Nr. 282. Montag, 12. Dezember 1887. 100. Jahrgang. Mbacher Zeitma. VtänumtratlonSprels: Mit Püftversenbung: gan,l<>hrig st. 15, halbjährig fl. 7,50. Im«ompt°,l: »'Nljähriss sl.l,, halbjahri» sl, 5.°o, ssiir die Zustellung in« Ha»» gnn,j«hr>« ft.,. — I»sertl°»««,lbür: Yllr 'leine Inserate bi» zu < feilen »s> tt.< aroßere vcr .^«ilc 1 ll,: bei öfteren Wiederholungen pr, Zelle » tl. Die „i!a>bachrr Leitung" erscheint t«„lich mit «uünahmc der Sonn- «nb Feieltaae, Die «b«i»l»l»tlon befindet fich «ahnhosaasse lb. die «edartion Vienerstrahe i?., — Nnsronlitlte «rief« werben nicht angenommen unk Manul^nple nicht zurückgestellt. Amtlicher Weil. «. Se. k. und k. Apostolische Majestät habe» mit llerhijchsj unterzeichnetem Diplome dem Garden und Altmeister erster Classe der Ersten Arciiren.Leibgarde ^'lhelm Nellmond als Ritter des Ordens der eiser-?e>l Krone dritter Classe in Gemäßheit dcr Ordens-Culten den Nitterstand allergnädigst zu verleihen gernht. ^ Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Mhöchster Entschließung vom 4. Dezember d. I. dem ^'nisterialrathe im Finanzministerium Ignaz Ritter layer von Tenneburg iu neuerlicher Anerken« ^"g seiner ausgezeichneten Dienstleiswna. das Comlhur-s,'? ^^ Franz-Ioscph-Ordens allergnädigst zu ver« "Yen gemuht. __________ w„ Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit ^höchster Entschließung vom 4. Dezember d. I. dem "Msterial-Vicesccretär im Finanzministerinm Dr. Ma> Mllian Schuster in Ancrkennnng seiner ausgezeich« ^en Dienstleistung das Ritterkreuz des Franz-Iofcph-"ldens allergnädigst zu verleihen gernht. . Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit 'Mhöchster Entschließung vom 4. Dezember d. I. den ^erfinanzrath in Verwendung im Finanzministerium S'-Witold von Korytowski und die mit Titel nnd Mrakter eines Sectionsrathes ausgezeichneten Mini« Mal-Secretäre Emanuel Fortner nnd Dr. Wenzel .^ledly zu Sectionsräthen im Finanzministerium "ergnadlgsl zu ernennen nnd den Ministerial-Secre-3"" '"' Mnanzministerium Johann Kolazy ,ind "r. Franz Rltter von Srbik je den Titel nnd Cha-aitcr eines Scctionsrathcs mit Nachsicht der Taxen "Uergnädigst zu verleihen gernht. ^^ Dnnajewski m. p. Nichtamtlicher Hljeil. Tic Lage in Böhmen. ,,. Nnlässlich der vor Beginn der Landtagsucrhand. Mn in Prag von der «Politik» gebrachten Mit« jungen, denen zufolge sowohl Dr. Riegcr als auch ^"stlandmcrschall Filrst Georg Lobkowitz sich an die Kreter der deulsch.liberalen Partei behnfs Anbah. ^9 einer Verständigung zwischen Deutschen und Men wandten, schreibt die «Norddeutsche allgemeine Der Gegensatz zwischen den beiden Nationalitäten des Königreiches Böhmen ist und bleibt die hervorragendste Erscheinung uuseres Partcilebcns, und man kann wohl sagen, dass dieser Gegensah auf den ganzen Gang nnseres Verfassunqslebens einen bestimmenden Einfluss ausgeübt hat. Nachdem die deutschen Land-tagsabgeordneten Böhmens bei ihrer Abstineuzpolilik gegenüber dem Landtage beharren, fühlte die Majorität sich verpflichtet, uumittelbar bei Eröffnung des Land« tages über ihr Verhalte» Aufschluss zu geben. Aus den Mittheilungen des in deutscher Sprache erscheinen« den altczechischen Organes erfahren wir. dass von Seite der Majorität wiederholt Schritte geschahen, um eine Verständigung mit der Minorität herbeizuführen. Dr. Riegcr wandte fich an Dr. Schmeykal, um Untcr-handlungen über eine Verständigung mit den deutschen Abgeordneten einzuleiten, und der Oberstlandmarschall Fürst Georg Lobkowitz richtete im Monate Oktober zu demselben Zwecke ein Schreiben an Dr. Schmeylal. Die Schritte dcr czcchischen Partei blieben ohne jedes positive Resultat. Die beantragten Unterhandlungen wurden von deutscher Seite abgelehnt. Das er-wähute Organ dcr czcchischeu Majorität gcht iu dem Bestreben, die von ihm vertretene Partei zu rechtfertigen, noch weiter uud registriert eiuc Reihe von Kund-gcbungcu und Thatsachen aus den letzten zwei Iahr-zehulen, welche die versöhnliche Oesinuung dcr Pechen in ein helles Licht setzen sollen. Eine solche Aufzählung von Thatfachen ist infofern von mangelhafter Beweis« kraft, als die ergänzende Schilderung dcr jeweiligen Situation fehlt und als der Umstand nicht hervor« gehoben wird, dass dcr deutsch-uatiouale Conflict iu Böhmen infolge der wcchsclndcu Umstäude einer durch' greifenden Metamorphose ausgesetzt war. Solange die Czechen selber in der Politik des passiven Widerstandes ihr Heil suchten, solange sic sich weigerten, den Boden der Verfassung zu betreten, lunnten die dcutschcu Politiker Böhmens jcde Verständigung mit der czechischcn Nationalität ablehnen und dabei die Integrität der Verfassung und die Uuvcrletzlichkeit der Staatsidee als ausreichendes Motiv beuilhcn. Man konnte die Verfassung nicht den staatsrechtlichen Experimenten preis« geben, man konnte den Föderalismus uicht an die Stelle dcr Staatscinhrit sctzcn. und wenn die Verfassungs« Partei, inuerhalb welcher die Deutschen Böhmens die mächtigste Stellung besaßcu. sich als Staattpartci bezeichnete, fo war die Aufrichtigkeit dieses Bekenntnisses nnr schwel anzuzweifeln. Jetzt allerdings, wo ganz andere Vcrhältnisfe ob« walten, wo die staatsrechtlichen Postulate der Czechen uur als historische Erinnerung existieren oder doch wenigstens keinen praktischen Einfluss auf das Ver-fassungslcbcn mchr äußern, — jetzt stellt es sich heraus, dass die fortwährende Berufung auf die Staatsidce von Seiten dcr deutschen Abgeordneten Böhmens wesentlich dazu diente, die zwischen den Parteien schwebende Macht-frage zn umkleiden. Man hatte ein äußerst glückliches Argument gefunden, das wenigstens theilweifc zu felbsti-fchen Zwecken ausgenützt wurde. Die Machtfragc tritt aber iu ihrer ganzen Nacktheit hervor, wenn hente die Deutschen nicht nur die Verständigung mit den Czechen ablehnen, sondern sich sogar weigern, in Unterhandlungen über diese Verständigung einzutreten. Das Festhalten am Streite und das Anklammern an Gegensätze entspricht einem Mangel an politischer Reife. Die Völker, welche sich auf der modernen Bildungsstufe befinden, suchen, sobald sie sonst durch ihre Intcresscu aufeinander angewiesen sind, das Fremde und Gegen^ sätzliche zum Verschwinden zu bringen. Es lässt fich nicht in Abrede stellen, dass Deutsche und Czechen in Böhmen hinsichtlich dcr Wahrung hochwichtiger Interessen sich z»r Solidarität verpflichtet fühlen sollten. Das hat sich auch in materiellen Fragen gezeigt, wo die deutschen Abgeordneten Böhmens plötzlich mit dem czechischen Lager stimmten, ohne auf die anderen Deutschen Oesterreichs sonderlich Rücksicht zu uchmcn. Bei den Czechen ist die Erkenntnis der erwähnten Interessen-Solidarität in vollem Maße vorhanden, und man mnss daher auch glauben, dass sie aufrichtig die Verständigung mit ihren deutschen Landes-geuossen anstreben. Man hätte nun von Seiten der deutschen Führer Böhmens befriedigende Elllärunqen erwarten sollen, welche über das Bcharren in der Ab< stincuzpolitik und über das Zurückweisen der Verstän-digullgsversuchc Ausschluss gegeben hätten. Die Mittheilungen von czechischcr Seite sind jedoch ohne jede irgendwie genügende Antwort geblieben. Das Beispiel Deals, dem seinerzeit selbst die Schrift des Professors Lnstkandl Anlafs bot, das Staatsrecht Ungarns in mnstergiltiger Weise darzulegen, um dadurch die Angriffe des Geg« ners zurückzuweisen, ist auf deutscher Seite unbeachtet geblieben. Ein Organ des deutfch'österreichischen Clubs beruft sich darauf, dass die Deutschen in Böhmen nicht selbständig handeln könnten, indem sie anch die Interessen der «nderen Deutschen Oesterreichs schützen müssten und indem der Gegensah zwischen Deutschen und Böhmen eine allgemein österreichische Frage sei. Feuilleton. ^s Waidmannsheil aus dem Zirluitzer See. i. üii^^er heurige großartige Fifchzug und die nicht 5ysl ^^ Entenrazzia auf dem schon von Torquato tz^ ob semer Merkwürdigkeiten besungenen Zirlnitzer->l,y' 5"s dem man bekanntlich, Dank seiner Eigen« !»H Meit des plötzlichen Verschwinden», oft in einem >ü^ ^selben Jahre fifchen, ernten nnd jagen kann. ^tllnk ^ ^"^ rechtfertigen, wenn wir hente anf ^>e in ^^ Aufzeichnungen einiges davon erzählen, ^en f!^2st verllungenen Tagen zu allen Iahrrs-^3el> , meistens ergiebige uud reichliche Iagdl» ^aft f!^ wurden, wie Specialitäten der Waidmann-^c»ss« ^l vorkamen, ja, wie hier unter dem Eife ^i 5? l?"" 3'schen hervorgezogen wlirden nnd wie Rchs., " ach nutzbare Thierlein, der Villich, in den ltt^t,- senden Wäldern zu Tausenden und Tau- ^""grfangen wurde. !^9läbr" ^"^ ""b V'lo» hat uns hierüber ein ^rllei?^ Amvohner des «Wundersee«., der inner« ^ei,Mk Hoflammerralh. Herr Franz Anton von Kche^/N. '" ""k" hcutc schou sehr seltenen >^l i,, 1"cht ""d Belehrung hinterlassen in dem ^chlt . l 5 beim Unwersilätsbuchhäudlcr Moriz bkn /,>, "^'"'"'cl,. bei den Widmannstätterischen ^ruckten Werke: «Gründliche Nachricht von dem in Innerkrain gelegenen Zirkliihcr.See», das dcr gelehrte und steißige Autor mit 34 zumeist selbst ent. worfeuen Kupfertafeln geziert hat. Ganze Capitel dieses interessanten Buches sind dcu Jagden auf dem See gewidmet. «Es mag — fagt Steinberg in der Einleitung ,Von der Wasser« jagd' — dieser Zirknitzer.See von Wasser voll oder abgelaufen sein, so beherbergt er doch allezeit eine große Menge von allerhand Flügel-Wildpret. es ist aber leicht zu erachteu: das bey vollem See sich mehr desselben, als bei anderer Zeit. darauf befindet.» Er führt hieran anknüpfend nun die Jagd auf dem Sce in den «vicr Jahreszeiten» vor. Nachdem er die Frühjahrsjagd anf Enten und Rohrhühner ausführlich geschildert, geht er auf die «Iägerey im Som« mcr» über, «die uns einer weit größeren Ergötzlichkeit theilhaftig mache». «Wenn der Sce zu einem solchen Anwachs gelangt ist. dass das Schilf nicht höher, als ein oder zwei Schuh über dem Wasser hervorraget, was 14 Tage vor und 14 Tage nach St. Pctri geschieht, binnen welcher Zeit die Enten sich in der Mäuse bc> finden, alsdann ist die rechte Iagdlust vorhanden, welche nicht nur die Jäger, sondern auch die Bauern zu See« dorf uud Otok macht zu uchmen wissen. Wenn die bestimmte Jagdzeit herankommt, so verfügen sich die uahc am See wohlunden Leute dcr genannten Orte zwci nnd zwei in ein von Fichtenholz cibautes kleiucs Schiff, welches ungefähr 5> bis 12 Schuh lang nnd 2 Schuh breit ist; dcr eine ist mit einem Ruder und einer Stange, der andere aber bloß mit einer 2 bis, :; Klafter langen Stange versehen. Wenn nun also verschiedene Partien beisammen sind, so fahrt jede auf einem kleinen Schisse, welches sie Racjeki, anf deutsch Entenschifflein, nennen, gleichwie in einer Schlachtord« uung auf die federlosen Enten und Rohrhühner los, jedoch ganz fachte nnd so vortheilhaft, bis fie selbige nach und nach in die Enge treiben und solches gleich-sam einschließen. Alsdann aber, uud wenn sie glauben, ihnen nahe genug zu sein, so schissen sie auf eiumal ganz fchnell und mit aller nur ersinn» lichen Geschwindigkeit auf den großen Haufen zu. So dann, was nur fliegen kann, das sucht sein Leben durch die Flucht zu retten. Die übrigen, wegen Mangels genügender Federn, nehmen ihre Zuflucht in das Rohr. allwo die Prügel-Jagd allererst recht angeht, denn was mit den Stangen kann erreicht werden, auf selbes wird großmüthig zugeschlagen.» Die Jäger kennen ganz genau aus der Bewegung des Rohres im See, wo die Enten und Hühner anzutreffen sind, wozu auch die Krystallhelle des Wassers nicht wenig beiträgt. «Im herbst bringt die Jagd auf dem Zirknitzer-See — fährt unser Gewährsmann fort — große uud kleine Wasserschnepfen. Dullern. Kibitze, zweierlei Gattungen von Wasseramfeln und Wachtelkönigen; außerdem findet man noch allerhand Arten von fremden Wasscrvögcln, wie ai'ch in den an dem Ufer des Sees befindlichen Gebüschen, Waldschnepfen, Füchse uud Hasen.» Hieran schließt Herr vou Steinberg die Schil« derlmg von zwei ausführlichen Erzählungen von auf das hohe Wild bezüglicheu, ganz besonderen Begebenheiten, die er, fowie die vorher geschildelte Enten- und Hühner-Prügeljagd, auch illustriert hat. üaidachtt Zeitung 3tt. 282. 2310 12. Dezember WT^ Das ist eine Entstellung des Sachverhältnisses. Bei einer Verständigung zwischen Deutschen und Czech?" in Böhmen handelt es sich nur um den Schutz der gegenseitigen Interessen innerhalb der Grenzen des Königreiches. Hier sind die deutschen Abordneten Böhmens vollständig competent, sind der zur Entscheidung allein bernfene Factor, und da eine Preiögebung deutscher Interessen nicht vorausgesetzt wird. so könnte rine Verständigung zwischen den beiden Nationalität,'»» Böhmens nur eine wohlthätige Rückwirkung auf die Stellung der übrigen Deutschen in Oesterreich äußern. Alles, was von deutscher Seite zur Ablehnung der Verständigung vorgebracht wird. hat entweder den Cha» rakter eines diktatorischen Postulats oder läuft auf eine rhetorische Phrase hinaus, die eine ernstere Prüfung ihres Wertes nicht zu ertragen vermag. Man kann von der czechischen Majorität nicht erwarten, dass sie, ihren Ueberzeugungen widersprechend, die Theilung des Landes decretiere, und es ist auch nicht wahrscheinlich, dass auf diesem Wege eine wirkliche Verständigung zwischen beiden Nationalitäten erzielt werden würde. Ein greller Widerspruch liegt auch darin, wenn man von deutscher Seite plötzlich verlangt, die Regierung solle das Werk der Verständigung in die Hand nehmen. Erst war man schonungs-los i» den Angriffen gegen den Grafen Taaffe, weil er den Gedanken der Versöhnung zur Grundlage seines Reqierungsprogramms machte, und jetzt verlangt man, dass die Regierung die Verständigungscommission unter ihr Protectorat nehme. Die Regierung kann sich jedoch nicht mit der Verantwortlichkeit belasten, aus der Verständigung«' commission eine Art Constituante zu machen. Die Regierung ist für den inneren Frieden thätig im Reichs« rathe und auf den Landtagen, aber man kann ihr nicht zumilthen, dass sie abseits von den Parlamenten in das Parteileben eingreife. Politische Uebersicht. (Der Militär-Conseil.) welcher am vergangenen Donnerstag abgehalten wurde, hat, wie wir bereits berichteten, eine Reihe von Vorkehrungen be« schlössen, die sich in ihrem Detail naturgemäß der Oeffeutlichkeit entziehen, die aber auch nicht sofort durchgeführt, sondern erst dann in Wirksamkeit gesetzt werden sollen, falls sich hiefür eine zwingende Noth« wendigleit ergibt. Gerade darin, dass gegenwärtig mi» litärische Maßnahmen nicht unmittelbar ins Werk gc< setzt werden und insbesondere weder an eine Erhöhung des Friedensstandes noch an eine Verstärkung der in Galizien dislocierten Truppen gedacht wird, darf ein bezeichnendes Symptom gefunden werden, dass eine ge-wisse Beruhigung über die augenblickliche Lage platz« gegriffen hat. Trotzdem aber ist nach der Auffassung der maßgebenden Kreise die Situation ihres Ernstes nicht entkleidet. Dem derzeitigen Stande der Dinge entspricht es auch, dass zunächst von der Einberufung der Delegationen leine Rede ist; damit ist aber die Möglichkeit keineswegs ausgeschlossen, dass eine Ent» Wicklung eintreten kann, welche es nothwendig macht, die zur Votieruug militärischer Credite berufenen Körperschaften zu versammeln. (Zur politischen Situation.) Angesichts der drohenden Kriegsgefahr bringt die Prager «Po« litik» einen bemerkenswerten Artikel, dem wir Nach» stehendes entnehmen: «Wir setzen voraus und erwarten, dass vor der verhängnisvollen Entscheidung über Krieq und Frieden, für die uns in der gegenwärtigen Phase der gegenseitigen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Russland noch leine dringende Nöthigung vorhanden zu sein scheint, alle diplomatischen Mittel werden erschöpft werden, um den Eintritt eines kriegerischen Würfelspiels hintanzuhalten. Aber so groß auch das Friedensbedürfnis aller Völker Oesterreichs, so dringend es der Wunsch des böhmischen Volles ist, dass der Waffengang mit Russland unsererseits nur im Falle der uns aufgedrungenen Nothwehr angetreten werden möge: die dem gemeinsamen Vaterlande drohende Gefahr wird das böhmische Volk geschlossen und bereit finden, für den Hort der Rechte uud der Freiheit mit Gut und Blut einzustehen, sowie es bis» her opferwillig geschehen ist unter den schwierigsten Umständen. Wir halten diese übrigens selbstverständliche Versicherung gegenwärtig nicht für überflüssig, weil einzelne Organe der Opposition gewisse Verirrun-gen und Seitensprünge zu Verdächtigungen des Patriotismus der österreichischen Slaven missbrauchen. Diese durchaus vereinzelten Erscheinungen wurden durch die competentesten politischen und nationalen Autoritäten nach Eebür verurtheilt, und es ist illoyal, dieselben als eine ernste Gefahr für die Monarchie zu bezeichnen. Man mag und soll ihnen rechtzeitig entgegentreten, um sie nicht zu einer wirklichen Gefahr heranwachsen zu lassen, wie es die slovenischen und mährischen Abgeord» neten, letzthin auch mehrere Bischöfe gethan haben; aber das Beginnen, sie als Symptome subversiver, von den Völkern unterstützter oder auch nur geduldeter Tendenzen zu charakterisieren, ist jedenfalls bedauerlich. Wir wenigstens sind überzeugt, dass der Moment der Gefahr alle österreichischen Völker unter dem Banner der Dynastie und der gemeinsamen vitalen Interessen vereinigen wird.» (Niederösterreichischer Landtag.) In der Freitag-Sitzung des niederösterreichischen Landtages stellte der Landmarschall Graf Kinsky den Antrag auf Wahl eines Ausschusses, welcher darüber zu berathen habe, in welcher Art der Landtag das vierzigjährige Regierungs-Iubiläum des Kaisers in einer des Landes würdigen Weise feiern solle. Der Antrag wurde unter lautem Beifallt einstimmig angenommen. (Böhme n.) Im böhmischen Landtage begrü«dete am vergangenen Freitag Abg. Dr. Grigr unter vehementen Angriffen auf den Unterrichtsminister Dr. v. Gautsch den Antrag betreffs des Mittelschul-Erlasses. Der Herr Statthalter wies die maßlosen und gründ» losen Angriffe Origr« gegen den Unterrichtsminister zurück und behielt sich die eingehendste meritorische Widerlegung für den Verlauf der Verhandlungen vor. Unter vorläufiger Veistimmung zum Ausspruche'Gre'grs. dass jede österreichische Regierung auf die Zufriedenheit des böhmischen Volkes Wert legen müsse, erklärt der Statthalter, dass jede österreichische Regierung einen eben solchen Wert auf die Zufriedenheit aller Völker des Reiches lege. (Zustimmung.) Der Statthalter er» klärte zum Schlüsse, das« die Verfügungen des Unterrichtsministers lediglich auf didaktisch politischen und keinerlei nationalfeindlichen Absichten basieren. Der Antrag Dr. Origr« wurde der Schulcommission zugewiesen. (Ungarn.) Die Mehrzahl der Budapest« Blätter nimmt zur Tagesfrage, nämlich zu den militärischen Vorgängen längs der galizischen Grenze, in sehr may< voller, aber selbstbewusster Weise Stellung. Sie halten sich von jeder großsprecherischen Prouocation ferne, de-tonen aber. das« die Position Oesterreich-Ungarns we« mats so stark und so achtunggebietend war. al« even jetzt. Die maßgebenden Organe der liberalen Parte» wie der beiden Oppositionsparteien halten die Krieg«' gefahr nicht für imminent. . (Deutschland.) Der deutsche Bundesraly stimmte dem Aubschussberichte über den Gesetzentwurf, betreffend die Aenderung der Wehrpflicht, sowie dem Antrage Preußens wegen weiterer Anordnungen a>>! Grund des SocialistenGesetzes für Frankfurt a. M zu. — Die Getreidezoll Commission lehnte den Antrag betreffs Aufhebuug des Identitätsnachweises ab und nahm den Antrag Windthorsts an. wonach die neuen Zölle auf bis 31. März 1888 eingeführte Gegenstände nicht anwendbar sind. wenn die betreffenden Kaufoer' träge nachweislich vor dem 26. November 1887 ab« geschlossen wurden. Der erforderliche Nachweis ist durch alle znlässigen Beweismittel erbringbar. < (Eine beachtenswerte Kundgebung) über die Lage. über die Kriegs« uud Friedeussrage wird aus London gemeldet. Der Unter-Staatssecretar im auswärtigen Amte, Fergusson, hielt im conservatlven Verein in Guilford eine Rede, in welcher er erklärte, soweit die Kenntnis und der Glaube der britisch" Regierung reiche, wäre lein Grund für die AnnatM vorhanden, dass in irgend einem Lande ein Schml gethan worden wäre oder ein Truppenvorstoß in einem Maßstabe stattgefunden hätte, der eine große StönM des europäischen Friedens in Aussicht stellen würde-Was von Seite der großen Militärmächte geschehe»' bekunde keine augenfälligen Symptome einer geplante' Aggression, alle Regierungen hätten ihren ernstlich^ Wunsch, den Frieden erhalten zu sehen, lunbgeg»'^ Fergusson schloss seine Rede mit der wiederholten ^ llärung, dass nach seinem besten Wissen gegemvält's kein Grund vorhanden sei, einen Friedeuibruch l" besorgen. (Der österreichisch.deutsche prov«!" rische Handelsvertrag) wurde Freitag in AM unterzeichnet. Der Vertrag wird zunächst bis )l"" 30. Juni 1888 verlängert und soll, sofern bis M" Februar 1888 von keiner Seite eine Kündigung erfolg vom 15. Februar 1888 ab mit einjähriger KündigM' frist fortbestehen. . (Frankreich.) Sadi-Carnot stößt mit s^ Versuche, ein Ministerium der «republikanischen ^ centration» zu bilden, auf ernste Schwierigleiten. ^ selben Politiker, die ihm im Principe Recht g^"' lassen ihn, sobald die Theorie in Praxis uma.wv werden soll. im Stiche. Nachdem es dem PrOd"'^ endlich mit Mühe gelungen war. Goblet zur llcv nähme der Mission zu bestimmen, die Bildung ^ Ministerium« zu versuchen, scheitert letzterer allen» ^ scheine nach; Ribut, der eine Hauptstütze des "" Ministeriums hätte werden sollen, will nicht "/" zwei Radicalen in demselben Play nehmen uA.he folge dessen legt Goblet seinen Auftrag in die H"' des Präsidenten zurück. ^, (Irland.) In der Montag««Sitzung des ^ meinderaths von Dublin stellte Thomas Sexton. ^ Nlügewählte Lurdmayor. den Antrag, dass s^ ^s Rath vertage als Protest gegen die Einsperrung ^ LordmaMs Slllliuan. Gleichzeitig kündigte er o^ Im Jahre 1709 den 20. Juni wurde nämlich ein von den Wölfen aus dcm Berge Iavornik in den See verfolgter Hirfch von Bauernburschen, die in einem Schifflein herbeieilten, in das Rohr getrieben und da so lange mit Stangen und Rudern auf den Kopf geschlagen, bis der Hirsch verendete; derselbe wurde dann in Ermanglung eines erfahrenen Jägers durch einen Fleischhauer ausgeweidet und auf das Schloss Hasberg (damals Herrschaft der Grafen Kobenzl, heute des Fürsten Hugo Windisch-Graeh) gebracht. «Anno 1721 sind auf dem Zirkniher-See auch zwei junge Bären erlegt worden, die einer Viehherde zur Insel Gorica gefolgt waren, geführt von ihrer Mutter; die auch den schreienden, vor ihnen sich auf ein Schiff flüchtenden Bauern in das Wasser selbst nachfolgten. Die alte Bärin klammerte sich auch an das Schiff, da aber die Bauern tapfer auf sie loshieben. so ließ sie schließlich von ihrem Angriffe ab und schwamm davon, ihre Jungen zurücklassend. Diese, deren Balg noch nicht genugsam ausgehärtet war, dergleichen Ruderstöße zu vertragen, mussten ihre Verwegenheit mit der Haut bezahlen und wurden an Se. Excellenz den da-maligen Herrn Landeshauptmann und nachmaligen kaiserlichen Obristkämmerer Grafen Kaspar von Kobenzl, als Eigenthumsherr der Herrschaft Hasberg, nach Üaibach abgeschickt. Im Winter kommen die meisten Enten und andere Wasservögel auf den gar bald zu« gefrorenen See, Rohrhühner, Klinger, Taucher. Weiher, weiße und graue Schwäne, wilde und Schneegänse, Kraniche, weihe und graue Reiher u. s. w. Die Jäger lassen sich Hütten von Eisschollen machen, «da ich dann — versicherte der Herr Antor — innerhalb zwei Tagen und einer Nacht 86 Stück Enten im Fluge geschossen habe.» Auch in dieser Abtheilung erzählt Steinberg eine Geschichte von der merkwürdigen Erle« gung eines Wildes. Ein alter Fischer, der zur Winters« zeit auf dem gefrornen See mit Fang. und Schlag« eisen die Schwäne zu fangen pflegte, sah einmal einen Rehbock auf dem Eise daherkommen, der auf der Spiegelglätte jedoch nicht weiter konnte. «Dann hat der Fischer mit angebundenen Eissporen an den Schuhen nachgesetzt und mitten auf den See getrieben. Je geschwinder nun der Rehbock geeilct, seinem Verfolger zu entwischen, desto öfter ist er auf dem glatten Eise gefallen, bis ihn endlich der Fischer eingeholet nnd mit bei sich geführtem Beil erschlagen hat.» ________^ P. v. R. («achdruck «rbolenl Stolze Kerzen. Roman aus dem Englischen. Von Maz von Neißenthurn. (43. Fortsetzung.) Falsche Sicherheit. Die ganze Nacht hindurch wachte Sibonie an Nannelte's Lager, hoffend, dieselbe werde zu vollem Bewusstsein erwachen, doch erst gegen Morgen stellte sich daiselbe ein. Wartend, bis die alte Frau sich in etwas er-holt hatte, theilte sie derselben nicht ohne Scheu den Plan des Grafen mit, und von dem Egoismus de« Alters und der Kränklichkeit geleitet, zeigte sich Nan-nette demselben nicht so sehr entgegen, wie Sidonie cs erwartet hatte. So geschah es denn. dass nach dem 3^'^. Sidonie und der Graf ihre Reise allein antraten; ^ selbe erwie« sich als sehr ermüdend, denn 3"" cM Verdiers Schloss lag an der Küste, und um da?,^ zu erreichen, mussten sie. nachdem sie die ^H.Hlell lassen, noch eine lange Fahrt zu Wagen auf M ^ Wegen zurücklege». Kaum der Richtung achtens ^ sie nahmen, lehnte Sidonie müde. erschöpft « h, Kissen des Wagens, ihre Blicke theilnahmslo« der ^ schaft zugewendet, welche von Minute zu Mmule romantischer ward. .:H a» E: war bereits finster geworden, al» p"p "^'t Sidonie's Ohr ein Geräusch schwa., das sie verw" aufblicken ließ. « f^gte «Was ist das für ein Gelöse, Eugene/» ' sie verwundert. <>H vel> «Pas Meer!, entgeznete er lächelnd, ^"^r gaß. dass das Wogenrauschen für dich em , Klang ist.» . ml^ auf d^ Vergebens bemühte sie sich. emen V"a Umgebung zu thun; e« war völlig stl'ster. d.irch Wenige Minuten später fuhr der MS « ^ ein hohes Thor in einen Hof um vor e'" ^ getünchten, alterthümlichen Hause, dessen 6", verhängt waren, zu halten. , ^c ^. Eidonie'« Herz pochte unwilllürl.ch ^ h. dxsem Anblick, welcher sich ,hr w- ^a u .^.. Hausthür auf. helles L.cht drang °u« " .^ und auf der Schwelle "chlen e.ne Dam ' ^^ zwischen fünfzig und sechz.g Jahren att s »cht Einst, das erkannte man auch hnuc ^ v^ Madame de Verdier sehr schön gewesen st'". l'albachkl Zettung Nl. 282. 2311 12. Dezember >««?. ^ilrde in einer außerordentlichen Sitzung beantragen, W dem Lordmayor das Ehrenbürgerrecht der Stadt fliehen werde. Sodann vertagte sich der Rath, dem «ntraqe Sextons gemäß. . (In der Schweiz) steht der Erlass und die lofortige Inkraftsetzung riner Verordnung drs Bundes» tathes über die Organisation, Ausrüstung. Aufgebot, ^ntrolführung und Verwendung des Landsturmes bevor. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die Hradiszlo-r Mchilch'latholische. die Nagy Senkoviher römisch talho-"!che. die Nyiregyhäzaer griechisch-katholische, die Rä> ^er römisch.fatholische und die Totesder griechisch. Mholische Gemeinde je 100 fl. zu spenden geruht. .. ^- (AuS ber Provinz Görz.) Der «Corriere l! Gorizia» erfährt, dass die Regierung eine größere ^Ulnme für die nothwendigen Wafserbau.Arbeiten iu der Provinz Görz bestimmen werde; eine ansehnliche Summe !°u auch für die durch die Pellagra besonders heim» fluchten Gegenden votiert werben, um die Lebensver-Mtnisse zu verbessern. ^ ^ (Das Erdbeben in Calabrien.) Wir Achteten bereits über das am 3. d. M. in der Provinz ^senza in Calabrien vorgekommene Erdbeben, welchem M nur viele Gebäude, sondern auch Menschenleben zum Mer fielen. Nunmehr liegen über diese Katastrophe aus< Ehrlichere Meldungen vor, welche die Wirlungen des I^sefunbenen Erdbebens in einem traurigen Lichte er» ^'"en lassen. Um meisten hat Visignano gelitten. Da- ^"l giengen auch drei Personen in dem Augenblicke zu- ^unde, al« sie im Begriffe waren, eine Viehherde zu "uen. Big jetzt hat man 2b Tobte im Schütte auf- Munden. Auch auf der Eisenb«hnst«cle zwischen Consenza ^l» Sibari sind alle Campagnahäuser eingestürzt. In ^llillno Gravina gab es einige Todte und mehrere Schwer- ^llvundete. In Sammarco Argentano stürzte ein Kloster ein. ^n Paola befürchtet man das Einstürzen der Kaserne; ^ Gemeindehaus und das Gebäude der Unterpräsectur Gurken arg beschädigt. Die Stationsgebäude von Mon- bassano und Lattarico sind unbewohnbar geworden. z -(Wüthende Wölfe.) In mehreren Orten " Bezirkes Otocac in Kroatien haben sich einige wü« yende Wölfe gezeigt, welche Menschen und Hunde an« ^'"Uen u,,d gebissen haben. Bei den gebissenen Hunden l»3?l m ^uthkranlheit aus, und wurden dieselben go ss° , "" den gebissenen Menschen sind bisher keine lkranlheltssymftlome wahrgenommen worden. y^ll' . ^" deiner Nadfahrer.) Bei der letzten "adfahreraladenne im Softensaale zu Wien erregte der «ahnge Herbert Silberer Aufsehen, welcher, wie ^"^ ?""" '""den. auf seinem Miniatur-Fahrzeuge " Wettbewerb mit seinen erwachsenen Genossen nicht zu 'Heuen brauchte. lilz ^7 Sprung aus dem Waggon.) Die rus. ''fye Fürstin SahovSkoj. welche sich auf der Rück-.^e von Genf nach Moskau befand, stürzte sich am 5lcn ben. n- """"^ b" Station Offleben bei Magdeburg aus , ln Toupe' des Eisenbahnzuges. Der Grund zu dem be-^uernswerte.i Schritte soll der Kummer über die GcisteS-l^"'b«t ihres Gemahls gewesen sein. Die Fürstin trug Milche Verletzungen davon; sie wurde in ein Mägde-^ger Krankenhaus geschafft. — (Mi ska Hanser.) Der einst vielgenannte Violinvirtuose Misla Hauser ist Freitag nachts in Wien, 66 Jahre alt, einem Schlaganfalle erlegen. — (Die Schwiegermutter.) Junger Ehe» mann, etwas unsicher, zur Gattin: Ach, liebes Frauchen, heute abends habe ich... Sitzung... Da viel Wich« tiges zu verhandeln ist, dürfte es vielleicht ... etwas später werden; würbest du nicht so freundlich sein und mir... den Hausschlüssel... — Junge Frau, lächelnd: Von Herzen gern, gutes Männchen, hole ihn dir nur, meine Mama hat ihn in der Tasche. Local- und Provinzial-Nachrichten. Krainischer Landtag. Vor Uebergang zur Tagesordnung der vierten Sitzung des lrainischen Landtages wurde vom Abg. Detela die vom Abg. Freiherrn von Schwegel beim Musealfonds gethane Aeußerung, dafs der Nachlass des Victor Smott nur für die Vermehrung der Sammlungen verwendet werden dürfe, dahin berichtigt, bass die Sparcasse an den Landesausschuss ein solches Ansinnen zwar gestellt hatte, dass jedoch der Landesausschuss auf diefe Forderung nicht eingieng, sondern vielmehr die Erklärung abgab, dass dieser Nachlass im Sinne der Musealstatuten verwendet werden wird, womit sich die Sparcasse zufriedengab. Diese Berichtigung wurde zur Verhütung eines etwaigen Präjudizes über einhelligen Beschluss der anwesenden Mitglieder in das Protokoll der letzten Sitzung auf« geommen. Baron Schwegel war bei der Sitzung nicht an» wesend. Landespräsident Baron Winkler überreichte hierauf zwei Regierungsvorlagen, deren eine die Aenderung der ^ 78, 79 und 81 der Gemeinde-Ordnung vom 17. Fe-bruar 1866, die andere die Aenderung des § 8 des Ge-sehes vom 5. März 1873, betreffend die Erhaltung der nicht iirarischen Straßen betrifft. — Das für Stein be» schlossene Mautg-seh wurde in dritter Lesung angenommen, der Bericht des Landesausschusses, betreffend den Anlauf einer Waldparcelle für die Obst- und Weinbauschule in Stauden, sowie der Bericht über die Erweiterung des Irrenhauses in Studenc aber dem Finanzausschusse zu« gewiesen. Der Rechnungsabschluss der genannten Obst» und Weinbauschule pro 1886 wurde mit einer Einnahm« von 14 655 st. 82 kr. und einer Ausgabe von 14 568 fl. 84 kr. und einem Ueberschusse von 66 fl. 98 kr. genehmigt. Der Vermögensstand betrug 4634 fl., d. i. um 7204 st. weniger als im Jahre 1885, weil ein großer Theil des Inventars bei der Uebersiedlung der Schule von Slap nach Stauden verlauft wurde. Abg. Kersnil begründete feinen selbständigen Antrag auf Abänderung des § 6 des Gefetzes vom 25sten März 1874, Nr. 12 ü. G. Gl., womit «lntragsteller die Einführung von zweisprachigen Formularien für das Grundbuch bezweckt, insbesondere aber die Anführung der Catastralgemeinoe in der Aufschrift des Gutsbestandblattes in beiden Landessprachen, wogegen selbe derzeit nur in beutscher Sprache eingetragen find. Redner skizzierte die bisherige Uebung, durch welche der Cataster germanisiert und insoserne nicht gesetzlich vorgegangen werde, als ja das Grundbuchsanlegungs - Gesetz und die Vollzugsvor-schrift zu demselben in beiden Landessprachen beschlossen und promulgiert wurden und ebenso slovenische For« mularien vorliegen. Durch die bloße Anführung der deutschen Namen, die manchmal gar zu grandiose Ueber- h.!" hatte ihren Zügen eine nicht» weniger als sym-^lsche Schärfe verliehen. Ihrem gelben Teint halte / «unft n«chgeholfen. Die Kleidung nach der neuesten ^llser Mode würbe einer um etwa zwanzig Jahre Alleren Dame recht gut gestanden haben, und in ^ttn, Wesen verrieth sich immer noch die Koketterie ' Gefallenwollen«. s«. Als der Graf Sidonie durch da« Portal hinein-«I« ' stieß Madame de Verdier einen lauten Ruf ' und streckte beide Arme dem Mädchen entgegen. Ni ^ 'st e« möglich? Sehe ich da» Kind meiner ih "ten Jugendfreundin Stephanie vor mir? Weilt Wachter wirklich unter meinem Dache?» Dann ihl-?'bonie zueilend, schlos« sie dieselbe stürmisch in Üiin n,l- .ssam, ich zweifeln? Sprechen nicht tnese !? deutlicher als alle erklärenden Worte? Ganz, Nbr- letzt sind, meine Liebe, so entsinne ich mich t«a , Butter. Ach, waren das sonnige, glückliche d«n ^"'." diese Worte wahr gewesen, so musste Frau „li^ s"dier eine Jugendfreundin gehabt habln. die "Mens um fünfzehn Jahre weniger zählte, denn sie. Hh> '^>ch kommen Sie. mein Kind. alles ist zu ich ^? Empfange bereit. Verzeihung, lieber Graf, dass ^d^ 'wch nicht begrüßte! Die Freude, dieses liebe ^Nlenl" "" ä" sehen, lässt mich an nichts anderes han^3> Frau von Verdier bot dem Grafen die ',L« - dieser an seine Lippen zog. ^lM. v ^ k ein Wunder, dass Frau von Verbier '" dcu «!!° ""ch die Zeit es vergessen hat, ihre Spuren äugen meiner gütigen Gönnerin zurückzulassen,» entgegnete der Graf galant. «Fürwahr. Sie sind um zehn Jahre jünger geworben. Madame, seit ich Sie zuletzt gesehen habe!» Die Dame drohte ihm schalkhaft mit dem Finger. «Ihr Vetter.» wandte sie sich Sidonie zu, «ist ein Schmeichler! Doch kommen Sie! Ich will Ihnen Ihr Zimmer zeigen, damit Sie Hut und Mantel ab-lea/n und dann vor allem eine Erfrischung zu sich nehmen. Juliette wirb Ihnen beim Ordnen Ihrer Toilette behilflich sein. Sie ist Ihre Zofe!» Einige Worte höflicher Entgegnung stammelnd, durch die Reise und durch Frau von Verdiers Wort-schwall ermüdet, folgte Sidonie ihrer Gastgeberin. Das Innere des Hauses stand mit dessen Außenseite vollkommen im Einklang. Die langen Gänge sahen kalt und düster au«, die Einrichtung der Zimmer war altmodisch und schien von einem geradezu sparta-nischen Geschmacke Zeugnis abzulegen. Sidonie musste sich unwillkürlich sagen, das» es in einem Kloster nicht öder aussehen konnte, wie auf Schloss Loiret. Aber die Lebhaftigkeit der Frau von Verdier ließ sie nicht lange ihren Gedanken nachhängen. In dem für Sidonie bestimmten Zimmer angelangt, umarmte sie wieder und wieder das junge Mädchen, in einem wahren Wortstrome ihrer Freude Ausdruck gebend. die Tochter ihrer Freundin bei sich zu sehen, die iu jedem Gesichtszuge so sehr der Mutter ähnle. «-,,. Endlich zu Sidonie's namenloser Erleichterung entfernte sie sich. (Fortsetzung solgl.) setzungen sind, wie I>uiiinnka va« — Gefinoeldorf, ttu<'^ «6k> —Rappelgeschieh, ^ui-lli--Schurken, werde auch die Rechtssicherheit gefährdet, da unsere Landleute und auch ein großer Theil der Städter bereits rein slovenische Urkunden besitzt, und es könne eine Zeit kommen, wo man den slooenischen Namen drr Catastralgemeinde nicht anerkennen und Grundbuchsgesuche, die sich nicht auf den deutschen Namen beziehen, abweisen dürfte. In merito-rischer Beziehung gebe es ebensowenig wie in formeller eine Einwendung gegen den Antrag, da das Staats-grundgesetz und die vielen ministeriellen Verordnungen, insbesondere jene vom 18. April 1882 und vom 21sten Juli 1887, Z. 12 118. sowie eine lebendige Praxis den Boden bereits geebnet haben und der Landtag allein im Sinne der Landesordnung berufen sei, dieses Gesetz zu erlassen. Die Kosten der Durchführung desselben werden minimale sein. Redner schloss unter Hinweis auf die bedauerliche Agitation in Kärnten gegen die slovenischen Ortsnamen und erklärte es als eine patriotische Pflicht jedermanns, entschieden dafür einzutreten, dass nicht auch in Krain in folcher Weise die Axt an den gesunden Vaum des slovenischen Vollsthumes gelegt werde. «Unser Vaterland mit seinen Namen ähnelt, wie der Dichter sagl, einer kostbaren alten Urkunde mit geheimnisvollen Schriftzeichen, welche einem unkundigen Fremden in die Hände kam, der in seiner Unwissenheit die schönen, geheimnisvollen Runen verwischte und eigene Zeichen darauf setzte. Dieses Kleinod lasst uns vor solchen fremden Händen schützen und bewahren.» — Der Antrag wurde mit den Stimmen der nationalen Majorität dem Verwaltungs-Ausschusse zu« gewiesen. Abgeordneter Dr. Ritter von Bleiweis referierte über die Einführung der animalen Lymphe für die allgemeine Impfung und stellte folgende, vom Hause ohne Debatte angenommene Anträge: 1.) Der vom Landesausschusse verfügten Anordnung, betreffend die Impfung im ganzen Lande Krain mit animaler Lymphe, wird die Zustimmung des Landtages ertheilt. 2.) Für die Beschaffung der animalen Lymphe wirb in das Landes-fonds-Präliminare ein Betrag von 1000 fl. eingestellt. 3.) Das Land deckt provisorisch alle Impfungskosten, solange nicht die Frage entschieden ist, wer diese Kosten eigentlich zu tragen hat. Zu dem Ende wird der Landesausschuss beauftragt, Erhebungen zu pflegen, unter welchem Rechtstitel die Impfungskosten aus dem Landesfonbe bestritten werden, und wenn ein Rechtstitel nicht gefunden wird, hat der Landesausschuss die erforderlichen Schritte einzuleiten, dass künftighin der Staat die Im-pfungslosten übernimmt und dem Lande alle bisher inüvdit« aus dem Landessonde bcstrittenen Impfungsauslagen in Krain vergütet. Abgeordneter Dr. Pollular referierte sodann über die Entschädigungen aus Anlass der Maßregeln gegen die Reblaus, und es wurde ohne Widerspruch der von ihm gestellte Antrag angenommen, dass das Land ein Drittel dieser Entschädigungen übernimmt, lvenn da» zweite Drittel vom Reiche getragen, das dritte aber auf alle Weinbauer des Landes aufgetheilt wirb. — Der Rech-wmgsabschluss des Grundentlastungsfondi wurde von der Tagesordnung abgesetzt, dafür aber der Voranschlag des Arbeitshaussonds pro 1888 mit den damit im Zu-semmenhange stehenden Gegenständen erledigt. Darunter war eine Vergütung an den Religionsfonbs für die von demselben für den Seelsorgedienst im Arbeitshause geleisteten Auslagen im Betrage von 3600 st. und die Erhöhung der Gnabenftension für die Nrztenswitwe Sle -del von 126 auf 180 fl. Das Gefammterfordernis, in welchem sich auch der Kauffchilling für einen von der Ttadt gekauften Baugrund im Betrage von 9000 fl. befindet, beträgt 96 259 fl., die Bedeckung 94 746 fl., demnach der den Landesfonbs treffende Abgang 1513 fl. Der Abgeordnete Klun berichtete hierauf über die Boranschläge der verschiedenen Stiftungsfonds für das Jahr 1888. Dieselben wurden dem Haupttheile nach unverändert angenommen. Aenderungen wurden nur bei folgenden Fonds beantragt: I.) Beim Mädchen-Stiftungsfonbs wurde der vom Landesausschusse weggelassene fünfprocentige Veitrag zu den Verwaltungslofien per 51 fl. 81'/« kr. wieder eingestellt, weil nach den diesbezüglich geltenden Normen, Beschlüssen und Vereinbarungen zwischen der Regierung und Landesvertretung nicht bloß aus den Intercalarien zu entnehmen, sondern auch aus den Ueberschüssen. 2.) Beim Glavar'schen Fonds, welcher jedes Jahr einen bedeutenden Ueberschuss aufweist, wurde die Frage erörtert, ob es nicht zweckmäßig wäre, in dem für die Pfründner bestimmten Gebäude einen weiteren Raum für die Unterbringung derselben durch die Dislocierung des Arztes in ein neu zu errichtendes Gebäude zu schaffen und in diesem neuen Gebäude zugleich ein Spital für acute Kranke zu errichten. Zu dem Ende wurde folgende Resolution gefasst: Der Lanbesausschuss wirb beauftragt, sich inbetreff der Disl^cicrung des Arztes im Spitale von Kumenba und der Aufführung eines allgemeinen Krankenhauses vorerst mit der Landesregierung zu verständigen, bann einen passenden Bauplatz ausfindig machen und beim landschaftlichen Bauamte die erforderlichen Pläne und Voranschläge ausarbeiten zu lassen, welche dem künftigen Landtage vorgelegt werben mögen. 5'aibachcr Feitnnn ?tr. 282. 2312 12. Dezember 188?^ 3.) Veim Waisenfond wurde der Beschluss gefasst, die Stistunge« für die beim Vinceutius-Vereine im «Collegium Marianum» untergebrachten 52 Waisenknaben von 90 fl. auf 100 fl. zu erhöhen. Infolge dessen erhöht sich auch das Erfordernis auf 13 500 st Dagegen wurde ein bisher vom Staate geleisteter Beitrag per 1417 fl. 50 kr. aus der Bedeckung ausgeschieden, weil der Unterrichtsminisler auf Grund Allerhöchster Ermächtigung mit Erlass vom 28. Juli d. I., Z. 14 998, diese Beitragsleistung mit Ende dieses Jahres sistiert hat. Weil aber noch nicht erwiesen ist, dass das Land auf diesen seit hundert Jahren vom Staate bezogenen Betrag leinen rechtlichen Anspruch hätte, so wurde zugleich folgende Resolution beschlossen: Der Landesausschuss wird auf» gefordert, sich inbetreff der Veitragsleistung des Staates zum Waisenfonde zuerst Klarheit über den Rechtsstand zu verschaffen und sodann das Nothwendige zu verfiigen. Das Erfordernis des Waisenfondes beträgt 15 830 Gulden 8 kr., die Bedeckung 16 541 fl. 61'/, lr., dem> nach ergibt sich noch immer ein Ueberschuss von 711 fl. 53'/, lr. Die übrigen Stiftungsfonde wurden ohne Aen» derung erledigt. Zum Schlüsse fragte der Referent den Herrn Landeshauptmann, wie es mit der Abfassung eines Stift-buches steht, welches alle Stiftungen und die wesentlichen Momente aus denselben enthalten soll und für welches im vorigen Jahre ein Credit von 500 st. bewilligt wurde? Landethauptmann Graf Thurn erklärte, das« das Buch in der Arbeit fei, aber bisher noch nicht vollendet werden konnte. Ueber Antrag des Referenten wurde sonach der erwähnte Credit von 500 fl. verlängert. (Schluss folgt.) — (Personalnachricht.) Dem ordentlichen Professor des Kirchenrechtes an der Universität in Wien, Herrn Hofrath Dr. Josef Ritter vonIhishman, wurde anlässlich der von ihm angesuchten Uebernahme in den bleibenden Ruhestand die Allerhöchste Anerkennung seiner vieljährigen vorzüglichen Wirksamkeit im Lehramte und in der Wissenschaft ausgesprochen. — (Römische Funde inKrain.) Eine große römische Inschriftsäule von 232 cm Höhe und 68 cm im Durchmesser, mit viereckigem Sockel versehen, wurde im Laufe des heurigen Sommers in der Wagenremise des Schlosses Thurnamhart entdeckt, wo sie ganz einge< mauert als Stützpfeiler eines Gewölbes diente. Die auf derselben vorkommende, vortrefflich erhaltene Inschrift mit den Namen des römischen Kaisers Marc Aurel und seines Mitregenten, des Ndoptivbruders Lucius Verus, nebst den Namen der Vorfahren aus ihrer Familie ließ leinen Zweifel übrig, dass dies die nämliche Denksäule sei, welche noch zu Ende des 17. Jahrhunderts auf dem Felde bei Grohdorf nächst Gurlfeld gestanden war, welche Gegend in die Gemarkung der ausgedehnten römischen Stadt Neviodunum fiel, dessen bedeutendste Ueberreste sich im Dorfe Dernovo vorfinden. Diefes Denkmal wurde nach dem Inhalt der Infchrift im dritten Consulate des Kaisers Marc Aurel. d. i. im Jahre 161 nach Christus, errichtet. Sowohl Schönleben in seiner ^arniolia »ntj^uH, als auch Valvasor in seiner Chronik Krains führen den Wortlaut der Inschrift nach einer Mittheilung des damaligen Pfarrers Tuntelsteiner in Gurkfeld an. Später sah si? noch der Epigraphiler Katancic auf dem ursprünglichen Standorte, seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahr» Hunderts ist dieser Denkstein verschwunden. Der Besitzer des Schlosses Thurnamhart, Herr Landtags'Abgeordneter Erwin Graf Auersperg, ließ auf seine Kosten dieses schöne, wieder aufgefundene Römerdenlmal nach Laibach mit der Widmung für das «Rudolfinum» überstellen, wo es im Hofe neben den beiden in Laibach heuer ausgehobenen kolossalen Steinfärgen einen würdigen Platz finden wird. — (Ableistung der Landsturmpflicht.) Wie uns gemeldet wird, ist zwischen den Landesvertheidi-gungs'Ministerien beider Rcichshälften inbetreff der Be« Handlung von Landsturmpstichtigen, welche ihre Landsturm-Pflicht in einer Reichshälfte zu leisten wünschen, deren Staatsbürgerschaft si- nicht besitzen, ein Einvernehmen dahin erzielt worden, dass derlei Gesuche, was die Land« sturmpflichtigen des Mannschaftsstandes betrifft, abweiS^ lich zu befcheiden sind. Landsturmpflichtige Officiere aller Standesgruppen, Militär-, Marine- und Landwehrbeamte de« Ruhestandes sowie Civilpersonen, die für Officiers« oder Beamtenstellen in der Landwehr designiert sind, können Gesuche um Ableistung der Landsturmpflicht im nicht zuständigen Staatsgebiete der Monarchie, und zwar erstere durch ihre vorgesetzte Evidenzbehörde, letztere durch die nach den Landsturmoorschriften competente Behörde einreichen. Ueber derlei Gesuche, die nach erfolgter Auf. bietung des Landsturmes nicht mehr berücksichtigt werden, entfcheidet das Landesvertheidigungs-Ministerium. — (Aus Abbazia.) Kronprinzessin S t e f a n i e soll in Begleitung des Kronprinzen Rudolf unmittelbar nach den Feiertagen in Abbazia eintreffen. Für den Aufenthalt der Kronprinzessin dortselbst sind vorläufig vier Wochen, für den des Kronprinzen vier bis fünf Tage in Aussicht genommen. Schon in den nächsten Tagen trifft Hof- Decorc.teur Schuh in Nbbazia ein, um die Appartements in der «Villa Angiolina» instand zu setzen. Die Südbahn hat, wie verlautet, die vom Director Kaiser in Vorschlag gebrachte Curtaxe zur Zufriedenheit aller Curgäste zurückgewiesen. Man hegt allgemein die Erwartung, dass Abbazia, dieses Paradies deS Quar-nero, heuer einer recht lebhaften Saison entgegengeht. — (Verhaftete Einbrecher.) Freitag nachts 11 Uhr patroullierten die städtischen Sicherheitswachmänner Korce und Russ auf der Römerstraße in der Gegend des Kanh'schen Haufes. Korce bemerkte ein Individuum mit einem Krampen und hielt dasselbe an, worauf dieses die Flucht ergriff. Wachmann Russ, wel» cher in dem Flüchtigen den gefährlichen, wiederholt schon abgestraften Einbrecher und Dieb Franz Petiani erkannt hatte, eilte ihm nach und ereilte ihn auf der Triester« strahe in der Gegend des Korsika'schen Hauses. Petiani stürzte auf Russ, der ihn festhalten wollte, und versetzte ihm mit einem Küchenmesser einen Stich in die Herzgegend, welcher aber am Mantel, der Blouse und dem Notizbuche abprallte, sodann noch einen Stich gegen die rechte Hand, in welcher Russ den Säbel hielt; glücklicherweise wurde jedoch nur der Mantel zerschnitten. Russ wich zurück, um Platz zum Ausholen mit dem Säbel zu gewinnen, fiel aber hiebei in den Straßengraben, woraus Petiani, im Glauben, er habe ihn erstochen, ihm zurief: «Ao, 2<1^ 81 pH äo8ti äobil,» worauf er forteilte. Nachdem sich Russ aus dem Schlamme herausgearbeitet, eilte er auf die Wachstube, um das Geschehene zu melden. Sofort begaben sich die Wachmänner IzancundMajce auf die Triesterstraße, und richtig fanden sie hinter der hölzernen Greislerbude vi» H-vig dem Gasthause «zum Tiroler» den gesuchten Petiani, welcher soeben die Bude geplündert hatte. Petiani stürzte mit dem Messer auf die Polizisten, worauf ihm Wachmann Izanc zuerst einen Säbelhieb auf den Kopf, dann eine» zweiten auf den rechten Arm versetze, wie auch Wachmann Majce ihm mehrere Säbelhiebe versetzten musste, um ihn bändigen und arretieren zu können. Petiani blutete aus sechs Wunden, doch legte er den Weg ins Civilspital, wohin ihn die Polizei escortierte, zu Fuß zurück. Petiani ist lebensgefährlich verwundet. Der Polizei gebürt alle Anerkennung, den gefährlichen Einbrecher, welcher erst vor kurzem die Strafanstalt auf dem Laibacher Schlossberge verlassen, gleich nach dem ersten Einbrüche dingfest gemacht zu haben. — (Dem Violin-Virtuosen Ondticet) wurde von Sr. Majestät dem Kaiser der Titel eines l. k. Kammer-Virtuosen verliehen. — (Das Wasser im Plani n a-Thale) hat sich zum großen Theile verlaufen, und ist die Straße zwischen Planina und Rakel nunmehr für Fußgänger wie auch für Wägen passierbar. — (Unglücksfall.) Aus Rudolfswert be-richtet man uns: Am vergangenen Montag vormittags stellte die Besitzerin Gertraud Gril von Steinwand einen mit siedend heißer Milch gefüllten Topf auf den im Wohnzimmer befindlichen Ofen. Deren ein Jahr und zwei Monate alter Sohn Franz näherte sich in einem unbewachten Augenblicke dem Ofen, griff nach dem Topfe, stürzte denselben um und wurde dadurch von der heißen Milch am Körper überschüttet und derart verbrüht, dass er infolge der hiedurch erhaltenen Verletzungen unter großen Qualen noch am felben Tage verschied. — (Repertoire cer Schwurgerichts-Verhandlungen) beim Laibacher Schwurgerichte in der letzten diesjährigen Session: 12. Dezember erste Verhandlung : Johann Rajgelj, Verbrechen des Todtschlages; zweite Verhandlung: Anton Mislo, Verbrechen des Todtschlages; dritte Verhandlung: Johann Kranjc, Verbrechen des Todtschlages; 13. Dezember: Andreas Gorenc, Verbrechen des Mordes; 14. Dezember erste Verhandlung: Johann Dobravc, Verbrechen des Diebstahls; zweite Verhandlung: Johann Zu pan, Verbrechen der Nothzucht; 15. Dezember: erste Verhandlung: Primus Primozic, Verbrechen des Mordes; zweite Verhandlung: Matthäus Luznar und Kasper Po-gacnik, Verbrechen des Todtschlages und der schweren körperlichen Beschädigung; 16. Dezember: erste Verhandlung: Franz Stefe, Franz ster, Johann Kmetic, Franz Kozirnil und Martin Richter, Verbrechen der Münzverfälschung und Theilnahme an diesem Ve» brechen; zweite Verhandlung: Andreas Porenta, Ver« brechen der Veruntreuung. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ftg.» Wien, 10. Dezember. Der Wiener Gememderath beschloss ohne Debatte einstimmig, den Papst zu seinem Jubiläum zu beglückwünschen. Prag, 10. Dezember. Im Landtage wurde vom Abgeordneten Dr. Gre^gr und dem Fürsten Schwarze», berq ein von sämmtlichen Abgeordneten unterfertigter Antrag unterbreitet, der Landesausschuss solle dem Landtage einen Antrag vorlegen, um das Jubiläum Sr. Majestät des Kaisers durch eine humane und große Institution für ewige Zeiten zu feiern. Abgeordneter Dr. Rieger begründete hierauf in langer und äußerst loyaler Rede in böhmischer und deutscher Sprache den Antrag und hebt hervor, das« ein großes, alle Söhne des Reiches ohne Unterschied der Nationalität umfas- sende« Werk für Invaliden der Arbeit geschaffen wer« den solle, und sprach die Ueberzeugung aus, das« der Antrag im Sinne der gesammten Bevölkerung des Landes ohne Unterschied der Nationalität eingebracht wnrde. (Lebhafter Beifall.) Der Antrag wurde als dringlich behandelt und auch einstimmig angenommen. Hamburg, 11. Dezember. Nach zuverlässigen Naa> richten wurde Reichskanzler Fürst Bismarck gestern von eine« Unwohlsein befallen, welches zwar alsbald be« hoben wurde, doch ist nach Anordnung des Arztes Ruhe und thunlichste Enthaltung von den Geschäften geboten. Paris, 11. Dezember. Falliere« übernahm die Ca-binetsbildlmg. Er soll die meisten Mitglieder des gegenwärtigen Cabinets, namentlich Ronvier, Flourens und General Ferron, beibehalten wollen. Paris, 11. Dezember. Gestern ließ ein gewisser Allbertin die Deputierten Ferry und Goblet in de» Sprcchsaal der Kammer hinausrufen. Ooblet folgte dem Rufe nicht. Ferry kam und erhielt drei Revolverschüsse, konnte jedoch, unterstützt von Freunden, in d>e Rettungsanstalt gehen, und sagte, es sei nichts. AuberNn wurde sofort verhaftet. Es wird versichert, die Wunden Ferry's seien unbedenklich; die Kugeln wurden durch die Kleider abgeschwächt und hatten nur die hallt gestreift. Paris, 11. Dezember, abends. Ferry scheint bereits vollständig hergestellt. Nach Meldungen hiesiger Blätter ist der Attentäter infolge seiner elenden Lage geW exaltiert und dadurch zum Verbrechen veranlasst. -" Fallicres legte das Mandat der Eabinetsbilbung infolge der Unmöglichkeit, ein Cabinet der republikanischen Eoncentration zu bilden, zurück. Petersburg, 10. Dezember. Ein im «Russischen Invaliden», dem Militär.Amtsblatte, veröffentlichter Tagesbefehl des Kriegsminister« vom 13. November a. St. gibt bekannt, dass infolge der stattgehabte» Translocation der 13. Cavallerie>Division aus dein Moskauer in den Warschauer Militärbezirk der Kais" am 9. November anbefohlen habe, diese Division w» ihren reitenden Batterien unmittelbar dem CommaN' dierenden der Truppen des Warschauer Militärbezill" zu unterstellen. Petersburg, 11. Dezember. Das «Novoje Vremja' begrüßt sympathisch die Nachricht, dass der österreichW Kriegsrath beschlossen habe, keine Truppenverstärlnn^ nach Galizien zu senden, lobt den Erzherzog Aldrechl, dessen autoritative Meinung offenbar die Gefahr ^ wandte, dass die Habsburgische Monarchie durch ^ schiedene Politiler iu eine schwierige Lage gebs^ worden wäre. Die Zeitung hofft, die läppischen G7 rüchte von der Unvermeidlichkeit eines österreickM russischen Zusammeustoßes werden nunmehr »erstum»'^' Ncwyork, 11. Dezember. Johann Most w>ooe gegen eine Caution von 5000 Dollars bis zur ^ scheidung über die von ihm eingelegte Berufung 1" gelassen._________________________________ volkswirtschaftliches. Laibach, 10. Dezember. Auf dem heutigen Marlte M erschienen: 6 Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit heu und 6" 24 Wagen und 2 Schiffe mit holz. Durchschnittspreise. N,,,I, n,,lr,j n ! lc^ ^>< Weizen pr. hettolit. ü «5 liM Äutter pr. «ilo . . — 9« "" ^. Korn . 4 3? 4 90 Eier pr. Stück . . — s -^ Gerste . 3 414 55 Milch pr. Liter . . — » ^ ^ Hafer » 22? 3 1« Rindfleisch pr. Kilo — b«^^ Halbfrucht . —,— 5^35 Kalbfleisch » ^^0^^ Heiden » 3 90 4 80 Schweinefleisch » -^^^^ Hirse » 3 74 4,70j Schöpsenfleisch » ^A""^- Kukuruz » 5 36 ü 40, Händel pr. Stück . ^ ^ ^. Erdäpfel 100 Kilo 2 32-------Tauben » ^ A ^ ^- Linsen pr. Hcltolit, 12-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2 3^^ Erbsen . 13-----------Stroh . . . 1 "b Fisolen . 11-----------holz, hartes, pr. . ^ ^ ^ RmdSschmalz Kilo 1---------- Klafter 6»" ^. Schweineschmalz» —64-------— weiches, » yg^" Speck, frisch. » - 54-------Wein, roth.. 100Lit. ^ ^ go ^ — Mäuchert » -60-------^ — weißer, » —- Verstorbene. . 2,3, Len 9. Pezember. Maria Iauornil, Arbeiter««, Hradcylyborf 20, Lungentuberculose. ., .,<.^,Sol>n, Den 11. Dezembrr. ssranz Vrecrlnit, Gre.slere >-14 Tage, Pelersstras> 40. Variola. ^—-ü MctcorolostM »HZ z 5ö P^ 5« «"" b«.v.mm.l. ^A 10, 2. N. 732.63 2.6 «O. chwach bewö Reg 9.«d, 735^17 ?U7Ma. 731,37 " 1.6 windstill NeU .^. ll 2 . N 7316? 3.6 windstill "ev" ^>, Den 10 leichte Vcwolluug. nacyis e «,«" "^ LageS"" , morgens Nebel, tagsüber »ster Megen, lrü^ Das ^^.se der Wärme an beiden Tagen 0,9« und 2,b°. "ez um 0.3" und 1,9" über dem Normale._________ Verantwortlicher Nebactem: I. Nagl»t. 2313 Course an der Wiener Dürfe vom 10. Dezember 1887. «a« dm. on^n. «o««^ e«aat».««lehe». 3,'/."««««....... ?s,o ?9 ,c U««m........ ,,.gh 8,.,5 ,»3l" ^'/» «l«at»l°lt «5«, fi. i»i - l»> s'l> l°»« «» « . . 50 . ,«4-,«5-"«, «olbltntl 4"/» .... 98 15 98,5 ' ^'lrlentt 5»/, ... »»50 85./0 ' ^Nb..«lnl.,«0 ' «ta<,t«.Obl,fUng.Olch«.......109 50 — l^°H,«t.......,05 50 104- t'/!^ ?»""ttlchisch« . . . »09,5109.75 »' ft rN"'^''^ .... — — l«/'^"ll!cht.......105 — — — »'.' «.i '.^ u"t> slavonische . ,04 ,510S »b »Nll>«nb Nndere Vffe»tl. Nnlehe». Don . — >--------- «nltben d, Otabtgemeinbe Wien >0L i>0104 40 Nnltbtn b. Vtadtgemtiubt llvien (SUbtl und Void) . . . .I3n-l01»i5« Vl«milN'«nl.b.Stablgtm.«»en ,»1 — i«i »o Pfandbriefe (sill 100 sl.) «ob«n«. all,, «ft«». 4»/, «old. I« 501»« »5 d»,. 0j. 5'/,»/, 101- l0»- Oeft»ung, «linl v«l. 4'/,'/» . . 1>>1 ?»10I >b bto. . ««,, . «9-3K 0»?k dto, , 4»/, . . 99« »9 75 Nng, allg Vode»crcd!t»Vc/,»/, »-'— -^ — Priorl<»t«.0blisati«»e» ,sii> ,0« fi,) !t!lwb«tb. «vlfidahn I, »milfio« —-_____— ^erdilianbsxl/iolbbahn »» ^lld« 99 75 10«X» ^ranz«Ici>l»Aah>!.....__.--------,. Oalizilc «>"!> ^ub>«ig»Vahn «im,lv8i Ä«»» ft, S. »« «t«t«»»hn i. »»lsfi« . .,97-199- ««dbahn k »»/......14,-144.- »5»/,.....i«?lil<»zb Nn«.»gall». Vayn.....—»— 98 75 Diverse U»fe (pn «tu«). «redlllole loo »l......1,1 - Isi.lb «lalv'Lose 40 sl......49— 50 .. 4°/« Douau-Dampfsch. I00l>. 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