Nr. 228. ^länumerationspiei«: Im «omptoi« ga.izj. fi. ll, halb>. fi. 5 50. ttül ^ie Huftcllun» ins Hau« hold,. 50 fr. Mit d« Pc>st qanzj, N. ,k, haldj. fi. ? Iw. Donnerstag, 5. Oktober. Ius«rt dcr Wiederholung ähnlicher Ausstände Serbiens und Montenegros nicht vorgebeugt werde, und was die adminislralive Autonomie HoSnienS und der Herzegowina anbelangt, so sei dieselbe überflüssig, da ohnedies auf Grundlage des ReforinhaiS Hamid N. eine Arl Constitution für sämmilichc Provinzen des Reiches ausgearbeitet wcrdcn soll, welche eine AuSnahmsstellung dieser beiden Provinzen uls unzulässig erscheinen lasse. Um diese Absicht zu bechätigen, schritt dieser Rath sogleich zur Beschlußfassung über cinen Entwurf der neuen StaatSvcrfassung. Dem „Valit" zufolge soll das türkische Parlament im gangen aus 62 Mitgliedern be- Feuilleton. Der Teufels-Capitiin.* Rnmali von I. Steinm nun, (Fortsetzung.) . Als Manuel sich wieder allein befand, versuchte er, ^s Näthscl zu lösen. Wer konnte derjenige sein. dcr so °!cl Interesse an ihm nahm? Herr von Malton? Aber leser brauchte sich ja nicht in ein Geheimnis zu hüllen. Ilck."" ^°" Favcntines? Auch das war nicht wahrschein-i„ l?^ w"r zu strenge bewacht, nm ihm diesen Trost " Wnen Kerler zu senden. Ader Zilla? Ja, das konnte ^'". Zilla halte dazu geholfen, ihn ins Elend zu stürzen, l, ^ die Eifersucht konnte sie zu dcm Verrath getrieben oerl^' ^"^ b"^ Äcn Iocl ihn» ja mehr als cinmal aä, ??^ ^ Zilla ihn liebe. Sie war im Grunde lein embs lh verderbtes Geschöpf. Sie hattc Gewissensbisse es 3', ' b"s an ihm begangene Verbrechen bereut — lhäteri ^^^' ^"" ^" ^^ geheimnisvolle Wohl. den /^bcm er diese Ueberzeugung gefaßt, öffnete er zu m.l c ""b begann die darin befindlichen Lebcnsmittcl vcrborn '^"' ^ "°^ l« möglich, daß cin Billet darin den Kn!Ü' r.. ' ^^^ bas Brot von einander, durchwühlte schob se..f ^ ""f den Boden, aber er fand nichts. Er neue ssi«, bm Korb von sich und überließ sich aufs Gca n M'^"' bedanken. gewöt,uli!,.o ».""a aber, es war die Zeit, wo ihm seine der hu,,^ largl^ Nahrung gebracht wurde, stellte sich ^brn Brnt ^'" cin. Er streckte die Hand nach dem "^-^^ aus und nß ein wenig davon. Dic Pastete """. Nr. 226 d. «l duftete so verlockend; sie war in guter Absicht gebracht warum sollte er sie verschmähen? Er hatte kaum einige Bissen dieser schmackhaft bereiteten Speise zu sich genommen, als die Thür sich wieder öffnete und der Ge-fangcnwärtcr eintrat. Derselbe setzte seine Laterne auf einen Stein der Zcllc und cin grobes Brot und einen Krug Wasser vor dcn Gefangenen. „Guten Appetit, mein Herr," sagte er. ..Es freut mich. daß man Sie fchon so gut versorgt hat und cs Ihnen so gut schmeckt." ..Ich danke Euch. mein Freund," versetzte Manuel mlt einem traurigen Lächeln. ..Aber können Sic mir nicht sagen, von wem mir diese Erquickung kommt?" „Ich weiß cs nicht," erwiderte dcr Gefangcnwärler. ..Doch von etwas anderem: Kcnncn Sie dieses?" Bci diesen Worten nahn, cr scmc Laterne und ließ ihr Licht auf das silberne Armband fallen, das cr in Zilla's Namen dcm Gcfangcilcn überreichen sollte. Dcr jungc Mann griff mit unvcrholcncm Er-, staunen nach dcm Schmuck, den cr fogleich als Zilla's Eigenthum erkannte. Ictzt war ihm das Räthsel gc-löSt. wie cr glaubte. Der Mann. dcr ihm den Korb gebracht, war von ihr gesandt wordcn. ..Es steht etwas darauf geschrlcbcn," bemerkte der andere, „ttcscn Sic schnell, mcin Hcrr, und wenn ich Ihnen nützlich sein kann -^" Ein kaut dcs Schreckens, der von Manuels Lippen bebte, unterbrach seine Worte. ..Was ist Ihnen, junger Hcrr?" ..Wcnn diese Zeichen nicht lügen," sagte der Gefangene, auf das Armband starrend, „so bin ich verloren." Er las aufs neue die von Zilla eingravierten Charaktere. Zilla theilte ihm mit, daß der Graf von Lembran ihr cin Fläschchcn Gift gestohlen und daß Manuel sich hüten solle, die Speisen zu berühren, die ihm ein fremder Mann noch denselben Morgen bringen würde. Und diese Speise — cr hatte schon davon genossen ! „Ja. ja, verloren! verloren!" stöhnte cr. „Mein Bruder hatte sein teuflisches Werk vollendet!" Nach einigen Minuten wurde er aber wieder ruhig. Er fühlte keine Schmerzen, und das Gift. von dcm Zilla schrieb, brachte einen schnellen und qualvollen Tod mit sich. Am Ende hatte Zilla sich doch getäuscht, dachte er. Er blickte auf dcn Korb, nahm cinc dcr beiden Flaschen hcraus, zerbrach deren Hals an einer Steinspitze, tauchte seine Finger in die Flüssigkeit nnd benetzte seine L'ppen mit einem Tropfen derselben. Er fühlte einen brennenden Schmerz und schlenderte nnn die Flasche in einen Winkel dcö Mfängnisses. daß sie auf dcm Steinboden zu Scherben zersplitterte. Dann ergriff rr dcn mit Wasser gefüllten Krug und trank ihn bis auf die Neige lcer. Der Gefängniswärter hatte mit Erstaunen dcm Treibcn dcs Gefangenen zugesehen. „Was soll dcnn das alles bedeuten?" fragte cr endlich. « Manuel bcantworlele diese Frage nicht, Er elgrm die Hand dcs wackeren ManncS und entgegnele.' ..Mau hat mir heute a.,fs neue ".' ^'0 ^ liefert, daß ich der Graf Ludwig ""'"'" ^r Sagt diese Worte dem Manne, der d'cs"^/^,^^ war, und ersucht ihn, sie seinem b"^,,^.,. jemals holen. Das wird genügen, '^ s^„. Was w.eder seinen Fuß über diese «-« ^ !"P 7'"den"I ' "ir geleiste, niemal« ver. N/w«^ Freund." 1796 stehen, wovon 32 Muselmänner und 30 aus den anderen Religionsgesellschaften. 12 mohamedanische und 10 christliche Mitglieder sollen aus der Bevölkerung Konstantinopels genommen werden; der Rest wird in den verschiedenen Provinzen zur Hälfte von der Regierung ernannt, zur Hälfte von der Bevölkerung gewählt. Wie man sieht, ist die Verf ssung, womit die Türkei schon in bülde bcglückt werden soll, ein: sehr zahme und dürfte kaum genügen, um die Bevölkerung der aufständischen Provinzen zur freiwilligen Unterwerfung zu ver» locken. Es existieren überdies noch mehrere andere Versionen über die Zusammensetzung des neuen Staatsrathes ; doch sind dieselben alle in Bezug auf das Maß des Liberalismus einander gleich. Gestern fand ein großer Ministerrath im Landhause des GroßoezierS statt, gleichfalls um über die Friedensbedingungen zu berathen. Nach dem Schlüsse der Berathung begaben sich sämmtliche Minister zum Sultan, um demselben daS Resultat ihrer Berathungen mitzutheilen. Die Minister blieben bis in die späte Nacht im Palais und wurden auch zum Iftar (der Haupt» malzeit im Monate Ramazan) geladen. Wie es heißt, wurde beschlossen, die Friedensbedin. gungen der Mächte mit der Modificierung anzunehmen, daß die administrative Autonomie Bosniens und der Herzegowina durch die für das ganze Reich auszuarbei« tenden Reformen ersetzt werden sollen. Die Vertreter der Großmächte wurden hievon vertraulich avisiert, doch erfolgte noch leine officielle Antwort auf die FriedenS-vorschlüae derselben. Mitten in diesen Friedensbemühungen traf heute die Nachricht ein, daß Tjchernajeff die türkischen Truppen in ihren Stellungen im Moravathale plötzlich angegriffen und geschlagen habe. Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt noch abzuwarten, doch hat dieselbe überall die größte Bestürzung und Verwirrung hervorgerufen. Die Türken sind furchtbar erbittert über das Doppelspiel Serbiens, das auf der einen Seite um die Mediation der Mächte ansucht und auf der andern Seite die durch die Be. mühungen derselben Mächte erzielte Waffenruhe benützt, um die türkischen Truppen zu überfallen und aus ihren Stellungen zu vertreiben. Man beschuldigt Rußland, Serbien zu diesem Schritte veranlaßt zu haben, um den Frieden zu hintertreiben und vielleicht dann selbst am Kampfe lheilzunehmen. Auf der Pforte hält man einen Krieg mit Rußland für unvermeidlich." Selbijch-tüttilche Armeezustände. Ein englischer Stabsoffizier a. D., der sowol die serbische als türkische Armee aus eigener An« schauung kennt, entwirft in einem sehr interessant geschrie« benen Artikel der „AugSb. Allg. Ztg." eine eingehende Schilderung der in denselben herrschenden Zustande. DaS Bild, das derselbe liefert, ist nichts weniger als in rosigen Farben gehalten und dürfte namentlich unsere Schwärmer für serbische Zustände in ihren opti< mistischen Anschauungen ein wenig abkühlen. In dem genannten Artikel, den wir seines weitgehenden Interesses wegen hier vollinhaltlich folgen lassen, heißt es: „Die längere Ruhe auf den verschiedenen Theilen Serbiens, die jetzt von türkischen Truppen besetzt worden, mag vielfach in Europa auffallen, allein sie entsteht fast allein dadurch, daß der nothwendige Transport von Proviant „Was? dieser Wein —" Manuel legte ihm die Hand auf den Mund. „Schweigt über alles, was heute hier geschehen und thut, was ich Euch gesagt. Später werde ich Euch vielleicht zum Zeugen aufrufen. Bin ich einmal frei, denn mein Herz jagt mir, diese Kerkerhaft wird nicht mehr allzulange dauern, so soll Eure Güte gegen mich reich belohnt werden." Als der ehrliche Bursche sich entfernt hatte, wurde auch die zweite Flasche von Manuel zerbrochen und der Wein verschüttet. Am folgenden Tage erschien der Abgesandte des Grafen von Membran aufs nme im Ehücelet, diesesmal An,In ^"^""""' ^ «°l"e sich nur nach dem Beftnden de« Gefangenen erkundigen. Der GefananiS-warter aber wies ihn mit den Worten ab, die Manuel ihm eingeschärft hatte. Der Mann, der nicht in das fürchterl'che Geheimnis eingeweiht war. überbrachte dem Grafen die erhaltene Antwort. Berlrand von Membran stieß einen Ausruf des Zornes aus. „Hast du vor dem Gefangenen meinen Namen ge> nannt? fragte er. „Nein, Herr Graf, Sie hatten es mir ja verboten." „Es ist gut, geh' zum Teufel!" rief der Graf. Der Diener gehorchte. Mr tann mich verrathen haben?" murmelte «ertrand «Manuel lebt und wagt es noch, mir aus s7iner «er'kerzelle zu drohen? Morgen wird er mich viel- cht anlaaen ES wird Zeit, Herrn von Lamothe zu Hilf w kommen Es muß ein Ende gemacht werden." ^r '^"elte und befahl dem eintretenden Diener^ anspannen zu lassen. Zehn Mlnuten spater aß er in s"n«r Equipage und fuhr der Wohnung des Prafecten zu. (Fortsetzung folgt.) und Munition, welche die Truppen unumgänglich brau. chen, felbst bei der größten Anstrengung nicht schneller herbeigeschasst werden tann. Hätte die Armee des Sevas-liers Abdul Kerim nur Pulver und Mehl in genügender Menge stets bei sich, so würde sie längst in Belgrad sein; aber die leidige Verzögerung, die dadurch entsteht, daß beide nun einmal unumgänglich nothwendige Kriegsbedürfnisse mit unsäglichen Schwierigleiten auf schlechten Wegen herbeigeschafft werden müssen, macht ein schnelleres Vorrücken absolut unmöglich. Selbst ein Napoleon I. oder Moltte würden hieran scheitern, denn wenn die türkischen Soldaten auch zu hungern wie die Katzen und zu marschieren wie die Pferde vor den londoner Cabs im« stände sind, einiger Nahrung bedürfen fie doch immer, und Patronen gebrauchen sie auch, da zu einem Kampf« mit Kolben und Bajonett die ferbischkn Milizen es nun einmal nicht kommen lassen, sondern fast stets früher recht eilig das Hasenpanier ergreifen, sowie die türtischen Bataillone ihnen nur gehörig auf den Leib rücken. Ist es doch überhaupt ein ganz gewaltiger Unter, fchied zwischen dem Enthusiasmus, wie er auf dem Papier steht, und dem, wie solcher in der wahren Wirklichkeit beschaffen ist, und von letzterem habe ich bei den serbischen Milizen — manche rühmliche Ausnahme abgerechnet — erst verteufelt wenig verspürt. Hat Fürst Milan, der weit vom Schuß in sicherer Ruhe Proclamations über Proclamationen erläßt, von denen die eine noch immer die andere in schwülstigen Phrasen und unwahren Be» hauptungm zu überbieten strebt, jetzt sogar einen eigenen Befehl erlassen müssen, wonach die Selbstverstümmelung der Retruten, um auf solche Weise dem verhaßten Ein-tritt in die Milizen zu entgehen, mit harten Strafen belegt werden soll. Ueber 300 Ausgehobene sollen sich an den Händen verstümmelt haben, um so von dem Heeresdienste loszukommen, und aus manchen Milizbataillonen desertieren die Soldaten in ganzen Scharen und flüchten sich nach Rumänien oder über die österreichische Grenze. Viele Bataillone der serbischen Miliz sind absolut nicht mehr in das Feuer zu bringen und ich habe es vor Alexmac selbst gchheu. daß sie aus-rissen, sowie nur die ersten türkischen Kugeln in ihre Reihen schlugen, und trotzdem, daß die russischen Offiziere recht« und links mit ihren Säbeln auf die Köpfe der Fliehenden schlugen, nicht eher stillstanden, als bis sie sich hinter ihren Schanzen und Wällen in Sicherheit wußten. Und dann hat man noch die Frechheit, zu behaupten, die Serben führten jetzt einen heiligen Krieg gegen die Türken und das ganze Voll sei von dem festen Entschlüsse beseelt, zu sterben oder zu siegen, und wie ähnlicher Schwulst noch immer heißen mag. Man bereut in Serbien ungemein den wahrhaft frevelhaften Leichtsinn, um nichts und wieder nichts den Krieg an die Türkei erklärt zu haben, möchte gern Frie-dm um jeden Preis, würde selbst den Fürsten Milan bereitwillig dafür opfern, und sieht jetzt schon ein, wie verblendet man gewe,en ist, sich von diesen ehrgeizigen russischen Intriguante« aufh:yen zu lassen und Hab und Gut und das Leben von Tauseliden junger lräfliger Manner hlnzuopfern, blos damit die Panslavisten in Moskau ihre selbstsüchtigen Zwecke erreiche». Doch jetzt «st es zu spat, Fürst Milcm wird kaum noch dem Schein nach gefragt, denn der General Tschernajeff ist der ziemlich uxumschränllc Dictator des ganzen Fürstenlhums. der ganz nach «ust und Belieben hier schaltet und wallet und seine russischen Offiziere betrachten die Serben als ihre bloßen Diener und die serbischen Milizen als ihre Rekruten, denen sie mit tüchtigen Hieben die strenge heimatliche Disciplin beibringen müssen. Russische Offiziere aller Grade sollen bereits an 7—800 im serbischen Heer dienen, und jetzt kommen täglich auch noch Hunderte oon russischen Unteroffizieren und Soldaten in Belgrad an, um von dort aus an die verschiedenen Bataillone und Batterien vertheilt zu werden. Ich habe selbst mit gefangenen und verwundeten russischen Offizieren hierüber gesprochen, sie räumten die Richtigkeit meiner Behauptung ein, bedauerten überhaupt jetzt, in serbische Dienste getreten zu sein, sagten mir aber: man habe von hochgestellten, einflußreichen Per. jonm es so dringend gewünscht, daß sie jetzt du serbi-chen Milizen zum Kampf gegen die Türken führen sollten, daß sie diesem Ansinnen nothgedrungcn Folge leisten mußteu, da sollst ihre ganze fernere militärische Laufbahn in Zweifel gestellt sei und sie auf Wehres Avancement kaum hätten rechnen können. Und gleich ungerecht, wic mit dieser Sendung vieler Hunderte von russischen Offizieren für die serbischen Milizen, verfährt man jetzt in der Erzählung und Ausschmückung aller möglichen Grausamkeiten, welche die Türken fort und fort nicht allein in Bulgarien, sondern auch überall gcgeu die NajahS verübt haben. Solche wilde Grausumleiten, die Mschiedcn harte Strafe verdienen und auch oft sehr streng bestraft wor. den sind (der Seraslier Abdul Kerim hat gewiß über 100 Tschechen, Baschi-Bozuts, Redifs und Nizams, d> Streifzügc, um diese türkischen Transporte wo möglich abzufangen, und da solche stets an 1000—2000 Man" Bedeckung haben, so entspinnen sich bei dieser Gelegenl^t häufig mehr oder minder lebhafte Gefechte, ill denen ^ Angreifer gewöhnlich abgewiesen werden, wie dies A ausnahmslos in diesem ganzen Kriege der Fall gclv^ ist, sobald die Serben es wagtcu, zur Offensive ilv"' zugchen. Dies ist alles, was hier jetzt geschieht. M"" sollten auch die Türken so thöricht sciu, die serbls^, mit russischen Geschützen armierten Schanzen zu stü^ und, selbst im besten Fall, Tausende von mi'U)'^' Soldaten dabei zu opfern, da Rußland es doch nicht "' lauuen würde, daß sie Serbien besetzt hielten l> Seit ^ Hilfe Rußlands immer unzweideutiger hervortritt, wcro^ die türkischen Generale am Timok, der Morava, l)^ an der Drina uud auch gegen Montcucgro, außer gcl' amtlichen kleinen Streifzügcu, um sich kclicnsmittel i verschaffen, schwerlich überhaupt noch aus der Dcfcni'^ herausgehen und sich damit begnügen, ihre StelluM längs der serbischen Grenze zu befestigen und sich "" angreifen zu lassen." l?9? Politische Uebersicht Uullmch, 4. Oktober. Die Reise der österreichische,, Minister nach vest zur Schluhberathuna übcr dic AusaleichSvorlageu »ft verschoben worden. Dieselbe:, treffen zufolge einer Mittheilung der „Bud. Corr." erst Freitag oder Sams« t«g in der ungarischen Hauplsladt ei» und sollen sich daselbst mehrere Tayc aufhallen. Wie die „Pol. Corr." vernimmt, wurden zu lebenslänglichen Mitgliedern des Her ren haus c s des Reichs» rathe» nachstehende Herren ernannt: Der ßemelnsame Finanzminjstcr Freiherr von Hofmann, General der Kavallerie Freiherr von Koller, Feldzeugmeistcr Freiherr von Mamula, Präsident des VerwaltungSgerichtshofes Meiherr von Slaehlin, Scclionschcf Freiherr von Wehll, Gouverneur der österreichischen allgemeinen Bodencredit. Anstalt Älois Moser, Senatspräsidcnt des obersten Ge-rlchtshofts Ritter von Napadiewicz, Prälat des Benedic-tlnerstlftcs Müll Alexander ilarl, die Gutsbesitzer Frei. yerr von Apfaltrern, Graf Emanuel Thun und Hohenswn und Wilhelm Pace, endlich der Sectionschcf D. Freiherr von Vesque.Pütllingen. „,, ??/"" s"" in Pest ein ungarischer Minister, rath statt, m welchem die Antworten auf die vier Inter« pellal.omn über den Ausgleich und die orientalische Frage MWMt wurden. Der Immunuätsausschuß des ungarischen Reichstages hat die Suspension des Immu-mtalsrechtes fr.r Miletit ausgesprochen und die während oer Pertagung des Parlaments erfolgte Perhaftung des unter der Anklage des Hochverrathes stehenden Depu-l l>k ? ^"^eheißen. Die Debatle war langwierig und Der russische General Graf Sumarokoff ist «estcrn von Wien nach Livadia abgereist. Wie der „Temps" erfährt, wäre im französischen Ministcrrathc beschlossen wurden, die Kammern sur den Rest ihrer diesjährigen Session auf Montag, den 30. Oktober, einzuberufen, so daß sie noch in dcr ersten Hälfte des November die Budgetdebatte wieder aufnehmen könnten. — Bei den Ergänzungswahlen zur französischen Deputiertenlammcr, die letzten Sonntag stattfanden, wurden zwei Bonapartisten und vier Republikaner gewählt. Letztere hatten Hoffnung, in allen sechs Wahlbezirken durchzudringen. — Am 2. d. M. wurde iu Paris dcr Arbeitcrcongreß eröffnet. Wie dem „Pester Lloyd" aus Wien telegraphiert wird, hätte England vertraulich erklärt, es werde eine militärische Occupation türkischer Provinzen in keinem Falle gutheißen können, und wenn eine solche dennoch erfolgen sollte, den englischen Interessen entsprechend handeln. — Derby empfing gestern zwei bulgarische Abgesandte mit einer Denkschrift an die Königin. Derby erklärte denselben, daß England den inniasten Antheil an dem Schicksale Bulgarien« nehme und alles thun werde, um Garantien gegen die Wiederlehr dcr Grcncllhaten zu erlangen. Die Denkschrift wurde auch den Botschaftern in London überreicht. Der dänische Rei-chSta g wurde am 3. b. M. ohne Thronrede eröffnet. Präsident und Viceprästden. ten der Kammer wurden wiedergewählt. Tagsvorher wurde auch die griechische Kammer mit einem königlichen Dccrete eröffnet, welches der Ca> binelspräsident KomunduroS zur Verlesung brachte und in welchem die orientalische Frage nicht berührt wird. In etwa 14 Tagen wird die Kammer vollzählig sein. — Der Prozeß gegen daS ehemalige Cabinet Bulgaris wurde w Athen wieder aufgenommen, und gelangte die An-llageaclc zur Verlesung. — In den griechischen Provinzen finden überall Meetings gegen die Türlei statt. Alle über die orientalische Frage heute eingelaufenen Meldungen der Blätter sind durch den folgenschweren Entschluß der Pforte, die Mcdiationsvorschläge ber Mächte abzulehnen, überholt; die Situation ist eine ganz neue geworden, und wie sie sich entwickeln wird, 'st bei den vielgestaltigen Möglichkeiten, die sich eröffnen, laum vorauszusehen. — Aus verläßlicher Quelle verlautet, ^ Großmächte werden noch im Laufe dieser Woche der Pforte eine zweite Note überreichen lassen, in der Ne die Annahme ihrer Friedcnsbedingungen energisch und bestimmt fordern werden. Einer solchen Pression, hofft "'an, werde die Pforte nicht Stand halten. ^ Belgrader Privatnachrichtcn melden, daß die gerben Krusevac und Djuniö aus „strategischen Rück« Men" geräumt haben. Die letzten Kämpfe waren für 'e Serben mit großen Verlusten verbunden. Seit zwei ^agen wüthet ein Kampf auf Lcbcn und Tod bei Ra< ° ?"^ Kairo, den 29. September, wird gemeldet, ber ibr Vp'^cheur.päischen Gerichtshöfe am 15. Otto-des ^ shülialeit wieder aufnehmen. Die Mitglieder lunft „. l ""nsgerichlee in Alerandrien haben ihre »n-" «"f den 10 d. M. angezeigt. HlMsueuiqkeiten. - l.D e a t ^ Gru b o cntmal.) Di> Eoncnrlluzprojecic sllr das in P>st zu errichttnoe Deal-Grabdenkmal wurden von der nm 2N. u.M. stallgehulitru Sachvelstilndigen-Eonscrenz ber i Vmlthl'ilimg unterzogen. Dir Milglildl'l der Üommiisiun warn,:! Arnold Ipolyi, Georg Nalli, Franz Pulszly, Emerich Henßl.! MlM!,, Gustav Kcleli, Dombaumeistcr Schniidt (aus Wien), Anton Weber. Julius Slriudl. Die Eommisston hob vier Projcctc her» vor. Del erNe Preis von 2500 Frcs. wurde dem mit dem Motto ,.186?" versehenen Projecle zuerkannt; es stellt dies ein höheres Plateau dar, zu welchem Treppen hinanfllhleu, au den Ecken mit Obelisken geziert. Dieses Plateau bildet den Sockel des Denk» malS, welch' letzteres von viereckiger Gestalt ist und mit einer Kuppel abschließt. Die Commission wird dieses Project, das har» mouisch iil dcr Anordnung bcr einzeluen Theile sich dar,Iclll, mit einigen Modification«, zur Ausführung auempfehleu. Das Pro, ject soll, wie der „Pester Lloyd" erfahrt, von dem laschaucr Nrchi« telten Gelster eingesendet wvlden sein. — (Eine Nevolte wegen — Pilsner Vier.) Seit einiger Zeit wird durch eine triester Firma ein siarler Import biihmischcr Viere nach Arabien betrieben. Da« Pilsner Actien-vier insbesondre wurde in große» OnantitiUm nach Aden ein. gcsllhrt und wird in allen Localeu ausgeschenkt, Darov herrschte unter den eingeboruen Wirthen große Erliillcning, und diese hetzten die muselmanische Ncvöllcruug auf, die Biellocalc. in wclchcn nicht englisches Ale, sondern böhmische« Nclicn.PilSncr verlauft wird, zu behelligen. Die Folge davon waren wiederholte Angriffe auf die Vieriocale. Das englische Militär mußte zur Herstellung der Ordnung gegen die aufgehetzte Bevölkerung einschreiten, da die britische Nehörde eines jener Lhristeumassacre bo fiirchtcle, an welchen die arabifche Geschichte so reich ist und welche iu dem gegenwärtigen Zcüpuulle mehr als je zu fürchten sind. Dic Ruhe wurde in wenigen Tagen wieder hergestellt und dcr mohamedauische Kampf gegen das Pilsner erwies sich alS fruchtlos. — (Dic Mutter im Sprichwort.) Dcr Deutsche hat über die Würde einer Mutter verschieden? Sprichwörter. Er sl.gt „Muttcrtreue wird «iiglich neu." „Ist die Mutter „och so arm, gibt sie doch dem Kinde warm." „Wer der Müller nicht solgcn will. muß endlich dem Gerichtsdiener folgen." «Vesscr einen reichen Vater verlieren, als eine arme Mutter." „Was der Mutter ans Herz geht, geht dem Vater nur anS Kme« Im Hindostauischen heißt eS: „Multcr mein, immer mein, mögt reich oocr arm ich sciu." Der Venetianer fagt: „Mutter, Mutter! Wer sie hat. ruft sie; wer sie nicht hat. vermißt sie." Dcr Russc fagt: „Das Gebet der Mutter holt vom Meeresgrund herauf." Der Ezcche und Lctte sagt: „Mntterhand ist weich, auch weun sic schlägt." Fast bei allen Völkern hat man daS sehr wahre Sprichwort: „Eine Multcr taun eher sicbeu Kinder ernähren, als sieben Kinder eine Multer." Das beiden dcr Muller bezeichnet der Italiener in dem SprichwoNe: „Muller will sagen: Mär-tyri» !" lieber dcn Verlust dcr Mullcr sagt rin Spnchwoit der Nussrn: «Ohne Mullcr sind dir Kilid/r vellorru, wii die Viene ohne Wciscl (Küuiain)." Wuhi hafli« l dit Müller dilrfcu si^lz sein auf dir Ehrentitel, die ihnen in bcu Sprichwörtern ber Voller gewidmet sind. - (Strenge Verordnung s n r Eisenbahn. Nedie « stet e) Die London- und Nurliwest.Eiscnbahugeftllschaft h°t e.» neues Verordnungsbnch für >hre Angcsscllteu erlassen Ein Paragraph schreibt vor. daß lein Eisenbahndeamter (bei Strafe dcr Entlassung), sa lauge er Dienst hat. ein ErfrischunaSlolal der Vahn betreten soll, um etwas zu trinken. - (Mittel gegen die Gicht.) ms ein probates Mittel wider die Gicht empfiehlt eine a»erilanische Heitung: Verschafft Euch das Taschentuch eines 17jährigen Mädchens, das noch nie den Wunsch geäußert hat zu heiraten; waschet dasselbe (das Tuch nemlich) in dem Wassergraben eines ehrlichen Müllers, zeichnet es mit der Tinte eines Advocate«, der niemals einen ungerechten Prozeß geführt, gebet es dann einem Arzte, der noch leinen Patienten zum Tode curiert hat, und laßt Euch die Gichtstellcn damit bestreichen, krodatum ent._____________ fokales. Aus der Handels» und Geweibetammer für Kram. (Fortsetzung.) VI Der Obmann der ersten Section, KN. Treun, berichtet'über dic bcautragtcn Amderultgen der Ministerml-verordnung vom 17. Juni 1b65, k. G. Bl. Nr 40, betreffend die Vorsichtsmaßregeln bei dcr Bcrscndung, ocm Transporte, dem Detailhandel, der Aufbewahrung und dcr Fabrication der Mmcraloleim Sinne einer frcicrcn Vcrlchrsbcwcgung nnt diesem Belcuchtungsstoffe. Die t t Landesregierung hat zufolge Erlasses des l. k. Ministeriums vom 24. August 1870, Z. 10,023. mit Notc vom 3. September 1870. Z. 5l)17, dcr Kammer die von dcr Handels- und Gcwcrbclammcr iu Prag und dcr böhmischen Statthaltere: in obiger Angelegenheit gcmachtcn Anträge mitgetheilt und sie ersucht, fich über dieselben zn äußern. Die Antrage der prager Kammer lauten: 1. Inbctrcff kleinere r Handels-und Gebrauchs» vorrüthc von Petroleum: „Petroleum, welches für dcu Detailhandel bestimmt ist, darf nicht in größeren Quantitäten als 0 Zentner oder (in Hinkunft) 300 Kilogramm vorrüthig gehalten werden. Die Aufbewahrung derselben muß in einem gewölbten, uugchcizlcn und unter stetigem Bcrschwße zu hallenden Lolale erfolgen. ' Das Zu- und Abfüllen darf nicht bei Licht ge-.'schchcn. Vergossenes Petroleum, sowie von demselben 'durchsickerter Sand oder Erde, müssen sofort entfernt ' werden. i Im Vcrlaufslotale darf das Petroleum nur iu ge^ ! trennt von einander stchcuocn, luftdicht verschlossenen ! metallenen Gefäßen von höchstens 50 Pfund oder 25 Kilogramm Inhalt aufbewahrt werden. Die Gefäße dürfen nicmals ganz gefüllt srin, um dcr Ausdehnung des Oeles einen gewissen Spielraum zu lassen, und müssen an Orten stehen, welche dcr Erwärmung durch Sonne oder Ocfen am wenigsten ausgesetzt sind. Wo Private odcr Fabrilcn größere Quantitäten von Petroleum vorräthig halten, haben sie dieselben Vorsichtsmaßregeln zu beobachten. 2. Inbetreff größerer Vorräthe: Die Lagerung volt Petroleum in Quantitäten bis 30 Zentner oder 1500 Kilogramm, ist nur in feuerfesten, gepflasterten und nicht heizbaren Gewölben oder in leicht zugänglichen, gehörig verwahrten Hofräumen gestattet. In solchen Kagerräumcu dürfen leine Holzconstructivnen vorkommen. Fenster und Thüröffnungen müssen mit eisernen oder auf der inneren Seite mit starkem Eisenblech beschlagenen Läden versehen sein, welche sich von außen öffnen und schließen lassen. Auch müssen die Fenster so verwahrt sein, daß von außen nichts hineingeworfen werden kann. Licht darf in solchen Lagerräumen nicht anders wie in Davis'schen Sicherheitslampen neuester Construction und immer nur auf kurze Zeit gebrannt werden. Gas- und Wasserrohren in oder durch die Lagerräume zu leiten, ist nicht gestattet. Ebenso ist das Tabakrauchen in denselben untersagt. Zur Vermeidung von Gasansammlungen muß für eine entsprechende Ventilation solcher Lokalitäten Vorsorge getroffen sein. 3. Inbetreff von Lagerräumen außerhalb der Stadt: Bei Räumen außerhalb der Stadt, welche in so beträchtlicher Entfernung von anderen Baulichkeiten liegen, daß in» Falle einer Entzündung des Petroleums eine Weitcrvcrbreitung des Feuers nicht zu befürchten steht, kann von den obigen Beschränkungen ganz oder theilweisc abgesehen werden. Ganz besonders wäre hiebei zu wünschen, daß die Gemeindevertretungen größerer Städte, wo ein bcdeu» tender Consum von feuergefährlichen Gegenständen stattfindet, allgemein benutzbare Lagerräume für Petroleum und andere feuergefährliche Artikel in nicht allzu großer Entfernung von der Stadt zu errichten gesetzlich an-gewiesen werden, wie solchcs in mehreren großen Städten des Auslandes, wie namentlich in Dresden und Leipzig u. s. f., mit Erfolg unternommen wurde. 4. Inbetreff der Pltroleumlager auf Bahnhöfen : Auf Bahnhöfen kommen häufig solche Massen von Petroleum zusammen, das; durch Auöliruch eines Feuers unberechenbares Unglück herbeigeführt werden kann. Da jedoch die Bahnhöfe dem Publikum nicht zugänglich sind, so wären die Anforderungen aus Rücksicht dcr Feucrsicherheit an die Eisenbahnen auf die Vorschrift zu beschränken, daß die Bahnen für Petroleum ganz abgesonderte Lagerräume zu bestimme«» haben." (Fortsetzung folgt.) — (Freiherr Otto v. Apsallrern.) Dem au« ber Lurie oeS lrainische« Großgrundbesitzes in den heimatlichen Lmldtag gewählten Abgeordneten Herrn Otto Freiherr« von Npfallreru, l. l. Kämmerer, widerfuhr eine hohe kaiserlich« Auszeichnung. Wie ncmlich die gestrige „Wiencr Zeitung" in ihrem amtlichen Theile meldet, wurde derselbe mit Allerhöchstem Hlludschleibcu Sr. Majestät des »aisers vom li. d. M. iu Nn. Wendung drs Grundgesetzes über die Reichsvertrelung als Mitglied auf Lebensdauer in das Herrenhaus des österreichischen ReichSrathe« berufen. Die Nachricht von dieser hohen Nuczeichuuug, mit der Herr Otto Freiherr v. Npfal-trern durch die laiserliche Huld beglückt wurde, wirb nicht verfehlen, in den Kreisen der lrainischeu Versafsungspartei, zu deren geistig hervorragendsten und geachtetsteu Mitgliedern der« sclvc gehört und in deren Reihen cr seil mehr als einem Decen. nium sowol im Lllndtllge wie auch bis vor lurzem noch im Reich«, ruthe mit unumMIichcm Eiser znrn Wohle des Landc« thätig war, freudigen und sympathischen Widerhall zu finden. Seit dem Tode Anton Gc°f Nucrspcrgs zählte das Herrenhaus belanutlich blos c i n Mitglied aus Krain : Sc. Excellenz Herrn Josef Gras Nu crop erg; in dem mit gestrigem Tage muernannten Pair nun gewinnt ebensosehr baS Herrenhaus eine bedeutsame Nlbcitßtlast, üls auch da« Laud Krai« einen seiner engeren Heimat mit wanurm Herzen zugethanen grsinnuugstllchtigen Reichs« verlietcr, zu dessen Verusung sich dasselbe in jeder Hinsich» n»r bsglllclwitnschcn kann. .. (Fcldmarfchall - i,' ientel> ant von '^ " ^/ ^ Einer gestnn hier eingetrofseuen Nachricht zufolge sieht '« k<"^ demnächst ein Wechsel im Divislonecommando blvos. ^""^^ Excellenz der bisherige Div'sionär. Hen FM'. ^,'" ^ „^ von Pürlhain, ale Mla'n« des ^"^"^ ^vor< Ngram bestnnml wurde und sch°.. <""" „^. daß diese ^^il!tär- wie in Nachricht hier allgemein, und zw°r ^^ ausgenommen C.vilrreistn "'" ^ ei n st imm , ge n Ur« werben w,rd. und ">r /«>«'.^^ y^ruck ^ ^798 einen, sowal in militärischer wie gesellschaftlicher Hinsicht, höchst bedauernswerthen Verlust filr unsere Stadt bezeichnen. Se. Lrcellenz hat sich während seiner mehrjährigen hiesigen Tommaudofllhruug durch sein ebenso l,u,seliges als gerechtes Vorgehen, in wie außer Dlllist. sowie durch seme ganz besondere Liebenswllrdigleit nud Z''v0ll!immenheit im peisünlichen Verlehrr mit dem Civil dic ungs nannten Quelle zufolge in nachstehender Weise zugetragen Herr Beck, gegenwärtig eines der geschätztesten Mitgliede, der berliner Hofoper, unterhielt noch während seines wiene, Aufenthaltes ein Liebesverhältnis mit einer jungen Dame, da« nicht ohne Folgen blieb. Der Fall des jungen Mädchens wurdl mit großer Discretion behandelt; niemand, selbst die Eltern dei Liebespaare«, wußte etwas von dem unangenehmen Nusgang dc, kiebesgeschichte zwischen dem jungen Naritonistcn und seine, Schönen. Das Mädchen erwartete seine Niederkunft bei eine, jener Madamen, die große Verschwiegenheit auf dem Wege vor Inseraten verbürgen, und als daS Kind, ein Mädchen, zur Wel, gekommen war, wurde es von der Mutter derselben einer armer Frau in einem entfernten Vororte gegen ein geringes Entgeld zu> Erziehung anvertraut. Monate flössen dahin, Herr Beck wurd, Mitglied der berliner Hosoper, doch er vergaß darum seine« Kindes nicht. Vor wenigen Wochen kam er nach Wien, und sein erster Besuch galt der Geliebten, sein zweiter seinem Kinde. Vc6 fand dasselbt in sehr verwahrlostem Zustande vor, da entschloß « sich zu tin«m Schritte, der seinem Herzen alle Ehre macht, w.^"'^ ^ l"°" Vorsichtsmaßregeln in Scene gesetzt wurde. be!^>n°« '^ vorschreibt. Statt sich mit dem vom Gerichte bestellten^rmunde oder der Pflegemutter in« Einvernehmen zu seh-n. soll er sein Kind mit Anwendung von List und Gewalt ent-sührt haben, um eS an einem besseren Platze mlterznbringen. Die Pflegemutter war über den Verlust des Kindes außer sich; sie erstattete die polizeiliche Axzeige und die kleine Iosefa figurierte anfangs unter den „Vermißten" im Polizei-Anzeiger. Llst später kam die gewaltsame Entführung auf und die Polizei erstattete aegeu de» Vater, der sei,, Tüchterlein mit List ans einer schlechten Uuterluufl fortgeführt Halts, die Anzeige brim Landesgericht in Strafsachen. Dort wird durch den Landesyrrichtsrath Frilhlichschal gegen den preußischen Hofoperusiiugcr «eck die Untersuchung nach § 96 und 07 drs ktrafg/setzc« (Oeffentliche OtwaltlhäligM durch Elitflihruug) qelcilet. Beck wild auf dem Reqmsitionewege durch das berliner Stadtgericht vernommen. — (Von RoseggerS Heim garten) liegl der hentigen „Laibacher Zeitung" ein Prospect bei. — Pränumeratiouen über« nimmt die Buchhandlung v. KleinmayrHBamberg in Llllbach, woselbst auch das erste Heft in hinreichender Anzahl zur geneigten Umsicht bereit liegt, Elnaesendet. Keine schwindelhaftc» Geheimmittel, sondern wirtliche Heil» Mittel, die sichere u»d rati°n.Ue Hilfe gewähren gegen alle Leiden bei Verdauungsorgane, mügen dieselben aus Erkrankungen des Darmllllial«, des Magens oder der Leber beruhen, sind die Ur. .l<»56 ^1val-«?'8oli«n ^ueu-srlllmi.,^. NUcS weitere ersehe man aus der Broschüre, welche in Laibach bei Iosif Svo > boda, Apotheker, gratis zu huben ist. Neueste Post. Pest, 4. Oktober. (N. Nr. Tgbl.) Ein Artikel des „Pester Lloyd", constatlert, daß bei Ausführung der Drohung Rußlands, in Bulgarien einzurücken, der Drei-Kaiserbund ein inhaltsloses Gebilde würde. Neue Con-stellationen treten zutage, denen Oesterreich nicht ausweichen werde. Brüssel, 3. Oktober. (N. fr. Pr.) Eine pariser Depesche der „Ind6npedance" meldet das Erscheinen eines Artikels im „Journal dcs D6batS" über die Lage, sehr beunruhigenden Inhalts, der großes Aufsehen macht. — Thiers ist über Marseille nach Cannes gereist. Panllova, 3. Oktober. (N. fr. Pr.) Nach bel-grader Nachrichten hätte Fürst Milan ein Entschuldigungsschreiben an den Czar gerichtet, in welchem er sich bezüglich der Kömas.Proclamation von jeder Schuld zu reinigen sucht. Der Fürst sagt, das Mißfallen des Czars hätte ihn lebhaft betrübt, und er werde in Zukunft sich durch vollständige Unterwerfung unter den Willen seines großmüthigen Beschützers die Gnade des Kaisers zu ver. dienen suchen. — Die kriegerische Manifestation in Athen hat in Belgrad großen Enthusiasmus hervorgerufen. . «elgrad, 3. Oktober. (N. Wr. Tgbl.) Der rus. . fische General Dansdeville wurde zum bclgrader Stadt. . commandanlen ernannt. Die Drina-Armee proclamierte , Donnerstag den Fürslen Milan ebenfalls zum Könige. . Gestern langten 7000 Winlerpelze und 4000 Paar Stiefel i von dem moskauer Comits hier an. — 350 donlsche , Kosaken sammt Pferden und Ausrüstung sind vorgestern , über Kladowa in das Innere Serbiens abgegangen. — , Mittwoch ftndet die Taufe des Kronprinzen statt, und . soll der russische Generalconsul Kwarzoff die Stelle des . Taufpathen vertreten, ' . .^t'"^ l. Oktober. (N. Wr. Tgbl.) Die jetzt . abgelaufene Waffenruhe wurde von Montenegro nicht , welter verlängert, jedoch verlautet, daß bis zum Abschluß . des in Verhandlung stehenden Waffenstillstandes vonscitcn . Montenegro's keinerlei ernstliche Feindseligkeiten unter-. nommen werden. ! Telegraphischer «vechselcours vom 4. Oktober. ! Papier » Rente 65 30 — Silber - «ente 68 10. — I860« Staate-Nnlehen 109_____Vanl-Nctien 840 —. Lredit-Nctien 151 40 — London 124-_____Silber 102 25. - K. l. Msm,-T>u> taten 5 92. — 3tav«leon«d'°r 9'42, — 100 Reichsmark 6110. Wien, 4. Oktober. Hwei Utir nachmittags. (Schlußcourse.) ^ Crebitactien 151-60 1860er Lose 109 25, 1«64er Lose 129 25. österreichische Rente in Papier 65 35. StaatSbahn 280 —, Nord, bahn, 176 50, 20. ffranlenslücle 9 92, ungarische «reditaclicn 121 75, österreichische ssraucabaul — —. österreichische Anglobanl 79 25, Lombarden 79-, Uuioubanl 58-, °ustro-orient«lischc Bank —-, Lloydactien 332-—. austro-ottomamsche Bank —--. tllrlische Lose 14 50. Communal - «nlehen 94-—. Egyptisch, 97-. Ruhig. _____________________ Handel und Wolkswirtljschastliches. kreditlose. (Schluß.) Endlich gewanum je 400 ft.: S. 13 Nr. 2. 45. ttii. 66. 69 n»d «»4; S. 220 Nr. 29. 70, S. 1634 Nr. 6, 42 und 48, S. 1674 Nr. 22. 46 u»d 90. S. 1»48 Nr. 16. 26, 70. 90 und 98. S. 2252 Nr. 62. 76, 90 und 92, S. 2689 Nr. 3l. 37 uud 46, S. 2930 Nr. 18, 20. 51, S. 3022 Nr. 42 mid 77, S. 3033 Nr. 45, 71. 75 und 78, S. 30?b Nr. 23 uud 28 und endlich S. 3696 Nr. 20. Auf alle übrigen in dcu verlosten 14 Serien enthaltenen 1348 Nummern fällt dcr geriuf>stc Gewinnst von je 200 sl. 1k54er Ttaatblose. Bei drr am 2, d, M. vorgenommenen Gcwilmummern-Verlllsuug dieses LottcrioNlilchms wurden a»s den bereits am 1. Juli d. I. verlosten 32 Scricu 62 GcwilM» Nummern gezogm, und zwar fiel dcr Haupttreffer mit 40,s,<.nfleisch „ - 27------ «uturutz „ 5 80 6 20 Hähndel pr. Slllcl — 33 — Lrdäpfel100Kilogr. 3 15 - Tauben „ —16------ Linsen Hektoliter II------^ Heu(ucu)100Kilog. 295—^ Erbsen „ 10----------- Stroh „ 312 — -- Fisolen „ 6----------- Holz, hart., pr. vier Rilldsschmalz Klgr. - 96------ Q.-Metcr------ 8 — Schweineschmalz „ — 82-------— weichr«, „ ------5 — Speck, frisch „ - 64-------Wein,roth..100Lit.-------23 — — geräuchert „—75-----—weißer, „ -------20»- Angekommene Fremde. Am 4. Oltober. bstel Stadt Wien. Gerber, l. l. Statthaltereirath; Smetana, Wirthschaftsrath. und Friedenheim, Neis., Wien. — Olivler, Bordeaux. — Wildberger, Neis., Dornbirn. - Schafer, Pfarr Provisor, Selo. — Gatz, Marburg. — Freiherr v. Stetten-l. l. Lieut., Vraz. — Sgur, Kaplan, Sterch. — Baron Lang, k. l. Rittmeister, sammt Frau, Klagenfurt. Hotel Elefant. Hostuil, studierender, Stein. -- Pocher Helena, Littai. — Paranos, Belgrad. — Sattler, Coburg. — Hausner, Mirna. — Log Maria, und Vranne, Eottschee. — Vollel, l. t. Lieut., und Alpich, Professur, Wien. — Voldschmidt, Warasdin. — Oeiiar uud Iuriö, St. Ruprecht. Hotel Europa. Posch, l. l. Lieut., und Pricger, l, t. Hauptmann, Trieft. Vaicrischer Hof. Trost, Reis., Wien. — Smith, Handelsmann, Treviso. — Nrilc, Hdlsm,, Watsch. Vtohren. Gebrllder Jörg. und Peiser, Kellner, Graz. — Almalit, Student, Fiume. Kaiser von Oesterreich. Iamisch, Wippach. Theater. Heute: Zum zweitenmal« (ncu): Die Fledermaus. Komisch! Operette in 3 Acten uach Mcilhac und Halcuy's „Rcveillon", bearbeitet von E. Haffuer uud Richard Gen6e. Musil von IohaNN _________________________Strauß. Meteorologische Z -^ ^ z« ' -« ^B 7U.Mg. 742^ ^. 4., i windstill Nebel ^ 4 2 „ N. 741.88 ^17.i SO. schwach heiter O.oo 9« Nb 742.5o -^ 4.4 windstill z heiter Nachts Reif auf dcm Morast. Morgens Nebel, dann heiter. Mondhelle Nacht. Da« TagcSmittel der Wärme -j- 11'9°, um 12° unter dem Normale. Redacteur: O t to mar Vamberg. ^WMtTM^V^^!»^^^^ '" ""°" ^"«"^w^, d.r,e,°. !ch««.ch °.de,.,.,.d, «.. EM.,« Februar.) «ente ) ' ' ' ' ^"b vb4b Zzumrc) ^„^ (' ' ' ' Z^ ^ ^ p^s. 1NN0 i - . . e? 50 «7 ?b k°s«. W........2^.^. 2H5.^ " W........10H.Ü0 10650 : ^,»^.'. ^,l^^i „ 1864........1W^ 129 — DomilneuePflllldbriefe .... I42b0 142-. Prllmienauleheu der Gtadt Wien ü4-^ 9450 Vilhmen l Grund- l' ' ^ ^ ^ - Ungarn k ' . , ^- 1^.»^ ,^71 Donau-Megulier«n°S.Lost . . 1042b 1,4bo Un». Eisenbahn-Aul....."50 W^5 Wieue» Hommunal.Nnleheu . 94- 94 50 «ctie» »<» V««le». «ntzl°-N^l . 79 70 79 90 ^anlveitin ...... __^ ^^ _ <«U» War« Lrldltllnstalt........ Ibl-—- 151 20 «rtditllufiall, ungar..... 121 - IL1-2b Dtposilrnbanl . . ^-^.. _-— «r'^V«, ^ -^ ^ ««'- °^'' ««lehr«b°nl . ' ' ^ ' ' ^.1 b«'25 «etie» vs« 3raubp«rt-N»ter»e,- »lföld.Uahu .... _._,ni. »arl-Ludwi«°Vahn ...''' 206 2», LN« e.n ^ov^.Ves U'«t "" ' ' U bO 119- cefirri. Nordwefibahn ' ,A.^ ?^ ^ Staatebahn........ 2^ z«'»« Silbbahn......... 77.^ 77.7^ Theiß-Bahn........ ".^ ^.^ Ungarische Nordoftbahn . . . 97,^ «7.^ Ungarische Ostbahn ..... z» - 30- 3r°mw°y°Oeftllsch.....' ^.. ^0- va««ese«s«,fte». Nll«. »fterr. «augesellfchaft . . _.^ __.__ Wiener Baugesellschaft..... ...^ ^.^ Psandbriefe. siatlonalbanl 8. W. .."'"" ^ »«^ Uu«. «odencredi. ...''' «"^ 8^5 Prwritiite». Elisabeth.-«. 1. «m. . . . ß«.^ ««,. z'"..N°r" G.---------- - ,W.^ ^«.- ftraM'Iolrvb'-B. ... 92 f>0 93'— Val. «°rl°Ludwig-V., 1. Em. ! 9?b0 W- Oefterr. siordweft-V. . «»- 88 2b ^'""l'b5U 157- Nudolfs-L.........I2__ is 50 Wechsel. Augsburg.........K9 80 61'- ttlullfurt.........6080 61'^ Hamburg.........6980 61' ^ London ... ^ .... 184 70 125 26 P»rl« ........' 4840 49b0 «eldsorten. Dulattu .... bfl.Uij lr. « fi. - lr. Napoleonsd'or - . 9 „ 9t, ^ 10 „ -^ „ Deutsche Reiche- bantnoten . . . 61 ^ 40 ^ 61 ^ b0 M «.«ber .... Il)2 ^ V0 ^ 108 ^ — »> I Kraiuische OrunbentlaftungseObligatisUtN, ! Priuatnollerunu: «eld W —. War« ——