Brrwaltuna- StathauSgassr Nr. 5 ZelePli»» Kx. »>. iatmittin*, «(^ugebcbinnnngtR Durch die Post fcqegai i v»eNeljithiig » . » 3 2O Sosti«»na • • • • * «12 «ll| tzn« > > . . >l >» « »>tr Silli mit Hüften«»# in« - Monatlich . • • • * V* t,!I»r» st» »i« Eingeleitrte Ab»» i «sie« ti< tut «^(fttnuus. Sdjriftlcittnrfi: ?ta«hausgasse S ?rle»I>«ii Wt. >1. nitmiTdsi. etHÄÄBRtf : Ziiftfich tett «ofitntmf itT e«nn- 11. tag«' tun II—HUfcr Ncm. «rlm n-(6t nurutfflfdctfr, nam«nl«|< im-Untimoni richt brrjISsiSligt » n kA ndt z» » ,rii nimmt die vn»»!tuitg g«»e» Verechnuna der billig« s,f>. »»stell!«» «ediidrr» «laege». — Bei Wlrtoli«ii«n Prei»-nachUl. I* .Dtiilschi»»»t» erscheint ledei, M>tt»«ch »nt -£ nwMcg itcrti ttsifjxirfaffc'-lhinto 30fl!>0. Mr. IOI Eine große Rede des Abgeordnete» Murckhl. (Fortsetzung und Schluß vs» N»mmer l00.) W t« d i f d) e Wühlarbeit. Die fortgesetzten Verunglimpfungen. die gegew die Deutschen »es Unterlandes offenkundig betriebene ErobeningSpolitik, das fortwährende Negieren ihrer Existenzberechtigung — Bürgermeister H r i bar hat noch in seiner Lubiläumsrede seine deutsch«» Mit» bürger in Laibach als Fremdliuge bezeichnet -— mußten doch endlich ihre Wirkung üben uud wen» zur Krönung alles dessen mit einem übel angebrachten Höhne die deutsche Stadt Pettau zum Orte der Ver-iammlung des slovenischen Schulvercines erwählt und damit der Einmarsch floveurscher Scharen in. dieses deutsche Gemeinwesen angekündigt wurde, s» dars man sich nicht wundern, wenn man d«ittscher» ieitS dies als Herausforderung aufgesaßt »üb sich zu einer Abivehr hat hinreißen lasten, die infolge der begreiflichen Erregung die bei derartigen uatio-aalen Zusammenstößen üblichen — van mir sicher-l'ch nicht gebilligte» — Forme» annalM. Es ist nun eme arge Heuchelei, wenn man ^ür die Laibacher Brutalitäten die Pettau« BorMe zum Vorwand nimmt. Um dies plausibel zu mache«, hat man sie in te»tdeuziöser Weis« eutstcLl, über--trieben, ja unwahr bargestellt uud damit den ge-wünschten Effekt, dieFanatifiernug deS j^libacher StraheupöbelS erzielt. So geschieh ts auch bei der am 18. September l. Z. in dem vom Bürgermeister und ReichSratsabgeordneten H r i b a r zur Verfügung gestellten großen Saale des Laibacher Stadchänses abgehalknen sogenannten Protestversammlnng, in deren Verlaus der lyemenckerat und Advokat Dottor Triller und der Arzt Dr. Orazen, der ja eine be-kaunte Rolle spielt in diesem Boykott- und nationalen Kampf, an die in und außer dem Versammlungslokal augesammelte Vottsmeuge äußerst auf-reizende Ansprachen hielte«. Die Versammlung erfüllte ihren Zweck, denn unmittelbar darauf schritt die aufgehetzte Menge zu jeneo heimtückischen Devastationeu und Exzessen, die Lieöesteben in Aosnien-Kerzegovina. Die bei uns wohl ziemlich allgemein verbreitete Meinung, bei den Mohammedanern hätten die jungen Frauen wenig oder gar leine Gelegenheit, mitein-ander zu verkehren, mag früher zutreffend gewesen sein, in der Gegeuwart ist sie es jedensalls nicht mehr, auch uicht in Bosnien. Sonst könnte Anton Hangi einem Kapitel seines Buches „Die Moslims in Bosnien-Herzeqoviua, ihre LebenSiveife, Sitten und Gebräuche" — Sarajevo, Verlag von A. Kajon nicht die vielsagende Ueberschrist „Der Flirt" gegeben haben und Heinrich Renner in feinem Reise« werke „Durch Bosnien und Herzegvvina kreuz uud quer" — Berlin, Dietrich Reimer — nicht vom Minnedieiist bei den Bewohnern dieser jetzt im Vordergrunde des öffentlichen Interesses stehenden Länder erzählen. Die Zusammenkunft der beiden Geschlechter finden meistens beim Ablösen der Mais-kolben und bei Familienfesten, Schnlprüsungen usw. statt. Ein wohlhabender Landwirt ladet die jungen Leute aus der Rachbarschaft ein, ihnl beim Ablösen der Maiskörner von den Kolben behilflich zu sei«, und er findet für die Einladung bereitwilliges Ent-gegenkommen. Die Mädchen kommen in Begleitung ihrer Mütter oder unverheirateter Brüder und dürfen während des Ablösens der Maiskolben unverhüllt bleiben; die Mütter halten sich fern von dem Drei» den des jungen Volkes; der Hausherr achtet strenge HM. Wittwow» Iti . Dezemöer 1908. darauf, daß keine verheiratete» Männer und Anders-gläubige den Raum betrete», wo die Gesellschaft versammelt ist. Man kann also ungezwungen scher-zen, sich necken und nach Herzenslnst sinken. Hat ein Bursche sich von einem Mädchen be° zaubern lasse», so wirft er der Anserwählten einige Maiskolben i» den Schoß. Nimmt diese die zugewor-senen Kolben aus und beginnt die Körner sofort ab» zulösen, so liegt darin das Geständnis, daß der Bursche ihr gesällt und daß er mit ihr flirten dars, das heißt, daß er gerne gesehen wird, wenn er am Gartenzanne, unter deni Fenster oder vor dem Haus-tore erscheint. Für diesen Flirt sind die Nachmittage der Feiertage, besonders des Freitags bestimmt. Das ^Aschyklik' - - so heißt der Dnnendienst in Bosnien — ist eine Art Fensterlu, jedensalls erfüllt es den gleichen Zweck. Es gehört zur Landessitte, daß türkische Mädchen und Frauen am Freitag oder auch am Montag ohne männliche Begleitung Ansslüge machen, bei Sonnenuntergang aber müssen sie heim» kehren n»d dann entwickelt sich in den Hausgärten au den Hintertüren der Häuser oder den vergitterten Fenstern ein geheimnisvolles Treiben. An solchen Tagen der „süßen Minne" ist eS dem jungen Manne gestattet, sich der Dame seiner Bekanntschaft, die er vielleicht als unverfchleierten Backfisch flüchtig geschaut, in allen Ehren zu uaheu uud ihr den Hof zu machen. Das geschieht so züchtig, so zart, bemerkt Renner, daß man die Mohammedaner wegen 33 Jahrgang. ihres Anstandes bewundern muß. Ueber ein ganz leises Flüstern kommt das Aschyklik nie hinaus,^ ein Kuß ist fast unmöglich, uud nur wen« die Leiden-schast die Grenzen überschreitet, wenn sich einer Ver-ehelichuug Hindernisse in den Weg stellen, dann wird die Entführung verabredet, die der Landessitte cnt-spricht, jedoch nicht mehr recht gebräuchlich ist. Bei dem harmlosen Flirt aber ertönen Liebeslieder, die den schönen Klängen des Abendlandes nichts nach-gebe». Schelmische Laune, pathetische Leidenschaft, ausgelassener Frendenüberschwang, süße Melancholie, mutiger Trotz uud hingebungsvolles Anschmiegen: für jede Regung des Gemütes hat diese Lyrik ihre eigenen Melodien. Die Probe«, die der Versaffer deS genannten Reisebuches über Bosnien und Her-zegowina anführt, berechtigen ihn. den Liebesliedern des Landes fo viele wahre Empfindungen nachzu-rühmen. Einige mögen hier wiedergegeben werden. Wenn ich denke, füßes Liebchen, An die Röte deiner Wangen, Dann, mein Seelchen, hab ich immer Nur nach rotem Wein Verlangen. Doch wenn deine dunklen Augen In den Sinn mir, Liebchen, kommen, Wird nm keinen Preis ein andrer Als der dunkle Wein genommen. en gs- ja m allen Blättern besp rnijrt und entsprechet gewürdigt wurde». Ich glaub mich daher einer neuerlichen Schilderung entchitten zu köniun und erlaube mir nur zur Kennzeitlmuug der wahre» :vtoti»e, von beucn stda die Veranstalter dieser Aus-Ichreitnugeu, .au denen'ich unter »anderen auch Hoch-»>«d Mittelschüler beteiligte», ffeiten ließe», anzuführen, daß das erwähnte Orgm der Laibacher Machchaberschast, der „SlovenSli Narod" «i'ter .«ndereii zu folgenden -chändlichl'iteu sich verstieg. Äan rechnete offenbar damit, daß infolge der SprarfH', in welcher diese Organe gefchriebeu sind, die ittttte zivilifterte Welt von dieser ihre Publizistik recht charakterisiereilden Schreibweise nichts ersähet. Ich will dem n»n ein i bischen abheben und danke dem Henn Bürgermeister H r i b a r, daß er in seitier Eigenschaft als Jlbgeordveter durch Immunisierung der ärgste»' Hetzaetikel des .Slovenski Narod" mich in biesem meinem Aemühe« unterstützt. So schrieb iu biesem Kampfe der .^Jlvvenski M^rod" nnter anderem fliest): heilig und e>»cl ist dieser Kamps, denn wir wehre« uns gegen deutsche (Gewalttat, geg«t deutsches Kanuibaleutu», das ^us ulv> rechtlose Sklaven mache« will, geschaffen dazu, um mit Kindischer Demut dem Deutschen Kuechtetdienste zn leisten. Herren wollen «ir sein auf unserem Boden uud danim ist es nötig, daß wir zertreten und zugrunde richte« die deutsche» Blutegel am sliweuischeu Körper, daß wir verjagen nnd zugrunde richte» diese deutsche Bande, die von »»seren Schwüle» lebt und uu* zum Dank bedrückt, verhöhnt, aufsaugt und vernichtet." „In den Kamps, iu deu Kamps ..." und „die schwarze Erde soll den verschlingen, der ab-sillt". Weiters heißt eS (liest): „Darum darf man mit Recht behaupten, daß in kürzester Zeit das kraiuische Deutschtum zerbrochen am Boden liegen wird, wenn noch weiterhin die Boykottbeweguug gegen deutsche Ware, nicht nur iu Krain" — bitte zu hören! — „sondern auch in deu Balkanländern, sortdaueru wird. (Hört! Hört!) Darum, Sloveuen und Slovenninen, verharret mutig beim begonnen Werk." Etne andere Stelle (liest): „Wahr? Blutegel in unserem Volke sind die kramischen deutschen Handel«- und Gewerbetreibenden. Wenn ivir leben wollen, muffen wir diese Blutegel zugrunde richte»." WeiterS (liest): „Wir nährten die dentschen Nattern lauge genug an unserem Busen. Getrunke» haben ,sie unser Blut, sie »ährten nnd mästete« sich, z«m Dank wollen sie uns aber erschlagen. Der' Boykon ist verkiindet. Slovene, kaufe nie wehr bei einem Deutschen. Wer einem Deutschen zu verdienen gibt, ist nicht wert, daß er ein Slovene ist." (Hört! Hört?) Aber, meine Herren, an Deutlichkeit über die M-tive, die in dieser Hetze maßgebend sind, und von denen »an sich bei diesem nationalen Kampfe gegen die Dentschen leite» ließ, läßt folgend« Stelle nichts zn wünsche» übrig (liest): ..Bor allem verlangen wir, daß die Deutschen aus alle» deutsche» Vereinen austreten sollen Ä^er unter Sloveuen lebt und sich von ihnen bereichert, muß auch die slovenischen Anstalten unterstützen' aber deutsche Anstalten in Krain dulde» wir nicht' wie auch die Deutfchen in Graz nicht slovenische dulden. - Wenn ein Deutscher Handelsmann oder werbetreibender ist. verlange» wir vv» ihm, daß er »ur slovenische Aufschriften habe und daß er nur Sloveuen an stelle, da wir nicht dulde» werde», daß Nch Handelsleute und Gewerbetreibende von Slo-venen einen Profit machen, als Dank aber ins Land Feinde der slovenischen Nation importieren. Des weiteren verlangen wir, daß ein solcher Deutscher, welcher von uns lebt, den slovenischen Charakter des Landes in vollem Maße und in jeder Hinsicht respektiert und daß er seine Kinder in der Idee erzieht, daß sie Söhne der slovenischen Erde sind, und sie im Geiste der Ergebenheit uud ^iebe zum slovenischen Volke und seinen Bestrebungen erzieht. In Laibach wird niemand zeigen dürfen, daß er ein Deutscher ist. Wer sich nicht beugen wird, den wird das nationale Selbstbewußtsein moralisch und finanziell erschlagen. Deutsche Wacht Oder: Wir müssen die Deutschen jene Demut lehren, welche Leute besitzen müssen, die von der Gnade der Slovenen leben. Weiter»: Die deutschen und doppelfprachigen Ausschristen müssen ans Laibach verschwinden. Wer in Laibach leben will, muß deu slovenischen Charakter Laibachs und KrainS anerkennen. Die deutschen nnd doppelsprachigen Ausschnsten haben bei uns keine Existenzberechtigung. Wer solche hat, der will damit die Slovene» beleidigen und provozieren und gegen einen solchen Menschen muß man mit verdoppelter Rücksichtslosigkeit ankämpfen." Bezeichnend ist auch solgeude Stelle (lieft): „Jetzt ist endlich die flov nische Volksseele er-wacht. In einem Tage verschwanden die deutschen «usschristen ans Laibach und Laibach bekam ein slowenisches Antlitz." Ich glaube, wir können ihnen zu diesem Altt-litze mit den zerbrochenen Fensterscheiben und den demolierten sonstigen Einrichtungen nur gratulieren. Die gegen die Deutschen Laibachs nnd anderer Orte jtrains unternommenen Ausschreitungen, die plan-mäßig vorbereitet waren, verfolgten also, wie Sie dies aus dem von mir eben zitiertem slovenischen Blatte selbst ersehen, keine» anderen Zweck, als mit einem Schlage alles, was nur irgendwie ans die Existenz deutscher Mitbewohner hindeuten und damit einem Gemeinwesen den Stempel der Gemischt-sprachigkeit ausdrücken könnte, zu beseitigen, nnd zwar da es aus gesetzlichem Wege oder im Wege der Slavisicruug nicht oder zu langsam ginge, unter Anwendung von brutaler Gewalt und aus ver-brecherische Weise. Krain nnd insbesondere Laibach sollte mit einem Schlage rein slovenisch sein, um eS für gewisse ZukunstSideen vorzubereiten. Der Bvykottkamps. Nach diesem traurigen Ereignisse wurde die Hetze keineswegs eingestellt. Mau fand in der Laibacher Garnison, hauptsächlich in den, dentfchen 27. Infanterieregiment und seinen Offizieren ein weiteres Objekt, auf das man in unflätigster Weise schimpfte und gegen das man den Instinkt des Pöbels aufhetzte. Daß nuu auch die Gendarmerie und ihre Offiziere in gemeinster Weise angegriffen und be-schimpft wurden, ist nach dem Gesagte» eigentlich selbstverständlich. Es »st unerhört, daß auch heute »och der „Slovenski Narod" gegen die Deutscheu Laibachs den wütendsten wirtschaftlichen BoykoNkampft nur wenig behindert, predigen kann, einen Boykottkampf, der auch schon auf Untersteiermark übergegriffen hat und der sich in erster Linie gegen die dentfchen «reditinstitute, so insbesondere gegen die Krainische Sparkasse, die dem slovenischen Volke schon so viele Wohltaten nnd zn seinen kulturellen und wirtschaft-liehe« Zwecken viele Taufende gewidmet hat, richtet. Daß der südslavische PanslaviS»nuS in seiner wilden Form — möchte ich sagen — bei den Ausschreitungen gegen die Deutschen im Unterlande ein bißchen mitspielt, ist doch deutlich zu entnehmen aus der Art des verbrecherischen Anschlages, den man gegen die Stadt Rann und ihre deutsche Bewohnerschaft ge-plant hatte. Mit dem blutrünstigen Aufrufe, den Und aus Trauer, auch aus Freude Trinke, singe ich und weine. Wanke endlich heim beseligt Von der Liebe — nnd vom Weine. An Gesühlswärme reich ist folgendes bosnisches Liebeslied: Wen» ich heimlich dich begleite, Hinter dir beseligt schreite. Geh ich meines Glückes Spur — Aber selten, selten nur. Wenn d» mich ans Herz gezogen, Lernen Arm um mich gebogen: Lag ich in der Edenstur — Aber selten, selten nur? Wann werd ich dich immer küssen, Herzen können, nicht mehr wisse» — So, wie ich es heute kann ? — Sage, Liebchen, sage, wann? Es gibt »venige Hanstore in den von Moslims bewohnten Stadtvierteln Sarajevos, hinter denen am Freitag nachmittags nicht wenigstens ein Mädchen -« Geliebten harrte. Findet eine spröde Schöne .nen Gefallen an einem Burschen, der sich zuin hyklik eingeftinden hat, oder hat sie einen anderen ich in einer wortgetreue« Uebersetzung in meiner am W. d. M. eingebrachte» Interpellation widergLgeben habe (Ruf: Wer ist dort Bez>rkShauptt»ann!) — ich werde darauf noch zu sprechen kommen — wurden unter dem beliebten Deckmantel einer Prvtestver-sammlung »vie in Laibach die Bevölkerung der Um-gebung von Ran» sowie die zu Ausschreiutngen hin. neigenden Elemente aus dem nahen Krain nnd — hören Sie — auch die Bewohner Kroatiens ans. gefordert, recht zahlreich in Rann sich einzufinden. Und damit die freundlichen Gäste die AngriffSvdjekte ja nicht verfehlen, hat man in dem Aufrufe, den ich Ihnen wegen seiner aufreizenden Form hier vor-weise, die Wohnstätten der einzelnen deutschen Handels-und Gewerbetreibenden und Institute geuauest bc-zeichnet. Oesterreich muß slavisch sein oder es wird überhaupt nicht sein", sagte man in der erwähnten Protestversammlnng in Laibach am >8. September nnd fo heißt es — es ist dies bezeichnend — auch in diesem Aufrufe, iu dem unter anderem die Ver» treibung der deutscheu Handels- und Gewerbe-treibenden nnd Beamten gepredigt »vird. Wohl konnte diesmal der geplante verbrechen-sehe Uebersall durch Konsignierung einer größereu Gendaruierie« und Militärtrnppe verhindert werden, allein nichtsdestoweniger konnte der Abgeordnete D. Benkovik — dessen rühmte man sich in flove-nischen und kroatischen Blatter»» — trotz des erlassenen VersammluugSverboteS vor 50V bis 600 slovenischen uud kroatischen Zuzüglern der Stadt Rann in Gegenwart des BezirkShauptmauues das baldige Nahen des rächenden Tages in Aussicht stellen. Also Rache dasür, daß der Anschlag ver-hindert »vurde! Ist daö nicht der »vahnwitzigstc nationale Fanatismus? Dars man sich da wundern, wenn die Sianuer Bürgerschaft sich seither und infolge der fortgesetzte»» Hetze beunruhigt fühlt? In Lichtenwald, »vohii» sich ebeiisalls die Wogen der pöbelhaften Zerstörungswut erstreckten, »vnrde bald nach deu Laibacher Ausschreitungen die deutsche Schule nächtlicher- und heimtückischer»veise überfallen und mit Steine» bombadiert. Merkwürdigerweise richten sich also auch dort die Angriffe des Pöbels gegen eine deutsche Kulturstätte. Welcher Art diese Deutschenhasser sind, ist aus dem zu entnehmen, daß selbst die Schulkinder das Objekt für ihre heimtückischen Ueberfälle bilden. Es kam dort »viederhott zn Ueberfälle» auf die Schul-kindcr, deren einige auch verwundet »vnrde».. Um diese und ähnliche zahlreiche traurige Ber-irrnngeu gegen die Kultur nnd Sitte zu bemänteln u»»d die Ausmerkfamkeit von ihnen abzulenken, bauscht »uan die Demonstrationen der Deutscheu in Marburg und Cilli in einer »»»erhörte» Weife auf. Demon-strationen, ivelche ans die durch die Alarmnachrichten nnd durch Bericht von Flüchtlingen ans Laibach hervorgerufene ungeheuere Erregung zurückzuführen sind. Während aber in Marburg, Pettau und Cilli die berufenen Organe trotz der gegenteiligen Behanp-tungen derjenigen, die Ursache haben, den Eindruck der Laibacher Ereignisse abzuschwächen, ihre Pflicht energisch und ohne Verzug getan haben, bietet das, ivas in dieser Richtung in Laibach geschehen oder envartet nnd ist deshalb bitter enttäuscht, dann »nacht sie sich unter irgendeinem nichtigen Vorwand schleunigst ans dein Staube. Haben sich jedoch einmal zwei junge Herzen gefunden, hat ein Bursche sich ein Mädchen erkoreu und ist er beim Aschyklik von ihr als Beiverber willkommen geheißen, da»» hallen sich die übrige» jungen Leute von ihrer Schwelle fern. Das „e»vig Weibliche" macht sich in« bosnischen Liebesleben freilich auch mit seine» wenig anmuten-den Seiten geltend, denn bei den Moslims sehlt es ebensowenig »vie bei uit» an gefallsüchtigen kokette» Mädchen, die sich »icht an einen einzigen Bnrschen binden, sondern sich von jedem huldigen lassen, der gerade znr Hand ist. Ist ei» solches Mädchen hübsch, da»» stellen sich natürlich viele Bewerber ein, von denen keiner weichen will, so daß Zank und Streit mit Messerstichen nicht selten das Ende vom Liede ist. Bei einem Flirt aber, der sich nach längerer Zeit auf beiden Seiten als ehrlich gemeint eriviefei» hat, »verden bald Geschenke aiiSgetanscht. Er bringt Feigen, Orangen, Zitronen, Weinbeeren, Rosine» und anderes Naschwerk für die Angebetete feines Herzens mit, sie läßt es an Gegengeschenken in Gestalt von Blumen, süßem Backwerk. Aepfel» nnd gestickten Tüchern nicht fehle». Die Geschenke werden entweder unmittelbar von Hand zu Hand auSge-tauscht oder durch Vertrauenspersonen, die auch Botschaften vermitteln. Bei längerer Dauer des zarten Verhältnisses benehmen sich die Mädchen immer besser gesagt, nicht geschehen ist, nichts anderes «1» Spott und Hohn. Dort »vurden die Ausschreitungen unter deu Augen der städtischen Polizei begangen. Selbst in. der zufälligen Anwesenheit des Bürgermeisters be* müßigt sühlte, dem Ansuchen, er möge intervenieren, stattzugeben. Die Polizei hat die Demonstanten lausen lassen nnd damit z» nenerlichen derartigen Taten ermuntert. Der Bürgermeister von Laibach ist der bekannte Reichsratsabgeorduete Hribar. Den Deutsche»» Laibach« bietet sich beim Fort-bestände dieses — »vie die öffentliche Zicherheit und den Schutz der Deutschen anbelangt — traurigen und unhaltbaren Zustandes nicht die geringste Ge-ivähr dafür, daß sich diese Gewaltakte nicht wieder-holen. Im Interesse ihres Schutzes uud ihrer Be-»veguugsfreiheit muß daher die Auflösung des Ge-nieinderates, dessen Verhalten mehr als herausfordernd war, nnd die Verstaatlichung der Polizei gefordert »verden. Nvtiveudige Maßuahmeu. Es niuß gefordert »verden, daß dem Bürger-ineister alsbald die Polizeigewalt abgenommen werde, jenem Bürgermeister, der, wie ich bereits ausführte, am 2. Dezember in einer Jubilänmrede feine eigenen deutschen Mitbürger als Fremdlinge bezeichnet hat. Man kann sich nicht genug darüber wundern, daß daS nicht längst schon geschehen ist. Dein Landespräsidenten, der »vie ich später hörte -r- zwar die besten Absichle»» hatte, sich aber von dem Bürgermeister ins Bockshorn jagen ließ, muß bedeutet »verden, daß von ihm in erster Linie die Wahrung der staatlichen Autorität gefordert »vird. Ich habe diese Bilder angeführt, nm zu zeigen, »vie der KoalitionSgedanke, der Verföhnungsgedauke im Reiche, insbesondere bei in»S, aufgefaßt wird. So kann es nicht weitergehen. Wir Habennach all diese» Geschehnissen ein Recht zu sagen: Wir sind gern bereit, an dem wirtschaftlichen und sozial-resormatorischen Ausbau unseres Ztaatswesens mit-zuttin uud mitzuarbeiten, aber »vir werden gegen jeden Versuch, unter dein Deckmantel der Koalition, sei eS in dieser oder jener Form, im Norden oder im Süden, das Dentschtnm zu schädigen, seinen Einfluß «och mehr als bisher herabzudrücken »nd es in seinem nationalen und wirtschaftlichen Besitzstand zu schmälern, mit allen, auch mit den schärfsten Mitteln ankämpsen. Wir wollen ernstlich den nationalen Frieden haben, aber wir wollen ihn »icht »in jeden Preis. Wir wollen aber auch nicht das Odium auf uns lade«, an der Gefährdung des Parlamentarismus mitschuldig zu sein. Wir werden daher auch dem gegenwärtigen Regime, »im den Versuch der Her stellung geordneter Verhältnisse nicht zu stören, da» Budgetprovisorium bewilligen. (Beifall und .Hände klatschen. — Redner »vird beglückwünscht.) freier nnd fordern ihre Verehrer beim Vorübergehen dadurch, daß sie ihnen Blumen oder Aepfel zuwerfen, geradezu zum Asch»>klik auf; von der Natur be-sonders bevorzugten Bnrschen stellen auf solche Weise zuweilen auch verheiratete Frauen nach. Leider ist es oft noch ein weiter Schritt von einem Programmäßig verlaufende», also vielversprechende» Aschyklik zur Hochzeitsfrende DaS Volks-iied weiß davon zn singen, welche Mühe und Onal ein junger Mann oft hat, um ein Mädchen zu ge-winnen und den Widerstand ihrer Eltern, Brüder, Schwestern nnd übrigen Verwandte« zu besiegen: Heute sind es nenn der langen Jahre, Seit ich um Feirliebchen mich bewerbe. Feinlieb will mich, doch will mich nicht die Mutter. Atlaskleider schenkt ich nun der Mutter, Mutter will nun, aber nicht der Vater. Gab dem Vater seinen Stoff zu Kleidern, Vater will nun, aber nicht der Bruder. Scheust dem Bruder meinen große»» Falken, Brnder will nuu, aber nicht die Schwester. Gab der Schwester Armbänder von reiiiem Golde, „Ja," sagt Schivester, doch „nein" die Verwandten. Gab Verwandten Schuhe und Pantoffel, Diese wolltet — Feinliebchen will nicht mehr. Nummer 101 An die dtutschenBrwohnkr von Cilli! fe? naht das Weihnachtesest 1111b die )ahrc»> wende, Zeiten, in dene,« feder seinen Liebe» eiiie Gabe bescher». Zeiten, ,n denen der »au-fsbedari -der Bevölkerung im Iul)re nm größten ist. Ger«de in dieser Zeit macht sich die für den heimischen Ge- 1 werd? und Geschäftsmann beschämende Tatsache am empfindlichsten geltend, daß so viele Volksge« nosfeu ihren Bedarf nicht in unserer Stadt, sonder» aufwärts decken. Dieser traurigen Erscheinung liegt das Vor urteil zu Grunde, daß bog, was man v>« aus-wärt» bezieht, besser nud billiger sei und daß der heimische Gewerbsmaim an Leistungsfähigkeit zurück-stehe. Jede dieser Rmiahnie» ist falsch *»d der deutsch? Geiverbestaud der Stadt Cilli braucht nur ans die unverhältnismäßig große Anzahl wre Aus. ze«chnuugen, die ihm bei der Grazer Haudwerter ausstellnng zuteil geworden sind, hinweise», «m die übrigens bekannte Tatsackn? zu -erhärten, daß er mit seiner Lastungssählgkc« auch deu verwöhnteste» An-sprächen gerecht ,verden laun. Der Eillier deutsche Geiverbestand lja1 sich im Ernstfälle jederzeit als «ine feste nnd treue DtRtze der deutschen Stadt Eilli erwiesen und eS wäre «ue Uugerechtigkeit, wenn ihm für diese Treue der Uu dank zuteil würde, daß fcie Vokbigenossen ihn aaj wirtschaftlichem Gebiete im Stiche laffen. Der EÄlier deutsche Äciverbebund richtet daher an alle deutschen Bewohn« unserer Stadt die herz-liehe Alkie. Jbci den Weilmochts- uud Neujahrs««»-?äuf<« die Eillier deut scheu Gewerbetreibenden vor-zugsweise zu berücksichtige» uud damit das Wort von der deutschen Gemeinbürgschaft zu einem Wahr-werte zu machen. Der CCiüier Deutsche Setverbebund. Er)irhung der Tschrchen »um Deutschenhaß. Wohl den meisten Deutschen «nag das Per-halte, des tschechischen Volles oft rätselhaft er-scheine». Sie finden keinen Erklärungsgrund für den maßlosen Haß, mit dem gerade der Teil des tschechischen Volkes alles, was deutsch sich nennt und deutsch spricht, verfolgt, der sonst die wichtigsten Berührungspunkte mit den Deutschen hat. Mit dem natürlichen nationalen (Gegensatze, mit der Per-schiedenheit der Sprache ist dies nicht z» erkläre». Der so gewalttätig sich äußernde Deutschenhaß ent-springt eben nicht natürlichen Beweggründen, da kommt nicht die Stimme des Blutes zum Ausdruck, das ist das Ergebnis langjährigen Drilles. Das Wort Erziehung hier anwenden zu «vollen wäre eine Verhöhnung des Begriffes. Da liegt plan mäßiger, vor den schlechtesten Mitteln nicht zurück-schreckender Drill vor, wir haben es mit einer steten Anspeitschuug unedler Regungen zu tun uud die-jenigen, die diesen Drill besorgen, sind umso schärfer zu verurteilen, als sie sich der Unwahrheiten, mit denen sie arbeiten, wohl bewußt sind. Um diese Art von Drill des tschechische» Bol-kes kennen und würdigen zu lernen gibt es nur ein Mittel und das ist das Lesen tschechischer Blätter, der Zeitungen, die ausschließlich für das tschechische Volk geschrieben werden. Was da über Deutsche, deutsches Wesen, deutsche Arbeit ausgetischt wird, spottet jeder Kritik. Die dümmsten Behauptungen, die ärgsten, handgreiflichsten Unwahrheiten werde» mit einer Unverfrorenheit sondergleichen ausgestellt und alles in einem Tone vorgebracht, der den Leser glauben machen muß, daß er es nur mit einwand« freien Tatsachen zu tun hat. Ueber die Deutschen wird nur in böswillig herabsehender, verleumdender Weise geschrieben, daS Tschechentum aber dagegen bei jedem, auch dem geringfügigsten Anlasse gepriesen. Man kann in Böhmen Tschechen, auch besseren Ge-sellschaftskreisen angehörende nnd scheinbar gebildete Leute finden, «velche beispielsweise mit allem Ernste behaupten, Prag sei als Stadt allein genommen größer, bedeutender als Wien. Gegenrede nützt da nichts, ein einfaches „das ist nicht wahr" gibt zu erkenne», daß der Tscheche durch seinen Lehrstoff zu gut von der Richtigkeit seiner Ansicht überzeugt ist. Ein Musterbeispiel solcher steten, seit vielen Iahren betriebenen Bearbeitung des tschechischen Volkes gibt das Wiener Tschechen-Organ. An einigen Beispielen nur sei gezeigt, wie da gearbeitet wird. Keulsch? Wucht der — man «nag sonst darüber deuten w»e man will — gewiß großartigen Illumination am l. Dezeütircv schrieb das doch in Wien selbst «-scheinende JBlatt, sie fei einfach — kläglich gewesen. Mau habe den Eindruck einer Allerseelenbeteuchimig gehabt usw. Ueber die Revolverschießerei auf der Wiener Universität hat das Matt immer nur in der Weise geschrieben, daß die deutschen Student«« es «varen, die geschaffen haben. Die Italiener be-gnügte« «sich mit der einen Unwahrheit, der erste Schuß sei auf deutscher Seite gefallen, gestände» >«nd gestehen auch jetzt zu, daß sie es waren, die ganze Salve«« abgegeben haben. Der Leser tschechischer Blätter, der größte Teil de* tschechische» Volkes sicher, ip aber fest überzeugt, daß bei den Szenen ans der Wiener Universität dir deutschen Studenten die Angreifer waren, ßie und nur sie mit Ätevolver aus die italienische» Student«« geschaffen haben. Die Unfälle bei der Wiener Allumination werden zu den Prager TunnSten in Gegensatz gestellt »nd damit der „Beweis erbracht", daß es sich i» Prag nur «in, Harmlosigkeit-,« gehandelt hat. den« dort habe «na» „nicht fünf Tote" als Opfer zu ver-zeichnen Das StaudrechS »väre oisu »ach der Meinung des Wiener Tscheche»blattet nach der Illumination über Wien zu ««erhängen gewesen. — Ueber solchen Stnmpfsiuu mag «t Deutscher lächeln, der Tscheche glunbt ihn. hält die Beweisführung für richtig und das Blatt Iwl säuen Zweck, den Tschechen glauben zu machen, daß sie in unerhörter Weife »nterdrückt werden, erreicht. Auch die Ordensver leihimgen «verden in tschechisch-natioxalem Sinne ausgeschrotet. Jeder Name, bei dem es nur halb-wegs geht, «vird einfach tschechisiert. Der Leser gewinnt deu Eindruck, als ob überhaupt iiur Tschechen ausgezeichnet worden wären. Damit wird bewiesen, daß die Tschechen allen auderen Völkern vorne stehen, daß man »ur in ihren Reihe» die Männer findet, die einer Auszeichnung «vürdig sind. Das reiint sich zivar mit der fönst behaupteten Zurückstellung der Tschechen »icht, aber das macht nichts, es „beweist" die Ueberlegenheit der Tscheche» über die Deutsche«, eS steigert die Einbildung. Gewinnt irgend wo in der Welt ein Naine an Bedeutung, so ist die tsche» chische Presse auch scho» dabei, den Träger für das Tschechentum mit Beschlag zu belegen. So ist ja auch seinerzeit der Burensührer Deivet kurzer Hand zu einem Tschechen gemacht «vvrden, er hieß eben früher „Devdt", zn deutsch „Neun". Das tschechische Volk glaubt das heute noch und den Mindern wird erzählt, daß in den große«, Kämpfen im Süden Afrikas, ei» Tscheche der heldenmütige Führer nrnr. Das scheine» Kleinigkeiten zu sei», sie sind aber Methode. Alles läuft aus deu Zweck hinaus, das tschechische Bolk in, Wahn zu erziehen und zu er-halte», daß es das größte, tüchtigste der ganze» Welt ist, das Herrenrechte über alle anderen, vor allem aber über den Deutschen in Anspruch zu neh-men ein Recht hat. Wenn die Leiter nnseres Staats-lvesen« die kleine tschechische Preffe versalzen würden, sie kämen bald zur Einsicht, wo der Grund z,« dem oft unverständlichen Hasse des TfchechentumS gegen das Deutsche liegt. Klojae, Lisy uud Genoffen bieten mit ihren Rede» im Abgeordnetenhaus? nur eine» schwache«« Abklatsch vou dem. was im tschechischen Bvlke als gute Ueberzeugung gilt. Im Wiener Ab-geordnetenhaiise kann man mit Behauptungen, wie sie im tschechischen Böhmen allgemein verbreitet wer-den, ausgelacht werde», für das tschechische Volk sind sie Evangeliun«._ Politische Rundschau. gur Lage. Auch im Parlament hat sich das Christkind eingestellt. Stille Arbeit, heilige Ruhe, als wenn wir im friedlichsten Staate Europas wären. Das Budgetprovisorium wurde angenommen nnd die AnnexionSvorlage, sowie das Ermächtigungsgesetz sind gesichert. Bor wenigen Stunden noch haben wir daran gezweifelt »nd trostlos erschien u»s die Lage. Allein diesmal waren es die Sozialdemokraten, «velche für die Dringlichkeit stimmten »nd so eine Wendung in der Krise herbeiführten. Wir können n»S gewiß über diese WeihnachtSbefcherung aufrichtig freuen. Marckhl—Hribar. Der Vertreter unserer Stadt hat von dem Bürgermeister von Laibach auf einen beleidigeitden Zwischenruf während feiner bekannten Rede im Ab-geordnetenhaufe hin nötige Aufklärung gefordert. Die Angelegenheit wurde dadurch beigelegt, daß Leite 3 Hribar die entsprechende Entschuldigung gegeben nnd die gemachte Aeußerung zurückgenommen hat. Mit Beleidigungen sind unsere Gegner eben immer am Platze — ihre einzige Waffe. Das Standrecht in Prag — aufgehoben! Der Scharfrichter kann Prag «vieder verlassen. Di« Stadt erhält das frühere friedliche Bild. Auch das Farbenverbot wurde anfgehoben — und eS soll jetzt vollständige Ruhe eingetreten sein. Auch erzählt man sich, daß von nun an den Deutschen die vollste Sicherheit nnd Gleichberechtigung zuteil werden wird. Nun wir wollen abwarten, ob dies auch der Fall sein «vird. Denn wir trauen diesem Landsriede» nicht, um so weniger, als gleich nach der Aushebuna des Standrechtes deutschsprechende Pasfante» angespuckt und beschimpft wurde». Ob es deu«, nicht besser gewesen wäre, «venn man dem Scharfrichter stän« digen Aufenthalt in der Königsstadt gewährt hätte! Die Landtagswahlen in Krain. Während an« Lande die slovenisch-klerikalen Kaudidaten den Sieg davo.i trugen geschah in Lai» bach etivas Unerivartetes. Die Liberalen haben eine Enttäuschnug erlebt, wie sie sich selbe gar nicht vorstellen konnte». Trotz aller Hetze des „Slovenski Narod' |ind von 7000 Wählern nur etwas mehr als 20<¥> zur Urne gegangen. Und das Resultat ist eine Stichwahl zwischen dem liberalen Kandidaten Tnrk nnd den, Sozialdemokraten Kristan. Ein Be-weis für die tranrigen inneren Verhältnisse der Stadt. Wie man scharf gegen Deutsche vorgeht. An« 1. d*. fanden sich die deutfchen Arbeiter in, ..deutschen Arbeiterheim" in Neutitschein zu einer gemütlichen Zusammenkunft ein. Während noch die deutschen Arbeiter beisaminensaßeii. «vurden sie verständigt, daß die Fenster iu der tschechische«, Schule und in der ..Tscheska Beseda" eingeschlagen wurden. Ueb r Befragen, wer die Fenster eiiigefchlagei, habe, wurde berichtet, daß man Niemand ans der Straße bemerkt habe. Der tschechische Gerichtsadjunkt und Untersuchungsrichter Dr. Glas ließ jedoch am Ü.d. den Hochschule? Schmach »nd die deutschen Arbeiter Horak, Schleser, Mrug nnd Zrunek verhaften. Die Verhafteten protestierte» gegen ihr Verhaftung, da sie »achiveisen können, daß sie vollständig «»beteiligt an dem Einwerfen der Fenster sind »nd verlangten ihre Enthaftnng. Da dem Proteste der Verhafteten jedoch nicht stattgegeben wnrde, erklärten sie sich, von diesen« tschechischen Richter, nicht «nehr einvernehmen zu lassen und eine» deutschen Richter zu verlangen. Dieses Begehren «vnrde von der deutschen Bevölkerung Neutitscheins unterstützt. Am 3. dS. wurde «tun zwar ein deutscher Untersuchungsrichter nach Neu« titschein beordert, um die Untersuchung weiterzu-führen und die RatSkammer in'Neutitschein entschied auch z» Gunsten der EntHaftung, die jedoch infolge des Einsprnches des tschechischen StaatSwalte« nicht erfolgt. Panslavistisches. In einer slovenifch-liberalen Versammlung in Lai bach wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen einen Krieg mit Serbien ausspricht «md territoriale Entschädigungen für Serbien anläßlich der Annexion befürwortet. — Der Führer der liberalen Slovenen, die auch die letzte Deutschen hetz« in Laibach arrangiert hatten, Bürg rineister Hribar, gehörte zn den Veranstaltern der letzten Präger panslavistischen Konferenz. Ans Studt und Land. Cillier Gemeinderat. Am Freitag, den 13. Dezember um b Uhr >«ach. mittags, findet eine ordentliche öffentliche Gemeinde« anSschnßfitznng mit folgender Tagesordnung statt: Mitteilung der lÄnläufe: Berichte des Recht Sau Sfchusfes über die Eingaben wegen Anerkennung des Hein«atsrechteS an: Barbara Kofchetz, Luzia Rotter, Alois Puschnik, Magdalena Zinauer, Karl Makesch, Lvrenz Potnik, Tohann Topolonschegg und Johann Schrimps, und über die Gesuche um Verleihung des l. Michael Knpitsch'schen Studentenstiftungssond - Stipendiums. Bericht des Unterricht SauSschusseS über einen Bericht der Direktion der städtischen Mädchen» bürgerschule über die Zahnpflege der Schülerinnen ««nd eine Eingabe der k. k. SchnlbÜcherverlags- Seite 4 oemVche Wacht •Jh-tnr.fr li>l Direktion wegen Anschaffung der österreichnchea Staatsbürgerkunde für Schule und Haus. Berichte des Bauausschusses über über eine Eingabe wegen Ausstellung weitem « Gaslaternen in der Giselastraße. Berichte des Finanzausschusses über l. eine Eingabe der Südbahngefellschast um Bewill»« guug der Gemeinde»mlagenbesreiung sür das G«. treidemagazin; 2. ein Gesuch des Arbeiters der Gasanstalt Johann Okoru um Bewilligung einer Geldaushilfe; 3. eine Eingabe des Deutschen Schul-vereine» um Bewilligung eines Beitrages ; 4, einen Amtsbericht wegen Anweisung des Wohnungsgeldes sür deu SicheitSwachmann Ia'ob PoSuitsch; 5. eine Eiugabe des Deutschen Lesevereines in Graj nm Bewilligung eines Beitrages »nd 6. Antragstellung ive^cu Rückersätze aus der außerordentlichen m d,e ordentliche Gebahrung sür 1907. Berichte des GewcrbeauSschu)seS über eine Eingabe des Franz Bollgruber um Verleihung einer Fiäckcreikonzession und eiue Eingabe desAlois Petrak nm Verleihung einer DienstvermittlungSkon-zession. Berichte des M a u t a u s s i ch t s a u S s ch u s f e s über das Ansuchen des Fleischhauers Ferdinand Detschmann nm Mautgebührenbefreiung. Gustav Schmidl 1°. Am Sonntag um 8 Uhr abends verschied nach langem Leiden der Lansmann Herr Äustav Schmidl, Der Verstor-bene war durch viele Jahre hindurch Inhaber der gleichnamigen Handelsfirma. In seinem Fache außer-ordentlich tüchtig, leitete er sein ausgedehntes Ge-schüft mit großer Umsicht; Rastlos und unermüdlich tätig sand er trotzdem noch immer Zeit, sich dem Ge-meinwohle zu widmen. Er bekleidete in früherer Zeit verschiedene Ehrenstellen. Sein Wirken als langjähriger Gemeinderat verdient besondere Anerkennung. AIS Mitglied der 5. Sektion übte « bedeutenden Einfluß aus die Organisation der Sicher-hcitswache. Die Ausgestaltung der Marktordnung u v. a. die nun seit Jahren hier nicht mehr übliche Volkstombola war eine Schöpfung des Verstorbenen. Ebenso erfolgreich war sein Wirken als Mitglied des Berschönerungsvereines und alS Mitgied deS Frem-denverkehrSauSjchusseS. Immer und überall war er zu finden, wo eS galt sür daS Deutschtum werktätig einzutreten. Schwere SchicksalSschläge zwangen ihm vom öffentlichen Leben zurückzutreten und nunmehr widmete er sich, ein Muster eineS Familienvaters seiner Familie. Der schwerste Schicksalsschlag traf ihn, alS ihm der Tod vor wenigen Monaten seine treue LebenSgesährtin entriß. Die Trauerkunde von dem Ableben diese« vielgeprüften strammdeutschen Mannes und warmen opferwilligen Freundes der Stadt rief in allen Kreisen allgemeine Teilnahme hervor. Die» kam so recht beim Leichenbegängnisse, welches am DienStag nachmittag unter außerordent-licher Beteiligung der Bevölkerung stattfand, zum Ausdrucke. Den Leichenzug eröffnete eine Abteilung der freiwilligen Feuerwehr, deren Gründer und lang jähriger Kassier der Verstorbene war, unter dem Lom mando deS HauptmanneS Herrn St. Fersen. Den Kranz wagen der stüdt. BestattungSanstalt schmückten zahlreiche prachtvolle Kränze; solche widmeten u. a. die Stadt-gemeinde, die Beamten deS StadtamteS, der Stadt-verschünerungSverei» in pietätvoller Erinnerung an sein ersprießliches langjähriges Wirke». Unter den Trauergästen bemerkten wir den Bürgermeister Herrn Dr. von Jabornegg mit den Gemeindträten, Stadt-amtsvorstand -Dr. Ambroschitfch mit den Beamten deS Stadtamtes, KreisgerichtSpräsident Hosrat R. v. Wurmser mit den Beamten dcS Kreis- und des Bezirksgerichtes. StaatSanwalt Dr. Bayer. Vertreter der Beamtenschast der übrigen Behörden, die Offiziere des 87. Inst Reg. und deS hier garnisonierenden Bataillons des 26. L. J-R. Vertreter deS Handels-gremiumö und der Lehrerschaft, sowie Abordnungen der Vereine, denen der Verstorbene angehörte. Möge dem Dahingeschiedenen die heimatliche Scholle leicht sein. K. Kammermusikadend. Mit einem überraschenden und vielversprechenden Erfolg hat sich die Kammermusitvereinigung des Musikvereines Cilli in dem am 9. d. M. im kleinen Saale des Deutschen HauseS abgehaltenen 1. Lammermusikabend eingeführt. Schon die Zusammenstellung der Vortragsordnung bewies künstlerischen Geschmack und Stilgefühl und trat hiedurch in wohltuenden Gegensatz zu dem herkömmlichen musikalischen Ragout so vieler „Berühmt-heilen". Die reine ästhetische Wirkung der stilistische» Einheitlichkeit wird jeder Besucher — vielleicht unbewußt — in einem gewissen Ebenmaß der Stimmung, die sie in ihm auslöste, empfunden haben. Die Vor- tragsordnung — Beethoven; Streichtrio »p. 8 (S«' renade); Mozart: Violinfonate in C, Beethoven: Llavierquartett ir» ES-dur op. 16 vereinigte in glücklicher Weise die Grundsätze der Abwechselung und Einheit. — Abwechselung in der Llangfarben-mischung: Streicher ohne Klavier Klavier mit Geige allein, Klavier und alle Streicher; Einheit im Stil: ,wei Großmeister der klassischen Mnfik, Mozart uud Beethoven, jedoch »icht der ipäte, gereiste, von pro-metheischem, Geine »»füllte Vollmensch, sondern der an feineil großen Vorbildern Hayde» und M»zart zur künstlerischen Selbständigkeit erst heranruslnde Jüngling Beethoven — achtzehntes Jahrhundert. Diese Vortragsordnung fand durch die Lam ermusik« Vereinigung eine über Erwarte» gute und verstand-nisvolle Ausführung Richt nur jeder einzelne Spieler war seiner Aufgabe vollkommen gemachten, alle be-wiesen auch trotz der Kürz« deS Bestehens der Kammer-musikvereinigung ein ungemein vortreffliches Zusammen-fpiel. Das reizende Streichtrio op. 8 von Beethoven wurde durch die Herren Lapellmeister Schachenho>er ^ Geige), Dr. von SemetkovSkh (Bratsche), Dr. Kallab (Violoneell) vorzüglich wiedergegeben. Eine am An-fang vorhandene geringe Befangenheit die zum Teil« mit der zuerst etwas kühlen Hallung der Zuhörer-schast zusammenhing, wich bald und namentlich die leide» letzten Sätze, das schwermütige Adagio und die mutige Polaeca kamen sehr schön zur Geltung. Herr Schachenhoser zeichnete sich dnrch sei» bekannt schwungvolles Spiel, Herr Dr von Smetkovsky durch stilvolle, diskrete Behandlung der Mittelftimme, H-rr Dr. Kallab, ein hervorragender Cellist, durch iatte Fülle des Tones, tadellos ausgeglichenes Spiel in den Begleitungsfiguren und glänzende Technik in den höchsten Lagen aus. Die wunderschöne Violinsonate in C dur (von Mozart in einem Alter von 22 Jahren, 1778, komponiert), die trotz ihr« scheinbaren Ein-fachheit manche Schwierigkeiten bietet, wnrde von Fräulein Anna Prafch (Klavier) und Herrn Viktor Swozilek (Geige) reizend vorgetragen. Die glocken-reine, saubere Technik des Fräuleins Prasch erscheint gerade für die Wiedergabe Mozartscher Musik ganz besonders geschaffen; Herr Swozilek beherrscht die Beige mit vollendet sicherer Technik und hat einen überaus vornehmen Ion. Die Auffassung war tadel-los. Nur im zweiten Satze hätte ich ein etwas drei-tereS Zeitmaß gewünscht, woianf auch das andante gniitenuto hindeutet; hiedurch wäre eS dem Klavier und der Geige möglich geworden noch mehr Breste, noch mehr schwellenden Ätem in ewig-schönen Gesang der Mozartschen Melodie hineinzuhauchen. Den wär« digen Abschlu i des Abendes bildete Beethovens Klavierqnartett in ES-dnr op. l6 Fräulein Prasch (Klavier), Herr Swozilek (Geige). Herr Dr. Semet-kovsky (Bratsche), Herr Dr. Kallab (Cello). Alle einzelnen Spieler, sowie auch die Gesamtleistung boten ihr Beste«; das Zusammenspiel war mustere hast, die Plastik der Stimme» sauber und klar, die Dynamik fein und wirkungsvoll abgetönt Den Höhe-punkt erreichte die Ausführung im zweiten Satze. Zum Herzen dringend und weihevoll fangen die Streicher die herrliche Kanlilene des Hauptthemas. Man kann mit vollem Rechte behaupten, daß auch eine größere als die kleine erlesene Zuhörerschaft CilliS den trefflichen Musikern die Palme der Aner« kennung gereicht haben würde. Alles in Allem ein großer nnd ehrlicher Erfolg. Wir wünschen und hoffen, daß er die Lammermnsikvereinignng anrege, bald wieder ans der Bühne des Lonzertsaales zu erscheinen uud nirS die Früchte ihres künstlerischen Strebens «nd Könnens genieße» zu lassen. Der rege» Teilnahme der Cillier Musiksreunde kann sie sicher sein. . R. Weihnachten. Eines der schönste» Feste im Jahre rückt naher, jeuei Fest, das unS Gelegen-heil bittet unsere» lieben Verwandten und Freunden durch Widmung eines sinnigen Geschenkes den Aus-druck der guten Gesinnung zu geie«. US ist daher am Platze, die Bewohner daran zu mahnen, vor Allem unsere h e i m i s ch e» G e w e r b e t r e i b e» d e n mit derlei Aufträgen und Einkäufen zu unterstützen, damit das Einvernehmen des Bürgers mit dem Kansmanne der ernsten Zeit entsprechend ein nur gutes genannt werden kann. Kaust am Orte! Kauft nur bei Deutschen ein. Diese beide» kategorischen Impera tive möchten wir allen deutschen Hausfrauen, Familien vätern und Geschäftsleuten nicht oft genug znrufen Leider müsse» wir mit Bedauern feststellen, daß noch immer so viele gntdentsche Männer und Frauen sich wegen weniger Heller bestimmen lassen, ilirc Bedürf niste bei unseren völkischen Gegnern zn decken. Wenn schon nicht daS völkische Ehrgefühl es erbietet, so zwingt uns schon der Selbsterhaltungstrieb. lieber aus einen ganz unbedeutenden Vorteil — in den meisten Fällen ist es überhanpt nur scheinbar ein Vorteil — zu verzichten, als mit Aufgetmu^ eiueS völkischen Empfinde»» bei seinen Stamme? iriiber» vorüberzugehen und Deutfchenfressern das (Md in den Schoß zn werfen. Wie fel,r um zu liefen ernsten MahnungL» berechtigt sind, beweist wohl die Tatsache, daß vvn gegnerischer Serte alles aufgeboten wird, die deutschen Geschäftsleute zu wykottiere». daß mau sich sogar erdreistet. Kund-chaften. die deutsche Geschästsläbei betreten wollev. zurückzuhalten »nd an windische Geschasthleuie zu verweisen. Ein Lausmann selbst sand es nicht unter einer Würde, dies persönlich zn tnn. Nnd eben ver elbe Kaufmann versendet nn» an alle deutichei! Geschäfte und Familien Postkarte», in denen er billige Lohle aupreist, es ist dies der Kaufmann A. Koleue in der Grazergasse. Wir überlassen eS nach dem Gesagten dem völkischen Ehr-empfinden unserer wirklich deutschen Männer und Frauen, daS richtige zu treyen. Herzliche Bitte! Im hiesigen allgemeine» Krankenhause liegen über 60 Minder armer Eltern krank darnieder. Es naht das WeihnachtSsest, das Feit der Kinder. Wer wird den armen, kleinen kranken eine Frende bereiten, da die Eltern meist selbst arm sind!? Es ergeht dal>er an alle edlen Menschenfreunde, an die Freunde der unschuldigen Linder elt die herzliche Bitte, milde Gaben, sei es Geld, KleidnngSstücke oderj Sßwaren an den Weil» nachtstisch der armen Kleinen zu legen. DaS glück' strahlende Lächeln, das die hohlwangigen Gesichter der verlassenen, kranken Linder verklären wird, mag den edlen Spendern danken. Etwaige Spenden bitten wir an die Firma „Ranzinger unv H öuig m a u n" oder an die Verwaltung d e i Blatt«« zu leiten. Spende. Die Hinterbliebene» nach dem verewigte» Her«» Gustav Schmidl spendeten anläßlich seines Ablebens zur Verteilung an die Stadtarmen den Betrag von 150 Kronen. Deutschvölkischer Ardeiterverdand. Sonntag, den 13. d. hielt dieser Verband im Ver-einSheime, Gasthaus Grell, seine Monatsversammlung ab. Die Versammlung war sehr gut besucht ; es hatt-n sich außer den Mitgliedern zahlreiche Gäste, darunter Vertreter des HandelSgehilienstandes sowie der Presse und Hochschülec eingefunden. Nach Erledigung einiger Bereinsangelegenheiten stellte der Obmann Herr Find eisen fest, daßj es dank der werktätigen Unterstützung vonseiten der teutschen Kausmannschast und der deutschen Gewerbetreibende» dem Verband gelungen sei, statt 3 deutsche Linder 25 Kinder deutscher Eltern mit Kleidungsstücken und Wäsche zu beteilen und drückte den edelmütigen Spendern den Dank deS Verbandes in herzl chen Worten auS; desgleichen dankte er auch den Herrn Rebeuschek für sein Entgegenkomme» anläßlich der Julseier und sür den gespendeten Julbaum Der Ver-band beschloß auch heuer eine Jahresschlußseier am 81. Dezember in den Raümen des Hotel« „zum Mohren" zu veranstalten. Feuerlärm. Sonntag am '/tl2 Uhr nachts wurde» die Bewohner der Stadt durch Lärmschüße und Hornrufe der Feuerwehr auS dem besten ^chlaie geweckt. In der mitten auf dem mit Vorräten reich« gefüllten Holzplatze gelegenen Schreibstube deS Herrn Larl Tepp ei war Feuer auSgebrochen. Der Rächt-Wächter verständigte die Feuerwehr, welche die Man»-schalt alarmieren ließ. ES rückte sofort ein Lösch-zug unter dem Kommando deS HauptmanneS Herrn FeiH»» aus. Als die Feuerwehr am Brandplatze er-schien, war der Brand dereitS unterdrückt Die Wehr lonnle daber »ach Vornahme der nötige» Sicherung»« arbeiten und Zurücklassung einer Brandwache wieder einrücken. An den Reitungsarbeiten beteiligten sich in hervorragender Weife die Herren Raufcher, »arbeutz und Lrick. Die Gefahr war eine be-deutende. Das mittlere Kanzleizimmer brannre voll-ständig auS. Die EntstehuugSurjache des Brandes konnte bisher nicht ermitteil werden. Von der Kapuzinerkirche. Wennschon die T>eppe vor dem genannten Gotteshause dem all-gemeine» Verkehre eingeräumt ist. möchten wir die Frage auswerfen, ob eS den nicht notwendig er-scheint, bei der» derzeitige» Wetter jene VorsichtS maßregeln zu treffe», die geeignet wären, den Paf-janten vor schwere» körperlichen Verletzungen zu schützen. Bei der damaligen Beschaffenheit der 99 Stufen könnte» wir selbe höchstens der fportlustigen Jugend für das Rodelvergnügen anempsehlen k«ineS-weg» aber alS Zugang zu einem der Andächtige-weihten Raume. Wir bitten daher recht viel Sand anzuwenden, um diese» Uebelstand zu beheben, weniger Sand aber den Leuten in die Augen zu streuen! üwtmxr 101 Um einen faulen Frieden! Die Frieden«, buta hat vor einigen Tagen in einem Leitartikel eines ^udenblatteS wieder ihre Friedensstimme er« fcha.len lassen, wogegen vom menschlichen, also selbst demschen Standpunkte nichts einzuwenden wäre: Ueber die Greuel jedes itrieget sind nicht nur Baronin Suttner sondern auch bedeutendere männliche Diplomaten einig, wenn auch der ttmg eine Utzte blutige Notwendigkeit sür Dynastie. Staat und Volkstum ist und bleibt. Wogegen wir uns Deutsche wende» müssen, sind die Friedk»Smahuu»ge«, welche die deutsche Schriftstellerin an die deutsche Siudenteiischaf« am Schlüsse ihics Leitartikels mit der Aufforderung richtet, den hungernden pollege» wegen ihrer nationalen Gesinnung die Rechte (?) auf die Meua nicht ve,kümmern zu lasse» und auch sonst der Verrohung und den terroristischen Aus-brächen gegen Andersgesinnte Einhalt zu tu»! Frau Baronin Suttner hätte wohl besser getan, derartige Ratschläge der italienischen und slavischen Studeutcnfchaft ans Her; zu legen nnd sie zur Vorbedingung eineS dauernden Wafsknstilistandts — nämlich zu einem ihrer Eigenschaft alS Gäste Wiens und der Universität entsprechenden sriedsamen und zurückhaltenden Verhalten — aufzu-fvrdern. Evangelische Weihnachtsfeier. >tom> wenden Sonntag abends halb 5 Uhr findet iu der EhristuSkirche wie alljährlich die Weihnachtsfeier der evang Jugend in Verbindung mit der Bescheerimg der Armen statt. Zu dieser lieblichen nnd schönen Feier, die besonders dnrch die Gesänge »nd Dekla-mationen der Kinder verherrlicht werden wird, die Wcuinachtsliedcr aus alter und neuer Zeit unter der sicheren Führung deS wackeren Organisten Inter-bergcr zum Vortrage bringen werde», ist jedermann herzlich eingeladen. Ausgangs-Vormerkungsdehandlung. Vom I. Zänncr 1909 an wird die Postanftalt, vor-läufig nur versuchsweise, auch die AuSgangs-Vormerks b«Handlung der wieder in das Ausland zurückgehenden Reparaturwaren ver-Mitteln. Die Postanftalt wird demnach die zur Ausgabe gebrachten Senduugcn mit iu das Ausland zurückgehenden Reparatur waren in Vertretung der Paiiei an das Zollamt behufs Feststellung der Zdendirät der Ware leiten nnd den vom GrenzauS-triltSpostamt« mit der AuStrittSbestätigung versehenen Sormerkschein an den Ausgeber übersenden. Die Bedingungen, unter denen diese Vermittlung statt-findet, und daS hiebet zu beobachtende Verfahren ist dasselbe wie für die nach dem Auslande bestimmten Pakete mit Muster- und Losungsrvaren. Eine Ab-vtichung besteht nur insoierne, als der Absender den nforderlichen Begleitpapieren den zollamtlichen Vor-«erkschein beizuschließen und in seinem Ansuchen um to Vermittlung der AuSgangs - Bormerkbehandlung C. Nr 367) die Worte: „Muster-(Losungs-) «ren aus......Monate' handschriftlich durch den Vormerk: „zurückgehende Reparatur-waren" oder einen gleichbedeutenden AuSdruck zu ersetzen hat. Handelskränzchen. Das »tränzche» der HaildelSangestellten findet nicht wie ei irrtümlich am 26. sondern am 16. Jänner statt. — Die »n der Gehilsenversammlung vorgenommene Wahl bc* Ausschusses hatte wlgendesErgebnis - Obmann: lugust EgerSdorfer; Stellvertreter: AloiS Kukowetz. Ausschußmitglieder: Z^ranz Braeit, Joses Donosa, larl Hauswirth. Viktor Trummer, August Kregau, tupft Stanitz. Delegierte: HanS Beramtsch, Fried. !t»ioll, Heinz von Kottvwitz. Franz Plavnik. Schied«-«;cht: Alois Kukowetz. Emil Raschay. August ißersdorser, Joses Dvnosa. Heinz von Sottproifc. häns Berauitsch. Serbenfreundliche Kundgebungen in Vola. Wen» es gkg'n Oenerreich und gegen die teutschen gilt, sind unsere liebc» iialieni'chen Mit-lger sogar ierbensreundlich. DaS bewiesen sie in Ma, wo bis B hirde eine Volksversammlung ver-Mi halte. Trotzdem sammelte» sich mehrere tausend lolimer on. die schrien und pfiffe» und wiederholt den Ras ausbiache»; Hoch Serbien! Es lebe Serbien!" Die Kundgebungen nahmen eine derartige «im an, daß die "ache blank ziehen mußte. junge Leute wollten yar deutsch.» Volksschule >d zum Verein .Eintracht" ziehe». Die Wache vierte sie daran Dabei frueiten die Italiener ligc Revolverichüsse aus die Wache ab. Als die kchleute mit dem Säbel vorgehen mußten, brachten jtde» Lärmmachet n einige Verletzungen bei. Während iß Abend« wurden 40 Leute verhaftet. — Auch »r Folge der kurzsichtigen österreichischen Reaierunas llmk! verkannte Leute. Man schreib, auS Pettau: ür unklaren Verhältnisse an den Reichsgrenzen und Deutsche Wacht die Gascogniaden in Serbien bringen allerlei Gerüchte in Umlaut; es ist daher degreistich, daß sich auch die Spionenricherei einstellt. So wurde die hiesige Polizei auf zwei Männer aufmerksam gemacht, deren Kleidung Verdacht erregte. Die Polizei konnte jedoch feststellen, daß die Verdächtigen harmlose Leute seien. Ein Lpenglerhilse und ein Kroate hatten sich nämlich ein Dalinatinerbarett aufgestülpt »nd waren damit in der Stadt herumstolziert. Die Demonstrationen in Rudolfs-werth im September lausende« Jahres waren durch mehr als zweite Monate bei der Staalsan-waltschast in RudolfSwert Gegenstand eifrigster Unter-fuchuiigen. Dieser Tage fanden die Untersuchung n mit der Verurteilung der Demonstranten, soweit man ihrer habhait werdcn konnte, ihr Ende. Es erhielte» HanS Ogoreutz 5,0 K, Josef Poula 30 K. Norbert Lakner 40 K, Simon Bergant 20 K. gränz Jokse 20 K, Franz Kenda, Emil Durini und Vikior Pritova je 10 X (Geldstrafe, Franz Aiiznia aber einen Tag Arrest. Die Verurteilten haben Berufung eingebracht. Ein windischer Gattenmörder. Der Schuhmacher Surina in Mirja tötete seine Frau, die ihn aus dem Gasthause abholen ivollte, durch Fußtritte und unzählige Schläge; sie blieb auf der Stelle tot. Der Täter wurde sofort verhaftet. Wacker! Der Professor der landwirtschaftlichen Akademie Tetschen-Liebwerda, Dr Emanuel Hibesch, ist anläßlich des ttaiserjubiläums mit dem Ritterkreuz des gränz Josef Ordens ausgezeichnet worden. Er hat die Auszeichnung wegen der Haltung der Regie-rung gegeniib:r den deutschen Studenten abgelehnt. Lehrstellen. Im politische» Bezirke Cilli komme» a» nachstehenden Volksschulen folgende Lehr, stellen zur dauernden oder auch vorüdergehenden Be» fetzung: I. An der dreiklafsige», mit deutscher Unter-richlSsprache in Hochenegg, zweite OrtS lasse, eine Lehrerstelle; Ü. an der zweiklassigen in Oderponigl, zweite Ortsklasse, die Oberlehrer- und eine Lehrerin-stelle; 3. an der fech«klafsigen in Franz. zweite Orts-Nasse, eine Lehrerin stelle; 4 an der zur Volksschule in St Georgen a. T. gehörige» Exposttur in Oster-w tz. dritte Ortsklasse, eine Lehrerstelle; 5. an der sünfklafsigen in Ponigl S.>B, dritte Ortsklasse, eine Lehrer- und eine Lehrerinnenstelle; 6. an der drei-klaffigen in St. Stephan, zweite Ortsklasse, eine Lehrerinnstelle: 7. an der zweiklassigen in Gorizen, dritte OrtStlasse. eine Lehrerinstelle; 8. an der zweiklassigen in Wotfchna. zweite Ortsklasse, eine Lehrerin-stelle; 9. an der dreiklossigen in Xaver«, zweite OrtS-klaffe, eine Lehrerinstelle; 10. an der dreiklafsige» in Gairach. zweite Ortsklasse, eine Lehrerinstelle; ll.an der dreiklafsige» mit deutscher Unterrichtssprache in Tüffer, zweite Ortsklasse, eine Lehrerinstelle. Die gehörig belegten Gesuche sind im vorgeschriebenen Dienstwege biS 15. Jänner 1909 an die betreffenden Ortsschulräte zu richten Jahr- und Diehmärkte in Steiermark. Am 17. Dezember in Rann, Bez Pettau (Schweine-mark-). — Am 19. Dezember in Tüchern, in Sankt Anna, Be, Eilli, (Jahr, und Biehmorkt) — Am 21. in Tüffer (Jahr und Viehmarkt). Aus dem Handelsregister. Eingetragen wurde iu das Eillier Register. Abteilung A: Sitz der Firma: Gonobitz Firmawortlaut: Hugo Detitschegg. BetriebSgegenstand: Gemischtwarenhandel Jnhaber(l). Hugo Detitschegg. Zag der Eintragung: 3. Dez 1908. Theaternachricht. Die nächste Borstellung findet am Samstag der 19. d. M. statt. Zur Aus-sühning gelangt die Oper .Der Troubadour'. Als Maunco debütiert Herr Benno Max Lafario. Die übrigen Haup'panie» werden von den Daoien Senberk und Michajlovich und den Herren Tcllini und Sann-roalb gesungen DienSIag den 22. d. M. findet ei» rinmaligeo Gastspiel deS H ri» F>anz Tewe > e statt. Zut Aufführung gelang, .Zw.i Wappen', Schwank von Blumenihal und »iadelliuig. Allen Freunden des deutschen Schul-vereinskalenders, die die Ausgabe für das Jahr 190 > noch nick), bestellt oder bezogen haben, diene zur Kenntnis, da» die notwendig gewordene 2 Auflagt des Kalenders bereits vom ». Dezeniber a» verschickt werde» wird. Wer »och keine» Kalender bestellt Hai, einen solch.» jedoch zu befitzeu wünscht, möge ihn eheste»« beim Deutscht» Schul vereine Wien I. Bräurrerftraße 9. bestellen. Eine wackere deutsche Stadtertvretung. Die «Gemeindevertretung von Vriix beschloß kürzlich, dem Deutschen Schulvereine außer dem gewöhnlichen Jahresbeilrage von 400 ß eine außerordentliche Spende von 400 tt zu widmen. Neue SchulvereinspostKarten. Alle Freunde und Mitglieder de« Deutschen SrhulveremeS werden auf dir neuer schiene»?» 13 Postkarten des Deutschen Schulvereines — darunter einig- prächtige Weihnacht«- und Neujahrskarten — aufmerkiam gemacht, «estellungen nimmt die VereinSkanzlei. Wien, l. Briunerstraße 9 entgegen. Eine neue deutsche ExKurrendo-Schule in ^ratn. Zn Rodine, einem gemischt sprachigen Orte der Gottscheer Sprikhinsel suchen die Slovenen durch Errichtung einer slovenischen Schule den deutschen Nachwuchs zu entnationalisieren und so einen neuen Keil in die Gottscheer Sprachinsel hineinzutreiben. In Erkenntnis der drohenden völki-fchen Gefahr beschloß der Deutsche Schulverein, in dem nach Maierle eingeschulten Rodine, deutschen Exkurrendo Unterricht einzuführen, wodurch dieser Ort hoffentlich dem Deutschtum erhalten bleiben wird. Die Rodel-gweisitzermeisterschaft für Körnten in Bilden am Wörtherfee finbet „ich, am 26. ds. sondern am 25». Dezember um 2 Uhr nachmittags statt, um »ich« mit anderen leiminen in Colli'ion zu kommen. Nennungsschluß am 25 sie 12 Uhr mittags. Winterfportklub Beiden am Wör. thersee. Pettau. (Der städtische Boranschlag sür 1909.) Die Einnahmen werden mit 914.468 K, die Ausgaben mit 962 208 K angesetzt. Es ergibt sich somit ein Abgang von 47.740 K. Hrastnigg. (Weihuachtsseier). Die Leitung der deutschen Schule in Hrastnigg veran-staltet Sonntag, den 20. Dezember nachmittags halb 4 Uhr im Schntzcnheime (alte Werksrestauration) eine .Weihnachtsfeier" mit reichlicher, ausgewählter Vortragsordnung. Zum Schluß? findet die Vertei-luug der WeihnachtSgaben an die Schulkinder statt. Laak. (Waldbrand.) Im Walde der Herrschaft Laak machten die Holzarbeiter Feuer, um sich zu wärmen. Sie ließen dieses Feuer später unbeaufsichtigt, weshalb es geschah, daß eS große Ausdehnung annahm unb gegen drei Joch Wald einäscherte. Der Schaden ist ei» bedeutender. Trifail. (Unglücksfall) Oer Bremser Martin Sori» z schob am 9. d. einen Wasser, wagen auf dem Bergwerksgeleise in Trifail. Ihm entgegen kam ei» Motor mit mehreren Kohlenhunien. welch, den Wasserwagen zur Seite schleuderten, so daß Sorinz von diesem an die Wölbung gedrückt unb ihm hiebet der linke Fuß buchstäblich abgetrennt wurde. Er wurde in das allgemeine Krankenhaus nach Laibach üdersührt. Rohitfch-Sauerbrunn. (P a t e » i v e r-lkihung). Vom österreichischen Patentamte wurde dem Herrn Johann S t o i n s ch e g g in Rohitich Sauerbrunn das Patent auf eine Fäkalienkläranlage erteilt. Diese Fäkalienkläranlage läßt sich mit ge-ringen Kosten bei jedem Haufe leicht ausführen, be-zweckt die Reinigung der flüssigen Exkremente und deren geruchlose Ableitung in jeden offenen Wasser-lauf. Die Entleerung der Senkgruben wird dadurch jährlich höchstens einmal erforderlich lein. Für Städte und giößere Orte ist die Erfindung von großer Be. deutung. Interessenten erteilt der Erfinder nähere Auskünfte. Grazer Theater. („Brautnacht', Schau spiel von Hermann Kienzl. Uraufführung am 12. Dezember >908 im Theater am KranzenSplatz.) „Die besten Kritiker sind oft die schlechtesten Dichter'. Hermann Xienzl gehört unstreitig zu unseren besten Kritikern. Er hat aber in seinem Gedichtbuch „Rauiendeltin" gezeigt, daß rr auch auf den Ehren „amen eines Dichters Anspruch erheben darf. Ma» hätte nun erwarten können, daß der Theaterpraklike« Kienzl und der Dichter Kienzl. unbeeinflußt durch jegliche Tendenz, wie etwa im „Roten Leutnant", mitsammen ein dramatisches Kunstwerk schaffen würden, doch mußten wir an der „Brautnacht" eine arge Enlläufchrrng erlebe». Motive aus den ältesten Riihrstülken vermengt mit Effekten modernster Theairalik und untersetzt mit einigen Brocken Ibsen, das ist wahrlich keine tcbmackhafte Mischung! Oder oll man fit, etwa begeistern, wen» wenige Siunde» »ach der Trauung eines jungen Paares ein ftreund mit einem Brief kommt. auS dem zu erfehen ist. daß die Jn»gr>ermählte» Bruder und Schwester sind. Professor Schrinner will seiner Frau das verheim^ lichen. aber nach der Brautnacht treibt eS ihn for, von ihr, er kan» ihr »icht in die Nähe kommen unb kann doch ohne sie nicht leben und so scheinen beide zuttrundezugthtn bis der Freund wieder erscheint unb auch ber Frau bie Geschichte erzähl». Diese will nun ihre» Mann verlassen, aber nicht wegen ber Blut-schände, sondern weil tr ihr nicht alles anvcriraut hatte und weil nun immer der Mangel an Vertrauen zwischen ihnen stehen würde. Als aber Schrittner bereit ist. mit ihr zu sterben, entschließt sie sich, zu bleibe» uud klärt nun das Geheimnis in unendlicher gesuchte» Weise dahin auf, daß sie doch nicht Seite 6 Deutsche Wacht Nummer 10t Geschwister sind. Der „freund" aber, der selbst gehosil hatte die Frau zu erringen, zieht beschämt ad. Die ganze Voraussetzung, der Zufall mit der Au sindung des Briefes und die Art der Lösung allein genügte eigentlich schon, um das Stück zu Fall« zu dringe». Aber auch im Aufbau zeige» sich schwer-wiegende Mängel. So wußte der Persaffer de» zweiten Akl nur dadurch zur nötigen Länge zu dringen, daß er einen Straßenfänger feine ganze LebcnSgeschichle benchttii läßt, die unS natürlich blut« we:>ig interessiert, zumal sie für den Verlauf der Handlung ganz ohne Bedeutung ist. Von ver-schiedenen äußerlichen Mätzchen in der Inszenierung, die eiaeS Dichters unwürdig si»d, will ich gar nicht sprechen. Es wäre nun verfehlt, zu glauben, es finde sich im ganze» Drama gar nicht» zu loben. Äneikannt fei vielmehr, da« der Profeffor recht gut charakterisiert ist. Die Wirkung der Mitteilung des Doktor Rhode» auf ihn ist mit guter Beobachtung gegeben, Wie er sie zu überwinden trachiet, wie er feine Flau schonen will und dabei nicht nur selbst fast zugrundegeht, sondern auch sie beinahe zugrunderichtet, dies alleS könnte beinahe mit der Anlage des Stückes einiger-maßen versöhnen. Der Proseffor fand in Herrn Brückner eine nicht ganz zulängliche Wiedergabe, die Frau Hedwig durch Fräulein Hansen eine gute. Am besten war Herr Kolmor, der wieder etwas satan-hajies in seine Rolle hineinlegte. In einer kleineren Rolle war Fiäuliin Weiser vorzüglich. l >' Windisch-Feistritz. (G r o ß e S p c» d e.— Slovenische Hetzereien.) — Der hirsigen Ortsgruppe des Vereines Südmark wurden von He»»» Dr. Faioisch in Wien duich die Buchhandlung Reich-mann in Wien WM) Bände für die zu errichtende Südmark-Bücherei gespendet. Soinii steht der Eiöff-nung der Südina»k-Bücherei, die mit ciuer Lesehalle im Stadlrathause untergebracht werden dürfte, nichis mehr im Wege. — Am 'J. d., wie auch anläßlich der Bahnerdffnung »ug die El ad» reichen Flaggenfchmuck. Einige Häuser unserer Gegner, daiunter die Koplanei, hallen daS slavische Dreifarb gehißt. Dadurch dewies die hie'ige katholische Geistlichkeit wie friedliebend sie ist. Es darf unS nicht wundern wenn die deutsche Bevölkerung gegen diefe Herausforderung energisch Stellung nahm. — Donnerslag gegen 11 Uhr abends versuchten einige angeheilerte windische Burschen gegen die deutsche Schule eine Kundgebung zu veranstalten. ES ist wohl leicht zu erralen, waS die Jungen vor-hatten und von welcher Seite sie dazu gehetzt »vurden öchaubiihiif. 1001 Nacht. Sonntag sonnten wir wohl alle zufrieden fein. Sttauß'fche Musik ha» »us in das Miivchciircich geführt. Es »var einmal ein König . ... . lautet eins von den unzählig vielen Märleins, die Alt und Jung zu begeistern wiffen. Sollten wir clwa noch eingehend de» Inhalt behandeln? Nein, denn wir alle kenne» ja diese schöne Geschichte, von der so mancher oft geträumt. Aber nicht nur das Stück an und für sich hat uns e»freut, auch die Darstel-lung. Und wir müsse» nnS sagen, daß die letzte Aufführung sehr nett »var. Her» Blnder fand sich recht gut in die beiden Rollen als Fürst und Fischer, wie auch Herr Harden sehr brav gespielt. Leila — Frl. Mizzi Bann» und Wall») — Frl. Mizzi Kern, beide Domen haben dnrch ihr schone» Spiel deu Beifall der Zuhörer erobert, »könnten wir recht oft so schöne Leistungen, de», Verhältnissen nnferer Schaubühne entsprechend, loben, »vir »verden mit der Leitung gewiß bald „gnt Freund" werden. Dies, mal gehört wohl allen Darstellern ein einzig Wort der Anerkennnng. Die Schmetterlingsschlacht. Das gestern schlecht besuchte Haus brachte uns »vieder den Beweis, daß unseren Bewohner»» die Operetten angenehmer sind, »viewohl es doch ganz zutreffend ist, auch ernste den Zwecken entsprechende Aufführungen zu bieten. ZichermanuS Äomödie „Die Schmetterlingsschlacht" bringt »in« eine solche ernste Lebensgcschichte, trocken nnd wahr. »vie sie sich gar oft zuzutragen pflegt. Die Witwe eines „höheren" Beamte», die mit Not »nd Elend kämpft, ist bemüht hre Töchter zu versorgen. Eine von diesen war bereits verheiratet - doch ihr Man» hat sich das Leben genommen. Nun ist sie eine vergnügungssüchtige Witwe mit 21 Jahren, die am liebsten alle Männer mochte. Wiewohl sie »iessler liebt, innß sie sich „opsern" nnd Winkel m a n n heiraten. ES ist der JnspektorSlvitive größtes Glück, daß der Sohn des reichen Kaufmannes ihr ..Schiviegerfohn" wird. Nun ist aller Not ein Ende. Aber Suder. mann gibt der Sache eine »nerivartete Wendnng. Man mochte in der heimlichen »nd dnrch die »»erfahrene Rosi verratenen Znfanimenkunst »tesslers unb Eises einen vollständigen Bruch mit dem Hanse Hergentheim suchen. Im Gegenteil. DaS unschuldige unbefangene Mädchen wirb »in« Winkclmanns Gattin. Die Aufführung war g»»t. Fräulein Krafa verstand es trefflich, die besorgte Mutter wiederzugeben, wenngleich die SchmerzauSbrüche etlvaS unnatürlich erschieilen. Sehr brav spielte Fräulein sovacS die unbesangene Rosi, welcher Rolle die der Else und Laura, Fräulein Jensen nnd Wernan als gut gegeben anzufügen sind. Wilhelm Vogel spielte Herr Harden ganz nett. Winkelmann sen. aber hatte in Herr Bastars einen sehr braven Darsteller. Auch die Herren Siro Zerbi, L. Bollmann und Hosbaner verdiene» Lob, wie ja die Aufführung im ganzen nnd großen nicht zu verurteile» ist. Unsere brave Stadtkapelle wußte »»»»S die Pansen recht angenehm z» gestalten. Eingesendet. Da Herr Aiftrict» ficb von mir nicht Überzeugen läßt. babe ich den Deutschen VolkSrat um Entscheidung ersucht. Cilli. am I«. Dezember I»««. Dr. Otto Ambrofchitsch. Am 10. März 1903 fordert ein Erlaß des Ministerpräsidenten alS Leiter deS Ministeriums des Innern alS Landeschefs zu geeigneten Maßnahmen für die Förde, ung der Zahnbygicne auf Es wird bei dieser Gelegenheit auf die Gesundheitsstörungen durch mangelhaste Verdauung und Ernährung, auf Ansammlungen von Infektionskeimei» in der Mund-höhle usw. aufmerksam gemacht Dieser neue Erlaß zeigt die große Wichtigkeit einer rationellen Mund« pflege. Morgens und abends reinige man sich die Zähne mit einem guten Zahuputzmittel, wie es »um Beispiel Sargs Kalodont darstellt, und man wird seine Zähne bis in? hohe Alter, sowie sich selbst stetS gesund erhalte«. Älte Leute sind manchmal wunderlich; aber was gu» und der Gesundheit zuträglich ist, boS wissen Sie meist besser, al« die junge». Und wissen Sie, wa4 OrM ®0!tlieb sag»: echt« Sodener! Bist du eitöliet, duftet dein Kind, bist du vers^leimt. weil du viel gerauckl das»! das» du Schmerlen beim Atemholen. sprichst du heiser — nimm Eodener Fan« echte Sodener Mineral Pastillen, gch bab'« ausprobiert und ich weiß. waS qul tut." Die Schachtel koste» St 1.25 und ist in allen Apotheken, DroRerlen und • niuer»lwuN»i'rbundluiiKcn erbältlich 0tamlrt»rtf Einlagebüchern beigeheftet. Bei Bestellungen von auswärts sind ausser dem Mindest- -betrage von K 4.— noch 80 Heller Iflr Porto beizuschliessen. Die Sparkasse der Stadt- -gemeinde Cilli hofft auf die weiteste Verbreitung dieser schon viel bewährten, volks- -wirtschaftlich und erziehlich wertvollen Einrichtung. Sparkasse der Stadlgemeinde Cilli«. £ t = Druckaufträge = in jeder beliebigen Husfübrung bei massiger Preisanstellung. '▲A21aa* 4HHB . cilli. 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Für die vielen aufrichtigen Beweise herzlicher Teilnahme anlässlkh des Ablebens unseres unvergesslichen, liebsten Vaters, Schwieget vaters und Grossvaters, des Herrn Gustav Schmidl sind wit ausserstande, jedem einzelnen fflr die lieben Beileidsbezeugungen, die schönen Bluroenspenden, sowie fflr die ehrende Beteiligung an dem uns schwersten Gantie zu danken; so erlauben wir uns auf diesem Wege »»»besonders Herrn Bürgermeister Dr. Heinrich Jabornegg von Altenfels mit den geehrten Herren Gemeindertten. Heim Alt-bürgermei>t.-r Julius Rakuscb, dem Offizierskorps des k. u. k. Inf.-Regmt. Nr. 87 und k. k. Land* .r-lnf-Kegmt. Nr. 26, Herrn Dr. Otto Ambroachitsch mit der geebiten Beamtenschaft des Stadtamtes, den geehrten Veitretern des löblichen Handelsgreiuimns. unserem einstigen teilnahmsvollen Personale, der sehr geehrten Beamtenschaft der löblichen Gerichte. -Ion Vertretern des löblichen Lehrkörpers, der ehrwürdigen Schwestei Oberin des Giselaspitales mit ihren lieben Schwestern, der verehrlichrn Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr, der sehr geehrten Bürgerschaft Cillis, sowie allen lieben Freunden aus der Ferne unseren tiefst gefühlten Dank aaszusprechen. Cilli, am 16. Dezember 1908. , ... Familie Schmidl. Kafleeschankeröffnung. Eilaube mir, den p. t. Bewohnern von Cilli und Umgebung bekannt zu geben, dass ich mit Heutigem einen Kaffee-Schank Kirchplatz Nr. 4, eröffnet habe. Stets frisch gemachter Kaffee und Tee. Um zahlreichen, geneigte» Zuspruch bittet ergebenst Kamillu Preulz. I tOöO Stock - Cognac o Mcdicinal o garantiert echtes Weindestillat. 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