Mr. tOO. Ponnerliag. den 14. Pecemöer 1882. VII. Jahrgang. (Cillier Zeitung. (Sr)chfini jeden Donnerstag nnb Sonntag Morgen». — Pränumrratiiiisdcdingungen: ,vüt Cilli sammt Zustellung in» Hau« aanz,ährig K. 6.—, halbjährig ft. » — vierteljährig fi. l.üt», monatlich ü5 te. Mit Postversendung ganzjährig ft. 6.4U. halbjährig ft. 3.SV. vierteljährig ft. I.VV. — Rkdactio» nnd Adinilislrati«»: Herren-gasse Rr. ». Sprechstunden de» Redacteur» täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, von !•— l¥ Uhr Bor- und von 3—« Uhr Nachmittag», — Inserate werden billigst berechnet. Auswärt» nehmen Inserate für die „Cillier Zeitung" alle bedeutenderen Annoncen Erpeditionen an. Warburg vor einer tzyrenpssicht. *) In den nächsten Tagen wird Marburg sein Wohl und Wehe der Weisheit einer neuen Stadt« Vertretung anvertrauen. Es ist seit Jahren das erste Mal, daß wir uns mit den Marburger Gemeinderathswahlen eingehend zu beschäftigen haben. Nicht als ob wir uns sonst geweigert hätten, den Vertretern der volkreichsten unter den deutschen Festen der Untersteiermark den gebührenden Tribut ein»s ernsten Jn'eresseS zu weihen; aber das politische Interesse äußert sich mit Macht nur da, wo es vertheidigt werden muß und nicht die Freude, diese kärgliche Frucht deS öffentlichen Lebens ist eS, welche zu publi-eistischen Appellen zwingt, sondern die Noth. Ein glückliches Geschick hat uns also bisher der Pflicht enthoben, bei den Mardurger Gemeinde-rathswahlen das Band zu vertheidigen, welche« die Bewohner dieser Stadt mit den Stammes-brüdern Unterftei^nnarks verbündet. Nun drohen die Dinge anders zu werden. ES ist betrübend zu hören, daß sich Deutsche von Marburg in Compromißverhandlungen mit Slovenenführern befinden. Dadurch werden uns freilich die unge-heueren Anstrengungen der Gegenpartei erklärlich. Diese Agitationen wären nicht so intensiv, wenn sie nicht durch Aussichten genährt würden und sie sind um so gefährlicher, als sie geräuschlos vor sich gehen und das Licht des Tages scheuen, das schmutzigen Geschäften bekanntlich wenig zu-träglich ist. Marburg galt bisher als eine stolze und feste Burg des Deutschthums. Reich an polt« tischer Ehre, war es der Nothwendigkeit ent-hoben, dieselbe im Kampfe zu wahren. Das •) Die mit einem Stern bezeichneten Artikel und Notizen sind aus unserer Extra-Nummer. welche wir tlber Ansuchen vieler Parteisreunde am II. d. für die Wählerschast von Marburg Herausgaben, reproducirt. Stilles a5eöen! Au» dem demnächst erscheinenden Wert« .Teutsches Bürgerthum" von Oscar Schwebe! Es ist nicht schwer zu zeichnen, jene» bürgerliche Leben voller Stille und voller Be-scheidenheit, voll ernster, fleißiger und theilweise begeisterter Arbeit, welches etwa ums Jahr 1720 in die deutschen Städte eingezogen war. Noch heut meint wohl' der Wanderer, wenn sein Fuß eine kleine, von den großen Straßen de» Verkehrs fernabgelegene Stadt betritt, die alte Zeit steige wiederum vor ihm heraus mit all' ihrer Tüchtigkeit, aber auch in all' den knappen Maßen, all' den Unzulänglichk-nten, all' den Beschränkungen, die ihr nun einmal eigen waren! Niemals aber verschwinden diese anspruchslosen Bilder vor unserem Blicke, ohne den Eindruck deS Friedens zu hinterlassen, welcher uns jetzt in den Tagen rastloser Arbeit für immer zu entfliehen droht. Das Bild der deutschen Städte hatt« sich in der langen FriedenSzeit von 1650 bis 1720 nicht unwesentlich verändert. Die neue Zeit, deren Anbrechen seit dem Jahre 1700 jeder Bür-ger in den Städten fühlte, hatte zunächst in baulicher Beziehung Licht und Lust und Ordnung mit sich gebracht. Es war freilich eine souveräne Verachtung aller Kunst der alten Zeit, die hier und dort dabei zu Tage trat. Die „gotischen" stille Bewußtsein einer einzigen gemeinsamen Nationalität leitete die Wahlen. Nun, in einer Zeit, wo eS am nothwendigsten wäre, daß die Marburger Wählerschaft ihr Deutschthum in altbe-währter Einmütigkeit offenbarte, soll auch die geschäftliche Spekulation an die Urne treten und der eraffe Egoismus mit seinem abscheulichen Sprößling dem nationalen Verrathe. Ob sich diese zweifelhaften Localpatrioten, welche jetzt die Geschäfte unserer bittersten Feinde besorgen, über die Tragweite ihres Handelns wohl klar sind. Wir haben Grund, dies zu bezweifeln. ES gibt in Krain Stadtvertretungen, welche vor Zeiten vollkommen deutsch waren; jetzt bilden in denselben einige deutsche Vertreter nur die geduldete» Ueberreste einer deutschen Ver-gangenheit. Den Marburger Pactanten scheinen diese Beispiele nicht vor Äugen zu stehen, sonst würden sie ihr Gewissen nicht mit der falschen Erwägung betäuben, daß es doch nur ein ge-ringer Bruchtheil deS GemeinderatheS ist, welcher den Elovenen ausgeliefert werden soll, und sie würden davon abstehen, problematischen Privatvortheilen die politische Zukunft ihres Gemei wesenS zu opfern. Diese Zukunft würde sich von der Vergangenheit sehr empfindbar unterscheiden. — Die politische Ruhe Marburgs, welche bisher auf einem allseitigen Festhalten des von den Vätern ererbten WesenS beruhte, würde auf Jahre hinaus entschwunden sein und Diejenigen, welche die Thore deS JanuStempelS jetzt öffnen wollen, würden sie nicht mehr schließen können. Dann würde sich die slovenische Agitation in Marburg erst als bewegende und sicherlich als eine störende Kraft äußern. Aufgemuntert durch den Erfolg würde sie von den slovenischen Gemeinderäthen eine mächtige Förderung er-fahren. Und welche Förderung! Die Popularität«-hascherei, diese unselige Frucht der politischen Eitelkeit und heißer Machtgelüste, welche sich Gewölbe — gotisch hieß jetzt soviel alS alt-fränkisch — sie riß man nieder; alte Bilder in den Kirchen übertünchte man; die herrlichen Schnitzwerke früherer Tage schleppte man auf den Boden; mit kostbaren alten Handschriften band man werthlosen, neuen Plunder von der damaligen Leipziger Messe ein, mit Grabsteinen pflasterte man die „Katzenstiege" zwischen den Häusern; aber, man war sich bewußt, damit ein hochverdienstlicheS Werk zu thun. Man konnte nicht Ordnung genug schaffen. Daß dabei alle Poesie zu Grunde ging, daS sah man nimmer ein, wie denn die Poesie überhaupt ein ver-dächtiger Begriff war, welcher in diese ehrlichen, praktischen, aber verzweifelt nüchternen Köpfe nicht recht hineinwollte. Die Gestalt deS Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen repräsentiert aufs allertrefflichste die Besten der Generation, von welcher wir sprechen. Sein Geist tritt uns entgegen aus jeder bedeutenderen Stadt, zu welcher wir um jene oben angegebene Zeit unsere Schritte richten. Da stehen sie denn noch vor un«, die alten Mauern! Wer weiß. — man kann sie doch vielleicht noch einmal brauchen! Es ist ja doch entsetzlich, wie der Franzmann in der schönen sonnigen Pfalz gehaust hat; wer weiß, er könnte doch »och einmal wiederkommen! Und wenn die „Türkenglocke" klingt. — wie falten da die alten Mütterchen die Hände! Der Türke ist mit knechtischem Sinne den leicht vergängliche« Wünschen einer irregeleiteten Menge beugt, welche die schillernde Phrase über die bessere Einsicht setzt und im öffentlichen Leben »och unheilvoller wirkt, als der Leichtsinn, würde sich mit an den Rathstisch setzen, auf welchem nach dem Wissen aller Marburger Wähler eine Reihe der wichtigsten Entwürfe niedergelegt werden soll. Dann würde die Opposiron nicht mehr als die Rücksicht auf daS öffentlich« Wohl in die Schran. ken treten; sie würde sich nur mehr als ein agitatorisches Medium breit machen. Si« würde aufhören eine sachliche zu sein und sie würde rein technische und wirtschaftliche Fragen gewalt-sam unter die Prämissen dcs allein seligmachen-den SlovenentbumS beugen. Aber das ist noch keineswegs der ganze Inhalt der Pandorabüchsc die sich im Marburger Gememderathe öffnen wird, wenn es einigen Wählern gelingen sollte, denselben brandig zu machen. Vier Jahre der Versöhnungsära hätten diese Wähler mit jener Methode des Verdächtigens und Verleumden« bereits bekannt machen können, die unser öffent-liches Leben vergiftet, seitdem die Organe der lavischen Majorität eine Stütze de« Systems geworden find. Sollten wir aus dem Marburger Gemeinderatht wirklich einmal jene Scenen zu berichten haben, welche die Laibacher Commune znm Felde lärmender Gehässigkeiten machen? Die künftige Marburger Stadtvertretung wird über Vorlagen zu entscheiden haben, die auf die fernere Entwicklung der Stadt nothwendig einen unmittelbaren und tiefgehenden Einfluß üben müssen. Und nun sollen jene häßlichen Praktiken, welche die Ehr« eines deutsche» Ab-geordneten k«inen Augenblick als eine sichere er-scheinen laffen, an die Stelle ruhiger Erwägun-gen treten. Eine denuncirsüchtigen Kontrole wird den künstlich provocirten Scandal als ein Mittel benützen, um die öffentliche Aufmerksam- noch lang' nicht überwunden, wenn auch die brandenbnrgischen „Gideons" und „JephthaS" ihn zu etzlichen Malen auf daS Haupt geschlagen haben. Noch schreckt die Kleinen in der Stadt da« Wort: „Bet't Kinder! 's kommt der Schwed'!" — Darum erhält „Ein Edler Rat" die Türm' und Mauern noch zur Not, obwohl die neuen „witz'gen" Köpfe meinen, die alten Burschen hätten lang' genug gedient. Der Graben aber um die Stadt, der ist schon längst verschwunden — ausgetrocknet liegt sein Bett jetzt da; Kohlgärten sind auf seinem schwarzen Grunde angelegt und Ziegen, Kühe weiden still auf seinen Abhängen. Mit Vorliebe trocknen die Bewohner jener kleinen Häuser dirt vor'm Thore Familien, die sich als Kolonisten hier angesetzt haben — ihre Wäsche an der Stadt-mauer. Dort in dem Wallgange, auf welchem die ehernen Schritte der alten Bürgerhelden einst erklungen sind, schreitet der Seiler hin und her und singt sich seinen „Prinz Eugenius" oder den „Marlbruch, der zum Krieg« zieht". FlachSköpfige Kind«r spiel«» auf diesen, nicht grad' von peinlicher Sauberkeit überwachten und von zerbröckelndem Mauerwerte bedeckten Stätten umher. Schreiten wir über die breite, hochgewölbte Brücke dem betürmten Thore zu, von dessen kegelförmigem Dache die Birkensträucher gleich einem Helmbnsche herabwehen, so begrüßt uns tat bett Künsten deS alleinieliguiachenden Slo- > venenthums zuzuwenden und der beleidigende Lärm wird in den bekannten Organen unserer Gegner ein wohlcommentirtes Echo finden. Und mm frage» wir, würden unsere Parteigenossen diesen Elementen Stand halten können? Müßte sich ihrer nicht frühzeitig jener Ekel be-mächtigen, der sich überall einstellt, wo die ten-denciöse Phrase an die Stelle einer ruhigen Erörterung tritt, wo man nicht mir Gründen für und gegen Dinge kämpft, sondern mit Verdächtigungen und vor Allem mit den Gemein-plätzen jener hausbackenen Wirtschaftlichkeit, deren Blick nicht über den eigenen Hausflur reicht, Personen befeindet? Unsere Parteigenossen wären in einen sehr unwürdigen Kampf ver-wickelt und wenn sie denselben auch aufnehmen wollte». )w müßten unterliegen, weil sie die noblen Waffen unserer Geguer zu führen nicht ge-wohnt sind. Unter solchen AuSpicien also sollt« ein Gemeinderath s«ine Sitzungen «rössnen, der mehr wie jeder seiner Vorgänger Entschlüsse zu fassen berufen ist, deren Wirkung sich über viele Generationen erstrecken wird. Nein, wir halten die vielen Zuschriften, in denen unsere Aufmerk-samkeit aus die geschilderten Gesahren gelenkt wird, für übertrieben und als den Ausdruck eines potencirten Pessimismus, der das natürliche Product eines Neiches und einer Zeit ist. in der daS Unwahrscheinliche zur That wird. Indeß «s gilt auch im politischen Leben die tactische Regel, daß man d«n Gegner nie unt«r-schätzen soll. Wir haben an die Mardurger Wähler nur eine Bitte zu stellen: Sie mögen des Grundsatzes gedenken, der für jedes Ge-meinwese» gilt: Der Geist, der es begründet und groß gemacht hat, der erhält eS auch. Eiserner deutscher Fleiß, dazu jene nüchterne Ueberlegung und jener verständige Sinn für «ine ruhige Entwickelung, die allem polternden Chauvinismus und aller unproductiven Krakehl-sucht abhold sind, haben mit anderen specifischen Eigenschaften des deutschen CharacterS die Bürger von Marburg zu dem geführl, was sie besitzen und was sie g«lt«n. Die Wähler von Marburg mögen sich die Frage beant-worten, ob eS der Geist deS Slovenenthums oder der Geist des Deutschthums ist, der die alte Draustadt zu ihrem Reichthum und zu ihrer Blüthe gebracht hat und dann wird ihnen weder die vornehmelnde Tüftelei des Dr. Do-minkusch, noch daS sarmatische Lächeln deS Dr. Raday die Ueberzeugung rauben, daß sie in diesen Tagen eine Ehrenpflicht zu erfüllen haben, und daß eS ein« Schande wäre, in entscheidender Stunde der alten Fahne den Rücken zu kehren. ein Stadtsoldat, ein Individuum einer Species, die längst zu den Todten gehört — bunt um-formirt, die Nase bereits ei» klein wenig röth-lich gefärbt, denn schon gibts gebrannte, magen stärkende Wasser im Deutschen Reiche. In einzelnen Theilen des Vaterlandes befand sich damals schon im Thore die Accise, eine Ein-richtung der Obrigkeit, auf welche man in früheren Tagen nur mit dein Schwerte, mit wildempörtem Aufstande, aus der Mitte deutscher Bürgerschaften zu antwort«» gewußt hatte. Holprig ist die Straße, die uns ins Städtlein führt. Ab«r der Anblick der niederen Häuser in den engen Straßen und an den weiten Plätzen ist ein überaus freundlicher und sauberer. Man liebt die ,?roprete": — weiße Vorhänge i drinnen — grünn« .Jalousie«* hier außen; . dort ein wunderlich verkröpfter Giebel, hier ein gradlinig Haus nach neuer Art» die weiß ge-strichen? Bank auf den, abschüssigen Pflaster vor der Thür, ein Nelkenstock und eine Tulpen-zwiebel dort au» Fenster — wie sieht das alles unS so freut dlich und so heimlich an! Die Z«ug«n der Vergangenheit, die alten, dunkelbraunen, dunkelgrauen Kirchen, die Klöster mit den weiten, aber schnöd' verbauten Kreuz-. gangen, in welchen sich zur Freistunde die Jugend der lateinischen Schule tummelt, sehen auf die neue Welt herab; ihnen selbst, den Denkmälern einer ruhmvollen Vergangenheit, — 2 — Iu den chemeindetvakfen in ^ettau. Pettan, den 12. December. Die Wahlen in die Gemeindevertretung find vorüber. Der neue Ausschuß besteht aus den Herren: Conrad Fürst sen, Conrad Fürst jim., Ernest Eckl, Franz Strafela, Franz Rodoschegg, Franz Wibmer, Anton Luscher. Josef Zistler, Georg Mmschetz, Jakob Ferk, Josef Kräder, Franz Strohmmer, Dr. Kleinsasser, Wilhelm Schwab, Simon Hutter, Carl Casper, Gustav Poskischill und Dr. Hans Michelitsch. (Letzterer hat inzwischen sein Mandat refusirt). Sieg auf allen Linien? Das ist da? Losungswort, welches heute auf aller Mund schwebt. Begeistert ist die Stimmung der Bevölkerung über den Sieg, den die Intelligenz. daS Deutschthum gegen dir deutschfeindlich?« Element? davongetragen. Daß 2. Decem-der l. I. zur Versteigerung von dem Gerichtshofe von Cnjieto ausgeschrieben ist. Die Feilbietungs- ist, versteht die Obrigkeit, verstehen diese rechts-gelehrten Herren in detu Zopf und engen Leib-rock immer noch verzweifelt wenig Spaß. Auf dem Markte steht ein alter, schier griesgrämiger und grün bemoster Bursche, ein »«gefügter Steiukoloß, ein Roland, unter dessen eisernem, verrosteten Schwerte schon die Gründer dieser Stadt sich „Recht gefunden" haben. Der alte, schwergepanzerte Gesell, er weiß davon zu sagen, wie «tan ,ju8titiani ezepuieret in dieser hochbe« lobte« Stadt". Noch kommt kein Reisender durch dieses wohlgeordnete Gemeinwesen, der nicht auss schärfste von der löblichen Polizei examinirt und tentieret wäre. Wehe dem Verdächtigen, wehe dem Landstreicher und der fahrenden Tirne, die etwa nicht unter irgend welchem Korn do guerre iu hochansehnlicher Equipage kommt! Die äußere Wohlanständigkeit, auf die kommt «un einmal alles an! Der Büttel weiß zu stäupen, und daS harte Broten dem .imfamen Loche" schmeckt nicht gut. Hat sich ei» Bürger aber etwa einmal beim Biere übernommen und den Rath beleidigt, denen Comissariis geflucht oder gar durch nächtlichen Lärm die Ruhe derer ehrsamen Einwohnerschaft gar gröblich und gott-loser Weiser aetourbieret. so öffnet sich ihm nur der „bürgeliche Gehorsam". ,s ist keine Schande, drin gesessen zu haben, für den Handwerker, wohl aber für die wohlweisen und hochedelge-borenen bonoratiorss dieser Stadt. — z — 3. Wahlkörper eine Wählerversammlung ans. schließlich für deu 3. Wahlkörper einzuberufen und derselben eine Liste von Kandidaten vorzulegen. Dies« Wählerverfainmlung fand am 9. Abends bei der „Stadt Graz" statt, war sehr zahlreich besucht und uahui fast einstimmig die vorgeschlagenen Candidaten an, welche aiich bei der am 11. d. stattgcfundenen Wahl sämmtlich mit imposanter Majorität durchdrangen, trotz der maßlosen Gegen-Agitation vo» Seite jeneK Comite's, welches sogar im Wahllocale seine Thätigkeit entfaltete, so baß der anwesende Herr RegierungS-Commiffär, Statthaltereirath Pavich von Pfauenthal, wiederholt sich veranlaßt sah, dagegen einzuschreiten. Von 596 Wählern er-schieneil 285 und wurde» mit großer Majorität gewählt die Herren : Anton v. Schmid, Jfosef Prodnig, Franz WieSthaler, Fr. L-idl. Simon Wolf, Ant. Masfatti, Karl Zeitelberger, Josef Bancalari, Felix Schmidl und Anton Scheikl. Sämmtlich« gehören d«r deutschen Partei an. —> Schließlich sei noch bemerkt, daß Herr Professor Nagele aus dem Wahlcomite austrat, nachdem sein Antrag, die Wünsche und Forderungen deS lll. Wahlkörpers in durchgreifender Weise zu berücksichtigen, gefallen war und nachdem der Herr Obman, Anton Badl, sich in nicht miß-zuverstehender Weise gegen die Berücksichtigung der Intelligenz ausgesprochen hatte. In der ersten Commite-Sitzung hatte .Herr Professor Nagele mit vier anderen Mitgliedern der Mei-nuug Ausdruck gegeben, daß es völlig unberech-tig sei, die dem Comite auferlegte Einberufung einer nkuerlichen Wählerversammlung zu re-fusiren. sBürgermeisterwahl in T ü f f e r.j Der neue Gemeinde - Ausschuß des Marktes Tüffer wählte am I I. d. Herrn Conrad A m o n einstimmig zum Bürgermeister. Der Genannte erscheint somit zum fünften Male mit gedachter Ehrenstelle betraut. Es ist dies gewiß der spre-chendste Beweis des vollsten Vertrauens, welches Hrn. Bürgermeister Amon von seinen Mitbürgern gezollt wird. Zu Gemeinderäthen wurden gewählt die Herren: Jos. Drolz, Jul. Larisch, Con-stantm Trapp und Karl Vallentinitsch. * sP e t i t i o n s b e w e g u n g.J Abermals können wir die Mittheilung machen, daß 4 Pe-titionen um Erhaltung der deutschen Sprache in Amt und Schule von 3 Landgemeinden und einem Ortsschulrathe aus den Bezirken St. Ma-rein und Rann eingelaufen sind. Wir bitten die Deutschen und ihre Freunde im Unterlande, nicht abzulassen, und wettere Petitionen zu bringen. Von allen Seiten wird nns mitge-theilt, daß unsere Bauern die bessere Pflege der deutschen Sprache in der Schule haben wollen, und daß deßhalb die Petitionen so gerne unterfertigt werden. Wann wird man doch endlich einmal in Oesterreich daS thun, was daS Volt wirklich will! PetitionSexemplare besoraen Mit mit Vergnügen. sF ü r d i e U e b e r s ch w e m m t e n ] Die ; so oft und immer glänzend erprobte Opferivil-ligkeit sowie der Patriotismus unserer Einwoh-nerschaft, welche von pervakischer Seite stets als „sacliöS" gebrandmarkt wird, haben sich am verflossenen Samstage wieder in hellster Weise manifest irt. Die wackere freiwillige Feuerwehr veranstaltete au gedachten Tage über Jngerenz ihres Hauptmannes Herrn Josef Sima unter freundlicher Mitwirkung deS MännergesangS-Vereines für die Ueberschwemmten in Tirol und Kärnthen einen geselligen Abend, der sich deS zahlreichsten Besuches erfreute. Wir erlassen unS eine Kritik über daS gelungene Arrangement über die Gesangs- und Musikvorträge sowie über das ungemein animirte Tanzkränzchen, das bis zu sehr vorgerückter Morgenstunde währte, und bemerken nur, daß daS Erträgniß der mit reichen und schönen Gewinnsten ausgestatteten Tombola und der ohne Beschränkung der Groß--muth mit 59 kr. sixirten Eintrittspreise sich auf 551 fl. belief wovon 471 fl. alS Reinertrag ihr.r Bestimmung zugeführt wurden. Es ist dies eiu Resultat, wie es relativ größer nicht leicht in einer zweiten Stadt Oesterreichs erzielt wer-den kann. — Jenen Herren Dunkelmännern, welche wiederholt de» Patriotismus unserer Einwohnerschaft zu verdächtige» wagten, möchten wir daher zurufen: „Seht, so handeln d.usche Vereine, laßt Euer von nationalen Chauvinismus angekränkelten Citalnicas und Sokols ähnliche» nachmachen! sC a s i n o v e r e i n.j Die am I I. d. Mt. stattzefundene zahlreich besuchte Generalver-s^mmlung wurde von dem Director, LGR. Pesariö, mit der Mittheilung des Rechenichasts-berichtes über daS ablaufende Jahr eröffnet. Derselbe lautete nicht durchaus erfreulich, da einerseits mehrere Persönlichkeiten infolge Domi-cilw.chsels, zum Theile auch anderer Umstände wegen, aus dem Vereine austraten, andererseits durch mehrfache nothwendige Anschaffungen die Ausgaben eine ungewöhnliche Höhe erreichen mußte». In der sich daran knüpfenden Diskussion wurde» verschiedene Vorschläge zur Besserung und Sicherung der sinanciellen Lage des Vereines, dessen absolute Nothwendigkeit für die deutsche Stadt Cilli von den meisten Rednern nachdrücklich betont wurde, errörtert und be-schlössen, Direktion und einzelne Mitglieder mögen bestrebt sein, dem Vereine neue Kräfte zu ge-wiuuen, ferner sollen alle Jene, welche ehemals ständige Mitglieder waren, dem Vereine auch jetzt wieder als solche beitreten können, ohne die Einlage von 5 fl. neuerdings erlegen zu müssen, wie dieS bisher üblich war. — DeS hedingnisse heben ausdrücklich hervor, daß mit den» Besitze der Fürstentitel verbunden ist. sP a nit.) Eine entsetzliche Scene, die sich in der Kirche vo» Antegnate bei Bergamo zu-ge trage» bat, wird aus Italien gemeldet. Es fand eine Gedächtnißfeier für Ercole d'Este statt, und die alterthümliche Kirche war gedrängt voll, als sich plötzlich ein großes Wandgemälde los-söste und mit lautem Gepoher unter die Zuhörer fiel. Sofort wurde der Ruf laut! Der Thurm stürzt! Das genügte, um eine unbeschreibliche Panik hervorzurufen. Alles stürzte nach dem AuSgaug. Viele Frauen und Kinder geriethen unter die Füße und wurden niedergerannt. Viele sind schwer verwundet worden. Ob auch Todt« zu teklagen sind, ist bis jetzt noch nicht festgestellt. sE i n e Rabenmutter.) Aus Lausanne berichtet man über ein schreckliches Verbrechen, das in Chonex bei Monihey begangen wurde. Ein Weib, Mutter von 12 Kindern und ein drei-zehntes gewärtigend, ermordete ihre vier erst-gebornen Kinder in Abwesenheit ihres Mannes und der übrigen Kinder. Sie führte eines nach dem anderen in den Keller und schlug sie mit einer Eisenstange nieder; nach vollbrachter That ging sie in die Küche und erhängt« sich. Das Motiv zur That soll Trunkenheit gewesen sein. , 13. December. IR e s i g n a ti o n.f Herr Dr. M. Reiser hat sein« Stelle als Bürgermeister der Stadt Marburg und als Mitglied des dortigen Ge-meinderatheS niedergelegt und auf ein weiteres Mandat verzichtet. Der Gemeinde>Ausschuß vo-l.rte in seiner letzten Sitzung dem Ausscheidenden Tank und Anerkennung. Gleichzeitig wurde ve» schlössen das Bild Dr. M. Reiser's im Saale des Rathhauses aufzustellen. sUebersetzung.j Die k. k. Finanz-Landes Direktion für Steierinark hat den k. k. Steueranitsadjuncten Carl Hoch von Rohitsch zum k. k. Hauptsteueramte Cilli übersetzt. sZu den Marburger Gemeinde-wählen.^ In unserem letzte» Berichte über die stattgesundeue allemecne Wählerversammlung habe» wir bereits mitgetheilt, daß dortselbst ein Comite gewählt wurde, welches zugleich den Austrag erhielt vor de» Wahlen noch eine Wählerversammlung einzuberufen. Da nun dieses Contitv in seiner ersten Sitzung beschloß diesem Auftrage nicht nachzukommen und sich dadurch selbst seines Mandates entkleidete, ferner zum Obmann desselben derselbe Herr gewählt wurdr, welcher in der ersten Wählerversammlung eine so große Achtung vor den kleinen Steuerträgern bewies, daß er ihnen das Mitreden einfach nicht zugestand, so beschloß eine kleine aber rührige Schaar von Gewerbetreibenden aus dem W-.-l------ ------ — -- Und diese Honoratioren — wo ist's uns wohl vergönnt, ihre Bekanntschaft zu machen? Sieh' dort, lieber Freund, dort ist ein kleiner Laden, dort ain Markte! Aber wir gehen nicht durch diese, von allen respektablen Frauen an dem großen Platze leicht zu überschauende Thür, über welcher ein fabelhaft Getier uns anzeigt, daß hier „die Xpotlwc» zu dem Einhorn" sich befindet; nein wir gehen hier von» Kirchgässel hinein. Da öffnet sich uns eine Porta schier zum Allerheiligsten. Und dort sitzen sie in der schmuck-osen Bürgertracht, welche den Glanz des Rokoko nun schon seit einem oder zwei Jahrzehnten abgelegt hat, der Herr Lonsul dirigens, der Plipicus, der wohlbestallte Medicinalassessor. einige Juri, Consulti und ein reicher Kaufmann, der „von den alten Stadtgeschlechtern" ist und dem sein stählern Degengesäß kaum weniger gilt als all' die schönen louisd'or, Portugals sei und venetianischen Dublonen, daheiin in seinem Geldschranke. Der DiSknrS der Herren ist kein animierter eben, aber sie traktieren doch mit größerem oder geringerem Verständnisse die Haupt und StaatSaktioneS, so jetzt geichehen sin; sie sprechen von ostindischen und indianischem Handel; sie verschmähen indessen auch nicht, den Klatschs der Stadt deS Langen und des Breiten zu behandeln. Hat dann die Glocke elf geschlagen, so verlassen sie aufS schleunigste den altgewohnten Sitz; man geht zu Tisch jetzt um t iese Stunde! ES ist ein auspruchsloses, stilles Leben, wel-cheS in die deutschen Städte eingezogen ist. die einst von Wasftnlärm und tobenden Zunftkämpfen widerhallten. Ein stilles Leben, dem aber der Segen treuer Arbeit und herzlicher Gottesfurcht nicht fehlt! Vo» solcher treuen Arbeit sind ge-weiht die Werkstätten aller ehrbaren Handwerker; dem Meister ist's ein Stolz, Gediegenes zu schaffen; mit Eifersucht hält er auf seine Stel-lung im Gewerke aus seine Autorität daheim den Burschen und Gesellen gegenüber, aber auch auf die Güte jedweder, aus seiner Werkstatt je hervorgegangenen Arbeit. Die edelschönen For-nun der Renaissance, die Pracht des Rokoko, sie freilich sind für jetzt verschwunden; der Ge-schmack der Zeit hat sich für daS Kunsthandwerk neue Formen erschaffen. Wie der Zopf die Allonenperücke abgelöst und aus ihrer Herrschaft verdrängt hat. so der einfach re Zopfstil die Pracht des Rokoko; immerhin aber ist dieser neuer Stil der adöquate Ausdruck des Geistes der Feit und eines selbständigen Geschmackes. Treue, stille, gewissenhafte Arbeit! DaS ist der hervortretendste, hochehrenvolle Zug des Bürgertums in dieser ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nicht allein in der Werkstatt, sondern auch in dem bescheidenen, aber mit Bücherschätzen reich gefüllten Arbeitszimmer des Gelehrten ist sie zu finden. Was haben diese Männer, welche von späterer Halbbildung sich oftmals als alt- väterisch haben verspotten lassen müffen — waS haben sie uns nicht für fleißige und lobenswerte Werke in jedem Gebiete menschlichen Wissens hinterlassen! Es ist gerade dieser Zug der Treue ein um so herzgewinnenderer, als solcher Arbeit nur selten der klingende Lohn oder eine glänzendere Anerkennung zu theil ward. Der deutsche Gelehrte — und er war fast immer aus einem schlichtbürgerlichen Hause hervorge« gangen — er arbeitete um der Geistesarbeit willen. Das wollen wir dieser sttllen Zeit wahr» haftig nicht vergesse»! In einer überaus vor-teilhaften Weise unterscheidet sich dieser liebevolle und gründliche Fleiß von der gewinnsüchtigen, leichtfertigen Massenproduktion späterer Tage. Dieselbe treue Arbeit tritt uns auch in der Audienzstube des Beamten, in dem Contore eines „ansehnlichen und fürnehmen Kaufmanns" entgegen. Wir uiüssen wiederholen, daß zwar die socialen Verhältnisse fast überall in den Städten enge nnd beschränkte sind; aber der Fleiß und die Treue schaffen ruhiges, harmo-nischeS Behagen. Nur ein Zeitalter wie dieses konnte in der Literatur das Hirtengedicht und das Idyll tief aus seinem ureigensten Geiste hervorbringen; heut wärs eine Satire auf die Zeit, wenn ein deutscher Dichter das „Glück in der Beschränkung" malen wollte! Weiter« kam die Frage wegen Erneuerung des Pachtvertrages mit der Eigenthümerin des Hauses zur Sprache und wurde die Direction beauftragt, diese Angelegenheit unter möglichst sonstige» Bedingungen einer Erledigung zuzu-ühren. Nachdem noch Dr. Neckermann der abtretenden Direction den Tank für ihre Thätigkeit ausgesprochen hatte, wurde die Neuwahl vorgenonimen, bei welcher die Herren Lutz, Dr. Hoisel, Negri, Schmidl, Dr. Stepischnegg neu. — Pacchiaffo, Planer und Rüpschl wieder-gewählt wurden. Sämmtliche Genannte dürften die auf sie gefallene Wahl annehme». — Der bisherige Dlrector, Herr Alois Pesarie, welcher schon int April l. I. seine Stelle niederlegte, und nur auf dringendes Ersuchen der übrigen Directionsmitglieder in seiner Function bis zum Schlüsse des Jahres verblieben war, hat sich viele Verdienste um den Verein erworben, und hat sich das beste Andenken gesichert. [V e t c r a n e n v e r c i it.] Wir werden ersucht mitzutheilen, daß der Veteranen-Verein im kommenden Fasching keinen Ball zu ver-anstalten beabsichtige. sKmctSki p r i j a t e l.) Wir haben schon in der letzten Nummer berichtet, daß das Ober-landesgericht der Beschwerde der k. k. Staats-anwaltschaft Cilli gegen des Erkenntniß deS k. k. KreiSgerichteS Cilli, womit der Antrag der k. k. Staatsanwaltschaft auf Beschlagnahme der Nr. 9 des „Kmetski prijatel" abgelehnt und die von der k. k. StautSauwaltschaft Cilli verfügte Be-fchlaqnahme aufgehoben wurde, keineFolge gegeben hat. Die Gründe sind im wesentlichen die des Gerichtshofes I. Instanz, welchen das Oberlandesgericht nur noch beifügt, daß die Tendenz d'S beanständeten Artikels dahin ge-richtet sei, daS directe Wahlrecht in die Vertre-tungskörper auch für die Bauernschaft als ersprießlich darzustellen, daher von dem Thatbe-stände einer strafbaren Handlung vorliegend keine Nede sein könne. fDer „Slovenische Verei n",] dessen Stammsitz bekanntlich in Marburg ist, hat die Absicht am 26. d. hier in Cilli eine Sitzung abzuhalten, bei welcher Dr. Vofchnjak einen Be-richt über die Thätigkeit der vereinigten Rechten abhalten wird. Der Schriftführer deS Vereines ist Dr. Lad. Gregorec; eine Besprechung über seine Tendenz ist daher nicht nothwendig. Ist daS Ganze nicht eine Provocation? fEs geschehen Zeichen am Himmel.) Man schreibt uns uiiterm 11. d. auS Lichten-wald: Am 17. November beobachteten wir hier ein prachtvolles Nordlicht. Die erstaunte Menge meinte, dies müsse wohl etwas bedeuten! Ich versäumte Ihnen darüber zu berichten, weil ich voraussetzte, daß dieses Naturschauspiel wohl allerorts wahrgenommen worden sein dürfte. Dem Vcnus-Durchgange am 6. d. M. wurde hier wegen des damaligen großen Jahrmarktes keine Aufmerksamkeit gewidmet, dagegen erregt das am 3. d. M. Abends erfolgte Verschwinden eines SterneS erster Größe am hiesigen floveni-fchen Firmamente großes Aufsehen und es er-scheint ganz merkwürdig, daß dieser Durchgang erst nach mehreren Tagen wahrgenommen wurde, als der Comet nicht mehr sichtbar war. und daß die hiesigen Astronomen sich jetzt erst frucht-los abmühen, die eingeschlagene Bahn zu «nt-decken. Am genannten Abende verschwand näm-lich der Gemeinde- und BezirkSvertretungS-Secretär Franz Slatschek, ein echter Slovene reinsten Wassers, jener Prügelknabe, welcher an der Unterfertigung der Slovenisirungs-Petition von Seite deS Bürgermeisters Schuld sein mußte, vom hiesigen Horizonte und zwar, wie die böse Welt behauptet, unter Mitnahme diverser, mit-unter ganz absonderlich gescheudten Leuten ge-höriger Gelder. Man ist gespannt, wie Tribüne und Consorten dieses Phänomen schildern wer-den? Es wäre ihnen nur zu empfehlen, daß sie sich bessere Teleskope verschaffen, welche die Dinge nicht 14'/.fach verkleinern wie weiland die 3 Kinder unserer deutschen Schule, welche, nebenbei gefagt, ungeachtet allen Rabenge-krächzes so prächtig gedeiht, daß im nächsten Jahre ein Zubau und die Errichtung einer zweiten Classe erforderlich werden dürften. Wenn auch ein Lehrer der Liebe zwei Schüler durch Präparation ihrer Eltern, dieser Schule abwendig machte, flugS waren dafür 3 andere Schüler da! — Bei dem gesunden Sinne unserer Be-völkernng verschlägt auch ein solcher Vortrag wie der folgende nicht. „Wir werden schon sehen, wer sich Jenseits freuen wird, wir oder Jene," (womit die Schüler der deutschen Schule gemeint waren), denn sofort war der zerlegende Verstand mit der Frage da: „Werden der .Herr Pfarrer und der Herr Kaplan auch in die Hölle kommen, ^veil sie deutsch gelernt haben?" Zu vorstehender Angelegenheit erhalten wir von einem zweiten Herren Korrespondenten folgendes Schreiben: Der hiesige Gemeindeschreiber Slatschek ist seit etwa 16 Tagen mit Hinterlassung eines bedeutenden DesiciteS ver-fchwunde». Die Höhe der fehlenden Summen läßt sich bei der herrschenden Unordnung nicht genau feststellen ; dc»S Vertrauen und die Freund-schaft der ganzen Starklpartei ließ keine War-nung zur Geltung kommen; obwohl er einen für die Armuth der Gemeinde unverhältniß-mäßig hohen Gehalt bezog, war er wenig in der Kanzlei, die Gemeindeangelegenheiten waren stets in Unordnung, die Rechnungslegung ver-fpätet, die Belege nicht vorhanden u. f. w. Desto mehr war er in, Wirthshause, machte in Winkelschreiberei und nationaler Hetze. Im neuen Königreiche Slovenien war ihm bereits ein be-sonderer Ehrenplatz vorbehalten. Hoffentlich wer-den seine Freunde, denen er als treuer Kämpe und Lanzknecht der Starkl'schen Garde gute Dienste geleistet, nicht zögern, sofort die fehlen-den Gelder zu erfetzen; sie werden doch nicht hinter den Wiener Kellnern zurückstehen! Ader dem armen Volke mögen endlich die Augen auf-gehen, es möge sehen wo seine Freund« stehen und wo jene, die nur suche» eS auszubeuten und zu unterdrücken. DaS Lichtenwalder Gemeinde-amt aber möge einsehen, daß ein Amt nicht ein Tummelplatz für flovenische Hetze ist, sondern Pflichten hat dem armen Volke gegenüber. So lange die jetzigen Zustände dauern und nur Unfähigkeit und Leidenschaft maßgebend sind, werden sich die Zustände nicht bessern und die Verarmung wird täglich größer. Wir behalten uns vor unser« bedauerlichen, durch die Leiden-schaft und den Ehrgeiz Einzeln« gefchaffenen unleidlichen Verhältnisse genauer zu besprechen; hoffentlich kommt Hilfe, ehe es zu spät ist. — Ein dritter Korrespondent schreibt uns: sDer Bock als Gärtner.) Franz Slatschek, Gemeindevertretungssecretär in Fichtenwald, hat sich am 3. d. angeblich um seine Mutter zu besuche», von hier entfernt. Da derselbe nicht zurückkehrte, so wurden allerlei Gerüchte laut. Und als man der Wahrheit nachforschte, da stellte es sich heraus, daß er mehrere für Bauern-leute realisirte Sparcasse-Darlehen und Bezirks-vertretungS-Gelder im Betrage von circa 4000 fl. Mit sich gehen ließ. Die gerichtlichen Schritte zu seiner Habhastwerdnng wurden bereits einge-leitet. Der Vorfall, welcher um so räthselhafter erscheint, da der Genannte in durchaus nicht derangirten Verhältnissen lebte, — erregt hier großes Aufsehen. * fWie dir flovenische Presse«r-beitet) möge nachstehende Probe aus einer slovenischen Zeitung Zeigen. Bekanntlich hat der deutsche Schulverein in Lichtenwald eine Schule gegründet und damit dem dringender. Bedürf-nisse und beyi sehnlichen Wunsche der dort wohnende« vernünftigen Leute Rechnung getragen. Das flovenische Ehrenblatt schreibt dar-über wörtlich folgendes: „(In Lichtenwald) haben 1 Jude 1 Ungläubiger und 3 Leutchen, welche den Freimaurern (!) am meisten ähnlich sind eine deutsche Schule errichtet. Dieser „Schul-verein" Hot 700 Mark au« Berlin, der Haupt-stadt Preußens bekommen. Lehrer ist aber ein Wermuth. Sein Vater ist aus dem Reiche zu Hause und jetzt in Marburg Schmied. Herr Wermuth kann nichts slovenisch und gilt deß-halb dem Marburger Realprofessor, dem aus Wien eingewanderten (privandranomu) N. als „bewährte Lehrkraft". Wie man sieht werden die „Slovenen" von ihren Schriftgelehrten für ziemlich bedeutende Dummköpf? gehalten. *sSlovenskiGospodar)istin seiner Nummer vom 7. December schlimmer denn je. Doktorchen muß recht unangenehme Erfahrungen gemacht haben. Der „Kmetski prijatel" erfreut sich feit seiner ersten Spur der besonderen Be» rücksichtigung des ehrenwerthen „Gospodar," aber diese Berücksichtigung wird immer einge-hender und dem ehemaligen Spott und Hohn hat bange Sorge, haben Ausbrüche bedeutender Erregtheit den Platz geräumt. Aus Mahrenberg, von der Voglaina, von Laufen und Marburg bemühen sich die Korrespondenten Gospodars, den „Kmetski" herunterzumachen. Wird nichts nützen. ^Gefunden.) Dieser Tage wurde eine silberne Cylinderuhr in der Stadt gefunden und am Stadtamte, woselbst sich der Verlustträger melden wolle, deponirt. fS e l b st g e st e l l t.) Der Jnquisit Anton Lorber. welch«! vorgestern aus dem Arreste deS Bezirksgerichtes Rohitsch entwich, hat sich vor-gestern freiwillig dem hiesigen Kreisgerichte gestellt. (Todt aufgefunden.) Am 9. d. wurde der Taglöhner Anton Küster in einem nicht ausgebauten Hause zu Wodritfch todt auf-gefunden. Herichtssaat. Am 7. d. M. nahm die Schwurgerichts» Verhandlung gegen Franz Sorschag. Restaurateur an der Eisenbahnstation in Windischfeiftritz ihren Anfang. Die Anklage lautete auf Verbrechen der Störung der öffentliche» Ruh«, 2 Facta, Majestätsbeleidigung. Beleidigung der Mitglie-der des kaiserlichen Hauses, Verläumdung. Be-trug durch Werbung um falsches Zeugniß vor Gericht und Ehrenbeleidigung, letztere Anklage erhoben von Ludwig Kreßnig aus Kerfchbach durch feinen Vertreter, Notar Schwarzenberg in Franz. Die Verhandlung dauerte bis Sonntag Früh I Uhr, das Urtheil wurde um II Uhr Vormittag am Sonntag den II. d. M. verkündigt. Den Vorsitz führte Herr Landesgerichts-rath v. Schrey, welcher es verstand in das Ge-wirr« der sich kreuzenden Beweismaterialien, und verschwommenen Facten. Klarheit zu bringen, und sich durch eine objective den Gegenstand er-schöpfende, klare und bündige Rechtsbelehrung auszeichnete. Die Anklage wurde vom Herrn StaatSanwaltSsubstituten Schwinger vertreten. Den Franz Sorschag vertheidigte Herr Dr. HigerSperger, die Mitangeklagten, 10 an der Zahl, wurden theils vom Hrn. Dr. Steppischnegg. theils vom Herrn Dr. Glantschnigg vertreten. Im Sinne de« Wahrspruches der Geschworenen wurde Franz Sorschag des Verbrechens der MajestätSbeleidigung, der Beleidigung der Mit-glieder deS kaiserlichen Hauses und der Verlei-tung zur falschen Aussage vor Gericht schuldig erkannt und zur Strafe deS schweren Kerkers in der Dauer von 18 Atonalen verurtheilt. Der Mitangeklagte Anton Sorko wurde wegen Ver-brechens der Verläumdung zur Strafe des schweren Kerker» in der Dauer von IS Monaten. Jgnaz Alt wegen Betruges zu 5 Monaten. Georg Sorko wegen Betruges zu 4 Monaten und Franz Stefan wegen Betruges zu 1 Jahre schweren Kerkers verurtheilt. Sämmtliche Ver-urtheilte wurden auch zum Ersatze der Straf-Proceß- und VollzugSkoften und zum Ersatze an Ludwig Kreßnig an Verdienstentgang 414 fl.. fiir Schimpf und Schande 500 fl. nebst den noch gerichtlich festzusetzenden Vertretungskosten verhalten. Dagegen wurde Franz Sorschag freigesprochen von der Anklage deS Verbrechens der öffentlichen Ruhe, 2 Facta, wegen Ver-brechens der Verläumdung des Ludwig Kreßnig und von der Anklage wegen Ehrenbeleidigung, begangen durch fälschliche Beschuldigung, daß Ludwig Kreßnig sein eigenes Hans angezündet habe. Gegen dieses Urtheil meldeten Franz Sorschag und Franz Stefan die Nichtigkeitsbe-schwerde an. Da die Verhandlung geheim ge-führt wurde, so sind wir nicht in der Lage, einen ausführliche» Bericht zu bringen. Hingesendet.*) A n die löbliche Redaction der »Cilli er Zeitung!" AuS der in Nr. 97 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichen Berichtigung deS Herrn Ortfchul-ralhS - Mitgliedes Herrn Ernest Schirza juu. in Greis ersah ich, daß die darin enthaltenen AuSeinanderfetznngen in Betreff der bewußten Verbreitung verläumderischer Gerüchte gegen den Oberlehrer Herrn Anton Kollaritsch. worüber der löbliche Bezirksschulrath Umg. Cilli bereits die Erhebung gepflogen und den Fall acten> mäßig festgestellt hat, — gegenüber den Thatsachen vollkommen entstellt sind. Ich ersuche da-her um gefällige Aufnahme folgender Berich-tigung. Die Beschuldigung, daß ich vor ungefähr 4 Monaten die OrtSschulrathS-Sitzung, in der ein gegen den Oberlehrer Herrn Anton Kollaritsch aus Rachsucht verbreitetes Gerücht erörtert wurde, veranlaßt hätte, muß ich mit aller Entschieden-hcit als unwahr zurückweisen und erklären, daß die Einberufung der elben nur H. Ernest Schirza mit »och einem anderen Mitgliede des Ortschulrathes verabredete, von welch' letzterem ich erst unmittelbar vor der betreffenden Sitzung mündlich ersucht wurde, zu derselbe» zuverläß-lich zu erscheinen, ohne zuvor nur daS Mindeste vo» einem solche» Gerüchte, welches auffallender Weise schon in Sachsenfeld ca. 3 Wochen publik war, gewußt zu haben; daß 4 Knaben, deren Eltern doch meine Nachbarn sind, ein Gerücht vor dcr betreffenden Sitzung verbreitet hätten, davon ist mir nicht das Geringste bekannt. Als unwahr muß ich ferner hinstellen, daß Herr Oberlehrer Anton Kollaritsch auf Umwc-gen zu seiner Ehrenerklärung gelangt wäre, denn das Schriftstück, welches die betreffende Ehren-ertlärung darthut, wie sie eben H. Oberl. Ant. Kollaritsch verlangte und auch erhielt, wurde von den übrigen Mitgliedern deS Ortschulrathes» von welchen er auch keine Ursache hatte eine solche zu forder«, nur mitbestStiget, um sie zu informiren, welcher in Weife er solche Anfälle bekämpft. Schließlich bezeichne ich noch die Behaup-tung deS Herrn Schirza als eine Unwahrheit, daß Hr. Oberl. Ant. Kollaritsch erklärt hätte, dieses Gerüchtes wegen „von Greis weggehen zu wollen;" Herr Kollaritsch hat vielmehr als ihm von einer Seite vorgeholten wurde, sich um eine andere Stelle zu bewerben, aus-drücklich und wiederholt erklärt, dieses Gerüchtes wegen nicht im geringsten Ursache zu haben, einen solchen Schritt zu thun; wol aber fügte er hinzu, falls die Verfolgung von einer gewis-sen Seite gegen ihn in solch einer unzurechtser-tigende» Weise fortgesetzt werden sollte, er dann nach einem Posten streben werde, auf dem er ruhig seinem Berufe werde nachkommen können. Für die Wahrheit dieser Berichtigung stehe ich jederzeit ein. Greis, 9. December 1382. Franz Dolina, Obmann des OrtSschulratheS in Greis. *) Für Form und Inhalt ist dir Redaction mcht verantworlich. A u e s. * fFleißige Gesetz macherei.) Man pflegt hier und da unsere Gegenwart, nament-lich die letztvergangenen zehn Jahre, der Ueber-Produktion in Gesetzen zu beschuldigen und zu behaupten, daß nach dieser Richtung hin keine Periode der Vergangenheit ihnen gleichgestellt werden könne! — 'Nach zuverlässigen Zusam-menstellungen sind in Frankreich in der Dekade von 1789 bis 1799 nicht weniger als 25428 Ge« etze erlassen worden. sN e b e 1 - G i f t.] Dr. Rusell vom chemi-schen Laboratorium im St. Bartholomew's Hospital zu London, ein Mitglied des Comites, welches über Aufforderung der meteorologische» Abtheilung der „Königlichen Gesellschaft" seit einiger Zeit ausgedehnte Experimente bezüglich der Zusammensetzung des Londoner NebelS macht, veröffentlicht bereits sehr wichtige und bemerkend-werthe Resultate seiner Forschungen, indem er insbesondere die große Anhäufung von Kohlen- säur« in der Luft der Stadt während eines Ne- bels nachweist. In einigen Fällen überstieg die gefundene Menge der Kohlensäure zweieinhalbmal das gewöhnliche in der Luft vorhandene Quantum. Das Resultat wird als wichtig bezeichnet, nicht nur weil eS die Anwesenheit abnormer Ouan-titäten dieses gesundheitsschädlichen Gases wäh-rend eines Nebels constatirt, sondern weil eS auch darauf hinweist, daß die Proportonen an-derer Verunreinigungen in der atmosphärische» Lust bei einem Nebel in demselben Maffe eine Steigerung erfahren dürften. '(Freiwilliges Hinken.) „Dievor-nehme Welt", namentlich' die Damenwelt von London, ist wieder einmal verrückt geworden. So ist z. B. eine vielfach verbreitete Mode jetzt das freiwillige Hinke» „a la Beine". Sintemalen Ihre Majestät ein klein wenig hinken, haben solches LadiS, welche von früh bis auf den Abend vor Loyalität ersterben, ihre Schuh« macher zur Anfertigung von Stiefelette» mit ungleichen Stöckeln veranlaßt, und so kann man denn in den Salons bald hier, bald da ein leicht elegantes Humpeln beobachten, über deffei» Ursache man von den Wissenden sofort aufgeklärt wird. Eine andere allcrneueste Unart ist die Blauschminke. Das Geäder am entblösten weißen Arm, auch an der Kehle und auf den Augenlidern wird mit feinstem Blaupinsel tactirt um den Teint jugendlich aufzufrischen. * (D i e Raubergasse.) In Graz heißt eine Gasse „Raubergasse." zur Erinnerung an das alte Geschlecht der Ritter von Rauber. welches in Steiermark und Kram durch mehrere Jahr-Hunderte blühte und reich begütert war. Die wohlweiscn Stadtväter von Graz gehen nun mit dem Gedanken um. dieser Gasse einen an-deren Namen zu geben, weil sich in dieser Gasse daS städtische Sicherheits-Bureau befindet. Viel-leicht wäre ein AuSweg aus der Raubergaffe zu finden, indem man diese Gasse „Von Raubergaffe" nennt. DaS würde den Spöttern Gele-genhcit nehmen, ihre» Witz zu übe». •[Die Macht der Gewohnheit,) pflegt man zu sagen, hilft dem Menschen auf die Dauer die unangenehmsten Empfindungen erträglich zn mach-n. — Auf dieses gestützt finden es denn auch wohl unsere National-ökonomen für unbegreiflich, daß sich die Menschen dnrchaus nicht an die sich von Tag zu Tag steigernde Geschäftslosigkeit und die fortwährende Vertheuerung der nothwendigsten Lebensmittel gewöhnen wollen. — Wir verstehen nun zwar nichts vo» Nationalökonomie, doch wissen wir, daß die Rechnung ohne uns gemacht wurde. Der nothleidende Mittelstand. * (Schacher.) Unter einem Theil der polnisch - russischen Juden soll der Glaube be-stehen, daß ein fromm« Mann seine Ansprüche auf Abrahams Schooß verkaufen könne. In Troy im Staate New-Aork kam dieser Tage wirklich ein solcher Fall vor. Harris Udovisch, ein großer Sünder, kaufte dem frommen, aber armen Louis Cohen fein Anrecht auf Abrahams Schooß für die mäßige Summe von 150 Doll. ab, aber dem Cohen that der Handel leid, und forderte seine Ansprüche zurück. Der 4>5fe Udovisch prügelte aber den braven Cohen tüchtig durch und nimmt jetzt einen Ehrenplatz, nicht in Abrahams Schooß, sondern im Gefängniß ein. * (Kräftiger Bescheid.) Eine junge Dame, die sechs Monate lang verheirathet war. erkundigte sich bei einer Freundin, die schon eine längere Erfahrung hinter sich hatte, nach dem besten Mittel, sich die Liebe ihres Herrn und Gebieters zu erhalten, und erhielt die Antwort: „Gieb dem Vieh gut zu essen." * (D er äußer st eGrad von Zuvor-k o m m e n h e i t und G a l a n t r i e.] Ein äl-terer Herr sitzt im Omnibus neben einem jungen Mädchen, das beständig unter Seufzen das Ta> schentuch an die Wangen legt. — Sie sind lei-dend, mein Fräulein .' fragt er theilnehmend. — Ja mein Herr ich have Zahnschmerzen. — Vielleicht ein hohler Zahn? — Ja, Herr. — Sie sollten etwas Baumwolle hineinstecken. — Ich weiß da» wohl, habe aber leider keine. — Der Herr zieht eine kleine Flocke rosafarbener Baumwolle au« seinem Ohr. Wollen Sie mir erlauben es Ihnen anzubieten?_ WotkswirthschaftNches. (PrivilegiumS-Verleihung.) Dem Hotelbesitzer Fritz MatheS in Cilli wurde vom österr. Handelsministerium und vom ungarische« Ministerium für Ackerbau, Industrie und Handel auf eine Vorrichtung, vom Bette auS ohne eS zu verlassen, die Zimmerthüre zu versperren und wieder öffnen zu können, ein ausschließende« Privilegium auf die Dauer 1 JahreS verliehen. (VerzehrungSsteuer-Pachtver-ft e i g e i u n g.| Von der Finanz-BezirkS-Direction in Marburg wird bekannt gegeben, daß rück-sichtlich des Bezug?« der VerzehrungSsteuer vom Wein-, Most- und Fleischverbrauche für da« Jahr 1883 eventuell 1884 und 1885 in nach-stehenden Sektionen eine neuerliche Pachtversteigerung am 15. December 1882 10 Uhr Vorm. in Marburg, stattfinden wird u. z; St. Georgen a. d. Südbahn (FiscalpreiS 6309 fl.), Hochenegg (7048), Groß-Pireschitz (1690), Do-berna (3160), St. Leonhard Bez. Tüffer (1870), Laak (4110), Lichtenwald (4725), Reichenburg (3119), Videm (3450), Sufchitz (3400), Rann (7560), Tüffer (9000), Cilli (27600). Es werden auch Anbote unter dem FiScalpnis« ange-nommin. (Neue E i n b r u ch s st a t i o n.] Zur Erleichterung des Verkehres mit Croatien wurde in Frieda» eine Einbruchstation mit beschränktem Dienste in der Weise errichtet, daß an jedem Samstage in der Zeit von I I Uhr Vorm. bis 4 Uhr Nachm. Wiederkäuer und deren Roh-producte sowie auch Hadern aus Croatien un« ter gewiß«» Bedingungen eingebracht werden dürfen. (Eine neue Rothklee-Varietät) wird von den Samenzüchtern Sutton & SouS in Reading. Berkshire, England, in den Handel gebracht. Derselbe soll zwei bis drei Wochen später reifen, als der gewöhnliche Rothklee, mit-hin um nahe ebenso viel länger als Grünsutter benutzbar bleiben. Für Stallsutter-Wirthschaften und zur Verkeilung der Klee-Ernte über län-gere Zeiträume würde eine solche Varietät eine wesentliche Bereicherung des Anbau-SortimenteS bilden. DaS Samen-Geschäft von Sutton und SonS ist bekanntlich eines der ausgebreitetsten, strebsamsten und zuverlässigsten der Welt. 1 Petroleumquelle in Siebenbür-In einem Särkänyer Bauernhofe, der zur Besitzung der Fogaraser Staatsgüter gehört, em-deckte man kürzlich anläßlich einer Nachgrabung ein« Vetroleum-Quelle. Das Handelsministerium delegirte nach erhalt«n«r Verständigung den Geo-logen Jakob Matyafovsky behufs Untersuchung d^c Sache. Derselbe hat nun die Erklärung abgegeben, die betreffende Quelle sei faktisch petro-leumhaltig und eventuelle Bohrungeu in der Sar-kanyer Gegend müßten aller Wahrscheinlichkeit nach von Erfolg begleitet sein. '(In der TiSza-ESzlarer Affaire) hat nun ein weiterer Schritt vorwärts, die Ex-humirung der Dadaer Leiche, stattgefunden. Das Grab wurde unzweifelhaft unberührt und im Sarge ein ganz schwarzes, mumienhaft zusam-mengekrümmteS Gerippt gefunden. Kourse der Wiener Aörse vom 13. December 1882. Goldrente . . . 94.80 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 70.40 n h 1,1 V,,WVI • 1 ,u 1860er Märzrente 5% .....91.20 Bankaktien .......... 825.— Creditactien.......... 285.25 London ...........119.— Napoleond'or.......... 9.46'/, k. k. Münzducaten........ 5.65 100 Reichsmark.........58.45 Frachtbriefe mit oder ohne Unterschrist, iu haben bei Joh. Rakusch, Cilli. JOHANN Ü1ICHE11TSCH m 11 ii m cu E 8 m co cu e m SS Grosse Auswahl von Leder-, Holz-, und Metall-Galanteriewaaren, Bijouterien,Fächer, Nippessachen, Necessaires, Körbe, Elfenbein-, Schildkrot-und Meerschaum Artikeln. P.HINASILBER-WAAREN (mit Garantie) in Leuchtern, Schrei hzetijgen, TaselaussÄiaeii sowie Löffeln und llcstccken in Cassetten. WAAREN in §irüni|iseii? 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Gleichzeitig theile ich lhn»n mit, das» ich seit 5 Jahren ja Folge eine« Lnngenkatarrha und späteren beinahe ein Jahr andauernden Hlutbre-chena immer aa Heiserkeit nnd Kltael in der Luftröhre gelitte* hake; aeit Gebrauch des Malsextractbieres fühle Ich eine bedeutende Besserung nnd hoffe bei weiterem Gebraache ganz gesund zu werden, übrigens, wenn mein (vesandlieit&zuAtand nur so bleibt, wie er gegenwärtig ist, bin ich schon mit der Heilwirkung Ihres Johann HoffWhen Malz-extraetbierea vollkommen aofriedva. Mit auageaeichneter Hochachtung Ihr stets ergeb« er Marburg, den 27. Hauptdepota i Cilli: Eduard Koliniaan, Vermeaiungs-lnspector. November 188*. Euer Wohlgeboren I GUn, 2. April 1882. ihr Johann Rojsteile* cotuxnlriries MaUextraci hat mich auutronUnÜicJk gtit&rkl und idt miu« /faun /lir dietet atuyaeiehneU und uxMüiuend* Präparat meinen Dank tagen. Ersuche um abermalige Zusendung von 16 Flaschen concen-trirtem Malz-Eitract. Achtungsvoll Conataat. Kitter r. s>abrowaky, k. k. Hauptmann. Dit Bof tdu Mulx-Chocolad« entspricht einem lang gefühlten BedMrfniue alt Währ- und Heilmittel bei Blutarmuth (GhLoroeeJ und fehlerhaften Blulmitchungen, tovi* dem grotten Heere der darau» entspringenden Krankheiten. Dr. med. und phil. Felix Paul Ritterfeld, . pr. Ant in Frankfart a. M. J. Kupferachmidt, Apoth., BZur Mariahilf - Baumbach"« Erben, Apoth. Pettau Joa. Kaaiuiir. Marburg: P. Holaaek. Laibach L.a«snik, H. L. nemel. Ferner in allen renommlrten Apotheken riet Lande». " arnnn» vor >achahmung.n. Man verlange nur echfe- H..ff^che Malzpriparate. (Scbuttmark>. Bru.tbild de» Erfinder».) iy Hotf"aa eelito MnlzextnictboiiboiiM >mr Ist hnnu-r Pw<;kunic. Sk Eigenthum. Druck und Verlag von Johann Rakusch in CUli. Verantwortlicher Redactenr Max Beanzzi.