LaAiher TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 94. Donnerslaq, 25. April 1878. —Morgen: Cleius Pr. II.Iahrg? ?ll!ikderÄost:G°n,i-ihr.fl.ir. zeigen b,s !> Z-.lcn 20 kr._______^ o Znsertionspreise: Sin- Zur Situation. Der Bismarck'fche Vermittlungsvorschlag scheint, in Petersburg wenigstens, selbst wenn er schon wirklich angenommen und durchgeführt wäre, nicht als der sichere Weg zum Frieden angesehen zu werden. Das „Jonrn. de St. Petersbourg" erklärt, cs sei nothwendig, daß dem Kongresse ein umfangreicher, offenherziger Meinungsaustausch zwischen den Kabinetten vorangehe. Wenn das Londoner Kabinett zwar den Frieden wirklich wünsche, aber größere Vortheile sür England mittelst Einschüchterung Rußlands zu erreichen glaube, so sei dies eiu gefährliches Spiel, das nicht zum Frieden, sondern zum Krieg führen dürfte. Wenn aber die Drohungen Lord Beaconsfields den Krieg bezweckten, müsse dafür auf ihn die Verantwortlichkeit Englaiid und Europa gegenüber fallen. — Wenn dies ein Versuch seiu soll, die Verantwortlichkeit für den allerdings als unausweichlich erscheinenden Krieg— denn England ist es bitterer Ernst — auf dieses Land zurückzuschieben, so muß er wol in den Augen aller besonnenen, urtheils-sähigen Beobachter der Zeitereignisse, es seien denn etwa fanatische Nationalrnssen oder ihre pansla-vistischen Mitbrüder außer Rußland, als gescheitert betrachtet werden. Die Thatsachen, welche über militärische Maßregeln der Russen und Engländer in der Umgebung Konstantinopels berichtet werden, zeigen anch auf alles eher hin, als auf Vorbereitungen zur Durchführung des Bismarck'schen Ränmungs-vorschlages, dem, nebenbei gesagt, auch das von dem Kanzler vor nicht langer Zeit ausgegebene Stichwort „beati xossiäkutes" nicht günstig sein dürfte. So wird aus Tschataldja unter dem 16. d. Mts. geschrieben: „Die Russen, und zwar 2000 Mann des Sappeurcorps im Vereine mit 8000 Mann Infanterie, arbeiten Tag und Nacht, um die von den Türken angelegten Befestigungen anf der ganzen Linie von Hademkiöi bis Derkos zu vervollständigen. Wie russische Offiziere versichern, soll dem Mangel an Positionsgeschützen bald abgeholfen werden, da man in der kommenden Woche eine Sendung von 100 Stück uud außerdem 20 Mörser schweren Kalibers von Odessa erwartet. „In San Stefano und längs der ganzen Küste bis Silivzie und Rodosto wurden Strandbatterien errichtet; eine große Zahl von Sappeuren arbeitete zu diesem Zwecke die ganze Woche hindurch Tag und Nacht. Wie die Russen versichern, sollen schon vorläufig über 700 Geschütze an den verschiedenen Punkten ausgestellt sein, um den Engländern eine Landung unmöglich zu machen. Gestern marschierte eine Infanteriedivision als Verstärkung für die kaum zwei Stunden von Bu-lair entfernt stehenden russischen Truppen ab. Letztere haben dort bereits die ansehnliche Höhe von 48,000 Mann erreicht. Vize-Admiral Hornby ist übrigens mit neun der besten Panzerschiffe bei Gallipoli derart gut postiert, daß kein Mann die Linie ungesehen passieren kann. Hornby beobachtet ununterbrochen die größte Wachsamkeit, so daß an eine Ueberrumplung nicht leicht zu denken ist. Selbst wenn es den Russen gelingen sollte, die Linie von Bulair durch einen Handstreich zu nehmen, so sind die Vorkehrungen bereits derart getroffen, daß innerhalb 60 Stunden von Malta genügende englische Streitkräfte hingebracht werden können, um die Russen wieder zn delogieren." Von dem kriegerischen Leben auf Malta entwirft ein Schreiben der „Pol. Korr." aus La Valette vom 18. d. folgendes Bild: Der Porto grande bietet in diesem Augenblicke den Anblick eines wahren Waldes von Mastbäumen. Kriegsschiffe kommen täglich und Kriegsschiffe laufen täglich aus. Der Transport englischer Trnppen aus Indien dauert ununterbrochen fort; erst vor kurzem brachten die beiden riesigen Transport dampser „Malabar" und „Tamar" Truppen aus Indien, und heute verläßt uns die Fregatte „Si-moom", um Truppen, welche sie aus Indien gebracht, nach England zu befördern. Die Panzerschiffe „Minotaur", „Black-Prince", „Shannon" und „Desence" sind, nach einer Kreuzung in den italienischen Gewässern, neuerdings hier eingelaufen. Vorgestern sollte die Fregatte „Shannon" nach der Besikabai anslaufen, als plötzlich eine telegrafische Ordre aus London dieselbe nach China dirigierte. Es befinden sich hier noch die Kriegsschiffe „Antelope", „Hotspur" und „Salamis". Letzteres Schiff ist vorgestern nach Fiume abgegangen, um von dort Torpedos zu holen. Ebenso ist die Fregatte „Tenedos", mit Torpedos beladen, bereits von Portmouth ausgelaufen und wird hier erwartet. Auch die „Jnvicible" wird aus England hier erwartet. Vorgestern ist der neue Admiral Sir Lnard hier eingetroffen, während das Panzerschiff „Sultan", welches den Herzog von Edinburgh an Bord hatte, nach England zurückberufen wurde. Das Panzerschiff „Devastation" hat den Befehl erhalten, der Flotte nach der Jsmidbai zu folgen. Von den übrigen, das Kanalgeschwader bildenden Kriegsschiffen befinden sich gegenwärtig ,,Flyiug-Fish" in Italien, „Pallas" in Alexandrien, „Swistsure", „Raleigh", „Ruby", „Research", „Falcon" und „Foxhound" in der Besikabai, „Agincourt", „Rupert", „Cygnet" und „Cou-dor" in Gallipoli, „Alexandra", „Achilles", „Temeraire", „Helicon" und „Devastation" in der Bai von Jsmid, „Torch" und „Flamingo" in Konstantinopel, „Cockatrice" in Sulina und „Bittern" in der Sudabai. Soeben erhielt das Gouvernement von Malta einen telegrafischen Regierungsbefehl, Quartiere für zehn Regimenter indischer Truppen, deren jedes 800 Mann zählt, binnen kürzester Zeit be- Jeuilleton. Rom vor und nach dem Jahre 1870. Als die Soldaten Victor Emanuels am 20sten September 1870 durch die Bresche der Porta Pia in Rom einzogcn, wurde die Residenz der Päpste die Hauptstadt des geeinigten Italiens. Sieben Jahre sind seitdem verflossen, und es wird sicher von Interesse sein, aus der Feder eiues alten Kämpfers für die Einheit Italiens, der nach zehnjähriger Einkerkerung und weiteren zehn Jahren politischer Wanderschaft in die Heimat rückgekehrt, des Exdeputierten Nicola Nisco*, eine Schilderung des neuen Rom mit Seitenblicken auf das alte päpstliche zu vernehmen. Das Buch hat nicht die Tendenz, auf Kosten des Papstthums die Apologie der italienischen Regierung zu machen. An vielen Stellen werden vielmehr zweckmäßige Schöpfungen der Päpste rühmend hervorgehoben, wie an- * Lama xriwa s äoxo äsl 1870, per Xieeolu. Xiseo. Row». Lardsr», 1878. 8. 144 xx. Besprochen in der Beilage der „A. A. Ztg." Nr. 106 vom 16. April l. I. dererseits die Mängel des neuen Regimes häufig tadelnd erwähnt werden. Was der Verfasser anstrebt, ist, das moderne Rom auf die gleiche Stufe von Wohlstand, Größe und Ansehen gebracht zu sehen, wie das alte, uud zwar vermöge der eigenen Kraft seiner Bewohner, vermöge ihres Zutrauens zu den freisinnigen Einrichtungen der Neuzeit und einer besonnenen aber stetigen Entwicklung. In dem ersten Abschnitte, der sich speziell mit den socialen Verhältnissen der Hauptstadt beschäftigt, spart Nisco die strengsten Vorwürfe weder für die römische Bevölkerung noch für die neue Regierung. Die Römer, die es stets vorzogen, auf Kosten der Fremden zu leben, hätten es niemals verstanden, eine tüchtige, lebenskräftige Industrie wachzurufen; selbst die geringen Ansätze einer solchen, die überhaupt wahrzunehmen gewesen, seien seit 1870 eher in der Abnahme als im Wachsthum begriffen. Hätten nicht der reiche Castellani und der Herzog von Sermoneta durch ihre kunstvollen Nachahmungen des estruskischen Stils die moderne römische Goldschmiedekunst begründet, während von jener der Mosaiken sich gleichfalls noch achtenswerthe Traditionen in Rom erhalten haben, der Name dieser Stadt wäre bereits gänzlich vom Felde der industriellen Production verschwunden. Fehlt es der römischen Bevölkerung an der gehörigen Initiative, um ein neues, auf eigener Kraft beruhendes Leben ihrer Stadt zu begründen, so hat es andererseits die der päpstlichen nachgefolgte Regierung unterlassen, der ökonomischen Reorganisation des Landes ihr Augenmerk zuzuwenden, auf daß der Wohlstand gleichzeitig mit der Freiheit sich entwickle. Nisco verlangt Schutz der heimischen Industrie gegen die fremde und strenge Ueberwachung des Geldverkehrwesens, in der ersteren Beziehung aus Napoleon HI. verweisend, der zur Zeit des Krimkrieges, als England die Kohle seiner Bergwerke für Kriegscontre-bande erklärte, obwol Verbündeter Englands und eifriger Freihändler, doch in der kaiserlichen Marine ausschließlich französische Kohle zu verwenden befahl. Vor dem Jahre 1870 war der öffentliche Unterricht in Rom ausschließlich in dm Händen der Geistlichkeit, eine Erscheinung, die freilich in der Hauptstadt des Katholizismus nicht befremden reit zu halten. -Diese 8000 Mann sind zur Besetzung von Malta bestimmt. Nach einem ändern telegrafischen Regierungsaviso aus London werden diesertage von England sieben Holzfregatten, welche zum Spitaldienst bestimmt sind, in die Dardanellen hier vorüber passieren. Andere fünf Holz-fregatten sollen hier bereit gehalten werden, um gleichfalls zu Lazarethzwecken, und zwar zum Transport der Verwundeten von Konstantinopel nach Malta zu dienen. Im hiesigen großen Navalhospital werden alle Vorbereitungen zur Aufnahme von Verwundeten getroffen. Aus London, 23. April, wird die sofortige Indienststellung von zwanzig gepanzerten Kanonenbooten, und zwar: des Ant, Badger, Blazer, Bloudhonnd, Bonita, Bnlldogg, Buzzard, Comet, Cucko, Fidyet, Hyena, Kite, Mastiff, Pikle, Pike, Sconrgh, Snake, Snape, Toyler und Weazel, angeordnet, und jedes dieser Schiffe wird mi teiner Achtzehn-Tonskanone und zwei Gatling'fchen Revolverkanonen ausgerüstet. Die Regimenter The Buffs Nr. 3 und The Kings Own, das 12. Uhlaueu- und 14. Hußaren-regiment haben Einschiffungsbefehl in die Levante erhalten. Heute geht schon der erste Transport auf dem „Malabar" ab. Uebrigens bleiben auch die Türken gegenüber den englischen und rnssischen Kriegsrüstungen nicht träge. Dieselben haben trotz der wiederholten Einsprache des Großfürsten Nikolaus die Befestigungsarbeiten in ihren Vertheidigungslinien mit größtem Eifer wieder ausgenommen. Das verschanzte Lager der Türken bei Bnjukdere erhält fortwährend Verstärkungen an Truppen und Geschützen. Noch ein „kranker Mann." Aus Rom schreibt dem „N. Wr. Tgbl." sein Korrespondent vom 18. d.: Der Papst ist krank. Ein Bruchleiden und ein heftiger Fußschmerz machen ihm viel zu schaffen. Erst jüngst äußerte er sich in traurigem Tone: „Das Papstthum wird mein Grab werden." Indessen fährt er fort, zahlreiche Audienzen zu geben, und arbeitet sehr eifrig. Jeden Tag steht er um 3 Uhr früh auf und arbeitet bis 7 Uhr; dann liest er seine Messe und begibt sich wieder zur Arbeit. Um 9 Uhr beginnen die Audienzen, welche bis 2 Uhr dauern. Um diese Stunde speist er, und um 3 Uhr nachmittags läßt er sich in einer Sänfte in den Garten tragen, ier geht, oder vielmehr läuft er ungefähr zwei tunden herum, insoweit es ihm sein Leiden gestattet. Nach 5 Uhr beginnen wieder die Audienzen, die sich bis in den Abend hineinziehen. Leo der Dreizehnte hat die Clausur in dem päpstli- kann. Auch soll damit nicht gerade gesagt sein, daß es nicht ordentliche, mitunter sogar einige recht tüchtige Schulen im päpstlichen Rom gegeben habe, nur hatte die Commune — das mit dem prunkhaften Titel „Senat" ausgestattete Mu-nicipium — nicht die geringste Jngerenz in die öffentlichen Schulangelegenheiten. Daher war es eine der ersten Sorgen des neuen, aus freier Wahl der Bürger hervorgegangenen Stadtverordnetencollegiums, zuvörderst die Volksschule in seine Gewalt zu bekommen. Noch am 16. Dezember 1870 wurde die erste männliche Tagesschule und im Laufe des folgenden Jahres weitere fünf nebst acht Filialaustalteu eröffnet. Am selben Tage fand die Eröffnung der ersten Mädchenschule in Via Tor di Specchi statt, welcher alsbald andere sieben folgten. Außerdem errichtete man während des Jahres 1871 acht Abendschulen für erwachsene Jünglinge und neun Sonntagsschulen für erwachsene Mädchen. Die Anstrengungen der neuen Municipal-behörde fanden bei der Bevölkerung die kräftigste Unterstützung und den lebhaftesten Anklang. Innerhalb des ersten Jahres schon stieg die Anzahl der chen Appartement abgeschafft, er empfängt die Damen in seinem Kabinett, was bei den Reaktionären nicht geringes Aergernis erregt. — Die Ceremonien der Charwoche werden diesmal nicht abaehalten, nicht emmal in der Sixtinischen Kapelle. Der Papst vermeidet eben, weil er krank ist, jede Anstrengung. So unterbleibt auch am Ostersonntag der Segen urbi et oibi. Denselben von Balcon der Peterskirche aus ertheilen, hieße in den Augen der Reaetionären und selbst der Liberalen so viel als transigieren. Die Ertheilung des Segens im Innern der Kirche Hütte wieder andere Jnconvenienzen im Gefolge gehabt. Die Menge wäre zu groß gewesen, und wer hätte die Ordnung aufrecht erhalten? Die päpstliche Gendarmerie wäre nicht respektiert worden, und die italienische Polizei intervenieren zu lassen, ginge auch uicht an, weil dies einer Anlehnung an die Regierung, gewissermaßen einer Anerkennung derselben gleichkäme. Die Situation ist, wie man sieht, eine äußerst schwierige, und es blieb, um aus derselben heranszukommen, nichts übrig, als einfach gar nichts zu thnn. Indessen wird das Erscheinen der famosen Encyklika Leo des Dreizehnten von einem Moment auf den anderen erwartet, und man glaubt, daß dieselbe allenthalben einen tiefen Eindruck hervorrufeu wird. — Im Monat Juni wird der Papst ein Kardinal-Con-sistorium abhalten. In demselben wird er seinem Cousin, dem Mons. Cesare Prosperi-Buzzi, Kleriker der apostolischen Kammer, uud dem Majordomus, Mons. Ricci, den Hut verleihen. Auch Mons. Haynald, Erzbischof von Kalocsa, und Mons. Dnpanloup, Bischof von Orleans, dürften zu Kardinälen ernannt werden. — Die Aerzte haben entschieden, daß der Papst nach dem Tage Peter uud Paul Rom verlassen und die Monate Juli, August und September auf dem Lande verbringen muß, wem: er nicht ernstlich krank werden und bald im Vatican sterben will. Leo der Dreizehnte kann übrigens nicht recht gut fort aus diesem „Gefängnisse." Wohin sollte er gehen? Wol hat er den Palast Castelgandolfo am Älbauo-See, aber der Papst findet, daß derselbe zu nahe au Rom liegt und daß er dort denselben Beschwerden unterworfen bliebe, wie in Rom. Er möchte sich weiter fortbegebeu, ohne indessen die Kirchenstaaten zu verlassen, am liebsten würde er sich in einem Kloster aufhalten, er will sich aber auch nicht von der Eisenbahn-, noch von der Te-legrafenlinie entfernen. Monte Cassino wäre mm der geeignetste Ort, aber die berühmte Abtei liegt auf ehemaligem neapolitanischen Gebiete. Dazu kommt noch eine sehr ernste Frage: Das Garantiegesetz erstreckt sich nur auf die Paläste in Rom und den Palast Castelgandolfo. Welche Garan- Schulbesucheudeu von 2190 auf 2564 nebst 1933 Frequentanten der Abendcurse, und jetzt, nach Verlauf von kaum acht Jahren, hat Rom in diesem wichtigen Zweige der öffentlichen Administration die übrigen großen Städte der italienischen Halbinsel, welche ihm mindestens um eiu Decennium in der Bildung ihrer autonomen Verwaltung voraus wareu, wo nicht überflügelt, doch erreicht. Gegenwärtig beziffern sich die Communalschuleu in Rom aus 120, die Schüler auf 18,902. Verdienen daher die Bemühungen der städtischen Behörde alles Lob, so ließ es ihrerseits die Regierung, so wie sie ihren Sitz in der ewigen Stadt aufgeschlagen, an Sorgfalt für den höhern Unterricht auch uicht fehlen. Schon mit Verordnung vom 15. Oktober 1871 wurden die Lehrfächer an der römischen Universität von 38 auf 84 vermehrt; ihren eigentlichen Aufschwung nahm die Hoch- und insbesondere die Mittelschule aber erst unter dein Ministerium Ruggero Bonghi. Dieses ließ es sich namentlich angelegen sein, den öffentlichen Unterricht dem Einflüsse der Geistlichkeit zu entziehen, sodann den archäologischen Studien einen neuen, kräftigen Impuls zu geben, tien seitens der Regierung hat der Papst, wenn er sich anderswohin begibt? Die Regierung würde gewiß keinen Anstand nehmen, die Garantie auf jeden Ort auszudehnen, wo sich der Papst eben befindet, aber dieser müßte erst darum ansnchen, und das käme einer Anerkennung gleich. Beide, der Vatican wie der Qnirinal, befinden sich in einem circular vitiosns. Tagesneuigkeiten. — „Aus!" Der Komorner Fleischhauer Ignaz Markus spielte kürzlich in einem Kaffeehause „Tartl." Im Laufe des Spieles sagte sein Partner eine Terz an. — „Nicht gut; die meinige geht bis zum Aß! Roth!" — „Ich steche und sage jetzt meiue Terz au." — „Nur zu! Spielen Sie." — „Schell!" — „Was? Sic spielen Atout? Ich steche doch!" — „Das war schön von Ihnen", — erwidert der Partner — „ich habe den vierten Neuner gekauft." „Vier Neuner!" — „Gehen Sie spazieren damit, vier Ober, Quart Bella, aus!" — In diesem Momente erbleicht Markus, die Karten entfallen seiner Hand und er stürzt zu Boden. Als man ihm zu Hilfe eilte, war er tvdt; es war tatsächlich „aus." — Schutz des ei ir heimischen Handels. Das „Cobnrger Regierungsblatt" veröffentlicht eine Verordnung, nach welcher jeder, der außerhalb seines ständigen Wohnortes ein sogenanntes Wanderlager errichtet, für jeden Ort dieses Nebenbetriebes und für jedes einzelne Verkaufslokale für je eine Woche oder den Theil einer Woche in der Hauptstadt 30, in den Provinzstädten 20 uud in den übrigen Orten 10 Mark an Gewerbesteuer in die Staatskasse eiu-zuzahleu hat. Diese Steuer ist um die Hälfte zu erhöhen, wenn der Wauderlager-Eigenthümer sich mehr als eiues Gehilfen zum Geschäftsbetriebe des Wanderhandels bedient. — Zum Prozeß der Vjera Sassu-litsch melden die Blätter, daß deren beredter Ver-theidiger Alexandroff verhaftet wurde. — Hundertjähriges Jubiläum der deutschen Taubstummeuschule. Am 14. April waren gerade 100 Jahre verflossen, seit die erste Taubstuiumen-Bildungsanstalt in Deutschland, und zwar in Leipzig durch Samuel Heiuicke, eröffnet wnrde. Am 13. d. abends wurde in der Aula der ersten Bürgerschule iu Leipzig eine Heiuicke-Feier veranstaltet, bei welcher der Taubstnminenlehrer Stötzner (Leipzig) die Festrede hielt und zu welcher sich als Vertreter des königlich sächsischen Ministeriums Schulrath Dr. Boruemann, Vertreter der Stadt und der Universität Leipzig, viele Taubstummenlehrer und erwachsene Taubstumme, sowie Freunde und Gönner der Taubstummen-Bildungsaiistalt eingefunden hatten. Der Festredner entfaltete ein Le- fowie durch Errichtung von Bibliotheken und Museen der Erforschung des Wahren und Schönen die B ahn zu ebnen. Hieher gehören die große, im Jahre 1875 gegründete Bibliothek „Victor Ema-nnel" (über 500,000 Bände), das prähistorische und das schöne Museum der Gypsabgüsse, dann die verschiedenen anderen im Collegio Romano untergebrachten wissenschaftlichen Sammlungen. Nachdem ferner noch im I. 1870 eine „Oberintendanz der Ausgrabungen in Rom" eingesetzt worden war, wurde mittelst Decrets vom 28. März 1875 eine Centraldirection für die Ausgrabungen und Alterthümer des ganzen Reiches geschaffen und an die Spitze derselben der berühmte Archäolog Giuseppe Fiorelli aus Neapel gestellt. Während im päpstlichen Rom die Anstalten der modernen Civilisatiou im allgemeinen nur spärlich vertreten waren, wimmelte es dagegen von Wohlthätigkeitsinstituten aller Art. Freilich war auch das Elend ebenso groß wie ausgedehnt. Ueberdies, so lobenswerth solche Institute sein und so sehr sie zur Milderung der socialen Unterschiede beitragen mögen, dienen sie doch andererseits wieder dazu, das Volk in einem gewissen bensbild Samuel Heinicke's, welcher am 10. April 1729 in dem Dorfe Nantzschütz bei Weißensels geboren wurde, woselbst sein Vater ein Bauerngut besaß. Obgleich von den Eltern zum Bauer bestimmt, zeigte Samuel Heiuicke doch frühzeitig großen Hang zu Büchern, weshalb er die Heimat verließ und nach Dresden ging. Weil cs ihm aber an Existenzmitteln gebrach, ließ er sich zum Militär anwerben uud benützte seine freie Zeit zu eigenen wissenschaftlichen Studien und zur Ertheiluug von Privatunterricht. Unter den ihm Angeführten Schülern befand sich auch ein tanbstnmmer Knabe. Ersuchte, angeregt durch eine ältere Schrift, den Knaben anßer im Schreiben und Rechnen auch im Sprechen zn unterrichten, und der Erfolg übertraf seine Erwartungen. Heinicke kain 1768 als Lehrer nach Eppendorf bei Hamburg. Seine Bemühungen um einen taubstumme» Knaben wurden auch hier wieder vou glücklichstem Erfolge gekröut. Infolge dessen wurden dem tüchtigen Manne von verschiedenen Familien Taubstumme zur Bildung übergeben, und es entstand so ein Pensionat für Taubstumme, das in weiten Kreisen Aufmerksamkeit erregte. Zufolge dessen erhielt Heinicke von feinem ehemaligen Landesherrn, dem Kurfürsten Friedrich August, das Anerbieten, in Sachsen eine Taubstummenanstalt zu gründen. Er wählte Leipzig. Dort kam er am 13- April 1778 an und eröffnete bereits Tags darauf mit neun Zöglingen die erste Tanbstummeuanstalt in Deutschland. Ihm und seinen, Zeitgenossen, dem Abbe de l'Epee in Paris, ist es zn danken, daß anch für die armen Taubstummen eine bessere Zeit anging. Jene beiden edlen Männer, ohne von einander zu wissen, stellten es sich zu gleicher Zeit zur Lebensaufgabe, eiuen planmäßigen, auf Wissenschaft-licheu Prinzipien gegründeten Taubstummenunterricht dnrchzuführen. Noch heute ist eine Enkelin Samuel Heinicke's an der Leipziger Anstalt als Pflegemutter der Taubstummen thätig. Am Schlüsse wies Redner die Festversammlung ans das ausgestellte Modell zu einem Heinicke-Denkmal hin. Es mag nicht unerwähnt bleiben, daß die Büste zu dem projektierten Heinicke-Denkmal in dem Atelier des Leipziger Knnst-gewerbe-Mnfeums von einem taubstummen talentvollen Künstler, dem Bildhauer Karl Hüller aus Schweinfnrth, modelliert wurde. Der Festrede folgte ein äußerst ergreifender Act, indem ein erwachsener Taubstummer in wohlgesetzter Rede eine dentliche und verständliche Ansprache in der Lantsprache hielt. Am folgenden Tagc, den 14. d., fand die öffentliche Feier um halb 11 Uhr vormittags iu der Taubstummenanstalt selbst statt. Bei der Feier in der Anstalt waren auch die jugendlichen Zöglinge derselben anwesend, an welche der Direktor seine Ansprache zunächst richtete. Mit Spannung folgten Abhängigkeitsverhältnis, in einem jedes selbstständige Wollen und Handeln des Einzelnen ausschließenden Servilismus zu erhalten. Dies der Grund, warum die Päpste von jeher als eifrige Förderer der sogenannten Opers xis auftraten. Auf solche Weise kommt es, daß Rom noch gegenwärtig an Spitälern, Versorgungs-, Armenhäusern, Asylen und Zufluchtsstätten 334 Anstalten zählt, von denen viele einen kosmopolitischen Charakter tragen, was davon herrührt, daß in früherer Zeit beinahe jede Nation für ihre in Rom erkrankenden oder sonstwie in Noth gerathenen Pilger ein eigenes Zufluchtshans besaß. Leider muß hier constatiert werden, daß die öffentliche Wohlthätigkeitspflege gerade jenes Gebiet ist, ans welchem der neue Zustand der Dinge in Rom nur einen sehr geringen Einfluß und selbst diesen nicht im allergünstigsten Sinne ausgeübt hat. Es blieben nämlich die Mißstände der päpstlichen Verwaltung aufrecht, mit ihren Willkürlichkeiten und Protectionen, so daß weniger als die Hälfte des für Unterstützungen gewidmeten Betrages diesem Zwecke wirklich zugeführt wurde und es in den Straßen der ewigen Stadt von Bettlern wimmelt, während es eine Klasse von Müssiggängern gibt, die es sowol diese als die zahlreich erschienenen erwachsenen Taubstummen der Ansprache, und in noch er-höhterem Maße war dies bei allen Anwesenden der Fall, als die beiden selbst taubstummen Lehrer der Anstalt in dnrchaus nicht unangenehmer, deutlich verständlicher Lautsprache nach einander das Andenken Heinicke's ehrten. Zum Schlüsse sprach ein taubstummer Schüler mit lauter und klangvoller Stimme ein Gebet. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Der Herr Landespräsident) hat heute die Beamten der verschiedenen Behörden nnd Acmter empfangen. — (Gemeinderath ssi tzung.) Der Ge« meinderath der Landeshauptstadt Laibach hält Freitag den 26. d. M. um li Uhr nachmittags im hiesigen Magistratssaale eine Sitzung ab. Tagesordnung: I. Berichte der Personal-und Rechtssectiou: 1.) über das Ergebnis der Gemeinderathswahlen im dritten Wahlkörper; 2.) über das Ergebnis der Gemeinderathswahlen im zweiten Wahlkörper; 3.) über das Ergebnis der Gcmeinderathswahlen im ersten Wahlkörper. — II, Berichte der Schnlseetion: I.) über die Gebür der zweiten Quinqnennalznlage eines städtischen Volksschullehrers; 2.) über die für das Jahr 1877/78 der evangelischen Schule zu gewährende Subvention; 3.) über die Remunerierung des Lehrpersonals für den Unterricht in den zwei gewerblichen VorbercitungSschnlen im Jahre 1877/76. — III. Selbständiger Antrag des Herrn Gemeinde-rathes Josef Regali auf Errichtung einer städtischen öffentlichen Bade-Austalt am linken Ufer des Laibachflusses, gegenüber dem Einlauf desselben in den Gruber'scheu Kanal. — IV. Bericht der Polizeisec-tion über die Errichtung einer städtischen öffentlichen Bade-Anstalt, entweder im Laibachflusse an der Tir-nauer Lände oder im Gradaschzabache an der Ko« lesiamühle. — Nach Schluß der öffentlichen ist eine geheime Sitzung anberaumt. — (Krai nische Ballgesellschaft.) Die Generalversammlung der Aktionäre dieser Gesellschaft fand gestern im Beisein des landesfürstlichen Kommissärs Herrn Schafchel unter Betheiligung von 20 Actiouären, welche 1779 Actien mit 171 Stimmen repräsentierten, statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Präsidenten des Verwaltuugsrathes, Herrn Ritter v. Gutmannsthal, las der kommerzielle Leiter der krainischen Baugesellschaft, Herr Max Krenner, den Geschäftsbericht und die Bilanz pro 1877 vor, der, wie der Bericht des Revisionsausschusses, von der Versammlung zur Kenntnis genommen und genehmigt wurde. Aus der Bilanz entnehmen wir, daß das abgelaufene für ihr gutes Recht anfehen, von den öffentlichen Almosen sorgenlos zu leben. Unstreitig liegt das Armenwesen nicht blos in Rom, sondern überhaupt in ganz Italien noch sehr im Argen. Die Einmischung der städtischen Autoritäten wäre da ein unerläßliches Erfordernis. In seinen baulichen Verhältnissen hat Rom durch das neue Regime zum großen Theile eine durchgreifende Umwandlung erfahren. Wenn man sich den verwahrlosten Zustand der Stadt unter päpstlicher Verwaltung ins Gedächtnis ruft, wird man ermessen können, was seither durch Herstellung von Trottoirs, Anlegung von Kanälen, ferner für Beleuchtung und Straßenreinigung geschehen ist. Die Neubauten schreiten namentlich am Esquilin in erstaunlich rascher Weise fort. Die für die künftige Entwicklung der Stadt höchst bedeutungsvollen Projekte der Tiberregulierung und der Urbarmachung der römischen Cam-pagna befinden sich bis jetzt in dem Stadium der akademischen Erörterung, für das erstere ist der Eifer nahezu erkaltet, für das letztere verlangt der Verfasser Staatshilfe als einzigen Weg zum Ziele. Geschäftsjahr 1877, ungeachtet der Gründungs-kosten-Conto gänzlich amortisiert wurde, noch immer mit einem Netto-Erträgnisse von 16,099 fl. 5 kr. abschloß. Die Versammlung faßte bezüglich der Verwendung desselben den Beschluß, daß von diesem Netto-Erträgnisse am 1. Juli l. I. 4'/, fl. Per Actie ausbezahlt, weitere 3600 sl. dem Reservecoirto zugeschrieben und die verbleibenden 1249 fl. 5 kr. auf die Rechnung des laufenden Jahres 1878 übertragen werden sollen. Hierauf wurden die statutenmäßig austrctenden drei Herren Verwaltungsräthe R. v. Gutmannsthal, R. Janeschitz und C. Beyschlag wiedergewählt, und in den Revisionsausschuß die Herren R. v. Gariboldi, Ferdinand Souvan und Josef Zenari, und als Ersatzmänner die Herren Ottomar Baniberg und Ferdinand Mahr gewählt. Nach den üblichen Vertrauens- und Dankeskund-gebungcn schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. — (Vergnügungsauzeiger.) Der Wiener Escamoteur Herr Emil Gottlieb gibt auf mehrseitiges Verlangen morgen abends in den Nestaurationslokalitäten des Hotels „Europa" seine letzte Vorstellung und wird bei dieser Gelegenheit ganz neue Piecen zur Aufführung bringen. Herr Gottlieb wird sich auch in den beiden Lehr- und Erziehungsanstalten Mahr und Waldherr producieren. — (Professor St. Roman) gab gestern im hierlandschaftlichen Theater seine erste Vorstellung auf dem Gebiete der „magischen Zauberei." Das Haus war gut besucht und folgte den Produc-tionen des Künstlers mit gespanntester Aufmerksamkeit. Aus der Serie der zur Darstellung gebrachten Piecen heben wir folgende hervor: Die Wänderung der Kanarienvögel aus einem verschlossenen Becher in den Käfig; die Voranssagung des Aufschlages einer im Zuschauerraume bestimmten Blattscite in einem Bande von Schillers Werken: die Aufspießung von fünf im Zuschauerraume gezogenen Spielkarten auf einen blanken Degen: die Wiedererzeugung verbrannter Geldnoten; die Production der magnetisierten Turteltauben; die Servierung vier lebender Hausenten aus einem Tuche; die Verwandlung schwarzer Tinte in reines Wasser, belebt von Goldfischen; die Entfaltung von Nationalitätsfähnchen; Konzertpiecen auf der einfachen Mundharmonika; mimische Darstellung ernster historischer und komischer Charaktere; Metamorphose des „Grafen" im die „Gräfin von Monte-Christo." Jede dieser Piecen wurde exact ausgeführt, und Herr St. Roman erntete wohlverdienten Beifall. Die Zuschauer haben schon bei der ersten Piece die Ueberzeugung gewonnen, daß sie es nicht mit einem gewöhnlichen routinierten Taschenspieler, sondern mit einer wissenschaftlich gebildeten Capacität zu thun haben, die Vonseite des österreichischen, russischen, türkischen, dänischen und schwedischen Hofes ehrenvollste Anerkennung erfahren hat. Heute findet die zweite und letzte Vorstellung statt. — (Passionsspiel.) Ein Herr Deutsch hat bei Aufführung seines Passionsspieles, wie die „Klagenf. Ztg." constatiert, in Klagenfnrt, Villach und Marburg große Erfolge errungen, die Mehrzahl der Tableanx sind nach Bildern berühmter Meister arrangiert. Herr Deutsch, der bei diesen Vorstellungen als Christus fungiert, beabsichtigt, dieses Passionsspiel auch in zu Laibach producieren. — (Osterwetter.) Nicht allein uns Laibachern sind die Osterfeiertage wenigstens theillveise verregnet worden. Anderen ging es noch schlechter. In Triest regnete es am Sonntag den ganzen Tag, und am Montag herrschte die Bora. In Kärnten, Steiermark, Oberösterreich und Salzkammergut war an beiden Tagen das Wetter ungünstig und gingen zahlreiche Gewitter nieder. In einzelnen Alpenthälern fiel am Ostermontag Schnee. — (Beim Fischereitage in Leoben) wurde der Antrag gestellt: Die derzeit urbarmäßig bestehenden Fischereirechte seien abzulösen und die Fischereirechte in schiff- und floßbaren Wassergebieten als Eigenthum des betreffenden Landes und jene in den übrigen Gewässern als Eigenthum des betreffenden Bezirkes zn erklären. Diese Fischereirechte wären in möglichst lange Strecken zusammen zu legen und an rationelle Fischer auf möglichst lange Termine zu verpachten. Die zu gründenden Fischereigenossenschaften hätten die rationelle Ausübung der verpachteten Fischereirechte zu überwachen und die Errichtung von künstlichen Fisch-znchtanstaltcn anzustreben. — (Professor Heinrich) hält heute abends um 8 Uhr im landschaftlichen Redoutenfaale seinen ersten historisch-dramatischen Vortrag. — (Eine Kanzlistenstelle)ist beim Bezirksgerichte in Möttling zu besetzen. Gesuche sind bis 22. Mai l. I. beim Kreisgerichte in Rudolfswerth einzubringen. — (Eine werthvolle, passende Spende.) Ein ungenannt bleiben wollender Musikfreund hat, wie die „Cillier Ztg." mittheilt, dem Casinoverein in Cilli als sichtbares Zeichen seiner Dankbarkeit für die im Kreise dieses Vereins verlebten angenehmen Stunden einen Konzertflügel von Bösendorfer zum Geschenk gemacht. — (Aus der Bühnenwelt.) Bonden derzeit in Triest gastierenden früheren Mitgliedern unserer Bühne hatte bis heute nur Frau Dupre-Haffelwauder besonders günstigen Erfolg zu verzeichnen. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Am Ostersonntag sind, wie die Linzer „Tagespost" erzählt, bei der Uebersuhr über die Enns zwischen Rubring nnd Kronstorf von zehn auf einer Waid-zille befindlichen Personen acht ertrunken. — Zu Ried in Oberösterreich wird ein Jagd-Schntzverein gegründet. Das Jnslebentreten dieses Vereines wird einerseits von allen rationell vorgehenden Jagd-freunden nnd andererseits in volkswirthschastlicher Beziehung sympathisch begrüßt werden. — Der Lan-deslehrerverein in Kärnten hat sich mit der Grüu-dnng eines allgemeinen österreichischen Lehrervereines einverstanden erklärt. — (Für Handels- und Gewerbs-lente.) Im Monate Mai l. I. werden im Nachbarlande Kärnten in folgenden Ortschaften an nachgenannten Tagen Jahr- nnd Viehmärkte abgehalten werden: am 1. in Döllach (Möllthal), Sachsenburg, Radenthein, Friesach, Leifling, Forst (im Lavantthal), Eisenkappel; 4. in Oberdranbnrg, Arnoldstein, Lavamünd; 6. in Eisenkappel, Schwarzenbach, Feldkirchen; 13. in Arriach; 1'x in Waldenstein; 18. in Manthen; 20. in Klagenfnrt, Malborghet, Feistritz-Pulst, St. Michael ob Bleiburg; 25. in Feistritz an der Gail, Köttelach ob Bleiburg; 27. in Döbriach, Straßburg und am 31. in Kötschach. Zur Grundsteuer-Regulierungsfrage. (Schluß.) Es ist Thatsache, daß in Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien und in anderen Provinzen Oesterreichs in den letztabgewichenen 30 Jahren, nach Aufhebung des gutsherrlichen Weiderechtes, auf nnterthänigem Grund und Boden und ini Wege der fort- und vorschreitenden Kultur ungeheure unfruchtbare und unbesteucrte Grundflächen, vielleicht mehr als 160 Quadratmeilen Bodenfläche, in fruchtbares, ertragsfähiges Acker-, Wiesen- und Waldland umgestaltet wurden. Im Wege der Grnndsteuerregu-lierung müssen diese seinerzeit unfruchtbar und uu-besteuert gewesenen, nun aber fruchtbar und ertragsfähig gemachten Flächen dem Steuersäckel dienstbar gemacht, d. H. in die Steuer einbezogen werden. Die von Jahr zu Jahr steigenden Reichsauslagen gestatten cs nicht länger mehr, daß große urbar gemachte Bodenflächen uiibesteuert verbleiben. Die Grundsteucrregulierung muß zur gänzliche» Durchführung gelangen. Sämmtliche zur Durchführung berufenen Organe müssen so viel Patriotismus besitzen, ihre Ansprüche an den ohnehin geschwächten Staatsschatz auf das unabweislich Noth- wendige zn beschränken. Die Regierung hat Sorge zu tragen, daß die Grundsteuerregulierung schneller und billiger durchgeführt werde, als es bisher der Fall war; der verfahrene Karren muß ohne Verzug in fahrbares Geleise gebracht werden. Witterung. Laibach, 25. April. Regen mit geringer Unterbrechung, einzelne Somien-blicke, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 7'2°, nachmittags 2 Uhr -j- 10 6" 6. (1877 > 14 8"; 1876 -j- 20 2' 6 ) Barometer 726 39 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 8 9°, um 1'2" unter dem Normale: der gestrige Niederschlag 24 40 win. Regen. Verstorbene. Den 24. April. Maria KuZar, Näherin, 70 I, Siechenhans (Kuhthal>, Marasmus. Den 2 5. A p r i l. Matthäus Wadnal, Kaischlers-sohn, 1 I. 6 Mon., Chröngasse Nr. 15, ^.nAina äixbtlis-ritio!»___________________________________________________ Als unterstützende Mitglieder Ser Laibacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1878: Herr Riester ................................mit 3 fl. „ Kollmann Franz............................„ 10 „ Löbl. krain. Escompte-Gesellschast . . „20 „ Unbenannte...................................... 5 „ (Wird fortgesetzt.) Lebensmittel-Preise in Laibach am 27. April. Weizen 9 fl. 43 kr., Korn 6 fl. 34 kr., Gerste 5 fl. 53 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 5 fl. 85 kr., Hirse 6 fl. 50 kr., Knkurntz 6 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 85 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 94 kr , Schweinfett 80 kr., Speck, frischer 70 kr., geselchter 74 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schwcinfleifch 68 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 30. April 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Konz'schc Real, Goritfche, BG. Krainbnrg. — 3. Feilb., Kasteliz'fche Real., Birkenthal, BG. Teisenberg. — 2. Feilb., Pirc'fche Real., Zaloke, BG. Gurkfeld. — 2. Feilb., Jurecik'fchc Real., Kalje, BG. Gurkfeld. — Neuerliche 2. Feilb., Eesnik'fche^ Real., Palöje, BG. Adcls-berg. - Neuerliche 3. Feilb., Eelhar'fche Real., St. Peter, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Zupancic'fchc Real., Dereö-verh, BG. Naffenfuß. — Reasf. 2. Feilb., Tomsic'jchc Real., Grafenbrunn, BG. Feistriz. — Reasf. 1. Feilb., Frank'sche Real. Prem, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Ber-toneel'sche Real., Godeschiz, BG. Lack. — 1. Feilb., Mansche Real., Sestrauskavas, BG. Lack. — Relic. Ter-bizan'sche Real., Gotsche, BG. Wippach. — 1. Feilb., Je-schenag'fche Real., Seebach, BG. Radmannsdorf. Telegramme. Hamburg, 24. April. Bismarck ist in Friedrichsruh an der Gürtelrose erkrankt. London, 24. April. Die „Times" melden aus Konstantinopel vom 23. April: Der Aufstand der Muselmanen in Rumelieu ist formidabel und occupiert 30,000 Russen; derselbe wurde verursacht durch den unerträglichen Druck des russisch-bul-garischeu Regimes und beschleunigt durch die Ex-ceffe der Bulgaren. Bei Demotiko fand am 18teu April ein unentschiedenes, blutiges Gefecht statt; der Verlust der Russen betrug bOO Mann. Petersburg, 24. April. Die deutsche Vermittlung dauert fort. Gortschakofss Unwohlsein verschlimmert sich bei heftigem Fieber. Konstantinopel, 24. April. Der Aufstand der Muselmanen in Bulgarien wächst. Die Zahl der Insurgenten beträgt circa 15,000. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff unv zu möglichst billigem Preise empfiehlt L. .1. llitMÄNN, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genan nach Maß und Wunsch an-gesertigt und nur bestpaffende Hemden verabfolgt. (23) 11 Künstliche (172) 8 Zahne »ui» Grinste werden nach der neueste» Knnstmethode schmerzlos eingesetzt. Vollkommen schmerzlose ZahnOperationen nnter Einfluß des sehr angenehm wirkende» Eu^tglljeZ (KÄoXljl!u^ll8) vorgenommcn vom an der Hradeezkybrncke im 1 Stock, w». Mnndwasseressenz Flacon 1 fl. nnd Zahnpulver Schachtel 60 kr. sind außer im Ordinationslokale noch bei Herrn Karinger nnd den Herren Apothekern Maiex und Svoboda am Preschcrnplatzc zu bekommen. v rr «'L'» ZK o g) >2 — z . 4 ^ D «LZ L 2 o rr. -k.Ls 22 Wiener Börse vom 24. April. Äkkgemcine 8taats-scliukt!. Papierrente............ Silberrente............ Goldrenle.............. Staatslose, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . . I860(5tel) „ 1864. . Grunllentkastungs- Obkistlltionen. Galizien............... Siebenbürgen . . . -Temeser Banat . . Ungarn................. Anäere vffentkl^e Änkeüen. Donau-Negnl.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Actien v. Hanken. Kreditanstalt f.H.n.G. Escompte-Ges., n.ö. . Nationalbank......... Äetien v. Transport Unternekmungen. Alföld-Bahn......... Donau-Dampfschiff-Elisabetb-Westbabn . Ferdinands-Nordb. - Franz Joseph-Bahn . Galiz. Karl-Ludwigb. Lembera - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . Geld Ware 61-15 6125 64 80 65'— 72-40 72 50 315— 317 — I07-— 07 2'. 111 — III 25. 120-50 120 75 135 25 135 75 85-20 85 50 76 75 77 25 77 25 77 75 78 50 79 — 103 50 104— 74— 74 25 88-50 88 75 210 75 211 — 793 — 795 — 11050 II150 363 - 364 — 164 50 165 — 1975 1980 126— 126-50 241 50 212 - 11875 119 25 404 — 407 — Nordwestbahn . . . . Nudolss-Bahn .... taatSbahn .......... üdbahn ............. Ung. Nordostbahn . . Dsanübriese. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Wäbr. . . Nationalbank. ^ . . . Ungar. Bodenkredit- . ArioritüLr-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. ^erd.-Nordb. i. Silber ranz-Ioseph-Bahn. -aliz.K-Lndwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, 1. Em. . Südbahn ü. 3 Perz. Prioatkose. Kreditlose............ Nudolfsstistung. . . . Devisen. London ............... Gekäsorten. Dukaten............... 20 Francs ............ 100 d. Reichsmark . . Silber............ Geld 104— 110-75 249— 67 50 108 50 108 25 90 50 98 15 94 — 94 25 107 — 88-50 103-25 88-65 64 25 158'— 112-25 94 — 159 50 1450 122 50 5-80 9-81 6040 106 85 Ware 104-50 111— 250 — 68 — 108 75 108 75 90-75 98 30 94 25 94 75 107 5 S -!jg 75 103 75 88 75 64 50 t58'50 112 50 94 25 160 -15 - ^22 60 5 81 9 82 60 50 106.95 Telegrafischer Kursbericht am 25. April. Papier-Rente 60 65. — Silber-Rente 64 60. — Gold-Rente 71 90. — 1860er Staats-Anlehen 110.75. — Bank-aetien 787. — Kreditactien 207 50. — London 122 90. — Silber 107.40. — K. k. Münzdukaten 5 82. — 20-Francs-Stücke 9 85. — 100 Reichsmark 60 60. Druck von Jg. v. Klcinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.