Ar. 10. Samstag am 2. Ixöruar 1878. III. Jahrgang - c Cillier Zeitillig. ■ ----* *—------ ränumerations-Bedingungen. -Srsdfcilll jeden Inserate werden angenommen __________ 4 w drr ..«»-r Hn. pränumerations Bedingungen. Für Silli: Mit Post-... —m Versendung: WMiiiiiitig.. i.5o sutKijütii« .. 1.00 SoCt'iibng ... S. tiltlMifa . . . »M | »»,I°dn«. . . . . a.40 1 sar.B>! .Hitdiin« ) Einzelne Nummer« 7 fr. •--— . - < ^rfdit'ini jeden Inserate werden angenommen * u> Irr SrontUM tet „diHwr .Hritnig", Hn. rmjaffc Nr. « (thiDbrwhrci ->o« ( Domirrltua und Sonntag 1 ' *■' ** jjrttaaj" an: ». «Ufft i» «Sie», unt aUrn txfcrntmK* eiabtf* ta UuMintat«. Jof Xkra-">chi» «tiu. t. DWcl.f uns «ol-rc t Z»mv. JMPyflftt®. «» ©Kit, 8- ÜhtUer. I, MlMi » « ----« Z>er Krieg. Von allen Kriegen, welche in diesem Jahr-huntert die Länder Europa'« durchtosten, war keiner so gräuelhaft als der jetzige russisch tiir-lisch? Krieg. Man denke nur an der Anfänge in Bosnien, in der Hcrzogowina und in Bulgarien, an die Fortsetzungen zwischen Serbien-Montenegro einerseits und die Türkei andererseits, dann end-lich an das blutige Drama zwischen den Mosko-wilern und den Osmanen. Schon durch die Gräuel, welche sich die Türken gegen die Insurgenten und diese vice versa, vonicmlilb in Bulgarien, zu Schulden kommen ließen, zeigte sich der Rassenkrieg in seiner schreck, lichstcn Seite, der durch die Schlächtereien oou der Donau an über Plevna bis nach Adrianopel mir noch gräßlichere Dimensionen angenommen iwtte. Jede religiöse und politische Richtung außer «cht lassend, muß man sich über das schreckliche Bild von Menschenelcnd geradezu entsetzen. Wie früher christliche Flüchtige vor den Fana-tismus der Moslem in Oesterreich Schutz suchten, ebenso flüchten jetzt mohamedanische Familien nicht vor den siegestrunkenen Nassen sondern »or den racheschnaubenden Bulgaren. — Elend hier, Elend dort, welche« nicht in Jahrzehnten sich mildern lassen wird. Wer ist schuld daran; die Diplomatie oder England« un-schlüssige Politik oder aber der ganze Westen Europa « ? — Schauen wir, wie eS heute in ten so furcht-bar heimgesuchten Ländern aussieht. Wie viele Linder sind elternlos geworden, wie vielen Eltern, deren Wohnungen niedergebrannt sind, wurden vor ihren Augen die «inver gemordet. Jede« mensch, liche Gefühl scheint in den Herzen der Menschen erstorben zu sein und darin nur thierische Wiich feste Wurzeln geschlagen zu haben. — Keine Heim-statten, keine Ernte, kein Viehfwnd I Hunger nnd Krankheit grinst au« >edem Menschenantlitz chid noch kein End«! Selbst die jetzt durch die Waffen-stillstandSverhandlungen etwas spärlicher geworde-»cn ÜriegSoperationen bringen nur Menschenelend. Auf der Hochebene von Petrova» Gora und bei Pristina finden furchtbare Kämpfe zwischen den Serben und Türken statt, während die Monteue-griner bei Skutari Ortschaften bombardiren und in Brand stecken. Nicht mindere« Elend herrscht in afitn. In Srzerum wüthet der Typhu« so furchtbar, daß täglich 250 Mensch«n sterben. In den Spitälkrn liegen 1O.0 Kranke und Ber-wu»dett, und noch zögert man mit den Unter-Handlungen für den Frieden. Politische Rundschau. Cilli, I. Februar. Dem Aufenthalte de« Statthalter« von Tirol, Grafen T a a f f e in Wien wird in Abgeordneten-• kreisen keine sonderliche Bedeutung beigelegt, eine desto größere jedoch der Ankunft de« Herrn v. Tißa, der am SamSlag in Wien erwartet wird. In Trieft ist das Gericht verbreitet, daß eine österreichische EScodre demnächst nach der Levante abgehen und auch in die Dardanellen ein-laufen werde. Man glaubt auch a» französische und italienische Flottenexpeditionen. In England sind bereits Besorgnisse über d«S siegesbewußten Nußlands unbekannte Absichten erwacht. Ein Meeting in Scheffield hat daher be- schlössen, dem Eabinete da« volle Bertronen au«-zusprechen und gegen eine Ablehnung de« Suppl u« tarcredite« zu sein. Eine dem Parlamente am 30. Jänner vorgelegte Depesche Bazard« an Derby von 29. v. M. sagt: Der Großo«zi«r benachrichtigte mich, daß die Pforte am 23. Jänner Nachmittag» telegra-fische Ordre an die türkischen Delegirten erließ, dieselben instruirend, die ihnen vom Großfürsten Nikolaus schriftlich unterbreiteten Friedens gründ« lagen anzunehmen. — Die Pforte hat seitdem bereit« dreimal telegrafirt und um das Resultat ange« fragt, jedoch keine Antwort erhalten. Der Groß-vezier kann nicht zugeben, daß die Verzögerung den türkischen Delegirten zugeschrieben werde. Die telegrafische Verbindung mit Kazanlik ist noch offen. Midhal Pascha ist nach Berlin gereist, um den Fürsten BiSmark zu bestimmen, seinen Ein« fluß zur Erreichung günstigerer FriedenSbedin« gungen für die Türkei zu St. Petersburg geltend zu machen. In Griechenland finden überall kriegerische Kundgebungen statt. — Da« italienische Panzer-schiff „San M rtino" ist im Piräus eingetroffen und wird die Ankunft weiterer italienischer Panzer-schiffe erwartet. Helierrnchischer Aeichsrath. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 29. Jänner. Unter den Petitionen befindet sich jene der Bezirksvertretung Frohnleiten in Steiermark um Ablehnung des RegierungSantrage« in Betreff der Erhöhung des Zolle« von Rei«, Kqffee und Petroleum. Erster Gegenstand der Tage«ordnung ist die Feuilleton. „Sie soff Uonne werden." Novell« von tynrrtrt. Duich zerrissene« Nachtgewölk blickte der Mond mit stinem fahlen, gespenfterhaftün Lichte auf die Erde nieder. In der Nähe eine« Teiche« auf einem freie» Platze, standen zwei Männer in erbitterst» Feindschaft einander gegenüber. Der Tod sollte hier über da« Leben de« einen entscheiden. Kalt, entschlossen stand der durch Gestalt größere da und schaute finster auf feinen Feind nieder, der den Augenblick nicht erwarten konnte, um den tvdtlichen Stoß zu führen. — Jetzt blitzte e« auf, e« war der blanke Stahl. — Ein eilender, fliegender Schritt ließ sich au« der Kastanienallee vernehmen; eine Frau im wallenden, weißen Gewand« und geltsten Haar stürzte auf die Kämpsenden zu >ad rief: »01 Waldemar, hab Erbarmen tödte ihn nicht I' Indem sie vor dem einen der Männer niederfiel, umklammerte sie feine Kniee. „Melani, wa« soll da« heißen ? Die verletzte Ehre de« Hause« duldet keine Schonung.' E« «ar eine hane strenge Stimme, die da« sprach; dn Mann befreite sich von de» bleichen Armen des jungen schönen Weibe«. — „So laß un« denn beide sterben! Ich will, ich kann nicht leben, wenn er füllt!" rief die Frau verzweiflung«voll. Sie blieb still im Grase knien und bedeckte sich da« Antlitz, einem Marmorbilde gleichend, mit den Händen. „Du kannst nicht leben, ich aber soll da« Dasein ertragen über die Schmach, die Dn über da« Geschlecht Drachenfel« gebracht, ehrvergessene« Weib!" Die Liebe hatte wieder im Verborgenen zwei Herzen mit ihrer unheilvollen Macht für einander entfacht; sie vermochten e« nicht den Weg der Pflicht zu wandeln, folgten nicht der Stimme de« Gewissen«, sondern schritten abwärt« den Pfad der Sünde. — Ein Schrei traf plötzlich da« Ohr de« jungen Weibes. — Sie fuhr entsetzt empor und sah den einen der Männer wanken — sinken. Da« Blut strömte au« der klaffend en Brustwunde auf den grünen mondb«glänzten Rasen. Einen Blick de« Jammer« richtete die junge Frau auf ihre« Gatten, der bleich, düster mit übereinander« geschlagenen Armen wenige Schritte von ihr entfernt stand; dann warf sie sich in leidenschaftlich cm Schmerze über den tödtlich Getroffenen, sein Blut befleckte ihr weiße« Gewand, ihr lange«, blonde« Haar fiel über da« bleicht Antlitz, da« sie mit wcitgröffnclen Augen virwurfsvoll anstarrt«. — Ein« Wolke legte sich über den Mond; e« ward dunkel, die Rocht verhüllte mitleidig mit ihrem schwarzen Schleier da« düstere Bild eiae« zerstörten Leben«glücke«, verbarg in ihrem Schoß« die Verirrungen der Menschen. Kein Stern leuchtete tröstend hernieder mit seinem milden Lichte, da« in unerreichbaren Fernen erglänzt; — und näherte sich auch solch' ein Bote de« Frieden« von Oben, wer würde wol zu ihm hinaufblicken um sich an feinem Glanz« zu erfreuen in dem Augenblick, «o der Tod gewaltsam ein hoffnungsvolle« Dasein m da» Schattenreich gesandt.-- Al« die Sonne am kommenden Morgeß hell und freundlich yerniederstrohlte, war da« schreck-liche Bild der Nacht längst verschwunden. Nur noch ein dunkler Fleck hob sich von dem zertre« tenen Grase ab, feucht «ar die Stelle vom Thau und Menfchenblut. — Im Schloff» der Drachenfel« aber rang ein junge« Weid mit dem Tode, in der Hitze de« Fieber« rief sie den Namen deffen, denn bereit« die kühle Erde deckte. Sind nicht auch deine Tage schon gezählt? Bereitet nicht Eharon sein schwor» ze« Fahrzeug, um die treulose Seele über die dü« steren Fluten dtf Slyx zu entführen?" L Trübe spiegelte sich der azurblaue Himmel in dem von keinem Lüftchen bewegten Wasser de« Schloßweiher«; keine muntern Fischlein tummelten sich in demselben. Oede Stille herrschte riagum. E« sah recht verwildert au« in diesem Theil de« erste Lesung »er Regierungsvorlage betreffend den Entwurf eine« Gesetze«, womit für die im Reich«, rathe vertretenen Königreiche und Länder die Bei-ftellnng de? während de« FriedenSzustande« von dem stehenden Heere, der Kriegsmarine und der Landwehr benölhiglen Unterkünfte und Nedener-fordernisse geregelt wird. Die Borlage wird über Antrag de« Abg. D u m b a einem dem Haufe zu wälitenden Au«' fchufse von achtzehn Mitgliedern zur Borberathung zugewiesen. Weitere Gegenstände sind Eifenbahaangelegen-heiten. die Petition de« technischen Beamten Carl Yiebinger wegen der March-Bewässerung. dann die Vorgänge bei dem Baue der Tarnow-Lelucha-wer-Bahn, ferner« die Petition de« Bolt«vereinc« de« Kärntner Oberlandes um Aufhebung de« Verbothe« der Abgabe von Tal; bei der Saline Hall an Abnehmer au« Kärnten dann die Petitionen mehrerer landwirthschaftlicher Gauvorst.hungen in Kärnten in gleicher Angelegenheit, ferner« die Peti'ion der Gemeinden Bunince und Michoweny, Bezirk Suc^awa in der Bukowina, um Befür-wortung de« freien Soolebczuge» au« der Quelle Rr. 117 am Bleusetzbache. weiter« die Petition des Bauernvereines zu N u ß d o r f in Sleier mark um Erweiterung der Präjudicirung«frist für Befitzstörun^sklageu und um alljährliche Berainung der Grundstücke unter Controle der Bezirksgerichte; die Petition de« Bezirksausschusses Kamenitz a? der Linde in Böhmen um Erlassung von Bestim-mungen, daß statt der k. k. Notare die k. k. G<« richte die Verlassenschafien abhandeln. — Die Petition de« NotarencollegiumS in Krakau um Abänderung des § 2. Abs. 6 der Aovokatenord-nung vom 6. Juli 1863 in der Richtung, damit die bei einem Notare zurückgelegte zweijährige Praxis bei Darthuung der praktischen Verwendung der Advokatur«candidaten berücksichtiget werde. Wird der Regierung zur Würdigung abgetreten. Petition de« Stadtrathe« von Kladow in Böhmen um eine unverzinsliche in zehn Iahren rückzahl-bare Anleihe von 20.000 fl. au« Staatsmitteln Behuf« Beschäftigung von arbeitslosen Berg-leuten. Der Regierung abgetreten. Nach noch an-deren zahlreichen Petitionen, folgte die zweite Lesung de« vom Herrenhause am ll.^December v. I. beschlossenen Gesetzentwurfe« betreffend die Enteignung zum Zwecke der Herstellung und de« Betriebe« von Eisenbahnen. Kleine Chronik. Cilli, l. Februar. (Perfonalnachricht.) Der Herr Statt-haltereirath Ferdinand Haas ist heute mit dem Eilzuge nach Wien zu einer Audienz bei Seiner Majestät dem Kaiser abgereist, welche am 4. d. M. stattfinden soll. Schlosse« Drachenfel«. Au« den Spalten der Stein, platten, die den Teich umgaben, wucherten mäch, tige Büschel von Unkraut empor. Niemand jätete die kecken Eindringlinge au«, die sich überall gern breit machten. Da« Gra« war hoch und dicht, e« bedeckte bereit« mit dem intensivsten Smaragdgrün den Weg einer schmalen Kastanienallee. Am Au«, gange desselben erreichte die Verwilderung, die hier beängstigend auf da« Gemüth wirkte, ihr Ende; überrascht mußte das Auge auf den wolge-pflegen und entzückenden Anlagen ruhen, die sich bi« zu der Terrasse de« Schlosse« erstreckten. In einem kleinen Buchenwäldchen war eine künstliche Grotte angebracht, in deren Eingange ein Springbrunnen eintönig plätscherte, den Wasser-strahl au« einem Schwanenschnabel in die Höhe sendend, der in Milliarden von Tropfen getheilt sich wieder in da« weiße Marmorbassin hnab> stürzte. Ein zeitweiliger tfufthaiich streifte manch' feuchte Perle auf die zarten Blätter der Rosen, die in verschwenderischer Fülle sich auf dem Strauche wiegten. Da« In.iere der Grotte war sehr ge-räumig. eine au« Stein gemeißelte Venus ragle über eine Fächerpalme empor. Der kranke Baum mit fahlen Blättern schien sich nach seiner süd lichen Heimat, der er entsproß,», zu sehnen. — denn da streckte er frei seine Blätter in den won-nigen Abendhimmel empor — in die Nacht der Gesänge, an denen Italien so reich ist. (Von den kranken Ministern.) Während im Befinden de« Minister« für Cultu« und Unterricht. Herrn Dr. v. Stremayr eine Besserung eiugeireten ist. soll der Zustind de« Freiherr» von L a s s e r wieder größere Besorgnisse einflössen. bitz, Weitenstein. Oberburg. Praßberg. St. Marein, Tüffer. Trifail und St. Georgen an der Südbahn. Diese Posten haben im Laufe de« Jahre« 1877 idre Thätigkeit durch 1994 Ver» Haftungen und Anzeigen, dann durch 284 Arre-stanten-Eskorten 'erner durch Auffindung von 10 Leichen und 1 Verwundeten entwickelt. Eisenbahnverkehr.) Der durch Schnee-verwehungen unterbrochen gewesene Zugsverkehr zwischen Pragerhof und Ofen wurde am 30. Jänner in der Strecke Pragerhof Kanifcha wieder eröffnet, und verkehren daselbst alle fahrplan-mäßigen Züge. An der Freimachung der noch nicht fahrbaren Strecke Sanischa Ofen. Kanischa-BareS und Kanischa-Steinamanger wird mit dem Aufgebote aller Mittel gearbeitet. Felssturz.) In der Nacht vom Sonntag auf Montag stürzte, wie da» „Laibacker Tagblatt" berichtet, von den neben der Fahrstraße hinler dem Stationsgebäude zu S t e i n d r ü ck sich steil auf-lhürmenden Felsen eine Masse von mehreren Ku-bikmetern donnernd herab, so zwar, daß die Fahr-straße selbst verlegt wurde. Ein weitere» Unglück ist hiebe! nicht vorgekommen. (Erschlagen.) I > Recie, Bezirk TöEer wurde in der Nacht vom 29. auf den 30. Iän^r ein unbekannter Mann, welcher sich um ein Hau« herumgeschlichen hat und daher für einen Dieb gehalten worden ist, von dem Besitzer während de« Handgtinenge« erschlagen. Ein Stekrutirungsflüchtling) Ein ungarischer Jude Namen« sigmund Blau war seinerzeit ein begeisterter Kunstjünger. In Pest und in Wien wurde er bei hervorragenden Lehrern für die Bühne ausgebildet. Der junge Blau legte sich den Künstlernamen Barboune bei und halte schließlich nur den Schmerz, daß er sich „stellen" sollte. Künstler und Rekrut, da» paßte ihm nicht. Er nahm die «elegenheit wahr und Der Kleine hatte endkich da« Werk de« Au«-schmücken» vollbracht. Wie Sterne nahmen sich die weißen Blüthen in den dunklen Haarwellen au«, die hochaufgekämnn von der Stirne ein Band am Hinterhaupt zusammenhielt. Der Knabe klatschte in die Hänschen. „Ach! Felicita«, wie schön bist Du," rief er ein über da» andere Mal. «*to» wird die Großmama sagen, weun sie nderung an den Blumenbeeten gewahr wird.' »O, ich fürchte sie nicht!" entgegaele da« Kind, die Mundwinkel in dem Gesichtchen verziehend. wa« demselben eineu trotzigen Zug verlieh. „Pavul, so darfst Du nicht von deiner Großmama sprechen; sie hat Dich gewiß recht lieb, wenn sie auch strenge gegen Dich ist." „Rein! fie mag mich nicht! Sie nimmt mich nix in die Arme, und wenn sie auch einmil meine Hand faßt, stößt sie mich dann plötzlich zurück, al« wäre ich da« unartigste Kind.' Die Augen de« Knaben richteten sich mit ber nur Kindern eigenen Offenherzigkeit auf da« Mädchen. .Gelt Fee. ich bin kein böse« Kind." Da« nicht! nur manchmal etwa« eigenfinnig »Ich will mich bessern. Dir zu lieb!' der Aus dem Gerichtssaale. Strasurthkile. welche vom 28. bi« 31. Jänner beim f. k. Krcisgerichte Eilli erflossen sind. Montag 28. Rapast Georg. Veruntreuung. 14 Tage Kerker; Friedl Kran,, 3 Monate und Katzian Franz. ebenfalls 3 Monate Kerker, Dieb» stahl; Peklar Johann und Stergar Jakob je 3 Monate schweren Kerker. Diebstahl; Koretam'nik Michael, 3 Monate und Kobalt Kaspar, 1 Monat schweren Kerker. Diebstahl; Pettek Franz. 6 Monate schweren Kerker. Diebstahl; Dunstag am 29. Retina Andrea«. 13 Monate. Cetina Margarethe 12 Monate. Wolmut Anna. 18 Monalt. Drexler Anlvnia, 15 Monate, Srebre Helena. 2 Jahre. Cetina Agne«, 3 Monate Kerker. Wolmut Ant^nia und Prothnehmcr Maria, freige-sprachen, Diebstahlslhei'.iiehmung und Betrug; Rostocher Martin und Moskau Johann je 2 Monate Kerker.' Diebstahl; Vifo^nik Simon, 6 Monate schweren Kerker, öffentliche Gewaltthätig-keil 13. Fall.'«; Großmann Andrea«, 14 Tage Kerker, Veruntreuung; Kollar Barbara, 3 Tage Arrest. Vergehen gegen die Sicherheit de« Lebe»«; Fmk Anton. 6 Wochen schwere,, Kerker, öffentliche Gewaltthätigkeit; Donnerstag 31. Divjak Johann». 6 Monate schweren Kerker, Ditbstahl; VraneSar Martin, 6 Wochen Kerker. Diebstahl; Apovetz Andreas, 15 Monate schweren Kerker. Diebstahl; Gra?ner Michael, 2 Monate Kerker, schwere körperliche Beschädigung; Dandariö Mi-chael, 8 Monate schweren Kerker. Diebstahl. Landwirtschaft. Handel, Industrie. «Wiener Frucht- und Mehlbbrs» vom I. Feb.» (Orig-Telg.) Man notirtc per 10)Kilo gramm: We i,en Banaler von il. 12.25—12.5i>. Theiß von st. 12.50—12.75, Theiß schweren von st. 12- >2 50. Slovakifcher von fl. 12.--12.50, dto. schw. von fl. 11.30—11.50. Marchselder von fl. 12.^0-12.8^, Wala- chischer von fl —.---, Usanee pro Frühjahr von fl. 10.85-10.90. Roggen Nyirer- und Pesterdnden von fl. 8.25—B.40, Slovatischen von fl. —8.10—6.C0 Anderer ungarischer von fl. 8.2')—8.30, Oesterreichischer von fl. 8.50 — 8.80. Gerste Slovakische von fl. 10.80— 12.—, Lberunqarische von fc. 8.75—9.90, österreichisch von st. 10.15—10.5V. Zuttergerst« von fl. 7.50—8.— Mai« Banaler oder Theiß von fl. 8.75—8.8>». Ober, ungarischer von fl. Cinquantin von fl. 8.S! —8.40, auf Lieferung pro Frühjahr von fl. .-- —r Hafer ungarischer Mercantit von fl. «Z.gs»— 7.—. dto. gereuterl von fl. 7.30—7.65, Böhmische ober Mährischer von fl. 7.25 —7.40. Usance pro Herbst von fl. —.----- RepS Mbser Juli - August von fl. 18.--18.50, Kohl August September von fl. 19'— —19.50. Hülsen stachle- Haidekorn von 8.---.9.. Linsen von 45.-21.—. Erbsen von 10.--15.50. Bohnen von 11.50—12.50. Rüd « öl: Raffinirt prompt von Knospt, und da« Mädchen eint Blume, welche den Garten seliger Kindheit bereit« überschritten hatte. Als Raoul und Felicita« um ein h"hes Iosmingebstfch 5ogen, lag da» Schloß in feiner stattlichen Vorderfront vor ihnen: die junge Dame gewahrte, daß etn geschäftiges Treiben vor dem-selben herrschte. Ein schwer bepackter Reisewagen stand vor dem Vortal. Lakaien Hoden Koffer au« demselben, sollte der Schloßherr angekommen ftin. Da« Mädchen blieb unwillkührlich stehen. Da eilte der greise Daniel, der schon bei Ravuls Großeltern feine Pflichten als Diener de« HruseS treu erfüllt schnell auf sie zu. .Ich suchte Sie schon überall. Der Herr Graf ist vor einer halben Stunde angekommen und erwartet in dem Gemache der Gräsin Mutter den Kleinen." Raoul hielt plötzlich Felicita« Hand fest. „Du mußt mit, sonst geh' ich nicht hinauf." „Die Frau Gräfin hat ausdrücklich nur nach dem jungen Herrn verlangt." sagte eine ängstliche Stimme hinter dem Knaben. C« war die Kammer-zofe der altt» Gräfin. „Sie hat auch mick geschickt, da« Fräulein zu suchen, und sie wissen, daß Be-fehle, die sie un« ertheilt, pünktlich ausgerichtet «erden müsse». .......-*'• »Ach Eva k Du fürchtest Großmama," rief der Klei«. ■*7.--47.25. Pro Jänner, April von —.--- Pro Rooember, December von----.—. Zpiri - tu«: Roher prompt von 31.25—31.50. Jänner. April von —.—. —Mai, August von —.—.—.—.— Weizenmehl per 100 Kilogramm: Rummero O von fl. 23.50—24.50, Rummero 1 von fl. 22.50—23.50. Rummero 2 von fl. 20.siO-2I.oO, Rummero 3 von fl- >8.--19.—. Roggenmehl pr. 100 Kilogramm Rummero 1 von fl. 16.--17.50, Rummero 2 von fl 13.—14.50 Eingesendet*) In der Rr. 7. diese« geschähen Blattes wurde von einem Mitgliede des Easino Bereines die schwere Anklage wegen einer angeblichen Neuerung gegen die Direktion erhoben, weil diese in ihr dießsährigeS Earne-valProgramm auch 4 Stunden d. i. von 6 Uhr bi» 1» Uhr Abends eine Tanzunterhaltung für Kinder bestimmte, und dieß auS verschiedenen Rücksichten sür die Gemüther der Kinder sehr gefährlich sei. Dieser Anklage wird ent> gegnet. daß diese« für die Kinder bestimmte Vergnügen keine Neuerung ist, weil dasselbe schon vor mehreren Jahren wiederholt für die Jugend bestimm» war. und stetS mit großer Befriedigung ausgenommen wurde, ohne daß irgend ein gefährlicher Umstand dagegen je zu hören gewesen wäre. Es scheint also daß der Einsender dieser Anklage aus die Vorgänge der Vorjahre ganz vergessen hat, oder er ist nock nicht sehr lange Mitglied des Vereines. Wenn aber die angeregten Besorgnisse sür Kinder in einer oder der anderen Familie für ge-gründet erkannt werden sollten, was natürlich die b«° treffenden Eltern am richtigsten zu beurtheilen im Stand« sind, weil sie die Eigenschaften ihrer Kinder wohl am besten kennen, so gibt e» für die Beseitigung solcher Ge-sahren ein ganz einfaches Mittel, die betreffenden Kinder zu Haufe zu lassen; denn es besteht in dieser Angelegen-heit für Niemanden ein Zwang. Eilli. 26. Jänner 1878. Auch ein Mitglied de» __Easino-Vereine». *) gür Form und Inhalt ist die Redaction nicht verantwortlich. Hourse der Wiener Börse vom l. Februar 1878. Golvrente...........75.30 Einheitlicht Staatsschuld in Roten . . 64.45 „ „in Silber . 67.35 1860fr Staat« Anlehen«lose .... — Bankactien........... 807.— Ereditactitn...........232.— London............118.35 Silber ............ 1&3.30- Ravoltond'or.......... 9.44 f. k. Munzvucaten........ 5.58 100 Rtich«mark ....... . 58.30 -3ck sage Dir, ich gch' doch nicht ohne meine liebt Fet hinauf!" „Raoul sei nicht unfolgsam!" rief das junge Mädchen und hob drohend den Finger. Da« Kind hielt sie noch fester und sah bittend zu ihr empor. „O! ich werde artig, so artig sein, wenn Du mit bist, aber allein mit der Großmama und dem fremden Papa mag ich nicht sein. Ich fürchte sie nicht, mit Eva: aber ich liebt sit nicht." flü» sttrte er so leise, daß ihn nur das Mädchen ver» stehen konntr. Felicita« war e« klar, daß diesmal bei dem Knaben nicht« auszurichten war. „Ich werde der Frau Gräfin sagen, daß Sie ihren Befehl pünktlich ausrichteten/ wandte sie sich an die Zofe und schritt die Stufen der Terraffe empor. Schloß und Garten waren ein Meisterstück des altfranzöskschen Geschmackes. Der Baumeister, der dtn Plan dazu entwarf, hatte sich dadurch verewigt. — Die DsachenfelS hatten von jeher Prach^ And Aufwand geliebt. Rur der letzte und einzige männliche Sprosse des ahnenrelchen Geschlechtes, dt« kleine» Raoul Vattr machte von feinen Vorfahren eine Ausnahme. : (Fortsetzung folgt.) AcSerflcht bft nieleorologischen Beobachtungen an den St« JRonol Dec. 1877 Cilli «ffer NeuhauS :,7k 1» s» 7» 1» S» 7» s» 9" Luftdruck bei 0* in r r" Millimetern: ■' SERonatmittcl . . : 741.90 743.90 _ Maximumfam 16 15.) j 753.7 755.8 __ Minimum (am 1.) 1, 727.1 729.0 Temperatur nachCel. siu»: —0\90 —1.77 Maximum «am 7., K &>*) ..... \ +8V2 -}-8*.l Minimum (am 29., »)*)..... | —18*.0 —14*.4 —12*. 5 Dunstdruck in Milli Metern. Mittel . . 3.9 3.9 Feuchtigkeit in Per- »nten, Mittel . . 91-5 87.6 gennftfte (am 9.) (30.) 56 50 Rieberfchlaq inMil limetern, Summe 90.5? 144.5 120.3 größter binnen 24 ^t. (am 4-S.Xresp.l.) 17.4? 32.5 80.2 Monatmittel berBe mülkung (0- lg) 7.1 7 8 6.6 Zahl ber Ta^e mit: Meßbaren Nieber schlügen . . . . ! 10 12 11 Rebeln..... 5 9 2 Frost...... 22 21 22 Stürmen .... 0 0 0 Gewittern .... 0 0 { 0 _ *) 3» Cilli und Tüffer nach dem Maximurn- und Minim«m«Thermometer, in Neuhau« nach der unmittel> baren Beobachtung. AnKunst und MfaVrt der Hilen baönzüge in EiM. Wien « Triest: Abfahrt ostjua chnellz Ankunft ..............11.26 Schnellzug............... 3 34 Gemilcht» Zug...........5.22 Postzug..................11.59 Trieft-Wien JU(J....................................6LS mifchter Zug......................8.55 neUzug ..............................1 — .............4.31 11.34 Mittag. 3.40 Nachmrtl. 6.32 Abend» 12.07 NachtS. Schneilz WM 6.37 Früh. 9.03 Bormilt. 1.06 Nachmit. 4.39 .. Zvlahrt der Kosten. von Cilli nach: i, St. Peter, Et. Paul, staun, Rütlinz 5«#U«, Prasberg, Leuse», Od er- t üh Trojan«, *ufo»i bura um 6 Uhr Uhr Früh. Nenhau« um 7 Uhr Früh und 12 Uhr M mag« Hiheutftg, Weitensteil um 12 Uhr Mitlag«. ein, Mißliig, Wiadifchgra, um 7 Mit 1. Februar 1878 begann ein neue« Abonnement auf die wöchentlich zweimal erscheinende „Aillier Zeitung" und zwar kostet dieselbe: Kür Eilli mit Zustellung in« Hau«: Monatlich fl. —.55 Vierteljährig , 1.50 Halbjährig „ 3.— Ganzjährig „ 6.— Mit PostVersendung (Inland) : vierteljährig fl. 1.60 Haldjährig ,. 3.20 Ganzjährig „ 6.40 Jene P. T. Abonnenten, deren Abonnement mit 31. Jänner d. I. zu Ende ging, ersucheu «ir um sofortige Erneuerung, damit in der Ausendung keine Unterbrechung eintrete. Administrativ» der „EiRier Z«twl>." Verantwortlicher Redacteur Frau Tiefeabaeher. lileiue Anzeigten. J?d« I» die»« Subrik einschaltete Annonc» kl« zu 3 Zeile« Raum wird «tt 15 kr. bereekaet. lut-lrfinste werden in der Erudition dieses Blattes bereitwilligst un^ unentgeltlich ertbeilt. 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