MbacherGMma. Nr l43 fi. >>. !»a>bj, si. 5, kl», ftür bit ZusttLung ln» H»u» hall'j, 5,n li. Vi« 5^ Post gan,!, sl. l^>, h,lbj, fl ?'5<>, Mittwoch, 27. Juni. I»l«lt<«»»geb«b»: Für Nei»r I«1«»«»t tt« ,u 4 Hellen »b l,., »lehne Pl. Zeill ß ll.; be« lfteie» wieberhvlnnge, p,. Zeilc « ll. 1877. Nichtamtlicher Theil. Parlamentarisches. In der letzten Sitzung des Iustizausschusses des Österreichischen Abgcordncienhauses oom 22. d. M. legte Abz. Dr. Of», cr in Gcmäßhcit des vom Abgeordnetenhaus« invelreff der Regelung des Raten, briefwesen« aefahten Beschlusses den nachstehenden Entwurf eine« Gesetzt« vor: , L 1. D winsthoffnungen oder beides zugleich als Gratisprämie zugesichert werden. § 3. Jede Ueberlretung dieses Gesetzes wird wie ein dxrch die ^otterieoorschriften untersagtes Spill nach den bezüglichen OefällSgesetzcn bestraft. § 4. Ans die bereits vor der Wirksamkeit dieses Gesetzes in Umlauf gesetzten Ratenbriefe (Rcnlcnschcine) hat dieses Gesetz leine rückwirkende Kraft. § 5. Mlt dem Vollzüge dieses Gesetzes, welches mit dem Tage seiner Kundmachung in Wirksamkeit tritt, sind der Iustizmlnister und der Flnanzminister beauftrag!" Se. Excellenz der anwesende Sectionschef v. Ve. noni erklärte, oah, nachdem die Regierung bisher zu einer Ausschuhsitzuna über diese Frage nicht eingeladen worden sei, er heute eigentlich nicht als Regierung«. Vertreter, sondern nur als Mitglied des Iustizmlntste. riums erscheine. Er meint, daß über diese Frage da« Finanzministerium vorläufig einzuvernehmen gewesen wäre, nachdem seiner Ansicht nach das bestehende Gesetz in. betreff der Promessen vollkommen hinreichen dUrfte, um die Mißbrauche des Ratenbricfwtsen« einzudämmen. Abg. Dr. Bllezll erklärte sich im großen und ganzen mit dem Gesetzentwürfe einverstanden, behält sich aber vor, eine kleine Modification im Kaufe der Debatte zu beantragen. Abg. Dr. Zaillner erklärte, daß auch er der An. sicht sei, baß das bestehende Promessengesetz hinreichen bürste, die Mißbrauche des Ralenbriefwcsens, welche ins. besondere in der Hintangabe der Gewinsthoffnung gipfeln, zu beseitigen. — Mit der allgemeinen Fassung des § 1 konnte er sich aber nicht einverstanden erklären, nachdem dadurch auch der solide Verlauf von Losen und anderen Wertheffelten gegen Ratenzahlungen — selbst bei voll. zogener Uebergabt, unmöglich würde, weil ferner dieser Paragraph durch die Fingierung eines Depotgeschäfles sehr leicht umgangen werden könne und überhaupt einen bedenklichen Eingriff in das Prloatrecht begründen würde. Abg. Dr. Nürnberger erklärte sich mlt diesen Ausführungen im wesentlichen einverstanden und sprach die Meinung au«, baß jedenfalls noch die Anficht des Regierung einzuholen wäre. Gs wurde beschlossen, für heute in das Merilorische der Anträge des Berichterstatter« Dr. Ofncr nicht einzugehen, sondern das Justizministerium, das Finanz« Ministerium und das Ministerium de« Innern zur nach» sten Sitzung einzuladen, um deren Ansichten inbrtreff der vorliegenden Frage entgegenzunehmen. Zugleich wurde beschlossen, auch die Abg. Dr. Roser und Neuwirth, welche den diesbezüglichen, vom Hause angenommenen Antrag in der betreffenden Sitzung unterstützten, ein» zuladen, der nächsten Sitzung beizuwohnen. Die Auflösungsdebatte im französijchcn Senate. Der französische Senat hat bekanntlich in seiner Abcnositzung vom 22. d. M. nach rincr dreitägigen Debatte mit einer Mehrheit von zwanzig Stimmen die von der Regierung verlangte Auflösung der Deputier t e n l a ,n in r r bewilligt und so dem Ministerium Groglie zu seinem ersten Siegr vcrholfen. Im Verlaufe der Debatten war cS insbesondere Victor Hugo, der mit vollster Entschiedenheit gcgcn die Kammerauflösung protestierte, während Jules Simon mehr srinc person, lichen Beziehungen zum Marschall-Präsidenten und die Borgänge, welche den Rücktritt des republikanischen Mi» nisterwmS zur Fnlge halten, zum Gegenstande seiner Ausführungen machte. Die Anstrengungen dcr republikanischen Parteien, die Mehrheit des Senates für ihrrn Standpunkt zu grwlimen, »aren erfolglos, die Regierung siegte mii 15>0 yraei, 1^0 Stimmen, also »maefäyr mit der Majorität, die mau schon seil geraumer Zeit als wahrscheinlich angenommen hatte. Die Debatte im Senate bot im Laufe ihrer drei-lägigen Dauer so manche stürmischen Szenen, in denen die beiden Parteien mit Heftigkeit auf einander platzten. Aus den über den zweiten Vcrhandlungstag — den 21. Juni — bereits vorliegenden ausführlichen Sitzungs» berichten theilen wir nachstehenden Auszug mit. Hu Beginn der genannten Sitzung nahm als erster Redner Victor Hugo das Wort. ..Der Conflict — so begann er — brach zwischen zwri Staatsgewalten aus. Hcuie soll der Senat Richter scin, und er wird Richter sein. Denn wenn über dcr Regierung der Senat, so stcht über dem Senate die Nation, Niemals gab eS n,u schwierigere Lage; es hängt von drm Senate ab, ob Frankreich in Frieden bleiben oder in Verwirrung versetzt werden soll. Wenn Sie Frankreich den Frieden sichern, so beruhigen Sie Europa; wenn Sie Frankreich beunruhigen, so wühlrn Sie die Wclt auf. Dcr Senat wird seine Probe machen. (Bewegung.) Dcr Senat wird heule den Srnat retten. (Unruhe.) Die Gelegenheit ist einzig in ihrer Art, und Sie werden sich dieselbe nicht entschlüpfen lassen, um zu zcigen, daß dcr Senat lw'^ ist. Frankreich ist iu Gefahr; rilcn Sie ihm zul) >, (Die Linlc gibt ihre Zustimmung zu erkennen.) Die Vergangenheit gibt mitunter nützliche Aufschlüsse. Ge wisse Attentate, welche die Geschichte nicht vergißt, wcrfcu düstere Lichter, durch welche die möglichen ^ eignissc beleuchtet werden. (Unruhe.) Unter >U. sind Männer, welche ein Gedächtnis haben; dieses Eingedentm lehrt, vorherzusehen. Diese Männer hab»,» das Phänomen einer Nation gesehen, welche nur ,-ocn verlangte und nichts verhehlte; Frankreich, lm> durch Voltaire die religiöse Freiheit schuf, das ein :l tiges Ziel vor Augen hat, und hinter diesem Lande in vollem Lichte eine verkappte Regierung (Widerspruch aus der Rechten, Beifall aus der Linken); wir haben das gesehen, und wir sind nachdenklich; wir vernehmen ^ tlärungen der Gtsetzmäßiatcit, die einen gewissen K,. haben. Wir erkennen die Larve, die Greise sind Warnn. Ich wünsche nichts mehr. als an die Gesetzlichkeit zu glauben, aber ich bemerke, man hat schon geglaubt. Frankreich war ganz bei der Arbeit, als der Blitz vom l0. Mai losbrach. Da plötzlich stand alleS still. Wir stehen vor eincr außergewöhnlichen Thatsache. Der Handel geht nicht mehr; wir zähkn unsere Verluste bereits nach Hunderten von Millionen. (Die Rechte: Nun weiter!) Das wird vicr Monate so fortgehen. Ueber-legcn Sie doch, Europa liegt im Kriege, Frankreich hat Frieden. Wenn in Abwesenheit der Kammer . . . (Auf der Rechten: Genug! Unruhe.) Lassen wir diesen Punll auf sich beruhen; indeß es ist uns gestattet, der person» lichen Regierung zu sagen, sie möge die innere Gefahr zu der auswärtigen nicht noch hinzufügen." Victor Hugo vertheidigt hierauf die Deputicrien-lammer, der es zustehe, Vorwürfe zu machen, und sühil sort: „Jetzt bewegt mich eine Thatsache: der Geist der Revolution ist in der Regierung, und der Regierunge geist in der republikanischen Mehrheit. Sie wollen den wclstn Fortschritt ohne Gewaltsamkeit, den inneren und auswüiligcn Frieden." Nach einigen weiteren Bemer» lungen fährt Victor Hugo fort: „Machen Sie diesem Versuche ein rasche« Ende; gebieten Sie dieser seltsamen Feuilleton. Aus dem Geistesleben der Thiere. (schlich.) Die Nester sind oft sehr schwer aufzufinden, da sie sich meist an feuchten, schatliacn Plätzen oder abschüssi. gen Bänken befinden, wo Schutt. Geröll oder üppige Vegetation sic möglichst verdeckt. Abschüssige Bänkc wcr. de„ auch meist deshalb gewühlt, damit die Thüre durch ihr cigcucö Gewicht ohne Schwierigkeit zofallcn kann. während die Nester auf flachem Boden äußerst sellcn sind, DaS Thor schließt in dcr Rcgcl sehr fest und sicher, obgleich Moggridge, dcr cinc große Anzahl von Nestern uutersuchl hat. auch hierin große individuelle Unterschiede bei Angehörigen derselben Art angetroffen hat. Gcschicklichlcil ist also ein Talcut, welches bei den einzelnen Spinnen ebenso verschieden vertheilt zu sciu pflegt wie bei den Mcuscheu. Als Moggridge ein solches Thor mit der Spitze eines Federmessers berührte, wurde es sofort lanqsam abwärts gezogen, ähnlich dem Zusammenziehen der Schalen eincr Scemuschcl. Er versuchte cs nun. wicdcr das ^hor zu öffnen, trotz der heftigen Gcgcuanstrcnaungcn ber Einwohnerin, nno sah, wie dic Spinne dasselbe mit ?Ucr Macht festhielt, indem sie auf dem Rücken lag und Hre Füße fest in die seidene Umhüllung der unteren «lache dcr Thüre eingehakt hatte. Moggrioge forcierte " gesordnung vom 4. Mai gegen die ullramontanen Ve-strebungen. Ich spreche mich über jenen Zwischenfall nach den Ferien aus. Man benachrichtigte mich, daß man in beiden Kammern über die religiöse Frage die Regierung zu interpellieren beabsichtige. Ich zog vor, in der De-puliertenlammer zu beginnen. Ich sprach hier alle meine leitenden Gedanken mit einem gewissen Muthe aus; denn inbetreff dieser Frage wurde ich nicht durch den Beifall Sandwespen, Ameisen, Tausendfüße, kleine Eidechsen u.s.w. zu vertheidigen hat. Wahrscheinlich schleudert sie zunächst die unterirdische Thüre in dem Hauptgange dem Angreifer entgegen und zieht sich erst, nachdem diese forciert ist, in die Nebenröhre zurück, indem sie die Thüre hinter sich zuzieht. Der Eindringling findet alsdann in der Haupt» röhre nichts und ist auch wegen deS mit dem Innern derselben gleichmäßigen Aussehens der Thüre außerstande, das Vorhandensein der Nebenröhre zu entdecken! Da das obere Thor wegen seiner geringen Dicke nicht in ähnlicher Weise mit Vegetation sich bekleiden kann, wie das Korlslöpselthor, so sucht die Spinne diesen Mangel dadurch zu ersetzen, daß sie möglichst viel ver« hüllendes oder täuschendes Material, wie dürre Vlätter. Holzspänchen, Wurzeln, Grasstengel u. s. w. mit hinein zu verweben sucht, so daß die Thüre möglichst mit der Umgebung harmonisiert. Doch sieht man auch einzelne Nester, bei denen dieses Verhüllungsmanöoer so schlecht ausgeführt ist, daß die Nufmeitsamleit eher angezogen als abgelenkt wird. Nester, welche in unbedeckter Erde liegen, verrathen sich auch leicht dadurch, daß die Thüren schneller und leichter austrocknen als die umgebende Erd» mafse und alsdann eine lichtere Färbung annehmen. Am besten sind Vlätter zum Verdecken geeignet, und oft reicht ein einzige« Blatt dazu vollständig aus. Visweilen erhebt sich die Röhre laminartig zwischen Gras, Moos, Steinen, Pflanzen oder dergleichen noch zwei bis drei Zoll hoch über den Erdboden, indem sie, au« seidenem Gespinnste gewebt, an die Umgebung be-festigt ist. Solche oberirdische Röhren werden auch von einer in der Umgebung von Paris beobachteten Röhren» spinne (^.t^pus piceus) gebaut, sind aber insofern weit unvolltommcner al? die beschriebenen Erdröhren, als sie leine Thüre besitzen." gestützt, den in anderen meine Freunde mir zu zollen pflegten. Meine Ansichten hatte ich 30 Jahre hindurch hochgehalten. Ich halte mich zu nichts verpflichtet. Ich war frei und konnte die Tagesordnung annehmen oder verwerfen. Aber ich konnte sie nicht zurückweisen, ohne Frankreich in eine Wahlschlacht über diese religiöse Frage zu stürzen. Ich wundere mich nicht, daß man einen gleichgültigen Porwand suchte. Denn eS war nicht gut, zu sagen, daß man eine religiöse Krisis wolle. Schließlich nahm das gauzc Kabinett die Tagesordnung an. Die Regierungsänderung halte eine andere Ursache. Man hat meiner RegierungSleltung den Vorwurf gemacht, zu sehr nachgegeben zu haben. Ich möchte das Gegentheil beweisen, indem ich mich a«lf alles das berufe, was zu dieser Zeit das Ministerium von der Kammer erhalten hat. Zu sagen, daß das Ministerium durch seine Con» cession gefallen sei, ist reine Verleumdung. (Veifall linls.) Der wahre Grund des Sturzes ist, daß das Ministerium mit der republikanischen Mehrheit Hand in Hand ging, und es leble mit dieser Mehrheit im Einklänge, weil es ein republikanisches Ministerium war. (Langer Velfall linls.) Als der Präsident der Republik mich berief, fagte ich ihm sofort: „Ich gehöre zur republikanischen Linken." (Beifall linls.) Der Marschall hörte mich mit Zuvorkommenheit an. Ich danlle ihm dafür, ohne die con» stitulionelle Niederlage oorherzusehen, die seitdem ein» getreten ist. (Lebhafte Vewegung.) Das bisherige Ka« binett ist gefallen, weil es republilanifch war und nichts von seinen Grundsätzen hat aufgeben wollen. (Veifall linls.) Ucbcr die Personenfragen herrschte nicht einmal Einvernehmen mit dem Präsidenten. Dieser hatte große Vedenlen gegen zu häusige Veränderungen, und wir haben unseren Sieg nicht als Eroberer ausgebeutet." Simon bellagt eS sodann, daß die parlamentarischen Regeln mit Füßen ^treten wurden, und fügt hinzu: „Man löst heute die Kammer auf, um den Ruin der parlamentarischen Regierung vollständig zu machen und um der Republik Schach zu bieten, welche Frankreichs Heil ist; man will sich heule wieder auf die offiziellen Candidaturen verlegen." Simon hofft aber noch, daß Broglie auf der Rednerbühne die offizielle Kandidatur verwerfen und sich gegen die entehrende Sprache der Vlätter erklären werde, welche vorschlagen, die Republik auszukehren. Nachdem Redner sich eingehend gegen de offizielle Candidatur ausgelassen, setzt er hinzu: „Ich halle den Herzog von Broglic für unfähig, sich an einem Staatsstreiche zu belheiligen, wie ich das Mini» sterium für unfähig halte, die offizielle Candidatur zu betreiben." Der Donau-Uebergallg bei Galatz. Das wichtigste Ereignis vom Kriegsschauplätze ist die am Abende des 21. Juni bei Galatz geglückte Ueberschreitung der Donau seitens einer 3000 Mann starken Abtheilung der Russen. Nach anderen Versionen sollen letzlere sogar lch'cn A„. gewohnheitsmäßig dem Zar zugeschriebenen srlc .^„ sichten sind in seinen Handlungen nicht i" " . „,„ß Die unselige Aussicht auf Leiden und ^tz ' ^ mit Geduld oder Billigung, je nach d" p° ''^^ H„, moralischen Unterschieden des Charakters mw o sichten, angesehen werden. - ..Ofsicc N" er d « ^ die Gerüchte von MeinungSvcrschicdenhcltcn U"'^ ^ englischen Kabinettes anläßlich des von dem par ^ zu verlangenden außerordentlichen Kredite« ,o>" dem Rücktritte Salisbury's. .. «H ^r In seiner Sitzung am 1V. d. M. en s<^ d .^.^ schweizerische Ständerath m.t nen für den MinoritälSantrag der .^ »'^ " z^ w^ Kommission, demzufolge der Vundesrath die zum Zwecke vornbergclicndcr Dccku^ Dcficiten sowie allsälligcr außerordentliche', unvorner 1l83 gesehener Ausgaben erforderlichen Geldmittel bis auf weiteres nach Maßgabe deS Bedürfnisses durch Ausgabe von verzinslichen determinierten BunbtS - Kasscscheinen oder durch Abschluß fester Darlchcnsverlrügc bis zum Gesammtbelrage von acht Millionen FrancS zu beschaffen. Die Auswahl der angegebenen Bcschaffungsartcn fowic die Gestimmung des Zinsfußes blcibt dem BundeS-ralhe überlafscn. Der abgelehnte Antrag der Kommiß fionsmajorität ging dahin, ein auf die Dauer von fünf Jahren abzuschließendes Staalsanlehen von fünf Millionen Francs aufzunehmen nnd zu diesem Behufe Obliga« liouen mit Zinscouponö für fünf Jahre auszugeben. Das rumänische Ministerium befindet sich in ooUcr "Krise Braliano ullü Rosettl haben sich von Ko> golnitscheano getrennt, der seinerseits eine Annäherung zur Pzrtel FlorcScu sucht. Kogolnilscheano dürfte sein Portefeuille behalten, dagegen die Demission Rosetli's angenommen werden. Man befürchtet angeblich in Ru» miinien, daß durch die Ausgabe von Papiergeld eine Handelslrise und cine starte Ausfuhr von edlem Metall statlfinden werde. Fürst Milan von Serbien ist am 23. d. aus Plojeschtl nach Belgrad zurückgekehrt, wurde unter Ka-nonensaloen von offiziellen Persönlichkeiten und großer Volksmenge feierlich begrüßt. Vom montenegrinischen Kriegsschauplätze lauten die Nachrichten entschieden für die Tür. len günstig. Die Depeschen melden die Vereinigung der Truppen des nach der Passierung der Duga-Päsfe »md der Berprooianlirrung von Nilstt vom Norden her. abbringenden Muschirs Suleiman Pascha mit dcm Heere des Kommandanten in Albanien, Ali Saib, bei Da« nilograd. Ans Asien liegen Meldungen vor, welche behaup. lcn, der rechte Flügel Achmed Muthtar Paschas habe die Scharte, welche er am 16. d. M. erlitten am 18ten, Moniag, wieder ausgeweht; die Russen seien geschlagen und verfolgt worden. Hagesneuigkeilen. — (Unglll assail.) Man schrtibl der ^Gr. Tagespost« ausLeoben, 22. Juni: „Gestern spielte der zweijllhrige Knabe des «aufmllnlll» Rochus Kaiscr unter der Aussicht eine« Kindsmild, chens in der sogenannten Au in der Nähe de« Mllhlglinge», wel. ch« oberhalb der Schwimmschnle au» der Mur abgeleiltl ist und z»r Säckl'schcn MUhlc hinablUhn. Da« Mädchen, im Vespriiche mil ihrer Schwester begriffen, verlor das Kind sur lurze geil au« dem Auge, und schon nach wenigen Augenblicken wurde der Knabe vermißt. Man sand nur zu bald den Hut des Kleinen im Mlihlgange und nach lurzem Suchen oberhalb der Mllhle da« Kind selbst - al« Vcichel Mittlerweile halle da« 5lnb«m»t>chen, sobald l« durch da« Ausfinden de« Hute« die Ueberzeugung von dem durch ihre Unachtsamkeit und Unbesonnenheit angerichteten Unglücke hatle gewinnen mllfsen, den ver,we>sclten Entschluß ge. saß», sich selbst da« Leben zu nehmen, uud diesen Lnlfchluß auch rasch ausgeführt. Wtlhrend man noch mit dem Suchen de« Kinde« beschilstigl war. eilte sie stromabwärts zur Mur und stürzte sich daselbst in die schäumenden Fluten, au« welchen sie erst «bend« al« reiche gezogen wurde.« — (Attentat im Strafhause.) Am 24. d. M. ver. Übte der im «arlauer Strashause wegen Todtschlaa.es in hast be» sindliche Joses Kollar. welcher zu T'schlerarbeiten verwendet zn werden pstegle. an dem Oberausseher «llois vlesch und dem Mit-ftrüfling Mathias Pieschern ein Mordattenlat. Kollar hatte wegen angeblicher Begünstigung des Dreschern bei der Nrbeitszulheilung !ch°» seil längerer Zeit einen b°ß °"s den Obeiausseher und weigerte sich am 24. o, morgen-», die ihm zugewiesene Arbeit zu verrichten Deswegen von dem Oberausseher zur siede gestellt, stürzte er sich ehe man es verhindern lonnte, aus diesen und versetzte ,hm mit einem schars geschllfsencn schnihmesser einen Stich in die Magengegend, wöbe, b^6 Messer bis ans Heft in den i!eili eindrang. Gleich darauf erhltll auch der hrrbelgeeilte Sträfling Preschtln e,nen Stich in dic lulle «eile, und erst heraus lonnle der WUlhende festgenommen werden. Die beiden Verletzten befinden sich in ^ben^esahl. Kollar ging wahrscheinlich schon, bevor er von dem Aufseher zurechtgewiesen wurde, mit dem U>i°lMedaillen um. drm> als er lagsoolher morgen« °u«! emer "°er .hl, verhälizitl, Dleciplinaistrase enüass.n wmde, machte » sich s°llleich daran, sein Schu'tzMtsstr ^u schleisen. Lüie Kommis. sinn des Grazer Strasgerichtc« hat bereit« den Thatbestund auf' Uluomnien, und wurde Kollar »l strrnge Lluzelhast gesctzt. (Französische Ka u sl en l,.) Die ^'yoner Seid,n< "loiter haden wegen der Mode. die sich seil eiuiger Zeit in «'Men Seibeustoff^n gesällt, eine schwele Zeit bulchzumachen. ^" dt» höchsten Kreisen der erg>he»dt„ Damen an sich. So schü» °l»er die Slofse, s« theuer sind sie auch. Der vrsitzlr ist e«n reicher Mann, der aber noch ein andere» Gut besitzt, nämlich ^ebuid, und diese Geduld wurde bereit« so vielfach und so häufig "Probt, daß sie in manchen Pariser Kreisen spl,chw»sll>ch gr» worden. Man erzählt davon solgenbe hübsche Oelch'chte; «m dornrhmel, reicher, junger Herr. dec mil o,er mu»i,wllllgen freunden in ei»em der ersten Gasthäuser gu« gegessen nnd noch besser getrunken, hatle ans Wunderbare grenzende Geschichten von ber Ve^uld jene« Knusmanneö gehilr», wettete »bcr n» e«n Fefi. , essen zu 20 Napoleon«, daß er den VerUhmten dennoch in Jäh, zorn versehen werde. Die suns Gesellschafter begaben sich sofort in das bewußte Magazin und der. welcher die Nette vorgeschlagen, verlangte ein Kleid in gemusterter Seide. Der Geschäftsmann wickelte 20 Packele au»cinanbtr, nicht« gefiel. Der grüne Stoff war zu hell, der braune zu duulel, der rosa zu mall, der fchwarze zu Überladen «.; 20 andere Sorten »uroen zur Auswahl vorgelegt, aber dem Käustr schien eben nichts zujusagen. Der Kans. mau« zrigtl dieselbe Ruhe und dieselbe guootlommeuheil. Lndlich schien ein plächtiges Kleid von Goldbrocal den Wllnschen des wählerischen Fremden zu entsprechen. „Was lostet da« Meter?" slllglc er. „Elnhlindecl ui>t> zwanzig Flours", lautete die Aul-wort. „Gut beim; wollen Kie mir gesälligst sllr 20 Sons ab-schneiden?" D:r Kaufmann, ohne die Fassung zu octlieren, langte em EinsrantMck hervor, legle dasselbe au das äußerste Lude de« Stoffes, schnitt ein Etllckchcn dilser Größe ab und legte e», in cin Slllck Papier säuberlich gewickelt, dem Käufer vor. „Meiu Herr", rief dieser, „verzeihln Sie mir, baß ich Sie belästigt habe ... es galt eine Welle, die ich verloren . . . recht gründ» lich verloren habe!" „Was sllr eine Well??" fragte der Kauf» mann neugierig. Die Austlärung ließ nicht lange auf sich warten. „Daraus lam e« also an?" rlef der erstaunte Kausmann. „und >ch hatle die Absicht, wenn Ihnen auch der zulctzt vorgelegte Stoff nicht gefallen haben würde, Sie einzuladen, mit wir zu meinem Kollegen Z. zu sahren, der ein noch reicheres Lager vor» rälhig hat." L« »st wol unnüthig, «och hinzuzufügen, l»ß der Hausmann mit unter den Gästen war, bie das verwettete Festessen ;n 20 Napoleon» pro Mann zu sich „ahmen. fokales. AuK dem l. l. «andesschulrathe für Kram. Auszug auö dem Protokolle über die ordentliche Sitzung des t. l. Bandes schulralh es fur strain in ^aibach am 21. Juni 1«77 unlrr dcm Borfitze des Herrn l. l. ^andesprüftdenten Nitler v. Wit>. mann in Anwesenheit von acht Mitgliedern. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden trägt der «öchrlsiführer die seit der letzten Sitzung erledigten G'.schastsslücke vor, deren Erledigung zur Keimlnis genommen wird. Hierauf wird zur Tages' ordnuilg übergegangen. Die Gesuche um Berlcihlmg einer erledigten ^ehr-stelle für Geographie und Geschichte am l. l. Ober-gimnasium in ^ailiach wcrdci, dcm hohe» Ministerium sür Cultus und Unterricht mit dem geeigneten Borschlage vorgelegt. Der von der Direction dcs l. l. Real« und Ober« gimnasiums in Rudolfswcrth vorgelegte ^cctionsplan und das ttchrbüchriVerzeichnis pro 1877/76 werden mit einigen Oemcrllmgen genehmiget. Der Vericht des l. l. «anoeSschulinspeltors für die humanistischen Fächer an Mittelschulen über die am l. l. Real« und Obcrgimnasium in Nudolfswcrth vor» genommene Inspection wird zur Kenntnis genommen und orm hohen Ministerium für Eultus und Unterricht vorgelegt. Das Gesuch eines Gimnasiallehrers um Stabil, crllärung wird dem hohen Unterrichtsministerium unter» breitet. Einem Oberrealfchüler wird über sein dieesülliges Gesuch die Wiederholungsprüfung geftattel. Die von den Directionen der l. l. Lehrer- und ttehrcrilmen'Vildungsanslalt vorgelegten ^ehrplanc pro 1877/78 werden genehmiget, der Gebrauch der pro 1«77/7tt erwählten, approbierten Lehrbücher gestattet und die dicssälligei, Directionsberichle mit dem Antrage auf Zulässigleilserllärung zweier weiterer Lehrbücher dem hohen Ministerium für Cultus uud Unterricht vorgelegt. Der Bericht des l. t. ttandesschulinspeltorS für Volksschulen über die vorgenommene Inspicicruug ciiüger Volksschulen im Rudolfswcrther Schulbczirlc wird zur Kenntnis genommen und an den Bezirksschulrat«.) in Nudolföwerth die bezüglichen Weisungen erlasfcn. Au der dreiklassigril Volksschule in Hafrlbach wird der deutsche Sprachunterricht und an der mit Beginn des Schuljahres 1tt7«/7i1 in Gurlfcld zu acliviercnden Bürgcrschulr, beziehungsweise iu der IV. Klasse drr Bollsschulr daselbst, die deutsche Unterrichtssprache cinzu. führen beschlossen. Die Erweiterung der zweillassigen Volksschule in St. Veit bei Sittich zu einer dreillassigen wird gc-nrhmigct. der Gehalt deS IU. Lehrers daselbst und dcS lil. Lehrers in Ralschach u,it je 400 fl. festgestellt uild der Gehalt dcs II. Lehrers in Gulenfeld von 400 si. auf 450 fl. vom kommenden Schuljahre ab erhöht. Der provisorische Lehrer Franz Zettel in St. Lo> renz a. d. Temeniz wird übcr die Präsentation des Orts« schulralhcs in St. Pctcr und des lrainischcn Landes' ausschusscs im Sinne dcS Miniflerialerlafscs vom 4ten Jänner 1877, Z. 17,064, als definitiver Lehrer an der Volksschule in St. Peter angestellt und das bezügliche Anstellungsdelrel ausgefertigt. Berufungen und Strafmildcrungbgcsuche in Schul» versüumuisfällrn, Gesuche um Pensionen und Gnaden-gaben, Remunerationen und Gcldaushilfen werden erlediget. Ans der Handels- und Gewerbelammer für Kram. lForts) Der Änmeldungstcrmin, welcher nach der ursprünglichen Bestimmung mit 10. Mai enden sollte, wurde von der l. t. Ccntrallommission bis 25. Mai 1877 aus dcm Grunde verlängert, wcil cinc Anzahl Filialcomitös erst in den letzten Tagen lonstituiert werden lonnte. Das Filialcomil6 hat nicht unterlassen, dies zur Kcnntms der bcthciligten Kreise durch Veröffentlichung in der „Laibachcr Zeitung" vom II. Mai 1877, Ar. 107. und in den „Novice" vom 10. Mai 1877 zu vi. Die von der l. l. Ccntrallommijsion in Wien ^.. mittellen Spezialprogramme der Gruppe II, dir Zuschrift derselben betreffend die zweckentsprechendste Form für die Ausstellung österreichischer Weine, die Milthci« lung betreffend die Frachtaic für Feuerspritzen, das Pro. gramm der CollcctioaussteUuug drr Holzproouction, deS Holzhandels, der Holzindustrie Oesterreichs, das Schreiben bezüglich der Aufstellung der Werke: „Valoasor" und Dimitz' Geschichte, das Schreiben betreffend die Raum' ansprüchc dcr EisenmdustrieUen, die Gesichtspunkt für bic Beschickung der internationalen Ausstellung in T^i« 1878 mit Gegenständen der Land» und Forstwirt: und des Gartenbaues, endlich die Zuschriften bewein, dic Ausstellung von PfahlbauteN'Gcgcnständcn aus dem Laibachcr Moore, von Glocken und die Anmeldungen des Ingenieurs Alfred Harlmann, — wurden den be-theiligten Kreisen zur Kenntnis gebracht. Dic in der „Uaibacher Zeitung vom 18. Mai und 2. Juni 1877, Nr. 113 und 124, veröffentlichten Anmeldungen find das Resultat dcr ergangencn Einladungen und es wurden dic dicösälligcn Anmeldungsbogen mit den Zuschriften vom 4.. 8.. 12., 19. und 28. Mai d. I.. ZZ. 710, 760. 783, 797 und 852, dcr l. l. Central-lommisfion iu Wien mittelst Eonsignationen übermittelt. Bezüglich der nachträglich erfolgten Anmeldungen des Ingenieurs Herrn Alfred ^artmann hat die gedachte Eentrallommllsion die definitive Annahme davon ab< Hüngig gemacht, daß der vorhandene Raum nicht bereits durch die rechtzeitig übersendeten Anmeldungen occupicrt ist. Die Anmeldungen dcs Herrn Hartmann umfassen.' Entwürfe von Schul., Kirchen«, Psarrhos., Armenhaus, Krankenhaus« und Friedhofbauten, dann eine neu con-stluicrle, gegen Rost galvanisch verkupferte Stoppel Maschine zum Verkorken der Bier' und Weintransport' füsfcr. Nach den Gruppen vertheilen sich sämmtliche Anmeldungen aus Kram folgenderweise: Auf Gruppe II entfallen . . 10 Anmeldungen, »» » ^ V „ . . H ,, »« »» V „ . . 7 „ ..VI .. . . 4 .. .. VII .. . . 2 .. .. VIII „ . 2 zusammen . . 35 Anmeldungen. Die Kammer nimmt diesen Bericht zur Kenntnis. IV. Der Obmann der ersten Section Kammcrrath Treun berichtet infolge Erlasfcs des hohen l. l. Han-delsministeriums vom 10. April 1877, Z. 11,042, über einen Antrag betreffend die spezielle Normierung dcr Verwendung von jugendlichen Hilfsarbeitern bei einzelnen gesundheitsschädlichen Gewerbsbetriebcu. Bei den im Handelsministerium abgehaltenen lom-missionellcn Bcralhuugcn übcr den Rcfcrcnlcncntwurf einer neuen Oewcrbe»Ol.dnuna, wurden nämlich die Br-s.immungcn hinsichtlich dcr Arbeitszeit der jugendlichen Hilfsarbeiter beioerlei Geschlechtes in der folgenden Weise formuliert. § 72. Beschränkung der Arbeitszeit. Kinder vor vollendetem zwolflcn Lebensjahre dürfen zu regelmäßige» gewerblichen Beschasligungril nicht angehalten werben. Kinder vor vollendetem vierzehnten Lebensjahre dürfen nicht länger als sechs Stunden täglich verwendet wer« den; dcr GewerbSmhabcr ist verpflichtet, dieselben zur Erfüllung dcr gr>!> ^chlllpfllchl aiizuhaltcll, Iu geildlichc Hilfsllll'^ ^ c,en dem vollendeten oiss"!>" ten und dcm vollendeten sechzehnten Lebensjahre nicht länger als zehn Stunden täglich beschäftigt wrl,-den. Die Gewerbebchörde kann eine Verlängerung dieser Arbeitszeiten um höchstens eine Stunde und auf hbch-flcns vier Wochcu dann gestalten, wenn Naturereignisse oder Unglücksfällc den reaelmaßigcn Geschäftsbetrieb un tcrbrochcn oder ein vermehrtes Arbcilsbedürfnis herbei geführt haben. (Fortsetzung folgt.) — lNllerhvchfte Sanctio n.) Der vo» lr » ini -schenLanbtage beschlossene Gesetzentwurf, »omi, d«, k«nbe,. gsseh vom 8U. «pril 1873. r. O, Sl, Nr. 22. ,ul Regelung del Rcchl«ot.hä!«n,sse des i,'ehrst»nde« an den dssentlichen Volleschulen de« Herzogthums Kram lheilweise zeäudell wirb, erhieK mü »llerhlichstcr linlschlirhung vom Itj. d. «. die laiserliche S^ Danach werben die I n l e r c a l » ri e n f«l erledigte l'ehi!i...,r„, welche bisher der i!tl)ltl'Pensionslsfst zugewiesen waren, d^m ^ormalschuljonde. beziehungsweise in der landeshauptftabl i! a ,. bach der Gtmemdelasse zulommen. — (2 rzherlo g kll brechl.) Ve. l. nnd l. Hoheit der H«r Ftldmarschllll Erzherzog «lbrecht hat am «4. d M. abends von Uieu aus eine Illlpectionsreise nach Vlaz, i'aibach 1184 und Klagenfurt angetreten, welche etwa zehn Tagt in Ansprnch nehmen dllrfle. Vorgestern ist Te. l. und t. Hoheit in Graz anzelommen und nahm gestern die Vestchtiguno. der dortigen Garnison vor. — (Decorierung.) Für die bei dem letzten «Iruben« brande in de» Kohlenbergwerke zu Hraftnigg bewiesene Aufopferung und Unerschrockenheit »urde dem dortigen Vergverwalter Martin Terpotih das goldene Verdienfttreuz mit der Krone und dem Steiger S»mon Koh das silberne Verdienstlreuz mit der Krone verliehen. — (Sammlungsergebnisse für die 3oi« tscher.) Zugunsten der durch Feuer verunglückten Insassen von ndevorftandi« wurden Georg Slofic, Ne Dobliie, im polilischen Vezirle Tschernembl, wurde» ole «srnuddesitzer Mathia« Berlin don Dodlile zum Oimeludeoorfteher, Mathias Zluckel von Dobliie, Joses Maurin von Ocii und Michael Krater von Ierneisdvlf zu Oemeinderäthen gewählt. — (Verein zur Erbauung von Familien-Häusern sür l. t. Veamte.) Dieser unter dem Protectorate Sl. t. und l. Hoheit des durchlauchtigsten Henn Erzherzog« Krön« Punzen studalf stehend« Verein hielc um 22. d. M. in Wien seine die«lähcige ordentliche Generalversammlung. Die Vilanz beziffert die «ctioen de« Vereine« mit Schluß de« Jahre« 1876 mit 243,583 fl., darun'er da« erbaute Familienhau« „Ruoolfshof" Mlt dem Werthe von 238,00) fl., so daß sich ein Vlrmilgensstand von 98,342 ft. ergibt, der dem Vorjahre gegenüber ein Mehr von 3176 st. ausweist. — (Ein Taunerstllckchen aus Kropp.) In ilropp inObertrain ereignete sich vor einigen Tagen ein eigenthümlicher Fall, der die dorllge Vllrgeischaft und in erster Llme dlt Hauoeloleule in mchl gelinge Aufregung und Entrüstung verjetzli uud wol auch den «segeustaud einer gerichtlichen Unter» suchuug bilden dürste, da derselbe dem Vernehmen nach dem l. l. Vezirlsgerichte in Radmaunsdorf bereits angezeigt wurde. Ueber den Sachverhalt selbst äußert sich ein Freund unsere« Vlal« le« in ittopp in einem uns gestern zugelommenen Schreiben in nachstehender Weise: «Kropp, riu mduzlrieller Ort, der blos von selnem weitverzweigten Handel lebt und seine Prudulte sowal ins »usland als auch >n die entferntesten Proviuzln unsere« Reiche« vttsendtt, sollte durch Errichtung emer Telegrafenstation beglückt werden. — Wer mit eiuem halbwegs gesunden Menschen« verstände lilnnle die «edentuug dieser Einrichtung uertennen und sich nicht derselben freuen? — Und doch gibt es hier ein malcon» lente« Individuum, welche« sich unterstand, an da« h. t. l. Hau» belsmlnlfterlum in W,en ein Promemona zu richten, in welchem durch falsche Nugaben und Verleumdung aUgeanm geachteter Per« lünl,chli,len die NichUl0lhwendigle>t eine« Telegrafenamtes in Kropp n«chzuweiscn versucht wurde. Selbstverständlich m»ß diese« Individuum an ber Nichlerrichtun, dicse« Amte« ein Interesse haben, und muhte sich volllammen sicher gefllhlt haben, daß man auf den Namen de« Verfasser« diese« Sch^ndberichle« nie lommc» »erde, denn sonst würde e« diesen Schlitl wol nie gewagt haben. Da aber dieser Intriguant fllr seinen Schritt begreisiicherweise keine Complicen zu gewinnen hoffen dürfte, so halte er fünf Han» delsleute und vefiher eigenhändig unterschrieben, beziehungsweise deren Unterschriften gefälscht, und den Vericht dlrett an da« l. l. Handelsministerium in Wien abgesendet. - Man hätte viel« leicht niemal« hievon etwa« erfahren, wenn nicht der Fälscher selbst, ohne e« zu wollen, hitfür gesorgt hätte. Nber „der Krug geht so lang zum Vrunnen, bie er bricht". Der Fälscher verguß näm» lich, den Oencht zu stempeln, unb da« l. l. Eebilrennemessung«' amt in Wien sandte infolge dessen zur Einbringung der Etemp?l-gebllr sammt Erhöhung einen Zahlungsauftrag lM d?n ersten l« im erwähnten Piomemcri» unterfertigten fünf Handelsleute. Dieser, von der ganzen Sache nichts wissend, recurrierie gegen die Zahlung, infolge dessen wnrde die Schrift reclamierl, und nach Vorladung sämmtliche! Unteischriebe«,en stellte es sich heln»«, doß alle Unterschriften falsch silid. So sieht nun die hiesige Vevül-lerung der Entlarvung dieses infamen Fälscher« mit Freuden ent-gegen und hofft, daß die« der einzuleitenden Untersuchung wol auch bald gelingen wird." — (Traurige Folgen eine« unüberlegten Scherze».) Der aus Ndelsl, erg in Krain gebürtige, zuletzt in der iliqueulhai'dluug oe« Johann Paulctig in Tliest bedien» ftete 21jähri^e Ladendiener Ialob Mlllauz, der, wie wir seinerzeit lnrz mittheilten, am 17. o. M. seinen Kameraden, den 14jährigen Ladendiener Franz Schedel, durch unvorsichtiges scherz» hafte« Gebaren mit einem geladenen Revolver getiidtet hatte und hieraus flüchtig, jedoch bald festgenommen wurde, hatte sich am 23. d. M. vor einem Vierrichter.Hollegium beim l. l. Landes-gerichte in Trieft seiner That zu verantworten. Der bei der Verhand» lung conftatierte Thatbestand war einem Verichte der „Tr. Ztg." zufolge nachstehender: Am 17. Mai l. I. in den Morgenstunden härten einige Facchini an der Ecke der Via Geppa in dem in der Nähe der Riva delle postt befindlichen iüqueurladen des Johann Paulelig einen Revolverschuh abfeuern; sie etlten mit einigen Sicherhellswachen dahin und fanden dort den 14jährigen Ladendiener Franz Schebel in der Mitte des Gewölbe«, von einer Kugel am Kopfe getroffen, bewußtlos auf dem Voben liegen, während der zweite Ladendiener Ialob Millauz verschwunden war. Neben Schebcl lag ein Revolver. Schebel wurde ins Spital llberbrachl und starb dort, ohne wieder zum Vewußtscin gelangt zu seln, nach wenigen Stunden. Mlllauz gestand nach längerem Leugnen, baß er am bewußten Vormittage den Revolver, welchen Paulelig im Gewölbe hielt und der eigentlich dem ssacchin, der dort de« Nacht« Wache hält, zum Gebrauche diente, putzen wollte. Nl« Millauz den Revolver in die Hand nahm, entspann sich zwl« schen ihm und dem 14jährigen Schebel folgende« Gespräch : „Kanu mon mit dieser Pistole schießen?" fragte Schebel, worauf Mlllauz erwiderte: «Ich werde d»r glelch zeigen, ob man schießen lann. - Schau her!" — gleichzeitig legte ei auf ihn an. Ohne zu wollen, drückte er los, und Schebel stürzte von der iiugcl grlrof« fen zu Voden. Millauz entfloh. Au» allen gepflogenen Erhebun» gen ging mit Veftimmtheit hervor, baß belde immer in den beste» Neziehungeu zu einander gestanden waren. Ls war doher lem Grund vorhanden, dem Geständnis de« Millauz nicht Glauben zu schenlen. Ialob MiUauz wurde deshalb auf Grund desfelbe» de« Vergehen« gegen die Sicherheit de« Leben« nach 3 335 St. G. V. fchulbig gesprochen und zu vier Monaten strengen Arreste« verurttzeilt. — (Gefährlicher Sprung.) Aus Eilli schreibt man der „Gr. Tgpst.", baß am 22. d. ein Eisenwerlsarbeiler, welker in der dortige« Station auszusteigen hatte, die Anlunft jedoch verschlief, während der Fahrt des gemischten Iuges gegen Marlt TUffer aus dem Fenster eines Waggons sprang, sich jedoch glücklicherweise hierbei nur leicht verletzte. — (Entgleisung.) Der vorgestrige Wien«Triefter Post, zug der Südbahn hatte in der Nähe der Station Mtschach eine Entgleisung, infolge welcher derselbe eine mehr als einstündige Verspätung erlitt Ein weiterer Unfall war nicht zu beklagen. — (Heimat.) Die soeben elschieneue Nummer 39 de« illustrierten ^^milleublatle« «Die He, mal" enthält: Ha« Hau» Fragsttln. Roman von Friedrich Uhl. (Fortsetzung.) — «chwclqeu. Gedicht von stefa» Milow. — Die nur einmal lie» ben. Roman von Moriz I6lai. Autorisierte Ulbenragung au« dem Ungarischen von A. D. (Fortsetzung.) — Der Slemllopjcr. Ein zapaliesisches Märchen. Vox Eul^mia von Kubrioffsly. (Mit Illustration: «Der Slelnllopjer." Origlnalzelch»»»!«; von Ecnft Peßler). — Das Blicigeheimm«. Von Oslar «Ulumüithlll. -Ein Somnillsitz der Liechlt'.isteine. Von Dr. Emmer. (Mit Illu» stialion-. Schloß Fischhorn am Zeller-Kee.) Bei l,en U«beltN» scheila. Vo» L. P. — «ildende Kunst. Paliser Salon l8?7. Von Dr. M°r Noldau. — Au» aller Wlll. Neueste Post. (Oriaina ,'Telearamme der „Vaib. Zei lung.") Wien, 20. Juni. Die ..Politische Korrespondenz" meldet aus Äularest vom 2tt. d.: Die Russen besetzten das strategisch wichtige Hirsova, wie es scheint, kampflos. Heute auf der ganzen Donaulinie furchtbare Kanonade sämmtlicher russischen und rumänischen Batterien. Budapest, 20. Juni. Ministerpräsident Tlöza be» tont, daß der Zweck unserer äußeren Politik nur der ist, den Frieden zu wahren, und wenn dies unmöglich, den Kricg zu lokalisieren und das gute Verhältnis mit den übrigen europäischen Mächten zu erhalten; auf alle ssälle aber der Monarchie die Actionsfreihcit zu bewahren, damit wir unter allen Verhältnissen solche Gestaltungen verhindern können, welche mit den Lcbensinteressen der Monarchie collidiercn. Tisza spricht das Vertrauen auf die frcundschaftlichcnBcziehungen zu den andcrcnMächtcn aus, mit denen aber keinerlei Bündnis oder Verpflichtung besteht, da wir die Freiheit unserer Entschlüsse in vollem Maße besitzen. Im letzten Ministerrathe sei weder von Besetzung irgend einer Provinz noch von einer Mobilisierung die Rede gewesen, und seien bisher keine Beschlüsse in dieser Angelegenheit gefaßt worden. Niemand denke daran, m,f Aenderung der Besitz- und Machtvcrhüllnlsse an den Reichsgrenzen hinzuarbeiten. sozen, 25. Juni. (Prozeß Touroillc.) I:, del" zur Verlesung gebrachte» Ucle des Notars Knbflach, wel' cher über Ersuchen dcö Vertheidigers das Slilfserjoäi beging, wird constatiert, daß man schnellen Schrille« von FranzcnShohe nach Trafoi mit Oerührung al!t>' Punkte 2 Stunden und 14 Minuten braucht. Der Präsident bemerkt, daß zur Zeit jener Begehung der Weg nur schwer passierbar war. Zum Schlüsse der Sitzung beantragt der Vertheidiger, am Thalortc Versuche mit einer Figur von dem Gewichte der Frau Tcmrvillc anzustellen. Der Präsident erklärt, einen Gerichtsbeschluß einzuholen. Um 5, Uhr abends fand die Abfahrt der Kommission nach Meran statt. Cattaro. 25. Juni. (N. fr. Pr.) Die Türlen sind in Montenegro Herren des ganzen linken 6'eta-Thalcs und bereiten sich zum Vormarsch auf Cetinje vur. Fürst Nikola sammelt alle seine Streillrüfte, um einen letzte" Versuch zur Rettung sein« Hauptstadt zu machen. Petersburg, 25. Juni, abends. Die Meldungen über ein neuerliches siegreiches Vordringen der Tiirlcu in Kleinasien werden durch die hier bis 23. d. vorlic' gknden Nachlichten nicht bestätigt. Konstantinopel, 24. Juni, nachts. Die Russe" setzen den Einmarsch in der Dobrudscha über t»lc Dona" fort. Ein Theil der hiesigen Garnison wurde an die Donau abgeschickt und durch von den Provinzen eingclros" fene Natilmalgarden ersetzt. Prinz Hassan reist morgen ab. Die Türken rücken gegen Eetinje vor. Von Asicn liegt keinerlei Nachricht vor. Telegrafischer Wechselkurs vom 26. Juni. Papier - Nente 60 .'j(1. — Silber - Rente 65 60. — Gold, Ntule 7175. — I»«0er Staats-Nnlthtn 111 -. Vani-Äcliei, 780 -.. Kredit-Act«» I4<)-75. — London l20 M. — Sill," 110!«). - «. f. Munz-Dullllen 597. — tNap°le<,,,«d'or 10'»'.'. — l(Xi «eichsmarr 62 —. Angekommene Fremde. «m 2U. Juni. hstel Ttadt Wien. Schlitz, hanaver, Kflle.. nnd Talva, Wien. - Konschea., Postmeister, Trojan«-. — Turlooii, Karlstadt. -^ Kreöii, Vlgram. — Orsini, Italien. Hotel Vlesaul. Prinz. Pferdehändler. Sagor. — Eolob. Ne«- marltl. — Ehrlich. Wien. — Lapajne. Administrator. Drasch' gosche. — Haderer, Vogelhändler, und Knollmayer, Veanitens gattln, Graz. — Ventllomo, Handelsagent, Trieft, — Dollor schurbi sammt Tochter, Lilli. hstel Europa. Vlustnger, Wien. — Löwy, Siofol. — TraU' gott, Dresden, wahren. Perl und Weiß, Hausierer, Wien. — Unger famB ssrau. Dresden. Kaiser von Oesterreich. Matanz Maria. Meteorologische Beobachtungen in LaibaH^ Z «H «Z- §Z .? - « ?3s "« R z« «. -z H 7 U. Mg. 73^.15. ^ -i-l4 «" NO. schwach " bewüllt ^^ 26. 2 „ N. 73«.?o ^.2l-u 3lO. fchwach bewöllt "'" 9 « «b. 7.« » 14.6 MlW. fchw. heiler ^,,„.-Tagsllber wechselnde «ewüllung; Nbeudrotli. Aufh"'" ,.7«, tlare, mondhelle Nacht. Da« Tagesmittel der Wärme -^ um 2 1' unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Öttomar ^sa m b t ^ 2-___ 3)öll(li!)(l!Hz. Wie». 25. Juni. (1 Uhr.) Die Speculation verhielt sich zurückhaltend. Ohne ihr Hinzuthun entwickelte sich der Verkehr ziemlich gUnstig. G«ld Won Papierrente........b0I0 6025 «Ubernnte........S530 6540 »«ldrente.........71 70 7180 ««se. 1l»9........812 — 313 — . 1W4........107 7b 108 25 <» I960........11050 111 — , I860 (Fünftel) .... 11850 118 75 » 1864........12V25 12Ä 50 Uu,. Prä«iln.«lnl......71 75 72 - «ret»»^.........16175 162 25 «udolfs'L.........13 25 13 75 Vr!lmie2»nlthen der «tndt Wien 32 2b 92 75 Dauan.Uegnlielungs.iioft . .10360 104 — D«mäuen.PfaHt>l,nefe .... 14050 141 — 0efterreichifche Schahschew . . V9 80 100 - Uup.. Vilenbahn.Nnl.....9750 9850 Ung. Echatzbon« vo» I. I874 97 55 98 -»nlehen d. Gtsdtgunnude «i«n w V. V.........9b 75 9« «rn»de«tl«ft«»«S-Vhli««N<»en. VUhwen..........102 25 108 50 «ieberüfternich.......103— - — ««llz«n..........842b 8b- Gitbenbürgt».......7175 7225 Temefer «anat......72— 78 - Un«»rn..........78 — 737b Nette» von V«nle». G«ld V«n »ngl«»»fierr. Vanl.....K6 75 67 - Kreditanstalt........140 10 140U0 Depositenbllnl.......124 - 125 - Kreditanstalt, nnzar.....130 80 131 10 «stompt, .Anstalt......670— 680 — N^ioualbanl.......782 — 783 — Oesterr. V»ul,«sel1sch«ft . . . — — - — Unioubanl ........4b b0 46 — Verlehrsbonl .......78 - 7«b0 Wiener V»nt»erem.....bb — 56 — Nette» vo» Transvort-Unterneh-m»n«en. «lfilld.Vahn........101 - 10150 Douau.DampfchiN. ,«efelllch,ft 330— 332 — «lisllbeth.Weftdllhn.....14150 142- Ferdiu»nd«,«orbbahn . . . I9k>0 - 1960 Geld «ll0 126 ^' London, lurze Sicht . . > ' ' ^6 60 I2K75 lioubon, lange Sicht . « ' ' ^.^f) ^ ll) Pari, ..........' «...,.rtt». Geld « ,^. Dulaten .... bsi.9» lr. 5st.^ ' Nap°le°n«d'°r . . 10^ N'/.» " " Deutsche «eich«« ^z ^ 25 „ banlnoten .62^20 " "^ 6l) ^ «ilverauldm. . 111^0 ^»" " «rainische »run^««««^ Privalnotierung : »"d 9'1' -. W°« ««chtr««: Um 1 Uhr 30 Vtinutn» notieren: Papierrente 6^)15 bi« 6)25. Vilberrenl, 65 20 bl« «5 30. «oldrenle 71 70 bis 7l 80 ssr »>ll ,3«X0 bi« 140 10. «ng 0 L7 -. k»»«« 126 «0 bi« 126 7b. ««P«l«U« 10 11 bi« 10 12. «Ub« 111 30 b« 111 50.