LMllcher Zeitung. Nr. 358. Priiiiumcrntionsprci«: dm Comptoir ganzj. fl. i>, halbj. si. 3.5N. Fill dic.^»ftl:ll>m!, ins Hciu« halbj.50li. MitdcrPost aanzj.fl. ,5, halbj.sl. 7.50. Samstag, 9. November 3nfertl onegebiihi bis 10 feilen: inial lü» ll,. !im.»«lr., »m. I fi.; sonst pr. ^cile Im. s, lr., iim. 8 lr., »m. i(»ll. u. s. w. Inlcrliouest^mprl jedc»u>. 30li. 18«7. Amtlicher Theil. , Mcr Iustizministcr hat die bei den ikreisgerichten lu Znaim und ^Ilcutitschciu erledigten zwei Rathssccrc-»ärsstcllcn, nnd zwar dic crstcrc dein als Gerichtsadjnnc-lm in Znaim in Vcrwcndnng stehenden Rathssccrctär ^»stav v. N cmnk nnd die letztere dem GcrichtSadjnnc> lw in Ncntitschcin Franz Gedliczka verliehen. 3lichtamtlicher Theil. Vaibach, 8. November. Sc. Majestät der Kaiser ist gestern in der Haupt» Mdt seines 3?cichcs nach achtzchiitägigcr Abwcscuhcit bieder cingelroffcu, von der Vcrtrctung seiner getreuen Vcvölkcrnng niit jcncr Herzlichkeit bcwillkommt, welche stctö das anszcichncndc Äicrlmal der Bczichnna.cn zwischen Aionarch nnd Bürger in Oesterreich gebildet hat ll.'ld welche diesmal durch die Zcitumsiände nnd dnrch ^c freudige Errcguug über den Triumph, den Ocstcr-l'eichs coustitntioncller Monarch in Frankreich gefeiert, besonders erhöht wnrdc. Se. Majestät der Kaiser kehrt zurück, mit den dauerndsten Erinnernna.cn an Volks« ^»ipathien, dic ihm in Frankreich ans Schritt nnd Tritt tntgca.c!! getragen wnrdcn, nnd mit dem hohen Bcwnßt-^>», daß er seinen Völkern als Unterpfand für dic ge-^ihlichc weitere Entwicklung des ilicichcs das mächtigste, l'cdcntcildstc Prograinm in den zwei Worten mitbringe: Civilisation nnd Freiheit! DnS war das Pro< ümnnn des StadthanscS von Paris, und cS bcgcgnct lucht allein jenem dcö Wiener Stadthanscs, sondern der gcsamlnlcn Monarchie, wclchc auf die Wnndcrtraft dieser beiden Facturcn dcS Jahrhunderts vertraut. ^'l!< Ilcx-^^"»« vi,!!:<>>! Dieses Wort mag in allcn Stürmen und Gefahren, denen die jugendlich aufstrebende Monarchic noch ausgesetzt sein mag. den Mnth dcS hochherzigen Monarchen nnd seiner mit ihm fühlenden, mit 'hm lämpfcndcn Böller begeistern! Ili. Sitzung >cs Hcrrcnhaustö voui l>. November. (Schluß.) Freiherr v. V ichtcu f cl s erklärt sich unbedingt fi>r drn Antrag der Commission. Es sei außerordentlich wi'mschcnöwcrlh, daß die Bestimmungen in Vczichnng "»f die Biililärgcrichtsbarkcit in Ungarn nnd Oesterreich älcichfm-mig beschaffen sind. Er glaube jedoch, daß sich dic Militärgerichtsbarkeit weder iu Strafsachen, noch in Zivilsachen cutbchrcn lasse. Bei der Abstimmung wnrdc Art. 3 nach dem Com» missionsantragc angcnommcu. Die Art. 4 uud 5 werden ohne Debatte conform den Beschlüssen dcö Abgeordnetenhauses angenommen. Art. 0 (Unabfctzbarkcit der Richter) gelangt zur Debatte. Die Commission hat „die Versetzungen in den Ruhestand, wclchc wegen eingetretener Dicnstcsuntaug-lichtcit nach dcn Vorschriften dcs OcsctzcS erfolgen," von dcn Bestimmungen dieses Artikels ausgenommen und dem cnsftrcchcnd dcn Art. <'. geändert. Freiherr v. Hock spricht gegen dcn Commissions, antrag nnd für Alinea 3 des Artikels 0, wie cs aus dem Beschlusse dcs AbgcordnctcnhanscS hervorgegangen. Nnr würde er, um Mißverständnissen vorznbcngcn. anstatt des Wortes „Ucbcrsctznng" dcn Ausdrnck „Ver-fiignug" gesetzt wüuscheu, wouach Alinea ^ dcs Artikels li lauten hätte: „Dicsc Vestimmuug findet jedoch nicht anf Verfügungen Allwendung, wclchc dnrch Aenderung in der Organisation der Gerichte nöthig werden." (Der Antrag wird unterstützt.) Freiherr v. Kichtenfcls stellt den Antrag: Das h. Haus wolle beschließen, der Abs. 2 des Art. l! habe zn lantcn i Sie dürfen mir in dcn im Gcjktzc uorli/schnr^'ncu Fällm und mir cms Grund riin'^ fürinlichl',, nchlrrlicheu Erll'üuüiisscs ihr,t< Anilc« cittschl nirrdm, dii' ,;c!lwl'iir Eullj^xinss derselben vom Ämll' dars nnr durch MichMchc Hjcrsilg'üiss uulcr ^ll'jchzri-liqn- Psnuminiss dcr Sachr a» dai« znftiiüdig'' O^richl, dir ^rr-sl^uliss nil cine andn'? Strll,' odrr in dl'» Riihcflai'd ll'idcr Willcü nur durch ql'richüich^u Ä^schlnsz in dm dnrch das G^'sch lustim»!-lcn Fälll'n und Fornim rrfolgri,. Absatz .') hätte zn lantcn: Dirsc Vrs!iin!nn»^!'n findsii jedoch ans Usbcrs^tzllilgci! lcinc ?l»wrlldunci, uu'lchc durch Vnänd^iiiigcu iu dl'r Oigauisatl^u drr (^rrichls iiölhici N'l'rdru, (Bcidc Anträge werden zahlreich unterstützt.) Berichterstatter Ritter v. Schmerling stellt das Ersuchen, die Sitzung zn unterbrechen, damit dic Commission mit Zuziehung dcs Antragstcllclt« sofort über diesen Gegenstand Bcrathnng pflegen könne. (Die Sitzung wird hierauf unterbrochen.) Nach Wicdcranfnahmc dcr Sitznng theilt Berichterstatter Ritter v. Schmerling mit, daß sich die Commission dahin geeinigt hat, in thcilwciscr Eonfor-miruug mit dru gestellten Amcndcmcnts die Alincns 2 nud 3 dcs Art. , 9, w wcrden ohne Debatte gleich-lautend mit den Beschlüssen dcb Abgeordnetenhauses angenommen. Zu § II (Einführung der Geschworncngerichtc) er greift das Wort Frcih. v. ^ ichtcnfcl s. Er erklärt sich gcgcn dic Schwnrgcrichte und cutwiclelt die Schwierig leiten, wclchc sich denselben in Oesterreich wie cmdcr wärts cntgcgcnstcllrn. Die Geschwornen wcrdcn sich auch schr bald in ihrcr Eigenschaft nicht sowohl als Richter, als viclmchr M Vertheidiger dcr Voltsgewalt gegenüber der Staate! gcwalt betrachten. Sie werden sich betrachten als Vcr theidigcr dcs Angellagtcn dcr Iustizpflcgc gcgcnübcr, nm dcnsclbcn in möglichst viclcn Fällen freizusprechen. Diese Stellung kann nichts auderes als in der ^ury ein dcr Staatsgewalt gefährliches, schädliches nnd srind« licheS Princip entwickeln. Das hat znr Folge, daß die GcrichtSftflcac das Ansehen cincs KampfcS zwischen Volksgewnlt und Justiz gcwalt gcwinnrn uud daß dic GerichtSsälc zum Tum° mclplatzc politischer ^cidcnschaftcu wcrdcn, in welchen jcdc Freisprechung dcS Angeklagten als cin Sieg dcS Vollcs nnd jcdc Vcrnrthcilnng als cine ^iicdcrlagc dcr Volks-gcwalt angesehen wird. Daß dnrch folchc Verhältnisse die Staatsgewalt untergraben wcrdcn muß, scheint nnr, ist nnzwcisclhaft. Zu dicscn Gefahren, dic ans dicscm Gcgcnsntzc dcr VolkSgcwalt zur Staatsgewalt in nllcn Staaten sich cr-gcbcn, trctcn in nnscrcn Staaten insbesondere nrch die vielfachen Richlnngcn der politischen Tcudrnzcn; cS trctcn Zum Schillcrtag. Ein Jahrhundert ist verflossen, seit (10. November ^/l)!>) in dcm wnrttcmberg'schcn Städtchen Marbach Schiller das ^icht dcr Welt erblickte, ein GcninS, dcsscn Hildes Licht noch hcntc allc Herzen erwärmt, die das ^"lite, Schöne und Wahre lieben. Schilkr gehört nicht ^chr nllcill dcr großen dcntschcn Natioli, allc gcmldctcn ^ülker habcn scinc nnslcrblichen Wcrkc dnrch gclnngcne ^bcrtraguugcn sich angccignct, allc schöpfen ans ihnt ^uth für dcn Kampf des Bebens, für daS Strcbcn nach 3" höchsten Gütern dcr 3^cnschhcit. In dcr slovcnischcu Drache müssen wir vor allem I. Koscski's (Finanz s",lli Vcscl in Trieft) gedenken, dcr im künftigen Jahr s'u Dichtcrjnbilnnm fcicrt (scin crstcs Gedicht, deutsch-^^"isch, erschien 1.^1 <^ im ^aibachcr Wochenblatt) nnd ^ bic schönsten Blüthen Echiller'schcr Pocsic unserer ^^rutiir einverleibte. Von Dranlcil gab cr uns die ^'Nfrau von Orleans (Oivi.ü (>> I< !»»!i!>), ^nibach 1842, U'd den 1. Act dcr Braut vou Mcssiua (N<,',in,^i!' „.»-^"), leider wegen cincS laugwicrigeu Uebels, das dcn Achter ^fi^^ Fragment geblieben. Von Balladen ^'lrug Koscski dcn Grafen von Habsbnrg sl^44), dcn ^"li nach dein Eiscnhammcr (1>«45>), das Vicd von dcr dig?/ (l^4<:), dcn Kampf mit dcm Drachcn (l«4<>), di! 3^"^ der Francn (184l!), dcn Handfchnh (1848). H, Kraniche des Ibykns (l847) nnd die Wortc dcs laichen (i.^l7). Koscski ist vollendeter Alicistcr in j, ^lldhalning der Sprache, sic lich ihm allein all, '^'"^ all' ihre lyrische Weichheit; scinc Ucbcrtra^ ! gungcn sind nicht bloße Eopicn, sie geben dcn Gcdantcn !dcs Dichters n,it dichterischem Verständniß wieder, und l habcu sicherlich viel beigetragen, Schiller in immer weigeren Krciscn unseres Volkes einzubürgern. Anch jüngere ! Kräfte, angespornt dnrch solch' Vorbild, vcrsnchlcn sich in dcr Wiedergabe Schillcr'schcr Dramen. Wir erinnern an Ccgnar'S (in Tricsl) Mana Stnart, Wilhelm Tell, Wallcnstcin, an Pinter's Sprüche des Con-^fuciuS. Ein geistlicher Sänger, der nm dic Literatur ^nnd Volksbildung viel verdiente Marburgcr Fürstbischof Slomsct, wnrdc dcr Dolmetsch dcs Liedes von dcr Glockc, an wclchcm auch dcr Hcransgcbcr dcr (.'I'.l,^,., cincr interessanten Gedichtsammlung dcr dreißiger Jahre, Bibliothekar Kastelle scinc poetischen Schwingen vcr> suchte. , ^. , , Doch, wclchc Ucbcrtragnng vermag das Original zu crsctzcn? Schiller ist uns anch iu dcr Ursprachc nicht frcmd. Frühzeitig fanden seine Schöpfuugcu Eiu-gang nnd Vcrbrcitnng in nnscren qcblldelcn Krciscn. Am ! GMnnasium Vnibachs ergriff nnlcr dcm geistvollen auch ! mu uuscrc ^andcsgcschichtc vielfach vcrdlcutcu Professor Richt cr dic stndinndc Ingcnd dic Schildcruug dcS großen Glaubenstampfcs (dreißigjähriger Krieg) mit Be-acistcrnng Vortrage darüber nnd Dcclanmtionsübnngcn ans dcr Trilogic'Wallcnstcin ricscn, wie ein Zeit' acnossc 5icrr Dr. H.Costa, erzählt, einen förmlichen Schiller-EultuS hervor. Dieser Schiller-CultuS ist nicht geschwunden wie so mancher andcrc, weil cr lcincm fal» schcn Götzen sondcrn cincm Hcros dcr Ulcnschhcit gc. weiht war cincm jcncr Geister, die cinc cwigc Heimat in dcn ftcrzcn allcr für das Gntc, Schöne nnd Wahrc fühlenden Menschen finden. Heute bringt auch nnscrc Bühne, dic äußerste au dcu Marken deutscher Zunge, dem großen Dichter ihren Tribnt, indem sic uns ans dcr Wallcnstciu'schc!, Trilogic das „Vager" zur Aufführung bringt. Wir wollcn hier nur zwei Anssprüchc dcr Kritik übcr die Trilogic anführen. Ein englischer Kritiker sagte: Wir glauben, in uuscrcr Bewunderung für einen dcr cdclstcn Gcistcr, dcn die Natur jc hervorbrachte, nicht zu weit zn gehcu, wcnu wir bchanpteu, daß Deutschland nic cinen größeren Dichter hervorbrachte, als Schil lcr, nnd Schiller lein grö« ßcrcS Gedicht, als scincu Wallcnstcin. N,ld Göthc sagt in neidlofcr Bcwundcrnng: „Schiller's Wallcuslcin ist so groß, daß kcin zwcitcs ähnliches cxislirt." Schiller dichtete seinen Wallcnstcin, als dcr Stern des crslcn Napoleon im Emporsteigen bcgriffeu war, dcr Slcri, eines glücklichcu Suldalcu, dcr, fatalistisch au seiu Schlach-tcnglück gebunden, mit ihm stieg, mit ihm verlosch. Schiller stieg in dicscm Drama aus dcm Nciche der Idcalc zur wirklichcu Wclt hcrab; dic kricgcrische Zcit dcS Jahrhunderts mit ihrem Ehrgcizc, dcr allc sanfteren Herzcnsrcgungcn liuterdrückle, spiegelte sich in dicscr Dichtung wicdcr. Dcr crstc Theil dcr Trilogie, das Vager, führt nus mit gcfundcm, von dcs Gcdauww Blässe nicht angekränkeltem RcaliSmus mitten unlcr die Kricgsvülker ^^allcustciuS. Wir schcn dic Soldat^ll, dcs 17. Jahrhunderts mit ihrcm Mangel an DiSeivli, ihren ausschweifenden Eitle./ uiit lhrcr Anhänglichkeit an dcn arm?,',, ^,-!^<" ""'"', scinc Soldatcn licbt und au d s.^S r.?^?,'!. .< ^ liugs glaubcu. Dic vcrsclmdcn ^w ^ .^^ ^"^ der unter dcmselbcn B u v, ^ " H""' ""d lebensvollen Scenen a uns 7.^ °^'"" ^'^" '" "aac>,- i,m,- ?> s. ". '^ Vorubcr. Auch in dic cm nacs dm U ?^^elch." DerKapn^ner, cn Schiller E ara^ i ' . ^°" ^°")c zngeschicklcn Abraham ° Santa .' , l^ c ^^' ''l drmnngmchtct einc oriamcltt- Fianr, an weiche spätere reichSräthIickic Sln-! guszko uud auderc.) Art. 12 lautet: „Für die im Rcichsrathc vertretenen Königreiche und Länder besteht der oberste Gerichts- nnd Cassatioushof iu Wien." Negicrungsrath Arndts: Mit dcr Annahme dcr Fassuug dcs Abgcordncteuhauses würde dcr Proccßord-nnng in dieser Frage präjudicirt- cs würde ans dcr vor-licgcudcn Fassuug nicht recht klar sein, ob der oberste Gerichtshof nur als Cassatioushof zu fuugircu hat oder anch zugleich in m.>li!<> zn urtheilen berufen ist. Redner beantragt deshalb, tz 12 in folgender Weise zu formuliren: „Für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder besteht ein oberster Gerichtshof iu Wicu." (Nicht hiurcichcnd unterstützt.) Fürst Iablouowsti stimmt bei. Berichterstatter Ritter u. Schmerling: Es ist nicht richtig, daß cS erst von dem Ergebnisse dcr künf-tigcu Strafproccßorduung abhäugcu wird, ob ciu oberster Gerichtshof in Wicu cristircu werde. Dies ist unter allen Verhältnissen feststehend. Dieser oberste Gerichtshof wird anch iu vielen Fällen als Eassationshof zn fuugircn haben. Ich glanbc, daß cs hier nicht genug be' tout wcrdeu kann, daß es für alle im Ncichsrathc ucr-tretcuen Königreiche und Länder nur ciue Gesetzgebung zu geben habe. Deshalb lege ich dcu entschiedensten Werth darauf, daß gerade Art. 12 uach dem Antrage der Eom-mission angenommen werde. Bei dcr Abstimmuug wird Art. 12 nach dem Com-missionSantragc angenommen. Gegen denselben stimmen circa 5 Mitglieder, daruutcr Fürst Iablouowski uud Regierungsrath Arndts. Art. 1>>, 14 und 15, werden ohne Debatte conform mit den Beschlüssen des Abgc« ordnetcuhauscs angenommen. Die heutige Tagesurduuug ist erschöpft. Schluß der Sitzung um 4 Uhr. Nächste Sitzuug unbestimmt. Zur Kaiscrreise. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich haben allergnäoigst vor der Abreise von Paris dem Seineprä' fecten 50.000 Fr. zur Vertheilung unter die Armen dcr französischen Hauptstadt übermittclu zu lassen geruht. Deu dem kaiserlichen Dienste im Elys<>c-Palastc zugcwic-scucu Domestiken wurde von Sr. Majestät ciuc gleich große Gratificatiou zugewiesen. Nach dcr am 3. d. M. crfolgtcu Ankunft in Eom-Mgnc haben die beiden Kaiser in Gesellschaft dcr ihncu eutgegcngckommcnen Kaiserin PicrrcfondS besichtigt. Sc. Majestät Kaiser Franz Joseph haben dein historisch interessanten Schlosse uud uamentlich der dort bcfiudlichcu prachtvollen Waffeusammlung besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Später und auch am folgenden Tage fanden große Jagden in den Forsten vou Comp^gnc statt. Se. Majestät der Kaiser sind bekanntlich am 5. d. in Stuttgart eingetroffen, wo man Attcrhöchstdcssen Ankunft, wie der .Mg. Ztg." geschrieben wird, mit gro. ßcr Spannung entgegensah. „Die Anhänglichkeit an den österreichischen Vrudcrstamm und das erhabene Kaiser' haus, das denselben regiert uud seit dcr Hohcustanfcu-zcit au dcr Spitze Deutschlands stand, ist/' so schreibt dcr Correspondent dcs genannten Blattes, „trotz prcnßi' schcn Bündnisses noch keineswegs erloschen nnd mancher gedachte wohl noch des jubelnden EinzngcS desselben Kaisers im August 1863 zur Zcit dcs deutschen Fnr-stentages." Sc. Majestät nnd Ihre k. k. Hoheiten die durch' wuchtigsten Hcrrcn Erzherzoge Karl Ludwig uud Ludwig Victor wurdeu au dcr württcmbcrgischeu Grenzstation Mühlacker von Sr. k. Hoheit dem Prinzen Friedrich von Württemberg nnd dem Hcrru Munster v. Varubülcr, sowie von dem k. k. östcrr. Gesandten Grafen v. Ehotck empfangen. Zu Stuttgart im Bahnhof, vor welchem ciuc Ehrcuwachc aufgestellt war, wurde Se. Maj. der Kaiser von Sr. Majestät dcm König selbst begrüßt, in dcr Uniform dcs 8. österreichischen HnßarcnrcgimcntS, und aufs herz> lichstc empfaugeu, auch sofort nnter dcu nicht enden wollenden Hochrufen dcr Menge in dcm bereit gestandenen königlichen Staatswagcu uach dcm königlichen Residenz-schlosst geführt, um zuuachst Ihre Majestät die Königin Olga zu besuchen. Nachher machte Se. Majestät dcr Kaiser Besuche bei Ihrer Majestät dcr Köuigin-Muttcr und dcu köuiglichcu Schwestern. Um 5'/^ Uhr fand im Schlosse großc Galatafcl statt von ctlichcn 00 Gedecken. In München sind Se. Majestät dcr Kaiscr am 0. d.M. nach 3'/^ "hr Morgens ciugctrosfcu uud im Hotel zum „Vaicrischcn Hof" abgestiegen. Sc. Majestät bcgabcn sich um 8 Uhr früh uach Posscnhofcn. Bei dcr Vorstellung im Hofthcatcr, welcher Sc. Majestät am selben Abend beiwohnten, gelangten die „Hugenotten" zur Ausführuug. Dic Staatsschuld. Die Immcdiat-Eommission znr Eontrolc dcr Staats' schuld hat soebcu dcn AnswciS über dcu Staud der gc-sammten öffentlichen Schuld dcs östcrrcichischcu Staates mit Eudc Iuui 1807 vcröffcutlicht. Derselbe liefert den ziffcrmäßigen Nachweis, daß die gcsammtc öffentliche Schuld deS österreichischen Staates durch die Summe von 3,5l2.332.218 st. 9()-5) lr. repräscntirt wird, welche zu ihrer Verzinsung dcu rcspcetablcu Betrag von 152,125.201 fl. 34-5 kr. in Ausprnch nimmt. Diese öffentliche Schuld zerfällt in drei Haupltitc!, in die eigentliche Staatsschuld, iu die Gruudcutl^stungs-schnld uud in das galizischc Nothstaudsaulchen. Die allgemeine Staatsschuld beträgt 2/. »«8,4^0.095 si. 20'5 kr. und erfordert 125,852.014 ft. l8'5 tr. zur Verzinsung. Dic Gruudcntlastnngöschnld belauft sich auf 521,345.523 Guldcu 70 lr. nnd nimmt für die Zinsen 25,!»97.587 st. Ii; kr. in Anspruch. DaS galizifche Nothstandsanlchcn hat eine Höhe vou 2,500.000 ft. nnd braucht für die Verzinsung 175.000 ft. Seit Eudc December 18l'.«' hatte die eigentliche Staatsschuld cinc Vermehrung von 08,769.005 fl. 80 kr. erfahren, die Gruudcntlastnngs' schnld dagegen eine Verminderung von 2,210.901 fl., das galizische Nothstandsanlchcn blieb uuvcräudcrt. Was dic Vcrmchruug dcr eigentliche!« Staatsschuld anbelangt, so ist dieselbe znm größten Theile dnrch dic Steigerung dcr consolidirtcn StaatSschnld cutstanden. Es beträgt nämlich die Zunahme dcr schwebenden Schnld nur 1,705.257 ft. 74 5 kr., während sich dcr Anmacht der cousolidirteu mit 07,253.044 fl. 21'5 kr. beziffert. An dieser Ennimc ftarticipirt die nicht rückzahlbare co»^ solidirtc Schuld mit 44,545,205 fl. 02 kr., dic rückzahlbare aber mit Einschluß dcr Gewinnstrückständc mit 22,708.378 ft. 59-5 kr. Was die Steigerung dcr nicht rückzahlbare» cousolidirtcu Schnld anbelangt, so dankt dieselbe ihr Vorkommen dem Aulchcn ans Gruud des Gesetzes vom 25. August 1800 zur Beschaffung von 50 Millionen Gnldcn. Dcr AnwachS dcr rückzahlbaren consolidirtcn StaatSschnld ist vorzugsweise eine Folge des Darlchcuö auf Gruud des Gesetzes vom 24. April 1800 von dcr k. k. privilcgirtcn allgemeinen üstcrrcichl" schcn Bodcncrcditansta.lt von 00,000.000 ft. in Silber gegen Vcrpsändnng von unbeweglichem Staatscigenthumc. Auf ciu fünfpcrccutigcS Capital iu österreichischer Wäh-ruug umgerechnet, beträgt die uicht rückzahlbare Staats-schuld iu rnudcr Summe 1808'5 Millionen Gulden, welche sich auf 52 ucrschiedcuc Titel mit mannigfachen Verzinsungen von 1"/, bis 0 Percent vertheilen. Oesterreich. Wien, 7. Nov. (Empfang des K a i s c r S.) Sc.Maj. dcr Kaiser ist um 4'/., Uhr Nachm. ciugttroffc'' uud wnrdc am Wcstbahnhofc von dcn höchsten Civil- und Militärautoritätcn, von Deputationen bcidcr Rcichsrathc Häuser, dcm Bürgermeister nnd dcm Gcmcindcrathc rülpst gcu. Bürgermeister Zcliuka begrüßte dcu Kaiscr mit folgc^ dcr Ausprachc: ..Eucrc k. k. apost. Majestät! Ich f"1 mich glücklich Euerc Majestät im Namen dcr gesaniM " Äcvölteruug Wiens bei dcr glücklichen Rückkunft in M treue Haupt- uud Residenzstadt ehrfurchtsvoll zu bcgn'ß^ Ew. k. k. Majestät haben in der Hauptstadt Frankw") sowohl die Producte dcs Aodcus, als auch die Erzel^ nissc deS Fleißes und die Schöpfungen dcr Kunst c" Nationen des Erdballes zu beobachten, zn würdigen ' hicbei auszusftrecheu geruht: „daß der Friede, der u 1759 schritt und die Civilisation cS ist, uon welchen das Gc-beihcn des Gcwcrdcflcißes und das Glück der Nationen abhängt." Dicsc Worte, Ew. Majestät, habcn in ganz Oesterreich dcn freudigsten Widerhall gefunden, denn nur vurch den Frieden im Innern sowohl, als mit den Nachbarn , dann unter dem Schutze freisinniger und uollö-thümlichcr Gesetze ist das (5mport,luhcn des Gewerbe-stcißcs und das Glück Oesterreichs gesichert. Ew. Ma-Mät! War schou jeder Ocstcrrcichcr stolz auf den glän« zcndcu. großartigen Empfang, welchen sowohl die Stadt Mcr Ahnen, als auch die Hauptstadt Frankreichs dem Kaiser von Oesterreich bereitet, so findet sich dagegen °as Herz ciucs jeden Bewohners Wiens überaus glück-uch bewegt, den geliebten Kaiser Franz Joseph in Seine Hauptstadt gesund uud glücklich zurückgekehrt zu scheu. Genehmigen Eure Majestät die heutige aufrichtige Hul« bWng Ihrer treuen Wiener; sic entbehrt zwar alles außerordentlichen Prnntcs, ersetzt denselben aber durch ^e Aufrichtigkeit der Liebe, mit welcher jedes Herz feinem oic Volksrechtc anerkennenden uud schützenden Kaiser ergeben 'st- Möge Gott der Allmächtige Allcrhüchstdcro Majestät in Schutz nehmen, dem Vatcrlandc Glück und Segen verleihen und lange, lange erhalten unsern Kaiser Franz Joseph." Der Kaiser erwiederte: ..Ich danke sehr für den herzlichen Empfang, welchen dic Bewohner der Residenzstadt Mir bereiten. Die Sympathien, welche Ich überall ül Frankreich gcfuudcn habe, bcruhcu hanptfächlich auf ber Ueberzeugung, daß Oesterreich durch seine Einigung üu Innern neu gestärkt wieder jene Stellung ciunch« Wen wird, welche ihm gebührt; — daß es daher die Kräf-llgung Oesterreichs ist, welche wir im Frieden anstreben Ulüsscn. Diese Wahrnehmungen können Mich nur bc-stin'kcn, anf den eingeschlagenen Bahnen muthig vorwärts zu schreiten. Ich rechne dabei anf die Unterstützung aller patriotischen Ocstcrrcichcr." Die Erwiederung dcS Kai» sus wnrdc mit Inbcl anfgeiwinmen; der Kaiser fuhr ün offcucn Wagen durch die festlich geschmückten und blchtgcdrängten Straßen unter ununterbrochenen begeistcr» teu Hochrufen in die Hofburg. Ausland. München, 7. November. (Baron Bcust) hatte gestern uach sciucr Ankunft fofort eine längere Untcrrc-bung mit dem Fürsten Hohcnlohc und reiste sodann mit Sr. Majestät dcm Kaiser nach Wien weiter. Zlvrenz. ^. November, ^l. A. Z.^ (Mitthci -lungen über die Insurrection.) Einem mir l'cfrcundetcu jungen Lombarden, der die Tage vom 18. bis Ü'j. October in Nom zugebracht hat, verdanke ich emigc Mittheilungen, die auch für Sie nicht ohnc Interesse sein dürften. Mein Frennd war nach Rom gclom° 'Ucn, um sich dic dortigcn Dinge anzuschauen und wo Möglich der nngctiindigtcn ^lcvolnlion beizuwohnen, vicl-leicht auch um daran thrilzunchmcü. Allein schon am Tage nach seiner Ankunft wnrdc er von fünf Agcntcn ber geheimen Polizei in einem Kaffeehause verhaftet, vor ^tPolizeibehörde gebracht, und ihm bcdcntct, daß er binnen 24 Stunden dic Stadt z-. vcrlasscn habc. Ein Gruud fur dicsc Maßregel wurde nicht angegeben. Mein Freund aber verspürte begreiflicherweise wenig ^nst. der päpstlichen Polizei zu gehorchen, und cS gclang ihm in der That durch cinc Schcinabrcisc, durch Abrasircu dcS VarlcS ^ud fortwährende Veränderung der Wohnuug ihre Auf" 'ucrlsllmlcit zu täuschcu. So war er dcnn so glücklich, >ich am 22., dem für dcn Ansbrnch der römischen Nc-^lution bestimmten Tag, auf dem Schauplatz zu bcfin-^n> Er wohnte an verschiedenen Orten der Erstürmung ^ Wachen bei. Anfangs zeigten sich die Päpstlichen >")r bestürzt; als sie aber erst gemerkt hatten, daß das stürmende Volk fast gänzlich uubcwaffuct war, wurdcn >u dcssclbcn bald Meister. Mein Frcnnd mciuti es m "' sich unter den Aufständischen kaum mehr als 1l»(> ^clvaffiicte bcfuudcn. Eincn größercn Waffenvorralh ha^e man nicht in dic Stadt bringen, sondern vor Porta ^- Paolo lassen müssen. Es ist bekannt, daß, als man >'lh nach Ersiürmnng dicscs Thores nach dem Hausc ^gab, wo die Waffen versteckt lagen, man dastlbst von ^" Zuavcu empfangen wurde. Dic römische Regierung !^t, einfm Worle (v<'Nlj''s) be< stehende Instruction von oben wartete, um alsbald nach der Cily zu ciltn und das Nölhige zu veranlassen. Bordeaux sei in solchen Quantitäten (30 — 40 Fudersüsser per Jahr) stcuclftci slll die Gc^ndtschaft imvortiil worden, daß der Minister bcs Nu»wärligcn (Palmerllon) Vorstellungen gemacht Habs, woraus denn der Koch die Schult» «ragen muhte. Locales. — Wir erhalten nachstehende Erklärung: Zut Nciuhigung des Korrespondenten XX aus Laas lann die bestimmte Ürllärung abgegeben werden, dah unter den 36 dcm Htirenhause linterbreiteten Pelilionen aus Kram die Gemeinde Laas sich nicht vorfindet, deren Nennung in der „Ncmn Freien Presse" sonach nur aus der Verwechs. luug welchen ähnlichen Ortsnamens beiuoen tonnte. — (Localvolizeiliche Amtshandlungen) wurden im Monate October d. I. folgende vorgenommen: 5 ArolbHckcrl>ireuisionen,8 Schlachtlocalilülenrevisiolitti. 9 ^sz, rcvisionen, 4 Eonsiscalionl'N von Waagen und Mähen 0 Auslande wegen Slandausftcllung. 2 Confiscationen vcischik' dcnrr Lebensmillcl, Schwämme, Fische u. dgl., 0 Hausdurch. suctungen, 170 Verhaftungen, 52 Anzeigen an die Slraf.-gcrichle, 33 Abslraslmgcn wcgcn Nichlzuhallung der Sprri. fiunde, 54 Abstiasunge» wegen Bellclns, 7!) zwangsweise Entfernungen . und 77 andere localpolijcilichc Abfirafungen. — (Die durch Herrn Finanzdircclor von Felsenbiunn herausgegebenen „Statistischen Tabellen") habcn cincu starken Absatz gejundcn. Dieselben enthalten sowohl für dcn Fachmann als iibcrhaupl für den-jroigcn, der sich über die vollswiithschastlichen Vcrhällnisse unscrcs Landes genauer uiilrrrichtcn will, lusttragende wollc sich bei dem Herrn GeseUschastscassicr Cantoni melden. — (Concert.) Gestern Abends fand-das erste Concert der philharmonischen Gesellschaft statt, und wurde uns die Ouvertüre zu Ruy-VlaZ von Mendelssohn und die „Wüste," Symphonie-Ode von Fclicien David, vorgeführt. Tie prachtvolle Mendtlssohn'sche Ouvertüre, die uns zu wiederholten malen zu Gehör gebracht wurde, crccutirten unsere Philharmoniker wieder auf da-, trefflichste. Die „Wüste" verdient mit vollem Recht ein höchst geistreiches Wert genannt zu werden, und das Interesse wird daran noch durch den Gedanken erhöht, daß David seine Symphonie-Ode unter dem Elndruckc selbstcmvfunbcner Stimmungen d>.s Wüsten, lcbens schricb, was wohl nicht wenig zu der trefflichen Zeichnung d?l Situationen beigetragen haben mag. Die ersten Tacte der Einleitung zeigen uns der Wüste ödes Vild, wel» cheö sich nllmiUig durch die Phantasie des Wanderers belebt und nun durch den Chor „Allah Dir Danl" unterbrochen wird, der in dem herrlichen l^llm' Satz „Du bist voll Herrlichst" seinen Gipfelpunkt erreicht, der „Zug der Karovane". der Sturm, in welchem der verzweifelnde Ruf „Erbarmen unsrer Noth" mächtig evgreist, „die Nacht", als Einleitung des zweiten Thcilcs. „die Fantasie", der „Almentanz", ..der Frechcitschor", kurz jede Nummer bietet uns der charaltens^chen EmMciten in Menge und muß das ganze Wert als eine höchst glückliche Tonmalerei bezeichnet werden. (5m ganz besonderes Interesse verdient der „Gesang des Mm'zz'M" im dritten Theil, der so wie mehrere in den „Wüste" vorkommende Melodien ganz gcwih Originalgcsang ist. DaS Welt wurde mit einer Präcision ausgesühlt, d« wir stets bei den Pcoductioucn dieses Verein? gewähnt sind und die hauptsächlich in einer tüchtigen Leitung ihren tiefsten Grund hat. Die Herren Ander und Kraft, welch' ersterer den gesanglichen und lchtercr den declamatonschen Theil übernommen hatten, machten sich verdient durch die gelungenste Lösung der ihnen gewordenen Ausgaben. Das Concert war sehr besucht.____ Freiligrath Htiftung Wir beabsichtigen, die National-Dotation für Ferdinand Freiligrath Mitte December zu schließen nnd dieselbe dcm Dichter am Wciuachtsabcud zu überreichen. Alle Comity des In- nnd Auslandes werden freundlichst gebeten, uns das Ergebniß ihrer Sammlungen nmgchend einzufcndcn. Sobald thunlich, werden wir öffentlich Rechnung ablegen. Zugleich bitten wir alle Zcituugs'Rcoactionen um Abdruck dicfer Mittheilung. Barmen, 3. Nov. 1867. ^ Das (5 entral«Comit >.-: F. A. Voelling, Ludw. Elbcrs, Ernst v. Eyuern, Reinh. Nenhaus, Emil RittershauS, Ed. Schink, Karl Siebel. Eingesendet. Erwiderung. Znr Klärung des Artikels in der „Presse" vom 2. d., ddo. laibach am 27. October, wird wahrhaft angeführt, daß ich jener Doctor der Rechte bin, der den Toast anf dic geistliche!! Mitglieder der ^andwirthschaftgcscllschaft nnd ihr zum Frommen der Vandwirthc gereichendes emsiges Wirten nud namentlich aber anf den vcrchruugs-würdigen Herrn Ocucralvicar Koß ablas, zugleich auch dic Iuopportunität des dirccteu Sturmes gegen das Eou-cordat, der durch den Gebrauch des verfassungsmäßigen GcsciMbungsrcchtcs beseitiget werden kann, mit dem Beisätze betonte, daß ich nicht an Seite der Leidenschaft, sondern an Seite des Rechtes und der Wahrheit stehe. Ich muß daher jenem Artitelschrcibcr, dessen Betrübniß über das harmonische Zusammenwirken der Nationalen mit dcm Clerus in mehreren dcntschcn Blättern durch nahezu tautologc Aufsätze sich aussprach, hicmit öffentlich erklären, daß ich weder auf den Fortbcstand des (5oncordatcs einen Toast, noch eine Philippica gegen die Eoncoroatsstürmcr ablas, — daß er also d i e Unwahrheit geschrieben habe, — dann, daß seine Verbindnug eigentlicher Fachmänner mit intelligenten Landwirthen mindestens nnvcrständlich, die Vchaufttnng aber, daß solche von der ^andwirthschaftgcscllschaft sich fern halten, falsch nnd eine grobe Beleidigung dieser uneigennützigen nnd zum Frommen des Vanduolt'cs wir-lcudcn Gesellschaft sei, welche zn dcm Volte auch in jener Sprache redet, die dieses allein versteht. Die Schmähung der ^andwirthschaftgcscllschaft, daß fic zu einem Agitationsmittcl für Zwecke der Ultra-Slovcucu herabsmkt, lasse ich zwar nnberührt, dies ihrem Vorstaude anheiln lassend; allein ich frage den Artikel-schrcibcr und seinen Anhang im Easino (denn auswärts hat er ihu uicht), was denn die Citra-Slovcnm sind? Denn cin Modus in Sachen der Slouencn, clü-lilzm' li»''>, müssen denn doch bestehen, und da gerade die Citra - Tloucncn den gemäßigten Antrag des Herrn Dr. Vleiweis für die thcilwcisc Einführung der slovcni-schcn Sprache in Schule und Amt, zum Falle gebracht; — so muß denn doch die Scheu vor diesem Sprachgc-brauchc, oder der Wunsch der Erhaltung dcS wohl ihnen, nicht aber dcm Volke frommenden >l<>>u^ cim», oder das Hinziehen dcS Slovenen-Landes Krain zn Deutschland, ihre geheime Parole sein, die bei den letzten Wahlen dnrch so auffallende Mittel, und auch fönst, sich sogar öffentlich zu erkennen gab. An welcher Seite bei der verfassungsmäßigen Gleichberechtigung aller Nationen daö Recht sei? nnd mit welchem Fuge die treuen Glieder der ^andesbcwohner Ultra-Slovenen gescholten werden? — ist leicht erkennbar; aber die Wege des Unrechtes frommen Manchen, besser. Die Wahl des Bürgermeisters zum Viccpräsidcntcn der ^andwirthschuftgesellschaft ist das legitime Ergcbuiß der cclatantcn Stimmenmehrheit freier ehrenhafter Männer, und auch der Artikclschrciber hätte diese Majorität achten und ihr die unwürdige Tendenz einer Demonstration gegen die Suspension um so weniger andichten sollen, als er die eigene Tendenz, dcm Herrn Dr. Eosta weh zu thun, so klar und so oft schon manifcstirtc, und als cm Leidenschaftsloser weder der gerichtlichen Beurtheilung des Vcranlassungsfalles, noch der endlichen Entscheidung der Suspcudirung vorzugreifen, sich bcrnfcu finden kann. Jede Leidenschaft ist eine .Krankheit, dic auch in geistiger Sphäre zum Unhcilc führt, wenn man zum Rechte nicht rückkchrt. Laibach, am 2. November 1867. Dr. Ioh. Ahaöic, Gnteradministrator und Laudwirthschastlchsscher.___ Neutstr Post. Wien, 7. November. Eincr der Wiener Corre-spondcnten der „Deb." schreibt ihr: „Die Note der vier Mächte hat die Pforte uicht bloS mit einem Hinweis auf die Proclamation Aali Pascha'S, sondern anch mit der Erklärung beantwortet, daß sie gerne bereit sei, die ihr zugeschobene Verantwortlichteit für ihr Verhalten anf sich zu nehmen, daß sie nicht mehr nnd nichts an« dercs verlange, als was die Mächte ihr in Aussicht stellen: dic Enthaltung von jeder Art von Einmischung." Telegramme. Paris, 7. November, Abends. Die „France" sagt, daß die diplomatischen Actcnstückc für daS Gelb-bnch schon bereit liegen. Die zwischen Florenz nnd Paris gewechselten Depeschen stellen fest, daß die französische Regierung schon seit gcranmcr Zeit Rattazzi von den Umtrieben der Actionspartci benachrichtigte nnd auf der Nothwendigkeit bestand, über die Ncspcctirnug der Sep' tembcr-Convcntion zn wachen, wenn nicht Frankreich selbst dafür versorgen sollte. — Unter den Actenstückcii, betreffend die Zwischenfällc der krctcnsischcn Insurrection, wird die jüngste Eollcctiucrklärnng der Mächte Gegen-stand von Erlänternngcn sein, welche die öffentliche Mi' nunq über die diesem diplomatischen Acte vorangegangemn Zwischcnfälle vollständig anfllärcn werden. — Die Acten-stücke über die Angelegenheiten Spaniens werden con-statiren, daß Frankreich bestrebt war, die Rccrutinmg unter den Flüchtlingen für die Rebellion in den Grenz-deftartemcnts zu verhindern. — Die Actcnstückc übcr dic Beziehungen Frankreichs zn Prenßcn werden nicht zahl' reich sein, da keinerlei Zwischcnfall, geeignet, diese Vc« zichungeu zu modificircn, seit 1ttl)<> eingetreten ist. Man wird sich die diesbezügliche Zurückhaltung dcS französischen Ministers dcs Acnßcru erklären. — Die „Epoquc" betrachtet die Demission dcs Marqniö dc Lavaietlc als gewiß und bezeichnet Nouher oder Pinard als dessen wahr« scheinlichcu Nachfolger. Telfgraphtscke Wc^hselcourse nmii K. Novcmbrr. lipcrc. Mclllllicuie« 57.40, — l.prrc. M?lalliqnc6 mit Mai-und Navcmw'-Zinsi!!! 5!».40. — !>t>erc. Natmilal^lnichlil W.40. - - Ga»t< llctim««6,"— ^rcditacticn 179.<;>>. — UiliOrr Gtaatsanlchen tt>5> — Silber 122. — ^'oiidm, 123,i>0. — K.! Bucalcü 5.91. Keschästs-Zeitung. Ätationalbank. Nach tmn am 7. d. aiiögclimm A»«-weise über dm Stand dcv Mtionaldank ucriuchrtl: sich s^it dl'M :N, u, drr Vmlliiomiumlmif (2!'>4M3,M) sl.) mn l^.'i 19.750 fl-! bic im Brsiftc dcr Bant brfindlichi'ii Stliat^notcn s1,5'il,.'i73 sl.) nahmri! um 5!l,l!02 fl, zn. Dcr Oöconiptc («3'4 Viillioiil'n) uw' n^hrlc sich n>n l,105,9^1 fl, dlv ^«mdard ('^5,-4 Millionen) m» 12.l>)() fl. Tic am Schlnsso dci! Monalcö ^n bca,lcichcndc Fni'' dcrinig drr Äaut an den Staat anö di>r ccxnulissiun^wciscn M' sorgnnc; dcs Hyplllhclaraiiwl-isnlilio^csch^stcs liclriigt schon 21^.192 sl. Dn Mclnllsch«^ ll0!l,?»1.!^9fl.>l>licd liinicländ'crt; dic in Mclall ;nh!lmrcn Wcchsol l45,0^ 1.505 sl,) ixrmchNcn sich uin 5!i05 sl^ Verstorbene. Den 1. ^l o u o in b er. ^oreuz Äiolar, Stcinlühlmhcn!^', alt 4>) Ilihvc, iin Ciuilspilal; Hcrr Ichnnii Iasil'!,', Hürcr dn' ^ccchlc, alt e r. Franz Kn^ar, Zimmrniiann, c>!t 8t) Iahrr, in dcr Gt. Pctcr^uor'iadt i)tr. !I9. an Allcriischwlnl^. Den ,j. !>t o n e in b e r. Dcm Anton Tronlcl, Arlintrr. sci» .ftind Johann, alt 4 Monate und 14 Taa/, am Moura,rm>t^ Nr. 31, an Fraiscn, Den 5. ^>i o u r m b r r. Maria önbic, Iinnohnnsnn'!^ alt ü' spilal, an dcr ^nnsscillähinung. An mcrlunll. Ini Monate October I«<;7 sind 04 Ptt' sonm czcslailicn, dauon mcirru ^,^ männlichen nnd 3<> wsiblich^'» Gcschlcchtci!. Mustekvmmeue Fremde. Am 7. Novcnibcr, T.^'l Wlen. Die Hcn-cn: Nouak, Kiinslll-r. und Vachrnch, uon Wir». — Marochino. Btsil.'cr, nnd Woü'lic, von Finim'- — Url^aittschitsch, GntSbcs., von Finn,,,'. Elcpl?a>«t. Diü Herrcu: Dolmc, Itndcnt. von Wippach " Schwctz, Uon ^tndinannsdorf. — Hpirn, >^anfin., von Assra»>' - Koch, Kanfm., uun Stuttgart, -- Janesch, Kanfm.. vo» Cilli. - Olantschniq, BcrMrwallcr, uon jtnapouäc, — ÄniUi"' kl, Fabrikant, uon Wicn. — Alcöouc, ^ücrat, von Wippa^' — Dolenr, Postmcistcr, von Prawald, .^>aiscv von vesterrcich. Hcrr i'olonic, Wcinhändln', uon Vngrovlll.', Äill'lire». Die Hcrrcu: 5,'nx, Insseninir, — Noscnlranz, Mal" nnd Ph0los>raph, uon Danziss. ^. ^risskasteil der l5l.ln't>iliun. Ii. X. Brirfc mit Nr, 1(>4^ sind alle aba/holt wordcn. Theater. H r n t c S a m ö t a a.: Znr Fcicr dcc« Schillcrta^« Zum Vortheile dcr Schanspiclcnn Caroline A r t h n v, Wallcilsteills ^aqer. Dramatische«! Ocdicht iu 1 Act von Echillcr. Der Tchauspicldirector. ____Opcrcllc in 1 Act von ss'Ü.Mg. Mo,47 - 3.«' windstill hlllbhcllcr ! 8.Z2 „ N. Z29.„9 ^. 4.l ^ windstill > s. ganz bcw. ^ "" lw„ Ab.! 327..,? ! -«. «I.» ! N. schivach ! nanz bcw. l Morgenroth, Vormittag diluncr Nollenschlcicr. ^"ch" s zunclnmndc Vewulknng mit hochzichcndcn Wollcn. Iw' ' ^ic Abcndroth mit s'.lithcud rothcr Bclcnchtung dcS Gcwolic°, Ränder dcr Woltcu noch bei ciutrclcndcr Finsternis! glüheno». ' Verantwortlicher Ntdllcteur: Ignaz v. Kleinm»»^ 1761 Drscnbmcht. Wien, 7. Noucmber, Die Biirsc verlief im Allgemeinen in scstcr Haltung nud stellten sich auch die Papiere grüßtentheils höher, während sich Dcuiscn und Valntcu etwas abschwächten, Geschäft bcschränll. Geld aboudaut. Veffentliche Schuld. ^. des Slaates (für 100 fi) ^ Gelb Waare ^U >!, W, zu 5pCl. für 10l) fi. 55.20 l>'l.30 ^u üstcrr, Währung steuerfrei i>7.<>0 57.70 ,. Simrraül. in ü. W. v. I. ^^)1 ^u ^^. rii Zahlbar . 87,50 88.-- ^lldrr-Äiilrhen von 1864 . . 73.— 74.-^lldrraii,. I«K5 (Fvct«,) riickzcihlb. ^m37Iahr. zn5pCt. 1U0fi. 78,25 7«.?.'. »tllt,-Anl.mit Iäll.-Eoup.zn5"/„ 66.- 66 15 _." „ „ Apr.-Eonp. „ 5 „ 6/i.80 66.- ^ttta!liqnet<.....,5 „ 57.30 57.50 dMo mit Mai-Eoup. „ 5> „ 58.70 58.!>0 „ dctto.....„ 4^, 50.— 50,50 M't Verlos, v. 1.1839 - - . 1^2.- 143 — „ „ „ 1854 . . . 73.25 73.75 „ „ „ I8l>0zn500fl. 83.10 83,20 „ „ „ 18«0 „ 100 „ W.— 9<>,50 „ „ „ 18«4 „ 100 „ 7^.30 76 50 Enuw-Nnitensch. zn 42 I.. «mül. H2 — 23.— Domamm 5pcrc, in Silber U»5.-> 105.^0 ^ der Kronläudcr (für 100 fl.) Gr.-Enls.-Oblig. ^iednüstcrrcich . zu 5"/« w,-- l'0. - Vberüstcrrcich > .. ü „ «7.— ««.— Geld Waare Salzburg . . . . z,i 5'/° 86.— 87.- Hohiuen .... „ 5 » W. - 9^.ü<» Mähr^i .... ,, l) „ "6.75 «7.^5 Schlesien .... „5 „ 88.— 89, - Slcln'niarl . . . „ 5 „ 89.50 90.— Ungarn.......5 „ 71.25 72.- Temrscr-Banat . . „ 5 „ 68.— 68.50 Crnalim und Slavonien „ 5 „ 71.5/0 7ii.— Gcilizien .... „5 « 66-^ 66.50 Sicbenbilrgeu . . . „ 5 „ 64.— 64.,'l> Vntovina .... „ 5 „ 04.50 65,50 Ung. m. d. V.-L. 1867 „ 5 „ 68,25 6«.75 Tem.O.u:.d.V.-E. 1867„ 5 „ 68.25 68.75 Acticn (Pr. Stilck). Nalionalbanl (ohne Dividende) 685.— 686,— tt.Ferd.-Nurdb.zn1000fl. C,M. 1740.- 1744,- Kredit-Anstalt ,u 200 si. ö. W, 178.60 175.70 N.ö,E«com.-Grs.zi'500st.ü,W. 60°n.-2)ampjsch.-Ges.^H 473.- 474,— Oesterreich. Vloyd in Trieft Z!2> 170. - 175.— Wie»,Ta,!!pf!!i.-Äcta,500fl.ü.W. 440.— 450.— Pester Krtlmlmicke .... 380.— 39«'.— Ä'.!.^!o - Anstna- Vank zn 20» fl. 105,75 106.— ^'Mbevger Heruowchrr Acticn . 172.50 173.50 Pfandbriefe (flir 100 fi.) National- j bant anf > vcrloSbar zu 5"/, 9670 96.90 C. M. 1 Nationalb.aufö.W,verl°sb.5,. 92.20 92.40 Ung. Bou.-Ercb.-Anst. zu 5'/, „ 89.50 90.-All'g. üst, Bodm-Crrdit-?llistall vcrloSbar zu 5°/, in Silber l05.— 106.— Uose (Pr. Stilck.) <5rcd-N.s.H.!l.G.z.l00fI.ö.W. 126.75 127.-. Don.-DmPfsch.-G.z.100fl.CM 85.50 56.- Siadtgem. Ofen „ 40 „ ö. W. 24.- 24.50 Esierhazy „ ^0 ,. EM. 103.— -.— Salm „ 40 „ „ . 29,50 30.- Pallfsu, ., 40 « „ . 22.- 22.50 Geld Waare Clary zu 40 fl. EM. 24,— 25.— St. Genoiö „ 40 „ „ . 23.— 23.50 Windischgräh „ 20 „ „ . 18.- 19.— Waldstem „ 20 „ „ . 19.50 20..- Keglevich „ 10 „ „ . 12.25 12.75 Rudolf-Stiftung 10 « „ . 11,75 12.25 Wechsel. (3 Monate.) Augsburg filr 100 fl, subo. W. 103.50 I0.i.70 Franlfur'ta.M.IOOfl. detto 103.70 104.— Hamburg, fur 100 Marl Banlo 91.40 91.60 London flir 10 Pf. Sterling . 124,30 124.5<> Paris fiir 100 Franks . ^ . 49.30 49.40 Eours der Geldsorten Gelb Waare K. Miiuz-Ducaten 5 fl. 94 lr. 5 fl. 95 li, Napolconsd'or . . 9 „ 95 „ 9 ,. 96 ,. Rufs. Imperial« . 10 „ 18 „ 10 „ 23 „ Vcreinsthaler . . 1 „ K2H „ 1 „ «3 „ Silber . . 122 „ 25 „1^2 „ 5i0 ,. Krainifche GruudentlaNungs - Obligationen, Pn« vatnotmlng: 87 Geld. 93 Wa««