Ar. 67. Donnerstag am 21. August 1879. IV. Jahrgang Cillit! Ditililg. Pränumerations-Bedingungen. A«r ffilli: j Mit Poft-verfendung z «»»»in« —M WJT:: M'«"..''-« amillitig. . . (. «i t<8 , . . t.«i> . «.40 iamwl SuftfBuRa Einzelne Nummern 7 kr. Erscheint jeden Donneillug und Sonntag Morgen». Insorate ward«» angenommen iit m »er ,,Stilist Jrilsng", jyr. iruaoil« *t. « (Swftttuftrn von Katmaril actuirn Infrr,» ftu »>« „4iBid»ch. Politische Nundschan. Cilli, 20. August. Ueber dic AndrossyKrisc liege» »och immer keine neue» Momente vor. ausgenommen, daß die offieiösen Blätter» mit dtwuriverunc>«würdiger Con-sequcn; stet« von neuem behaupten Graf Andrassy gehe freiwillig. Die Uliramontanen sind mit dem neuen Ministerium Taaffe sehr unzufrieden. Sie scheinen durch die Zusammensetzung desselben in ihren Hoffnungen sehr arg enttäuscht zu sein, zumal auch nur einer der Ihrigen Graf Falkenhayn in dem Cabinete Platz gefunden hat. Sämmtliche ultramontane» Blätter der einzelnen Grönländer spreche» sich sehr abfällig, ja sogar offensiv über da« neue Cibinet aus. Die österrcichisch-uugarische Zollconferenz hat in den letzten T^gen ihre Verhandlungen über die endgültige Feststellung der Gesetzentwürfe bezüglich der Einverleibung Bosnien«, Dalmatien« und Jstrien« in da« gemeinsame Zollgebiet beendigt. E« wurde ein au« nur wenige» Paragraphen de-stehenber Gesetzentwurf über die Einverleibung Von Dalmatien und Istrien, sowie ein 29 Paragraphen enthaltender Gesetzentwurf über die Ein-verleibung Bosnien« in da« gemeinsame Zollgebiet autgeardeitet. letzterer enthält auch Bestimmungen bezüglich der indirekten Steuern in B»«nien. Die Verordnungen über die Einführung de« Salz« und Tabak«monopol« in Bosnien werden von einem Subcomitö auSgearbeuet. Die österreichifch-italienischen Beziehungen welche durch verschiedene Acte der Irredentapartei sowie durch gewisse Borgänge an der Balkan- Halbinsel eine Störung erlitten hatten, scheinen neuerdings wieder sehr günstig sich gestalten zu wollen. Bor einigen Tagen ist Graf Robilant. der italienische Vertreter am Wiener Hofe, »on einem längeren Urlaub auf feine» Posten zurück-gekehrt. Bor seiner Abreise au« Rom baten sowohl der Minister-Präsident und Minister des Aeußern, al» dessen General-Secretär, Graf Maffei, den Botschafter eindringlich, dem Wiener Cabtnet den außerordentlichen Werth auseinander-zusetzen, welchen da« gegenwärtiae italienische Cabinet auf den Bestand eine« herzlichen Freundschaft« -Verhältnisse« zwischen Iialien uns Oesterreich-Ungarn lege, und zu versichern, daß dasselbe Alle« zu vermeiden und zu verhindern wissen we.de, wa« der Cultivirung de« im Interresse beider Staaten gelegenen freundschaftlichen Ein-vernehmen« hinderlich, einen Schatten auf die gegenseitigen Beziehungen zu werfen im Stande sein würde und Zwcifel an der Loyalität und Ehrlichkeit der italienischen au«»ärtigen Politik erregen könnte. Beide >vloat«männer baten den Vertreter Italien« am Wiener Hofe, in ihrem Namen die Versicherung abzugeben, daß dieselben eine ehrliche, loyal«, auf die Achtung der bestehen-den Verträg. und der Rechte Anderer basirte Po-litik verfolgen und sich der Hoffnung hingebe», daß diese ihre offenen herzl chen Erklärungen eine ebenso cordiale Aufnahme finden und zur Bese-stigung de« innigen Einvernehmen« zwischen beiden Staate» und deren Regierungen beitragen werde«. Sämmtliche Großmächte, mit Au«nahme Italien«, haben die Unabhängigkeit Serbien« aner-kannt. Italien hat erklärt, erst »ach Lösung der Iuoensrage in Rumänien und Serbien die Unab-hängigkeit beider Fürslenthlimcr ane, kennen z»wollen. Zwischen Rußland und Ehina sind Differenzen aufgebrochen, welche zum Kriege führen dürsten, wenn e« nicht der Diplomatie England« gelingt, zwischen den beiden Mächten zu vermitteln, China trifft große krieg«oorbcre>luugeo. Dic „Polit. Correlp." läßt sich au» Con-stantinopel neuerlich melden, die Beziehungen de« Sultan« zu Lhereddin Pascha hatte» wieder einen so vertraulichen Eyarakter angenammen, daß der Wi.'tereintritt KhercdSin Pascha« in die Re-gierung nur al« eine Frage von kurzer Zeit an« gesehen werde. Anläßlich der sich mehrende» Raub» aufälle u»S Einbrüche, welche in Therabia und Bujukzere vorkommen, haben die Botschafter mehrerer Machte der Pforte angezeigt, sie würden bei den hiesigen ungenügenden Poiizeimaßregeln genöthigt sein, dic Mannschaft ihrer Slotion«, schifft zum Wahrnehme» von Polizcioicnsten au«« zuschiffe». Im Spitale von Stamdul, in welchem e.nige sporadische Fülle rer Colera beobachtet wor»en waren, ist seil drei Tagen kein neuer Eholerafall vorgekommen. Die Pforte beschloß die Verwaltung Klein-asiens, und hauptsächlich dic Armenien« christ-lichen (?) Beamten anzuvertrauen. E« sollen demnach 2 General-Gouverneure, 6 Bice-Äouverneure und 12 Mutesaris« Richtmustlmancn für die Destiiete Erzerum, Mut'ch und Wan ernannt werdtn. Dem Vernehmen nach sind für die Wahlen zum preußischen Abgeoidnetei,Hause die letzten Tsge oe« September und ca« e>ste Drittel des Oktober in Auosichi genommen. Obgleich also der Zeitraum bi« zur Wahl der Wahlmänner kaum noch ändert-halb Monate beträgt, so hält sich die Wahlbeweg-ung bi« jetzt doch noch in ziemlich bescheidenen Feuilleton. Pas erste Eoncert des ßissier Musik-Jereines. Mit dem Concerte am Boraderdt de« Ge« burtSfeste« Sr. Majestät de« Kaiser« hat der Cillier Musik-Verein seine Feuerprobe über« stauben und einen Erfolg errungen, wie er gltn-zendrr und durchschlagender nicht leicht gedacht werden kann. Verwischt sind die letzten leisen Zweifel mit denen allzugroße «engftlichkeit da« Werden und Gedeihen de« Vereine« umfchleierten. Ein Verein, der in so kurzer Zeit so Ge-diegene« zu schaffen vermag, dessen Leistungen de-reit« die hochgehendslen Erwartungen übertreffen, der strotzt auch von Lebenskraft. Wir schreiben diese Zeilen unter dem un« mittelbaren Eindrucke de« Concerte« und glauben unsere herzliche Freude Über die neue Errungen« schaft unserer Vaterstadt nicht besser dokumentiren zu können, al« dadurch, daß wir in erster Linie der Männer gedenke», die sich um da« Zustande« kommen de« Musik Vereine« so große Verdienste erwarben. Darum sei der erste Dank dem Dilettanten« quartelte, namentlich den Herren Staat«anwalt« substitut R c i t l c r und Dr. Ruch au«gc« sprochcn. Sie waren die ursprünglichsten Träger de? nun ausgeführten Gedanken«. Dank fei dem Bürgermeister Dr. N c ck e r-mann, der im Gemeinderathe die Musikfrage zur Besprechung brachte. Dank Dr. Prossinag >, der die Idee erfaßte, die Bcilragszeichnungen in-augurirte und trotz so mancher Schwitrigkeiten mit dem volle» Einsätze seine« Wollen« Alle« zu einem so befriedigenden Ziele leitete. Und nun einige Worte über da« Concert selbst. Der schöne große Saal de« Casino-Vereine«, diesmal mit drei prachtvollen epheuumrankten Bildnissen der kaiserlichen Familie (ein Geschenk von Casinofreunden) geschmückt, war schon vor Beginn de« Concerte« mit einem zahlreichen Pud« likam über und über besetzt. Darunter befanden sich so manche in musieis kompetente Persönlichkeiten, die mit vollem Rechte ein kritische« Urtheil fällen durften. Doch alle Aeußerungen überboten sich form-lich in einem Lobe de« Musik-Vereine«. der seine Aufgide so richtig erfaßte, der bei Feststellung seine« ersten Programm» schon auf gediegene, klassische, alte und neue Musik reflcktirte und da-bri doch zugleich Herz und Gefühl fesselnde Pieren einstreute. Diese Wahl der höheren musikalischen Ge» schmack»richtung ist evident da« Verdienst de« in jeder Beziehung sich al« tüchtig darstellenden Kapellmeister« David, mit dessen Engagement der Verein einen Haupttreffer gemacht bat. Herr David hat in kürzester Zeit die schönsten Beweise seiner musikalischen Fähigkeiten und Kennt» niss? an de» Tag gelegt, und mit den ihm zu Ge« böte stehenren höchst verschiedenartig zu qualifi« circnden Mitteln wahrhaft Ueberraschende« ge. leistet, wobei ihm «verding« einzelne meisterhaft geschulte Kräfte eine Stütze boten. Geradezu mit brillanter Präciston wurden die mit viel schwierigen technischen Aufgaben ver-bundenen Tonstücke, wie: Die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell" und der Chor und die Intro« duction au« der Oper „Lohenzrin* exekutirt. Beim Vortrage der Original Cavatina bekundete der Flügelhoruist viel lvbcnSwerthe Geläufigkeit. Der sichere reine Bogenstrich, welcher da« mit künstle'.tscher Vollendung gespielte Violinsolo de« Dr. Ruch in „den SehnsuchtSliedern" au«-zeichnete, erregte allgemeine Bewunderung. Ebenso lernten wir in Dr. Schneditz einen seltenen Cellisten kennen, der seinem Instrumente Fülle und Wärme mit seelenvollen Tönen zu entlocken versteht. Mit zündendem Enthusia«mu« wurden die beide« Märsche insbesondere der Letztere „O du mein Oesterreich" aufgenommen. Grenz«». Dic lebhafteste Thätigkeit scheint bi« jetzt die (klerikale) Eenirum«partei zu entfalten. Auffallend ist die beträchtliche, beständig sich mehrende Zahl bisherig» Abgeordneter, welche auf eine Wiederwahl für da» Abgeordnetenhaus verzichten. Namentlich scheint unter den naiional-lideralen Abgeordneten die Aimeiiung, an den Verhandlungen der nässten Landtag«.Periode sich zu de» theiligen, noch dem Verzicht de» Herrn v. Ben-nigsen auf eine Kandidatur zum Abgeordneten-haus? weiter um sich zu greifen. Wie au» Madrid telegraphirt wird, ist die Hocbzeit de« König» von Spanic» auf den 28. November festdesetzt. Bisher war von einer »fsi-ciellea Verlobung nichl» bekannt. Dieselbe 'kann indeß jetzt nicht mehr auf sich warten lassen, nach-dem bereit» der Hochzeitstag festgesetzt ist. Zur künftigen Königin von Spanien ist bekanntlich die österreichische Erzherzogin Maria Christine de-stimmt (geb. 21. Juli 1858), die Tochter de« vor fünf Iahren verstorbenen Erzherzog« Carl Ferdinand, eine Cousine d-S Kaiser» Franz Iosevh. Der König ist am 28. November 1857 geboren; er will also die Hochzeit an seinem Geburtstage feiern. In London sind Nachrichten au» dem Cap« lande eingetroffen, welche bi» ;»>.i 29. Juli reichen. Nach diesen Meldungen sollte der neue Bormarsch der englischen Truppen in zwei Colonnen am 3. d. beginnen. Eine dieser Colonnen sollte unter dem Oberbefehl von Clark von Durnford au», die andere unter dem Oberbefehl Rmiel'« von R»rke»-Drift au» vorgehen und beide Colonnen sich am 6. August in Magnibonium vereinige». — Der König Eetewayo hat Auskunft darüber erbeten, ob ihm im Falle feiner Unterwerfung da» Leben geichenkt werden würde. E» ist ihm hierauf eine bejahende Antwort ertheilt worden. Kleine Chronik. Eilli, 20. August. (Das GedurtSfest Sr. Majestät bto KaiferS) wurde in der üblicyen Weise durch einen solennen Gottesdienst, welchen »er h»chw. Herr Avt Anton Wreischko in der Stadt-Pfarrkirche celebrirte und dem die Spitzen der Civil- und Militärbehörden beiwohnten, begangen. Am Abende fand zu Chren de» Feste» ein Tanz» kräuzchen in den Lokalitäten de« Easinovereine» statt. Trotz dc« plötzlich und unerwartet mißzünstig gewordenen Wetter« war dasselbe sehr zahlreich besucht und da« Vergnügen de» Tanze« wurde in um so volleren Zügen genoßen, al» die Musik dazu von der Kapelle des Eillier Musikvereine«. welche auch diesmil einzelne Herren Dilettanten in lieben»würdigster Weise verstärkten, exekutirt wurde. In früher Morgenstunde erst endete diese» äußerst animirte Kränzchen. Mit aufrichtiger Genugthuung müssen wir k»nstatirea, daß jede« der autübenden Mitglieder zu den durchaus gelungenen Produktionen beige« tragen habe, daß die lebhafte» wiederholte» stürmi-sche» BeisallSbezeugungen mohlverbiente gewesen seien und daß der Schwerpunkt de» glänzenden Erfolge« der au«gezeichneten and Verständniß» reichen Leitung de« Kapellmeister« David zuge-schrieben werden müsse. Wir begrüssen daher nochmal« die Gründung de« Musik-Vereine«, die auf so sehr gesunden Grundlagen beruht mit aufrichtiger herzlicher Freude und Begeisterung. Cilli hat wieder eine neue Zierde erlangt und wieder einen großen Schritt auf der Bah» der Entwicklung weiter gemacht. Nicht eioseitiger Localpatiioti«mu« sondern auf Erfahrung beruhende Ueberzeugung läßt un« mit Stolz «»«spreche», üaß e« kaum eine zweite Stadt mit einer so bescheidenen Einwohnerzahl gibt, die auf den Gebieten de» geistigen Leben«, so wie gemeinnütziger Einrichtungen, größere Er-folge auszuweisen hätte. Die städtischen Schulen stehen auf der Höhe der gegenwärtigen Anforder-ungen, die Bereine Turn-, Gesang«-, Casiao-Berein, freiwillige Feuerwehr ». erfreue» sich einer jugendlichen Frische. In schöner Vollkommen-heit reprisentiren sich die sanitären Anstalten. Da» Gisela-Spital un» der neue Friedhof mit (Ernennung ) Der UnlerrichUminister bat den Lehramtikmididatln am hiesigen Ober» gymnasium ?llfre> Heinrich zum f. k. Gymnasiallehrer daselbst ernannt. (Ueberseyungen.) Die k. k. Finanz. Lande«.Direktion für Su^mark hat die k. k. S>eueramt«atju»ktcn WilWmi Laureucak von Eilli nach Graz und Anton Reich von Luttenberg nach Cilli übersetzt. (Touristisches.) Bom 2560 Meter hohen Griatovc, dem König der Sannihaler Alpen er-fahren wir, daß die im Borjahre von der Sektion Eifenkappel dc« österr. Touristen-Club an der Südseile desselben erbaute Unterku»s»«hütte in der gegenwärtigen Saison recht gut frequentirt wird, un» sich der nene Wachter unj Führer Georg Delouz ganz vorzüglich bewährt. Auch die wild-großartige Nordseite unsere» Berges wurde Heuer schon mehrmals erklommen, trotzdem die Schnee-selber in Folge »es harten Winter» noch eine außergewöhnliche Größe repräsennren. An der malerisch fiuirten Unterkunftshütte ist Wein und Bier in Flaschen zu mäßigen Preise» stets zu be-kommen. (Bad Tüffer.) Im Kaiser Franz Isses«-Bade ist Herr Baron von Washington Präsident der k. k. steierm. Landwirthschafl«'Gefellschaft und Landtag»-Abgeordneiec nebst seiner Frau Gemahlin zu mehrwöchevtlichem Curgebrauche v»n Schloß Pöl< eingetroffen, und im Eursalon-Gebäude ad-gestiegen. Noch treffen täglich Ciirgäste ein, und dürfte dieser Curort bi« zum Schlüsse der Saison sehr belebt bleibe», da für September n»ch Wohnungen bestellt wurden. (Krapina-Töpliy) erfreut sich Heuer eine« >ehr zahlreichen Besuche«. cS sind dort bisher 1500 Personen zum Curgebrauche angekommen. Unter vielen anderen Honoratioren befindet sich gegenwärtig dort zum Curgebrauche der Präsident des internationalen Appell - Gerichtshöfe« au« Egyplen Herr von Letourneur. (In Serajevo) solle» »ach den Angaben tc« Magistrat» 1478 Hänser und Nebengebäude abgebrannt sein und der Schaden 45 bi« 50 Mil. Gulden betrage». 46 Soldaten sind verunglückt. (Aus nach Bosnien!) Diese« auf der Tagesordnung stehende Lofung«wort bringt nicht immer gute Früchte. A ie bekannt, wird bei Brood eine neue Äritcke gebaut und werden fremde Arbeiter zu dcn Bauten in Bo«nien genomme». Ein Brooder Ngent bestellte in Krain viele Arbeiter nach Laibach und sollte» dieselben bei 200 an der Zahl am Sonntag d. 17. d. von Laibach die Weiterreise antreten. Der Agent brachte nun zur größten Ueberraschung der au» alle» Lande«theilen Krain« herbeigeeilten Ar-deitcr die Botschaft zur Verlesung, daß keine Arbeiter au« Krain abzusenden sind. Nur dem um- -sichtige« Einschlkite» de« Herrn Magistrats-Rathe« ' seinem Leichenhause, wohl dem ersten in Steier-mark, sind Schöpfungen, die auch einer große» Stadt zur Ehre gereichten. Und wenn demnächst der Thurmbau der Marienkirche ausgeführt wird, dann wird da« Schmuckkästchen Eilli, dessen Prätiosen seine für alle« Schöne so empfängliche Einwohnerschaft sind, sein bedeutendste« Relief er« halten haben und durch die reizende Staffage seiner Naturschönhcite» und die Kristallwellen der Sann eine immer größere Anziehung«krast ent-falten. Ueber kurz oder lang, wir sind dessen ge-wij, wird die Munifizenz »er Einwohnerschaft auch eine neue Stätte der dramatischen Kunst schaffen und damit dem letzten noch «»«haftenden geistige» Bedürfnisse den Weg ebnen. Last iion least sei nun der Mitwirkung dc« stimmenreichen Männergcsang«»ereine« gedacht, der unter Leitung de« altbewährten Chormeister« Zinaner zwei Chöre mit bekanntem Schwünge und Verständnisse durchführte, und dafür auch de» un» getheiltesten Beifall erntete. Beide Nummern brachten einen recht angenehmen Wechsel in da« schöne Programm. Perima gelang e«, die au'gerezten, getäuschten Arbeiter zu brnihigen und von geplanten Gewalt» thaten abzuhalten. Dieser Vorfall hätte sehr ge-fährliche Folgen mit sich führe» können. Mit Ar« heitern ist eben nichl z» spassen! (Gagelschaden.) Ueber dc» Ortstiastea Oder- und Unterdresnik. bann Souro, Govck und Oßwinii. im politische» Bezirke ttoitsch. ging am 7. d. M. Nachmittag« ein heftige» Hazelwetter nieder, welche» die Feldfrüchte arg beschädigte. Namentlich die Saaten der beiden erstgenanten Ortschaften sollen stark gelitten haben. Der Ge» sammtschade wird auf mehr als 7000 fl. geschätzt. (Hagelschauer.) So»»lagAbend« zwischen 9 und 10 Uhr ging über Kirchsteuen bei Gonobitz ein Hagelwetter nieder, welche« sämmtliche Feld» früchte gänzlich vernichte. (Brillen als Brandstifter.) Der Brand, welcher am 3. d. M. im Dorfe Kozarje nächst Laibach sämmtliche Wirtschaftsgebäude und Vorräthe von einer großen Hubenbesitzerin »er-nichte«, dü'fte dadurch entstände» sein, daß eine alte Bäuerin nächst der Tenne au» einem Gebetbuch« gelesen, dann die Brillen neben sich niedergelegt haben soll, welche, da sie Sonne sie traf, ihre» Brennpunkt auf einem St ohbüadel fanden, diese« entzündeten und so den Brand verursachten. (Nansereß.) Der beim Grundbesitzer Jakob Sabukojchek in Globoce bedienstete Müller» geselle Josef V«s»ik wurde in der Nacht vom 17. aus den 18. d. in einen Raufhandel verwickelt und erhielt am Kopse und Arme durch Messerstiche schwere Verletzungen. (Schadenfeuer.) In der Nacht v«m 16. auf den 17. d. brach beim Grundbesitzer Auto» ZdouSek in Podgorje, Gemeinde St. Georgen a. d. Südbahn Feuer au», welche« dessen Wohn» und Wirtschaftsgebäude einäslcrtc. Die Entsteh-ung«ursache ist bisher unbekannt. Der Schaden beträgt circa 1600 fl. Der Verunglückte war nicht versichert. (Uhrendiebstahl.) Dem Grundbesitzer Dominik C'ilnik in Triebein wurde eine silberne Anfcruhr sammt Kette im Werthe van 28 fl. gestohlen. Der Verdacht fällt auf einen votierenden Schreiber au« Ravo«loszen Bez. Luttenberg. Buntes. (Jtaturspiel.) Der Fleischhauer Arko au» Loitsch hat in Gereuty ein Kalb gekauft, welche« an den Vordersüßen statt der gespaltenen Klauen de« Rinde« tzufähnliche Hornauffätze trug. Wie man nun berichtet, werden die merkwürdige» Füße dem Laibacher Museum einverleibt werden. . (Das Ersäusen von Neugeborenen) weiblichen Geschlechte« kommt in China nicht selten vor. Arme Leute thun e«. um der Sorge Kine Ktetscherwanderung. «Schluß > Wir wurde» wieder angeseilt, und nun ging e« fortwährend bi« über den halben Oberschenkel im Schnee weiter und zwar mit weit größerer Vorsicht al» bi«ber, weil der die Spalten über-drückende Schnee wenig Haltbarkeit mehr besaß. Die Spalten wurden immer zahlreicher und breiter, und allwälig lernte ich die Wolthat de« Anseilen« bei Gletscherüverschrcitungea kennen. Bald wurde der Eine, bald der Andere mil dem Seile emporgezogen, wenn der Schnee unter den Füßen völlig wich, und der Tourist sowie der Führer mußte nicht nur auf sich selbst, sondern auf feinen Vordermann die größte Aufmerksamkeit verwenden. E« war 8 Uhr vorüber, al« wir zur Vereinigung de» vom mittlere» Bärentopfe herabstürzenden Gletscher« mil dem Karlinger-Kee« kamen. Die Spuren von kürzlich herabgestürzten Ei«lawinen waren sichtbar und bald hörten wir vor un« und hinter un« da« Ei« uoter Einwirkung der Sonnenstrahlen krachen. Unsere Führer riethen zu einem rascheren Temp«, trotz de« tiefen Schnee'« und der vielen Spalte» wurde nun im Lauftritte der er-wähnte Seitengletscher passirt und nach einer kleinen halben Stunde waren wir dieser gesähr-lichen Nachbarschaft entlediget; wir kamen in den für ihren Unterhalt enthoben zu sein; reicht, weil sie die Au«g«den für die einstige Aussteuer scheuen. Die Gouverneure suchen dem Verbrechen zwar zu steuern, werden aber von den Ort»obrigkeiten nicht inimer unterstützt. E» hat deshalb der Mandarin von Foochow jüngst da« nachfolgen»« charakteristische Decret in dieser Beziehung erlassen : „Wenn armen Leuten ein Kind weidlichen Geschlechte« geboren wird, daß sie nicht ernähren zu können glauben, so sollen sie es nach dem Findelhause bringen, wo man für taö Kind Sorge tragen wird. Da e« den Nachbarn nothwendig auffallen muß, wen» irgendwo ein neugeborenes Kind beseitigt wird, so sind diese zunächst gehalten, die Sache zur Anzeige zu bringen, widrigenfalls sie selbst der Strafe verfallen/ (Rauch und Humboldt.) Meister Christian Rauch, der große Bildhauer erfreute sich in den Anfängen seiner künstlerischen Laufbahn der besonderen Gunst des Minister» Wilhelm von Humboldt, der feine schöne Sculpturea-Sammlung zu Tegel grvßtentheils nach Rauch's Angaben an-legte und seit seinem Rücktritt von den Staats-geschäften mit dem liebenswürZige« Künstler viel persönlichen Verkehr hatte. Rauch war schon in den Iahren vorgerückt, Wilhelm von Humboldt längst gestorben, al« Alexander von Humboldt von seinen großen Reisen heimkehrte und sich in Ber-(in niederließ. Aus Grund der Freundschaft seines Bruders suchte der große Gelehrte de» Künstler« nähere Bekanntschaft. Eines Tages machten Beide gemeinsam eine Spazierfahrt nach Charloitenburg, und Humboldt sagte mit Bezug auf »as schöne Welter: „Wie freue ich mich, daß unsere erste gemeinsame Reise so vom Glück begünstigt ist." Rauch entgegnete: Ich habe schon vor längeren Jahren mit Ihnen eine Fahrt gemacht." „Nicht möglich!" rief Humboldt, „ich habe ein sehr gutes Gedächtniß und würde mich dessen erinnern, wenn ich im Wagen neben Ihnen gesessen." Das ist es eben." sagte Rauch, „ich saß nicht neben Ihnen, sondern stand hinten auf — ich war damals Kammerdiener! (Rauch ivar bekanntlich, bevor er seine Künstler-Laufbahn begann Kammerdiener am Hofe Friedrich Wilhelms III. gewesen. (Nünflinge.) Am 9. (21.) Juli d I. gebar, wie die „Pcnsrnskija Gubcrnskija Wje-domosti" schreiben, die Bäuerin Marie Pelrowa Sornkoumowa im Dorfe Pjafchi des Bezirks und Gouvernement« Pensa — Fünflinge, und zwar vier Knaben und ein Mädchen. Jede« der neu-geborenen Kinder war bi« fünf Zoll lang. Alle waren nach ber Geburt am Leben, drei derselben Schatten der Berge, und damit war der gesähr-lichstt Thtil de« Abstiege« beendet. Die Gletscher hinler un« feierten diesen Moment durch eine furchtbare Kanonade, indem unter Donnerkrachen dic Si«lavinen auf da« Karliogerkee« herab-stürzten unsere hinterlassenen Fußspuren in Schnee und Ei« begrabend. Geringere Eile hätte für uns verhängnißvoll werden können. Die Scbneeftlder waren hier im Schatten minder »eich, wir konnten ohne Abrutschungen zu befürchten die steilsten Flächen durchqueren und wo nöthig abfahren. Um «'/.Uhr erreichen wir dieRanbmoräne, entledigten uns des Seiles und nun kletterten wir die steile Moräne herab und auf die Gletscherzunge, über welche wir lustig hinweg» schritten. Sie war klaren Eises, Büchlein über-riffelten die Fläche und vereinigten sich zu jenem ansehnlichen Bache, welcher au« einem mächtigen Ei«»Thore »en Gletscher verläßt, um unter dem Namen Kapruner-Ache der Salzach zuzuströmen; sie durchbricht bi« zu ihrer Mündung, die Herr-lichsten Wassersille bildend drei mächtige Terrassen deren schönste dic Wasserfallalpe ist. Die Rainer« Hütte liegt im obersten Winkel der Wasserfallalpe in deren Hintergrunde zahlreiche Wasferfälle zu Thale stürzen. In dieser Hütte entließen wir die Führer, welche für diese Tour besonders empfohlen «erden dürfen. Um 7 Uhr hatten wir da» Riffelthor verlassen um 10 Uhr langten wir am Moferboden an, von hier bi« zur Rainer-Hütte sind noch zwei Stunden. Nachmittag« 2 Uhr verließen wir auch diese Ruhestätte und gelangten um 7 Uhr Abend« in Kaprun an. Au» dem Umstände, daß wir zu dem steilen Abstiege bei raschesten Marschtempo dennoch 3 Stunden benöthigten um den Karlinger-Gletschcr starben aber gleich bei der Geburt, und zwet am zweiten Tage nach derselben. (Ginc seltsame Geschichte) wird dem „Kollos" au» Warschau gemeldet. Am 24. Juli besuchte ein englischer Tourist dcnGarten„V«llcvue", »essen Besitzer. Herrn Reiner, er kaum erblickt hatte, als er sich an ii, Wach-mann, Rarburg. Honrle der Wiener Körle vom August 1879. Gold! eilte...........78.85 Einheitlich« Staatsschuld in Noten . . 66.35 „ „in Silber . 68.15 1860er Staa'.S-Anlehenslose .... 124.50 Bankactien........... 822.— Ercditactien........... 264.30 Pondon............116.75 Napoleond'or.......... Ö.28 f. k. Münzducaten........ 5.50 100 Reichsmark.........57.15 Mknnft und AßfstÖrt der Eilen-öahnzüge in Eilli. Wien-Trieft: Ankunst Abfahrt Postzug......:..........."-26 11.34 Mittag. Schnellzug............... 3-42 3.43 Nachmitt. Gemischter Zug........... 5.23 5.32 Abends Postzug..................11.59 12.07 Nachts. Triest - Wien: Poftzug .................. 6-29 6.37 Früh. Gemischter Zug ........... 8.55 9.03 Vormitt Schnellzug ............... 1-— 1-06 Nachm. Pos'zuv .................4 31 4.39 " Msahrt der soffen. von Cilli nach: E»chse»feld, St. Peter, St. Paul, Franz, Mottlng, Daujaro, *.'utoniv, Fraslai», Prasber«. Lause», Ober- l>»rg um 6 Uhr fttsllj. Wöllau, Schöisteia, Mißling, Wiodischgraz um 7 Uhr Früh. Reuhaus um 7 Uhr Früh und 12 Uhr Mittags H«tze»egg, Wciteustcin um 12 Uhr Millags. Im Cafe Mercur sind Wiener Tagblatt, Slovenski Narud, Hans JSrgel, Kikeriki, Figaro. Floh, Triester Zeitung und Leipziger Illustrirte Zeitung billig abzugeben. 860 3 tme Znaimer Essig-«. Salzgurken bd Walland & PellS. 358 2 im I. Stock. Hoftract. eine mit 2 Zimmer, Vorzimmer, Ktiche, Speisegewölbe etc., die andere ohne Vorzimmer, sämmtlich neu hergerichtet, sind vom 1. September an l'ostgasse Nr. 21 > xu vermiethen. 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