>:ru!i2ik,'r''»rs i!rkise: F it r Laibach »«»jjühng . . . r si. >a!r. HslvjLhrig . . . « » ^0 . «k-l-ljäHriz. . - i . >» . MosalliS . . . — » ^ - ^ Mit der Post: »rnzlLhrig . . . st. — k. » - . 2 ^ ÄO ^ 8-c hä^rig. . . 2 » 75 , 8^ -ZsürüLr-.z lüS Haur riertel-jLhr^z rs 'r., »rnatUS ^ kr. r«-ÄV« SkLALiern C- kr. <,r. NuonyNe Müth-Äungn, werden nicht berücksichtigt; Manssrrwte nicht zuröckgesrudet. LeLaclio«: riahndofgaise Nr. I8Z Lkpk>i!iou red Inscratk» Sureau: s ngrehplatz Nr. 81 (LuLchandl' ü!>n I. V.KIeinniayrL F. B- 3nscrliousi>rcisc: ftSr die einsvaltige Petüzei bri zweimaliger EinsLalrung dreimal t 7 kr. Jnserkionsfienixcl jedeSni^l SO k. B«i ßrötzeren Inseraten «nd öfter« Ä'nschallung entsprechender Nl. 2<>. Lchtcmber 1872. — Morgen: Fraueubilduug und Fraueucrwcrd. ! (Schluß.) Bor allAii gebe man sich nicht ferner dem verderblichen Wahne hin, als ob das Mädchen schon von den Windeln an einer ändern Behandlung, einer ändern Zrzichnng bcdürfc, als der Knabe; als ob man scine Körper- nnd Geisteskräfte als die von Natnr aus zarteren mit einer gewissen fchonungs-vollcn Jlücksicht von allem Anfang an behandeln müsse. Im Gegcntheil, um ein ebenbürtiges Fraucn-geschlecht h-rauznzichcu, stelle man fürs erste an die Mädchen gerade dieselben Anforderungen, wie an die Knaben, das will sagen: Die Mädchen sollen in derselben strengen Weise in den eleinentaren Fächern des Schulunterrichtes durchgebildet, sowie im Anschlüsse daran mit den sogenannten realen Fächern, d. i. mit dem Wichtigsten aus der Natur-, der Länder- und Völkerkunde, der Geschichte, der Rechenkunst vertraut gemacht werden. Insbesondere in dem mündlichen und schriftlichen Gebrauche der Muttersprache, und wenn diese nicht die deutsche ist, auch in dieser kann das Mädchen nicht nachhaltig geuug geilbt werden. Die innige Vertrautheit mit diesen elementaren Fächern bildet die Grundlage sür jeden weiteren Lebeusberuf. 'Ebenso möge die körperliche Ausbildung durch zweckmäßige Turnübungen ja nicht außer acht gelassen werden. Gerade diesen Ilmstand gilt cs vor allem zu betonen mit Rücksicht aus die widrige Ausgeburt eiueS stumpfen Zeitalters, vaS in seinem Unverstand namentlich der weiblichen Jugend durch systematische Abschließung vor jedem rauhen Lüftchen, von jeder körperlichen Anstrengung allerhand die Lebensfreude verbitternde Krankheiten förmlich anerzogen hat. Wem ist nicht schon jene bedaucrnswerthe, meist aus Damen der bessern Ge- sellschaft sich rekrutierende Klasse von Menschen aus-gestoßen, die es für philisterhaft gemeiu halten, gesunde Nerven zu haben, die beim geringsten Anlaß in eine wirkliche oder gemachte Ohnmacht fallen? Im gefunden kräftigen Körper wohnt auch ein gesunder kräftiger Geist; nur geistig und körperlich gesunde Mütter geben uns ein gesundes Geschlecht, tüchtig nnd ausdauernd gegenüber Leu höheren An-svrderuugeu derzeit. Das angeborne oder thörich-terweise ancrzogcnc Siechthum, das so manche zarte Franenblnme frühzeitig knickt oder verkümmern läßt, wird am wirksamsten ausgerottet, wenn nebst der enlfprechenden geistigen und sittlichen Ausbildung durch die Theilnahme an den körperlichen Uebungen der Gruud zu einer auch körperlich tüchtigen Frau gelegt wird. Ist das Mädchen so durch eine tüchtige Bürgerschule vorgebildet, so kau» mau iu systematischer Ordnung Erziehung uud Unterricht aus einen ändern Gesichtspunkt hinübcrleiten, man kann den künftigen Beruf desselben, der bisher nur im Hause uud iu nebensächlichen Diug^u, z. B. in de» sogenannten weiblichen Handarbeiten, berücksichtigt werden durfte, vou nun an immer mehr ins Auge fassen. Wenn es auch leider hierzulande noch an geeignete» Anstalten sür den fpecicllcn Fachunterricht fehlt und eS nnr wenigen gegönnt ist, auswärts oder durch häuslichen Unterricht den Abgang desjenigen Unterrichtes zu ersetzen, welcher de» Knabe» in Mittelschulen ertheilt wird, das Mädchen ans dem Bürger- oder Beamtenstande wird bei der ernsten Durchbildung in eiiter Bürgerschule, die wir von ihr fordern, vor eiuer größeru Auswahl vou Erwerbsthätigkciten sich befinden, als dieses bisher der Fall war. Wie leicht wird ihm zipn Beispiel der Uebergaug zum eigentlichen Lehr- uud Erziehnngs- fache seiu, diesem ausgedchutesten uud wichtigsten weiblichen Erwerbszweige. Der Lehrberuf, besonders in de» untersten Stadien, im Kindergarten und in dcr Volksschule, sagt deu Frauen weit besser zu, als den Männern. Sie verstehen instinctmäßig das Wesen des Kindes, und wer besitzt in höherm Grade Geduld, Ausdauer und Schmiegsamkeit, als die Fraueu? Einschmeichelnd uud fest zugleich, > wissen sie das Kind zu gleicher Zeit zu lenken und seine Liebe zu erwerben. Ihre Auffassungsgabe uud Intelligenz, wenn gehörig entwickelt, hat etwas fesselndes, absolutes, welches Bündigkeit mit Klarheit im Ausdrucke vereint. Sowohl vom pädagogischen wie vom moralischen Gesichtspunkte aus sind sie in ihrem Einfluß auf die zarte Jugend bewunderungswürdig und uns Manneru weit überlegen. Es scheint, als ob der Unterricht ihr ganz besonderes Gebiet fei. So wollte es ohne Zweifel auch die Natnr, und nur das Borurtheil so wie falsche Erziehungsmethoden haben in der europäischen Gesellschaft anders über sie verfügt, während Amerika uns den Beweis liefert, was die Frauen, woferu sic die Schulbildung vou Männern genossen, auf dein Felde der Erziehung zu leisten vermögen. Sie leiten nicht nur fast ausschließlich de» ersten Unterricht in de» Mädchen-nnd Knabenschuten, sondern sitzen auch auf dein Katheder der Mittelschulen, übersetzen uud erklären Tenophon und Homer oder ertheilen Unterricht in Naturgeschichte, beschreibender Geometrie uud Physik! Wie traurig ist l>ei uns das Los der fleißigen Arbeiterinnen, deren geschickte Hände eine Menge der zierlichsten und feinsten Arbeiten herzustellen vermögen; aber sic sind dafür nicht besser bezahlt, als die Taglöhncrin, als die Fabriksarbeiterin, deren ganze Thätigkeit körperliche Kraft oder einige mechanische Fertigkeit voraussctzt. Die Industrie, die Keniilelon. Btziehlnw, der Lust zu Kleidung, Wohuuug uud Bodeu. Dr. Max v. Pcttcnkoser hielt über dieses Thema im Albert-Bcrein in Dresden drei populäre Vorlesungen, welche jetzt auch im Drucke erschienen sind. Pcttenkoscr ist, was Fleiß, Aufopferung und Zähigkeit betrifft, so recht das Prototyp eines deutsche» Geehrten. Ob die bekannte Gruudwassertheorie zu-trisft, bleibt dahingestellt; hätte sich der Autor ge-, irrt, so wäre fein Jrrthum eben auch nur ein noth-' wendiges Stadium zur Erkenntnis der Wahrheit. So viel aber hat die Beobachtung und Nachforschung PcttenkofcrS ergebe», daß daö Eholeragist weder, absolut miasmatisch, »och contagiös ist, sondern sich zu Lande fortpstanzt und einer gewissen Bodenbe-schaffeuheit bedarf, um für disponierte Individuen lineu Jufectiousherd abzugeben. Allerdings stehe» wir hier vor drei unbekannten Größe» : einem unbekaiin-teu Gift und erst uachzuwcifcndeu Bedinguugeu dcr Beschaffenheit des Bvdeuö uud der Individuen. Uud doch, welch' großer Gewinn, denn in diesen dis-junctivkn Sätze» steckt die Wahrheit, uud eine Menge Irrwege sind abgeschnitten. Das Axiom von der Noihwcudigkeit eines gistempsäuglicheu Bodens und disponierter Individuen führt vou selbst auf die Hynieuc oder Gesundheitspflege, die vo» dcr forenfe» Medici», sowie vo» der mediciuischcn Polizei himmelweil verschieden uud auch iu der Physiologie nicht enthalten ist, sondern von letzterer nur ihren Ausgangspunkt nimmt. Dcr auf die öffentliche Wohlfahrt eifrig bedachte Albert Verein in Dresden hat auf Anregung der Kronprinzessin von Sachsen an Petteukoser die Einladung erlassen, daselbst populäre Vorträge über öffentliche Gesundheitspflege zu halten. Petteukoser ist diesem ehrenden Ruse gefolgt uud hat fei» Thema iu drei Vorträge zusammengedrängt. Man kenut die Schattenseite populärer Vorlesuugen, iusofer» sic geeignet sind, dem Dilettantismus Vorschub zu leisten ^ind im Einzelnen die Fiction ciucS doch nicht zu erzielenden Sachverständnisses hervorzurufeu. Man schätzt aber auch die berechtigte Aufgabe solcher Vorträge, welche darin besteht, daß dem Publicum über wichtige Dinge richtige Vorstellungen beigebracht und die Leute angetrieben werden, zum allgemeinen besten, selbst unter Aufopferung persönlicher Bequemlichkeiten, daö Ihrige zu leiste». Präveutivmaß-regeln sind in unserer Zeit überall — auf manchem Gebiete vielleicht nur allzustark — verhaßt; wo es sich aber nm Leben und Gesundheit von Millionen Handel!, da mnß prophylaktisch vorgegangcu wckden, und dies gelingt am besten, weun man die Menschen so weit aufklärt, daß sie die Träger der Ucbcl. nämlich dic Beschaffenheit ihrer Personen und ihrer Räumlichkeiten, ans eigener Einsicht in Burgen derGesuudhcit ^u verwandeln suchen. Männer-der Wissenschaft, denen die Gabe der gemeinverständlichen Mittheilung innewohnt, Vereine, welche der gerade bci Epidemien höchst schädlichen Verdummung der Massen entgegenarbeiten, können da zu Wohl-thätern der Menschheit werden. Wenn Pcltcnkofer nicht auch den vierten Ge-futtdheits- und Krankheilsfactor, die Nahrung, iu deu Bereich der vorliegenden Besprechung zieht, so geschieht es wohl nur, weil die Untersuchungen über Kleidung, Wohnung und Bodenbeschaffenheit die Kräfte eines MauueS vollauf in Anspruch nehmen uud ArbeitStheilung nirgends besser am Platz ist. als bei den exacten Wissenschaften. Zunächst nimmt das Büchlein den poetische» Wahu vou dcr Heißblütigkeit der Südländer. Die Bluttemperakur eines verfluchende» Italieners ist kaum um einen halben Grad höher als die eines confessionslofeu Eskimo, wenn er sich seinen Fischthran schmecken läßt. Aber Ardlit an sich verfeinert sich Tag für Tag; man hat vielfach ein neues Verfahren augewciidel, welchem die immer gleich schlecht ausgebildete Frau in ihren Leistungen nicht zu folgen vermag. Darum ist sic heute so unfähig, so unselbständig für einen höheren Erwerb; darum steht sie bei allen Industriezweigen, die ser Verfeinerung und dem Luxus dienen, nur auf-der untersten Stufe der Leiter, sie wird, wenn ^Wcrhaupt, zu den leichtesten und enifachsten Han-thie'rnngen'verweiidet, darum auch am schlechtesten bezahlt, während die Männer die eigentlich lohnende Arbeit für sich hinwegnehmeii. Darum noch einmal: man sorge für bessere Bildung deö Fraucngcschlechtcs und man eröffne ihm bessere Erwcrbsgebictc und verschaffe ihm eine höhere gesellschaftliche Stellung- Man lehre sie Ernstes, Gediegenes und sie wir» dem künftigen Gatten auch eine materielle Stütze sein. Wie wohlthätig würde nicht z. B. eine Handels- und Gewerbeschule für Frauen wirken? Die Frauen sind, sagt Jean Paul, geborene Geschäftsleute, und wer sie einmal in diesem ihnen besonders zusagendem Elemente aufmerksam beobachtet hat, der wird dieser Behauptung die Berechtigung nicht absprechen. Wie geschickt wissen sic die letzte Hand an die Ware zu legen, sie zu zieren, auszustcllcu, anzubieten, anderntheils die Bücher und Rechnungen zu sichren. Aber auch als Postbeamte und Eiscnbahn-Eassicrinnen haben sic sich als ungemein brauchbar erwiesen, bei Banken und als Telegraphistinnen besitzen sic Anstelligkeit und Geschick. Schließlich wollen wir noch eines Erwerbs-zweigcs Erwähnung thuu, der besonders in größeren Städten immer mehr an Ausdehnung gewinnt und verhältnismäßig einer der lohnendsten ist, wir meinen den Industriezweig der Schriftsetzer beim Buch-und Zeitungsdrucke. Wie die Erfahrung lehrt, eignen sich intelligente Mädten mit der gehörigen Schulbildung ganz besonders dafür und bewegen sich vermöge ihrer Feinfühligkeit vielfach mit größerer '-Sicherheit auf diesem Felde als der Mann; nur bedarf cs auch hier, wie auf so manchem anderen Gebiete der Anregung, der Uebrrwindung der erste» Bedenken, einer wirksamen Initiative von intelligenter Seite. Gar mannigfach, wie wir geschcn, sind die Er-werbsgebiete, die dem weiblichen G schlechte sich erschließen, die seine künstige Stellung znr Gesellschaft und zur Familie verbessern und dieselbe cineö dau-ernden Glückes theihastig machen können. Durch eine ernstere, zeitgemäße Erziehung hindnrchgegangen, wird das Mädchen seinem künftigen Berufe als Gattin und Gefährtin des Mann'.S, als Mutter und Erzieherin seiner Kinder mit weit größerem Erfolge iiachzukmnmen vermögen, als dies hente leider in die Luft, welche beide umgibt, ist verschieden, und jeder braucht eine andere Kleidung, um die Wärmeableitung von seinem Körpcr zu fördern oder zu mäßigen. Uebrigcns geht es uns wie der Mutter .Erde selbst. In heiter» Nächten gibt letztere so viel Wärme a» den Weltraum ab, daß Reis und Thau entstehen, während d^r geringste Wolkcnschleier hinreicht, um beides zu verhindern. wird anch bei uuS derjenige Ort, wo die Differenz der Bluttem-peratur von der kalten Lust sich auögleicht, i» die Kleidung verlegt. Das Hemd gibt die vom Körper empfangene Wärme an den Nock ab rc., und der Paletot hat die Pflicht, für den eine» Herren so lange zu frieren, bis er von einem ändern gekauft oder gestohlen wird. Was das Wohuhaus betrifft, so ist dasselbe sozusagen eine potenzierte Kleidung. Zelt und Mantel stehen sich noch sehr nahe. Der >^ut ist, wie der Verfasser bemerkt, das Dach der Kleidung, und das Dach die Kopfbedeckung des Hauses. Es ist wahr: schon der Gedanke an ein HanS mit bloßem Kvpf möchte einen z»m Niesen reizen. Für Kleidung und Haus bestehen analoge Bedingungen zur Erhaltung der Gesundheit, vor allein poröse und trockene Beschaffenheit der Gewebe oder der Wände. Höchst interessant sind die Ausschlüsse über den Luft-gehnlt dcö Bodens und über die Empfindlichkeit, der Regel der Fall ist. Es wird aber anch, wenn es seinen Beruf nur theilweifc erreichen, wenn cö zu einer kinderlosen Ehe verurtheilt werden sollte, keine Langeweile spüren, sondern cs wird die Lücke durch Betheiligung an dem Geschäfte dcs Mannes, durch Führnng feiner Büchcr oder durch eine anderweitige ErwcrbSthätigkcit auszufüllen wissen. Es wird endlich, wenn ihm das Schicksal das Glück der Ehc versagen sollte, nicht zu den abgestorbenen Gliedern der menschlichen Gesellschaft gehören. Jeder Staat, jede Gemeinde, jeder Menschenfreund soll daher vor allem das große Werk einer vernünftigen Volkserziehung mit Rath uud That fördern, nach Kräften alle Unternehmungen unterstützen, welche die Volksbildung erhöhen und dadurch den Nationalwohlstand zu heben und zu verbreiten geeignet sind. Es gibt nur eine Erlösung aus dem Verfall und Niedergang: zu lernen und zu arbeiten. Politische Rundschau. Laibach, 10. September. Inland. Seitwärts vom Schanplatze der großen Wcltbcgebenheitcn bereiten sich Ereignisse vor, die nicht weniger bestimmend anf die Geschicke unseres Reiches wirken könnten, als der große Frie--denSbund der Monarchen in Berlin^ Der von Kolo-mau Ghiczy gegebene Anstoß zu einem Hinübertre-ten der staatsrechtlichen Opposition Ungarns auf den Boden dcö l 807er Ausgleiches könnte dc»S Verhältnis der beiden ReichshSlften von Gruud aus umge-ftalten uns den Anstoß zu Umwälzungen geben. Soviel ist von den ZukunftSträumeu der Ungarn auch in diesem Augenblicke zur erfreulichen Gewißheit geworden, daß unter deu ncrmenswerthen ungarischen Parteien die staatsr«vischen den Einnahmen und Ausgaben des Staates zu beseitigen und die Basis dafür durch verständige Einschränkung der Staatsausgaben und durch eine Reform unscrcr Gesetzgebung über dirccte und indircctc Steuern zu gewinnen, sowie anderseits anch an die Bewältigung der nur zu lange schon verzögerten großen Aufgabe: Wiederherstellung unserer Valuta, zn gehen." Wir können uns diesem Wunsch nur auf danachdrücklichste anschließen und hoffen, daß sich auch in >er nächstens zusammentretende» Delegation gewichtige Stimmen erheben werden, welche auf die Beseitigung des gemeinsamen Uebels der Valuta-schwaicknngen dringen. Anstand. Von den berliner Festtagen äußerlich der wichtigste war der Samstag. In Gegenwart der drei Kaiser fand vormiltags die große Parade statt, die zu der Monarchcn-Begcgnnng de» äußeren Aulaß geboten hat. Von größerer Bedeutung für die Völker ist indeß der Sonntag, an welchem zwischen deu drei Reichskanzlern Bismarck, Andrassy und Gortschakoff die politischen Eon -ferenzen begannen. Die „Spener'fche Zeitung" gibt bereits einige Andeutungen über die Programm-pnnktc, dic den Gegenstand der Bcrathungen bilden sollen. Da heißt eö unter anderem: „Man hat von dem Wiederaufleben der heiligen Allianz geredet. Das ist gewiß unrichtig, wenn darunter ein Zusammenstehen gegen jene Ideen der bürgerlichen Freiheit uud des Enltursortschriltes verstanden wird, deren Herrschaft sich keine Staatsgewalt mehr cutgcgenstellcn kann. Wohl aber hat diese Erinnerung einen Sinn, wenn damit ein gemeinsamer maßvoller Widerstand „gegen die unterirdischen Mächte", gemeint ist, welche die moderuc Gesellschaft zu untergraben suchen. Die Zusammenkunft bedeutet eine Beruhigung des erregten Enropa auf der Basis sowohl der jetzige» Macht' n»d Terriw-rialverhältiüssc, wie der durch die Jdees der bürgerliche» Freiheit beseelte» monarchische» Staatsordnung!" Der Eongreß der Internationale ,n Haag hat sich zumeist mit Erörterungen über cuie Reorganisation besaßt. Man debattiertc zu>iici>t die Frage, ob dic oberste Leitung der Ge,cll,chaft eine föderative oder centrale fein soll. Hiebei kam cö za sehr zornigen Discussioucn, welche unter anderem dahin führten, daß die spanischen Delegierten plötzlich den Saal verließen. Uebcr die Beschlüsse, dic gefaßt wurden, erhält die „N. Fr. Pr." folgendes Telegramm: Der Geucralrath der „Iutcrnatiouale" erhielt vom Eougrcssc die Vollmacht, vom Programme abweichende Scctionen aufzulösen und den Födcral-rath zu suspendireu. Der Sitz dcs GencralratheS der „Internationale" wnrde vou London nach New» -)ork verlegt. Aus Petersburg kommt eine interessante Nachricht.-Die Festigung der Stellung GortschakosfS hat die unmittelbare Folge gehabt, daß der bis dahin mächtig Einfluß der Panslavisten auf den Thron-Nachfolger zu schwinden beginnt. Jgnatieff tritt damit wieder in den Hintergrund und die „Re-vanche"-Träume der Franzosen verlieren ihren letzten Halt. Alexander Alexandrowitsch wird während der Weltausstellung nach Wien kommen und so — wie cs wenigstens beschlossene Sache ist — auch ein äußerliches Zeichen des Umschlages in seiner politischen Richtung geben. Die Pforte hat dem Vladika eröffnen lassen, daß sie entschlossen sei, der alten Praxis, mit welcher Montenegro auch die unbedeutendste Grenzrau-ferei zu einem Oasus dslli hinaufschraube, ein- für allemal ein Eude zu machen, daß sie ihrerseits sich gerne bereit erkläre, jede gegen türkische Untertha-nen erhobene Beschwerde gründlich zu prüfen und eventuell streng zu ahnden, daß sie aber andererseits auch die vollständigste Reciprocität erwarte, und daß sie unter allen Umständen bewaffnete Banden, die, gleichwohl unter welchem Borwande, auf türkisches Gebiet übertreten sollten, nicht blos über die Grenze zurückwerfen, sondern auch jenseits der Grenze anf-fuchen und vernichten werde. Die Nachrichten aus Mexiko lauten günstig. Der Bürgerkrieg ruht. Lerdo de Tejada hat 'eine Proclamation erlassen, worin er dem verstorbenen Präsidenten di? wärmsten Lobeserhebungen zollt uud eine Präsidentenwahl anSschreibt, wobei er verspricht, für die ungestörte Freiheit und Sicherheit derselben zu sorgen. Zugleich erläßt er eine politische Amnestie, nur mit der einen beschränkenden Bestimmung, daß die Amnestierten nicht in ihre früheren Acmter zurücktrelen uud keine Gehalte nachträglich beanspruchen können. Im Ministerinm wurden durch den plötzlichen Administrationöwechscl keine Veränderungen herbeigeführt; Lcrdo hat dieselben Rathgeber und Helfer wie Juarez. Es wird Allgemein erwartet, daß die Wahl auf ihn, als den Würdigsten und Fähigsten, fällt. Zur Tagesgeschichte. — Eine wahrhaft großartige Scheu-k u u g. Ueber eine wahrhaft großartige Schenkung zu einem edlen Zwecks wird folgende Mittheilung gemacht: Ludwig Freiherr Haber v. Linsberg hat dem Ministe, rium für CultuS und Unterricht eine Summe 120.000 st. in Obligationen mit der Widmung für speciell bezeichnet Schulzwecke zur Verfügung gestellt, cffsnbar zur „Entchristlichnng" der Schule, da der Kctzer nicht den Herren Pfarrern oder dein Bieegolt von Brixen, sondern den k. k. Schulbehörben das Verwsnduugsrecht hierüber eingeraumt hat. Ein Betrag von 5000 st. wnrde zum besten dc^scher Schulen in Wälschlirol bestimmt. — Ein sonderbares Eompliment. Das moskauer Slaven Comu6 hatte zur Mündigkeits-feier des Fürsten Milan Olireuoviö ebenfalls eine Adresse erlassen, und zwar im Namen der „MoSkan'schen Treunde Serbien»". Diese Adresse ist vom Akademiker Michael Pogodin und vom Professor Nil Poposs un-terzeichnet worden. Nur hat sich in den sonst herzlichen Ton dieser Zuschrift ein sonderbarer Zwischensatz ein-geschlichen, welchen wir, ui» ihn der Eoutrole der Leier nicht zu entziehe», mit lateinischen Buchstaben auf-^hren: „vtt »mnäriakM «loktoinM sovvjst-Uikin- Der Ausdruck „umuärmtHa," heißt „Verstand ^kommen", „klug werden", „vernünftig werden". Es bleibt fijr diese Phrase, die sich auf die Räche des Hür- Mllan bezieht, demnach kaum eine andere Ueber-sctznng übrig, als; „O möchlen seine würdigen Näthe boch vernünftig itzerden!" '— Die Nachricht des „Eorriere Venelo" von ^»ern andauernden Kränkeln des Papstes ist, wie Wan der „A. A. Z." schreibt, mit Vo>sicht auszuneh-2" seinem äußeren Erscheinen zeigt sich davon nt« ^ ^ geistigen Fnnciionen weniger frei sonst. Pjus IX., der Unfehlbare, verwechselt hän-die Namen der Personen, glaubt dies und das an-geordnet zu haben, während iS doch unterblieb, wie e»„ sein GednchlniS oft Spuren des Verfalles und ^ Abnahme verrälh. — Aus „gut uulerrichtelen Kreisen" erfährt die ultramontane „Germania", daß Urban Rattazzi auf den Einfall gekommen sei, die Gräfin Mirafiori, morganatische Gattin des Königs Victor Emannel, zur „Königin von Italien" zu erheben, um dann in Italien die Rolle Zorilla's spielen zu können. Local- und Provinzial-Angelegenheiteu. Local-Chronik. — (Belobung.) Das k. k. Landespräsidium für Krain hat dem Bahnwächter Paul Srimscheg, sowie den Bauernburscheu Franz Cesuik, Johann Eesnik und Mathias Samsa, alle aus Zejs, für ihre muthvolle Hilfeleistung bei dem infolge Blitzschlages am 28sten August d. I. um Mitternacht im Hause Nr. 14 in Heje ausgebrochenen Feuer die belobende Anerkennung ausgesprochen. — (Lebensrettung.) Die Landesregierung für Krain hat den Grundbesitzern Mathias Sajovic, Josef Vouko von CeZcavaS und Mathias Leustek von Podgora sür die bei dem Brande der Ortschaft Zalog im Bezirke Rudolsswirth am 29. Juli d. I. Mit eigener Lebensgefahr bewirkte Rettung von vier Menschenleben vor dem Tode des VsrbrennenS rie gesetzliche LebenS-rettungstaglio im vierfachen Betrage per 105 fl. ö. W. zuerkannt und für die muthvolle, energische und erfolgreiche Hilfeleistung bei dem gleichen Brands dem Gsn-darmerie-Titularsührer Johann Otwnicar, den Gendarmen Johann Schwegel, Josef Rosenzopf und Franz Pelko vom k. k. Gendarmerie-Posten in Rudolfswerth, sowie dem Franz Bucar von Ober-StraHa und der Lehrerstochter Franziska Novak von P>recna dis wohlverdiente belobende Anerkennung ausgesprochen. — (Vereinsversammlung.) Sonntag den 22. September d. I. um 10 Uhr vormittags findet im Saale des hiesigen Magistrates die General-Versammlung der Mitglieder des Arankenvereines der freiwilligen Feuerwehr statt. Tsgesordnusig: 1. Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes; 2. Austragung sonstiger Vorkommnisse; 3. Verschiedene, Anträge der VereinSmitglieder, welche acht Tage vor der General-Versammlung schriftlich dem Comil6 eingesendet wurden; endlich 4. Neuwahl der Comitsmitglieder und Rechnungsrevidenlen. — (Terrainausnahme.) Da dieRecog-noseiernng der Alternativ-Linien von Lack über den Loibl oder Seeland nach Klagensurt die Nothwendig-keit einer detaillierten Bearbeitung nahelegte, wurde die Terrain'Aufnahme sür diese Linien bereits veranlaßt und befindet sich selbe derzeit in der Ausführung. — (Eifenbah n baute n.) Die Arbeiten aus der Eisenbahnlinie Karlstadt-Fiume schreiten jetzt rasch vorwärts. Laut der in Fiume erscheinenden „Bilaucia" arbeiten jetzt dort 19.567 Personen und 754 Pferde. Man versichert, daß die Bahn am 23ten August 1873 eröffnet werden wird. Die Linie St. Peter-Fiume wird endlich im Oktober d. I. dem Verkehr übergeben werden können. Auch die Arbeiten am siamaner Bahnhose schreiten jetzt sehr rasch vorwärts. — (L ehrb il d un gS an stalte n.) Bezüglich der staatlichen BildnngSanstalten sür Lehrer sowie der Privatanstaüen dieser Art bleibt es wegen des in allen Ländern fortdauernden Lehrermangels bei der Bestimmung des Ministerial-Erlasses vem 1. August 1871, wonach »och während der Schuljahre 1872/73 und 1873/74 die Bildungsdauer der Eandidaten mit dem dritten Jahrgange abzuschließen ist. Damit jedoch der Bildung«yv.'ck wührend dieser noch zweijährigen Übergangsperiode möglichst gut erreicht werde, fordert der Minister für Cultus und Unterricht in feinem bereits erwähnten Erlaß vom 18. August dieses Jahres die k. k. Laudesschulräthe auf, mit Berücksichtigung der im Schuljahre 1871/72 gemachten Erfahrungen und nach Anhörung der Lehrkörper auf die während deS Schuljahres 1972/73 im 2. uud 3. daun während d-S Schuljahres 1873/4 im 3. Jahrgange zu befolgenden Lehrpläne einen bestimmenden Einfluß zu nehmen, indem er die Ermächtigung zu allen jenen Modifieationen der Lehrpläne verfügt, welche als wirkliches Bedürfnis, erkannt werden, damit die den LehramtSzözlingen in der dreijährigen Übergangsperiode gewährte Ausbildung dem für die vierjährige Bildungsdauer bestimmten Maße möglichst nahe komme. Insbesondere wird sich eine Modification deS Lehrplanes für den im Schuljahre 1872/73 abzuhaltenden zweiten Jahrgang mit Rücksicht darauf empfehlen, daß der Lehrstoff nicht in den dritten Jahrgang allzu sehr zusammengedrängt werden müsse. — (Beim Bestkegelscheiben) zum Vortheile des Feuerwehr-Krankenvereins, welches im Gasthause „zum weißen Lamm", Ecks der triester Straße, abzehalten wird, wurden bis gestern abends in L Schüben 21 Kegel gemacht; die Vertheilung der Beste, welche sehr hübsch sind (erstes Best zu 3 Dukaten in Gold; zweites M 2 Dukaten; drittes 1 Dukaten; viertes 4 Vereinsthaler; fünftes 3 Vereinsthalsr, sechstes 2 Vereinsthaler), findet Donnerstag den 12. um 10 Uhr abends statt. Die Kegelbahn ist sehr geschmackvoll mit blühenden Blumen und exotischen Pflanzen verziert. Im Interesse des Feuerwehr-Krankenveremes ist eS zu wünschen, daß die Betheiligung noch in den letzten Tagen eine recht zahlreiche wäre. — (Kärntner Volkskalender für 18 7 3.) Der vom Redactenr der „Freien Stimme» " in Klagensurt, Karl Pröll, im Vereine mit anderen Freunden deS Volkes herauszegebene „Kärntner Kalender" für 1873, dessen Reinertrag dem Schulpfmnig gewidmet wird, hat soeben die Presse verlassen. Wir empfehlen dieses treffliche Volksbuch, welches die wek teste Verbreitung verdient, allen Haushaltungen «nd Freunden einer freisinnigen und echt yolksthümliche» Lectüre. Von den zahlreichen Aufsätzen, politischen, gemeinnützigen und unterhaltenden Inhaltes, heben wir besonders hervor: Die Gegenreformation im Kärnten von Prof. E. Aelfchker. Die Altkathokken i« Hohenbuchberg, Novelle von Bruno Salzhammer. Wie man in Oesterreich gewirthfchaftet hat, von C. Bruck-mann. Ein Sonntag in Obersteiermark, von Rosegger. Stuben-Vogelzncht, von Dr. Karl Ruß. Unsere chemischen Hausfreunde, von Prof. Dr. Mitteregger. Erik» son, der Bauernkönig, von Fritz Pichler. Die metrischen Maße und Gewichte, von Dr. Caj. Dittl. Geistige Gütergemeinschaft, von Karl Pröll. Zur Ordnung der Gesundheitspflege, von Dr. F. Rabitsch. Die Volksschule und ihre Bedeutung, von. I. Killer. Die Pilze als Feinde des Landwinhes n. s. w. Der ziemlich starke Band von 248 Seiten kostet nur 42 kr. Zu beziehen durch die Buchhandlung Kleinmayr L Bamberg. — (Statistische Na ch Weisungen) der im Sprengel des grazer Oberlandesgerichtes, Abtheilung Krain, im Jahre 1871 in Untersuchung gestandenen, sowie der abgenrtheilten Personen, und zwar: In Untersuchungshaft befanden sich anfangs des Jahres 137 Männer 27 Weiber, zugewachsen sind 1306 M. 194 W., entlassen wurden 1265 M. 200 W., verblieben 178 M. 21 W. — Die Zahl der Verpflegstage betrug 40.856 für M., 6377 für W. Hievon waren in Unterfachnng bis zu 6 Monaten 1395 M 215 W, bis zu einem Jahr 36 M.6 W., über ein Jahr 12 M. Die Kosten betrugen für Verpflegung 11.150 fl., für andere Erfordernisse 13.002 fl. In Strashast befanden sich anfangs des Jahres 291 M. 12 W., zugewachsen sind 4346 M. 689 W., entlasten wurden 4381 M. 680 W., verblieben 256 M. 21 W. Die Zahl der Verpflegstage betrug 86.273 sür M., 14.131 für W. — Hievon waren vernrtheilt zur Arreststrafe bis zu 8 Tagen 3233 M. 553 W., bis zu einem Monat 494 M. 55 W., bis zu 3 Monaten 61 M. 8 W., bis zu 6 Monaten 7 M. 4 W., zur Kerkerstrafe bis zu einem Monat 114 M. 22 W., bis zu 6 Monaten 517 M. 41 W., bis zu einem Jahr 108 M. 7 W., bis zu 3 Jahren 72 M. 6 W.. bis zu 5 Jahren 20 M. 4 W,, bis zu 10 Jahren 10 M. 1 W., bis zu 20 Jahren 1 Mann. Die ErhaltuugSkosten betrugen 24.156 fl. für Verpflegung, 27.589 fl. für sonstige Erfordernisse. — (Für Beamtenkreise.) Beim ersten ! allgemeinen Beamtenvereine der österr.-ungar. Monar« chik, beziehungsweise Lei der LebcnsversicherungS-Ab-thcilung dieses Vereins wurden im vorigen Monate 612 Anträge Uber 570.400 fl. Kapital und 4000 fl. Rente eingebracht. Abgeschlossen wurden 523 Verträge mit der Versicherungssumme ison 443.000 fl. Kapital uud 2300 fl. Renten. Der Totalstand der Versicherungen am 1. September d. I. stellte sich nach Abzug aller Erlöschungen mit 13,790 000 fl. Kapital und 34.000 fl. Rente dar. Durch Todesfälle erloschen seit Anfang 1872 120 Verträge, auf welche ein versichertes Kapital von 99.150 fl. entfiel. Seit Beginn seiner Thätigkeit hat der Verein bereits über 330.000 fl. aüsgezahlt. Die Prämieneinnahme pro August war mit 36.024 fl. vorgeschrieben. Der Verein hat auch Cautionsbeistellung unter Zuhilfenahme der Lebensversicherung in seine Thätigkeit einbezogen. Die Bildung ein-S neuen LocalauSschusfes und Borfchuß-Con-sortiumS desselben ist zu Teplitz in Böhmen im Zuge. — (Bon der krainischen Grenze) schreibt man den „Fr. St." : „Unsere slovenischen Journalisten sind wirklich recht eigenthümliche Käuze. Einerseits huldigen sie den Römlingen, Haschen nach ihrer verpesteten Gunst, lecken ihnen die „verfalbten" Hände ab uud geberden sich ihnen gegenüber wie wäl'sche Jntrigucnritter, andererseits wieder kennt ihre Arroganz und Verbissenheit keine Grenzen. Kaum gaben einige Mitglieder des krainischen Klerus ihre Bittgesuche um Zuerkennung einer StaatSunterstützung ab, als die slovenischen Blätter gleich einer Meute Uber „die Bettler um den Judaslohn" Hersielen und sie in einer Weise besudelten, die nur von Scandal-machern zu erwarten ist. Loyalität kennt diese Sorte Von Menschen so wenig wie die nothwcndigsten Regeln des Anstandes. Der Krieg gegen die geistlichen Petenten gewann mit einem Schlage an Umfang, und wer nicht einen Stein nach ihnen warf, der gehörte auch nicht mehr unter die wackeren nationalen Kämpfer. Daß da auch das geist- und witzlose slovenische „Witzblatt" in Baneruzockeln nachgehumpelt kam, ist wohl selbstverständlich. Durch diese Zwischenfälle dürfte man cs in einiger Beziehung mit dem Klerus, dem nationalen Plänkler, verdorben haben, und das wäre geyiß nur ein bedeutender Schritt zum Befserwerden unserer Verhältnisse. Es ist hie und da wirklich erstaunlich, welch' moralische Großinquisitoren in so mancher schäbigen Pfarrerskutte stecken. Dem Schreiber dieses ist ein Schullehrer bekannt, der sich aus die heimlichste Weise das „Laibach er Tagblatt" verschaffte und aus Furcht vor seinem Arbuez täglich den ziemlich weilen Weg zum Postamte machte.*) Aehnliche Beispiele konnte ich mehrere auö unsern Bergen berichten. Doch es kann nichts ohne Abwechslung bleiben. In allerjüngster Zeit hat uns ein Uebel heinigesucht, gegen daö auch unser- ehrsamen Patres von der noch ehrsameren Gesellschaft Jesu vergeblich ankämpfen würden, wäre es ihnen übrigens zur Ausbeutung ihrer Zwecke nicht sogar eiwünscht. In Neu-marktl uud Umgebung nämlich brach die Brechruhr aus, der auch einige zum Opfer fielen. Jetzt ist cS bereits bester geworden, aber der schlimme Gast hat nicht wenig Herzbeklemmungen verursacht. Bis auf einige herumreisende Zopsabschueider aus dem Stamme Juda und eiliche neue KUchenerscheinungen in Psarr-hvfen ist einstweilen alles beim alten geblieben." *) Wir ratheu dein Lehrer, wenn er wegen Haltung des „Tagblatt" vvu irgend einer Seite behelligt werden sollte, den öffentlichen Nechtsschutz in Auspru» zu nehmen. Die Redaction. Wirthschaftliches. Geräucherte Schinken kann man auf folgende Weise ausbewahrcn : Mache soviel baumwollene Säckchen als du Schinken hast, jedoch ein wenig größer als diese, stecke die gut geräucherten Schinken hinein, schneide gutes, wohlriechendes trockenes Heu fingerlang und presse dieses mit der Hand sehr fest in die Säcke ringS um die Schinken, so daß diese von allen Seiten mit Heu umgeben sind; dann knüpfe sie mit einer starken Schnur gut zu und hänge sie an einem tro- ckenen Orte aus. Auf diese Art erhalten sich die Schinken mehrere Jahre lang gut. Die Ausdünstung der Schinken wird durch das Heu eingesogen, welches dasür durch seinen angenehmen Geruch zur Erhöhung des Wohlgeschmacks der Schinken beiträgt. — (Ueber das Ablagern des Kaffees) sagt Klenke folgendes: Es ist eine Erfahrungssache, daß jeder Kaffee umso besser, d. H. reicher an Aroma und Wohlgeschmack wird, je länger er (als rohe Bohnen) lagert. Wenn ein Kausmaun den schlechtesten amerikanischen Kaffee einkauft und ihn zehn bis fünfzehn Jahre liegen lassen kann, so wird dieser Kaffee ganz dieselbe Güte an Aroma und WohlgeschmaA erhalten, wie der beste arabische, aus der Türkei bezogene Kaffee. Jeder Confument, dessen Verhältnisse es ertauben, sollte deshalb seinen Kaffeebedarf im großen einkaufen und durch Lageruug die minder gute Sorte, die er größtentheils unter höherem Namen und Preise einkaust! wirklich zu einer guten Qualität sich veredeln lassen. Es beruht diese Erscheinung in einer Nachreise der Boh nen, wozu sie alle erst eine gewisse Zeit nöthig habe», um in den Handel kommen zu können; die echten arabischen Bohnen müssen mindestens erst drei Jahre liegen und nachreifen, ehe sie ihr. beliebtes Aroma be^ kommen und preirwürdig sind. Für die Stadtarinen sind eingegangen: Eine verfallene Darangabe 5 fl., welche man unter einem ihrer Bestimmung zufllhrte. Meuer Börse vom v. September ^ SLare. öft.PüÄ. ^ co.eo -:o. d:o. ös:.in S'.!b. 71,-0 7^70 von 1?5>4 ... .»s. dt;.5u vor: ittOO, gau-c io.>t>0 106.25 'c e per: 1^60, Aünft. 12«;.50 12«; -LrLüucL'.H. v. Lä64 .147.-. 140.50 ^eteru'.arr 91.59 82 — -karnten. Lkram n. Küstenland 5 , 85.75 86.- ^ 4^-deQb'ürz. „ S HLrion. Nationalbank . . Icrrvn * B'ink . . » Kreditanstalt . - -0. La^s.öskrr. Karre . OL't. Sodcn:r-:d.-A. . freier. ycanko - Anstria . . ?.a'.s. Srrd.-Nordb. . Virdbahn^Äeselllch. l 8?1. 893 — »74.5« 275. -343.70 34 r.:»o 1018 1«22 827.- 327.50 287.-- L88.-88. 102 262. - L6S. 127. 127.50 2080 2085, 214.5. 214.60 257.25 257.5,0 254.- 254.25 185.50 186.— 340. - 34U- 233.50 224.-185.- 18«.- 181.25 181.75 !>«. I 6 Lraarebayn pr. Suick i2 taarsb. vr. Sl. 1867 zu 100 kl. . rr?. >»o 5.^. Gelt 84.^5 Wax 95 75 114. - 114 LO 102 75 103.25 92.10 82.30 128.— 130.-125.— 126. 87.- 87 2N 101.10 101.30 i 186 5L 187. - > 99.50 lOO - 120.50 121 Witterung. Laibach, 10. September. Gestern abends Aufheiterung, nachts sternenhell. Heute Morgennebel, vormittags ziemlich heiter, windstill. Wärm e: Morgens 6 Uhr -j- 15.8 , nachmittags L Uhr s 23.5" 0. <1871 22.0"; 1870 14 5 .) B a r o m e t e r im Fallen, 735.70 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j-17 8", um 2.8" unter dem Äiormale. AnciekoiirmLne Fremde. Am 9 September, k I» Baron Tanferer, Weixelbnrg. — Den nnd Malli, Neumarltl. — Dr. Eisenzopf, uud Älliua, Kaufm., Graz. — Vidic, Professor, Istrien. — Hirsch, Oberstabs ar;t, und Waldhäufel, Wien. - Tru^a. k. k. Adjunct, Parenzo — Pogacuig, Zirkniz. — Dr. Nagy; Hell, Handetsm , und Struppi, Privatier, Triest. — Posnik,-Veldes. — Svetec, Äaafiu., Marburg. — Fessel, Aßling. — Legat, Dominherr, Niidolfswerll'. Dollenz, Besitzer, Wippach. — Globocnig, Besitzer, CiSneru. Eoing, Kauf,».; Hrastina, Regiernngs rath, uud Hahmanu, Wien. — v. ^»suet, Hrästnig. — Paiera, Triest. — Hwvat, St. Barthei,nä. Petrovic und Fran Braune, (5!ottschee. — Zlosina, Dalmatien. — Woliverg, Cibi. — Kaiser, Privat, Graz 8!«;»'«^Waguer, Ungarn. — Magaj und Schu sterschic, Semic. — Duller, ÄiuLolfswerth. Brescar und Vianello, Tuest. — Salvadore, Sardinien. — Drobetz, Marburg. Grdeuttafei über die am 13. September l872 siattsin-denden ^icitat.'o.'ien. !. Feilb., Kolric'sche Neal. «öutna, BG. Landstraß.-- 1. Feilb., Cucek'sche Real., Grafenbrniin, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Snrte'sche Neal., Secjeselo, BG. Tschernembl. Lottozichuirg vom 7. September. Wien: 28 80 68 46 5«2. Graz: 6 15, 88 6 86. Karton. S.W. vevio-h. 92.3ü 92.50 Ln ;. Äod.-Är'-u>tta?.st. 88.75 Lll^.kst.Bod. «Lr-d-.r. ^ 104.75 105.50 hro. '.- ^ . io , vlan; . ^ 40 ^ Lb:'.ldflei2 . „ U)7> ^ ^ :»^ . 10 ^k. Parrr 100 lÄÜLrrruT*. 58 21.-42 -^9.-38 58. 30 41 50 28.50 36 — 29.- SO. 24.- 25.-24 50 25.— 1V 17. 14.50 15S-1 i,2. 82 20 i«2 10 8225 108.10 1 8.20 4246 42.45 ^ur.-ü. 5 25 5 27 ... N.70 8.71 . . 162 7, 163.2?» 107.75 107.85 Telegrafischer CnrSbericht der Filiale der Steiermark. Eörompieliauk in Qüliach, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 10. September Schlüffe der Mittagsborse. üperz. MetalliqneS mit Mai- uud November.Ziuseri 66 -10.—bperz. National'Anlehen 71.40.— I8l>0er Staats-Nnlclien 101.80. — Baukactien 883. — Credik 331.90. -Ängtobank 325.50. Fraucobauk 132.- . — Lombarden 214.30. — Unionbauk 277.75. — Wechslerbank 32!>.50. — Baubank 145.—. — Anglobanbank 225.25. — Bereinsbank 3.50. - Tramway 313.50. — Tlirkenlose 78.10. — 1 London 108.95. — Silber 107 65. — teu 5.24'/,. — 20-Franc-Stl!cke 8.70. K. k. MUnz-Duea- o i i s e l> im I. Stock, Gaffenscite, werden morgen friih ^!»» Hg» ein -'!», >«?>!- uud diverse Gegenstände liki-tnndo veräußert werden. (516) ist siir alle slovenischen, und Loge für die deutschen Bor-stellniigeu iu der uiichsten Theatersaisou zu verg"beu. Näheres im Zeitungs-Comptoir, (514) Anllimrjigung. In des Gefertigten vom hohen k. k. Ministerin,» ?cs Unlcrlichtcs «iiit kci» Lcffciitlichkcits-rcchtc »ntorisirtcr (438-7) PriM-Lchr- und Er.;iehunp-Anjil!lt str Kmllieu beginnt das rrstc ^rmcstcr des Schuljahres 187!^ mit 1. Lctoder. DaS Näliere euthalteu die Statule>>, ivelche auf Berlangeu portofrei enigeseudet iverden. Auskunft ertheilt die Borstet,>:ng ^ > 2 Uhr am Hanptplatz -Nr ^ ^ ^ > 0 ck. Inhaber und Vorsteher der Anstalt. Grulitttbruttn (Schischka) sind vom 1. Oklvbcr l. qrostc «nd kleine zu vergeben. (515—1) Ul Wiens bittiftfte Genkaufoqttclle v»»Mde, Meli» M 8«>tzi, W»m Qsbi'üciöe I^ismsnsAnus, Bauernmarkt bei I». (492-9) Selbe empsehlen ihr reichliches Lager obiger Artikel bestens nnd effectuiereu Aufträge aus der Provinz gegen Nachnahme schnell und solid mit 5".„ Kaffe Sconto Wr»L l»» gg». ». «let»»»yr ck 8«d. «»»brr, tn Latdach. vertrgrr u»0 für dir »ttvacttoo vrramwomich: Otrvmar >6 a m Verg.