M«ch.i»M„„«, Nr. 93. Piänum^rationspiei« : Im llomptolr ganzj. st. 11, b!> ,. N. 5.5l>. Für bicZusseNunii inö Haus halbi.5«ll. M>t der Pcst qc,n,!.ss.i5, yalbi.st. 7.50. Mittwoch, 28. April Insert! onö >ieb ilhr bie i« Zeilen: Imal 80 ll.. «m.»0kl., 3»i. i st.;!oust Pr.Zcile lm. «lr.,»m.»lr., sm.ia lr. u. s. U). Iulcltioiltlstciupcl jedesni. 30l». 1869. " Mit I.Mai beginnt cin ncncs Abonnement auf die „Laibacher Zeitung." Der Prä numerations-Preis beträgt für die Zeit vom l. Mai bis Ende Juni 1M1: Im "Comptoir offen.......1 fl. 84 kr. Im Comptoir nntcr Convert . . . . 2 „ — „ Für Laibach ins Hanö zngcstellt . . . 2 „ — „ Mit Post nntcr Schleifen ... . . . 2 ., 50 „ Aiutlicher Theil. 3c. k. nnd t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. April d. I. den Pfarrer in Mortcr Alois Maricich, den Curaten in Okrng Richard Taccuni nnd den Hauptschnldircctor M Tran Franz Varbicri zu Chorherren dcs Colle-giatcapitcls in Trau allcrguädigst zu ernennen geruht. Hafner m. p. Sc. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 18. April d. I. die 3'lora Gräfin H o mpcs ch < Bol lhei m, die Wilhel-Un'ne Freiin Schönowitz v. Ungcrswerth nnd Adlcrsl öwcn, sowie die Caroline Frciiu v. Holz-l)auscn zu Ehrcustiftsdamcn des adcligwcltlichcu Da-Menstiflcs Maria-Schul zn Vrüun allcrgnädigst zn ernennen geruht. Die k. k. Finanzdircction für Krau, hat dcu tön. Finanzconeipistcn Anton Samnda in Agrain zum definitiven Finauzcoucipistcn bei dieser Fiuauz-Landcsbe-Horde ernannt. Laivach, am 24. April 1 ««<.'. K. k. Finanzdirections-Präsidinm. Nichtamtlicher Theil. «aibach, 27. April. , In den, Augenblicke, wo die Secession der Rechten bel der Schulgesetzdebatte so allgemeine Entrüstung er- W nnd unwillkürlich an das alte Schlagwort des Ab- ^lutismus von den „politisch unreifen" Völkern crin- "w. muß die ungarische Thronrede durch ihren cntschic- ^ncn Appell an den Forlschritt doppelt wohlthuend wir- ^,' Wir stimmen von Herzen in den Ansruf eines Diener Blattes cin, welches, mit Bezugnahme auf die y escrtion der Polen, Slovcuen nnd Tircler ans dem ^gcordnctcnhanse, ausruft: „Wer da incint, daß der ""ig von Ungarn, der die Bänder der Stcphanskronc !^"ch den Principien dieser Thronrede regiert, die Erb- ""dc als Kaiser vou Oesterreich nach den Grundsätzen ^s Coucordatcs beherrsche,, will oder kann, welches ?/"c Polen, Sloucncn nnd Tiroler sich bci ihrer Aus' y'bcrung ans dem Abgcordnctcuhansc vou dem Pater I,/Mcr und Professor Jäger als Partcifahuc vortragen ' be"' der mag seinem Lehrer in der Politik das Ho- """ zurückgeben." ^. Ein näheres Eingehen auf den Inhalt der Thron-„^ "chtfcrtigt diese Anschauung. In Einer Vczicliuug ^ ^ttcn die 48cr Artikel, abgesehen natürlich von den I,g 9cn, deren Lösnug mit der Nationalität zusammcn-n","^> eine empfindliche Lücke in liberaler Beziehung 2»'sen; sie halten es versäumt, dcu Orgauismns der e"/WMcutafcl in einer den veränderten Verhältnissen ^Mcndcn Weise ninzugeslaltcn. Ohnc jcdc äußcrc di/^°u nun verheißt die Thronrede, in dieser Richtuug tz. "lntiativc zn ergreifen. Allerdings vom staatlichen tc, ?''^UU'klc aus keiu großes Opfcr, da die alte Magua-cin. ! "'^r 186l uoch 1805 der Regierung irgend stei^ ^' Vortheile geboten, die sich sonst ans der Exl-do,s^"^ zeitgemäßen Oberhauses „für den sichern uud „^ ^'nprovisntion freien Fortschritt" zu crgcbcu pflegen! ^tlin "'"°^ "" Vcrsprcchcu vou nnschätzbarcm Werthe, Clnss ""." bedenkt, wie unendlich schwer die besitzenden s°lltc k - ^'^^ ^'"' '^cud einem Privilegium trennen, ^st ^I'clbc mich bedeutungslos, ja ihnen selber zur die ic?./^'ocn sein! wie damit eine klaffende Bresche in ^sciti 6 der Altcouservativcn gelegt wird, deren il)^. "lmg d r ii d c „ kam,, das Vorspiel zum Triumphe '"'dalen Collegen hüben sein kann! Dadurch, daß die Thronrede selbst die Initiative zu den nothwendigen und zeitgemäßen Reformen in den Vordcrgruud stellt, wird der Ovvositiou der Bodcu unter den Füßen weggezogen. Das Ministerium An-drassy wird die Opposition verstummen machen, indem es die Initiative zu dcn wichtigsten und populärste,, Reformen ergreift, der Umgestaltung der municipalen Organisation und der Umarbeitung des 1848 impro» visirtcn Wahlgesetzes. Es wird die materiellen Interessen befriedigen, durch Regelung des Stcuerwcscus, der legislation über Eisenbahnconccsfiuncn und Actiennnterneh-muugcn, welche die Schätze des uugarischeu BodcuS dem Welthandel erschließen werden, und unter dcu. Eindrucke dieses siegesbewußte,,, offenen nnd loyalen Vorgehens, fuwic einer gewissenhaften Aufrcchthaltung der Prcßfici-hcit, als des Palladiums des constitutioucllcn Staates, wild bald alle Gcsahr der Erschiittcruug und damit einer nnheiluollcn Reaction sowohl für Uugaru, als uicht minder für uuserc cislcithanischcn Zustände bcsei» tigt sein. 67. Sitzung des HcrmllMscs vom 23. April. Auf der Ministcrbank: Grestel, Herbst. Der Vorsitzende Fürst Collorcdo-MannSfeld rröffnct die Sitzung um 11^ Uhr. Rokitausty überreicht zwei Eiugabeu des ständigen Ausschusses des allgemeinen österreichischen Lehrer tagcs, deren eine um Berücksichtigung der Resolutioueu der Lchrcrtagc iu Wien nud Brünu ersucht, die auderc ciu Votum über das Vollsschulgcsctz selbst enthält. Graf Autou AncrSperg beantragt als dringlich, die Lehenöcommisfiou des Hanfes aufzufordcrn, die A u f-Hebung des Lcheusbaudes in Krain in Berathung zn ziehen nnd einen diesbezüglichen Gesetzentwurf cinzuliringcn. ^Au die ^cheüöc^iminssion.) Wiutcrstcin rcfcrirt ,,.imcuS der finanzielle,, Commission übcr die Gcsctzcsvmlngc, Aenderungen der Bcstiminnngcn über die Eiuhcbling der Vcrzchruugs^ stcucr vom Biere. Das Gesetz wird ohne Debatte in zweiter uud dritter Lcsuug augcuommen. Mitlosich rcfcrirt namens der verstärkten sinau-zicllcu uud politischen Commission des Herrenhauses über das Gesetz, bctrcfftud die Bemcssnug, Vorschrcidung uud Einhchung der Erwerb- und Eiutommenstcucr vou Eisenbahn untcrnchnnlugcu. Graf Kuefstein befürwortet die Fafsuug der Commission. Hoflath Unger ist weder vou dem von der Commission bcanttagten Gesetzentwurf noch von dcm vom Abgcoidllctcnhausc beschlosfcneu zufricdcngcstcllt. Beide Entwmfc si»d zwar von richten Principien aus-^c^au,>cu, ohnc jedoch, »vie die Spczialdcballc bcwciscn müsse, zu juridisch richtigen Schlüssen gclommcn zn sein. Redoel tündct daiu'l, ciucn Antrag auf muliviilc Tagcsordnuug au, den er während dcr Spczialdcbattc zn stellen acdcntt. Ueber die Znlässigkcit eines solchen Antrags uach Schluß der Gcncralüchattc wird lau^c Zeit dcb^tlilt. Die Gci'craldcbatl.- ist g^schlosscu und die Debatte üucr t'ic Fo>m^!icnfllls,c nimmt so viel Zeit iu Anspruch, daß Wiulcrsteiu dcu Anttaq stellt, die Gcucialdc. dattc ncn^rdiugs zu eröffncn. W i n t er st e i „'S Antiag wird angciiommcu und Fni st Iudlonowöki ei greift das Wort, um - für die Utolliwcndiglclt dcffcu zu spreche, daß cin Antrag auf motwirte Tagesordnuug in dcr Gculillldcbattc gcsttllt »ucrdc. Hofralh Uu g er empfi.hlt dcmHa»sc folgende mo-tivirtc Tagcsoldining: In Ciwägnng, daß zwar die gcgcuwärlige Bc-mcssliüg, Volschrcibui'g u»d Einhcbuug dcr Elwerd-mld Eiufommclistcucl' von Eiscnbahuuntcruchuinugcn iu Nüchlcht auf die ^a»dcö- nnd Commui,«l;uschläge dcu Aufo,dciuu^u dcr Gercchligtcit uud Billigkeit uicht voll-kommcn entspricht; in Erwägung daß abcr auch gca/n die vollieaen-den G.sctzculwnrfc mmmigfachc witthschastlichc ui,d rechtliche Acocutm fprcchcu; iu Clwäguna endlich, daß dic Reform dcr Slcucr-gcsclMl'UUg im Zugc ist, nud daß die voi liegende Frngc ,», Zusdmmcnhai'gc mit anderen ^Icncrsragru ähnlichcr Art demnächst cincr organische« drsinitiven Lösung znzn-fllhrcn ist, geht daS Haus zur TageSort nuug über. (Bravo! Bravo!) (Dcr Antrag wird hiurcicheud unterstützt.) Graf Wickenburg erklärt sich mit dem Antrage auf motiuirtc Tagesordnung cinoerstandcu, hauptsächlich deshalb, weil dieser Gügcnstauo gleichzeitig mit der Steuerreform in Augriff gcnommcu wcrdcu miisse. Ni'ter v. Schmerling erklärt sich ebenfalls fiir die motivirtc Tagcsordnuug. Fürst Karl Aucrsvcrg.- Der Bericht hat sich die danllnswcrlhe Aufgabe gestellt, die Krai'kcnacschichlc dicfer Angelegenheit darzulegen. Die Zerfahrenheit iu dic< scrAngelegenheit bictct kein tiostlichcs Bild. Wird unS die Bcralhung der Stcncrgesctze den Weg mehr ebnen, das heute noch dcslchendc noli mo tanForo nicht noch bestehen in erhöhlem Hiäße? Denn dann werden einige Eiieuliahnen mehr seiu. Die Abhilfe ist dringend. Die Rcgicruug hat bci der vorigen Verhandlung das Un« rrchte und Leidige des jetzigen Zustandes dargelegt. Man mnß zu jeder Zeit Recht sprechen, wann es begehrt wird, und uicht aus eiue Erleichterung für die Zukunft warten. Die Tagcsorduuug würde tine Un« flllchtbartcit iu der lcaislaliveu Thätigkeit bellluden, wclchc der Vertretung uur schadcu töuutc. Es fpicchen noch Hofrath Unger und Riller v. A r n e t h. Die Generaldebatte wird geschlossen. Fiuanzminister Dr. Brestcl: Die Frage der Vorschlriliun.i dcr Erwcrl'ftcucr ist auch im Stmerre-formanSschnssc des Abgeorduclenhanscs berathen morde,', »ud die Einhebüng der Steuer am S>tze dcr Uoter-uchmung hat dort zu maunigf.ichen Beschwerden Anlaß begebe!,. Die Sache mnß einmal regulirt werden. Es wird sich darum handeln, einen Theil des Erträgnisses ^m Sitze der Ui'tcruehmung, deu anderen im Lande, das die Eisenbahn duichziehl, zu besteuern. Das wird immer die Grnndlagc scin müsscu. Mau hat gemeint, es sei möglich, eine specielle Eiscubahnslcner cinznführcu, die hier i» Wieu tinznhe« beu waic und von dcr dic Znschlägc anf die Länder zu v.ltheilen wären. Dies ware vom Standpuntle der Verfassuug unzulässig. Die Reichsoertrelnng kaun nicht >u Betreff der Besteuerung zu Landeszwecken wie immer geartete Vorschriften erlussci,. Wülde dic Steuer bei der Staatsccutralcasse vor. geschricl'eu, dann tonnle,! nuch Wien nud Niederäster-rcich keine Zuschläge liczicl)en. Dcr St^at könnte daui, wohl cinzclncu Läuderu Suvuenlioucll als Gcschcnkc geben, aber eine solche Vertheilung halle ich snr »>,;„. lässig uud diese Maßregel würde mit Rücksicht auf die so rege Eifersucht nach Erhaltung der Aulonumie dcr Länder nugüuslig aufgcuommcu werden. Es bleibt daher nichts übrig, als auf die vom Abgcordncienhause oder auf die von dcr Commissiou dieses hohen Hauses dcantragtc Fassung cinzugch'U. ^liachdcm uoch der Berichterstatter gegcn Unger'S Antrag gcsprochcu, wird die motiuirtc Tagesorduung ad^elehut und cs wird in die Spezialdcbattc eingegangen. Die Paragravhc l nnd 2 werden ohne Debatte angenommen. Baron Härdtl wünscht, daß nuu die Debatte üdcr dcu crsleu Alislch des H 4 stittfinde, weil von dem Schicksale dieses Absatzes auch jcueS des § 3 abhänge. Fürst Karl Auerspcrg beantragt, die Paragra-phc 3 und 4 nach der vom Abgeordnetenhaus? beschlossenen Fassung anzunehmen. Graf Glcispach erklärt, daß er denselben An' tra^ stcllcu wollte, jedoch mit der Modification, daß im drittcu Aliuea dcö tf '^ (»ach dcr Fassuug des Abacord« netcnhauscs) daS Wort „vorläuft,," und dcr letzte Sah, — „od cinc Vertheiluuu auf einzelne Gemeinde» statt» findet, lileibt dcr ^andcsgcschgebuug überlassen" — wegbleibe. Nach cincr langen Debatte über dcu AbstimmungS-uwduS wild das erste Alinea dcs tz -l, zu welchem keine Acndcruug vorliegt, nach dcm Commissiou^autragc an« geuommcu. Ueber die Alineas 2 uud 3 des H3 wird darauf, nach dcr vom Grafen Glcispach beantragten Fassung abgestimmt und dic Abstimmung erscheint derart zwei« fcll^ft, daß zum Namensaufrufe geschrillen wer-dcu muß. Dicse Fassuug wird mit 35 gegen 32 Stimmen augcnommc». 8 4 wird ebenfalls iu dcr vom Grafen Gleis-pach ameudirtcu Fassuug drö Abgeordnetenhauses angenommen. 698 Vel den Paragraphen 5 und 6 findet leine Debatte statt, und das Gesetz wird sofort in driller Lesung angenommen. Nächste Sitzung morgen 11 Mr. Tagesordnung: 1. die heute unerledigt gebliebenen Gegenstände; 2. Wahlen in die Delegation; 3. Wahlen des Grundsteuer«Comit6s. 68. Sitzung des Herrenhauses vom 24. April. Die Sitzung wird um l,alb 12 Uhr vom Präsidenten Fürst Colloredo-Mannsfeld eröffnet. Auf der Ministerbank: Herbst, Potocti. RegicrungSrath Neumann stellt den Antrag, einen auS nenn Mitgliedern bestehenden Ausschuß zur Vorberathung über das Volksfchnlgcsctz zu wählen. Der Antrag wird angenommen und die Wahl noch heute vorgenommen. R. v. Hye rcferirt über das Gesetz, betreffend die Errichtung von Gcwcrbegerichten. Dasselbe wird in der von der Commission beantragten Fassnng, welche von der des Abgeordnetenhauses in einigen Abänderungen abweicht, ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung genehmigt. 69. Sitzung des Herrenhauses vom 26. April. Auf der Ministerbank: Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus und Unterricht Ritter v. H a s n e r. Der Präsident, Sc. Durchlaucht Fürst Collo« redo-Mannsfeld eröffnet die Sitzung um 1l Uhr 15 Minuten. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und genehmigt. Das Präsidinm des Abgeordnetenhauses theilt die Beschlußfassung über daS Vollsschnlgefetz mit. Graf Hal tig legt cine Petition der Vndwciscr Bczirlsverttctung um Cinbezichnng der Linie Iglau-Neuhans-Vudweis in das demnächst zu vervollständigende Eisenbahnnetz, und Se. Durchlaucht Fürst McnSdorff zwei Petitionen des griechisch'katholischen Clcrus zweier Sprengel GalizienS auf den Tisch des Hanfes. Freiherr v. Krauß refcrirt über zwei Petitionen. Die betreffenden Anträge werden vom Haufe genehmigt. Auf der Tagesordnuug steht die Nachwahl eines Mitgliedes in die Grnndslcnercommissiou. Gewählt wurde mit 40 unter 5)9 Stimmen Landgraf Fürstenberg. Hiemit ist die Sitzung geschlossen. Nächste Sitznng unbestimmt. Die Volksschulcommission hat sich constituirt und zu ihrem Obmannc Se. Excellenz den Grafen Anton Auerspcrg gewählt. 191. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 24. April. Beginn der Sitzung 11 Uhr. Die Galerie ist fehr zahlreich besucht. Vorsitzender: Präsident Dr. Kaiserfeld. Auf der Miuisterbank Hasner und Acrgcr. Gegenstand der Tagesordnung: Special - Debatte über das Voltsschnlgesetz. Der Berichterstatter verliest den § 1. Abg. GrocholSki: Im Anhange zn meinen Ausführungen in der General-Debatte habe ich die Ehre, in meinem uud meiner politischen Freunde Namen die Erklärung abzugeben, daß wir an der Verhandlung über dieses Gesetz, sowie an der Abstimmung leinen Theil nehmen werden, und zwar zur Wahrung dcs verfassungsmäßigen Standpunkts; sollte mithin dieses Gesetz zn Stande kommen, so wird cS ohne unsere Mitwirkung zn Stande gekommen sein. Abg. Dr. Tom an: Ich erlaube mir in meinem und meiner Gesinnungsgenossen Namen zn erklären, daß wir mit Rücksicht auf das. was ich in der General-Debatte ausführte und insbesondere deshalb, weil der vorliegende Gesetzentwurf gegen die Verfassung und gegen die Lünderrcchte verstößt, weil er die nationale Gleichberechtigung entschieden verletzt, weil er für unsere Verhältnisse unpraktisch und undurchführbar ist, und weil sich alle diese Mängel in der Epccial-Dcbatte nicht beseitigen lassen, daß wir ans allen diesen Gründen an der Special-Dcbatlc nnd Abstimmung nicht Theil nch men werden, und daß wir für den Fall. als dieses Gesetz aus der Abstimmung nnd Vcschlnßfassnng hervorgehen sollte, unsere entschiedene Verwahrung dagegen einlegen. ,,. ^ «, Abg. Baron Oiovanell,: Im Namen der Ti» roler, die auf dieser Seite dcs Hauses sitzen, muß ich mich den Erklärnngen, welche von Seiten der beiden Herren Vorredner eben gegeben wurden, anschließen und erklären, daß wir in Wahrnng dcs verfassungsmäßigen Gesetzgebungsrechtcs der Länder an dem Zustandekommen dieses Gesetzes keinen Antheil nehmen können. Neben diesem Grunde haben wir Tiroler noch einen andern. Wir finden, daß durch dieses Gesetz das Recht der Kirche und das natürliche Recht der Eltern auf die Erziehung der Kinder verletzt wird. Wir haben gegen die Verfassungsgesetzc gestimmt, wir haben gestimmt gegen das Gesetz vom 25. Mai 1868; der gegeuwärtigc Gesetzentwurf ist nur eine weitere Ansführung dcs lctztcitir-ten Gesetzes, wir verwahren uns gcgeu das Zustandekommen desselben. Präsident Dr. Kaiscrfcld: Ich erlaube mir nur eine Bemerkung. Insoferne dieses Gesetz hier verfassungsmäßig zu Stande komml, kann ich eine Verwahrung gegen dasselbe wol nicht annehmen. (Rufe links: sehr richtig. Beifall.) Abg. Leonardi: Der geehrte Vorredner hat im Verlanfe seiner Rede von den Tirolern im allgemeinen gesprochen. Mit Rücksicht daranf erkläre ich, daß mein verehrter Nachbar Baron Pralo und ich an der Berathung des Gesetzes Antheil nehmen werden. (Vravo.) Es wird in die Spccial-Verathuug eingegangen. Vor der Abstimmung über § 1 verlassen die Tiroler den Saal. § 1 wird angenommen. Es kommt ß 2 zur Abstimmung. Inzwischen entfernen sich nach und nach auch die Polen und Slovcncn. Der Präsident halt es für nothwendig, vorerst die Beschlußfähigkeit dcs Hauses zu conslatircn. Bei der Zählung ergibt sich, daß nur 5)? Abgeordnete anwesend sind, daß somit 3 zur Beschlußfähigkeit fehlen. Dr Banhans beantragt, die Sitzuug auf ciue Vier» tclslunde zu unterbrechen, weil unzweifelhaft in kurzer Zeit die fehlenden Abgeordneten erscheinen werden. (Angenommen.) Die Sitzung wird um 11'/^. Uhr auf kurze Zeit unterbrochen. Um 2/,, 12 Uhr eröffnet der Präsident wieder die Sitzung und erklärt die Abstimmnng über den § 1 nochmals aufnehmcu und um fich völlige Gewißheit über die Zahl der Mitglieder zn verschaffen, die Abstimmnng durch Namensaufruf veranstalten zu wollen. Es wird abgestimmt. Bei derselben ergibt sich die Anwesenheit von 111 Mitgliedern, also 11 Mitglieder über die zur Beschlußfähigkeit erforderliche Anzahl, doch fehlten noch ziemlich viele aus der Reihe der Vcrfassuugs-trcncn, so unter andern: Graf Benst, Acrgmüllcr, Minister Brcstcl, ScctionSchcf Wafer, Statthalter Coronini, Graf Dürtheim, Herrmann, Iesscrnigg, Lippmann, Schürer, Simonowicz (Äukowincr), Graf Spiegel, Graf Zcowitz :c. 8 1 wild mit 107 gegen 2 ^timinen angenommen. Die verneinenden Stimmen sind die der Aebte Hcl-fcrötorfcr und Zeidler. Nachträglich erscheinen noch die Abg. Dehne und Stockau und der Präsident kann somit die Anwesenheit von 111 Mitgliedern couslatircn. Der katholische Priester Guszalewicz (Abgeordneter des Landes Galizicn — Ruthcnc) hat für den § 1 gestimmt. Die Tricstcr, Istricr und Görzcr sind sämmtlich anwesend uud stimme» für daS Gesetz. Später erscheint noch Abg. Beust. In der Specialdcbatte werden die 88 1 bis 73 ohne Debatte und nachdem dic angemeldeten Ämcndcments der Ausschußminorität zurückgezogen worden, angenommen. Unterrichtsminister Dr. Hafner: Ich habe bei der Geneigtheit, welche der Ausschuß und die Majorität des hohen Hauses gegenüber der Regierungsvorlage knnd-gcgcben, es bisher nicht für angemessen gehalten, anf die Bestimmungen, welche die Regierung in ihre Vorlage aufgenommen hat, zurückzugreifen. Es kann vielleicht auffällig erscheinen, daß ich, den Ereignissen dcs heutigen TagcS gegenüber, gerade bei diesem Paragraphe das Wort ergreife, wo es sich nm eine Bestimmung handelt, die zu Gunsten Galizicns erlassen worden ist. Indeß scheint es der Regierung, daß sie, ohne Rücksicht anf diese Vorkomnissc, die Interessen dcs Landes, in cincm Falle, wo es sich um ein erworbenes Recht handelt, nicht unvcrthcidigt lassen darf. (Bravo!) DaS Regulativ für den galizischcn Laudcsschulrath ist in dem Gesetze vom 25). Mai 1868 ausdrücklich mit Beschluß beider Häuser dcs Rcichöraths aufrecht erhalten worden, ich kann mich daher in eine Discussion über die Grnndhältigteit der Bestimmungen desselben nicht einlassen; aber gewiß ist, daß das hohe Haus scinc Geneigtheit, diese Compctcnz nicht einzuschränken, kundgegeben hat. Die Regieruug glaubte daher iu der gegenwärtigen Vorlage eine Ein-schrünknng dieser Compctcnz nicht eintreten lassen zu sollen, und daher ging dic Bcstimmnng hervor: „Im sinne dieses Regulativs kommen dem galizischen Lan-dcsschulrathe auch jene Befugnisse zu, welche in den 68 35 und 68 dem Minister für Cultus und Unterricht zugewiesen sind." Aus diesem Grunde befürworte ich die Beibehaltung dieses vom Ansschnsse gestrichenen Absatzes der Regic-ruugsvorlage. Abg. Dr. Nechbauer: Der Ausschuß hat diese Alinea deshalb weggelassen, weil er sich über die Ncchts-giltigkeit des Regulativs nicht anssprcchcn wollte. Das Regulativ ist uie im verfassungsmäßigen Wege erlassen worden; im Gesetze vom 25. Mai ist nur erklärt, daß das Regulativ unberührt bleibe; anch damals hat sich das hohe Haus keineswegs ausgesprochen, ob nnd in-wicfernc das Regulativ verfassungswidrig sei, man wollte dasselbe nicht sanircn, demselben aber anch nicht förmlich entgegentreten, ich überlasse es daher dem hohen Hause, ob es auch diesmal diesen Weg einzuschlagen gewillt ist. Abg. Dr. Hanisch spricht in, gleichen Sinne. 8 74 wird in der Fassung des AnsschusseS angenommen. Die Zusätze der Regierungsvorlage werden abgelehnt. Dasür die Minister und einige Mitglieder dcS Centrums. Die 83 75—78, Titel und Eingaug werden ohne Debatte angenommen. Berichterstatter Dr. Dienstl beantragt dic dritte Lesung. Präsident nimmt die namentliche Abstimmnng vor. Das Gesetz wird mit 111 gegen 4 Stimmen angenommen ; dagegen: Dcgara, Conti, Helfcrötorffer und Zeidler. slbwcscnd 65 Abgeordnete. Hicmit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß der Sitzung ^2 Uhr. Nächste Sitzuug Dienstag am 27. Oesterreich. Wien, 26. April. (Der Verfassungsans-schuß) hat beschlossen, über die Petition dcS Grazer Dcmokratcnvcreins wegen der Nnfhcbung verschiedener Bestimmungen dcs Vcrcinsgcsctzcs den Ucbcrgang zur Tagesordnung zn beantragen. — (Ein Protest gegen das Taborprogramm von Biljana.) Die „Tr. Ztg." schreibt unterm 26. d. M.: Wie wir hören, haben mehrere Gemeinden dcs görzer Gebietes gegen das Programm des gestern in Biljana abgehaltenen TaborS prolestirt und erklärt, daß sie nur dem letzten Punkte desselben, der die Pre-dilbahn betrifft, beistimmen. Ausland. Berlin, 26. April. (Dem Reichstage) kündigt die Regierung eine Anzahl von Stcucrftrojcc-ten an. (Große Sensation.) Bismarck erklärt, leicht terc Mittel anzunehmen, wenn der Reichstag solche kennt, aber die Bundcsauölagcu müßten gedeckt werden. Floren;, 2 i. April. (Verhaftungen.^ Ans der Ka m m e r.) Verflossene Nacht wurden auch hier Verhaftn»gcu vorgenommen, dic mit dem in Mailand cutdccklen Complot in Verbindnng stehen. In der Wcrlstättc cincs Waffenschmiedes fand man OrsiniboM-bcn in der Arbeit nnd bei anderen Personen compro< mittireude Papiere. — In der hcutigcu Sitzung del Dcpntulentannner iulcrpcllirtc Bnnauti - Vcllini den Minister dcs Innern über die bckanntcu Conflicte iü Ancona. AuS der Antwort dcs Ministers geht hcrvor, daß die politische Behörde bei diesem Anlasse keineswegs ihre Pflicht that uud daß die Uuoiduungcn voll dcu Schmugglern ausgingen, welche die Politck zulli Vonvandc nahmen. Bixio sprach sich mit großer E"t' rüstuug über das Vorgefallene auS uud rief: Dies sind Zustände, welche jcdcö moralische Gcfühl zcrstorcl'. Was wollt ihr, daß Italien, welches im Auslande ohnehin schon so discrcdilirt ist, dulch dicsc forlwül,rcudc>l straflos bleibenden Angriffe auf das Gchtz nnd rcN Grundsatz der Autorität gewinne? — Aus cinc Aufragt Arriuabcnc's erwiderte der Minister der off. Aibeitcü, die Vcrhandlnngen wegen Einführung eines Special' train« zwischen Brindisi nud Susa seien fasl beendig' nnd derselbe werde künftigen Mai ins Lebcn trete»' Was aber die ostindische Post betreffe, fo sci dcr Widtt' stand gegen daS Project, sic über den Mont Ccnis j" befördern, so groß, daß dicsc Beförderung nicht frühcl slallfinden könne, als bis die Durchbohrung dics^ Berges vollendet sci. Die Regierung habe einen 2)^' vollmächtiglcn abgeschickt, um mit den bctreffciidcu de»^ scheu Staaten ülicr die Einführung cincS dircclcu Zug^ zwischeu Brindisi und Ostcudc über den Brcnncr i" verhandeln. , Paris, 25. April. (Die belgische Frag c/ geht einem Arrangement entgegen. Frankreich leistet V^ zicht auf dcu sofortigen nnd ausschließlichen Betrieb >?c fraglichen belgischen Linien, Belgien seinerseits mau Zugeständnisse, um die dircctc Vcrbindnug zn erlcichtc^ In cincr hcntc stattgcfuudcucn Confcrcnz sollen ". Grundlaa.cn dieser herbeizuführenden Lösung vercinba worden sein. Hagesneuigkeiten. — (Für die einjährig Freiwilligen, ^ ihre Studien f 0 rtsetzcn wolle n.) Auf' Am'eg"^ deö Ministeriums für Cultus und Unterricht nud in« ^> vernehmen mit demselben hat das NcichökriegsministcN'' eine commissionelle Berathung angeordnet, um jene M? regeln festzustellen, welche cö den iu der Präsenz-Di"'!^ stung stehenden, zur Kategorie der S>udireudcn g^"" ^ einjährig Freiwilligen ermöglichen folleu, ihre Studien ^ uoch bestehenden obligaten Studienplä'ue die nachfolge"^. UedergangMaßregcln, welche das NeichökriegSulinisternlN» ^ stätigt hat, zu treffen wären, uud zwar: i'. Die Von"".^ au allen Werktagen, mit Ausucchmc der iu die F"^ ^ (Punkt 3) fallenden Werktage, werden dcu in die Kctteg^ der Studirendeu gehörenden einjährig Freiwillige» 699 schließlich überlassen, wcim dieselben ihre Studien factisch fortsetzen. 2. An allen Werktagen, »on 2 Uhr Nachmittags an, dann an allen Sonn- und Feiertagen Vormittags, endlich während der Ferialzeiten (Pnnlt 3) Vor- nnd Nachmittags, stehen die einjährig Freiwilligen ausschließlich den militärischen Behörden zur Verfügung.' 3, Als Ferialzeitcu l)aben sür die ihre Studie» fortsetzenden einjährig Freiwilligen zu gelten: ll) die Weihuachtsfcricn voin 24. December bis incl. 6. Jänner; d) die Faschingsferien, d. i. voin Iaschmgssonntag bis incl. Aschermittwoch: <') die Oster-serien, und zwar von Donnerstag vor dem Gründonnerstag bis Donnerstag nach Ostern > "h. Es stellte sich herans, daß er, dnrch andere Intermezzi ^bgezogcu, vergessen hatte, den Rollstock aus dem Laufe des Gewehrs zu ziehen und daß dieser Nollstock ihm durch die ^"'nst gcgaugen war. Die Ausreguug im Publicum war ^bcschveiblich. Der Uuglückliche wurde sogleich auf einc Tragbahre gelegt und nach seiner Wohnnng geschafft. Wie Man heute vernimmt, ist die Verwundung zum Glück kcinc ^"^gefährliche; dcr Stock hat die Brust oberhalb dcr "Utgcn getroffen nnd kein Organ verletzt. . —'(Livingstone.) Die mit der Eap-Post in Lon-^n eiugetroffeue ^Nachricht, daß Dr. Livingstoue wohl uud ^Nttter in Zanzibar eingetroffen nnd im Begriffe sei, von ^'t „ach England anfzubrechcn, wnrde schon am Eap be-Mfclt nnd erweist sich jetzt, obwohl ein englisches Kricgö-^ff sie überbracht hatte, als unrichtig. Der Präsident f ^ geographischen Gesellschaft in London Sir N. Mnrchi-'"" hat näuüich Dcpeschcu von dem Viccconsul iu Zauzibar falten, welche bis 5. März reichen, einen Monate späler ^ die Daten der Eap-Post, nnd von Livingstoue durch, ""s keine Erwähnnng thnn. Die letzten directcn N'achrichleu ^ dem llncrschrockenen Reisenden sind vom 14. December ^67 datirt, wo er sich in Eazambc, 709 Meilen von ^"zibar, befand. Mitglieder der geographischen Gesellen si„d ^^. Ansicht, daß Livingstone augenblicklich in ^ bezirke dcr Eüßwasscrsecn reist, 'n ^- (Silberminen.) Ans den längs der Ecntral-""fic-Bahn gelegenen WhitePine-Districten N'cvada's ,,," die Entdeckung ncncr, reichhaltiger Silberadcrn gc-,"wet. Der Silbcrachalt des dort in unermeßlichen Quau-,,"M gcsuudcncn 'Erzes beträgt dnrchschniltlich 50 pEt. ftngt bis zn 80 pEt. d,, 7^ (Zur Gleichberechtigung dcr Raceu ln i" vereinigten Staaten.) Erwähnenswcrth erschel-c." folgende, vom Senate bereits bestätigte Ernennungen: ^Nies Wilde (ein Ncacr) zuut Assessor im Departement f^ "Mcren Steuern iu Louisiana; O. V. Wall (gleich-Kk li'nli^ ^^^ "^^ "^^ befrcnndcn kann uud daß er,t lKem ^ ' ^lccgouvcruenr von Loilisiana ill Louisville ^arbi " ""^ ^"" Omnibus gcwicscu wurde, weil er ein «US >?^ ""^' ^^ "^ßcn Passagiere hallen gedroht, ihn ^" Fenster zu werfen. Neue VruunengattttNst. Anterikanifche Röhrenbrunnen haben nanlcntlich seit dcr abessynischcn Expedition, anf welcher sie den englischen Truppen dic wesentlichsten Dienste leisteten, viel Allklang gefunden, uud durch mehrfache Versuche ist auch bei uns (ill Deutschland) der Werth dieses neuen Apparats cousta-tirt worden. Der amerikanische Nöhrbrnnnen besteht im wesentlichen ans gewalzten eisernen Gasrohren von 32 Millimeter innerem und 1«! Millimeter anßerem Durchmesser, welche sich durch Zusammenschrauben verschiedener Stücke anf einc Länge bis zn 30 Fuß bringen lassen. Dic zuerst cinznrammcnde Röhre ist unten mit einer stählernen Spitze versehen nnd über diese Spitze anf circa 30 bis 40 Ecnlimclcr riugshcrum mit einer Anzahl von Löchern von l, Millimeter Durchmesser dnrchbohrt, so daß das Wasser leicht in das Rohr eindringen tann. An das obere Ende der znsammeugcschraubleu Röhre wird eine Säugpumpe angebracht. Um die Röhre einzurammen, bedient man sich eines einfachen, leicht anznbringendcn Fallwcrks. Man schraubt nämlich au die sentrcchl aufgestellte Röhre 2 bis 3 Fnß vom Boden einen zweilheiligen Klemmring, welcher innen mit Zähnen befetzt ist, so daß er großen Widerstand darbietet. Dann schiebt man auf das Rohr einen circa 70 Pfund fchweren eiscruen Fallblock und befestigt 0 Fuß über demselben zwei Rollen, über welche vom Fallblock ans 2 Seile laufen, mittelst dereu letzterer leicht gehoben wer-dcu kaun. Nuu erfolgt das Eintreiben des Rohrs durch 2 Arbciler sehr leicht nnd mail brancht nur das ganze Fall-wert allmälig höher nnd höher zu schranbcn, um die in-zwischcu verläugertc Röhre bis in die Wasserschicht zn treiben. Dnrch ein Senkblei unterrichtet man sich von Zeit zn Zeit, ob Wasser erreicht ist. Ist dies geschehen, so setzt man die Pumpe in Gang nnd wird dann zucrst unreines, schlammiges, sehr bald aber reiucs Wasser erhalten. Der Röhrcnbrnnncn ist in seiner gewöhnlichen Anwendung nicht da;u bestimmt, Felsen oder feste Slcinbildnngen zu dnrch-brechen, doch ist er vollkommen geeignet, in sehr harte nnd dichte Bodenarten eiuzudriugcn und tann ebenso mit Erfolg durch Kalkgcrölle driugeu, ohue voll Kicselstciueu aufgehalten zn werden. Die Leichtigkeit, mit welcher das Rohr in den Aodcn getrieben werden kann, gestattet, den Ort zn wechseln nnd den Versuch zu wiederholen, falls man anf Schwierigkeiten gestoßen ist. Das Heraushebeu des Rohres geschieht sehr leicht, indem mau das Fallwert umgekehrt wirten laßt. Die Würtlemberger Eentralstelle hat auf dem Eanstatler Wascn sehr erfolgreiche Versuche angestellt. In Dresden hat man den Apparat nachgebant nnd ihn in, mehreren Hänscrn mit dauerndem Erfolg eingeführt. Glei- ^ ches wird alls Elberfeld berichtet, wo bei ciueui Versuch auf freiem Feld iu Lehm- nnd Kicsgrnnd die Brnnnenvorrich-tung binnen 20 Minuten wirtfam hcrgcstcllt war. Die Kosten einer Anlage in Dresden betragen 45 Thlr. Genane Beschreibung uud Abbildung dcö iu Elderfeld angewandten Apparates findet sich im „Praklischcn Maschincucoustrucleur" Nr. 14. (Meyer's Ergänzuilgchcste.) Zur Ucftrul l»cs M'stgchhrs. ii. Dcr Entwurf dcS Neichsgcsctzcs nimmt in erster Linie nur jene Walder und WaltMündc iu seine Ol,-^ Hut, dcrcn Funlicstand und bczichnugswcisc Wlcdcrlic-waldnug durch das allgcmcinc Wul)l oc'cr durch audcre^ offcutllchc Riicksichtcu l)cbotcu crschcliit. ! Dcr Uiuiaug dicscr Wäldcr wird dnrch cincn Ka-! lastcr zn dcslmuilcn snu, dcr biuncil Jahresfrist nach eingetretener Rechtskraft dcS ncuen Gcsctzcs vollcndct sein illüßte. Dcr Entwurf enthält im Artikel l! cinc nähere Charaktcnstit dcr in dcn Kataster lllifzunchmcudcu Grüudc, wclchc cr in drci Katcgoricu theilt, nnd zwnr in jcuc Waldnugm, wclchc iin Hanohaltc dcr Natur cinc lic-soudcrc Alisgabe dnrch dcn wohllhätigcu Eillflnß auf ttlima Ulld Eulturtüchticikcit ciucs Laud.S odcr Lalld-strichcs zu crsüilen l,abcu oder dcrcu Phisischc Widclstauds-krafl znr Sicherung von Pclsoilcu, von offcntllchcin odcr Prlvatgnt cryaltm werdcu muß; dann in solche, dic ans absolut cm d. i. zn anderer Enltnr mcht gccig-netcm Äodcu stocken; cndlich in jcuc üdcu odcr vcrwahr-loslcu Glündc, dcicu Aliffolstuug aus denselben (Ärnu-dcn gcdotcu erschaut. Auf audcrc Wäldcr und WaldMndc crstrcckt sich das Ncichsgcsctz nur insoferuc, als cö jcuc Bestimmungen zu derm Schutze grundsätzlich rcgclt, wclchc vcrfassumMiäßia. dcr Nclchsgcs^'.cbllng zust^hcn. Fnr dicse (dic Wäldcr dcs iia'llstcls) stcllt das Gesetz dic Bcroutc dcr Waldrodung, d. i. dcr Umwandlung in mldcrc Clilturgrimoc und dcr Walducr-w ü st u n g, sowic das Gcbot dcr W icde r auff or st u >l g auf, deren Eiuhaltuua. cs durch angcmcsscuc Gcld- und An'cslsttafcn sichc»stcllt. Dic Wicdcrauffovslun^ wclchc dcr Private innerhalb dcr gcsctzlichcn odcr biuucn dcr durch cin bcsondcrcs liczüglichcs Eltcuntniß dcr politischen Bchördc fcstncsctz-tcn Frist nicht ausgeführt hat, kalin anf Kostcn dcö Säu-migcn vom Viaatc vclsilgt wcrdcn nud dcr lctztcrc sür dcn Fall nicht freiwillig gclcislclcr Zahliliig dic zwangs-wcisc Eutcignling dcs aufgcsolslctcn Odjcclcs bcwirlcn; — doch ist dcm Waldcigcnthnlncr cii'gcrännlt, das nnf gcfolstctc Tcrrain a»ch spätcr noch gcgcn Bclglltnng allcr ^iostcn und Zinsen wicdcr cin^ulöscn. Die Bannlcgliuc; hat i» dcin Gesctzenlwuvsc ihrcn Platz behauptet nnd kcm,l zu,n Schutze von öffentlichem odcr Privatgut zur Sicherung dcr erforderlichen bcson-ocl'll Wllldbchandlnng verhängt ncrdcn. Dic Bcrlctznng dcr Balluvorschriftcn (Banuliruch) nnlcrlicgt cincm ge-gellnbcr dcr finhcrn Gcsctzgcbuug erhöhten Strafsatze. Auch zn Oniistcn dcr Anlage von Waldstraßcn nnd Holztransporlanstaltcn nbcrliaupt wurdc dic Zulässigkcit der Entciginlng frcindcr Oriindc nud Gcwässcr ausgesprochen. Dic Handhabung dcs Ncichs.'csctzcs cinschlicßiss des Ztrafvcrfahrcns nbcrträgt dcr uorlicgcudc Entwurf, ohne die ucrfassunörtc>t nnd hcdcn schlicßlich nur nuch hcroor, daß wir ndciall da? sorqfälli^c Vciuühcn dcS Comites >vah!iiali>ncu, dcr nwgllchstcn Freiheit dcr Wlildwiitl)-schaft V^t)U zn lncchsu nnd dicfc nnr dort z» bcschiän-kcn, wu es dic Nncksichtcn des öffentlichen Wohlcs nn» cibiitlich fordcrtcn. Auf das Landesgcfctz, das für nnfcril Lcscrkrciö von vorzüglicher Acdcnlnng, kommen wir im nächsten Allikcl zu splcchcu. Locales. — Wir haben bisher die Berichte über die Gemein-derathsverhandlnngcn stets mit dcr möglichst größten Be« schlcuuigung gebracht; wenn dies bezüglich der gestrigen 'Sitzung hentc nicht der Fall ist, so bitten wir, uns die Schllld nicht bciznmcsscu, da iu dcr gestrigen Sitzuug für den Berichterstatter, vielleicht ans Versehen, keine Vorsorge getroffen nnd somit derfelbe anßcr Stand war, seine Anf-gabc zn erfüllen. — (Das Po st a ml am hiesigen Bahnhöfe) lwird vom 1. Mai d. I. ali auch G e lda uwc i fuu ge n bis zur Höhe von 50 fl. annehmen, dnrch welche Anordnung dem Publicum eiue gewiß sehr erwünschte Erleichterung im Vcrtehr geboten wird. — (A rmceverä uderungcu.) Eingetheilt wurde aus dcm zeitlichen Ruhcstaude der' Hauplmauu 1. Classe Eduard Ritter Stcttlcr von (Holdstadt zum 17ten Infanterieregiment. Zum Geueralinajor wurde ernannt der Oberst Graf Alexander Atte m s auf Heil i gcn krenz, Eolnnlandaut dcs 17. Infanterieregiments mit dcr Bestimmung als zugetheilter Gcucralmajor beim 14. Truppen- .divifious- und Miülärcommando zu Preßburg; znm Truppcu-i Brigadier Hugo Graf Bern stör ff, Eommandant des 4. Feldjägerbalaillous (für die Brigade Permanu zu Laibach), mit vorlä'nfiger Vclassuug iu seiuer dermaligcn , Ehargc. Znnl Rcgimcntscommandanten beim Infanterie-^Regimeutc ^)lr. 17 wnrde ernannt Angust N'cnbcr, Oberst ! des Generalstabcs; zu Obersleu die Majore: Anton Kratty !des 17. Infaulericregimcnls, Hugo Gerlach des 37. Iu<-i fantcriercgimcnls beim 7'^. Inf.-Reg., Arthur Graf Liechte n b e r g - M o r da; t - E ch,l e e b e r g des 11. Hnßaren-^ Regiinents, im Rcgimentc. Znm Major wurde ernannt der Hanplmann l. Elasse Josef Hinke des 22. Inf.-Ncg. beim 17. Inf.-Reg. Zum Hauplmauu 1. Elasfe wurde ernannt zder Hanptmallll 2. Elasse Earl Baumgartncr dcs Inf.-Reg, Freiherr v. Kuhu Nr. 17, Viucenz Jack uud Otto Vogeler desselben Rcgilllcnts — alle ill ihrem Regiment, und'Johann Kaßda des Inf.-Reg. Freiherr v. Ma-roicic Nr. 7 beim Iuf.-Reg. Nr. 17. Zum Obcr-lientcnant die Licntcnanls Earl Mcrizzi nud Alfred v. Audrochowicz des Iuf.-Reg. Graf Huvn Nr. 79 im Regimente. — (Der heurige Maiausflug des Laibacher Turnvcrei n s) wird, wie wir hören, am 23steu Mai staitsludcn und ist folgend projectirl: Früh niit dem gemischten Zngc llach Laase, von dort auf den Iantschberg, dann über Salloch zurück llach Iosefslhal, iu dessen herrlichem Parke das Mittagmahl eingenonimen wiirde. Am Nachmittag dürslcn sich anf diese,» freuudlicheu Platze uoch Viele andere Gäste cinfindcu, umsmuchr, da cme Anzahl vou dcu Turucrn sreuudlicl, gesiuute» Danicu denselben bei dieser (>>clegenhcit einc freudige Uebcrrasänlllg zugedacht haben soll. Im Laufe des Sommers wird dann noch cin Ausflug statlsiüdeu uach Zwischeuwässcrn nber den Groß-kcihlenberg, eiu driller Nachmittagsauoflug nach einem in der Nähe gelegeucu Plll,ktc und endlich im Spätsommer ciu größerer Ausflng per Eiseilbahn. Auch die Schüler dcs Vereins werden im Lanfe dcr Eounnersaison »nehrcre Ausflüge unter Leitung dcs Lehrers unternehmen. 700 Verein der Aerzte. Am verflossenen Samstag fand eine wissenschaftliche Ver sammluug des Vereins der Aerzte statt, welche durch das Interesse der verhandelten Gegenstände jedenfalls zu den hervorragendsten Versammlungen dieses thätigen Vereins zählen darf. Nach Verlesung des PrutokvllS der letzten Sitzung theilte der Secretär mit, daß Dr. Schiffer der Pereinsbiblic>thek cinc interessante Bücher sammlung (fast 190 Bände) zum Gescheute gemacht habe. wofiir dem genannten Vereinsvorstande der Dant der Vcrsannuluug volirt wird. Dr. Schiffer hat die Sammlnug aus dem Nachlasse des verstorbenen Stabsarztes Dr. Hollub erhalten. Die Sammlung bc ansprncht dadurch ein besonderes Interesse für sich, als ein bis her in der Vcreinsbibliothel fast gar nickt vertretenes Fach, dü-homöopathische Literatur, eiu zahlreiches Contingent stellt. Der Obmann theilt ferners mit, daß die Doctoren Panlii und Basic dem Vereine als Mitglieder beigetreten sind. Herr Fiuz führt hierauf ein eilfjähriges Mädchen vor, welches auf den Nameu Antonia getauft, bisher Mädchenerzichung und Schule genossen hatte, jedoch in den Acltern Zweifel an dem Geschlechte des Kindes hervorgerufen hat. Nach geuauer Unter suchuug hat sich der Verein dahiu ausgesprochen: 1. daß hier ein Fall von falscher Hermaphrodisie vorliege; 2. daß das bislier als Mädchrn erzogene Kind unbedingt als niänulicheu Geschlechtes zu betrachten, zn erklären und zu erziehen fei; 3. daß der Verein in seinem Archive eine genaue Beschreibung des Falles hinterlegen möge als Document, falls später ttber das Geschlecht des Kindes neuerdings Zweifel erhoben werdcu sollten. Dr. Fnx ertlärte sich bereit, diese Beschreibung zn übernehmen. Hierauf zeigte Dr. Keesbache r zwei Scctionsbcfnnde der feltenstcn Art vor, welche bei Kranken seiner Abtheilung in der letzten Zeit vorgekommen sind. Der erste Fall betraf eine Gehirn -geschwulst, über deren Charakter sich bisher keine bestimmte Mei nung unter den Aerzten, denen der Fall mitgetheilt wurde, gcbil det hat. Dr. Keesbacker wird den Fall respect, das Präparat zur Begutachtung an eiuc Universität absenden nnd erllärt, im Laufe der Saison noch einmal darauf zurückkommen zn wollen. Der zweite Fall betrifft eiuc Kuocheuauflageruug an der aufsteigenden Aorta, welche bei einer diaguoslizirteu Insnsficicnz der Aorten tlappen, ciuer Stenose nild Hypertrophie des linken Herzcus, außer dem zur Diagnose eines Aorteuaueurisma's Veranlassung gab, welch' letztere aber durch die Section nicht als ein eigentliches Aneurisma, sondern als eine consccntivc Erweiterung des Aorten-rohres sich herausstellte. Pros, Valcuta theilte hierauf eiuen Fall von Pncrperal Proceß mit, welcher ungewöhnlichen Verlauf zeigte uud die Er scheinungen des Gelenksrheumatismus und später des Thplnis vortäuschte; letztere Diagnose wurde von Dr. Keesbacher gestellt. Nachdem aber Typhus uud Pucrperalproceß iu der Literatur als gemeinsam umkommend bisher nur in cin paar nicht außer Zweifel stehenden Fallen verzeichnet siud, so couceutrirtc sich alles Interesse auf deu Settionsbefuud dieses Falles. In der That coustatirte derselbe einen Puerperalproceß mit Metastasen im Oriente uud Niereu, aber zugleich anch eine Ncihc von Erscheinungen, welche die Anwesenheit eines Tophus uicht unwahrscheinlich liiachen. Dr. Mad er, welcher deu Fall mikroskopisch behaudclte, schloß jedoch den Typhus aus; dessenungeachtet bleibt eiu Theil des Befuudrs noch zweifelhaft, ob selber uicht doch oem Typhus zugehörig er-" scheinen solle. Dr. Valenta regte hierauf cine Discussion iiber Dyphtc ritis au und erläuterte seine Behandlungsmethode mit Chlorlali und hypermaugausaurem Kali, letzteres äußerlich augewcudet Dr. Ke es dach er zieht hierauf den Werth der Brechmittel iu den Kreis der Besprechung, Dr. Aleiwcis Mi. erwähnt die Hydrotherapie als nmstimmcndes Moment. Prof. Valenta vindicirt dem erregenden Umschlage, Dr. Keesbacher der Kälte bei Angina, der Wärme bei Dyphteritis ihr Neckt. Dr. G a u st c r citirt Erfahrungen st'iucr Praxis und tritt ebenfalls für die Be Handlung mittelst hypcrmangansaurcm itali in seiner örtlichen Anwendung ein. Der vorgeschrittenen Zeit wegen entfallen die anderen Gegenstände der Tagesordnung nnd es wird beschlossen, die Versammlungen bis über den Sommer zn vertagen, — (Bäronjag d.) Aus Planina, 25. April, schreibt mau dcv „Tgpst." : Heule Nachts schoß Fürst (wist Win-dischgrätz einen Bären auf dem Hochstande, welcher Hochstand auf Bären nur hier in Kram cxistirt. Es ist dies nämlich cin Kasten von Bcmmstäliden, worin sich ein todtes Pferd befindet. Nachdem der Bär durch drei Nächte den Kasten desncht hatte, ereilte ihn heute Nacht der Tod aus der mit Posten geladenen Büchse. Einladung an dic Herren VercinSmitglicdcr und Freunde der Naturwissenschaften zur Monatewersammlnng des Museal-Vereins am Donnerstag den 2!). Aprll um 5 Uhr Abends im Locale des historischen Vereins im Schulsscbäudc ebenerdig links. Tagesordnung: 1. Staatsaiiwalt Dr. Ernst v. Lehmann: a. Photografthischc Herbarien; 1). Ein Manuscript über römische Denkmäler und Münzen in Kram. 2. Josef Stußincr: Ueber die Höhlenthiere der Moräutscher Grotten. 3. Cnslos Des ch mann: Beiträge znr Krypto-gamcnflora Krams. Laibach, 27. April 1869. Von der Geschäftsle itnn g des Museal-Vereins. Kundmachung. Donnerstag den 29. April d. I. um 5 U h r N a chm i tt a g findet im vormaligen PolizeidircttionS-gcbäudc (Hcrrcn^asse Nr. 20?) eine Local- nud Consort i alvcrsammlu n g des ersten allgemeinen Bcamtenvereincs statt, zn welcher alle Herren Mitglieder und Theilhaber dieses Vereines eingeladen werden. Tagcsordnnng der Localversamml nng: Besprechung wegen Beschickung der am 1.^. Mai d. I. iu Wien stattfindenden 4. ordeutl. Gclicralver-sammlnng des I. alla,. Bcalntciwrrcins. Tagesordnung der C o n sort ia lr> e» s a tu m lung: 1. Bestimmung des Zinsfußes fltt Vorschüsse. 2. Festsetzung der Vcizugszinscn bei verspäteten Ratenzahlungen. Neueste Post. Wien, 26. April. In der heute stattgefnndenen Sitznng des Vcrfassuugs-Ansschnsseö bcrichtclc Van der Sttaß, über den Oesctzcnlwutf, betreffend die Kund machuna. von Gesetzen nnd Verordnungen durch das Ncichögcsctzblatt. Zum Alinea 2 dcS Paragraphs 2, welches lantct, daß die dcnlschc AnSgadc des RcichsgesctzblaltcS als 'nilhcülischer Text zn gelten habe, beantragt Abg. Dr. Tuinan, das; slalt dieser Äcstiminung festgesetzt weide: „daß als Uitext eines Gesetzes diejenige Sprache zn gellen habe, in welcher dus Gesetz berathen und beschlossen werde;" dagegen erklären sich der Berichter-statlcr, Minister Dr. Giskr^, Abg. Dr. Aanhans und Äbg. Kuranda. Abli. Toman erklärt, daß er die deutsche Sprache nicht ansgcschivsscn haben wolle, da ja gca/nwärlig im Rl'ichsrattic in dcutschcr Sprache veihaudcll nnd beschlossen werde, daß jedoch die Erwähnung der deutschen Sprache in diesem Absätze die legislative Feststellung der Hegemonie dieser Sprache wäre und daß man oiesfolls wenigstens den Anstand wahren soll. Gegen diese Acnßcrnng deS Abg, Dr. Toman erheben mehrere Mitglieder, darunter Dr. Franz Groß »nd auch der Minister namens der Regierung lebhafte» Widerspruch, nnd das Amcndcmcnt dcö Abg. Dr. Toman wiid mit allen gegen die einzige Stimme des Antragstellers abgelehnt. Wien, 27. April. (Tr. Ztg.) Cardinal Rauscher erhielt ans seine nach Rom gesandten Vermittlnngö-vorschlägc cinc kategorisch ablehnende Antwort Anlo-nclli'S. Pest. 20. April. Beim Empfange der Mitglieder des Abgeordnetenhauses erwiderten Sc. Majestät _________________________________________—^ auf die Ansprache des Präsidenten: ..Mit anfrichtiger Sympathie erwidere Ich Ihre Begrüßung. Die unabweisbaren Interessen des zeitgemäßen Fortschrittes werden Ihre Thätigkeit in erhöhtem Maße in Anspruch ^ nehmen. Eine große Fülle von Arbeiten harrt der schnellen Erledigung. Arbeiten, welche ebenso viele Vorbedingungen der Entwicklung und Blüthe Ungarns sind. Ich hege die sichere Hoffnnng, daß Sie mit patriotischer Eintracht diesem edlen Ziele zustrcbeu werden und daß dieser Reichstag reich sein wird an praktischen Resultaten." Ans die Ansprache des Präsidenten der Magnatcn-tafcl erwiderten Se. Majestät: „Ich bin überzeugt, daß Ihre Worte von anfrichtigcr Znncignng und Anhänglichkeit eingegeben sind nnd daß ich bei der Verwirklichung Meiner väterlichen Absichten auf Ihre eifrige Unterstützung jederzeit zählen kann. Ich nehme daher Ihre Begrüßnng mit Frendc entgegen und erwidere dicsclbe vom Herzen." Pest. 27. April. (Tr. Ztg.) Die Opposition b> absichtigt, in der Adreßdebatte die dalmatinische Frage anzuregen. Berlin, 26. April. (N. fr. Pr.) Der Herzog von Ratibor und Graf Frantenbcrg überbrachten dein Könige ans Rom ein eigenhändiges Dankschreiben des Papstes. Der Herzog von Natibor erhielt das Oroßkrcnz des Pins-Ordens, Graf Frankenbcrg das Großkrcuz deS Gregor-Ordens. Berlin, 26. April. (Ncichstagssitzung.) Der Bun-dcscommissär Scheele vertheidigt die Branntweinsteuer-Vorlage nnd theilt hicbci die ferneren Stcncrprojccte mit, nämlich: Eine Petrolcnmstcncr, Glassteucr, Wechselstelle pclstcncr. Börscnstener nnd eine mäßige Vicrstcucr. (Große Sensalio,'.) Kardorff bekämpft die Branntweinsteuer als für die Landwirthschaft sehr nachthcilig. Graf Bismarck clkläit, er übernehme die volle Verantwortlichkeit fur die Voilagc, die BnndeSausgalicN müssen bcstrittcn weiden. „Kennen Sie andere leichtere Mittel, so werden wir sie gern acceptircn." Telegraphische N5echselcourse vom 26 April. 5perc. MelalliqneS 61.—. — kperc. M.'tallicnics mit Mai- nnd Novnubcr-Ziuscu 61.—. — 5verc.Naliol,al-Aulel,cu 69. - . — 1860er l Staatsaulehen 98. . — Ganlactien 721. — Crcditaclien 276.50» — Loudou 121.85. — Silber 119.50. — K. l Ducaten 5.74 Das Pchdamvfschiff ..Memannia," Capitän Barduci, welches am .'N. März von Hamburg abgcaMgen, ist a«l 16. April wohlbehalten iu ^)l'cw-^)ort angekommen. Kandel und Golkswirthschastliches. Flilsselbahu ^eobeu - Vordcrubera.. Der steierische Lliiidlag h^tlc die i)n'slilulnm gesnfjt, daß die Flilgclbahii von Leoben nach Vorderubclg durch Liuflußlllihmc der Rcginung möglichst rald zu Stande luuiuic. Wic man uuu der Grazcr „Tagespost" milthcilt. hat das Haudolsmiuislcriulu erklärt, daß es dic Wichliglrit dl.>r fraglichsu Eiseubahxonbiudniig lciucswcgs vl'ilcuuc und auch bcn'il sri, da« Zustaudekomlucn derselben »w^ lichst zu fürdcru, wcgru der viclseitigcu Iunuspnichnahmc dcs Staatsschatzes jedoch von der Gcwah.ung einer Slaatsgarautic odcr Suduentiuu filr diese Pcrli!udu»n.ichcchu umsounhr Abscheu !nüss<'. als Auösicht uorhaudcn ist. das/ die nur bei zwci Mci!c>l laiilir Vnhn auch ohnc derartige siuauziellc Opfcr zn Stande loin^ lucii loiino. Wohl aber wurde die Gewähruug uou Steuer- ulit» Ocliilhleulicslciuiil, iu Aussicht gestellt. Auf dieser Onmdlagc werde die Durchsiihrnnq dicscS Unternehmens von ciuen« Consols tlnlu auch bereits augcstrebt. Ateleurolassische HieotwchlulMll ill Lmhuck^ " ^ ,^ ^ " " ^ ^"s> 6 U. Mg. 828.?« -!- <:.!> ! windstill halliheiter ^7. 2 ,. N, ^ 828.73 4-14« !O.schr schw. griißlh. b.'w, 0.i>u I0„ Ab. I 328.9l ^l" 8.4 ! windstill heiler Marabus halbhciler, später zuuchüimde Vewölluug, Nl'sse»' wolkeu. ruhige r!nft, Abends sterucuhrll. Das Tagcömitlel dcr Wärme ^ 10 0". um I'5" ilbcr dem Normale. Vcrautworllichcr Redacteur: Ignaz v. K l c i u m a »! r. DÜ^tllilllllh!. Wie», 26. April. Die Vürse war matt gestimmt. Fonds uud Acticu stellten sich billiger aber auch Devisen uud Valuteu giugcu wcscutlich zurück. Geld flllssig.^ ^, AUstemeine Staatsschuld. Für 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5> pEt.: in Noten uerziiwl, Älicii'^toucmbrr 61.49 61.50 „ „ „ Frbruar-August 61.25 61.^5 „ Silber „ Iäunel^Iuli . 69.l<» 69.5») „ „ „ April-Oclobrr. 69.^0 69,40 In üstnr. Währ . . zu 5pCt. 5i?.90 58. lU dcttc, v. 7», I860 . . 5 „ 62>0 6!<,— detto rückzahlbar (y - 5„ 96.75 99.- detto „ (?). 5 ,. 97.75 98. - Silber-Aul. 1864 (l.St.) 5 „ —.— ^ -^ 1865 (FrcS.) 5 „ —.- —-^ MetaüiqueS . . .zu4'/,M. 37.— 37.25 MitVerlos v.J. 1839 212.- 212.5» MitVerlos.vI. ,854 zu 250 ft. . . „4 „ 9125 92.50 MttVerlus.v.J. I860 zu 500 fl. . . „ 5 „ 99,80 100.— MttVrrlos. v.J. 1860 zu 100 fl. . . „ 5 „ 101.50 101.75 MltVcrlos.v I.1864 zu 100 sl...... 12 l.— 121.25. «lomo-Renlrusch zu 42 Lire »ugt.pr.Slücl ..... 23 50 24.-Staats-DoiNliucn'Psandbricfc zu 120 fl. ii W. (300 är, ü pCt.) in Silber pr. Stuck . . . 116.25 116.75 Gvundentlastungs-Vbligationen. Filr 100 fl. Geld Waare Nieder-Ocstcrrcich . . zu 5 pEt. 92.75 93.— Ober-Ocsttrrrich . . „ 5 „ 91.^- 92^- Salzburg .... „ 5 „ 90.— 91^- ^oymcu .... „5 „ 92.28 9250 Mähren .... „ 5 „ 90.50 91.— Schlesien .... „ 5 „ 90. - 91.- Stciermart ... „ 5 „ 90.— 91.— Ungarn.....„ 5 „ 81.— 81.s,(, Tcmeser-Bllnat . . „ 5 „ 78.25 79.75 Crnalicn uud Slavouien „ 5 „ 82 ü(^ ____ Galizien .... „ 5 „ 72.25 72'7,> Siebenbürgen ... ,. 5 „ 74.75 75.2f, Vukoviua .... „ 5 „ 72.— 73 ^ Uug. m. d. V.-C, 1867 „ 5 ,. 79.25 7975 Tem.B.m.d.V.-E. 1867„ 5 „ 76.- 76.25 Actien Stadlgem. Ofen ,. 40 „ ü. W 37.50 38 50 Salm „ 40 „ „ . 42.50 43.-> Geld Waa" Palssy zu 40 st, 8. W. 35.- 36.- Clary ., 40 .. .. . 37 50 3^" St. GrnoiS „ 40 „ „ . 33 75 34.^ Windischgra'k „ 20 „ „ . 22.50 23. Waldsteiu „ 20 „ ,. . 24 50 25. , Keglevich „ 10 „ .. . 16.25 16.>' Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 15.- l5^ Wechsel (3 Mon.) Augsburg für 100 st südd. W. 101,70 i0l,A Fraulsurt °.M. W0 ft. drtlo 101.90 10"^" Han,b»rc>. für 100 Marl Vaulo 90 40 9< ^ i!liudou für 10 Pf. Stcrlittg . 122 80 l2^ Paris für 100 Francs . . . 48.90 ^"^ Eours der Geldsorten Geld W°a" K. Münz-Dncaten . 5 st. 81 lr. 5 st. «^ lr. Napoleousd'or . . 9 ,. 86 ,. 9 ,. »^ " Nuss. Imperials . 10 „ 10 „ 10 « ^ " Vcrcinsthaler . . 1 ., 80 „ 1 « »^ " Silber . . 120 „ 50 „ 120 ,. ?5 " Krainische GruudcullaNungS-Obligationen, P^ vatuotiruug: 8650 Geld, 90 Waare