Laibacher Organ des krainischen Landes - Lehrervereins. Erscheint am 10. und 25. jedes Monats. Vereinsmitglieder erhalten das Blatt gratis. Sechster Jalir«faiigf. Pränumerazionspreise : FürLaibach: Ganzjähr. fl. 2-60, halbjähr. fl. T40.— Mit der Post: Ganzjähr. fl. 2*80, halbjähr. fl. 1‘50 Expedizion: Buchdruckerei lg. v Fl«imn:ivr & Fa«1 Ramhorcr Rn.hniiAforn.aaA Kr i»; Inserate werden billigst berechnet. Seit dem Besteben unseres Blattes haben wir stets auf die Notwendigkeit einer \ Aenderung der genannten Landessehulgesetze bingewiesen, wenn die neue Schule in • Krain überhaupt prosperieren soll; insbesondere aber hielten wir die Bestimmungen über das Hecht der Ernennung der Lehrer durch die verstärkten Ortsschulräte, durch welches . die Gemeinden in Krain, trotzdem gerade bei uns die ländliche Bevölkerung auf einer ziemlich tiefen Bildungsstufe steht, gegenüber anderen Ländern in ganz unerhörter Weise > ausgezeichnet waren, für einen Krebsschaden in unseren Schulzuständen. Wir verweisen | dies bezüglich auf einen längeren Artikel im vorigen Jahrgange, in welchem wir unserer Freude über den Ausgang der Landtagswahlen darum Ausdruck gaben, weil wir von der neuen Landtagsmajorität erwarten konnten, sie werde durch eine Aenderung der betreft'en-x den Gesetzesstellen unser Land, das in Schulsachen gewissermassen eine — wenngleich 1 für das wahre Wohl der Schule höchst ungünstige — Ausnahmsstellung genoss, in den ^ notwendigen Anschluss an die übrigen im Keichsrate vertretenen Königreiche und Länder ^ bringen. Wir haben uns nicht getäuscht, denn schon die erste Session des neuen Landtages ^ hat unsere Wünsche erfüllt. Indem wir uns Vorbehalten, den betreffenden Gesetzentwurf • und die darüber geführten Verhandlungen ausführlich zu besprechen, beschränken wir \ uns für heute auf einen kurzen Auszug aus dem Berichte des Schulausschusses. Derselbe fasst folgende Hauptpunkte ins Auge: 1.) Aenderung der Zusammen- 1 Setzung der Schulaufsichtsbehörden, insbesondere Aufhebung des Institutes der verstärkten Ortsschulräte; 2.) Fixierung von Zwangsmassregeln gegenüber den Ortsschulräten; 3.) Aenderung der Bestimmungen über die Lehrerernennung; 4.) Klassifizierung der Lehrstellen; 5.) Regelung des Sisteines der Funkzionszulagen. Zum Antrag auf Aufhebung der Einrichtung der verstärkten Orts- und Bezirksschulräte bewog den Schulausschuss insbesondere die Rücksicht auf Geschäftsvereinfachung und der Umstand, dass die Grenze zwischen den Wirkungskreisen des Ortsschulrates und des verstärkten Ortsschulrates ohnehin nie eingehalten werde, und das Schulpräliminare derzeit in das Bezirkskasse-Präliminare eingestellt werden muss, letz-1, teres aber ohnedies in einer Versammlung der Gemeindevorstände des betreffenden ' cs Steuerbezirkes jährlich beraten wird. Durch die vorgeschlagene Aenderung des Gesetzes s > b eibt dem Vertretern der Gemeinde unter allen Umständen die Majorität im Ortsschul- t . . ' ^ O- Aenderung der Landesschulgesetse vom 25. Februar 1870 und vom 29. April 1873. rate und den Vertretern der Steuerzahler der Einfluss bezüglich des Schulbezirks-Präliminares gewahrt. — Die Bestimmung von Zwangsmassregeln gegen renitente Orts-schulrlite ist auch anderwärts in Geltung und steht in Uebereinstimmung mit der Bestimmung der Gemeindeordnung gegen pflichtvergessene Gemeindevorstände oderAusschüsse. — Die Vereinigung des Orts- und des Bezirksschulrates in Laibach zu einem Stadtschulrate begründet Geschäftsvereinfachung, wobei dem Gemeinderate das Recht der Präliminieruug der Schulerfordernisse und der Prüfung der bezüglichen Rechnungen gewahrt bleibt; übrigens ist dieses Institut auch in andern Provinzen eingeführt und hat sich überall als gut bewährt. — Der Landesschulrat wird um einen Vertreter der Gemeindevertretung der Landeshauptstadt vermehrt, womit diese für den Verlust des Rechtes der Lehrerernennung entschädigt wird. — Das Vorschlagsrecht des Landesausschusses bezüglich der beiden Mitglieder aus dem Lehrstande entfällt, da gar kein Grund zu diesem Vorschlagsrechte gefunden werden kann. — Zur wichtigsten Aenderung, jener bezüglich der Lehrerernennung, fand sich der Schulausschuss durch die Erwägung veranlasst, dass der Landesschulrat die Qualifikazion der Kompetenten richtiger und objektiver zu beurteilen im Stande ist, als die allen möglichen Einflüssen unterliegenden Ortsschulräte; dann durch die Rücksicht darauf, dass die bestehenden Normen die strafweise Uebersetzung eines Lehrers unmöglich machen; endlich sei dies im Wunsche der Landeslehrerkonferenz gelegen. — Die Klassifizierung der Lehrerstellen (I. Klasse mit 600, II. mit 500, III. mit 450, IV. mit 400 fl.) begründe eine gerechtere Verteilung der Lehrergehalte. — Der geringe Unterschied zwischen den Mühen der Leitung einer zwei- und jener einer dreiklassigen Volksschule rechtfertige nicht die Verdoppelung der Funkzionszulage, daher wird letztere für dreiklassige Volksschulen von 100 fl. auf 75 fl. erniedrigt. In Funkzionszulagen von 50 fl. für Leiter einklassiger Schulen erklärte der Schulausschuss aus Ersparungsrücksichten nicht eingehen zu können, doch sollen die betreffenden Leiter für ihre Schreibgeschäfte durch Remunerazionen entschädigt werden. Der Schulausschuss beantragte auf Grund dieses Berichtes, der hohe Landtag wolle beschliessen: 1.) Dem Gesetzentwürfe, betreffend die Abänderung mehrerer Bestimmungen des Schulaufsichtsgesetzes vom 25. Febr. 1870 und der beiden Landesgesetze vom 29. April 1873, wird die Zustimmung erteilt; 2.) der Landesausschuss wird beauftragt, im verfassungsmässigen Wege die a. h. Sankzion dieses Gesetzes zu erwirken; 3.) der Landesausschuss wird beauftragt, den Zeitpunkt wahrzunehmen, in welchem es die durch obigen Gesetzentwurf zu erzielenden Ersparnisse au Lehrergehalten zulassen werden, den Leitern der eiuklassigen Volksschulen für die Besorgung der mit der Leitung verbundenen Schreibgeschäfte eine Remunerazion zu gewähren, und sodann dem Landtage hierüber Bericht zu erstatten; 4.) mit den Beschlüssen sub 1 bis 3 finden auch die Pe-tizionen der Landes-Lehrerkonferenz und des slovenischen Lehrervereines ihre Erledigung. Nach der Generaldebatte wurde das Eingehen in die Spezialberatung beschlossen. | Die klerikalen Abgeordneten erklärten jedoch, sich an derselben nicht beteiligen zu können, und verliessen den Saal. Nachdem im Laufe der Spezialdebatte der k. k. Landespräsident eine Reihe von Aenderungen im Gesetzestexte vorgeschlagen und dieselben bis auf eine angenommen wurden, wurde auch das ganze Gesetz im deutschen und slovenischen Texte angenommen. Zweite krainische Landes - Lehrerkonferenz. (Portsotzung.) Zweiter Verhandlungstag, Dienstag, 10. September. Die Sitzung begann nach Beendigung der vom Zäzilienvereine in der St. Jakobskirche veranstalteten Messe um 9 Uhr. Nachdem der Vorsitzende noch einige der inzwischen eingelaufenen, bereits in der letzten Nummer bekanntgegebenen Anträge verdesen hatte, ging man an die Beratung des Entwurfes eines Lehrganges für die Volksschulen in Krain, zusammengestellt auf Grund und in Ausführung der vom h. k. k. Landesschulrate mit Verordnung vom 19. Dezember 1874, Z. 2764, vorgeschriebenen Pläne. Wir halten es für notwendig, den Text des Entwurfes, der den Mitgliedern lithographiert vorlag, sowie die von dem Ausschüsse an demselben vorgeschlagenen Aenderungen im Worlaute zu geben. I. Slovenische Muttersprache. Erstes Schuljahr. Lesen und Sprachübungen. Der eigentliche Leseunterricht hat nicht gleich in den ersten Schultagen zu beginnen, sondern muss durch entsprechende Vorübungen, die etwa zwei Wochen dauern, vorbereitet werden. Vor allem müssen die Kinder in die Schuldisziplin eingeführt und in dieselbe eingewöhnt werden. Dazu gehört vorzugsweise das Einreihen der Schüler in die Schulbänke, das Abfragen derselben nach ihren Tauf- und Zunammen, das Angewöhnen zum regelrechten auf. rechten Sitzen, zum Lautsprechen, zum Einzeln-und Chorsprechen; das Wecken des Sinnes für Reinlichkeit, Sauberkeit und Pünktlichkeit; das Beibringen der Begriffe rechts, links, vorn, hinten, oben, unten, neben, über u. s. w. Weitere Vorübungen bildet der Anschauungsunterricht, wobei die Gegenstände in der Schule, zu Hause und in der Umgebung zur Besprechung und Veranschaulichung kommen. Parallel mit diesen Vorübungen gehen Uebungen im richtigen Handhaben des Griffels und die allbekannten Vorübungen für das Schreiben. Die Schüler müssen gewöhnt werden, den Griffel richtig anzufassen, wegzulegen und wieder zur Hand zu nehmen, ehe sie den ersten Strich für die Vorübungen zum Schreiben machen dürfen. Besonders ist darauf zu sehen, dass die Finger den Griffel nicht pressen, sondern ihn sehr leicht halten. Endlich sind die Schüler zu üben, wagrechte, senkrechte, schiefe und gebogene Striche in feiner und in stärkerer Form zu ziehen. Nach dieser und ähnlichen Vorübungen kann erst zum eigentlichen Schreibleseunterricht geschritten werden, neben welchem der Anschauungsunterricht seinen geregelten Fortgang nehmen muss. Beim Schreibleseunterricht, welcher genau nach der in der Fibel enthaltenen Reihenfolge vorzunehmen ist, wird die Einhaltung nachfolgenden Stufenganges empfohlen: 1.) Der Lehrer lässt den betreffenden Laut in Wörtern heraushören, und wähle hiebei anfangs solche Wörter, in denen dieser Laut als Anlaut erscheint, und führe endlich das Schriftzeichen hiefür vor. 2.) Der Lehrer schreibe jeden einzelnen Schreibbuchstaben deutlich und mustergiltig auf die linierte Schultafel vor, bespreche eingehend die Teile und die Ausführung desselben, schreibe denselben noch einigemale auf die Schultafel, indem dabei stets wieder auf die richtige Ausführung hingewiesen wird, und lasse ihn sodann von den Schülern erst durch entsprechende Handbewegung in der Luft, dann auf die Schulbank nachbilden1), endlich auf die Täfelchen schreiben. 3.) Sind auf diese Weise einige Laute eingeübt, so spricht der Lehrer Wörter mit den bereits eingeübten Lauten vor, schreibt diese auf die Schultafel, lautiert sie vor, lässt sie sodann erst von einzelnen Schülern, dann von allen im Chore lautieren, hierauf auf ihre Täfelchen schreiben, und schreitet so nach und nach, nach Massgabe der bereits eingeübten Laute, zu kurzen (aus zwei Wörtern bestehenden) Sätzen vor. Nach Einübung der Schriftbuchstaben wird zu den Druckbuchstaben übergegangen. Diese werden vom Lehrer teils durch das Anschreiben derselben auf die Schultafel, teils durch das Vorweisen derselben auf der Wandfibel mit den Schreibbuchstaben verglichen, sodann im Schulbuche aufgesucht und eingeübt. An den einschlägigen Uebungen im Lesebuche wird das mechanische Lesen fleissig eingeübt; bei schon bekannten und oft gelesenen Lesestücken empfiehlt sich zur Abwechslung das rückwärtsweise Wortlesen 2). Jedes Wort und jeder Satz der Uebung wird sachlich ganz kurz erläutert, kleine Uebungen werden zeitweise von den Schülern auf die Täfelchen abgeschrieben und besonders geeignete kleine Musterstücke in gebundener Rede memoriert. Bei allen diesen Uebungen hat der Lehrer seine volle Aufmerksamkeit auf die richtige Aussprache jedes einzelnen Lautes zu richten und hiebei besonders auch auf ein gutes Verschmelzen der Laute zu sehen. Sollte z. B. das Wörtchen „in“ gelesen werden, so darf der Schüler die Laute „i“ und „n“ nicht etwa einzeln nennen und sie daun miteinander verbunden aussprechen, sondern er muss den Laut „i“ etwas länger tönen lassen, und ohne mit der Stimme abzusetzen, den Laut „n“ heranziehen. Am Schlüsse des ersten Schuljahres sollen die Schüler im Lesen der Schreib- und Druckschrift so weit eingeübt sein, dass sie im Stande sind, leichtere Lesestücke langsam und lautrichtig zu lesen. Zweites Schuljahr, a) Lesen. Lautrichtiges Lesen mit genauer Beachtung der Satzzeichen: Punkt, Beistrich, Strichpunkt, Frage- und Rufzeichen; Wort- und Sacherläuterungen (in dieser Beziehung sei die Besprechung der Lesestücke einfachster Art und bestehe im Erklären fremder und im Uebersetzen schwieriger Ausdrücke, im Abfragen der Hauptpunkte, wobei immer auf Antworten in Sätzen gedrungen werden muss, im Veranschaulichen noch nicht bekannter Dinge, Eigenschaften u. s. w.); Wiedergabe des Gelesenen nach gestellten Fragen; fortgesetzte Anschauungsübungen; Memorieren passender Lesestücke. b) Sprachübungen. Orthographische Uebungen mit besonderer Rücksicht auf Grosschreibung und Silbentrennung, Buchstabenkenntnis und Buchstabieren. Kenntnis des Haupt-, Eigenschafts- und Zeitwortes im allgemeinen; der reine einfache Satz; die Hauptteile desselben. Geschlecht und Zahl der Hauptwörter; Kenntnis des persönlichen Fürwortes im allgemeinen; Zahl des Eigenschaftswortes; die drei Hauptzeiten. Die schriftlichen Uehungen bestehen im Bilden kleiner Sätze nach gestellten Fragen und gegebenen Andeutungen, in planmässig geleiteten Uebungen im Abschreiben aus dem Lesebuche, in kleinen leichten Umwandlungen von Lesestücken mit Aenderung des Zahl-, Personen- und Zeitverhältnisses. Drittes Schuljahr, a) Lesen. Wie auf der vorigen Stufe, mit gesteigerten Anforderungen, insbesondere mit Rücksicht auf die richtige Betonung der Wörter. — b) Sprachübungen. Fortgesetzte orthographische Uebungen, wie auf der vorigen Stufe. Der einfache Satz und dessen Hauptteile; der Erzähl-, Frage-, Wunsch- und Befehlsatz an Beispielen erläutert; Umwandlung der Erzählsätze in die andern Arten, und umgekehrt; Wortfolge im einfachen Satze. Die Arten des Hauptwortes; Abänderung des Haupt- und Eigenschaftswortes; Steigerung des Eigenschaftswortes; persönliche, besitzanzeigende und unbestimmte Fürwörter und Abänderung derselben; Abwandlung des Zeitwortes in allen Zeiten; Kenntnis der Zahl-, Umstands- und Verhältniswörter im allgemeinen. Hinweisung auf die Rekzion der Haupt-, Eigenschafts-, Zeit- und Verhältniswörter gelegentlich der grammatischen Behandlung der Lesestücke; Memorieren der Verhältniswörter. Wortbildung ; hiezu gehört insbesondere die genaue Kenntnis der Buchstaben und der Silbenarten, nemlich der Haupt- und Nebensilben; Ableitung der Haupt- und Zahlwörter. Neben der schriftlichen Behandlung des grammatischen Stoffes planmässig geleitete Uebungen im schriftlichen Wiedergeben kurzer Lesestücke nach gegebenen Fragen; Mederschreiben memorierter kurzer Lesestücke. Viertes Schuljahr, a) Lesen, Geläufiges und sinnrichtiges Lesen unter besonderer Beachtung des Wort- und Redetones; Wort- und Sacherläuterungen; Wiedergabe des Gelesenen mit eigenen Worten, Memorieren passender Lesestücke in gebundener Rede. (Für das Memorieren sollen stets solche Lesestücke gewählt werden, welche geeignet sind, das Herz und das Gemüt der Jugend zu bilden und das patriotische Gefühl zu fördern.) — b) Sprachübungen. Orthographische Uebungen mit besonderer Rücksicht auf den Gebrauch der den Schülern schon aus den früheren Schuljahren bekannten Satzzeichen und den Gebrauch des Ij und nj. Der erweiterte einfache Satz; Ergänzungen und Bestimmungen3); Unterscheiden des nackten einfachen vom erweiterten einfachen Satze. Fortsetzung der Formenlehre: unregelmässige Abänderung der Hauptwörter; Arten der Zeitwörter nach ihrer Bedeutung; Person, Zahl, Art und Form des Zeitwortes; das Supinum, das Mittelwort, das zeitwörterliche Nennwort; vollständige Abwandlung des Zeitwortes; Arten der Für- und Zahlwörter und Abänderung derselben; Arten der Umstandswörter; Empfindungswörter; Rekzion des Haupt-, Eigenschafts-, Zeit und Verhältniswortes. Kenntnis des zusammengezogenen und des zusammengesetzten Satzes im allgemeinen; Unterscheiden der Hauptsätze von Nebensätzen, bei- und unterordnende Bindewörter. Wiederholung und Erweiterung der Wortbildungslehre. Neben der schriftlichen Behandlung des grammatischen Stoffes : schriftliche Wiedergabe kurzer Lesestücke4), einfache Briefe. Fünftes Schuljahr, a) Lesen. Wie auf der vorigen Stufe, mit gesteigerten Anforderungen; Memorieren. — b) Sprachübungen. Fortgesetzte orthographische Uebungen mit Berücksichtigung des Fremdwortes. Wiederholung des einfachen erweiterten Satzes; Uebungen im Erkennen der Satzglieder und Wortarten. Abwandlung des Zeitwortes nach Klassen; Einteilung der Zeitwörter nach ihrer Zeitdauer. Der zusammengezogene Satz; Auflösen desselben in einfache Sätze und Zusammenziehung einfacher Sätze zu einem zusammengezogenen; Kenntnis der Satzgefüge und Satzverbindungen im allgemeinen; Arten der Bindewörter. Fortsetzung der Wortbildungslehre: Wortfamilien. Wiederholung der Rekzionslehre. Neben der schriftlichen Behandlung des grammatischen Stoffes: Wiedergabe von Erzählungen in Briefform; Umschreiben leichter poetischer Lesestücke in Prosa; Vergleichen und Unterscheiden der Dinge6); Briefe, Erzählungen und Beschreibungen, anknüpfend an den Unterricht in den Realien. Sechstes Schuljahr, a) Lesen. Geläufiges und ausdruckvolles Lesen der Druck-und Handschrift; Wort und Redeton sind eingehend zu pflegen. Angabe des Inhaltes und des Gedankenganges gelesener Lesestücke; Wort und Sacherläuterungen; Memorieren. — b) Sprachübungen. Orthographische Uebungen. Das Zeitwort in allen seinen Formen (Zeiten und Redeweisen); vollständige Abwandlung des Zeitwortes. Behandlung der Satzverbindungen und Satzgefüge; Umwandlung der Satzglieder in Nebensätze und umgekehrt; Arten der Nebensätze; Stellung der Nebensätze als Vorder-, Zwischen und Hintersätze; Anführungssätze (direkte und indirekte Rede). Eingehende Besprechung des bezüglichen Fürwortes; Gebrauch der Satzzeichen. Wortbildung: Bildung der Verkleinerungswörter; Zusammensetzung mit Verhältniswörtern; Bildung der Personennamen, Bildung der Fremdnamen; Bildungssilben zur Bezeichnung von Handlungen, Eigenschaften und Zuständen. Neben schriftlichen grammatischen Uebungen: Erklärung von Sprichwörtern; Erzählungen und Beschreibungen, angeknüpft an Gelesenes und Wahrgenommenes; Umschreibungen poetischer Lesestücke; Briefe; Geschäftsaufsätze: Rechnungen, Quittungen, Empfangsscheine, Zeugnisse, Telegramme. Siebentes Schuljahr, a) Lesen. Wollautendes Lesen unter fortgesetzter Pflege des Wort- und Redetones, mit Berücksichtigung bildlicher Ausdrücke und Redensarten und der Sinnverwandtschaft; eingehende Besprechung der Lesestücke nach Inhalt und Darstellungsform. An die Lesestücke sind kurze literarische Hinweise zu knüpfen; Hebung im freien Vorträge. — to) Sprachübungen. Orthographische Hebungen. Eingehende Betrachtung des zusammengezogenen und des zusammengesetzten Satzes; der mehrfach zusammengesetzte Satz. Wiederholung und Ergänzung der Rekzionslehre und der Lehre von den Unterscheidungszeichen. Eingehende Betrachtung der Zeitwörter: lassen, sollen, müssen, mögen, können, werden. Wortbildung: Bildungssilben zur Bezeichnung der Stoffe und Mittel, zur Bezeichnung der Mehrheit und Menge. Fortgesetzte schriftliche Hebungen, wie auf der vorigen Stufe; Beschreibungen und Erzählungen nach gegebenen Disposizionen; Darstellungen eigener Beobachtungen und Erlebnisse nach vorangegangener Besprechung. Diktate über besonders einzuschärfende orthographische Regeln. Briefe; Geschäftsaufsätze: Bittgesuche, öffentliche Anzeigen, Schuldscheine, Testamente. Achtes Schuljahr, a) Lesen, wie im siebenten Schuljahre, mit besonderer Rücksicht auf den freien schönen Vortrag; kurze Biographien der bedeutendsten Schriftsteller. — b) Sprachübungen. Wiederholung der ganzen Formenlehre mit besonderer Rücksicht auf die Rekzion der Eigenschafts-, Zeit- und Verhältniswörter; Wiederholung der Satzlehre, insbesonders des untergeordnet zusammengesezten Satzes, mit Rücksicht auf die Bindewörter, Zeitformen nnd Redeweisen. Wiederholung wichtiger Partien der Wortbildungslehre und Ergänzung derselben. Grössere Aufsätze, deren Anlage vorher besprochen wird; gelegentliche Hebung im Disponieren solcher Stoffe, die dem Schüler nahe liegen. Geschäftsaufsätze: Inventarien,Frachtbriefe,Anweisungen, Verträge, Geschäftsbriefe. Namens des Ausschusses beantragte der Referent Abg. Praprotnik, nachdem er in einer Einleitung die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieses Sprachunterrichtes betont hatte, folgende Abänderungen: ad1) ist zwischen „nachbilden“ und „endlich“ einzuschalten: „hierauf auf die Schultafel und“; ad 2) der Passus: „bei schon bekannten und oft gelesenen Lesestücken empfiehlt sich das rückwärtsweise Wortlesen“ ist gänzlich wegzulassen; ad 8) nach „Ergänzungen“ soll statt „und Bestimmungen“ stehen: „Beifügungen und Umstandsbestimmungen“; ad 4) zwischen „Stoffes“ und „einfache Briefe“ soll es statt „schriftliche Wiedergabe kurzer Lesestücke“ heissen: „kleine Beschreibungen und schriftliche Wiedergabe kurzer Lesestücke (beides nach einem hiefür angegebenen Plane)“; ad 5) zwischen „Dinge;“ und „Briefe“ ist einzuschalten: „einfache Nachbildungen bekannter Lesestücke“. Abg. Zarnik will im dritten Schuljahre beim Lesen den Passus „richtige Betonung der Wörter“ mit „reine und gute Aussprache der Wörter“ vertauscht haben, zieht aber auf die Erklärung des Referenten, dass dies ein und dasselbe sei, den Antrag zurück. Der Referent fügte nun noch folgende Bemerkungen bezüglich des Lehrstoffes für die verschiedenen anderen Kategorien der Volksschulen bei: An einklassigen ungeteilten Schulen wäre der für das erste Schuljahr vorgezeichnete Lehrgang in der ersten Abteilung, jener für das zweite und dritte Schuljahr in der zweiten Abteilung, und jener für das vierte, beziehungsweise fünfte Schuljahr in der dritten Abteilung einzuhalten. An einklassigen geteilten Schulen wäre in der Untergruppe der für das erste und zweite Schuljahr, in der Obergruppe der für das dritte und vierte, eventuell fünfte Schuljahr vorgeschriebene Lehrgang durchzunehmen. An zweiklassigen Schulen ist der ersten Klasse das erste und zweite Schuljahr, der zweiten Klasse das dritte und vierte, eventuell fünfte Schuljahr zuzuteilen. Abg. Jerše stellte hiebei die Anfrage, wie viel Lehrstoff für jene Schulen bestimmt sei, in denen es Kinder gibt, die nur zweimal wöchentlich die Schule besuchen. Der Keferent erklärte, es sei dies selbstverständlich, dass man dort unter das angeführte Maas gehen müsse; das Vorgetragene sei nur ein Entwurf und habe für den Lehrer nur nach Tunlichkeit Geltung. Dazu bemerkte der Herr Landesschulinspektor, der Lehrer habe sich in dieser Hinsicht stets an die Mehrzahl der Schüler zu halten. — Der Entwurf für die slovenische Muttersprache wurde sohin sammt den vom Ausschüsse vorgeschlagenen Abänderungen angenommen. II. Deutsche Muttersprache. Beim Unterrichte in der deutschen Muttersprache ist der für die slovenische Muttersprache vorgezeichnete Vorgang selbstverständlich mit den durch das Wesen und die Eigentümlichkeiten der deutschen Sprache bedingten Abänderung und unter Beachtung des vorgeschriebenen Lehrplanes einzuhalten. (Wurde über Antrag des Referenten Abgeordneten Praprotnik ohne Aenderung angenommen. (Fortsetzung folgt.) Geographische Bilder aus Krain. Die Besteigung des Grintove. (Schluss.) Um von Feistriz (Stein) auf den Grintove zu kommen, hat man den Sattel zwischen Greben und Grintove (1800?») zu ersteigen. Vom Sattel wendet man sich nördlich aufwärts und gelangt in 1I<2 Stunde fast auf die Höhe des Mali Verh zu einer Felsspalte, „Vrata“ genannt (1950?»). Durch diese Felsspalte geniesst man einen prächtigen Anblick der Kessel zwischen Grintove und Skuta. Von der Vrata geht man längs eines Schafweges an der westlichen Lehne des Zuges, der vom Grintove zum Grebensattel zieht, nur unbedeutend abwärts steigend, in 1/i Stunde zum erwähnten Bande, das auf den Grintove führt. Der Ausblick von der Vrata auf den Zentralstock ist ein derart überwältigender, dass der geringe Umweg aufgewogen wird. Zum Greben-Grintovc-Sattel gelangen wir von Feistriz auf folgendem Wege: Vom letzten Hause im Tale, d. i. vom Uršič, geht man durch den hochstämmigen Buchenwald, l1/* Stunde längs des Hauptweges im Prosektale bis zu einem Seitenwege links. Durch diesen geht es anfangs noch durch Buchenwald, später über Alpenboden in eine steile Mulde und zuletzt über Gerolle aufwärts in zwei Stunden bis zum Sattel. Die Stazion Krainburg ist der beste Ausgangspunkt für die aus Westen kommenden Touristen, welche den Grintove besuchen wollen. Der Entomologe findet am Grintove: Amara spedabilis, Byrrlius scabripenis, Carabus silvestris var. alpestris, Cychrus rostratus (C. Schmidtii), Feronia Beckenhauptii, diligens, Jurinei, Mühlfeldii, Banzeri, Schmidtii, undubata, Welensii, Ziglcri; Otiorhynchus alterrimus, auricapillus, avricomus, bisulicatus, degantulus, mastix, nobilis, obsoletus, pulverulentus; Helix phalerata, Helix Schmidtii, 11. Bcrgeri, cerata, Clausüiai leucozona var. ovirensis. An den vorstehenden Bericht über die Besteigung des Grintove knüpfeu wir einen Auszug aus dem Berichte des genannten Touristen über den am 11. September 1876 unternommenen Besuch der Stein er Alp e n. Professor Dr. J. Frischauf brach am erwähnten Tage früh morgens in Kanker auf und trat seine alpine Wanderung an. Der Tourist kommt in einer Stunde nach Znamenje, hält sich immer am linken Ufer; der Weg ist reizend, die Gegend fruchtbar, Obstgärten wechseln mit Feldern. Nun wendet man sich rechts, überschreitet den Öerna-Bach, gelangt zu einem Seitenwege links, der auf die Höhe und bei den zerstreuten Höfen von Prapet vorbei in den Wald und durch zwei Mulden hindurch in einer Stunde zur Kirche St. Primus (820 ?») führt. Diese Kirche ist ein hübscher gotischer Bau; darin befinden sich historisch denkwürdige Gemälde (1592, Türkenkriegsszene) und geschnitzte Altäre. Der Weg geht von hier links auf den Riegel, später biegt derselbe rechts, nach einiger Zeit wieder links, und führt uns meist durch Buchenwald auf die Höhe und dann wieder etwas hinab auf einen Sattel (1280 m), den man in einer Stunde erreicht. Nun geht es eben fünf Minuten vorwärts. Hier spaltet sich der Weg. Man geht nun links in Windungen aufwärts und erreicht in ’/s Stunde das Plateau. Links führt ein breiter Weg in wenig Minuten zu einer Quelle (1500 m); rechts fünf Minuten zur Mala Planina, einem förmlichen Alpendorfe, dessen Hütten ganz eigentümlich gebaut sind. Jede Hütte sieht von der Ferne wie ein grosses Zelt aus, tritt man jedoch in die Nähe, so findet man, dass diese Trichterform, zu deren Grundpfeilern hervorragende Felsblöcke benützt sind, nur ein zweites Dach bildet, welches über die eigentliche Holz- oder Steinhütte gebaut ist. Die ganze Umgebung trägt das Gepräge der Karstlandschaft, Trichter und Kessel, einzelne Wasserbehälter und Waldgruppen wechseln mit einander ab, man merkt gar nicht, dass man sich in einer Höhe von 1500 m befindet. Der Weg führt links von den Hütten durch Wald anfangs westlich, dann nördlich über die Lehne des Plečam in ll/2 Stunden zum zweiten Alpendorfe Velika Planina (1590 m), bestehend aus 80 Hütten. Man gelangt nordwestlich unmittelbar zu einem prachtvollen Eisloche „Veternca.“ Es ist dies ein grosses Felsloch, durch dessen am wenigsten steile Wandung ein Steig und dann eine Leiter in die Tiefe führt, wo sich immerwährend Schnee und Eis vorfindet; an der Felswand finden wir grosse Exemplare von Edelweiss. Vom Eisloch führt der Steig meist durch Wald in 3/4 Stunden zur Alpe Konjiča (1512 m); an der Berglehne liegen zwei ärmliche Holzhütten, deren Umgebung ein hübsches Bild gewährt. Nun geht es links hinab steil auf steinigem Steige zu einem Bächlein und zu einer Wegspaltung; rechts führt ein kurzer Weg zur Alpe Dol, die in einer schönen grünen Mulde gelegen ist. Es lohnt der Mühe, bis zur Alpenhütte zu gehen und von dort den Weg ins Tal zu verfolgen; nach kaum einstün-diger Wanderung gelangt man zu einer Quelle und in weiteren 20 Minuten bis an den Bach, und von dort an das rechte Ufer durch den dichten Buchenwald in zehn Minuten zum Feistriztale, bei der freien, grünen Stelle, fünf Minuten unterhalb der Putzpulver-fabrik. Am 2. Oktober 1876 unternahm Professor Frischauf von Kanker aus einen Ausflug auf den Greben. Er ging abwärts bis zum Pošner; von dort führt der Steig aufwärts. Nach 3/4 Stunden erreichte der Tourist den Bauernhof Suhadolnik, von hier ging es südlich bis an eine Ecke des linken Höhenzuges, der den Talboden einschliesst, dann durch Wald und über Weiden, bald auf einem breiten Weg, bald pfadlos, bald aufFuss-steigen, aber meist ungemein steil, fast immer östlich, eine Stunde aufwärts bis zum Fels. Prachtvolle Buchenstämme, darunter einige von den Stürmen zu ganz merkwürdigen Formen verkrüppelte Exemplare, eine vermittelst einer Holzrinne gefasste Quelle bildeten die einzige Abwechslung auf diesem monotonen Wege. Nun folgte eine halbstündige beschwerliche Kletterei über Felsstufen, wornach Frischauf den felsigen Kamm erreichte, der sich vom Gipfel gegen Westen hinabzieht. Von dort wendet man sich rechts, das ist südlich, umgeht die Abstürze, durchzieht eine Felsenrunse, umgeht den Felskopf und gelangt auf bequemere Stellen. Ueber rauhe Platten und rasige Stellen ging es aufwärts, nach einer Stunde erreicht man das Plateau (Križ); nun wendet man sich nordöstlich und erreicht in 1/4 Stunde den höchsten Punkt des Plateaus (2228 m). Nun, mach genossener Aussicht und Rast, wandte Dr. Frischauf sich zuerst südlich; nach 1U Stunde waren bereits schwache Steigspuren sichtbar, die nach weiterer J/4 Stunde sich zu einem gut bemerkbaren Steig verbreiterten. Die Wanderung geht hier über Gerolle und zwei Schueefelder zu einer Quelle und einem grossen Wasserbehälter (Volša); man gelangt nach Dolga Njiva, fort geht es auf dem Steig über Felsplatten und Gerolle hinab in den Boden. Das Plateau des Greben stürzt westlich gegen das Kankertal in steilen Wänden ab, ein einziger Steig führt von Dolga Njiva abwärts. Der Anfang desselben ist gut sichtbar, rechts von dem trockenen Hauptbache zieht der Steig, der bald steil wird, hinab. Nach 1/i Stunde spaltet sich der Weg, links führt derselbe mittelst einer Leiter über eine kleine Wand (alter Schafweg), rechts eine Art roher Steiganlage über steile Felsstufen, nach fünf Minuten vereinigen, sich beide Wege; nun folgt ein zehn Minuten dauerndes Wegstück, wo man sich rutschend über schmale glatte Felsleisten und Bänder vorwärts schieben muss; später führt der Steig durch Gerolle, nach Vr Stunde kommt man auf bessern Weg, und nach halbstündigem Stolpern über weisse Steine in die Schlucht Vrobe. Von dort gelangt man in 1/2 Stunde hinab an die alte Strasse und in einer weitern 1/4 Stunde zur Kirche Kanker. Xj © Us: a, 1 e s- Veränderungen im Lehrstande. Aus dem adelsberger Schulbezirke: Nachdem zwei absolvierte Lehramtskandidaten auf die ihnen verliehenen Lehrposten zu Planina und Podraga resignierten, wurden dort die Herren J. Furlan und Anton Pegan als Aushilfslehrer angestellt, und zwar ersterer in Planina, letzterer in Podraga. Die Lehrstelle zu Budajne wurde Herrn V. Die (aus dem Küstenlande) provisorisch verliehen. — Der absolvierte Lehramtskandidat Herr Peter Bepic wurde als prov. Lehrer an der Schule zu Zirkniz angestellt. Aus dem krainischen Landtage, (Fortsetzung des Berichtes über die V. Sitzung am 28. September.) Abg. Deschmann referiert namens des Finanzausschusses über das Präliminare des Normalschulfondes. Dasselbe zeigt, nach Schulbezirken geordnet, folgendes Erfordernis: Schulbezirk Lehrergohalto Dienstalterszulageu Funkzionszulagon Quartiorgeldor ü. fl. fl. fl. a) Adelsberg .... . 22300'— 640' — 450' — 80" — b) Gottschee .... . 20630' — 800' — 700' — 80' — c) Gurkfeld . 18550' — 863'33 762-50 320' — ä) Krainburg .... . 17405' — 1050' — 350 • — 240 • — e) Umgebung Laibach . 15300' — 686'67 350 • — 120- — f) Littai . 14525' — 363'33 612-50 42- — g) Loitsch 9962-50 496'67 406 • — — • — h) Radmannsdorf . . . 11150' — 446'67 175' — 80' — i) Rudolfswert . . . . 14187-50 476-07 250 • — 160" — 1c) Stein . 11100' — 383'34 250- — 111-50 1) Tschernembl . . . . 11900' — 480' — 350 • — 84- — Summe . . 167010' — 6596-68 4650 • — 1317-50 Ausserdem stellt Referent folgende Anträge: 1.) Der Landtag wolle dem Normalschulfonds-Präliminare pro 1879 in dem Erfordernisse mit 189,781 fl. 18 kr., in der Bedeckung mit 14,329 fl. 2'/2 kr., sonach mit einem Abgänge von 175,452 fl. IS1/? kr., seine Zustimmung geben. 2.) Zur Deckung des Abganges von 175,452 fl. lö'/s kr. wird für das Jahr 1879 eine 18perz. Normalschulfondsumlage auf die dem Zuschläge bei dem Landesund Grundentlastungsfonde unterliegenden direkten Steuern, mit Ausnahme jener im Stadtbezirke Laibach, beschlossen und der Landesausschuss beauftragt, das Erforderliche wegen allerhöchster Sankziouierung dieses sowie auch des sub 3 folgenden Beschlusses und wegen Einhebung dieser Umlage zu veranlassen. 3.) Die mit der allerhöchsten Entschliessung vom 25. November 1858 ausgesprochene Befreiung der Amtsbezüge und Ruhegenüsse der Staatsund Eondsbeamten von den Landeszuschlägen zu der Einkommensteuer hat auch auf die der Einkommensteuer unterliegenden Bezüge der Volksschullehrer Anwendung zu finden. — Weiter beantragt Referent Deschmann folgende Resoluzionen: a) Es möge in Fällen, wo die längere Supplierung eines Lehrers durch eine Aushilfskraft in Aussicht genommen ist, vom k. k. Landesschulrate die Aeusserung des Landesausschusses zu der festzustellenden Entlohnung eingeholt werden, b) Der Landtag wolle dem zustimmen, dass jenen Lehrern, welche vor Wirksamkeit der Landesgesetze vom 29. April 1873 bereits an öffentlichen Volksschulen angestellt waren, die erste Dienstalterszulage nach § 30 des letztgenannten Gesetzes dann zuerkannt werde, wenn sie nach Wirksamkeit dieses Gesetzes in definitiver Anstellung durch fünf Jahre ununterbrochen und mit entsprechendem Erfolge an einer öffentlichen Volksschule der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder gewirkt haben, c) Der Landesausschuss möge im Wege des k. k. Landesschulrates unter Darlegung der grossen, dem Lande unerschwinglichen Opfer für die volle Durchführung des Reichs-Volksschulgesetzes auf die k. k. Reichsregierung dahin ein wirken, dass die in so fruchtbringender Weise dem Lande Krain zugeflossenen, leider in den letzten Jahren gänzlich eingestellten Subvenzionen zur Förderung des krainischen Schulwesens wieder in das Staatsbudget aufgenommen werden. — In der Generaldebatte über den Voranschlag des Normalschulfondes ergreift Abgeordneter Dr. Schaffer das Wort. Redner weist auf die dringende Notwendigkeit des Baues der Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalt in Laibach hin, für welche der Baugrund bereits angekauft sei und deren Erbauung aus pädagogischen und sanitären Rücksichten dringend geboten ist. Auch im Interesse der wenig beschäftigten Baugewerbe Laibachs wäre der Bau höchst wünschenswert. Während im Budget cies Unterrichtsministeriums jedes Jahr für den Bau von Unterrichtsanstalten in anderen Kronländern sehr bedeutende Summen eingestellt werden, sei für das Land Krain bisher gar nichts geschehen. Redner beantragt schliesslich eine Resoluzion, dahin lautend, es möge die hohe k. k. Regierung ersucht werden, in das Präliminare des k. k. Unterrichtsministeriums einen entsprechenden Betrag für den Bau der Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalt in Laibach einzustellen. Abg. Klun unterstützt den Antrag des Vorredners, nur wünscht er denselben dahin amendiert, dass für die Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalt je ein separates Gebäude gebaut werde. Redner ist der Anschauung, dass ein gemeinschaftliches Gebäude für Lehrer und Lehrerinen der öffentlichen Moral abträglich sei, und dass, wenn man in der Volksschule stets Knaben und Mädchen zu trennen bestrebt sei, dies im erhöhteren Masse wol auch bei den erwachsenen Frequentanten der Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalten notwendig sei. Abg. Dr. Schaffer erklärt sich gegen das Amendement des Abg. Klun, weil ein separater Bau jeder Anstalt die Kosten wesentlich erhöhen und bei der allgemein beliebten Sparsamkeit die Ausführung des Baues überhaupt in Frage stellen würde. Bei einem gemeinschaftlichen Baue seien Kabinette, Lehrmittelsammlungen etc. nur einmal notwendig. Der k. k. Landespräsident Ritter v. Kallina bemerkt auf die Ausführungen des Abg. Dr. Schaffer, dass die Notwendigkeit eines Neubaues für die Lehrerbildungsanstalt in Laibach auch von der Regierung keineswegs verkannt werde, dass aber nur die gegenwärtige Finanzlage des Staates es notwendig mache, mit der Ausführung dieses Baues jetzt noch zurückzuhalten. Auch in anderen Ländern seien mehrere bereits beschlossene Neubauten nicht in Angriff genommen worden. Die Besorgnis, dass das Land Krain in dieser Beziehung stiefmütterlich behandelt werde, müsse daher als unbegründet bezeichnet werden. Die Angabe Dr. Schaffers sei zwar richtig, dass im Staatsvoranschlage auf Neubauten namhafte Summen eingestellt worden seien; es könne aber versichert werden, dass viele dieser Summen tatsächlich nicht zur Verwendung gelangten, weil eben inzwischen die Sistierung mehrerer schon bewilligter Neubauten ausgesprochen worden ist. Referent Abg. Deschmann unterstützt den Antrag des Abg. Dr. Schaffer wärmstens. Der Landeshauptmann erklärt, er werde den Antrag nach Erledigung des Normalschulfonds-Budgets zur Abstimmung bringen. (Fortsetzung folgt.) Die Lehrbefähigungsprüfungen bei der hiesigen Kommission wurden im schriftlichen Teile am 21., 22. und 23. d. M. vorgenommen; die mündliche folgt am 24., 25. und 26., die praktische am 28. d. M. — Es haben sich hiezu gemeldet: für Volksschulen die Herren: Valentin Burnik, prov. Lehrer in Hof; Jakob Cepuder, prov. Lehrer in Haselbach; Josef Cepuder, prov. Lehrer in St. Marein; Michael Kokot, prov. Unterlehrer in der Umgebung Cilli; Franz Koschutnik, Supplent an der Volkschule zu Trennenberg in Steiermark; Josef Mihelič, prov. Unterlehrer zu Kapellen in Steiermark; Georg Režek, prov. Lehrer in Presser; Johann Sortschan, Lehrer im Waldherr’schen Institut; Andreas Šest, prov. Lehrer in Ratschach; Heinrich Tuma, prov. Lehrer in Adelsberg; Theodor Valenta, prov. Lehrer in Grossdolina; Johann Wesiak, Privatlehrer zu Josefsthal bei Mahrenberg in Steiermark; Franz Zaman, prov. Lehrer in Dornegg; — ferner die Aushilfslehrer Johann Čuk in Niederdorf; Johann Geiger in St. Jakob au der Save; Martin Gerčar in Neudegg; Johann Gostischa in Treffen; Johann Grebeuec in St. Johann bei Adelsberg; Franz Kalan in Prečna; Ferdinand Kaliger in Töpliz; Josef Klopčič in Assling; Franz Kovač in Sittich; Jakob Marn in Suchen; Anton Pavčič in Johannesthal; Johann Pokorn in Horjul; Johann Rodič in St. Georgen bei Scharfenberg; Primus Ušeničnik in Oberlaibach; Franz Zajec in Grossbrussniz; weiters die Fräulein: Fanni Arko, Unterlehrerin an der k. k. Mädchenbürgerschule in Triest; Johanna Cvek, prov. Lehrerin in Mariafeld; Marie Malletz, prov. Lehrerin in Littai. Herr Franz Kranjc, prov. Lehrer zu Verbovo in Kroazien, unterzieht sich der Prüfung aus der slovenischeu Sprache für Volksschulen. In den k. k. Bildungsanstalten für Lehrer und Lehrerinen in Laibach ist heuer die Anzahl der Zöglinge eine (wenn auch nicht bedeutend) geringere als im Vorjahre. Es zählt nemlich bis jetzt die Lehrerbildungsanstalt im I. Jahrgange 28, im II. 27, im III. 23, im IV. 14, zusammen 92; in der Vorbereitungsklasse 31, in allem also 123 Zöglinge (17 weniger als im Vorjahre); die Lehrerinenbildungsanstalt im I. Jahrgange 33, im H. 31, im HL 36, im IV. 31, zusammen 131 Zöglinge (2 weniger als im Vorjahre). Die Uebungsschule der Lehrerbildungsanstalt zählt in der I. Klasse 42, in der II. 47, in der III. 34, in der IV. 43, zusammen 166 Schüler; die der Lehrerinenbildungsanstalt in der I. Klasse 24, in der II. 24, in der III. 23, in der IV. 35, zusammen 106 Schülerinen (7 mehr als im Vorjahre). Lehrer-Soldaten. Die über drei Monate zur militärischen Dienstleistung einberufen gewesenen Mitglieder der krainischen Lehrerschaft wurden am 15. d. M. wieder nach Hause entlassen. Die Bauer’sche Karte von Krain. „Slov. Narod“, der es sonst, wenn er Notizen aus der „Laib. Schulzeitung“ bringt, nicht der Mühe wert findet, die Quelle zu nennen, erklärte unlängst unsere Nachricht bezüglich obiger Karte für unwahr, da dieselbe im Verlage des krainischen Landesschulrates erscheinen werde, bisher aber noch nicht erschienen sei. Zur Widerlegung dieser dummdreisten Behauptung verweisen wir einfach auf das Ministerial-Verordnungsblatt (Stück XX, S. 203), von dessen Existenz der famose Gewährsmann des „Slov. Narod“ gar keine Kenntnis zu haben scheint. Uebrigens wissen wir es von Herrn Hölzel selbst — also sicherlich der besten Quelle, — dass er der Verleger und der krainische Landesschulrat nur der Abnehmer einer (wenn auch bedeutenden) Anzahl von Exemplaren ist. Spende. Zur Herstellung des dritten Lehrzimmers und zur Anschaffung der notwendigen Lehrmittel für die dreiklassige Volksschule in Grosslaschiz spendeten die Herren: Reichs- und Landtagsabgeordneter Martin Hots che war in Gurkfeld (der bekannte Woltäter der Schulen) 100 fl., k. k. Regierungsrat Johann Hozhevar in Laibach 15 fl., k. k. Bezirkshauptmann Wilhelm Dollhof in Gottschee 5 fl. Aus unserem Vereine. Der Ausschuss des krainischen Landeslehrervereines nahm am 19. d. M. die Wahl der Funkzionäre vor. Dieselbe fiel auf die Herren: Professor W. Linhart als Obmann, Prof. R. v. Gariboldi als dessen Stellvertreter, A. Žumer als Kassier, Redakteur J. Sima als Schriftführer, F. Raktelj als Bibliothekar. Der bisherige Kassier, Herr J. Eppich, hatte zuvor erklärt, diesen Vertrauensposten im Falle einer Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr annehmen zu können. Es wurde ihm vom Ausschuse der Dank für seine sechsjährige unverdrossene und umsichtige Mühewaltung ausgesprochen. Theater im Kloster. Die Zöglinge der inneren Schule des hiesigen Ursulinerinenklosters veranstalteten kürzlich, einer Mitteilung der „Danica“ zufolge, zur Feier des Namensfestes ihres Religionslehrers eine Theatervorstellung, bei welcher die beiden einaktigen Stücke „Die Verlegenheit und „Eine Tasse Kaffee“ aufgeführt wurden. In der Orgelschule des hiesigen Zäzilienvereines wurde der Unterricht am 3. Oktober eröffnet. Bis dahin hatten sich 15 Schüler neu angemeldet. Verdächtigungsmanie. Der bekannte Exkaplan Klun, der schon so viele Widerrufe in seinem Blättchen über sein Haupt ergehen lassen musste (welcher Umstand gewiss sehr bezeichnend ist), benützte die Immunität des Landtages dazu, um gelegentlich der Neuschule dadurch einen Fusstritt zu versetzen, dass er sich zu behaupten erlaubte, „in einer Volksschulklasse Laibachs werde die Darwinsche Theorie gelehrt“. Selbstverständlich wurden weder Namen genannt, noch Beweise für diese Aussage erbracht. Vor Zeugen und unter Nennung von Namen würde der saubere Herr solche Unwahrheiten wol nicht zu behaupten wagen. Dispensen vom Turn- und Musikunterrichte. Dispensen von diesen Unterrichtszweigen sind von nun an nur mehr in einzelnen wolbegründeten Fällen zu erteilen. Insbesondere werden an den Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalten unter strenger Beachtung der im Organisazionsstatute normierten Bedingungen nur solche Zöglinge diese Dispensen erhalten können, welche durch ihre sonst vorzügliche Eignung tüchtige Lehrer, respektive Lehrerinen, zu werden versprechen; entfällt im Laufe der Studienzeit der Grund der Dispens, so ist dieselbe zurückzuziehen. Die Prüfungskommissionen für Volks- und Bürgerschulen haben fortan nur solche Lehramtskandidaten von der ab-legung der Prüfung aus dem Gesänge, beziehungsweise dem Violin- oder Klavierspiele, dann aus dem Turnen zu dispensieren, welche während ihres Studienganges zur An-eigung dieser Disziplinen nicht verpflichtet waren; die betreffenden Kandidaten sind aber in jedem Falle zugleich auf die Ministerialverordnung vom 30. September 1875 über die Ergänzungsprüfungen aufmerksamm zu machen. Grundbücherliche Eintragung der Schulgebäude. Bei Durchführung der Gesetze über die Neuanlegung oder Ergänzung der Grundbücher ist in den Fällen, wo es sich um die grundbücherliche Eintragung der Schulgebäude handelt, seitens der mit der Vertretung der Schule betrauten Organe nicht durchwegs ein gleichförmiger Vorgang beobachtet worden. In teilweiser Modifizierung des Ministerialerlasses vom 12. Dezember 1877, mit welchem angeordnet wurde, dass die Schule selbst als juristische Person als Eigentümerin in das neu anzulegende oder zu ergänzende Grundbuch eingetragen werde, wurde gestattet, dass in jenen Fallen, wo die Schulgemeinde aus meh- reren politischen Gemeinden oder Teilen mehrerer politischen Gemeinden gebildet wird, seitens der Schulbehörde die Eintragung der Schulgemeinde als Eigentümerin der Schulrealitäten in das Grundbuch angestrebt werde; nur sollen bei Akzeptierung dieser Bezeichnung etwaige unrichtige Konsequenzen abgewehrt werden, die hieraus abgeleitet werden könnten. Insbesondere ist es ganz unzulässig, aus einer solchen Eintragung etwa ein Miteigentumsrecht der einzelnen politischen Gemeinden an dem Schulvermögen abzuleiten. In dem weiteren Falle, wo die Schulgebäude zweifellos ausschliesslich auf Kosten einer politischen Gemeinde hergestellt wurden, ist gegen die Einverleibung der betreffenden politischen Gemeinde in das Grundbuch keine Einsprache zu erheben, sobald nur konstatiert ist, dass die Herstellung des Gebäudes in der Tat ausschliesslich auf Kosten derselben erfolgte; doch wird auch in solchen Fällen auf die grundbücherliche Aufzeichnung des der Schule zustehenden Benützungsrechtes entsprechend hinzuwirken sein. In allen anderen Fällen, also namentlich, wenn die Gemeinde das Schulgebäude nicht nachweisbar ausschliesslich auf ihre Kosten hergestellt hat, ist die grundbücherliche Einverleibung des Eigentumes für die Schulgemeinde unbedingt aufrecht zu halten. Der niederösterreichische Landesschulrat hat die Bezirksschulräte aufgefordert, in diesem Sinne vorzugehen und kraft des Rechtes zur Aufsicht über die gesammten Schulangelegenheiten des Bezirkes sich von den vorkommenden Eintragungen der Schulgebäude und Schulgrundstücke die Ueberzeugungzu verschaffen; ferner im Einvernehmen mit den Ortschulrätcn, denen die ausschliessliche Ingerenz in dieser Sache keinesfalls überlassen werden darf, auf die Eintragung in dem bezeichneten Sinne hinzuwirken, und falls die Eintragung in einer anderen Weise bereits stattgefunden hat, gegebenen Falles innerhalb der gesetzlichen Frist den vorgeschriebenen Weg zu betreten, um die Rektifizierung der Einlage zu bewirken. Sollten sich diesfalls Schwierigkeiten ergeben, so wird die Unterstützung der k. k. Finanzprokuratur in Anspruch zu nehmen sein. Aus den Landtagen. Die unlängst geschlossenen Landtage der diesseitigen Reichshälfte machten sich diesmal mehr als gewöhnlich mit der Schule zu schaffen. Die Tätigkeit unseres krainischen Landtages, worüber wir an anderer Stelle berichten, kann uns im ganzen ziemlich befriedigen, obwol uns das beabsichtigte Sparen am wenigsten bei der ohnehin dürftig dotierten Schule gefällt. Indessen wollen wir abwarten, was diesbezüglich die Folge mit sich bringt, und mit unserem Urteile jetzt noch zurückhalten, um uns keiner Uebereilung schuldig zu machen. So viel ist sicher, dass die Lehrerschaft nur jenen Männern zugetan sein kann, die sich bestreben, die Interessen der Volksbildung nach allen Richtungen hin zu fördern. — Im benachbarten Görz hat der Landtag, wie wir schon berichtet, die Klassifizierung der Lehrergehalte beschlossen, während es die ultramontane Minorität von Steiermark wieder auf die Herabsetzung der achtjährigen Schulpflicht abgesehen hatte, was jedoch keinen Anklang fand. Wol aber stimmte man dem Anträge des Unterrichtsausschusses auf eine entsprechende Anwendung der im § 13 der Unterrichtsordnung enthaltenen Erleichterungen bei. Das Sparsistem fand eine derartige Ausdehnung, dass man sogar die Stipendien für die Lehrerbildungsanstalten zur Streichung brachte. Einer der Abgeordneten plaidierte dafür, dass der Landesausschuss im Einvernehmen mit der Regierung dahin wirken möge, dass dem häufigen Wechsel der Schulbücher an den Volksschulen ein Ziel gesetzt werde. Dagegen zog der Statthalter die Regierungsvorlage bezüglich der Aenderung des Schulaufsichtsgesetzes zurück. — Im kärntischen Landtage gab es eine urkomische Szene. Der Dechant von Villach, der eben seine Jungfernrede hielt, verstieg sich in seinem Eifer so weit, dass er meinte, „die Geistlichkeit werde die Aufsicht über die Schule wieder übernehmen, wenn man sie darum bitten werde.“ Schallendes Gelächter brachte den Redner wieder zur Besinnung, der seine Expektorazion voll Unwillen über die Heiterkeit der Abgeordneten schloss. (Fortsetzung folgt.) IQ-ü-clier ■u.nd. IZielt-u.iig'ssclJ.avx- Wanderuugen durch die österreichisch-ungarische Monarchie. Landschaftliche Charakterbilder in ihrer geographischen und geschichtlichen Bedeutung. Im Aufträge des k. k. Unterrichtsministeriums herausgegeben vom Prof. Dr. Friedrich Umlauft. Mit 55 Originalillustrazionen. Wien, Verlag von Karl Graeser. Vollständig in 15 bis 17 Lieferungen ä 30 kr. — Was der Yerfasser hier vorzuführen gedenkt, und über wessen Hinzutun dies geschieht, besagt bereits der Titel dieses neuen, elegant und geschmackvoll ausgestatteten Werkes. Die uns vorliegende erste Lieferung schildert zunächst die einzelnen natürlichen Hauptgebiete Oesterreich-Ungarns (Alpenland, Karst und Meer, die nordwestlichen Mittelgebirge, Karpathen, die Ebenen und das Donau-Gebiet) im allgemeinen in fesselnder Charakteristik, und beginnt die Reihe der Einzelschilderungen mit den grossartigen Ortleralpen. Die beiliegenden Abbildungen (Ortles-Spitze, Riva, Hoch-Osterwitz in Kärnten, Hallstädter See) sind nach gelungenen photographischen Aufnahmen mit Anwendung der grössten Sorgfalt künstlerisch ausgeführt und bilden eine wertvolle Beigabe zum Texte. In den folgenden Lieferungen sollen die schönsten Landschaften sämmtlicher Kronländer in Wort und Bild dem Leser vorgeführt werden. Die zweite Lieferung, die mittlerweile erschien, bringt eine interessante Schilderung des Schlosses Siegmundskron bei Bozen, des Schlosses Runkelstein im Sarntale und des reizend am Gardasee gelegenen Riva. Dem Hefte sind die gelungenen Abbildungen von Siegmundskron, Runkelstein, Kufstein und des Toblacher See’s beigegeben. So dürften die „Wanderungen durch die österreichisch-ungarische Monarchie“ nach ihrer Anlage und Ausführung gewiss dem Wunsche des Ministeriums gemäss, über dessen Initiative sie erscheinen, geeignet sein, in einem weiten Leserkreise aller Stände den Sinn für die Schönheiten der vielbesuchten, aber auch der bisher weniger gekannten Gebiete unseres Vaterlandes und die Wanderlust nach ihnen zu erwecken. Es dürfte dieses Werk aber ferner auch besonders geeignet sich zeigen für die Hand des Lehrers zur Belebung des Unterrichts in der Vaterlandskunde, wie für die Hand der heranwachsenden Jugend, um aus demselben die innigste Liebe zu unserem weiten herrlichen Vaterlande zu schöpfen. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung von Fachmännern herausgegeben von Prof. Dr. Karl Arendts in München. A. Hartlebens Verlag, Wien. Monatlich 1 Lieferung zu 36 kr. -— Die rührige Buchhandlung von A. Hartleben hat es unternommen, in ihrem Verlage eine Rundschau für Geographie und Statistik erscheinen zu lassen. Das erste Heft liegt bereits vor und enthält folgendes: Die Insel Cypern. (Von F. Hellwald, mit 2 Illustrazionen.) — Seebad Zoppot. (Mit 1 Illu-strazion.) — Die maltesischen Inseln. (Mit 1 Karte.) Astronomie und physikalische Geographie. Polarfahrten. — Politische Geographie und Statistik. Unterrichtsanstalten. Staats-und Gemeinde-Haushalt. Militär und Marine. Flotte. Handel. — Bergbau, Industrie und Landwirtschaft. — Verkehrs-Anstalten. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. (Mit 1 Illustrazion.) — Geographische Nekrologie. — Kleinere Mitteilungen. Die Sahara oder „Von Oase zu Oase“. Von dem in A. Hartlebens Verlag erscheinenden Werke: „Die Sahara oder von Oase zu Oase, Bilder aus dem Natur- und Volksleben in der grossen afrikanischen Wüste“, von Dr. Josef Chavanne (20 Lieferungen ä 30 kr. ö. W. = 60 Pfg.) sind soeben die Lieferungen 13 — 20 erschienen und ist damit das Werk zum Abschluss gelangt. Der Verfasser führt in diesen Lieferungen den Leser durch die bisher kaum ihrem Namen nach bekannten Gebiete der westlichen Sahara; wir durchziehen das fruchtbare Draaland, durchqueren die schreckensreiche Dünenregion der Igidi und die öde Tanesruft, und gelangen durch die „Leib der Wüste“ genannte Landschaft nach der Sagenreichen, von einem märchenhaften Nimbus umgebenen Wüstenstadt Timbuktu. Von hier aus unternehmen wir Ausflüge in das Bergland Aderer, an die Dünenküsten des atlantischen Ozeans und an den Senegal, und brechen hierauf nach Osten auf, um durch das Land der Auelimeriden-Tuareg und die Fellahtastaaten das an Naturschönheiten überreiche Alpenland der Wüste Air zu erreichen. In rascher Folge begleiten wir Dr. Nachtigal in ein zweites hochinteressantes Alpenland der Sahara, nach Tibesti, und nach Südosten weiterziehend, durchqueren wir die unermesslichen Weidegründe der Nomadenstämme im Norden Wadai’s, um später all’ die Gefahren und Mühsalen der Durchquerung des libyschen Sandmeeres kennen zu lernen. Die Ankunft in der grossen, an Altertumsbauten so reichen Oase Chargeh versetzt uns in einen ganz neuen Abschnitt der Sahara. Wir durchziehen die libyschen Oasen und besuchen die im Altertume berühmte und geheiligte Stätte des Orakels, des Jupiter-Ammon-Tempels in der Oase Siuah, wandern in der grossen Depression Nordafrika’s nach Westen, um über die Oasen Audschila und Maradeh wieder an den Ausgangspunkt unserer grossartigen Wüstenreise, nach Tripoli, zu gelangen. — Was der Verfasser sich zur Aufgabe gestellt hat, — eine lebensvolle und richtige Vorstellung über die Sahara zu vermitteln, den vielgestalteten Naturcharakter der einzelnen natürlichen Regionen derselben, das Leben, die Sitten und Gebräuche ihrer Bewohner den Lesern in lebendiger Schilderung vor die Augen zu führen, — hat er mit seinem Werke erreicht. Doch auch der Fachmann wird im Anhänge interessante Daten und Notizen zu weiterer Verwendung finden. Ein umfangreiches alphabetisches Register ist zum Schlüsse dem interessanten Buche beigegeben. Die Verlagsbuchhandlung hat auch eine Bandausgabe desselben soeben veranstaltet, und zwar geheftet für 6 fl. ö. W. = 10 M. 80 Pf., in Original-Prachtband für 7 fl. 50 kr. ö. W. = 13 M. 50 Pf. Maier - Rothschild, Von dem in A. Hartleben’s Verlag in Wien erscheinenden Werke: „Maier-Rothschild, Handbuch der gesummten Handels-Wissenschaften für ältere und jüngere Kaufleute,“ vollständig in genau 22 Lieferungen (je 4 Bogen), ä Lieferung nur 30 kr. ö. W., liegen nun schon 13 Lieferungen vor. Das Werk hat in der kurzen Zeit seines Erscheinens bereits in allen Kreisen unserer Handelswelt eine so günstige Aufnahme und riesigen Absatz gefunden, dass wir keine weiteren Lobsprüche nötig haben, wenn wir dasselbe hiemit wiederholt zum Wole aller Handels-Interessenten empfehlen. Pädagogium. Vom 14. Oktober d. J. an erscheint im Verlage von Julius Klinkhardt in Leipzig und Wien: Pädagogium, Monatsschrift für Erziehung und Unterricht. Herausgeg. unter Mitwirkung hervorragender Pädagogen von Dr. Fr. Dittes, Direktor des Pädagogiums in Wien. gr. 8°, in 12 Monatsheften. Preis jährlich 7 fl. 20 kr. Eine Anzahl vortrefflicher Männer, allen Kulturvölkern der Gegenwart angehörend und auf den verschiedenen Berufsposten stehend, aber alle einig in dem Streben, den tiefen Schäden unserer Zeit mittelst eines besseren Bildungssystemes entgegen zu wirken, werden unter der Redakzion des als Pädagog rühmlichst bekannten Herausgebers an diesem Unternehmen sich beteiligen. Zweck des Organes soll sein, hinzuarbeiten auf eine „allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens“, wie eine solche heute mehr denn je geboten erscheint. Die Monatsschrift will die krankhaften Bestandteile der heutigen Kultur durch die gesunden Elemente eben derselben Kultur bekämpfen und einer auf Freiheit und Rechtsgleichheit basierten, vom Staate ausgehenden allgemeinen Volkserziehung die Wege bahnen. Mit Gegenständen von geringerer Tragweite, mit Angelegenheiten von blos lokaler oder provinzieller Bedeutung, mit unwichtigen Tagesneuigkeiten u. dgl. m. wird sich dagegen das „Pädagogium“ nicht befassen, es soll vielmehr mit demselben ein Organ geschaffen werden, wie es überhaupt noch nicht existiert, aber doch entschieden notwendig ist gegenüber den Zuständen der Gegenwart und im Interesse einer besseren Zukunft. Probehefte durch jede Buchhandlung. Prospekte gratis. Heimgarten. Das erste Heft des dritten Jahrganges der im Verlage Leykam-Josefsthal in Graz erscheinenden Monatsschrift „Heimgarten“, herausgegeben von P. K. Rosegger, enthält folgende Aufsätze: Das ewig Weibliche. Eine Erzählung aus sturm vollen Tagen von P. K. Rosegger. — Heinrich Martin’s denkwürdige Nacht. Von Alfred Meissner. — Aus der Mappe des Fabulisten. Gedicht von E. Bauernfeld. — Ueber das Glück. Von Robert Hamerling. — Wiener Vorstadt-Figuren. Von Friedrich Schlögl. IV. — Poesien. Gedichte von Rudolf Baumbach. — Ernst der Eiserne und die schöne Cimburga. Ein Bild aus der vaterländischen Geschichte von Prof. A. Steinwenter. — Einsiedler in den Alpen. Von Ludwig v. Hörmann. — Der Frömmste in seiner Art. Gedicht von L. Anzengruber. — Die Banater Auswanderer nach Bulgarien. Von Georg Debert. — Essen und Trinken in Amerika. Ein Kulturbild von Albert Roncourt. — Kleine Laube: Ein seltsamer Steckbrief. Von P. K. Rosegger. — Erprobter Rat. Von R. — Auch das ist möglich. Eine Historie von P. K. Rosegger. — Dorfleben. Gedicht in österreichischer Mundart von Innbach. — Zwei Mobilisierungsgeschichten. Erzählt von P. K. Rosegger. — Friedrich Hebbel und die Pariserin. Aus den Erinnerungen von Eduard Kulke. — Herzensfragen. Gedichte von Luise Lecher. — Gedankenlaunen. Von Julian Weiss. — Bücher. — Postkarten des „Heimgarten“. Illustrierte Frauen-Zeitung. Seit dem 1. Oktober erscheint die „Illustrierte Frauen-Zeitung“ nunmehr in vierzehntägiger Ausgabe — das Modenblatt mit dem Unterhaltungsblatte zugleich, — wodurch die Abonnenten das Unterhaltungsblatt acht Tage früher erhalten, als bisher. Bei dieser Gelegenheit hat auch das äussere Gewand des Blattes eine Verschönerung erfahren, indem jede Nummer in einem eleganten Umschläge ausgegeben wird, welcher ein grosses Portrait trägt; der Abonnementspreis von vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ist jedoch trotz dieser Erweiterung nicht erhöht worden. Weitere Mitteilungen über die Veränderung des Inhaltes der Unterhaltungs-Nummer — das bekanntlich mit der „Modenwelt“ übereinstimmende Modenblatt bleibt mit seinen Beigaben unverändert — enthält das Probeheft, welches von jeder Buchhandlung zu erhalten ist. Auch nimmt jede Postanstalt Bestellungen auf die „Illustrierte Frauen-Zeitung“ an. ZErled-Igte HLielirstellen.- Krain. Im Schulbezirke Loitsch; Dreiklassige Volksschule in Sairach, dritte Lehrerstelle, Gehalt 400 fl., Wohnung mit Küche und Keller, Ortsschulrat daselbst bis Ende Oktober; zweiklassigo Volksschule in Planina, zweite Lehrerstelle, Geh. 400 11., Ortsschulrat daselbst bis 6. November; neuerrichtete einklassige Volksschule in Godotvitseh, Lehrerstelle, Gehalt 450 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 26. Oktober. — Im Schulbezirke Littai: Zweiklassige Volksschule in Heil. Kreuz bei Thurn-Gallonstein, Oberlehrerstelle, Geh. 450 fl., Punkzionszulage 50 fl., Wohnung; zweite Lehrerstelle, Geh. 400 fl., Wohnung; Ortsschulrat daselbst bis 25. Oktober. — Im Schulbezirke Krainburg: Einklassige Volksschule in Pölland, Lehrerstelle, Geh. 500 11. (vom 1. Jänner 1879 an), Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 20. Oktober; neuerrichtete einklassige Volksschule in Terstenik, Lehrerstelle, Gehalt 450 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis Ende Oktober; einklassige Volksschule in Mautschitsch, Lehrerstelle, Gehalt 400 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 10. November. — Im Schulbezirke Gottschee: Lehrerstollen an den einklassigen Volksschulen in Lieg, Ebenthal und Götteniz, Gehalt je 450 fl., Wohnung, Ortschulräte daselbst ohne Konkursfrist. •— Im Schulbezirke Stein: Einklassige Volksschule in Aich, Lehrerstelle, Geh. 500 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis Ende Oktober. Im gleichen Bezirke ist auch die Lehrerstelle zu Salog mit einem Gehalte von 400 fl. und dem Stiftungsertrage von 26 fl. 25 kr. zu besetzen. — Im Schulbezirke Kadmanns-dorf; Neuerrichtete einklassige Volksschule zu Dobrava bei Kropp, Gehalt 450 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 4. November. — Im Schulbezirke Gurkfeld; Einklassige Volksschule in Grossdolina, Gehalt 500 11., Wohnung, Oitsschulrat daselbst bis Ende Oktober. —-Neu sistemisierte zweikl.Volksschule zu Grossgaber im Schulbezirke Littai, erste Lehrerstello, Geh. 45011.; Ortsschulrat daselbst bis 7. Dezember. Kärnten. Im Schulbezirke St. Veit sind die Lehrerstellen zweiter Gehaltsklasse in Gradeuegg und dritter Gehaltsklasse in Metnitz zu besetzen. Gesuche bis 1. November 1878, Bezirksschulrat St. Veit. — Im Schulbezirke Umgebung Klagenfurt kommt zur Besetzung: die zweite Lehrerstelle in Köttmanus-dorl und die Lehrer- und Schulleiterstelle an der Volksschule zu Friedlach. Gesuche bis Ende Oktober, Bezirksschulrat Klagenfurt. — Die Lehrererstelle an der einklassigen Volksschule zu Waidegg mit dem Jahresgehalte von 400 fl., Funkzionszulage und freier Wohnung ist zu besetzen. Gesuche bis 31. Oktober, Bezirksschulrat Hermagor. Steiermark. Volksschule zu Grosslobming (Bezirk Knittelfeld), Lehrerstelle, Geh. 600 fl., Quartier, Ortsschulrat daselbst bis 1. November. — Zweiklassigo Volksschule zu Elsbach-Rein (Umgebung Graz), Oberlehrerstelle, Geh. 600 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 10. November. — Einklassige Volksschule zu Bianca (Bezirk Lichtenwald), Lehrerstelle, Geh. 550 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis Ende Oktober. — Einksassige Volksschulen zu Siebing, Weinburg, Mettersdorf u. Lichen-dorf (Bezirk Mureck), Lehrerstellen, Gehalt je 550 fl., Wohnung; bei den betreffenden Ortsschulräten bis 15. November. IZi-u.r ZBerülclsisIcln.tig'u.n.g'- Da in der Expedizion unseres Blattes (Bahnhofgasse Nr. 15) die Adressen der verehrten Vereinsmitglieder und Abonnenten soeben neu zusammengestellt werden, so ersuchen wir jene, welche ihr Domizil veränderten, dies der genannten Zeitungsexpedizion so bald als möglich bekanntzugeben, da solches von unserer Seite, obwol wir die Veränderungen im Lehrstande mitteilen, schon aus dem Grunde nicht geschehen kann, weil wir nicht wissen, wann jemand seinen früheren Posten verlässt. Die Redakzion. Anzeige. Der heutigen Nummer sind zwei Beilagen der Verlagsbuchhandlungen A. Ilartlebcn und Karl Graeser in Wien angefiigt, auf die wir hiemit aufmerksam machen. Pur dio Redakzion verantwortlich: Joh. Sima, Kaiser-Josofs-Platz Nr. 1. Vorlegt und herausgegoben vom „krain. Landes-Lehrerveroin.“ — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.