Bezugspreise Für Gstereichr-Ungarn ganzjährig K 4' — halbjährig K 2' — jiir Amerika: ganzjährig D. 1 *25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksicht,gt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftkeitung des Kottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» icheet Boten erhältlich. P ostsparkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gasse Nr. 75. Wr. 17. Kottschee, am 4. September 1910. Jahrgang VII. Staatlicher Fachunterricht für Mädchen. Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1900 gab es, wie Frl. Kamilla Theimer heuer in einer Versammlung des katholischen Frauenkongresses in Wien ausführte, an sechs Millionen erwerbstätigen Frauen in Österreich, das sind 44% aller Frauen. Nach den Berichten des arbeitsstatistischen Amtes erreichen die Stellengesuche landwirtschaftlicher (weiblicher) Arbeitskräfte kaum die Hälfte des Angebotes, in der Industrie etwas mehr, im Handel aber ist das Angebot doppelt so groß als die Nachfrage, in den freien Berufen ist das Angebot nach Ausschaltung der Lehrerinnen und Staatsbeamtinnen noch um 17% größer als die Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften. Dementsprechend sind die Lohnverhältnisse. Es gibt Kontoristinnen mit 10 bis 20 Kronen Monatsgehalt, Musik- und Sprachlehrerinnen werden für 1 Krone, ja für 80 und 60 Heller, mitunter sogar nur für eine Schale Tee mit Brot zum Unterrichte engagiert. Bei den Volks- und Bürgerschullehrerinnen ist die Entlohnung zwar eine bessere, doch ist jahrelanges Warten zur Erlangung einer Stelle erforderlich. In Wien und Niederösterreich waren im Vorjahre 1500 Volksschullehrerinnen und 1400 Jndustrielehrerinnen, in Steiermark 300 Volksschullehrerinnen vorgemerkt. Dasselbe gilt für die Beamtinnen. Bei der Post müssen sie als Diurnistinnen ansangen; bei den Bahnen haben sie eine vierzehnstündige Arbeitszeit. Die akademisch gebildeten Damen — Schriftstellerinnen und Künstlerinnen — müssen heute buchstäblich hungern, wenn sie nicht ein außerberufliches Einkommen haben. Wie werden die Medizinerinnen, Philosophinnen ihr Fortkommen finden, die jetzt an Tausend (!) an der Wiener Universität inskribiert sind? Im Gegensätze zu der trostlosen Lage der im geistigen Beruf tätigen Frauen ist, wie Frl. Theimer weiter ausführte, die Lage der qualifizierten Kräfte in der Industrie und des qualifizierten Dienstpersonals eine glänzende. Qualifizierte Kräfte im Gewerbe sind aber trotzdem ebenso wie braves Dienstpersonal mit der Laterne zu suchen. Man bekommt unter zwei Kronen per Tag keine Arbeitskräfte in der Hausschneiderei. Dasselbe gilt bezüglich der Wäscherinnen und Büglerinnen. So führen die großen Wäscherinnen (in Wien usw.) laute Klage darüber, daß sie trotz sehr guter Bezahlung keine geschulten Arbeitskräfte finden können. In der Wäscheindustrie müssen nämlich Arbeitskräfte selbst Unterricht im Zuschneiden nehmen, weil keine tüchtigenZuschneiderinnen aufzutreiben find. Ebenso schwer ist es, tüchtige Beschließerinnen, Wirtschafterinnen usw. zu finden. Die Klagen der Besitzer von Hotels und Sanatorien über den Mangel an leitenden Kräften ist allbekannt. In der Landwirtschaft gibt es bei uns überhaupt keine qualifizierten weiblichen Kräfte, sondern nur Mägde und Taglöhnerinnen. Diese stehen sich nicht so gut wie die Arbeiterinnen in den Städten, aber immerhin meist,besser als die Musik- und Sprachlehrerinnen u. bergt. Die in Österreich vom Ausland eingeführten Artikel könnten bei uns erzeugt werden, die Lebensmittel- teuerung würde dadurch gemildert werden, wenn genug weibliche Arbeitskräfte sowohl nach Zahl als auch nach Eignung und Güte vorhanden wären. Es ist eben unsere weibliche Erziehung von der Kinderstube an unzweckmäßig. Der Grund hievon ist der bisherige gänzliche Mangel an Verständnis für Frauenarbeit von Seite der maßgebenden Faktoren. Der Staat hat bisher für die Fortbildung der weiblichen Jugend sehr wenig getan, dafür war er umso freigebiger bei Konzessionen für Privatschulen und Lyzeen, über die sich oft ein trauriges Lied singen läßt und die zum großen Teile nur ein geistiges Proletariat in Mengen heranbilden. Es fehlte bisher an einem rechten Ziele und Plane. Man ist sich zwar schon längst klar darüber, daß die Richtung unserer volkswirtschaftlichen Entwicklung in Bezug auf die Frauenarbeit keine glückliche ist. Man erklärte die Zustände auf dem weiblichen Arbeitsmarkte schon lange als unhaltbar, aber man scheute vor den zu erwartenden Folgen zurück. ^ So kam es, daß die Frauen sich immer mehr von den produktiven den unproduktiven Berufen zuwandten, sich immer mehr in die Männerberufe eindrängten, wo ihre Arbeit direkt schädigt, weil sie preisdrückend wirkt. Das bedeutete vom volkswirtschaftlichen und sozialen Standpunkt keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt. Es ist höchste Zeit, daß in Österreich das Prinzip der ordnenden Hand auf dem Gebiete der Frauenarbeit endlich zur Geltung kommt. Wir haben oben bemerkt, daß es an qualifizierten weiblichen Arbeitskräften in Industrie und Gewerbe dermalen noch stark fehlt und daß auf diesem Tätigkeitsfelde der Frauenarbeit sehr lohnende Beschäftigung winkt. Einen dankenswerten Versuch, dieses Feld der weiblichen Betätigung allgemein zugänglich zu machen, bedeutet ein Erlaß des k. k. Arbeitsministeriums betreffs der Zulassung von Mädchen und Frauen zu den gewerblichen Lehranstalten. Wir glauben, der Wichtigkeit dieses vor ein paar Monaten herabgelangten Erlasses am besten zu entsprechen, wenn wir unsere Leserinnen mit dem Wortlaut des Erlasses bekannt machen. Er lautet: „Die Organisierung des gewerblichen Bildungswesens in Österreich begann in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Seitdem haben sich die Verhältnisse im gewerblichen Leben bedeutend geändert und die Verwaltung des gewerblichen Unterrichtes hat es sich angelegen sein lassen, die Organisation der gewerblichen Schulen den jeweiligen gerechten Forderungen tunlichst anzupassen. Heute steht die Verwaltung des gewerblichen Unterrichtes abermals vor einem wichtigen, die Grundlagen des gewerblichen Bildungswesens berührenden Problem, dem der Befriedigung der fachlich-didaktischen Bedürfnisse des weiblichen Geschlechtes. Geänderte wirtschaftliche Verhältnisse und erschwerte Lebensbedingungen brachten es mit sich, daß der Zwang zum selbständigen Erwerb immer weitere Kreise unbemittelter Mädchen und Frauen ergriff und daß das weibliche Geschlecht bei vielfach vorhandener natürlicher Veranlagung und Geschicklichkeit für manchen gewerblichen Erwerb sich diesem in ausgedehnterem Maße zuwendete. Die Verwaltung des gewerblichen Unterrichtes muß darauf bedacht sein, dieser Tatsache Rechnung zu tragen und die fachliche Bildung des weiblichen Geschlechtes in stärkerer Weise zu fördern; denn wenn auch für die Ausbildung der Mädchen und Frauen in den weiblichen Berufstätigkeiten im engeren Sinne vielfach durch Privat- und Vereinsschulen gesorgt wird und die Verwaltung des gewerblichen Unterrichtes einer intensiveren Einflußnahme auf diese Unterrichtsinstitntionen und deren Ausgestaltung in letzter Zeit ihr besonderes Augenmerk zuwendet, so vermag sie sich doch der Überzeugung nicht zu verschließen, daß die bestehenden weiblichen Berufsschulen angesichts obiger Tatsache dem Bedürfnis nach vermehrten Bildungsmöglichkeiten für das weibliche Geschlecht nicht genügen. Das heutige Erwerbsleben macht es dem Staate zur Pflicht, geradeso wie für das männliche, auch für das weibliche Geschlecht für alle Gebiete, in denen eine Betätigung derselben erfolgt oder erfolgen kann, fachliche Bildungsstätten zu schaffen, bezw. ihm das Studium an den vorhandenen gewerblichen Lehranstalten zu ermöglichen. Das Ergebnis einer Umfrage bei den in Betracht kommenden maßgebenden Faktoren hat die Verwaltung des gewerblichen Unterrichtes in dieser Anschauung bestärkt; es zeigte sich nicht nur eine bemerkenswerte fast völlige Übereinstimmung der Ansichten darüber, daß angesichts der bestehenden Verhältnisse eine Erweiterung der Bildungsmöglichkeiten für das weibliche Geschlecht dringend geboten ist, sondern auch eine weitaus überwiegende Mehrheit der Meinungen, die die prinzipielle Zulassung der Mädchen und Frauen zum Studium an gewerblichen Lehranstalten direkt befürworten. Den Bedenken gegenüber, die eine daraus abzielende Maßnahme in manchen Kreisen, insbesondere bei einigen Organisationen des technischen Mittelstandes, in der Richtung hervorgerufen hat, daß der schon heute schwer empfundene Konkurrenzkampf eine Verschärfung erleiden wird, muß entgegengehalten werden, daß durch eine solche Maßnahme eine Überflutung des technischen Erwerbsgebietes im allgemeinen durch weibliche Kräfte gewiß nicht in Erscheinung treten wird. Es steht vielmehr mit Sicherheit zu erwarten, daß die Mädchen und Frauen zum weitaus überwiegenden Teile nur für jene vielen Erwerbszweige die vollkommene Ausbildung oder Fortbildung an gewerblichen Schulen suchen werden, die ihrer Natur nach der Betätigung durch das weibliche Geschlecht naheliegen und zu deren Ausübung Frauen und Mädchen geradeso, oft aber in noch viel höherem Maße, berufen sind als das männliche Geschlecht. Es wird daher eine Verschärfung des Konkurrenzkampfes allenfalls nur auf jenen Gebieten eintreten, in denen die Frau sich schon heute mit Erfolg betätigt und auf denen eine konkurrenzierende Mitbetätigung des weiblichen Geschlechtes nicht mehr vermieden werden kann. Auf Grund dieser Erwägungen finde ich mich bestimmt zu gestatten, daß vom Schuljahr 1910/11 angefangen an sämtlichen staatlichen gewerblichen Lehranstalten ohne Ausnahme sowie an den gewerblichen Fortbildungsschulen auch weibliche Schüler ausgenommen werden dürfen, und zwar unter ganz denselben Bedingungen und Voraussetzungen, die derzeit für die Aufnahme der männlichen Schüler gelten. Der Unterricht ist an allen Anstalten und allen ihren Abteilungen an die männlichen und weiblichen Schüler gemeinsam zu erteilen. Es wird Sache einer streng zu handhabenden Disziplin und einer entsprechenden Vorsorge für kontinuierliche Aufsicht sein, Unzukömmlichkeiten zu vermeiden. Im Falle solche doch Vorkommen sollten, sind diese mit größter Strenge zu ahnden. Den Direktoren und Leitern der gewerblichen Lehranstalten werde es zur strengen Pflicht gemacht, dafür zu sorgen, daß bei Beurteilung der Leistungen der Schülerinnen sowie überhaupt bei Behandlung derselben in keiner Weise irgendein Unterschied gegenüber den Schülern gemacht werde. In äußerlicher Hinsicht wird an den in Betracht kommenden Anstalten nur jenes vorzukehren sein, was sich durch den gemein- samen Besuch von Knaben und Mädchen, bezw. von Männern und Frauen aus Schicklichkeitsrücksichten von selbst gebietet. Die entsprechenden Änderungen in den Anstaltsprogrammen werden sukzessive zu veranlassen sein. Nach Ablauf des Schuljahres 1910/11 wird über die in diesein Gegenstände gemachten Erfahrungen zu berichten sein." Durch diese Entscheidung des Arbeitsministeriums wird den Mädchen und Frauen der Weg zu mannigfachen neuen Erwerbsgelegenheiten geöffnet. Schon in den jüngst verflossenen Jahren sind bekanntlich jene Fcauengewerbeschulen reformiert worden, die für das Frauen- und Kinderkleidermachergewerbe — mit Ausschluß des Lehrlingswesens — vorbereiten; es wurden ferner Seminare zur Heranbildung von Lehrerinnen für Koch- und Haushailungsschulen gegründet, es wurde die k. k. graphische Lehr- und Versuchsanstalt für Frauen eröffnet und nun tun sich für die Mädchen und Frauen die Türen sämtlicher gewerblichen Lehranstalten Österreichs auf, nun werden sämtliche Staatsgewerbeschulen, gewerblichen Fachschulen und Fortbildungsschulen vom Schuljahre 1910/11 an auch dem weiblichen Geschlechts zugänglich gemacht. Alle diese gewerblichen Staatsanstalten hier anzuführen, würde zu weit führen. Ein Sonderabdruck aus dem Zentralblatt für das gewerbliche Unterrichts« wesen, der 1904 im Verlage des k. k. Unterrichtsministeriums erschienen ist, enthält das Verzeichnis der gewerblichen Staatsanstalten und überdies den Standort der Schulen, die Aufnahmsbedingungen und die Zeitdauer des Unterrichtes. Nicht nur dem technischen Erwerbsgebiet, für welches die Staatsgewerbeschulen vorbereiten, sondern dem gesamten Kunst Hand werk kann sich nun auch das weibliche Geschlecht zuwenden, wie z. B. der Weberei, Wirkerei, Ledergalanterieerzeugung, für welche Zweige, bezw. Fachschulen das weibliche Geschlecht gewiß volle Eignung besitzt, ja, vielleicht teilweise sogar bessere als das männliche. Dazu kommt dann noch die Uhrmacherei, Kunst- und Möbeltischlerei (diese wird das weibliche Geschlecht weniger anziehen), die Keramik, die chemischtechnischen und die elektrotechnischen Berufe. Wenn die Neuerung einmal in der Bevölkerung Wurzel geschlagen hat, wird sie voraussichtlich eine Entlastung der gegenwärtig überfüllten Frauenberufe zur Folge haben und vielen Mävchen Gelegenheit bieten, sich in einer ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden gewerblichen Tätigkeit eine selbständige Existenz zu gründen. Wir glaubten, diese für das weibliche Geschlecht gewiß sehr wichtige Angelegenheit auch zur Kenntnis unseres geehrten Leserkreises bringen zu sollen, nicht vielleicht, weil wir etwa meinen, daß in Gottschee selbst viele Anmeldungen zum Eintritt von Mädchen in die hiesige Fachschule für Tischlerei zu gewärtigen wären — die Tischlerei ist eigentlich doch kein weiblicher Beruf —, sondern weil es auch in Wien, Laibach, Graz, Innsbruck, Prag usw. viele Familienväter gibt, die Abnehmer unseres Blattes sind und die wir auf die sich für ihre Töchter neu bietende Bildungs- und Erwerbsmöglichkeit hiemit aufmerksam machen. Jahresbericht des Gottscheer Gauernbundes. (Erstattet in der Hauptversammlung des Bauernbundes am 24. Juli 1910 in Altlag.) (Schluß.) Meine Herren! Unser Bund hat nicht bloß politische und wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen, sondern er tritt auch für die idealen Güter unseres Volkes ein, und zwar in erster Linie für die Erhaltung unserer christlichen Volksart und Sitte. Daß dieser Punkt der Satzungen unseres Bundes für uns nicht bloß eine schöne Floskel oder ein hübsches Zierstück ist, sondern daß wir es damit ernst, sehr ernst nehmen, das haben wir im Jahre 1907 bewiesen, wo wir gerade wegen des christlichen, wegen des ausgesprochen katholischen Charakters unseres Bundes die schwersten Kämpfe durchzuführen und die ärgsten Anfeindungen zu ertragen hat blo auf geg katl lizi Fm imr ern me! wn nick beb Pu das Fre Da die- wö! Her wm Ost Kre es dies Fei: gen fene sam auß scha lum gesc und sind nun treu nisa Wu sati höh uns« Her Sr. J°s dau die zogt Her refti kan) k. k. in l hatten. Meine HerrenI Uns ist das Wort „christlich" nicht etwa bloß gleichbedeutend mit nichtjüdisch oder arisch, wir stehen vielmehr auf ganz unzweideutig katholischem Standpunkte. Wir sind gegen jede Verwässerung, Verflachung oder Versumpfung des christlichkatholischen Geistes im Leben des Volkes. Wir erblicken im Katholizismus den unzerstörbaren Granitboden nicht bloß für Haus und Familie, sondern auch für Staat und Gesellschaft. Und das muß immer und immer wieder betont werden, denn unsere Zeiten sind ernst, tiefernst, die Zeichen eines heranuahendeu gewaltigen Sturmes mehren sich beängstigend fast in allen europäischen Ländern und wer bürgt uns dafür, daß die jetzige scheinbare Ruhe in Österreich nicht bloß die trügerische Ruhe vor dem Sturme eines Kulturkampfes bedeutet? Darum heißt es, allzeit bereit und gerüstet sein und sein Pulver trocken halten. Darum stehen wir auch treu zu unseren Priestern, denn das katholische Volk und der katholische Priester gehören zusammen. Freilich, im Lager unserer Gegner will man gerade das nicht. Da bekommt man immer und immer wieder zu hören: Was geht dies und jenes die Geistlichen an! Was haben die Priester — gewöhnlich gebraucht man da eine weniger achtungsvolle Bezeichnung — mit diesen oder jenen Angelegenheiten zu schaffen! Meine Herren! Das sind Vorurteile, die auch bei uns einmal überwunden werden. So redete man vor Jahren auch in anderen Teilen Österreichs und Krains und jetzt würde es dort in gut katholischen Kreisen überall geradezu den größten Unwillen erregen, wenn man es versuchte, Volk und Priesterschaft auseinanderzureißen. Wer diese Zusammengehörigkeit sprengen wollte, würde geradezu für einen Feind des Volkes angesehen werden. Schließlich noch ein paar kurze Bemerkungen über unser engeres Vereinsleben. Der Gottscheer Bauernbund hielt im abgelaufenen Jahre, bezw. seit der letzten Hauptversammlung Wanderversammlungen ab in Altlag. Pöllaudl, Tschermoschnitz und Mitterdorf; außerdem fanden anläßlich der Gründung der Viehzuchtgenossenschaften überall in den betreffenden Ortschaften kleinere Versammlungen und Besprechungen statt. Auch schwere Verluste hat unser Bund zu beklagen. Das geschätzte Ausschußmitglied Herr Johann Petschauer in Pöllandl und unser früheres Ausschußmitglied Josef G. Jonke in Obermösel sind uns durch den Tod entrissen worden. Die Verblichenen, die nun in Gott ruhen, waren beide Christlichsoziale durch und durch, treue Anhänger unseres Bundes und feste Stützen unserer Organisation. Sie ruhen in Frieden! Lassen Sie mich, geehrte Anwesende, nun schließen mit dem Wunsche, es möge unserem Bunde und unserer gesamten Organisation beschieden sein, immer mehr und mehr zu erstarken, immer höheren Zielen entgegenzustreben und entgegeuzugehen zur Ehre unserer christlichdeutschen Sache und zum Wohle unserer Heimat. Heil Bauernbund! Aus Stabt und Cartb» Hottschee. (Auszeichnung.) Dem k. k. Regierungsrat i.R. Herrn Ludwig Thomann Edlem von Montalmar wurde von Sr. Majestät der Orden der Eisernen Krone 3. Kl. verliehen. — (Personalnachricht.) Der k. k. Bezirkstierarzt Herr Josef Kutschern in Gottschee wurde über sein Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. — (Zur Oberin) in der hiesigen Waisenhausanstalt wurde die Schwester AIoisia ernannt. — (Ernennung.) Der Herr k. k. Landespräsident im Herzogtums Kraiu hat den Regieruugsoffizial im k. k. Landespräsidium Herrn Matthias Kren zum k. k. Landesregierungs-Hilfsämter-Di-rektionsadjunkten in der neunten und den k. k. Landesregierungskanzlisten Herrn Julius Paidasch, zur Dienstleistung zugeteilt der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Gottschee, zum k. k. Bezirkssekretär in der zehnten Rangsklasse der Staatsbeamten ernannt. — (Vom k. k. Staatsgymnasium.) Für das Schuljahr 1910/11 findet im Herbsttermine die Schüleraufnohme in alle Gymnasialklassen und in die Vorbereitungsklasse am 9., 10. und 11. September d. I. statt. Die Aufnahmeprüfungen für die erste Gym-nasialklasse werden am 12. September abgehalten, desgleichen die Nachtrags- und Wiederholungsprüfungen sowie eventuelle Aufnahmsprüfungen für die zweite bis achte Klasse. Die Einschreibgebühr beträgt für jeden neu aufgenommenen Schüler im ganzen K 7"70, für Schüler, welche der Anstalt bereits angehören, K 3 60. Das Schuljahr 1910/11 wird am 13. September mit dem heil. Geist-umte um 8 Uhr früh eröffnet. — (Vermählung.) Herr Professor Kuno Hočevar in Laibach hat sich am 27. v. M. mit Fräulein Franziska Lerne, Hausbesitzerstochter in Laibach, vermählt. — (Arbeitsschule im Waisenhaus.) Den der Schule entwachsenen Mädchen soll von nun an an der hiesigen Waisenanstalt eine durchaus praktische Arbeitsschule Gelegenheit bieten, sich im Weißnähen (Maschinnähen und Handarbeit), Schnittzeichnen, Zuschneiden und auch im Weißsticken auszubilden und dabei gleichzeitig ein entsprechendes Honorar zu erwerben. — (Kindesweglegung.) Vor dem Waisenhause wurde am 21. v. M. nachts ungefähr um 9 Uhr ein Kind iin Alter von zwei Wochen in Lumpen gehüllt gefunden; durch dessen Schreien wurde der streifende Gendarmerieposten aufmerksam gemacht, der das Kind aufhob und es einem in der Nähe wohnenden Schuhmacher übergab. Die Mutter dürfte eine gerichtsbekannte verkrüppelte Person sein, die noch in derselben Nacht in einem Tanzlokale verhaftet wurde. — (Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaften.) Unrichtigen Behauptungen und Ausstreuungen gegenüber, wie sie in jüngster Zeit wieder versucht worden sind, sei neuerdings betont, daß nur j ene Vieh- und Schweinezuchtgenosseuschaften vom hohen Landesausschusse eine Subvention zu gewärtigen haben, die sich an eine der bestehenden Raiffeisenkassen anlehnen. Wir sind von autoritativer Seite ermächtigt, dies nochmals in Erinnerung zu bringen. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß Herr Pregl vom hohen Landesausschusse keinerlei neuerlichen Auftrag bekommen hat, sich in die Angelegenheiten dieser Biehzuchtgenossenschaften unberufen einzumengen. Die Notiz in den „Nachrichten", daß der Landestierzuchtinspektor Herr Ratej in Altlag bei einer Tafel Pregls Viehzuchtgenossenschaften ausgiebige Hilfe versprochen habe, ist eine Lüge. —• (Subventionsstiere und Eber.) Der krainische Landesausschuß wird im heurigen Herbste an Genossenschaften, Gemeinden und Private, welche darum ansuchen, nach Möglichkeit Zuchtstiere und Eber zu ermäßigten Preisen vergeben. Wir machen unsere Leser schon jetzt darauf aufmerksam, daß sie die diesbezüglichen Gesuche rechtzeitig überreichen. Insbesondere sollen sich hiefür jene Genossenschaften und Gemeinden melden, welche im Frühjahre entweder gar nicht oder nicht mit genügender Anzahl von Zuchtstieren und Zuchtebern bedacht worden sind. — (Ertrunken) ist in der Rinse der beim Schmiedmeister Herrn Jakomini bedienstete 34jährige Knecht Martin Mikovic, gebürtig aus Lobor in Kroatien. Er badete Sonntag den 21. v. M. nachmittags im Flusse, glitt an einer abschüssigen Stelle aus, geriet in die Tiefe, und da er des Schwimmens nicht kundig war, versank er plötzlich lautlos. Seine mitbadenden Kameraden wurden auf sein Verschwinden erst aufmerksam, als es bereits zu spät war. — (Worte der Anerkennung.) In einer Zuschrift aus Ungarn gibt ein Landsmann der Freude darüber Ausdruck, daß unser Läudchen aus dem jahrelangen wirtschaftlichen Stillstände herausgebracht worden sei, wo sich weder der Reichsrat noch der Landtag um Gottschee kümmerte. Ehre allen jenen Männern, denen Gottschee diesen Fortschritt verdanke, Dank auch der Priesterschaft, die sich um das Wohl des Löndchens kräftig annehme. Möge es, heißt es schließlich, jenen Männern, die so uneigennützig für das öffentliche Wohl wirken, beschicken sein, noch recht lange und lange Jahre für das liebe Heimatland sich zu betätigen. Der Dank des Volkes, das echt patriotisches, selbstloses Wirken von leerer Phrasenmacherei und unfruchtbarer Nörgelei wohl zu unterscheiden weiß, ist diesen Männern gewiß. — (Eine unrühmliche Heldentat.) Zu wiederholten« malen wurden unsere christlichdeutschen „Traungauer" in den „Nachrichten" in flegelhafter Weife angegriffen. Das genügte jedoch den der „Karniola" angehörenden Gottscheer Studenten nicht, sie wollten ihren Mut durch die Tat beweisen. Die Gelegenheit dazu bot sich ihnen nach sehnsüchtigem Warten doch endlich. Am 22. August befanden sich unsere beiden Traungauer Herr Franz Perz und Herr Anton Jaklitsch in Gottschee. Kaum wurden die Karniolen ihrer ansichtig, als sie auch wutentbrannt beschlossen, diesen günstigen Augenblick zu benützen nnd an den verhaßten, in Farben erschienenen Traunganern ihr Mütchen zu kühlen. Nichts Böses ahnend — waren sie doch nicht gekommen, um zu provozieren —, saßen letztere gemütlich im Garten des Hotels „Stadt Triest" bei einem Glase Bier, mit ihnen die Herren Pfarrer Kraker, Kaplan Perz und Kaplan Kranland. Auch andere Gäste waren anwesend. Sogleich erschienen auch mehrere Karniolen und ließen sich an einem Nebentische nieder. Sie ließen keine böse Absicht merken — erreicht man doch durch Hinterlistigkeit eher sein Ziel — und der Karniole Peteln spazierte mit zwei Fräulein ruhig auf und ab; doch plötzlich riß besagter Studiosus dem Herrn A. Jaklitsch die den Karniolen so schwer im Magen liegende Mütze vom Kopse, lief damit zu seinen Kollegen und schließlich auf und davon, indem er meinte: Diese Mütze darf hier nicht getragen werden! Und als Herr Jaklitsch sein Eigentum zurückverlangte, sagte der Karniole Karl Hofmann: „Dieses Lokal hier ist ein freiheitliches und wir sehen das Tragen solcher Mützen als eine Provokation an," welche Behauptung jedoch der Inhaber des Hotels, Herr Verderber, mit dem Bedeuten widerlegte, sein Haus stehe allen Gästen offen. Unterdessen spielte sich vor dem Friseurladen des Herrn Herbst, wohin sich das andere Mitglied des „Traungaues", Herr Perz, begeben hatte, dasselbe Schanfpiel in zweiter Auflage ab. Herr Perz wurde von den Karniolen Hans Arko, Jnlins Fornbacher, Jonke und Herbert Hönigmann förmlich belagert, rote weiland Daniel in der Löroeugrube, und als er sich aus dem Lokal entfernen wollte, aufgefordert, Mütze und Band abzulegen, was er zu tun begreiflicherweise sich weigerte. Als die grimmigen Gesellen ihm die Mütze mit Gewalt zu entreißen drohten, Begab er sich zum Herrn Bezirkshauptmann und ersuchte um nötigen Schutz. Unter Begleitung der Sicherheitswache und mehrerer Karniolen begaben sich Beide Traungauer auf den Bahnhof, immerfort noch von den rachgierigen Studenten in gemeiner Weise verhöhnt. Dort angekommen, schlug der Karniole FornBacher dem Herrn Perz noch die Mütze vom Kopfe — auch hinterrücks natürlich — und die Karniolen konnten nun auf den mühsam errungenen LorBeeren ausruhen. Besser hätten es die betreffenden Herren gewiß nicht machen können, um sich in den Augen jedes rechtschaffen und vernünftig denkenden Menschen herabznsetzen, und ihre verübte Heldentat ist nur der Ausdruck ihrer Gesinnungsart. HaBen nicht Leute ihres Schlages schon in den „Nachrichten" durch ihre Schmäh» artikel sich unter das Niveau der notwendigsten Bildung gestellt, so zeigen sie sich durch dieses Vorgehen geradezu als ; einem friedlichen Gaste die KopsBedeckung hinterrücks herunterreißen und damit davonlaufeu, wie soll man dieses Benehmen qualifizieren? Daher ist es eine wohlverdiente Strafe, daß diese jungen Herren, das kleine Ansehen, das sie noch Bei den Bewohnern der Stadt Gottschee hatten, nun gänzlich verloren HaBen. Da sieht man auch, wie windig es mit der nationalen Gesinnung dieser Herren ausschaut. Als nämlich neulich in der Stadt Gottschee ein slowenischer Turnverein gegründet wurde, rührte sich kein Karniole, aBer gegen zwei Traungauer, gegen Gottscheer, gegen Deutsche zu wüten, ja das wagten die tapferen Herren. Wie sehr wir indessen die geschilderte Handlungsweise der Karniolen mißbilligen müssen, ebensosehr freut uns das mannhafte Auftreten unserer Traungauer. Trotz herausfordernder Worte, Anflegelungen und Drohungen ließen sie sich zu keinem übereilten Schritte verleiten, worauf jedenfalls die Karniolen warteten; die Traungauer gaben durch ihre Haltung zu erkennen, daß sie, was Sitte, Bildung und akademisches Benehmen anbelangt, über ihren Gottscheer Genossen weit erhaben sind. Die Kultur läßt sich eben nicht mit dem Prügel aufhalten, auch nicht im Gottscheer-ländchen. — (Choleragefahr.) Österreich ist gegenwärtig von zwei Seiten von Cholera Bedroht, nämlich von Italien her über Triest und Fiume und von Rußland über Galizien. Für die Verbreitung der Cholera ist vor allem das Trinkwasser von Bedeutung. Den besten Beweis lieferte Hamburg während der Choleraepidemie im Jahre 1892. Während in Hamburg von je 1000 Personen 30 an Cholera erkrankten, wurden in Altona, das mit Hamburg zusammen gewissermaßen eine Stadt bildet, aber bedeutend besseres Trinkwaffer hat, bloß 4 von 1000 von der Seuche ergriffen und in Wandsbeck, das fein Waffer aus Landseen herleitet, bloß 3 von 1000. Dabei blieben mitten in Hamburg gelegene Anstalten mit Hunderten von Personen, die nicht ein die schlechte Wasserleitung von Hamburg angeschlossen waren, sondern eigene Brunnen hatten, von der Epidemie vollständig verschont. Der Krankheitserreger, der die Cholera hervorruft, wurde von Prof. Robert Koch im Jahre 1883 entdeckt und erhielt den Namen Komma-Bazillus. Dieser Bazillus gelangt mit dem verseuchten Wasser in den Magen und Darm, wo die Bazillen ihre Tätigkeit entfalten. Sie entwickeln sich hier sehr rasch, vermehren sich mit unheimlicher Geschwindigkeit, bringen aber nicht in das Blut ein. Die schweren Krankheitserscheinungen entstehen durch jene giftigen Stoffe, welche von den Bazillen ausgefchieben werden und in die Blutbahn gelangen. Unreine unb verborbene Nahrung, schlechtes Trinkwaffer, 'Exzesse aller Art, bichte Bevölkerung, heiße Jahreszeit, ungünstiger Wafferstanb sowie tiefe örtliche Lage begünstigen bas Auftreten ber Cholera. Außer burch Trinkwaffer gelangt ber Komma-Bazillus auch mit feuchten Nahrungsmitteln, auf welche ihn Fliegen abgesetzt haben, ober auch mit Nahrungsmitteln, die mit schmutzigen Händen berührt unb bamit mit Bazillus behaftet würben, in ben Körper. Durch Nahrungsmittel kann eine Ansteckung aber nur bann erfolgen, wenn ber Magen nicht normal verbaut. Bei ungestörter Verbauung gehen bie Bazillen im Magen zu Grunbe. Daher ergreift bie Cholera in erster Linie solche Personnen, bie an Verbauungsstörungen leiben. Eine Übertragung der Cholera durch die Lust ist unmöglich, da die Bazillen in trockenem Zustande zu Grunde gehen. Auf biefen Erfahrungen beruhen die Maßregeln, bie man zur Abwehr ber schrecklichen Seuche amvenbet. Der Krankheitserreger befinbet sich nur in ben Ausscheibungen ber Kranken, seltener im Erbrochenen. Wer also mit Cholerakranken nicht näher verkehrt, wie z. B. Ärzte unb bas Wartepersonal, wer bie Ausscheibungen oon Cholerakranken nicht berührt, ber kann nach bern heutigen Staube ber Wissenschaft nicht an Cholera erkranken. Es empfiehlt sich auch, falls Cholera auftritt, vorsichtshalber kein rohes Gemüse unb kein rohes Obst zu genießen, beim es wäre ja benkbar, baß biese Nahrungsmittel an Orten, wo Cholera grassiert, verunreinigt werden. Die Stadt Gottschee erfreut sich zum Glück seit 1896 eines sehr guten Wassers (wodurch, nebenbei gesagt, auch der Typhus im Orte ganz ausgerottet worden ist) und auch die Kanalisation, die allerdings noch nicht vollkommen ist, ist besser als früher. Die Disposition zu Cholera ist also gegenwärtig nicht mehr so groß als in vergangenen Zeiten. Etwa von außen eingeschleppte Fälle können durch sofortige Isolierung beschränkt bleiben, so daß keine Weiterverbreitung eintritt. Schlimmer stand es in Gottschee in früheren Zeiten, wo die Stadt noch kein gutes Trinkwaffer besaß und für die Assanierung wenig geschehen war. Im Jahre 1836 starben in der Stadt Gottschee (ohne Gnadendorf) 18 Personen, in der ganz rafft ganz die i entbi gefä groß Von kra gere Beh itali hei erstii Frc Aug es l der nun in c bun daß For biefi Mtr nich geisl kräs heul Toc fort, von Leb An- zieh alle Sol hau für wer an häi müi ist Bett ihm wal 3»! Sn ber SÄ zeic Zu> bar Op Ge Bil ver abk wo wa UNI bet ein not uni ganzen Pfarre Gottschee 71 Personen an Cholera; im Jahre 1855 raffte die Cholera in der Stadt (ohne Gnadendorf) 16, in der ganzen Pfarre 202 Personen dahin Für die Dörfer der Pfarre, die zum großen Teile noch der Versorgung mit gutem Trinkwasser entbehren, wäre also auch mit Rücksicht auf eine etwaige Choleragefahr die Versorgung mit gutem Trinkwasser, bezw. der Bau der großen Wasserleitung von Schigmaritz her, von großer Wichtigkeit. Von allergrößter Wichtigkeit ist, daß choleraverdächtige Erkrankungen, insbesondere von Personen, die von auswärts zugereist sind, sofort zur Anzeige gebracht werden, damit die Behörde alle notwendigen Maßregeln treffen kann. Wären in Süditalien die ersten Cholerafälle von den Angehörigen nicht verheimlicht worden, so hätte die Krankheit dort gleich im Keime erstickt werden können. — (Prof. Mausbach über Frauenbildung und Frauenstudium.) In der dritten öffentlichen Versammlung des Augsburger Katholikentages (August 1910) sagte Prof. Mausbach, es lasse sich nicht leugnen, daß im letzten Jahre das Bildungsstreben der Frau einen besonderen Aufschwung genommen hat. Durch die nunmehr weitgeöffneten Tore der Universität strömen die Frauen in großer Zahl herein und die gymnasialen Studienanstallen sorgen durch ihre starke Frequenz für steigenden Nachwuchs. Die Tatsache, daß ein so großer Teil der Frauenwelt das starke Bedürfnis geistigen Fortschrittes empfindet, legt einsichtigen Männern die Pflicht auf, dieser mächtigen Zeiterscheinung ohne engherziges Vorurteil näherzutreten. Man kann Kritik üben, aber ablehnend kann man sich nicht verhalten, noch weniger ist unbilliger Spott am Platze. Solche geistige Bewegungen haben immer ihre realen Gründe und Triebkräfte und sie ergreifen alle Stände. Die einfachste Familie kann heute oder morgen vor die Frage gestellt werden, was sie mit ihrer Tochter, die sich nicht im gewohnten Geleise halten läßt, anfangen soll, und der Stand der Lehrerinnen ist bis in die Orden hinein von der Umgestaltung ergriffen Weil der Schwerpunkt des Lebens für die meisten Frauen im Hause liegt, muß sich auch ihre Ausrüstung zunächst auf den Stand der Ehe und Mutterschaft beziehen. Die weibliche Kunst in der Familie, ohne die die Welt bei allem Glanze innerlich veröden würde, muß in etwas erlernt sein. Soll nicht die Zukunft des ganzen Volkes leiden, so muß durch hauswirtschaftliche Fortbildungsschulen und durch Tätigkeit anderer für die soziale Fürsorge interessierter Frauen jene Kunst gelehrt werden. Leider fehlt es in den bessergestellten Kreisen noch vielfach an der rechten Hochschätzung der idealen Auffassung des häuslichen Wirkens. Die soziale Hilfsarbeit der Frau ist eine mütterliche Tätigkeit in weiterem Sinne. Mit den Gesetzen allein ist es nicht getan, die Frauen müssen sich an der sozialen Frage beteiligen und die regierenden Herren in Stadt und Land sollten ihnen entgegeukommen, ihrem Streben in der kommunalen Verwaltung, in der Pflege des Schul- und Armenwesens, der Behandlung Jugendlicher usw. freie Bahn lassen. Das Frauenstudium in engerem Sinne ist der Weg zur höheren weiblichen Berufstätigkeit außerhalb der Familie. Damit ist nicht gesagt, daß für die Frauen nun alle Schranken beseitigt werden sollen. Im Gegenteil, die Kulturgeschichte zeigt, daß die Frau, auch in Zeiten, wo sie zu akademischen Aemtern Zutritt hatte, an wissenschaftlichem Interesse und schöpferischer Fruchtbarkeit die Männer nicht erreichte. Das mag den übertriebenen Optimismus abkühlen, wird aber den echten Idealismus weiblicher Geistesarbeiter nicht herabstimmen. Wir Katholiken dürfen der heutigen Bildungsbewegung im Frauengeschlechte unsere Förderung nicht versagen. Es mag ein Abflauen der Bewegung später eintreten, aber wenn die katholischen Bewerberinnen auf sich warten lassen wollten, bis der Wogendrang abgelaufen ist, so werden andere, wagemutigere Frauen das neue Terrain inzwischen besetzt haben; und der Anschluß der katholischen Frauen ist notwendig, weil gerade der Katholizismus mit seinen bewährten Grundsätzen die Erreichung einer gesunden Mitte verbürgt. Aber für das Studium ist unbedingt notwendig ein ungewöhnliches Talent, eine ausgeprägte Neigung und ein gesunder, nervenstarker Körper. — (Schillerarbeiten - Ausstellung.) Sonntag den 28. August besichtigten Mitglieder der Handwerkergenossenschaft aus Gottschee, Grafenfeld und Lienfeld die Schülerarbeiten-Ausstellung an der hiesigen k. k. Fachschule für Tischlerei. In drei geräumigen Lebrzimmern sind die Arbeiten der einzelnen Jahrgänge der Fachschüler, des Handelskurses, der gewerblichen Fortbildungsschule, des offenen Zeichensaales und des Volksschüler-Fortbildungskurses tu geschmackvoller und übersichtlicher Anordnung ausgestellt. Die Ausstellung ist überaus reich. Stilgerechte, der Zeit entsprechende Ti ch-lereiarbeiten, eingelegte Tischchen, Kästchen, Schnitz- und Drechsler-cirbeitett 2C. füllen beit einen «Return, MobeHiernrbeiteu, Zeichnungen und schriftliche Arbeiten von Gewerbe- und Volksschülern den zweiten und die Wände des dritten Saales sind mit prächtigen Zeichnungen, Malereien und Aufklebearbeiten geschmückt, die Pulte mit schriftlichen Arbeiten der Fachschüler und der Schülerinnen des Handelskurses überdeckt. Durch die ganze Ausstellung weht ein künstlerischer Zug und sie zeugt nicht nur vom emsigen Fleiße, den Fähigkeiten und den wackeren Fortschritten der verschiedenen Schülergruppen, sondern auch von dem gediegenen Können, von der aufopferungsvollen, stillen, segensreichen Tätigkeit des Lehrkörpers der Anstalt. Wer sich diese prächtige, herzerquickende Ausstellung angesehen hat, wird gewiß zu der Überzeugung gekommen sein, daß die Bestre-bnngen unserer Fachschule in jebet: Beziehung volles Lob unb eme bessere Beurteilung verdienen, und er wird sie auch mit jener Befriedigung verlassen wie die Genossenschaftsmitglieder, die voll des Lobes und der Anerkennung sind. Die Ausstellung ist nur noch durch eine kurze Zeit zugänglich. Wir machen insbesondere die interessierten Kreise auf diese Ausstellung aufmerksam. (Förderung des Weidebetriebes und der Futter- qewinnung.) Das Äckerbauministerium hat zum Zwecke der Vermehrung des inländischen Viehstandes bekanntlich eine umfassende Aktion eingeleitet und sich vor allem die Ausgabe gestellt, dahin zu wirken, daß in Zukunft den Viehzüchtern und Viehmäklern geeignete Weidungs- und Futterfelder zur Verfügung stehen. Die Forst- und Domänendirektionen wurden angewiesen, mit einem nachahmenswerten Beispiel voranzugehen und die Alpenwirtschast, die in den letzten Jahren fast überall im Rückgänge begriffen war, zu heben. Aber nicht bloß die Alpenweiden, sondern auch die Talweiden sollten melioriert werden. Die Waldweide ist überall zugelassen, wo sie den Forstbetrieb nicht schädigt. Jene Weiden, die verbesserungsbedürftig sind, sollen durch entsprechendere Pflege und Düngung auf die Höhe gebracht werden und es werden zu diesem Zwecke Sub-ventionen bewilligt werben. Gewiß ist es angezeigt, baß bie vielfach mit Gestrüpp verwachsenen Viehweiden (wie z. B. viele Hutweiden unserer Gegend, die erst zu ordentlichen, besseren Weiden gemacht werden müssen) wieder in Stand gesetzt werden, wobei Sämereien unb Kunstbünger in Anwenbnng zn kommen hätten. Thomasmehl unb Kainit können ba gute Erfolge zeitigen. Man wirb bann einmal aus unseren Weiden ordentliches Gras sehen und nicht bloß armselige Hunger- und Hütungsflächen. Anderswo nahmen durch die Kaliphosphatdüngung die guten Gräser und Kräuter derart zu, daß die Weide abteilungsweise benützt werden konnte, so daß das Vieh nicht beständig die ganze Fläche, sondern nur einen Teil überlaufen durste und man eine größere Anzahl von Weidetieren ernähren .konnte. — Auch wo eine individuelle Verteilung der Gemeinschaftsgründe erfolgt ist, sollte immer durch ein Übereinkommen der Interessenten darauf gesehen werden, daß die gemeinschaftliche Weide aufrecht erhalten bleibt. Witterdorf. (Äusschußsitzung.) Bei der am 18. August abgehaltenen Sitzung des Gemeindeausschusses wurde zuerst die Absendung des Huldigungstelegrammes an Se. Majestät beschlossen. Darauf wurde mitgeteilt, daß die von der Gemeinde Mitterdorf angeregte Widmung eines Bausteines zur Roseggerstiftung seitens der Gottscheer Landgemeinden insoferne erfolglos geblieben sei, als bisher nur 985 K gezeichnet worden sind. Die vom Landesausschusse verlangte Prüfung der Kasse nahmen zwei Ausschußmänner vor. Daß der Barbestand gering sei, sei auf den Ausfall des Jagdgeldes, Beschaffung von Diplomen u. bergt, zurückzuführen. Dem Paul Poje aus Windischdorf wurde mangels nötiger Ausweisungen das Heimatrecht nicht zuerkannt; ebenso ein Gesuch um Unterstützung der Kinder Franz und Gottfried Jaklitsch aus Koflern abschlägig be-schieden. Das gleiche Schicksal widerfuhr dem Gesuche der Vieh-uud Schweinezuchlgenossenschaft. Ihrem Ansuchen gab man keine Folge, weil die Genossenschaft nicht dem rein wirtschaftlichen Charakter entspräche und parteipolitischen Einflüssen zugänglich wäre. Wir sind neugierig, was mit einem allfälligen Unterstützungsgesuche der zum mindestens ebenso parteiischen Pregl'schen Genossenschaft geschieht. Das Gefnch des Franz Skibar aus Koflern ums Gasthausgewerbe wird neuerdings befürwortet. Die Ergänzungswahlen in den Ortsschulrat konnten wegen Nichtbeteiligung der Gemeindevertretung Malgeru nicht vorgenommen werden. Schließlich nahm man noch Stellung zum behördlichen Erkenntnisse über eine aus dem Jahre 1801 stammende Verpflichtungsurkunde. — (Sterbefälle.) Am 20. August starb in Unterloschin 6 der Auszügler Georg Krauland im 84. Lebensjahre; am 22. August die 41 jährige Schneidersfrau Maria Verderber in Mitterdorf 42; am 28. die 71jährige Maria Hönigmann aus Koflern 25. — (Von der Raiffeisenkasse.) In den Monaten Juli und August wurden insgesamt 16.304'96 K vereinnahmt, 16.912 K 86 h verausgabt. Die eiugezahlten Spareinlagen betrugen 7555 K 02 h, die behobenen 3183'38 K; die gegebenen Darlehen 8500 K. die rückgezahlten 1871'80 K. — (Ohne Krach), der prophezeit wurde, ist nun hier der 24. August vorüber und in aller Rnhe kam bei der an diesem Tage abgehaltenen Konkurrenzverhandlung der Bauausschuß zustande, welcher die nötigen Ausbesserungen an den psarrhöflichen Pfründengebäuden vornehmen lassen wird. Peter Hönigmann und Johann Krobat ans Windischdorf taten zwar ein wenig laut und drohten auch etwas mit „Lutherischwerden"; imponiert haben sie aber damit niemandem. Demi es braucht fürwahr nicht viel Verstand, um herauszufinden, daß das Protestantischwerden doch noch viel kostspieliger ist, als das Katholischsein. Peter Hönigmann und Johann Krobat werden ja selbst nicht glauben wollen, daß man keine Steuern mehr zu entrichten brauche und keine andere Verpflichtung mehr habe, wenn man los von Rom gegangen ist. Auch der protestantische Pastor dürfte sich kaum dazu hergeben, auf der Hutweide zu wohnen, von der Luft allein zu leben und seinen Gottesdienst etwa nur unter einem Heuschober zu halten. Zur Entschuldigung für die beiden nehmen wir an, daß es ihnen mit der Drohung nicht im entferntesten ernst war, sondern sie nur ihrem Unmut darüber Ausdruck geben wollten, daß der Pfarrer noch immer nicht daran denkt, liberal zu werden. Alltag. (Von der Feuerwehr.) Am 14. v. M. wurde au Stelle des bisherigen Feuerwehrhauptmannes Alois Kinkopf der stramme Christlichsoziale Andreas Samide von Altlag gewählt. Der scheidende Hauptmann, ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele, hatte sich bei mehreren Feuersbrünsten ausgezeichnet. Wie beliebt der Mann war, zeigte der rührende Abschied von feinen Kollegen am 22. v. M., an welchem Tage er nach Amerika reifte. Daß er ein tüchtiger Mann war, ist auch daraus zu ersehen, daß ihn die „Nachrichten" in einet der letzten Nummer angegriffen haben, die bekanntlich alles Gute bekämpfen. —- (Der „rote" Stier.) Endlich, nach langem Hoffen und Harren ist der rote Stier angekommen. Da er aber doch keine rote Farbe hat, so wurde ihm eine rote Krawatte umgehängt. Die Roten waren voll Freude. Bald aber wurde diese getrübt; denn dem Stier wollte es unter den roten Altlagern nicht gefallen. Er zeigte sich widerspenstig und verrichtete seine Arbeit nicht. Schließlich fiel es einem der Gescheiten ein, dem Stier gefiele Der Stall nicht, und man führte ihn samt der Kuh in einen anderen Stall. Aber auch da ging es nicht. Der Stier kam, nebenbei bemerkt, widerrechtlich nach Attlag und muß jetzt wieder nach Mosel zurück. — (Vom Schulbau.) Das Gemeindeamt in Altlag bekam heuer einmal den Auftrag, bis zu einem bestimmten Termin einen Platz für das neue Schulhaus anzukaufen. Aber der gute Gemeinde- vorsteher vergaß darauf. Als nun unlängst ein Ingenieur nach Altlag kam, um den Platz zu besichtigen, mußte er als gefoppter Mann wieder fortziehen. Ja, mit unseren Roten ist es nicht zu spassen! — (Verschiedenes.) Wer seine politische Gesinnung ändern will, soll nur nach Altlag kommen; denn da wird jeder Abtrünnige gleich mit Würden überhänst. So trat vor einiger Zeit Josef Kikel der liberalen Partei bei, weil inan ihm das Amt eines Gemeinde-roteS versprach. Aber nicht nur das kam. Er wurde Ortsvorsteher, Gemeindevorsteher, Obmann der Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaft usw. Bekanntlich 'hat der Gemeindevorsteher das Recht und die Pflicht, den Ortsvorsteher zu überwachen. In Altlag wird das jetzt leicht sein und gewiß keinen Konflikt geben, da beide Ämter in einer Person vereint sind. — Unser alter Student „Hansche" will allen Altlagern helfen, aber nur sich selbst kann er nicht helfen. Die Mutter muß dem 31jährigen Jüngling Hosen kaufen und fein Kind muß er einem Christlichsozialen zur Erziehung übergeben, denn dieser ist der Vormund desselben. — Der „leidige Wurm" ist Heuer auch in Altlag stark zu spüren und richtet großen Schaden an. Es waren jedoch schon schlechtere Zeiten. So lesen wir in der Abschrift des Urbariums vom Jahre 1775 über die Ernte in Altlag: „Ansonsten aber, weil dieser Ort schon nahe am Berge liegt, grassiert allda der leidige Wurm und die Maußer sehr gewaltig, daß oft Zeiten im Jahr der Unterthnn sehr zufrieden wäre, seinen ausgesäten Samen erfext zu haben." Neulag. (Scharlach.) Hier greift der Scharlach immer mehr um sich. Es ist bereits wieder ein Kind, und zwar das des Josef Hoge, an dieser Krankheit gestorben und viele andere liegen krank darnieder. Langenton. (Zudringlichkeit der „Nachrichten". — Empörung über die Verunehrung Mariens.) Nachdem sich die „Gottscheer Nachrichten" keine Gelegenheit entgehen lassen, Religion und Glauben zu bespötteln und brave Priester, glaubenstreue, ehrenhafte Männer (auch des Lehrerstandes) in abscheulicher Weise in den Kot zu zerren, habe ich schon vor Neujahr 1910 dieses Blatt abbestellt; trotzdem bekam ich es immer noch zugeschickt. Mitte Juli d. I. schrieb ich neuerdings, man möge mir die "wirklich lästigen und zudringlichen „Nachrichten" nicht weiter zusenden. Doch was geschah? Nun bekam ich's gar doppelt. Wie soll man sich gegen solche unerhörte Zudringlichkeit schützen? — Größte Empörung hat es erregt, als neulich in den „Nachrichten" die Gottesmutter, die Schutzpatronin der Christenheit, bespöttelt und mit giftiger Zunge begeifert wurde. Ist es da nicht geradezu Gewissenspflicht jedes glaubenstreuen Katholiken, einem solchen Blatte die Tür zu weisen? Ich glaube, die Mehrzahl meiner lieben Landsleute kann doch noch nicht so tief gefunken fein, daß sie eine solche Bespöttelung dessen, was uns allen heilig ist, ruhig hinnehmen wird. Jeder christliche Familienvater wird vielmehr, um die moralische Vergiftung seiner Familie zu verhindern, dieses Blatt, das mit frecher, gottloser Zunge das Heilige antastet, ans seinem Hanse hiyauswersen und ihm für immer den Eingang in sein Hans verbieten. Gottscheer! Für jeden von uns kommt über kurz oder lang eine Stunde der größten Not, des Todesschreckens. Dann werden wir uns um Trost und Hilfe nicht bei liberalen Zeitungsschreibern ober verkrachten Studenten umsehen, sondern bei Maria, der Hilfe der Christen. Dann werden wir froh fein, wenn wir uns sagen können, daß wir die Himmelskönigin im Leben immer verehrt und ohne Scheu und Menschenfurcht dieser Verehrung auch Ausdruck gegeben haben. Hinaus daher mit allen Zeitungen und Büchern aus unseren Häusern, die das anzutasten wagen, was uns Christen hochheilig ist! M. Küentat. (Bau der Straße.) Nach jahrelangem Warten, vielem Hin- und Herftreiten wird nun die so notwendige Straße Malgern-Ebental doch gebaut. Das Projekt war schon lange fertig, die Länge der neuen Straße (7684 Meter) und die voraussichtlichen Kosten (65.400 K) bekannt, nur zum Bau wollte es nicht kommen. Am 29. August wurde endlich der Bau im Wege einer Minuendo-lizitation vergeben. Die ganze Straße wurde dabei in vier TeiU strecken zu je zwei Kilometer, bezw. 1684 Meter eingeteilt und diese Lose einzeln lizitiert. Die ersten zwei Lose von Malgern aus übernahm Karl Klauber aus Zirknitz um 19.400 K, das dritte Los Hans Jonke aus Mosel um 10.600 K, das vierte ein gewisser Bevantic aus dem Küstenlande um 11.619 K. Es wurde also von 65.400 auf 42.419 K herablizitiert. Der Bau der Straße, die vier Meter breit sein wird, wird sogleich in Angriff genommen werden. Ischermoschnitz. (Ermordung einer Frau.) Am 15. v. M. um 4 Uhr früh wurde die 48 Jahre alte Besitzersgattin Anna Kožar aus Tschernembl in einem Bezirksstraßengraben bei Rnßbach, Gemeinde Tschermoschnitz, durch Kirchengänger als Leiche aufgefnnden. Der hierüber sofort verständigte Gendarmeriewachtmeister Anton Kovačič in Tschermoschnitz begab sich mit mehreren Ortsinsassen auf den Fundort und leitete über den Vorfall die Erhebung ein. Es wurde festgestellt, daß Anna Kožar am 14. v. M. ihre Tochter Josefine, die nach Laibach fuhr, auf einem Wagen bis Töplitz begleitete. Die Pferde lenkte ihr Knecht Savo N. aus Ogulin in Kroatien. In der Nacht vom 14. auf den 15. v. M. traten der Knecht und Anna Kožar den Rückweg an. Als Savo N. am 15. u. M. um halb 3 Uhr mit dem Gespanne, ohne Anna Kožar, zu Hause einlangte, fragte ihn sein Dienstgeber Stephan Kožar nach dem Verbleiben seiner Frau. Savo antwortete barsch, daß er hierüber nichts anzugeben wisse und ihn die Angelegenheit überhaupt gar nichts angehe. Nun ließ Kožar sofort wieder einspannen und schickte seinen Fleischergehilfen auf die Suche nach seiner Ehegattin. Als der Gehilfe von dem Leichenfunde in Kenntnis gesetzt wurde und den Fundort um 8 Uhr früh erreichte, erkannte er in der Leiche sofort seine Dienstgeberin. Nun erhielt der Gehilfe den Auftrag, alsogleich den Rückweg anzutreten und die Verhaftung des des Mordes verdächtigen Knechtes durch die Gendarmerie in Tschernembl zu veranlassen. Dessen Festnahme erfolgte noch am selben Vormittage. Von dem Vorfall wurde die k. k. Staatsanwaltschaft in Rudolfswert telegraphisch verständigt. Durch die am 16. v. M. an der Leiche vorgenommene gerichtliche Obduktion wurde festgestellt, daß Anna Kožar eines gewaltsamen Todes gestorben war. An ihrem Hinterhaupte wurden nämlich zwei schwere, bis an das Gehirn reichende, mit einem scharfkantigen Gegenstände beigebrachte Verletzungen entdeckt, die den sofortigen Tod der Kožar herbeigeführt haben dürften. Höttenih. (Von der Schule.) Der k. k. Bezirksschulrat hat Robert Herbe, derzeit provisorischer Lehrer in Mösel, für das Schuljahr 1910/11 der hiesigen Schule zur Dienstleistung zugewiesen. Dem Herrn Oberlehrer I. Jaklitsch wurde auch für das kommende Schuljahr wie vor zwei Jahren ein Krankheitsurlaub bewilligt. — (Todesfall.) Am 22. August starb hier Veronika Parthe Nr. 61, eine früher sehr rüstige Besttzersgattin, an Lungenentzündung und Wochenbettfieber. Unvorsichtigkeit der Hausangehörigen, die der Frau in dieser Jahreszeit und bei der so eben herrschenden hohen Temperatur warmen Wein verabreicht hatten, dürfte den Tod verschuldet haben. Kornöerg. (Verurteilung.) Der 17 jährige Alois Wolf von Nr. 12, der am 5. Juni dieses Jahres in Unterskrill bei einer Rauferei den Häusler Jakob Maurin mit einem Steine erschlagen hatte, wurde vom Schwurgerichte in Rudolfswert am 29. August wegen Verbrechens des Totschlages (§ 140 des Strafgesetzes) zu drei Jahren schweren Kerkers mit je einem Fasttage in jedem Vierteljahre verurteilt. — Traurige Folgen der Sonntagsentheiligung! Sei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene kLlemdruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Zabr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr .'in? zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Ein» schaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Uerein der Deutschen a. Gottscbee m Wien. 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