Pränumeration» - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich , . . — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig . . . n fl. - jt. ^"jährig • • . 5 „ 50 „ vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Sät Zustellung ins HauS viertel- jährig 25 tr., monatlich g It. Einzelne Wummern 6 !r. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Reieklion ijahnhefgafle Vir. lsz. LrpkdUion nnl Znseralrn-finrtan: KongretzVIay Nr. 81 (Buchhandiunj von 3. B.SIcinmavt&ff. ÜJiimberg), Znscrtionspreist: Für die einspaltige Petitzeile 3 ft. bei zweimaliger Einschaltung 4 5 ft. dreimal 1 7 ft. InsertionSstempcl jedesmal 80 ft. Nl. 146. Mittwoch, 28. Zum 1871. — Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. 4. Jahrgang. Pränumerations-Einladung. Mit dem 1. Juli 1871 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Unser Blatt ist das einzige unabhängige politische Tagblatt im Süden der Save, welches von wahrem Patriotismus getragen, die Grundsätze der Freiheit und des Fortschrittes auf allen Gebieten verficht. Ein solches unabhängiges Blatt ist gerade in diesem Momente eine wahre Lebensfrage für die Wahrung der Rechte, für den Bestand und die Kräftigung der deutschen Bewohner dieses Landes. Immer mehr und mehr drängt sich dem Beobachter die Thatsache auf, daß unsere Interessen seitens des Staates, den wir Deutsche gegründet und so oft gerettet haben, nicht jene Würdigung und Pflege »fahren, wie wir es anzusprechen berechtigt sind. Fast könnte man es Undank nennen, mit dem der Staat gar oft seinen treuesten Söhne» begegnet ist und jetzt wieder begegnet. Wenn in dem ewigen Wechsel der Pläne und Gestaltungsversuche der Glaube an die Stetigkeit des Rechtes, die Heiligkeit der Geseke, ja an den Fortbestand der Monarchie selbst entschwunden war, wandte man sich immer wieder an das staatsrettende Element der Deutschen; und die guten Deutschen retteten und fügten das aus den Fugen Gegangene wieder aneinander. Kaum stand das Ganze wieder leidlich auf den Füßen, so hieß es: der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen. Im bedauerlichen Wechselspiel unserer Staatslcnker wurden wir den unbedeutendsten Nationen des Völkergewimmels nachgesetzt, unsere heiligsten Gefühle, unsere Sitte und Sprache, bewußt oder unbewußt, gekränkt und verletzt. Wir find nun in diesem Kampfe, wo Regierung und Staatsgewalten sich auf Seite unserer verbissenen Gegner gestellt, auf uns selbst angewiesen. Um so größeren Eifer müssen wir entwickeln, mit desto größerin Nachdrucke unsere Rechte verfechten und jedweder Gefährdung unserer Lebensinteressen begegnen. Unser Blatt wird, treu seinem Programm, unbekümmert um die wechselnde Strömung des Tages sein Ziel verfolgen, für Recht und Berfassung kämpfen, Freiheit und Bildung gegen die Unkultur und Finsterniß schirmen. Jedoch in diesem angestrengten Kampfe bedürfen wir der nachhaltigsten Unterstützung unserer Freunde und Gesinnungsgenossen, und zwar in doppelter Hinsicht. Einmal in geistiger, und zwar stellen wir an alle Freunde der Freiheit und des Fortschritts die dringende Bitte, wacker einzustehen für die gemeinsame Sache, uns mit aller Kraft zur Seite zu stehen in dem Kampfe, den wir kämpfen für Wahrheit, Freiheit und Licht, für Erhaltung unserer Rechte und Sitte, einem Kampfe, welcher nur dann Erfolg verspricht, wenn alle Gesinnungsgenossen redlich an demselben Antheil nehmen. •• . Dann bedarf aber das Organ der Deutschen hierzulande, wen» es ansdauern sott im Kampfe mit den Gegnern, auch in materieller Beziehung tyatkräftiger Beihilfe. Die Presse ist in Oesterreich wahrlich nicht auf Rosen gebettet; eine Menge hemmender Fesseln, welche eine freisinnige Gesetzgebung mcht kennt, wie Zeitungs- und Jnseratenstempel, Kaution, objektives Strafverfahren u. f. w. behindern sie am Aufschwung und an freier Bewegung Die klerikale Partei eifert und wüthet gegen sie im Beichtstuhl, auf der Kanzel und in den Vereinen. Nur die wachsende Gunst des Publikums und dessen tatkräftige Unterstützung kann diese Hemmungen, welche der Tagesliteratur gelegt werden, unschädlich machen. Darum empfehlen wir daö „Laibacher Tag-olatt" um so eindringlicher der Aufmerksamkeit und Unterstützung aller Gesinnungsgenossen. Uebrigens wird unser Blatt im Dienste des leitenden Gedankens, des Kampfes für Recht, Freiheit und Bildung, alles aufbieten, um den Lesern »»tdtegcncs in jeder Beziehung zu bieten, und nicht blos allen politische» Tagessrageu, sondern auch beit Interessen des Landes auf dem Gebiete des Handels, der Industrie, des Ackerbaues, der Wissenschaft und Literatur, so weit es für ein politische« Tagblatt möglich, seine Aufmerksamkeit schenken. Seine'Thätig- reit im öffentlichen Interesse wird nie erkalten und wird wachsen mit der Unterstützung des Publikums, dessen Wohlwollen es hiemit empfohlen sei. Präimmeratioils-Bediilgungen. Für Laibach: | Ganzjährig.......................8 fl. 40 fr. talbjährig.......................4 „ 20 „ ierteljährig.....................2 „ 10 „ Monatlich........................— „ 70 „ Für Zustellung ins Hans vierteljährig 25 kr., monatlich 9 kr. — Einzelne Nummern 6 kr. Mit der Post: Ganzjährig .........................11 fl. — tr. Halbjährig ...........................5 „ 50 „ Vierteljährig.........................2 „ 75 „ m ^ — Die nächste Nummer erscheint des Peter und Pauli-Festes wegen am Freitag. Die „Internationale." internationale Assoziation der Arbeiter ist li7v e'nc der gefährlichsten, womit sich die Re-9 rungen zu befassen haben. Der Zeitpunkt ihrer «ttdung ist ein ziemlich weit zurück liegender. Zuerst lrat sie sichtbar hervor bei Gelegenheit der Ausstellung im Jahre 1862. Wie es schon der Name fi* "oziation anzeigt, war die ursprüngliche Ab-| cht der Gründer der Internationale, die Nationa-5ten in einem gemeinsamen höher» Interesse auf-geyen und sich verschmelzen zu lassen. Anfangs sah v a" °iese Auffassung als eine solche an, die allein dp»«* e’n Gefühl der Gemeinsamkeit und des Frie-v™8 «"gegeben war. Diese Gesellschaft jedoch, oeren Hauptsitz London ist und die ihre Thätigkeit netzartig über ganz Europa verbreitet, hat sich an oen Greueln von Paris betheiligt und gibt in neuester Zeit solche Lebenszeichen von sich, welche es außer allen Zweifel stellen, daß sie eine Gesellschaft des Krieges und des Hasses ist. Den sozialen Krieg, den Krieg des Pöbels gegen das Bürgerthum, den Krieg des Proletariats gegen daö Kapital tragen nunmehr ihre Kundgebungen offen zur Schau. „Wir verlangen," heißt es in ihrem Hauptorgan vom 25. März 1869, „die unmittelbare Gesetzgebung des Volkes durch das Volk, die Abschaffung des individuellen Erbrechts in Bezug auf Kapitalien und ArbeitSwerkzenge, den Uebergang von Grund und Boden in das Gefammteigenthnm." „Die Verbrüderung bekennt sich als gottesleugnerisch," erklärte ihr Generalrath in London, der im Juli 1869 eingesetzt ward; „sie verlangt die Abschaffung der Kulte, die Ersetzung des Glaubens durch die Wissenschaft, die Abschaffung der Ehe. Sie verlangt vor allem die Abschaffung des Erbrechts, damit in Hinkunft der Genuß gleichkomme der Produktion eines jede», und daß der Grund und Boden, die Arbeitswerkzeuge, wie jedes andere Kapital, indem sie in den Gemeinbesitz der ganzen Gesellschaft übergehen, nur durch die Arbeiter, d. h. durch die ackerbauenden und gewerbliche» Genossenschafte» nutzbar gemacht werden können." Dieses sind die Hanptgrnndsütze der Internationale, damit setzte sie die Welt in Aufregung, verführte die Unwissenden und gewann nur allzu zahlreiche Anhänger in allen Ländern, die man bereits nach Millionen schätzt, welche in der Durchführung dieser wirtschaftlichen Ungereimtheiten Genüsse ohne Arbeit und die Befriedigung ihrer sträflichen Wünsche zu finden glauben. Mittelst Manifesten, die aus London, Genf und Paris ausgehen, billigt die Gesellschaft neuerdings die Pariser Schrek-kensszenen, und dieser eine Umstand mag hinreichen, die sreiheit- und kulturfeindlichen Bestrebungen dieser Menschen zu kennzeichnen. „Wir sind nicht besiegt!" heißt es in einem dieser Manifeste. „Das Schrek-kensdrama in Paris war nur ein Vorspiel, dem die eigentlichen Schauerakte erst folgen werden. Männer von Paris ! Im Name» unserer durch die Versailler Despoten ermordeten Brüder — im Namen der Menschlichkeit und des Fortschitts — gebt den Kampf nicht auf! Wollt ihr warten, bis das Netz, an dem die Reaktion aller Länder arbeitet, euch mit seinen unzerreißbaren Maschen ganz umschlingt? Wollt ihr eure Weiber und Töchter als hilflose Bente den Soldaten, Reichen und Priestern überlassen ? Wollt ihr den eisernen Kreis für immer um euch schließe» sehen, oder wollt ihr reich, frei, mächtig werden? Zu den Waffen! Lyon, Marseille, Mailand, Wien, Berlin, Moskau, London, Liverpool, Manchester! Zu den Waffen, Brüder aller Länder! und helft uns, die wir eingesperrt und entwaffnet sind. Vorwärts! Die Muskete in der einen Hand, die Brandfackel in der anderen! Die alte Zivilisation wird und muß zu Grunde gehen! Dann werden die Völker, von allen Joche» befreit, im Frieden die Früchte ihrer Arbeit genießen." Da diese Wahnsinnigen durchaus nicht aus einzelne Punkte beschränkt sind, sonder», wie gesagt, alle zivilisirte» Länder umspannen, da daö Werk ihrer Zerstörung ein sisteniatischcs, wider jede der Nationen und wider alle Grundsätze, auf denen menschliche Bildung und Gesittung beruht, gevich> tetcö ist, da selbst ein großer Theil der Arbeiter in Oesterreich in trauriger Verblendung ihnen zujubelt und zu ihren Lehren schwört, so ist dieser bedenklichen Lage gegenüber kein Zandern, keine Gleichgiltigkeit mehr gestattet. Die Regierungen Enropa's haben sich bereits über ein gemeinsames Vorgehen der drohenden Gefahr gegenüber geeinigt. Leider dürfte mancher unter ihnen dies nur ein willkommener Anlaß sei», in ein strammeres Regiment überhaupt einzulenken und die freiheitliche Bewegung fämmtlicher Staatsbürger zu beschränken, nneinge-denk der Erfahrungen, daß dadurch das soziale Nebel nicht gehoben, wohl aber verschärft wird. Zum Glücke ist der eigentlich schassende und thätige Arbeiterstand noch nicht von diesem Krebsschaden angefreffen. Das emsige Landvolk mit den Schwielen der Arbeit an den Händen, der bürgerliche Handwerker, der seine Familie mit redlicher Handarbeit ernährt, der Arbeiter auf dem Felde der Kunst, der Wissenschaft und der Literatur steht allen Bestrebungen der Internationale fern. Nur die Hefe der großen Städte, der Fabriksorte und der Auswurf jeder Menschcnklasse, der lieber im Faullenzen und Manldreschen seine Tage verbringt, als in mühevollem Schaffen, bilden den eigentlichen Grundstock dieser weitverzweigten Feinde der Gesellschaft. Und dort, wo Arbeiter und Handwerksgesellen mehr Jeuilleton. Die Reliquieusiilschuug in Rom. i. Cs ist nichts neues, daß dieser oder jener Heilige ein halbes Dntzend Köpfe gehabt habe» muß, daß inan aus dem »och vorha»de»e» Holz vom Kreuz Christi eiue kleine Fregatte bauen könnte, aber man sah es als ein Spiel der Natur, einen Scherz oder dergleichen an und ließ es ans sich beruhen. Heute sind wir im Besitze einer Reihe authentischer Dokumente, die auf das Unzweideutigste beweise», daß zu Rom selbst eine förmliche Fabrik solcher Reliquien bestanden hat und daß von hier aus die katholische Welt mit Knochen von — wahrscheinlich Verbrechern oder von Vierfüßlern förmlich überschwemmt worden sei. Wir heben de» Schleier von cinem wider-lichen"Gegenstände," sagt die „Eapitale," „und hoffen, daß die, welche von der Habgier und dem Betrug der betreffenden Pfaffen gelitten haben, durch diese Entdeckung belehrt, sich beeilen werden, die schmntzigen Amulette, die sie am Halse tragen oder in ihren Händen bewahren, wegzuwerseu und an ihrer Stelle Andenken an diejenigen aufzubewahren, die ihnen unter ihren Freunden theuer waren." Hat Gott, als er in seiner Weisheit den Meiv gelernt haben, wie in Deutschland, wo sie eine Schule besucht, von frühester Jugend ans an eine freiere und unabhängige Bewegung gewöhnt sind, schwärmen sie nicht für utopische Ziele, sondern lernen uud wirke» ruhig weiter. Die Bebel, Schweitzer und Liebknecht mit ihrer Verleugnung alles Volköthums, mit ihren nebelhafte» Zukunftsgebilden, mit ihrer Verherrlichung der Mordbrenner von Paris, erwecken dort nur Ekel und Abscheu und jedermann wendet sich mit Grauen von ihnen ab. Die Millionen englischer und amerikanischer Arbeiter sind weit davon entfernt, die Verbesserung ihrer Lage von einem Umsturz der bestehenden Einrichtungen zu erwarten. Sie, die blos aus praktischem Gebiete sich bewegen und alle Hirngespinnste verlachen, haben kein Ver-ständniß für den abstrakten Charakter, den blinden Geist der Verueinuug uud Zerstörung, wie er von den Apostel» der J»ter»atio»ale ausgeht. Einen traurigen Gegensatz zu diesem besonnenen Theile der großen Arbeiterfamilie bildet ein nicht unbedeutender Theil der einheimischen Arbeiterwelt. So wie sie es in Wien, Graz und Pest nicht verschmäht haben, offen ihre Simpathien für die Pariser Kommunisten kund zu geben, so huldigen sie anch gleich ihnen den Fräsen, jage» trauinhaste» Ne-bclgcbilde» nach, erwarten Abhilfe der sozialen Gebrechen nicht von eigenem Streben und Arbeiten, sondern vom Staate, hoffen wohl gar von der Aufrichtung eines klerikal-feudalen Regiments in Oesterreich Verwirklichung ihrer Pläne und tragen kein Bedenken, im Falle des Mißlingens selbst an die Gewalt zu appclliren. In Frankreich glaubte man aus die Pariser Ereignisse durch empörende Grausamkeit, die Verführer und Verführte, Schuldige uud Unschuldige ohne Verhör und Rechtsspruch massenhaft hinmordet und dcportirt, antworten zu müssen und sucht das Heil der Zukunft in einer Reaktion gegen alle vernünftige Freiheit. Aber man hat dadurch nur das Rachegefühl geweckt und künftigen noch ärgeren Kata-strofen durchaus nicht vergebengt. Möge ein solches Beispiel bei uns nicht Nachahmung finden; vielmehr lasse man dem Volke das Recht auf Bildung und Wissen nicht durch fanatische Pfaffen verkümmern, damit die politisch Unmündigen nicht eine leichte Beute der internationalen Apostel werden. Denn ihre Tollheit findet nur bei Unwissenden und Geistes-armen ein geeignetes Feld. scheu durch MoseS Muud einst verbot, Bilder und Gleichnisse für die Anbetnng zn machen, vorauö-gesehen, was ans solche,» Kram für ein schmachvoller Handel, für ein skandalöser Betrug entstehen würde? ei« Betrug, aus der Mitte der Diener und Lehrer seines Wortes hervorgegangen, die sich nicht gescheut, dem Volke Knochen von Gott weiß für Gcthicr zur Verehrung zu verkaufen! Die Entdeckung dieser sauberen Geschichte wurde in Rom selbst, und zwar von dem Kriminalgericht des sogenannte» Gc»eralvikariats i» de» Jahren 1868 bis 186U gemacht. Bekanntlich hat sich die höhere Geistlichkeit daö Recht — oder geradezu daö Monopol der Reliquien Vorbehalten, wie sie sich das Recht des Ablasses (indulgeim) und anderer Dinge Vorbehalten hat, und war bei dieser Gelegenheit nicht wenig darüber ungehalten, zu erfahren, daß einige niedere Geistliche in diese Rechte etngegrtsfen und auch ihrerseits Knochen von Lämmlem und Hajen für Knochen kleiner christlicher Märtiro' auSgabcn. ES scheint eine vollständige Filiale eingerichtet gewesen zu sein, welche dein Hauptgeschäft gefährlich zu werden drohte und so Veranlassung zur Entdeckung wurde. Die Angeklagten waren: ein gewisser Colangelt, Mneei-ata, Eampodomco, Gaggi, der Bruder Benoit von den Jesuiten, Spirito Rentbert, Eostantini, Scognamiglio, der zugleich KustoS des Reliquien-Museums war, u. a. m. Politische Rundschau. Laibach, 28. Juni. Inland. In der Sitzung des Finanzans-fchuffes vom Montag wurde der Bericht des Dr. Brestel, der in dein Schlußsätze gipfelt, daß in die Regierungsvorlage, betreffend die Kreditoperatio» von 00 Millionen, derzeit noch nicht einzugehen sei, von der Majorität genehmigt. Eine Minorität, deren Berichterstatter Abgeordneter Ezerkawöki ist, beantragt die Annahme der Regierungsvorlage mit der Abänderung, daß statt 60 Millionen nur 28 Millionen Rente begeben werden. Es wird also in der nächsten Reichsrathssitzung wieder eine hitzige Debatte geben, diesmal aber ist durch den Beitritt der Fraktion Lasser den Verfassungstreuen die Mehrheit gesichert, ein Umstand, der die Ministeriellen verblüfft und ihre Pläne arg schädiget. In der Frage der passiven Gr uud entlast ungöson ds wurde über Antrag Herbst'S folgende Resolution gefaßt: Die Regierung werde auf* , gefordert, in der nächsten Session dem Reichsrathe Gesetzentwürfe zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzulegen, durch welche die Verhältnisse des Staates gegenüber den Grundentlastungsfonds von Kraut, Istrien, Galizien und der Bukowina endgiltig geregelt werden, und Dabei sei insbesondere vom Grund-' satze auszugehen, daß die Zuschläge zum Grundent-lastungssonde, welche in den betreffenden Ländern eingehoben werden müssen, festgesetzt werden, und nur insoweit hienach bei den betreffenden Grundentlastungsfonds Abgänge eintreten, rückzahlbare Vorschüsse von Seite des Staates geleistet werden können. Die s e r b i s ch e n Sensations-Nachrichten des „Vaterland" wegen Berufung eines russischen Großfürsten auf den Thron Serbiens sind anch in die ungarischen Blätter übergegangen und haben teilweise Bestürzung erregt. Daö wird von der Pester „Reform" bitter getadelt. „Steht nicht das „Vaterland," fragt die „Reform," „in Solidarität mit de» czechische» Deklaranten, mit welche» Thun »nd Clam-Martinitz, die Patrone des „Vaterland," in einem Lager sind? Ist es nicht bekannt, daß die ezechische» Deklaranten ihre Jnstrnktionen ans Petersburg beziehen? U»d waren denn die Herren nicht immer über die serbische Regentschaft erbost, weil sie gute Beziehungen mit Ungarn unterhielt und die panslavistischcn Agitationen schon tut Keime er» tödtetc? Haben nicht eben deshalb die panslavisti-schen Blätter die Herren Blasnovacz und seine Kollegen Verräther an Serbien gescholten? Wir sind Wie man sich leicht denken kann, bewahrte man das tiefste Schweigen über diesen Prozeß, der nur zn sehr geeignet war, der katholischen Welt allen Glanben an den Werth der Reliquien zn ranben, und ohne die Einnahme Roms wären die Akten desselben schwerlich jemals aus den Händen des Generalvikariatö in die des Redaktenrs der „Capi-tale" gekomnteii. „ES ist ein ernstes Thema," heißt cs wörtlich in der Einleitung des gerichtlichen Referenten, „ein ernstes Thema das des vorliegenden Falles, der Tren und Glauben erschüttert, der die Authentizität aller unserer Heiligthüiner in Frage stellt, die aus dieser erhabenen Stadt über alle Theile der Erde verbreitet worden sind." Und so ist es in der That! Man kanns nicht besser sage», als der Herr Referent selbst. „In Folge der reichlichen Nachfrage der Getreuen (a richiesta dei fedoli) erfahren wir dann weiter, war von jeher die Fabrikation der Reliquien von der Kirche als ihr Privilegium gewisse» Personen übertragen worden," und der Referent betont, „daß das vorliegende Verbrechen nicht eigentlich darin besteht, daß Reliquien fabrizirt worden find, sondern darin, daß — sie von anderen Personen fabrizirt wurden, als welche die Kirche damit beauftragt Hatte!" (Fortsetzung folgt.) an mancherlei Wandlungen der Zeiten und Verhält-uisse gewöhnt und würden nicht aus der Fassung gcrathcn, wenn cs zeigen sollte, daß Herr Kallah kein solch tüchtiger, Herr Blaönovacz aber kein solch ehrenfester Mann sei, wofür sie gehalten werden; allein um ohne jeden Zweifel eine Nachricht auf-nehmen zu können, die mit allen bisherigen Erfah-rnngen im schroffsten Widerspruch steht, dazu müßte sie aus anderer Quelle als dem Organ des gottes-fürchtigen Grafen Thun kommen. Wenn die Nachricht einen Schein von Wahrheit an sich hätte, so könnte sie, insbesondere für uns, so wichtig werden, wie etwa im vergangenen Jahre die Hohenzollern-frage, und eben deshalb erlauben wir uns, an der Wahrheit der Mitthcilung zu zweifeln. Wir finden es im übrigen gar nicht gerathen, daß sich ungarische Blätter dazu hergeben, solche Nachrichten unabsichtlich zu verbreiten und auf solche Weise unseren Gegnern Wasser auf die Mühle zu treiben." Die offizielle Hauptstadtverlegung des Königreichs Italien wird in folgender Weise stattfinden. Der König wird in R o m am 1. Juli die von dem Parlamente jüngst votirten Gesetze fanktioniren, eine große Revue abhalten und im Quirinalpalaste ein Galadiener geben, welchem die Minister, der Präsident der Kammer und des Senats und das diplomatische Korps beiwohnen werden. Am folgenden Tage wird der König nach Florenz zurückkehren. In Rom werden für jetzt nur die Minister des Aeußern, der öffentlichen Arbeiten und deö Krieges wletbcn, die anderen werden nach Florenz zurück-kehren, um die letzten Maßregeln für die definitive Verlegung zu treffe». Aus Brüssel schreibt man dem „Frankfurter Journal" : Der Umstand, daß der italienische Gesandte, Graf Barral, am 15. Juni, am Tage vor der päpstlichen Jubiläumsfeier, dem König sein Abbcrufungsschrcibcn überreichte, ist durchaus kein zufälliger. Man sagt, der Gesandte hätte gehört, Baron d'Anethan, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, würde allerdings sein Ministerhotel nicht beflaggen, dagegen sich in seiner Privatwohnung durch das Aushängen weiß-gelber Fahnen (der päpstlichen Farben) entschädigen. Herr v. Barral machte deshalb offiziös dem Baron d'Anethan einige Borstellungen. Da aber letzterer meinte, als Minister enthalte er sich jeder Manifestation, aber in seiner Privatwohnung, welche er jetzt nicht einmal bewohnt, hätte er als Katholik das Recht, die Farbe» auszn-hängen, welche ihm beliebe», so forderte stehenden Fußes der italienische Gesandte seine AdschiedS-Au-dienz, die ihm denn auch unverzüglich zugestanden ward. — Baron d'Anethan ist jedenfalls ein besserer Katholik als Staatsmann. Pius IX. ist jetzt in sehr gehobener Stimmung und hat jüngst eine ganz sonderbare Rede gehalten. Es war am 17. d. M., an welchem Tage ihm die mit vielen Tausenden von Unterschriften bedeckte polnische Adresse überreicht ward. Der Papst legte seine Freude an den Tag, „seine ihm so theuren Polen bei sich zu sehen; er habe Vertrauen zu einer bessern Zukunft der Kirche und Polens und er fordere die polnische Nation zum Vertrauen, Ausharreu und Gebet aus, weil er aus Erfahrung diese Tugenden alle Hindernisse über-wÄL ®ie "Schlcs. Ztg.", welcher wir diese vr™ entlehnen, bemerkt dazu: „Wie man ans c)cu Worten ersieht, legt der Papst der Adresse und der gesammten Manifestation einen spezifisch national-polnischen Charakter bei, einen Charakter, welchen viele der zahlreichen deutschen Mitunterzeich-uer ganz übersehen zu haben scheinen. In polnischen Kreisen ist man über die Antwort des Papstes gar lehr erbaut, indem man in derselben eine Anerkennung und Billigung aller bisherigen national - polnischen Bestrebungen erblickt. Wenn aber von einer Li' ^ en ®tc^c nu8 die Polen noch aufgemuntert werden, ihren chimärischen Träumen weiter nachtu« hangen, statt sich rückhaltlos dem Staate, dem sie nun einmal »»gehören, anzuschließe», so trifft gewiß 0lcie »unfehlbare" Autorität für alle Folgen, welche ans jenem träumerischen Streben erwachsen, eine schwere Verantwortung." Heber die Haltung, welche die Pariser Mitglieder der „Internationale" bei den Wahlen einnehmen werden, ist noch nichts Zuverlässiges bekannt. Kandidaten sind von ihrer Seite noch nicht ausgestellt, allein Thatsache ist cs, daß die Arbeiter in den Vorstädten zahlreicher als früher ihre Wahlkarten abholen. Von spezifisch legitimistischen Kandidaturen ist in Paris noch keine Rede; dafür ist der Boden der Hauptstadt auch heute zu undankbar. Um so kecker treten namentlich die B ona p arti-st eit in einzelnen Departements auf, wo sie auf besondere Siinpathien rechnen zu dürfen glauben. So vor allem in der Gironde, wo sie die Theorien deö Freihandels auf ihre Fahne geschriebe» haben. In Bordeaux haben sie sich nicht entblödet, folgende vier Kandidaten aufzustellen: Ronher, Jeröme David, de Bonville und Dreolle, also die fine fleur aller Gewaltthätigkeit und Korruption, welche das gefallene Kaiserreich in den verschiedenen Sphären seiner Thätigkcit je entfaltet hat. „In diesen Persönlichkeiten," ruft die „Gironde" aus, „solle« die Wähler von Bordeaux wohl das Verbrechen deö 2. Dezember, die achtzehn Jahre der imperialistischen Plünderung, die Lüge des Plebiszits, die Kriegserklärung des vorjährigen Juli, die Schmach von Sedan und Erschöpfung und Zerstücklung Frankreichs verherrlichen?" Thiers hat jetzt ein neues Mittel aufgefunden, um sich die Armee günstig zu stimmen. Er hat nämlich jedem Regiment ein Exemplar seiner Geschichte des Konsulates und des Kaiserreiches zum Geschenk gemacht. Das Werk des Herrn Thiers hat bekanntlich nicht wenig dazu beigetragen, de»: Imperialismus und dem Chauvinismus in Frankreich Verbreitung zu verschaffen. Thiers hängt aber einmal an seinen alten Ideen, wie er cs auch tagtäglich in seinen Reden beweist. Daß er sich heute der Monarchie weniger günstig zeigt als früher, darf nicht befremden, da, wenn sie hergestellt werden würde, er nicht mehr die erste Rolle spielen könnte. In dem neuen französischen Kriegsmini st c r i u m herrscht eine ungewöhnliche Tätigkeit in Bezug auf alles, was zur Reorganisation der Armee und der Wiederherstellung der nationalen Wehrkraft gehört. Die Festungen sollen beinahe sämmtlich beibehalten und die verschanzten Lager vermehrt werden; dies wäre wenigstens die jetzt sehr maßgebende Ansicht von Thiers. Der Kriegsmini-ster selbst und ein großer Theil des Generalstabes wären dagegen für Abschaffung der meisten Festungen und Herstellung eines weit ausgedehnten Sistems von verschanzten Lagern. Die Wassen-Fabrikation wird mit dem größten Eiser betrieben. Jetzt schon erzeugen St. Etienne, Tülle und Chatellerault täglich tausend Chassepots; allein es werden neue Werkstätten angelegt werden, um jährlich 500.000 Gewehre fabriziren zu können. Außerdem hat die Privatindustrie im In- und Auslande große Bestellungen erhalten. Die Wiederherstellung der dem Staate angehörende» zerstörten Straßen und sonstigen Kom-munikationsmittel erfordert eine Summe von BO Millionen Franken, worunter die großen Heerstraßen allein 19 Millionen in Anspruch nehmen. Wie mit den gleichzeitig zu befriedigenden Anforderungen, welche durch^die Rüstungen, die Herstellung der an-gerichteten Schäden und die Tilgung der Kriegslasten verursacht werden, der Wohlstand und die Zufriedenheit im Innern, die Macht und der Kredit nach Außen wiederkehren sollen, ist schwer abznsehen. Zur Tagesgeschichte. — Jüngster Zeit, schreibt „Hon", kam cs häufig zur Sprache, welche gesetzlichen Repressalie» dem Souverän in Ungarn gegen solche höhere geistliche Personen zu Gebote stünden, die hartnäckig den vaterländischen Gesetzen zuwiderhandeln. Es dürfte zeitgemäß sein, an Titel 8 des sechsten Dekretes Wladislaw's II., d. i. an das vom 1507/8er Reichstage gebrachte und auch jetzt noch zu Kraft bestehende Gesetz zu erinnern, das folgendermaßen lautet: „Wenn jemand gegen die Landesgesetze handelt, — ist derselbe ein hoher Prälat oder andere kirchliche Persönlichkeit, so sei er in Folge dieser seiner That zum Verluste seines geistlichen Amtes oder seiner anderen Würden und Benefizien zu vernrtheilen; diese geistlichen Aemter, Benefizien oder Würden aber bleiben Sr. königlichen Majestät zur beliebigen freien Verleihung." — Zum Beweise, daß es den französischen Gefangenen in Deutschland nicht schlecht ergangen ist, sei erzählt, was kürzlich ein Anfangs April nach Frankreich zurückgekehrter Kaisergardist an eine deutsche Dame schrieb, die ihn während seiner Gesan-schast auf einer preußischen Festung in schwerer Krankheit sorgsam gepflegt und als durchaus zuverlässigen und anständigen Mann kennen gelernt hatte. Sein Brief erzählte mit Schmerz von der schlechten Behandlung, die ihm und seinen Kameraden seit ihrer Rückkehr nach Frankreich widerfahre. Das Volk sei unfreundlich und lasse an den heimgekehrten Soldaten seinen Groll Uber die erlittenen Niederlagen aus; sie bekämen fast kein Geld, elende Quartiere, nur die nöthigsten Sachen und so schlechte Verpflegung, daß er, der gesund und blühend Deutschland verlassen, auf dem besten Wege sei, wieder zu dem Jammerbilde zu werden, als welches er Ende vorigen Jahres von Metz fortgebracht worden sei. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Zur Gründung des Krauken-UnterstützungS- und Beerdigungs-Fon-des für Mitglieder der freiw. Feuerwehr in Laibach) hat Herr Nikolaus Rudholzer einen Beitrag von 5 fl. gespendet. — (Militärveränderungen.) Der Kommandant des Zeugsartilleriekommandos Nr. 10, Oberst I. Ritter v. UchatiuS, wurde zum Kommandanten der Pulverfabrik zu Stein ernannt. — (Döllinger - Adresse aus Ober-k r a i n.) Von Aßling in Oberkrain geht der „Gr. Tgpst." die Nachricht zu, daß am 24. d. M. von dort eine Anerkennungsadresse an Dr. Döllinger, mit zahlreichen Unterschriften versehen, abgeschickt wurde. Es ist dies ein Beweis, daß es doch endlich auch hierzulande zu tagen beginnt und der gesunde Menschenverstand zum Durchbruch gelangt. Die S ü d b a h n bewilligt aus allen Stationen der Haupt- und Nebenlinien zu den am 27. d. M. verkehrenden Postzügen Nr. 5 und 6 und zu allen Post- und gemischten Zügen am 28. d. M. Fahrkarten II. und III. Klasse mit 50 Perz. Nachlaß zur Fahrt nach Klageusurt, welche Karten am 29. und 30. d. M. zur Rückfahrt mit allen an diesen Tagen verkehrenden Post- und gemischten Zügen berechtigen. Ans dem Gerichtssaale. Prozeß Domenig. Plaidoy er s und UrtheilSverküudigung. Wir sind mit unserem ausführlichen Berichte in Nr. 137 des Blattes bis zu den PlaidoyerS gelangt. Obwohl wir die Absicht hatten, die letztere in ihrem vollen Umfange zu bringen, so mußten wir doch angesichts der enormen Ausdehnung, welche dieselben erreichten und bei dem Umstande, als eine vollständige Wiedergabe den Raum unseres Blattes weitaus überschritten hätte, eine auszugsweise aber der Natur deS Falles nach nicht gut möglich war, darauf verzichten. Da unsere Lesern zudem die Sache nach den eingehenden Mittheilungen, die wir über die ganze Verhandlung brachten, bekannt ist, so beschränken wir uns heute auf folgende Bemerkungen: Das klare und durchdachte Plaidoyer des Staatsanwalts nahm allein volle G Stunden in Anspruch. Er beantragte in seinem Schlußantrage die Verurthei« lung der Angeklagten, wie sie in dem weiter unten mitgetheilten Urtheile thatsächlich erfolgte, mit Ausnahme des Johann Schmivl, für welchen er gleichfalls die Schuldigsprechung und die Verurtheilung zu 4jährigem schweren Kerker beantragt hatte. Dr. A ch a -• tschitsch als Vertheidiger des A. Domenig plaidirte theilS für Nichtschuldigsprechung, theilS beschränkte er sich, mildernde Umstände hervorzuheben; Dr. Razlag und Dr. S u p p a n beantragten die Nichtschuldigsprechung ihrer Klienten; Dr. v. Schrey begründete in umfassender Weise die Ansprüche der Konkursmasse. Außerdem wurde eine von ihm selbst verfaßte Ver-theidigungSschrist des wegen Krankheit abwesenden A. Domenig verlesen, während E. Domenig und I. Schmidt auch noch selbst zu ihrer Bertheidigung das Wort ergriffen. Gestern Nachmittags um 4 Uhr fand unter lebhaftem Andrange des Publikums durch den Vorsitzenden LGR. Rom6, der die ganze Verhandlung in gewandter Weise geleitet hatte, die Publikation des UrtheilS statt. ES wurde zu Recht erkannt: Andreas Domenig sei des Verbrechens der Veruntreuung, des Verbrechens des Betruges und Vergehens 4>eS schuldbaren Krida als unmittelbarer Thäter nach den §§ 183, 197, 198, 199 lit f., 200, 486, c und g, 203, resp. 34 und 35 St. G. B, dann Emilie Domenig, dessen Ehegattin, und Josef Domenig der Mitschuld am Verbrechen des Betruges im Sinne der §§ 5, 197, 198, 199 lit f., und 203 St. G. B. schuldig und cs werde: Andreas Domenig zu 6jährigem schweren Kerker, verschärft mit einem Fasttag jeden Monat; Emilie D o m e n i g zu 2jährigem schweren Kerker, verschärft mit einem Fasttag jeden Monat, und Josef Domenig zu 2jährigem schweren Kerker, verschärft mit einem Fasttag jeden Monat, verurtheilt, auch sind sie schuldig die Strafprozeß- und Strafvollzugskosten zu bezahlen; Johann Schmidt fei der ihm angefchuldeten Handlungen nicht schuldig. Bezüglich der Privatentschädigung wurde zu Recht erkannt: 1. A. Domenig habe der Baronin R. den Betrag von 11.114 fl. 68 kr. und 2. dem I. P. den Bettag von 36 fl. zu bezahlen. 3. I. G. wird mit den Entschädigungsansprüchen auf den Rechtsweg gewiesen. 4. Der S. B.'sche Wechsel per 8400 fl. werde für den Betrag von 7700 fl. als ungiltig erklärt. 5. Das bei der Hausdurchsuchung bei I. Sch. aufgefundene Packet mit Werthpapieren im Nominalbetrage per 5350 fl. wird zu Gunsten der Konkursmasse verfallen erklärt. 6. Der Pfandschein der Laibacher Sparkaffe über 5 Obligationen de« 1854er Anlehens ä 250 fl. und auf 6 Stück 1839er Lose ä 50 fl. wird der Konkursmasse ins Eigenthum zugesprochen. 7. Das Depot des R. und S. W., bestehend in 2 JnterimSscheinen der Wiener Bersorgungsanstalt, die für Darlehen per 40 fl. und 6 fl. verpfändet sind, werden der Konkursmasse zugewiesen. 8. Desgleichen die bei I. Sch. befindliche eiserne Kasse. 9. Ebenso der Antheilschein Apis per 100 fl. und die dabei befindlichen 5 Koupons einer Anglobank-Aktie. 10. Hat Emilie Domenig den aus dem Depot eingegangenen Betrag von 1224 fl. 67 kr. der Konkursmasse zu bezahlen, die noch nicht ausgelösten Depots, beziehungsweise die darauf haftenden Darlehen werden der Konkursmasse ausgefolgt. Dagegen wird der bei Gericht deponirte Lederbeutel mit verschiedenen Gold- und Silbermünzcn der Emilie Domenig als Eigenthümerin auSgesolgt. 11. Von der Kaution rücksichtlich der Hauser Nr. 19 und 20. alter Markt werden Obligationen im Nennwerthe per 1400 fl. der Konkursmasse zugesprochen und hat E. Dcmenig an von ihrem Ehegatten daran bezahlten Steuern und Zinsenrückständen und von dem. selben bezahlten Meliorationen 4819 fl. 41 kr. der Konkursmasse zu ersetze». 12. Habe E. Domenig der Konkursmasse des A. Domenig den Betrag von 800 fl. zu bezahlen. Mit den übrigen Ansprüchen wird die Konkursmasse auf den Rechtsweg gewiesen. Das der Urtheilsspruch, dem eine sehr ausführliche und erschöpfende Begründung folgte. Witterung. Laibach, 28. Juni. Gestern Abends Aufheiterung, sternenhelle Nacht, Reifgefahr, Morgens stellte sich ein dichter Nebel ein. Heute wechselnde Bewölkung, Wolkenzug aus Nord. Wärme: Morgens 6 Uhr +- ti.8u, Nachmittags 2 Uhr + 17.3“ K. (1870 + 15.1"; 1869 -f-.18.cr, alt 09 Jahre, im Versor-guugshause, Ntr. 5 an der Luugenliihmung. — Matthäus Hafner, Inwohner, all 50 Jahre, im Zivilspital an der Bauchselleutzüudulig. Gedenktafel über die am 1. Juli 18 7 1 stattfindenden Lizitationen. 2. Feilb., Hoievar'fche Real., Laugenthon, BG. Seifen« berg. — 1. Feilb., Derniota'fche Real., Dobje, BG. Lack. — 1. Feilb., Selan'fche Real., Lipoglov, BG. Laibach. — 1. Feilb., Majhor'fche Real., Altemuarkt, BG. Tfchernembl. Telegramme. Wien, 27. Juni. Ungarische Delegation. Generaldebatte über das Budget des Aeußern. Nachdem Hsedenyi die Politik des Reichskanzlers getadelt, Kemenyi aber, Szecheny und Pnlszky die Politik gebilligt, erklärt Orczy, daß die Grundideen des Pariser Vertrags unter Zustimmung Rußlands auch in der Pontuskonferenz gewahrt wurden. Die Beziehungen der Monarchie zu allen Mächten des Auslands seien befriedigend, entsprechend unseren friedlichen Intentionen. Zwischen der Türkei und Rußland bestehe keine solche Annäherung, die Oesterreich scheuen müßte. _________________ Nähmaschinen (nur bester Qualität) (soo-i) kaust man stets am bllllSs*eM unter Garantie in VllC. 1081*8 Nähmaschinen - Zentraldepot. Triest« Piazza della borsa 11. Laibach t Hanptplatz 237. Unterricht und Preiskourants gratis. Daselbst beste englische Siioole, Nadeln etc. Bergheers Theater mit \ Geister- und Gespenstererscheinungen, errichtet in der Sternallee. Täglich Abends 8 Uhr Vorstellung im I.Ziklus. Donnerstag den *5. Juni finde» »r 2 Vorstellungen H statt. Anfang der erste» um 5 Hör; Anfang der zweiten 8 Uhr. lllll Garantie 5 Jahre. (298) Unterricht gratis. Nähmaschinen aller Zisterne Wheeler & Wilson, Howe, Singer, Grover & Baker für (297-1) Familien, Schuhmacher, Schneider, Riemer nnd Hutmacher bester Qualität und zu den billigsten Preisen bei Kongre^atz Karoline Rudholzer, Auswärtige Aufträge werden bestens effeftiiirt. Kundmachung. Für das öffentliche Baden ist für dieses Jahr wie bisher der Gradaäca-Bach ober der Kolesje-Mühle in der Vorstadt Tirnau an der sogenannten T^la« van'schen Wiese bestimmt. Dies wird mit dem Beifügen zur allgemeinen Kcnntniß gebracht, daß ander« Ort« »ff««tlich „icht gebadet werden darf, und daß das Baden nur tn anständiger Verhüllung gestattet ist. (294—2) Stadtmagistrat, Laibach am 22. Juni 1871. Der Bürgermeister: Deschmann. Wiener Börse vom 27. Juni. StaatsfondM. 5perc. Rente. öst.Pap. bto. bto. öst.inSilb. dofe von 1854 . . . Me von 1860, ganze dofe von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Gtrnndentl.-Obl. , Steiermark )u5p.50 126.80 93.— 86.75 80.15 85.7-76 23 Ware 59.60 69 20 95.-1(0 -112.75 117.— 94.- 86.-80 50 86-76 60 780 — 782 — 282.26 282.60 >97.80l298.— 9*2- »49.50 273 88.50 918.— >49 25 272.-87 50 $40.-121.— 121.20 X2Hrt| 8802 178 30 178 60 *23.-1*23.50 SSO 50 $50.75 173 25 173 50 4S4.— 485.- 202.75 2(3.-176 50 177.- 177.75 178 25 I 92.30 92 60 89.25 8«.50 106.251106.60 86.801 87.- Ceft. Hyvoth.-Bank . Priorität«-Obllgr. Südb.-Ges. zn 500 Fr. bto. BonS 6 pEt. Nordb. (loo fl. EM.) Sieb.-B.(200fl.ö.W.) Staatsbahn Pr. Stück StaatSb. Pr. St. 1867 RubolfSb.(300fl.ö.W.) Franz.Jos. (200 fl.S.) Lose. Ecebit 100 fl. ö. Äß. . Don.-Dampfsch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . Triester 100 fl. EM. . bto. 60 fl. ö.W. . Ofener . 40 fl. ö.W. Salm , ^ 40 ^ Palffy . „ 40 „ Llarv . ff 40 ff St. Genois^ 40 „ Windischgratz 20 , Waldflein . 20 „ Keglevich . 10 * Rudolfsstift. lOd.W. Wechsel (3 Mon.) LugSb.lOOfl.sübd.W. Frankf. 100 fl. - „ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 Franc» . Münxen. »ais. Müuz-Ducateu. 20-FrancSstück. . . BereinSthaler . . . Silber . . . . Geld 85.- 109.— 238.50 105.25 88 90 138.50 137.60 91.75 96.9u 176 75 102 50 122.— 69.— 33.— 43 60 32.— 38.-31.— 23 — 24.50 15.- 15.- XDaiC 96 60 109.50 239 50 105.30 89.10 139.— 138.— 9*.— 97.10 177.15 103.f0 124.— 60.— 35.— 44.— 32.— 59.— 32.— 24.— 26 — 17.— 15.6V 108. frO 104.— 104.20 124.25 48.90 5.88 9.91 1.84» 122.— 104.30 124.86 49.— 6 89 9.91* 1.85 122.60 Telegrafischer Wechselkurs vom 28. Juni. Sperz. Rente österr. Papier 59.35. — 5perz. Rente öfterr. Silber 69.—. — 1860er Staatsanlehen 99.90. --Bankaktien 781. - Kreditaktien 297.50. - London 123^0. — Silber 122.—. — K. k. Münz-Dukaten 5 87. — Na-poleonsd'or 9.90'/,. _______________ Druck von Jgn V. »(etnntabr * ged. ivamdcr- tu Vaiba*. Bkrleger und für die Redaktion verantwortlich: Otto mar Vam berg.