Ni. 32. Mittwoch, 10. Fcwm 1897. Jahrgang 116. Mbacher Zeitung. U>.^" '^' l,«,b,al,r!ü ft, 5 s.>>, Für dir Zl>slcII>m>, i»s Hans «aü^yrlg ,!, l, InftrtionSytbür: Für Die »llaiü Zeit,, erscheint t^giich, mi! !?Iili>»Hljm.' dc> Hoil,, mid «'feiertag?. Die Ubmlnlftratlon ^siildet sich Congrc^play 'Ilr !i, die Redaction -UahiUw^assr Nr, la, sprfchstunde» ber ckieda^lio» vl>n U bl« ll Uhr oornnltag», Unfrantierl!' Brief,' welden nicht angenommen, Mannsclipl^ »ich! zurultgsstrlit. 3lmtlicher Tlieil. «n»^^' "^ l> Apostolische Majestät haben mit «uerhöchster Entschließung vom 24. Jänner d. I. den «/""or der Fachschule für Weberei und Wirkerei in ^^.6ranz Reh zum a^roroet'tlicheu Professor ^ 4kM.Industrie an der technischen Hochschule in «len allergnädigst zu ernennen geruht. Gautsch m. p. 9m ^' ^ ""d l. Apostolische Majestät haben mit "".höchster Entschließung vom 26. Jänner d. I. txn ^rwatdocenten an der technischen Hochschule in Stutt. ?^" und Assistenten am physiologischen Laboratorium ver Versuchsstation für Gährungsgewerbe in Hohenhcim ^r. Franz Lafar zum außerordentlichen Professor °er Gährungs-Physiologie und Vacteriologie an drr "chlnschen Hochschule in Win, allergnädigst zu ernennen geruht. Gautsch m. ,'. Der Handelsminister hat der Wiederwahl des «arl Hillinger Niller von Traunwald zum -Präsidenten und des Leopold Ritter von Moro zum Vizepräsidenten der Handels' und Gewerbelammer '" Klazenfurt für daö Jahr 1897 die Bestätigung ertheilt. Der Handelsminister hat der Wahl des Karl ^ranbhuber zum Präsidenten und beS Robert Hrimavesi zum Vicepräsidmten der Handels- und ^werbelammer in Olmütz fiir das Jahr 1897 die Bestätigung ertheilt. Nichtamtlicher Theil. Aus dem lrainilchen Landtage. II. Wenn wir eine gewerbliche oder industrielle städ» We Unternehmung mit unserem landwirtschaftlichen Streubksihe bei der g-genwärligen Betriebsweise ver-gltichen, so wäre es undenkbar, dass der fleißigste und thätigste industrielle Betriebsleiter imstande wäre, unter ahnlichen Verhältnissen die Arbeitskraft zusammenzu. Mten und die Aufficht zu führen nnd einen entspre° senden Erwerb dabei zu finden. Hätte er beispiels. weise seine Wohnung im Centrum der Stadt, die bewegende Krast, den Motor, seine Magazine an der uuhersten Peripherie derselben liegen, dagegen die Werkten in den verschiedenen Vorstädten vertheilt, und sind diese überdies schwer und nur unter gewissen Vor. aussctzungen zugänglich, so ergäbe sich geradezu die Unmöglichkeit, die Concurrenz jener Unternehmungen aushalten zu können, welche sich in einer günstiger col,cenlrierten Lage befinden. Die einzelnen Werkstätten würde er bald aufzulassen gezwungen sein, und zwar gerade so, wie der Landwirt seine abseits gelegenen und schwer zugänglichen Parcellen zu veräußern oder zu verpachten gezwungen ist. Von einem maschimllen Betriebe kann in beiden Fällen nicht die Rede sein; die treibend? Kraft, der Motor, könnte nicht in jeden einzelnen Arbeitsraum übertragen werden, ebensowenig wird der Dünger, der ja auch ein Motor ist, mit Rücksicht auf die Entfernung der einzelnen Parcellen entsprechend verwertet und so vollzieht sich jener verhältnismäßig rasche Aufsaugproces« des selbständigen mittleren Grundbesitz, s, wobei der Landwirt überdies noch mit der U'gnnst der Witterung und häufigen Elcmentarereignissen zu kämpfen hat. Damit erklärt sich vollständig, dass wir in Kram schon .^7 Procert Landwiite haben, die nur bis zu einem Gulden Grund-jteuer zahlen und nur wenige Grundbesitzer in der Lage sind. Getreide zu verlaufen. Der gewerbliche Unternehmer würde sich in einem solchen Falle bald über seine unhaltbare Lage durch Aufstellung eines flüchtigen Calcül« ins Klare sehen, während der Bauer mit fatalistischer gäh'gkeit in seinen culturfeindlichm Geleisen verharrt, bis ihn die Noth, ein trauriger Zwangsmoment, von Haus und Hof treibt. Er hatte eben nie richtig rechnen gelernt und nur durch den Umstand, dass er seine eigene Arbeitskraft und die seiner Familie nicht in seine ländliche Bilanz aufnimmt, anf seinen Unternehmergewinn verzichtet, die Transportkosten selten berechnet, wird es ihm möglich, sich über ein constantes Deficit und eine arge Schädigung semes Erwerbes längere Zeit hinwegzutäuschen. So verflüchtigt stch der Unterschied zwischen dem llemeren Grundbesitze und dem behausten Taglöhner. der enttich zum Lohnarbeiter immer mehr und mehr herabsinkt. Ein arge Störung, ein Hindernis des Erwerbes ist unbedingt in unseren gegenwärtigen Flur-Verhältnissen zu sehen. Die Wirtschattslehre zeigt uns aber. dass die erste Bedingung der vollsten wirtschaftlichen Entwicklung jedes einzelnen in der vollen Freiheit des Erwerbes gegeben ist und dass jeder Zustand, der die volle Frei« heit dls individulllen Erwerbes stört oder beschränkt, sich in einem unlöslichen Widersprüche mit den Grund' bedingungen der ökonomischen Gesammtentwicklung be« findct. _________ Die Zusammenlegung der Grundstücke ist daher oft das letzte und vornehmste Glied der landwirtschaftlichen Gesetzgebung zur endlichen Emancipation aus unfreien Agrarzuständen genannt worden, eine befreiende und auch zugleich gestaltende Vlaßregel, ein ernstes, großes Reformwerk, würdig der Vrundentlastung zur Seite gestellt zu werden und unzweifelhaft berufen, die materielle Lage des Landwirtes zu verbessern, gemeinschaft» liche Beziehungen anzuregen, ja das gesammte Ge< meindelrben vortheilhaft umzugestalten, bis endlich Gc-meindeleben und Agrareinrichtung sich immer inniger verbinden können. Somit gewinnt diese Maßregel nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine eminent socialpolitische Bedeutung. Die Vorgänge in der auswärtigen Gesetzgebung sind hinlänglich bekannt. Wir wissen, dass heute alle Cillturstaaten die zwangsweise Zusammenlegung der Grundstücke gesetzlich festgestellt haben und dass Deutsch, land inibesondere Pieuß^n damit außerordentliche Er» folge erzielt hat. Di ser gleichartige und übereinstim» mende Zug in der Gesetzgebung ist kein zufälliger, sondern beweist uns, dass das Be« dürfnis nach Ariondierung ein alla/meinrs und tiefgefühltes ist. An uns i't es nun, die langjährigen Er-fahrungen. welche man auswärts auf diesen Gebiete gesammelt hat, Resultate einer mühevollen Arbeit, im vollsten Maße auszunützen und dabei die concrete« und specifischen Verhältnisse unseres engeren Vaterlandes unverwandt im Auge zu behalten. Können wir auch die Preisbildung des Getreides weder durch gesetzliche Maßnahme»» noch durch eine von größter Energie getragene Selbsthilfe künstlich stei-gern und auf einer gewissen Höhe erhalten, so ist uns doch durch das in Frage stehende Gesetz die Möglichkeit geboten, die Production außerordentlich zu heben, dabei die Nrbkitsloften zu verringern und auf derselben Fläche mehr und bessere Frucht zu erzeugen, dabei die größten Mängel, an welchen unsere Felderwirtschaft krankt, welche in der unzweckmäßigen Lage und dem in zu geringem Umfange betriebenen Klee- und Hackfutter« wurzeln, dauernd zu beheben, wodurch wir die heute uoch relativ günstige Conjunctur des Marktes für die Producte der Riudviehhaltung ausnützen können, wobei ich selbstverständlich auch die mit der Cummassation verbundenen culturtechnischeu Meliorationen der Wiesen in Betracht ziehe, durch welche sich der Boden wert erfahrungsmähig ganz unglaublich, oft schon während der Ausführung der der Arbeit erhöht. Feuilleton. * Philharmonische Gesellschaft. II. wr ^" ""t lebhaftem Beifalle aufgenommenen Fest« ^ n ^tl die Ouvertüre zur Oper «Alfonso und 3^. ,'' ö" ber 1«22 vollendeten Oper gleichen lnebr ^"ponierl, die bei Lebzeiten Schuberts nicht der »^ Aufführung kam. Diese Ouvertüre wurde bei sie wi x'^"""bl' "^wendet und gefiel dermaßen, dass '" W.ederholt werden musste, strakl lV.^°V louden Werke leuchtet der Sonnen-Urvens, quillt die süßeste Melodik ve " « "nd selbst die untergeordnete Instrumentation des anmulhigen Gebildes Ouvertüre fand unter Lotung des dem kunsm^^" Georg Schütte-Harm sen, bester E?""" ^M"",, als Oratoriensäna>r in die Hauptehren des Abends l'cher Li^ov SI"^"' edlen Vortrag einiger unvergäng-sagn «Sck^?^ denen Köhler so innig N'wordei^nl. ^ un Laufe langen geistigen Wachsens W u t t r,^lpr°che einesBeethoven als e m p fangene ""« dem 5^, >' «So wie Schubert singt es ander« "s.""'".'«' Walde und auf den Bergen, ln, Hmnisr, im häuslichen künstlerischen Kreis .... Schuberts Partitur des Liedes hat nur zwei Limenfystemc für den Clavierpart, aber welch neues Leben blüht uns selbst aus den schlichten, geschweig? denn, aus obligateren Begleitungen entgegen! Von den furchtbar kühnen Griffen der Erlkönigsoctaven hinweg bis zu dem tiefempfundenen, die poetische Grundstimmung unvergleichlich detaillierenden Accom-pagnement der Winterreise ?» «Mutheu uns doch des Künstler« berückendsten Melodien an, als wären sie in seliger Stille aus den G'stirnen herabgeträufelt und hätten sich im Schoße d r Erbe erst zu festen Tönen krystallisiert., ruft Niagli, der begeisterte Biograph Schuberts, aus,— «Zchubert erst löste die L,edweise von der Form des Allgemeinen nnd individualisierte sie, er zuerst verstand ez __ wir Riemann tnff nd bemerkt — die von »ieichardt und Zelter in, Ein^rständniss' mit Goethe wraebildete Form des an die Architck'onik d^r Dichtung anlehnenden Liedes mit warmer Empfindung zu erfüllen ibr wahres Leben einzuhauchen.. W r haben den Eindruck, den die künstlerische Vortragsweise des Herrn Schütte.Harmsen ausübte, e seifend genannt, und thatsächlich bUeb niemand von dem Hauche der düstern Schwermulh. der Mmuths-,i,fe unberührt, die dem Vortrage der Lieder aus derWinterrrise: «Der Lindenbaum», »Frühlingstramn', «Der Biermann». und dem Schwanrngesange: .Ihr Bild», «Am Meen». und endlich der wunderschönen Wiedergabe der Lieder «Dec Neugierige», «D.'r Wanderer' und dem reizenden 'Ständchen» entströmten. Die Wärme des Ausdrucks, der gebildete Geschmack, die mustergiltige Textaussftrache, sind hervorragende Eigenschaften des ausgezeichneten Sängers, seine hervorragendste jedoch die A>t, wie er die Lieder zu durchgeistigeu versteht; der Gesang kommt aus der Tiefe des Herzens und dringt daher dem Zuhörer nicht allein ins Ohr, sondern aus ins Herz hinein. Der ^schätzte Gast ersang sich begeisterten Beifall, der sich nur durch Zugabe zweier Lieder beschwichtigen llrß ' Der Bdeutung der Feier sich untewrdtlend, ttM Herr MuMdirectorZöhrer einige der s^nste'» N'''u,m' .Hlcktt- bc'.r Zöhrer die Z'lhörer durch den zarten Kortrag der reizenden Kleinigkeit aus den Mmynw ,nu»,nll>; in l^'-moll. Bekanntlich wirkte Schubert auch ! epoch machmd durch die Uebettragung der Aedsoru' auf das Clavier; seine «l^mßrit.» ilMiliinI». und Impromptu» bilden den Ausgangspunkt der jeither in lo groß r Zahl hervorgegangenen Kleinigkeiten von Mendelssohn. Schumann. Kirchner u. a. Ueber die «klOMknt» mu-iickl»» bemerkt Köhler sehr zutreffend, sie sind klein, aber nicht Kleinigkeiten, denn in tnappem Rahmen umschließen sie eiue Welt seelischer Empfindung. Die meisterhaften Leistung/n des Musikdirecwrs Herrn Zöhrer al« Pianist sind so wohl belannl, Laibacher Zeitung Nr. 32. 274 10 Februar 1897. Ich will darauf aufmerksam machen, welche Vortheile die mit der Accordierung verbundene Anlage eines neuen Wegenetzes, die Regulierung der Ortsund Feldwege, die Herstellung zweckmäßiger Verbindungswege für den örtlichen Kleinverlehr mit sich bringen und dcssen Bedeutung erhöhen. Man hat dem Weltverkehre Unsummen geopfert, aber dabei hat man häufig die Gemeindewege vergessen. Der Cultur-historikr Riehl sagt: «Auf den Hauptstraßen stürmen wir vorwärts in eine neue Zeit, auf den Nebenstraßen gehen wir zurück in die alte. Doit ein Uebermaß rastlos drängenden Lebens, hier Todtenstille und Verödung. Diese schroffen Gegeusätze sind zu vermitteln und der Verkehr muss zu einem allgemeinen gemacht werden, so dass die jetzt abgeschnittenen und verarmenden Gegenden wieder zu demselben herangezogen werden können, wenn die gegenwärtig verachteten Gemeinde st raßen, Feldwege und Fußpfade in entsprechendem Maße verbessert werden. Ich will jede übertriebene Anpreisung des Gesetzes vermeiden. Man hat in dieser Richtung manches gesündigt. Ich behaupte ja nicht, dass kahle Hügel in blühende Gefilde verwandelt werden, und beschränke mich darauf, zu coustatüren, dass die Agrar-Statistik in manchen Fällen 100 bis 300 pCt. Wertsteigerung der commassierten Flächen ausweist. Die Vortheile, welche der amerikanische Landwirt durch seine zu sammenhängeuden Flächen gegenüber dem europäischen Concurrents genießt, sind bekannt. Ebenso ist es eine Thatsache, dass der Aufschwung, welchen die Zucker-Industrie in Deutschland genommen, mit der Durchführung der Eommassierung innig zusammenhängt. Unzweifelhaft steigert sich die SteueoConsum- und Creditfähigkeit des Landvolks, und wenn allseits die Verbesserung der landwirtschaftlichen Creditverhältnisse als der Kern der modernen Agrarfrage bezeichnet wird, fo möchte ich mir auf den unmittelbaren Zusammenhang hinzuweisen erlaubeu. welcher zwischen der Zusammenlegung landwirtschaftlicher Grundstücke der damit verbundenen Ordnung der Grundbuchs'Vrrhältnisse und anderseits der erhöhten Creditfähigkeit des Landwirts bestcht. Dadurch, dass Meliorationen, Newässeruna/u und Entwässerungen, Flusscorrecturen, endlich die Benützung unserer Wasi/rgesetze, welche bis nun als ein todter Buchstabe auf dem Papiere stehen, durch die Commassa-tion ermöglicht und alle Vortheile der landwirtschaftlichen Technik erfchlossen werden, ist die Steigerung des Bodrnwerts und seiner Producte ebenso gerechtfertigt, wie erklärlich. Das Grundstück wird nach Durchführung der culturtechnijchen Maßnahmen ein wertvolleres Unterpfand. Höhere hypothekarische Darlehen zu billigerem Zinöfuße melden leichter befchafft, wobei selbstverständlich der Personalcredit eine Steigerung erfährt. Somit beruht diese Wertsteigerung auf einer durchaus reellen Grundlage und erfcheint vollauf gerechtfertigt. Die in den Landgemeinden Deutschlands durchgeführt, n Enquire» geben uns ein klares Bild über diese Verhältnisse sowie überhaupt bei diesem Anlasse die Bedeutuug und Wirkung der Comnmssation am deutlichsten hervortritt. Heule steh»» wir in Mitte einer neuen Zeit, wir haben nur die Schattenseite der modernen Wirtschaftsweise, die erhöhten Productionskosten kcuneu gelernt, ohne uus das nöihi^e Raffinement anzueignen, dem Boden die höchsten Erträgnisse dauernd abzuringen. Politische Ueberficht. Laibach, 9. Februar. Wie die «Reichswehr» erfährt, finden derzeit commissionelle Berathungen zwischen dem Finanzministerium und dem Justizministerium zur Fertigstellung des neuen Gerichtsgebürengesrtzes und des dazu gehörigen Einführungsgesetzls statt. Das neue Gesetz wird bekanntlich gleichzeitig mit der neuen Civilprocess« Ordnung, also mit 1. Jänner 1898 in Kraft treten Die Arbeiten der meisten Landtage schreiten rasch vorwärts. Im galizischen Landtage soll schon Samstag der Schluss der S ssiou erfolgeu. Zur Erledigung gelangen dort noch das neue Straßengesetz und das Budget. Auch die übrigen Landtage dürften mit Rücksicht auf die Wahlbewegung, die in der nächsten Z^it wohl au Intensität zunehmen wird, ihre Thätigkeit bald abschließen. Der niederöfter reichische Schulausschuss des Landtags beschloss, den Landesausschufs aufzufordern, ehebaldigst einen Gesetzentwurf einzubringen, womit die deutsche Sprache ausschließlich als Unterrichtssprache an öffentlichen Volks- und Bürgerschulen Nieder-österreichs festgesetzt werde. Im Sinne der Staats-grundgesetze sei die deutsche Sprache ausschließlich die landesübliche Sprache in Niederösterreich und erblicke der Schulausschuss daher in der Verleihung des O'ffentlichkeitsrechts an die Komenskyschule eine Verletzung der Staatsgrundgesetze. Im galizischen Landtage legte in der gestrigen Sitzung der Landmarschall Graf Stanislaus Badeni namens des Landesausschusscs eineu Dring lichkeitsantrag vor, dahingehend, es sei aus Anlass des fünfzigjährigen Regieruugsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers den Intentionen des Landes und des Landtags gemäß das Königsschloss am Waniel in Kralau, für dessen Renovierung sich Seine Majestät im Jahre 1880 ausgesprochen hat, aus Landesmitleln als Residenz Seiner Majestät in entsprechender Weise herzustellen und zu adaptieren, Allerhöchstdemselben die Bitte um Uebernahme der Residenz zu unterbreiten und aus dem Landesfonds geeignete Baulichkeiten in Krakau zur Bcquartierung des Militärs, welches bisher im Wawel-Schlosse untergeluacht wird, aufzuführen. Der Landmarschall motivierte den Antrag in einer Rede, in welcher er dem Danke, der Anhänglichkeit und der Treue beider das ^and bewohnenden Nationa-litäteu für Seine Majestät in überaus warmen Worten Ausdruck gab. Die Abgeordneten, welche die Ren unterstützt werden können, so darf man wohl an-a?2 - ^^ bie Pacificierung der Insel nicht auf nge Hett von diesen revolutionären Elementen gestört Tagesneuigleiten. ^ (^er Gründer des rothenKreuzes.) 7^" ^iserin.Mutter Maria Feodorowna. w.lche erfuhr. a>« der um die Gründung des internationalen >""""" ber «angenehme Gesellschafter., der au»/..«.? """" wüthender wird, den Mechanismus auf m^ ' d"hl ihn hin und her, und hört nicht »«""?'" wilderen Gesten zu niied. rholen: ""d ich ""ß doch ganz Halses ^ ^" "' "^ der Hartnäckigkeit eines Geiz «Ob'icl, 5 '!""" verschwundenen Schatz sucht, fort: Um ^ 'h" W" n°ch entdecken!, schraubt .rs"^ vMnds auf den Gm»d zu gehen, legt sir -in Wnmtllche Tasten des Claviers los und symmetrisch auf die Erde. -Und ^ ^""Uste zu stnden. '" das l5l.3 '^ch'e darauf schwören, dass der Ton geirrt ./^7", U"en ist! .". . Ich scheine mich s'badess.^"' ' V Ah' ich bin ganz in Schweiß '"bchtk iH ^ ^ l'ch die Stirne trocknend; «jetzt ^ »Y »ernt eme Erfrischung zu mir nehmen.- Man reichte ihm schnell ein Tabulett, auf dem verschiedene Getränke stand, n, und nachdem er mehrere Gläser Punsch getrunken, sagte er: «So! jetzt ist mir besser!» Dann fiel er erschöpft in einen Fauteuil und fächelte sich mit einem Taschentuche Kühlung zu. III. «Das fängt recht drollig an!» fagte Herr Marion, als er glaubt, sein fideler Gast habe sich genügend ausgeruht; «aber ich meine, Sie haben das Amüsanteste noch für den zweiten Theil aufgespart.» «Den zweiten Theil?» fragte der «Gesellschafter», ihn mit erstaunter Miene anblickend; «was denn für einen zweiten Theil?» «Nun den Wiederaufbau des Pianos natürlich!' .Ja, 'das verstehe ich nicht; das ist Sache des Elavierstimmers!» ^ . < . . Sodann erhob er stch und fuhr fort: «Sie entschuldigen, aber ich werde noch zu emer anderen Gesellschaft erwarüt; es thut mir sehr wd. eine so reizende Soiree verlassen zu muss.'.,, wo man mich in so liebenswürdiger We,,e aufgenommen hat.. Mit diesen Worten nahm er seinen Hut, ver> beugte sich bis zur Erde und verschwand, während die eine Hälfte der Anwesendm ihm verdutzt nachstartte, indes die andere bestürzt das zerlegte Piano betrachtete und sich sagte, dass heute aus dem üblichen Tanze wohl nichts werden würde. wir aus dem Villet an den Olafen Sllurau: «Excellenz! Eine solche Mberraschung und so viel Gnade, besonders über das Bild meines guten Monarchen, habe ich ln Äelracht meines kleinen Talents noch nie erlebt. Ich danke Ew. Excellenz von Herzen und bin erbietig, in llllen Fällen Euer Excellenz zu dienen.» Heute aber gibt ?s in ganz Oesterreich lein allgemeines, gewiss aber lein patriotisches Fcst, an dem nicht diese Melodie gesungen oder gespielt als Ausdruck echter Oesammt- und National-?mftftndung elllänge. «Vutt erhalte» ift also ein Stück unserer Geschichte, wie es ein Stück unseres Wesens ift. Immer bleibt Haydns Lied der Ausdruck unserer echtesten und eigensten nationalen Empfindung. — (Ernennungen.) Das Präsidium der !. l. Finanzdirection hat die Steueramlscontrolore Franz 3 lrem. Victor Ritter von Andri 0 li. Felix Nitsch l,nd Otto Grebenz zu Steuereinnehmern in der IX, Rangsclasse; die Steueramtsofficiale Sigismund Kurlani, Anton Krizman und Richard Mally, oann den Steueramtsadjunclen Richard Debelal zu Zteueramtscontroloren in der X. Rangsclasse; die Steuer »mtsadjuncten Friedrich Vulvic, Robert Lindtner und Franz Modrijan zu Steueramtsofficialen in ber X, Rangsclasse; die Steueramlspraltilanten Anton Fabjan, Theodor Hnidarsic und Maximilian Mayer zu Steueramtsadjuncten in ber XI. Ranglclasse ernannt. — (Unterhaltungs-Nbend.) Man berichtet uns: Der von der Ortsgruppe Laibach des Verein« öfter» reichischer handelsangestellter veranstaltete Unterhaltung«-Abend nahm am Sonntag in Hafners Vierhalle einen gelungenen Verlauf. Sämmtliche Räumlichkeiten waren beseht, die verschiedenen Vortragsnummern ernteten reichen Veisall, eine Abtheilung der Mustllapelle de« t. und l. Infanterieregiments N>r. 27 concertierte bis gegen 12 Uhr, worauf der Tanz begann, bei welchem noch um 3 Uhr circa 30 Paare Quadrille tanzten. — (Handfertigleits - Gurs.) Der Verein fur Knabenhanbarbeit in Oesterreich Wird auch im lausenden Jahre, und zwar in ber gelt vom 19. Juli bis 18ten August an seiner ersten Wiener Schulwerlftiilte, 7. Äezirl, Neubaugasse 42 und Zollergasse 41, einen Curs zur Heranbildung von Lehrern des Handfertigteits-Unterrichts lür Knaben abhalten. —0. — (Slovenisches Theater.) Man hatte gestern wieder einmal die Geifter ber Posse <^>von«c in ^siii««» heraufbeschworen. Und sie entstiegen willig dem Nntiquitätenlaften und tummelten sich aus ber Vühne, leider ohne Geist. Da sich indessen immer noch ein Publicum findet, dem derlei eingelrocknete Tpässchen zusagen, so fand stch auch genügend Veld für die Theater casse und genug Veifall silr« Stück. Zwei Umstände, die etwas befagen wollen. —u— — (Zur Vollsbewegung.) Im politischen Oezirle Loltsch (40.273 Einwohner) wurden im vierten Quartale des abgelaufenen Jahres 52 Ehen geschlossen und 374 Kinder geboren. Die Zahl der Verstorbeneu belies sich auf 326, welche sich nach dem Alter folgendermaßen vertheilen: Im ersten Monate 30, im ersten Jahre 92, bis zu 5 Jahren 172, von 5 bis zu 15 Jahren 39, von 1b bis zu 30 Jahren 22, von 30 bis zu 50 Jahren 25, von 50 bis zu 70 Jahren 29, Über 70 Jahre 39. Todesursachen: bet 24 angeborene Lebensschwäche, bei 28 Tuberculose, bei 14 Lungenentzündung, bei 40 Diphtherie, bei 9 Keuchhusten, bei 31 Scharlach, bei 2 Masern, bei 5 Typhus, bei allen übrigen ver« schiedene sonstige Krankheiten. Verunglückt find 5 Per. sonen; Selbstmord lreignete sich einer, hingegen lein Mord ober Todtschlag. —o. — (Krankenbewegung.) Im Hospitale der Warmherzigen Vrüder in Kanbia bei Rudolfswert wurden lm Monat Jänner 59 männliche Kranle aufgenommen. Die Vesammlzahl der im abgelaufenen Monate dortselbst behandelten Ksanten(33 verblieben vom Monate Decimbe») belles stch auf 92, von denen 44 geheilt und 11 geblssttt wurden: einer musste als ungeheilt entlassen werden, zwei alttr find gestorben; mithin sind zu Geginne dc« laufenden Monat« noch 34 Kranke in der Anstalt vel- blieben. ""', — (Der österreichische Äunb der «"ge -freunde) veröffentlicht in eine« Flugblatt elne.. «u uf zum Veitri.te dem wir gerne Naum geden " la..^ Seit z hn Jahren ertönt in d" «"ze^oe ten Monarch, de ve Mei lte Klageruf einsichtiger Menschen: .Helfe! der «oael'velt, errettet die Vögel vor gäuzl.cher V« „ichtung! Erlasset endlich ein wirtliche« Vogelschuhgesetz stoßet da« bisherige mangelhafte um, sehet ab von de^n mangelhafter Beachtung und bildet Vireine. damit dich Schädigung unserer landwirtschaftlich?« guftände, unsere Nationalreichthums endlich Einhalt gethan werde!» Dich Klagerufe sind hunderttausendmal gelchn, vielleicht auch ^ehntausendmal besprochen worden: e« ift alles beim Ältm geblieben. Bündnis zur Echaltung der nützlichen Vügel — denn e« handelt sich bereit« nur noch um ein.» solche — haben sich im Deutschen Reich?, in Franlreich. in Finnland, wo der Verein binnen Jahresfrist sogar 11.000 Mitglieder angeworben hat, gebildet, in anderen Lündern und leider auch bei uns hat man nichl« gethan De» abz»h»lsen «ill unjer Streben und wir sind a be. Laibacher Zeitung Nr. 32. 276 10. Februar 1897. eugl, die volle Unterstützung der gutherzigen V^büllerung lnserer Monarchie wird uns zulhell werden: ist doch das lfterreichlsche gute Herz in der ganzen Welt bekannt, ühmt man doch nicht grundlos den edlen mildthätigen Linn der Frauen unsere« Staates. Dazu lommt, das« vir so wenig verlangen. Mit einem Jahresbeitrag von Mnzig Kreuzern find wir zujlieden, ferner begnügen vir uns, wenn man unser Flugblatt gelegentlich durch» iest und in Vclanntenlreisen ein fceundltch Wort sür dir lrme Nogelwelt einlegt. — (Aus Abbazla) schreibt «an : Die Winter-alson lässt sich vorläufig in Abbazla ziemlich schwach »n, was umsomehr fühlbar wild, als der Olt noch mmer durch unermüdliche Vauluft an Ausdehnung ge-vinnt. Seit dem vorigen Jahre ist außer Villen viel lteues entstanden. So wurde am Hasen ein breiter Quai nit Fahrstraße angelegt und in der Vucht von Slalina ft das längst geplant gewesene Sommerbad empor-Machsen. Zur Verschönerung der Promenad? dient es vahrlich nicht, aber es war nicht gut anders zu placieren md unter diesen Umständen muss man wohl kleinere Vedenlen sallrn lassen. Die Anlage ift derart, das« vor »en llabinen, deren Zahl noch bedeutend vermehrt werden oll, sich ein breiter Steg befindet, der als Wandelbahn »enüht weiden und der eventuell auf seiner ganzen Länge Zalzwasserzerstäuber erhalten soll. Die Anlage wäre bann oohl die idealste Inhalalionsanstalt niben dem Bad. lteu ist auch die elektrische Geleuchtung, die freilich schon angst noth that. Die elektrische Anlage an der Strand« iromenade auf 23 k dürfte wohl auch größeren Zwecken genügen, doch ist es jetzt leider wieder ganz still geworben »on dem Naue einer elektrischen Nahn nach Loorana. Da« >egen ift eine — Sltllwagenverbindung mit Volosca hergestellt worden. Der Besuch in Nbbazia ift, wie vor« rwähnt, noch ziemlich schwach. Gestern tras Ihre lvnigl. Hoheit Prinzessin von To burg mit Prinzesstn.Tochler >ier ein, um bis 14. b. zu verweilen. Ihre l. u. l. Hoheit >le durchlauchtigste Frau Kronprinzesfin»Wit»e Erzherzogin Ltesa nie hat sich sür den 15. d. M. angesagt, und Mr beabsichtigte dir hohe Frau von Nagusa nach Abbazia >u kommen, doch hrißt es wieder, dass diese Reise unter« >leibt, da sich die durchlauchtigste Frau Erzherzogin ilisa beth nicht ganz wohl befindet. I« Hasen von trieft lag bereits seit einigen Tagen das Üloydjchiss . Stefanie» sür die Neise bereit, deren Unterbleiben in ltagusa recht schmerzlich empsunben werben wirb, wo man ich schon seit Wochen außerordentlich aus die Nnlunsl >er hohen Frau freute. Die F sttage haben damit dort inen schnelleren Abschluss errelchl, als »an anfangs an» ichmen konnte; sie fanden ihr Ende mit dem Vlaglo-tage, dem ganz einzig großartigen Vollsfefte am 7ten Februar, das zweifellos zu dem Interessantesten gehört, vas man in dieser Art hrule noch sehen kann. *(Au« dem Polizeien pporle.) Vom 7. au! ,tn 8, d. M. wurden acht Verhaftungen vorgenommen, inb zwar drei wegen leichter körperlicher Vrfchäblgung, Mi wegen Vacierens, eine wegen Veltelns, eine wegen .ledeltielung der Veruntreuung und eine w gen Excesses. — Vom 8, auf den 9. b. M. wurden zehn Verhaftungen im genommen, und zwar eine wegen Verbrechens des diebftahls, zwei wegen Trunkenheit, zwei wegen Excesses, ine wegen Unterftands- und Ausweislosigleit, eine wcgen lievelsion und zwei wegen Verbrechens der öffentlichen »ewalltlMgleit (§61 Sl.O). — Johann Vcicelj,Maurer »us Hruöca, und Iofef Vchovec, Maurer aus Ober« Plrniö, excedierlen voigtftern nachmittags im Oafthaufe )cr Elisabeth Luckmann in der Petersstrahe Nc. 3 und videlfitzten sich dcm zur Heistellung der Ruhe und O.dnung herbeigerufenen Slcherheltswachmanne Iofef ltocjaniit mit gewaltfamer Handanlrgung. — Mathias 9cH t hat zum Nachtheile der Firma L. Ecker aus dem !ieuerbauten Haufe in der Sptnncrgasse die dort unter Lchloss verwahrten Vlelröhren im Werte von 12 fl. zchohlen. Mathias Boz c, Johann Vricelj und Josef Vihovec wmdtn dem l. l. Landesgericht eingeliefert. —r. * (Unfall.) Wie gefährlich der gegenwärtige Zustand der Straßen sür den Verkehr von Fuhrwerken und wie dringend die gründliche Säuberung wichtiger liommunicationen von den Ueberresten des letzten Schnee« jalls ift, beweist ein Unfall, der sich gestern in der 3tudolfi>bahn»Straßl! ereignete; er hätte bald ein Menschenleben zum Opfer gefordert. Der Knecht des Besitzers Suswsi?, vulgo Aobm^l, fuhr mit einem boppelsftünnlgen mit Zügeln schwer beladenen Wagen durch die Rudolfs-bahN'Slroß'. Der Verkehr sür Wagen und Fußgänger gestallet ftch bei der Enge dieser stark frequentierten Straß? selbst bei gutem Zustande sehr gefährlich, da ein Ausweichen von zwei breiteren Fuhrwerken fast unmöglich ist. Nun hinderten geftern zurückgebliebene Echneewälle und gesrorener Schnee das Vorwärtskommen. Der Wagen des erwähnten Vesitzer« grrielh bei einer abschüssigen Stelle ins Rutschen und presste den nebenher schreitenden Knecht an die Wand des Hause« «zur neuen Welt». Auf feine Hilferufe kamen Dtencr der Maut hcrbcl und befreiten ihn aus der gefährlichen Lage. Der Knecht ha« offenbar schwere innere Verätzungen erlitten und sieht einem langen Schmerzenslager entgegen. Aehnllche Unfüllr sind auch in den übrigen schmalen Gaffen der Stadt zchl lklchl möglich und e« erscheint Abhilfe sehr geboten. — (K. l. priv. Südbahn ° Gesellschaft.) Einnahmen vom 21. bis 31. Jänner 1897: 1,115.907 fl.. in derselben Periode 1896: 1,113.726 fl.. Zunahme 1897: 2181 fl.; Gefammteinnahmen vom 1. bi« 31. Jänner 1897: 3.140.066 fl., in derselben Periode 1896: 3.046.200 st., Zunahme 1897: 93 866 fl. Einnahmen vom 21. bis 31. Jänner 189? per Kilometer 512 fl., in derselben Periode 1396: 511 fl., daher 189? mehr um 1 fl. ober 0 2 pEt. Gesammteinnahmen per Kilometer vom 1. Jänner bis 31. Jänner 1697: 1441 fl,, in derselben Periode 1396: 1398 st., daher 1697 mehr um 43 ft. oder 3'1 pEt. Die Einnahmen des Vorjahres sind nach den Ergebnisstn der definitiven Rechnungslegung eingestellt. Neueste Nachrichten. Die Reise l5r. k. u. k. Hoheit des durchlauchligtten Herrn Erzherfogs Otto. Beilin. 9. Februar. Se. k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste H?rr Erzherzog Otto wird morgen bei seiner Ankunft in feierlicher Weise von Kaiser Wilhelm empfangen und nach dem Schlöffe geleitet werden, wo der durchlauchtigste Herr Erzherzog Wohnung nimmt. Mittags nimmt Se. l. u. l. Hoheit an der Frühstückstafel im Schlosse theil, abends wohnt höchstdeiselbe dem Valle bei Ihren Majestäten bei. Donnerstag findet ein Frühstück auf der österreichisch-ungarischen Votschaft und abends zu Ehren des durchlauchtigste» Herrn Erzherzogs ein Diner bei dem Kaiserpaare statt. Seine l. u. k. Hoheit begibt sich, dem Vernehmen nach, Freitag nachmittags von hier nach Stuttgart. Wien, 9. Februar. Se. f. u. t. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Otto ist heute abends »ach Berlin abgereist. Die Vorgänge in der Türkei. ' (Os!gi»al«Telegrümu!,) Philippopel, 9. Februar. Nach einem aus Constantinovel eingetroffeuen Berichte wurden daselbst infolge der Entdeckung zahlreicher jungtürkischer Schriften in Stambul und infolge dn aus Pera eingelangten Nachricht, dass die Actiorspartei im jungtürlifchen Comit? die Ueberhand genommen habe und mit den Regierungsfeinden eine Demonstration plane, der Wach» und Patrouillendienst bedeutend verstärkt. Einige Bataillone wurden in Bereitschaft gestellt. Bis gestern lim 5 Uhr abends fei jedoch die Ruhe in keiner Wrise gestört worden. Constantinopel, 9. Februar. Der Minister-rath sprach sich gegen die Entsendung von Truppen nach Kreta au«, währeud man im Mdiz Athen, 9. Febrnar. Das Amtsblatt velöffent. licht ein königliches Decrrt, mit welchem fast sämmtliche Kriegsschisse in den Dienst gestellt werden. Zwei Torpedoboote werden nach Kreta abgehen. — Wie aus Kanea gemeldet wird, halten die Christen Haleppa sortdauernd beseht und dauern die Kämpfe fort. Mehrere Ortschaften wurden von den Chlisten in Brand ge< steckt. Die türkischen Truppen nehmen an den Kämpfen theil. Die Meldung von der Proclamation der Vereinigung mit Griechenland wird officiell bestätigt. Der griechische Consul ift nach Haleppa zurückgekehrt. Die üage in Herakleon ist eine bennrnhigende. Es gelang den Türken nicht, die Munitionsdeftots in Rethymno in ihren Brsih zu bringen. Die von den Behörden unter-stützten Muselmanen halten die christlichen Quartiere besetzt und plündern die christlichen Magazine. Der Kreuzer «Miaulis», begleitet von einem anderen Dampfer, geht heute nach Rethymno ab. London, 9. Februar. Die «Times» melden aus Kanea vom 7. d. M.: Die Stadt ist jetzt aus' schließlich von eingeborenen Muhamedanern und türkischen Truppen bewohnt. Die neugebildcte Gendarmerie kann untl,r den gegeuwättigen Umständen nur wenig thun, um die Ordnung wieber herzustell-n. Die lretensischcn Behörden wurden aus Constantinopel angewiesen, den englischen Major Bor nicht als proviforischen Commandanten der Gendarmerie anzuerkennen. ________ Die Pest in Indien. (oliglnal-ltlegrammc,) London, 9. Februar. Reuters Office meldet aus Bombay vom Heutigen: Der Vicelönig genehmigte, dass die Theilnehmer an der Pilgerfahrt nach Mekka von Madras abreisen. Die Pilger von Madras protestieren dagegen. In Madras ist ein Pestfall uuter den Hindus vorgekommen. Der Hieher gesandte egyplische Generaldirrclor j"r den Sanität« dienst. Rogger Pascha, meint, dass die Pest in Bo»M keineswegs zum Stillstande gelonmen sei, sondern ^ Gegentheile zunehme. TelegralNtne. Wels, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Se. Majestät del Kaiser ist in Begleitung drs Fürsten Dietrichst"'' um 12 Uhr mittags hier eingetroffen und begab sich sogleich zu Wigen nach Schloss Lichtenegq. Uebel Allerhöchsten Wunsch fand kein officieller Empfallg statt. Wien, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Se. k. u. l. Hohe'« der durchlauchtigste Herr Erzherzog Otto hat da» Protectorat über die österreichische Commission bel Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1897 an< genommen. Wien, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Das k. k. Finanz' Ministerium hat an ein Consortium, vrstehlnd aus dell> k. l. Postsparcasjenamte, dem Banlhause M. Rothschild, der österreichischen Creditanstalt für Handel und O^ werbe und der allgemeinen österreichischen Noorncredit' anstatt den Betrag von rund Nominale 117 Millionen Kronen der 3'/^, procentigen Inveftitions^nleihe fix zulN Preise von 92 Procent netto verkauft. K. l. Telegraphs Correspondenz-Bureau, Wien, 9. Februar. (Orig. Rücksicht auf die V^rw^ltung der ungarifchen Linien zum G.'neraldirector-Stelluertreter ernannt. Wien, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Se. Excellenz Hett Ministerpräsident Graf Badeni ist heule mittag nach Lemberg abgereist. Verlin, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Das Wolfs »A Bureau bemerkt zu der Meldung der «Independance Aelge» aus Petersburg, alle Hofbälle feie» infolge großer Schwäche des Kaisers von Russland abgesagt worden, der «Grazdanin» habe bereits am 4. Februar gemeldet, dass anlässlich des Aufenthalts des laif>" Winterpalais leine Bälle vorauszusehen sein dürften Dies hänge aber nach zuverlässigen Petersburger Informationen mit den gesegneten Umständen der Kaiserin, keineswegs aber mit dem Befinden dss Kaisers Nikolaus zusammen, welches, wie sich positiv versichern lässt, stets das beste gewesen ist. Turin, 9. Februar. (Ocig.-Tel.) Um 3 Uhr nach' mittags fand die Leichenfeier deS Generals Cadorna statt. Der Herzog von Aosta wohnte derseloen als V"' treter des Königs bei. Belgrad. 9. Februar. (Orig..Tel.) Minist^ Präsident SimiV' begibt sich heute abends nach 23^» um Seiner Majestät sein Abberufungsfchreiben zu Ndec< reichen. Petersburg, 9. Februar. (Orig.-Tel.) Gege" Schluss der gestrigen Börse erzeugte eine Reihe b^ unruhigender Gerüchte von der Annäherung der Pest, von ernstlichen Schwierigkeiten in der Türkei sowie übel innere russische Ereignisse eine« erheblichen Coursfall der Wertpapiere. Nach zuoerläfsia/n Informationen sind alle diese Gerüchte erfunden und ohne positiven Hintergrund Die «Petersburger Handels- und Industrie-Zeitung' stellt fest, dafs die gestrigen Verläufe an der Peter«' burger Börse, welche den Preisfall herbeiführten, '" keiner Weife durch die Thatsachen gerechtfertigt ware" und auf der^L ichtigkeit beruhen, womit hier Dividenden' werte auf den Markt geworfen werden können, weil s»^ zu einem großen Theile nur in fchwachen Händen am Oncallrechnung untergebracht sind. Angekommene Frenlde. Hotel Glefanl. Am 8. Februar. Gras Marghrri, Outsbesihcr, IWrdl/7 Ritter von Savinschegg, l. und l. Kämmerer und Nittme'st^ Wien. — Cilirl). l. und t. Orundduchsfuhrer, Haidenschaft. "" Aylebin, Privat, London. — Prossinag«. Birmann, Perlma""' Scheid, Kflte.; Zimmerman», Ingenieur, Wien. — Delia Marled Val, M»>,. Trieft. ^ Vollgruber, Wahrt, Ksilc.. Marburg, ^ Korilnil, Priester, Nlote. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. 6 Z ^YZ N ZgZ ^ ^2 LZ» 8^ dt» Himmel« Hkß '" ? ü. si. "I 739 9 " 2-'9 "BM. "' 9 . «b. 741-3 '1-4 windstill heiter ^^ 10. l 7 ll^Mg. ?4d-9 ! -9-1" W. schwach !' Nebel ! " " Das Taa/ömittel der gestrigen Temperatur t) 4", "' 0 4° ilber dem Normale. verantwortlicher «eb»cteur: Julius 0hm >y,. l'!el,ett,^rer Aerwendbarleit als «Molls Franz brant, "ibiin "s"^ ^"^' b" ebensowohl als schmerzstillende Ein-tend? lw' Gliederreißen, als seiner muslel< und nrrvenstär» ^h/'.^uluuc, wegen, als Zusatz zu Bädern lc. mit Erfolg Na Ballstoffreste zu liall>en F*reiiaieii, Reichste Auswahl vou Bluieo, Fäcüern, Handsciiatiea etc. Hocliachtungsvoll Heinrich Kenda. _____4 Gold-, 18 S'lbef-KeCaillen. :l.Q E'.ren- i,t,q Ar.erkennungs-Uip ome. *WBM Kwizda's"% v^omettSitrj0\ Veterin.-diätetisch. Mittel für F^d^ÖlirftÖ^ Pferde. Hornvieh und Schafe. )ht 0 'PFiilKi ilu ^*-1'1-^"'¦ ''?*' Manicel an Fresslust. ^-i *J ~^>%r NernuK der Milch und V«rmrbroD[ hS^t^w0 Preis: l'Schacht 70 kr tnT^P^xäL ' * Schacht 3s kr- ^^^^OHJ^^^* Eclii nur mit obiger Sehutzmirke zu be- ^^T^**i^—j^r^^^^Sl rieben in allen Apotheken u. Droguerieii. M KreisnpotU<'ker. Horiicishnrg bei Wifn. Ein Lehrjunge aus gutem Hause, mit guten Schulzeugnissen, der der deutschen und slovenischen Sprache mächtig ist. wird in einem Kurz- und Modewaren-Geschäfte sofort aufgenommen. Anzufragen in der Administration dieser Zeitung unter . (665) 4—1 zur General-Versammlung des Spar- nod YorschnssyereiDs welche Sonntag den 21. Februar 1. J., am 10 Uhr vormittags, Im G&sth&uie Lozar (Stadt München), Jakobsplatz, mit folgender Tagesordnung stattfindet: 1.) Bericht des Obmanns über den Vermögensstand. 2.) Bericht der Revisoren. (664) 3.) Neuwahl der Revisoren. 4.) Allgemeine Anträge. Laib ach, 10. Februar 1897. Der Aunchnif. 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