Verwaltung: Rathhaasgass» Nr. 5 . I «« Haltjiijni ... ». »-»> Wattjtftrig ... I. 6<0 ftüt 4 tltt mit äifteflunt In'« (tllt «««»Ilich ...... —'A5 (Nettdiitttg . , . R. i r.o «»-«ädrig i . . I «■— Alk'» VultiRt erhtlie» lich Mi £rtn;«q:fciifcrtit«ai Oie ht«ne, Bairmu »a«-«<6 J 511 tu Eingeleitete ?do»iirm«»I« gelte» btl tut Udbekelluog. ^chrifttettmtg: *«Üibfln«0P«»ch<»»»« SSgitch <«U< tn eoao- n. #««• »„> »«» 11—11 Qti cot«. QuMftttitea snla »ich! inMjrjfttn, ntncnlofc tiu-Mkra«(a nicht ber*tfflie»c:d»l,»»e» Pret»-nochtal. M.Seltne fBachl" nlchciit D» CtSBtag int Dtlnrtltig nuTirnl. WKWecaflea-itontc »«.wo. Ar. 58. Sechs Kreuzer fürs Kilo! In England bekommt man den feinsten öfter» nichijchen Raffinad-Zucker um etliche zwanzig Kreuzer da» Kilogramm; wir Oesterreicher müssen ihn m, Inland«, dort, wo er erzeugt wird, um 42 tieuzer bezahlen! Und vom 1. August an werden mr ihn um 48 oder vielleicht 50 Kreuzer bezahlen müssen. Wie kommt da«? Wir haben in Oesterreich ti»e Zuckersteuer, welche bi« zum Mai 1896 eilf •ulben für 100 Kilogramm und seither dreizehn Silben betrug. Die ErzeugungSkosten von 100 Kilogramm Zucker sammt dem „bürgerlichen Ge-»in»' der Fabriken und Raffinerien betragen un-Mhr 22 bis 25 fl., hiezu die Zuckersteuer von 11 fl., beziehungsweise 13 fl>, ergibt den tln zro»-Preis de« Zucker«. Da nun die Zwischenhändler, Kaufleute und Krämer beim Verkaufen auch etwa« verdienen wollen, so ist e« klar, das« wir für da« tilogramm 42 kr. zahlen müssen. Nun bekommen »der die Zucker-Fabrikanten sür jenen Zucker, welchen sie über die Grenze in'« Ausland ausführen, n« Staate au« dem Ertragt der Zuckersteuer eine sogenannte „Export-Prämie- oder „Bonification," deren Höhe e« ihnen möglich macht, den Preis für den Autfuhr-Zucker so niedrig zu stellen, das« sie Bit den Zucker-Fabriken deS Auslandes concurrieren Vmien und dass die Londoner den österreichischen cker um etliche zwanzig Kreuzer bekommen. Die sterreicher müssen also den österreichischen Zucker s» theuer bezahlen, damit ihn die Engländer so kiQig bekommen. Die Zucker-Export-Prämie steht » einem genau festgesetzten Verhältnisse zum Er« imge der Zuckersteuer. Bor drei Jahren klagten nun die österreichi-lchen Zucker-Fabrikanlen — eS sind zumeist Actien-Kks«ll>chasten, die »nur" 10 bis 17 und mehr Pro-cent Dividende vertheilen — dass die Geschäfte schlicht gehen und das« sie nicht auf ihre Rechnung tontmen; die Zucker-Fabrication wurde „nothlei-taib\ Man sah da» den „armen" Aktionären und Zucker-Baronen gar nicht an ! Wie oft da» gesunde titsehen eine» Menschen täuschen kann! Wenn «dir eine Industrie „Noth leidet." so mus« der Ctoal helfen, da« ist seine „socialpolitische Aufgabe", tet Staat hat zwar noch niemals danach gefragt, ri der Lauer, GewerbSmann und Arbeiter Noth [ritten, bei diesen wird die Steuerschraube so lange Köytergtaube. Vui P. R. Roseggers Schriften. Der Köhler ist nicht so schwarz, wie er aus-Khi. und seine Gedanken, die er hat, sind nicht so fata al« der Rauch seiner Meiler und das Innere i«iün Hütte. Er hat überhaupt nicht viel Zeit und schick zum Denken; wenn er irgend etwa» hört «t erfahrt, so glaubt er« ausS Gerathewohl und st zufrieden. taä ist der Köhlerglaube. Lagen, Märchen, Fabeln, die er seiner Tage nronl erzählen gehört hat, ist er bereit, mit seinem zu verbürgen; er sag» davon nicht: das glaub' ich, sondern: da« weiß ich I Man kann ihm wider« reichen in seinem täglichen Geschäft, in seinen per-jviliche« Ansichten, er gibt e« zu und läßt sich be» fiinixcn; wer ihm aber bezüglich seiner Sagen, Kirchen und Dinge de« Aberglauben« in die Quere der hatS mit ihm verdorben allweg. Lein Aberglaube ist indeß meist unschuldiger Art. Ich erzähle hier eine lustige Geschichte, welche sich vor Jahren in den Sölkeralpen, sechs Stunden «i Iidning im EnnSthal entfernt, zugetragen hat. Eine« Abends zur späten Stunde zog ein Mann tach den Wald. lichte Nebel hingen am Himmel, der Sturm-wird rauschte in den Wipfeln der Tannen und Kie-fern und peitschte dem Manne eiskalte Regentropfen int Gesicht. Mi, Donnerstag, 20. Mi 1899. gedreht, bi« der letzte Knopf au« der Tasche springt, aber dafür sind da« auch nur Bauern, Gewerbe-treibende und Arbeiter und zudem sind ihrer so viele und ihre Noth so groß, das« der Staat nicht lies genug in den Sack greifen könnte, um dieser Nothlage abzuhelfen. Außerdem sind ja Bauern-stand und Gewerbestand bekanntlich die „Grund-säulen de« Staate»", und da ist e» nach einem be-kannten Au»spruche de» seligen Ackerbauminister» Grafen Falkenhayn nur selbstverständlich, das« sie auch die größten Lasten tragen. Und Graf Falken-hayn war zeitlebens ein frommer Mann und braver „Katholik", da mus» eS doch wahr fein. Wenn aber die Zuckerbarone und die Zucker-Actionäre „Noth leiden" — ja, Bauer, das ist was anderes. Da muss der Staat helfen. Und da geht'« auch leichter, weil ihrer nicht so viele sind. Man braucht nur die Zuckersteuer erhöhen, welche die Konsumenten zahlen, und man kann auch die Zucker-Export-Prämien erhöhen und den „nothleidenden' Zucker« Fabrikanten auf diese Weise einige Millionen wehr zuschanzen. Da« ist die Geschichte der Zuckersteuer von 11 fl. auf 13 fl. im Mai 1896. Zu jeder Steuererhöhung braucht e« aber die Zustimmung des Reich »rath?«, der „Volksvertretung'. Und die hat eben zugestimmt, auch unsere „katholische Volk«-partei", welche zwar keine Zucker-Fabrikanten, sondern nur arme Alpen-Bauern zu vtrtreten hat, welcher aber doch die „Noth" und der Jammer der böh-mischen, mährischen und polakischen Zucker-Fabri-kanten lies in ihr „katholische«' Herz jchnitt. Diese Steuererhöhung sollte aber nur für ein Jahr gel-ten; man hoffte und erwartete, das« sich die Zucker-Industrie in diesem Jahre wieder so weit erholen würde, um die große Noth fortan leichter tragen zu können. Weil aber die armen Zucker-Barone nach einem Jahre genau so klagten, wie vor einem Jahre, so blieb die Steuererhöhung auch weiterhin und bi« zum heutigen Tage aufrecht. Dazu hätte e« allerding« eine« neuerlichen Gesetzes bedurft, und ein solche« kann nur der Reich«rath beschließen; aber unsere Regierung macht'« wie der bekannte Heilige, der daS Eis bringt: Find't er keinS, so macht er ein'S. Wozu gab'« denn im Kalender die 14 Nothhelfer und in unserer Versassung den § 14 ? Dieser § 14 soll un« nun am 1. August neuer-lich eine Vertheuerung de« ZuckerS bringen, und zwar, weil e« so bequem geh«, gleich eine au«- Der Wanderer haue in der Finstern«« den Weg verloren, irrte hin und her und stolperte über Wurzeln und Sieine. „Eine Rabennacht!" brummte er, „wenn ich nur wüßte, wohin ich gerathen bin!" Jetzt stieß er auf eine breite, zusammengerollte Baumrinde, wie sie auf dem Boden zahlreich umher-lagen, und da kam ihm der Gedanke, zum Schutze gegen den schneidenden Wind und gegen den heftigen Regen, der seinen Tuchmantel bereit« durchnäßt hatte, eine solche Rinde um sich zu winden. Und bald stand der Mann mit der rauhen Kruste weidlich ge-panzert da; im Tageslicht müßte er ausgesehen haben wie ein wandelnder Baumstrunk. Der Boden war steil und der Wanderer ver-suchte langsam über den Hang abwärt« zu klettern. Der Sturm warf ihm einen abgerissenen Tannen-wipsel vor die Füße. Jetzt fiel er gar über einige neben einander liegende Bäume, und da« war ein wunderbare« Geschick, denn er stand hier nicht mehr aus. Er fiel auf eine jener Holzriesen, welche au« glattgeschälten Baumstämmen über Hänge zur Weiter-beförderung der Holzklötze angelegt sind, und hier begann er zu rutschen, konnte sich nicht halten und 8litt weiter und weiter abwärt«. Die Holzriesen sind eil und lang und münden gewöhnlich in einen jähen Abgrund, über welchen die Blöcke lustig hin-nau« fliegen und in die Tiefe zur Kohlstätte stürzen. — Da« ist jetzt dein Schicksal, konnte der Mann noch denken, während e« blitzschnell weiter ging. 24. Jahrgang. giebige. Um volle sechs Kreuzer soll da« Kilogramm Zucker theurer werden, hört ihr'», ihr Arbeiter»-srauen, denen der Kaffee oft da» einzige oder doch hauptsächlichste LebenSmittel ist, hört ihr'», ihr Bäuerinnen und HanvwerkerSfrauen, ihr Lehrers-gattinnen und ihr — PfarrerSköchinnen.' Hört e» auch, ihr Männer alle, die ihr durch eurer Hände oder eure« KopfeS Arbeit daS Geld herbeischaffen müsst, mit dem eure Frauen die Wirtschaft führen l Für diese neuerliche Steuererhöhung liegt gar kein vernünftiger und stichhältiger Grund vor. Wir haben weder einen Krieg gehabt, noch sonst eine !gewaltige Katastrophe erleb». Unsere StaatScassea i»d Dank dem vortrefflichen Functionieren der Steuerschraube gefüllt, die Staatseinnahmen reichen zur Deckung der StaatSauSgaben au« und würden auch noch für bescheidene, aber dringend nvthwen» dige Mehrausgaben, wie sür die schon sei» 7 Mo-naten vom ReichSrathe beschlossene, von der Re-gierung aber noch immer nicht zur Sanction vor-gelegte Erhöhung der StaatSdienergehalle hinreichen. E» liegt also gar kein zwingender Anlas« zu einer Steuererhöhung vor, außer der Finanzminister will beizeiten neue ungezählte Millionen sür künf-tige neue Kanonen und Hinterlader ansammeln! Aber auch dazu ist nicht der geringste Grund vor-Handen. Die politische Weltlage ist eine durchaus friedliche, un« Oesterreich«» vollend« thut niemand etwas und in fremd« Angelegenheiten unsere Nase zu stecken, haben wir auch keinen AnlasS. Wozu also die neuen Steuern? Blos nur, weil unser ungarischer Vormund eS so will und weil die Gelegenheit so günstig ist, weil die Re-gierung glaubt, mit dem § 14 machen zu können, waS sie will. Kein Abgeordnetenhaus, wie immer e« zusammengesetzt wäre, würde der Regierung diese neue, blutige Belastung der ohnehin schon zu-sammenbrechenden Steuerträger bewilligen, keine österreichische Partei würde es wagen, die Verantwortung für diese Steuererhöhung auf sich zu neh-men. Wir haben zu verschiedenen Malen an die Mehrheit die Frage gerichtet, ob sie den Muth und die Stirne hat, diese Steuererhöhung gutzuheißen; und siehe da, ihre sonst so redselige und streitlustige Presse hat geschwiegen und schweigt bi« auf den heutigen Tag. Diese« neueste Attentat der Regierung auf den Steuerfäckel hat selbst ihr. die doch sonst deS Lobe« voll ist über die „Thaten" Plötzlich fühlte er keinen Grund mehr unter sich, jetzt — jetzt lag er auf einem Haufen von Moo« und Reisern. Er stand auf und war höchlich verwundert, daß er ausstand. Ein unerhörte« Glück, daß hier gerade die Winterstreu sür die Ziegen der Holzleute aufge-schichtet war; die Baumrinde war wohl auch ein schützender Faustmaniel. Da stand ein Männlein neben ihm nnd da« schlug die Hände über den Kopf zusammen und eilte von bannen. Der Wander«mann stand auf einer Kohlstatt, neben ihm waren zwei große Meiler, aus welchen weißer Rauch emporstieg. Etwa« abseits lag die Hütte. Der Regen strömte noch immer fort, oben im Hochwalde rauschte der Wind. Unser WanderSmann nahte sich der Hütte und klopfte an. Ein leiseS Murmeln tönte ihm entgegen. Er trat ein und stand nun in einer niederen, rauchigen Stube, welche von der Flamme eines KienspahneS matt beleuchtet war. Auf dem Herde lag ein Häuflein glühender Kohlen und neben dem Herd, an der schwarzen Bretterwand, war ein Strohlager, bei welchem meh-rere Leute standen. Auf dem Stroh lag ein Weib und diese« hielt ein neugeborene« Kind empor. Die Leute sahen das Kind an und jubelten, aber plötz- 2 dieser Regierung, die Rede verschlagen. Die Regie-rung weiß also ganz genau, das« sie sür eine solche Sleuervorlage nie und nimmer die Zustimmung der Volksvertretung erhallen würde. Aber eben de«-wegen will sie die Geschichte mit dem § 14 machen. Wir haben bereit« erschöpfend nachgewiesen, das« die« gesetz- und versassung«widng ist, das« die Regierung hiezu auch nicht den Schein eine« Rechte« besitzt und das« sie sich einen solchen Miss-brauch de» § 14 nur solange erlauben darf, als e« die Bevölkerung sich gefallen lässi. Daraus folgt von selbst, was wir zu thun haben. Wir müssen eS unS eben nicht gefallen lassen. Wir müssen laut und entschieden gegen dies« S«euer«r-höhung Einsprache erheben, von Gemeinde zu Gemeinde, von Versammlung zu Versammlung, von Mann zu Mann! Diese Steuererhöhung trifft einen jeden von un« gleich empfindlich, den Deutschen so gm wie den Slaven, den Deutschnationalen so (\ut wie den Clericalen, den Katholiken wie den Protestanten, den Bauer, Handiverker und Arbeiter, den Lehrer und Beamten wie den Psarrer und Cooperator. Die Stellungnahme gegen diese uner-hörte Steuererhöhung ist daher keine Parteisach«, fondern eine Volkssache, bei der jeder mitthun kann und mitthun soll. Wenn da so auS jeder einzelnen Gemeinde Zuschriften, nicht Bittschriften, sondern Proteste mit den Unterschriften des Gemeindeaus-fchusieS, deS Pfarrer«, deS Lehrers und aller übn-gen Gemeindeinsassen kämen, glaubt jemand, dass die Regierung den Mulh haben würde, diese« neue Steuerjoch über un« zu verhängen? Aber freilich müsste das alle» geschehen, bevor die angekündigte § 14-Verordnung erlassen ist, also vor dem 1. August 1 Und darum rufen wir nochmal« mit dem wackeren „Salzburg«? Tagblatt': Auf, ihr Abgeordneten de« Volke«, auf, ihr Gemeind«-Veriretungen, auf ihr politischen Vereine, auf, ihr Steuerträger und Volksgenossen alle, rührt euch und veranstaltet Maffenkundgebungen und Massenversammlungen und ruft e» dem Grafen Thun und seinen Minister-collegen laut und vernehmlich in die Ohren: Hin« weg mit d « r Zucker steuererhöhung, hinweg mit dem Missbrauch des § 14! Deutsches Studentenheim in ßilli. Ter Verein Deutsches Studentenheim in Cilli erstattet nun einen interessanten Bericht über den dreijährigen Bestand deS Hause«. Er enthält in der Einleitung eine kurzgefasSte Vorgeschichte de« Teutschen Studentenheim«. Daraus entnehmen wir Folgende«: Gerechte Entrüstung erfüllte die Herzen aller Deutschfühlenden, als da« flovenische Gymnasium sür Cilli bewilligt wurde, und der im deutschen Lehrkörper deS Cillier Gymnasiums entstandene Gedanke der Gründung eines Deutschen Studenten-heimS zur Wahrung des deutschen Charakters deS Cillier Gymnasiums wurde von den nationalen Bürgern der Stadt Cilli mit lebhafter Begeisterung anfgegriffen. Am 24. Juli 1895 hielt der Ge-meindeauSschufS eine außerordentliche Sitzung ab. lich gewahrten sie den Fremden, der in feiner sonder-baren Bekleidung mitten in der Slube stand. „Hei-lige Maria. d«r ist da!" riefen sie auS, und mehrer« verkrochen sich in den Winkel hinter den Herd. Nur ein altes Männlein mit wildem, grauem Haar und Bart stand ruhig da, sah den Fremden an und sprach: »Gelobt sei Jesu Christ!" Der Fremde wußte für den Augenblick nicht, waS er sagen sollte, und erst gar, als da« Männ-lein da« nackte Kind au« den Armen des WeibeS nahm, eS ihm zitternd und zagend vorhielt und sagte: „Küsse mein Kleines l" da trat der WanderS-mann einen Schritt zurück und brummte in den nassen Bart: „Was, zum Donnerwetter, spukt denn hier !' „'» ist mein einzig Kind", sprach der Köhler mit bittender Stimme, „küsse es dreimal!" „Zur Eisernen, zur Silbernen und zur Gol-denen!' fügte das Weib, welches im Bette lag, leise bei und faltete die Hände. „Alle Kreuz, ist daS ein Narrenthurm? WaS wollt ihr denn?" schrie der WanderSmann und zer-spregte sein Panzerkleid, daß eS auf den Lehm-boden fiel. Da» Männlein prallte zurück und bald wäre ihm vor Schreck da» Kind über den Arm hinab» gerutscht. „Komm' da herein, daß ich Euch bitte: Ihr guten Leute, gebt mir ein Obdach sür diese per-maledeite Wetternacht, ich lohn' eS Euch schon — in welcher die Gründung eines Deutschen Studenten-heims in Cilli beschlossen wurde. ES wurde zu diesem Zwecke ein sünfgliednge« Comilei mit Bürgermeister Stiger an der Spitze eingesetzt. Schon am 24. Juli versammelte sich über Einladung de« Landtag«abgeordnete» Dr. E. I. Wokaun eine Anzahl wackerer deutscher Männer im Gasthose „Zum Löwen' und am 28. Juli erscholl ein zündender Ausruf in alle Gaue de« weiten deulschen Vaterlandes hinaus, wo er mäch-lige» Widerhall fand. In Cilli ward ein GesammtauSschusS zur Durchsührung deS geplanten Werkes eingesetzt, um dessen Leitung sich die Herren Dr. Wokaun, Bürgermeister Stiger, Dr. Kowatschiisch, König, Dr. Jesenko, Wehrhan. Dr. Delpin und Stallner rühmenswerte Verdienste erworben haben. Die nationale Opferwilligkeit der deutschen SiammeSgenossen in Oesterreich und im Deutschen Reiche bewährte sich in glänzender Weise. Von nah und fern liefen reichliche Spenden ein. ES würde den engbegrenzten Rahmen dieses kurzen Ueberblickes weit überschreiten, wollten wir — wi« «S uns eigenllich unsere dankerfüllten Herzen gebieten — die Namen aller derer nennen, die in selbstloser, opferwilliger Weise beigetragen an der Schaffung und Förderung diese« nationalen Boll-werke« in unserer bedrängten Mark. Ihnen allen sei an dieser Stelle nochmal« der au« dem tiefsten Herzen kommende Dank dargebracht. Doch kann der Bericht eS nicht unterlassen, unserer wackeren Volksgenossen in Graz zu ge-denken, welche am 16. November 1895 einen Voll-zugSauSschusS zur Förderung deS nationalen Werkes in Cilli einsetzten. In diesem Ausschüsse waren neben vielen anderen die Herren Dr. Raimund Neckermann, unser wackerer LandSmann, als Ob-mann, Anton Ruderer d. I. als Schriftführer, Adolf Horneck als Schatzmeister in hervorragender Weise thätig. Mit Stolz kann der Grazer AuS-schusS auf seine nationale That zurückblicken. In seiner Schlusssitzung vom 15. Juli 1897 konnten die Grazer ihren bedrängten StammeSg-nossen den ansehnlichen Betrag von 37.631 fl. 57 kr. al« Ergebnis ihrer Sammlungen übermitteln. Ortsausschüsse wurden gebildet in München, Nürnberg, Wien und Neuberg. Unserem wackeren Land«manne in München Herrn Heinrich Wastian ist die Gründung des Münchner HilfSauSschusseS zu danken. Am 16. Jänner 1896 fand auf feine Veranlassung im WittelSbachergarten eine Versammlung de« Münchner Vereine« zur Erhaltung des Deutsch» thums im Auslande statt, in welcher Wastian di« Lage Cilli« schilderte und den Münchnern kernig« Wort« zurief. AuS der erfolgreichen Thätigkeit deS Münchner Ausschusses sei vor allem deS Prachtwerkes „Den Deutschen Oesterreichs' Erwähnung gethan, an dem die Künstler Deutschlands mitgewirkt und um dessen Zustandekommen sich der VerlagSbuchhändler Lehmann, der große Defregger und die Schrift» steller HauShofer und Wastian große Verdienste erworben haben. Die glänzendste Veranstaltung und ihr werft mir gleich die Nachkommenschaft auf den HalS 1" „Bitten schön um Verzeihung, Herr!" engeg-nete der Köhler, „weil Ihr auf einmal so dage-standen seid, da draußen an der Kohlstatt zuerst und jetzt da in der Stuben, und auch just in dieser Nacht, so haben wir halt gemeint, Ihr seid eS.' „Beim Donnerwetter, wa» soll ich denn sein! Der Gutsbesitzer von Adlergrub bin ich, und will hinüber in mein Hau», verlier Euch in diesem höll-finsteren Nebel den Weg, wirst mich der Teufel über die ganze Holzriese da in diesen Hexensabbat herein. Müßt'S mir schon zu gut halten!' Nun erzählt« der Wanderer von seiner Fahrt über di« Holzriese. Die Wöchnerin schlug die Hände zusammen: „Gott Lob und Dank, daß Ihr Euch nicht» brachen habt — aber hätt' «in Unglück wer-den können t" „Laßt mich da ein wenig auf der Bank liegen, Leute, morgen mit dem ersten Hahnenruf geh' ich weiter." „Haben keinen Hahn, Herr,' sprach da» alte Männlein, „aber ich weck' Euch schon, muß ja selbst immer wach sein, damit mir der Meiler nicht au»-brennt. Habt Ihr Hunger? Hierauf fetzten die Köhlerleute dem Manne ge-fottene Geißmilch mit Schwarzbrot vor: „Wir haben «in Brot, da» jedem schmeckt, weil eS keiner ißt, der nicht Hunger hat.' 1899 der Münchner war da» am 8. Februar 1896 abgehaltene Concert im Kaim-Saal«, an dem da» große Kaim-Orchester und eine Reihe der hervor-ragendsten Künstler München« mitwirkten. Außer-dem haben die Maler D«fr«gg«r und Lenbach dem Studentenheim den Ertrag zweier Bilder, 1864 Mark gespendet. AuS den Grazer Sammlungen seien die Spenden deS Grazer akademische» HilfSauSfchnsse« und deS HilfSauSschusseS der deutschen Techniker-schait rühmend hervorgehoben; ebenso die Beiträge der Grazer Siadtgemeinde, der Wiener Stadt-gemeinde, der steiermärkischen Sparkasse, des Herrn Grasen KottulinSky zu je 1606 fl.. der „Südmiut* 506 fl. Auch der steiermärkische Landtag widmete 1666 fl. Der Cillier AusschuiS (Cassier Josef König) brachte die Summe von circa 26.666 fl. aus. Wir heben die Spende deS Herrn Bürgermeister« Stiger von 1606 fl. und die de« Frei« Herrn v. Chlumecky von 566 fl. besonder« hervor. Ein Fest im Cillier Casino „Ein Ausflug ms Logarihal", um dessen Gelingen sich Herr Fritz Wehrhan besondere Verdienst« erworben hat, ergab einen Reinertrag von 1866 fl. Aber viel früher, als di« genannten HilfSauSfchüsse ihre Sammlungen abschlössen, fand am 18. April 1896 in Cilli die GründungSverfammlung veS Vereine« „Deutsches Studentenheim' statt. Die Herren Bürgermeister Stiger (Odmann), Professor Doctor Weriheim (Obmannftelloertreter), Dr. Kowatschiisch (Schriftführer), Franz Wilcher (Zahlmeister), Julius Rakujch und Professor Kurz wurden in den AuSschujS des Vereines gewählt und über» nahmen die schwierige Aufgabe, daS deutsche Studentenheim als ein kräflige« Bollwerk gegen die Angriffe der Slaven in« Leben zu rufen. Der neugewählie AuSschuf« hielt an der Ansicht fest, das» daS Studentenheim schon mit Beginn des Schuljahre« 1896/7 eröffnet werden müsse. E« wurde deshalb die der Stadtgemeinde Cilli gehörig« alte Landwehrkaferne entsprechend adaptiert. Da» war keine leichte Arbeit. Von vielen Seiten wurden die Bemühungen des Ausschusses mit Misstrauen betrachtet und im Ausschüsse selbst regten sich Stimmen, welche ein« zweckentsprechend« Ad-aptierung diese« Gebäude« fiir unmöglich erklärten. Bald aber gieng man frisch an« Werk, und am 15. September 1896 wurde da« Studentenheim eröffnet. In dem Professor de« deutschen StaatSgym-nasiumS Herrn Karl Duffek und dessen lieben»« würdige» Gemahlin fand der Ausschus« die geeigneten Persönlichkeiten, denen er — wie die Folgezeit wahrhaftig bewiesen hat — da« Gedeihen der neuen Pflanzung und da« Wohl der studierende» deutschen Jugend mit Beruhigung überlassen konnte. Von 79 eingelangten Aufnahmsgesuchen konnten nur 32 wegen Raummangel« berücksichtigt werden. Und so wurde denn das erste Jahr des Bestände« de« Studentenheim« mit 32 Zöglingen eröffnet. Nachdem am Ende de« Schuljahre« recht gute Classificatio»«ecgebnisse ausgewiesen werden konnten, empfahl sich da« Hau« von selbst, nachdem die Verpflegung und die sonstige Haltung der Zöglinge als recht gut befunden wurde, und e« Später rückte der Kohlenbrenner nahe zu dem Fremden und faßte ihn an der Hand: „Gelt, Herr, Ihr seid nicht bös', daß wir so dumm gegen Euch than haben, als Ihr gekommen seid. Schaut'«, wir haben Euch halt" — jetzt zündete er sein« Pfeife an, drückte den Teckel zu und fuhr fort: „Schaut'«, wir haben Euch halt für den ewigen Juden gehalten. Ihr werdet wohl wissen, wer daS ist." „Erzähl« mir, wenn Ihr wollt.' Der Köhler sprach einige Wone mit der Wöch» nerin, verordnete dann die übrigen Hüttenbewohner, welch« auS Speikern und Wurzelgräberinnen be-standen, zu Bette aus den Dachboden, stellte de» Kienspahnleuchter zurecht, that noch etwa« an seiner kurzen Pfeife, und begann: „Der ewige Juv' — da« ist derselbe, der dem Herrn JesuS da« Kreuztragen versagt hat. Jetzt muß er zur Strafe dafür ewig leben, wandern, und darum geht dieser Jud' »och immer herum in der Welt und seine Kleider sind wie eiine Baumrinde, und seine Arme sind wie die dürren Aeste und sei» Haar und Bart ist wie Moo«. Umd da habt Ihr halt auch völlig so ausgeschaut. Aber der ewige Jude hat ein Gutes an sich. Wie do»rt in Jerusalem der kreuztragende JesuS vorüber gewesen ist. da ist unsere liebe Frau nachgekommen, umd sie hat gesagt: Jude, Du mußt leben und wanden» bi« zum jüng» sten Tag. aber weil Du mein Kimd gesehen hast, so sollst Du eine Gnade haben. Wenn Du ein neu-geborene« Kindlein küssest, so wird «* aufwachsen 1899 «ulSt«, da im Laufe der Ferien 51 Gesuche um Z!«auknahmen einlief»« und 18 Zöglinge vom Lorjahre aufstiegen, an eine Adaplierung deS Hauset gedacht werden. Di« Zahl der Zöglinge ßieg im zweiten Jahre von 32 auf 43, sür welche da« nöthige HauSinventar angeschafft werden mufSte. Nun hat sich die Gewissheit herausgestellt, dass die Anstalt im Wachsen begriffen sei und dass die oorhand«nen Räumlichkeiten nicht mehr hinreichen. Der rührige AuSschus« trat nun an die Ge-«einde, die HauSeigenthümerin de» Studenten-heim«, heran mit der Bitte, das HauS sür etwa 80 Zöglinge zu erweitern. Die Gemeinde hat in der bereitwilligsten und zuvorkommendsten Wei>e sofort eingewilligt, und eS wurde am 15. Juli 1898, als der letzte Zögling das Hau» verließ, sofort mit dem schwierigen Zubaue begonnen. Be» schlössen wurde, auf daS Hauptgebäude einen zueilen Stock auszusetzen. Unglaublich rasch sür unsere localen Verhält-liste vollzog sich diese Riesenarbeit, die allerdings K>m schönsten Weiter begünstigt war. Hier sei er-«ähnl, dass der AuSschufS den Herren Ingenieuren Hchneider und Lindauer zu Tank verpflichtet ist. da ersterer die technische Oberaufsicht deS Baues geführt, letzterer die Pläne zu demselben uuent« Mich geliefert hat. Ebenso muss die rastlose Thätigkeit de« Zahl-»tiflerS und Gemeinderathes Herrn F. Wilcher nährend der ganzen Bauzeit rühmend hervorgehoben »erde». Und thatsächlich konnten am 14. September tö Zöglinge daS neu hergestellte Heim beziehen. Gleichzeitig wurden die Niederdruck-Dampfheizung, die Gasleitung, Badezimmer und Maroden-Jfolier» zismer errichtet. Der AusichusS erfüllt nur feine Pflicht, wenn er der Gemeinde für dieses in so kurzer Zeit mit Mier Energie durchgeführte Werk feinen Tank an dieser Stelle auSfpricht. DaS Studentenheim wurde während seines drei» iichrigen Bestände« von vielen Persönlichkeiten be-facht, von denen besonders hervorgehoben werden: K-hulrath Dr. Rohmeder au» München, Hofrath C. Benndorf aus Wien, der Grazer Sammel» autschus«. Dr. Neckermann, Dr. v. Derfchalta an der Spitze, die ReichSraths-Abgeordneien 5t. H. Wolf, Dr. Pommer, Dr. Steinwender, die Lanv-Ug«abgeordneten Dr. Kokofchinegg, Dr. M. R. v. Kchreiner, Moriz Stallner und I. Lenko. Girst-»ayr, Etatihaltercirath Dr. A. Schneditz u. v. a. Die Leitung führt — mit Bewilligung deS hohen k. k. Ministerium« für Cultus und Unterricht — ein Gymnasialprofessor des hiesigen Staats-Lber^ymnasiumS. Seine Gattin, welche Freude und LerständniS zur Führung eine« größeren Ha»S-»efen« besitzt, unterzog sich opferwillig der schwierigen L»fgabe, dem ganzen HauSwefen vorzustehen und kii Zöglingen die ^iutter zu ersetzen, wofür ihr illfeit» Dank und Aneikennung gezollt wird. Eie ist den Zöglingen eine wahre Mutter, pflegt sie in Krankheitsfällen persönlich, sorgt dafür. das« dieselben stet« rein und tadellos zur Kchule gehen, und die Zöglinge finden bei ihr jeder« zeit freundliche« Gehör. DaS Teutsche Studentenheim kann dadurch Bnd Hochzeit halten, und wenn Du e« zweimal küssest, so wird es auch noch die silberne Hochzeit erleben, und wenn Du eS dreimal küssest, so wird da« gar di« goldene bedeuten. Und immer, so lang' der erste Schlaf eine« von Dir geküßten neugebor-it.B Kindes währt, wirft Du Ruht finden. — Seht, so hat unsere liebe Frau gesagt, und deswegen haben wir heut' das mit unserem Kinde gethan. Ja, und da will ich Euch noch was erzählen. Diese Hütte da, in der wir jetzt zusammensitze» — aber eßt doch Eure Suppe au«, ist Euch der Holzlöffel nicht rcht, gelt? diese Hütte hat mein Urgroßvater auf-Mmmkri. Der Wald da oben ist seither nicht ausgegangen, und so ist auch unsere Kohlstatt, mcht abgekommen. Mein Urgroßvater ist sehr alt ttivorden; hab' ihn selbst noch recht gut ge« sannt — ist ein kleints Männlein gewesen. Al» er mit der Urgroßmutter draußen in DonnerSbach die goldene Hochzeit gehabt hat, da bin ich schon eii Bud gewesen, so groß wie der Spanleuchter da. Weiß e« noch, wie wenn'» gestern gewesen wär', »>e ich und mein Vaier und mein Großvater daS vrauipaar auf einem Karr«n zur Kirche zogen haben. Die Urgroßmutter ist gleich nach der gol-denen Hochzeit gestorben, sonst hätten sie gar noch die diamantene halten können, denn der Urgroßvater ha« noch lang nachgelebt. Aber einmal, eS ist am Osterionntag in der Früh und wir sind schon alle .m FeintagSgewand und sitzen gerade bei der Suppe. von einem großen Vortheile anderen ähnlichen An« stalten gegenüber sprechen, welcher darin besteht, dass im ganzen Haufe «in weibliches Wesen schallet, daS an allen Ecken und Enden de« Gebäude» für Reinlichkeit sorgt, und dass die Zöglinge an der Frau de« Leiter« wirklich einen Ersatz für die eigene Mutter besitzen. Dem Leiter helfen zwei Präsecten. gegenwärtig Juristen, welche insbesondere die Ausgabe haben, die Zöglinge in die Schule zu begleiten und au« derselben abzuholen und im Studiersaale für Ruhe und Ordnung sorgen. Sie schlafen mit den Zög« lingen. überwachen die körperliche Reinigung und da« Ankleiden und haben die Pflicht, dieselben zur Reinlichkeit, Gehorsam und Fleiß anzuhalten. Auch haben sie die Pflicht, die Zöglinge nach abgelaufener Studierzeit zu überprüfen und sich zu überzeugen, od die Zöglinge in der Studierzeit wirklich studiert haben, da der Leiter laut Ministetialerlaffe», weil er ja Lehrer feiner Zöglinge im Gymnasium ist, die« nicht thun darf. Ueberdie« helfen den Präsecten beim Ueberprüfen fleißige und verlässliche Zöglinge der höheren Jahrgänge. DaS HauS entspricht vollkommen allen An-forderungen der Hygiene und wird in allen Räumen peinlichst rein gehalten. Die Fußböden der Säle und Corridore werden einmal gerieben. Die Schlaf-fält werden im Winter von 6 bis 1V Uhr, im Sommer den ganzen Tag hindurch grlüftet. Dieser Umstand bringt «S mit sich, dass sich die Zöglinge einer recht guten Gesundheit «freuen. In den drei Jahren feines Bestandes hat daS Studentenheim keinen einzigen „schweren Fall' gehabt; vorüber« gehende Leiden, wie Kops«, Magen-, Bauchschmerzen, Katarrh, Husten u. dgl. kamen vor und wurden sehr bald behoben. Der Hausarzt des Studentenheim» ist der Primariu» de« Giselaspilale«, Herr Dr. G. Jefenko, welcher sich um die Errichtung de« Badezimmer«, sowie de« vom Hauptgebäude vollkommen isolierten zweiten Marodenzimnier« große Verdienste er-worden hat. Für leichtere Erkrankungen besitzt da« Hau« ein Marodenzimmer im ersten Stockwerke, für schwerere oder länger anhaltende Erkrankungen oder für Fälle, bei denen man im Zweifel ist, ob sich nicht eine ansteckende Krankheit entwickeln könnte, steht da« Jsolier-Marodenzimmer zur Verfügung. Die Zögling« werden zuhause von der Frau de« Leite, S gepflegt, nur bei ansteckenden Krankheiten werden sie an da» Giselaspital abgegeben. Einer der wichtigsten Factore» d«r Gesundheit«-pflege ist die Reinhaltung de« Körper«. Die Zög-linge werden verhalten, sich gründlichst — unter Aufsicht — zu reinigen und stet« rein und n«tt einherzugehen. Sie werden fast wöchentlich einmal in» warme Bad geführt. Da» Badezimmer im Nordtracte ebenertig gelegen, ist mit vier Wannen und einer kalten Brause ausgestattet; vor demselben befindet sich ein mit Bänken und Kleiderrechen ver-sehener Ankleideraum. Dasselbe wird recht häufig, zumeist an Mittwochen und Sonnabenden, benütz», wo von 3 Uhr bi« zum Abendessen gebadet wird. Im Sommer gebrauchen die Zöglinge die heil-kräftigen Sanubäder. Zur Kräftigung ve« Körper« dienen die auf der Wiese hinter dem Osttracte aus» Just wo Ihr da, sitzt der Urgroßvater — legt er Euch aus einmal den Löffel weg und lehnt sich an den Winkel. Sag» mein Großvater: Schau, sag» er, der Vater ha» heut' auch nicht ausgeschlafen. — Dann schau» er und schaut und rüttelt eine kleine Weit' an dem Urgroßvater, und sagt dann klein« laut zu unS: Kinder, jetzt ist er «ob»! — Thut effen, Herr, gefegne «S Euch Gott! — Ja, und daß ich weiter erzähl', meinen Urgroßvater hat der ewige Jud' geküßt, al» er ein neugeborene« Kind gewesen. Die alten Leu»' haben'» oft erzählt, gerade wie er geboren worden, ist der ewige Jud' in» HauS gelreten. — Habt» just Hern' beim Nachtmahl davon gesprochen, und wie mein Weib wahr» nimmt, daß ihre Stunde komm», da sag' ich: Alte, unsere ersten Kinder haben sie hinausgetragen nach DonnerSbach und inS Grab gelegt; 'S wär' ein Glück, wenn heut' der ewige Jud' käme wie zum Urgroßvater. Schau», und wie der Augenblick ge-kommen ist, da seid gerade Ihr hereinneireten, Herr; — darum habt uns nichts für ungut!' Da stand der Gutsbesitzer auf, rieb seinen grauen Schnurrbart und rief: „Bin sonst kein alt' Weib in derlei Dingen, aber der Teufel hol' mich, wenn das nicht was bedeutet. Habt Ihr schon einen Paihen sür'S Mädel?" Nicht immer M der Köhlerglaube so erfreu-liche Folgen. 3 gestellten Turngeräthe, wie Reck, Barren, Sprung« geräthe, von welchen in der freien Zeit von den Zöglingen der ausgiebigste Gebrauch gemacht wirv. Unter Anleitung von Vorturnern wird daS Turnen in frischer Luft systematisch betrieben. Ball- und andere Spiele sind an der Tagesordnung. Nicht wenig zur Förderung der Gesundheit tragen die gemeinsamen Spaziergänge und Märsche bei, die an Sonn- und Feiertagen unternommen werden. Und so wird auch dafür eifrigst gesorgt, dass sich der Zögling nach erfüllter Pflicht erholen und seinen Körper kräftigen kann. Oer Nus nach der deutschen Sprache. Als Nachtrag zu unserem letzten Berichte aus dem Sannihale bringen wir heute den Wortlaut der Petition, welche der überwiegende Großtheil der Bevölkerung von Franz an die Bezirkshaupt-Mannschaft gerichtet ha». Die Pelilion spiegelt den einfachen, überzeugenden Gedankengang deS schlichten Mannes wie» der, der sich gegenüber der Pervakenhetze ein unbe« fangeneS. klare» Urtheil über praktische Bedürfnisse erhalten ha». Wir bringen daS Schriftstück unsere» Lesern zur Kenntnis, da e» ein klare» Bild der nationalen Ver» Hältnisse de» Sannihale» und deren Einflüsse» auf wirtschaftliche Beziehungen gib». Die Pe»i»ion hat folgenden Wortlaut: Löbliche t. k. Bezirkshauptmannschaft Cilli! Vor ungefähr vier Jahren wurde die Volks-schule in unseren Markte für den Schulsprengel Franz und St. Hieronymi aus einer dreiclafsigen in eine vierklassige umgewandelt, welche Verfügung damals von jedermann mit dankbarem Herzen be-grüßt wurde, indem allgemein verlautet war, das» in dieser Classe vorwiegend der sür Steiermark un-bedingt notwendige Unterricht der zweiten Lande»-spräche gepflogen werden wird. Doch welche Enttäuschung wurde un« zu-theil, al» diese Classe aktiviert wurde und in der» selben wider unsere Erwartungen hauptsächlich slovenischer Unterricht ertheilt wird, obwohl der deutsche Unterricht nebst dem slovenijchen schon in der 2. Classe vorgeschrieben ist. ES wird in der 2. und 3. Classe da« Schreiben deutscher Buchstaben wohl vorgenommen, um der Vorschrift zu entsprechen, allein da« nur fchablonen» mäßige Nachzeichnen der todten Buchstaben genügt nicht, die Sprache zu erlernen, so das« durch diese Methode den Kindern die Möglichkeit benommen wird, die zweite Landessprache zu beherrschen. Eben diejenigen Persönlichkeiten de« hiesigen Marktes, welch« dem deutschen Unterricht« feindlich gegenüber stehen, pflegen al« innerer Familienjprache sich meist der deutschen zu bedienen, damit ihre Kinder ja rechtzeitig derselben mächtig werden, oder sie geben dieselben, weil ihnen reiche Mittel zu Gebote stehen, anderwärtig in deutschen Unterricht. Die« bewei«t. das diese Bekämpser deS deutschen Unterrichtes sich genau bewusSt sind, welchen Wert die Kenntnis der deutschen Sprache für jedermann im Unterland« ha». Ferne von jeder politischen Tendenz, stellen die Gefertigten die Bitte, die k. k. Bezirk«-hauptmannschaft wolle dem Verlangen der Ueber» zahl der Bevölkerung des hiesigen Schulsprengels Rechnung tragen und dieses Anliegen der com» petenten Stelle zur Kenntnis bringen, damit diese im allgemeinen Bedürfniss« dahin wirke, das« an der hiesigen Volksschule in der 2. und 3. Classe nebst dem slovenifchen auch der deutsche Unterricht obligat und in der 4. Classe mit Ausnahme der ReligionSlehre ausschließlich der deutsche Unterricht eingeführt werde, ferner, das« die hiesige Volksschule entsprechend überwacht werde, damit die Unterrichts» ertheilung der Vorschrift gemäß stattfinde». Zum Nachweise, dass obige Bitte den Bedürf» nissen der hiesigen Bevölkerung entsprich», wollen folgende Punkte zur geneigten Kenntnis genommen werden: 1. Um unsere Producte, als Hopfen, Obst, Holz !c, welche hier in sehr reichem Maße vorhanden sind, dann die zum Verkaufe gelangenden HauSthiere an den Mann zu bringen, müssen wir uns stets an Deutsche, al« di« alleinigen Abnehmer wenden, wo wir aber in Ermangelung der deutschen Sprache un« stet« Mittelperfonen bedienen müssen, denen aber nicht nur der meiste Gewinn zufällt, sondern wir werden in nicht seltenen Fällen hintergangen. 2. Waren unsere Märkte vor Zeilen von deutschen Käufern sehr stark besucht, we«halb auch 4 diese Märkte zu den frequentesten zu zählen waren, während heule von deren Existenz kaum mehr die Rede sein kann. Ursache: Die immer abnehmende Möglichkeit der Verständigung zwischen Käufer und Verkäufer. 3. Die GewerbSleute find gebunden, ihr Roh» materiale stet« von deutschen Firmen zu beziehen, waS ihnen ebenfalls nur durch Mittelpersoneu möglich ist. Ebenso hat nicht selten die bäuerliche Bevölkerung mit deutschen Agenten in Conlact zu treten, von welchen sie nicht in seltenen Fällen mangels einer möglichen Verständigung durch den GefchäftsabschlufS übervortheilt wird. 4. Wird unsere Gegend, al» an der RcichS-straße gelegen, sowie wegen ihrer natürlichen Reize von Fremden sehr stark frequentiert mit denen wir un« nur in seltenen Fällen verständigen können. Ferner finden hier sehr häufig Truppendurchzüge statt; zudem ist Franz auch Marfchstation — wobei wieder der Mangel der deutschen Sprache un« oft zum empfindlichen Nachtheile gereicht. 5. Siitd di« Herren Beamten de« hiesigen f. k. Bezirksgerichte« und SteueramleS bemussigt, entweder ihre Kinder vorzeitig anderswo in den Unterricht zu geben, was gewiss mit bedeutenden Opfern verbunden ist, oder sie müssen ihre Ver-seyung von hier anstreben. Ferner ist eS un« gänzlich benommen, unsere Söhne in die, die Landwirtschaft so sehr fördernden, landwirtschaftlichen Curfe zu entsenden, weil sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Ist einer oder der andere von un« in der Lage, seinen Sohn in eine höhere Schule zu eni-senden, so hat letzterer den Mangel der Kenntni« der deutschen Sprache bitter zu büßen. 6. EineSderHauptgewichiebezüglichderttenntni« der zweiten Landessprache legen wir aber darauf, das« diese als Armeesprache sür unsere Söhne un-entbehrlich ist. Schon ein kleiner Untergrund der deutschen Sprache genügt, um sich als Soldat weiter bilden zu lassen, um sodann bei anderweitiger Qualifikation die Stelle eines UnterofficierS zu erreichen. Wie viele Taufende haben hiedurch ihr fernere« Fortkommen gefunden, indem sie später in den Staatsdienst :c. ausgenommen wurden, während die« unseren Söhnen ebenfalls benommen ist. Und so ließen sich noch viele Punkte anführen, die beweisen möchten, wie bitter sich die Unkenntnis der deutschen Sprache an un» rächt. Daher bitten wir nochmals unterthänigst, die k. k. BezirkShauptmannschaft woll« unsere Bitte förderlich vermitteln. Franz, am 12. Juli 1899. (»00 Unterschriften.) Neue Steuern im Wege des § 14. Wie wir bereits Gelegenheit hatten, mitzutheilen und zu besprechen, schickt sich die österreichisch« Regierung an, unter Berufung auf den 8 >4 da» Unglaub-liche zu wagen, nämlich die Zuckersteuer um 6 kr. per Kilo zu erhöhen, ja sogar eine Nachbesteuerung vorzunehmen. Nach dem Inhalte einer Kundmachung d«r Finanz-landesdireetion vom 7. d. M., Z. 41827, wird Jeder-mann ausgefo»dert, .der am 1. August 1399 einen Verrath an Zucker als solchen oder in »achsteucrpflichtigen zucker-hältigen Waaren besitzen wird, diesen Vorrath, und zwar abgesondert an Zucker, Zuckerln, kandirlen Früchten, Chocoladen und anderen cacaohälligen Waaren, sowie Liqueur, gleichviel, ob er ihn in seinen eigenen oder fremden Räumen aufbewahrt, sowie de» Ort und die Räume der Aufbewahrung in der Zeit vom I. bis einschließlich 3. August 1899 schriftlich in zweifacher Ausfertigung anzumelden." Weiter heiht es in dieser Verordnung: „Wird die vorgeschriebene Anmeldung eines am I. August 1899 vorhandenen VorratheS an Zucker und an den obgenannten zuckerhältigen Waaren unterlassen, so wird eine Strafe mit dem Bier- bis Achtfachen der verkürzten oder der Verkürzung ausgesetzten Nachsteuer verhängt werden.* Die Auferlegung neuer Steuern oder die Erhöhung bestehender kann durch die Bestimmungen des S 14 — und wenn dieser Unglücksparagraph noch so gestreckt und gezerrt, noch so gewaltsam ausgelegt wird — unmöglich gerechtfertigt werden. ES ist somit die bevorstehende Erhöhung der Zuckersteuer der vollständigste Verfassungstruch; J»d«r, d«r sich diese Steuer gefallen lässt, macht sich dieses VerfassungSbrucheS mitschuldig, begeht selbst «ine gesetz-widrige Handlung. Wenn man auch in Otsterreich unter den derzeit bestehenden Verhältnissen so ziemlich auf alle« gefasst fein muss und ebwohl daS Vertrauen zur Rechtsprechung ..Deutsche Wacht" tief erschüttert ist, so ist eS doch ganz undenkbar, dass sich ein Gericht finden wird, das demjenigen nicht Recht gibt, der sich gegen die Eiohebung dieser Steuer niit allen zulässigen Mitteln wehrt. ES sollen möglichst viel« Personen den Finanz-behörden bekannt geben, das» sie zwar Zuckcrvorräthe besitzen, aber sie grundsätzlich nicht anmelden, da die Aufforderung hiezu gesetzwidrig ist. Wenn dann Nachforschungen versucht werden, Steuern vorgeschrieben und Strafen aufgelegt werden, so muss dagegen von allen gebotenen Rechtsmitteln der umfassendste Gebrauch gemacht werden. Die Bekanntgabe an die Finanzbehörde hätt« fol-gendermaßen zu lauten: »Ich habe mir einen Verrath von Zucker ange-schafft, melde ihn aber nicht an, da die Aufforderung hiezu im vollständigen Gegensatze zu den Bestimmungen des 8 I I des Gesetzes vom 21. December 1867 über die Reichsvertretung steht, wonach selbst bestehende Steuern nur unter Mitwirkung beider Häuser deS ReichiratheS eiugeheben werden dürfen. Ich verwahre mich zugleich im Vorhinein gegen jeden Versuch, von behördlicher Seile den bei mir erliegenden Vorralh fest-stellen zu wollen." Wenn sich die Bevölkerung die unerhörte Gesetz-Widrigkeit, die durch die Erhöhung der Zuckersteuer be-gangen wird, gefallen lässt, so verdient sie auch durch dcn $ 14 aller ihrer politischen Rechte beraubt und zu Grunde gerichtet zu werden. Aus Stadt und Land. Z5eförderungen im Hymnasiaktehrstande. Die Professoren Johann Ließkoun,g, Matthäus Kurz, Matthäus Such ätsch, Engelbert Pototfchnik vom deutschen Obergymnasium und Anion Kofi von dem angeblich nicht bestehenden flooenifchen Gymnasium wurden in die achte GehaltSclasse befördert. Steiermirlttsche Landesvürgerschule ßissi. Herr Carl Sponda, welcher seit 1. September 1884 Director dieser Anstalt ist, wurde auf sein eigenes Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt und wird mit 31. August d. I. au« dem Verband« dieser Schul« treten. Ernennungen im potitische« Nerwaltungs-dienlte. Der Statthalter in Steiermark hat ernannt den provisorischen BezirkS-Cvmmissär Adolf Edlen v. Pichler und die Slatlhallerei-Concipisten Otto Freiherrn v. Schmigoz und Dr. Adam Weiß v. Schleußenburg zu BezirkS-Comissären, de» Statt-Haltern-Eoncipisten Moritz Freiherr» v. Wildburg zum BezirkS-Commifsär in provisorischer Eigenschaft, die Statthalierei-Eoncipisten Heinrich Ritter v. Helly und Dr. Alfred Sioltz Edlen von Dorlawall und den Staithalterei-Conc-ptSpraktikanten Friedrich Grafen Marenzi zu Statthalterei-Concipisten, ferner« den Statthalterei-EonceptSpraklikanten Dr. Han« Ritter v. Szeth und den Statthaltern RechnungS-assistenten OSkar Kordin zu Stalthalterei-Concipisten in provisorischer Eigenschaft. Prüfung. Herr Otto P et titsch es aus Cilli hat die Hochschule für Bodencultur mit auS-gezeichnetem Erfolg« absolviert. Mustkverein Killi. Am 18., 25., 29. Juni und 2. Juli l. I. wurden in der Schule deS Musikoereine« die Schlussprüfungen sür Clavier, Violin und Harmonielehre abgehalten. Sie fanden ihren Abschluss mit dem am 9. d. M. im Casino-faale abgehalten Schülerconcert. Wenn nun auch der Einzelbericht über den Schulbesuch, die Ein-nahmen und Ausgaben für di« Schule, sowie über-Haupt die Bekanntgabe der näheren statistischen Daten dem der Vollversammlung im Sepiember zu erstattenden Jahresbericht vorbehalten bleiben, so dürfte doch mit Rücksicht auf den erfolgten Schulfchlufs und den Beginn eines neuen Schul-jähre» ein Bericht über die Unterricht im Schuljahr 1898—1899 von Jnterrefse sein. Die von der Schulleitung eingeführten Einrichtungen zwecks Ueberwachung und Prüfung de» Unterrichte» und Fortganges an der Musikschule dürsten wohl die best« Gewähr für die Erreichung dieses Zweckes bilden. Sie bestehen einerseits in der von Zeit zu Zeit stattfindenden Jnspicierung der Schule durch daS mit dem Schulreserat betraute Mitglied der Vereinsleitung, in der wiederholten Abhaltung von internen Prüfungen und endlich in den Schluss-Prüfungen. Letztere, welche den Angehörigen zu-ganglich sind, haben auch noch — sowie daS all-jahrlich am Schlüsse deS Schuljahre» stattfindende und allen Mitgliedern de« Vereine« zugängliche Schülerconcert den Zweck, den Angehörigen der Zöglinge, sowie überhaupt den Mitgliedern und Förderern de« Vereines Gelegenheit zu bieten, die 18*9 Art und Weife de« Unterrichte» und die Fortschritte der Zöglinge durch eigene Wahrnehmung kennen zu lernen. Es wäre zu wünschen, das« die An-gehörigen der Zöglinge den Schlussprüfungen eine größere Aufmerksamkeit — wie bisher — widmen würden, da diese in erster Linie die Gelegenheit bieten, über die Ait und Weise de« Unterrichtes und dessen Erfolge sich ein richtige« Urtheil zu bilden, wahrend da« Schluss.Schülerconcert m dieser Richtung wohl nur di« Schlussfolgerung aus Einzel-leistungen auf das Gefammtergtbni« de« Jahre»-unlerrichleS zuläfSt, wobei allerdings die Schulleitung bemüht ist. durch Vorführung der Leistungen von Schülern der verschiedenen Abtheilungen und Jahr-gange ein möglichst vollständige« Bild zu bieten. Die nur den Zöglingen, Lehrern und Mitgliedern der VereinSleitung zugänglichen internen Prüfungen haben in erster Linie den Zweck, der Vereinsleitung durch Stichproben die Fortschritte der Zöglinge in den einzelnen Fächern vor Augen zu führen, in zweiter Linie aber den Eifer und Ehrgeiz der Zög-linge zu heben und den Lehrkräften Gelegenheit zu bieten, etwaige in der Unterrichtsmethode bestehende kleine Abweichungen nach Maßgabe der gesammelten Erfahrungen auszugleichen. In den Grundlagen, wie Vorschreibung einer bestimmten Schule, be-stimmter Uebungen u. dgl. nach einzelnen Jahr« gangen, wird der UnterrichtSplan alljährlich von der Schulleitung im Vereine mit den Lehrkräften festgesetzt. Selbstverständlich ist, das« e« den einzelnen Lehrkräften — die ja die beste Gelegenheit haben — die Auffassungsgabe und Leistungsähigkeit der einzelnen Zöglinge kennen zu lernen — »verlassen sein muß, die Ausführung de« UnterrichiSplane« ihren Wahrnehmungen an-zupassen. Um etwaigen irrigen Auffassungen vor-zubeugen, möge hier erwähnt sein, daß da« „AuS-w e n d i g f p i e l e n" an der Vereinsschule keineswegs alS Modesache betrieben wird. Es bleibt vielmehr den Lehrkräften überlassen, nach Maßgabe der indi» viduellen Eignung de« einzelnen Zögling« demselben auch die Vortheile, die bei gegebener Veranlagung unzweifelhaft mit dem Auswendiglernen einer Uebung oder eines Musikstücke« verbunden sind, zu-kommen zu lassen. Daß hiebei von einem Drill oder einer Vernachlässigung der sonstigen, wesent» lichen Punkte, auf die sich der Unterricht zu erstrecken hat. kein« Rede sein kann, dafür bürgen die Tüchtig-seit der Lehrkräfte und die Fortfchrilte, die un« gerade solche Zöglinge aufzuweisen haben, welche durch AuSwendigspielen längerer Slücke verbunden mit genauem und glattem Spiele einen besonderen Fleiß bekundeten. Besuch« war die Schule von 41 mann-lichen und 62 weiblichen Zöglingen, welche von drei Hauptlehrern (Fraulein Spiller. den Herren Dießl und König) einem Au«hilf«lehrer (Herr« Mikefch) und 3 Nedenlehrern (für Blasinstrumente) unterrichtet wurden. Mit Bedauern sehen wir Herrn König mit Ende diese« Schuljahre« au« dem Lehrkörper scheiden, um einem Rufe nach Wiener-Neustadt Folge zu leisten. Den Unterricht in Klavier ertheilten Fräulein Spiller, die Herren Dießl, König und Mikesch. in Violin Herr König, in Harmonielehre Fräulein Spiller und Herr Dießl, in Elememarlehre und im Chorgesang Herr König. Wenn wir nun das Ergebn,« de« Unterrichte» zusammenfassen, so kommen wir zu einem Resultate, welche« de» Verein und die Angehörigen der Zöglinge zu den besten Hoffnungen berechtigt. Der Fortschritt der überwiegend größeren Zachl der Zöglinge war ein recht guter, bei nicht wenigen ein geradezu vorzüglicher. Da« Ergebni« der Schuß-Prüfungen, denen eine besondere Vorber eitung schon wegen kurzer Zeit zwischen der Festsetzung und Abhaltung nicht vorausgehen konnte, ließ bei den Zöglingen mit wenigen Ausnahmen einen ganz besonderen Eifer und Fleiß wahrnehmen, Eigen-schasten, die verbunden mit einer gewiffe:nhaften und tüchtigen Unterrichtsmethode nur fchwne E-folge erzielen könne,'. Die Leistungen beim SichlufSconcert waren ohne Unterschied der Jahrgang« durchweg» vortreffliche, einzelne sogar auSgezeichnene, und zwar nicht nur jene der vorgeschrittenen Zöglimge, sondern auch jene der Zöglinge auS den untteren Jahrgängen. Wenn diese Erfolge, abgeseheen von dem ernsten, zielbewußten Streben und der nicht genug zu lobenden Fähigkeit der Lehrkräfte, d»en Schülern die Freude an der Musik und an derm Studium derselben beizubringen, der Einführung, de» in abgesonderten Stunden ertheilten Harmomieunterrichte» zugeschrieben wird, so ist die» durch diiie im Lauf« diese» Schuljahre» gemachten Wahvrnehmungen vollend« gerechtfertigt. E« unterliegt „wohl keinem Zweifel und ist im Wesen der Haarmonielehre begründet, das« gerade seit Einführung, de» Unterrichte» in diesem wichtigen Zweige der: Musiklehr« 1899 Drntfche Ivacht 5 tu unserer Musikschule die praktischen Leistungen I trr Zöglinge eine veroollkomninele Auffassung und tGkündlichkeit deutlich erkennen lassen. Anerkennung imbient daher auch der Eifer und die Ausdauer, vom» das Studium der Harmonielehre betrieben «irb. Andererseits muss getadelt werden, dass sich trotz der Vortheile, die der Harmonieunierricht tildei, einzelne Zöglinge demselben, sei eS mit oder «hm Wissen und Willen ihrer Angehörigen ent-liehen. Schließlich sei erwähnt, dass auch die am 13. d. M. abgehaltene Prüfung aus den BlaS-»ftrumenten hinsichtlich der Flöten- und Clarinett-schiler und zum Theil auch hinsichtlich der Leistungen aus den BlaSinstrumenten recht gute Erfolge auswies. Die Schulleitung glaubt sich nach tau Gesagten der Hoffnung hingeben zu können, tas« die AereinSschule nunmehr im 20. Jahre deS MandeS deS MusikoereineS jene Stufe erreicht du. die für gründliche Erfolge eine sichere Gewähr tmet und ihr auch in weiteren Kreisen Anerkennung »erschafft. Die Erwartung, das« mit dem Beginne de« nächsten Schuljahre« der Vereinsschule nicht «r die bisherigen Zöglinge, soweit sie da« Musik-slivium noch nicht vollendet haben, erhalten bleiben, ioo&etn auch recht zahlreiche neue Zöglinge zu« thrl werden, dürfte demnach begründet sein. Liedertafeln. Wenn auch di« Darbietungen der beiden Liedertafeln, welche Samstag nnd Sonn» lag hier abgehalten worden sind, unseren vollen Veif-Il errungen haben, so glauben wir doch, eS «lt verhängnisvoll für da« gesangliche deutsche LereinSleben unserer Stadt bezeichnen zu müssen, «emi der eine Verein seine Liedertafel unmiiielbar «rne» Tag vor der Liedertafel de« anderen Ver-«Mkt abhält. Ein solcher Vorgang mus« unver-«eidlich das sür deutsche Veranstaltungen in Aussicht l» nehmende Publicum zersplittern, waS zu einer «rstimmung zwischen dem „Männergesangverein" »nd dem „Liederkranz" führen muss. Die Lieder-ustl» beider Vereine haben sich stetS eines auS-^zeichneten Besuche» erfreut. Das» die Sommer-litberiflfel de» „LiederkrauzeS" am Sonntag nicht s» gut besucht war, ist übrigen» nicht nur dem «de» besprochenen bedauerlichen Umstände, sondern «iich dem schönen Sonntage zuzuschreiben, der die «linderfrohen Bürger EilliS in die Umgebung gelockt halte. — Die Leistungen beider Vereine «nuffm als sehr gut bezeichnet werden; dem merklichen Abgänge einiger vorzüglicher GesangSkräste nm erhöhte Technik mit Erfolg entgegen. Die am S-«Stag unter Leitung des Herrn Dr. Johann Clepischnegg im Waldhause abgehaltene Liedertafel deS Cillier M ä n n e r g e f a n g-vereineS wieS ein gut gewähltes Programm auf, dessen Abwicklung dem so tüchtigen Sangwarte «>id den wackere» Sängern reichen Beifall eintrug. Jiitbefondkr« feien hervorgehoben »Sieh' fest du tenischir Eichenwald" von Jsenmann, ,2o weit" von EngelSberg, „Heini von Steier" von Engels-terz, »Auf dem Fichtenkogel" (oa« hübsche Bariton-solo sang mit überaus sympauscher und klangvoller Ltimme Herr Bürgerschullehrer S i m m l e r), «»Mich „De« Kaiser« ReiierSleui" von Mair. Die Fligel- und Violin-Begleitung im „Heini von Eieltl" besorgten in meisterhafter Weife die Herren Adolf Dießl und Otto König. — In der Liederlranz-Liedertafel beivi.S auch diesmal Herr Franz Wald h ans da« volle Geschick, seine unermüdliche Sängeschaar zu ganz bedeutenden gesanglichen Leistungen heranzuziehen. Der bilderreiche Koschai'sche Walzer sür Männerchor „Am Wörther-see' war die Glanznummer de» Abends und fand so stürmischen Beifall, dass er wiederholt werden «lisste. Auch die anderen Nummern: „Wach aus du schöne Träumerin" von Gericke, /» Herzklopsen" ton Koch von Langentreu, „WaldeSgrnß" vonÄbt, „'4 anzige Sträußerl" von Blümel, und „Aus d-illsche Sänget !* von Dr. Ludwig Großbauer wurden mit reichem, wohlverdienten Beifall bedacht. ®<:i beiden Liedertafeln wirkte die Cillier Musik-rereinSccipelle in bewährt vorzüglicher Weise mit. Windische Heldenthaten. Sonnlag war un-fere «ladt wieder einmal der Schauplatz wüster «vivdischer Ausschreitungen. In die heftigste Erre-«ung wurden die friedlichen deutsche» Einwohner zuerst am Nachmittage versetzt, an welchem Lettischer windische Radfahrer mit ihrem heiseren Äwio - Geschrei und hochgeschwungenen russischen Fähnchen, ohne deshalb angehalten zu werden, durch die Straßen der Stadt fuhren und deutsche Passanten frech herausforderten. So geschah es auch der Tochler eint« geachteten Cillier Bürgers, wel-cher so ein (opferet Held da« Fähnchen vor da« Gesicht hielt und in der so lieblichen Sprache seine« Dolle« schrie: „Mate kurajlc?" Wir möchten un« ioch die bescheidene Anfrage erlauben, wie solche Herausforderungen in der deutschen Stadt Cilli auch nur so ohne Schläge und Arretierungen ab-giengen. Abend« fanden sich die sauberen Herr-fchaften im Narodni Dom zu einem volkSthümlichen Blechconcert zusammen und so konnte man zwischen dem nervenzerreißenden Schmettern der von diesen Elite-Musikern rücksichtslos gehandhabten Blech-instrumente noch wahnsinnige« viertelstundenlange« Aivio-Geheul durch die Nacht erdröhnen hören, da« so lange andauerte, al« die Kerle Last hatten. ES ist ja bekannt, dass bei wilden, unkultivierten Völkerschaften der Lärm mehr wirkt, al« süße Musikklänge und so gieng die Begeisterung und Kampflust derart in die Höhe, das« zuerst eine Bande von gegen 80 Helden wie die Derwische auf die Straße stürzten und einen Deutschen, weil sie ihn allein sahen, überfielen, wa« der Ruf: „Haut ihn nur fest, jetzt ist er allein!- beweist. Der Deutsch« musste fliehen und rettete sich in den Gasthos .zum gold. Engel," bis wohin ihm die modernsten Culturlräger nachsetzten. Hier stellte sich ihnen zuerst ein einziger Deutscher entgegen, der die Wilden so lange auffielt, bis er von Freunden SucculS erhielt. Wir sind in der Lage festzustellen, dass dieser einzelne Deutsche, trotzdem er dieser sauberen Gesellschaft mit gewiss nicht schmeichelbasten Worten entgegentrat, entgegen den in der Stadt verbreiteten Gerüchten keinen Schlag erhielt, denn das muss man unseren windischen Helden lassen: feig sind sie, ganz unglaublich feig. Wie gewöhnlich, wenn sich der kleine Herr Doclor Joh. Detschko, oävetnilc und LandiagSabgeordneter, unter so und so viel hundert windischen Schreibern, Knechten und Bauern sicher weiß und in dem be-rubigenden Bewusstsein sich wiegt, das» ihn die anwesende Wache nicht gedürend hauen lassen wird, ist er sehr, aber sehr keck und so wollte et den ge-nannten Deutschen, den man sonst al» sriedlieben-den Mann kennt, »auf feine Verantwortung" arte-tireu lassen. Ist dieser kleine kecke Herr aber allein, so drück« et sich bei helllichtem Tage in der Stadt gerne an die Mauern und ist froh, wenn man von ihm keine Notiz nimmt. Auch der Herr LandeShauptmann-Stellvertreter Dr. Sernec und der Herr Secretär Lontschar fühlten diesmal den schönen Beruf in sich, wieder einmal zu interveniren, daS heißt, die Wache zu belästigen. Dieses ganz ungerechtfertigte Vorgehen der windifcheu Führer ist nur geeignet, die ohnedie» sehr groß gewordene Empfindlichkeit der Clllier Deutschen noch mehr zu steigern um bei ähnlichen Gelegenheiten von dem HauSrechte gebührenden und nachdrück-lichen Gebtauch zu machen. Leidet waren an diesem Abende die meisten Cillier Deutschen durch ver-schiedene Veranstaltungen an anderen Orten und so kam e», da« die Derwische de» Narodni dom ungestraft sich flüchten konnten. Wir machen übn-gen» die Bemerkung, das« sich die Windischen in unserer Stadt seit einiger Zeit besonder« keck be-nehmen. Sie folgen da dem bewus«ten Beispiele der Tschechen, die ja am Sonntage da« deutsche Wien zum Schauplatze eine« Hetzseste» machten. Während nun nach den officiöfen Berichte und „Slov. Narod" die rohen Ueberfülle zur Verletzung von 11 Tschechen geführt haben sollen, berichtet „Slovenec", daß die Deutschen, welche gegen die Abhaltung eine» tschechischen Sokol-feste» beim „Sialehner" demonstrierten, von den Tschechen „scheußlich geschlagen' worden seien. Wer'» glaubi .... Wacker! Der Klagenfurter Gemeinderath beschloss, gegen die unter Mißbrauch des § 14 erfolgende Aufzwingung des Ausgleiche« und der Sieuern beim österreichischen Ministerrathe Ein-spräche zu erheben. Weiter» beschloss bet genannte Gemtinderalh, einem der schönsten Plätze Klagen-futl» den Namen „Bi»matckplatz' zu vet-leihen Aeue Ansichjskattcn. Im Verlage von Fritz Rasch sind wieder einige neue Ansichtskarten erschienen. Dieselben sind recht gelungen in Platin« druck ausgeführt und zeigen: die Burgruine mit der Schießstätte im Vordergründe; die Villa Sanneck mit der Ruine; eine Ansicht, da» Panorama vom Jofefiberg bi» zum Schlossberg umfassend; eine prächtige Auf-nähme des Stadtparkes und ein reizende« Bildchen von Tüchern mit seinen malerisch ge-legenen Kirchen. 3nr Schlachthauseröffnung werden wir er-sucht, nachzutragen, das« auch Herr Johann Grenka mehrere prachtvolle Mastochsen behufs Schlachiung beigestellt hatte. Poßitsch Saucrlirnnu. Am Sonntag den 23. Juli findet in unserem freundlichen Curorte ein Sommerfest mit reichhaltigem, gewählten Programme und unter Mitwirkung bedeutender Kunstkräfie statt» Das Reinerträgniß dieser Veranstaltung ist der hierortigen deutschen SchulvereinSfchule gewidmet. Freunde der guten Sache und Gesinnungsgenossen werden hiemit geziemend geladen, sich an dem Sommerseste in reicher Anzahl zu betheiligen. Daher aus nach Rohitfch-Sauerbrunn ! Heil! Wöllan. 16. Juli. (Südmart-OrtS-gruppe.) Heute fand hier unter außerordentlich starker Betheiligung die Jahresversammlung unserer regen und thätigen Ortsgruppe statt. Dieselbe wurde im nahen Schallegg bei Skasa abgehalten und um halb fünf Uhr nachmittags durch den Obmann, Herrn Fabrikanten Franz Woschnagg jun., mit einer herzlichen Ansprache an die Er» schienenen eröffnet. Herr Pribofchitz erstattete sodann den Jahresbericht, welcher die erfreuliche Zunahme der Ortsgruppe auf 88 Mitglieder fest-stellte und auch auf da» Ausblühen und Gedeihen de« Kindergarten» in Wöllan hinwies. Der Jahresbericht und der ebenfall« von Herrn Pribofchitz erstattete Eassenbericht wurden mit großer Bestie» digung zur Kenntnis genommen. Bei der Neuwahl wurden die bisherigen AmiSwalter wiedergewählt. Hierauf begrüßte Obmann, Herr Woschnagg, den feiten« der Hauptleitung zur Versammlung ent-sendeten Herrn Dr. Sueti und den inzwischen in Begleitung seiner Familie erschienenen Gewerte Herrn David von Eapp in herzlichen Worten, worauf Dr. Susti in bündiger und erschöpfender Rede, welche wiederholt von warmem Beiialle unterbrochen war, die große Ausgabe der .Süd» mark" beleuchtete und der Hoffnung Ausdruck gab, dass gleich dem Vereine selbst, dessen Ausbau gemeinsame Pflicht aller alpenländischen Deutschen sei, auch in ihren besonderen Zielen (Errichtung einer deutschen Schule) die Ortsgruppe nicht er-lahmen werde. Redner schloss mit einem .Heil!" der Ortsgruppe Wöllan und ihrer Vertreter. Nach dieser mit stürmischem Beifalle aufgenommenen Rede vereinte ein freundlicher Abend die Volk«-genossen noch lange. Honovitz. 16. Juli 1899. Der OrtSschultath Marki Gonoditz hat au« Anlas« der Erweiterung der „Deutschen Schule" zu einer vierclassigen, der-selben auch äußerlich ein neues Kleid gegeben. Bei dieser Gelegenheit wurde am Gebäude auch die schon lange vermisste Aufschrift „Deutsche Volk»-schule" in schwarz-rothen, weithin sichtbaren Letter» angebracht damit jeder Fremde, der mit der Local-bahn anlangt, beim Verlassen de» Bahnhöfe» nicht lange nach der Bestimmung diese« stattlichen Baue» zu fragen brauch». War die Schule den Gegnern schon lange ein Dorn im Auge, so scheint sie da» Erscheinen der Aufschrift jetzt ganz außer Rand und Band gebrach« zu haben. Dieser Gereiztheit gibt ein übereifriger Eorrefpondent der Firma „Horvat, RoSmann und Comp." in der „Süd-steirifchen Post" unzweideutig Raum. Wir würden un« mit diesem großseinwollenden Männlein gar nicht besassen, wenn eS in seiner Naseweisheit nicht darnach gefragt haben würd«, mit w«lcher Berechtigung diese Aufschrift eigentlich auf daS Gebäude gekommen sei. Seine Einwilligung hat man aller-ding« nicht eingeholt, wie man sich um seine Meinung überhaupt nicht schert. Und war er bisher der Meinung, e» werde ihm gelingen dadurch, das» er cons.queitter Weise nur von der „Marktschule" sprach, weil ihm da» Wort „deutsch" stet» im Halse stecken blieb, derselben successive den Character zu nehmen, so mag er von nun an auch durch da» sichtbare Wahrzeichen eine» Besseren belehn werden. Weiter» glossiert da» Correspondentlein die eigen-tbümlich deutsch klingenden Namen der Gemeinde« räthe. Wir glauben sie klingen zum mindesten so „deutsch" al» RoSmann und Kumer „slovenisch". Will dasselbe, wie eS verspricht, versuchen, die Thätigkeit der Gemeinderäth« in einem der dem-nächst erscheinenden Artikel zu beleuchten — nur zu! Wir sind gerne bereit den Kamps offen ans-> zunehmen und wollen sehen, war mit besseren Argumenten in» Feld ziehen wird. Wen» wir di»-her geschwiegen, und nicht jede Erscheinung vor da» Forum der Öffentlichkeit zerrlen, so thaten wir e«, weil wir kein Wohlgefallen daran fanden, die gewaltigen Schwächen anderer aufzudecken. An-las« dazu wäre ja genug dagewesen. — Schließlich besasst sich da« Schreiberlein noch mit den Er-ziehungSrejultaten an der deutschen Schule. Ueber dieselben ein Unheil zu fallen ist wohl nur ein Fachmann berufen und dieses Urtheil ist feit Bestehen der deutschen Schule stets ein gleichlautend günstige« gewesen. Wir erwarten aber auch von unserem wackeren Lehrkörper, dafS er von der betretenen Bahn nie abirren werde, und wenn dann Leute von der fraglichen Bedeutung deS „Juristen" August Kohl« 6 schek sich da« eigenthümliche Vergnügen bereiten, „deutsche Schulkinder- anzurempeln, von diesen eine „echt deutsche Antwort" bekommen, so kann e» uns nur recht sein. — Bals hätten wir ver-peffen, eine slovenische Heldenthat zu verzeichnen. Am 9. d. M. saßen zwei Schulkinder der deut« schen Schule im Garten ihrer Zieheltein und sangen deutsche Lieder, wie sie sich in allen unseren approbierten Liederbüchern vorfinden. Die« hörte der auch in demselben Hause wohnende ultraslo-venische k. k. GerichtSkanzlist Wibenschek. Wie eine Furie stürzte er auf eine» der Kinder los und versetztt ihm mehr als zehn wuchtige Hübe aus den «opf. — Nun, Herr Correspondent der „S. P.", waS sagen Sie dazu? Eine solche Roheit ist sicherlich nur ein slovenische» Erziehung»« resultat! Anterfleirische Aäder. In Römerbad sind bis 10. Juli 1S8 Parteien mit 503 Personen zum Curgebrauche eingetroffen. Aahr- «nd Iiehmärkte in Steiermark. Am 21. Juli: Graz. Stechviehmarkt nächst dem Schlacht« Hause. — Pettau, Wochrnmarkt. — Am 22. Juli: Graz, Getreide-, Heu- und Strohmarkt am Grie«-, Holzmarkt am Dietrichsteinplatze. — EibiSwald, Jahr- und Biehm. — St. Georgen, Bez. Juden-bürg, Viehm. — St. Hermagora», Bez. Rohitsch, Jahr» und Viehm. — St. Kathrein am Hauen-stein, Bez. Vorau, Jahrm. — Köflach, Bez. VoitS-berg, Jahrm. — Oberwölz, Jahr» und Viehm. — Rann, Schweinemarkt. — Tragöß, Bez. Brück, Jahrm. — Wildon, Jahr» und Viehm. — Marburg, Viehm. — Am 23. Juli: Kapellen, Bez. RadkerS-bürg, Jahrm. — St. Kathrein. in der Lamming, Bez. Brück, Kram. — Mitterndorf, Bez. Ausser, Jahrm. — Am 24. Juli: St. Lumbrecht. Bez. Neumarkt, Jahr- und Viehm. — Sachseoseld, Bez. Dilii, Jahr» und Viehm. — Gotzendors, Bez. Oberzeiring, Viehm. — Am 25. Jul«: Brandlucken, Bez. Birkscld, Jahr» und Viehm. — Drachenburg, Jahr- und Viehm. — Friedberg, Jahrm. — Geistthal, Bez. VoitS berg, Jahrm. — Jlz, Bez. Fücstenseld, Jahr» und Viehm. — Lankowitz, Bez. BoitSberg, Jahrm. — Leoben, Jahrm. — Ligist, Bez. VoitSberg. Jahr» und Viehm. — Tschermosische, Bez. Rohitsch, Viehm. — St. Urban, Bez. Pettau, Jahr» und Viehm. — Windisch-'Feistrij, Jahr-Jahr« und Viehm. — Leibnig, Jahr- und Viehm. — Am 26. Juli: Graz, Getreide-, Heu» und Stroh-markt am Grie»-. Holzmarkt am Dietrichstein-platze. — St. Anna am Aigen, Bez. Fehring, Jahrm. — Feldbach, Jahr- und Viehm. — Frauheim, Bez. Marburg, Viehm. — Groß-Stübing, Bez. Frohnleiten. Kräm. — Lankowitz, Bez. VoitSberg, Jahrm. — St. Martin im Mürzthal. Bez. Brück, Jahrm. — Maria in der Wüste (Rotten-berg),Bez. Marburg, Jahrm. — Neumack«, Jahr-und Viehm. — Pettau, Wochen» und Schweine-markt. — Prediny, Bez. Leibnitz, Jahr- und Viehm. — Stanz, Bez. Mureck, Jahrm. — Stübing» graben, Bez. Frohnleiten, Kräm. — Turrach, Bez. Murau, Jahr» und Viehm. — Weiz, Jahr» und Viehm. — Am 27. Juli: Graz. Hornviehmarlt nächst dem Schlachthause. — Rann, Bez. Pettau, Schweinemarkt. Hingesendet. (K e i 1'« Bodenwichse) ist da» vorzüglichste EinlasSmittel sür harte >löb«n. Keil'S Boveuwichse kommt in gelben Blechdosen zum Preise von 45 Kreuzern in den Handel und ist bei Traun & Stiger erhältlich. Vermischtes. Heffentliche ßommnnak-Kandelsschnte in Keks. Am 8. Juli sand an der öffentlichen Com-munal-HandelSschule in WelS die Vertheilung der Zeugnisse statt und schließt die Schule damit da» neunte Jahr seit ihrem Bestehen. Dem unS vor» litgenden Jahresbericht entnehmen wir, das» die Anstalt im Schuljahr 1898/99 von 52 Schülern frequentiert wurde. Hievon waren: Nach der Religion: 50 Katholiken und 2 Protestanten. Nach der Muttersprache: 52 Deutsche. DaS 10. Schuljahr beginnt am 16. September. Schriftliche Anmeldungen werden während der Ferien entgegengenommen und alle Auskünfte bereitwilligst schriftlich von der Direktion ertheilt. Vom I. September ab werden die Aufnahmen in der DirectionSkanzlei.WelS, Herren-gaffe Nr. 9, 2. Stock, vom Director der Anstalt persönlich vorgenommen. In di« mit der zwei» claffigen Handelsschule in Verbindung stehende Vor-dereitungSclosse können auch Schüler eintreten, die erst da» 13. Lebensjahr vollendet haben oder da»- „gectf&e tttaifüm selbe im Kalenderjahre noch erreichen und daher noch im volk»schulpslichti^en Alter stehen. Solche Schüler sind im Grunde de» 8 28 de» Reich»-volk»schulgesetze» von der Verpflichtung, die ösfenl« liche Volksschule zu besuchen, enthobeu und haben keine Ausnahmsprüfung abzulegen. Schüler, die die dritte Classe einer Bürgerschule mit Ersolg ab» solviert haben, können ohn« AufnahmSprüsung in die erste Classe der Handelsschule eintreten. Neu eintretende Schüler haben in Begleitung ihrer Eltern oder deren Stkllvertr«t«r zu erscheinen, ihr letzt«» Sludienzeugni« vorzuweisen und die EintrittStox« von 3 fl. zu entrichten. Hi» Hegenstück zu dem „gei/Mchen Kartenspiel, von dem wir in einer der letzten Nummern erzählten, ist die „Tombola sür die Erlösung armer Seelen aus dem Fegefeuer". Verschiedene Blätter theilen ihren Lesern den Inhalt folgenden Ankün-digungSzettelS mit, der in den Kirchen Mexiko» angeschlagen ist und d«ff«n Inhalt auch von der Kanzel herab verkündet wird. Die Ankündigung lautet: „Tombolaspiel sür die Erlösung der Serien au» dem Fegefeuer!" In der letzten Ziehung wurden die unten genannten Lose gezogen. Nr. 841. Jame» VaSquey» Seele wird vom Fegefeuer erlö»t und kommt in» Himmelreich. Nr. 42. Frau FranciSca Calderon genießt von nun an die ewige Seligkeit. Nr. 762. Die Witwe FranceSca de Panas wird von dem Fegefeutr erlöst und kommt »nS Himmel-reich. In der Kirche „zum heiligen Erlöser" wird am I. Juli 1899 eine neu« Verlosung stattfinden. Der Pr«t» eines Loses beträgt «in«n Dollar, zu bekommen bri dem Pfarrer mit Erlaubnis und Genehmigung d«S Terni-Papstes." — Ja, „Sobald das G«ld im Kasten klingt, die Seel« in den Himmel springt.- Deutscher Schutverein. In der AuSschusSsitzung am II. Juli l. I. wurde dir Ortsgruppe Frtdbach sür ein« Sonnwendfeier und der Ortsgruppe Dobrzan für das Ergebnis von NeujahrSenthebnngen, ferner dem steiermärktschtn Landtage für di« Subvention von 200 fl., d«r Siadtgemeind« Dobrzan, der Tisch-gtsellschast „Congontgir in der Schwemme" in Pilsen, d«n Herrn Dr. Joh. Pechaczek in Pilsen und Dr. Hugo Fürth in Etrakonitz für Spenden und endlich für da» Ergebnis «in«r Sammlung bei der Feuerwehrversammlung in Horitz der geziemende Dank ausgesprochen. Hieraus würd« der Bericht de» Gauverbande» I (Aussig) über seine Thätigktit im Jahre 1898 zur Kennt«,» genommen und für di« Schule in Josesstadt da« Schulgeld für arm« Kinder bewilligt. Weitkrs wurden bewilligt: ein Beitrag zur Herstellung der Turng«räthe und de« Turn-garten» in Riebnig, ein Beitrag zu dem Hand-arbeitSunterricht in WeSka, ein Beitrag zur Her-stellung der Turngeräthe und deS Turngartens in Riebnig. «in Beitrag zu dem HandarbeitSuntericht in WeSka, ein Beitrag zur Herstellung der Schul-pumpe in Sehndorf, «ine Schulunterstützung sür KöplerSdors und das Schulgrld für arme Kinder in Braunbusch. Nach Berathung der Angtl«g«nhen de» Schulerwtit«rung»baueS in Switschin und von Schulangelengtnheiten von Watzlaw und Julienhain wurde die Nachricht, dass demnächst di« Gründung einer Ortsgruppe in Maria Saal ge-plant ist, zur Kenntnis genommen und schließlich gelangten Angelegenheiten der VereiriSanstalten in Nd. Eisenberg und RudolsSstadt zur Berathung und Erledigung. An Spenden sind dem Vereine zugekommen: Rollbalkengesellschaft in Leoben 150 fl.; Ungenannt in Leoben 5. fl.; Ortsgruppe Jserthal Sammel-schütze 12'48 fl. und Ungenannt 1'80 fl.; Ort», gruppe Semil 7'14 fl.; Ortsgruppe Zöptau 9'30 fl.; Tischgesellichast Glatz in Hartberg 3 6V fl.; Ort»-gruppe Michelob 5*77 fl.; Ortsgruppe Oschitz Sammelschütz«n 1*35 fL; Ortsgruppe Pilsen 17 22 fl ; Ortsgruppe Reittndorf 6*80 fl.; Ortsgruppe Rumburg 104 97 fl ; OrtSaruppe Asch 125 fl.; Ortsgruppe Nennowitz 21'85 fl. Schritttynm. »Colonialspeeulationen" heißt ein sehr ernster Artikel von A. Damaschk« in der „ Deutschen H5olks-stimme", der dir allgemeine Aufmerksamkeit auf die letzten groben Landconzessionen in unseren Colonien zu lenken geeignet ist. — AuS dem neuesten Heft deS be-kannten Organs de» Deutschen Bod«nrefo>mcr heben wir noch hervor: Pohtmann, Bodenreform in England. — Prof. Standin>rer, die progressive Grundwertsteuer. — Prof. Büchner, Soeialreform und Darwinismus. — Grobjohann, Aus dem südwestfälischen Bauernstande. — Helvediu«, Franz Ziegler al« Eommunalpolitiker. — El. Füller, Mi» rothen Srtssen. — Prof. Sei» ling, Okkultiemu« und Unsterblichkeit. — P. Zoll-mann, Wie wehren wir uns gegen den Materialismus? — Sprechsaal. — Bihhknchau. — AuS der Bewegung. — Rundschau. — Die „Deutsche BolkSstimme" kostet vierteljährlich nur I Mk. und ist durch jctc Buchhandlung, Postanstalt oder auch direct vom Ver-lag I. Harrwitz Nachfolger, Berlin 8>V., Ftitdrichstraße 16, zu beziehen. »Die Fackel-, herausgegeben von Karl KrauS» ein neu erscheinende», in satirischem Tone und actuell gehaltenes Kampfblatt, diS sich die scharfe Kritik aller politischen, volkswirtschaftlichen, künstlerischen und> socialen Vorkommnisse zur Aufgabe macht, enthält in seiner zehnten Nummer (Anfang Juli): Sine Demonstration der Polizei. — Wahlresorm. — DaS Glück der Eoburger. — Herr Ehlumerky. — Sin SourSzettel. — Manchester und Kältern. — Der stellenweise confiS» eierte Orang-Utang. — Goethe, Matzenauer, Lesfin» und No«k^. — Offieiöier Stolz. — Universitäiebum» mel. — • Religionsunterricht. — Gymnasiastinnen. — Zum Gastspiel des „Deutschen Theater».- — Die Kunstpfleg« der „Reuen Freien Presse.- — Ein Lock» ruf zur Futterkrippe. — Au» einem Referat de» Hern» Julius Bauer. — LapidateS au» der „Reuen Freien. Presse.- — Satire und Markenschutz. — Antworten de» Herausgeber». — „Die Fackel- erscheint dreimal im Monat, im Umfang« vo» 16—32 Seiten Octav» sormat. — Preis der einzelnen Nummer 10 Kreuzer. — Abonnement April bis December fl. 2.25. — (Für Deutschland Mk. 4.50, für di« Länder de» Weltpostvereine» Mk. 5.25). — Man abonniert bei der Geschäftsstelle der »Fackel-: BerlagSbuchdruckere» Moritz Frisch, Wien, Bauernmarkt 3. FRITZ RASCH. CILLI.1 Cur- und Fremdenliste von Römerbad in Steiermark. Vom L. bis 10. Juli. Herr Carl Zlpeinowsky, Ö. o. Professor an der technischen Hochschule, mit Gemalin und Fräulein Tochter, aus Budapest; Hochwürden Herr Anton Lang, Gymu.-Profeasor, aus Kosen« 11; Heir Dr. Lndislans tob Hinkn, bi schüft. Rechtsanwalt, mit Gemalin aus Fünf-kirchen ; Frau Natalle Mollltz, Private, mit Nichte 1 rL Kldonie Pelikan Ton Plauenwalde, aus Grnx; Herr £art.-Vorstand int Poatsparcassenamte, mit Gattin und drei Frl. Töchtern, aus Wien; Herr Josef Mayer, Privatier, mit Gemalin, aus Mödling bei Wien; Frau Leopoldine Lu-ser, Private mit BtubeumAdchen, aus Wien; Herr Viu-eenzo Lappis. 8chi(TscapitAn mit Kammerdiener, aus Fiume; Fran Marie Caspar, Med. Doctorawitwe, aus Klagenfurt; Frau Eueenie Starro, Private, mit Friul. Annette Stavro, aus Wien; Fräulein Paula Weiligeh, ßestaurateurstochter, mit Erzieherin, Fräul. Anna Kieli-ter, aus Agram; Herr Julius Haase. Amtsgerichtsrath, mit Gemalin aus Reichenbach, Preuss. Schlesien ; Herr Josef Klndl, Director, mit Oemalin und Töchterchen, aus Fünlkircnen ; Frau Emilie Ferliek. Steuerinspec-tore-Witwe, aus Fünfkirchen; Herr Josef Kröpf, Pro-curist, aus Wien; Herr J. O. Xlethke, aus Wien; Frau. Therese Brunner, Private, au« Fünfkirchen; Herr San-dor Oimay, Beamter, mit Gattin, aus Budapest; Be. Excellenz Herr Ludwig von Kinnart. k. u. k. Feld-marschall-I.ieuteaant, mit Kammerdiener ans Wien; Herr Alexander Edler von Suchauek-Hasseniiu Jun., aus Brunn; Frau Jrma LatoM-hinskj, Hauptmannagat-tin, mit Töchterchen, aus Gras ; Herr 81 »mund Epstctn, Kaufmann, aus Agnuu ; Herr Ferdinand imiin, Privat, ans Wien; Herr Moritz Kastei, Kaufmann, mit Gattin, Frilul. Tochter und Sohn aus Fiume; Herr Carl Boj nprer, k. 1c. Oberinspector, mit Gemalin, aus Wien; Herr Moritz Schwarz, Irapector der k. k. Htaatsbahnen, aus Wien; Frau Therese Weiss, AUrocatenagatÜii, mit Fräul» Tochter, aus Graz; Frftnl. Julia Pulitzer, kr. k. Uebungs-«chullehrerin, aus Linz ; Herr Josef voa Knapp, aus Fünfkirchen; Fran Kosalie Bokh, Obertouidesgericht«-rathswitwe, mit Fräul. Tochter, aus Graz; Herr Hermann Neobereer, mit zwei Kindern, aus Fium/,3 Uhr wird d Zöglinge in die Schule geh^n. Zöglinge, welche um 10 Uhr nachhause kommen, sind von 10 bis 11 Uhr frei und haben von 11 bis 12 Uhr entweder Zeichnen oder Leetüre. Die um 11 Uhr aus der Schule kommenden sind bis 12 Uhr frei. werden vom Gefertigten Angenommen, nach welchem die Um 12 '/4 Uhr wird das Mittagmahl eingenommen (zwei Speisen, zweimal wöchentlich drei Speisen, gut gekocht und in genügender Menge). Von s/4 1 bis '/< Uhr findet die Verbereitung für den nachmittägigen Unterricht statt Nach der Schule erhalten die Zöglinge ihre Jause (Kaffee oder Obst); darauf wird ein Spaziergang gemacht, im Winter bis 5, im Sommer bin 6 Uhr. Im Winter wird die Zeit von 5 bis 6 Uhr durch passende Spiele ausgefüllt. Auch während dieser Zeit sind die Zöglinge überwacht. Von 6 bis 7 Uhr ist Studium (Ausführung der schriftlichen Arbeiten). Um 7 Uhr wird das Nachtmahl eingenommen und von 1/t8 bis 9 Uhr abends ist Leetüre. der Studierzeit nicht nach-erhaltfei, haben von 7s8 bis 9 Uhr Zöglinge, welche ihren kommen, respective eine statt Leetüre Studium. Um 9 Uhr gehen mehr gesprochen oder J^rRuh^gestört Mittwoch und S Studium und wird dann mit sein, dor nicht« anderes will, als die vernünftige Fran zu besitzen. — GOÄre Anträge erbitte unter Chiffre „V. i£ 10 0 ' an die Verw. der »Deutschen W/cbt\ in Cilli. 4052 4033-5» Waldbaus Nette« neues mit 1800 □ Meter jBSrten an der Hochet?-egeerstrasse, nä^Ht Cilli, ist für 3500 fl. sofort zu »erkaufen. — Nähere« im Gasthaus« »Zur Stadt Grat« in Cilli. 405> 59 Guto Cafe-Restaurant Ranges. Prachtgarten mit zwji^leganten Salons. Vorzügliche Küche, bekannth##fes Gösser Märzenbier, Murinsulaner Schilcher. — Weinspecialität^fom Fass. — Vorzüglicher Obers-Kaffee. Bnekliqfin 70 kr., Enten. ZDIners und Soupers prompt und billigst. 4056-60 Hochachtungsvoll Qer Restaurateur. Grosses (iescliäl'lsloral ist zuhaben bei Frau Nlmonlairlieirg, Hotel »Stadt Wien*. 4058-69 aus besserem Hanse wird in der UMM Job. Raiatoits sofort aufgenommen. 4060 Ratbhansgas^Mh-'is'IK.I^I - Httmmer'sches Hans ist vom 1. Octo bepT. J. ab zu vermiethen. — Anfragen an f rtlliz Kurbeutz, Grazerstrasse 3. 4046 —61 vVnton Maloprou'H Gastwirtschust Ein 4054 wird^tflgenommen. Hotel Kv£a,lopro-a._ Bezirke-Krankenkasse in Markt TülFer Wohnung, bestehend aus l^tfmmern nebst Zu-gehör. Miethww 200 11. und Neben-gebflhren. — Anzufragen bei der .Sparcassa der Stadtgemeinde Cilli". 4006 Ehe der Zukunft 44te Auflage, mit Abbildungen. Zeitgemäßer Ratgeber für Ehegatten jeden Staude« und Eiwochsene beiderlei Geschlechte«. Inhalt: Ausführlich« Besprechungen sämmtl.,gelbst der schwierigsten Fragen, welche in der Ehe vorkommen und Grand tu Sorgen and Störung des Familienwtdils geben, resp. Mann und Fraa von des Helfe an bi« zum kritischen Alter hin,sowohl vom Wissenschaft). wie praktischen Standpunkt aus betreffen, sowie Abtrabe wertvoller, zeitgemäßer, bi«her4Vtmg oder kaum gekannter natürlicher unH künstl Verhaltungsmass-regeln fflr alle Fälle. Höchst belehrend, menschenfreundlich und hochinteressant I 184 Seiten stark. 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