X' t»« Irettag den zs. AuauK l87Z. Zahrgaag »t» ^Murturger Settung" erscheint jeden «oimtag. «tittwoch und Areitag. Preise — für Marburg: a^»nzjShrig ü sl. halbjährig S fl.. vierteljährig! fl.Sv rr; für Sustellung _in» Hans monatlich 10 tr. — mit Postversendnng: ganzjährig S fl., halbjährig 4 si., viertel,ähri^ z st. Jnsertion»g«bühr V kr. pr. Ze.le. Ptt Kaiser md da» Vesrtz. Marbukg, ZV. August. ll. Die Annahme einer verliehenen (oktroyirteu) Versassung «acht dieje rechtsverbindlich für belde lheile — für den Herrscher, wie für die Beherrschte» ; der Vertrag wird darch dieje Willens-erNütvag so zweiseitig, al< wäre die Beis-ffung srei Vereiadarl oder gar vom Herrscher angenom-wen worden, dedingnngtlos, wie die Bolksvel-lreting dieselbe deschloffen. I» vezng o«f die Rechttkraft habe-, alle diese Verfasinngen gleichen Werth; politisch und ftttlich stehen aber die letzteren viel höher, als die otlrohtrteu — gerade so. wie ein selbftthätig er-wordenes G»t dem Eigner mehr am Herzeu lieg», als ei» Geschenk. Der höchste Werth einer freivereinbarten oder selbst^choffentn V'rfaffung ist die Achtnng, welche dieselbe findet, ni^thigenfalls erz^vingt — ist daS Vewußtsetn des Lolttrechlet und der Männer-würde, welches diese Verfassung bekundet. Den größten NachlheU brin,^t politisch und filtiich eine Oktroyirung offenbar dadurch, daß das Volk auf sein Recht der Selbstbestimmuvg verzichtet, daß es auch e.nem Rechtsdruche sich geduldiger sügt, stch au das System der Ottroyi» rungen gewöhnt, daß der Glaube Wurzel faßt und fortwuchert i eine geschenkte Bersassuug könne rechtlich wieder zutückgenommen werden, weil es thatsüchlich so leicht geschieht. Hütte das öster Rechtspartei ganz besonders gepriesen. Ueber die W a! l f a hr tS - N e iv e-gun,^ in Frankreich sollte eigentlich nicht wehr der Politiker, soni)ern der Irrenarzt berichtkn: Pilger in Rarrentracht und mit den erschreckendsten Zeichen der Verrücktheit m Wort und Gederde stnd eben nur für le^tere noch ein Gegenstand der Untersuchung. Die karlistenfreundlichen Mächte fühlen sich unangenehm berührt durch die bedeutenden Erfolge, welche daS spanische Nordheer gegen die Jnquisitionskämpfer erzielt. Castelar wird nun mit besserer Hoffnung seine Reise nach Paris, London, Verlin und Wien antreten, nm für die Anerkennung der Republik zu wirken. Die Diplomaten haben wieder eine günstige Gelegenheit, die Nützlichkeit ihrer Zunft zu beweisen. Rertttischte Nachrichten. (Zu den Wallsahrten inFrank-reich.) Wir haben bis jetzt noch nicht gewußt, unter welchem Vorwande die Pilgerfahrt nach Cambrai unternommen worden, wo kein Gna-denbild oder sonstiger Gegenstand gläubiger Verehrung existirte. Im „Siecle" werden lvir nun aufgeklärt. „Mein Berichterstatter", schreibt F. Sareky „melvet. daß ivcihrend deö letzten Krieges ein preußisches Detachement daltia abgesendet lvurde, um die Stadt zur Uebergabe aufzufordern. Aber o Wunder! am Thore augelangt, erblickte das Detachemenl die heilige Zungsr^iu und einen mit einem flammenden Aenilleto«. Ptt Kergwirih. Gtschichle «> »t» diirischt« Kerin Wvn H. Schmid. (Fortsetzung.) „Gr fond es billig hierauf Rücklicht zu nehmen» uud übernahm es, der Regierung gegenüber den Ankt'Uf des ganz-in Besttzthnms um eine» entsprechenden Preis zu vertreten, obwohl dasselbe, sür die Bahn weder sehr nothwendig, noch besonders dienlich ist, und nur auf Wiederverkauf erworben werden kann. Er glaubte, einem solchen Vorschlage bessere Würdigung zu verschaffen, wenn er nicht unmittelbar von ihm ausginge, und weil er wußte, daß ich bereits einige Zeit sogar hier gelebt und in Ihrem Hause gewohnt habe, übertrug er mir, ihm ten Vor-lchlag zu machen." „Ihnen? Das war wohl gut gemeint, aber gut gemacht ist wohl nichls damit gewesen!" .Das war auch mein eister Grda».ke l" iiei Falkner. Ich versuchte es daher auch, Eintven-düngen zu machen, sie wurden als unzureichend erklärt und den wahren Grund," fuhr er etwas zögernd fort, „konnte und durste ich ja doch nicht sagen... so blieb mir nichts übrig als zu gehorchen ; aber es kam, wie ich gefürchtet hatte. Schon als «ch zu sprechen begehrte, sah er mich mit so seindseligen Blicken an, daß jede Hoffnung. Hütte ich noch ivelche gehabt, jvernichlet ivar; deu Antrag selbst hörte er nicht einmal zu Ende... Mit höhnisihen Worten wies erden-selben, als von mir ausgehend, zurück... weil ich ihm gegenüber einma! geäußert, daß ich Lust ijälte, ein Gut zu erwerben, legte er mir die Absicht unter, das leinige, tas ich unter der Hand ausgekundschaftet, um einen billigen Preis zu erschleichen... Ich habe Ihrem Vater jederzeit viel zu gut gehalten, Julie, denn eS ist Ihr Vater; aber es gibt Dinge, die ein Manu von Niemand ruhig-hinnehmen kann, ohne sich selbst zu entehren... der Vorwurf versteckter Habsucht und Treulostgteit empörte mich; tro^ deS gefaßten Vorsntzks, meine Ruhe zu bewahren, vei-stcherte ich ihn im gereiztem Tone, er habe einen Ehrenmann vor sich, und alS er mit einem zweifelhaften Worte eriviederte, tvandte ich ihm ven Rücken nnd rief ihm zu-, vor mii und mstusungen. Ge- verflogen l WaS ist auS all meinen Hoffnungen geworden.. Cr hielt inne, at-er Zuli erwtld^rte nichts; sie gedachte des ApfelS mll dem Wurm, den itir d^r Herbst so bedeutsam zugeworfen, und Thränen erstickten >tzr die Stimme. .Sie antworten mir nicht? Gle iveincii?" t)tgann er wieder, und drängte sich näher an sie. „Reden S e, Juli; geben Sie mir auf die eine Frege Bescheid.. . Wenn es nun nicht wäre, wie es leider geworden, »venn ich hofftn dürfle, Ihrem Bater nicht zuwider zu sein... mas würden Sie sagen, wenn ich zu ihm hingehen wollte, mir Ihre Hand von ihm zu erbitten?'' „Ich bitt' Ihnen, Herr Falkner," sigte Juli lklse sortlveinend, „reden Sie mir nil solche Sachen vor, ich hin ohnedem schon unglücklich genug.. „Weichen Sie mir nicht aus," ries er zärtlich, „wenn ich Sie sragte, ob Sie mich iie? btN können und woU?n — was würden E«e sogen «... Ich bin ja viel zu gering für Sie, für so einen gescheidten Mann! Das Bissel, was ich im Kloster Hab' lernen können, de-dtutet ja nichts ... ich bin ja doch nur ein Bauernmädel „O Juli.- rief er entzückt, wenn Du wüßtest, .'venu Du ahntest, wie z^eiade Leine ivöhnlich sind sie eine nutülliche Folge des Alter» und meist ein Merkmal naher AuflSsun^i. Oer Rindenst.lv.imm erzen,jt sich indtß auch oft bei anhalten^ein tttegen. vorzüglich ivenn der Boden einen schlammigen, f tten Untergrund l)at.' Anfangs sind eS sehr lveiche, kleine AuS« ivüchse. die nach und nach sich tierdicken. größer werden und endlich im Stande sind, den Safl zu verderben. Durch Entfernung derselben un> daS AbtraNen der alten trockenen Rinde ist meist dem Uebel abgeholfen. Der Holzschivainm ist zwar anfangs auch weich. Verhärtet sich aber bald, so, daß er dem Holze an Festigkeit gleich kommt und nur Mit Gtivalt losgelöst iverden kann. Man beschneidet die Wunde und bestreicht sie mit Pech. De» Wurzelschtvamm ist am gc» fährlichsten, indem er dem B^ume die beste', Nahrungsmittel entzieht und ihn wohl gänzlich tödtet, ohne daß man am Stamme und den Aesten irgend einen Schaden 'vahrnimmt. Meist entsteht er durch den zu feuchten Boden. Man nehme die Schivämme tveg, beschneide die Wurzeln, bedecke sie wieder mit Erde und bestreue dann den Boden mit zerfallenem KUk. Zugleich sorge man dafür, daß die überstüffige Feuchtigkeit abgeleitet iverde. Mtarbnrger Veriehte. (AuSloosung von Mitgliedern deS VemeivderatheS.) In der letzten Sitzung deS Gemeiaderathes «vurde auch die AuSloosung jener zehn Mitglieder vorgenommen, ivelche der Stadtordnung zufolge Heuer ausscheiden ; diese Mitglieder l'tnd die Herren: Friedrich Stau-dinger, Ferdinand Baron Rast, Feliz Schmidl, Franz Perko, AndreaS Ragy, Dr. Duchatsch, Bitleil von Tefsenberg, Joseph Schaller, Jul. Pfrimer und Karl Reuter. (Zur Verlängerung derBür g erst r a p e.) Der Antrag, die Bürgerstraße um 17 Klafter gegen den Friedhof hin zu verlängern wurde tn l»tr letzten Sitzung deS Gemeindkrathcs vertagt und nach dem Antrage deS Hclrn Ferd,-liaud Baron Rast beschloffen, m>t Herrn Girst-mayr und der Gest^llschait Badl-P^rko wegen Bulängeeung dieser Straße biS zur Billa öaa.,tr zu unterhandeln. (Fabrik zur Erzeugung vom künstlichem Dünger.) In dr letzten Sitzung des Gemeinderathes ersuchte Herr Leopold Ritter von i^teupaner den H rrn Bürgermeister, nachstehende Fragen zu beantworteu: l. Ist d», von der AktiengeseUschast zue Erzeugung von tünlllichem PhoSphaldünger d.im Stadtamt erleg,e Kaution nach dem Kursrückgänge der Obligationen ergänzt «vorden oder ist Aussitlt auf Ergänzung? 2. H^t der Stadtrath oder der Herr Bürgermeister obige Gesellschaft aufg'ford,ri, den Ban des FabrlkSgebäudk« fofort einzuleiten? Die Autwort auf oiese Fragen ivurde augenblicklich ertheilt. Die Gesellschaft soll demnächst zur Ergänzung der Kursdifferenz ihr r Obligatiouen aufgefordert iverden. An die sl^esellschaft ist einem Beschluß des Siadlra:ht jedem Worte mich uiilösbarer an Dich g s ss.ii hält... Du bist da< Weib M ineS Led-n», iv e ich es mir geträumt... O rede. loas wirst k)u auf Meine Frage sagen?" Sie sah ihm durch Thränen «n's Aage und schüttelte dann schmerzlich den st.)'". ,/Lii kann ja doch nit sein..." I ge sie mit einem schmerzlichen Scufzer. „O, eS soll sein! Es soll iverden l" jub li, er. „Ictzt, da Du nicht Neia gesa,jt, maß eS werden! WaS eS auch kosten möti^, wi« für Hindernisse auch zu bewältigen fein mög,n. ich laffc Dich nicht mehr, ich ruhe nicht b-S Vn die Meine geworden.. Er ivollte die nicht mehr Wloerslrrbendr an jelne Brust ziehen — da fuhr e>n kiäfiiger Arm zwischen die Leiden, der den jungen Mann im Nacken packte und emporriß. Es ivar der Arm des Bcrgivirthö, der von den Liebenden unbemerkt eingetrettn war und nun mil fun-»elnven Augen und wuthevstelltem Angesidt hinter ihnen stand. Sorief er mit zornbeb nder Stiinme, „da kommen wir ivieder zusammen? Ist das ein Ehrenmann, der sich heimlich, h«ntklni Rücken deS Bate'S l),t i>»acht und Nei) .' in'» H.tuK schieicht UN? die Tochter vkisührt? Einrn svlchcn heiß: man einer^ Halu nken hiec zu Lind und einem solchen ivill ich zeigen, wie ein dummer, trotzi.,er Bauer sciii HauSeecht zu brauchen weiß!" Mit ritilger Ge »».»lt hielt ee.g.,ltatr am Halse gefaßl und zerrte ihn gegen )ie Thür hin, dieser aber inkhrte und stemmte sich mit de» ganznl Krasi »eiiier jugendlichen Gestalt entgegen und verinoch e nach kurzem. Kampfe sich loszu-keißen, aber der rechte Aerm l s i-ics RockS und der feS HcmdeS darnnter zei'riß, daß d-r bloße Arm sichtbar ivur>e. Juli ivar einen Augru» blick raihles dagestanden, bleich biS in die Lippen hinein gleich einer Sterbenden, nach Athea» rmgend und die T sch cke umklammernd, um nicht in die Kniee zu sinken; im nächsten Augenblick schon stand l'ie zwischen dem Va:tr. der neuereittgS aus den Verhaßten losstürzen 'vollte, und dem Geliebten, der mit hocherhobenem bloßem Arme bereit stand, ohne Waffen den Angreiser niedeizuschmettern. Am Arme wnr eine Reihe, kleiner. blau-rother Punkte zu erk'nnen. „Was ivo!it 3!tr, Batcr?" lief fie diesem zu. „ES ist nichts geschkhen, Ivegen ivaS Ihr so wlto sein solltet... der ^>krr ha« sich nicht heimlich e'ttgeschtichrn, er >sl ofte«, unl» ehilich gtkom^nen, 'vei! «r van lnil Ävschi,d hat neH. men «vollen l Meint '»^hr, ich siirchte M'ch deS, des Abs-»rd«-t»uha>ses i« Sraz eiu, Wahl hefpreMUUs hakte«. Die R«the»en werde» ftch bei den Vkeiedsraths.Wahle« in -Orten, w» die Wahl eimeO Gt«»»se«»ffen »««i^glich, de« Israeli te« ««schließen. ivittO» E«a«uel soll geneigt sein, auf die EmladttNg der Itatsee »»« Oesterreich ««d Deutschland seine schon wiederholt ange-?ilndeten Vesnche in Wien and Berlin abzn-ftatten. Gingesandt ' Dtt Cholera. Wer Einig,« ou» der umfangreichen Cholera-LiUraiur^ namentlich hydriatische Abhindlungkn über diese Krdnkhtit und dtren Behandlung gclesen und daranA die l»lßhrrigen Ne!ultote beider Heil» milhoven kennen gelernt hat: liei der Medizin fast sitajzig Perzeizt Todesfälle, de: der Wasierkur fasi gar keinen, auch nicht leicht die Mögl>chkelt des höheren Stadium« der Krankheit — dem muß giradtzu komisch erscheinen der Elstr dtk Mtdult^ischtt'. Wisteuschaft in Aufsuchung und EmAelituag vou Präservativen gegku die Cholna. Man versteigt sich schon sogar zur Smpseh-luilg des GenufftS vou Karbolsäure in ganz äha-ltchN Veise, »vie emst die btrühmte unfehlbare ? Khalera'linktur von Dr Bafiler. Man empfiehlt sogillr ein mehrstündiges Vkizen der abgelkgt'U Lüsche »n scharfer S-if nsiederlauge, wuS gewiß keiue praktische Hausfrau thun wird. Seifinfteder-tauge ch ein ar,^es Zerstörunusmilt,l der Wäsche, unö'dessen bedarf e« n aiirlich nicht! So lobensiverth dieser Eifer als solch«i^, so undegreiftich. ist die gänzliche Jgnortrung der doch auch IN medizinischen Kreisen bekannten Glanz-pukktt der Wafftrknrcn >n der Cholera, die odtvoh! unltUtldar, weder Arzt noch vaiknwrlt zu kennen Ichemi, welch Letztere als zumeist Betheitigl? t;e-rade gegen sich selbst die dringiude Pflicht hätte, die durch Gichirhell de» Geljugeiis hervorragende, in dtu Segnungen ihres wohlthätigen Wirkens' uneirkichbai dastehende Wosserhrilmettzode als einzig rettkndcn Ausiveg in den Boroergrund zu ziehen, fie aus einschlägigen Schrift,n und im Beltehre mit bereits Uuterchteten kcnnen zu lernen und ihr die gebühreridt Geltung zu er-ziviuj^. Warum sich das Bessere vorenthalten lassen, lvtuu «au kß selbst in die Hand netimen kann? Alles, ringt, nnch Selbsthilfe, duje ist a»ls dem Hkilvebiele vollberechtigt uud der Lersasser dieser Zellen übt sie mit großartigem Erfolge jchon seit 184«. lvegen vor Euch? Nein — ich h'b' nn gut«S Telv's^tN, Bater und scheu' wich Nit... Geht weg von der Thür, daß der Herr Aalkuer fried» lich hinaus kann... Du abr, Franz — es ist das «rsle Mal und wohl «mch das le^ie Mai, daß ich Sie so nenn'... Du, Franz, nimm Dtch zusummkn und zkig'S, ivus Du für »in Manu d»st, heb' Deinen A'», nil »ms — dlr. gegen d.n Du« lhusi, tjt ja mein Bater... )ch liab' Dlr," suhr sie inniger sor», und ihre Stimme begann zu erzittern unter der Wucht ihres Schmerzes, „vorhin keine deutliche Anl-ivort gegeben .^uf Deine Frag' — aber jetzl vor meinem Aat'r sag' ,ch Dir — ja ich had' Dich, gern! Uns ivenn ich auch gt vip lo iß, dah nijl daS «ie zu Thcil ipird, so sag' ich Dir doch, ek gebet t.in größeres Glück sitr mich, als ivtnn ich Deik Weib iverden ditrsi'."... V,i diesen Wollen itatte üe ihm den Arm nie-öergezogen, lieugte stl» darüber und diückle ihren Mu'td aus die Rardkn in demsklben... „DaS Vlut, dt« auS diesen Wundr» geftofsen ist. fiir mich — das macht, daß ich drin gkhöfkl» muß, in vUe Etvigk'il..." Sie uahNt ihli ai» der H^nd sah ir ihn jurchtlo.S an ihrem B^uer vorüb r, d i si. IN stummem Äiimm geivahlfn iirb. ivar ein l)öscs ^^^a«jz,lcl fi»r dic Ta^zr, die NU» kaniel', und ivu« si, brachtti», HIi,d «iicht DaS Schlagisort „Kuipsuscherei" darf nicht abschrecklN; Wasserz^ebrauch in was im^n r für eincr Foim und vann immer, steht lm Reehte eineS Jrdcn und de>^ Mtl den Manipu!alionSs0l-men Veriraute kann osl mit Wenigem erslaunlich Viel ivirk.n. Nicht der L^ie, d.'r'S gllicklich vall-b'iagt, iit tturpsuscher, wotzl aber der Fachmann, der trotz Wissenschaft r« nicht vermtig. Pri^Snitz» Scharfsinn siegte 1331, 1835, 18^9 iibcr d e Cbolera trotz Verläiterung seiner Methode auch sritrnS solcher Aerzte, die rvedki Cholera noch Wassntur geseh n. Hier ertvieS sich die Hydropalhie als da« einzige Heilmittel d^r Cholera, und doch itinoriren fie die Arzte heute noch. Aber auch Andere, ivie besonders Dr. Steindacher, die Nichläzte Thiel und Th. Maier hellter, Cholera mit Wafscr, Erstere zwei besonders zu Bielitz bei Viala, und Keiner unt er den Bielen von ihnen VehanVelten, s-lbst im höchsten bedenklichsten Stadium b griffen, starb. Th. Meur zu Schwerin «ettete von 13t) Cholera kranken 114, darunter auch medizinisch Aufgegebene. In med'^ zinischer Behandlung starb von 700 Kranken die" Hälfte, tvaS leicht erklärlich, da dle M edizin durch Uttterdriickuntj der ldaraktetistischeu AaSs cheidilngen — Erbrechen und Durchfall die Kr^nkheils. jtoffe im Körper zurückhält, die Wasscrheiikunde sie aber durch Förderung der Ausscheidungen hinausschafft. 3. H. Raube, Reformator der W>sse'hell künde, lief schon in den 40er 3ahr?n: ,Äedt mir lausend Cholerakranke, die nur noch keine Medizin bekommen haben und abführen können, ivenn mir tin einziger davon stirbt, so mögt ihr mich hintendreln schicken, wie eine Hlndulvi ilic hintcr ihren vereivigten Gemal l" Und doch verhallten auch diese inhaltsschiverea, ein gaizeS Heilprogramm einschließenden Wo.te ungehöit oder unbeachtet seitens der Autoriiäien, an dern, Adresse si' sterichtet gewesen. Anläßlich de r gegenwärtigen Rundreise drr Choiero handelt ,l, tssttr Linie um die veiläßlichsten VorbeugnngSmiitU, als irelche aui Ärunv der bewährt'sten Erfahrungen folgende erscheinen: Ein vernünftigcS. d. i. ein naturg -inäßet Verhalten in Sp ise. Trank, Kleiduittt, Schills und Berneidung aller eLzrisiven Genüsse, sie mögeu was immer für Namen habea. Man hüte sich vor Uebtlladung des MagenS und u»,«. solchen Speis n und Getränken, ivelche Mil »inem Mute dem Maj^en die nothwe».dige Wärme eni» ziehen, ebenso hüte man sich durch erhitzmde, künstlich zubereitete Getränke ^en Magen und das Blut zu überhis^'n und große Wallun^jen zu verursachen. UeverdlkS trag man einen kalten auS- hinter i!>m zurück. Bater uud Tochter ginnten anscheinend ruhig nebeneiuc^nder tjer und daS Borgtsallene wurde mit keiner Silbe eriliähnl — der tzrrbifstne Groll deS BergivirthS aber steigerte sich mit jeder Nachricht, welche aus den Vahn-ban Bezng halte Diestk rückte inzwischen m>t auß-rordenilicher Ruschhkit vonvältS, «in ungeiuölznlich milvcr Herbst begünstigte die Fo'tsrPung des Arbeiten b'< tief in den November hinein. Manchmal brach wohl der ^ora des BergwiriljS in alier Wildheit "Us. daß er tobend und schrcirnd im H'Use hin und wieder stiiemle. alS aber der Spruch des Gerichts e niraf, der ihn endgittig Vtrurlheilte. gegen die zuerkanllle Entschädigung die Niederpoinl aizutretcn. da ging in seiarm Benehmen eine auffallende Veränderung vai^. Er zürnte nicht mehr laut und heftig, irne er früher «ethan, soiidern begann finster und jchniei, gtnd in sich hn»,inzudlüten; Stunden lang sah er regungslos vor sich liin, nur manchmal halb-laule Worte murmelnd, von denrn nichts zn verstehen ivar alS „melne Bäume" und ,inein Recht und Vkrl»alt.. (.^r belichtete eS nicht. alS ihm d,r Kaufen, s sür d c enlil»eh«tc Niederpoinl in'S HauS i^tschickl iuurdki e? ertrug eS anscheinend gleich->,iit'g, t.l« l« h,cß, daß dlc Eiche» dort gcjchl.igen il'Uedkn und dl» Abqrab'N bejjc>«i»en ll>ibe — gerungenen Umschlag um d.n Leib und über-l!>nde ihn trocken, damit er sich besser erwärme und keine Luft hinzutret" nnd erneuere ilin so oft er trocken ivltd; mach« drS Morgens tieim Aufstehe» und AtiendS beim '^ettgehen eine laue Ganztl»aschung deS Körpers, damit die Haut thätig bleilie; trinke früh nüchtero und bei jedem Essen 1 — 2 Gl'S frisches.Wasser zue Boibeugung der Schlaffheit deS MagenS und d-^S Unterleibes ; weide Erkältung, Unriinlichkeit jeder Art und halte T^'g und Nacht aus reine Zimmerluft mit Ausschluß al!-r künstlichen sogenannten LuflverbesserungSmit-tel, welch« dlk alte Unreinlichkeit nur dccken uud urue hinzufügen, z denn beffere als die Außenluft erzeugt Niemand. Luslerneurrung ist daS einzige Lustverbess rungSmittll „Ohne Reinlichkeit in und vor dem Hause, sagt W. Keil, ist das Lüften unnütz. Dielelbe kann Nicht üt>ertricben lvert'en. Jeglicher Schmutz, namentlich rie AuSivursSstoffe und Abgänge von Menschen und Tt^leren, die Abfälle der Wirthschaft und dipt aus deru Bereiche der Leb «den gebracht iveiden. Zimmer und HauSräume müssen tägliv sorgfältig geklhrt und öfters gescheuelt werden. Das ist die wahre und wirktamste DeSiasn daS Wesen ditjer Krankheit ttrser blicken ivollen. t'. I. Bekanntgab». Morg'N den 30. August ist der Iahresst^luß au der Magvaleua-Boistadtfchule. An diesem, ivie an d^m dulaus solgendea Tage bleiben die Handaibeiten der Schüleiinneu ausgestellt. er schien gar nicht zu vernehmen, alS sich die Kunde verbreitete, eS sei hiebei ein reiches Lager von sehr schönem graugrünen Sandstein zu Tage gekommen, daS der AuSnützung als Steinbruch IN hoh^m Grade würdig sei, und daß der FeldMtsser Falkner der^ 'Z^tuch von dtr Val^n käuftich erlvorbcu habe. Bon diesem selbst kam keii^e Kunde mehr in daS Besgivirtl)?hauS. Im anscheinend ruhig n G!ei1^muih gingen auch Juli e,e jchwercn Tage dahin; sie pflegte den Bater und saegie süs ihn mit liebevoller. ii^lUtt auch uatieachleirr Aufmcikja nkeit, i'ie vrr« walteik still nao geräuschlos die Geschäfte deS H.U'tö - sie ivar sich völlig gleich get)lieben, nur blässer wor sie gewordeil, ivenn aber 3e-maao sl< daiüdrr liered te, 1o lächelte iie mit ihrrr guliohnten Freundlichkeit nna meilUe, das thue dc, Wi'Ue», ^'rr pflege sie unmer zu bleichen. At)rr der Winter verging, KaoSpkN und Blume» kimen ivieoee und nur aus ii^ien Wangen versäumien dir !)il)scn ivieder auszudlühu. Um dir Zcit, als die Sch v.tllicn zuruckk leiten, kam auv der Tag, an .l>elchc,n die Eisrnbahn in ihrer größten vollenduen Strecke eröffnet tvurde. ls'tzNNA folgt.) 6er LteisrwSrläseliöii Uscomxts-Laick ^ir deetuen ull3 erxedeost sllLUseixöv, 6»gs 6ie Sosvdättsadv^ivIclllNK bereits so i?^ejt vorKesodrittev ist, äas» eine Lekliessunx unserer k'ilisle edestens devorstekt. In k'olxe äessen bitten ^ir 6ie ?. 1'. öesitser von Lsssensvbeinen unä Kiro - LinIsAsbÄokern unserer Filiale, ikre einKelexten (Aeläer sokort bier begeben 2U sollen, in^em sie sonst Kenötbi^t ^ären, sioll später 6ess> dalb AN unser Oentrale in (3^rs2 ^en^en su wüssen. AlsrburK am 28. ^ussust 1873. 679 ^ äsr Idöwsö. Heute Freitag den 29. August 1873: aart«l-8olrt» 682) von der SödbahnWcrkjlüttril-Mjikkapckt. Anfang 7 Uhr. Entree frei. Ei» ringerichltttg Zimmer ist sogl'ich zu vergeben. 683 Anfrage im Comptoir dieseS Blattes. 3 schöne Wohnungen, sind mit 1. September oder Oktober an ruhige reinliche Parteien zu vermiethen. Zwei mit 3 Zimmern, Speise. Dachkammer und Holzlege um 15 fl., eine mit 4 Zimmern sammt Zugehör um 20 fl. pr. Monat. Ein möblirteS Zimmer sogleich um 6 fl. Daselbst sind sehr gute veiß und roth, um U fl. pr. Em. zu verkaufen. Ankdikttr, ö70)_Mühlgaffe Är. 83. Zwei Wohnungen, beide mit 4 Zimmern. Küche, Boden, Spris? und Ktll.r, eine im 1. Stock, eine im 2. Stock im Hause Nr. 91 in der Domgasse siud vom 1. Oktober an zu vergaben. ^681 Anfrage dortselbst. Verkauf von Wiesen in ö Parzellen an der Leitkrsbcrger Hauptstraße durch freie Lizitation Donnerstag den 4. Gep-tember d. I. Vormittag von 10—12 Uhr. Eine Parzelle mit 1 Joch 640 Qkl. « // „ 1455 „ » »» „ 1532 „ tt »» „ 1526 „ „ „ 1 „ 616 „ Auskunft ertheilt Maria Loppitsch in LeiterSberg.__684 Dantt llnd Anempsehlvvg. Dem geehrten Publikum gebe ich ergrbknst ^kannt. daß ich mein Kaffeehaus an Hcrrn Earl Forster verpachtet habe, welcher das Geschäft mit 1. September d. I. in seine Regie übernimmt. Indem ich für das ehrende Vertrauen, welches mir so lange Zeit gcschenkt wurde, verbindlichst danke, hoffe ich, es werde dieses Vertrauen auch auf meinen Nachfolgkr übergehen; da ich über-zeugt bin, daß Herr Forster gleich mir stets bemüht sein wird, den Wünschen des ?. I. Pub-likums in jeder Beziehung nachzukommen. Eö möge also mein Nachfolger bestens empfohlen lein. Marlzurg. 28. August 1873. _Mauthendorfer. Graze rgoss. MAvIisk« Verl««iins«n 3. tZeptember, ^ S September, IMMM-IN. j WUM-Wl!. ttaupttr. il. lo.ovo. i!. 10.000. 0rlxiv»I.I^o»s Q»ok 6ow Lkxvi-Vour»«,»«? k»tou pr. üilvQkt 6. K smxüedit joli. 8oltt»»iin. 681) I1arr«llx»>»v «r. 128- ^a«ii»8, >»r»sellii>o <>l Vonille, ^niselte, Ki>»x»o. lisiserdiro, vlisrireuse, VeiellselMist, klvsterxekt, ^dsiotli, sovis »Uv übnKvll Löiosteu I^ZqRieitpv «nÄ IR«!»», vektvv Wllvnvlt», !?u»»ol> v»»lU IK»»V>K» djUigstev ?rvittou smpüvbit äi« ä«» llsrl lÜM i« »«chiirz. ///. KetoöKs. Dampf-, Douche-«. Walinen- lvad i« drr Aäent»-rvorstadt von 6 Uhr Früh bis 7 Uhr Abends. 579) Alois Schmiderer. von 676 VI»vIe?«a Wegen Mangel an Raum werden s.hr gute Lang- und Stutzflügel mit 7, 6^/4 und 6VN Oktaven, eleganter Form, schön und gut im Ton, um äußerst billige Preise verkauft in der Pianosorte«Leiha»stalt vi»-t vi8 Cafe Pichs. Weingart-Berkauf. Der Kuppitz'sche Weingarten in Kar-tfchovin, eine Stunde von Pettau, im Gefammt-Flächenmaße von 6 Joch 316 Qkl., worunter 2Vg J. 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Abend». Bon Ofen nach Marburg Ankunft 9 Uhr Bormtttag». Abfahrt nach Aranzentfefte 11 Uhr S Min. Nacht». Ankunft von Kranzen»feste 4 Uhr 26 Min. ^h. HtSrntner-Aüge. Abfahrt: Von Marburg nach Kranzen»feste 9 Uhe 1b M. Boemitt. Bon Marburg nach Billach 8 Uhr IS Min. Nachmittag. Ankunft: Bon KranzenSfeste nach Marburg S Uhr 40 M. Nachmitt. Bon Billach nach Marburg 11 Uhr 44 Min. Lormitt»g. Gemischte Züge. Von Mar)»uschl<^ nach Trieft. Ankunft 1 Uhr 48 Min. Nachmittag. Abfahrt 2 Uhr IS Min. Nachmittag. Bon Trieft nach Mükzzuschlag. Ankunft 11 Uhr SS Min. Mittag. Abfahrt 12 Uhr IS Min. Rachmittag. Eilzüge. Von Wien nach Trieft. Ankunft 2 Uhr — Min. Nachmittag. Abfahrt 2 Uhr 8 Min. Nachmittag. Von Trieft nach Wien. Ankunft 2 Uhr 6 Min. Nachmittag. Abfahrt 2 Uhr 13 Miu. Nachmittag. Verantwortliche Redaktion, Druck und Vertag von Eduard Zanschitz in Marburg. s. N. Gt. G: