Mbacher Zeitung. Nr. 21. Pranumeiationsprei»: Nm Comptoir ganzj. n- li, hlllbj. fi, 5,5U. »iil ^ic Zustellung in« H«I!« >»«I!,j, 5» !>, Mil bn Post ganzj, sl. ,5., »albj, 7 50, Montag, 37. Jänner. Iniertionsgtbül: Für lleint Ins«»te bi» zu < Hcilen l5» lr., größer« p« Zeile 6 lr.; bei öfteren lllicdlrholungcn per Zcilc 3 lr. 1879. ^iichtmutlichei Theil. Parlamentarisches. ^ Der Bericht des voltswirthschaftlichen Ausschusses Deferent Teuschl) über die Regierungsvorlage, be-"Mend die Provisorischen Uebereintünftc mit Frant-l elch über die meistbegünstigte Behandlung des Warenverkehrs und die Verlängerung des Schisfahrts-, «onsular-, Verlassenschafts- und literarischen Vertrages "om ii. Dezember 1800 lautet: , "Nachdeul der zwischen Frankreich nnd Oester-rncy'Ungarn aui 1 l. Dezember 1800 abgeschlussene und wiederholt verlängerte Handels und Schiffahrtsver-nag ,mt 31. Dezember l«7« außer Wirksamkeit ge-""eil ist, hat sich im Interesse nnd zur Regelung oer gegenseitigen Verkehrsbeziehungen die Nothwendig-lett einer nrueu Vereinbarung zwischen den beiden Aeglerungen herausgestellt. Das Aufhören eines ^ertragLvcrhältnisses bedeutet nämlich für beide Staaten oas Aufhören des im Lanfe der Jahre herangebildeten wechselseitigen Güteranötauschel, indem der in Frant-^e«t) zur Anwendung kommende 'I^rit ^uöl^o der-artlg hohe Zollsätze aufweist, daß die Einfuhr öster-reichlsch-ungarifcher Erzengnisse nach Frankreich großen-theils ausgeschlossen wäre. Andercrseils müssen nach den gesetzlichen Bestimmungen des allgemeinen öster-relchi ch-l„,gar,sch^i Zolltanfcs, und zwar im Sinne oe« Anltcts 3 deS Elilführungsgejetzcs, die ans Frankreich kommenden Waren mit einem Zuschlage von ^P"zeu des Zollsatzes, respective von 0 Pcrzent fubr^^"^^^ ^ftei'e Artikel bei der E ! fuhr uach Oestreich. Ungarn belegt werden, und cs lst somi mcht un chwcr einzusehen, daß der Fortb staud emes solchen Verhältnisses in seiiier pratnschen Bedeutung zur Schädigung der bisher gepflegte und wndllch ent.vickclteu Verkehrsbez>chiu.?e/ fühien „Wie bedeutend die Unterschiede sind, welche bei Einführung des 1'l.nt ^u<^l gegenüber den. 'i'-ujs 00nv0nti0uuoi in der Einfuhr unserer Produkte nach Frankreich zunl Vorschein tonnneu, ist aus folgender Arglelchuug ersichtlich. Beltfederu per 100 Kilogramm v"'77 F^ncs liu-il ^<>liurul, Z 50 Francs ^'^lil con-Mwniwi, Getreide --00 Francs I. ^., frei 'I'. c, Ml 1 20 Francs I. z.., frei I. c., Faßdauben per ^)0 Stück -12 Francs '1'. x., frei '1'. c, Medizmal-lrauter per 100 Kilogramm 2 - Francs I. g., frei ^.^' hupfen per 100 Kilogramm i>4 Francs '1'. x., di°7, c>^'?^ ^'. c., ätherische Ocle von Ailis. Ba-Swhl in A."' ''^ ?'"ucs 'I'. l;., 300 Francs '1'. ., Senf n I?lie" ^0 Francs I. 8, 13 Francs 'I'. c, I.? '^Ii^ln ic. 210 Francs I. ^., ^ Francs ' ^^ Wbig, geschliffen verboten^., 10 Per- zent des Werthes I. c., Handschuhe verboten ?. 8-, b Perzent des Werthes 1'. c., Lcderarbeitcn verboten 'I'. n., 10 Perzent des Werthes 'I'. c, Möbel aus gebogenem Holze l« Pcrzent des Werthes I. x., zehn Pcrzent des Werthes I. l:. „Insoweit es nnter den obwaltenden Verhältnissen möglich erscheint, die Schädlichkeit der hohen Hmgangszölle des allgemeinen französischen Zolltarises zn inlldern und bis zu einer weiteren enogiltigen Ver-einbarnng halbwegs erträgliche Zustände' herznstelleli, crfchlen es wünschenswerth, ein provisorisches Ueber-eintommcn zu treffen, nnd wurde dasselbe thatsächlich zwischen der gemeinsamen österreichisch - ungarischen Regierung und der Regierung der französischen Re> publit mittelst der Erklärung vom 5. und 20. Jänner IK79 abgeschlossen und dem hohen Abgeordnetenhaus« zur Genehmigung vorgelegt. „Diese provisorische Vereinbarung für die Dauer des Jahres 187!) unterscheidet sich in der Hauptsache von dem ursprünglichen Vertrage vom I I. Dezember I8»)0 dadurch, daß die Tarifa'bmachungen wegfallen nnd an deren Stelle das Zugeständnis der Meistbegünstigung tritt. Wie aus dem Mouucnbcrichte der Regierungsvorlage hervorgeht und aus dem Wortlaute drr vereinbarten Erklärung ersichtlich ist, werden in der abgeschlossenen Convention auf dem Fuße der mrlstbegunstiaml Nationen die Worte „Einsuhr. Ausfuhr und Durchfuhr" m ihrem weitesten Sinne zu nehmen fein. wöbe« zur Bescitiauna möglicher Zweifel in del Auslegung speM darauf hingewiesen wird. daß beznglich der nach Fwntrcich eingeführten Weine M dem Mße der Meistbegünsl/auna cm Zollsatz von 6 öraucs »0 Cent. per Hrklolne'r zu verstehen fei. „Die vereinbarte Verlängerung des Sänffahrts-venrages, der Konsularconvcntion, der Eonvcnüon über die Achanolung der m einer oer beiden Staaten Hinterbliebenen Verlassenschaften der Unterthanen des anderen Saales, sowie die ^onoelltion zum Schntze des Autorrechtes an Werten der Literatur nnd Kunst vom I I. Dezember I«.i0 ist für die AufrechthalUn.a unseres Seeverkehrs und der lebhaften Bezietninaen zwischen beiden Staaten auf allen Gebieten des Ver-kehrslrbcns nllt Befriedigung aufzunehmen. Im Hin-bliä ans vorstehende Erwägungen erlaubt sich der volkswirtschaftliche Ausschuß den Autraa zu stellen: Das hohe Abgcordnctcnhans wolle beschließen: „Es sei den provisorischen Ucbereintünflen vom l> und 20. Jänner 187<^ >nit Frankreich, betreffend die Verlängerung des Schiffahrt^, Konsular-, Verlassenschafts-und litcrarischeil Vertrages, sowie der meistbegünstigten Behandlung des Wareuvertchres, die vcrfassungs' luähige Zustimmung zu ertheileu." Oefterreichischer Reichsrath. 419. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 24. Jänner. Die Regierungsvorlage, betreffend die provisorischen Uebereinkünfte mit Frankreich über die meistbegünstigte Behaudlung des Warenverkehrs und die Verlängerung des Schiffahrts-, Konfular-, Verlassen-fchafts und literarischen Vertrages vom I I. Dezember 1800, wird nach dem Referat des Abg. Teuschl genehmigt. Der Handelsminister R. v. Chlumecky erklärt, daß er bereits Anstalt getroffen habe, die nunmehr veränderten Zollsätze zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Die Generaldebatte über den Berliner Ver-trag wird fortgesetzt. Dr. August We ever (für) spricht zunächst sein Bedauern aus über dle gestern gescheheneu ungerechtfertigten Angriffe auf Dr. Herbst, dessen streng ehrenhafte» Charakter und guten Willen niemand im Hause bezweifeln kann. (Bravo.) Zur Sache übergehend, vertheidigt er die Eompetenz des Reichsrathes, weift nach, daß es ein großer Fehler wäre, Botinen wieder aufzugeben, und betont, daß in Berlin die österreichischen Interessen für europäische erklärt wurden. Die Nichtanerkennung des Berliner Vertrages würde die Giltigteit des für Oesterreich gefährlichen Friedens von San Slefano involvieren. Der Redner empfiehlt die Annahme des Majoritätsantrages. Hausnrr (gcg-.'n) erklärt, er habe gehofft, das Plenum werde von dem Eomvctenzstreilr verschont bleiben, und es werde sich keine Partei finden, welche den Berliner Vertrag nnr zur Kenntnis nehmen will. Leider habe er sich geirrt, indem ein Minister uuo solche, dir es werden wollen, dennoch die Competenz bestritlen haben. Die Verlockung, die geraden Glieder des tz 11 der Verfassung durch orthopädische Kunststücke zu verrentcn, lag freilich nahe. Minister Dr. Unger habe einen Pattherpfeil gegen den Panzer des Parlamentarismus abgeschossen, und die Sachlage sei derart, daß das Hans jetzt nnr den Vertrag ablehnen kann, da man sich sonst den Anschein des Servilismus geben würde, wenn mal» das genehmigt, was die Regierung gar nicht genehmigt haben will. In anderen Staaten haben die Parlamente das Recht, die Slaatsverträge zn genehmigen, und Redner litiert Beispiele aus Frank-reich, Sardinien, ^iiederlündr, Schweden, Spanien und Preußen. Die Verfassung einet Staates beschränken, heißt, einem Menschen die Hände binden; den Satz, die Verfassung sei um des Staates willen da, hat zuerst Danton ausgesprochen. Redner protestiert namens Polens gegen Dunajewsli'e Theorie von der Unabhängigkeit der Diplomaten von den Parlamenten uuo beweist seine grgenlhciligc Ansicht aus den ver- Feuilleton. Hlera oder auf dunklen Wegen." Roman von Gd, U^gnei. (Forlschung.) Im Juni War I^ord Kingsconrt ans der Räuberhöhle entlafscn worden, und nun war es September, als er das Bett verlassen und, wenn anch nnr mühsam, dnrch das Zimmer gehen tonnte. Dic Jugend und eine kräftige Körperconstitution hatten endlich gesiegt. Die geschwollenen Glieder hatten ihren normalen Umfang wieder erhalten, die Schmerzen hatten fast gänzlich aufgehört und ließen von Tag zu Tag mehr nach. Alle Leiden waren vorüber, aber er war noch fchwach, nnd die alte Aminka mahnte zur größten Vorsicht, damit kein Rückfall eintrete. Der Tag, an welchem ^ord Kingscourt, gestützt auf seinen trenen Diener, zum ersten mal znm Diner in das Speisezimmer kam, war zn einem Festtag gemacht worden. Das Zimmer war mit Blumen ans-geschmückt, der Tisch auf das glänzendste gedeckt, und Aiuinka hatte ihr Bestes in der Auswahl nnd Zn-bcreituug der Speisen gethan. Alexa war in tiefster Seele erregt, nnd felbst ihr Vater, die Freude des Mädchens theilend, war freundlicher und redseliger als sonst. Einmal im stände, mit Hilfe eines Stockes zu gehen, niied Lord Kingscourt das Zimmer, welche» * Vergl. Nr. 19 i>. NI. er fo lange hatte hüten müssen, und verbrachte mehrere Stnnden des Tages mit Alexa im Garten. Als er kräftiger wnrde. gingell sie znfammcn nach dem Golf oder dnrch die Frucht- und Weingärten. An den Abenden spielte Alexa anf dem Piano, und sic fangen zu^ samnien, und ihre Stimmen harmonierten wunderbar; die der Gia fur Alexa hegte, vnwandelte sich bald n leidenschaftliche Liebe, d,e m.t j.dem Taqe sich mehr befestigte. Es war eine reine, selbstlose Liebe, innig trcu und start, wie seine Grundsätze in ihm. Sie zu seiner Gattin zu machen, war jetzt sein einziger Wnnsch. seine einzige Hoffnung. Eincs Abends, spät im September, gingen Lord Kingsconit und Alexa Arm in Arm anf der Veranda hin uud her. Der Mond schien hell und beleuchtete mit seinem blassen Licht die reizende Landschaft. Alexa war in Weiß gekleidet und hatte um Kopf und Hals ein weißes Tuch geschlungen, aus welchem ihr ovales Gestchtchen gar lieblich heransschantc. I„ dem fanften Lichte hatte ihre Schönheit, ihre ganze Erfcheinuna etwas Ueberirdisches. ^ . Der jimgc Gras sah mit einem Blick auf sie nieder, der sie verwirrt haben würde, hätte sie ihn gesehen. ' ^ „Ich bin wieder gesund, Alexa", sagte er senf. Md. „Seit Iuui bin ich in Ihrem Haufe gewesen, — beinahe vier Monte. Meine Freunde in England werden ängstlich um mich sein, und ich habe die Gaslfrcnndschaft Ihres Vaters in einer Weise in Ansprnch genommen und ausgedehnt, dah er sich wnndern wird, daß ich noch hier verweile. Ich muh reisen." Alexa erschrak und wandte ihr Gesicht ab, so daß er nicht sehen tonnte, wie bleich es plötzlich wurde. „Aber ehe ich gehe. Alexa", sagte der junge Lord mit tiefem Ernst, „muß ich Ihnen sagen, was Tag und Nacht, wachend und schlafend meinen Geist beschäftigt. Ich liebe Sie. Alcxa! Ich liebe Sie von ganzem Heizen, mit ganzer Seele. Sie haben mir zweimal das Leben gerettet, theure Alexa; wollen Sie mich Ihnen dieses Leben widmen lassen? Wollen Sie meine Gattin werden?" Alexa blickte träumerisch zu Boden. Es rauschte nnd brauste ihr in den Ohren wie eine wunderbar stürmische Musik, die sich jedoch rasch abschwächte zu den lieblichsten Melodien und endlich nur noch leise, himmlisch liebliche Accorde nachklingen ließ, als umschwebe sie ein Ehor von Engeln mit seinem bezaubernden Gesang. Seine ernsten Worte drangen tief m ihre Seele, jede Fiber ihres Herzens in einem wonnigen Gefühl erbeben machend. Sie war ganz Muck, ganz Seligkeit und vergaß in ihrem Glückesrausch alles um sich her. „Sie antworten mir nicht, Alexa.'" sprach Lord Kingscvurt nach einer Weile. „Habe ich Sie überrascht? War ich zu stürmisch?" 188 schiedenen Verfassungen Europa'l und aus den Citaten der berühmtesten Staatsrechtslehrer. Er wendet sich hierauf gegen Greuter, dem er wegen seiner Aeußerung gegen Hadschi Loja die Befugnis abstreitet, sich für einen Jünger der echten christlichen Menschenliebe zu erklären. Die Menschheit ist seit hundert Jahren enorm weit vorgeschritten, aber über Staatsverträge wird noch gedacht wie zur Zeit der Hexenprozesse. Der Militarismus liegt als Alpdrücken auf den Völkern, aus ihm aber folgt der Socialismus. Der Redner erörtert nun den Berliner Kongreß, dem er die höchste Ungerechtigkeit vorwirft. Im Jahre 1854 war die Wiederherstellung Polens Gegenstand diplomatischer Erörterungen, und selbst Mette'rnich erklärte sich dafür. Die Idee scheiterte daran, daß die Westmächte sich weigerten, Oesterreich den italienischen Besitz zu garantieren. Der Verwerfung des Berliner Vertrages braucht keineswegs die Zurückziehung der Truppen aus Bosnien zu folgen, wol aber eine ehrliche Convention mit der Türkei unter Garantie ihres Bestandes gegen Rußland. Der Berliner Vertrag sei niit Zustimmung Rußlands geschlossen und zwin^ Oesterreich zu keiner Bundesgenossenschaft mit Rußland. Deshalb sei er für die Verwerfung des Berliner Vertrages und beantragt den motivierten Uebergang zur Tagesordnuug unter Vorbehalt der Wiederaufnahme des Gegenstandes nach der Ernennung eines definitiven Ministeriums. (Wird unterstützt. Beifall und Unruhe.) Es wird Schluß der Debatte beantragt und mit 107 gegen 105 Stimmen angenommen. Abg. Neuwirth bringt einige thatsächliche Be^ richtigungen gegen Auspitz vor und bezeichnet dessen Aeußerungen als Verleumdung. Präsident Dr. Rech bau er rügt diesen Ausdruck als unparlamentarisch. Auspitz erklärt, daß er in seiner gestrigen Rede gegen Dr. Herbst nur dessen politische Thätigkeit, nicht aber seinen integren Charakter habe angreifen wollen. Als Generalredner in der Debatte über den Berliner Vertrag werden gewählt Dr. Sturm gegen und Graf Corouini für. Nächste Sitzung morgen. Vorkehrungen gegen die Pest. Freitag trat in Wien im k. k. Ministerium des Innern unter dem Vorsitze Sr. Durchlaucht des Herrn Ministerpräsident»:!! Fürsten Adolf Auersverg eine Konferenz über die aus Anlaß des Auftretens einer pestartigen Epidemie iu Rußland eventuell zu treffenden Maßnahmen zusammen. Mitglieder der Konferenz sind: Als Vertreter der kaiserlich deutschen Regierung: geheimer Regierungsruth und Mitglied des kaiserlich deutschen Neichsgesundheitsamtes Dr. Finkelnburg; als Vertreter des k. und k. Ministeriums des Aeußern: Mmisterialrath Konrad u. Konradsheim; als Vertreter der königlich ungarischen Regierung: Ministerialrath Balajatli, Ministerialrath Cantinelli, Sanitätsrath Dr. Fodor; als Vertreter des k. k. Ministeriums des Innern: Sectionschef Kubin, Ministerialrath Dr. Schneider; als Vertreter des k. k. Handelsministeriums: Ministerialrath v. Haardt, Hufrath Ritter v. Klaudy, Sectionsrath v. Pollanetz; als Vertreter des Finanzministeriums Oberfinanzrath Schuck; ferner Obersanitätsrath und Mitglied des obersten Sanitätsrathes Dr. Schneller, Professor Dr. Dräsche und Sanitätsrath Dr. Oser. In der ersten Sitzung wurden nachstehende Beschlüsse gefaßt: 1.) Die t. deutsche uud die k. und k. österreichischungarische Regierung hätten so schleunig als möglich in die von der Epidemie ergriffenen Gegenden Aerzte zu entsenden, deren Aufgabe es sein wird, die Daten der Epidenlie zu erforschen, deren Verlauf zu beobachten und hierüber regelmäßige Berichte an ihre Regierungen zu erstatten.' Letztere Hütten sich diese Berichte gegenseitig mitzutheilen. Den Aerzten wären Persönlichkeiten, welche der russischen Sprache mächtig sind, beizugeben. Die russische Regierung wäre an-zugehen, den entsendeten Personen jede thunlichc amtliche Unterstützung angeoeihen zu lassen. Der rumänischen Regierung wäre in Erwiderung ihres Antrages anheimzustellen, sich an der Entsendung von ärztlichen Experten zu betheiligen. 2.) Die Vertretungen der genannten Regierungen iu Nußland wären anzuweisen, jede irgendwie be-merkenswerthe Wahrnehmuug nnd Nachricht sofort, jedenfalls aber alle fünf Tage über den Stand der Epidemie zu berichten. Die Anzeigen und Berichte wären telegrafisch zu erstatten. Die Vertretungen der beiden Regierungen hätten bei Erstattung dieser Berichte in thunlichstein Einvernehmen vorzugehen. Auch die Konsulate im Oriente wären zur größten Aufmerksamkeit auf vorkommende, verdächtige Erkrankungen und zur unverwellten diesbezüglichen Anzeige aufzufordern. 3.) Das Verbot der Einfuhr von Gegenständen, welches bereits durch Verordnungen der österreichischen uud der ungarischen Regierung ini Jahre 1K78 gegenüber Rußland erlassen wurde, hätte aufrecht zu bleiben, und wäre im deutschen Reiche einzuführen. Inwieferne das Einfuhrverbot auf andere Gegenstände, welche als Träger von Ansteckungsstoffen verdächtig sind, auszudehnen sei, wäre auf Grund weiterer fachlicher Berathung festzustellen. 4.) Reisende aus Rußland wären in das deutsche und in das österreichisch-uugarische Staatsgebiet nur dautt zuzulassen, wenn auf ihren Pässen die behördliche Bestätigung beigefügt ist, daß die betreffenden Personen innerhalb zwanzig Tagen vor dieser Bestätigung nicht in verdächtigen Gouvernements verweilt haben, uud wenn rücksichtlich des seit der Bestätigung abgelaufenen Zeitraumes kein Bedenken obwaltet. In-betreff der Inkraftsetzung dieser Maßregel wäre eine entsprechende Frist zu gewähren. 5.) Die Effekten der aus verdächtigen Gouvernements kommenden Reisenden wären durch Räucherung mittelst Bleichkalt oder schwefeliger Säure zu des-inficieren. Vei Eintritt ungünstigerer Verhältnisse wäre insbesondere für Haupteinbruchstationen eine allgemeine sanitätspolizeiliche Revision der Personen und Effekten anzuordnen. 0.) Unter der vorstehenden Voranssetznng wäre der Verkehr aus Nußlaud rücksichtlich der Personen und Wagen auf bestimmte Einbruchsstationen zu beschränken. 7.) Personenwaggons, welche russische Grenzstationen berühre,,, wären nach jeder Tonr einer sorg' faltigen Reinigung und Lüftung zu unterziehen. Die Neinhaltung und Desinfektion der Pissoirs und der Abortc auf den Eisenbahnstationen und in den Waggons wären fortwährend streng zu überwachen. 8.) Für den Fall einer naher rückenden Gefahr wäre nach vorhergegangenem Einvernehmen zwischen den betheiligtcn Regierungen die Grenzsperre uuler Errichtung von Quarantänen in Aussicht zu nehmen. Alexa schüttelte kaum merklich ihr Köpfchen, aber sie konnte nicht antworten, ihr Herz war ja so voll, — so voll. „Sehen Sie mich an, Alexa, und lassen Sie mich meine Antwort in Ihrem Antlitz lesen." Alexa erhob ihr Gesicht und schlug ihre Augen zu ihm auf, aber uur eiueu Moment, — es war nur ein rasches, flüchtiges Aufblitzen, und dann senkten sie sich wieder. Aber dieser eine Blick hatte Lord Kingscourt genügt, ihm sein Schicksal zu verkünden. Er schlang seine Arme um sie und zog sic an seine Brust, ihre Stirn, Wangen und Mund mit Küssen überschüttend im Uebermaße seines berauschenden Glückes. „Mein! Mein eigen!" flüsterte er entzückt. Tritte im Hause erschreckte!! Alexa. Sie befreite sich in ihrer Verwirrung aus seineu Armen. ..Ich hatte meinen Vater vergessen!" rief sie fast ängstlich. „Nun, was ist mit ihm, Alexa? Sollen wir jetzt zu ihm gehen und ihn um seine Einwilligung bitten?" fragte der Graf. „Ich kann ihn nicht verlassen, Alfred", sagte das Mädchen, seinen Namen schüchtern aussprechend. „Ich bin ihm alles, was er in der Welt hat. Ich muß bei ihm bleiben." „Ich will dich auch uicht voll ihm trennen um alles m der Welt, meine süße Alexa", rief der Lord. „Ich achte und ehre ihn, ich liebe'ihn. Er soll auch mein Vater sein und mit uns nach England gehen." „Das wird er nicht. Er haßt England und würde lieber sterben!" „Aber er ist, wenn ich nicht irre, ein Engländer. Er kann sein Vaterland nicht hassen. Nein, nein, Alexa; er wird mit uns gehen. El' ist uoch thatkräftig nnd ein intelligenter Mann, der sich uicht in dieser Einsamkeit vergraben sollte. Er hat Ehrbegierde, welche er gewaltsam zu unterdrücken sucht. Ich habe seine Augen leuchten sehen, als wir die großen politischen Fmgrn besprachen. Er sollte seinen Platz einnehmen unter den Gesetzgebern seines Vaterlandes, zu welchem die Natur ihn bestimmt hat. Er muß mit uns nach England gehen, nnd ich profezeie, daß er innerhalb eines Jahres von einein Ende des Landes zn dem andern in ehrender Weise bekannt sein wird." „Mein Vater ehrbegicrig! O, er hat stets wie ein Einsiedler gelebt, jedermann meidend. Du mußt dich irren!" „Ich kann ihn besser beurtheilen als du, Alexa. Komm', laß' uus zu ihm gehen; er ist in der Wohnstube." Er legte ihren Arm in den seinigen uud zog sie mit sich fort über die Veranda nach den, Wohnzimmer. Mr. Strange saß am Tische, ein aufgeschlagenes Buch vor sich; aber er las nicht, sondern schien in Gedanken versunken. Er blickte auf, als das junge Paar eintrat, und las aus ihren glücklicheu Augen ihr Geheimnis. Er wußte, was vorgegangen uud was kommen sollte, und dieses Äewußtsmi schien ihn zu Stein zu verwandeln. Er starrte das Paar mit Bestürzung an, und seil, ernstes Gesicht wurde todtenbleich. (Forts, folgt.) Dr. Kücher schreibt in der „St. Peterburgikija Wjedomosti" vom 20. d. über die Pest: „Fast alle bisherigen Privatberichte der russischen Blätter aus den Gouvernements Astrachan und Sara-tuw bestätigen, daß die iu diesen Provinzen wüthende Krankheit die wahre Pest sei. Unterdessen aber be-mühen sich der aus Petersburg von der Regierung nach dem Gouvernement Astrachan entsendete Doktor Krassowsti und die offiziellen russischen Blätter, dein geängstigten russischen uud europäische» Publikum bei' zubringe», daß die Krankheit, die im November o. I im Bezirk Ienotajewsk des Gouvernements Astrachan zum Ausbruch gekommen ist und bis heute in diesem Gouvernement sowol als auch im Gouvernement Ssaratow mehr als 4000 Menschen dahingerafft hat, „eine bösartige Lungenentzündung und ein amtrr Typhus" seien, Die russische Regierung läßt diese ebenso unwahren als sinnlosen Berichte des Dr. Krassowsti ohne alle Commentarc drucken, ohne sich darum zu kümmern, was darüber die russische Privatpresse schreibt, was darüber das russische Volk sagt, wie darüber die auswärtige Presse urtheilt. Es wäre in Anbetracht des Ernstes und der Schrecklichkeit der Thatsache wirtlich schon an der Zeit, diese Sache, die nicht unr Ruh' land, sondern auch Europa in hohem Grade interessiert, aufzuklären, uud uicht sich uud andere zu bethömi Doch bis sich dazu die russische Regierung bereit er klärt haben wird, wirb sicherlich noch eine geraume Zeit vergehen, und wir erachten daher für gut, die bisherigen Priuatberichte der russischen Presse und dir offiziellen Berichte des Dr. Krassowsti einer näheren Betrachtung zu unterziehen. „Bekanntlich ist die Krankheit zu Ende Novriubei vorigeu Jahres zum Ausbruch gekommen uno hat siH äußerst rasch verbreitet. Anfangs hielten die Aerzte dieselbe für eiu „Fieber", ohne zn bestimmen, welche Art Fieber es gewesen. Hierauf verwandelte sich d^ Fieber in einen „Flecktyphus", und endlich entstand, wie eine iu der Mustauer „«Howremennyja Iswestij"" veröffentlichte Korrespondenz aus Zarizyn sagt, »""2 dem Flecktyphus die - Tschuma oder zu deutsch ..... die Pest". Diese und andere Privat-Korrespoudenzen der russischen Blätter schildern die Hanptsymptomc der Krankheit folgendermaßen: „Fieberhafter Zuswnd >" hohem oder minder hohem Grade, Ausbruch von „Flecken", die den Pestgeschwüren, Bubuueu u. dgl sehr ähnlich sind; ferner „typhöser Zustauo", d. i. mehr oder weniger Äesiiimlnssslosigkelt, verbunden mit großer Schwäche" — lautn Symptome, wie solche uur bei der Pest vurzukommen pflegen. Endlich wird berichtet: die Krankheit verbreite sich mit außermdent/lch" Schnelligkeit, dauere nur sehr kurze Zeit nntcr änßeW scharfen Erscheinungen und ziehe eine schreckliche Aero lichkeit nach sich. die 90 bis !00 Perzent erreiche. Woher kommt es, daß Dr. Krassowsti, der infolge dieser Epidemie selbst in Vetljanka verstorbene Dr. Morosow nnd mehrere andere Aerzte behaupten, die Epldenue sei ein acuter Typhus, der die Lungenentzündung nach sich ziehe, oder eine bösartige Lungenentzündung? Der typhöse Zustund und die Flecken sind der Pest eigen-Die Lungenentznnoung als Folge eines Typhus koinlnt auch bei der Pest zum Vurjchein, und sind gewöhnlich jene Pest-Epidemien die schwersten, welche die Lunger entzüudung herbeiführen. Eine solche Pest ist unttt dem Namen „der schwarze Tod" bekannt, und wüthete dieselbe in Europa um die Mitte des l4. Jahrhunderts-Man könnte daher die ill Südrußland aufgetaucht Epidemie für einen Flecktyphus oder eine bösar^ Lungenentzündung erklären, wenn alle übrigen ^'/ symplume fehlen und, nicht zu der Difsereutiül-DiüaM Anlaß geben würden. Sobald sie aber existieren, dalU< widersprechen sie der Meinung jener, die da behaUP" ten, daß die aufgetauchte Epldrmie ein Flecktyphus oder eine bösartige Lungenentzündung sei. Fehlen ab" bei diesem sogenannten „acuten Typhus" des Dotwl Krassowski alle Symptome der Pest? „Es scheint das nicht, denn in den Berichten des Dr. Krassowski wird von Geschwülsten der lymph"' tischen Diüsen gesprochen; freilich fügt derselbe hmz"' daß diese Geschwülste „unbestimmten Urspruugs" seie" Doch mag dem sein, wie es will, die Geschwulst d^ lymphatischen Drüsen ist einmal constatiert, und l^ kmmtlich ist diese Erscheinung das spezifische SymP^ der Pest, Bei jeder Pest existiert auch der typh^ Zustand, doch ist die Typhuskrankheit allem, mag ^ selbe noch so hrftig sein, nie von derlei Folgen^ gleitet, wie die Pestkrankheit. Der heftigste Fleckluph"' dauert beiläufig vier Wochen, der Magentyphus "'^ 10—14 Tage längn. Im Bezirke Icn'otajewst st^ den aber alle Kranken fchon nach Verlauf einiger Ta^-Mail kann da nicht sagen, daß es Ausnahmsfülle el«'^ amteu Typhus seien. Was die Fleckeu anbelangt, »""p man wissen, daß dieselben im allgemeinen am viAt ' fünften oder sechsten Tage und anch später zum < A bruche kommen, das heißt nach einer Zeit, währen welcher die Kranken im Bezirke Ienotajcwsk bett ^ sterben. Das spricht daher auch nicht für den Typ^ „Mit der Lungentzündnng verhält es sich f"^" dermaßen: Die Erscheinungen' der Bronchitis lowt" , nur im Laufe der ersten Woche der Krankheit v uud stcigeru sich gewöhnlich im Laufe der zw" Woche. Dann können sich diese Erscheinungen stelg" ' 189 die ganze Krankheit beherrschen und in eine schwere Lungenentzündung übergehen. Doch dieses stimmt mcht lm geringsten mit dem überein, was wir über die Epide-nne im Süden Rußlands hören, indem dort die Kran-U"vonallem Anfang a„« <,k Erscheinungen der lyweren Lungenentzündung aufweisen. Lungenentzün-oungen zlehen überhaupt der Typhus, die Blattern und dle Pest nach sich. Ueberdies könnten wir noch eme Reche anderer Beweise anführen, daß die Krank yelt un Gouvernement Astrachan nicht Typhus und vergleichen, sondern die wahre Pest sei. Die Regierung möge sich daher durch die Berichte des Dr. «mssowsll mcht beirren, sondern alle bei der Pest erforderlichen Maßregeln treffen lafsen, um die Epl-oemie noch vor dem Eintritt der warmen Witterung ?" ^MNM' Diese Frage ist nicht nur für Nuß-B d "" ""^ ^"^ ^ übrige Europa von großer Türkische Zustände. _.. kürzlich fpielte sich im Arbeitskabiuete des Finanz-numsters Zuhdi Pascha eine für die politische und lmanzieUe Situation der Türkei charakteristische Szene «i l"^ ^ der Konstantinopler Berichterstatter der '"p". Korr." in nachstehender Weise erzählt: Dev ^ Finanznünister hatte den Äankdirettor Herrn eoeaux ^ sich gebeten und empfing ihn mit der w,? -, "Könneli Sie uns 10,000 türtifche (Äoldlivres ^ä ^' „Excellenz", erwiderte der Bantoncttor, Nm^"« U"^ >^)r schwer sein. Die wiederholten ^l,V"sse, die wir Ihnen gemacht, haben unsere Me- °s^'c"e fast vollständig erschöpft, und überdies m k k l«, daß wir Garantien haben müssen." Es »my ylrr nebenbei bemerkt werden, daß die Regierung oereltz gc^n 150 Millionen Francs in Gold der ^ant schuldet. Der Fmanzmimster zeigte hierauf dem "unloncttur cm von dem Kriegsminister Osman ^«Icha ihm zugekommenes Billct. das nach seiner "elirrschung fulgeildei maßen lautete: „Welln Sie mir vlnncn zwei Tagen mcht Geld zum Ankaufe von Brod und anderen nothwendigen Lcbeusmitteln schicken, stehe UiHt '''ehr fiir dic Armee gut. Wir sind in der «uß"fenNoth. Das kann nicht längn- so fortgehen." "we di^'^' ^'" ^!^' ^"'^" '"'der das Wort, Ve ana n H^' ^lchaften ist. Wenn Sie mein ^euangen abschlagen, tonnen Sie dle Ursache eines °n d°,5n ^ ^«'"°' bch d.c E„tbchru««m aller Ar!. 2's ^"l ."Schaft besorgniserregender Geist der ^nsubordmatlon herrscht in der Militärschule von N5 ^!"° '""' "ue Menge gegen den Sultan ge-liut ^ ^"^ und Dichtungen init Beschlag belegt Man «> 5?""l'ch anläßlich der Verurtheilung Sule,-S?.^°schas soll einc große Erregnng in dieser sta.^ ' '"^^ Suleiman ehemals als Direktor vor. Grun>ö"UM getretell sein. Es soll dies mit ein des "?tv ?" '""' weshalb der Sultan die Revision dieser N^' ^uleilnaus anbefohlen hat. Die mit Zwrifei m? ^^'""^ Spezialtommission wird ohne Suleiman ein/^ ^" ^"ade entscheiden, und dürfte Derselbe ist V ü' ^" Verbannung geschickt werden. Zöglingen derimilit^?^^ ^"""^ ""b junge., weil er V« .s 77"'wrschnlen chon deshalb populär, hängen lich^' '"" ^"lgarm niedermetzeln und fähiae^l'3^-^? I°ur,lale melden, daß der un-w's c^5^"^ ^"^"c ^N° durch den Divi-wäX 3 H"?z Pascha ersetzl wurde. Letzterer war wahrend der Viassacres in, Mai Itt76 Kou.mandant ln -oulganen, sudann Oberlounnandant des Armeecorps vun Nvvibazar und einer der Hauptanstifter de« Aufstandcs in Äosnien. Sein Brnder Aziz Pascha gleichfalls Divisionsgeneral, fiel bei Nasgrad A bemerken wäre noch, daß Lord Derby in einer im September 1»7tt an Sir H. Elliot gerichteten Depesche 5 «,^ V°"' ^^ "she Bestrafung Ehefket Paschas, vastz Paschas und zweier muhamedanifchen Beqs in ^"lgcmen verlangt hat. Man kann demnach nicht be-yanp en daß der neue Polizeiministcr viel mehr werth stl als fein Vorgänger." Oagesneulgkeiten. — (Elektrisches Licht.) Die Einführung des elektrischen Lichtes eröffnet der Gelchrtenwclt in Eng-lnnd die angcnehnle Aussicht, daß dns Lesezimmer des Kritischen Museums in London in der Folge auch in "M Abendstunden und an nebeligen Tagen verfügbar Wn werde. Visher ist das Lesezimmer, sowie über-ycmvt das Museum nur während der hellen Tages-'«""den geöffnet gewesen. Die Euratoren haben die Anlage einer Gasleitung niemals gestatten wollen, weil ne die Gefahr eines Brandes nahelegen würde. Die ^euchtttng durch Elektricität führt keine derartige Ge-!"l)r tt^i siH — (Von der Expedition Nordenskjölds) Wie der „Oolot" erführt, ist vom Oeneralgouverneur von Ostsibirien, Varou Fredericks, eiue authentische Meldung über die Expedition Norbenskjölds eingelaufen, welcher zufolge der Dampfer „Vega" 40 Meilen vom Ofttap im Eise eingeschlossen sei. Die Behörden von Iakutsl wurdeu angewiesen, die gefährliche Lage des Dampfers den Eingebornen fofort anzuzeigen und die Leute aufzufordern, der Expedition Hilfe zu leisten. Gleichzeitig wurde eine besondere Expedition organisiert, welche versuchen wird, die „Vega" auf dem Eiswege mit Nennthier- oder Hundeschlitten zu erreichen. Man befürchtet jedoch, die Hilfe werde zu spät kommen. Ein Schiff aus der Flottille deS Stillen Ozeans geht demnächst in die Behriugsstraße ab, um zu versuchen, die „Vega" vom Eise zu befreien oder die Equipage zu retten. — (Eisenbahnraub.) Man schreibt au5 Puebla in Mexico vom 15. Dezember: Der gewöhnliche Per-soueuzug, der in der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember abging, hatte nach Vera-Cruz eine Summe von 28.000 Pf. St. als Nimessen für Europa von verschiedenen Kaufleuten dieser Stadt zu befördern. Dieser Zug sollte sich zu Arizaco an den direkten Zug anschlichen, der von Mexico nach Vera-Cruz geht Ein Dutzend voil Individuen, die um jenen Geldwerth wissen muhten, nahm Fahrbillette dritter Klasse und placierte sich in dem Waggon unmittelbar hinter den, Wagen, welcher die Gelder und Gepäckstücke exthielt. Der Zug war etwa eiue halbe Stunde über den Bahnhof hinaus, als die Banditen die Koppel entfernten, mit der zwei nachfolgende Personcinuaggoutz in Verbindung gesetzt waren. Nachdem der Train so getrennt war. zwangen die verwegenen Diebe unter Tudetzdrohungeu den Maschinisten, die Fahrt mit der größten Beschleunigung fortzusetzen. So wurden ungefähr acht Kilometer zurückgelegt; bei drill Orte Barranca Honda war zu beiden Seiten der Bahn eine Gruppe von 24 berittenen und bis au die Zähne bewaffneten Lenten aufgepflanzt, weiche das Halt signal gabrn. Sobald die Strolche, wclchr nun schon den Locomolivführer bewachten oie rothr Laterne ihrer Helfershelfer gewahrten, forderten sie diesen auf. deu Zug zum Stehen zu bringe». Dir Banditen sprengten hierauf de» Wagen, welcher die Gclowcrthe enthielt, und lüde» diese auf Maulthiere, die ml Iwc in genügender wizayl n, Bereitschaft standen, Zwei Beamte der Ge-MclM, welche einen muthigen Widerstand dieser Plün-ocrnng entgegensetzten, nämlich der Gcpäcksconducteur und der Bahmnspcttor. wurden schwer verwundet. Ersterer erhielt eine tödtlichc Bauchwuude. Dieses Attentat hat selbstverständlich die Bewohner von Purbla ungeheuer allarmiert. ""(Hochzeiten am tilrti sche n H ofe.j Man schreibt dem ..Frdbl." aus Konstantinopel. 15. d. M ..Kommenden Sonntag oder Montag finden einige kleine Festlichkeiten in Dolma-Bagdsche statt, da der Sultan der erst vor zwei Jahren zwei Schwestern ausgeheiratet hat, jetzt abermals zwei derselben unter die Haube bnngen wird, und zwar heiraten diese Prinzessinnen zwei höhere Offiziere aus der türkischen Armee. Uebri-gcns ist Snltan Abdul Haniid noch lange nicht fertig "l,t seinen Schwestern, denn es sollen noch ungefähr fünf derselben ledig sein. für die er nun ebenfalls Bräutigame in der Armee oder uutcr feinen hohen Staatsbeamten sncht. Nebenbei hat er auch noch für die Töchter seines verstorbenen Onkels, des Sultans Abdul Aziz, deren Anzahl sich anf neun belaufen soll, zu sorgen. Im ganzen wären also, wenn mau die Töchter des Sultans und die seines Bruders Murad, die alle noch nicht heiratsfähig sind, beiseite läßt, noch vierzehn türlifche Priu. zessimien zu vergeben. Mitgift erhalten die türkischen Prinzefsinnen bei ihrer Verheiratung leine, dagegen ist es üblich, daß ihucn der regierende Sultan und die anderen Familienmitgliedcr am Abende des Hochzeitstages eine beträchtliche Summe Geldes als Nadelgeld "'"s"'den und stcht es dann jeder Prinzessin frei, diesc Geldspenden ...it ihrem Gatten zu theilen oder u.cht. Auch d,e Festlichkeiten bri einer solchen Hochzeit nte/MnNf's^ ^'' N"'" wird nämlich gegen Abend unler Munibegleituna. u>,d im l^.c , . <. Sklavinnen in das Hans ih s V' "°n mehreren leitet bei dessen Anblick st? sich'"enN?^^°I^„7f w.rd fte von ihrer Mntter dem ihr dann d,e Schlüssel zu den für sie bestimmten Wohnzimmern einhändigt." — (Allerhand aus der ,.Prlingcr Staats-zcitnng".) Die letzten in Europa eingetroffcnen Nummern der „Pekinger Staatszeitung", die vom 10. bis zum 21. Oktober reichen, enthalten auch einige nicht uninteressante Dekrete der beiden Kaiserinnen. Negen-tinnen von China. Ein Dekret vom 10. Oktober verkündet, daß diese beiden Damen beschlossen haben, den kürzlich verstorbenen Brigadcgcneral Song seiner vieleu im Leben bewiesenen Tugenden wegen unter die Halbgötter zu versehen, und wird zugleich beföhle», demselben die üblichen Opfer darzubringen. - In einen, Dekrete vom 11, Ollober werden zwei junge Leute aus der Provinz Pantiuaj öffentlich belobt, weil sie sich Stücke Fleisch aus ihrem eigenen Leibe geschnitten und sie dem tranken Vater, respective der kranken Mutter in die Suppe gegeben haben, da ihnen dies als ein besonders wirksames Heilmittel anempfohlen worden war. Schließlich ver- kündet ein Pltret vom 15, Oktober, daß die Neich»-aftronomen den I? April l K79 al» den geeignetsten Tag bezeichnet huben, an dem dir sterblichen Ueberrefte dr» fchon vor vier Jahren verschiedenen Kaiser« Tungtzi und seiner Gemalin, die damals nur provisorisch beigesetzt wurden, nun definitiv begraben werden sollen Da» Ministerium des Aeußern wird beauftragt, die nbthigen Vorbereitungen zu dieser Leichenfeier zu treffen fokales. — (Der Herr Landespräsident) Ritter v. Kalliua hatte die Ehre. am 21. d. M.. nach semer Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser, zur Allerhöchsten Hoftafel zugezogen zu werden. — (In Audienz.) Der Herr Landeshauptmann Hofrath Dr. Ritter v. Kaltenegger wurde am 23. d. M. von Sr. Majestät dem Kaiser in Wien in Audienz empfangen. — (Erkrankung.) Der Oberlanoesgerichts^ rath in Graz Herr Dr. Heinrich Martinal ist nach einer Mittheilung der „Tgpft," bedenklich erkrankt. — (Ernennung.) Der Notariatslandioat Herr Georg Deticel in Graz wurde zum t. t, Notar in Oberburg ernannt. — (Perfonalnachrichten aus dem Lehr« stände.) Von den absolvierten Zöglingen der Lehrer-inuen-Nilbnngsanftalt in Laibach erhielten folgende Frau« lein einer Mittheilung der „Laib. Schulztg." zufolge Lehrstellen in Steiermnrk: Anna Rupprecht zu Guh-werl bei Maria-Zell, Albine Kuntara zu Tüffer (Unterlehrerin). Marie Kolöel zu St. Martin bei Windischgraz (Unterlehrerin), Mathilde Mannert zu Hohenmauten (Unterlehrerin), E. Paletta zu Reifnigg (Unterlehrerin) und Anna Anidersic zu Franz (Unterlehrerin), Fräulein Henrike Etl, ehemals aushilfsweise zu Tschernutsch bei Laib.ich in Verwendung stehend, wurde als Lehreri« au der Privatvollsschule zu Trifail in Steiermarl angestellt. — Herr Franz Nresml. Lehrer in Olöevl, erhielt die Lehrstelle zu Terstenit. Herr I. Kalan wurde in Mautschiz, Herr I, Ambrozic in Zalilog und Herr Victor Gasperin in Olsevk. und zwar alle drei als Aushilfslehrer, angestellt, Herr Franz Sorn, absolvierter LehramtSlandidat, wurde als provisorischer Lehrer zu St. Georgen am Tabor (Untersteierinarl) postiert, Herr Inlob Aeral, ehemals Lehrer zu St, Gotthard im Steiuer Schul-bezirle, dagegen als Unterlehrer in Hohenegg — ( Casi no-Untcrha ltun g.) Der vorgestrige Gesellschaftsabend im Casino siel vollkommen zufriedenstellend aus und eröffnete in vielversprechender Weise die heurigen Faschingsunterhaltungeu des Vereins. Die in einem großen Theile unserer Damenwelt herrschende Aversion gegen den „ersten" Ball ist zu bekannt, als daß das Vorhandensein von 25 tanzenden Paaren, die wir vorgestern zählten, den gehegten Erwartungen nicht vollauf entsprochen hätte. Als eine Spezialität dieser Unterhaltung müssen wir in unserer Eigenschaft als ge wissenhafte Chronisten das eclatante Ueberwiegen von zahlreichen neuen Ballerscheinungen registrieren, die zumeist dem glücklichen Vackfischalter angehörig — vorgestern ihren ersten Eintritt in die Gefellschaft feierten und sich au3 diesem Anlasse mit ganz besonderem Eifer dem Dienste Prinz Karnevals hingaben, D gestattete Tombola, deren oberster Gewinn — ein eleganter Clfenbeinfächer — einer jugendlichen Tänzerin zufiel. — (Gastspiel) Der Operettentenor Herr Carl Arenberg eröffnet morgen an, Stadtthcater in Klagen-fürt ein auf drei Abende berechnetes Gastspiel, und zwar tritt derselbe Dienstag als Eisenstein in der „Fledermaus", Mittwoch als Marasquin in „Girofle und Donnerstag als Ange Pitou in „Augot" auf. — (Reisedocumente nach Bosnien.) Le-gitimationstarten, welche die Personsbeschreibungeu nicht enthalten, sind dermalen als ausreichende Neisedocu-mente für Bosnien und die Herzegowina nicht anzusehen. Die Angehörigen der österreichifch'ungarischen Monarchie haben sich somit zu Reisen nach Bosnien und der Herzegowina mit ordnungsmäßigen, von den cumpetenten politischen Behörden ausgestellte» Reisepässen zu versehen. ^ (Zum Ruubaufall im Pfarrhofe zu Jauchen.) Ueber den von unS kürzlich gemeldeten Raubanfall an dem Pfarrer von Jauchen im Gerichts-bezirle Stein werden der „Tr. Ztg." noch nachstehendc Details mitgetheilt- Der Pfarrer Bartol in Jauchen, faß nach acht Uhr abends in seinem Zimmer, gegen das Fenster gewendet, und betete sein Brevier. Plötzlich öffnet jemand die Thüre und tritt ein. Der Pfarrer, welcher glaubte, es habe der Knecht die Stiefel gebracht, wandte sich gar nicht um; in dem Augenblicke aber erhielt er schon mit einer kleinen Hacke einen Hieb auf den Kopf. Der Pfarrer griff mit der rechten Hand nach dem Kopfe, nun erhielt er mit der Schärfe der Hacke eine» zweiten Hieb anf den Kopf. so daß ihm ei» Stück Kopfbein in der Größe eines Thalers weggehauen wurde, auch wurde er am Zeigefinger der rechten Hand schwer verwundet. Der Pfarrer stand auf, worauf der Räuber entfloh, ohne etwas mitzunehmen. Der Pfarrer g'l'll blutend dem durch die Seitenthüre des Pfarrhoses entfliehenden Räuber nach. Die Schwester und Magd de» 190 Pfarrers waren im Gesindezimmer noch wach, der Knecht war bereits in den Stall gegangen, doch wußten sie von dem Vorfalle nichts, bis der blutende Pfarrer zu ihnen kam. An der Seite des Pfarrhlifes, die gegell den Schweinstall zu liegt, fand man eine Leiter angelehnt, und waren die Fenster geöffnet, wahrscheinlich, um dem Räuber die Flucht zu erleichtern oder etwas zum Fenster hinauszuwerfen. Im Schnee waren die Fußffturen von zwei Männern kennbar. Im Verdachte, die That verübt zu haben, steht ein zwanzigjähriger Bauernbursche, welchen die Gendarmerie bereits verfolgt. — (Mord) SamKtag vormittags gegeu 11 Uhr gingen der Hausbesitzer Flore und der Greisler Erjav in den Waldantheil „v c^ovniei M FmaM", wo zwei Arbeiter für sie mit Fällen von Eichen beschäftiget waren, um ihnen Schnaps zu bringen. Beide sehten sich nach einiger Zeit, in ziemlicher Entfernung von den beschäftigten Arbeitern, auf eine schon gefällte Eiche nieder, an welcher eine Hacke lehnte. Nach einiger Zeit fragte Flore den Greisler Erjav: „Wem gehört die Hacke?" und als ihm Erjav erwiderte: „Mir!" ergriff Flore die Hacke und versetzte ihm mit dem stumpfen Theile derselben einen wuchtige« Hieb auf den Kopf, so daß Erjav sofort bewuhlos zu Boden sank. Als Erjav noch etwas stöhnte, brachte ihm Flore einen zweiten Hieb mit der Hacke bei mit den Worten, welche die herbeieilenden zwei Arbeiter noch hörten: „lludil:, iüäaj «i M äodol!" Die Hilfe der beiden Arbeiter tam leider zu spät, denn Erjav hatte bereits seinen Geist aufgegeben, Flore aber floh in den Nächstliegenden Wald, wo er sich niederlegte, dis er durch die Gendarmerie verhaftet wurde. Die Motive des Mordes sind bis nun unbekannt. Die gerichtsärztliche Untersuchung hat ergeben, daß der Schädel-Inochen des ermordeten Erjav an drei Stellen zersprengt ist. Erjav ist Vater von drei Kindern und hatte erst vor sieben Monaten zum zweiten male geheiratet. Flore ist verheiratet, Vater eines Kindes und allgemein als Spieler und Trunkenbold bekannt. Neueste Post. (Original-Telegrumlne der „Laib.Zeitung.") Paris, 20. Jänner. Pvivatnachrichteu aus Kon-stantinopel zufolge ist der Sultau trank. Zahlreiche Muselmanen wanderten von Spu; und Podgoriza nach Slutari aus. Rom, 26. Jänner. Die Kammer nahm in geheimer Abstimmung mit 205 gegen 10 Stimmen den HaudelKvertrag mit Oesterreich-Ungarn an. Belgrad, 2(5. Jänner. Die Swpschtina nahm einstimmig die Regierungsvorlage betreff» Aufhebung des Verfassungsartitels über die Beschränkung der Juden an. Wien, 25. Jänner. (Abgeordnetenhaus.) Der Ministerpräsident beantwortet die Interpellation betreffs der Pestgefahr. Nach den der Regierung zugekommenen Nachrichten herrscht die allgemein für die Pest gehaltene, jedoch offiziell als solche nicht bezeichnete Epidemie in sechs Ortschaften an der Wolga und auf deren Inseln Infolge der Maßregeln der russischen Regierung ist es bisher gelungen, den Herd der Epidemie zu begrenzen. Die Gerüchte uou dem Aus-bruche der Pest in Zarizin sind unwahr. Ebenso wird die Nachricht vom Ausbruche der Pest iu Nischninow-goroo als unrichtig bezeichnet. Ueber den russischen Cordon hinaus ist die Seuche nicht gekommen. Zur größeren Sicherheit stellte die russische Negierung einen Quarantänecordon mn Zarizin. Auch innerhalb det Cordons tritt neuestens die Epidemie weniger intensiv auf, demnach fei die Gefahr für unsere Monarchie keine unmittelbare. Dessenungeachtet sei die Regierung zu Vorsichtsmaßregeln entschlossen, nnd werden bereits mit der ungarischen und deutscheu Regierung wegen gleichförmigeil Vorgehens Verhandlungen gepflogen. Zu den äußersten Vorkehrungen zu schreiten, erscheine unter den obwaltenden Verhältnissen nicht gerechtfertigt. Die Möglichkeit fei nicht ausgeschlossen, daß die Epidemie auf den Seuchenherd beschränkt bleiben wird. Die Regierung wendet diesem Gegeultalide die ernsteste Aufmerksamkeit zu. — Nach beiden Oeueralrednern für und gegen den Majoritätsantrag, welcher den Berliner Vertrag betraf, ergriff Minister Unger das Wort, um den Vorwurf des Abg. Sturm, daß die Regierung nicht verfassungstreu sei, zurückzuweisen. Der sinister erklärt seine Verfafsuugsauslegung für den Ausdruck seiner innersten Ueberzeugung und seines besten juridische» Wisscus. Die Verfassungsauslegung sei eine Sache des Rechtes und nicht der Politik. Die Regieruug nehme den unverdienten Vorwurf nicht an; die Mitglieder derselben waren stets constitutionell gesinnt und erwarten sehnsüchtig den Augenblick, von ihren schwierigen Posten abqclöst zu werden! (Beifall und große Bewegung.) Grocholsti erklärt, die Polen werden im Falle der Ablehnung des Antrages Du-najewski's für den Majoritütsautrag stimmen. Hanisch beantragt, die Occupation sei rückgängig zu machen. Der Antrag findet keine Unterstützung. Die Debatte wird am Montag fortgesetzt. Wien, 25. Jänner. (Gr. Tgpst.) England, Frankreich uud Italien haben den Wunjch zu erkennen gegeben, bezüglich der Verhandlungen und Resultate der in Wien tagenden österreichisch-deutschen Pestkommission auf dem Laufenden erhalten zn werden, nm in der Lage zu sein, sich den eventnell zn beschließenden Abwehl maßregeln zugesellen oder selbständig das Geeignete vorkehren zu können. Budapest, 25). Immer. Das Abgeordnetenhaus genehmigte den Handelsvertrag mit Italien in der General- und Spezialdeliatte, nachdem der Handels-miniftcr und der Ministerpräsident die Vonheile nach-gewieseu hatten, welche derselbe im Vergleiche mit der gegenwärtigen Lage bietr. London, 25. Jänner. Einer Depesche des „Standard" aus Natal vom 3. d. zufolge lehnte der König der Zulukafferit, Celywayo, alle Forderungen der englischen Regierung ab uud zog eiu Heer von 8000 Mann an der Grenze zusammen. Der englische Ober-kommandant General Chelmsford ging mil dem General« stabc an die Grenze. Die englische Regiernng stellte Cetywayo zur Unterwerfung eine Frist bis 11. d. Konstantinopel, 24. Jänner. (Tr. Ztg.) Der gestrige Ministerrath, welcher volle vier Stnnden dauerte, beschäftigte sich ausschließlich mit der Convention inbetreff Novibazars, die als Basis für weitere Unterhandlungen angenommen wurde. Osman Pascha sprach sich dabei gegen den Vorschlag der gemischten Besatzungen aus, den der Großvezier jedoch vertheidigte. Ersterer forderte auch, daß Sieniza eine ausschließlich türkische Besatzung erhalte. Athen, 25. Jänner. Die Pforte ließ durch ihren Vertreter in Athen das Befremden ausdrücken, daß die griechischen Kommissäre für die Grenzregulic-rung abgereist seien, bevor die Pforte den Tag für den Zusammelitritt der Kommission bekanntgegeben. Die Pforte ließ gleichzeitig der Corvette „Olga" mit den griechischen Kommissären an Bord die Einfahrt in den Golf von Arta verwehren. Die griechischen Kommissäre landeten demzufolge in Vonica, von wo sie sich anf dem Landwege nach Anina begeben werden. Das Vorgehen der Pforte erregt in Athen das peinlichste Aussehen; mau erblickt darin eine neue Verschleppung der Verhandlungen. Telegrafischer Wechselkurs. Uum 25. Immer. Papier-Rente 6145, — Silber-Rente 6575. -^ Guld Rente 7585. - 1860er Staats-Aulehr» 112 75. — AankActicu 778. - Kredit Acticu 21175. — London NU70. - Silber 100'—. K. f. Münz - Dukaten 5 56. — 20 - Frauleu - Stücke 9 33'/,. — 100'Reichsmarl 57'?!). Wien 25. Jänner, 2'/« Uhr nachmittags. (Ichlüftlursc.) Kreditactien 211'.'!«. 1860er Lose 11^25. 18<>4er Lose 14150, österreichische Rente in Papier 6140, Staatsbahn 237 50, Nordlmhn 201 50, 20.Franlenst!icke 9'33',. ungar. Krcditactten 211-50, österreichische Francobanl—'—, österreichische Anglobanl »3 - . Lombarden 6« 25, Unionbant 62 75. Üloydactlen 555^, türsische Lose 19-50, Communal Anlehen 8830. Eguptische ^, Goldrente 73 85, ungarische Goldrente —-—. Flau. Handel und WlkswirtWaftüches. «aibach, 25. Jänner. Auf dem heutigen Martte sind erschienen: 10 Wagen mit Getreide, 6 Wagen mit heu und Stroh. 24 Wagen und 3 Schisse mit Holz (30 Kubikmeter), D u r ch s ch n i t t s ' P r e i s e. --------------------------Mt,- Ma,.^-----------------------------3M7M! fl.j lr. ft.slr. fi., lr, ^i Weizen pr.Hettolit 6 50 8 36 Butter pr. Kilo . 80-!" Korn „ 4 55 5 10 Eier pr. Stück . . - 2j —" Gerste „ 4 6 4 23'Milch pr. Liter . -7-^ Hafer „ 2 76 3 2? Rindfleisch pr. Kilo —54 ^" Halbslucht „ ------5 67 Kalbfleisch „ — 50-^ Heiden „ 4 39 4 47 Schweinefleisch „ —44 -^ Hirse „ 4 71 4 33 Schöpsenfleisch -36—' Kuluruh „ 4 20 4 5(Wähndel pr. Stuck — 60 - ^ Erdäpfel 100 Kilo 2 85-------stauben „ — 17 ^ Linsen pr. Heltolit ?-----------!heu 100 Kilo (alt) 1 94 ' Erbsen „ 7 50-------Istroh „ . . 151 Fisolen „ 7 50-------Iholz, hart., pr. vier RindSschmalz Kilo - 90------ Q-Metcr ------ s ^ Schweineschmalz „ -76 - !! weiches, „ ------- 6 ^ Specl, frisch „ — 54-------!!Wein, roth,, 100 Lit.--------24 " - geräuchert „ — 70 - !j - wecher „ - 80^ Älltte?om<»»»it Fremde. ?l,ii 25, Jänner, Hotel Stadt Wien. Freund nnd Stiasmi, Kaufleute, Wien, -" Novat. Oberförster. Klnua. Waydt, Ksm., Berlin, Hotel Elefant. Äranschc, Vahndirettor; Kanih. Fabrikant, M Köiiigsteiu, Kfm.. Wien. — Kautschilsch, (Nutsbesihcr, Unl^ lichtcnwnld, - Gras Aardo, Kroisenbach. — Glücklich. P"!!' Vaierischer Hof. Grusovin und Grnsoviö, Trieft. — UrblB Handelsm, Ried. Kaiser von Oesterreich. Logar, Hrastnig. ~ Vollauschea, Th!«' arzi, Cilli. Träger. Villach. Mohren. Ialopi?, Ceutoni und Euligoj, Tolmcin. Lottoziehunssen vom ^5. Jänner: Trieft: 37 02 75 80 55. Linz: 72 9 34« 13. Theater. Heute lgeradcr Tag) zum ersten malr (ganz neu): P ^' '^ Methusalem, ssomische Operette in 3 Acten von Wilde» und Delacour. Musit von I. Strauß Meteorologische Beobachtungen in Laibach. . « G ßßZ z Z « " r «^^ " "L ^^ z^ » -.5 235 ' ^ÜMg7^37^37^^ winkst«« Mei ^71^ 25. 2 „ N. 736 30 -j- «« SW. schwnch halbheiter ^"" »„ Ab. 787 51 ^.^ __!"i^ll1 steruenhell___^. ' ^Ü?Mg?^?3s'5i —16 windstill Nebel 26, 2 „ N. 738 81 ^. 14 SO. schlvach Nebel 0 0« 9 ., Ab. 74073 ^- 12 windstill bewiiltt Den 2l>. morgens dichter Nebel, dann Aufheiterung, S"", uenschciu. 2cu 26. Nebcl den ganzen Tag anhaltend. ^ vorgestrige Tagcsmittel der Temperatur -<- 3 5«, das gestr»^ -s- 0 3«, beziehungsweise um 50° und 1-8" über dem Normale. Äerau!wortlich.'r Redacteur: Otto,nar Vamberg. Danksagung. Für die herzliche Theiluahme anläßlich del Todes unseres Kameraden Herrn Iranz Koschek. l. t. Gendarmerie ^ Wachtmeister, sowie für die zahlreiche Betheiligung am Leichen dcgnügnisse sprechen wir aNcu Fiexnden und Ve tnnnteu den iunigsleu Dnnl aus. Laibach anl 2». Jänner 187». Die Kameraden. »N^vs^l^vi^i- W«n, 24. Jänner. (1 Uhr.) Im ersten Stadium des Geschäftes war der Verkehr ein sehr bedeutender, liinc anfängliche Erholung der ssurse rief nämlich sta" Ol)l.j(llv0 Oesterr. Schatzschcine 1881 rückzahlbar .........9875 9925 Oesterr. Schatzschcinc 1882 ru'ckz. 97 75 98 25 Ungarische woldrentc .... 8285 8295 Ungarische EiscubahN'AuIeihe . 1<)0' 100 50 Ungarische Eisenbahn-Anleihe, Cumulaliuslilcle......100 — 100^0 Ungarische Echahanw. vom I. 1874..........118- 11850 Anlehen der Stadtgcmeinoe Wien in V. V......9b 50 9i 75 Welb War« wrundeutlaftungs Dbliaatlouen Vöhmen.........102 — 103 — Niederüsterreich......104 50 105 — Galizien........85 25 85 75 Siebenbürgen......74 -- 75 Temeser Vanat 7575 7«25 Ungarn... , 8050 81 klctlen vou Vanlen Anglo-österr. Nanl..... 94-. 94 25 Kreditanstalt ....... 214-30 214 50 Depositenbank...... igi lüii - Kreditanstalt, missar, 2l2'80 213-- Ocsterrcichisch ° uugarischc Nant 778 780— Unionbant....... UZ-50 64" Verlehrsbaul . . 105 50 I06 — Wiener Vauluerein , 101 50 102 - klctien von lransport Unterneh nmngen. Held War>' Alföld-Vahn .......114 75 N5 25 DunaU'Damftfschisf..Aefellschaft 488 4«9 -Elisabeth-Westbahn.....l58'50 15V - «Veld war« Ferdinands «Nordbahn . . 2025—2035 — Franz-Iosevh.Vahn .... 12775 12325 <«alizischr Karl-Ludwig« Vahn 218 50 21!) — KaschaU'Oderbcrgcr Bahn . . 100 - 100 50 Lemblrg^i5zcr>lowil)cr Vahll . 120- - l20 50 Lloyd - Gesellschaft.....560 — 5U3 - Ocsterr. Nordwestbahn . . . 109'— 10950 Nudolfs.Aahn.......N575 11625 Ttaatsbahn........239 239 50 Hüdliahn.........64 - 65 — Thciß-Bnhn........181 - 182 - Ungnr.'galiz. Verbindungsbahn 80 50 81-Ungarische Nordostbahn . . . 114 - 115' -Wi'euer Tramway-Gesellsch. , 161- 162 -- Pfandbriefe. Mg.üst.Vodensreditanst.(i.Gd.) 110 50 111 — „ „ „ 'i.B.-V.) 96 25 96 50 Oesterreichisch - ungarische Nanl 99 80 99 90 U»^. Votx'n^ed» I„sl (Ä.°V.) 95 - 95^25 Prloritiito Obligationen. Elisabeth.Ä. 1. Em.....91 75 92 - Ferd-Nordb. in Silber , , l03'75 104^— Fmuz Joseph-Bahn , . . 85 90 8610 «el> W«" l»al. Karl-Ludwig.A., 1. Em. 100 - 100^ Ocsterr. Nordwest-Äahn . . 85.70 8i»A Sielienbürger Bahn . . , . 62 50 62<" Staatsbahn 1. E»,..... 159 50 160 Südbahn ll 3'/,...... 10s 75 11^ 5«/«...... 9650 86''' Devlieu. Auf deutsche Plätze..... 57 05 5?^ London, lurze Acht . . , , 1,6 70 U»»" London, lange Sicht . . . . N690 N?" Paris.......... 4635 4«^ Geldsorten. «elb Wo" Dukaten . . . 5 fl. 53 kr. 5 fl. ^ Napoleonsd'or . » „ 33'/,^ 9 « l!4 " Deutsche Reichs- „, . Noten . . , . 5? „ 70 „ 5? ., ?>' . Ailbergulden . , 100 .. - ^ 100 ^ ^ Krainische Grundentlastungs^OIiligatione»^ Prwatuotierung: Geld 9150. Ware Kredit 214 — bis 214 2'.. Ailglo 94' ^ Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuteu notiere»! Papicrrcntc oi 55 bis 6160. Silberrcute 62 9<» b>6 63—, Goldreute /3 !)U bis 74 -. 94 25. Londou 116 70 bis 117 05. Napoleons 9 33'/, bis i^4. Hilber 100— bis 100 .