Ä^»» 1 i^) V Prä,i»u:^iutt0!!«plei«: Im üomptotl „anzj. ^»^» ^^! N. li, b>!^,. N. 5.5«>. Für die.^„Nillung ins Haue ^^^-* balbj.5u ll. '^iit d« Post ga!!zj.N.i^^,ilbi.si. 7.50 Mittwoch, N.AlWlft InseitlunSlicbllhr bil, ,,» Zeilen: iiual «0 !'r., ^, ^ /« F^ Xm.«ü?v.,,,«,., st,! sonst pr..^eile im.«lr.. 2m.»fl., 2 ?^«i'< »m. »oll. li.f. w. I>nerlii,'ni!j!>.'mvel ieb^'m.,"« li. ^v^V»/^ Nichtaultlicher Theil. Nr DclWlw» ülirr dic Pülilik icä Vrastii Dcust. In der am l». d. Äl, abgehalleucn dritten öffent-lchen Sitznng der ungarischen Dclegalion stand daS ^lldgct des gemeinsamen Ministeriums des Acnßcrcn !"! dcr Tagesordnung. Dcr SpccialDcball? ging cinc lll,schc Erläuterung dcr Politik dcs Olafen Vcnsl °^>>. in welcher ZsedeuNi sich gegcu dicsc Politik aus-^'"ch, wührcnd Pnlßly, Graf Ferdinand Zichy und ""^crungSvcrtrctcr Baron Orczy mit vielem Gcist und ''^>' sichtlicher >)l!slilumuug dcr Versammlung für die ^°l't!t dcs Grafen Aeust eintraten. Graf Benst aber 'ld l„ h^,^, VerlraucüSvotum, welches dic Repräsentanz Ugaius duich ihrc Zustimmung fcincr Politik uneben. '^' licwichtige Stül)c nnd eine Ermunterung sehen, auf .^'" l'itretenen Wege mit maßoollcr 3luhc vorwärls zu >")N'itcl>. Wir haben bereits die Debatte skiz;i>t, glauben . ^' das; cinc ausführlichere Niittheilliiig über diese ^würdige Sitzung uuscrcu Lesern willkommen fein s. Den Ncigen der Dcballc eröffnete Pulßty. Er >«gle : ^ „In der Depesche vom 2. December v, I l>at ^! ^cnst den Erust dcr Delegalioiis-Iustitution schr sch,'- ^"^!t>"s't. Schon dic geringe Zahl dcr Mitglieder au«^,^ ^'^ ^^' ^^rasc und dic hochtönenden Worte tei,' ^ zündende Fuittc dcr Bcrcdtsamlcit findet hicr ^, ^' Stoff, woran er zur Flamme auflodci'n könntc. in/ ^^e weder eines Ministers, noch cincS Dclegirt^n H ^lcr hinreißen, denn cö fehlt ja dcr clectrischc ^ ''^' dcr bei qroßcn Vcrsaminluugcn dic Menge ^ ?'»ckt und mit sich reißt. Es ist eine kühle, nüchterne «.,, ^'»luug, wie sie d!c Eontrolc dcr öffcnllichen An- ^eohcitcn verlangt. ^ ,^"bci ist aber diese Institution, dic wegen ihrer t,«ü, r und Originalität so viel angefeindet worden ist, ^. ^»tralismnö sowohl, wie von den Anhängern dcr >i,,^ "l-Union, cmc Garantie der Freiheit im Innern ^illi'^ ^sanl, de« Friedens nach Außen hin. Dcr biz ^'Ulil<, dcn die Delegation rcpräscniirt, ist ja auf >>!>, >^lncntarischc constitulionelle Negierung dcr bei- ^ ,^lle dcr Ätonarchic gegründet. Nur so laug?, d>^/'^' constitnlioiicll und parlamentarisch regiert ^l^ ^'ld nicht vergessen, daß es der ungarische AuS- !l>ll!,j ^ar, der dcn berüchtigten § 1'5 aut> ihrer (5on- ^jü^" nnferntc, und daß Ungarn es als coiuMio «inu ^erlangte, das; ein parlamentarisches Ministerium in Oesterreich erstehe, kann er bestehen. Freilich glauben Viele, dic constitutionelle Freiheit sei schon vollkommen gesichert nnd vcllangc kcinc weiteren Garanlicu; die Pöl-tcr und Staaten Enropas sind al'cr in solcher Solidarität verbunden, daß dic Strömungen dcr Freiheit sowohl wic dcr Reaction durch dcn ganzen Continent ans gleiche Wcifc sich ucrlncitcn. Im gegenwärtigen Moment scheint zwar dic Freiheit in dcr Fluthpcriodc zu scin; wer kann uns abcr dafür gulstchcn, daß die «Hbbe der Reaction nicht ebenfalls seinerzeit eintreten wird? Und sollte dicsc Zeit eintreten, dann ist die gegenseitige Garantie dcr Freiheit für Ungarn und Ocstcrrcich von dcr größten Wichtigkeit fnr dcn einen und andern Thcil. Doch abgesehen von dcr Fraac dcr innern Freiheit ist der Dnaliömuö cin Pfand dcö Frieocnö für ganz Üuropa, weil er dir Neutralität dcr o st errcichisch - n ngalischen M 0 narchic el, lschic-dcn fördert. Die Parilät, dic zwischen dcn licidcn Ztaalcn dcr Monarchie besteht, wehrt rS uns Ungarn, i:n Osten an Pergrößeinin, ;n denken, ebenso wie Ocstcrrcich im Westen, Sollte dcr ci»c oder der anderc Thcil, dnrcl) seine auswärtige Politik ucrstcirkt, ein grö-ßcrc? Gcwicht in die Was.schalc werfen, dann wärc da!' Gleichgewicht gestört und die Parilät könnte nicht län< gcr bestehen. Dieser Oliindsah nnscreö constitiilionellen Bebens, dic Philosophie dcs Ausgleiches, zeichnet dem Minister drö Ausiuärligeii seine Polit,! in u»zwcidcnligcr Weise vor, es ist die Polilik dcö Friedeüs, e-ttfcvnt von! allen Uebcrgr,ff<:n und Vclleitätc» territorialer Anödet) nung. Darum mögen auch nnscre Nachbarn iin Osten --ich würde wlinschcn, daß man in Bukarest in.inc Stimme hören könnte - vollkommen überzeugt sein, daß ihre in dcn ^onrnalen so oft ausgedrückte Furcht vor Ucbn^ glissen vollkommen unbegründet sci. Ich lann cs hier osfcn ani'sprcchcn, daß es in Ungarn keine Partei gil,t, welche die jetzigen Grenzen Ungarns im Osten ausdehnen will, keine, dic sich nicht freute über jeden frcihclt' lichen odcr gewerblichen AnfsäMmg, dcn die Nachbar-! Provinzen jenseits der Dunau nnd der Karpathen nehmen. Die Krone des heiligen Stephan ist anf Freiheit begründet, nie kann ihr die Freiheit, wcdcr im Innern, »och bei dcn Nachbarvölkern gefährlich werden. Je freier sich die Autonomie der Nachbarländer entwickelt, umso-mehr lrcle» ja die slaalsökoiiomischcn Frage» bci ihneu in den Border^mid, und in dicscr Richl'.ing sind unsere Iittcrrsscn mit jenen Serbiens uud Rumäniens identisch. Je höher sich diese Länder entwickeln, nmsomchr Freunde wachsen nns dort auf! Dahcv ist es natürlich, daß wir die Politik deS Grafen G c n st in Hinsicht dcs Orients vollkommen gnthcißen; wir sehen cin, daß sein Programm, wic er cS in dcr Depesche vom 1. Jänner 1807 entwickelt hat, vollkommen richtig sci, inocm cS neben der Integrität der Türkei die Rechte der Rajahs zn wahren suchte und anf eine Revision dcr Verträge von 1856 drängte. Es ist natürlich, daß Frankreich nnd die übrigen Mächte jencs Programm nicht nntcr« stützten. Die Diplomatic ist ja gewohnt, von dcr Hand in din Mund zu lcbcn, und scheut sich, große Fragen principiell zu erledigen. Es ist eine altc Erscheinung, wic wir ihr iu dcr Geschichte nicht zum erstenmale bcgegncn. Vor 2500 Jahren schon trat dcr Prophet IesaiaS vor dcu Muig Hiötias und malle ihm die Lage der Zuknuft mit dcn trübsten Farben, und ermähnte ihn, Vorsorge zu treffen für die in der Ferne drohende Gc-fahr. Dcr König abcr antwortete den: Propheten mit dem kurzen Gebete: „Herr, gib uns Frieden in unseren Tagen!" Und König Histias hatte Nccht in scincm Sinne, cr starb reich und gcchrt in seinem Bette; die Geschichte abcr gab dem Propheten Recht, nnd so möge sich Graf Acust damit trösten, daß cs anch ihm mit diesem Programm nicht besser erging als dem Propheten Icsaias, Dic Eabinctc sagten: Gib uns dcn Frieden in unsern Tagcn; dic Geschichte aber wird dem Grascn Vcnst Recht gcbcn. (Beifall.) Dieselbe Politik dcs Friedens und dcr Zurückhat' tuug, die dcr Minister dcs Acußcru im Ostcn mit Erfolg durchführte, mnß abcr anch im Westen iu glcichcr Art angcwcndct werden, und wir begrüßen cs mit Gcnugthnung, daß in dcr Depesche nach Vaiern nnd Württemberg Graf Brust mit derselben Zurückhaltung die Mitwirkung zur Gründung cincö Süd-bundcs entschieden zurückwies. Er lonntc im Sinne dcs Dualismus und dcr Parität nichts anderes thun, cr hat in dicscr Hinsicht dcn Interessen dcr österreichisch-ungarischen Monarchic, wic sie dcr Ausgleich erfordert, vollkommen Genüge geleistet. Wir können abcr nicht umhin aufmerksam zu machen auf dic Gefahr, die in dcr Erkaltung dcr Vcrhältnissc zwischen Wicu und Äerlin licgt. Eiu frcnndlichcrcs Einucrständniß mit dcr deutschen Großmacht würde eine ncnc Bürgschaft dcs cnropäischcn Friedens sein. Wir wissen zwar, was die Würde der ungarisch-österreichischen Monarchie erfordert, dic man nm keinen Preis gefährden darf, doch von derselben Gc-schicklichkcit und dem Tacte unseres Ministers des Auswärtigen, mit dcm cr in jeder auftauchenden europäischen Frage, ob sie in näherem odcr weiterem Zusammenhange mit unscrcu Interessen war, das Gcwicht der Monarchic zn verwerthen im Stande war, erwarten wir, daß er die Gclcgcnhcit findcn wird, auch in Berlin cs zn bc^ weisen, daß nnscrc Polilik cinc Politik dcö Friedens sci und daß diescr Friede eine gegenseitige freundlichere Stellung dcr zwei Cabincte von Berlin und Wicu noth' wendig erfordert. (Acifall.) Ich bcautragc, daß dcr Vc- Aus in dic Ferien! ^"s Rationelle der Erhol nng. Auö dcm Eüglischsll. ^dy^ ^ser Jahreszeit ist Erhuluug dcr vorherrschende k l allci'/^ °"^ blassen dcr Gesellschaft. Dcr Far-^^t>e>/'^"^" cl' ans scinc im Souncnschcin sich hin-?üt kic "^bel blickt, denkt fröhlich an die Arbeit. °^e. ylei^//" "°" "ns ln'ingt die Erntezeit cinc an-l ^s tr? herrliche Ernte dcr Arbcitcn dcs Jahres. >>l'cr de?'''" '"^r von dcr gewonnenen Ruhezeit nnd v ü'Nc u^'!."'^ °" fcrne Berggipfel, an raufchcndc ^ habz.'' °le^ offene Sec. Bis in die düstern Zim->f ^ Boli^ ^""""''^'^)lcn ihrcu Wcg gefunden, uns gliche S.,^. """ «nincn Gefilden bringend. Das >!, ' schci. '^""'"^-. sonst cinc so anzichcudc Wcrl^ " ^rtraiit.' Ä".'?> ^"liwcilig uud drückend und dcr nur i>s^"b' denn 1! ^^"' ^üchcrrückcn quälend uud vcr^ l! ?"' schlief^ ^ -°"^"schcin, dcr sonst allc Blüthen ft ' D°s ^v '/ ^'''")cn anl Baume dcr Mcnsch-' ""' heren ""'"'.^' Straßen dringt zu.n offcncn d °"'°Uve ' """uscht mit dem fenicn Pfeifen der ^.^"' den N,.^^^' lül" cs uns auf, wic ähnlich der .lrühlich^ ^'' ^r Wogen und welch'eine Mah-ble 3''"lschaft spr'i^""^"" i" dc,n andcrn liegt. In b°li ." "°n de Ä ""' ""' "°" ^ciscn. und selbst " Gidunk.n heimgelchrlen Kinder sind voll '"" uu Ausflüge. Eine heitere Rnhc- losigkct ist in uns; durch das Haus geht es wie leises Flügclschlagcn - - cinc angcnchmc Ansrcgnng macht sich fühlbar. Ein Rciscsummcn licgt iu dcr ^uft, das häusliche wic das gesellschaftliche ^cbcn tragen einen provisorischen Charakter, allc Bande dcr Geselligkeit scheinen gelockert. Es sind die „Ferien" uud wir im Begriff „aufzubrechen." Pflicht steht bciscitc, Sorgc begnügt'sich zu warten, Gewohnheit wird fröhlich von sich geworfen. Arbeit und Ehrgeiz nchmcu ihre Bürde von den Schultern und die Gottheit selbst sagt zu sich, daß cS „ciue Zeit dcr Erholung" sei. Vielleicht ist cs wahr, was manch cin Fanlilicu-uatcr sagt, daß das Fericnrciscu in unsern Tagcn zn crtrem bctricbcn wcrdc; doch hat diesc so ticf in uuscrcr modcrucu Eiuilisation wurzelnde Gewohnheit ihren tiefliegenden und ernsten Grund. Es licgt in dcr menschlichen Natur ciu Äedürfuiß liach Abwechslung; nnd jc anslrcngcndcr das Vcbcn, das wir führen, um so stärkcr nnd gebieterischer macht dieses Bedürfniß sich gcltcud. Dic Gewohnheiten dcr Pflanze sind nur denen möglich, dic vegctiren, und cinc gewisse Beschränktheit dcs Geistes und Schwäche dcs Charaktcrs kcnnzcichncu gewöhnlich den ucgctircndcn Thcil uuscrcr Race. Es ist dic wuu-derbare geistige Thätigkeit dcs Zcitaltcrc«. waS dicsc Ruhelosigkeit hervorruft. Ein hoch cntwickcltcs Nervensystem ist gewöhnlich mit einem etwas rnhcloscu Tcm-pcramcnt vcrbnndcn; doch ist es dic Tendenz der geistigen Thätigkeit, dcr Organisation der Ncrucn eine ungebührliche Entwicklung auf Kosten dcs Muskelgewebes zu geben. Im Vergleich zu unsern Urgroßeltcrn sind wir in hohem Grade nervös, unruhig und was sie ..quecksilbern" nennen würden. Der Druck der Civilisation des 19. Jahrhunderts liegt uus auf Nerven und Gehirn; doch der nämliche Druck, welchem so Viele erliegen, ist es auch, der die Kräfte und Fähigkeiten einer viel grö-ßcrn Anzahl von Menschen entwickelt; und wenn unsere Zeit cinc Abnahme in dcr Muslclcntwicklung zeigt, so hat sic hingcgcn cinc mchr als in dcmsclbcn Maße zu-nchmcndc Enlwickluug dcs Nervensystems und allcs dcsscn, was davon abhängt, anfznwciscn. Physische Schönheit, soweit sie von der glänzenden Entwicklung dcr Muskelorganisation abhängt, mag uutcr uus nicht so allgemein scin, wic sic untcr dcn Gricchcn gcwcscn; doch herrlich cntwickcltc Ncrvenorganisationcn mit all dcr Arbcitskraft, dic sie verleihen, sind hcutc uutcr Engländern und Amerikanern zahlreicher, als sie jemals uuter einem dcr Völker gewesen, welche die Welt znvor gesehen. Unser Nntionaltcinpcramcnt ist iu dcm Processe einer rasche» Entwicklung, raschen Wcchsclö bcgrisscn. Dcr typische John Bull wird schucll zu ciucr sagcnhaslen Persönlichkeit; seine vcgctircndc ^cbcnsweisc, seine feststehenden Gewohnheiten nnd nationalen Vorurthcile verschwinden untcr dcm anregenden Einflüsse dcr Eisenbahnen, Tclc-graphcn und großen Städte. Doch dicscr Wcchscl dcs NationaltcmpcramentS führt ciucn völligen Wechsel nationaler Zustände uud Gewohnheiten mit sich. ja cr gcht zum Thcilc daraus hervor. Das englische Lcbcn im 1«. Jahrhundert war daö einer Nation, wclchc dasselbe leicht nahm; im 1!'. Jahrhundert ist cs das cincs Volkes. wclchcS fühlt, dnß „die Kunst bcstcht und die Zeit cnt^ flicht," und daß man so viel als möglich ans dem ^cbcn machen müsse. Aus dem. was die Philosophen, in „physischer Entwicklung sich erweiternd" ncnannt, hat es cinc intensiv geistig iu sich zusammengedrängte Form 1348 richt der Commission zur Grundlage dcr Spccial-Dcbattc angenommen werde." Nach Pulözkl) erhob sich Ed. Escdcuyi. Er ist mit der Politit des gemeinsamen Ministeriums dcS Acußcrn, mit alleiniger Ausnahme der in der römischen Frage beobachteten Politik, nicht zufrieden. Dcr Friede, wie >hn die gemeinsame Diplomatie der Monarchie gewährleistet, sei ein viel zu kostspieliger. Die äußere Lage habe sich in nichts gebessert und auch die Verfassung habe sich nicht befestigt, da doch die Minister thun, was sie wollen und die Delegationen beschließen lassen, was diese wollen. (Widerspruch.) Der Minister des Acußcrn habe mit der Vergangenheit nicht gebrochen, er sei bestredt, seinen Einfluß auch ans jene Staaten aufrecht zu erhallen, die heute die österreichische Monarchie nichts mehr angehen. In seinen Noten und Schriftstücken befolge er allerdings scheinbar eine auf» richtige Friedeosvolitil, er habe aber seine Hintergedanken, seinen Einfluß in Süddentschland zu befestige», nicht aufgegeben. Neducr mißbilligt schon bei Gelegen« hcit dcr Taufflilchcu'schen Mission die rcseruirtc, kühle Haltung des gemciusamen EabinetS. Seit jener Zeit datirtc das Mißtrauen in Preußen gegen die Monarchie, nnd dieses Mißtrauen sei keil! ganz ungerechtfertigtes, da Bensl die Unabhängigkeit des deutschen Südbundcs. selbst gegen dessen eigenen Willen fort nnd fort betone. Das Klügste wäre, wenn die Monarchie es als t'ait ^com^i hinnehmen würde, daß die Suprematie über Deutschland Preußen gebühre. Man müsse deshalb nicht alle Wünsche Preußens erfüllen nud nicht um Frieden betteln, ader mit schöne', friedfertigen Noten allein sei es auch nicht gethan, ferner wirft Redner dem Ministerium vor, daß es sich von Frankreich ins Schlepptau nehmen lasse, daß es im Oriente die Vertreter eigens angewiesen habe, Hand in Hand mit den Vertretern Frankreichs zu gehen. (Heiterkeit. Rufe: „Sollen wir vielleicht mit Rußland gehen?") Auch in Belgien habe dcr Minister die französischen Forderungen nntcrstutzt, kurz. cö habe ganz den Anschein, als ob die Monarchie bereits dcr Alliirtc Frankreichs wäre. Eiuc solche Allianz aber liege nicht im Interesse des Friedens; um den Frieden zu erhalten, müsse die Monarchie ganz neutral bleiben. Pulszky antwortet auf die Angriffe Zsedenyi's: daß der bewaffnete Friede allerdings lästig sei und ein Fluch für das ganze Enropa. töuuc nicht bcstrittcn werden ; aber die ö st crr ci chis ch - n nga r i s che M o n-urchic sei nicht jenes Staatsgebiet, welches mit dcr Entwaffnnng beginnen könne. Dcr Vorwnrf gegen den Minister, daß er mit den Traditio-uen dcr Vergangenheit nicht gebrochen habe, sei unrichtig, und cS bedürfe gar keines eingehenden Beweises, um darzuthun, daß Bcust mit den Traditionen der Mcttcr-nich'schcn Schule entschiede» gebrochen habe, jener schule, die als einzigen Zweck die Eonscrvirung der rcactionä-ren Ideen vor Augen hatte. Daß Bcust mit den Traditionen jcuer Schule gebrochen, beweise z. B. seine Politit in dcr serbischen Frage, wo er es war, der den Sultan dazu bewog, die Besatzung ans Belgrad herauszuziehen. Die damaligen Bemühungen der Diplomaten Oesterreich-Ungarns trugcu auch ihre Früchte, indem Serbien die Ueberzeugung gewann, daß es in dieser Monarchie nicht den Feind seiner Unabhängigkeit uud seiner Freiheit zu suchen habe. Daß c'nzcluc Fehler in einzelnen Actcnstücken und Noten anfznfindcu seien, könne und wolle Niemand leugnen; fehlen nnd irren könne jeder Mensch. Wenn man aber die vom Grafen Bcust befolgte Politik in ihrer Gesammtheit betrachte, so könne diese Delegation ihr die Anerkennung nicht versagen, da sic stets die Interessen Ungarns vor Augcn hatte. Dic Erccjsc in Scbrnico. Der ..Wr. Abdpst." wird aus Scbcnico, 2tcn August, geschrieben: Ueber die hier vorgefallenen Elcessc bin ich in der Lage, Ihnen Folgendes aus ganz zuver« lässiger Quelle melden zu tonnn,. Am 5)0 v. M. war der italienische Kiiegsdamvf.'l .Munzambauo," a» dcsscn Bord sich das znr Küstcmn,f!,ahme culscudeie Personal befand, im hiesigen Hafcu eingelaufen. Nach Angabc der italienischen Officiere waren etwa 50 Maun darauf eingeschifft. Am 31. yingcu von dieser Bemannung circa 60 Mann und mchrrrc Officicre, welche letzlere Eivillleider liugcu, aus vand; uulcr dieser Aemaunuug befanden sich auch ein Uitteioffieicr (Scrgcnlc) nnd zwei Versatile!i, die ihre Scilcn^ewchrc mit sich führten. Diefe Indioiduci, liiebcn sich in dcr Stadt herum, besuchten mehrere Scliälilc» und auch die „Al marc." wo sie Teller uud Gläser zeitrümmerten; als sie um halb !0 Uhr Abends dieses Local verließen, insultirtcn sie einige auf dem Theciterpl^tze befindliche Landleute, weil dicsc ihrer Aufforderung cm Hoch auf dcu König Victor Emauucl uud Garibaldi ;n rufen, nicht nachkommen wollttn. In diesem Augenblick erschien eine aus zwc! Mann bestehende Gcndarmclicpatlouillc, welche die Ver-aolassmlg des ungewöhnliche» LärmS ermitteln wollte. Die drei bewaffneten Vcrsaqlieri hiebe» sofort nnd ohne jede Veranlassung auf die Gendarmen ci», fo baß beide mit schwere» Kopswunden zu Boden stürzten. Der eine, Gendarm Stnzin, wurde seiucs Gewehres u»d Säbels, dcr a»delc, Gendarm Tarlori, blos des Gewehres beraubt. Stu'^iu crhiclt außer zwei sehr gefährlichen Kopf« wunden noch zwei Stiletstiche am Rücken und eine eben solche Verletzung in der Herzgegend; er wurde von einigen Eivilistcn zunächst i» die Oeudarmeriecciseruc gebracht, wo ihm ein erster Verband angelegt wurde; dann crst erfolgte ,'cin Transport in das Militärspital. Der zweite Gendarm, der mit ciucr lcichteu Kovfwuudc uud einigen Eontnsicmc» davongkomme» war, konnte direct in das Militärspital gebracht werden. Stuzin wird. falls er überhaupt aufkommt, für immer dienstunfähig bleibe». Den drei bewaffnete» Angreifern waren noch N Matrosen zur Seite gestanden. Diese 14 von dem im Uebermaße gcuosscncn Wein aufgeregten Individuen begabcu sich nun vom Thcatcr-platzc durch die Callc larga gegen die Piazza dci Signori, Jeden, dcr ihncn bcgcgnctc und sich weigerte, Italic», Victor Emanucl und Garibaldi hoch leben zu lassen, insultircud und mißhandelnd. Eine ebenfalls nur zwei Maun starke Patrouille, die den Wüthenden in der Gegend dcr Crocicra in den Weg kam, mußte sich vor der Uebcrmacht zurückziehen uud nur durch das Abfeuern eines Schusses gelang es ihr, die Angreifer znrückzu« schrecken und sich vor Umziugluug zu bewahren. Auf der Piazza Signori fpielte cbci: eine Civil-musikbandc zu Ehren dcr italienischen Officicrc. Als dcr lärmende und tobende Matroscnhaufen herannahte, stob die Volksmenge, die bis dahin auf der Piazza ge» wcscn war, erschreckt nach allen Richtungen auseinander. Eine dritte, ebenfalls nur aus zwei Mann bestehende Gendarmeriepatrouillc trat nun i» der Nähe der Dom-kirchc den Tumultuauten entgegen und verhaftete einen derselben, dcr den Säbel des verwundeten Gendarmen Stuzin noch in der Hand hielt, worauf sich die Erce-dcntcu nach verschiedenen Richtungen zerstreuten. Die Melduug von dcr Verwundung der zwei Gen' barmen, von einer Verwundung des Postillons von Vo-dizza. welcher wegen Unlcnntniß der italienischen Sprache den Matrosen auf ihre Frage, ob er Slave oder Italicner sei, tciuc Antwort gegeben hatte, und von ott Mißhandlung so vieler harmloser Spaziergänger hallt sich in allen Stadtvierteln rasch verbreitet. Die erbitterten Gorghcgiani wollten diese Excesse und die mittlerweile erfolgte» Verwundungen von noch drei Personen rächen und es wäre den Italienern, wcn» die aufgeregte Bevölkerung ihrer habhaft geworden wäre, wahrscheinlich sehr schlecht ergangen. Es wurden jedoch sofort durch Militär verstärkte Gcudarmcricpatrouille" iu alle Stadtthcile zu ihrem Schutze entsendet. Oa"' unversehrt konnten sie jedoch nicht aufgefnnden werde» Die Patrouillen brachten die theils mit Waffen. theils mit Steinwürfcn Verwundeten nach der Hauptwaa> Von dort wurden sie, nachdem ihnen Verbände angclcgl worden ware». unter militärischem Schutze nach dc>» „Monzambano" gebracht und um 2°/, Uhr Morge^ eingeschifft. Die den bcidcu verwundeten Gendarinc» entrissenen Waffen find von den Aorghegiani theils dc» Italienern abgenommen, theils auf dem Boden liege»» anfgefunden nnd dcr Gendarmeric zurückgestellt worden» Au dem so gefährlich verwundeten Gendarm Tl»' zin hat sich Zerschmetterung deß HiutcrhaupteS d»lü den vou rückwärts nach ihm geführten Hieb ergeben. ?" dcr Wunde befinden sich noch viele Knochensplitter. Zum Carlisle«-Ausstund. In einer vom 2. August datirten Madrider Coltt' spondenz des «Eonstitntionncl" heißt es: Der Richttl von Talavera hat dcr Regierung angezeigt, daß in No»>' bela eine berittene Bande vou 25 Mann erschienen s^ Der Gouverneur von Toledo erbat für den Oberste" Ehiqucri die Ermächtigung sich überall hin zu wende", wohin cS ihm angemessen scheine. Aus Caniza, in del Provinz Pontevedra, meldet man das Erscheinen oo" etwa 12 Bewaffneten, welche die Gegend durchstreift!'' Dcr Eommandant dieser Provinz verlangt dringt KriegSmunitiou. In den Bergen von Toledo haben s'Ü zahlreiche Carlisten-Ba»den von je 80 bis 100 Ma"" festgesetzt, welche dem Befehl des Sabariego gehorche»' I» Madrid hat man eiucu Sergeute» der Prim'sa>'" Freiwilligen in dem Augc»blick verhaftet, da er zu de" Aufrührern abgehe» wollte. In dcr Provinz Leon l)i hauplct eine bewaffnete Truppe von 400 bis 450 Ma"" das Feld; sie hat einen Eanonicus. Don Antonio Mil^ an ihrer Spitze, einen entschlosseneu Mann, dcr aus dc'" ..siebenjährigen Krieg" glänzende Erinnerungen bc wahrt hat. Eiuc Depesche aus Vitoria berichtet von groß^ Aufrcguug in Estela, und bereitet auf Erhebung in 3^ dcla und Eatalayud vor. Der Kriegsminister hat socbc" etwa 20 Officiere von den fliegenden Colonnen, wcl^ zur Verfolgung der Carlistcn-Bandcn auSgcsandt >oo> den sind, auf halben Sold und in Nichtactivität gesc^ diese Maßregel kann sich nur aus dem geringen ^l trauen erklären, welches die Treue und Hingebung ^ scr Officicre der Rcgicruug ciuflößcn. Der Pfarrer >^ Alcobon steht an der Spitze einer Truppe vou 50 ^ waffuetcn. zu deren Verfolgung der commandircndc ^ neral von Santa Eruz ausgerückt ist. Die französis^ Behörden haben an der Grenze vierzig Kisten mit ^ wehren und mehrere Kisten mit Munition, welche sän»" angenommen. Unsere Urgroßväter aßen und tranken, lachten und wurden sclt; wir denken und studire», arbeiten und erfinden uud wcrdeu nervös nud mager. Sie nahmen das Leben, wie es lain, wir sind mehr besorgt, cS nach unsern Zwecken zn modeln und zu dem zu machen, was wir glauben, daß es sei» soll. Sie begnügten sich mit den Neuigkeiten, wenn sie bereits Geschichte geworden waren; wir verlangen, die Geschichte der gegenwärtigen Generation noch in dem Processe ihres Entstehens zu beobachten. Sie lebten ein enthaltsames, zufriedenes Leben; wir sind gierig nach Wissen, ängstlich zu erringen, entschlossen zu erwerben. Ihre Zeiten werden durch Sattel uud Packpferd vcrsinnlicht; die unsern durch Telegraph und Eiscubahn. Ihre Zeiten schlichen im langsamen Paßgang, mit einer beinahe ruhenden Bcwcguug dahin; unsere stürmen vorwärts, in rasender Eile, mit furchtbarem Geräusch und Getöse. Ihre Arbeit war Spiel im Vergleich zu dcr unsern; Geschäfte aller Art waren beständiger und ruhiger, Politit weniger gründlich und erschöpfend, Literatur mehr Liebhaberei als Beruf, und selbst die Gottheit war langweiliger. Vielleicht sind unsere Vergnügungen mchr ver° fcincrt, als die ihrigen gewesen - doch sind sie von mchr aufregendem Eharaktcr; wir nehmen sie mehr geschäftig und geräuschvoll hiu und werden ihrer schneller über« drussig. Daher unser stärkeres Bedürfniß nach den Wechfel des Schauplatzes und der Umgebungen. Reisen war für sie ein LuruS, für uns ist es ei» Äcdürfuiß geworden. Es ist nicht allein Mode. daß man uns Alle von zu Hause fortschickt, die Mode selbst hat ihren Ursprung in dem geistigen und physischen Bedürfniß. Die Bedingung animalischen Lebens ist Vcwcguug. Kleine Kinder sind uuaufhörlich thätig und die Form ihrer Thätigkeit wechselt beständig. Es schciut iu der physischen Organisation ein Widerwille gegen Einfunuiglcit zu liegen und dieser Widerwille erstreckt sich durch die Gesammtheit unserer sinnlichen Erfahrung. Die Lungen stets dieselbe Luft athmend, dcr Magcu dieselbe Nahrung zu sich nehmend, das Gehör dieselben Töue ausfaugcud. selbst die Auge», stctS auf denselben vertrauten Gegenständen verweilend, empfinden endlich einen Ekel daran, sie verlieren ihren Ton oder ihre Kraft nnd verlangen nach Wechsel. Es ist bekannt, daß das Außcrgcbrauchfctzc» u»sercr fisischcn Kräfte ihncn vcrhängnißvull werden kann; doch die Runde eines MühlpfcrdcS. welche stets den nämlichen Nachdruck auf den nämlichen Theil derselben legt, ist nur wcni« gcr schädlich als ihr Außcrgcbrauchsetzcn. Uud doch ist es die Tendenz deS Lebens, sich in eine gewisse Routine hineinzuarbeiten. Es ist immer leichter, die Kräfte, die in Thätigkeit fiud zu gebrauche», als jene die übersehen worden, zur Thätigkeit zu wecken. In ciuc neue Bah» einzulenken, dazu bedarf es ciuer Anstrengung, in dcr alten fortzuwandeln, bedarf cs keiner. Die gewöhnliche Vorschrift „Luftündcrung" will nichts anderes sagen, als Wcchfcl des >Vchauplatzcs. dcr Umgebung und in Folge dessen dcr Gewohnheiten. Die körperliche Maschine ist in ein Geleise gerathen und wird so gehemmt, festgehalten nnd gebunden an eine Lebensweise, welche nur ihrer drückenden Einförmigkeit wegen zu verdammen ist. Der Wechsel des Ortes uud der Sceueric sind unS behilflich sie auS diesem Geleise zn heben, waS niemals hätte geschehen können, wenn wir zu Hause geblieben wären. Das erste, wenn wir der ..Luftänderimg" wegen fortgehen, ist. daß wir unsere Gewohnheiten änd^ Wer spät aufzustehen pflegte, der steht nun früh aul.. wer früh aufstand, der bleibt nun langc liegen. ^, seine Malzciten zu beeilen pflegte. ohne seiner Verd< ung Zeit zu göunen, dcr sitzt nun ruhig dabei "'. gibt seinem Magen die Möglichkeit dazu; die j"",c Dame, die zu Hause getändelt oder gearbeitet u"d ^, Luft gefürchtet hat, legt nun ihre Zimmerbcschäftiau^ beifeite nnd lebt in Wind und Wetter. Der Gele»' legt seine Bücher weg, dcr Kaufmann vergißt sein s"l" toir nnd die fleißige Hausfrau ihre Sorgen. Die S^ den dcS Schlafes nnd dcr Malzeitcn sind abaea'^ selbst die Nahrungsmittel sind anders — in Alle»' ^ unö umgibt, ist wohlthuende Anregung. Neuheit^ Wechsel. Es ist eben dicsc Unterbrechung des bestä'"^ Einerlei, dies Herausheben dcr körperlichen Maschi"/^" ihrem Geleise, was uns so wohlthätig ist. Wir »e^, von unserm Luftwechsel erquickt und erfrischt z"^> doch das Naturgesetz, welches uns für unsern Geisel belohnt hat, ist eben dasselbe, das durch einen ^Alt in dcr Körpcrstcllung cin schmerzendes Glied erlc'^. und das cineu Wechsel dcr Arbeit zur Erholung "'F Unser alter Kutscher pflegte zu sagen, daß eine la""'/ eine zwischen Berg uud Thal abwechselnde Straß^' dem Grunde, weil dcr Wechsel zwischen Ebene ""Hür auf- und abwärtsfteigcn andere Muskeln i» ^L kcit setzt und so es verhindert, daß die ganze W"^e< gung dcr Arbeit stets auf dieselben Theile fällt- ^ rin liegt ein Gleichniß des menschlichen Lebens, ^g todte Ebene bedarf der Abwechslung. Die ^w" <" stets wiederkehrender Eindrücke, die Abneigung " 1349 "ch für die Carlisle» bestimmt ware», »lit Beschlag bc-I^t. ^,, dcr Provinz Ciudad Real findcn täglich zahlreiche Verhaftungen statt. Ein ehemaliger Carlistcn Füh-''u, Dou Pedro Agrcda, sollte sich in den Umgebungen vun Guadalajara au die Spitze uou 500Nia»n stcllcu. Er wurde verhaftet, als cr eben zu seinen Parteigenossen ab-M,e>! wollte. In der Pruvinz Asturin sprechen die Bc-llchtc von einer Gucrrillabandc von 200 Mann. Ohne Zweifel verrathen alle diese Vorkommnisse eine allge^ "'cine Bewegung, deren Verhältnisse und Strcitträftc über die Regierung nicht ernstlich beunruhigen tonnen. Lemberss, 8. August. (Ein Schreiben Go- luchowali.) Die „Gazcta Narodowa" bringt ein aus '."lmichcs Schreiben des Grafen Goluchowski, worin dcr-^bc, dic Niederlcgung seines Mandats niotiuirend, er ^^'t, daß ei» vollzähliges Erscheinen im Rcichsrathc an ^sichts dcs uuausgcfochlcncn Kampfes den Wünschen "^ Bandes nunmehr unentbehrlich sei. Eine todte Ncga-.^n bringe leine Früchte, '^limal das ^'and hiczu weder ^l'k, noch einig genug sei; besonders ist die polnische ^le die ruthenischc Bevölkerung des stachen Landes zur '"cschickung des Reichs rathes geneigt. Die in der Nicht' Schickung liegende Herausforderung der Regierung und ^ 3ieichsrathcs nnd eventuell directe Wahleu lönncn ^l> slliinmcndcu Racenhaß neuerdings anfachen; dieser >viirdc aber durch die Vermehrung der östcrreichi scheu ^Nttiifaiiipfc die Zerrüttung und Auflösung der Mon-"clnc und die Aufsaugung Galizicus durch Rußland ^sürdcru, welches darin ciu Mittel zur völligen Uuter-"^ückuug dcs Poleuthums auch in seinen jetzigen Pro .uizcii schm würde. Dagegen müsse ein muthigcr, bc-!^>lic»cr und ausdauernder Kampf im Ncichsralhc zur ^nnschlcu Autouomicführc:,,weil injedcrgcwühltcuVolts-^pliisMatiou schließlich der Geist der Gerechtigkeit, Ei»' .^'t und Versöhnung siegen. Graf Goluchowsti erklärt ^l>chlich^ cv tonne daher die vcn der Wü'hleruersamM' ""« beschlossene Smolka'schc Politik der RcichsrathScut-^ltiiiig nicht mit seinem Gewissen vereinigen. Ausland. Ttuttssart, 7. August. (Katholische Ocuc-^lvcrsainmluust in Düsseldorf.) Das „D. ^lkoblatt" veröffentlicht die Einladung, welche das ^tUralcomit«'' der kalholischcn Vereine Deutschlands wl zwanzigsten Generalversammlung derselben in Düs-- °^-f uom 0. bis 9. September ergehen ließ. ,,Uu» .,^. Hcit." wird in der Eiuladuug gesagt, „ist eine Zeit ,^!«mcr Thätigkeit, eine Zeit der Wiederbelebung und l"c>!crung des katholischen Geistes. Wichtige ssragcn ^ . n un uns heran. Die Schulfrage berührt die hci- 8>wi Rechte der Familie und der Kirche, die Arbcitcr-^ schwebt wie eine dunkle Wolke über unsern socialen fänden, cinc weise Organisation zum Kampfe gegen ^ irreligiöse Presse ist Bedürfniß. Manche andere sl>>^ ^"^'^ ihrer Entscheidung. Die W. Gcncralvcr-^,""lll"g der katholischen Vereine Deutschlands soll iu^ ti^ Fragen ihr Wort iu die Wagschalc wcrfcu, den ^ ^>i Anschauungen Bah» brechen uud praktische Winke ^^mg geben." tz^ik svuach, ^' ^llglist. (Arbcitcrcougrcß) ^^ t>ic cistc Frage der Geschäftsordnung, ob die l^Y ^r Ätaildalc vor odcr nach der Wahl des Vorstandes vorzunehmen sci, fühlte die Auflösung des Eongrcsscs herbei. Die Schmcitzcri:»cr proteslirtcn ,^^'i, dic Giltigkcit der Ai,stimmu>:a und f^.ngcn die >U^alscil-laisc. Dcr Vorsitzende schloß hierauf die Versammlung. Hculc kommen die Bcbclicmcr gcsondcit zusaunncii. — 8. Angust. (Cougrc ß.) Bcidc Pclltcicn, die Socialdemokraten, Schweitzcricmer und Vc^cliauer be-ricihcu getrennt. Bebclö Parlci nahm 9 Plmltc des social demokratischen Pros.rammcs c»ü. Paris, 8. August. (Z c u al Sc ousu lt.) Mau versichert, das; die Commission des Senates gestern dc» eisten Artikel des Scnatuöconsulteö angenommen habe. Die Erucummg des Vcrichlcrstattcis erfolgt wahrschciu-lich Dienstag. Madrid, 7. August. (Dccrct gegen dcn Clerus) Die „Gazctta di Madrid" veröffentlicht ciu Dccrct, wclchcs die Plälalcn auffordert, der Regierung sofoit jcnc Priester bekannt zu geben, wclche ihre Pfarre vü'.lusfcn, um die R^inuug zu belämpfcn; sic werden weiter angcwicscn, l^cgcu solche Pricslcr tanoiusche Ätaßrcgclu zu ergreifen und Hirtcul'ricfc zu crlüsscn, worin sie die Angehörigen ihres Kircheusprengels zum Gcliorsam gegen die Regierung ermähnen; sie sollcu schließlich dcu der 9tcgiciu,ig notorisch feindscligcn Priestern das Recht zu predigen und Beichte zu höre» entziehen. Daosclbe Journal sa^'t, daß die Banden in der Provinz Leon als cmfa/löst belächlet werden können. Atelv-Aork. (Protestantisches Concil für 1870. - Angebliche Erwerbuug Euba's.) Der amerikanische Zweig der Evangelischen Alliance hat bc-schlosscn, im September 1870 eine allgemeine Eonscrcnz von Protestanten aus allen Bändern in Newport zu-salnincnzurufcu, um sich über die wichtigste» religiösen Zcitfragcu zu berathe» uud die Ehristenhcit der alten und ueueu Welt iu engere Berührung zu bringen, lim aber in der Sache sicher zu gehen, ist Prof, Dr. Schaff, der fchou seit Jahren ciu Vermittler zwischen Europa uud Amerika, uud insbesondere zwischen den Deutschen und dcu Anglo-Amcritaucru in kirchlichen und religiösen Angelegenheiten war, nach Europa abgeordnet worden, um das Terrain zu soudircn uud sich der Güslc zu versichern. Nach europäischen kirchlichen Blättern hat derselbe in England, Frankreich, Holland und Deutschland großeu Auklaug gefunden uud uou viele» der bc-dcutcudsteu theologischen Eclcbritütcn und ^aicu das Vcr-spreche» erhalte», die bcausichtigte Coufereuz in Newport zu bcsuchcu. Diese Eonfcrcnz kauu müglicherweisc schr bcdcutcud werden und durch das bcvorslchcudc öku-lucnische Concil dcs Papstes cine doppelte Wichtigkeit erhalten. — Die Gerüchte, welche nach Abreise des Generals Sickles auf seinen Posten in Madrid von Newport aus auf das bestimmteste iu Abrede gestellt wnr-dcn: daß nämlich Amerika mit der spauischcn Regierung wegcu Äbtrctuug Cuba's iu Unterhandlung getreten sei, tanchen abermals, und zwar iu bestimmterer Form auf. Diesmal heißt es sogar, dic Präliminarien eines solche» Ucbereintommcns seien bereits vollständig festgestellt. Spanien wcrdc die Unabhängigkeit Euba's au-crlcuncu und dafür uou der »cucu Regierung 100 Mill. Doll, iu Bonds auf die Reveuucu der Iusel uud unter Garantie der Vcr. Staatcu erhalten. Die „Times" glaubt: ei» solches Abkommen würde eiu für alle Bc-thciligteu bcfricdigcudcs "Resultat crgcbcri. Denn Spanien wäre uichl uur im Staude, seinen Finanzen gründ lich aufzuhelfen, scmdcru vermiede auch die Kosten und Gcfahrcu ciucr Bezwingung des Aufstauds auf der ^ns^'glcit. die Ruhelosigkeit unter der beständigen ^s^unuig derselbe» Kräfte, liege» in unfercr fisischeu i»,^ "lsntion — sie sind der Iustiuct des Körftcrgauzcn "Uuu das Gesetz sciuer Gcsuudhcit. Hl,h°^ 9'bt also ei» tiefes Bcdürfuiß uach einer >uis ^ und ciucu ebenso guten Grund, warum ^i'lr» "iciunls zu Hause zubringe» lö»ucu. Wir feig '^ nicht nur dcr'Nuhe, sonder» auch des Wech-llii,' "^ nicht uur dcö Wechsels dcr Körpcrstcl-^'"M ^l Arbeit, sondern auch des Wechsels dcr t»M '"lMi uud der Eindrücke, die wir von ihnen ^tiis ^"' ^>es ist »icht nur ciu Gesetz der physische» heil. ' londei» auch Bcdiugung der geistigen Gesund-^lii, "^ Gehirn, wie dcr Magen wird übcrdrüßig, ^ichc ^^'^. bic gleiche Arbeit zu thm« — stets das ^ Äc>mf/"'"^ ^' verarbeite» hat. Dic Ncrvcu wie ^'6 de 3 "'.'uüdcu au dcr Einförmigkeit, und dcr ^ Fy,/. ^it muß zuweilen vou ihucu gcuommcu, ^ch da« 3^^^ ^^ Ciudrückc unterbrochen werden, !" dic W".!^^ ^"' Association bindet uns anch hierin s,^>ben lÄ >! ^'^'""^' ^luf deoselben Wegen kehre» ?°" Sm "' ""^ "utcr dc»selbcn Umständen dic^ 'Mas,. ,.;?!' "'^er. Eiu GeschäftSmaun kann dic '>>ter sich ' ' ,"I"'"ttcl». ehe cr »icht das Eomptoir ' . ^''W u^'s ' ^''^^"cr kann nicht in seiner Biblio- !!?^"ieulcn 7^' ^"' ""'^l'"'- Der Arzt kann »icht U°bcu ^ '' ^" Prediger »icht seiueGemeiudc ignorircn, I?°'''Uichc Tl'« ^>)"^ ")» a» sie eri»nert. ^lm die 3 "" Schnnp ,5"^ ^^^l""' "U vergessen, muß man 3"' in Wclcn lehreu. Es gidt keiu 5»el ""' ein o. . ^ "'^"d c>"c Gemüthsbewegung, ciuc 3 ^" "nst M' °^ ei'" Sorge wäre. In den. N'bt es viel davon, und es "vcgung. was uns abnützt, und Sorge, was , lins tödtct. Selbst das glücklichste Dasciu ist vu» Vcr-lhältnissc» umgebe», welche Austrcuguug erfordern und Ailslrcnguug wird schr bald zur Ermüdu»,,. Eiuc Art vou ^iolhwcudigtcit licgt zu Hausc auf uus, iu dcm Kreise unserer Pflicht und Thätigkeit und jede fortgesetzte Nothwcudigtcit ist ciue Spanuuug. Doch wir sind davou befreit, sobald wir uns uo» dc» Vcrhält-uissc» losmachen, welche diese ^iothwc»digkeit mit sich sührcu. Ei» Gefühl froher Leichtigkeit überkommt uns, weuu wir ihue» entrouue» find, wie wir es zu Hause, i» Mitte unserer Verantwortlichkeit niemals haben tön-»c». Ei» Gefühl der Sorglosigkeit, glücklicher Vosgcbun-deuhcit von Mühe und Zwang, der Erkichtcruuu vou Äugst uud Sorge, froher, triumphircndcr Freiheit, ist das wahrhaft Herrliche und Erfrischende dcr Fcricn-rciscn. Wir haben für einige Zcit unsere Kindlichkeit zurückerhalten. Wir nehme» dc» Druck vou uusercm Gemüthe und mit einem Spruugc hat es sciuc Elasticität wieder gcwouncn. Kein Wuudcr, daß wir uus plötzlich iu Extravaganzen, sonderbaren Grillen nnd tollen Un-tcrnehmuugeu ergehe». lVic sind das Aufschnellen ciucr elastische» Natur vou dcm Druck uud Zwaug dcr Ci-uilisatio». Wir kehren, weil wir uuS ihucn cinc Weile überlassen habe», mcht schlimmer, sonder» besser zu uu-sereu Pflichtcu znrück, uud obgleich wir, iu unscrc alte» Verhältuissc zurückkehrend, auch ihre Sorge uud Vcrant-wortuug wieder finde» und die alte Bürde uus wieder erwartet, so nehme» wir sie doch auf gckräftigtc Schultern uud bcgcauc» dem Druck der Verhältnisse mit erfrisch-tem Gemüthe. Die Gcsuudhcit des Körpers und die Elasticität dcs Geistes sind hergestellt und wir gestärkt uud neugcborcu. (Schluß folgt.) Insel; die Cudancr sehen die Bahn zn ciucr raschen Entwicklung geöffnet, und die Vcr. Staate» wären den ewigen Verwicklnngcn entgangen, welche die Versuche dcr amerikanischen Bürger zur Unterstützung dcs Aufstands herbeizuführen drohten. HMSueuigkeiien. — (Dcr erste allgcm. Beamten-Verein dcr östcrr.-ungarische» Monarchie) zählt nach seinem ^eschäftsstandausweise für deu 1. Juli l. I. 11.245, Mitglieder und besitzt 47 Lucalausschüsse nebst 28 Borschuß-Cousortien an verschiedenen Orten dcr Mouarchie. In seiner ^ebcusversichcrungs-Abtheiluug bestanden 1725 Ber träge über :i,l;!W.8U4'fl. Capital uud 12.'l78 fl. 10 kr. jährliche Rente in Kraft, nnd wurden bereits über 70.000 fl. Versichcrungösuuuncn hiucinsbezcchlt. Die im 1. Semester l. I. abgeschlossenen neuen Versicherungen betragen 5,78.5,0^ Gulden Capital und 000 fl. Rente.' Die Abschlüsse im Monate Juli l. I. allein steigerten sich auf 17'z.7O0 fl. Capital nnd 400 fl. Reute. Nicht minder sind die Ge-schäftsergcbuissc dcr Vorschuß-Abtheilung, welche 25,00 Theilhaber mit 13:i.502 fl. bar eingezahlter Antheils, cinlagcn zählte und im 1. Halbjahre bereits 117.745 fl. Vorschüsse ertheilt hat. DaS Vertrauen in die vorsichtige nud solide (^cschäftögebahruug dcs Vcreiuö äußert sich durch die rege Theilnahme aus allen Kreisen, namentlich auch durch den Ciutritt von hervorragenden Persönlichkeiten ungarischer, rumänischer Nationalität, uno selbst von Bean^ ten audercr Bersicherungs-Anstalteu, und spricht sich auch durch die ehrende Anerkennung seiner Wirksamkeit durch die Anstalten, Aemter nnd Vereine des Reiches aus. — (Die Damen der vornehmen Pariser Gesellschaft), deren Gatten reich mit Orden geschmückt sind, tragen jetzt verkleinerte Nachbildungen dieser Decora^ ttonen als Bracelets oder in einer anderen Echmuckform. Den Anfang mit dieser neuen Mode machten auf dem, dem Vicekönig von Cgypten vou Herrn Oppenheim gegebenen Balle Frau de la V. mit einer Kette von cilf Kreuzen , deren Originale die Brnst ihres Gatten schmücken, uud Gräfin Ä., über deren schwarzem ^ockenhaar an einem beweglichen Halter ein persischer Orden schwankte, den ihr Gemal als (Gesandter am persischen Hofe erhalten hat. — (Tragfähigkeit eines Blattes.) Im botanischen Garten in Gent hat man Versuche mit dcr Traa^ fähigteit eines Blattes der Vi^turiu Ilo^m gemacht. Nachdem man dasselbe mit Leinwand bedeckt, um alle Risse zu vermeiden, bclnd man das Blatt und kam allmälig zn dem Gewichte von 120 Kilogrammen (circa 220 Wiener Pfund). Nachdem die Gewichte wieder abgeuommcu waren, setzte sich einer der Gärtnerburschcn, der ein Gewicht von etwa 130 Pfund hatte, daranf, ohue daß das Blatt sich dadurch im geriugsten genirt zu fühlen schien. Mitglieder dcs Wassersports meinen, daß man sich lein besseres Fahrzeug als das Blatt dieser Wasserpflanze zu Regatten wüufchen könne. Ueber das Grubenunglück i,n Plaucu'schen Grunde fchreibt das „Dresdner Journal" uuterm 0. August: „Es liegt uus heute die Meldung vor, daß die Zahl dcr Verunglückte», welche von mehreren Seiten noch viel höher cms-gegebeu wurde, als sie zuerst angeführt war, glücklicherweise noch hinter nnscrer Angabe zurückbleibt, indem jetzt consta« lirt ist, daß am Tage der Katastrophe in beiden Schächten nicht mehr als 270 bis 272 Bergleute angefahren seien (nach anderen Angaben wäre dic Zahl dcr Angefahrenen positiv auf 209 festgestellt), die sämmtlich den Tod gefunden haben. Die Zahl der zu Tage geförderten Leichen betrug bis heute Mittag 17, die fämmtlich beerdigt sind. Die Lufl^ strömung ist jetzt für die Arbeiten günstiger. Stadtrath und Stadtverordnete zu Bischofswerda haben sofort nach erhaltener Nachricht voll dem Unglücksfalle 100 Thaler gespendet, eine gleiche Enmmc die Vertreter der Stadt Freiberg. Die Redaction des „Chcmnitzer Tagblaltcö" konnte aus ihrer Sammlung bereits «00 Thaler absenden, und uuscrc eigene Sammlung hat heute bereits die Snmme von 4200 Thalern überstiegen. Aber auch außerhalb Sachsens regt sich die Nächstenliebe und die Theilnahme für die Unglücklichen in schr erfreulicher Weise." Die Beamten, Meister und Arbeiter dcs Bochumcr Vereins für Bergbau uud Gnßstahlfabriccttion (Westphalen) sandten 1000 Thaler. In den nächste» Tagen wird die Bildung eines Ccntralcomit^'s erfolgen znr einheitlichen Leitung des Umerstützungswerles. ,H ocu 1 es. — (Der Jahresbericht der l. k. Muster-hauptschnlc nnd L ehrcrbildun ganstalt) in Vaibach bringt anßcr der interessanten Geschichte der Nor-malschulc Schulnachrichten, welchcu wir entnehmen, daß die Gcscnumlzahl dcr Tchüler 7>1'.», jene der Sonutaasschüler 179 betrug. - ^andwirthschaftsgcscllschaft.)Porunö licgt das erste Heft der zufolge Vcschlnsses in dcr Generalversammlung vom 24. 'November 180tt herausgegebenen „Mittheilungc»," welches den Bericht über diese Bersamm' luug und Mittheilungen aus den Centralausschußsitzungen und einen Aufsatz des Herrn Fenscr: „Drainireu oder hungern" cuthält. — (Gefnndcn) wurden Cndc v. M. unsem vo» Rosenbach ein Fächer, am 20. v. M. auf offener Straße 1350 in dcr deutschen ttassc 1 Kmdcrhemd und 2 Leintücher unt dem Merlzeiche» ^. ^. Die Verlustträger wollen sich dies-falls beim Stadlmagistrcuc melden. — (Polizei bericht.) Dem Tischlerlchrling I. K. ist eine Geldbörse mit 22 fl. dnrch unbekannte Thäter anl 4. d. M. entwendet worden. Die geeignete» Nachforschungen wurden eingeleitet. — Samstag den 7. d. M. wurde ein Sandmann wegen Verausgabung einer falschen Zchn-Gulden-Bankuotc angehalten und dem t. t, ^'andesgerichte eingeliefert. — Sonntag Nachts gegen 12 Uhr haben in Hühnerdorf vor der steinernen Vrncke einige Burschen den Maurer M. Z., der über die Vrücke daher tam, angestäutt, wornach zwischen Z. und feinen Gegnern ein Wortwechsel entstand, in dessen Folge die gegnerischen Vnrschcn sich Holz-stückc Hollen, damit gegen Z. losgingcn, auf ihn cinhic bcn, daß er zu Voden fiel und als schwer verletzt in das Civilspital libervracht werden mußte. (5ine hinzu gctom mene städtische Patrouille fand die Holzstücke am Thatorle, den Z. im Straßengraben liegen und verhaftete zwei in einem b>asthause angetroffene Raufcr, welche dem l. k. ^.'andcs-gerichle eingeliefert wurden. — Den K. d. M. Morgens ist im ^aibachflusse am Moraste nnfern von Vipc, „v Kri/lvn-c:lk^ genannt, eine nackte männliche Leiche im Alter von 16 bis 18 Jahren im dritten Grade der Verwesung gc^ funden worden. Der Verunglückte soll ein Hirt ans Stein bei Traucrbcrg seiu und am 2. d. M,, als er während des Wcidens badete, dabei ertrnnten sein. Derselbe Hal rothe Haare und mißt 4 Fuß « Zoll. Die Leiche ist in die Todteutammer zu St. Christoph überbracht und obducirt worden. Neueste Post. Wien, 10. Aufist. (Reich srathSdelcglV lion.) Nach Nmscr sprachen Figuly, Nenmmm, Hel-ferslorfcr, l.icranf Beust. Benst verlhcidigt den eigenen Etllildtpnnc.', längnet die Existenz irgend welcher Allianz, schreibt dem Nolhlmchc, drsscn Vorlage eine linvermeid-licht Folge der öffentlichen Zustände, die Reibungen mi> Preusjcn ;u nnd fagt schließlich, die östtrvcichischc Politit fei dic Allianz im Innern. Wien, 10. Angnst, (Rci ch srathöd clcga-tion.) Speciallicrathnng über da« Budget des Ministeriums des Äcußcrn. Der für die Ccntrallcitung angesprochene volle Betrag wurde ohne Debatte angenommen. Bei den geheimen Auslagen beantragte Lconardi statt l>00,0<>0 unr ^00,000 und polcinisirt gcgcn Snbvcn-tionirnng von Journalen und Iunrnalisten, als vcr^ derblich wirkend. Suctcc nnterslützt den Antrag. Bcnst verweist ans die vorjährigen Debatten über die geheimen Auslagen, welche die Nothwendigkeit derselben 'klarstellten. (5r l,cbt hervor, daß im Innern eine geheime Polizei bestehe; dagegen nahm dic Staatspolizei in neuester Zeit cinc ganz besondere Richtung, deren nähere Erörterung nicht angeht. Dic gerügte pnblieistischc Thätigkeit geschehe im Interesse dcs Staates, namentlich gegen Außen. Die N^iernng könne übrigens nicht für jedes geschriebene Wort smslclicl,. Dcr Ausschnßcmtiag, 500,000 Gulden zu yrhcimcn Auslagen zu bewilligen, wlnde mit großer Majorität angenommen. Wcichs beantragt die Auflassung dcr Gesandtschaften von Hesscü'Darmstadt, Mccklenlinrq, Sachscn nnd Hamburg. Rcchbaucr führt aus, bci den cnvcilclten Vcltchismitlcli, fei die heutige lostfpieüae Diplomatie übcrfiüssin. Wien. 10. August. Aus Amsterdam, 8. August, wird telegraphisch gemeldet: In Schevcnina.cn fand ein großes Banlet anö Anlaß dcr internationalen Industrie-Ausstellung statt. Für dic Regierung war dcr Finanz-minister anwesend. Der Präsident Mackay brachte cincn Toast aus auf dcn Kaiser von Oesterreich, welcher sehr gut aufgenommen wurde. Dcr österreichische Dclcgirte Kanitz dankte nnd brachte ein Hoch auf Mackay. Die feurige Rede fand großen Beifall. Rciehsrath Licbig hielt cinc energische Rede auf das holländische Volk unter donnernden, Äcifallc. Nach ihm fprach dcr italienische Ncgie-rnngscommissär, Senator Graf Bori, cinc interessante, für Oesterreich syinpathischc politische Rede. Trieft, 10. August. (Tr. Ztg.) Aus Anlaß dcr zuerst auf dcn 7. d. M. festgefetzien, dauu auf heule verlegten Auslosung der Conscribirlcn kam es heute Vormittags zu ernsten und ausgedehnten Rllhcstöruiigen. Wie man uns mittheilt — wir könncu jedoch für dic absolute Genauigkeit dieser Nachrichten keine Bürgschaft übernehmen - hatte fich vor dcr Doblclkafcrnc, wo dic Auslosung stattfinden sollte, eine große Volksmenge (gegen 1500 Personen) vci sammelt. Dic Losung gelangte nur bis zur 4. Nr. und wurde dann durch gc-walttycitigcs Einschreiten nntcrdrochm. Dic Commission, bei welcher sich auch dcr Hr. Podchu Dr. d'Angcli befand, wnrdc im Zimmer eingesperrt uud dcr Schlüssel abgezogen; dnrch dic Fenster sollen Holzstiickc gcworfcu worden scin. Hicranf zerstreute sich die Volksmenge iu dcr Stadt, wo allerlei Unordnungen und Ausschreitungen begangen wurden, so daß mau cö au mehreren Ortcil für gerathen hielt, dic Lädeu zu fchlicßcn. Den von dcn Organen dcr Sichcrhcitöbehördc Verhafteten folgte ein zahlreicher Pöbclhausc mit Pfeifen nnd Geschrei, so daß die Escorte an einigen Pnnkten sich mit den: Gewehrkolben Bahn brechen mußte. Auch wurde im Angcsichte dcr drohenden Haltung dcr Ruhestörer scharf geladen und dic Polizeidireetion von einer Militär-ol'll)cilnng besetzt. Daß die leider ziemlich zahlreichen, dem fremden Cigenthninc gefährlichen Elemente nnserer Stadt den willkommenen ^lnlaß ebenfalls zlir Ansbcn-tnng benutzten, versteht sich um, selbst. Auch wurde hcute abeimals ein Militärpolizcisoldat, dcr in dic Caferne zurückkehrte, in Via dclla Äluda (in dcr Altstadt) überfallen und erhielt mehrere Wunden, so daß er ins Spital gebracht werden mußte. Dic Zahl der Verhaftete,, beträgt, wie es heißt, Ni; bci ciuem derselben fand man ciue Pistole und ein Messer. Der Podest^ hat hierauf rinc Kundmachung erlassen, in welcher cr die Bürger zur Aufrechthallung der Ruhe uud Ordnung auffordert. Berlin, 5». August. Die „Kreuz-Zeitung" dcmcn-tirt die Mittheilung des Pester „Neuen freien Lloyd", wonach dcr Kronftrin; von Preußen Ende Juli in Ischl gewesen wäre. Dasselbe Blatt erklärt ferner dcn angeblichen, von dcr „Sächsischen Zeitung" veröffentlichten Briefwechsel zwischen dem iiünigc von Prcußcn und dem Kaiser von Oesterreich aus d.'m Jahre 1866 für erdichtet. Paris, l). August. Marquis dc Lavalellc hat ain verfloffeucn Sonnabend sei» Beglaubigungsschreiben übergeben. - In, nördlichen Spanien haben sich ucnc Banden gebildet. — Der Zustand des Marschalls Niel ist beunruhigend. ^ In Marseille hat zwischcu Lapon-tcric und Naqnct ein Pistolendnell stattgcfnndcn. Die Kngcln wurden auf fünfzehn Schritte gewechselt. Niemand wnrdc verwundet. Madrid, 8. August. Dcr „Imparcial" meldet, daß im September eine Verstärkung von 20.000 Mann nach Cuba gesendet werden wird. Dic erste Frage, welche die Cortes nach ihrem Znsamincntrillc beschäftigen soll, wird die Wahl eines Monarchen seiu. — Zwei Sergeanten dcr Gendarmerie, welche zwanzig Officicröpatcntc bei fich trugen, wurden diese Nacht verhaftet. Ebenso wurden zwei Individuen, von welchen daö cinc fich Gc-neralVapitän von Neu-Cast!lien, das andere Commandant von Madrid für Don Carlos nauule. verhaftet. Madrid, U. August. Gestern wurden 17 Bür-gcrgardislen verhaftet, wcil dieselben llutcr-Licutcnauts-patcntc für dic Armee des Don Carlos bci sich trugen. - Die „Gaccta di Madrid" meldet, daß Galanzatcgiu, dcr Chef einer carlistischei, Vandc, am l>. d in Valco-bcdo erschossen wurdc. Dasselbe Blatt versichert, daß die Baude Polo's sowie die Banden dcr Provinz Leon vollständig aufgelöst wurden. Telegraphische Weckfrlcvlnsc vom l<>. August. 5prrc, Metallene« l;2.!!scii<^.<;5), — 5)i?^c,!)l'>^'' Staatsanlrheu 101,40, — Baulaeüen 754. - Lredilaciieu 307.50. — Uondoii 123,75. — Silber 120.50. — K, l Ducalcu 5 87^/,. Hanöel und z?raiul»ll,'H, 9. August. Auf dem heutigen Martlc sind evschinicli: <^1 Wagen mit Getreide, 7 Wageu mit Hcii und Stt-oh, i< Wagen mit Holz, 4 Wagen mit Zwiebln uud 64 G5 ^ Vuttcr pr. Pfuud . — ^ ,!?oru „ 2 90 Eier pv. Slütt . . — '-' Gerste „ - — ll'iilch pr. Mak . - '" Hafer „ ^ — iltiudflrisch pr. Pfd. — '^ Hc>ll,frl>chl „ .'i .'!0 italdfleisch ,. — ^" Heiden „ ^ 90 ^chiveiueflcisch „ — '^ Hirse „ 2 W schöpsensinsch „ — >'' Kukunitz „ ^ 80 Hälmdcl pv. Stock — -'' Erdäpfel „ -- — Tauben „ — 1l linsen ,. — -- Heu pr. ^eutuer . l ^ ^ Erbse» ,. — Stiuh " „ . l'" > Fisolen .. .'j 20 H»lz, haltci«, pr. Klst, 5, <>^ » Niudiljchmal,; Pr. Psd, — 49 — weiches, „ ^i 7'^ ! Zchlueiueschmal; „ ^- «.l^ Wem, rother, pr, Eimer - " l Spelf, frisch, .. — 8.< — weißer „ -- -^ <3pett, geräuchert, Pfd. — -- Nudolfswert-H, 9. August. Dic Durchschnitts-Prcise strll' teu sich auf dem ln'ittiqeii Vlaittr. wie folgt: __ _^ _^ ^ Wei^eu pl-v Metzei, l -M Vutler pr. Pfund . — ^ Korn „ ^! :^<) Eier pr. Stiict . . -- >> Grrste ,. ^ l!0 Milch pr, Maß . - U' Hafer ,. 1 ^0 Rindfleisch pr, Pfd, - -'i HalbsnM „ 3^70 Kallisleisch „ — ^ Hridm „ ^ «« Schwciucfleisch ,. - ^ Hirfr ,. -,» 5i" Erdäftiel „ ^_ ,. Taubcu ,. — ^ ^'illsen „ !'. 40 Heu pr. Centner . 1 '" Erbsen „ <; 40 Stroh ,. . 1 ^ stisolen .. ti 40 Holz, harteö, pr. Klsl. — weiches, „ — -" TchN'eiulichuial; „ 45i Wein,rother, pr, Eimer __ weißer ., 5 ^ Zpeck, geräuchert, Psd. — 40 Angekommene Fremde. Äm « August. Sladt Wie». Die Heneu: Gugler, Kausm-, dou Stultga^ — Hartmann, Kaufm., uon Müucheu. — DuSzl, Guldard' Tauchuer, Kaufm,, uuo NitlaS, uou Wieu, RegeuSdorf »^ Frau !l.'oluschin5tl,, Direclorögalliu, uon Trieft. (flefmll. Dir Henen: Noschitz, l, I. Mariuc-Ofsieier, von P"lo. -- Pogacuil, Besitzer, vou ssropp. . Foraboöci, Vauni'tt^ uelinier, von NeuinaM. — ^'iuhar!, Gastgeber, uou Pelta». ^ Abe!ec<, Uhrmacher, von Wien. — Varachiui, Privatier; Ncda>'' und Galvaui, Kauflt., uo» Trieft ^'itnc, Ingenieur. «"" ^!ladmanuödorf. Vaierischer »of. Die Herreu: Masi, Äahübeamter. "^ Dorbe^. vun Triesi. ^ 'Il^ll'^nttll.'^illiil'. ^eoliachllNllN'n ln i^nkmH^, »NI. Mg. cl22.ü4 -j-I^.-e niilldstill Nebel" '" 10. ^ „ N, 322..N 4-20^ SW. stall f. g. bewölkt 0.«o 10,. Ab. :i2l...n 4 Ki.« O. miißic, trübe Morgcuuebcl, Voriuiltag wiudig. Tagüber un'ist gau; ^, woll!, Abende lebhaftes Weltcrleuchten in Nordwest. Da<« Ta>' -Al5«.«^«l.^».i >K4 Wien, 9. August. Die Vörsc war gleich anfangs minder günstig dispmurt, lauirte jedoch bis iiber die ErMrnngozeit; dau» machle die weichende Tend.n; weiterc " ,,< V!»tjlnUtllU)l. Dritte nnd wnroeu uo» derselben nicht'blos Specnlatiouswcrthe. sondern auch Aulagspapierc aller Art ergriffen. Lombarde» hieltm fich rclatm fest, Franco-Actien, ^ Baut und Vanlvrrein wnrden sogar besser bezahlt, Devisen nnd Complanteu erhöhten sich um reichlich '.. pEt._____________________ 4. Allgemeine Staatsschuld. Für 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5> pCt.: iu Note» uerziuöl, Mai-November »!2,50 »>2,«;0 .. „ „ Februar-August l,2.50 t'2.<>0 , Silber „ Jänner-Juli . ?1,W 71,90 „ „ „ April-October. 71.^0 71.l'0 Steuerauleheu rückzahlbar (^) , 9,^.25 98,50 L°fr v,1.1«Ü9 ....,, 24«.ii0 249. ^ „ .. 1«54 (4 °/„) 4» 250 fl. 92..')0 9.'!.^ „ ,. 1800 zu !-)00 fl. . . 10l.4<» 10l,60 „ „ 18A> zu 100 fl. . . isiA.s'O 104. „ ,. 18i.?5> Oalizien ... - "5 ,. 75>..'l0 75».«o Nicder-Ocsterreich. - " >'' « ""5 93.25. Ober-Oesterrcich . . ,^' . ^.- A,-Siebeubürgeu . . - - - „ «<'^ »^' Unganl.....«5„ U Eredilaustal,. allgem. nugar. . . 112 5)0 112.75. Eöeomptr-Gesellschast, u, ö. . . 920.- .'^„. Frauco-üstevr. Baut .... 14<> - 1^50 Oeunalbaut......."^ ^,")0 Nauoualbmll.......?'.'!'"-. 3«^ Vcreiusbaul.......^'^>V. 1^' Bcrkehröbauk.......1^50 141... «D. Actiell vo» Tran^portuuterueh, lUlluaeu. Geld Waare Alföld-Fiumaucr Vahn . - - 1^-" l80.5>0 V^'hm. Wrstbahu.....228.-228 50 Earl-i,'udwig-Äahu ..... 266.— 2<)u.5(> Donau-Dampfschiffs. Gefellsch. . «12.- ^5-Elisabeth-Westbahu . . . - '''!/-"H^ Fcrdiuauds-Noldbahu . . . ^'/''' ^.,'^ ssiluftlrchcu'Varcser.Bahn . . 190,50 191.-sslauz-Iosephs-Vahu .... 1^.7:, 1"^^" ^cmbklg-Czcru.-Illsluel-Vahu . 207.50 208,— i.'loyd. üsterr. . . . .... 395- ^?- Geld Waare Omuibu« (erste Emissiou). . . 270. - 272.— Nudolfs-Vahu......175,.5O 1?<>. Sicbcubürgrr Vahu .... 179.5l) 180.— Slnalöbahii.......414.-- 415.— Süobahu . ......274.75 275.- L,!d uordd Verbiud. Bahu . . 172 50 173.- Theiß Bahn.......273 50 274.- Tramway........194.50 195,- ,5. Pf.indbricfe (für 100 fl) Nllll ösi Bodcii-Ercdit-?lnstalt Geld Waare ue'lusbar zn 5 pEt. m Silber 109.- 109 50 dl - - - - '^-^' 95.-G.CaU^'udw.B.l. S.vcrz. l.Eln. 102.50 103.— Oestcrr. Nordwestbahu .... !»2.8l> ^l> Sicbcnb. Bahn iu Silber uerz. . 91,5<1 ''^ Staatßb. O. 3"/., 5 500Fr. „l. Em. 1^3 ' ^' .. Siidb. G, 3 ',. -< 500 Frc. „ . 118.50 ll' ^ Sildb.-Bons <;«/.. (1870-74) ^5,' i.500Frcs . . . . . .244.^^ «. Privatlose lper Sliicl.) ,l< Crcditaustalt f. Handel u. Gew. Grld H, ^ zu 100 fl. ö W......1«2.5>" ^'^ Nudolf-StifOiiig zu 10 fl. . . 15.- ^ Wechsel (3 Mou.) Geld HF Augsburg filr 100 fl sildd. W. 102 6^' ^j^ Fraulsnn a.M. 100 fl. detlo 102.7" '.^ Hamburg, silr 100 Marl Banco 9l».»^ ,^,"> London, für 10 Pfuud Sterling 123^ ^ Pari?, silr 100 Frau^ . . . 49.1-' EourK der Geldsorte" „^ Oeld ^^" ^ K. Miluz-Ducater. . 5 fl. 87 kr. ^',^" Napoleonsd'ar . . 9 ,. 89 .. -' '' »1 ' Vcrcinslhalcr ... 1 „ 80 ,.^ " s," ^ Silber . . 12o „ - ,. '^' " ^ ttraiuischc GrnlidenllMungU - ^dliaatlo"^' natlwUn.ng: 8U 50 Oeld, 90^"