Vräuomrraiiii!!» - Prrilt: Für LalbaL Banz,ahr,g . . . ü fl. — kr. Halbjährig . . . Z , — , Bierreljährig. . . i . SV . Monatli» . . — , SV . Mit der Post: Ganzjährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . t » SV , Lierleljährig. . . i ^ iS . Für Zustellung ins Hau» vierlel-iLhrig 25 tr., monatlich g kr. Einzelne Nummer» S kr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. SeLakIiou Ladnbolgafle !ttr. IS» Lrrrdilioii und Zulrralru üiirrau: reugreßplah Nr »KLuLhandlunz V7N 2. v. Alemn.avr L K.Bamberq- Ziiskrlionsprkise: Für die einlvallige Pelikzeile 8 kr ee> zweimaliger Einschallung LS kr. dreimal L 7 kr. InjertionSflcmvel jedesmal SV kr. Bii größere» Inleralen und österer Linlchaltung eutlvreidendei Rabott Nr. 146. Freitag, 1. Juli. — Morgen: Maria Heims. 1870. Die Klerikalen und der krainische Großgrundbesitz. Gei den bisherigen LandtagSwahlen der Kurie des Großgrundbesitzes mußten die Klerikalen die bittere Erfahrung machen, daß daselbst für ihre retrograden Tendenzen kein fruchtbarer Boden vorhanden sei, daher sic niemals einen ernsten Versuch wagten, mit ihrer gesammten Streitkraft am Wahlplatze zu erscheinen. Die letzten günstigen Wahlerfolge jedoch scheinen in ihnen den Entschluß hervor -gerufen zu haben, am heutigen Tage, an welchem der krainische Großgrundbesitz zehn Abgeordnete in den Landtag zu wählen hat, alle ihre Glaubensstreiter ins Feld zu stellen. Wir wollen hoffen, daß die liberale Partei der besagten Kurie diese Möglichkeit ins Auge gefaßt und für den Wahlkampf, dessen Ausgang wir mit Spannung entgegen sehen, gerüstet erscheinen werde. Die bisherige Aktion der Klerikalen ist durch einen Aufruf gekennzeichnet, welchen Graf Barbo unter den adeligen Großgrundbesitzern kolportirt, derselbe lautet wörtlich also: An unfern krainische» Adel. Se. Majestät unser allergnädigster Kaiser hat in eben so väterlicher als weiser Absicht, um den von seinen Völkern gewichenen inneren Frieden wieder zu begründen, an diese seine Völker appellirt, damit sie stch ohne Furcht und Scheu aussprechen, ob ihre bisherigen Vertreter am Sitze der Krone auch fernerhin ihres Vertrauens würdig sind oder nicht. — Die unleugbare Majorität des krainifchen Volkes hat bei den am 27. v. M. (?) vollzogenen Landtagswahlen der Hochherzigkeit des Monarchen mit einer im parlamentarischen Leben selten vorkommenden Einstimmigkeit entsprochen. — In wenigen Tagen tritt dieselbe Pflicht an die Großgrundbesitzer und sonach zunächst an unseren krainischen Adel heran. Die ganze Geschichte unseres Herzogthums liefert den zweifellosen Veweis der erhebenden Einigkeit zwischen Volk und seinem historischen Adel. Unter der Führung hervorragender Helden dieses Adels, worunter der unsterbliche Ruhm unserer Auersperge voran-leuchtet, kämpften die tapferen Krainer an der Knlpa und bei Sissek und in Hunderten von Siegen gegen den Halbmond und besiegelten mit ihrem Blute das innige Band zwischen Kaiser, Adel und Volk. Im Gewühle der Schlachten, am Felde der Wissenschaft, im Kreise der Staatsmänner glänzen die Lichtenberge, Wolkensberge, Barbos, Zoise, Lazarinis, Codellis und alle die übrigen edlen Namen voran. Die große Zeit, in welcher wir leben, wird für unsere weitere Geschichte die Frage zur Lösung bringen, ob unser Adel auch fernerhin dem seinem Herrn und Kaiser treuen Volke voran gehen oder sich jener, dem Umstürze aller bestehenden Verhältnisse entgegen treibenden sogenannten liberalen Fortschrittspartei anschließen wird, welche schließlich nur die ganz gleichen Erfolge wie die letzten Dezennien des vorigen Jahr-hnndertes in Frankreich haben muß. Denkt an das große Genie des Grafen Mirabeau! Auch er huldigte dem bestechenden Rufe des alles nivellirenden Liberalismus, und als er zur Kenntniß kam, war es zu spät; — das Haupt des Königes siel! — Denkt daran! Vom Kapitol zum tarpejischen Felsen ist eben nur ein Schritt. Wählet daher nach Euerem Gewissen, aber wir bitten Euch in Euerem und nnserm Interesse, nehmet Euch ein Beispiel an den großen Adelsgeschlechtern von Böhmen, Mähren, Schlesien, Oesterreich, Tirol und Steiermark; ja nehmet Euch ein Beispiel an nnserm erhabenen Herrn und Kaiser selbst. Wählet aus Euerer Mitte wahrhaft adelige, dem Monarchen treue und das arme flovenische Volk nicht hassende Männer, und laßt Euch nicht täuschen von den Sirenenrufen einer egoistischen Partei, die schließlich wie in Frankreich über Euere Köpfe hinübergehen würde. Laibach, am 29. Juni 1870. Mehrere nationale Patrioten. In diesem Aufrufe wird der bürgerliche Großgrundbesitz völlig ignorirt, wahrscheinlich deshalb, weil das intelligente Bürgerthum bei den letzten Wahlen der Städte und Märkte es klar ausgesprochen hat, daß cs jede Gemeinschaft mit den Klerikalen entschieden von sich weise. Sic versuchen es daher, den gehaßten krainischen adeligen Großgrundbesitz in ihr Lager zu verlocken, wie sic in ähnlicher Weife erst vor kurzem in ihren Blättern dem vorher mit Koth beworfenen Beamtenstande allerlei süße Melodien auf der Friedenspfeife vorflötcten. Es ist doch sonderbar, daß urplötzlich die Erinnerungen an den historischen Adel Krains in ihrem Gedächtnisse auftauchen, nachdem sie bisher denselben als Fremdling im Lande, als Feind und Unterdrücker des Volkes verwünscht und einem der ruhmvollsten Träger eines althistorischen krainischen Namens, auf dessen parlamentarische Lorbeeren Krain stolz sein kann, durch ihre Brutalitäten das fernere Verbleiben im Landtage verleidet hatten. Die Klerikalen versuchen es weiters, ängstliche Gemüther mit dem Hinweis auf die französische Revolution zu erschrecken. Wohlan! Wir wünschen nur, daß die Nachkommen des krainischen Adels Zeuge gewesen wären jener Tabors, auf denen man das Volk gegen die Intelligenz und den Besitz verhetzte, daß sie Zeuge gewesen wären der letzten Wahlschlachten, in denen die Klerikalen mit all' ihren Jeuiü'eLon. Gastronomische Vorlesungen. Bon I. H. Parth. Der Zucker. Der liebe, gute, süße Zucker! Wie sich doch dieser lose Schelm so manierlich, so auf angenehme Art eingeschmuggelt hat, daß er uns fast unentbehrlich wurde und in der kulinarischen Wissenschaft einen Hauptsaktor bildet, ja derselbe als der Barometer des Wohlstandes und der gesegneten Zeiten der Völker betrachtet wird. Sein schneeweißes Haupt deutet auf ein hohes Alter hin, und in Wirklichkeit ist dieser zuckersüße Tausendsassaschon in uralten Zeiten bekannt gewesen. Das englische Wort 8uZg,r (französisch sners, lateinisch MecliÄruw) scheint von dem persischen Worte LoduZIckur abgeleitet zu sein. In der Bibel wird wiederholt eine solche süße Substanz als süßer 6rün,lliii8 erwähnt. Wenn anders Meister Humboldt nicht lügt, so war im Lande der Chinesen in frühesten Zeiten schon eine dem Zucker ähnliche Substanz bekannt. Plinius erwähnt eines Ho-uigs, der weiß wie Gummi im Schilfe gesammelt wurde. Unsere leckermäuligen Vorfahren jedoch be- dienten sich sammt und sonders des Honigs, welchen die fleißigen, kleinen Bienen ihnen lieferten. Nach Europa kam der erste Zucker im Jahre 1319, und zwar aus Indien nach Venedig, von wo er zu hohen Preisen nach England gesendet und gleich Arzneimitteln nnd Spezereien in Apotheken verkauft wurde. Hundert Jahre später, als der ersle braune Rohzucker nach Europa gelangt war, glückte cs eincm Venezianer, dieses Produkt in größeren Quantitäten zu raffiniren. Man nannte diesen in Piramiden geformten Zucker: „Venezianer- brot" und heutzutage noch ist der Ausdruck „Zuk-kerbrot" für Zuckerhut gebräuchlich. Gegenwärtig, wo die Chemiker es so weit gebracht haben, daß sie bald aus Menschen-Mark Stearinkerzen, aus Ochsenblut etwa Spiritus oder dergl. sabriziren, ist eS kein Wunder, wenn aus unzähligen Gegenständen Zucker gewonnen wird, jedoch das größte Kontingent liefert das bekannte Zuckerrohr. — DaS Zuckerrohr (8L66lig,rum oNeiiEura nach Linnv), in der Botanik zur VI. Klaffe; Llo-2. Ordnung: 6ramill6B eingereiht, gehört in die Familie der Gräser und treibt einen schilfartigen Stengel von 10 bis 20 Fuß Höhe um 1 bis 3 Zoll Durchmesser, in welchem sich der Zuckersaft befindet. Diese Pflanze ist ursprünglich in Asien zu Hausc, von wo sie zur Zeit der Kreuzzüge nach Egipten und Sizilien gekommen ist, wo sic im zwölften Jahrhunderte schon in Menge gebaut und von dort im fünfzehnten Jahrhunderte uach Madeira. den kanarischen Inseln und von hier nach Amerika verpflanzt wurde; daselbst hat sic vorzugsweise in Brasilien und West-Indien, dann aus Kuba die meiste Verbreitung gewonnen. Um das Jahr 1420 ließ sie Dom Henrique, Regent von Portugal, von Madeira nach Sizilien bringen, von wo das Zuckerrohr nach Frankreich gelangte. Von den kultivirten Varietäten sind die bekanntesten : das kreolische Zuckerrohr mit dunkelgrüner Belaubung und schwachen, mit vielen Knoten bc-säeten Stengeln: dies ist das zuerstgekannte Rohr; — das batavische Zuckerrohr mit gestreiften Blättern, deshalb auch gestreiftes Rohr genannt; es stammt aus Java, wo es vorzugsweise zur Bereitung des Rums verwendet wird; — das otaheitische oder gebänderte Zuckerrohr, welches jetzt vorzüglich in Amerika gebaut wird; es liefert wegen seiner Höhe und Stärke mehr und reineren Zuckersaft als die übrigen Abarten. Die Bepflanzung des Zuckerrohres übergehend, beginne ich sogleich mit der Erzählung der Zucker- Truppen auSrückleu, wir sind überzeugt, niemand würde darüber in Zweifel geblieben sein, was der Großgrundbesitz in Kram vou jenen klerikalen Pion-niren zu ermatten habe. Was bedeutet der Kamps gegen die Ultramontanen? Der Optimismus ist in Oesterreich ein seltenes Kräutlein geworden. Wir kennen nur eiuen Fundort, wo dasselbe iu aller Stille noch bisweilen emporschießt, cs ist dies im Schatten des Dispo-sitionsfondes. Dort hat es neuestens eine hübsche, vielversprechende Blüthe gezeitigt, den holden Glauben an den Ultramontanismus als parlamentarische Partei, als Schutz und Schirm der Verfassung, als „Absagebrief an die staatsrechtliche Opposition." Darnach wären also alle Kämpfe zwischen Liberalen und Klerikalen unnützer Zeitverlust gewesen. Die Allianz Hütte ja schon längst abgeschlossen werden können. ... So werden vielleicht auch manche unserer Leser denken, welchen man mit der Hinweisung auf die Zimmermann'sche „Freiheit" als Ursache des schlechten Ausfalls der steierischen Landgemeinde-Wahlen den Kopf warm gemacht hat. Hören wir aber, was darüber ein geistvoller Publizist der „Morgenpost" sagt. Er ist nicht von dem hoffnungsvollen Optimismus der Offiziösen infizirt, er macht kein Hehl aus seinem Pessimismus, aber er spricht die Sprache der Wahrheit, der tiefen Ueberzeuguug, und niemand, der die Geschichte der letzten Dezennien in Oesterreich miterlebt hat, wird das Gewicht dieser Worte verkennen, von denen wir wünschten, sie waren kein bloßer Kassandraruf: Nach zehn Jahren Berfaffungslebeu stehen wir genau wieder beim Anfänge. Wir haben wieder gegen jene Partei zu kämpfen, aus deren Mitte das Verderben hervorgegangen. Alle freiheitlichen Errungenschaften sind wieder von der Gefahr der Vernichtung bedroht. Angesichts dieses Kampfes ist es wichtig, auf eine Thatfache aufmerksam zu machen. Der Krieg zwischen Liberalen und Ultramontanen darf nicht als ein simpler Parteistreit aufgefaßt werden Die Liberalen in ihrer Gcfammtheit sind überhaupt keiue Partei; denn eben so gut könnte man alle vernünftigen und rechtschaffenen Leute als eine Partei bezeichnen. Die Liberalen repräsentiren das ganze Volk, insofern man darunter die lebensfähigen und lebenschaffenden Theile versteht. Wer die Liberalen vernichten will, der treibt den letzten Rest von Gesundheit aus dem Körper Oesterreichs. An Stelle der lebendigen Organismen von Staat und Volk tritt dann die todte römische Doktrin. Der Blut- laus ist gehemmt und Oesterreich würde dann wirklich zu einem Kadaver werden. Wir konslatiren diejc Lhatsachc, damit mau nicht glaube, es handle sich bei dem bevorstehenden Kampfe um bloße Partcliulcressen. Wäre dies der Fall, so könnten wir eine Niederlage ohne allzugroßen Kummer ertragen. Denn es ist im parlamentarischen Leben Sitte, daß die Parteien miteinander in der Herrschaft wechseln. Nur setzl man vei jeder Partei voraus, daß sie die Lebenöbedln--gnngeu des SiaaleS im Äuge behält, daß sie nicht oerrälherischer Weise den Staat zum Diener fremder Interessen macht. Bon den Ultramontanen hat man sich dessen nicht zu versehen. Sie empfangen ihre Befehle aus Rom; sie sind nur bestrebt, Oesterreich zu einer Kolonie zu mache», welche von Rom nach Belieben ausgebeutet werden kann. Die Liberalen waren bemüht, in die österreichischen Emanzen Ordnung zu bringen. Die Ul-tramontauen lächeln über diese Sparsamkeit. Was liegt ihnen am StaatSbankerott, wenn nur der Pe-terspsennig stießt? Die Verarmung des Landes muß ihnen willkommen erscheinen, weil den klerikalen Einflüssen dadurch die Bahnen geebnet werden. Die Ultramontanen werden auch Krieg führen, ohne sich viel um den Erfolg zu kümmern. Wenn nur der Ruhm der Kirche dabei gewinnen kann, so erscheint es schon räthlich, der Schlacht nicht auszuweichen. Siegt der Staat, so kann man ihn mit Hinweis aus den himmlischen Beistand zur gänzlichen Unterwerfung unter die Kirche zwingen. Will aber ein widriges Geschick, daß die von der Kirche gesegneten Waffen den Sieg nicht erringen, so sind die Ultramontanen doch noch immer sicher, daß ihre Handlungsweise in Rom Beifall findet. Staat uud Volk sind eben durchaus Nebensache: den Ausschlag geben nur die kirchlichen Interessen. Daher können sich auch weder Industrie noch Handel, nach Ackerbau der Fürsorge der Ul-tramoutanen ersrenen. Sie haben dafür zu sorgen, daß der Reichrhum der Kirche wachse, der Glaube an die Autorität der Geistlichkeit feste Wurzeln fasse, daß die Freiheitsideen mit Stumpf und Stiel ausgerot-tet werden. Oie Verdummung und Knechtung des Volkes, die Auslieferung des Staates an die Gewalt der Kirche, das sind die Ziele der Ultra-montanen. Bei den bevorstehenden Kämpfen zwischen Liberalen und Ultramontanen handelt cs sich daher nicht nm einzelne Prinzipien, über deren Zulässigkeit man streiten kann, nicht um einzelne Reformen, hinsichtlich deren Wohlthätigkeit nicht alle einerlei Meinung zu fein brauchen. Vielmehr handelt cs sich um die Existenzfrage des Staates. Man kann Föderalist oder Zentralist sein, sich für die Gleichberechtigung der Nationalitäten oder für die Herrschaft des deutschen Elements begeistern, immer wird man doch der Ueberzeugnng sein, daß Oesterreich nur gedeihen kann, wenn cs den Forderungen der Zeit Rechnung trägt, wenn es den Fortschritt auf allen Gebieten befördert, wenn cs in der Reihe der zivilisirten Staaten einen ersten Platz einnimmt. Der Liberalismus ist der gute Genius Oesterreichs. Er hat den Staat gerettet, nachdem der Absolutismus ihn bereits an den Rand des Abgrundes gebracht hatte. Ein Rückfall in das alte Sistem müßte die gefährlichste Krise heraufbeschwören, würde allen Feinden Oesterreichs die Thore öffnen. Wir gehören keineswegs zu den begeisterten Anhängern des Ministeriums Potocki. Aber so viel Vertrauen setzen wir auch in die gegenwärtige Regierung, daß sie in dieser Frage von jedem Parteistandpunkte absehe und nur ihre Pflichten treulich zu erfüllen suche. Differenzen von untergeordneter Bedeutung müssen verschwinden, wo der Staat vor den größten Gefahren zu bewahren ist. Hier muß jede Regierung ihre Aufgabe erfassen, gleichviel, welchen Umständen sie ihre Entstehung verdankt und welche Stellung sie auch sonst gegenüber dem Parlamente ein»ehinen mag. Wenn die liberale Partei im Kampfe mit den Klerikalen unterläge, dann wäre nicht unsere Partei zu bedauern. Denn sie würde gar bald eine glänzende Revanche erleben und der Jrrthum des Staates würde sich furchtbar rächen. Wohl aber müßten wir Oesterreich beklagen, das neuerdings den schmerzlichsten Erfahrungen auögesetzt wäre. Die Reue würde zu spät kommen, das erschütterte Vertrauen ließe sich nicht leicht mehr befestigen. Der österreichische Gedanke wurzelt tief im Herzen des Volkes; möge man nicht leichtsinnig die Gefühle zerstören, die ein heiliges Vermächtniß der Vergangenheit an die Zukunft bilden. So klar liegen die Verhältnisse, daß wir eine klerikale Reaktion für eine totale Unmöglichkeit halten. Zu ihrer Abwehr müssen sich alle vereinigen, die ein Herz sür Oesterreich, ein Ver-ständniß für den Geist des Jahrhunderts haben. Politische Rundschau. Laibach, 1. Juli. Wahlresultate. G r a z, 30. Juni. Der Großgrundbesitz wählte einstimmig liberale Kandidaten. — Linz, 30. Juni. Von 17 Städtewahlen sind 16 liberale. — Brünn, 30. Juni. Bei der Wahl des fideikommissarischcn Großgrundbesitzes siegle zum ersten male die Verfassungspartei mit 8 gegen 7 Stimmen. — Klagenfurt, 30. Juni. fabrikation, nnd zwar ans dem Zuckerrohre selbst, da dies die einfachste, leichtverständlichste Manipulation ist. Die eigentliche Fabrikation des Zuckers beginnt schon mit der Ernte, welche in einigen Gegenden vor, in anderen nach der Blüthezeit vorge-nommcn wird. Die Reise des Zuckerrohres erkennt man an dcr glatten, zerbrechlichen Hant »nd Schwere, sowie an dem süßen, klebrig werdenden Safte. Trok-kenes Wetter ist für die Ernte erwünscht, weil der Saft dabei konzentrirler (dichter) gewonnen wird. Das Rohr, welches so nahe als möglich am Boden abgeschnitten werden muß, da dasselbe unten immer sastiger ist, wird in Bündeln zur Mühle gebracht, wo es sogleich zur Verarbeitung gelangt, weil sonst bei der hohen Temperatur des Klüna's der Saft rasch in Gährnng kommt. In der Mühle wird eS in kleinen Bündeln durch vertikal kannelirte Walzen gezogen, die mittelst eines Göpels durch Zugthiere in Bewegung gesetzt werden, um den Saft aus dem Rohre zu Pressen, welcher mittelst einer unter den Walzen angebrachten Röhre in ein Reservoir geleitet wird, wo der gewonnene Saft (Vesou genannt) kurze Zeit zum Absetzen stehen bleibt, bis er zum Sieden gelangt. Zu diesem Zwecke ist eine Reihe von 5 bis 6 eisernen Pfannen terassensörmig ausgestellt, von denen in die oberste und zugleich größte Pfanne dcr Saft geleitet wird. Diese aus besagter Pfannen-reihe vom Fener entfernteste Pfanne dient zum Läutern oder Reinigen des Saftes, wozu auf 1000 Liter Saft (1 Liter — 0.706 Maß oder 3 Seidel) 0.2 bis 0.3 Kilogramm Kalk (1 Kilogramm — 2 Zoll-Pfd.) erforderlich ist. Die Menge des Kalkes richtet sich dabei hauptsächlich nach der Reaktion (Gegenwirkung) des Saftes, der sich durch den Kalk-zusatz schwach alkalisch (laugensalzartig) zeigen soll. Der beim Auskochen sich abscheidende Schaum wird abgcschöpst und der geklärte Saft in die eigentliche, neben anstoßende Kochpfanne abgleitet, aus welcher er nach Abkochen und abermaligem Entfernen der sich ausscheidenden Theile in die dritte, und von hier unter gleicher Behandlung in die vierte und fünfte, mit der Verminderung dcr Masse immer kleineren Pfanne glanzt, wo bei jeder Konzentration (Zusammenziehung) des Saftes immer eine kleine Zugabe Kalkpulver zum rascheren Klären erforderlich wird. In der letzten untersten Pfanne erfolgt das sogenannte Eindicken des Saftes bis zum Kristalli-sationspuukte, welchen man an der Konsistenz (Dichtigkeit) der eingekochten Masse und an der Bildung kleiner Kristalle an der zum Rühren dienenden Kelle erkennt. Ist der Kristallisationspunkt eingetreten, so wird das Feuer unter der Siedpfanne plötzlich gelöscht und die Masse zur Abkühlung in ein Reservoir — Kühlpfanne — gebracht, wo sie nach und nach kälter wird, während sich auf der Oberfläche eine Kruste von Kristallen bildet, welche allmälig dichter wird, bis das ganze endlich ganz abgeknhll ist. Sobald dies nun geschehen, so kann man die Kristallisation (hier Zuckerbildung) als beendet an-sehen, daher der nunmehrige Zucker zur Trennung des Sirups in hölzerne Formen gebracht wird. Diese Formen oder Kisten, welche am Boden mit runden Oeffnungen versehen sind, werden nun im sogenannten Tropshause auf Rahmen gestellt, unterhalb welchen sich die Sirup- oder Melasse-Behälter sich befinden, in die der Sirup, der sich durchgesickert und an dem Boden gesammelt hat, allmälig träufelt. Aus dieser Melasse, sowie den Abschöpfungen und Ueberresten wird der Rum bereitet. — In wenigen Tagen ist auch dieser Prozeß im Tropshause beendet und der Rohrzucker gewonnen, welcher, in Kisten oder Säcken verpackt, jetzt Handel gelangt, und dadurch seinen Weg etwa nach Europa in die Zucker-Raffinerien macht. So wird der Rohr-Zucker bereitet. (Schluß folgt.) Bei der Abgeordnetenwahl der Städte und Märkte sind durchaus liberale Kandidaten gewählt worden. Hier wurden Jessernig und Dr. Hermann gewählt. Der Kandidat der alten Bürgerpartei, Nagel, blieb in der Minorität. Professor Dr. Maassen in Graz wird, wie dem „Wr. Tgbl." von dort mitgetheilt wird, nach Schluß der Landtagswahlen seine politischen Gesinnungsgenossen zu einer Besprechung eiuladen, bei welcher man sich über ein gemeinsames Borgehen in den einzelnen Landtagen einigen will. Die Konferenzen sollen in Graz oder Linz längstens Ende Juli stattfinden. In der gestrigen Sitzung des ungarischen Unterhauses beantwortete Graf Andrassy die Interpellation, nach welchem Gesetze dem Grafen Beust gestattet worden, das ungarische Wappen zu führen, dahin: Der König könne ganz nach Belieben Wappen ertheilen. Das Haus "ahm die Erklärung einfach zur Kenntniß. Demselben Blatt zufolge ist Erzherzog A l -brecht beauftragt, dem Kaiser vou Rußland ein eigenhändiges Handschreiben des Kaisers Franz Josef zu überbringen. Ueber diese Reise des Erzherzogs erfährt der „Ung. Lloyd," daß sie im engen Zusammenhange mit den jüngsten politischen Ereignissen stehe. Namentlich soll es sich dabei um einige Difserenzpunkte handeln, welche zwischen dem Petersburger und dem Wiener Kabinet betreffs der staatsrechtlichen Stellung Galiziens eingetreten sind und wobei mau gerade von der Intervention des Erzherzogs Albrccht, als desjenigen Mitgliedes unseres Kaiserhauses, das ^M Kaiser von Rußland persönlich am nächsten steht, Erfolg hofft. Es unterliegt keinem Zweifel, daß gegen die von den Polen angestrebte Autonomie von dem russischen Kabinet auf Grund der bei der letzten Theilung Polens geschlossenen Verträge Einsprache erhoben worden ist. Von einem angeblich sehr lebhaften Depeschen Wechsel zwischen dem Grafen Beust einerseits und den österreichischen Gesandtschaften in Berlin und Petersburg andererseits berichtet die „Moskauer Zeitung vom 18. d. „Aus sehr guter Quelle" versichert dieses Blatt erfahren zu haben, daß die ausgetanfchten Noten die künftige Stellung Galiziens zum Gegenstände hatten und Gras Beust diese Dokumente in dem Rothbuche, welches für die Delegationen vorbereitet wird, veröffentlichen werde. Kaiser Napoleon war in den letzten Tagen Wieder etwas leidender, jetzt ist indeß, wie „La Presse" meldet, eine wirkliche Besserung eingetreten. Der spanischen Regierungspresse zufolge wird me Abdankung der Königin Jsabella das Vorgehen °er Kortes in keiner Weife altcriren. — Die Ein-Ehrung der Zivile he erfolgt mit 1. September. Der britische Gesandte in Madrid wurde, wie der „Tgp." aus London berichtet wird, beauftragt, de,» spanischen Kabinet eine Note zur Kennt-mß zu bringe», in welcher letzteres seitens der b r i -tischen Regierung dringend ermahnt wird, den Plänen betreffs einer iberischen Union keinen Vorschub zu leisten. Die außerordentliche Session der r uinünische n K a m m e r wurde am 27. Juui vom Ministerpräsidenten mit einer fürstlichen Botschaft eröffnet, welche besagt, daß in Berücksichtigung der Jahreszeit und der agrikolcn Interessen für jetzt nur die Wahlen verifizirt werden sollen. Zur Tagesgeschichte. — Se. Majestät der Kaiser hat zur Unterstützung der durch den Brand in Konstantinopel verunglückten Familien der österr.-ungarischen Kolonie daselbst einen Beitrag von 20.000 Franken aus seinen Privatmitteln gespendet. — Das k. k. Ministerium des Innern hat im Verordnungswege kundgemacht, daß die Qualifikation s t a b e l l e n (geheime Konduitelisten) für sämmt-"che diesem Ministerium unterstehenden Beamten zu entfallen haben und in Hinkunft nur mehr die Tabellen über den Standesausweis cinzureichen sind. — Wie man aus Regens bürg berichtet, ist der älteste Sohn des verstorbenen Erbprinzen von Thurn und Taxis, ein achtjähriger Knabe, dessen Tante bekanntlich die Kaiserin von Oesterreich und dessen Vormund der Kaiser ist, in diesen Tagen den Jesui-t e n für ihre Erziehungsanstalt in Feldkirch übergeben worden. — Ein päpstliches Souvenir. Eine Dame aus Aachen, welche kürzlich aus Rom zurückgekehrt ist, hatte daselbst eine Audienz bei Pius IX. Wie auch in früheren Jahren, in denen sie Rom und den Papst besuchte, erhielt sie von letzterem eine Erinnerung, welche damals in einem Rosenkränze, einer Medaille u. dgl. bestand. Dieselbe war aber jetzt ganz anderer Art. Pius uahm nämlich ein Taschentuch, wischte sich damit den Schweiß aus dem Gesichte und überreichte es nunmehr der erstaunten Dame als Andenken. — Zur Assaire Strauß wird der „Schles. Ztg." aus Warschau, angeblich von zuverlässiger Seite, geschrieben: Ein russischer Offizier kam in einem plötzlichen Anfalle von Wahnsinn in die Restauration des „Schweizerthals," wo die Kapelle des Herrn Strauß allabendlich spielt. Da ihm nicht rasch genug gegeben wurde, was er verlangte, so begann er die Bedienung mit Ohrfeigen zu „bedienen." Herr Strauß kam zufällig dazu, was also beweist, daß der Vorfall nicht mitten in der Nacht, sondern des Abends während der Konzertzeit vorkam und Herr Strauß nicht besonders erst dazu geholt wurde. Herr Strauß erhielt allerdings auch semen Theil, so gut wie alle ändern, welche dem Verrückten in den Weg geriethen, auch den Portier nicht ausgenommen. Der Offizier wurde nach dem ärgerlichen Vorgänge in das Irrenhaus ak-geführt. — Nach einer Zeitungsnachricht aus San Fran-zisko halte der Mikado von Japan den Buddhismus abgefchafft und wolle den berühmten Koloß des Buddha, ein interessantes Kunstwerk, als altes Messing verkaufen. Mal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenzen. Jdria, 29. Juni. (Landtagswahl.) Gestern wurde Landespräsident Conrad von Eybes-feld mit 32 gegen 23 Stimmen, welche letztere auf den Dechant Kovacic entfielen, zum Abgeordneten für Jdria gewählt. Dieser unerwartete Wahlsieg hat hier überall, wo ein Verständniß für die politischen Fragen des Tages vorhanden ist, eine wahrhaft freudige Stimmung hervorgerufen; man fühlt sich von dem unleidlich gewordenen Druck, womit die pfäffische und schulmeisterische Bevormundung auf der hiesigen Bevölkerung lastete, endlich einmal befreit, dem Landtage ist der sechste Geistliche erspart, und die liberale Minorität erhält, wie wir dies hossen wollen, an den Landespräsidenten einen freisinnigen Vertreter unserer Interessen. Jenes Wahlergebnis wurde durch folgende Umstände herbeigesührt. Oberbergrath Lipold gab ein paar Tage vor der Wahl die Erklärung ab, ein Mandat nicht annehmen zu können. Hiemit entfiel der Hauptgrund, weshalb die liberale Partei diesmal eine passive Haltung eingenommen hatte, denn aus jedermann einleuchtenden Gründen wäre die Wiederwahl des Oberbergrathes nicht zu vereiteln gewesen. Die Klerikalen waren nun führerlos; in dieser Konfusion übernahm Dechant Kovacic die Kandidatur, gleichzeitig traf die Nachricht ein, Herr Conrad kandidire für diesen Sitz; man entschloß sich rasch, diese Kandidatur zu unterstützen, Conrad war der einzige mögliche Kandidat, den man gegenüber den mannigfachen Machinationen durchsetzen konnte. Die Kapläne arbeiteten rüstig von HanS zu Haus und brachten durch allerlei Schreckbilder die weibliche Bevölkerung in Aufregung. Die Männer paktirten schließlich mit ihren Weibern, zur Erhaltung des Hausfriedens sich an der Wahl nicht zu betheiligen, da es bei der bekannten Lojalität der Jdrianer nicht anginge, gegen den Regierungsvertreter zu stimmen. So kam es denn, daß von 150 Wahlberechtigten sich nur 54 an der Wahl betheiligten. Als nun die geistlichen Einpeitscher sahen, daß sie von den meisten Jdrianern, auf deren Erscheinen sie rechneten, verlassen seien, preßten sie in der letzten Stunde die meist gebrechlichen wahlberechtigten Witwen. Jedoch die Wahlkommission erklärte, daß diese nur durch Bevollmächtigte wählen könnten. Man suchte nun in allen Stadtvierteln nach geeigneten Bevollmächtigten und die Herren Kapläne verfaßten eiligst im Wirthshause die Vollmachten; plötzlich kam die Nachricht, daß die Wahlkommission nach halbstündigem Zuwarten aus das Erscheinen eines Wählers den Wahlgang als geschlossen erklärt und mit dem Skrutiuium begonnen habe. Die Kapläne tobten und schimpften weidlich darauf los, jedoch Conrad war gewählt, und die Jnfalliblen fühlten es sehr wohl, daß es mit ihrer Herrlichkeit zu Ende gehe. Die Schullehrer, sonst die eifrigsten Agenten der Klerikalen, hielten es nicht für angezeigt, im entscheidenden Momente gegen Conrad zu agitireu, denn bekanntlich sind sie vom Aerar besoldet. Wippach, 29. Juni. (Tabor itisches.) Ter sür heute bestimmt gewesene Tabor ist verregnet und wegen des schlechten Wetters auf den 14. August verschoben worden. Im ganzen hatten sich ungefähr 2000 Taboriten eingefunden. Aus Laibach kamen 20 bis 30 Sokolisten, Dr. Costa und Dr. Razlag, dann 50 bis 60 Triester und Görzer und einige Jdrianer, das übrige Publikum bestand aus Laudleuteu aus der Umgebung, wobei selbstverständlich ein starkes Kontingent Weiber und Kinder nicht fehlte. Die meisten Häuser unseres Marktes waren dekorirt, indem auch diejenigen, die mit der ganzen Geschichte nicht einverstanden waren, doch ihre Fähnleins aussteckten, um sich nicht einem Skandale auszusetzen. Uebrigens sind hier viele Leute der national-klerikalen Partei aus die Pervaken mcht gut zu sprechen und auch die Geistlichen mögen sie nicht, allein wie anderwärts, so getrauen sich diese vorgeschrittenen (?) Nationalen auch hier noch nicht, offen Farbe zu bekennen. Dr. Zarnik war eingeladen, beim hiesigen Tabor zu sprechen, hat aber abgelehnt. Die Laibacher Sokolisten wurden von der Bevölkerung völlig unbeachtet gelassen und hätten sie nicht beim Dechant gut gespeist und getrunken, so wäre der ganze Ausflug rein umsonst gewesen. Jetzt, wo ich diese Zeilen schließe, um 7 Uhr Abends, hat sich bereits der größte Theil der Taboriten wieder zerstreut. Lokal-Chrom!. — (Von der Kurie des Großgrundbesitzes) wurden heute folgende Landtagsabgeordnete gewählt: Karl Wnrzbach (jetziger Landeshaptmann), Baron Otto Apsaltrern, Viktor Langer, Franz Rüde sch, Karl Deschmann, Gras Hiazinth Thurn, Graf Albin Margheri, Baron Nikomed Rastern, Dr. Vinzenz Klun, Graf Alexander Auersperg -Bezirkshauptmann in Littai). Bonden bisherigen Vertretern des Großgrundbesitzes entfielen diesmal Oberlandesgerichtsrath Kromer (wurde von Gottschee gewählt), und Dr. Savinscheg. Die beiden in dieser Kurie neu hinzugekommenen Abgeordneten Dr. Klun und C. Wurzbach waren bisher in der Kurie der Städte und Märkte. Bei der Abstimmung wurden einschließlich jener durch Vollmachten im ganzen 66 Stimmen abgegeben. Für Landeshauptmann Wurzbach und Graf Margheri stimmten beide Parteien, die übrigen Kandidaten der Gegenpartei brachten es nicht über 15 Stimmen. — (Zu den bevorstehenden Erntearbeiten) kann laut Kundmachung der hohen Landesregierung die Mannschaft der Infanterie- und Jägertruppen während der Dauer von drei Wochen beurlaubt werden, wenn die der Arbeitskraft benöthigenden Grundbesitzer bei den betreffenden Kommanden zu Laibach oder Nudolfswerth darum anfucheu. Ueber Entlohnung u. s. w. haben sie sich mit der Mannschaft selbst zu einigen. — (Fleischtarif pro Juli.) Das Pfund Rindfleisch bester Qualität von Mastochsen kostet 27 kr.. mittlere Sorte 23 kr., geringste Sorte 19 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 24, 20 und resp. 16 kr. — (Die Dividende der Nationalbank) für das erste Semester d. I. kann mit 21 fl. per Aktie vom 1. Juli ab auch bei der hiesigen Filiale wie bei allen Kassen der Bank behoben werden, — (Für was alles sich der liebeHerr gott interessiren muß.) Aus Neumarktl in Oberkraiu wird der „Morgenpost" folgende ergötzliche Geschichte geschrieben: Am dritten Sonntage nach Pfingsten, den 23. Juni 1870, wurde in unserer Pfarrkirche folgendes von der Kanzel verkündet: „Morgen '/^6 Uhr wird eine heil. Messe für den Verein des heil. Josef bei St. Josef, und um 6 Uhr iu der Pfarrkirche für die Skapulierbruderfchaft gelesen werden. Beide Messen haben den Zweck, daß durch die Fürbitte der Mutter Gottes und des heil. Josef sich der liebe Himmelsvater unser erbarmen, uns und alle Wähler bei den jetzigen Wahlen nur solche Männer wählen ließe, welche den allerschlimmsten und gefährlichsten Feinden Oesterreichs und unseres heiligen Glaubens, d. i. dem Freimaurerthum und dessen Brüderchen, dem jetzigen Liberalismus im Landtage streng entgegentreten würden." — (GroßesFestschießen undKärutner Schützend und.) Die Klagenfurter Schützengesellschaft beabsichtigt, auf der landschaftlichen Schießstätte am 7., 8., 9. und 10. August l. I. ein großes Freischießen zu veranstalten und hiezu vie Schützen von Kärnten, Steiermark und Krain einzuladen, um das Schützenwesen zu heben und einen kärnlnerischen Schützenbund zu gründen, der den Name» für andere Vereine abgeben soll. Ein Komitee hat die nöthigen Borarbeiten bereits begonnen und wird — da die Gesellschaft selbst nicht ausreichende Mittel zur Verfügung hat, Subskriptionen veranstalten. — (In Villach) fand am letzten Montag die Bestattung der aus Pest übertragenen Ueberreste Hanns Gasser's in feierlichster Weise uud unter großem Ändrange des Publikums statt. Auf dem Sarge lagen die Kränze, welche von allen Seiten eingelangt waren, darunter einige wahrhaft prachtvolle, wie der vom Vereine der Kärntner Studenten in Graz, vom Künstlervereine in Pest, vom steierischen Kunstvereine, von Herrn Guglielmo Sebastianutti iu Triest u. s. w., dem Leichenwagen folgten auch der Landespräsident, der Bürgermeister von Klagenfurt, die Vorstände der Behörden, das gesammte Offizierkorps der Garnison, die Gesangsvereine von Klagenfurt und St. Veit mit umflorten Fahnen. _______________________ Eingesendet. Löbliche Redaktion! In der deutschen Ordenskirche ereignete sich am letzten Sonntage während des Gottesdienstes der Schüler des Ober-gimnasiums ein Vorfall, der öffentlich erwähnt zn werden verdient. Während der Predigt (die nach dem Evangelium stattfindet) wurde die jiirchcnthiirc plötzlich verschlossen und dann bis zu Ende der Messe nicht mehr geöffnet. Es soll dies geschehen sein, nm später durch Namcusverlesung den Besuch der Schüler konstatiren zn können. Die Zweckmäßigkeit oder Erlanbtheit einer solchen Maßregel soll hier nicht erörtert werden ; da aber außer den Gimnasialschnlern auch sonst viele Andächtige in der Kirche waren, so muß man Loch sein Erstaunen darüber ansdrücken, wie man sich erlauben konnte, diese in der Kirche einzusperren. Auch darf bemerkt werden, daß daS Schließen der Thiire noch dazu in sehr lärmender, die Andacht störender Weise geschah. Ein Ei ngesperrter. Keine Krankheit vermag der delikaten lisv-iles-eioro du zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Atheni-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blntaufsteigen, Ohrenbrausen Uebelkeit nnd Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rhenmatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grasen Pluskow, der Marquise de Bröhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciore bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Josef Viszlay. Szeleveny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Fran, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Dn Barrvs Ilvvaleseiörö gänzlich hergestellt worden und kann ich dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Dankgefühl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Viszlay, Arzt. In Blechbüchsen von '/z Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — üsvaleseitzrs 6IwLo1ütv6 in Tabletten für 12 Taffen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in P e Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagenfurt P. Birnbach er; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-uig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 1. Juli. Gestern Abends lebhaftes Wetterleuchten in Nord. Heute Morgens seit 3 Uhr starker Platzregen mit Gewitter, Vormittags Regenwolken, gegen Mittag Aufheiterung, ruhige Lust. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 12.6", Nachm, 2 Mir -j- 16.9" Barometer 326.07'". Das gestrige Tages mittel der Wärme -j- 12.7°, um 2.5" uuter dem Normale. Angekommeue Fremde. «m 30. Juui. Fabro, Pola. — Cadorc, Tricst. — Schweiger, Krapina. — Meyer v. Melhof, Leoben. — Gras Barbo, Kroisenbach. — VaKie, Grailach. — Watzl, k. f. Major, Tricst. — Rohn, Rcichcubcrg. — Walencic, LaaS. — Vadiin, Gottschee. — Außeuik, Oberkraiu. TVi ii. Goll, k. k. Forstkommissär, Tolmein. Bobek, Bezirks-Arzt, Reisniz. — Ehrenreich, Gutsbesitzer, Panovie. — Baron Abpfaltrer, Gutsbes, Äreutz — Ba ron Abpfaltrer, Gutsbes., Grünhos. — Urbancic, Gntsbes., Höflein. — Gras Thurn, Gutsbes-, Radmannsdorf. Urbancic, Gutsbes., Thnrn. — Dr. Savinscheg, Gutsbes., Möttling. — Ritter v. Vesteueck, k. k. Sektiousches iu Pension. Verstorbene. Den 30. Juui. Dem Alois Svetlin, Anstreicher, sein Kind Alois, alt 5 Wochen, in der St. Petersvorstadt Nr, 48 am Zehrfieber. — Dem Herrn Martin Gorsic, Hausbesitzer, seine Gattin Ursula, alt 58 Jahre, iu der Krakauvorstadt Nr. 1!> an der Herzbeutelwasserjucht. Gedenktafel über die am 4. Iuli 1870 stattfindenden Lizitationen. I.Feilb,, Strauß'sche Real, Hllhnerdorf, sammt Morast-antheil, 6796 fl,, LG. Laibach. 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