Hammer 41. Pettau. dc-.ltj. Ciitober 1897. VIII. 3al)rg anq erscheint jeden Sonnrag. Prei» für Pettou mit Zustellung in» Hau»! vierteljahrig fl. l.LO, halbjährig sl. 2.40, gan»U!hrig fl. 4.80, mit PostVersendung im Zulande: viecteljühria fl. 1.40, balbi&hu+*>*. fl 2.80, ganzjährig fl. B.60. — Einzelne Nummern 10 kr. » Schriftleiter: 3»fcf Fel»«er, «llerheiligeugafle 14. — 8crMltaa| 4*» »trUg: W. Blanke, vichh„»l»ug, Hanplplatz Re. 6. Handschriften werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten« bis Freitag jeder Woche eingesand Der Antrag Dipauli. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 6. Oktober stellte der Abgeordnete Freiherr von Dipauli der katholischen Volkspartei folgenden TringlichkeitSAntrag: „Im Anschlüsse an die in der Sitzung vom 2V. April d. I. abgegebene Er-klärung und von der Überzeugiing ausgehend, dass die Beseitigung der thatsächlich in Böhmen und Mähren herrschende» nationalen Erregung mit allen gesetzlichen Mitteln angestrebt werden müsse, wird der Antrag gestellt: 1. ES sei im Sinne deS § 43 der Ge-schäftSordnung ein 36-gliedriger Ausschuß au» dem ganze» Hause zu wählen, mit dem Auftrag», zum Zivecke der Aushebung der Sprachenverord-nungen die Grundsätze über die im Gesetzgebung«-weg« anzustrebende Regelung der Nationalitäten-und Sprachenfrage dem Hause vorzulegen. 2. Der Ausschuß werde beauftragt, dem Hause längsten» binnen 6 Wochen Bericht zu er-statten und Anträge zu stellen." Nun also! Wer will jetzt noch behaupten, dass die „Katholische VolkSpartei" nicht ebenso echt und unverfälscht deutsche Männer in sich schließt, wie der temperamentvollste Schbnerianer nur mimer eS je,» tan»? Wer will der Partei Dipauli-Ebcnhvch jetzt noch vorwerfe». dnsS sie alles nur nicht deutsch «st? Sie verlangen nunmehr und sogar sehr dringlich die Regelung der Sprache»- und Nationalitätenfrage im Gesetzes-wege behuf« Aufhebung der Sprachenverordnuugen. Ja. wenn Herrn Baron Dipauli in der Ver- Feuilleton. „Die Obstruktion ist ein Räthsel, das noch immer nicht gelöst ist" jammerten die ,.Nurodni Listy" vor ein paar Wochen und seither zer-brachen sich die Herren von der „Katholischen VolkSpartei", die doch gewiß auch nicht aus'S Hirn gefallen sind, vergeblich die Köpfe der Jung-tschechen, um deS Räthsel» Lösung zu finde». Ent-weder sind die Köpfe der Jungtschechen zu hart zum zerbrechen oder da« Räthsel zu schwer zu lösen, kurz eS gieng nicht. Da verfiel Herr Dr. Sbenhoch auf einen genialen Gedanken und meldete eine Agentur zur Vermittlung der guten Dienstr der „Katholischen VolkSpartei" in tschechischer und deutscher Sprache an. Aber daS Geschäft giengelendig schlecht. Außer einem Dutzend tschechischer Ammen u»d dem Leobner Lehrer-Vereine meldeten sich weiter keine Kunden. Für die Ersteren wurden bald ein Dutzend christlich-socialer Säuglinge gesunden, welche diese ambulanten VerpflegS-Stationen mit Vorliebe aufsuchen. Dagegen verjagten ihre christlich-socialen Väter ein Dutzend Lehrer von ihren Posten, weil die Unglücklichen die „Ostdeutsche Rundschau" lasen. Dem Einen, der den Herrn Stadtfchulinspektor anstatt mit dem frommen Gruß: „Gelobt sei Dr. Lueger" — mit einem deuischnationalen „Heil Dir!" gegrüßt hatte, wurde die Lehrbesähigung entzvge» und er für immer unfähig erklärt, christlichen Kindern da« Einmal-»in» vorzutragen. — Davon scheinen die Herren des Leobener Lehrer-Vereines nichts gewußt zu haben, wa« gar nicht so unbegreiflich ist, denn Handlung mit den anderen Herren der Regierung»-Majorität über die Einbringung diese« Antrage« nicht die Bemerkung bezüglich der Wählerschaften entschlüpft wäre: „Sonst werden wir hinweggefegt." Nur der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe nehmen die Clericale« plötzlich da» dentjche Mäntelcheu um und dreheil es nach dem Winde, der sich plötzlich erhoben hat »nd den dicken Nebel lüftete, den dicken, „blauen Dunst", den sie ihren Wählern über ihr Deutschthum bisher vorzumachen verstände» haben. Und damit die biederen Leute sich nicht gar zu sehr entsetzten über den splitter-nackten Verrath, den ihre Erwählten ain eigenen Volke begehen, damit diese Erwählten nicht in dem Momente „hinweggefegt" würden, in welche» den deutschen Bauern in den schwarzen Bezirken Tirols, Salzburgs. Oberösterreichs und Steier-mark« der Schein aufzudämmern begänne, dass ihre Abgeordneten nicht nur gegen die fsf libe-raten, radicalen, nationalen „Freimaurer" los-gehe», sondern, das« sie sich mit den glühendste» Deutschenhassern verbanden, mit den bittersten Feinden des deutscheu Volke« in Osterreich, wozu doch auch die deutschen Bauern gehören, blo« um ihrer unersättlichen Herrschsucht zu fröhnen. de«-halb hat Herr Baron Dipauli pldtzlich da« deutsche Mäntelchen nmaehSngt und dreht e« nach dem Winde, damit di>i, Wählerschaften nicht plötzlich fragen: Warum habt ihr Euch den» mit den wüthendsten Huffite» verbrüdert, wen» ihr con> servativ sei» wollt? ES ist der Zwang, der die Herren dazu trieb, plötzlich deulsch zu thun. Aber, indem sie Wien und Leoben liege» sehr weit auseinander. Fast so weit wie CiUi und Leobeu. ES war vom Marbnrger Lehrerverein unrecht zu verlangen, dass di$ Beschlüsse deS Leoliener Lehrer-Vereine« rück-gängig gemacht werden; wie weit denn noch? Wenn sie noch weiter znrückgehen, so stoße» sie am Ende beim Ebenhoch'schen Schulautrag an, hinter dein die Welt ohnehin schon mit Brett.ru vernagelt ist. Nur nicht« Unbilliges verlangen »nd keinen Bierschwefel reden, wie der christlich-sociale Abgeordnete und Wiener Magistratssekretär Dr. WeiSkirchner. der behauptete, dass die Neu-schule am Duell Wolf-Badeni schuld sei. Graf Badeui war nicht mehr schulpflichtig, al« aus den Trivialschulen in Osterreich Volksschule» geschaffen wurden und ob Dr. Weiskirchner ein Maturitätszeugnis der mit Erfolg absolvierten 4. Classe einer Volksschule in der Tasche hat. ist billig zu be-zweifeln, sonst müßte er wisse», dass sich schon David mit dem Philister Goliath duelliert hat „im Namen de« Herr» Zebaoth", der die göttlichen Gesetze wohl besser kannte, al« der Wiener MagistratS-Sekretär, der vor den Lehrern den Mund zwar gewaltig voll nahm, aber dem Ritt-meister Radimski gestand, das« er „die Bedeutung des von ihm Gesagten nicht begriffe» habe" und freiwillig Abbitte leistete. Dass aiiderc Leute da« von Christlich-Sociale» Gesagte nicht begreife», kommt scho» hie und da vor. das« aber ei» MagistratS-Sekretär, Dr. juris und ReichSratl^S-abgeordneter die „Bedeutung de» von ihm Ge-sagten" nicht begreift, ist der schlagendste Beweis dasilr, wie begriffstützig diese Herren sind und wie en. — diesem Zwange gehorchen müssen, um nicht weg-gefegt zu werde», thun sie e« in ihrer Art mit jener Hinterlist, die ihnen zur zweiten Natur geworden ist. Aber gerade die Hinterlist ist e», welche der ehrliche, offene, deutsche Character am tiefsten verabscheut und daher ist auch da» Mißtrauen mehr al» gerechtfertigt, welche» die deutschen Parteien dem Antrage Dipauli vom Anfange an entgegenbrachten und ebenso der Beschluß der deutschen VolkSpartei vom 6. d M., die Obstrnc-tion auf keinem Fall aufzugeben, ehe die Sprachen-Verordnungen nicht bedingungslos aufgehoben werden, weil die Berathungen über die gesetzlich« Regelung der Sprachenverhältnisse gerade so lange dauern könnten »nd bei der ho,%,i Lage der Dinge ga»j bestimmt so lange dauern würden, bis die Wirkung der Sprachenverordnnngen den Deutschen so viel Schade» gethan hätte, dai« diese überhaupt keinen Einfluß ans eine gesetzliche Regelung der Sprachen- und Nationalitätenfrage mehr zu nehme» im Stande wären und ei» Sprachettgcsetz i» der Fassung annehmen müßten, wie e« ihre Gegner zn concipieren für gut fäudeu. Dass die Deutschen nicht in diese Falle gehen, heute weuiger al« jemals vorher, mochte Herr Baro» D'pauli vielleicht geahnt haben, weshalb er sich auch rasch beeilte, in einer, wohl mehr an die Adresse der clericalen Wählerschaften alS an die anvere» Parteien gerichtete» Erklärung in der .N. Fr. Pr." zu behaupten, dass sei» Antrag ehrlich gemeint und kein taktische« Manöver sei. Ob diese Erklärung dort ihre Wirkung übt. gut es für sie wäre, wenn sie in ihrer freien Zeit wenigsten« noch ei» paar Semcster lang HalbtagSunterricht an irgend einer modernen V^lkS-schule nähmen. Vielleicht kämen sie darauf, das« gerade in der Periode der größte» Frönmigkeit, wie sie die „Katholische VolkSpartei" und die christlich socialen Kreuzfahrer so sehnlichst wieder zurückwünschen, die Periode der Ketzergerichte und Hkxcnverbrenuungen, der Zweikamps unter die Ordalieu oder Gottesgerichte zählte. Wen» die geistige Aufklärung durch solche chriftlich.sociale Apostel wie der Magistrat» Se-kretär Dr. Weiskirchner »och eine Weile fort-schreitet, kau» dir Welt mit der Zeit Dinge er» leben wie in Sjeniöak und eine» Tage« in den Wiener Blätter» lesen: „Gestern verbreitete eine cm« Maria E»zer»dors zurückgekehrte alte Kästen-braterin die Nachricht, dus» morgen die schwarz-rot^-goldene Fahne am StephanSthnrm au»ge-hängt werdett solle uud wen» sie zwei Stunden hänge, sämmtliche christlich-sociale Wähler be-schnitten und die Stephan«kirche in einen Juden-teinpel umgewandelt werde. Darauf rotteten sich die irregeleiteten Massen zusammen und feuerten die Majorität de» Gemeinderathes anssi." — Ach ja, Herr Dr. Weiskirchner „solche Strömlinge» entstehe»", — wie Sie i» der Lehrerversammlnng so schön sagte», inei»erZeit, in welcher sich nicht nur katholische Minister duelliere», sondern christlich-sociale ReichSratljSab-geordnete, die sogar Magistrat« Sekretäre und Juristen sind, einen solchen Schwefel zusammen reden, das» sie „die Bedeutung deS von ihnen Gc wo Herr Baron Dipauli e« wünscht, wird die Zukunft lehren. Das« sie in der heutigen Regie-rungSmajorität eine „Krise" hervorruft, glauben wir nichts D?n», wen» auch das Mißtrauen der Tschechin gegen die „Katholische VolkSpartei" durch den Dipaulischen Antrag augenblicklich noch intensiver wurde, als es ohnehin schon von allein Anfange an gewesen. die Südslaven haben diesen Antrag sofort nach seinem wahren inneren Werte erkannt und sind entschlossen, Herrn Dipauli zu unterstätze» und die- aus ihre» Club in die Sech»-unddrcißiger Commission geschickten Mitglieder würden schon dasür sorgen, dass die gesetzliche Regelung der Sprachenfrage erst dann zur Ber-Handlung im Abgeordneten Hause gelange» würde, bis während der Zeit als die Obstrnction GotteS-friede zu halten gezwungen iväre, wenn sie auf den Dipaulischen Leim gienge. die Sprachenve» vldnungen auch auf Niederösterreich. Steierinark. Kärnte» »nd das Litorale ausgedehnt sein würden. Auf dieser Basis dann könnte ja die gesetz-liche Regelung der Sprachenverhältnisse immer-hin vorgeiiomme» werde», da» würde sich sehr schön machen und die Kosten hätten die Deutschn, zu bezahlen. Leider find sie für diesen Handel nicht zu habe» und so iverden die Herren der katholischen VolkSpartei ihren Wählern demnächst sagen, dass nnr diese unversöhnliche Obstruction die Schuld trage, dass Österreich nicht zur Ruhe komme» kann. Und das ist schon ei» Bortheil, wenn auch nur für die Abgeordneten der katholischen Volks-Partei- Der Antrag Dipauli ist ein schlauer Schach-zug, der aber weit eher geeignet ist, die bunt zu> sammengewürfelte Majorität, als die deutsche Opposition z» spre»gen »nd daher die arge Verstimmung in der sogenannten „parlamentarischen Commission" der Rechten. Personaleinkommensteuer - SchätzungS- Commission für die Stadt Pettau. Nach dem Erlasse der k. f. Finanz Lande«-Dircction in Graz vom 25. September 1897, . 19585, wird für die Stadt Pettau eine eigene ersonaleiukommensteuer - Schätzung» - Commission und zwar in der Stärke von 6 Personen tage», wovon die Hälfte vom Finanzminister ernannt, die andere Hälfte anS den der Personaleinkommen-stener unterliegende» Bewohnern des Schätzungsbezirkes (Stadtbezirk Pettau) gewählt werden. Für sagten selber nicht begreifen!" — Übrigen» ist bei alle» Maulhelden stets die Vorsicht der bessere Theil ihrer Tapserkeit und wenn sie einer einmal scharf anrempelt, verschanzen sie sich hinter die „göttlichen und menschlichen Gesetze und citieren in ihrer Höllenangst vor angezogenen Pistolen sogar die Bibel falsch: „Du sollst dem Ochsen, der da leeres Stroh drischt, das Maul nicht ver-pappcn." — Hol'« der Kukuk! Selbst „unterm Strich" macht sich die elende Politik breit, auch wenn man sich vornimmt, dieses öde Thema noch so weit links liege» zu lassen. Überall grinst einem dieses Gespenst entgegen und es nützt wenig, dass man. um seine Gedanken zu sammeln, die „Sieben HaiiuouSkinder" oder die „Wiener Zeitung", die „Schöne Melusina", den „SonntagSboten" oder de» „Till Euleuspiegel" studiert. Man wird ver-wirrt, ob man auch noch so acht gibt, um nicht etwa gar zu dem ganze» Ele»de auch »och meuchlings zuvl griechische» Finanzminister ernannt zu werden, weil man um den sünfnndzwanzigsten herum noch 10 Krone» in der Privatschatulle liege» hat. Fort mit dieser ekligen Politik I — Am letzten Sonntag fand der feierliche Schluß deS „Abgeordnetenhauses" im Bolksgarten statt. Die RcgierungS'Majorität der Gäste trank den Eigen-baumvst deS BerschönerungS-VereiueS, bis ein Ab-geordneter plötzlich entdeckte, dass sämmtliche Kellnerinnen verkleidete Detektivs seien. „Unter-suchen?" — jammerte der Alterspräsident. — „den» Fall untersuche»? — Ich trau' mich nicht! Warten Sie doch bis der Obmann, — will ich jedes CommissionSinitglied ist auch ei» Stellver-tret er zu wähle», (§§ 179 und 180, Gesetz vom 25. October 1896, Nr. 220 R.-G.-Bl.) Die durch Wahl zu bestellenden CommissionS-Mitglieder werden von den personaleinkommen-steuerpflichtigen Steuerträgern deS Schätzung«-bezirkeS (Stadtbezirk Pettau) in drei Wahlkörpern gewählt (§ 181.) Bleibt die Zahl der Wahlbe-rechtigte» unter 42 zurück, so sind anstatt 3. blos 2 Wahlkörper zu bilden. Für die erstmalige Wahl nach dein InSlebentrete» der neuen Steuerge-setze sind olle juie wahlberechtigt, welche sich rechtzeitig zur Persoiialeinkommensteuer fatirt habe». (ß 185.) Wählbar sind nur jene Personal« einkommensteuerpflichtigen männlichen Geschlechtes, welche das 24. Lebensjahr zurückgelegt haben und sich im Vvlljienusse der bürgerlichen und politischen Rechte befinden. Für die erstmalige Wahl nach dem JnSlebentreten dieses Gesetzes aber sind alle jene wählbar, welche sich (8 202) rechtzeitig zur Pe.-sonaleinkomiuensteuer fatirt haben (§ 186.) Die CommissionSmitglieder und Stellvertreter werden auf die Dauer von 4 Jahren berufen; ain Ende des zweiten Jahres scheidet je die Hälfte der ernannten Und gewählten Mitglieder auS; die Ausscheidenden können wieder berufen werden. (§ 189.) Nach dein II. Abschnitte der Durchführung»-Vorschrift (zum Gesetz vom 25. October 1896, Nr. 220, R.-G.-Bl), welche mit Erlas» deS k. k. Finanzministerium» vom 24. April 1897, Nr. 108, R.-G.-Bl. kundgemacht wurde, haben die Steuerbehörden nach Einvernehmen von Ver-traueuSmännern daS Verzeichnis aller jener Per-sonen ihres Sprengels anzufertigen, welche als einkommenstenerpflichtig vermuthet werde». (Art. 38 der D.-V.) Für den Schätzungsbezirk Stadt Pettau hat das k. k. Finanzministerium die Zahl von acht Vertrauensmännern festgesetzt Diese siud vom Bürgermeister der Siadt Pettau der Steuer» behörde bis 1. November d. I. namhaft zu machen nd über ihre Obliegenheiten im Sinne de? k der D.-V. zu belehre». Die Aerh. MungStage über die erste Anlage des Verzeichnis melden den Vertrauensmänner» von der Steuerbehörde direkte bekannt gegeben werde». DieActivieruiigeiner eigene» Personaleinkommen-steuer>Schätz«i»gScoi»inifsion für den Stadtbezirk Pettau und die Bestimmung von 8 Vertrauens- sagen der Präsident Kathrei» kommt!" »nd richtig war der Henker lo», der Ministerpräsident gieng auch lo» und da« traurige Ende war. das» sich die „Katholische VolkSpartei" als Vermittlerin anbot. Hat sich was! — DaS „SchweizerhauS" am Ring in Wien erdröhnte vom Gelächter der Oppo-sitionSparteien, als ein AtiSschuß plötzlich polnisch zu spreche» anfieng und der Obmann dagegen protestierte, weil dass Wasser im SitzungSsaale bereit« so hoch stieg, dass die Karpfen durchgehen wollten, die der Präsident Heuer erst eingesetzt hat. damit die fortwährend nergelnde» AuSschnßinit- ! Wieder des Vereines wenigstens fischen gehen önnen. — Gottlob, das« mir jetzt keine politischen Gedanken den Faden weiter verwirren. Wie Sie in der letzten Nummer der Pettauer Zeitung gelesen habe», wurde der Voranschlag de« FinaiizministerS pro 1898 mit geringe» Än-derungen angenommen und Herr v. BilinSki war so erfreut darüber, das« er der Stadt Pettau eine eigene Pcrlonaleinkommensteuer'SchätzuiigScom-Mission bewilligte. DaS Abgeordnetenhaus wird noch in diesem .Herbste abgerissen, damit die Passage zwischen dem künftige» Lendplatze und dem Bahndamm? breiter wird nnd die noch brauchbare» Theile der Re-giernngSparteien werde» vo» den städtischen Tag-werkern sauber zusaminengeschlichtet, damit sie nicht windschief werden. Auch die Schlachthaus-frage stand auf der TageS-Ordnuug und wurde eine eigene Commission eingesetzt, die darüber zu entscheiden hat. wer bei künftigen parlamentarischen Dnellen „abgestochen" werden soll, weshalb der Männern, welche bei der Verfassung de« ersten Verzeichnisse« der Personaleinkommen steuerpstich. tigen mitzuwirken haben. auS den Steuerpflichtige de» Stadtbezirkes allein, ist eine sehr wichtige Concession au die Steuerträger de« Stadtbezirkes, allein sie würde ihre» Zweck sicher nicht ganz erfüllen, wenn jene Kreise, welche vor allem das wichtigste Interesse daran haben, dass die ersten Verzeichnisse de» thatsächlichen Verhältnisse» soviel als möglich entspreche», wieder, wie schon ost, andere dafür sorgen lassen, dass die richtigen Vertrauensmänner noimnirt und i» Vorschlag ge-bracht werde». Es wurde schon am Gastwirte-Verbandstage o.n 14. September daraus aufmerksam gemacht, dass die Mitglieder des Gastgewerbe» alles auf. Mieten solle», damit auch Mälvier ihres Ver-traueuS vorgeschlagen werden. WaS die Gastwirte» Genossenschaft interessirte, das haben auch andere Kategorien der Gewerbetreibenden rasch begriffen nnd in Graz hat sich bereits eine lebhafte Bewegung dahin entwickelt, dass wirklich solche Männer alS VertranenSmännner vorgeschlagen werden, welche daS Vertrauen der betreffenden Kreise auch thatsächlich genießen. Daher wird eS wohl a ich in Pettau für die einzelnen Kategorien der Personalen,koinmensteuerpflichiigen auS dem Bürge--, Beamten-, Handel»- und Gewerbestande, den Rentnern ic. vo» Vortheil sein, wenn sie sich über eine Anzahl Männer, die ihr Vertrauen de-fitze», ehestens einigen und diese dem Bürger-meister, der die 8 normirtcn Vertrauensmänner der Steuerbehörde vorzuschlagen hat, zum Vor-schlage empfehlen, waS diesem sicher umso au-genehmer sein wird, als >ein Vorschlag sich dann auf wirkliche Vertrauensmänner bezieht, welche die Verhältnisse jener Kreise, die sie nomiuirt haben, auch ge»au kennen und für die Interessen ihrer Mandatare einzutreten in der Lage sind. Da die Vorschläge schon bi« 1. November d. I. gemacht werden müssen, so ist auch nicht allzu viele Zeit mit Überlegung und ganz besonder« nicht mit unfruchtbaren Lompelenzstreitigkeiten darüber, wer eine Versammlung einberufen soll, »u verlieren, denn mit allen diesen Competenz-streitigkeiten haben sich bei den Wahlen in die Erwerbsteuercommission im kleinen Wahlbezirke Stadt Pettau die Stimmen aus 23 verschiedene Candidaten zersplittert, wa» nur ein sehr zweifelhafter Beweis von der dringend gebotenen Einig» seit i» sehr ernste» Fragen ist. Abgeordnete Wolf al» Fachmann beigezogen werden wird. Nachdem heuer in unserer Mädchenschule bereits die 7. aufsteigende Classe errichtet wurde, hat Se. Excellenz der Minister für Cultu« und Unterricht gestattet, dass nunmehr junge Damen als ordentliche Hörerinnen auf den philosofischen Iacultäten der österreichischen Gymnasien studieren dürfen und so werden wir in absehbarer Zeit in der Lage sein, der weibliche» akademischen Ver» bindung „Petovia" zu Ehren, einen Frühschoppen zu arrangieren und die schneidige» jungen Damen über die häuslichen Tugenden der wackeren deutsche» Männer und Junggesellen sprechen hören. Hoffent-lich steigt dann auch der „La»de«vater" und eS soll mich freuen, drei oder vier Dutzend vogel-balggariiierter Hüte auf den Schlägern stecke» zu sehen. Wie viele Semester manche der Studentinnen in den Hörsäle» bummeln will, hängt lediglich von ihr ab. ebenso wie eS von de» p. t. Gratis-blitzern abhängt, ob sie das letzte Quartal 1897 auch noch schwänze» oder de» elenden Spiß mit zwei Nickeln berappen wollen, um sich als ordent-liche Abonnenten inskribiere» zu lasse», denn die „Lesezeit" hat begonnen. Allein während beim Weinlesen geschossen und gejubelt wird, wird beim ZeitungSlesen fortwährend geschimpft, aber leider nicht — gekaust! Ich finde da« sehr ungerecht, verehrliche Schristleitnng, denn für die meisten Menschen ist da« Schimpfen ein Vergnügen n»d Vergnügen sollen bezahlt werden. Oder warte» Ihre p. t. GratiSblitzer auf'S — „Absammeln? Heinrich Gras Wurmbrand +. Der Sohn unsere« Landeshauptmanne« und Minister« a. D. Gundaker Grafen Wurmbrand, der zur Zeit ichwerkrank in Krumxendorf am Wörlherfee darniederliegt, hat sich in Wien am 7. d. M. Mittag in einem Fiaker in welchem er in die Weihdurggasse gefahren war, durch einen Rtvolverschuß in'« Herz getödl't. Die Leiche de« jungen Grafen wurde un-mittelbar nach Verübung de« Selbstmorde« in die Wagenremife de« Haufe« 9fr. 16 in der Weih-biirggaffe gebracht Die Kleider de« Selbstmörder« waren blutbefleckt, die Züge ruhig. Ein Letter de« Grafen Heinrich Wurmbrand, Graf Äundaker Wurmbrand, ei» naher Verwandter de« Todten, war bi« halb 6 Uhr Nachmittag« ohne Nachricht von dem Ereignisse; er theilte einem Berichterstatter mit. das« der unglückliche Graf Heinrich al« bi« vor kurzem Einjähriger diente, sich v"r einiger Zeit im Dienste eine Verletzung am K e zuzo ;e eine Exsutxi.bildung zur Folge hatte; wu ür kurze Zeit beurlaubt und '"Ute jehl, bi , da« Übel nicht besserte, super-»ritt werd Graf ndaker Wurmbrand j, t, das« dc Motiv der That in der Kränkung zu >l»den ist, die der junge Graf über de» Zu-stand seine« Vater«, de« Landeshauptmanne« von Steiermark, empfand. Auch kann die nunmehr durch da» Fußübel nothwendig gewordene dauern» de Beurlaubung von» Militär, für welche« Graf Wurmbrand belondere Vorliebe hatte, zur Au«-sührung de« unseligen Entschlüsse« beigetragen haben. Graf Gnndakrr Wu.mbjand hat es übernommen. die Familie de« Verblichenen in schone»-der Weise hievo» in Kenntni« zu setzen. Graf Heinrich Gundaker Wurmbrand wurde vo» seinen» Onkel, Oberlieitenant Grasen Wurm-brand, in der Leichen'amnier zu St. Michael ag-„oScirt, wob,» der Leichnam gebracht worden war. Wie Wiener Blätter melden, wurde die Stimmung, welche dem Grasen Heinrich Wurmbrand die Pistole in die Hand drückte, zum Theile auch durch eine Herzensangelegenheit herbeigejührt. Er soll im Hause seine« Vater« eine englische Gouvernante kenne» gelernt haben, zu welcher er eine leidenschastliche Nu >ung saßte, die jedoch nicht erwidert wurde. Der junge Gras erfuhr, das« diese Dame gegenwärtig im englische» Gouver-nantenheim i» der Weihburggasse weile. Heute vormittag« hatte er eine Unterredung mit der Miß. Der Inhalt de« Gespräche«, da« er mit der Engländerin hatte, läßt sich natürlich nur ver-mutheu. Ma» glaubt, das» sich Graf Wurmbrand abermals überzeugte, dass seine Neigung nicht er-widert werde. Verstört verließ er das Hau« und eilte z» dem vor dem Hanse harrende» Fiaker. Im Wage» sitzend, rief er dem Kutscher zu: „Weiterfahren!" I» diesem Augenblicke feuerte er die Kugel jjigen sich ab, welche ihn sofort tödtete. Heinrich Graf Wurm brand, der Sohn de« LandeshauptmauiieS Gnudaker Grafen Wurmbrand und der im Jahre 1885 verstorbenen Gräfin Wilhelmme Wurmbrand, geborenen Freiin Dick-mau» von Söcheran, war von den vier dieser Ehe entsprossenen Kindern der einzige Sohn und wurde am 11. October 1878 zu Ankenstein geboren. Demselben wurde die sorgfältigste Erzieh-ung zutheil. Al« sich Gras Wurmbrand nach dem Tode seiner ersten Frau im Jahre 1886 mit der verwitiveteu Gräfin Therese Hoyo«, geborene» Feiin von Wenkheim. vermählte, käme» auch die Kinder derselben au« der Ehe mit dem verstor« beiien Grasen Maximilian Hoyo» in da« Haus de« La»de«hanplma»»eS. Mit dem etwa« älteren Grafen Philipp Hoyo« wurde Graf Heinrich Wurmbrand vorerst privat in de» Gegenständen de« Gymnasium« unterwiesen, dann besuchten Beide al« öffentliche Schüler das erste nnd später da« zweite StaatSgymnasium. Hier maturirten Beide mit bestem Erfolge im Juli des Jahre« 1895. Während sich Gras Philipp Hoyo« entschloß, sein Einjährig-Freiwilligenjahr bei den Palffy-Hnsaren Nr. 8, wo sein älterer Bruder Max schon einige Jahre vorher die Reserve OsfizierScharge erreicht tte, zu absolvieren, wandte sich Gras Heinrich urmbrand den juridischen Studien zu. Zm Lc-tober vorigen Jahre« rückte indeß auch er zur Ableistung seine« Einjähriaen-Dienste«zumUhlanen-Regiment Nikaulau« II. Kaiser von Rußland Nr. 5 ein. Heinrich Graf Wurmbrand war ein viel-seilig gebildeter junger Mann, dessen liedentwürdigt« Wesen ihn« in der Grazer Gesellschaft zahl-reiche Freund« erworben hat und der zu den schönste» Hoffnungen sür die Zukunft berechtigte. Bor mehrere» Monate» stieß dem jungen Grafen bei einem Ritte, den er al« Uhlane».Freiwilliger nächst WaraSdin unternahm, ei» Unfall zu, in-dem er vom Pferde stürzte und sich hiebei eine Verletzung an einem Fuße zuzog. Aber dieser Sturz blieb ohne weitere Folgen und die Ver-letzung erwie« sich al« unbedeutend. Graf Hein-rieh Wurmbrand beschäftigte sich eifrig mit Wissen-schaft und Kunst und studirte und la« außer-ordentlich viel. Ju letzterer Zeit fiel seiner Um-gebung seine tiefe ^chwermuth auf. Au seinem Vater hieng Gras Heinrich Wurmbrand mit rühren-der Liebe und er befand sich, wenn er in Graz oder auf Schloß Ankenstein bei seinen Angehörigen weilte, zumeist in Gesellschaft desselben. Während er in WaraSdin sein Einjährig-Freiwilllgenjahr machte, kam er fast jeden Sonntag »ach Schloß Ankenstein, um seinen Vater und seine übrigen Angehörigen zu besuchen. Die «rankheit seines Vater« gieng den, warmfühlenden jungen Manne tief zu Herze» uud es ist sehr wahrscheinlich, das« da« schwere Leiden seine« Vater« mit die Stimmung herbeigeführt hat, in welcher Gras Heinrich Wurm-brand gestern in Wien die unselige That voll» bracht hat. An der Bahre de« Dahingeschiedenen trauern außer seinen Elteru seine drei Schwestern: Gräfin Nandine Edeltraut, Gräfin Ada und Gräfi» Alexandra Theodora Wurmbrand. Gräfin Edeltraut, sür welche bei dem u»glückuche» jungen Manne ein Brief gefuuden wurde, weilt gegen-wärtig in Krumpendorf am Krankenbette ihre« Vater«, de« Herr» LtindeShauptiuauues Grafen Wurmbrand. W ochenschau. Über da« Duell Badeni-Wolf schreibt die „Salzburger katholische Kirchenzeitung": Wir brauchen Männer, so möchte man in alle vier Weltgexende» mit Donnerstimme.rufen, wenn man die Feigheit in alle» Kreisen, auch die geistlichen nicht ausgenomme», schaut. Man le>e die Reihen der Männer im katholische» „Vaterland", die wie zu einem armen Unglücklichen in» Palais Badeni lausen, ihr Beileid auszudrücken über die Verwundung, die er sich bei einem von der Kirche uud den StaatSgesltzen gebrandmarkte» Duelle geholt. Und es wurde da» „Vaterland" nicht lchamroth und die hohe und bürgerliche Namen tragenden Herren nicht, die sich „katholisch" nennen. Was uns noth thut, da» find katholische Männer i» der That »nd nicht blos »» Wort. Mit solche» uuchristliche» Jndenstanbsinker» vor den Große», auch bei Begehung eine» Verbrechen«, fährt ma» mit EilzngSgeschw»idigte>t jenen Zu-ständen zu, welche der überraschte» Welt am Ende de« vorigen Jahrhundert» Frankreich geboten hat. Sie werde» un» auch nicht ausbleiben." Mau weiß, das» der Cardinal Fürst-Erzbischos von Wien dem Grasen Badcni die kirchliche Absolution ertheilt hat und das« auch der Kaiser per-sönlich den Ministerpräsidenttn besucht hat und wir wollen nicht schadenfroh sage», das« die „Salzburqer katholische Kirchenzeitnng" ein Organ jener Partei ist, welche die deutschen Parteien bei jeder Gelegenheit wegen Mangel an „Loyalität", „Liebe zum angestammten Herrscherhaust" und „Mißachtung der Kirchenfürsten" ?c. denuncirtt. ver Skandal, de« die Christlich-Socialen im Abgeordnelenhause in der Sitzung am 7. Oc-tober provocierten, übersteigt alles, was sie bisher in dieser Richtung im Wiener Grmeinderathc und im niederösterreichischen Landtage geleistet haben. Im Verlanse der Nothslandsdebatte sagt der socialdemokratisch« Abgeordnete unter andern: „Wir wollen nicht, das« unsere Kinder von Pfaffen erzogen werden." Der christlich-sociale Abgeordnete Gregorig schreit plötzlich dazwischen: „Da bleibt Euch nur die freie Liebe." Jro (Schöneren«»«?): .Oder da« Sodawasser beim Wimberger!" (Don sind die christlich-sociale» Ver-sanimlungen.) Diese« Wort versetzt Gregorig der-art in maßlos« Wuth, das« er. hochroth nnd .einer Sinne kaum mächtig, ausspringt »nd mit heiserer Stimme dem Abg. Jro zuschreit: „Sie frecher Haderlump! Sie feiger Hund!" Abg. Jro begibt sich daraus zum Präsidenten. Im Hause entsteht ein fürchterlicher Lärm. Der Präsident macht gegen Jro eine Geberde, das« er de« Lärme« nicht Herr zn werden vermöge. Abg. Jro geht nun zum Sitz Gregorig» und erhebt die Rechte, um Gregorig zu züchtigt». Jro« Hand ist schon in bedenklicher Nähe von Gregorig« Gesicht, da schieben sich Dr. Laegn und Dr. L. Verkauf zwischen Jro und Gregorig und benehmen Jro die Gelegenheit, sich die Genugthuung zu holen. Der Lärm wächst im Hause hierauf in« U»gemessene. Der Präsident kann sich durchaus nicht mehr verständigen. Er verläßt den Platz und suSptndim die Sitzung. Pettaner Wochenbericht. (fias ttautnßffst des Kaisers) wurde heuer wie alljährlich am 4. Oktober festlich begangen und in der Propstei-. Haupt- und StMpfarrkirche zn St. Georg der FestgotteSdienst zelebriert, dem außer den Spitzen der SlaatS-, Lande«, und Gemeinde-Behörde» und Ämter, die Vertretungen der öffentliche» Körperschaften, die Schuljugend der beide» städtischen Volksschulen »nd dc« Landes-gymnasium«, mit dem Lehrkörper aller Unterricht«-c .stalte», da« f. u. k. OffizierScorps und die dienstfreien Abtheilniigk» de« k. n. k. 4. Pionnier-Bataillone» in Paradeadjustierung, die dienstfreie Mannichast des k. f. Gendarmerie.PostenS und der k. k. Finanzwach.Abtheilung beiwohnten. Die Kirch« war mit Andächtigen gefüllt. Am 4. Oktober waren auch die öffentliche» Gebäude beflaggt. (Todesfälle.) Die Reihe der ältesten Herren lichtet sich im Laufe diese« Jahre« stark; der Tod hält reiche Ernte unter den Männer», die man sonst stets al« Beispiele der Rüstigkeit hochbe-tagter Greise anzuführen gewohnt war. weil sie ihr Lebensalter weit über die Siebzig, selbst bi« hoch in die Achtzig und darüber hinauSgkbracht hatten, ohn? in langt-« Siechthum verfallen zu sein. Oberhauser. Skerb«, Zistler, Kosser, sie ragten al« lebende Wahrzeiche» der guteil alten Zkit in die Gtgknmart herein, rüstig nnd geisles» frisch. Alle habe» da« Alter des Psalmisten iveit überschritten uud dal)?r fehle» sie heute mehr als andere, welche auch ein Menschenalter unter uns gelebt. Am 2. October starb Herr Joses Zistler. gewesener Postmeister und Besitzer de« goldenen Vrrdienstkrruzc« im 74. Jahre, »ach einem Leben voll Thätigkeit und ausgezeichnete» ösfentlichen Wirkens. Am 5. Oktobtr folgit ihm Herr Franz Koffer, gewesener Großgrundbesitzer, der Vater Frau Maria Straschills, im 88. Lebensjahre, der da« Glück hatte, drei Generationen in seiner Familie zu schauen. Ein Glück, denn wenigen ist e« gegönnt, wie es den. Verstorbenen gegönnt gewesen, eine zahlreiche Schaar blühender Urenkel nm sich zn sammeln und dabei Kinder und Kindeskinder in angesehenen LebeiiSstellungeu zu sehen. Wkm solche« gegönnt ist. dem ist der Spätabend eines lange» Lebens trotz mancher Wol'e, die vorüberzog, kein trüber nnd ruhig mag er sei» Haupt zur Ruhe legen, denn er sah bereit« da« neue Morgenroth frisch aufblühender Geschlechter. (3ur Thcaler Saison.) Nächsten SamStag. da« ist am 16. October beginnt auch in unseren« Stadtthcater die Direktion O. Gärtner mit den Vors.ellnngen. Vielleicht etwas zn früh für unsere Verhältnisse, den» da die Weinlese dermale» im volle» Gange ist. befinden sich viele Familien n^ch draiiße» i» den Weingärten. Allein eine halbweg« gewissenhafte Direktion kann sich bei dem Um-staut*, al» in den meisten Stadtheater» die Saison mit 1. October und noch früher anfängt, durch diese Verhältnisse nicht binde» lassen, weil sie dann Gefahr läuft, nur Kräfte zu bekommen. die mideriväris kein Eugagrment gefunden habe» und daS sind eben die besten nicf)t. Die Direktion Gärtner mußte dalier die Contracte jo abschließen, dass sie einerseits ein Ensemble von Darstellern zur Verfügung hat. welche« den oft recht hoch gespannten Anforderungen unsere» Theaterpubli-kuiu» genügt und anderseits rechtzeitig darüber verfügen kann. Die EiöffttungSvorstcllung am Samstage bringt die von der gesammten Kritik selir günstig beurtheilte Novität „Das grobe Hemd" von Carlweiß nnd wird sodann als Probevorstellungen noch die Bcrg'fche Posse „Drei Paar Schuhe" mit neuen GesanqSeinlagen nnd als dritte Vorstellung SchönthanS Posse „DaS gelobte Land" bringen, worauf die Abonnements-Vorstellungen folgen. Hiebei machen wir ans die N>»einfüt»rung oes Sperrsitz Abonnements für die ganze Saison aufmerksam. eine Neuerung.die manchen willkommen sei» dürste. Al« nächste SonnlagSvor-stellnng, das ist für den 24. October wird daS Morree'iche Bolksstück „'SNnllerl" vorbereitet. So ijcit wir bisher Einblick in die Verhältnisse zu thu» in der Lage waren, gibt sich die Direktion Gärtner alle Mit he. das zu bieten und zwar gut zu biete». waS man billiger Weife verlangen kann. ES wird daher in zweiter Linie am Pnb-likum liegen, dieses Bestreben durch einen ent» sprechenden Theaterbesuch zu fördern, denn selbst Künstler eiste» Ranges und diese eher als andere, verlieren alles Animo, wenn sie vor leeren Häuser» spielen. Bei Provinzgesellschuste» aber, die rbe» völlig von der gleichmäßig bewiesenen Theilnahme eines ständigen TheaterpubliknmS ab-hängen, bei denen die Wärme des Tone» im ganjen Ensemble ebenso, wie die Lust und Liebe zur Darstellung sozusagen mit jeder vollen Sitz-reihe steigt und mit jeder leeren abnimmt, ist ein entsprechender Theaterbesuch die conditio sine qua non für ilir Bestehen, die Basis für die Leistungen ebenso, wie er der Maßstab dafür ist. Herr Oskar Gärtner war in, Vorjahre eine« der besten Mitglieder der Gesellschaft und ist ei» verständiger und zugleich routinierter Künstler; e« ist nicht anzunehmen, dass er lieber ein mittel» mäßiger Direktor sei» will als ein guter Charakter« Darsteller uud deshalb hoffen wir. das« er nicht in die Fehler seines Vorgängers verfallen wird, der sich Aufgaben stellte, die a»f keiner Provinz» büt»ie auch »nr annähernd zufriedenstellend ge-löst werden köuneu. (Verlegung einer /inaiinvachablheilnng.) Im politische» Bezirke Petta» mied die Finanz-wachabilzeilung Polstra» mit 1. Jäuner 1898 nach LeSkovetz in die OrtSgemeinde St. Andrä verlegt. Die nachbenannten OitSgemeindeu des Gericht»- und SteuerbezirkeS Pettau und zwar: St. Andrä in Leskovetz, St. Barbara in der KoloS, Dolena, Drafzen. Heil. Dreifaltigkeit in der Rolos. St. Elisabeth, Gorenzeuberg. Gradisch, Gruschkaberg. Krnschkovrtz. Lichtenegg, Neukirchen. Okitsch Groß. Sanrjtsch. Sedlaschek, Skorischniak, Slatina, Türkeuberg, Varea und Groß-Warnitza werden vom I. Jänner 1898 angefangen auS dem Unikreise der Finanzwachabtheiluug in Pettau ausgeschieden und rücksichllich der gefällSämtlichen Überwachung der Finaiizwachabtheilung in LeSko-vetz zugewiesen. (Vom Weiler) zu sprechen zeigt in Gesell-schaft wenigstens nicht gerade von gutem Geschmacke. All,in wenn schon am Beginn Oktobers aus ver» schiedenen Gegenden Schueesälle gemeldet werden, dann höit sich überhaupt die Rücksicht aus den gnten Geschmack ans »nd eS beginnt die Rücksicht auf den Geldbeutel, der sich ganH entschieden da-gegen sträubt, schon am Herbstbeginne einzuheizen und neue Winterkleider aiiziischassen, ehe noch der Altweibersommer eigentlich begonnen hat. Schnee am Fuße deS SchöckelS. Schnee in der Umgebung von Klagenfurt und am 6. aiich in Ausser. Das ist eine traurige Weinlesezeit, waS die Reblaus — 4 — noch verschont hat. schlägt der .Hagel zusammen und waS beide nicht verwüsteten, ruinierte das elende Oktobenvettee. Der Staat aber sagt be« Dauernd: Bauer hilf Dir selbst, so wird Gott Dir helfe» und der Finauzminister sinnt immer auf neue Steuern. Seine neueste Erfindung ist die Einführung einer „Tra»«portsteuer" und einer ..Znckerverschlrißstenrr". Während Ungarn seine Frachtentarife für ungarische Produkte der Land-wirthschaft und Industrie herabsetzt, sollen sie in Österreich erhöbt werden. Während im Auslande österreichischer Zucker trotz deS Einfuhrzolles billiger ist als in Österreich und während den Zucker-baronen eine Bonifikation von 4 Millionen aus Staatsmitteln gewährt wird, damit sie nicht etwa gar gezwungen sind, ihre „JourS" und „Thee-abende" im Asyl für Obdachlose zu geben, erhält der Landwirth Viehsalz zu .ermässigtem Preis", der Weinbauer amerikanische Reben zu „ermässigtem Preis" und soll dafür wieder höhere Bahnfrachten zahle» und de» Zucker theurer kaufen, damit sich die Differenz wieder ausgleicht. Wenn diese vvlkS-wirthschaftliche Politik einmal von oben herab durch den Hagel, von unten hinauf durch die ReblauS verwüstet und von einem Hochwasser fortgeschwemmt würde, kein Landwirt würde über diese Elementarunglücksfälle klagen. (künstlerlos.) Herr Peter Schwinger, dessen Heimat in den windische» Büheln liegt, ist ent-schiede» ein Genie, obgleich seine Papiere ihn als Taglöhner legitimieren. Er verlieht de» Amselruf und Nachtigallenschlag so täuschend zu imitieren, als wäre erst der Woiinemond im Lande; er blöckt wie ein Kalb, so natürlich, dass jeder Mntterkuh weich ums Herz wird und trompetet daS Fenersignal so fern,. das» die Leute erschrocken auf die Straße laufen. Er ist außerdem noch „Kunstpfeifer". „Jodler" und noch manch andere der sieben freien Künste versteht er auS deni ff. am allerbesten aber da» Trinken, wobei es ihm einerlei ist. welche Flüssigkeit ihm znr Labe ge. reicht wird, nur nicht Petroleum oder gar reine» Wasser. Am Sonntag gedachte er Pettau mit seinen Leistungen zn überraschen, fand aber so wenig Kunstsinn, dass er auS mehrere» öffentlichen Lokalen entfernt werde» mußte, er be-hanptete: „Auffig'schmiss'n Hain'S mi!" weil er zuerst ordentlich kneipte uud dann de» Wirten etivaS vorpfeifen wollte, anstatt seine Zeche mit blanke» Nickeln zu begleichen. Dazu trat noch Regeiilvetter ei» und da die Fremdenzimmer in den Hotels alle vergeben waren, pochte er a» da» tau» Nr. 1. Hebergasse, allwo er sich au» einen fühl von Hobelfchaten auSiuruhen gedachte. Allein auch hier wurde er „anssig'schmiss'n" und da sich sein Künstlerstolz gegen solche Behandlung empörte, kehrte er den „Taglöhner" Herfür und begann gottsjämmerlich anfz'drah». Den Wach-mann, welcher ihm endlich zu einem Nachtlager verhelfen wollte, hieß er so ziemlich alle», nur nicht „Euer Wohlgeborea" »nd im Separat-stübchen, welchei ihm derohalben angewiesen wurde, drohte er alles krumm und klein zu schlagen, so das» er gefesselt werden mußte. Am nächsten Tage zog er andere Saiten ans und übte sich wieder in seiner „Kunst", um zu beweisen, das» er doch besser sei als sei» Ruf. Nützte ihm aber nicht«; sein Leumund läßt viel zn wünschen übrig, denn un er seinen Papiere» färb sich sogar ein», welches ihn de« Raubmorde» und Diebstahle» ver» dächtigte. Allein so weit hatte er e« doch nicht gebracht, die C»rrentieru»g ist widerrufen. Dagegen ist er da« Urbild eines fahrenden Künstler«, der alle» lieber versucht, als zu arbeite». (Erstochen.) Am 3. October erhielt die städtische Sicherheitswache vom k f. Gendarmerie-postencommando in St. Veit die Mitteilung, das« in der Nacht vom 2. aus den 3. October ein Bursche an« Goezaberg vo» einem anderen lebensgefährlich verwundet worden sei und der Thäter sich nach Pettau geflüchtet hatte. Die SicherheitSwache begann sofort ihreNachsorschnngen nnd der Wachmann Jakopin arretirte einen neunzehnjährigen Burschen, der angab, Franz Pein-kircher zu heißen nnd nach Grnskaberg zuständig zu sein, al« der That verdächtig. Wie sich heraus-stellte, war e» wirklich der Thäter, welcher als. bald gestand, das« er in der kritische» Nacht mit mehreren anderen Bursche» in Lichtenegg herum- Seschwärmt hätte und im Verlause dieser wilde» Unterhaltung von einem gewissen Zasntta be-schimpft worden sei, au» welchem Anlasse sich sofort ein Raufhandel entwickelte. Während der Schlägerei sei er von seinein Gegner mit einem Messer in de» rechten Oberschenkel gestochen worden, habe dein aber das Messer entwunden und damit zurückgestochen. Der Verwundete liege ans einem Pfarrmaierhose in Dolena? Ob sich die Sache so verhalten habe, wird da» Gericht, dem der Verhaftete überstellt worden ist, bald feststellen, der angebliche Zasntta aber starb bereit» am selben Tage infolge der schweren Verwundungen. (Zoko in Freiheit.) Dem im Hofe der Firma F. C. Schwab in einein Käfige unterge-brachte» Affen gelang e» am Donnerstag seinen Aufenthalt zu verlasse» und die goldene Freiheit zu gewinnen, die ihm bass zu behagen scheint, oenn er machte trotz deS schlechten Wetters sofort einen Ausflug, vo» welcher Vergnügungsreise ihn weder die freundlichen Vorstellungen noch Drohungen der auSgesaudten Verfolger abhalten konnten. Am Freitage machte er der Binderei de» Herrn I. Steudte einen Besuch, denn da» Klopsen, Hämmern »nd andere Arbeiten fesselten seine Auf-merksarnkeit in hohem Grade und der Ulk. den die Lehrlinge mit dem seltenen Gaste trieben, war so ganz nach seinem Geschmacke, das» er sich am Dache gemüthlich niederließ und »un seinerseits eine» Ulk begann, der aber für den Besitzer und die Arbeiter im Hofe nicht gerade spaßhaft war, denn Joko bediente sich einfach der Dachziegel als Wurfgeschosse, die er den Arbeiter» an die Köpse schmis», worauf die Antworten von unten nicht auf sich warten ließen. Dieser lustige Krieg aber war nicht nach dem Geschmacke de» Besitzers, denn der Affe verwüstete da» Dach und die Arbeiter vertrödelten die Zeit nnd so gieng ein Ultimatum an Joko» Eigenthümer mit dem. das» Joko, wenn er bis 4 Uhr nicht verwahrt ist, ohne Gnade füsiliert würde. Darauf erfalate eine etwas wilde Treibjagd, allein da» war so lange vergeblich, bis ein Knecht geholt wurde, dessen Freundschaft, wie es schien, Joko mehr fürchtete, al» die Gegner-schaft aller andern, anf die er bisher die Zähne gefletscht. Dei'n kaum gewahrte er seinen speziellen Frennd mit der Peitsche, machte sich Joko ans die Sohlen und eilte heim in seine Bude, zum größte» Schmerz der lieben Gassenjugend, die stundenlange den Kunstgenuß einer Affenkomödie gratis ge-habt hatte. (/euerbereilfchafl der freiwilligen /cuer-wehr ) Für die laufende Woche hält der II. Zng und die l. Rotte Feuerbereitschaft. ZugSführer Bella», Rottführer Reisinger und acht Mann. Fenermeldungen sind aus der Centralstatio» in der SicherheitSwachstnbe im Rathhau» zn machen. (Viehseuchen im £e;irke.) Schweinerothlanf in St. Rochn« in 2 Höfen, Schweinepest in Wnrmberg in 3 Höfen. Vermischte Nachrichten. (Spende.) Der südmärkische (krainisch küsten-ländische) Sängerbund hat anläßlich seiner Grün-dnng vom steirischen Sängerbunde als Angebinde eine Spende von 200 Lieder» .aus der grünen Mark" bekommen. Jetzt ist e« Zeit, Leimringe an die Lbstbäume zu legen Die bösesten Feind« unseres Obstes, die Weibchen de» Frostfpanncr«, beginnen bald ihre winzigen Schlupf-winket in der Erde zu verlassen und an den Obstbäumen empor zu klettern, wo sie ihre Eier an der Rinde der iÄume ablegen. Da dürfte für den Obstzüchte? eine An-Weisung über das Anbringen solcher Leimgürtel am Pla'.e sein, die. erläutert durch praktische Abbildungen, Freiherr von Schilling in der neuesten Nummer de» praktischen Rathgebers im Obst- und Wartenbau veröffentlicht. Tie Rummcr wird auf Wunsch gern kostenlos von dem Äe-schästsamt deS praktischen Rathgeber» in Frankfur« a. Llxr zugeschickt. Literarisches. 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Für nur 45 Ir. vierteljiihelich zu beziehen durch t« «uchhandlung W Blanke in Pettau. tVim Pflanzen von Obstböumen inich auch daraus iüültiichl genommen werde», ob die Bäume an txr Pflanz-Iklle sehr Ixn Winden a««gesey» sind, oder nicht. In seiner Im»»«» Nummer briuai der praktisch« Ratgeber im Obst-uad Gartenbau eine Lifte d»r sest!iäng,ndrn Äp'el. und «irusorten. ebenso d >>ckt von dem Seschäs?Zamt Ui praktischen Rathgeber» i..i Obst- und Gartenloni in Frankfurt a. O. Äunbmachinist, dclrrffllld iit MrldrpKicht v. LandsturmpllichtigkN. Aus Äriinv deS Grsetzei vom 10. Mai 1 «94. betreffend die Meldepflicht vv» Landikurmpflichlige» der im Riicksrathr vertretenen .Vöniqreiche und Wnder mit Ausnahme von Tirol »nd Vorarl-bvrfl »nd des Gesetz,« vom 10. März 1R95, be-tnffend das Institut der LaiidkSvertheidi^uini für \>\< gesürstcte Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg (§. 27), haben sich diejenigen Land' llurmpflichtiqen. welche Angedörige de« Heere«, der Kriegsmarine. Landwehr (einschließlich deren Ersatzreserve») oder der Gendarmerie waren, sowie jonsttqe Landsturmpflichtige. welche für den Fall dir Älijbiekung des Landsturmes zu besonderen TienstleistunPN designiert und zu sol6>em Zwecke mit WidniU'iqstarten betheilt werden und sich im Aereiche deS obigen politische» Bezirkes aufhalten, am Itt. Vktoder 1897, mit ihrem Landsliirm-passe, beziehungeweise militärischen Entlassuniis-Tocumente beim: Stadtamte Pettau persönlich vorzustellen, beziehungsweise zu nielde». Diejenigen Meldepflichligen, welche wegen »»liberwindlicher Hindernisse oder glaublvürdig nachgewiesener, äußerst dringender uitb unausschieb-barer Familien- oder persönlicher Verhältnisse am vorstehenden Tage sich nicht vorstellen konnten, haben die Vorstellung am 23. Oktober 1897 kim Stadtamte Pcltau nachzutragen. Meldepflich-ti#. welche auS irgend einer Ursache nicht im Besitze ihres LandsturmpasseS, beziehungsweise ihres militärischen EntlassungS-DocnnienteS (Ab» schiid, Certificat, Bescheinigungtc.) sind, haben ein anderes, ihre Identität beglaubigende« Docu-matt, als Tauf- (GeburlS-), HeimatSschei», Ar-bcitsbuch ic. und die etwa in Hauben habend« Widmungskarte. daS Landsturm-EnthebungS-Cer« lisicat, eventuell auch den Landsturmmeldeblatt-Coupon mitzubringe». Landsturmpflichtige, welche sich zum Waffen-dienste oder zu jedem Dienste im Landstürme ungeeignet halten, haben dieS gelegentlich der Bor-sttllung (Meldung) anzuzeigen. Landsturmpflichtige, welche mit Widmung«-karten, beziehungsweise mit Laudsturm-EnthebungS-Cerlificaten betheilt oder ohne solche, als Eisen-bahn- oder DampfschiffahrtS-Bedienstete, vom Landsturmdienste enthoben sind, haben dies in schriftliche» Meldungen anzuführen. Die nach den Länder» der ungarischen Krone heiiuatznständigen Laudsturmpflichligen, welche der Mldepflicht gesetzlich nnterliegen und sich in den Reichsrathe verlreteuen Königreichen und Ländern aushalten, habe» sich wie die hier Heimat-berechtigte» Laudsturmpflichligen zu melde». Bou der BorstellungS- (Melde ) Pflicht sind mir als „waffeuuusähig" erkannte Laudstnrm-Pflichtige enlhobeu, bei welchen die Nichteignung zum A.,ffe"dienste im Landstürme, im Landsturm-passe bestätigt erscheint. Meldepflichtige Landstnrmperioukn. welche die vorgeschriebene Vorstellung (Meldung) nicht zeit» gerecht erstatten oder dieselbe ganz unterlassen, be-gehe» eine Übertretung und verfallen einer Geld-strafe von 2 bis zu 100 Gulden. dtabtamt prttau am 3. Oktober 1897. Der Bürgermeister: Josef Vrnlg. Rr. 4705. Kundmachung. Entsprechend de» Bestimmnnge» deS 8 60 deS Gesetzes vom 4. Oktober 1887, Nr. 45, N.-G -BI. wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dass der Genuinderath in seiner Plenarsitzung vom 30. September d. I. den Voranschlag der Stadtgemeinde pro 1898 und zwar in den Ein-»ahmen mit 26480 fl. 40 kr., in den Ausgaben mit 49078 fl. »nd die Bedeckung des Abganges durch: „ . iil 20'/, Zuschlag zur VerzehrungSsteuer auf Wein. Most und Fleisch im beiläufigen Ertrage von fl. __ . I») Umlage auf den Verbrauch vo» Spt» ritu$ nnd Brantwein mit 4 kr. pr. ficctolitcr und Grad der 100-theiligen Alkoholmeterscala mit 2000 fl. c) Umlage auf den Verbrauch von Bier mit 70 kr. per Hectoliter iin beiläufigen Ertrage von 2500 fL , .. .. 6) eine? 30'/, Umlage aus die directe Steuer im Betrage per 8500 fl. e) Subvention der Pettauer Sparcasfa Mit 7200 fl. . k) Muthmaßlicher Cassarest mit 31. De-«mb« 1897 mit»397 fl. 60 kr. angenommen hat. fJQ Stadtamt prttau. am 1. October 1897. Der Bürgermeister: 3. Vrnig. (nniinerdal LJ 00 CQ3 (otiyaty r in: boi: Bezugsquelle " fü7 GARANT. RT ÄCHTE £üc'weine: Portwein, Sherry, Madeira, Marsale. Malaga, Tarroqona etc.... iederlage:| Pettau Brüder Mauretter. Brüder Mauretter offeneren frisch angekommen: Im». Einenthaler, Haibementhaler, Roquefort, Imperial, Bierkiise, Liptauer, Schwarzen- berger und Calinecer. Echte ungarische und Veroneser-Salami, Kxtrawurst, Brana-.chwtjiger, immer frischen gekochten und rohen PrUwCr» Schinken, sowie alle Gattungen Würste. Rother Wein, 1 Liter 28 kr. Budwrelser Bier, 1 Liter 20 kr., sowie alle anderen Delicatessen und Spe-zereiwaren in bester Qualität zu den billigsten Preisen. Frische Preiselbeeren, (Kärntner) am Lager. iner' W* tri*# Whre»}* I die ein wohlschmeckendes Kali««- Ö getr&nlc lieben, gesund bleiben v und »peren wollen. ^ t Hie SiiferiHHg i|i keia Anderm. SB t ii i m n ii g»t und billig bedient werden will, wende man sich vertrau-enSvotl an die unten stehende Firma. 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Kilo 18 Türkengries . . . 11 Gerste, gerollte . n 12 28 n 12 28 Erbsen, geschälte . n 16 28 24 « 9 Erdäpfel, neu . . Zwiebel, neu . . 2 8 8 4 Knoblauch, neu . 12 Eier...... 4 Stk. 10 Butter..... Kilo 70 90 Milch, frische . . Liter 7 8 » abgerahmt -I 6 Rahm, süsser . . 9 32] 40 » saurer 24 Rindschmalz . . Kilo 90 Schweinschmalz . } ft< Speck, gehackt. , L „ irischer . . __ 64 n - 54 „ geräuchert 60 Zwetschken croat. i 1« , hosn. 20 24 Gattung Preise Zucker . . . Suppengrün?« Erbsen neue . Käse . . . . Emmenthaler Getreide. Weizen . . . Korn .... Gerste . . . Hafer .... Kukurutz . . Hirse .... Haiden . . . Geflügel. Indi&n . . . Ginge . . . Enten.... Backhühner . Brathühner . Kapaun , . . Olnt. Apfel..... Birnen .... Nüsse .... Kastanien . . . Diverse. Holz, hart . . . „ weich . , Holzkohle . . . Steinkohle . . . Kerzen, tJnschlitt „ Stearin „ Hohl . > Bier...... Wein...... Obstwein . . . . Brantwoin . . . per Ivonl bi»! I kr. Ur ! 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Die Leitung des Musealvereines zeigt hiermit an. dass der Eintrittpreis für das Museum wie folgt betrügt: 1. Mitglieder des Vereines haben freien Eintritt. 2. Nichtmitglieder. für Erwachsene 20 kr. per Person, für die Jugend, Militärmannscliaft und Gewerbe-gehilfen 10 kr. 3. Den Schillern des landschaftlichen Gymnasiums, der Volk«-Handels- und Gewerbeschule in Pettau ist unter Führung eines Lehrers der freie Eintritt in das Museum gestaltet Diesbezügliche mündliche Ansuchen sind an Herrn Josef Gspaltl zu richten. Daa Museuni Ist Jeden Sonn- und Feiertag von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 3 Uhr nachmittags geöffnet Für Fremde täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachm Eintrittskarten sind beim Museumsdiener erhältlich. Decimal - Wage mit 250 Kilo-Belastung, noch im guten Znstande, ist billigst zu verkanten. Anzufragen bei Josef Ornlg, Pettau. 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W 1 S>cKwitjt Kin ii'hlunf dazu kottet: — IS 18 11 18 IV Dia Preia* ver-t«hen eich ein* Miw-alich Fracht und Emtallaie, alao ahnt weller« 8*e«ea| Zu beziehen duroh jedes bessere Spengler-, Haus- ii. KilohengerMthe-flder Eisenwaren-Gesohift: wenn nicht erhältlich, direct durch die Erste Österreich-ungarische Blech- u. Lackirwarenfabrik JOSEF KUTZER in PRAG-SMICHOW. (Veraami t gegrn Nachnahme «Klee vorherig« Caaaa.) MuHrtrt* und gratis ««ml franko* Patentlrt in fast allen Cultuntaaten' Vor Nachahmungen wird gewarnt f BeUInfrage und Bestellungen wird gebeten, auf dieses Blatt B«ug zu nehmen. Q arantlrt reines r mit den h 8 c h e t e n Preii prlmiirtea Thomas-Phosphatmehl aus den böhmischen und deutschen Thomaswerkeu ist das wirksamste u. billigste Phosphorsiiure-Vüngemittel. Garanlirler Gehalt von 15—17 perzent rilrallöslicher phosphorsäure und 85—100 perM Feiomehl. Für alle Bodenarten. 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Mich beherrschte ein Glücksgefühl, da« mit jedem Morgen neu rnvachte, ich stand unter dem Eindruck eine« Rausche», von dem ich glaubte, er werde ewig dauern. Aber ach! wie bald verflog dieser Wonnetraum! Der Krieg zwischen Oesterreich einerfeit», Preußen und Italien andererseits war zum Ausbruch gekommen, wa» man befürchtet, eingetroffen. Die ganze Umffrjjrnd von Verona wa» mit Truppen überfüllt, die kampfbereit de» Marschbefehle» harrten. Die ganze 6bene zwischen Mantua, Solserino und PeSchiera galt bei den streitenden Völkern von jeher al» ein besonder» geeignete» Schlacht-seid und e» war daher wohl anzunehmen, daß hier auch diesmal ei» Zusammenstoß der feindlichen Parteien stattfinden werde. In dieser Boraussetzung hielt mein Bater unsere Billa nicht mehr für sicher genug und entschied, daß seine Gattin den Per-laus der Ereignisse in Berona abwarten solle. Natürlich prote-stierten wir gegen diese Trennung in einem solchen Augenblick, aber er blieb unerbittlich. Ich fühlte mich durch seinen Beschluß lies niedergedrückt. Bon meinem geliebten Bater scheiden zu müssen, da» sorglose glückliche Leben der lebten Wochen auszugeben, zu wissen, daß Max so großen Gefahren entgegenging, da» zerriß mir das Herz. Und ich sollte den Ort verlassen, wo vielleicht schon in wenigen Stunden da» Liebste, da« ich besaß, einer sorgenden band bedürfte — war da» nicht feige, meiner unwürdig? Traurig und bekümmert, nur mit Mühe da» Weinen zurück-haltend, verbrachte ich den letzten Abend. Als ich mich endlich zur Ruhe begeben wollte, rief mein Bater mich zu sich. .Gute Aacht, Irma!" sagte er liebevoll, .geh' schlafen, mein Kind. Du weißt, wir müssen morgen frühzeitig ausbrechen. Ich sage Dir bereit» jetzt Lebewohl." fügte er leiser hinzu, aber ich vernahm dach, wie feine Stimme zitterte, »denn wenn Du erwachen wirst, bin ich schon weit fort." Er drückte mich zärtlich an sich, «ahm meinen Kops zwischen leine Hände und küßte mich auf die Stirn. Nie zuvor hatte ich einen Ausdruck so unendlicher Liebe in seinen Augen gesehen. Ich war tief gerührt, unfähig ein Wort hervorzubringen. Die Thräne» schnürten mir die Kehle zu; stumm warf ich mich an seine Brust, umarmte ihn mit leidenschaftlicher Heftigkeit und riß mich dann lo*, um da» Zimmer zu verlassen. Ich mußte an Max von Haiti vorüber, der an einem mit Kriegskarten bedeckten Tisch faß, in deren Studium er ganz vertieft zu sein schien. Als ich in seine Nahe kam, erhob er sich plützlich. Wir hatten un», seit er bei meinem Bater war. wohl oft gesehen, aber unsere Unterhaltung war stets eine äußerst harmlose, nichtssagende gewesen. Auch jetzt klang seine Stimme fast zaghaft und e» schien, als habe er kaum den Mut, mich anzureden. .Gestatten Sie mir, mein Fräulein," >a,ne er schüchtern, .Ihnen eine glückliche Reise zn wünschen. Ich lione, daß Sie--daß e» Ihnen immer gut gehen wird und da»--daß wir un» noch einmal wiedersehen — in besseren Zeiten." . «eine Worte klangen sehr alltäglich, aber seine traurigen Augen, fnne bewegte Stimme verrieten, wa» in ihm vorging. Und auch mir wurde e» aus einmal klar, daß die» vielleicht ein Lebewohl o»i ewig sei. Max erschien mir in diesem Augenblick wie ein Held, ein Märtyrer. Mein Herz schlug ihm mächtig entgegen — das Weib in mir war erwacht. Doch mitten in dieser für mich so neuen und seltsamen Er. regung besann ich mich, daß meine Eltern mich tadeln würden, wenn fl« meine Unruhe bemerkten. Ich fühlte etwas wie ein Schuldbewußtsein in mir und dies legte mir eine Antwort ans die Lippen, die selbst das dümmste Schulinädchen nicht hervor« gebracht hätte. .Nicht wahr, Herr Lieutenant, Sie werden gut für meine kleine Stute sorgen?" — Damit lies ich wie gehetzt davon, durch den Korridor über die Treppe in mein StÜbchen hinaus. Hier, wo ich mich unbeobachtet wußte, ließ ich meinen Gefühlen freien Lauf; ich vergoß heiße Thränen, ich gab mich einem wilden Schmer-zenSausbnich hin und seufzte unaufhörlich: .Mein Gott, mein Gott, wie unglücklich bin ich! Alle» verliere ich. meinen Bater, den ich so liebe und Max. dem mein Herz gehört!" Erschöpft saick ich endlich auf mein Lager, aber ich fand keine» Schlaf. Schon mit dem ersten Morgengrauen vernahm ich leise Geräusch? im Hause; mein Vater hatte jedenfalls angeordnet, de» Auszug so still wie möglich zu bewerkstellige». Der Gute, er wollte unsere Ruhe nicht stören und un» den letzten, ach so grau-samen Abschied erspare». Mit gespanntem Ohr lauschte ich den au» der Ferne herüber-klingenden, schrillen Trompetensignalen; ich unterschied da» Wiehern der Pferde im Hofe und da» Säbelgerassel der Offiziere. Unten vor der Billa versanimelte sich der Generalstab. Mir war eS, al» erkenne ich jede einzelne Stimme dieser Männer, deren Reden in unserem Salon mich so oft gelangweilt hatten. .Noch wenige Minuten," sagte ich mir, .dann sind sie fort — mein Bater und Max!" Mich erfaßte ein unwiderstehlicher Drang, sie noch einmal zu sehen, meine» Bater noch einmal zn umarmen. Lhne zu über-legen sprang ich auf. Zu meinem Erstaunen fand ich mich noch völlig angekleidet. Hastig eilte ich in den Korridor »nd von dort nach dem Salon, wo ich meinen Bater zu finden hoffte. Ans der Schwelle traf ich nieine Wärterin Babnscha, die mit ängstlicher Miene und unruhigem Blick Wache zu halten schien. .Um Gotte» willen, wo wollen Sie hin, grä»lei» Irma?" rief sie, al« sie mich erblickte. .Ich will meinen Bater noch einmal umarmen." .Der General befindet sich noch in seinem Zimmer." .Und sein Adjutant?" stieß ich hervor, völlig vergessend, wie unpassend diese Frage war. .Der Herr Lieutenant ist »och nicht heruntergekommen." .Run gut, so werde ich meinen Bater im Salon erwarten." Babnscha »«achte eine Gebärde des Schrecken». .Nein, Frän-lein Irma," rief sie, .ich bitte Sie — gehen Sie nicht hinein! Lege» Sie sich wieder schlafen!" .Warum? Wa» kümmert eS Dich?" .Der General wird zanken." .Da» ist meine Sache! Laß mich dnrch!" .Nein!" weigerte sie sich, mir den Weg vertretend. .Sie dürfen nicht hinein. Ich beschwöre Sie, thnn Sie e» nicht!" Angst und Entsetzen malten sich in ihre» Züge» nnd ihr dunkles Gesicht war ganz verzerrt. Mir wurde beklommen zu Mute. Was war geschehen? „Babnscha," rief ich bennrnhigt. „Du verbirgst mir etwas! Hat sich ei» Unglück ereignet? Ich will e» wissen. Vorwärt», laß mich hinein!" .E» ist nicht», e« ist nichts!" stöhnte sie, .aber — gehen Sie fort — ich beschwöre Sie ans de» Knieen — haben Sie Mitleid!" Sie fiel vor mir nieder, zu gleicher Zeit heftig a» die Thüre stoßend, al» wolle sie jemand warne». Bon Zorn »»d Angst tibermannt, schob ich sie ungestüm znr Seite, riß die Thür ans nnd trat ein. Der Anblick, der sich mir bot. war durchaus kein außergewöhnlicher. An einem Tisch stand ein junger Mann in Civil, de» ich nicht kannte. Vor ihn, wäre» Pläne und Karten ausgebreitet nnd ans dem Teppich lag eine angefangene Zeichnung. Bei meinem Eintritt fuhr der Fremde erschreckt zusammen, wie ei» Verbrecher, der sich aus der That ertappt sieht. Er suchte nach einem Ausweg und maß mit den Augen die Höhe des Fensters. Seine Haltung befremdete mich. Ich fühlte instinktiv, da» er sich fürchtete, uud das gab mir den Mut, ihm zuzurufen: „Was machen Sie hier, mein Herr?" Ehe er antworten konnte, stürzte Babnscha wie ein Stnrm-wind herein. „C, Fräulein Irma," schluchzte sie. „verraten Sie uns nicht — sonst bin ich verloren. Eö war ja nicht meine Schuld, er wollte eS. Er ist mein Verlobter und ich, ich liebe ihn so sehr, ich konnte es ihm nicht abschlage», nein, ich konnte es nicht!" „Was abschlagen? Sprich!" „Ach seien Sie nicht böse! Ich habe es ja nicht gethan — er wollte es — und — aus Liebe. Als ich ihn kennen lernte, wußte ich wirklich nicht, daß er ein Italiener war nnd später drohte er. mich zu töte», wenn ich ihm nicht die Plane ausliesern würde. O, Verzeihung, Erbarmen!" Ihre Übrigen Worte verloren sich in einem konvttlsivischen Schluchzen. Ich aber hatte genug verstanden: dieser Mann war ein Spion. Mit Hilfe meiner Wärterin, der er Liebe vorgeheuchelt, hatte er sich ins Hau« geschlichen, um die KriegSpläue de« General« stabes zu kopieren. Der Zufall führte mich zu rechter Zeit herbei, den Elenden bei seiner verräterischen That zn überraschen. Aber wie sollte ich ihn hindern, sie auszuführen? Was konnte ich thun, ihn festzuhalten? Der Spion, der sich von seiner erste,« Bestürzung erholt hatte, schien ««nterdesfen zu überlegen, wie er am leichtesten entkomme» könne. denn er schaute abwechselnd nach den« Fenster und uach mir, um zn sehen, ob jemand komme, oder ob ich nm Hilfe rufen würde. Seine Unschlüssigkeit dauerte nnr wenige Sekunden. Er raffte plötzlich die Zeichnung voin Boden aus, riß ei» Pistol ans der Tasche »nd rief mir in schlechtem Italienisch zn: „Sie werde» sich ganz ruhig verhalte», bis ich draußen bin, sonst schieße ich Sie nieder!" Merkwürdigerweise schreckte mich diese Drohung nicht im geringsten, wahrscheinlich, weil ich den Burschen sin z» feige hielt. Trotzdem trat ich mit einer raschen Bewegung über die Schwelle zurück, schob de» rechte» Thürflügel zwischen mich nnd de» Spion nnd rief, so laut ich konnte, um Hilfe. Ein Pistolenschuß über-tönte »»einen Schrei. Die ttugel drang i»S Holz, ohne mich zn treffen nnd im selben Augenblick versuchte der Spion sich an mir vorbei den Weg zn bahnen. Die Klugheit gebot mir, den Ver-«vegenen »««gehindert gehe» zn lasten, aber der Gedanke, da« er vielleicht de» Plan des ganze» FeldzvgS entführte, von dem das Heil der Arviee, die Ehre meines Baters >«nd das Leben meines Geliebten abhängen konnten — dieser Gedanke stüfite mir plötzlich eine übernatürliche Krast ein. Ich schwaches Mädchei« hatte den Mnt, mich der Flucht de» verzweifelten Mannes zn widersetzen »nd ihm kühn den Weg zn vertreten. Er «vollte «»ich umfassen nnd znr Seite schieben, aber schon hatte ich zu de» Waffe» mei»es Geschlechtes Zilflucht genoinmeu. Unbarnlherzig fuhr ich ihm in die Haare, zerkratzte ich ihn« das Gesicht, so daß der Schinerz ihn zwang, inich loszulassen. Run versuchte er, mich vo» der Thüre wegzureißen, ich klanimerte «»ich jedoch fest au dieselbe au und hielt ihn« stand. Wütend rannte er norlimal« ans «»ich ei»! es gelang ihm, mich zu Boden zu stoße», »nd eben wollte er mit einem Fußtritt über mich «vegsetzeu, als plötzlich Max vo» Halt,, der «»einen Hilferuf vernommen hatte, mit gezogenem Säbel auf de» Schurken eindrang und ihn mit kräftige», Stoß in den Salon zurückdrängte. Das ganze Hans «oar nun in Beivegiing; mriiie Eltern, die Dienerschaft, die Soldaten, alles eilte herbei. Man stürzte sich ans den Italiener, der im Handumdrehen überwältigt und gefesselt wnrde. Alsda»» beinühte ma» sich um mich: aber ich hatte keine Verletzung »nd empfand nichts als Stolz nnd Frende. Stolz, daß ich den Diebstahl der wichtigen KriegSpläue ver hindert, — Frende, daß es Max ge«vesc», der mich gerettet. „Bravo, Irina!" ries mein Vater, mich in seine Arme schließend. „DaS nenne ich dir echte Tochter eines Generals! Dn bist ein tapferes Mädchen »nd hast den Maria-Theresia-Orden verdient!" „Meine Heldenthat war nicht so groß, Vater!" wehrte ich sein Lob ab. „Lhne Lie»tr««a»t Haltt, der mich befreite, wäre der Spion doch entkommen." „DaS werden wir ihn« auch nie vergessen!" siel nieine Mntter ein. ans deren Gesicht noch deutlich die Spure«« der nm mich ans-, gestandene» Angst sichtbar ivaren. „Ich werde Ihnen ewig dank-bar sein. Herr Liente««ant!" Max strahlte vor Frende. Sein Verdienst war ja im G> kein so großes, aber das Ereignis hatte ihn doch völlig um delt. Sein schüchternes, linkisches Wesen war verschwunden schaute mich frei und offen an nnd ich — das Herz von Liebe Dankbarkeit übervoll, wandte den Blick nicht ab. ES giebt Augenblicke in« Leben, wo jede Zurückhaltung möglich ist. Wie sollte» zwei Herzen, die sich lieben, im Ange einer große», glücklich überstände»?» Gefahr ihre innersten < fühle zurückzudrängen vermögen? In solche» aiißerordentliri Gelegenheiten falle» alle Schranke» nnd selbst die strengste (} kette verliert ihre Macht. Es «oar daher nicht zn verwund, nnd überraschte sogar mich «icht, daß Haltt nieine Hände ergi. sie zärtlich an die Lippen führte nnd ein Lächeln von mir zu > haschen fachte. Nie vorher hatten wir ein Wort von Liebe zu einander sprachen, aber jetzt, in dieser Stunde, hielten wir es inr gn natürlich, daß wir ossen, ohne Fnrcht die Neigung bekannten, unsere Seelen vereinte. Und Max zögerte auch nicht damit, gütigen Worte meiner Mntter beantwortend, sagte er stolz: „Vi gnädige Frau, wie soll ich Ihnen das Glück schildern, das empfinde, Ihre Tochter gerettet zu habe»! Es «var der schon Augenblick meiiies Lebens!" Meine Eltern sahen sich bedeutsam an, als ahnten sie. n> «in» solgen «verdr. „Ja. Excellenz," fuhr Max. immer lebhafter werdend, so „schon lange sehnte ich mich nach solch einer Gelegenheit, winisri ich, «nein Leben sür Ihre Tochter zu wage», »m mir dadurch il> Hand erringe» zu können. Mein Vater fing an zn lachen. „Schon lange?" sagte er mit gutmütigem Spott. „Es sind doch kanni vier Wochen, daß S.> meine Irma kennen, junger Freund!" „Das ist lauge genug, um sich lieben nnd schätze» zu lernen." warf ich lebhaft ein, „und es genügt vollkommen, um zu erfenuni, daß ma» nicht mehr ohne einander lebe» kann." „Ei, ei? Du auch so begeistert. Kleine?" scherzte mein Batn, mich zärtlich a» sich ziehend: „Wahrhastig, eS giebt keinettindrt mehr! Diese jungen Brauseköpfe stürme» in einer Weise m« wärts — es ist unglaublich! Da ging eS zu meiner Zeit drii langsamer! Man machte sich vorher Jahre lang de» Hos »iid war da»» dock« »och »icht immer seiner Sache gewiß." „O. Excellenz," wandte Max feurig ei», „damals begegnete man auch nicht einem Engel, der einem den Weg zum Glücke zei,i.: ma» hatte vielleicht auch nicht Gelegenheit, diejenige, die iiuni liebte, ans einer großen Gefahr zu erretten, Exeellenz," fügte er ernster hinzu. „ich bitte Sie >«m die Hand Ihrer Tochter, beim ich liebe Irma — sie ist mein Ideal »nd ich hoffe, daß sie meine Neigung erwidert. Gebe» Sie Ihre Zustimmung »nd wir wr«'t< i glücklich sein!" Mich Überlies ein Wonneschaner. als ich diese leidenschastlikl! :i Worte vernahm. Ja — so, in dieser Weise liebte ich, hatie 'i stets geträumt, geliebt zu «oerden. Mein Vater jedoch, dem (.>>: pido mir einmal während seiner ganzen Lausbahn in den Weg > treten war. verstand sich nicht so rasch zu der von uns gewünscht.» Einwilligung; er «var überhaupt kein Frennd vo» überstiin n Entschließungen. So sagte er den» anch jetzt in ernstem, <■ » strengem Tone: „Mein Herr Lieutenant, ich glaube. Sie h.i » de» Verstand verloren. Bedenken Sie, in welcher Zeit wir n befinde». Hier steht ei» ertappter Spion, dort erwartet man » in den Uamps z» ziehen, uud diese» Augenblick wählen Sie, > Ihre LiebeSerkärnng z» inachen!" „Sie haben recht, Excellenz!" erwiderte Max beschämt. zeihe» Sie mir, ich habe aber i» dieser Nacht so sehr geliii . iveil ich mir sagte, daß ich Irma vielleicht nie wiedersehen wür!> „Und ich," fiel ich ein, „wie habe ich geweint!" Mein guter Vater war im stillen gerührt über deu «an Ausbruch unserer Gesühle. aber es war ihm nicht recht, si Familienangelegenheiten vor so vielen Zeugen zn verhandeln „Wir werden später ans Ihre» Wunsch zurückkommen, !»• Haltt." sagte er halblaut zu diesem. „Ihr Antrag ist mir sil! lich sehr angenehm, doch wir haben jetzt dringendere Pfiichte» i erledige». Es gilt erst Soldat sei». Lieutenant, uud dann Liebe huldige»! Lasse» Sie uns vor allem den Gefangene» ; hören!" Nach diesen eines Spartaners würdigen Worten näherte ei dem Italiener und redete ihn in desien Sprache an: „W-' kommst Du uud «oaS führte Dich in dieses Zimmer?" Der Spion, der unter Bewachung zweier Soldaten bleich in einem Winkel stand, «oarf statt aller Antwort nun einen frfn Blick in» sich. „Nun, wirst D» mir Rede stehe»?" rief ine!» Vater itiigednl „Wer bist Du? Was wolltest Du hier?" w Xtr «tut I»m >« Brrli«. (SRit lert.) -»• 104 KerWinllMMg. mi füllt da« Laub wie Rrgentropse» ^ So zahllo» auf die Stoppelflur. Matt pulst der Bach wie letzte» Klopf«» Im ToMfaaipfe der Statur. Still wird «! uud al« dr» ti«(«n Frieden Sin leis«« Wehe» jetzt durchzog. La möcht' <1 fein, da» abgeschieden Tie Erdenseel» aufwärt« flog. Theodor gontane. Irr neue Xoui iu Berlin. ict kunstflnnige König Friedrich Wilhelm IV. beschäftigte sich schon mit dem Neubau de« Dome» in Berlin, und die Fu»da> einer Eampo-ZanloAnlage »ach al« da« traurige Geschick de» Ma. inente einer große» Basilika, verbunden mit Entwürfen von Slüler, waren schon gelegt. »archin die Arbeite» unterbrach. Eist Kaiser Friedrich »ahm al« Kronprinz den Plan wieder auf. an Stelle de« alte». unter Friedrich dem Großen 174H erbauten Dome« eineu Reubau zu setzen, der sich auch äußerlich al« erste Kirche de» Lande« und der Hauptstadt wie al» Hoskirche zeigen sollte. Er selbst entwarf eine Anlage, die durch einen großen Turm an der Schloß-apotheke und durch Ueberbrückung der da-«wische» liegenden Straße sich mit dem alte» Schloss« an der Spree zu einem Ga»-ze» verband. Aber auch ihm war e» nicht vergönnt, fein« Pläne zu verwirklichen. Sist unier d«r Regierung Kaiser Wil-Helm« II. würd«» zehn Millionen bewilligt. um auf Grundlage feiner Pläne den Dom neu zu bauen. Der Geheime Regierung«-rat Professor I. fl, Raschdorff arbeitete unter Beihilfe seine« Sohne«, de« Pro-fefsor« Otto Raschdorff, ein der Baufumme entsprechend«« Projekt au«, und am 17. Juni 18U4 wurde feierlich der Grundstein zu den» großen Werke gelegt. Unser Bild zeig« den Tom iu feiner Lage am Lust-garten, mit der Hauptfront, der Westseite, ihm zugekehrt, von der Ostfeit« führen Irevpe» zum Spreespiegel hinab. Zwi-schen dem recht» liegenden Schlosse und d«m Tom flihrt di« Kaiser Wilhelm-Brücke in die prunkvolle, gleichnamige Straße, deren mit Kuppeln gekrdnte Eckhäuser wir aus dem Bilde sehen. Link» vom Lust-garten befindet sich da» alte und da» neue Museum wie die Rationalgalerie. Umgeben von historisch und künstlerisch bedeutenden Werken der grdßleu deutsche» Meister, liegt der monumentale Bau auf einem der präch-tigsten Plätze der Welt, auf den von alle» Seiten breit«, mit Denkmälern geschmückte Straße» münden. Der Grundriß entwickelt sich auf «in«r von Süden nach Norden gehenden. 128 Meter langen Achs«, aus d«r«n Querachse sich der zentral« Mittklbau «ntwick«It. In d«n schönen Verhältnissen, der feinen Durchbildung de« Detail», in der Klarheit und Einfachheit, in der ver-teilung nnd im Aufwachsen der Massen, in der plastischen Wirkung, in der Geschlossenheit de» ganzen Werke» zeigt sich di« Hand «in«» Meister», der den großen Renaissanee!i„>>^ Generaldirektor Hauchecorne. der über Mend«l»sohn» sonderbar«« ffltlni mJu wenig erstaunt war u»d bald da» Rätsel löste. In der Thai wurde ein i« a„ Lassalle'sche Kassetten - Tiebstahlgefchichte verwickelter vr. Me»del»so>m au« Berlin gesucht. Mendeltsohn war Ehrendoktor und al» solcher aus seinen lu. Mendel»sohn" zu reagieren. Z> Cufclo Zliidie». Onkel: ,Ra, Karlche», wo habe ich studiert - .1, würj--In Würz--V" — karlchen: .In Wirtthäusern!" Die Unbesiegbare». T»rch vielfachen Berlust geschwächt, mußte MukIq Philipp III. bei de» Niederländern, di» d«n Kamps für ihr« Unabhängig: so glücklich bestanden halten, um Frieden ansuche». Al« flch di« ftiantichfn Gesandte» (1007) nach dem Haag begaben, um die Unterhandlungen aiijuIaiiA»rn Herren!" — „01" riefen di« Spanier, .»i, solche» Leuten müssen wir Frieden Iihli«. ß«n, di« kann ma» ni« besiegen." St Wo ist die Schwiegermutter? A Triftiger Ülrund. A : .Wa« sehe ich. Sie auch hi«r in Am«rika ? Wa« veranlaßte Sie zu diesem Klimawechsel?" — B: .Hin Primawechsel!" Unverdientes Ansehe». A.: „Ter Mann soll sehe viel für die Armen thun!" — .Leere« Gerede! Mir wollt« «r nicht 'mal feine Tochter zur Frau geben!" Felix M»ud»lSf»h» als (»«fangen»». I» s«in«n .Erinnerungen" erzählt August Lesimble eine heitere veiwech»luiig»geschichle au« de« Meister« Leben. Im Jahre 1846 befand (ich derselbe ans der Reise nach Manchester, um ein große« Mulikfest zu dirigieren. In Herbe»thai angekommen, tritt eln Gendarm a» sein«» Wage» mit der Fragen ,l>». Mendel«sohn?" — Sofort fällt Mendeltsohn ein: „Ich". — Tara»? der Gendarm: »Tann bitte ich Sie, mir zu folgen." — Im höchsten Schrecken erwidert A«ndel»sohn: .Sie irren sich, mir kann da« unmdglich gelten." — Kein Irrtum," erwidert d«r stramm« Gesetz. vollstr«cker. .Sie werden steckbrieflich verfolgt." — Alle» Sträuben war v«r-geben», der Meister mußt« unter de» Gendarmen Schutz nach Aachen zurück« skmsinnüyillkg^^n/^ Reinige» der Kleiderbürsten. Tie »de» gebrauchte Bürste reibe man jede»mal ge»«« ein reine» Papier, welche» man mit »>«», Hand gegen di« scharfe Eck« «ine» Tilchc« hält, so lange, bi» da» Papier, weiche« man beim Reiben immer v«rschiebt, tun bleibt. Die» ist In wenig Augenblicken pt-schehen. Man schont die zu reinigend«, kleidung»stvcke aus diese Weise sehr, da die unrein«» Bürsten denselben oft mehr Zch«. ben thun, al» der Gebrauch und der Siaud Wasserdichter Pappendeckel. Gelüichie, kalk wird mit drei T«il«n adgerahmi«, Milch a»g«macht und «in wenig fein «< pulvert«» Alaun zugesetzt. Mit diele, Flüssigkeit wird der Pappendeckel bestricke, und diese» sogleich, nachdem der erste An. strich trocken ist. noch einmal wiederboli Da« Zchwar,werde» de» Weine» rührt immer von Eisen h«r. Schon kleinste M-» gen d«» letzteren genüge», Geschmack und Farbe be» Weine» vollständig zu ändern Da» Eisen läst flch zuerst farblo» in Hiiil oder Wein aus und die schwarz« Farbe komm« erst, wenn bie Luft einwirkt. Da» Eil«» kann durch die Obstmühlen, Presse», Schau-sein, Schranbenköpse an den Faßthürltxu und so weiter in den Wei» gelangen. ?«> den ObstmÜhle» mit viel Eisenteilrn Ht die größte Reinlichkeit nötig: wenn man fle nur kurz« Zeit außer Thätigkeit setzt, so flnd die Eisenteil« zu reinigen, weil flch sonst umsom«hr Eisen auflO?t Die lrottlager von Eisen sollen schon Im Sommer gut gereinigt und mit einem Lack angestrichen werde»: »anz besonder» schädlich ist der an Eisen ielir reich«, schwarz« Schlamm, d«r infolg« d«» Schmieren« von der Trollspindel abfließt: «» sollte möglichst vermieden «erden, daß er in den Most gelangt. l'äHt man bei der Obstweinbereitung eine «is«rn« Schaufel in dem gemahlenen tdil liegen, so kann sich in kurzer Zeit so diel Eisen ausläsen, daß der Wei» spät«» schwarz wird, man sollt« d«»halb nur hi>lz«rn« Schaufel» verwenden. Je hol,er der Wärmegrad ist. um so rascher ldst flch da» Eisen aus: die Gefahr ist ali» bei heißer Witterung größer, fle besteht aber auch bei kalter Witterung Zahlearitsel. t t > «07 10 II « I 1 14 IS Ii H 17 H I« 18 II I» 10 17 « ( « I» « 10 « 5 I« » J0 3 » I II 1 It 1 I « «' « 13 13 3 » 10 17 t • II IS 1 I I« I IJ II 4 • « « » I) I I I II 17 1 II l> I» Ii » 10 17 3 II 0 II It • An Stelle der Zahlen in »orli>d'»!r >tgur sind vuchstaden in der flkii« tu t««n, daß lolgende ivenennunaen «n i«h«tt: I) Ein «onsonant. I) »in »na»., chk« Somita!. 3> Sin Edelltkin. I ,eriihmt«r franz»itsch«r Maler «i »» I« Badeort Im Harz. '«) Ter bernhml 4 II Arzt de» Alterrum». 7) Eine Haf«»>I Ctli« iVi I0> Kaullchutähnllch« Mals«. IN Ein tler an der Äordtiillr von «srlka Kl ä>>i Stallt in öflerr. Schl«1i«n. ISl iefllche» i»o,iv,> nemeni In Indien. IS) «in flanionant Sind die worter rlchiig gefunden, l» bezeichnet di« lenkrechte Miilclnili« <>» >1 >ulslch<»d»amt«n. Paul Klein. >ufli>Inn< solgt ln nächster Rummer. II I« 4 10 17 II 4 I II « » *0 II 3 » Auslösungen au« voriger Nummer: de» Logogelph»! Plan, itlan. Ulan: de» Lcherz-Logogrlph»! Ehering. $«n» « « • * •« *« dir 'Nfrt)tc uordffeall(ii. «e,aniw«'»iche Ottdatnon Bon Ernst »felffer, gedruckt und herautgea««"" von »reiner » Pseifler In «iuttgart.