern und es konnte daher kein Zweifel mehr darüber herrschen, daß Pulko als Wilderer ein Opfer seiner nächtlichen Abenteuere! geworden war. Die mit der Untersuchung des Falles beschäftigte Gendarmerie hat nun in diesem Falle die nadistehenden Einzelheiten ermittelt: Pulko begab sich am kritischen Tage mit dem Besitzers A. Kirbii und dem Besitzerssohn Fr. D r e v e n § e k auf Wtl derel. Das Ziel der drei Wilderer waren die aufgebäumten Fasane, die man beim Mondenschein sehr leicht zu erkennen vermag. Die Wilderer hatten bereits drei Fasane von den Bäumen herabgeholt, worauf sie durch ein größeres Dickicht weitergingen. Pulko, der die gespannte Flinte in den Händen hielt, verstrickte sich in das Gebüsch und kam zu Fall, wobei ein Schuß losging und die Ladung in seinen Bauch drang. Die beiden Komplizen sprangen rasch herbei und flüchteten, als sie das Unglück sahen, in der hat, denn diese seltsame Insel gilt allgemein als das »Paradies der Ehemänner«. Die Gesetze der Insel, die natürlich ungeschrieben sind, sehen in erster Linie eine Unterstützung jedes gequälten Ehemannes gegen tratschende und schimpfen de Gattinnen oder solche vor, die ihren Mann zu sehr unter den Pantoffel bringen wollen. Tratschen und Schimpfen wird an den regelmäßigen Gerichtstagen sehr schwer geahndet. Der Klatsch wird besonders hart bestraft. Die Folge Ist, daß die Insel schon seit langem nur sorgsame und vor allem schweigsame Ehefrauen kennt. Die Strafen bestehen meist in Abgaben oder Arbeitsleistungen, da die Insel kein Gefängnis besitzt. 0>Rari&orerin Deiratri na(D (Scuaöor Reisebericht von Monika H a e f e 11, geb. Verliö. Er begrüßte uns als erster. Wieder mußten wir hier übernachten, und der Pfarrer wies uns ein Zimmer an. Ein Zim mer ohne Fenster, das Licht kommt nur bei der Tür herein, kein Boden, und die Wände roh, von purer Erde. Mir graute förmlich davor. Wir konnten aber keine Ansprüche machen,' denn dieses Zimmer war noch eines der besten. Am nächsten Tag in aller Frühe bei-stiegen wir wieder unsere Pferde, haben wir doch noch einen ganzen Tag bis zu unseren Holzhäusern im Urwald zu reiten. Wieder kamen wir auf recht schwierige und gefährliche Wege, doch hier sah es nicht mehr so öde aus. Hier gab CS große, ausgedehnte Wälder mit uralten Stämmen. Gegen Mittag kamen wir zu einer Bambushütte, in welcher einige Jbarros-Indianer hausten. Wir begehrten Einlaß, denn nach dem langen u. schwierigen Ritt mußten wir unbedingt Rast machen und uns stärken. Unseren Wünschen wurde aber nicht gleich willfahrt, die Indianer mußten erst eine Konferenz abhalten,, in der sie mit ihrem Häuptling berieten, ob sie uns Gastfreundschaft ge-T^hrcn sollten oder nicht. Wir hatten Nähnadeln und kleinen Spiegeln bereitgelegt, mit denen wir die Sympathien der Indianer bestimmt erkaufen würden, denn sie lieben solchen Krimskrams über alles und der Begriff Geld ist ihnen vollkommen unbekannt, si sind ja noch vollkommen unbekannt, sie sind ja noch vollkom-halben Stunde wurde uns der Einlaß in die Bambushütte gewährt. Mein Mann, der ihre Sprache beherrscht, verständigte sich tasch mit ihnen, dann boten w>r :h-lon unsere Geschenke an. Sie hatten da*an eine helle Freude, und gleich darauf boten sie uns ihren Friedenstrunk, ^Tscf itscha« genannt, an. Hier in dieser Hü.'te sah es ganz komisch aus. Ich sah auch einige Leopardenfelle am Boden* herumliegen; die Indios haben als gute Jäger die Bestien mit ihren Peifen Im Urwald selbst erlegt. Nach zweistündiger Rast setzten wir unsere Reise wieder fort, eiii gutes Stück Weges begleitete uns ein Indianermädchen, deren besondere Zuneigung wir uns durch das Geschenk einiger glitzernder Kleinigkeiten sicherten. Unser Weg führte jetzt nur durch endlose Wälder, vorbei an kleinen reißenden Wassern. Unter Annahme, daß Pulko ohnehin an Ort und Stelle sterben werde. Am nächsten Morgen schickte der Besitzer K1 r b 1 s den Besitzerssohn P a-§15 an jene Stelle des Waldes mit dem Auftrage, das Gewehr und die Fasane zu verstecken. Der junge Mann fand Pulko bewußtlos im Walde liegen. Er nahm ihm das Gewehr und die Fasane ab, vergrub alles in nächster Nähe und ließ Pulko liegen, wie er ihn vorfand. Pulko mußte jedoch wieder zum Bewußtsein gekommen sein, da er die In der Tasche befindlichen Patronen aus Angst vor Aufdek-kung der Wilderei neben sich Im Moose vergrub. So blieb Pulko noch bis abends Hegen, worauf er zufällig von einigen. Leu ten aufgefunden wurde. Die Gendarmen haben jetzt die Fasane und die Flinte gefunden, die PaSiö vergraben hatte. KirblS und DrevenSek reden sich dahin aus, daß sie keine Gewehre hatten, sondern dem verstorbenen Pulko lediglich beim Aufsuchen der geschossenen Fasane behilflich gewesen seien. .unterdessen schon eine Menge von.wegs begegneten wir noch manchen In-klcinem Spielkram, glitzernden Perlen, 1 dlos, die in den Uiwäldern in ihren Bam- Um ?n:rfllerH9oft fm »raorOfof«! Wie bereits berichtet, wird zurzeit Im Cafe »Jadran« ein Billardturnier um die Meisterschaft des Marlborer Billardklubs ausgetragen. Das große Interesse, das der Veranstaltung entgegengebracht wird, beweist, daß dieser schöne Sport auch in der Draustadt viele Anhänger gefunden hat. Montag und Dienstag standen sich die Spieler der ersten Gruppe gegenüben Es wurden folgende Resultate erzielt: Bender—Koser 500 :■ 298, Hobacher—Ing. Najiar 500 : 123, Lepej—Po§ 500 : 362, Hobacher—PotoSan 500 : 62, Lepej—Koser 500 : 432, Po5—Potoöan 500 : 497, Hobacher—Bender 500 : 307 und Lepej— Ing. Najzar 500 : 334. Den besten Durchschnitt und die Höchstserie hält zurzeit noch Hobacher, doch kann er in der nächsten Runde leicht von Lepej oder Bender überholt werden. In der laufenden Woche wird das Turnier in der zweiten und dritten Runde täg- bushütten hausen und alle vollkommen unzivilisiert sind. Alle befassen sich noch mit dem Kopfhandel, doch nicht mehr in dem Maße wie früher, haben sie doch im Betretungsfalle die unerbittliche Strenge des Gesetzes zu fürchten. Mir wurde es unheimlich in diesen endlosen Wäldern, die durch das haushohe Schlinggewächs fast unpassierbar sind und in denen es von Ungeziefer, Moskitos usw. wimmelt. Wir waren mit Waffen, Messern und Beilen gut ausgerüstet und konnten einer eventuellen Gefahr ruhig ins Auge sehen. Immer dichter wurde der Wald, ein unglaublicher Reichtum von Lianengewirr, Epiphyten und Schramotzerpflanzen umgibt uns von allen Seiten. Es ist ein undurchdringliches Dickicht. Die Blüten der Tropenbäume sind oft nur klein und unansehnlich weiß oder grün gefärbt, während die nach dem Licht dringenden und vorzugsweise die Baumwipfel aufsuchenden Epiphyten durch entzückende Formen und Farbenpracht der Blumen auffallen. Es gibt hier die verschiedenartigsten Bäume, Palmen, Baumfarnen, Möra-ceen, wie Crecropia-Karikaceen oder auch strauchartige Piperaceen, dazwischen befinden sich mächtige Krautstäm-mc von Araceen. Tiefer liegende, weniger Licht empfangende Stellen werden von Farnen, Selaginellen und anderen Fchattcnpflanzen bewachsen. Zahlreich sind auch Orchideen in ihren herrlichsten Formen und Blüten; an feuchten SteMen gibt es wieder Ficuse. Zwischen Bounn und Batiniwipfeln spannen sich die "sonderbar gcdreh'.en, tauartigen Stämme von Uch ab 20 Uhr ausgetragen. Nächsten Mon tag und Dienstag tritt wieder die erste Gruppe an. 3ftruo mit Xom^o^ofarlen Falschspieler heimsten erste Gewlnnste ein. Bisher bereits mehrere Verhaftungen. In der letzten Zelt fiel es vielfach auf, daß bei verschiedenen Tombolaveranstaltungen fast immer dieselben Personen die schönsten Gewinste davontrugen. Man ging der Sache nach und fand, daß es sich um geschickt durchgeführte Fälschun gen von Tombolakarten handelte. Der Polizeiapparat spielte nach alten Seiten und dieser Tage wurden In Kranj noch vor Verteilung der Gewinste zwei Personen festgenommen, die stark im Verdachte standen, wieder einen Tombolaschwindel vorbereitet zu haben. Auch In anderen Orten, wo Tombolaveranstaltungen abgehalten worden waren, wurden Untersuchungen angestellt, die in mehreren Fällen den Verdacht auf bestimmte Personen lenkten. Auch In Marlbor werden Untersuchungen angestellt, doch steht das Ergebnis noch aus. Jetzt kommt aus Ptuj die Meldung, daß im Zusammenhange mit dieser Affäre 2 Personen festgenommen und der Gendarmerie In Kranj, die die Untersuchung leitet, überstellt worden sind. Es soll sich um insgesamt 5--6 Personen handeln, die sich mit der Fälschung von Tombolakarten beschäftigt haben. TDon Oer GcDnenaua^ lolomotitoe geieict Gestern früh begab sich zwischen Sa-va und Zagorje eine aus sieben Arbeitern bestehende Partie auf die Arbeltsstelle, wo die Telegraphenleitung durch Auswechseln der Mäste renoviert wird. Unter diesen Arbeitern befand sich auch der 43jährige Peter B a b i d au$ Gradec, Vater dreier unversorgter Kinder, Da um 8 Uhr aus Zldanl most der Schnellzug in der Richtung nach Ljubljana herangebraust kam, in entgegengesetzer Richtung aber ein Güterzug fuhr, wich die Arbeitergruppe den beiden Zügen am Bahndamm aus. Nur Bablö konnte nicht rechtzeitig in Sicherheit kommen, da er auf einer schlüpfrigen Schwelle ausglitt und erst Im letzten Moment aufsprang. Die Lokomotive des Schnellzuges hatte ihn indessen B Lianen und Passiflora. Dieser Urwald erreicht eine Pracht, die schwer zu schildern ist. man kann seine Schönheit nur dann erfassen und glauben, wenn man ihn mit eigenen Augen sieht. Gegend Abend erblickten wir in der Ferne eine Waldlichtung, und nun wußten wir, daß wir endlich an unserer Farm angelangt waren. Ein großer Teil des Ur Wäldes wurde hier ausgerodet, fiel den Aexten zum Opfer, um für unsere Plantagen Platz zu machen. Dies kostete unendlich viel Mühe, denn alles wächst hier unheimlich schnell und verwildert ebenso schnell wieder. Nach dreitägiger beschwerlicher Reise haben wir unser Landgut im Clavadero erreicht, ich fühle mich hier recht wohl, denn es umgibt mich der herrliche Urwald, rings herum die schönen Kaffeefelder. In der Nähe unserer Plantagen befindet sich auch der große Bahnbau. Wir werden hier wohl einen guten Monat ver weilen, und unterdessen auch nach Roca-fürte (ebenfalls im Urwald) gehen, da wir dort auch große Reisfelder besitzen und wir bald Reisernte haben werden. Ich habe auf der Reise bis hieher und in diesem Lande viel Schönes gesehen und erlebt, und fühle mich in meiner neuen Heimat recht glücklich und wohl. Und damit schließe ich meinen Reisebericht mit einem herzlichen Gruß an mein Heimatland Jugoslawien, an meine Bekannten und an die Redaktion der »Ma riborer Zeitung«. Monika Haefell. Ilinrra, IJsta do Correo, Eciindnr Südamerika. ircltag, den 2!. Oktober 1938 >Mirihorer Zeitung« Nummer 239. zur Seite geschleudert. Babif wurde mit volHcominen deformierten Kopf nur mehr als Leiche aufgefunden. !3toO(it0oit In Brstje bei Ptuj ereignete sich am vorigen Dienstag ein trauriges Verbrechi:n. Im Verlaufe eines Streites, der sich um das Abmähen einer Qrasfläche drehte, wurde der 19jährige Besitzerssohn Franz Lctonja von einer so maßlosen Wut erfaßt, daß er auf den eigenen Vater, den 43jährigen Franz Letonja, schoß und dem Verletzten noch drei Schläge mit einer Haue auf den Kopf versetzte. Franz Letonja wurde in scliwerverletztem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist ernst. m. Todesfall. In Ko§aki verschied heute morgens in seiner Villa der ehemalige Sta tionsvorstand in Pesnica Karl Kautz-n e r im Alter von 69 Jahren. Der Dahingeschiedene erfreute sich wegen seines biederen und rechtschaffenen Wesens sowie wegen seiner großen Liebenswürdigkeit jedermann gegenüber großer Beliebtheit und Wertschätzung. Das Leichenbegängnis findet morgen um 15.30 Uhr statt. Friede seiner Asche! — Den schwergetroffenen Angehörigen unser Innigstes Belleidt m. Den Band füre Leben schlössen kfirz lieh in der St. Heinrich-Kirche am Po-horje-Gebirge der bekannte und geschätz* te Hütten Wirt von Sv. Bolfenk Herr Ludwig S e t i n a und dessen langjährige Wirtschafterin Frl. Franziska Hafner. — Wir gratulieren! m. Die Marlborer Konzertsingerln Fr. Sonja ftkapin, die Tochter des hiesigen Rechtsanwaltes Dr. Skapln, verlaßt Maribor, um ihre Gesangsstudien an der Mailänder Gesangsschule fortzusetzen. Die überaus sympathische Sängerin war bekanntlich als Lehrerin für Sologesang an der Gesangsabteilung der hiesigen »Glasbena Matica« erfolgreich tätig. m. Trauung. Montag, den 24. d. wird in der Dom- und Stadtpfarrkirche der Zahlkellner des Hotelrestaurants »Drei«, Herr Fritz CerinSek mit der Privaten Frl. Josefine K r a i n z getraut werden. Wir gratulieren! in. Die erste Operettwipremiere in der neuen Saison ist Suppees klassisches Stück >i>B o c c a c c i 0«, das kommenden Samstag, den 22. d. in der Regie von Vladimir SkrbinSek und unter der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Herzog zur Aufführung gelangt. Nach mehreren Jahren wird dieses melodiöse Werk, das vielfach als Oper angesehen wird, auf unsere Bühne gebracht, und zwar in neuester Ausstattung. Nach der neuesten Praxis spielt und singt die Titelrolle in diesem Stück nicht eine Frau, sondern ein Mann. Unserem Theaterpublikum stellt sich in der Titelrolle der neue Tenor ManoSevski vor. ni. »Der Verewigte« von Branislav Nu Jiö hat als Lustspiel die Korruption so tief erfaßt, daß es sich lohnt, daß alle, di/i dieses Stück noch nicht gesehen haben, der heutigen Vorstellung (Abonnement A) betwohnen. m. Der Verein der Altpensionisten gibt seinen Mitgliedern bekannt, daß die sogenannte »Prijava« bis 25. d. M. einzureichen ist. Die Formulare sind an der Stationskasse oder bei Herrn Keischler, Vr-banova ulica 12, abzuholen. — Die Vereinsleitung. in. Ein schöner Ausflugsort Wer diese gottesgesegneten, goldenen Herbsttage noch recht genießen will, der muß hinaus wandern in das reizende Hügelgclände, das unser liebes Maribor rings umgibt. Da gibt es Plätzchen, recht geschaffen zum besinnlichen Ausruhen und Träumen, aber auch zur Freude und Geselligkeit. Einer der schönsten Punkte unserer nächsten Umgebung ist wohl die sogenannte »S c h w e i z e r e i« (hinter den Drei Teichcn) zu nennen. Da kommt jeder auf seine Rechnung — Licblichkcit und Landschaft lädt zum Träumen, läßt den vielgeplagten Menschen unserer hastenden Zeit so völlig entspannen, andererseits findet auch der Realist lockende, körperliche Genüsse, der Weinbeißer ein liebliches »WelnderU, Kaffeeschwestern und -Brüder den vl<^lgepriesenen Göttertrank, und auch sonst noch, was das Herz und der Magen begehrt. Letzteres läßt sich sogar telephonisch bestellen, man braucht nur aufzuläuten — Nr. 2098. Jeder kommt auf seine Rechnung, für die Kleinsten glbts Schaukeln, für etwas Größere aber — was ich nicht verraten will —. Und die Aelteren? — alte Leute gibts ja heute überhaupt nicht mehr, — nur ältere! Und sie müssen auch wieder jung werden in solch friedlicher Umgebung, müssen ihre Alltagssorgen abwerfen, wie lästigen Ballast und sich des Lebens freuen. m. DiebstahL Auf den Dachboden des Hauses des Kaminfegermeisters Johann K r k I e c in der Slovenska ulica schlich sich ein Mann ein der dort eine Zither und ein Paar neue Herrenschuhe an sich nahm. Der Schaden beläuft sich auf etwa 350 Dinar. Im Treppenhause wurde der Mann von zwei Personen bemerkt und erkannt. Der Täter Heß die Zither fallen und flüchtete, er wurde jedoch bald ausfindig gemacht und festgenommen. Trotz der Aussage der beiden Zeugen leugnet er hartnäckig jede Schuld. m. Apfeldiebstahl. In Dobrenje wurden dem Besitzer Franz L 1 p u S 250 Kilo Aep-fel entwendet. m. Abgängig ist seit einigen Tagen in Mezica der 10jährige Volksschüler August J a m n i k a r. Er dürfte sich gegen die Grenze gewendet haben. m. Radstm. Der 15-jAhrige Handelslehrling Felix S i m o n i S aus Pobreije erlitt gestern in der Tomliö-Allee einen Radsturz und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu. Er mußte ins Krankenhaus überführt werden. m. Starz vom Wagen. Der 41-jährige Besitzer Anton I m e n 5 e k aus Sv. Martin stürzte gestern vom Wagen so unglücklich zu Boden, daß er einen Bruch des linken Armes erlitt und im Spital untergebracht werden mußte. m. In das Weinland der Slov. gorice fährt kommenden Sonntag, den 23. d. ein Putnik-Autobus. Fahrpreis 50 Dinar pro Person. Die Anmeldungen sind unverzüglich vorzubringen. m. Zum Wörthersee- können Sie Sonntag, den 23. d. einen schönen Autocar-ausflug unternehmen, wobei Sie auch Kla genfurt und Velden besuchen werden. Fahrpreis nur 130 Dinar. Zögern Sie nicht mit der Anmeldung! m. Nach Graz fährt Sonntag, den 30. d. ein Putnik-Autobus. Fahrpreis 100 Dinar. Sichern Sie sich rechtzeitig den Platz! m. Heute letzter Tag für die Anmeldung zur Teilnahme am Autocarausflug des Reisebüros »Putnik« nach Tri est, der vom 30. d. bis 1. November vor sich geht. Fahrpreis nur 240 Dinar pro Person. Nützen Sie die günstige Gelegenheit aus! m. Kranzablöse. An Stelle eines Kranzes für den verstorbenen Herrn Anton Suppanegg spendete die Familie K. K r a i n z 100 Dinar für die Winterhilfe der Stadtgemeinde. Herzlichen Dank! — (Der Betrag ist in der Redaktion der »Ma-riborer Zeitung« zu beheben.) m. Mit dem Gewehr gegen die Schale. In Sv. Rupert in den Slow. Büheln wurden dieser Tage gegen die dortige Volksschule aus einein Jagdgewehr mehrere Schüsse abgegeben, wobei mehrere Fensterscheiben in der Wohnung des Schulleiters Jakob M e § k o zertrümmert wurden. Es dürfte sich um einen Racheakt handeln, da der Schulleiter in letzter Zeit mehrere Drohbriefe erhalten hat. m. Kofferdiebstahl. Dem Handelsreisen den Stefan C a s wurde in Prevalje, als er sich in einem Gasthaus aufhielt, der Reisekoffer mit der Musterkollektion Im Werte von 470 Dinar entwendet. m. Gefunden wurde von der Strickerin Barbara P a t z e 1 t am Zrinjskega trg ein brauner Jumper und kann am Poli-^eifundamt abgeholt werden. ni. Dynamodiebstflhle. In der letzten Zelt mehren sich Fälle, daß von Fahrrädern in Abwesenheit der Besitzer die Dynamos entwendet werden. Den Fahrradbesitzern wird deshalb empfohlen, größte Vorsicht zu üben und die Räder nie ohne Aufsicht zu lassen. m. Spende. Für den armen Invaliden mit sechs Kindern spendete »Ungenannt« den Betrag von 20 Dinar. — Herzlichen Dank! ^is fUui p. Vieh- und Schweinemarkt. Auf den Viehrharkt in Ptuj wurden Dienstag 54 Ochsen, 20 Stiere, 25 Jungochsen, 194 Kühe, 69 Kälber, 129 Pferde und 7 Fohlen aufgetrieben, wovon 224 Stück verkauft wurden. Es notierten: Ochsen 4.25 —5.50, Jungochsen 3—4, Stiere 3.50—5, Kühe 2.50—3.75 und Kälber 4—5 Dinar pro Kilogramm, Pferde 600—4500 und Fohlen 500—2000 Dinar pro Stück. Acht Pferde wurden nach Deutschland verkauft. — Auf den Schweinemarkt wurden Mittwoch 274 Stück zugeführt, wovon 90 abgesetzt werden konnten. 6— 12 Wochen alte Jungschweine kosteten 80—165 Dinar pro Stück, Mastschweine 7—8 und Zuchtschweine 6.50—7 Dinar pro Kilogramm. p. Ein liebenswürdiger Gatte. Die 44- jährige Besitzerin K. V. aus Sp. Leskovec in H. geriet mit ihrem Gatten in einen Streit. Der Mann vergriff sich an der Frau wie diese aussagte, und fügte ihr einen Bruch des rechten Armes zu. p. Am Felde verprügelt. Der 80jährige Auszügler Johann S c h m i d aus Kicarje wurde auf dem Felde von einer Frau Über fallen und so arg zugerichtet, daß er Im Spital in Ptuj untergebracht werden mußte. 2>rr£tuai ft'Orfaq tlellt ritl^Mg Paris, 20. Okt. Auf offensichtliche Veranlassung amtlicher Stellen veröffentlicht die hiesige Presse eine Reihe von Feststellungen, die eine präzise und klare Stellungnahme zu den zahlreichen Gerüch ten über deutschen Handlungen und Absichten bringen und in ihrem Inhalt geeignet sind, die Atmosphäre zu reinigen und die öffentliche Meinung zu beruhigen. Die französischen Feststellungen besagen: 1. Deutschland hat nicht die Auslieferung deutscher Staatsangehöriger von der Prager Regierung verlangt; 2. Deutschland hat keine Zweigniederlassung der Geheimen Staatspolizei in Prag errichtet; 3. Ein Besuch des Marschalls Göring in Paris ist weder von offizieller deutscher noch von offizieller französischer Seite ins Auge gefaßt. 4. Deutschland hat keine Projekte über Rüstungsbeschränkungen formuliert oder den Westmächten vorgelegt. 5. Deutschland hat keine Demarche bei den Westmächten unternommen, derzufol ge es eine freie Hand für Osteuropa verlange. 6. Deutschland hat keine Verhandlungen angeregt, durch die das Reich in Spanien oder im Nahen Osten militärische Stützpunkte anstrebe. Die Aufklärungen haben In der französischen Oeffentlichkeit einen beruhigenden Eindruck gemacht. Abnahme des englischen Exports. London, 20. Oktober. Der Unterhaus abgeordnete und bekannte Wirtschaftler G i b s o n hielt gestern eine Rede, in der er die dauernde Abnahme der englischen Ausfuhr feststellte. Der Kampf um die Märkte sei für englische Waren wegen ihrer hohen Preislage aussichtslos und deshalb die Konkurrenz mit dem Auslande erfolglos. Aus diesem Grunde wachse allmählich, aber stetig die Arbeitslosigkeit in England. Der Kampf dagegen sei aussichtslos, wenn es nicht gelingt, die Exportabnahme zu bremsen. Scharfe Maßnahmen in Palisthia. Jerusalem, 20. Oktober. Im Zuge der militärischen Maßnahmen zur Niederwerfung des arabischen Aufstandes in Pa lästina erließ der englische Oberkommissär eine Anordnung, wonach der Kreis jener Personen, die Waffen tragen können, erweitert wird. Auch die Juden werden fortan bewaffnet sein können. Das Eigentum und der Besitz können Personen, die sich am Aufstand beteiligen, zerstört oder beschlagnahmt werden. Die strengen militärischen Maßnahmen werden außer auf Jerusalem auch auf andere Städte erstreckt. Man glaubt, daß die verschärfte Aktion Englands in Palästina mehrere Wochen dauern werde, ehe wieder volle Ruhe und Ordnung hergestellt wird. REPERTOIRE Donnerstag, 20. Oktober um 20 Uhr; »Der Verewigte«. Ab. A. Freitag, 21. Oktober: Geschlossen. Samstag, 22. Oktober um 20 Uhr: »Boccaccio«. Erstaufführung. Sonntag, den 23. Oktober um 15 Uhr: »Zwei Dutzend rote Rosen«. Ermäßigte Preise. — Um 20 Uhr: »Was ihr wollt.« ^olf^untocrfUftt Freitag, den 21. Oktober um 20 IThr spricht General Vlad. Beliti über »Die Ja-goslawen im Weltkriege«. Unkm-Tonkino. Es läuft der überaus spannende u. sensationelle Abenteuerfilm nende und sensationelle Abenteuerfilm »Gelbe Flagge« mit Hans Albers, Olga Cehova und Dorothea v. Wieck. — In Vorbereitung der letzte, in Wien gedrehte Jan Kiepura-Film »Zauber der Boheme« mit Jan Kiepura, Martha Eggerth, Paul Kemp, Theo Lingen, R. Romanov-sky, Lizzi Holzschuh, Oskar Sima und Fritz Imhoff. Burg-Tonkino. Ab Donnerstag läuft der unterhaltende Lustspielschlager »Fi-n^e« (Die unruhigen Mädchen), ein Film von den Sonnen- und Schattenseiten des Lebens junger Mädchen. In den Hauptrollen Hans Moser, Theo Lingen, Käthe von Nagy, Lucie Englisch, Hans Holt und Hans Olden. — Samstag nachmittags um 14 Uhr bei ermäßigten Preisen und Sonntag um 10.30 Uhr als Nachmittagsvorstellung bzw. Matlne »Back Jones als Held«. Ein spannender Film aus Wildwest. FREITAG, den 21. Oktober. Ljubijana: 11 Schulfunk. 12 Volkslieder. 12.45 Nachr. 13 Schallpl. 18 Frauenstunde. 19 Nachr. 19.30 Nat. Stunde. 20 Konzert. 21.10 Kammertrio. — Beo-grad: 17.20 Volkslieder. 18.25 Konzert, 19.30 Nat. Stunde. 22.15 Klavierkonzert. — Wien: 12 Konzert. 14.15 Schallplatten. 16 Konzert. 18 Volksmusik. 19 Klaviermusik. 20.10 Wagner-Konzert. 2230 Konzert. — Berlin: 16 Konzert. 17 Bariton und Klavier. 18 Leichte Musik. 20.10 Konzert. — Breslau: 16 Konzert. 18.15 Klavierkonzert. 20.10 Deutsche Musik. 21.15 Orchester und Bariton. •— München: 16 Konzert. 19 Schallpl. 20.10 Sinfoniekonzert. — Budapest: 12.05 Zigeunermusik. 13,30 Konzert. 18.10 Klavierkonzert. 22.05 Kammermusik. 23.10 Schallpl. — Warschau: 15 Schallplatten. 16.05 Violinkonzert. 17.40 Konzert, 21.15 Klavierkonzert. — Sofia: 18 Leichte Musik. 19 Konzert. 19.30 Opernübertragung. — Mailand: 19,30 Konzert. 21 »Das Land des Lächelns«. 3l90fl>errflna(DtOien)l Von Samstag, den 15. bis Freitag, den 21. d. versehen die A n t o n t u s - Apo theke (Mr. Pharm. A 1 b a .n e z e) in der Frankopanova ulica und die Maria hilf- Apotheke (Mag. Pharm. K ö-n i g) In der Aleksandrova cesta den Nachtdienst. Bitte einen Apparat für kurze Wellen. Wir haben niinUch eine kleine Wotanoag »Mariborer ZeHunfc NmniMr 330. 6 ?fclta8, '(Ken 21. Oictober 1038. Aus Cedi c. Evangelischer Gottesdienst Sonntag, den 23. d. findet der Gemeindegottes-dienst um 10 Uhr, der Kindergottesdienst vorher um 9 Uhr in der Christuskirche statt. c. 80. Geburtstag. Morgen, den 21. Oktober, vollendet Herr Max Senitza in Ceij'e in voller Rüstigkeit sein 80. Lebens jähr. Der Jubilar, der sich mit seiner steten Zuvorkommenheit und mit seinem trotz vieler Schtcksalsschläge nie versiegenden goldenen Humor in allen Kreisen von Cclje und darüber hinaus der größten Wertschätzung und Beliebtheit erfreut, wurde im Jahre 1858 in Celje geboren und war mit 27 Jahren Vertreter der schon damals weithin bekannten Firma Pacchiaffo geworden, der heutigen Firma Pacchiaffo, Knei Ä Co. In Celje. Nach 53-jähriger überaus ersprießlicher Tätigkeit übernimmt der Jubilar auch heute noch vieiwöchige und weite Reisen im Dienste seiner Firma, die ihn und seine Arbeit hoch einzuschätzen weiß, Max Senitza ist ein leuchtendes Beispiel hingebungsvoller, opferfreudiger, nie ver siegender Emsigkeit. Er Ist ein Vater, dessen Denken und Fühlen nur In dem einen Gedanken wurzelt: selbstlos und mit Gottes Hilfe nur noch weiterschaffen, helfen und dienen zu dürfen für das Wohl seiner Lieben. Mögen dem Hochbetagten noch viele Jahre bester Gesundheit be-Fcbieden sein! c. Bestattung. Innige Teilnahme kam rm städtischen Friedhof bei der Trauerfeier für die Private Wilma L a z i 5, geb. Adolph, zum Ausdruck. Die Verewig tc, die ein Aller von 78 Jahren erreichte, war die Schwiegermutter des Vizeadmirals' Polic. Edle Charakterzüge waren der rechtschaffenen Frau eigen. c. Olympia. Der Film von den Olympischen Spielen Berlin 1936 (Gestaltung: Leni Riefenstahl), der zur Jugend aller Völker spricht, von ihrer Leistung kündet und sie zum Wettbewerb ruft, wird demnächst im hiesigen Metropol-Kino zu sehen sein. c. Volkshochschtile. Heute, Donnerstag beginnt die hiesige Volkshochschule wiederum mit ihren regelmäßigen Vortragsabenden, die sich bereits großer Beliebtheit erfreuen. Als Vortragender für den Eröffnungsabend, der um 20 Uhr beginnt und im großen Saal des »Narödni dorn« abgehalten wird, wurde der Divisionsgeneral i. R. Vladimir Belli aus Beograd gewonnen. Der Vortragende spricht über s^Die Jugoslawen im Weltkriege«. c. Von der Musikschule. Am 27. d. mit Beginn um 20 Uhr findet in der Musikschule der »Glasbena Matica« eine ordent liehe Versammlung statt, zu der alle Eltern oder deren Stellvertreter freundlich eingeladen sind. c, Verkehrsunfftlle ohne Ende. In Celje hat sich wieder ein weiterer schwerer Veikehrsunfall zugetragen. Das Unglück ptschah vor dem Verpflegsmagazin in der Krckstraße. Der 26 Jahre alte Altwarenhändler Matthias K r e u h aus SoStanj verunglückte durch Zusammenstoß seines F?:hrrades mit einem Personenkraftwagen und erlitt schwere Verletzungen an beiden Beinen. Er wurde durch d. Rettungsdienst ins Krankenhaus eingeliefert. Das Fahrrad wurde zertrümmert. c. Die Untersuchungen in der von uns gestern gemeldeten Diebsgeschichte, in deren Mittelpunkt der 18-jährige Geschäftsdiener des Herrn Vreöiö steht, hellt sich immer mehr und mehr auf. Am Dienstag waren Polizeiinspektor Zavec und Polizeiagent Rojnik In Begleitung des Herrn VreiJiC und des jugendlichen Diebes zum Besitzer Sodin nach Stranice bei Konjice gefahren, wo sich in einer Kiste noch gestohlene Waren Im Werte von 3000 Dinar befanden. Die Besitzers-leute leugneten anfangs jegliche Mitschuld, gaben dann aber doch zu, Waren im Werte von rund 8000 Dinar um 1000 Dinar dem diebischen Geschäftsdiener ab gekauft zu haben. Sie unterzeichneten eine Erklärung, daß sie gewillt seien, an Herrn VreCii als Schadenersatz 7500 Dinar 7'.i bezahlen. Ihrem »Lieferanten*, dem jungen Geschätfdicncr Ivan, gaben sie zum Abschied einen Fußtritt und meh rere »KopfstOckeln«. Beim Verhör ia der Nacht auf Mittwoch brachte die Polizei ia lErfalining, dafi Ivan einen Teil seines Erlöses fOr die gestohlenen Sachen in die Postsparkasse einlegte, wo sich bereits 6000 Dinar befinden. Femer konnten drei Nachschlüsseln festgestellt werden, mit denen Ivan des Nachts In den Keller des Geschäftshauses gelangte, wo er das gestohlene Gut versteckt hielt. Die Untersuchung dauert fort. c. Ein gennchter Schmagfler Mgnom- mcn. In Ljubno im Sanntale hat die Gendarmerie den 24 Jahre alten t>erUchtigten Schmuggler Todor S e 1 z o v i £ aus Ka-vadar in Südserbien festgenommen, der vermutlich erst kürzlich Ut>er die reichs-deutsche Grenze nach Jugoslawien zurück gekehrt sein durfte. Seizovid hat vor beiläufig einem Jahre an drei Männer In Ljubijana »Morphium«^ zum Preise von 18.000 Dinar verkauft. Später stellte sich heraus, daß das Morphium nur ein mit irgendeinem Opium vermengtes Mehl gewesen ist. c. Der Setzcrkobokl. In unserem Beitrag »Törggelezeit« von Helfried P. Scharfe-nau hat der Setzerkobold arg gewütet. Au^ großen »Wattebauschen« hat er »Wattehauben« gemacht, und anstatt den Städter »wallfahrten« zu lassen, ließ er ihn »wohlfarten«. Alle anderen Druckfehler wird sich der Leser selbst zurechtgemacht haben. c. Kino Uoiom Donnerstag und Freitag die berühmte französische Filmkönigin Danielle Darrieu in dem pikanten und fesselnden Film »Das Gold liegt auf der Straße«. mal ItX>-in-Staffe1: t. Jugoslavija (Beograd) 59 Sek. —- Handballstreffen: Mora-vija—BASK 4:2 (2:1). ; WfrtiM «Ol RtvaMha. Die beklen Niederlagen Rafnhild Hveegers über 100 Meter-Kraul durch Rit von Veen haben die Dänen veranlaßt, die holländische Meisterschwimmerin zu einem internationalen Schwimmfest von Sparta-Kopenha-gen im November einzuladen, um somit ihrem Liebling Gelegenheit zur Revanche zu geben. Bei der gleichen Veranstaltung soll auch der holländische Europameister Uber lOO-Meter-Kraui Kees Hoving an deh Start gehen. : Neusels letzte groSt Gelegenheit Der seit seiner k.-o.-Niederlage durch Tommy Farr nicht mehr recht in Fahrt gekommene Bochumer Schwergewichtler Walter Neusei erhält am 11. November die letzte große Gelegenheit, sich den Anschluß an die Spitzengruppe zurückzuerobern. Gelingt es ihm, in der Deutschlandhalle den Deutschen Meister Arno Kölblin (Plauen) zu schlagen und ihm damit den Titel zu nehmen, hat er sich für einen dritten Kampf mit Europameister Lazek qualifiziert. Neusei weiß, was auf dem Spiele steht, und er hat bereits jetzt mit den Vorbereitungen Im Grunewald begonnen.. : Afflerlkanischer Marathon - Meister wurde wiederum Part Dengies, der in 2:42.79 Std. zum Erfolg kam. Meister im 30-KiIometerlauf wurde der bisher noch wenig bekannte Leslie Sham in 1:48.54 Studen. j gruppe für das flache Dach des Gebäudes: Napoleon als römischer Feldherr lenkt einen Triumphwagen, der von sechs feurigen Pferden gezogen wird. Spätere Darstellungen zeigen Napoleon den Dritten hoch zu Roß, der durch das Siegestor reitend, seinen Einzug in Pa« ris hält. Eine andere Zeichnung hat den Besuch der Königin Viktoria im Jahre 1855 zum Thema. Und nun folgen tragische Erinnerungen des alten Gemäuers, die aus den Jahren 1870-71 datieren. Die Skulpturen zu beiden Selten des Bogens hat man mit Holzverschalungen zugedeckt, um sie vor dem feindlichen Feuer zu schützen. Auf dem weiten Platz breitet sich ein riesiges Heerlager aus, aber es sind nicht die siegreichen Truppen Napoleons, zu deren Ehre man die Pforte errichtet hat, es ist die feindliche Armee, »les Prus-siens«, die Preußen, die hier, im Herzen von Paris, ihre Zelte aufgeschlagen haben. Mit großer Wahrheitsliebe sind die Zeichnungen ausgearbeitet, die Lagerfeuer, die pfeffenrauchenden Soldaten, Wagen und Pferde mit verblüffender Realistik dargestellt. Nach dem Kriege steht der Triumphbogen, der inzwischen zum Wahrzeichen von Paris geworden ist, wiederum im Mittelpunkt aller feierlicher Anlässe und Paraden, im Jahre 1873 wurde er anläßlich des Besuches des Schah von Persien so vollständig mit Fahnen, Dekorationen u. persischen Emblemem zugedeckt, daß seine ursprüngliche Gestalt kaum zu erkennen war. Dann kommt das erste Fest des Nationalfeiertages vom 14. Juli, und ein gigantisches Feuerwerk wird von seinem Dache abgefeuert. Im Jahre 1882 wurde eine andere Monumentalgruppe auf dem Dach des Gebäudes aufgestellt, nachdem der »römische« Napoleon entfernt worden war. Es war »La Republique Triomphante» (»Die siegreiche Republik«) von Falguiere, die aber einige Jahre später wieder heruntergenommen wurde. Eine ganze Reihe von Bildern, auch in Oel, hat einen anderen großen Tag des »Are de Triomphe« zum Thema. Es ist das Begräbnis von Victor Hugo, im Mai 1885. Ein riesiger schwarzer Schleier um wehte die ganze linke Seite des fünfzig Meter hohen Baues. In der Mitte des Bogens wurde ein hoher, fast biz zum Gewölbe reichender Katafalk gebaut, auf dem der Sarg des Dichters ruhte. Ueberau hingen umflorte Fahnen, selbst die Kolossalflgur auf dem Dache wurde mit Krepp umhüllt. Der Platz selbst hatte schon damals sein heutiges Aussehen mit den strahlenförmig laufenden Ave-nuen, die ihm seine einzigartig elegante Linie verleihen. Eine Reihe von Königsbesuchen wurde ebenfalls von Malern und Radierern im Bild festgehalten. Die Kalesche des russischen Zarenpaares im Oktober 1896, des norwegischen Königs im Mai 1907 und des Königs von Dänemark im Juni desselben Jahres, der Wagen des belgischen Herrscherpaares im Jahre 1910, haben Immer den ehrwürdigen Bau zum Hintergrund. Mehrere Darstellungen der imposanten Friedensfeier im Jahre 1919, als Joffre und Foch an der Spitze der siegreichen allierten "truppen von dem Triumphbogen defilierten, folgen. Die vor zwei Jahren stattgefundene Hundertjahrfeier des Gebäudes gleicht ebenfalls einer großen Militärparade. Doch, wenn man diese künstlerischhistorische Schau würdig abschließen will, steige man noch die wenigen Stufen zur Plattform herauf, und werfe einen Blick auf das sich zu Füßen des »Are de Triomphe« ausbreitende Paris. Der zauberhahe Anblick dieser unvergleichlich schönen Stadt ist in seiner pulsierenden Lebendigkeit tausendmal schöner als die schönsten Bilder, die je auf Leinwand oder Papier gemalt wurden. Verkehrshindernis. »Was war denn das vorhin für ein furchtbarer Lärm auf der Straße?« »Ein Auto wollte in eine Seitenstraße einbiegen!« »Und das macht solchen Krach?« »Ja— die Seitenstraße lag hinter einer Schaufensterscheibe!« Skcd : Olymplaches Feuer ans dem hohen Norden. Der erstmals von Deutschland bei den Olympischen Spielen 1936 von Olympia nach Berhin veranstaltete Fak-kelstaffellauf soll 1940 von Finnland wiederholt werden. Allerdings hat das Fln-' nische Örganisationskomitee allein wegen der weitaus größeren Entfernung mit ziemlichen Schwierigkeiten zu rechnen. Aus den Reihen des Komitees wurde darum ein Vorschlag unterbreitet, den Fackelstaffellauf von dem Im hohen finnischen Norden gelegenen Berg Aavasa-kasa nach Helsinki durchzuführen. Vom Aavasakasa ist in den Monaten Juli und August, also gerade zur Zeit der Olympischen Spiele, die Mitternachtsonne gut sichtbar. Der Gedanke, im milden Schein des Nordlichts, dem Symbol und Wahrzeichen der Arktis, das Olympische Feuer zu entzünden und nach Helsinki zu tragen, hat durchaus etwas für sich. : Frankreichs Olympla-Sleger Im Mittelgewicht-Boxen, Despeaux, konnte einen neuerlichen Erfolg im Wagramsaal in Paris davontragen. Er schlug den guten Belgier Charlier in 10 Runden überlegen nach Punkten. In den letzten Runden boxte der Weltmeister unsauber, so-daß er vom Ringrichter mehrfach ermahnt werden mußte. : Nach seinem hohen Punktesieg über den deutschen Meister Arno Kölblin stellte sich der junge kanadische Schwergewichtler AI Delaney in der Londoner Har ringay-Arena dem italienischen Ex-Europameister Precisco Merio zum Kampf. Der junge Kanadier bewies erneut, daß er ein Klasseboxer ist. Er setzte dem starken Italiener hart zu und wurde schließlich in der neunten Runde zum K. o.-Sieger erklärt. : FedergewichtS'Boxweltmeister wurde Joe Archlbald gegen Mickcy Delois nach Punkten, Der Kampf fand in New-york statt. : Die Frauen-Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Beograd. Aus Beograd wird gemeldet: Am Sonntag wurde in Beo fjrad die Frauen-Leichtathletik-Landesmel sterschaft ausgetragen, wobei einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielt wurden: Im 100-m-Lauf: 1. Seleskovi Möbl. ZlaiBNr. seoariert, mit BadebenAtning ab 1. od. 15. November zu vermieten. — Adr. Verw. 10614 Lehrerin wird zu Mäderl auf genommen. Plaue. 10638 ScMa limsriehtetee ZIniaM'. rein, eonoi^, senariert, mit Badezimmerbenützung i. Zen trum mit . November gesucht Unter »Professorin« an die Verioren wurde am 18. d. M. ein Brillantring mit blauem Saphir. Der Finder wird ersucht den Ring gegen Beloh nung In der Verwaltung ab* eigene Weine — wünsoht In einem guten Qeschftft oder als Inkassant mit Kautkni an* terzukommen. Unter »Mitbe- Dinar aufw.; Wecker von 37 Dinar aufw. nur bei A Kiffmann. Maribor. Aleksandrova 11. Ljubljana» Mestni trg 8. 9267 Verw. lOSM zugeben.' 10631 SBH Verw. lOSM zugeben.' 10631 Statt jeder beaonderen Anseige. Dia UatwseicliMiMi gebMi alles VerwaoileB« Fraaodea iwd Bekauten UafkUlHit ÜMMiht VB« AbIfbM Unat inelBiiieHelilee Gattan, biw. Vatori, GraKtUri md Oskali, 4a« Harn Karl Kautzner ^lalliMAaf dar StMtahah« I. ». wal^r DMMUg. 4m 10. Oktabar 19S8 «n 13.» Uhr »aeh laaffam, qua!-▼oHam Laidm In 69. Lahmjahi« aaaft \m Harra •»taaUafa« Irt. M wird tm 8a«it«g. 4a» M. ^tabar 1938 vm 1S.80 Uhr U dar ttidtisÄaB I laiahaahalla ia Pabraija fai^ehft aiagMagnat «mI aadau auf dan Fraaslakiaarfriadhof a«r awkaa Rvha baigaaatat. Die hl Seelaamesaa wird Maataf, 4m 34. Oktober 1988 nm halb 9 Uhr in dar Fraoaiiffcatierplarrkivaha §ali>icu irardan KoiakU Marth er, 4a« 20. Oktober 1938. Eduard, Joftl und Bmao, Söhne Rom/geb. Voi^lak, Gattin Maiy, Müll u. Stabaie, Schwiegertöchter und alle übrigen Verwandten. Unaar lieber, ^er Vater und Qotte, Herr Med. iiniv. Dr. Hanns Harpf PirliiieriM I. R. Besttstr 4m goldenin VtrdlraelkrtiisM »II dw Krofte mnä des BiMMtiohtne von rolm Kraaia hat am lö. Oktober im 73, Lebensjahre sein arbeitsreiches Leben nach schwerem Leiden beendet. Wir haben unseren teuren Toten über seinen Wunsch in aller Stille am Stadtfriedhofe zur letzten Ruhe bestattet Slovmigradec, im Oktober 1958. w» Betty Harpf eaint Kindern SBH Pippo öer Harr Roman uon UIM Brouseu/etter SO Topyrlght martln Pcuihtuiangir» f rag U Bllllty KraanohQralift 14/12 Ein berühmter Artist. Was ist Rttlmi? Er wird vergessen sein, wenn er Newyork verläßt, und sie mit. Hirry Boss aber war ein Mann nach ihrer Art. Mit ihm könnte sie sich verstehen. Es würde kein beschwerliches Leben werden, keine große, mit der Zelt listige Liebe, keine Uebertrlebenheiten an Zärt lichkeit, alles würde ruhig, sachlich, nach ihrer Auffassung kameradschaftlich vor sich gehen. Sie würden Erregungen mit Charme und Kultur meiden, würden sich nie im Wege stehen. Aber so schnell konnte sie die Brücken nicht abbrechen, noch war sie Harry nicht so weit entgegengekommen, um ihn mit ihrer plötzlichen Gegenwart überfallen zu können. Uebrlgens fand sie das nun wohl einsetzende Spiel ganz Interessant. Sie war viel lu kühl, um heftige Gefühle lu erleben, sie amüsierte sich gerne, bemerkte, daß sie mit Pippo einen Fehlgriff getan, sie hatte längst vergessen, daß einst die Liebe dieses Mannes sie hatte erschauem lassen, was bei Harry Boss niemals geschehen konnte. Pippos Nähe, seine Wor te, Gebärden, Zärtlkdikeiten, ja sein ganzes Wesen fingen kurz nach der Hochzeit an, ihr tl8tlg zu werden. Sie fühlte kurz sagte, war nicht zu denken. Von ein stetig wachsendes Unbehagen, wenn er ihr zu nahe kam. An ein Zusammenleben mit Lucia, dem »KrOppeU, wie sie kurz sagte, war nicht zu denken. Von Barbara und Fred gar nicht zu sprechen. Und dann die Phantasie ihres Mannes — sie als Hausfrau in der »Hütte« am Meer. Lächcriichl Sie brauchte Leben, Geselligkeit mit ßleichgcarteten Menschen. Pip- po war weder gleicher Art, noch gleichberechtigt. Er war aus der »Hefe« gekommen, sollte sich also zu seiner Klasse finden. Sie hatte einen groben Fehler begangen. Na ja, Liebesgefühle haben nur selten gute Folgen. Um den korrekten Mr. Barrystone nicht unnUtz zu erregen, wollte sie die Tournee durch Amerika neben Pippo ausharren, dann würdt sich wohl ein Weg finden, ohne Skandal von der Last dieser Ehe frei zu werden. Und Sylvia beschloß, mit Harry Boß in Verbindung zu bleiben, den unabhängigen Amerikaner so weit zu brhigen, daß er eines Tages Saldinis Stelle einnahm, was gewiß tnqaemer und weniger anstrengend sein wflrde. Während Pippo schlaflos, von drücken den Gedanken gequält, die Nacht verbrachte, schlief Sylvia ruhig, ohne Gewissensbisse bis tief in den Morgen hinein. --- Die beiden Menschen lebten nun fremd und kühl nebeneinander, zeigten nur in der Oeffentlichkelt eine lässige Zusammengehörigkeit. Sylvia Heß nicht ab, Pippo zu Einladungen zu schleppen, und er wollte nicht Anstoß erregen oder durch plötzliches Fernbleiben auffallen. Man munkelte aber doch In der Gesellschaft über diese Ehe. Pippo war mit Arbeit so überbürdet, daß er sich gezwungen sah, für die Erledigung seiner Post einen Sekretär zu engagieren, der ihm nur die wichtigsten Briefe vorlegte. Fix wich nicht,mehr von Pippos Seite, der Künstler nahm d. Hund tu sämtlichen Besprechungn mit, fütterte ihn selbst und sprach mit ihm, als wäre er ein Mensch. Und Fix bemühte sich redlich, Ihn zu verateheiii hob das Köpfchen, spitzte die Obren, freute ticli, wenn Herrchen Uchte, und lieB den Kopf'hingen, wenn Pippo traurig war; dann kauerte er sich zu seinen Füßen, seufzte, leg te die Schnauze auf die Vorderpfoten und starrte grübelnd vor sich Mn. Sylvia und Pippo waren wenige Tage in San Francisco, als ein Telegramm Lord Barrystones Tod meldete. Der alte Engländer hatte nicht In seiner schottischen Einsamkeit den Tod der Altersschwäche abgewartet, er war in Indien auf der Tigerjagd tödlich verunglückt. Nach dem ^huB auf die Bestie, die durchs Auge getroffen leblos niedersank, sank auch Lord Barrystone vom Schlag getroffen ins hohe Gras. Pippo starrte erschüttert auf die Kabeldepesche. Merkwürdig, den Toten vor einem Skandal zu verschonen, war mit ein Grund ge wesen, eine Scheidung von Sylvia hinaus zuschieben. Nun war der letzte Halt gefallen, und er sollte ihr die Trauerbotschaft bringen. Würde sie leiden? Er dachte an den Tod seines Vaters. Wie hatte Mutter gelitten, wie tief hatten die Kinder den ersten Schmarl empfunden, wie war das Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen an der Katastrophe! Wür de Sylvia noch einmal den Weg zu seinem Herzen finden? Ah, nicht denken, nicht hoffen I Ihm war so eigenartig zumute, etwas in ihm wehrte sich gegen den Wunsch, wieder mit ihr vereint zu sein, aber er war zu ehrlich, zu pflichtgetreu, um diese Abwehr zu beachten und hochkommen zu lassen. Sylvia war noch immer seine Gattin, der Gedanke, sich Uber eine eventuelle Trennung zu freuen, schien ihm unmöglich. Energisch richtete er sich auf. klopfte an Sylvias Tür, fand seine Frau In einem entzückenden Crepe de chine-Kleld auf dem Diwan liegend, ein Buch neben sich. Zögernd trat er näher: »Ich habe dir leider etwas sehr Trauriges mitzuteilen.« Ungeschickt, wie immer In solchen Situationen, wußte er nicht, welche Worte er wählen sollte. Sylvia richtete sich träge auf. Sie war etwas lässig geworden, etwas Verlebtes lag in den Zügen, was trotz kunsvoller Schminke nidit verwischt werden konnte. Die Jugendfrische war verloren, vor Pippo lag eine im Verblühen begriffene Frau, trotz ihrer eben erst begonnenen Blüte. »So sag' schon, was passiert istl« »Liesl« sagte er kurz, als er sah, wie uninteressant sie seine Schonung aufnahm. Er reichte ihr das Telegramm. Kein Zug ihres Gesichtes änderte sich, ruhig legte sie es neben sich auf das Lesetischchen, blickte einige Sekunden gedankenverloren vor sich hin, hob den kalten Blick und lächelte spöttisch: »Ja, Alter schützt vor Torheit nicht. Er war kein Jüngling mehr, um solche Exkursionen wagen zu dürfen. Warum ist er nicht in Schottland geblieben?« Pippo schauderte: »Ist das deine Trauer?« »Trauer — warum?« »Mein Gott, er war doch dein Vater!« »Nun ja, er war alt, hatte seine peinlichen Eigenhelten, und die Anzahl seiner Jahre ließ dieses Ereignis heute wie morgen erwarten.« »Ach so, du empfindest das Alter als lästig und überflüssig.« »Hör mit deinen Sentimentalitäten aufl« Eine peinvolle Pause entstand. Pippo saß vornübergebeugt, seine herabhängende Hand streichelte Fix, der die unfreundliche Frau ernst belauerte. »Na, jetzt werde ich eben einen Ausflug nach Gld England machen. Hast du schon nachgefragt, wann ein Flugzeug nach New-Jersey abgeht?« »Nein.« (Fortsetzung folgt.) Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck der »Mariborska tiskarna« In Marlborc Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DETEIA — Beide wohnhaft in Mariboi;