Schrifkleitmig: « lthanSgaffc Nr. 5. M. »1, »»i,»«»»»«! »tzvchl«« »i-«i>»d»c drr «»„»» ». Is««n» b|< »»» U—U tl&i «m IH «ii»«U>w »rrtfli rtcht utr«« geaebn, u«oi!»l< «tu- In»»»,«» mal Uril«4tt«». »oüsnfl Q«g«a t.nij« »c«. | Mt Ptt»o(!*n Set «rtUJini rättctou •ri •stfftJalM.)«! lirdt-aÜMtt. 9U.£:xtM< tBt«I* eifAct« |rt<* KMwaS an» Gemittf »-« Mrtaftfu-Roitti ]C*00l Serwa?tmlg s stath«»»gasi« W* * Trlnta* «t. *|, trltr»rt)4B Sr,»i«dedwlma«e» Durch Hr VtK ttvjr» -«-rlekMrt, . . . » tut fe«ina«Tia ....Kr« wan»j<6i((. . . . K ti~m #Hi Jllll nU .lufttüaai IX( t>«Bl ! Rtiutll« , . , .1 f. Wnd abgezehrt, als hätte »S jahreSalter Schmerz mit giftigen Zähnen zernagt und zerfressen, als läge ein tiefes Leid da-rinnen begraben ... Da biegt er in eine Gaffe ein, vorm dritten Haus bleibt er stehen, sein Auge glüht rot und starrt nach dem ersten Fenster deS Parterres. WaS willst du hier? Sie hat dich vergessen, sie wird sich demnächst mit dem dicken Doktor ver-toben! Ha, ha! Frouentreue! Und du? und du? auch die hochfligende» Pläne Zialiens hinsichtlich Kleinasiens und der ägäischen Inseln ins Wasser sollen lassen. Blieben also noch die Ansprüche Zta-lienS auf das Ostuf r der Adria, bejw. auf den Balkan. Unter diesen Umstände» ist eS begreiflich, daß die Kunde von der Waffenstreckung Montenegros wie ein Blitzschlag wirken mußte und die begleiten-den Umstände, wie die plötzliche Rückkehr deS flö nigS nach Rom vertieften noch dcn niederschmettern-den Eindruck. Die Weisheit LonuiuoS, Sie vor kur-zem noch ein Senator pries, steht heute in Italien nicht mehr hoch im Preis? und man ist sehr gespannt, welch« Schritte die italienische Regierung nunmehr unternehmen wird. Di« drei Pa»teieu, die bereits seit dem AuSbruche deS Krieges bestanden, lassen sich heute sehr genau unterscheiden. ES sind die Gegner des Kriege» über-Haupt, an Zahl aber auch wohl an Mutlosigkeit die stärksten, an Tatkrast aber die schwächsten, dann die Anhänger deS Krieges gegen Oesterreich Ungarn und dann endlich jene, die sich dem Dreiverband mit Haut und Haare» vc, schrieben haben. Die tatsächliche Füh lung hat die zweite Gruppe, die bisher mit Erfolg daran festgehalten hat, daß jedes kriegerische Unter-nehmen außer Landes zu vermeiden und die ganze militärische Krast gegen Oesterreich Uligarn einzusetzen sei; ihr gehört auch die Mehrheit des Kabinetts an und wenn Cadorna auch nur den kleinsten Ersolg gehabt hätte, würde die Stellung dieser Gruppe un-erschütterlich sein; allein Eadorna halte keinen Eisolg »nd gerade seine Abneigung, sich außerhalb Italiens in kriegerische Unternehmungen einzulassen, wird nun für den Fall Montenegros verantwortlich gemacht. Die Gioliuiann meinen natiu lich: Sie hätten das vorausgesagt und sehlautbar»: Bor der Brückenschanze nordwestlich von USciecko wurde der Feind durch Minenangrisfe zum Berlassen seiner vor-bersten Gräben gezwungen. An anderen Stellen der Rordostfront fanden Patrouillenkämpfe statt. 3. Februar. Nordöstlich von Bojan sche.terte ei» gegen unsere Vorposition gerichteter russischer Hand-streich. In Ostgalizieu und an der wolhtznischen Front wurde beiderseits rege Fliegerlätigkeit entfaltet. Eine« der russischen Geschwader warf sechs Bomben Hl, »och vier Stunden und dich wird der Zug mit deu anderen hinauSsühreu. Sie werden johle» und schreien hoch Oesterreich, hoch Baterland, heil dem Kaiser, heil, heil! Und jeden wird ein Weih zur Bahn begleiten, eine Frau, ein Mädchen, ein teu-reS Wesen. Und du, und du ? Du wirst dort stehen wie ein armes verlorenes Menschenkind, um dich wirb sich niemand kümmern, und wenn dich der Zug hin» ausführt, wirst du noch einmal mit naffen, glühen» den Augen nach dem stillen Slädtchen blicken — wirst die Hände falten und dir sagen: Leb wohl, schöne Stadt, Ada, leb wohl, nun hat ja alle« ei« Ende! O Herz, bleib still, bleib still, dort draußen, irgendwo im fernen Osten, liegt für dich ein Stück« chen Blei. Ein schwarze«, kalle« Slückchen Blei. — Ja, so soll es fein, so muß e« kommen! Dann magst du jubeln, Ada, magst du weinen, mich kümmert e» nicht . . . Er sährt mit der Hand über di« Stirne und blickt um sich. Zwei Frauen gehen dort über den Weg, auf der anderen Seite stolziert ein Wachman» auf und nieder. Der Tag glüht wie flimmerndes Silber; die Amsel ruft au» dem Strauch und die Wege, die in den Park sühren, leuchte» wie rosafarbene Seiden» tücher aus dem saftigen Grün. Richard lenkt den Blick verloren durch den Park. Sein Auge hat einen starren Glanz, wie mit einer c, westlich von Mefsime« ^Flandern). Sie wurden sämtlich zurückgeworfen, nachdem es ihnen an einer Sielle vorübergehend gelungen war, in uiisere» Gra-den einzudringen. Bei Fricourt, östlich von Albert, hinderten wir durch Feuer den Feind an der Be-setzunz eines von ihm gesprengte» Trichiers. Nord-lich davon drangen deutsche Patrouillen bis in die englische Stellung vor und kehrten mit einigen Ge-saazenen ohne eigene Verluste zurück. Südlich der Eomme verloren di« Franzosen im Handgranaten-kämpfe n»ch weiteren Boden. 2. Februar. Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Abschnitten der Champagne und östlich von El. Die (in den Vogcse«) große Lebhaftigkeit. Die Stadt LenS wurde abermals vom Gegner be-schössen. Ein franzöfischcS Großflugzeug stürzte, von «nserem Abwehrfeuer gefaßt, südwestlich vo» Chauny ad Di« Znsassen sind verwundet gesangen genom-men. 8. Februar. In Flandern antworte«« die geg» «irische Artillerie ledhasl auf unsere in breiterer Front durchgeführte starke Beschießung der feindlichen T?tel-lange». Nordwestlich von Huliuch besetzte« wir zwei »v> uns«l«r Zront von den Engländern gesprengte Trichter. In der Gegend von Ncuville steigerte der Feind in den Nachmittagsstunden sein Artillerieseuer j« großer Heftigkeit. Auch aus anderen Stellen der Front entwickelten sich lebhafte Artillerie-, in den Argonne» Handgranalenkämpfe. Unsere Flieger schössen ein «nglischcS und ein französisches Kampfflug, zeug in der Gegend von Peronne ab. Drei der Insasse« sind tot, der französische Beobachter ist schwer verwundet. 5. Februar. Einer d«r nordwestlich von Hulluch von unS besetz!«» Trichter wurde durch eine erneut« englisch« Spiengung verschüttet. Bei LooS und bei NeuviUe lebhafte Handgranatenkämpse. Die feindliche Artillerie entwickelte an vielen Stellen der Front, be-svnderS in den Ärgonnen, rege Tätigkeit. Westlich von Marli fiel «in französischer Kampsdoppeldecker, dessen Führer sich verirrt hatte, in unser« Hand. f«i«e« GlaSlchichte üb«rzog«n. In fein«m Kopf pocht es gleich fallenden Bleitropfen dumpf durcheinander. So vergeht «in« halb« Stund«, eine Stunde Er streckt sich und schüttelt sich wie aus «inem schweren Traum, sei« Blick ist ruhiger Nun ist «S ja schön I Ha ha! herrlicher Tag, springend«« Herz! Wa« hab ich nur gemach!? Eine Nos« legte ich ihr ans« Fenster, ja, eine Rofe als letzten Gruß. Wird si« sie auf die Straße werfen, «it höhnischem Lächeln zerpflücken, in ein Buch lrgen, ktsfen? Ich will e» nicht wissen! A»a! Ad-! Eine Träne hängt aus s«inen Wimpern, die le«chlet wie Gold s» rein. — Er zieht aus der Tasche ei« Blatt Papier, seine Hände zittern, er liest: Wa» soll ich Dir schreiben, Richard, wa» soll ich Dir sagen? Da» Böseste ist hereingebrochen. Meine Eltern wollen «S so, sie wollen S nicht an> derS Wir träumten schönsten Traum, wir glaubten «« hohe« Glück. Siehst Du nun die schreckliche Oede, hie vor unseren Auge« gähnt? Bitte, Richard, schreib« «tr nie, nie wieder; wir müssen es ertragen können! Deine Ada. «lf Uhr. Am Bahnhos sind sie nun versammelt, die grauen Mä«ner der Schlacht. Linder und Frauen drängen sich durch die wogend« Masse, es wird gescherzt, ge-sangen, geplaudert. — Blumen schmücken die Mützen der Krie>er, Blumen liegen aus dem Boden zerstreut. Deutsche Flieger über England. Das Wolffsche Bureau meldet: Ei»eS unserer Marine-Lufifchiffgefchwader hat in der Nacht vom 31. Jänner zum 1. Februar Dock, Hafen und Fa-briksanlagen in und bei Liverpool und Birkcnhead, Eisenwerke »nd Hochiisen von Manchester. Fabriken und Hochöfen von Nottingham und Sheffield, die großen Industrieanlagen am Humber und bei Great Z)irmouth mit Spreng, und Brandbombe» belegt. Ueberall wurde starke Wickung durch mächtige ©j-plosionen und hestige Brände beobachtet. Am Hum. der wurde außerdem eine Batterie zum Schweigen gebracht. Di» Luftschiffe wurden von allen P'.äyeu aus stark beschossen, ober nicht getroffen. Sämtliche Luftschiff« sind trotz starker Gegtnwirkung wohlbehalten zurückgekehrt. Der Krieg gegen Italien. 2. Ftbruar. Amtlich wird verlautbart: I« Su ganatale wurde» westlich von Ronccgno Gegcnan-griffe eines seindlichen Bataillons abgewiesen. Am Hange deS Col di Lsua wurde die feindliche Sappen ^ stellung im Handgemenge genommen und gesprengt. Au der Jfon,»front Geschützkämpfe. 3.. Februar. Au der küstenlänvischen Front waren die Geschützkämpfe wieder an mehreren Punkten rechl lebhaft. Am Tolmeiner Brückenkopf erweiterten unsere Truppen durch Sappenangriff« ihre Stellungen westl'ch von Santa Lucia. In den vom Feind« »er-lassen G-äden wurden zahlreiche Leiche» und viel Kriegsmaterial vorgesunden. 4. Februar. Die Gcschützkämpse blieben an der küstenländischen Front ziemlich lebhaft und erstrecke» sich aus mehrere Stellen im Kärntner und im Ti->oler Grenzgebiete. DaS Schloß von Duino wurde von mehreren Volltreffer» der feindlichen Artillerie teilweis« zerstört. Bor dem Tolmeiner Brückenkopf gingen die Italiener infolge der letzten Unlernehmnng unserer Truppen auf die Hänge westlich der Straße Cigini—Selo zurück. 4. Februar. Amtlich wird heute verlautbart: Ein« Kreuzergrupp« hat am 3. Februar vormittag) an der italieniichen Ostküstc die Bahnhöfe vo» Or-tona und San Bilo, mehrere Magazine »nd eine Fabrik im Bereiche dieser Ort« sowie «ine» Schwimm-krau durch Beschießung schwer beschädigt und die Eisenbahnbrücke über dcn Fluß Ariello, nördlich von Ortana, zerstört. Nach der Beichießurig der Objek.e von San Biio wurden Brände beobachtet. Die Kreu-zergruppe ist unbetästigt zurückgekehrt. Flottenkommau"». Am Balkan. Boruiarsch der O« st erreicher in Albanien. 1 Februar. Amtlich wird verlautbart: Die Lage in Montenegro und im Gebiet« von Skutari ist unverändert ruhig. Die Haltung der Einwohner läßt »ichis zu wünschen übrig. 2. Februar. In Albanien gewannen unser« Vortruppen odn« Kamps daS Südufer des Mati-flusic«. In Montenegro voll« Ruhe; keine befondc« ren Ereignisse. Ganz hinten, an eine Säule gelehnt, steht ein bl«i-cher Fähnrich Er rührt sich nicht, er Hai Tränen in den Aug«n. Fernher schallt «ine« HanplmanncS markige Summe: Einsteigen I Der Fähnrich schreitet dem Bahnsteig entlang nach dem Zuge, sein Schritt ist unsicher. »Richard!" Ein« schmal« Hand legt sich aus seine Schul««?. Er zuckt zusammen und blickt zurück. «Richard, Du hast mir heule die Rose gebrachl?" Ein bitterliches Lächeln schwebt um seinen Mund. „Du li«b|t mich also noch, Teu«rst«r V' Er senkt daS Haupi und schwrigt. „Mir gaben die Eltern «inen Brief und diese Blumen für Oich, willst Du das annehmen?" „Von Dein«» Eltern?'' „Ja, Liebster, wir dürfen unS verloben, sie wollen unfei« Her,«» nicht brechen." Einsteigen! Einsteigen! Richai d küßt die Stirn« dcS schlank«« Mädchens, küßt ihre» rosigen Mund. Ada! Der Zug wälzt sich langsam au» dem Bahnhof, Tücher flauern vor den Fenstern. Hoch Oesterreich, heil dem Kaiser, heil, herll Ganz vor«e sitzt in ein«« Waggon schweigend der Fähnrich. Er betet zu Gott . . . 3. Februar. Die in Albanien vordringende« österreichisch.ungarischen Streilkräste haben mit ihre» Bortruppen di« Gegend westlich von Kruja gewon» neu. In Montenegro »ichis Neues. 4. Februar. Die in Nordalbanien operierend«» k. u. k. Truppen haben Kruja besetzt und mit ihren Spitze» deo Zschmifluß erreicht. Die Lage in Monte-uegro ist unverändert ruhig. 4. Februar. Unsere Flieger beobachteten im Wardartale südlich der griechischen Grenze und bei der Anlegestelle im Hafen von Salonichi umfang-reiche Brände. Deutsche Fliegerbomben über Salonichi. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. Großes Hauptquartier, 1. Februar. Eines un» serer Lustschiffe griff Schiffe und Depot« der Ent-rnte im Hafen von Salonichi mit beobachtetem gu-ten Erfolg so. 2. Februar. Unsere Flieger beobachteten in den Hafenanlagen von Salonichi große Brände, die of-jenbar von unserem Lujschifsangrisf herrühren. Fliegerangriffe auf Durazzo und Balona. 3. Februar. Amtlich wird heule verlauthart: Am 25 Jänner haben fünf, am 27. Jänner zwei und am 1. Februar drei unserer Seeflugzeuge Du-razzo »nv namentlich die Zeltlager nächst der Stadt mit verheerender W'rkung bombardieri und sind u»tz heftiger Beschießung durch Landbatterie» und Krieg«-schiff« jedesmal u»beschä»igt zurückgekehrt. Am 2. Februar wurde Balona von drei See-flugzeuqe» bombardiert, dort Hasenanlagen, Flottan-ten und Zeltlager mehrfach getroffen. Im heftige« Feuer der Land- und SchiffSbalteuen erhielt eine« der Flugzeuge in dcn Motor zwei Treffer, durch di« c« zu»i Niedergehe» auf« Meer gezwungen wurde, Der Führer der Gruppe, Linienschijfslculnant Kon-jcvic, ließ sich »hne Zögern »eben daS beschädig!« Flugzeug auf die durch »ie Bora stark bewegte See nieder und es gelang ihm trotz deS FcuerS der Bat-terien auf Saseno und zweier mit voller Kraft her-anfahrender Zerstörer, die zwei unversehrt gebliebe-nen Fliegerossiziere in seinem Flugzeug zu bergen, das beschädigte Flugzeug gründlich unbrauchbar z« machen, mit dcr doppelten Bemannung gerade noch zurecht wieder aufzufliegen, und nach einem Fluge von 220 Kilometer» in den Golf von Caitaro heil zurückzukehren. Floltenkommando. Eine neue englische Unmenschlichkeit. 4. Februar. DaS Wolffbureau meldet: 1. Am AI. Jänner und am 1. Februar hat ei« deutsche« Unterseeboot in der Themsemündunz eine» englische« armierten Bcwachungsdampfer, «inen belgischen und drei englische. zu BcwachunqSzwccken dienende Fi« scherdampser versenkt. 2. DaS Marineluftschisf ,L 19" ist von einer AusklärungSiahrt »ich« zurückgekehrt. Die angestellten Nachforfchunzc« blieben ergebnislos. Das Luftschiff wurde nach einer Reutermeldung am 2. Februar vo« dem in GrymSby beheimateten eng-lifchen Fifchdampfer .King Stephen" in der Nord-fee treibend angetroffen, Gondeln und Lufifchiffkör« per teilweise unter Wasser. Die Besatz ng besand sich auf den über Wasser befindliche» Teile» de« Luftschiffe«. Die Bitte um Rettung wurde von dem eng-lilchc» Fischdampfer abgeschlagen, unter dem Bor-geben, daß seine Besatzung schwächer sei, al« di« de« Luftschisfes. Der Fischdampfer kehrte vielmehr nach GrimSby zurück. Der Krieg der Türkei. Die Berichte des türkische« Haupt-quartier«. 31. Jänner. Jraksrout. In der Gegend vo» Felahie zeitweise ausutzende» Infanterie- und Artil-leriefeuer. Bei Kut «l Amara Ruhe. Kaukasusfront: Zuiammenstöße ohne Belang. An der anatolifchen Mitlelmeerküste wurde zwischen Fineka un°> Makri gegenüber der Insel Castelorizo von einem Kriegsschiffe in der Nacht vom 26. auf de» 27. Jänner eine feindliche Abtei-lung gelandet, welche urner dem Geschützfeuer jenes Kriegsschiffes das Dorf Endefli zcrnierte und einig« Beamte und eine» Teil der Besatzung gesange« jetzt«. 1. Februar. Kaukasassront: Ein feindliche« Bataillon, das ei«e>, unserer Borposten dc« Zen-trumS angriff, wurde zurückgefchlage». E« erlitt «ine» Verlust von 300 Tote» und Ver«u«dete». Auf der übrigen Front keine Veränderung. 9fu»*rt i«t Nenlscke ZUachs Stiie 3 Aus 5taöt 11 hü Land. Der Kommandant der Südwestfront an die Bevölkerung von Steiermark Der Kommandant der Siowestfimit, Generaloberst Erzherzog Eigen, hat an den Siatihalter Grafen Elaiy und Aldringe« das nachstehende.fianbfdjretbt-n «richtet: 8. u. f. Kommando der SW. Arom. Feldpost 149. «st 31. Jännc, 1916. Der uumt gleichlichen Tapferkeit der Sleirer recht sich eben-dürlig die erhebeade OPferfreudigkeit der Daheimge-diebev:». Wa« Steiermarks patriotisch fühlende Be-völkerung in der »rregsfürforge, durch sonstige Eawmsliitigkeit und im würdev»iltn Ertragen dcr Härten, «die der Krieg mit sich drwgt, geleistet hat, verdient höchste Bewunderung Ich ersuche Eure Ex» zellenz, der Bevölkerung von Stadt und Land meinen und weioer diaven Trrppeu DiU'k und Aner-tennnng kundzutun. Erzherzog Eugen. ®£>." Kriegsauszeichnungen. Der Oderleutuant beuei 23 Landwehr Infanterieregiment Anion Eich-berg^. Sohn de« hier verstorbenen Schlofsermrister» Antou Eichderger, wurde mit dem Militär Verdienst-kreuz dritter Klasse ausgezeichnet, nachdem er vorher schon to» Siguum laudi» erhalten halte. Der Leut« nant im Kaiferjägerregimei.te Robert GraffeUi, ein Eoh» di» Kaufmannes Graselli in Schleinitz, wurde mit dem Signum laudi» ausgezeichnet. Für das bulgarische Rote Kreuz er. legte da» hiesige Landsturm Eise»boh»sicherungSbatail° (ou bei der Filiale der Böhmischen Union Bank eine Spende von 100 K. Soldatenbegräbnisse In den letzten Ta-gen sind nachstehende Soldaten, die hier an einer vor dem Feinde erlittenen Krankheit be;w Verletzung gestorben find, am städtischen Friedhofe zur letzten Ruhe bestallet worden: am 2. Februar Jnsaiilertst Ludwig Spendelhofer-Eigner de« J.-R. 27, am 4. Februar Infanterist Georg Sirc deS I -R. 87 Evangelischer Abendgottesdienst Am Sonnlag 6. d. wird Herr Prarrer Moy predigen über „Der Sinn deß Lebens". Es fei ausdrücklich darauf aufmtlk'ai» gemach», daß der GotleSdienst abends u« 6 Uhr staiisinset. Städtische Volksschule in Cilli Unter-richltdeginn für die 1., 2. und 3. Klasse Dienstag den 15. F:b,uar um 8 Uhr früh. UnlerrichlSräume: Karl Traungosie Nr. 10, 1. Stock. Der Deutsche Gewerbebund Cilli hält morgen Sonnlog den 6. Februar im Meisterzimmer de» Deutsche» Haufe» in Cilli seine diesjährige Voll-Versammlung mit nachstehender Tagesordnung ab: l. Verlesung de» Protokolle» über die Vollverfamm« lung für daö Vereinsjahr 1914. 2. Perlesung der Tä«igktil»berichte für die Vereinsjahr« 1914 und 1915. 3. Kasieberichle für die Jahre 1914 und 191b. 4. Bericht des Obmannstellvertreter» Soit-sried Gradt über die am 16. Jänner 1916 in Graz stattgesundene Handw?rkerversammlung. 5. AUfälli-ge«. An die Herren Mitglieder ergeht da» Erfuchen, tiefe Jahretversammlung vollzählig zu besuchen Eillier Mufikverein. Die nächste Probe für da» in der zweiten Hälfte diese» Monate» statt-findende Sinfoniekonzert wird am DienStag den 8. d. um 8 Uhr (pünktlich) für alle Streicher und Höiner im Prodesaal de» Musikvereinc» abgehalten. — Einschreibungen der neueintrelenden Schüler für da» zweite Semester finden am Montag den 14. und DienSlag den 15. d. zwischen 11—12 Uhr in der DirektionskanzUl (Probesaal). 2. Stock, stall. SüdmarKoermächtnis eines gefalle-nen Offiziers. Leutnant Julius Herweger, Leh-rer in Braunau am Jnn, bedachte in seinem letzten Willen den Verein Sudmark mit einem Erbteil von 90 K und bekuudele damit seine opferwillige völ< lischt Gesinnung und Anhänglichkeit an den Heimal-lichen Schutzverei«. „Aus Heller werden Kronen!" Die Südbahnbeamien der Station Pragerhof sind über-eingekommen, dem Deutscht» Schulvereine ihre Ge-hallsheller zu widmen und haben kürzlich dem Ver-eine einen Betrag von 50 K überwiesen, der sich aus solchen kleinen Geldspende» zusammensetzt. Wenn diese Anregung der Pragerhof Südbahxbeamten all-gemeine Nachahmung finden würde, könnten hiedurch dem Deulscheil Schulv reine nicht unerhebliche Geld-fpenden zugeführt werden. Die Unterbringung von Invaliden in Arbeit. Zu den dringenden volk»«irlschaftlichen Aufgabe», welche der Krieg «n» zu lüftn gibt, gehört wohl die, allen jenen Taufenden, welche durch Verwundung oder durch Kraulheit im Kriege an ihrer Leistung»fähigkeit Einbuße erlitten habe», zu einer bürgerlichen Erwerb»tätigkeit zn verhelfen »nd ihnen aus diese Weif? sür vie Zukunft eine Existenzmöglich-keit aus Grund ihrer Arbeit zu sichern. Der Lösung diefer Ausgabe hat die Xeqierung mit der Organi-sati« eigener A^etttveirmitliingen an Kneg»invalide Rechnung zu tragen gesucht. Als solche Invaliden-Vermittlung wurde auch in Steiermark die ,f. k. Ar-beit»verimlltung a» Krie^invalide" geschaffen, die bereit» vor «niger Zeit '» Wirkung getreten ist Die «'-erste Leeluitg dieser Jnvalidenvermittlang obliegt oinem K»raU».»n« cu» 21 Mitglieder«. deren je ftede» dem Kreise der Aibeit^eder, der Arbeitnehmer u«id der Fächle»«, angehören. Diese Art der Organi-sation ermöglicht öie Teilnahme aller an der Jnva-lidervermitilung iatereffierten Kreise und sichert die Au»fchaltnng jede» Parteieinflusse». M»t Organisa-tioir der Jnvalidenvermittlung ist aber nuc die Basis gkgebe». Aller weitere Erfolg liegt einzig und allem an der Mitwirkung jener Kr«ise, welche in der Lage sind, Invaliden Arbeit zu dielen, deu Unternehmern. An die Unternehmer der Industrie, de» Hand-i», de« Gewerbe» uud der Landwirtschaft ergeht daher an dieser Stelle der dringende Ruf, die Durchführung diese» so außerordentlich wichtigen sozialen Wer?e» dadurch möglich zu machen, daß sie eine möglichst große Zahl von Invaliden anzustellen sich bereit sin-den. Mit der Anstellung v»n Invaliden erfüllt jeder Unternehmer eine patriotische und sozial-ethische Wicht; denn diese fordert von der Allgemeinheit, denjenigen, der sich für da» Vaterland geopfert hat. nicht in Not »'nd Elend untergehen zu lasse». Aber nicht nur einen Akt sozialer Wohltätigkeit begeht der Unternehmer, welcher Invalide in Arbeit nimmt, er handelt damit auch in seinem wirtschafilichen Eigeninteresse. Oen Invaliden »ort, wo die physische Möglichkeit noch vorhanden ist, in seine« alten Beruf unterzubriugen, ist ein Hauptgrundsatz der Jnvalitenvermittlung. Damit dient sie aber dem Unternehmer infoferue, al» sie ihm mit dem Betriebe vertraute, oft aiißerordent« lich qualifizierte Arbeiter zuführen taun. Nicht selten wird sich der Fall rreignen. daß dem Unternehmer Leute vermittelt werden, die schon vor dem Kriege bei ihm in Arbeit gestanden sind, wa» für jeden' Unternehmer gewiß nur von Vorteil ist. Die Unter-bringuiig de» Invaliden in seinen alte» Beruf hat aber ganz besondere Bed«uiung für die Unternehmer-kreise au» der Landwirtschaft, dei e» größte» Interesse angesichi» de» schon in Frirderi»ztilen herrschenden notorischen Ardeilermangel» dahin geht, sich ihre al-ten Ardeiter zu erhallen. Dort aber, wo die Art der Jnvalidiiä! einen Beiusswechsel erheischt, wird da-rauf Bedacht genowwe» werden, den Invaliden in einem solchen Berufe unterzubringen, in welchem er voraussichtlich al» vollwertiger Arbeiter verwendet werden kann. Für eiuen solche,! Beruf»wcchsel wird der Invalide noch frhr häufig durch Unterricht in einer Jnv^lidenschule entsprechend vorgebildet. Da außerdem dank der große» Erfolge, welche die mo> deine Chirurgie uud Technik auszuweisen haben, sich die Virwendunggmögl-chkeiten von Krieg»invaliden erweitern, so wird e» in der Tal möglich sein, sast in jedem Un ernehme» Kr>eg»invalide für gewisse Arbeil»vcrwendungen al» vollwertige Arbeiter zu be-schifligrn Diese» Ziel, au» den Invaliden vollwer-tige Arbeiter durch entsprechende Beruf»zuweisung zu machen, muß die Jnvalidenvermitllung schon au» dem Grunde e» streben, um die durch den Krieg Ge-schädigten in wirtschaftlicher Hinsicht in keiner Weise ungünstiger zu stellen, al» jene, die noch ihre volle Ardeil»fähigkeit besitzen. So setzt die Arbeit»vermitt> lung an krieg»invali»e den Unternehmer in die Lage, jetzt in einer Zeit, wo Arbeitskräfte fast überhaupt nicht aufzutreiben sind, solche dennoch anstellen zu können. Die k. k. Slellenvermiltluiig an Krteg»invalide richtet daher an olle Unternehmer der Industrie, de» Handel», de» Gewerbe» und der Landwirtschaft die Aufforderung, offene Stellen für Krieg»i»valide an die Vermittlung«stelle, Graz. Hosgass« 14, Telephon 2207, möglichst datd bekannt zu geben. Der Vee-mitllung»stclle wird e» in den meilten Fällen möglich fein, jeder Bedars»anmeldung in entsprechender, da» Interesse der Unternehmer berücksichtigender Weife Rechnung zu tragen. Nationale Kleinarbeit. Seiten» der Ort»-gruppe Hrastnigg wurde dem Deutschen Schulvereine unter anderem ein Betrag von K 93 20 al» Erlö» von Korken übermittelt, welche Herr Anton Koschier, Hüttenmeister in Hrastnigg, allein gesammelt hatte. Dieser nette Erirag der Korke zeigt, daß auch diese scheinbar unlohncnde Arbeit schöne Früchte trägt, wen» man ihr rege Aufmerksamkeit zuwendet Höchstpreise für Benzin und Petro-leuin. — Beschlagnahme der Vorräte. Durch eine MiNtllerialverordnung, die am 21. Jänner zur Verlautbarung gelangte, werden nach dem Stande vom 1. und 15. jeden Monat» zu erstat- tende Anzeige« über Vorräte an Rohöl »nd Mine' ralölprodukien aller Art, Benzol, Teerölen, angeord-net. Weiter» werden Benü», GaSöle, Vulkanöle, Zylinder öle, Benzol und Teeröle unter Sperre ge« legt. Endlich wird die Regierung ermächtigt, im Falle drohenden Mangelt an Mineralölproduklen unter gewissen Voraussetzungen die Erzeuger zur Erzeugung und Lieferung, die Händler und andere Besitzer zur Abgabe von Vorräten zwangsweise zu verhalten. Eine weitere Ministerialverordnung be» trifft die Festsetzung von Höchstpreisen für Benzin, Leuchtpetroleum, GaSöl nnd vulkanöl. Um sür alle Äajffinerien möglichst gleicht Konkurrenzbedingungen zu schassen, geht die Verordnung von einem einheit» lich für da» Rohölgebiet Drohobycz erstellten Grund-preise der einzelnen Mineralölprodukte au». Aus diesem Grundpreise bauen sich unter Berücksichtigung der Frachtkosten, der Vergütung sür Behälter, >er Regiekosten sür die Unternehmer und allfälliger Fuhrfpefe« die Höchstpreis sür Mineralprodukle aus. Für Leuchtpetroleum wird ein Grundpreis mit 36 Kronen für 100 Kilogramm Reingewicht, Bahnst« , tion Drohobye; ohne Bthälker einschließlich der Ver> brauchssteuer, bestimmt, von dem GellungSgebiete der zweiten Verordnung ist Dalmalien ausgenommen infolge derzeiligen Mangel» an feststehenden Fracht-relationen. Böhmische Union-Bank. Monat»auswei» de» Einlagenslande» gegen Kaffenfcyeine und Ein-lag»bücher — Stand am 31. Jänner 1916 Kronen 88,632 420 72. Reisen nach Serbien. Da» Betreten de» Bereiche» dt» Mililär^ouvernement» in Serbien durch Zivilper'o.ien aus drm Innern der Monarchie «nd au« dem Auslande ist nur mit Bewilligung de« Militärgouvernemeni», und zwar nur bei Belgrad, Semendria und Jagodina gestattet. Die Gesuche um Erteilung der UebertriltSbewilligung sind, mil de« ordnungsmäßig ausgestellte» und klausulierten Reise» ou»wtisen belegt, von nun an an daS Paß.rml de» MilitärgeiieralgsuvernementS zu leiten und müsse« genaue Angaben über Zweck un) Ziel der Reise enthalten. Beteiligung an Industrieunterneh» mungen in Serbien. Die Handel», nnd Ge» werdekammer in Graz fordert Firmen, bezw. Per» fönen ihre» Sprengels, die an Jndustrieunterneh» mungen in Serbien beteiligt oder interessiert sind, auf, sie hievon unverzüglich i» Kenntnis zu setzen. Eingezogene vermögen. Au« Zara wird gemeldet: Da« Gericht in Spalai« verfügte die Ein-ziehung de» gesamten Vermögens bei: Mila« Mar-janowitsch an» Eastua, N kla» GrSkowilsch aus Ver-benico, Dr. Dinko Drinojstitsch au» Pisino, Doklor August Gregorin aus Trieft, Franz Pelrinviviifch au« Supret und Vladimir Eerina au» Spalalo. . Heil" — der älteste deutsche Gruh. Da quälen sich die guten Leute schon lange damit ab, Ersatz für gewisse platte Gruß- und Abichied»-worte zu finden, so sür da« weliche .Adieu", für da» greuliche „2mm»' und finden da» Schicklichste und Treffendste nicht. Mit Recht mache» die Süd-markmitteilungen darauf aufmeiksam, doß e» doch bei diesim weitschweifigen Bemühen der Wortsucht sonderbar sei, gerade daS älteste Grußwort hartnäckig außer Acht zu lassen, da» späirömifche Schrift-steller al» „Gothengruß" vermerkt haben und da» Turner, Sänger, Fischer noch dazu gebrauchssrisch erhalten haben. Seit langem der Gruß der Deutsch-gesinnten, der Schutzvereinler, hat er sich auch im Weltkriege unter den Soldaten verbreitet und hat «o die erste Anwartschaft «us allaemeine Einbiege-rung. Da« Gute, ja da» Beste, geflissentlich zu über-sehen, wäre töricht. Der schicklichste, sinnvollste und markigste Gruß, der alle« Giübelri «nd Deute!« Übei flüssig möcht und al» Willkomm und Abschied gleich sinnreich klingt, ist da« alte, deutsche »Heil", da» alle» sagt und enthält, wa» Deutsche eina«der Herzliche» zu wünschen nnd zu sage» haben Die Kunstdüngung erhöht die Ernte. War e» in FriedenSzeit ein Gebot wirtschaftliche» Ueber legung, die Ernte auf Feld und Wiese möglichst zu erhöhen, so ist e» jetzt Kriegspfiich', mit alle» Mitteln die größtmöglichen Erträge zu erzielen. E» ist nun allbekannt, doß durch die künstliche Düngung die E nte auf Feld und Wies» beträchtlich gesteigert wird. Darüber braucht kein Wort gesprochen werde«. Leider ist durch die KriegSverhältnisfe, inbefonder» durch den Mangel an Rohstoffen die Erzeug»». de» Kunstdünger» beträchtlich vermindert worden. Umso-mehr muß aber getrachtet werden, daß die verfüg« baren Düngemittel vollständig aufgebraucht werden, da jedrr Meterzentner Kunstdünger in richtiger A«» Wendung Körner und Füller beteulet. Die Ernte« erzeugnifse stellen jetzt hohe Werte dar, so daß de»- Seite 4 halb die künstliche Düngung nwf» empfehlenswerter und umso gewinnbring nder ist. Wenn während des Krieges auch die Preis« de» Kunstdüngers höhere sind, so darf die» den Landwirt von der Anwendung nicht abhalten. Man muß ja bedenken, daß di« erzeugte Frucht auch weit höher im Preise ist, wie in Hrie-denSzeit. Immer wird«r muß betont werde», daß di« Anwendung richtig fein muß, damit die Ausnutzung «in« vollkommeue ist. Kur; sollen einig Grundsätze der Anwendung angeführt werden. Die künstliche Düngung kommt umjomehr in Betracht, wenn keine Stallmistdangung gegeben werden kaun. Jedoch auch bei schwacher Stallmistdüngung wird die künstliche Düngung stet« angezeigt sein/In der Regel ist bei Feldfruchten Volldünguug notwendig, d. h die Dün-gung mit stickstoffhältigen, phosphorhältige» und kali-hältigen Düngemitteln. Bei Wie!?» und Klee genügt in der Regel di« Düngung mit Phosphor und Kali. Für die Sommerfcüchle wird Kalkst'ckstoff vor dem Anbau« gestrkut. Phosphorsänrehältige Dungermittel: Thomasmehl wird bei Winterungen oder Wi«s«n unv Äle« aus d«n Kops gkstrtut uns zwar möglichst bald nach Abgang des Schnees. Zu Sommrrsrüchten wird es vor dem Anbau« verabreicht; je früher desto des-fer. SuperphoSphat wird zur Winterung oder auf Wiesen und Klee, nach Abgang deS Schnee» auf da» getrocknete Feld und zu Sommerfrüchten kurz vor dem Anbaue gestreut. Knochenmehl oder auch Jdealphosphat wir» zu de» Sommers» üchten möglichst bald nach Winterau.'gang gestreut und dann mit den Bestellungsarbeiten in den Boden gebracht. Frühes Streuen ist von Vorteil. Kalisalze: Kainit oder 40prozentige» Kalisalz gibt man zu den Som mersrüchten. Wiesen und Klee möglichst rechtzeitig. Wenn Kalisalz erhältlich, verdient e« den Vorzug vor dem Kainit. Sehr wichtig ist, daß die künslli. chen Düngemittel möglichst sofort bestellt werden, da jetzt die Lieferung lange dauert. Wer mit der Be-ftellung zuwartet, läuft Gefahr, daß er überhaupt nichts mehr oder zu spät erhält. Wenn jemand über tte Anwendung der künstlichen Düngemittel Auskunft wünscht, so geben sicherlich die LandwirtschaftSgeiest-fchast in Graz, daS LandeSkulturinspekioiat der k. k. Etallhalterci in Graz und die Erntekommissäre jeder Zeit gerne Auskunft Zum Schlüsse sei nochmals betont: Air brauchen eine möglichst gute E>nte, um durchzuhalitn. DI« künstliche Düngung hilft kiäsiig mit. Daher muß jeder Sack Kunstdünger verwendet werden, der erhältlich ist. Deutscher, schreib mit deutscher Fe der! Zu den vielen Massenartikeln, so schreibe» die Südmark-Mitteilungen, mit denen England die Welt überschwemmt, gehört auch die Uhr» und di« Schcridsedtr, die bisher förmliche Handelsmonopol« der englischen Industrie waren und jahraus, jahrein dem „Kramladen der Welt" ichönen Millionen-gewinn eintrugen. Da ist wohl die Frage dringlich, ob wir dem politischen und wirtschaftlichen Haupt feinde als Kunde» und Verbraucher weiter Tribut entrichten «der unS auf unsere eigene Leistungsfähig, keit besinnen sollen. Beim Gebrauche der Schreib-seder vermögen wir e» ohn« weiteres, da gleichwertige deutsche Erzeugnisse genügend vorhanden sind. Da» sind die Echreibsedern der Gewerkschaften Heinze u. Blankcrtz. Berlin, Brause in Jserloh», So»necken, Bcnn (für Rundfedern) I Dagegen sind die Wiener Ku.nfedern Einfuhr aus Birmingham und ebenso sind die täuschknden Bezeichnungen wie Börsefeder, ReichStagseder, Donaufeder oder die Ortsbeisetzungen Bonn, Stuttgart, Wien, Budapest, ungarische oder tschechische Siempelungen »>'d der-gleichen nur ein Händlertrik DaS Ministerium für Elsaß Lothringen hat für alle Schulen die englische Feder verboten und nennt im Erlasse vom 16. Jän-ner 1915 folgende englische Federnsorten: Tevrh, Bromdauer. Knhn, Kugelsp-tzsedern von Leonhard, Sommervill«, Milchest- und Gilloltsedern Hinaus mit der englischen Fed r aus Schule, HanS und Kanzlei! Schaut>üh»f. Die Siebzehnjährigen. Max Dreyer gehört zu den geschicktesten und klarsten Bühnen-schriftstellern Mit seinem „Probekandidaten" h>t er sich die Bühne erobert und durch weitere Stücke mehr oder weniger bewiesen, daß «r ein Könner ist. Er wird aber ebenso gelobt wie angefeindet. Wir immer auch die «inen oder anderen Recht oder Un« recht haben mögen, soviel steht fest: seine Bühnen-werke sind klar, ohn« übe,trieben« Künstelei, atmen einen reinen, deutschen Geist im besten Sinne. So auch die Siebzehnjährige«. Der Borwurs des Stückes kann leicht zu schwülen Szenen, ja zu Frivolitäten fcv'ttiiujc Auch» verleite». Ein anderer Bühnenschriftsteller hätte e» auch getan, Schnitzler z. B. wäre dem nicht auS dem Wege geganzen, Hütte vielmehr die,Gefahr aufgesucht, wie er denn so gerne in einer gewissen U»-moral al» Uebersittlicher herumplätschert. Dreyer fast den Vorwurf jedoch ernst auf und führt ihn rein durch. Er verzichtet aus aste jene Mittel, die da« Stück leicht zu «wem „verbotenen" machen könn-ten. Er will nur daS Stück und die reine Durch führung seine« vorwürfe»: wie der unschuldige Züngliug an der unbewußten Koketterie einer Sieb zehnjährige», die seinen Vater vielleicht selbst unbe wußt betört, zu Grunde geht, weil er zu Grund« gehen muß, weil er nicht in« Leben hineinpaßt, keine verworrene .Schnitzler'-, sondern eine klare „Dreyer'-nalur ist. Und eben wegen dieser Durch-arbeitung, wegen der ebenmüßigen LrbenSanschauung ohne Lebenskünstelei erzielt da« Stück stellenweise große Wirkungen. Dem Erfolge jedoch arbeiteten auch die Schauspieler nicht zu geringem Teile in die Hände. ES wurde wiederum sehr gut gespielt. In der schweren Rolle de« Kadetten bewtr« Fritz Gold-haber auf» Neue, daß er einen großen Rollenkrei» beherrscht und ein gewandter, wirkungsvoller Dar» stellst ist. Annie Wip. erich war lebendig, keck, über-mülig und überraschte wiederum durch ihr flotte« Spiel. Sie Hai sich auf unserer Bühne eingespielt, die anfängliche Steifheit ist gewichen, sie >|t gerne gesehen und mit Recht belobt. Eduard Loibner sand sich, wie immer, in der etwa« schwierigen Rolle t>e« erblindenden Major«, Schönhei'.SfreuudeS und Jo-hanniStriedler» zurecht und wußte durch vornehme« «ustreten und sichere» Spiel zu wirke». Ihm zur Seite stand, ihm ebenbürtig, Jofefiue Brunucr al« alles wissende und alle« verstehende Gattin. Juliu« Nasch stellte mit dem schwerhörigen, alten Oberst wieder eine seiner prächtigen Figuren auf die Beine. In kleinen Sprechrollen seien schließlich Robeit Riemer »nd Paula Moser genanni. Der W e i b »l e u s e l. Man mag sich zu Lch^nhcrrS neuestem Bühneu.oerke stellen, wie man will, man mag eS als ,.daS" große Werk bezeich nen oder ihm Schwächen, tatsächlich vorliandene Schwächen nachweisen, eines ist sicher: eS löst eine groß« Wirkung au«, beeinflußt auch eine Zuseher-menge, die, wie auch unsere Cillier, nicht gerade für das gesprochene ernste Woit geübt und davon be-geistert sind. Und doch erzieht ein gesprochenes Stück die Zuseher zu besserem Getchmack und hebt sie in e>n höhere« Gebiet wirklicher Kunst. Vielleicht war e« eine gefährliche Piobe, die der Bühnenleiter Nasch anstellte, als er unS den „WeibSteufel' brachte. Aber die Probe wurde glänzend bestanden, nicht nur von den Zusehern, sondern auch von den Darstel« lern. Ausverkaufte Häuser bei Schauspieleu gab es sonst in unserem Schauspielhaus nicht. Wir wollen aber den Umstand, daß im „WeidSteufcl' kein Plätze chen frei war, nicht den jetzigen Zeitoerhältniffen, sondern dem geläuterten Geschmack der Zuseher zu-schreiben. Denn schließlich: sie halten einen vollen Genuß, den da« Spiel der Laibacher auslö>le. Die Darstellung war derait gerundet und fein auSgear« beitet, daß selbst eine großstädtische Bühne sich ihrer nicht zu schämen gehabt hätte. Vor allen wollen wir Josefine Brunner nennen, die un» die vollen-betefte Leistung de« Abends bot. Wir hatten Gele-genheit, SchönherrS Stück in Wien mit der geschaj« senen Darstellerin deS Weibe«, Frau Medelsky zu sehen und wir müssen offen bekennen, daß die Lei-ftungen der Josefine Bruimer nicht viel hinter dem großem Vorbilde zurückblirben, an manchen Stellen es sogar durch herb« Naturkunst übeitrasen. ES ist sicherlich nicht zu viel damit gesagt. Joiefine Brun-ner lag die Rolle um so mehr, als sie auch den Dialekt vorlrrfflich beherrschte. Ihr zur Seite stand als ebenbürtiger Mann Eduard Loibner, der eü verstand, alle Feinheiten herauszuarbeiten und die vielen schwerwiegenden Worte und Hindnrntngen mit der rechten, nicht zu ausfallenden Betonung wieder-zugeben. Es war die bisher beste Leistung dieses vielgewandteir und sicherlich hochbegabten Darstel-lerS HanS Slolja brachte sür den Jäger, überdies die am schwersten zu spielende Figur des ganzen SiückeS, eine gute äußere E>schei»ung mit, die im Sinne deS StückcS nur etwas derbknochiger hätte fein sollen. Dies ist nicht der Zehler deS Darsteller«, der ebenfalls vollkommen befriedigte und mit dazu beitrug, daß der Abend sicherlich einer der denkwürdigsten und dankbarsten vielleicht in der ganzen Elllier Bühnengeschichle war. Juliu» Nasch bringt unS überhaupt et» gute» Theater und wir stehen nicht an. eS das beste zu nennen, was wir seit langen Jahren besessen haben. Daß da« Bau-ernzimmer einige Geschmacklosigkeit auswies, wie zum Beispiel daS so herrlich gemalt« Fenster im linken Nummer 10 Hintergrund mit dem in einer unmöglichen Berkär« zung gezeichnelen, in einer Bauernstube ganz neu« artigen, grünen Vorhange oder der herrliche Ofen a»S feinstem Pappendeckel, ist nicht Schuld der Bühnenleituug, die mit leider schon feit fast eine« halben Jahrhundert gegebenen BühnenauSstattungS-stücken arbeiten muß ES wäre aber sicherlich höchste Zeit, dnrch Herstellung und Beschaffung einiger neuen Inneneinrichtungen und Zimmer eine latkräs-tiqe Bühnenleitung und gute Schauspieler zu n»ch höherem künstleriichem Ersolge zu unterstützen. — Und noch EineS: eS gibt viele dunkle unv enge Gassen in Cilli. Die engste und dunkelste ist aber die Thealergasse ES wäre angezeigt, die zehn Minuten vor und nach der Vorstellung, diesen Engpaß gefährlichster Sorte zu beleuchten. DaS dürfte die Gasanstalt nicht zu sehr belasten. Und im Notfalle täten es auch zwei Petroleumlampen. ES wir» doch sicherlich nicht die Absicht vorliegen, die Thealergasse zu einem Schützengraben umzugestalten Wuchßanölung Pritz Nasch "gf :: Willi :: Schrifttum. Inselalmanache auf das Jahr 1916. Der Jnselverlag hat im heurigen Jahre den gewöhn-ten Almanach geteilt. Ein Teil erschien al« gewöhn-licher Almanach, wie ihn der Jnselverlag jede« Jahr herausgibt, der andere Teil al« „Oesterreichischer Almanach, herau«zegeben von Hugo von Hoffmann«-lhal. Die «»«stattnng ist bei beiden Büchern, die nebenbei gesagt nur je 50 Pfennige kosten, die gleich vornehme un» reichhaltige. Im Jnselalmanach ver» einigt Dichtungen von Rudolf Alexander Schröster. Ernst Moritz A»ndl, AngeluS Silesiu«, Emanuel Hiel, Albrecht Schäffer, Franz Dingelstedt, «labund, Heinrich vo» Stein, Willibald Alexi«, Felix Braun, Oskar Wcehrle, Fr. G. K op stock, Ernst Hardt, Richard Dehmel, Ferdinand Freiligrath, Josef Winkler, Han» Carosfa, Rcarda Huch, mit ,ettge« mäßen Aufsätzen von allen nnd neuen Staaismän» nern, Volksrednern usw. Ein paar prächtige Bild-beigaben ergänzen, rote bet den irühere» Jahrgän-gen, auch dieSmal dcn Text auf da« Glücklichste. — Im Österreichischen Almanach kommen nur Oesterreicher und Oesterreich zu Wort, «n Dichter« finden wir darin vertreten: Anton Wildgan«, Han» Such« mit dem prächtigen Lobliede aus Wien, Wal-tuet von der Vogelweide, den leider totgeschwiegenen Tiroler Fieiheussänger Johann Senn, «rtur von Wallpach, Josef vo» Eichenvorff, Julius Sowacki, Stesan Zweig. Reiner Maria Rilke, Rudolf Han» Bausch, Felix Braun, Max Mell, Georg Troll, Karl von Eisenstein. Berthold Viertel. Ferner Aus» sätze über O« erreich. Auch dieser Ban» reiht sich würdig an die anderen Almanachbände de» Insel« »erläge«. _____ Vermischtes. Da« Ende der Gummi st rumpsbän-der und -Hosenträger. Die „Zeit" berichtet: Infolge der Einstellung der Fabrikation von Gummibänder» 'st da« Ende der Strumpfbänder und Ho-senträger gekommen. Wie wir a«S Fachkreisen erfahren, ist in kurzer Zeit zu erwarten, daß kein Strumpfband mehr zu haben fein wird, denn sowohl die fünf großen Gummibänderfabriken Oesterreich« als auch die kleineren Beiriede und die vielen deut-scheu Fabriken haben d e Erzeugnng von Gummi» bändrr» ganz eingestellt, die Gumm.bandlager sind zumeist e>schöpft, und Material für dreien Zweig der Industrie ist äuße st schwer zu beschaffen Für Eummisädkn, die sonst 15 K per 100 Kilogram« kosteten, werden, wenn man ihrer eventuell aus dem Ausland überhaupt habhast wird, Phantasiepreise von 90 b>« 120 K gezahlt. Zwirn, der srüh r 3-50 K kostete, ist auf 8 K gestiegen. Für Farben, di« sonst 1 « kosteten, werden jetzt 1-80 K verlangt. Nichtsdestoweniger weiden Gummistrumpibänder stark verlangt: di« Bestellungen können aber nicht a'iSgesührt werden. Auch die Gummihosentrdger gehen aus denselben Gründen au«. An Stelle der Strumpf« bänder an» Gummi werden die Damen zu gewöhn« lichcn Bändern mit einer Metallschnalle ihre Zuflucht nehmen müssen, ebenso wie dr? Herren stall der Gummihosenlräger einfache Bänder mit Knopsbügel» tragen werden. Auch die Bestände an Gummilocken-hältern werden voraussichtlich in absehbarer Zeit er- Nummer 10 schöpft sein, denn Gummi wird auSschli'ßlich nur »ehr sür Militärische Zwecke »erarbeite«. Eine kräftige Antwort Blücher». AI» Napoleon J. am 29. Juni 1815 dem Thron zugunsten seine« Soh'eS entsagt halte, schrieb der zum Oberbefehlshaber erna.inie Marschall Davoust am folgenden Tage an Blücher, daß die Abdankung der Kaisers die Ursache de« Kriege« hinweggeräumt habe, und daß Blücher eine große Verantwortung «uf sich laden würde, wenn er trotzdem die Feind-seligkeiten fortsetzen wollte. Daraus entwarf Blücher mit Gneifenau folgende Antwort: „Mein Her.' Mar'challl E» ist irrig, daß zwischen den verdü» deieu Mächten und Frankreich alle Ursachen zum Kriege aufgehört haben, weil Napoleon dem Thron entsag« habe. Dieser hat nur bedingungsweise zu-guosten seine« Lohne« entsagt, und der Beschluß der verbündeten Mächte schließt nicht Napoleon al« lein, sondern alle Mitglieder seiner Familie vom Throne au». Wir verfolgen unsern Sieg und Gott hat un« Mitt.'l und Wollen dazu verliehen. Sehen Sie zu. wa« Sie tun, und stürzen Sie nicht aber-mal« eine Stadt in« Verderben. Wollen Sie die Verwünschungen von Pari« ebenso wie die von Hamburg auf sich laden? Nur in Pari» kann ein ein zuverlässiger Waffenstillstand geschlossen weiden. Ich mache Ihnen bemerklich, Herr Marschall, daß, «in» Sie mit un» unterhandeln wollen, e« sonder-bar ist, daß Lie unsere mit Briefen und Aufträgen gefendclen Offiziere gegen da» Völkerrecht zurück-hallen." — Al« Gneifenau damit fertig war. wollte Blücher die Feder ergreife» und unterschreiben. .Erst aber. Durchlaucht," meinte Gneisenau, muß der Brief in» Französische übertragen werden." — .WaS, Sie wollen den Brief erst übersetzen," fragte Blücher erstaunt. — „Natürlich, Durchlaucht, wir können einem Franzosen doch nicht zumuten, daß er einen deutschen Brief verstehen soll!' — „Warum denn nicht?" rief Blücher wütend. „Wie hat den» Davoust an mich geschrieben? In französischer «Lplvche; also habe ich da» Recht, in deutscher an ihn zu schreiben. Mag er vornehm die Nase rümp-fen und lagen, der Kerl, der Blücher ist so dumm, daß er nicht einmal französisch versteht und mir in seiner Muitersprache schreibt. Ich rümpfe auch die Na'c und sage, der Davoust ist so dumm, d«^ er nicht dtntich versteht »nd mir in seiner Mutter-spräche tchreiben muß!" Dabei blieb« und der Bries ging dcuisch ab. I e m e n u n d Aden. Bit vor die Tor« Aden«, de» englischen Gibraltar am Eingange zum Rslen M«er und damit zum Suezkanal und der bedeutend« sten Stadt im Lande Jemen sind türkische Trup-pen mit Unterstützung der einheimiichen Bevölkerung Jemen», der Zeiditen siegreich vorgedrungen und be-drohen nun auch dort die englische Herrfchaft Zm-«er mehr Punkte hat nun John BuU zu verieidigen und damit wird seine der Welt vorgesiwindelte Siegeszuversicht immer geringer. Jemen ist ein tür-kiiche» Wilajet und bildet die von den Fluten de« Roten und Arabischen Meere« umspülte Südwestecke der Halbinsel Arabien. ES ist ei« Hochland »nd die Alten gaben ihm den Namen Aradia felix, glückliche« Arabien. Der Grund für Beilegung dieses Namen» beruht wohl darin, daß Jemen keineSweg» ein un> truchibare» Hochland ist, fondern in feinen Tälern der Weihrauch, die Mqithen, den Zimmi und an« dere im Altertume hochgeschätzte pflanzliche Pr»»ukte in großen Mengen erzeugt, und damit einst große Ströme Geld au« dem Abendlande nach Jemen flie-ßrn ließ. I« uraller Zeit wurde dieses Land o»ir dem arabischen Volksstamme der Himjariten deoöl-kert, deren «ultur eine recht gioße gewesen sein muß, wie die« »och vorhandene Ruinen und die auf Stein-»fdMetallplatten verzeichnete Geschichte ihrer Könige, die mehr al« 2500 Jahre daS Land beherrschten, bekunden. Gnade vor »un 400 Jahren, im Jahre 1517 kam da« Land Jemen unler türkische Herr-schast, doch konnte diese sich uicht recht befestige». I» der Neuzeit hat die Türkei den Wert und die Bed uiung Jemen» von neuem erkannt und im Jahre 1i?72 ihre Herrfchast wieder bekräftigt, aber auch von da an war Jemen noch immer nur in losem Zu-sammenhange mit der Türkei. Die einheimische Be« vö.kerung scheint nun aber durch diesen Weltkrieg den Türken wohlgesinnter geworden zu fein, denn eS wurde berichtet, daß die Zeidiien sich ihnen in ihren militärischen Operationen gegen daS englische Gebiet von Äden angeschlossen hab-». Die Zeidtten bekennen sich als Anhänger Leids, eine» Enkel» de» H»s«j», sind alio richtiger Saiditen zu nennen und stehen al« Schulen im Gegensatze zu den Türken, den Sunniten. Eie bilden aber nnter den Schiiten die tolerantesten »nd darauf basiert e» wohl auch, daß sie sich dcn Türke» im Kampfe gegen die Engländer ohne weitere» Deutsche Wacht angeschlossen haben, zumal ja auch ihnen daran ge-legen sein muß, die Engländer an» ihrem Lande, aul Aden loS ju werden. Mehr denn 75 Jahre ist Aden gegenwärtig m englischen Händen. Am 11. Jän-ner l8.'ig nahm e» England, nachdem der damalige Sullan »on Aden nach englischer Vorspiegelung al-ler möglichen Vorteile sich zur englische» Festsetzung bereit erklärt hatte, aber seine Erklärung, al» er Lunte gerochen, wie er zurückgezogen halle, gewaltsam in Besitz. Allmählich baute dann England Aden zu einem zweiten Gibraltar au». Aden ist der beste Hafen vo» qan» Arabien und geräumig genug, um gan;e Flotten in sich berge» zu können. Aden ist besonder« von größter Bedeutung al« Stützpunkt fär den kommerziellen und politischen Einfluß England» auf I men und da» ganze südliche Arabien, ja selbst auf daS gegenüberliegende oslafrikanifche Küstengebiet mit seinem Hinlerlande. Die Ausfuhr Aden» ist eine recht bedeutende und besteht vornehmlich au« füd« arabischem Kaffee, Gummi, Tabak. Perlmutter, Fel-len und Häuten. Zwar hat Ade» durch den Suez-kanal eine gewisse Einbuße erlitte", aber eS bildet doch noch immer ei» sehr wichiize» Bindeglied zwi-sehen England und Indien, »esse» Entreißung nicht ohne Einfluß auf die Stimmung in Indien frin wird. Fällt Aden in die Hände der Türken, dann wird die Nachricht hiervon alle indtschen Gauen schnellsten» durcheilen und die Inder erkennen lassen, daß e» mit der englischen Macht nicht mehr weil her, »aß die Zeit für die Lo»r«ißung Indien« vom englischen Joche gekommen ist. Dann wird auch Kitchener, der widerwärtige Schiächter van O«dnrman, die engli-fche Herrschast in Indien nicht ansrechl erhallen kö r-nen. e« sei denn, daß England sich in letzter Sekunde entschließt, um Frieden zu bitten, um die Möglich-kett u haben, alle« an englischen, australischen und kanadischen Soldaten Versügdare nach Indien wer-fen zu könne». Aden «nd der Suezkanal sind die Punkte, wo England« Uebermut in die Brüche gehen wird und der Zeitpunkt, da die» geschehen wird, ist nun, nachdem die Türken schon vor Aden und dem Snezkanat schon näher stehen, al« un« die Engländer, diese brutalen Baralongmörder, verraten, wohl schon ein recht naher. Gigerl oder Kavalier? Die W:e»er Zeit-fchrist „Herrenwelt" macht folgende Randbemerkun» gen: Der Kavalier prüft die Mode, da« Gigerl macht jede Mode mit. — Dem Kavalier sieht man niemal« an, wenn er etwa» Neue« trägt, dem Äi-gerl immer. — Beim Kavalier sind dte Farbe» gedämpft, beim Gigerl stet« laut. — Der Kavalier ist sicher, da« Gigerl stei» ein wenig unsicher. — Der Kavalier hat gepflegte Nägel, da» Gigerl zeigt, daß e» gepflegte Nigel hat. — Den Kavalier lernt man erst nach und nach kennen, da« G gerl schon im er-sten Augenblick. — Den Kavalier hört man nie, da« Gigerl immer. — Der Kavalier ist .dabei", da« Gigerl muß „dabei sein". — Der K ivalier ist, wa« er ist, da« Gigerl will mehr sein, waS e» ist. — Der Kavalier will niemal« ein Gigerl fein, da« Gi> gerl aber immer ein Kavalier. öpendet Zigaretten für unsere ver« mundeten! Für durchfabrende und ankom-mende verwundete wollen sie bei der kabe-stelle am Bahnhöfe, für die in den hiesigen Spitälern untergebrachten beim Stadtamte abgegeben werden. )eder spende nach seinen Aräften. Der Bedarf ist groß. Mißlungen Au» dem Urwalde Südbrafil en». von HauS von Behr. E« ist still i« Urwalde. feierlich still um die Mittag«zett, wenn die Tropensonne glühen» heiß vom ehernen Himmel herniederbrennt. AlleS G-tier schläft, unl kein Laut der buntfarbigen, vielgestaltigen Vögel, die sich aus den Zweige» wiegen wird gehört. Nur die Käser surren durch die Luft, allerhand Fliegen und Mücken schwirren umher und sabelhast große und märchenhaft bunte Schmetterlinge wiegen sich aus den seuersardenen, goldgelben und ultramarinblauen Blumenkelchen. Auch in den Ansiedelungen der Meuschen, dcn Rancho« (Farmen), regt sich nichts. Sie liegen weit voneinander entfeint, schmale Waldpfade verbinden sie miteinander. Diese Ansiedelungen sind entstanden, indem man an Stelle», die sich besonder» dazu zu Seite 5 eignen schienen, z. B. an einer Quelle, einem Flusse, am Fuße eine« Berge«, die Waldbäume niederbrannte und im nächsten Frühjahre die durch die Asche ge-düngte Erde unter den Pflug nahm. So haben sich auch alle die Deutschen angesiedelt, die in Südbra« siliert in so großer Anzahl wohnen. Und wo die Ansiedelungen entstehen, da werden die rothäutigen Eingeborenen zurückgedrängt. Sie ziehen sich in da« tiefer« Dickicht der Wälder zurück und pürschen sich nur hin und wieder an die Ansiedelungen heran, um Uebersälle oder Räubereien auszuführen. Don Alonzo Castro tritt au« de« Walde her-au», streckt feinen häßlichen Mulattenkopf spähend viran. schreitet durch die Felder, aus denen Bataten und Mai« in üppiger Fülle prangen, und tritt an den hohen Palissadenzaun, der den Hof de« Voll-mariche» Rancho« umgibt, und schlägt mit dem Klopfer gegen die Brettertür. Wütende« Hundezebell ertönt vo» drinnen und gleich darauf östnet sich die Tür. Ein Neger steckt sein Gesicht mit breitem Gcin-sen entgegen und fragt in schlechtem Portugiesisch »ach dem Begehr de» Ankömmling«. Dieser wirft den Kopf in den Nacken und jagt mit aller Gering-fchätzung. die den Mischlingen gegenüber den Ange-hörigen der Negerrasse so häufig eigen ist: „Dummkopf, besuchen will ich Herrn vollmar — Du «rißt doch, daß tch zu feinen Freunder gehör« v „Da« weiß ich nicht, Sennor — aber kommen Sie Herr Vollmar ist zu Hanfe.' Er rief den beiden Hunden zu, ließ den Mu-latieu »in und schloß »,« Hoftor wieder sorgsam hinter demselben. Inzwischen war der Mulatte nach vorherigem Anklopfen in die Eßsludc de« Holzhause« getreten und hatte eine höfliche Verbeugung gemacht. Der Hausherr saß mit den Seinen, seiner Gattin, z«ei Söhnen und einer achtzehnjährige» Tochter bei Tisch. Da» Eßgeschirr, da« beim Mittag«mahle ge-braucht wurde, war gerade hinau»getragen worden und mau saß noch bei einem Kruge kühlen, selbstge-brauten Biere». Erst nachher legt man sich dann ein wenig nieder, und nur einer der Männer bleibt wach, schreitet den Hof ab. und spät »on der Dachlucke hinau» zum Walde hinüber. Denn diese Stunde nach dem Mittagimahle ist den Raubüberfällen der G»a rani-Jndianer ganz besonder» günstig. Vollmar blickte den Eintretenden erstaunt an. „Et, Sennor Easteo? Wa» führt Euch denn her?" Der Ankömmling versuchte vergeben«, sich et« würdige« Ansehen zu geben, er zog die wnlstigen Lippen breit und grinste, wie ein Neger. „Oh — ich wollte nur fragen, wie e» dem Herrn geh, — ich wollte.„Ja — eS tut mir leid — aber meine Tochter ist »och nicht anderen Sinne« geworden —* „Aber ich bitte Euch, da» habe ich »och auch gar nicht geglaubt, und um mir noch einmal einen Korb zu holen, bin ich doch nicht hergekommen! Nein — alle Besitzer der Provinz sollten doch zu-sammenhalten — denn jeder Ranchero ist ein Hi-»algo! Ja, sehet mich nur erstaunt an — ich sagte Euch ja, ich bin kein Mulatte — denn nur die Mutier meiner Mutter war eine Schwarze — und ich weiß nicht, wie e« kommt, daß doS verdammte Niggerblut meine Haut noch immer so dunkel ge-halten hat! Uebrigen» — wenn Euch mein Besuch so unangenehm ist, so kann ich ja gleich wieder ge-h«t." — Da« hätte nun gegen die in den Wäldern so allgemein« Gastfreundschaft verstoßen und deshalb nötigt« man den Ankömmling, sich zu fetzen. Der jüngere der beiden Söhne uahm ihm sogar, wenn auch nicht gerade mit der freundlichsten Miene, den Sombrero (Strodhul) au« der Hand. Der Hausherr aber rief einer schwarzen Magd zu, eine Kanne fri-fchett Biere» zu bringen AI» daS Getränk kam, er-hob sich der G st und sagte mit Pose: „Gestatten Sie mir, verehrter Don Vollmar, daß ich die Gläser fülle und damit einen Versöhnung«-rmik tue?" Der Hausherr nickte zustimmend, währeud Frau und Tochier sich erhoben. Da« lenkte die Ausmert-famkeit von dem Gaste ab, der zunächst ein Ela» vollschenkte nnd dann, unbemerkt von allen Anwe-senden, den Inhalt eine« winzigen, in der hohlen Hand verborgenen Fläschchen» in die Kann« goß, bevor er auch die übrigen Gläser füllt«. Er hatte di« Anwesenden scharf beobachtet, die Männer sahen mit befriedigendem Schmunzeln den Frauen nach, und diese schickten sich an, ihm den Rücken kehrend, daS Zimmer zu verlassen. „Aber Sennora»!' rief «r ihuen nach, „darf ich nicht bitten —" Die Mutter musterte ihn mit eifern Blick voller Seite 6 'Jinmmcr 10 Verachtung, indeß Anna, di« Tochter, »oller Abscheu au«ries: «Nein — ich kaufe! Mit Euch trinke ich mchi!* Die Söhne lächelte», der Vater billigte das Betragen seiner Tochter nicht. Oer Mann da war doch nun einmal sein Gast. Mit einer Art Entschuldigung stieß er mit ihm an und leert« seiu Gla« auf einen Zug. Di« Söhn« tatenS ihm nach und von Castio schenkte ihnen ollen »och einmal und noch einmal etn, während immer noch der Rest de» ersten Glase» bei ihm vorhanden war. Er entschuldigte sich damit, er fei d:» Getränk nicht gewohnt. Ader kaum saß man eine viertelstmide detsam-men, so erhob sich unter den Dreien ein Äiihncn und die Augenlider wurden ihnen schwer. „Ich bin heute Mittag aber mü e — ich weiß nicht — na ja. die Htze", sagte der Vater, .wer hat die Runde?' „Wilhelm!" sagte Karl, der älteste Sohn, reckte sich, gähnte und folgte dem Ba!er, der sich mit den Worten in» Schlafzimmer zurückzog: „Verzeihen Lie, Don Castro! Aus Wiedersehen!' Nun war Castro mit Wilhelm, «in«n baumlangen Riesen von neunzehn Jahren allein. Dieser reckte sich auch, versucht« sich zu erheben und lallte dazu: .Wenns Ihnen recht ist, gehen wir aus den Hos'. Ader da» Ausstehen glückte ihm nicht, er sank «us die Bank zurück, legt« de» Kops aus die auf dem Tische zusammengelegte» Hände und entschlummert«. Castro war allein im Zimmer, er lächelte trium-phierend, goß den Rest de» Biere» au> der Kanu« aus dem Fenster und verließ da» Zimmer. Vor der Hausiüre reckle er die Hände in dit Höhe — drüben im Wald« schrie eine Holztaube. Der Neger hielt di« wütenden Hunde an und Castro schritt über den Hos — seltsam mit den Händen durch di« Luft sah> rrnd. DaS fiel Anna auf. die aus d«m Fenster ihre» Schlafzimmer» ihm finster nachschaute. Sie nahm den Revolver, der über ihrem Bet!« hing, von d«r Wand unv trat vor die Hiusiür. Castro halt« die Hostür geöffnet, winkle und ließ einen gellende» Psiss höre». Vom Walve her und schon ganz in der Nähe antwortete ein vielstimmiges Geheul. „Jakob", schrie Anna dem Neger zu — laß die Hnnde los und rufe alle Männer! Tqrai —Nero — saß!» trstro stand in lotlich m Schrecknr da und wußte nicht, wa» er tun sollt«. Wenn er sich vor den wü> tenden Hunden retten wollte, so mußte er die Hos-türe rasch zuwerfen — dann würde sie Anna aber schließen und die Guarani-Jndianer. di« auf seinen Wink zu sunszig Mann hervetgestürzt kamen, würoen denken, er wolle nun sie »erraten und sie würde» ih:r dann schonungslos ermorden. Ließe «r aber die Tür aus. so zerrissen ihn die Bestien. — Aber schon haben sie ihn, auch Anna ist herangekommen, si« drückt« den Revolver aus Castro ab, der blutend hin-tenüber stürzt, und ei» zweitrr Schuß trifft einen Indianer, d«r bereits in de» Hof einqedrunge» ist. Ein Zweiter, der noch eingedrungen lit und bereit» seine Keule über Anna» Haupt schwang, würd« von den wütenden Hunde» tatsächlich in Stücke gerissen. Nun warf Anna die Türe zu und schob den Riegel vor und vier chwarze Feldarbeit», die mit Gewehren in der Hand herdeigestürzt kamen, verrammelten di« Tür mit Balken. Aber mit Schrecken b.'mnkte Anna, daß an drei Sielleu de» Zaune» Rauch über die Epitzen der Palissaden dichlgewölkt emporstieg Anch da» Wutgeheul wurde immer ärger und Änna fiel c» auf, daß der Vater und die Brüder noch nicht da waren. Zwei Schwarze postierte sie an» Tor, die anderen beauftragte sie, aus den Sprossen umher zu klimmen, die an verschiedenen Zielten der Palssadeu angebracht waren, und über den Zaun herüber zu schießen. Das geschah — und wo der Rauch auf-stieg, da klimmte sie selbst hinan, ganze Eimer voll Wasser hinabgießend in die angelegten Feuer. Schnell zog sie sich immer zurück und die Psetl« und Steine flogen ins Lee ie. Endlich erschienen auch der Bater und die Brü» der. Ader sie waren völlig naß. Die Mutter, von J»kob benachrichtigt, wa» geschehen, hatt« sich ver-gedlich bemüht, sie zu ivrck?» — und hatte schließlich jedem «inen vollen Wassereimer üb«r den Kops gegossen. AIS man im Hose die laute Kommandostimme VallmilS vernaijm, vastuuiuuc außerhalb der Umzäunung da» Geschrei, und alS man durch daS Guckloch in der Türe schaut«, da sah man di« Indianer dem Walde zu fliehen. Mehrere gut gezielt« Schüsse machten noch einigen den Garau». Am Zaun« lag Castro verröchelnd Al» Vollmar sich über ihn bückt«, schlug er noch «inmal di« Aug«n auf, er zuckt« zusammen, sein« Hand fuhr nach dem Revolver, sank aber sogleich kraftlos wieder nieder. „Verdammt!" knirschte er, sich ausbäumend — „ich tot »nd der Streich mißlungen — alle — alle solltet ihr dran — aber bei Euch Bestien — hilft nicht einmal Opium — seid verfl — —" Und mit einem Fluche hauchte er seine verruchte Seele au». Deutsche, unterstützt eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus-gegebenen WirtschaftSgegenstände (Zündhölzer, Seife u. dgl.) da« euch nicht« kostet und dnl Bereinen Nutzen bringt! Gebraucht fleißig die Wehrschatzinarken! 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Ueber neue Einlagen oder Nacheinlagen kann der Inhaber eines Einlagebiichels jederzeit, auch bis zur ganzen Höhe der Einlage, verfügen. Spareinlagebiicher der eigenen Ausgabe und die Kriegsanleihe werden kostenfrei in Ber- Wahrung Übernommen. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlagscheine kostenlos zur Verfügung. Aus Aul aß des 50jährigen Bestandes der Sparkasse werden im laufenden Jahre schön ans-gestattete Einlagebücher, die sich besonders zu Geschenkzwecken eignen, herausgegeben. MM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für HauS und Familie der „Peatschni Wacht" l* ftiffi. Nr. 5 Sie „6flb*art" erscheint >eden Sonntag al« nnmtgellltcht Beilage ftlr blc fielet fer »Deutschen Wacht". — Einzeln ift »Die feflbwart" nicht känllich 1916 Znl Boudoir. Novellelle von O. CzilinSki. Leise »erglomm da» Feuer im Kamin. Draußen war« heller Tag; im Boudoir der schönen Frau von Lotewska aber warst» die elektrischen Lampen ihr künltlich abgebämpsteS Licht über all die raffn wirrte Pracht, die zum Komfort einer schöne» Frau gehört, und dieser Monbaine zum Lebensbedürfnis geworden war. Dcnnoch sah Frau Andrea oder, wie man sie im Freundeskreise zu nennen pflegte, 1a belle An-drle nicht gerade glücklich aus. Zwischen dem roten Haargekräusel, das die marmorweißt Stirn beschäl« tete, stand deutlich sichtbar eine kleine Falte und die weißen, spitzen Zähne hielte» die feine Unterlippe fest wie im verbissenen Schmerz, und doch war'S nur die Langeweile, die die Weltdame so übellaunig stimmte. Lässig ruhten die mit Juwelen geschmückten Hände im Schoß; leise wippte die Fußspitze aus dem kostbaren EiSdärenfell; monoton tickte die Uhr auf dem Kamin — tick tack — tick tack. — Die schöne Frau sprang aus. Nein, sie hielt eS nicht mehr aus. Sie griff zu der Klingel, woraus lautlo» die Zofe erschien. „Wo stecken Sie denn. Marion?" fuhr die schöne Frau bis Mädchen an. «Ganz allein hier zu sitzen, «st wahrlich kein Vergnügen! Als ob man lebendig begraben wäre! O Gott, ich ersticke. Und kein Mensch kümmert sich um mich!' „Gnädige Frau hatten streng besohlen, gnädige Frau nicht zu stören . . meinte daS Mädchen schüchtern. „Schon gut! schon gut! Ihr dumpsen Dome-stikenseelen haltet Euch streng an's Wort. Ach Gott, man sollte mich doch kennen! Aber eS versteht mich eben niemand!!" DaS seine Spitzentuch zerriß unter den schönen Fingern. „Ich fahre in die Oper. Schnell, schnell! Große Toilette natürlich! So fragen Sie doch nicht so dumm, Sie einfältige Person I Ach — e« schellt! Besuch? — Ich bin sür niemanden zu sprechen, hören Sie? Aber sehen Sie nach, wer'« ist — aber schnell doch!" „Baron Reinhardt." — „Wie der langweilige Deutsche? Ach, schicken sie ihn wegl Doch halt: Lassen Sie ihn eintreten. Di« ewige Oper ödet mich auch an. Ich lasse den Baron also bitten . . Sich lässig in ihren Fauteuil fallen lassend, griff sie nach einem Journal; dann wandte sie leicht den Kopf und hob die Hand zum Gruß. „Ach, ton soir, Baron, wie hübfch von Zhuen! Ich langweile mich zum Sterben. Zerstreuen Sie mich!* Wie ein Kätzchen schmiegte sie sich in die P»l-ster, dem Gast die Hand zum Kuß überlassend. Es lag sehr viel Pose in ihrer Art, allein sie wirkte entzückend und auch der junge Deutsche schien berauscht vom Anblick der schönen Frau. „Schönste Anbree, ich bin so glücklich, Sie end-lich einmal illein anzutreffen." Sie lachte kokett. „Stören meine Verehrer Sie wirklich?" „Ach, liebe Freundin, soll eS mich nicht schwer-zen, wenn ich e» miiansehen muß, wie ein Dutzend alter und junger Lebemänner Sie umflattern wie die Motten daS Licht?" „Aon die», lassen Sie den Leutchen doch daS bischen Vergnügen. Sie haben so wenig zu tun, sind so bescheiden." .Bescheiden? Wenn jene Unwürdigen Sie be-gehren? Ich habe einen anderen AuSdruck dafür: unverschämt!" „O, o, man merkt eS, «ie sind ein Deutscher!" „Verzeihung, wenn ich zu plump war. Allein, Sie sind mir zu gut für jene liouöz." Die dunklen Augen der Polin ruhten lächelnd auf dem offenen Gesicht deS Deutschen. Er gefiel ihr, dieser große blonde Junge, dieser deutsche Bär mit seiner frischen Ehrlichkeit. „Ich glaube gar, Sie sind eisersüchtiz I" meinte Sie und lächelte schelmisch, daß die spitzen Raubtier« zähiu verlockend schimmerten. „JstS ein Wunder, Andrea? Sie wissen eS, ich liebe Sie ehrlich und treu, auf zut deutsche Art und Sie spielen mit mir Katze »nd Mau»." .Wie böse Sir aussehen können; ich hätt ei Ihnen gar nicht zugetraut, lieber Hermann!" sie legte einen singenden Accent auf dcn Namen und blickte ihn unter halbgeschlossenen Wimpern eigen an. „Aber es steht Ihnen gu». wenn Sie zornig siud, vraiement! Ader warum eigentlich sind Sie böse? Hab' ich Sie schlechter behandelt, al» all die >nde-ren? Im Gegenteil — ich war immer sehr lieb X* Sie erhob sich lautlos und strich Reinhardt im Vor-übergehen leicht mit der kühlen Hand über die Stir». „Fort mit den garstigen Falten, Sie dummer dent-scher Bär. Sie sollen mich ja aufheitern." „Nun, ich glaube fast, ich erheitere Sie b«-reit»!" klangs bitter zurück. Sie lachte kirrend und ein kleiner bothafter Blick leuchtete in ihren Angen aus. .Vielleicht! Ich kann nur sagen, daß ich mich srischer suhle al» vorhin." Da griff Hermann nach ihrer Hand. „Andree, so entschlüpfen Sie mir diese« Mal nichl. Als ehrlich« Mann will ich eine ehrliche Antwort. Lieben Sie mich also? Wollen Sie die Meine werden ?" „O, o, Sie tun mir ja weh!" Schmollend entzog sie ihm die Hand, lie er zwischen seine Bei-den gepreßt; dann wars sie sich auslächelnd in eine Causeuse. „Verzeihung, ich muß lachen! Sie große» Kind! Wie drollig! Sie machen ein Gesicht, «l» ob» um Tod und Leben ginge oder aus» Schaffot! Sein oder Nichtsein! Ha ha ha. Ob ich Sie lieb«? Möglich. Aber ob ich Sie heiraten werde? Kaum — sehr kaum." Gnädigste!" „Brrr, fressen Sie mich nur nicht gleich! Gott, wie sentimental und wie schrecklich ernsthafte Men» schen Ihr Deutschen doch seid! Diese Leichenbitter-miene!" ..«Sott Lob, wir nehmen ernste, heilige Sachen allerdings ernst und heilig!" Die schöne Frau hielt sich die Ohren zu. „Liebster, bester Hermann, Sie werden komisch. Eine Ehe — eine moderne Ehe — und ernsthast, »der gar als ein Sakrament nehmen? Nein, nein, da» können Sie doch nicht im Ernst von einer Frau, die da» Leben kennt, verlangen? Ich glaube gar, Sie sperrten mich am liebsten i» Küche n.rd Kinderstube ein! — Ha ha ha!" sie lachte silberhell. Dann wippte sie lustig mit dem Fuß und trällerte, ihr viS-a-vi» schalkhaft anblinzelnd: „Sehr komisch, Herr Baron, sind Sie!' — Der Baron erhob sich brü»k. „So hab' ich aljo hier weiter nicht» zu suchen, gnädigste Frau!" Sie lachte. „Beleidigt?" und streckte ihm bit« tend die Hand hin. „O bitte, seien Sie wieder gut. Ich war ungezogen. Nicht wahr, wir bleiben wieder Freunde, bitte, bitte, ja?" Er aber lachte kurz und hart. „Almosen anzu-nehmen bin ich eigentlich nicht gewöhnt, meine Gnädigste.- Nun erhob auch sie sich beleidigt. „Ihr Deutschen seit schrecklich schwerfällig und arrogant. Gleich möchtet Ihr die ganze Hand und —" in ihren Blick kam etwa» lockendes, während sie flüsterte: „Wir hätten doch so glücklich fein kön-«en, Sie — Tor!" Hermann tat, al» hab« er nicht gehört. Form-lich machte er ihr seine Verbeugung. „Leben Sie wohl. Ich reise morgen." „Glückliche Reise I" Hochmütig, spöttisch sah sie ihm nach, wie er hochaujgerichtet zur Tür schritt; al» die Portieren hinter ihm zusammenfielen, zuckte sie die Achseln und murmelte: „Schade! so ein klei-ner Flirt mit dem hübschen Jungen wäre doch eine Zerstreuung gewesen. Aber so sind diese Deutschen: anmaße >d, schwerfällig, sentimental, schrecklich gewis senhasl und dumm, ach so dumm," Htm sein Weit). Au» dem russischen Schiff»leben. Von A. v. d. Düna. Die düstere Oellampe im Dorskrug brannte fast zu Ende. An den Ofen angelehnt, vor sich aus dem rohen Holztisch eine Flasche Schnap», saßen Jebram, der mit sunkelndem Auge nach der Tür schielte, on der Hannak vordem Platz genommen, der jetzt sein Gla» zum Fortgehen geleert hatte. Beide waren Schiffer, jener.verheiratet feit eini» gen Wochen, dieser ein lediger Bursch. Jebram» Frau, ein hübsche«, fleißige» Mädel dereinst gewesen, soll in Hannak» Herzen damals den Haupiteil ausgefüllt haben; daß e» zur Hoch-zeit zwischen beiden nicht gekimmen? Wer weiß e» . . . . jetzt war e» eben Jebram» Weib, ein H2b< sche», fleißige» Weib, das redlich bemüht war, an der Vergrößerung de» Besitztums mit-zuarbeiten. Der Mensch muß sich in» Unvermeidliche fügen! Da» ist da» Beste und am Ende da» Schlaueste, was er tun kann im irdischen Jammertal. Hannak hatte sich gefügt, er war ein armer Teifel gewesen, Jebram war wohlhabend! Hannak stand aus und wollte gehen. „Halt, einen Augenblick!" donnerte mit einem Male eine Stimme an sein Ohr. Jebram war anfgespiungeii, stand plötzlich ne-den «hm und halte seine schwielige Rechte aus seine Schulter gelegt, ihn am Fortgehen hindernd. .Was willst du von mir, Jebram?' fragte Hannak erstaunt und fuhr fort, al» ihm uicht gleich Antwort wurde. „Es ist schon spät, ich muß heim; denn morgen zeitig siüh muß ich mit meinem Kahn nach der Stadt!" In de» anderen Brust lochte e» gewaltig; nur mühsam brachte er da» eine Wort he»vor: „Hund, verfluchterl* „Ein netter AbschiedSgruß!" lächelte Hannak, womit habe ich denn den von Dir verdient?" „Hund, verfluchter," wiederholte Jebram und drückte mit seiner schweren Hand seinen Partner aus die Tischplatte nieder. Mit einem Ruck befreite sich jedoch Hannak au» der unangenehmen Lage, stellte sich vor Jevram hoch-ausgerichtet hin und sagte festen Tones: »Wa» willst du von mir? So sprich!" Hund, hüte dich vor mir und lasse mir mein Weib zufrieden,' stieß jener hervor, „sonst gibt» ein Unglück!" .Narr einfältiger!" rief ihm Hannak entgegen und war zur Tür hinaus, ehe der Andere es hin-dern konnte. Jebram stürzte den letzten Inhalt seiner Flasche hinunter; die Oellampe war ausgebrannt und der Wirt schlief in einer Ecke der Stube den Schlaf des Gerechten; Jebram ging, ein Geldstück klirrend auf den Tisch werfend. Jebram plagte die Eifersucht, doch ohne Grund; denn hübsch, wie sein junge« Weib war, so rein war sie auch. Seine Wlada hatte Hannak wohl geachtet, ni« aber w'tder geliebt; Jebram hatte sie au» Liebe genommen, er mußt« es wissen. Er wußte e». doch der EifersuchtSteufel redete ihm diesen Glauben au». Hub die arme Wlaba halte böse Tagt bc«l»alb t* ihrtr jungen Ehe; benn Jbram neigte zur R"h-hei«, wa« sie vorbei,, gewußt, aber sie hatte gehofft, sie werbe ihn besiegen.....Liebe besiegt boch alle»! An biesem Tage setzte eS wieber eine arge Szene im Jebramschcn Hause; benn ber Schnaps teusel im Verein mit bem EisersuchlSieusel ist cin Doppeliatan schlimmster Sorte. Wlaba ging am Enbe hinaus in ben Garten und weinte bitterliche Da wollte eS der Zufall, baß Hannak ben Zaun passierie, baö arm« Weid jammern hörte, er blieb «inen Moment stehen. „Wlada, haft du wieder einen bösen Tag ge-habt, wie?" fragte er. .Mein Gott," schluchzte das Weib, „ich weih nicht, was er will. Ich hab' ihm doch leinen Grnnd gegeben, baß er wir das Leben zur Hölle macht, daS bischen Leben." „Da hab' ich euch," brüllte es mit einem Mal zum Hause heraus, und mit erhobenen Fäusten stürzte der Wüterich in den Garten, aus fein un-schuldiges Weib. Im Nu aber war Hannak über dcn Zaun und verdeckte durch seine Hünengestalt das zitternde Wesen. „Ha ha," lachte jener höllisch aus, „willst du „och deine Taube schützen, hier dein Lohn." Mil wuchligem Hieb sauste ein Faustschlag aus ihn nieder; doch er traf nicht, denn der, dem er galt, hatte ihn gut parier». »Hund, verfluchter," knirschte jener mit den Zähnen, drohte sürchierlich und verschwand im Dun-Ikl der Nacht auS dem Garten. „Die Mutter GolteS stehe unS bei," flehte da» zitternde Wtib. „Fürchte nichts, Wlada," tröstete sie Hannak, „er wir» schon zur Vernunft kommen." „Nie, nie, wie hab' ich ihn kennen gelernt," schluchzn' sie. „Gehe inS HauS. ich halle Wache, entgegnete Hannak. „Dann ist (S um dich geschehen und nm mich," weinte bie Frau. „Um dich nicht »nd um mich nicht," sagte ver-trauensvoll der Mann. „Ich hörte seine Schritte, er ging in» Wirtshaus, ich solge ihm " Und ehe das Weib ei» Wort entgegnen konnte, war auch Hannak ihren Blicken entschwunden . . . Im Krug war Jebram gewesen, er hatte sich vor Toresschluß noch eine Flasche SchuapS milge-nvmmen. Wohin war er gegangen? Die Nacht war still, im nahen See hallte eS von Ruderschlägeu wieder. Hannak eilte dem Schall nach . . richtig. Je-bram fuhr in seinem Kahn in die Flut hinein. WaS wollte er, der Wahnsinnige? Hannak ihm nach, es galt unter Umstänben «in Unglück zu verhüttn; benn daS junge Wrib mußt« ihren Mann wieber haben. Jebram hörte deS Andern Nacht» nicht, ein innerer Sturm raubte ihm da» Gehör. Er iprang aus, wars das Ruder von sich, ein Sprung, die Wasser schlugen über ihm zusammen. 3 ..Gott sei mir gnädig." hauchte der Andere... ihm nach. Es gelang Hannak. den Untertauchenden zu assen und i« seinen Kahn zu zerren, daS Leben chien entflohen. Hannak brachte dem weinenden Weibe den an-fcheinenb leblosen Köiper ins Haus; das Weib schrie, eS schien der Verzweiflung nahe. Hannak arbeitete nach Lchifferart am Ertrun-fetten ... mit Erfolg. Jebram schlug seine Augen aus, Wasser quoll au« seinem geöffneten Munde, er war gerettet. Hannak ging. Und Jebrams erstes Wort: „Wo bin ich?" „Du bist bei mir, bei beinem treuen Weibe, Jebram." sagte halb schluchzend, halb im Glücke lächelnb, daS Weib. „WaS wolltest bu tun, Jebram, bu gingst ins Wasser." „Um mein Weib," stöhnte der Mann. „Unb um dieses WkibcS willen hat dich Han-nak gerettet," sagte sie leise „Hannak . . . mich gerettet?" kam eS von deS Mannes Lippen. „Ja, Hannak, um deines Weibes Willen." ..Wo ist er?" „Er ist wiedrr davongegangen." „Sag ihm, Wlada, ich . . . war ein Narr, um meines Weibes Willen, das ich so innig liebe." „Wie ich dich!" Sie lagen einanber in beu Armen, wie einst so oft . . .! Nachdruck verboten: Auckchen. Von S. Halm. „Puckchett! Puckcheu!" Der bloube Krauskopf fuhr herum und zwei zornsprühenbe Augen blitzten ben bärtigen Mann an, der sich lächelnd über den Gartenzann lehnte. „Du sollst mich nicht immer Puckchen rüstn! Zu dumm!" Die steinen Füße stampften ben Bo-ben. Nächstens schreien e» mir bie Gassenbuben nach Du weißt boch, wie ich heiße: Onkel Hasso." „Gewiß, liebe Nichte Eusemia." Wieder da« zor ige Fußstampstu. „So nennt mich kein Mensch! Nur bu — bu — du" — sie schluckte merkbar an ben aufsteigen-den Tränen. „Nur du tust mir alles zum Schaber-nack an. Du — garstiger Mtnfch!" „O ja I" mit einem Satz war Hasso über ben Zaun. „Nun hör mal. Puckchen, du bist boch sonst kein Frosch." »Ich heiß« nicht Puckchen.' „Also, liebe Nichte Eusemia." „Onkel Hasso!!" „Ja, so heiße ich, liebe Mia." „Also du kannst es doch aussprechen!" höhnte sie zornig. „Nun sag aber, Kleine — warum bist du denn immer so borstig gegen mich?" „Weil bu bich immer über mich lustig machst." „Gar nicht. Puckchen, Verzeihung, Kleine» — ber Name paßt wirklich wie ausgesucht für bich. Denn sonst bist bu ja gerade keine Tränendrüst. Na, komm, sei wieber gut." Die Vlauaugtn blickten ihn trotzig an. 4 ..Warum reizt du mich eigentlich immer, Onkel Hasso? Gegen Kamilla bist d» ganz anders." »Ja, diel" machte er da« Gesicht verziehend. «Natürlich, die imponiert dir. Ich aber nicht ein ganz klein BiSchen, das weiß ich wohl!' „Darin hast du recht." „Nein immer — wenigstens dir gegenüber." .Das kann ich nicht einsehen." »Weil du nicht willst." «Nein — weil ich nicht kann." Da waren die Beiden wieder bei ihrem tägli-chen Geplänkel. Mit einem Mal wurde die Kleine ganz ernst. Ein tiefer Seufzer hob ihre Bcust. .Nanu," machte ihr Partner verdutzt. „Du seufzest — doch nicht etwa verliebt!" E« klang wie eine Neckerei; aber die Augen des Dreißigjährigen hefteten sich räch forschend auf da« junge Gesicht. „I wo," sagte Mia, die Unterlippe verschiebend. „Ich dachte nur so--" .Wa« dachtest du?" ..Daß es doch dumm in der Welt eingerichtet ist. Camiöa ist immer der Eiern, das große Licht in der Familie. Sie ist schön, sing» wi' eine Lerche, malt, reitet — ich kann nichts und darum nimmt man mich auch nicht sür voll. Aber daS muß ander« weden. Ich dulde eS nicht länger, daß jeder Herr Onkel sich über mich lustig macht." „So so, und wie willst du da« aufstellen?" fragte der amüsierte Zuhörer. »Ich werde auch Gesangstunden nehmen." .Die armen Lehrer!" „Sags nnr! Genier' dich nicht. Ich krächze wie ein Rabe." «Na, da« gerade nicht." „Gut, dann werde ich reiten lernen." «Du sürchteü die Rosse doch so sehr l" «Dann — dann werde ich heiraten!" trumpste sie auf und machte dabei ein Gesicht, als sei sie ent-schlössen zum Furchtbarsten. „Sei so gut! Wen denn? Die Frage klang gar nicht wehr so übermütig. »DaS weiß ich noch nicht," kam eS kläglich zurück. »Du denkst wohl, es findet sich keiner" — wieder ein Seufzer. Dann im überlegenen Ton: „Gott die Männer — sie sind alle so schrecklich materiell. Schließlich habe ich doch 200g Mark von der Patin geerbt." „Donnerwetter!" tat der Herr Onkel achtungs. voll, „dann allerdings!" Mia blinzelte ihn arg-wöhnig an Natürl ch! — da zuckle es ja schon wieder unter den bärtigen Lippen l „Aber Puckchen — friß mich nur nicht gleich. WaS tat ich denn schon wieder?" .Gelacht hast du \" „Ich gelacht? — nicht im Traum." »Schwöre l" „Alle Miineide, die du befiehlst." „Pfui — du bist gottlos!" „Bin ich auch! Aber um auf deine HeiratSab-sichten zurückzukommen" — sie hielt sich beide nied-lichen Ohren zu. «Laß mich in Rnh! Mit dir kann man doch nicht im Ernst reden, Onkel Hasso." „Wenn du den Onkel einmal weglassen woll-test — vielleicht — doch!• »Ja, wie sollte ich sonst sagen?" „Na, Hasso — einfach Hasso — das klingt doch viel netter, vertrauter, meinst du nicht auch?" «Aber — ober — da» schickt sich doch nicht!" stotterte Mia verwirrt. »Schickt sich nicht! Sieh mal an! Ich glaubte immer, du hättest diesem.Schickt sich nicht" ein sllr allemal grimmige Fehde geschworen! Und nun, wo du mir etwa« Liebe« tun sollst — streikst du in deinen Grundsätzen ?" „EtwaS LiebeS, ja, würd« es dich denn freuen ?" „Aber kolossal, Puckchen!" .Gut, sagte sie mit einem herrischen AnSdruck, ich tus, aber nie darsst du wieder das dumme ..Puck-chen" sa-n." „Topp — es gilt." Lachend sah er in ihre seierlich-ernsten Augen. „Ich schwört: nie wieder »Puckchen" !" »Ich schwöre: nie wieder Onkel Hass»!' „Also, liebst« Mia, wie wirst du in Zukunft sagen i" «O . . . . Hasso!" „Nur Hasso? Da» klingt so kalt, so borstig, wo wir doch jetzt ewigen Frieden geschlossen haben. Nun . . ." erwartungsvoll sah er sie an. »Ja, waS soll ich denn noch?" meinte sie etwaS zaghaft mit scheuem Blick. »Nur ein biSchen lieb sein, kleine Mia." Ei» tiefes Rot huschte über das reizende Gesichtchen. „Ja — aber — liegt dir denn daran?" D« legte Hasso den Arm um ihre Taille. „Dummes Kleine«! Hast du denn gar keine Ahnung, wie lieb ich dich habe?" „Ach nein!" machte sie ganz ehrlich. „Ich glaubte iirmer, du--hättest nur deinen Ulk mit mir." »Ja, süße« Mädchen, sollte sich der alte Onkel vielleicht blamieren?" „Nun hast du S aber gesagt." „Was?" „Das vom alten Onkel." „Und du, Mia, Herzenskind, wie würdest du denn sagen . . .?" Seine Stimme zitterte in ban-ger Hoffnung. .Darf ich denn wirklich?" . . . .Ob du darfst, Liebling!" Da legte sich der blonde Trotzkopf fest gegen seine Brust ».nd leise wie «in Hauch klang e« zu ihm empor: ..Hasso, mein Hasso!' „Puckchen, süße«, geliebtes Puckchen!" Sie hatte keine Zeit, über seinen „Wortbruch" zu schelten. Seine Küsse erstickten ohnehin jede« Wort und jeden Gedanken. Vom Hause her aber schallte eine volle Mäd« chenstimme in sehr gedehntem Tone: »Aber Mia — Onkel Hasso — ja, waS tut Ihr denn?" ES war KamillaS Stimme, die da» Paar aus seiner Weltentrücktheit riß. ..Nur ein biSchen verlobt haben wir unS," rief ihr Hasso übermütig zu. Dann aber nahm er eine seierlich-wichtige Miene an. «Bei schwerer Buße, liebste Eamilla, gewöhne dich ans Unabänderliche. ES muß sein. Den Onkel werfen wir miteinander hinab in den OrknS. Ber« stand««, liebe Echwäg«rin?" ftummct 10 Äentsche i'frtnjt €i«e 7 Donnerstag! (10. Februar 1916). ZIEHUNG der 43. k. k. Staatslotterie Schon für 4 Kronen Ist es möglich bar zu gewinnen: 200.000 K 50.000 30.000 80.00» mc. IO.OOO Los." empfiehlt and »eraendet, »olange Vorrat ieicbr. bei gleichzeitiger An-«cbassuriir dea B-trage» ■ Oesterreiehische = Effek ten-Hanöels-Gssellsciia st Wien. Kauf nnd Verknus von Losen, Rente», Pfandbriefen. fremlen Koten etc. tu B'iitngnnd^n. Vertrieb tob Lo-en der 1c. k. ö«terr. K!*»**nlott«:ir» Porto o. Listen 25 b extra (rtkorom. 25 b me&r). Schöner geschlossener Wagen (Coupt5) preiswert zu verkaufen. Zu besichtigen und Näheres bei der Firma Jngef Jarmer, Dampfsägewerk, Bau- n. 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Name: ________ Stand: _______£ Militärverhältnis (bei Kriegsvcrsicherungen): _ ____ Adresse:____ Besuchszeit: ~cr A « S »> c i S über die im städt. Schlachthause tn der Woche vom 24. bis 31. Jänner 1916 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge und Gattung des eingeführten Fleisches. Name des Fleischers Friedrick Johann Janichet M nin Junger Ludwig . Hi\e* Bernhard . Hofidr Ludwig . Le tojchet Jalob Payer Lull« . . ttleviat Franz . Releu'cbcgg Joses S«Uak Fr^nz . . «leljer Joiej . . Suppan Johann Sivettl Johann . Umeg^ iHu olr . (Saftwiti« . . . Pnoate .... £ dilacttungtn tii». cjamHUrtN Wiei« glüitcii 10 ■e Q -1 I I TZ o ; n « I -? £ H a 5 -e -6 Ü) tO m 10 » 1 I E =o Eingesührtes Fleiich in Kilogramm 'S B ■rr «o a H >« «3 16 €eite 8 Deutsche Wacht 5!u««er 10 /für für Kaufleute! Nachdem schon nahezu unsere sämtlichen Reisenden zum Waffendienste einberufen wurden, ist es uns leider nicht mehr möglich, unsere geehrten Kunden wie bisher regelmässig besuchen zu lassen. 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